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SHEIN IGNORIERT HINWEISE
ZU GEFÄHRLICHEN CHEMIKALIEN IN KLEIDUNG











































Greenpeace-Recherche zeigt: Shein ignoriert externe Hinweise zu gefährlichen Chemikalien in seinen Produkten, anstatt diesen konsequent nachzugehen. Dieses Verhalten ist Konsument:innen und der Umwelt gegenüber grob fahrlässig.
Das Geschäftsmodell von Shein treibt das zerstörerische Fast-Fashion-System auf die Spitze: Durch Echtzeitüberwachung von Trends, KI-gestützten Designs und Produktion in Hypergeschwindigkeit fluten sie den Markt mit Wegwerfartikeln. Als meistbesuchte Mode-Plattform der Welt treibt Shein mit bis zu 10.000 neuen Designs täglich und manipulativen MarketingTricks auf Social Media vor allem junge Menschen in den Kaufrausch. Doch der vermeintlich niedrige Preis wird teuer bezahlt – durch gefährliche Chemikalien in der Kleidung und der rücksichtslosen Ausbeutung von Mensch und Umwelt.
Recherchen von Greenpeace haben bereits 2022 und im November 2025 gezeigt, dass Shein-Produkte teilweise gefährliche Chemikalien über den EU-Grenzwerten enthalten. In der Recherche 2025 konnte Greenpeace bei 18 von insgesamt 56 getesteten Kleidungsstücken (32 Prozent) eine Überschreitung der Grenzwerte nachweisen – teils in extrem hohen Konzentrationen. Diese Produkte dürfen in der EU nicht verkauft werden. Auch andere Stellen wie Stiftung Warentest haben in den letzten Monaten bei Untersuchungen von Shein-Artikeln eine Vielzahl von nicht gesetzeskonformen Produkten identifiziert. Bei den Überschreitungen handelt es sich also keinesfalls um Einzelfälle.
Doch Shein drohen keine Konsequenzen: Durch das „Direct-to-Consumer“-Prinzip nutzt Shein eine Gesetzeslücke im EU-Chemikalienrecht aus. Indem die Ware direkt aus nicht-EU Ländern, in aller Regel China, an die Haustür geliefert wird, ohne Zwischenhändler oder Logistikzentren in der EU, gelten formal die Konsument:innen als Importierende und somit als rechtlich verantwortlich für die Einhaltung der Grenzwerte. Shein wälzt die rechtliche Verantwortung für die Produktsicherheit also auf die Käufer:innen ab und entzieht sich selbst jeglichen Konsequenzen.
Als sehr große Online-Plattform ist Shein nach dem Digital Services Act der EU jedoch dazu verpflichtet, den Verkauf illegaler und gefährlicher Produkte auf seiner Plattform zu unterbinden. Nach der Veröffentlichung der Greenpeace-Rechercheergebnisse im November 2025 erklärte Shein, dass sie die betroffenen Artikel von der Plattform genommen hätten und wiederholte, dass für sie das Vertrauen der Verbraucher:innen, die Produktsicherheit und die Einhaltung von EU-Standards oberste Priorität hätten. Zudem verweist Shein auf ihr umfassendes System, mit dem es Hinweisen zu nonkonformen Produkten nachgehe, ähnliche Produkte, deren Eigenschaften zu einer Gefährdung führen könnten, genau untersuche und so sicherstelle, dass entsprechende Produkte nicht wieder inseriert werden können.
In dieser Recherche hat Greenpeace genauer untersucht, wie Shein auf Hinweise zu gefährlichen Chemikalien in seinen Produkten reagiert, welche Maßnahmen ergriffen werden und ob die belasteten Produkte noch immer auf der Plattform verfügbar sind. Deshalb hat Greenpeace im Dezember 2025 –knapp vier Wochen nach Veröffentlichung der ursprünglichen Recherche – identische oder sehr ähnliche Produkte zu den im vorigen Test auffälligen Produkten bestellt, welche laut Aussagen von Shein nicht mehr auf der Plattform verfügbar sein dürften.
Greenpeace hat erneut 31 ausgewählte Kleidungsstücke auf Sheins Online-Plattform in Deutschland bestellt. Beim Kauf haben sie sich an den in der vorigen Recherche als auffällig identifizierten Kleidungsstücken orientiert. Das heißt, es wurden Produkte bestellt, bei denen auf Grund der Übereinstimmung von Optik und Materialeigenschaften eine hohe Wahrscheinlichkeit besteht, dass auch diese gefährliche Chemikalien oberhalb der EU-Grenzwerte enthalten. Greenpeace hat also eine Risikobewertung vorgenommen, wie es die gesetzliche Pflicht von Shein ist und die Produkte mit dem höchsten Risiko noch einmal genauer untersucht.

Auf gefährliche Chemikalien untersuchte SheinKleidungsstücke.
In vier Fällen konnte Greenpeace ohne Probleme komplett identische Produkte bestellen, in einem Fall war das ursprüngliche Produkt sogar erneut beim gleichen Händler verfügbar. Außerdem hat Greenpeace 15 identische Produkte in anderer Farbe oder Ausführung, neun fast identische Produkte, also Produkte mit sehr hoher optischer Übereinstimmung, und drei ähnliche Produkte aus der gleichen Produktkategorie und dem gleichen Material bestellt. Insgesamt konnten deutlich mehr Kleidungsstücke identifiziert werden, die mit den ursprünglich auffälligen Produkten eine sehr hohe Übereinstimmung haben, also bei welchen ein sehr hohes Risiko besteht, dass auch diese belastet sind. Beispielsweise war ein Paar der ursprünglich getesteten Sandalen (FT-50, siehe Foto rechts) noch in neun weiteren Riemenfarben mit dem gleichen beanstandeten Fußbett beim selben Händler erhältlich, nur exakt die von Greenpeace getestete Riemenfarbe wurde von der Plattform entfernt.
Die Ergebnisse der Recherche verdeutlichen Sheins Untätigkeit: In 25 von 31 getesteten Produkten (81 Prozent) konnten gefährliche Chemikalien oberhalb der EU-Grenzwerte nachgewiesen werden – teils in extrem hohen Konzentrationen.
Die in dieser Recherche untersuchten Produkte und Produktlinien hätte Shein aufgrund der Hinweise von Greenpeace im November 2025 eigentlich konsequent von der Plattform nehmen müssen und höchstens nach sorgfältiger Prüfung wieder online stellen dürfen. Stattdessen hat Shein nur exakt die Produkte mit der beanstandeten Produktnummer entfernt –identische oder fast identische Produkte mit den gleichen gefährlichen Chemikalien sind immer noch erhältlich. So können EU-Konsument:innen weiterhin unkompliziert wahrscheinlich abertausende Produkte mit gefährlichen Chemikalien direkt nach Hause bestellen. Besonders perfide ist dabei: Da Shein eine Gesetzeslücke der EU-Regelungen ausnutzt, tragen die Konsument:innen am Ende selbst die Verantwortung für den Import der nicht gesetzeskonformen Produkte.
Dass weiterhin identische oder fast identische Produkte mit den gleichen gefährlichen Chemikalien auf der Plattform verfügbar sind, ist grob fahrlässig. Sheins Versprechungen, dass Produktsicherheit und die Einhaltung von EU-Vorschriften oberste Priorität hätten, sind substanzlos. Die Ergebnisse zeigen stattdessen: Hinweise zu gefährlichen Chemikalien in seinen Produkten werden bewusst ignoriert. Somit stellt Shein Profite klar über die Gesundheit von Menschen und den Schutz der Umwelt.

Identische Sandalen mit gleichem belasteten Fußbett (FT-50 + FT-50A + FT-50B).
Fast Fashion ist ein strukturelles Problem: Es gibt mehr als genug Kleidung für alle Menschen auf der Welt. Trotzdem überschwemmt die Fast-FashionIndustrie die Märkte mit Mengen, die den Bedarf der Weltbevölkerung um ein Vielfaches übersteigen. Durch Ausbeutung von Arbeiter:innen in den Produktionsländern entstehen billige Shirts, Pullis und Hosen, die dann oft gar nicht oder nur kurz getragen und wieder entsorgt werden – jede Sekunde schmeißen wir weltweit eine LKW-Ladung Kleidung weg.
Um den Fast-Fashion-Wahnsinn zu stoppen, fordert Greenpeace von der Bundesregierung ein Anti-FastFashion-Gesetz nach französischem Vorbild:
• Einführung einer Fast-Fashion-Abgabe, damit Hersteller endlich für die Schäden ihrer exzessiven Produktion Verantwortung übernehmen.
• Werbeverbot für Fast Fashion überall, auch auf Social Media, um das künstlich aufgeheizte Konsumklima abzukühlen.
• Förderung zirkulärer Geschäftsmodelle wie Second Hand, Tauschbörsen und Reparaturangeboten.
Frankreich hat mit seinem Gesetz gegen Fast Fashion einen wichtigen Schritt gemacht, Deutschland muss nachziehen – für eine echte textile Kreislaufwirtschaft mit weniger Müll, langlebiger und hochwertiger Kleidung sowie mehr Reparatur und Wiederverwendung.

Die EU-Regularien müssen dringend angepasst werden, damit Online-Plattformen wie Shein und Temu nicht länger geltendes EU-Recht umgehen können. Greenpeace fordert konkret:
• Anwendung des EU-Chemikalienrechts auf alle in der EU verkauften Produkte, auch von Online-Plattformen.
• Plattformen, die wiederholt gegen EU-Richtlinien verstoßen, müssen umgehend gesperrt und mit erheblichen Geldstrafen belegt werden.
• Plattformen müssen bei Verstößen nach EU-Recht haftbar sein.
Nur durch verbindliche gesetzliche Regelungen kann verhindert werden, dass gefährliche Chemikalien weiterhin unkontrolliert in die EU gelangen – und die Gesundheit von Verbraucher:innen und Umwelt weltweit gefährden.

Die Fashion-Industrie lagert ihr Müllproblem in Länder des Globalen Südens aus, wo Textilmüll die Umwelt verschmutzt und Menschen häufig unter gesundheitsgefährdenden Bedingungen arbeiten.
Mit über 363 Mio. Besucher:innen pro Monat ist Shein die meistbesuchte Modeplattform der Welt [1], in Deutschland ist der Online-Marktplatz inzwischen der zweitgrößte Mode-Onlinehändler [2]. Täglich veröffentlicht Shein tausende neue Designs – an Rekordtagen über 10.000 – und treibt den Fast Fashion-Wahnsinn damit auf die Spitze. Wie keine andere Plattform steht Shein für die Eskalation der ohnehin schon problematischen Fast FashionIndustrie. Die Preise sind künstlich niedrig, bezahlt wird mit Umweltzerstörung und Ausbeutung. Weltweit steht Shein dafür in der Kritik: Verkauf von gefährlichen und illegalen Produkten, schlechte Arbeitsbedingungen, massive Umweltbelastung, Greenwashing, Urheberrechtsverletzungen und manipulative Verkaufstaktiken [3], [4], [5]. Besonders bedenklich ist: Shein verkauft im großen Stil Produkte mit gefährlichen Chemikalien an EU-Kund:innen, die in der EU nicht verkauft werden dürfen [6], [7], [8].
Recherchen von Greenpeace haben bereits 2022 [9] und im November 2025 [8] gezeigt, dass SheinProdukte teilweise gefährliche Chemikalien über den EU-Grenzwerten enthalten. In der Recherche aus 2025 [8] konnte Greenpeace bei 18 von insgesamt 56 untersuchten Kleidungsstücken (32 Prozent) eine Überschreitung der EU-Chemikalienverordnung (REACH) nachweisen – teils in extrem hohen Konzentrationen. Auch andere Tests zeigen die Probleme

Probenvorbereitung im Labor des Bremer Umweltinstituts.
mit Shein-Produkten auf: Allein in den letzten sechs Monaten gab es unter anderem Untersuchungen von Stiftung Warentest [6], der österreichischen NGO Global 2000 [7] und vom französischen Zoll [10], die alle eine Vielzahl von Produkten identifiziert haben, die in der EU nicht verkauft werden dürfen.
Diese Tests zeigen, dass es sich bei den Gesetzesverstößen und Überschreitungen der Grenzwerte keinesfalls um Einzelfälle handelt. Shein ist als sehr große Online-Plattform nach dem Digital Services Act dazu verpflichtet, den Verkauf illegaler und gefährlicher Produkte auf seiner Plattform zu unterbinden und hat wiederholt versprochen, sein Chemikalienmanagement deutlich zu verbessern. Dennoch verkauft Shein weiterhin in großen Mengen Kleidungsstücke, die mit gefährlichen Chemikalien belastet sind. Diese Produkte stellen eine ernstzunehmende Gefahr dar. Mit dem Verkauf gefährdet Shein Menschen und Umwelt – in den Produktionsländern, der EU und den Ländern, in denen die Produkte entsorgt werden.
Mit dieser Recherche ist Greenpeace vier Wochen nach Veröffentlichung der Testergebnisse im November 2025 den Fragen nachgegangen: Wie reagiert Shein auf Hinweise zu gefährlichen Chemikalien in seinen Produkten? Werden ausführliche Maßnahmen ergriffen oder sind die Produkte, die in der vorigen Greenpeace-Recherche auffällig waren, noch immer und ebenso mit gefährlichen Chemikalien belastet auf der Plattform verfügbar?
Von 18 im vorherigen Test identifizierten Kleidungsstücken, die gefährliche Chemikalien oberhalb der EU-Grenzwerte beinhalteten, hat Greenpeace in 16 Fällen vergleichbare Produkte gefunden, zum Beispiel komplett identische oder identische Produkte in einer anderen Farbe bzw. in einer anderen Variante. Insgesamt haben wir 31 Produkte bestellt, die eine hohe Übereinstimmung mit den Referenzprodukten aus den Untersuchungen im November 2025 haben und bei denen wir deshalb gefährliche Chemikalien oberhalb der Grenzwerte vermuten. Diese Produkte wurden in einem zertifizierten, unabhängigen Labor in Deutschland erneut auf die gefährlichen Chemikalien analysiert.
Die Ergebnisse zeigen deutlich: Shein ignoriert externe Hinweise zu gefährlichen Chemikalien in seinen Produkten, anstatt diesen konsequent nachzugehen. Erneut hat Greenpeace in 25 von 31 getesteten Produkten (81 Prozent) gefährliche Chemikalien oberhalb der EU-Grenzwerte nachgewiesen – teils in extrem hohen Konzentrationen. Getestet wurden in diesem Fall nur Produkte, die Shein auf Grund der Hinweise von Greenpeace im November 2025 eigentlich konsequent von der Plattform hätte nehmen müssen und nur nach sorgfältiger Prüfung wieder hätte online stellen dürfen. Dass weiterhin identische oder fast identische Produkte mit den gleichen gefährlichen Chemikalien auf der Plattform verfügbar sind, ist grob fahrlässig. So stellen die bei Shein erhältlichen Kleidungsstücke weiterhin eine massive Gefahr für Menschen und Umwelt dar.
Unser Gesamtfazit lautet deshalb: Trotz konkreter Hinweise zu gefährlichen Chemikalien oberhalb der EU-Grenzwerte in seinen Produkten unternimmt Shein nur das absolute Minimum. Dass Shein diesen Hinweisen nicht konsequent nachgeht, zeigt erneut deutlich, dass Shein Profite über die Gesundheit von Menschen und den Schutz der Umwelt stellt. Weiterhin können wahrscheinlich abertausende Produkte mit gefährlichen Chemikalien unkompliziert von Konsument:innen auf der Plattform direkt nach Hause bestellt werden. Besonders perfide ist dabei: Da Shein eine Gesetzeslücke der EU-Regelungen ausnutzt, tragen die Konsument:innen am Ende selbst die Verantwortung für den Import der nicht gesetzeskonformen Produkte.
>>> Klicken Sie hier, um die Greenpeace-Recherche von 2025 zu lesen.
Im Jahr 2022 hat Greenpeace mit der Recherche „Mehr Shein als Sein” erstmals Kleidung von Shein auf gefährliche Chemikalien getestet. Das Ergebnis war besorgniserregend: In 7 von 47 Produkten wurden gefährliche Chemikalien oberhalb der gesetzlich erlaubten EU-Grenzwerte nachgewiesen [9]. Laut eigenen Aussagen habe Shein das Problem mit gefährlichen Chemikalien in seinen Produkten seitdem erkannt und daraufhin angekündigt, sein Chemikalienmanagement deutlich verbessern zu wollen, unter anderem durch: (i) Veröffentlichung einer „Manufacturing Restricted Substances List“ (MRSL), (ii) ausgeweitete interne Tests, (iii) und den Ausschluss nonkonformer Zulieferer [11]. Seitdem ist Shein weiter rasant gewachsen – und damit das Problem [12].
Denn eine erneute Greenpeace-Recherche im November 2025 mit dem Titel „Schäm dich, Shein” [8] hat gezeigt: Shein hat seine erklärten Absichten nie konsequent umgesetzt. Die Produkte von Shein enthalten noch immer gefährliche Chemikalien –teilweise deutlich über den EU-Grenzwerten: 18 von 56 Produkte (32 Prozent) haben die gesetzlich zulässigen EU-Chemikaliengrenzwerte überschritten. Insgesamt wurden fünf gefährliche Chemikalien oberhalb der Grenzwerte nachgewiesen: Sieben Jacken haben den PFAS-Grenzwert bis zum 3.300-Fachen überschritten und 14 Produkte, die die Phthalat-Grenzwerte überschritten, sechs davon um das hundertfache oder noch höher.

Auf gefährliche Chemikalien untersuchte SheinSchuhe.

Greenpeace-Experte Moritz Jäger-Roschko und Ulrike Siemer vom Bremer Umweltinstituts beim Vergleichen der Kleidungsstücke.
Auch andere Tests von verschiedener Seite zeigen immer wieder die Probleme mit Shein-Produkten. Allein in den vergangenen sechs Monaten gab es zahlreiche weitere Tests, die zeigen, dass Produktmängel und Verstöße von Shein Produkten gegen die EU-Richtlinien System haben:
• Oktober 2025: Stiftung Warentest testete 162 Produkte von Shein und Temu – 110 davon erfüllten die EU-Standards nicht [6].
• 05. November 2025: Die österreichische NGO Global 2000 untersucht 20 Kleidungsstücke von Shein und Temu auf gefährliche Chemikalien – 7 Produkte überschreiten die EU-Grenzwerte [7].
• 06. November 2025: Der französische Zoll fängt 200.000 Shein-Pakete am Flughafen Charles de Gaulle ab – 80 Prozent der getesteten Produkte entsprechen nicht der geltenden Gesetzgebung [10].
Nach der Veröffentlichung der Greenpeace-Testergebnisse im November 2025 erklärte Shein, dass ihnen die Sicherheit und die Konformität seiner Produkte sehr wichtig sei und sie betroffene Produkte von der Plattform entfernt hätten [13]. In einer Anhörung im EU-Parlament im Januar 2026 betonte eine hochrangige Shein Vertreterin erneut: „Das Vertrauen der Verbraucher, die Produktsicherheit
und die Einhaltung von [EU-]Vorschriften haben für Shein oberste Priorität.“ Hinweisen von Behörden und NGOs zu nicht gesetzeskonformen Produkten werde mithilfe eines umfassenden Systems nachgegangen. Diese Informationen würden in Vorabprüfungen integriert, um sicherzustellen, dass diese oder ähnliche Produkte nicht wieder inseriert werden könnten. Zudem würden Konsument:innen über nicht gesetzeskonforme Shein-Produkte oder Gefahren, die von diesen ausgingen, informiert [14].
Die Entwicklungen seit der Greenpeace-Recherche 2025 zeigen das Gegenteil: Entgegen dieser Aussagen ignoriert Shein Hinweise zu gefährlichen Chemikalien in seinen Produkten und den Gefahren, die durch diese ausgehen. Für keines der von Greenpeace zur Untersuchung gekauften, beanstandeten und schließlich von Shein von der Plattform entfernten Produkte haben Greenpeace-Testkäufer:innen einen entsprechenden Hinweis erhalten. Stattdessen waren viele der Produkte weiterhin in identischer oder sehr ähnlicher Form mit der gleichen Materialzusammensetzung und den gleichen gefährlichen Chemikalien erhältlich. Die Versprechungen von Shein erweisen sich also erneut als substanzlos.
In erneuten Recherchen zum Fast-FashionKonzern Shein hat Greenpeace herausgefunden: Shein ignoriert externe Hinweise zu gefährlichen Chemikalien in seinen Produkten, anstatt diesen konsequent nachzugehen. Die bei Shein auf der Plattform verfügbaren Kleidungsstücke enthalten weiterhin gefährliche Chemikalien über dem REACH-Grenzwert und stellen eine massive Gefahr für Menschen und Umwelt dar.
Im Dezember 2025, knapp vier Wochen nach der Veröffentlichung der ursprünglichen Rechercheergebnisse, hat Greenpeace 31 ausgewählte Kleidungsstücke (Anhang I) auf Sheins Online-Plattform in Deutschland erworben. Beim Kauf haben wir uns an den 18 Produkten orientiert, die in der vorigen Greenpeace-Recherche im Jahr 2025 auffällig waren, also in welchen gefährliche Chemikalien oberhalb der EU-Grenzwerte (REACH) festgestellt wurden.
Im ersten Schritt hat Greenpeace die Verfügbarkeit der 18 Produkte geprüft, die in der vorherigen Recherche 2025 die EU-Grenzwerte überschritten haben. Dabei wurde deutlich, dass weiterhin viele identische oder ähnliche Produkte auf der Online-Plattform von Shein angeboten werden. Für 15 der 18 Produkte, die in der vorherigen Untersuchung auffällig waren, wurden je zwei als ebenso bedenklich eingeschätzte Produkte bestellt. In der Regel wurden aber deutlich mehr Kleidungsstücke identifiziert, die nach Analyse des Aussehens und der Materialzusammensetzung als wahrscheinlich bedenklich gelten. Beispielsweise war ein Paar der ursprünglich getesteten Sandalen (FT-50, siehe S. 4) noch in neun weiteren Riemenfarben mit dem gleichen beanstandeten Fußbett

Fast identisch: Referenzprodukt FT-12 (Mitte) und neu getestete Produkte FT-12A (l) + FT-12B (r).
beim selben Händler erhältlich, nur exakt die von Greenpeace getestete Riemenfarbe wurde von der Plattform entfernt. Bei einem der 18 ursprünglichen Produkte, einer Jacke (FT-47, siehe S. 10), wurde nur ein entsprechendes Testprodukt für die Nachuntersuchung identifiziert. Nur in zwei der 18 Fälle konnten keine identischen oder ähnlichen Produkte für die Nachuntersuchung identifiziert werden. Von den 31 bestellten Produkten wurden insgesamt 18 bei denselben Händlern auf der Shein-Plattform gekauft, wie die Produkte in der vorherigen Untersuchung.
Die insgesamt 31 ausgewählten Kleidungsstücke wurden in je eine der folgenden Kategorien eingeordnet: identische Produkte mit gleicher Farbe (4), identisch mit anderer Farbe oder in anderer Variante (15), fast identische Produkte (hohe optische Übereinstimmung) (9) und ähnliche Produkte aus der gleichen Produktkategorie und dem gleichen Material (3).
Die Produkte wurden zur Untersuchung auf gefährliche Chemikalien an das Bremer Umweltinstitut geschickt – ein zertifiziertes und unabhängiges Labor. Im Labor wurden die Kleidungsstücke auf die gleichen gefährlichen Chemikalien getestet, die in den entsprechenden Produkten bei der vorherigen Recherche über den gesetzlichen Grenzwerten festgestellt wurden. Es wurden also Tests auf per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen (PFAS; insbesondere Fluortelomere), Phthalate, Schwermetalle (Cadmium und Blei) und flüchtige organische Verbindungen (Volatile Organic Compounds, VOCs) wie Formaldehyd, Dimethylformamid (DMF), Formamid und Dimethylacetamid durchgeführt. Die Kleidungsstücke wurden nach den gleichen Verfahren wie in der vorherigen Recherche getestet (Anhang II). Das heißt, aus verschiedenen Teilen der Kleidungsstücke wurden Proben entnommen und diese auf gefährliche Chemikalien untersucht. Überschreitet der Gehalt einer Chemikalie in einer Probe den geltenden REACHGrenzwert [15], gilt der betreffende Textilartikel als nicht REACH-konform. Weitere Einzelheiten zu den Testmethoden sind im angehängten Laborbericht (Anhang III) aufgeführt.

Referenzprodukt FT-47 und ähnliche Jacke (47B) aus der gleichen Produktkategorie, dem gleichen Material und vom gleichen Händler.
25 der insgesamt 31 (81 %) neu getesteten SheinKleidungsstücke weisen mindestens eine gefährliche Chemikalie in einer Konzentration auf, die die EU-REACH-Grenzwerte überschreitet. Das bedeutet, dass diese Kleidungsstücke in der EU nicht verkauft werden dürfen. Zu den gefährlichen Chemikalien, die über den Grenzwerten gefunden wurden, gehören:
• Phthalate: Der hormongiftige Weichmacher wurde in 18 der 22 getesteten Kleidungsstücke in einer Konzentration zwischen 1.140 und 70.000 mg/kg über dem REACH-Grenzwert nachgewiesen. Das entspricht Überschreitungen des REACHGrenzwerts um das 1,1- bis 70-Fache.
• PFAS: Die Ewigkeitschemikalien, die in Mensch und Umwelt kaum abbaubar sind, stehen im Verdacht, schwerwiegende Erkrankungen wie Krebs zu verursachen. In 9 der 11 getesteten Produkte wurden Konzentrationen zwischen 1,2 und 620 mg/kg festgestellt. Das entspricht Überschreitungen des REACHGrenzwerts um das 1,5- bis 3.115-Fache.
• Cadmium und Blei: Die giftigen Schwermetalle wurden ebenfalls in insgesamt 3 von 6 getesteten Produkten über den gesetzlichen Grenzwerten festgestellt. Die Konzentrationen liegen bei bis zu 126 mg/kg für Cadmium (1,3-Fach über dem REACH-Grenzwert) und 2.110 mg/kg für Blei (2,1-Fach über dem REACH-Grenzwert).
• VOCs: Giftige flüchtige organische Verbindungen, darunter Dimethylformamid (DMF), wurden in 1 von 2 Produkten gefunden. Es wurde eine 1,3-Fache Überschreitung des REACH-Grenzwerts festgestellt.
• Formaldehyd: Diese krebserregende VOCChemikalie wurde in 2 von 3 getesteten Produkten festgestellt, mit Überschreitungen des REACHGrenzwerts um das 2,1- und 8,7-Fache.

Referenzprodukt FT-42 (m) und identisches Produkt vom gleichen Händler FT-42A (l) + identisches Produkt in anderer Farbe und FT-42B (r).
Insgesamt überschreiten die gefährlichen Chemikalien in den getesteten Kleidungsstücken die EU-Grenzwerte für Textile um das 1,1- bis 3.115Fache. Das ist vergleichbar mit den Ergebnissen der vorherigen Greenpeace-Recherche 2025. Ähnlich wie in dieser Recherche gibt es die höchste Überschreitung der EU-Grenzwerte bei einem der PFAS-Ergebnisse. Dieser Wert wurde bei einer Jacke (FT-48B, siehe Anhang I) festgestellt, die im Design mit der Referenzjacke aus der vorherigen Recherche identisch ist, sich ausschließlich in der Farbe, jedoch nicht in der Materialzusammensetzung unterscheidet.
>>> Alle Werte sind im Laborbericht (Anhang III) nachlesbar.
Die Ergebnisse sind in der folgenden Übersicht zusammengefasst:
• Identisch mit gleicher Farbe (4): In 2 von 4 Produkten überschritten die PFAS-Ergebnisse den EU-Grenzwert für Textilien um das 558- und um das 1.250-Fache, in einem der Fälle gab es zudem eine 49-Fache Überschreitung des EU-Grenzwerts bei den Phthalate-Ergebnissen. Das Kleidungsstück, bei dem der PFAS-Grenzwert um das 1.250-Fache überschritten ist, stammt von demselben Händler auf der Shein-Plattform wie das identische Kleidungsstück aus der vorigen Recherche 2025. Beim dritten der vier Produkte ist der EU-Grenzwert für Phthalate um das 42-Fache überschritten.
• Identisch mit anderer Farbe oder in anderer Ausführung (15): 13 der 15 Produkte weisen mindestens je eine gefährliche Chemikalie in einer Konzentration auf, die über dem EU-Grenzwert liegt. Die Überschreitungen der EU-Grenzwerte liegen insgesamt zwischen dem 1,3-Fachen (DMF & Cadmium) und dem 3.115-Fachen (PFAS). Die in den jeweiligen Kleidungsstücken
festgestellten Chemikalien und die entsprechenden Überschreitungen der REACH-Grenzwerte stimmen im Allgemeinen mit den Ergebnissen der Referenzprodukte aus der vorherigen Recherche 2025 überein.
• Fast identisch (9): In 7 von 9 Produkten wurden PFAS und Phthalate über den EU-Grenzwerten nachgewiesen, teilweise bis zum 146-Fachen (PFAS) beziehungsweise bis zum 67-Fachen (Phthalate). Auch die Vergleichsprodukte aus der vorherigen
Recherche 2025 überschritten die EU-Grenzwerte für diese Chemikalien; insbesondere die PFASWerte waren um ein Vielfaches höher.
• Ähnliche Produkte (gleiche Produktkategorie) (3): 2 der 3 Produkte weisen Konzentrationen von PFAS und Phthalaten auf, die über den EU-Grenzwerten liegen, wie dies auch bei den Referenzprodukten der Fall war. Die PFAS-Werte überschreiten die EU-Grenzwerte um das bis zu 1.315-Fache und die Werte der Phthalate um das bis zu 22-Fache.
Gefährliche Chemikalien in den getesteten Textilien
• Phthalate: Werden als Weichmacher eingesetzt, um die Flexibilität und Weichheit von Textilien zu verstärken [16]. Phthalate sind giftig für Menschen und die Umwelt: Sie können das Hormonsystem stören sowie Wachstum, Fruchtbarkeit und die gesunde Entwicklung von Kindern beeinträchtigen. Ähnliche toxische Effekte haben Phthalate auf Wasserorganismen mit langfristigen Auswirkungen auf die biologische Vielfalt [17].
• PFAS: Werden in Textilien (insbesondere in Outdoor-Produkten) verwendet, um diese wasser-, öl- und schmutzabweisend zu machen [18]. PFAS sind extrem langlebig und mobil in der Umwelt, bauen sich nur schwer ab und können sich mit der Zeit zu toxischen Konzentrationen in der Umwelt anreichern. Sie belasten Grundwasser, Flüsse und Meere [19]. Einige PFAS reichern sich im menschlichen Körper an und stehen im Verdacht, krebserregend zu sein, darüber hinaus beeinträchtigen sie das Hormon- und Immunsystem, Leberfunktionen und die Fortpflanzungsfähigkeit sowie das Wachstum von Kindern [17].
• Schwermetalle: Dazu zählen Blei, Cadmium, Nickel und Antimon, die als Bestandteile von Farbstoffen und Fixiermitteln zur Erhöhung der Farbbeständigkeit eingesetzt werden [20].
Blei (Pb): Blei ist besonders für Kinder sehr gefährlich. Es kann die Gehirnentwicklung beeinträchtigen, den IQ senken und Verhalten stören sowie Anämie, Wachstumsverzögerungen und Nierenschäden verursachen; außerdem den normalen Hormonhaushalt stören und die Funktion der Schilddrüse, der Nebennieren und der Fortpflanzungsorgane beeinträchtigen.
Cadmium (Cd): Cadmium ist krebserregend und kann wichtige Organe wie Nieren, Lunge, Leber, Nerven- und Herz-Kreislauf-System sowie Knochen beeinträchtigen, außerdem die Fortpflanzungsfähigkeit und das Geburtsgewicht verringern.
Neben der Gefahr für den Menschen sind diese Schwermetalle auch giftig für Wasserorganismen, reichern sich in der Nahrungskette an, beeinträchtigen Organe, stören physiologische und hormonelle Funktionen und beeinträchtigen Wachstum sowie Fortpflanzung der Wasserorganismen [17].
• Flüchtige organische Verbindungen (VOCs) – Dimethylformamid (DMF) und Formamid: Teilweise natürlichen Ursprungs, teilweise in Gebrauchsgegenständen des täglichen Bedarfs enthalten. Sie sind aus Lösungsmitteln in Farbstoffen, Beschichtungs- und Veredelungsmitteln, die bei der Textilherstellung verwendet werden [21]. DMF und Formamid können das ungeborene Kind schädigen und Haut-, Augen- sowie Atemwegsreizungen verursachen. Langfristige Expositionen können zu Organschäden und in einigen Fällen sogar zu Krebs führen [17].
• Formaldehyd: Formaldehyd wird als Ausrüstungsmittel für Knitterfreiheit und Formstabilität bei der Herstellung von Textilien verwendet [22]. Formaldehyd verursacht DNA-Schäden, die zu Krebs und Erbkrankheiten führen können. Die Chemikalie ist außerdem haut-, augen- und atemwegsreizend [17].
Jedes Jahr produziert die Modeindustrie weltweit schätzungsweise 180 Mrd. Kleidungsstücke [23], davon werden 10-40 Prozent unverkauft vernichtet [24]. Gleichzeitig werden viele der gekauften Kleidungsstücke oft nur wenige Male getragen, bevor sie auf dem Müll landen. In Deutschland wird ein Drittel der Kleidung in den Schränken selten oder gar nicht getragen, das sind insgesamt etwa zwei Milliarden Teile [25]. Kleidung, die kaum getragen und schnell aussortiert wird, zeigt ein zentrales Problem der Modeindustrie: Zu viele Kollektionen werden zu schnell produziert. Jedes Jahr entstehen so viel mehr Kleidungsstücke, als die Menschen weltweit je tragen könnten.
Dafür verantwortlich ist das zerstörerische FastFashion-System, dessen Geschäftsmodell auf drei Grundsätzen basiert: 1. hohe Geschwindigkeit, 2. niedrige Preise und 3. kurze Modezyklen.
Den wahren Preis für die kurzlebige Mode zahlen Menschen und Umwelt. Die günstigen Preise können nur durch schlechte Qualität und rücksichtslose Ausbeutung erzielt werden. Die Kombination aus schlechter Qualität und ständig neuen Designs sorgt dafür, dass die Kleidung zu Wegwerfartikeln wird, Kleidermüllberge ganze Landschaften im globalen Süden vermüllen und die in der Kleidung enthaltenen Chemikalien die Gesundheit der Menschen gefährden sowie die Umwelt belasten. Statt Verantwortung zu übernehmen und Lösungen zu liefern, zerstören Fast-Fashion-Konzerne mit ihrem Geschäftsmodell die Umwelt und heizen die Klimakrise weiter an [26], [27], [28].
Der Fast-Fashion-Gigant Shein treibt als Hersteller und Online-Plattform zugleich das System auf die Spitze. Auf der einen Seite fungiert Shein selbst als Modehändler und bietet extrem günstige Mode in
Hypergeschwindigkeit an. Möglich wird das durch digitale Echtzeit-Überwachung von Trends, geklaute und KI-generierte Designs und ein engmaschiges Netz an Zuliefererfabriken in China, in denen NGOBerichten zufolge Arbeiter:innen bei menschenunwürdigen Bedingungen und unter massivem Druck Kleidung produzieren [28], [29].
Seit 2023 ist Shein aber auch Online-Plattform für Mode, Kosmetik und andere Produkte. Als Plattform ist Shein verantwortlich für die App, die Webseite, Logistik und Marketing. Mit 363 Millionen Besuchen pro Monat ist Shein.com die meistbesuchte ModeWebsite der Welt – mehr als Nike, Myntra und H&M zusammen [1]. Vor allem in den sozialen Medien, insbesondere auf TikTok und Instagram, hat Shein eine starke Präsenz – die Hauptzielgruppe ist Gen Z. Shein setzt auf User-generierte Inhalte, arbeitet aber auch mit tausenden von Influencer:innen zusammen, die Shein Kleidung bewerben und mit Rabattcodes zum Kaufen animieren [30]. Auf ihrer App und Webseite manipulieren sie mit „Dark Pattern“ gezielt Konsument:innen: Scheinrabatte, niedrige Bestandsangaben und Countdown-Uhren erzeugen künstlichen Kaufdruck [31]. Kombiniert mit den ohnehin schon günstigen Preisen auf Kosten von Mensch und Umwelt schafft Shein mit diesen und anderen Taktiken bewusst künstliche Kaufanreize, die den Überkonsum immer weiter anheizen.
Aufgrund der Unternehmensgröße und dem Einfluss, der von solchen Plattformen ausgeht, wird Shein von der EU als besonders große Online-Plattform (VLOP) eingeordnet und unterliegt somit besonderen Regelungen [32]. Nach dem Digital Services Act (DSA) der EU muss Shein folgende Verpflichtungen erfüllen, um den Verkauf illegaler und gefährlicher Ware zu unterbinden [33]:
• Risikobewertung und -minderung: Als VLOP ist Shein dazu verpflichtet, systematische Risiken zu analysieren, die von seinen Diensten ausgehen und korrespondierende Maßnahmen zur Risikominderung vorzunehmen. Dazu gehören auch
Maßnahmen, um das Inverkehrbringen illegaler Produkte (z. B. Textilien, die gegen die REACHVerordnung verstoßen) zu unterbinden.
• Sorgfaltspflichten bei der Produktüberwachung: VLOPs müssen angemessene und verhältnismäßige Maßnahmen ergreifen, um den Verkauf illegaler Waren zu verhindern. Die Praxis, nur gemeldete Produktnummern von der Plattform zu entfernen, anstatt auch ähnliche Produkte, z. B. Produkte aus der gleichen Linie in anderer Farbe zu untersuchen, steht im Widerspruch zu der geforderten Risikominderung.
• Rückverfolgbarkeit von Händlern: VLOPs müssen sicherstellen, dass nur Händler auf ihrer Plattform zugelassen werden, deren Identität geprüft wurde.
Wiederholte Untersuchungen haben bereits klar aufgezeigt [6], [7], [8], dass Shein Produkte mit gefährlichen Chemikalien teilweise weit oberhalb der EU-Grenzwerte verkauft. Und wie die aktuelle Greenpeace-Recherche nun aufzeigt, geht Shein nicht einmal konkreten Hinweisen zu Gefahren durch seine Produkte konsequent nach. Sheins aktuelles Vorgehen ist lediglich reaktives und oberflächliches Symptom-Management: Betroffene Produkte mit der exakten Produktnummer wurden zwar von der Plattform entfernt, identische Produkte mit anderen
Produktnummern, in anderen Farben, ebenso wie leicht abweichende Produkte in gleicher Materialzusammensetzung wurden jedoch wieder hochgeladen oder blieben sogar ganz online.
Mit diesem Vorgehen verstößt Shein nicht nur die Verpflichtungen nach dem Digital Services Act und der REACH-Verordnung, sondern handelt Konsument:innen gegenüber grob fahrlässig. Damit macht Shein deutlich, dass seine Versprechen zur Priorisierung von Produktsicherheit und der Einhaltung von Vorschriften keine Substanz haben. Indem Shein noch immer im großen Stil Produkte mit gefährlichen Chemikalien verkauft, priorisieren sie klar Profite vor der Sicherheit von Mensch und dem Schutz der Umwelt.
Das Besondere an Plattformen wie Shein und Temu ist, dass es keine Zwischenhändler oder Lagerstandorte in der EU wie bei anderen Online-Plattformen mehr gibt. „Direct to consumer” nennt sich diese Vertriebsart. Die Konsument:innen


Textilabfälle, zum großen Teil aus Plastik, an den Ufern von Accra in Ghana.
bestellen über die Shein-Webseite direkt bei den Produzent:innen, die fast ausschließlich in China sitzen und bekommen die Pakete per Luftpost direkt nach Hause geliefert. Dieses Geschäftsmodell ist seit einigen Jahren bei Konsument:innen in der EU extrem beliebt, weshalb die Zahl der Kleinsendungen in die EU geradezu explodiert ist: 2024 wurden 4,6 Milliarden Päckchen in die EU geliefert, 145 Päckchen pro Sekunde – 91 Prozent davon aus China, der Großteil stammte von Shein und Temu [34], [35].
Die aktuellen EU-Gesetze, wie die REACH-Verordnung oder EU-Importbestimmungen, sind auf diese Art von Geschäftsmodellen nicht vorbereitet. Sie gehen noch immer von verantwortlichen Zwischenhändlern mit Sitz in der EU aus. So nutzen Shein und Temu die 150€-Zollfreigrenze systematisch aus, ebenso wie ein weiteres Schlupfloch im EU-Chemikalienrecht (REACH), womit sie Menschen und Umwelt gefährden: Da es keine Zwischenhändler mehr gibt, werden die Konsument:innen zu Importierenden und müssen vor dem Kauf eigentlich selbst sicherstellen, dass die von ihnen gekauften Produkte den EU-Gesetzen wie der REACH-Verordnung
entsprechen und keine gefährlichen Chemikalien enthalten. Da Shein die Produkte nicht selbst in die EU importiert, hat Shein diese Verpflichtung auf seine Konsument:innen abgewälzt und muss keine Konsequenzen fürchten, wenn seine Produkte nicht den REACH-Regularien entsprechen. So gelangen in großen Mengen Textilien auf den EU-Markt, die hier eigentlich verboten sind – und Konsument:innen bringen sich selbst und die Umwelt unwissentlich in Gefahr.
Diese Greenpeace-Recherche zeigt noch einmal deutlich: Viele Shein-Produkte enthalten gefährliche Chemikalien oberhalb der EU-Grenzwerte. Außerdem zeigt sie, dass Shein keine konsequenten Maßnahmen ergriffen hat, um Produkte oder Produktlinien, die gegen Vorschriften verstoßen, von der Plattform zu entfernen. Stattdessen nutzt Shein Schlupflöcher ganz bewusst aus und umgeht Verpflichtungen des EU-Chemikalienrechts. Deshalb ist es zwingend notwendig, dass die EU dieses Schlupfloch schließt und Shein zwingt, die volle Verantwortung zu übernehmen.
Um das zerstörerische Fast-Fashion-System und das fahrlässige Vorgehen von Plattformen wie Shein zu stoppen, braucht es klare gesetzliche Vorgaben – diese Recherche und die Erfahrung [36] aus vergangenen Untersuchungen zeigen: Freiwillige Selbstverpflichtungen reichen nicht aus. Deshalb haben die EU und Frankreich mit drei wichtigen Regulierungen erste Schritte gesetzt:
Die EU-Chemikalienverordnung REACH ist das Herzstück des europäischen Umwelt- und Verbraucherschutzrechts. Sie verpflichtet Unternehmen, Chemikalien zu registrieren, zu prüfen und gefährliche Stoffe in Produkten zu ersetzen. Für Kleidung heißt das: keine krebserregenden Farbstoffe, keine hormonwirksamen Weichmacher, keine hochgiftigen „Ewigkeitschemikalien“. Greenpeace hat sich von Anfang an für ein starkes EU-Chemikalienrecht eingesetzt, weil es Hersteller in die Verantwortung zwingt. Doch die Regulierung ist veraltet und greift bei modernen Vertriebsarten wie die von großen Plattformen nicht: „Direct to Consumer”-Geschäftsmodelle können Produkte direkt aus aus nicht EU-Ländern wie China an europäische Kund:innen liefern – ohne REACHPrüfung und ohne Zollkontrolle. Juristisch liegt die Verantwortung damit bei den einzelnen Käufer:innen. So gelangen Textilien auf den EU-Markt, die hier eigentlich verboten sind. Dieses Schlupfloch muss seitens der EU dringend geschlossen werden.
Frankreich bereitet als erstes Land weltweit ein Anti-Fast-Fashion-Gesetz vor. Beinhalten soll es eine Fast-Fashion-Abgabe bis zu 5€ (ab 2030 10€) und ein Werbeverbot für Kleidung, die besonders umweltschädlich oder kurzlebig ist. Ursprünglich sollte das Gesetz für die gesamte Branche gelten, doch nach massivem Lobbydruck beschränkt es sich zunächst auf Ultra-Fast-Fashion-Plattformen wie Shein, Temu und AliExpress [37]. Trotzdem ist es ein Meilenstein: Zum ersten Mal will eine Regierung durch Gesetze das Geschäftsmodell Fast Fashion bremsen – ein Vorbild für andere Länder.
Am 16.10.2025 ist die Novelle der EU-Abfallrahmenrichtlinie in Kraft getreten. Mit dieser hat die EU erstmals eine Pflicht zur erweiterten

Anti-Fast-Fashion-Protest in Jamestown, einer Fischereistadt in Accra, in der Textilmüll im Meer ein massives Problem für Menschen und Umwelt darstellt.
Herstellerverantwortung (EPR) für Textilien geschaffen. Demnach sind ab April 2028 Hersteller nach der Entsorgung ihrer Bekleidungsprodukte für diese verantwortlich und müssen für Sammlung, Sortierung und Verwertung aufkommen. Bezahlt wird dies durch die Beiträge, die die Hersteller in das EPR-System einzahlen, wenn sie Textilien auf den Markt bringen. Diese Beiträge werden so gestaffelt sein, dass ein nachhaltiges Design bevorzugt wird. Die genauen Kriterien für die Staffelung müssen jedoch noch erarbeitet werden. Bis Juni 2027 sind die EU-Mitgliedstaaten verpflichtet, die Abfallrahmenrichtlinie national umzusetzen. Die EPR-Textil ist ein wichtiger erster Schritt, um die Sammlung und Entsorgung von Textilmüll zu finanzieren und bei korrekter Umsetzung der EU-Richtlinie Anreize für ein nachhaltigeres Design zu schaffen. Doch das Kernproblem von Fast Fashion, der Überkonsum, wird mit der EPR nicht ausreichend adressiert.
Damit der zerstörerische Trend der Wegwerfmode endlich aufhört und die Verursacher von Umweltverschmutzung, Müllbergen, Klimakrise und sozialer Ausbeutung auch wirklich in die Verantwortung genommen werden, braucht es ein deutsches Anti-Fast-Fashion-Gesetz. Konkret bedeutet das:
> Einführung einer Fast-Fashion-Abgabe, damit Hersteller endlich für die Schäden ihrer exzessiven Produktion Verantwortung übernehmen.
> Werbeverbot für Fast Fashion überall, auch auf Social Media, um das künstlich aufgeheizte Konsumklima abzukühlen.
> Förderung zirkulärer Geschäftsmodelle wie Second Hand, Tauschbörsen und Reparaturangebote.
Frankreich hat mit seinem Gesetz gegen Fast Fashion einen wichtigen Schritt gemacht, Deutschland muss nachziehen – für eine echte textile Kreislaufwirtschaft mit weniger Müll, langlebiger und hochwertiger Kleidung sowie mehr Reparatur und Wiederverwendung.
>>> Klicken Sie hier, um das Greenpeace-Rechtsgutachten zum Anti-FastFashion-Gesetz zu lesen.
Die veralteten EU-Regularien müssen dringend angepasst werden, damit Online-Plattformen wie Shein und Temu nicht länger geltendes EU-Recht umgehen können. Greenpeace fordert konkret:
> Anwendung des EU-Chemikalienrechts auf alle in der EU verkauften Produkte, auch von Online-Plattformen.
> Plattformen, die wiederholt gegen EU-Richtlinien verstoßen , müssen umgehend gesperrt und mit erheblichen Geldstrafen belegt werden.
> Plattformen müssen bei Verstößen nach EU-Recht haftbar sein.
Nur verbindliche gesetzliche Regelungen können verhindern, dass gefährliche Chemikalien weiterhin unkontrolliert in die EU gelangen – und die Gesundheit von Verbraucher:innen und Umwelt weltweit gefährden.
>>> Weitere Infos zur Kampagne finden Sie hier.
Product ID, Picture & Shein SKU Product
FT - 03 (Reference product 2025 test)

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FT - 03A

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FT - 03B

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Shoe Girls' Flower Clogs Fantastic Clogs
Chemical quantified/ detected Exceedance of REACH
VOCs (+) & Phthalate (DBP, DEHP, DEHtP)
Identical product but a different version (other pins)
Identical product but a different version (other pins)
Girls' Flower Clogs Fantastic Clogs
Phthalate (DEHtP)
Phthalate: DBP (55x)
Flower Clogs Fantastic Clogs
Phthalate (DEHtP)
Product ID, Picture & Shein SKU Product
- 05 (Reference product 2025 test)

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Shoe
Identical product
Men's Criss-Cross Slide Sandals Qianlixingxieye
Identical product but a different version (other colour)
Men's Criss-Cross Slide Sandals Zudong
Phthalate (DBP, DEHP, DEHtP); PAH & VOCs (+, DMF)
Men's Criss-Cross Slide Sandals Gosuban
Phthalate (DEHP, DINP, DEHtP)
Phthalate: DBP (4.2x) & DEHP (39x)
Phthalate (DEHP, DEHtP)
Phthalate: DEHP (42x)
Phthalate: DEHP (65x)
Product ID, Picture & Shein SKU Product
FT - 06 (Reference product 2025 test)

Shoe
Women's Rain Shoes
Fashionista's Footwear Closet Phthalate (DBP, DEHP)
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- 06A

SKU: sx25101223313110610
FT - 06B

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Identical product
Women's Rain Shoes
JIAYAN MAOYI
Phthalate: DBP (71x)
Phthalate (DEHP, DEHtP) –
Identical product but a different version (other colour)
Women's Rain Shoes
JIAYANMAOYI
Phthalate (DBP, DEHtP)
Phthalate: DBP (49x)
Product ID, Picture & Shein SKU
- 09 (Reference product 2025 test)

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- 09A

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- 09B

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Shoe Women's Flat Slip-On Sandals TZLOU
Almost identical product Women's Flat Slip-On Sandals YAERNZU
Heavy metals (Cd, Pb) & Phthalate (DBP, DEHP, DEHtP, DIP, DnDP)
Phthalate: DEHP (28x), DINP (1.5x)
Heavy metals (Cd, Pb); Phthalate (DBP, DEHP, DIBP, DINP, DEHtP)
Phthalate: DEHP (24x), DBP (2.3x), Sum (26.4x)
Almost identical product Women's Flat Slip-On Sandals Glam Galore Phthalate (DBP) –
Product ID, Picture & Shein SKU Product
FT - 10 (Reference product 2025 test)

SKU: sx2407298863657451
FT - 10A

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- 10B

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Shoe
Almost identical product
Women's Plus Size Short Snow Boots
Anfan Shoe
Phthalate (DBP, DEHP, DEHtP, DEP) & VOCs (+, DMF)
Identical product but a different version (other colour)
Women's Plus Size Short Snow Boots
Lyle womens shoes
Women's Plus Size Short Snow Boots dsvszbszd
VOCs (DMF); Phthalate (DBP, DIBP)
Phthalate: DBP (134x) und VOC: DMF (1.1x)
VOCs (DMF & Formamide); Phthalate (DBP, DIBP)
Phthalate: DBP (25x), DIBP (25x), Sum (50x)
DMF (1.3x); Phthalate: DBP (38x), Sum (38.5x)
Product ID, Picture & Shein SKU
FT - 12 (Reference product 2025 test)

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FT - 12A

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FT - 12B

SKU: sm25040663334258031
Shoe
Almost identical product
Men's Lightweight Running Sneakers
JUNTAIXIEYE
Almost identical product
Men's Lightweight Running Sneakers
JUNTAIXIEYE
Phthalate (DBP, DEHP, DEHtP) & VOCs (+)
Phthalate: DBP (5x), DEHP (110x)
Men's Lightweight Running Sneakers JUNTAIXIEYE
Phthalate (DBP, DEHP, DIBP, DEHtP)
Phthalate: DBP (4.9x), DEHP (62x), Sum (67x)
Phthalate (DBP, DEHP, DEHtP)
Phthalate: DEHP (24x), Sum (24.7x)
Product ID, Picture & Shein SKU Product
FT - 27 (Reference product 2025 test)

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- 27A

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- 27B

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Dress
Identical product but a different version (other colour)
Girls' Mesh
Mermaid Dress & Headband Set
Maple Formaldehyde
Identical product but a different version (other colour)
Girls' Mesh
Mermaid Dress & Headband Set Sweet Maple Formaldehyde
dehyde: (3.5x)
Girls' Mesh
Mermaid Dress & Headband Set
Product ID, Picture & Shein
- 36 (Reference product 2025 test)

SKU: sx2309025137536549
- 36A

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- 36B

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Shoe
Identical product but a different version (other colour)
Women's Platform
Mary Jane Heels
Almost identical product
Women's Platform
Mary Jane Heels
Xueying
Women's Platform
Mary Jane Heels
Xueying
Heavy metal (Cd); Phthalates (DBP, DEHP, DEHtP) & VOCs (+)
Xueying
Heavy metal (Cd & Pb); Phthalate (DEHP, DEHtP)
Heavy metal: Cd (1.2x) & Phthalate: DBP (1.1x), DEHP (110x)
Heavy metal (Cd & Pb); Phthalate (DBP, DEHP, DEHtP, DMP)
Heavy metal: Cd (1.3x), Pb (2.1x); Phthalate: DEHP (70x), Sum (70x)
Phthalate: DBP (6.3x) DEHP (28x), sum (34.3x)
Product ID, Picture & Shein SKU Product Category
FT - 38 (Reference product 2025 test)

SKU: sx2309025137536549
FT - 38A

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FT - 38B

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Jacket
Girls' Unicorn Fluffy Hooded Jacket Shein Everyday Kids
Heavy metals (Sb) & PFAS (8:2FTOH, 10:2FTOH)
PFAS: ∑8:2
FTOH, 10:2 FTOH (1.8x)
Almost identical product
Girls' Unicorn Fluffy Hooded Jacket Mi Dingniu
Similar product from the same product category and material Girls' Unicorn Fluffy Hooded Jacket SHEIN Everyday Kids – –
Product ID, Picture & Shein
FT - 41 (Reference product 2025 test)

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FT - 41A

SKU: st25070552662652662
FT - 41B

SKU: st2408116209702263
Jacket Women's Hooded Softshell Jacket bomai
Identical product Women's Hooded Softshell Jacket SS Yan YU
PFAS (6:2 FTOH, 8:2 FTOH, 10:2 FTOH) & Phthalate (DBP, DEHP, DEHtP)
PFAS: ∑8:2 FTOH, 10:2 FTOH (634x) & Phthalate: DBP (1.1x), DEHP (120x)
Similar product from the same product category and material Women's Hooded Softshell Jacket bomai
PFAS (6:2 FTOH, 8:2 FTOH, 10:2 FTOH) & Phthalate (DBP, DEHP, DEHtP)
PFAS: 6:2 FTOH (1.2x)*; ∑8:2 FTOH, 10:2 FTOH (558x) & Phthalate: DEHP (49x), sum (49.3x)
PFAS ( 8:2 FTOH, 10:2 FTOH) & Phthalate (DEHP, DBP, DIBP, DINP, DEHtP, DMP, DEP)
PFAS: ∑8:2 FTOH, 10:2 FTOH ( 13x) & Phthalate: DEHP (14x) DBP (8x), sum (22.1x)
Product ID, Picture & Shein SKU
FT - 42 (Reference product 2025 test)

SKU: st2309208171191818
FT - 42A

SKU: st2309208171136161
FT - 42B

SKU: st2410216893828323
Jacket Women's Outdoor Windproof Jacket QZZR
PFAS (6:2FTOH, 8:2FTOH, 10:2FTOH)
Identical product Jacket QZZR
PFAS (6:2 FTOH, 8:2 FTOH, 10:2 FTOH)
PFAS: ∑8:2 FTOH, 10:2 FTOH (519x)
IIdentical product but a different version (other colour, padded) Jacket Manfinity Sport Corelite
PFAS (6:2 FTOH, 8:2 FTOH, 10:2 FTOH); Phthalate (DEHP, DEHtP)
PFAS: 6:2 FTOH (3.6x); ∑8:2 FTOH, 10:2 FTOH (1250x)
PFAS: 6:2 FTOH (2.7x)*; ∑8:2 FTOH, 10:2 FTOH (1031x); Phthalate: DEHP (3.2x), Sum (3.2x)
Product ID, Picture & Shein SKU
FT - 43 (Reference product 2025 test)

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FT - 43A

SKU: st2411122912977815
FT - 43B

SKU: st25101035352340474
Jacket
Almost identical product
Women's Casual Hooded Rain Jacket In my Nature
PFAS (PFOA, 6:2FTOH, 8:2FTOH, 10:2FTOH)
Almost identical product
Women's Casual Hooded Rain Jacket In my Nature
PFAS (6:2 FTOH, 8:2 FTOH, 10:2 FTOH)
PFAS: 6:2 FTOH (7.6x) & PFAS: ∑8:2 FTOH, 10:2 FTOH (3269x)
PFAS: ∑8:2 FTOH, 10:2 FTOH (146x)
Women's Casual Hooded Rain Jacket In my Nature
PFAS (8:2 FTOH, 10:2 FTOH)
PFAS: ∑8:2 FTOH, 10:2 FTOH (1.5x)
Product ID, Picture & Shein SKU Product
45 (Reference product 2025 test)

SKU: sm2410191710927828

SKU: st25092248384327037

SKU: sm2410191710948816
Jacket
Identical product but a different version (other colour)
Men's Thermal Waterproof Motorcycle Jacket GSUE
Identical product but a different version (other colour)
Men's Thermal Waterproof Motorcycle Jacket Xinghou
Phthalates (DEHP, DEHtP) & VOCs (+)
Phthalate: DEHP (200x)
Men's Thermal Waterproof Motorcycle Jacket GSUE
Phthalate (DEHP, DBP, DEHtP)
Phthalate: DEHP (32x), Sum (32.5x)
Phthalate (DEHP, DBP, DEHtP)
Phthalate: DEHP (35x), DBP (5.4x), Sum (40.4x)
Product ID, Picture & Shein SKU Product
FT - 47 (Reference product 2025 test)

SKU: st2501025550510174
FT - 47B

SKU: st2309208171191818
Jacket Women's Shiny Thermal Winter Coat
Shein Clasi
Similar product from the same product category and material Women's Shiny Thermal Winter Coat
Shein Clasi
Heavy metal (Sb); VOCs (+); Phthalate (DEHP, DEHtP); PFAS (8:2FTOH, 10:2FTOH) & Formaldehyde
Phthalate: DEHP (7.2x) & PFAS: ∑8:2 FTOH, 10:2 FTOH (1.8x)
Formaldehyde; PFAS (6:2 FTOH, 8:2 FTOH, 10:2 FTOH); Phthalate (DEHP, DEHtP, DBP)
PFAS: 6:2 FTOH (1.2x)*; ∑8:2 FTOH, 10:2 FTOH (1315x); Phthalate: DEHP (2.3x), Sum (2.5x)
Product ID, Picture & Shein
FT - 48 (Reference product 2025 test)

SKU: st2410243521722842
- 48A

SKU: st2403092232230022
- 48B

SKU: st25060639672236135
Jacket
Identical product but a different version (other colour)
Women's Casual Hooded Hiking Jacket
Identical product but a different version (other colour)
Women's Casual Hooded Hiking Jacket
In my Nature
PFAS (4.2 FTOH, 6:2FTOH, 8:2FTOH, 10:2FTOH)
PFAS: 6:2 FTOH (140x) & ∑8:2 FTOH, 10:2 FTOH (3.8x)
Women's Casual Hooded Hiking Jacket
In my Nature
PFAS (6:2 FTOH, 8:2 FTOH, 10:2 FTOH)
In my Nature
Formaldehyde; PFAS (6:2 FTOH, 8:2 FTOH, 10:2 FTOH)
PFAS: 6:2 FTOH (5.2x)*; ∑8:2 FTOH, 10:2 FTOH (1500x)
PFAS: 6:2 FTOH (9.2x)*; ∑8:2 FTOH, 10:2 FTOH (3115x)
Product ID, Picture & Shein
FT - 50 (Reference product 2025 test)

SKU: sx2404042379710014
FT - 50A

SKU: sx2404042379724704
- 50B

SKU: sx2404042379788455
Shoe
Identical product but a different version (other colour)
Women's Leopard Platform Beach Slides TZCJ
Heavy metal (Sb, Pb); PAH, Phthalate (DBP, DEHP, DEHtP, DINP) & VOCs (+)
Heavy metal: Pb (2.8x) & Phthalate: DBP (19x), DEHP (33x), DINP (1.4x)
Identical product but a different version (other colour)
Women's Leopard Platform Beach Slides TZCJ
Heavy metal (Cd, Pb); Phthalate (DEHP, DBP, DEHtP)
Women's Leopard Platform Beach Slides TZCJ
Heavy metal (Cd, Pb); Phthalate (DEHP, DBP, DEHtP)
Heavy metal: Pb (1.4x); Phthalate:
DEHP (18x)
DBP (21x), Sum (39x)
Heavy metal: Pb (1.7x); Phthalate: DEHP (13x)
DBP (48x), Sum (61x)
Abbreviations: SKU (Stock Keeping Unit) und PAH (Polycyclic aromatic hydrocarbons); VOCs (Volatile organic compounds), DMF (N,N-Dimethylformamide), PFAS (Per- and polyfluoroalkyl substances), DBP (Dibutylphthalate), DEHP (Diethylhexyl phthalate), DEHtP (Di-(2-ethylhexyl) terephthalate), DEP (Diethylphthalate), DINP (Di-iso-butylphthalate), DMP (Dimethyl phthalate), FTOH (Fluorotelomer Alcohol), 6:2FTOH (6:2 fluorotelomer alcohol), 8:2FTOH (8:2 fluorotelomer alcohol), 10:2FTOH (10:2 fluorotelomer alcohol), Pb (Lead), Cd (Cadmium), *6:2 FTOH: REACH Threshold of 1 mg/kg applies from October 2026.
REACH-regulierte Chemikalien, die getestet wurden, und verwendete Standardtestverfahren.
Chemikalien
Formaldehyd
Messverfahren / Norm
DIN EN ISO 14184-1:2011-12
VOC Screening PAW 078:2023-05
Per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen (PFAS) einschl. Fluortelomeralkohole (FTOH)
Schwermetall (Säureaufschluss): Blei und Cadmium
Phthalat
DIN EN 17681-1:2025-06
DIN ISO 16711-1:2016-02 & DIN EN ISO 17294-2:2024-12
DIN EN ISO 14389:2023-01
>>> Vollständiger Laborbericht des Bremer Umweltinstituts
>>> Eine Übersicht der Referenzprodukte findet sich im Laborbericht des Bremer Umweltinstituts von 2025
[1] Statista, „Mode und Bekleidung - Meistbesuchte Websites weltweit 2025“. August 2025. [Online]. Verfügbar unter: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1379969/umfrage/meistbesuchte-websites-modebekleidung-weltweit/
[2] EHI Retail Institute und ECDB, „E-Commerce-Markt Deutschland 2025“. 2025. [Online]. Verfügbar unter: https://www.ehi.org/produkt/studie-e-commerce-markt-deutschland-2025/
[3] tagesschau, „EU wirft Shoppingportal Shein Verstöße gegen Verbraucherschutz vor“, tagesschau.de. 26. Mai 2025. [Online]. Verfügbar unter: https://www.tagesschau.de/wirtschaft/verbraucher/eu-shein-100.html
[4] Reuters, „Greenwashing handelt Shein hohe Geldstrafe in Italien ein“, 5. August 2025. [Online]. Verfügbar unter: https://www.handelsblatt.com/unternehmen/handel-konsumgueter/modehandel-greenwashing-handelt-shein-hohegeldstrafe-in-italien-ein/100146112.html
[5] Bayerischer Rundfunk, „Shein und Temu: EU will Billig-Flut aus China eindämmen“. 8. November 2025. [Online]. Verfügbar unter: https://www.br.de/nachrichten/wirtschaft/shein-und-temu-eu-will-billig-flut-aus-chinaeindaemmen,V1sC7s8
[6] Stiftung Warentest, „Gefährliche Waren bei Temu und Shein“. 30. Oktober 2025. [Online]. Verfügbar unter: https://www.test.de/Temu-und-Shein-Gefaehrliche-Schnaeppchen-6253491-0/
[7] Global 2000 und AK Oberösterreich, „Mode mit Nebenwirkung“. 2025. [Online]. Verfügbar unter: https://www.global2000.at/publikationen/temu-shein-im-test
[8] Greenpeace, „Schäm Dich, Shein - Gefährliche Chemikalien weiterhin in Fast-Fashion-Produkten“. November 2025. [Online]. Verfügbar unter: https://www.greenpeace.de/publikationen/SchaemDichShein.pdf
[9] M. Cobbing, V. Wohlgemuth, und L. Panhuber, „Mehr SHEIN als Sein: Gefährliche Chemikalien und Naturzerstörung als Geschäftsmodell“. 2022. [Online]. Verfügbar unter: https://www.greenpeace.de/publikationen/S04261_DE_ Konsumwende_Studie_Mehr_Schein_v5.pdf
[10] Ministèree de l’Économie, „Vente de produits dangereux et contenus illicites : le point sur les procédures engagées contre Shein“. Zugegriffen: 4. Februar 2026. [Online]. Verfügbar unter: https://www.economie.gouv.fr/actualites/ vente-de-produits-dangereux-et-contenus-illicites-le-point-sur-les-procedures-engagees-contre-shein
[11] Shein, „SHEIN Conducted Over Two Million Product Safety Tests in 2024, Reinforces Commitment to Product Safety and Sustainability - SHEIN Group“. Zugegriffen: 1. Oktober 2025. [Online]. Verfügbar unter: https://www.sheingroup.com/corporate-news/shein-conducted-over-two-million-product-safety-tests-in-2024reinforces-commitment-to-product-safety-and-sustainability/
[12] Statista, „Estimated annual revenue of Shein from 2016 to 2023“. Januar 2025. [Online]. Verfügbar unter: https://www.statista.com/statistics/1360515/shein-estimated-annual-revenue/
[13] tagesschau, „Gefährliche Chemikalien in Shein-Kleidung“,. 20 November 2025. [Online]. Verfügbar unter: https://www.tagesschau.de/wirtschaft/unternehmen/shein-kleidung-chemikalien-100.html
[14] European Parliament, „Committee on the Internal Market and Consumer Protection Ordinary meeting“. Zugegriffen: 4. Februar 2026. [Online]. Verfügbar unter: https://multimedia.europarl.europa.eu/webstreaming/ committee-on-internal-market-and-consumer-protection-ordinary-meeting_20260127-1430-COMMITTEE-IMCO
[15] Regulation (EC) No 1907/2006 of the European Parliament and of the Council concerning the Registration, Evaluation, Authorisation and Restriction of Chemicals (REACH). 2006. [Online]. Verfügbar unter: https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2006/1907/oj/eng
[16] ZDHC, „Rodmap to zero: Phthalates (including all other esters of ortho-phthalic acid)“. Zugegriffen: 14. Oktober 2025. [Online]. Verfügbar unter: https://mrsl-30.roadmaptozero.com/guidancesheethtml?sheet=16
[17] European Chemicals Agency, „ECHA CHEM database“, ECHA CHEM. Zugegriffen: 3. Oktober 2025. [Online]. Verfügbar unter: https://chem.echa.europa.eu/
[18] ZDHC, „Roadmap to zero: PER–FLUOROALKYL AND POLY-FLUOROALKYL SUBSTANCES (PFAS)“. Zugegriffen: 14. Oktober 2025. [Online]. Verfügbar unter: https://mrsl-30.roadmaptozero.com/guidancesheethtml?sheet=22
[19] Umwelt Bundesamt, „PFAS Came to Stay“, Magazine of the German Environment Agency 1/2020, 2020.
[20] ZDHC, „Roadmap to zero - Total Heavy Metals“. ZDHC. Zugegriffen: 14. Oktober 2025. [Online]. Verfügbar unter: https://mrsl-30.roadmaptozero.com/guidancesheet?sheet=13
[21] ZDHC, „Roadmap to zero - organic solvents“. Zugegriffen: 14. Oktober 2025. [Online]. Verfügbar unter: https://mrsl-30.roadmaptozero.com/guidancesheethtml?sheet=31
[22] P. Piccinini, C. Senaldi, und C. Summa, „European Survey on the Release of Formaldehyde from Textiles“. 2007. [Online]. Verfügbar unter: https://publications.jrc.ec.europa.eu/repository/handle/JRC36150
[23] Statista Market Insights, „Apparel - Worldwide“. Dezember 2024. [Online]. Verfügbar unter: https://www.statista.com/outlook/cmo/apparel/worldwide
[24] OC&C und WGSN, „Doing more with less“. 2023. [Online]. Verfügbar unter: https://mlp.wgsn.com/rs/669-IKC-742/ images/WGSN_OC%26C_Doing_More_With_Less.pdf
[25] Greenpeace, „Einstellungen zum Kleidungskonsum - Kleidungsbestand, Tragehäufigkeit und Lebensdauer“. 2025. [Online]. Verfügbar unter: https://www.greenpeace.de/publikationen/Einstellungen%20zum%20Kleidungskonsum.pdf
[26] K. Niinimäki, G. Peters, H. Dahlbo, P. Perry, T. Rissanen, und A. Gwilt, „The environmental price of fast fashion“, Nat Rev Earth Environ, Bd. 1, Nr. 4, S. 189–200, Apr. 2020, doi: 10.1038/s43017-020-0039-9.
[27] Clean Clothes Campaign, „What are the issues plaguing fashion?“ Zugegriffen: 2. Oktober 2025. [Online].
Verfügbar unter: https://cleanclothes.org/faq/why
[28] O. Classen und D. Hachfeld, „Interviews with factory employees refute Shein’s promises to make improvements“. 14. Mai 2024. [Online]. Verfügbar unter: https://www.publiceye.ch/en/topics/fashion/interviews-with-factory-employeesrefute-sheins-promises-to-make-improvements
[29] M. Kläsgen und J. Schmieder, „Fast Fashion: Shein, der vielleicht dreisteste Raubkopierer der Welt“, Süddeutsche.de, 11. August 2023. [Online].
Verfügbar unter: https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/shein-temu-ki-fashion-mode-1.6119095
[30] Storyclash, „Inside Shein’s Influencer Marketing Strategy“. 6. Mai 2023. [Online].
Verfügbar unter: https://www.storyclash.com/blog/en/shein-germany-influencer-marketing/
[31] The European Consumer Organisation, „Click to buy (more)“. 2025. [Online]. Verfügbar unter: https://www.beuc.eu/ sites/default/files/publications/BEUC-X-2025-051_How_fast_fashion_giant_SHEIN_uses_dark_patterns.pdf [32] European Commission, „Supervision of the designated very large online platforms and search engines under DSA | Shaping Europe’s digital future“. Zugegriffen: 4. Februar 2026. [Online]. Verfügbar unter: https://digital-strategy.ec.europa.eu/en/policies/list-designated-vlops-and-vloses
[33] Gregor Schmid, „Der Digital Services Act – ein Überblick“. Zugegriffen: 4. Februar 2026. [Online]. Verfügbar unter: https://www.taylorwessing.com/de/insights-and-events/insights/2022/11/digital-services-act-ein-ueberblick
[34] Deutschlandfunk.de, „Billigware aus China - EU und USA verschärfen Kurs gegen Shein und Temu“, 22. Mai 2025. [Online]. Verfügbar unter: https://www.deutschlandfunk.de/temu-shein-china-zoll-onlineshop-100.html
[35] J. Gräfe, „Wie chinesische Onlinehändler den europäischen Zoll austricksen“, tagesschau.de, 6. Februar 2024. [Online]. Verfügbar unter: https://www.tagesschau.de/wirtschaft/verbraucher/temu-pakete-zoll-steuern-100.html
[36] Greenpeace, „Self regulation: a fashion fairytale / Part 1: Progress of Detox committed brands on hazardous chemicals and slowing the flow/closing the loop“, 2021. [Online]. Verfügbar unter: https://www.greenpeace.de/ publikationen/20211122-greenpeace-detox-fashion-fairytale-engl-pt1.pdf
[37] France 24, „French Senate adopts bill to regulate fast fashion industry“, France 24, 10. Juni 2025. [Online]. Verfügbar unter: https://www.france24.com/en/live-news/20250610-french-senate-to-vote-on-regulating-fast-fashion
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