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Micarnas Mega-Schlachthof gefährdet die Wasserversorgung der Region

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MICARNAS MEGA-SCHLACHTHOF GEFÄHRDET DIE WASSERVERSORGUNG DER REGION

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HINTERGRUND Die Freiburger Broye ist eine der wichtigsten landwirtschaftlichen Regionen der Schweiz und wird auch als «Kornkammer des Landes» bezeichnet. Eine gesicherte Wasserversorgung ist daher für die Region – und für unser Land insgesamt – entscheidend. Dennoch wird das Wasser in der BroyeRegion im Sommer regelmässig knapp. Im Sommer 2026 reihten sich mehrere Hitzewellen mit Temperaturrekorden direkt aneinander und es kam zu einer langen Phase extremer Trockenheit. Im Juli 2026 lagen die Niederschlagsmengen in vielen Regionen um mehr als 85 Prozent unter dem zwischen 1991 und 2020 gemessenen Durchschnitt1. Bis zum 10. August 2026 hatten 40 Prozent der Gemeinden im Kanton Freiburg den Wasserverbrauch eingeschränkt2. Seit Juni ist das Abpumpen aus bestimmten Oberflächengewässern im Kanton Freiburg verboten, da die Durchflussmengen der Flüsse zu gering und die Wassertemperatur zu hoch und für die Wasserlebewesen kritisch waren3. Die Freiburger Flüsse (darunter die Broye) weisen historisch niedrige Pegelstände auf. Die Broye führt sechzehnmal weniger Wasser als gewöhnlich4.

Karte der Region

Neuenburger See

Schlachthofprojekt Micarna

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Micarnas Mega-Schlachthofs gefährdet die Wasserversorgung der Region

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WASSERVERBRAUCH DES GEPLANTEN MICARNAMEGA-SCHLACHTHOFS Micarna plant in St-Aubin (FR), auf dem AgriCo-Areal, einen Mega-Geflügelschlachthof zu bauen, in dem sie jährlich mehr als 30 Millionen Hühner schlachten wird. Ein solcher Schlachthof verbraucht eine beträchtliche Menge Wasser und würde die Wasserknappheit in der Gemeinde und der Region verschärfen. Obwohl die Region im Sommer bereits unter Wasserknappheit leidet, sind die Aussagen bezüglich Wasserverbrauchs bisher vage geblieben. Der geschätzte Wasserbedarf für den gesamten AgriCo-Standort liegt zwischen 500 Millionen bis 700 Millionen Liter pro Jahr5 – das sind 1,4 bis 2 Millionen Litern pro Tag. Die Kantonale Anstalt für die aktive Bodenpolitik (KAAB) schätzt, dass der Schlachthof allein rund 650 Millionen Liter Wasser pro Jahr verbrauchen wird,6 – das entspricht dem 4,5-fachen des Verbrauchs von St-Aubin. Der 2026 veröffentlichte Kaufvertrag sieht einen maximalen täglichen Trinkwasserverbrauch von 2 Millionen Liter sowie 400 Millionen Litern pro Jahr vor7. Nach den kürzlich von Micarna bereitgestellten Informationen soll der maximale tägliche Verbrauch bei 1,4 Millionen Litern liegen. Die Zahlen schwanken also. Eine verlässliche Schätzung des Wasserverbrauchs des Schlachthofs ist auf dieser Grundlage nicht möglich. Um die «Auswirkungen der Aktivitäten von Micarna auf die Umwelt zu minimieren», verweist die Firma auf ihrer Website auf einen «diversifizierten Wasserbewirtschaftungsplan»8: Das Wasser soll zu 17 Prozent aus dem Neuenburgersee, zu 44 Prozent aus Quellen und zu 39 Prozent aus Brunnen stammen. Allerdings ist die Leitung vom See nach St-Aubin bereits zu 90 Prozent ausgelastet. Das bringt das Risiko von Verbrauchsspitzen und einer Überlastung mit sich. Für den Micarna-Schlachthof müssen die KAAB und die betroffenen Gemeinden darum eine neue Leitung nach Payerne bauen, um dann Wasser aus dem Brunnen von La Vernaz, einem Grundwasservorkommen, zu pumpen. Eine befristete Vereinbarung sieht vor, dass der Interkommunale Wasserverband «Association intercommunale des Eaux du Puits de la Vernaz» (AIEPV) den Wasserbedarf des Schlachthofs am Standort von AgriCo für einen Zeitraum von zehn Jahren, d. h. von 2025 bis 2036, übernimmt. Allerdings war diese Vereinbarung nicht Gegenstand einer Vorabprüfung, um ihre Vereinbarkeit mit dem Inventar der öffentlichen Wasserressourcen zu überprüfen. Es handelt sich um eine kurzfristige Lösung, die naturgemäss provisorisch und begrenzt ist, keinesfalls eine nachhaltige Garantie für die Verfügbarkeit von Wasser darstellt und die Gemeinde nach Ablauf der Vereinbarung dem Risiko einer Wasserknappheit aussetzt. Letztendlich lösen diese Massnahmen das zugrundeliegende Problem nicht: Das Wasser in der Region Broye ist bereits knapp. Es ist schwer vorstellbar, wie dieser Schlachthof seinen erheblichen Wasserbedarf in den Sommermonaten decken soll, ohne Ökosysteme oder die Landwirtschaft zu konkurrenzieren. Die «Association intercommunale pour l'alimentation en eau des communes vaudoises et fribourgeoises de la Broye et du Vully» (ABV) verwaltet die Trinkwasserversorgung der Region und erklärte bereits im Jahr 2022, dass «die derzeitigen Produktionskapazitäten des ABV im Sommer nicht ausreichen»9.

Warum verbrauchen Schlachthöfe so viel Wasser? Schlachthöfe verbrauchen enorm viel Wasser, um die nötige Hygiene sicherzustellen. Das Wasser wird zur Reinigung der Tierkörper und Anlagen, für die Desinfektion und das sogenannte Brühbad verwendet. Dieses heisse Bad lockert die Federfollikel der Hühner und erleichtert das Rupfen. Gemäss der Verordnung des EDI über die Hygiene beim Schlachten muss darum die Versorgung mit Trinkwasser gewährleistet sein12.

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FAZIT Unser derzeitiges Ernährungssystem ist mit den Klimazielen des Pariser Abkommens unvereinbar und verursacht erhebliche Treibhausgasemissionen. Die industrielle Tierproduktion passt nicht zu einem nachhaltiges Ernährungssystem, das die Umwelt und das Klima schützt. Treibhausgasemissionen, Nährstoffüberschüsse, Pflanzenschutzmittel und die intensive Bodennutzung belasten die Ökosysteme, verschlechtern die Luft-, Boden- und Wasserqualität, verstärken das Artensterben und beschleunigen die Klimaerhitzung. Die industrielle Geflügelzucht ist für die Produktionsbedingungen in der Schweiz nicht geeignet: Fast 80 Prozent des Futters für die Schweizer Geflügelhaltung werden importiert10. Zudem benötigt die Produktion von Fleisch sehr viel Wasser. Um ein Kilogramm Hühnerfleisch zu produzieren, sind durchschnittlich 4’300 Liter Wasser nötig. Für Getreide und Gemüse braucht es 1’600 bzw. 322 Liter Wasser11. Das Vorhaben von Micarna, einen solchen Schlachthof zu bauen, scheint wie ein Relikt vergangener Tage. Es würde den viel zu hohen Hühnerfleischkonsum in der Schweiz zementieren. Zudem ist die Broye-Region nicht für ein solches Projekt geeignet, da die Wassermenge im Sommer bereits knapp ist.

Unsere Forderungen an die Migros • Wir fordern die Migros auf, das Projekt des Mega-Geflügelschlachthofs in St-Aubin aufzugeben, um die Umwelt und das Klima zu schützen. • Wir fordern die Migros auf, bis 2035 mindestens 60 Prozent pflanzliche Proteine zu verkaufen.

Quellen: 1

https://www.meteoschweiz.admin.ch/service-und-publikationen/applikationen/klima-monitor.html#tab=climate-monitor-precipitation-map

2

https://www.laliberte.ch/articles/suisse/chateau-deau-la-suisse-connait-un-regime-varie-de-restrictions-1421792?srsltid=AfmBOoqEdDQKAFiv Q9wJ-H90NMhmL4EmiykhiMngqmTpPgpioBVFIZl-

3

https://www.fr.ch/de/energie-landwirtschaft-und-umwelt/eau/news/trockenheit-oberflaechengewaesser-verbot-der-wasserentnahmen-undaufhebung-der-bewilligungen-zur-wasserentnahme

4

https://frapp.ch/fr/articles/stories/les-rivieres-suisses-et-fribourgeoises-sont-au-plus-bas

5

https://www.laliberte.ch/articles/regions/le-canton-met-les-bouchees-doubles-pour-larrivee-de-micarna-a-saint-aubin-764581?srsltid=AfmBOo pNY9vpAOEPHKewYcLRgPVII1DDSbTe2f_FQ10lE3XaT8cmgsCS

6

Erläuternder Bericht der KAAB zum Detailbebauungsplan (DBP)

7

Kaufvertrag zwischen dem Kanton Freiburg und der Micarna SA vom 5. Oktober 2023

8

https://www.atv-saint-aubin.ch/de//gestion-deau

9

https://a-b-v.ch/fileadmin/user_upload/abv/Actualites/Proces-verbaux/Assemblees_des_delegues/2022/Assemblee_des_delegues__15.12.2022.pdf

10

https://www.sbv-usp.ch/de/services/agristat-statistik-der-schweizer-landwirtschaft/grafiken#prettyPhoto[gal18198]-7

11

https://www.waterfootprint.org/resources/Report-48-WaterFootprint-AnimalProducts-Vol1.pdf

12

https://www.fedlex.admin.ch/eli/cc/2005/816/de

Micarnas Mega-Schlachthofs gefährdet die Wasserversorgung der Region Greenpeace Schweiz, August 2026 Autorin: Sera Pantillon Übersetzerin: Michelle Sandmeier Bildnachweis: Cover: © Anne-Laure Lechat / Greenpeace, Karte: Google Maps Greenpeace Schweiz, Badenerstrasse 171, Postfach, CH-8036 Zürich schweiz@greenpeace.org Greenpeace finanziert ihre Umweltarbeit ausschliesslich durch Spenden von Privatpersonen und Stiftungen. greenpeace.ch/de/handeln/spenden Spendenkonto: IBAN CH07 0900 0000 8000 6222 8

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