Greenpeace Member Nr. 3/26
Interview
Das steckt dahinter
Neues Abkommen für die Meere
Warum Seegras so wichtig ist
S. 31
Im Meer
S. 27
Für Konzern verantwortung Eine eindrückliche Video reportage zeigt die massive Umweltverschmutzung durch Antamina in Peru. Involviert sind zwei Konzerne mit Sitz in der Schweiz. Jetzt hier schauen und die Konzernverantwortungs initiative unterstützen:
konzernverantwortung.ch/ antamina
Editorial
Erinnern Sie sich noch an Ihr Teenie zimmer, liebe Leser:innen? Ich hatte in meinem ein zirka drei Meter brei tes Poster eines karibischen Strands hängen. Die Idylle pur – und DAS Traumreiseziel meines 15-jährigen Ichs. Heute hat es mir die nordische Küste mit ihrem dunklen Sand, den braungrünen Dünengräsern und dem tiefblauen Wasser mehr angetan. Eine andere Art der Idylle. Aber egal, ob Sie den exotischen Traumstrand oder die raue Nord seeküste bevorzugen, die schlechte Nachricht ist: Beides ist bedroht – je länger, je mehr. In Europa stösst die Ostsee an ihre Belastungsgrenzen (S. 16). Nicht nur dehnen sich durch Schleppnetzfischerei und landwirt schaftliche Schadstoffe entstandene Todeszonen immer weiter aus; Plastik, Bomben und Gift machen ihr zu sätzlich zu schaffen (S. 28). Auf der anderen Seite der Erde wollen gierige Firmen – natürlich auch eine aus der Schweiz (S. 14) – Metalle am Meeres boden abbauen, wodurch die Biotope bisher unerforschter Lebewesen zerstört würden (S. 10). Und inmitten all dieser Meereskrisenherde prüft die Schweiz bis Anfang Oktober das UN-Hochseeschutzabkommen und stellt im Parlament anschliessend die Frage, ob und inwiefern unser Land Verantwortung für den internationalen Meeresschutz zu tragen hat (S. 31). Die Antwort ist klar: Wer, wie die Schweiz, von den Ozeanen profitiert, hat diese auch zu schützen. Danielle Müller Redaktionsleitung
Cover: Charlotte Schmitz
Im Meer
Inhaltsverzeichnis
Reportage Unter der Oberfläche leidet die Ostsee, die sauerstoff armen Bereiche werden grösser. Auf der Suche nach Lösungsansätzen und Ursachen an der deutschdänischen Grenze.
S. 16
International
Aktuell
Eine Expedition in unbekannte Tiefen
Stoppt den Tiefseebergbau!
S. 10
S. 14
IMPRESSUM GREENPEACE MEMBER 3/26 Herausgeberin/ Redaktionsadresse: Greenpeace Schweiz Badenerstrasse 171 8036 Zürich Telefon 044 447 41 41 redaktion@greenpeace.ch greenpeace.ch Redaktionsteam: Danielle Müller (Leitung), Jara Petersen, Franziska Neugebauer (Bildredaktion) Korrektorat/Faktencheck: Marlene Kalt Danielle Lerch Süess Texte: Franziska Grillmeier, Katharina Wehrli, Roland Gysin Fotos: Charlotte Schmitz Illustrationen: Janine Wiget, Jörn Kaspuhl, Joël Roth, Raffinerie Gestaltung: Raffinerie Bildbearbeitung: Marjeta Morinc Druck: Stämpfli AG, Bern
Papier, Umschlag und Inhalt: 100 % Recycling Druckauflage: d 63 000, f 13 000, it 2000 Erscheinungsweise: viermal jährlich Das Greenpeace-Magazin geht an alle Mitglieder (Jahresbeitrag ab Fr. 84.–). Es kann Meinungen enthalten, die nicht mit offiziellen Greenpeace-Positionen übereinstimmen. Stimmt Ihre Adresse noch? Planen Sie einen Umzug? Wir nehmen Änderungen gerne entgegen: schweiz@greenpeace.org oder 044 447 41 41 Spenden: CH07 0900 0000 8000 6222 8 Online-Spenden: greenpeace.ch/spenden
Aktion 4 Fortschritt 6 Taten statt Worte
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Engagement 9 International 10 Aktuell 14 Zahlen & Fakten
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Reportage 16 Das steckt dahinter
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Infografik 28 DIY 30 Interview 31 Testament 33 Rätsel 34 Schlusswort 35 Spotlight 36
Aktion
Bild: © David Bürgisser / Greenpeace
Der Morteratschgletscher und seine Eishöhlen waren im März 2026 Kulisse für eine aussergewöhnliche Auffüh rung der Schweizer Musikerin To Athena und eines vierköpfigen Ensembles. Zusammen mit Greenpeace- Aktivist:innen sind die Musiker:innen auf den Gletscher gewandert, um ein Musikvideo zu drehen, das auf die Schönheit der Natur und den Klimaschutz aufmerksam machen sollte. Oberengadin, Schweiz März 2026
Umweltvergiftung gestoppt
Fortschritt
Bild: © Thomas Wolf / Stay Grounded
Privatjet-Messe gebodigt Im Mai 2023 stürmten 100 Aktivist:innen, die Greenpeace, Extinction Rebellion und andere Klimagerechtigkeits-Grup pen aus 17 Ländern unterstützten, die European Business Aviation Conference & Exhibition (EBACE) am Genfer Flug hafen. Mit ihrer Aktion an der Verkaufsmesse für Privatflug zeuge protestierten sie friedlich für ein Verbot von Privatjets. Und ihre Botschaft zeigte Wirkung: Der Ruf der Messe wurde durch die Demonstration so geschädigt, dass sie 2025 ohne Jet-Ausstellung stattfand und die Ausgabe im Frühling 2026 komplett abgesagt wurde.
Greenpeace Aotearoa hat einen Sieg gegen das Green washing der Milchindustrie errungen: 2024 verklagte die Umweltorganisation den neuseeländischen Molkereiriesen Fonterra, weil er Kund:innen mit falschen Angaben auf But terverpackungen in die Irre geführt hatte. Das Unternehmen behauptete, dass seine Butter «zu 100 Prozent aus neusee ländischer Weidehaltung» sei. Faktisch aber bekommt eine Milchkuh von Fonterra täglich bis zu drei Kilogramm Palm kernmehl, ein Nebenprodukt der Palmölindustrie. Die Klage wurde schliesslich aussergerichtlich beigelegt, und der Milchkonzern räumte öffentlich ein, gegen das Gesetz ver stossen zu haben.
Bild: © Marten van Dijl / Greenpeace
Bild: © Oren Oaariki / Greenpeace
Greenwashing beendet Zweimal haben wir bereits über das Engagement von Greenpeace Niederlande gegen das Stahlwerk Tata Steel berichtet. Dessen Kokereien, die für die Stahlproduktion Kohle zu Koks verarbeiten, stossen täglich krebserregende Wolken aus. Jahrelang hat die niederländische Umweltschutzorganisation gemeinsam mit Anwoh ner:innen dafür gekämpft, dass die Anlagen geschlossen werden. Nach dem neue Messungen ergaben, dass das Stahlwerk bis zu 20-mal mehr krebserregende Stoffe ausstiess als zulässig, hat die Umweltbehörde im Frühling endlich angekündigt, die Genehmigungen für die Kokereien zu widerrufen.
Taten statt Worte
Spielerischer Zugang zum Umweltschutz
Hier gehts zum AmazonasBrettspiel Markus Lehmann, Gründer des Vereins Analoges Spielen & Lernen
mission-amazonia. jimdosite.com
Autorin: Jara Petersen
Markus Lehmann bezeichnet sich selbst als «Vielspieler»: ein Mensch, der gerne und häufig spielt. Viel spieler:innen beschäftigen sich bevorzugt mit der Kategorie der Expert:innenspiele – solchen mit ausführlichen Anleitungen, kom plexen Spielmechaniken und lan ger Dauer. Er, der als Jugendlicher am Bildschirm seine Game-Zeit hatte, spielt heute am liebsten analog: «Das bietet Gemeinschaft und Austausch. Das Haptische tut gut, und man trainiert die Frus trationstoleranz. Online dominiert das Dopamin, aber davon sollten wir heute etwas wegkommen.» Mit anderen Fans trifft sich Lehmann seit Jahren zum Spielen, daraus entstand der Verein Analo ges Spielen & Lernen. Spielen und Lernen hängen für Lehmann, der
sonst als Lehrer arbeitet, direkt zu sammen: «Ich finde, in der Schule ist das Spiel wichtig.» Naheliegend, dass ein Vielspieler, der sich so in tensiv mit dem Aufbau und der Mechanik von Spielen beschäftigt, irgendwann aus der Spielfreude heraus selbst erfinderisch wird. «Während Corona habe ich an gefangen, Spiele zu entwickeln und mit Freunden zu testen. Eines haben wir im Eigenverlag pro duziert und mit einer Stückzahl von 1000 Exemplaren vertrieben.» Dieses erste Spiel, das unterdes sen vergriffen ist, bringt den Spie lenden das Thema Bienen näher. «Die Biodiversität steht dabei im Vordergrund», sagt Lehmann, der beim Entwickeln selbst viel über die fleissigen Tierchen lernte. Was ein gutes Spiel ausma che, komme auf den Geschmack und das Setting an, so Markus
Lehmann. Für ihn stehen thema tische, strategische Spiele mit dem Anspruch des Realitätsbezugs im Vordergrund. Bei seinem zweiten, noch erhältlichen Spiel kämpft man deshalb gemeinsam und in verschiedenen zeitlichen Kapiteln um den Erhalt des Regenwaldes im Amazonas. «Die drei Haupt probleme – Abholzung, Wilderei und Goldschürfen – müssen im Team verhindert werden.» Damit soll das Spiel vor allem bei Kin dern den Sinn für die Schönheit der Natur und für die Bedeutung der ökologischen Systeme der Erde wecken.
Illustrationen Seiten 7/ 8: Jörn Kaspuhl schloss 2008 sein Studium an der Universität in Hamburg als Illustrator ab. Nach langem Aufenthalt in Berlin arbeitet er heute wieder in der Hansestadt.
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Taten statt Worte
Ein Rucksack voller Eindrücke
Zum Angebot der Rucksack schule Simone Michel Hamdeen, naturbezogene Umweltbildnerin bei der Rucksackschule rucksackschule.ch
Autorin: Danielle Müller, Greenpeace Schweiz
22 Jahre schon bringt Simone Michel Hamdeen beim Verein Rucksackschule Kindern und Erwachsenen die Natur näher. Neben ihren Schüler:innen hat auch sie in dieser Zeit viel über die Beziehung zwischen Mensch und Natur gelernt. Vor allem, wie we nig es braucht, um das Gegenüber in Erstaunen zu versetzen. «‹Schau da mal genau hin› ist eigentlich alles, was man im richtigen Mo ment sagen muss, um jemandem eine neue Welt zu eröffnen», erzählt die ausgebildete Umweltnatur wissenschaftlerin. Der Verein Rucksackschule wurde bereits 1991 in Zürich ge gründet und fördert seitdem das Entdecken und Erlernen von öko logischen Zusammenhängen in der Natur. Sein Engagement richtet
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sich an Jung und Alt: Kinder legen Asthaufen für Kleintiere an, Ju gendliche messen auf Expeditio nen, wie viel CO2 in einem Baum gespeichert wird, und Erwachsene kochen an Teamanlässen Menus mit Wildpflanzen. Zusätzlich bil det der Verein mit der 21-tägigen Schulung «Meisterschaft Natur pädagogik» eigene Naturpäda gog:innen aus. Dass es die Rucksackschule mehr denn je braucht, davon ist Simone Michel Hamdeen über zeugt. «Die Schere zwischen Men schen mit und ohne Naturbezug wird immer grösser», sagt die 52-Jährige, «während der Schritt vom Wissen zum Handeln weiter hin gross bleibt und oft nicht er folgt.» Umso wichtiger ist es für sie, einen Unterschied zu machen. Selbst wenn dieser eher klein sei, so Michel Hamdeen, «gibt es für
mich nichts Schöneres, als wenn mir jemand mit Begeisterung sagt, dass für sie oder ihn durch die Entdeckungen draussen eine neue Welt aufgegangen ist.» Um die Wirkung der Ruck sackschule zu erweitern, wurde vor zwei Jahren mit der Förde rung durch das AWEL (Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft des Kantons Zürich) im Rahmen von #hallowasser die Website «wassernah» lanciert. Seitdem bringt die Rucksackschule Wissund Spielbegierige auch an Fluss ufer und in Bäche. «Wasser ist dabei der perfekte Lehrmeister», meint Simone Michel Hamdeen, «denn es lehrt uns Bescheiden heit.» Gerade im Kontext der Kli maveränderung müssten wir den Gewässern mehr denn je Sorge tragen, auch hier in der Schweiz, so die Naturpädagogin.
Engagement
Der Flugverkehr ist einer der grössten Verursacher der Schweizer Klimawirkung. Trotzdem ist eine deutlich nachhaltigere Zugfahrt oft teurer als das Fliegen. Auch, weil der Flugverkehr indirekt durch Steuerbefreiungen subventioniert wird. Die Mobilitätsbon-Initiative will diese Ungleichbehandlung zwischen Zug und Flug korrigieren und faire Rahmenbedingungen für umweltfreundliches Reisen schaffen. Mit Ihrer Unterschrift in der Mitte des Hefts.
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Flugticket-Abgabe
2. Mobilitätsbon Dank des Mobilitätsbons kommt die Massnahme allen zugute. Min destens zwei Drittel der Einnah men aus der Flugticket-Abgabe werden an die Bevölkerung ausbe zahlt in Form eines Gutscheins für den lokalen, nationalen oder inter nationalen öffentlichen Verkehr. Pro Jahr und Person würde dieser über 100 Franken betragen. Wer also selten oder gar nicht fliegt, profitiert besonders.
Mit einer Flugticket-Abgabe in der Höhe von mindestens 30 Franken soll den hohen Umweltkosten des Fliegens Rechnung getragen wer den. Insgesamt ist die Abgabe ver ursacher:innengerecht ausgestal tet: Wer weite Distanzen fliegt oder in den Luxusklassen (Business und First) reist, wird entsprechend stärker zur Kasse gebeten. Auch Privatjets müssen pro Abflug min destens 500 Franken bezahlen.
3.
ÖV-Förderung Neue Nachtzüge, weniger Verspä tungen und kürzere Reisezeiten: Das wollen wir mit den restlichen Einnahmen erreichen. Diese fliessen nämlich in den Ausbau des grenzüberschreitenden Zugangebots. So wird nachhaltiges Rei sen auch wirklich attraktiv und erschwinglich für alle.
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International 1
«WIE MIT EINER MINITASCHENLAMPE AUF SCHATZ SUCHE»
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Bilder: © Solvin Zankl / Greenpeace
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Die «Deep Arctic»-Expedition führte Greenpeace vier Wochen lang zu Orten in der arktischen Tiefsee, die kaum zuvor ein Mensch gesehen hat. Die Meeresbiologin Dr. Sandra Schöttner war als Forschungsleiterin an Bord.
Aufgezeichnet von Roland Gysin
«Schiffseinsätze brauchen immer eine monatelange akribische Vorbereitung – auch in unserer Organisati on, die seit über 50 Jahren äusserst erfahren und rou tiniert weltweit mit ihren Schiffen agiert. Mit der ‹Deep Arctic›-Expedition ist Greenpeace jetzt neue Wege gegangen: Über zwei Jahre lang haben wir diese be sonders aufwendige Mission vorbereitet. Sie führte uns an Bord eines Forschungsschiffs, ausgestattet mit einem Tiefseeroboter, bis zu 3000 Meter in die arkti sche Tiefsee hinab – inmitten eines Gebiets auf der hohen See, in dem Norwegen nach mineralischen Rohstoffen schürfen will. Unser übergeordnetes Ziel war und ist es, Nor wegen davon abzuhalten, mit Tiefseebergbau in der Arktis zu beginnen. Der Start könnte weltweit ei nen Dominoeffekt auslösen. Heute wissen wir: Trump, die kanadische Firma The Metals Company und das Schweizer Unternehmen Allseas sind dabei, Norwegen in seinen Ambitionen zu überholen. Sie wollen in in ternationalen Gewässern ohne rechtliche Grundlage mit Tiefseebergbau starten. Umso wichtiger ist es, dass wir zeigen, welche besonderen Lebensräume und Lebewesen in der Tiefsee vorkommen – und darüber aufklären, welche fatalen Folgen diese zerstöreri schen Eingriffe im tiefen Ozean hätten – ob in der A rktis oder anderswo. Deshalb stand bei der ‹Deep Arctic›-Expediti on vor allem die wissenschaftliche Erforschung der Tiefsee im Fokus. Wir wollten fundiert ‹beweisen›, wie vielfältig, teilweise völlig unbekannt und auch fragil die Lebewesen und deren Lebensräume am arktischen Meeresboden sind. Dafür arbeiten wir mit ausgewiesenen Expert:innen europäischer Forschungsinstitute zusammen. Es war uns aber auch wichtig, die Tiefsee über haupt erst einmal sichtbar zu machen. Die meisten Menschen denken, sie sei einfach nur leer, öde und
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lebensfeindlich. Dabei finden sich dort unten faszinie rende Hotspots der Artenvielfalt – wie Korallenriffe und Schwammgärten an riesigen Seebergen oder auch Hydrothermalquellen, sogenannte Unterwasser-Gey sire –, wo es vor Leben nur so wimmelt. Die Tiere sind bestens an die extremen Bedingungen mit hohem Druck, niedrigen oder besonders hohen Temperaturen und ewiger Dunkelheit angepasst. Viele sind am Boden festgewachsen. Sie wären Bergbaumaschinen und Sedimentwolken hilflos aus geliefert. Sie wachsen langsam, weil ihr Stoffwechsel extrem verzögert abläuft. Einmal zerstört, erholen sie sich nur sehr schwer – oder nie wieder. Mit einem Roboter in der Tiefsee zu arbeiten, ist wie mit einer Mini-Taschenlampe in einem riesigen schwarzen Universum auf Schatzsuche zu gehen – und technisch extrem aufwendig. Da müssen viele Fakto ren zusammenspielen. Unser Roboter hing an einem 4000 Meter langen Stahlseil. Damit er zentimetergenau arbeiten konnte, musste das Schiff exakt auf Position bleiben – trotz Wind, Wellen und Strömung. Das ist an spruchsvoll, sowohl für die Roboterpiloten als auch für die Schiffscrew. Auf hoher See ändert sich ständig etwas. Wetter und Seegang spielen nicht mit, oder die Technik spinnt. Dann braucht es rasche Entscheide. Wir arbeiteten im Schichtsystem rund um die Uhr – im Roboter-Steuerraum, in den Laboren und in unserem Videostudio, das wir für die Livestreams
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extra an Bord eingerichtet hatten. Für den Roboter waren zwei Teams mit je drei Piloten zuständig. Das Wissenschaftsteam bestand aus vier Expert:innen, die gemeinsam in einer Schicht agierten. Jeden Morgen und mehrmals täglich checkten wir zuerst die Wetterbedingungen, vor allem Windstärke und Wellengang. Danach entschieden wir, ob wir den Tauchein satz wagen. Der Roboter ist mit vielen Kameras be stückt und hat an allen vier Ecken einen Propeller. So können ihn die Piloten schwebend im Wasser halten und zentimetergenau absetzen. Bei 300 Grad heissen Hydrothermalquellen willst du nicht, dass der Roboter in den Strahl gerät. Das verhinderst du nur, wenn du die Meeresströmung kennst. Aus Erfahrung weiss ich: Du kriegst in der Tief seeforschung meist höchstens 50 Prozent der Planung umgesetzt. Oftmals machen einem die Wetter- und Seebedingungen, aber auch technische Probleme einen Strich durch die Rechnung. Doch wir hatten viel Glück! Wir wollten an zehn verschiedenen Standorten Taucheinsätze fahren. Neun haben wir geschafft. Das ist phänomenal. Insgesamt machten wir während 20 Tagen 16 Tauchfahrten, die bis zu 20 Stunden dauerten. Das ist sehr viel. Der Roboter war 144 Stunden auf dem Meeresboden unterwegs, und wir produzierten über 100 Stunden Videomaterial. Neue Arten zu entdecken, lässt sich nicht planen. Doch wir wussten: Wo noch niemand g ewesen ist, sind die Chancen gross, auf neue Lebewesen zu stossen. Wir sind an bekannte Orte gefahren, aber wir waren auch in Gebieten unterwegs, wo noch niemand war. Zum Beispiel bei einem Seeberg, der erst kürzlich kar tografiert, aber noch nie mit Videokameras besucht wurde.
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Nachdem der Roboter das Schiff verlassen hat, sinkt er in zwei bis drei Stunden auf den Meeresboden. Unten angekommen, gehen die Scheinwerfer an – ein Gänsehautmoment. Du weisst nicht, was dich erwar tet. Es ist jedes Mal eine Art Mondlandung. Wir h aben sogar ein Walskelett gefunden. Tote Wale sind auf dem Meeresboden temporäre Oasen des Lebens. Einige Wochen lang bieten sie für andere Tiere ein richtiges Festmahl. Bei den Proben gingen wir sehr behutsam vor. Der Roboter hat zwei Arme mit handähnlichen Greifern, die sich um 360 Grad drehen lassen. Mit dem Hauptarm pflückten wir gezielt eine ganze Koralle, vielleicht auch nur einen kleinen Ast davon, oder einen Schwamm oder vielleicht auch nur einen Teil eines Schwammes. Wir haben jede Probe dokumentiert: Wassertiefe, Koordinaten, Uhrzeit.
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Den anderen Roboterarm nutzten wir, um mit einer Saugpumpe kleine bewegliche Organismen einzusau gen, bevor sie davonkrabbelten oder wegschwam men. Insgesamt konnten wir im Roboter gleichzeitig etwa 15 verschiedene Proben verstauen. Für mich gehören in der Greenpeace-Kampag nenarbeit Forschung, politische Arbeit, Recherchen und letztlich auch Aktionen zusammen. Auf dieser Expedition stellten wir in einer Tiefe von 2600 Metern ein Protestbanner auf – direkt im Hydrothermalfeld ‹Lokis Schloss›. Dieses Zeichen war mir sehr wichtig. Anfangs dachten wir an ein Banner mit dem Slogan ‹Stop Deep-Sea Mining!›. Wir haben uns dann aber sehr bewusst für ‹Listen to the Science!› entschieden, weil das die Kernbotschaft der Expedition war – und auch weil wir nicht wollten, dass die unabhängigen Wissen schaftler:innen an Bord in einen Clinch kommen. Die Aktion hat mir ein paar Tränen in die Augen getrieben. Ich bin zwar Wissenschaftlerin und Campaignerin, aber im Geist und im Herzen immer auch Aktivistin. Mein innerer Antrieb ist letztlich Wut – Entrüstung über das Unrecht, das wir unseren Ozeanen antun, obwohl wir ihnen unser Leben und Überleben auf diesem schönen blauen Planeten verdanken.»
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Auf der Expedition beobachtete Lebewesen 1 Tiefsee-Ringelwurm (Polychaeta) Der Vielborster besitzt vier Augen und gehört zur Gattung Nereis. Dieser Name geht zurück auf die Ne reiden, die 50 Töchter des Meeresgottes Nereus. Ein paar Spezies können bis zu drei Meter lang werden. 2 Asselspinne (Pycnogonida) Trotz ihres Namens sind Asselspinnen keine echten Spinnen, sondern eine einzigartige Gruppe von Mee resgliederfüssern, die mit Pfeilschwanzkrebsen ver wandt sind. Sie ernähren sich von Weichtieren wie Schnecken und Schwämmen. 3 Seestern (Asteroidea) Seesterne haben weder ein Gehirn noch ein Herz. Ihr Körper ist sehr robust: Wenn sie einen Arm verlieren oder gar in der Mitte durchgeschnitten werden, kön nen Seesterne den verlorenen Teil des Körpers wie der aufbauen. 4 Flohkrebs (Amphipoda) Aktuell sind rund 6000 Arten von Flohkrebsen be schrieben, die Wissenschaft geht aber davon aus, dass es weltweit bis zu 40 000 gibt. Die meisten Floh krebse weisen eine Körpergrösse von wenigen Milli metern bis höchstens zwei Zentimetern auf. 5 Schuppenwurm (Polynoidae) Schuppenwürmer sind grösstenteils Fleischfresser, sie ernähren sich von Kleinkrebsen, Schnecken und anderen Kleintieren. Ab und zu stehen aber auch Algen und Schwämme auf ihrem Speiseplan. 6 Schlangenstern (Ophiuroidea) Schlangensterne haben einen scheibenförmigen Körper mit fünf dünnen, lebhaft beweglichen Armen. Damit können sie sich am Meeresgrund fortbewegen. Auf der Welt sind mehr Arten von Schlangensternen als von Seesternen anzutreffen. 7 Meeresschnecke (Gastropoda) Meeresschnecken haben sich in alle Bereiche des Meeres ausgebreitet. Man findet sie in Korallenrif fen, im Sandboden oder frei schwimmend. In der T iefsee wurden sie sogar an Schwarzen Rauchern, heissen und mineralreichen Quellen am Meeres grund, entdeckt. 8 Ruderfusskrebs (Copepoda) Der Ruderfusskrebs ist ein essenzieller Teil der Nah rungskette von Fischen, Korallen und Walen und dient ihnen als Kraftfutter. Er ist reich an Eiweiss und wert vollen Omega-3-Fettsäuren.
Bild: © Christian Åslund / Greenpeace
Dr. Sandra Schöttner war wissenschaftliche Lei terin der «Deep Arctic»-Expedition. Sie hat über 25 Jahre Erfahrung als Campaignerin und For scherin. Ihr wissenschaftliches Herz schlägt be sonders für die empfindlichen und gefährdeten Ökosysteme der Tiefsee wie Kaltwasser-Korallen riffe, Schwammgärten und Hydrothermalquellen. Tiefseebergbau (engl. Deep-Sea Mining) ist eine zerstörerische Indus trie. Riesige Maschinen würden den Meeresboden umpflügen auf der Suche nach Manganknollen, die Nickel, Kupfer und Kobalt enthalten. Donald Trump will Deep-Sea Mining in internationalen Gewässern er lauben. Das ist ein Bruch des Völkerrechts. Die Schweiz ist mittendrin bei der Jagd nach Rohstoffen in bis zu 6000 Metern Tiefe: Die Allseas Group mit Sitz im Kanton Freiburg will zusammen mit der kanadischen Metals Company mit Tiefseebergbau starten – ohne Rücksicht auf die Umwelt und gegen internationales Recht. Greenpeace setzt sich für ein weltweites Tiefseebergbau-Mo ratorium ein.
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Aktuell
Alle Augen auf Allseas Projektionen auf die Machenschaften von Allseas aufmerksam gemacht. Wir zeigten, wie die skrupellose Firma mit ihren schwe ren Maschinen den Meeresboden aufreis sen will und welche irreversiblen Folgen dies für die Tiefsee hätte. Ausserdem haben wir Greenpeace-Unterstützer:innen dazu aufgerufen, ein Protestmail an den CEO von Allseas, Pieter Heerema, zu schicken mit der Forderung, sich sofort aus dem zer störerischen Geschäft rund um den Tiefsee bergbau zurückzuziehen. Eine Antwort lässt noch immer auf sich warten …
Bild: © Michael Calabrò / Greenpeace
Das Schweizer Unternehmen Allseas, spe zialisiert auf das Legen von Offshore-Pipe lines, möchte gemeinsam mit der kanadi schen Metals Company mit Tiefseebergbau starten – ohne Rücksicht auf die Umwelt und gegen internationales Recht. Um Kup fer, Nickel und Kobalt vom Meeresboden zu gewinnen, hat Allseas sogar bereits das Tiefseebergbau-Schiff «Hidden Gem» ge baut und damit erste Testfahrten durchge führt. Greenpeace findet: So nicht! Aus diesem Grund haben wir die Bevölkerung im Sommer schweizweit mit
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Milliardär:innen und Konzerne wollen die Kontrolle über unsere Rechte und Freiheiten. Sie nutzen ihre riesigen Vermögen, um öffent liche Debatten zu steuern und abweichende Meinun gen mit Einschüchterungstaktiken zum Schweigen zu bringen. Doch sie unterschätzen uns, denn wir leisten Widerstand – für die Zukunft unseres Planeten. Werden auch Sie Teil der Bewegung mit dem neuen «Resist»-T-Shirt von Greenpeace. Es ist nach dem strengen Global Organic Textile Standard (GOTS) produziert, frei von Gentechnik und Tier versuchen und hergestellt in einer mit erneuerba ren Energien betriebenen Fabrik, die nach umfas senden Sozial- und Nachhaltigkeitskriterien geprüft ist. Ausserdem fliesst jeder Gewinn aus unserem Greenpeace-Shop direkt in die Arbeit für eine grü nere und gerechtere Zukunft. Together we resist!
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Zeit für Widerstand!
1000 000 km² Für die Erforschung der Durchführ barkeit von Tiefseebergbau hat die Internationale Meeresbodenbehörde (ISA) bereits 30 Lizenzen vergeben. Das hierfür freigegebene Gebiet er streckt sich über mehr als eine Million Quadratkilometer des internationalen Meeresbodens und entspricht unge fähr der Grösse von Frankreich und Deutschland zusammen. Unter den lizenzierten Unternehmen befinden sich solche mit Verbindungen zum Sektor der fossilen Brennstoffe.
2 × Graubünden Sollte Tiefseebergbau zugelassen werden, ist davon auszugehen, dass jeder einzelne Betrieb bei einer Li zenzlaufzeit von 30 Jahren insgesamt rund 15 000 Quadratkilometer Meeres boden abträgt. Das entspricht etwas mehr als zweimal der Fläche des Kan tons Graubünden. Die indirekten Aus wirkungen würden sich pro Abbaupro jekt sogar auf eine Fläche von bis zu 75 000 Quadratkilometern erstrecken.
4,3 Milliarden Die grossen Gewinner des Tiefsee bergbaus wären die privaten Berg bauunternehmen selbst, denn sie würden den überwiegenden Teil der Einnahmen aus dem Rohstoffab bau am Meeresgrund erhalten: Be rechnungen zufolge jährlich rund 4 300 000 000 Schweizer Franken von 2028 bis 2030. Langfristig sänke ihr Einnahmenanteil zwar, läge aber im mer noch bei 94 Prozent.
1 Verliererin Die grosse Verliererin des Tiefsee bergbaus? Die Umwelt. Wissen schaftliche Expert:innen sind sich ei nig, dass der Verlust an biologischer Vielfalt unvermeidbar und irreversibel wäre. Studien haben gezeigt, dass sich der Kohlenstoffkreislauf in der Tiefsee selbst nach kleinen experi mentellen Bergbaueingriffen auch nach 26 Jahren noch nicht erholt hat. Tiefseebergbau könnte deshalb eini ge der grössten Kohlenstoffsenken der Erde stören und die Klimakrise damit beträchtlich verschärfen.
Quellen: «Deep-sea mining: an introduction», Deep Sea Conservation Coalition, 2023; «Deep Trouble», Greenpeace International, 2020.
Reportage
DAS STERBEN Der Ostsee geht es schlecht. Unter ihrer Oberfläche nehmen sauerstoffarme Zonen zu, doch für die Allgemeinheit bleiben sie unsichtbar. Eine Reise an die deutsch-dänische Grenze auf der Suche nach den Ursachen und Lösungen. Text: Franziska Grillmeier Bilder: Charlotte Schmitz
DER OSTSEE
Neele Hapel sitzt auf der Kante eines Kofferraums an der Küste von Broager, auf einem Campingplatz im Süden von Dänemark. Neben ihr ziehen ihre Kolleg:innen die Neoprenanzüge aus. Ob sie die Todeszonen schon einmal gesehen hat? «Ja klar», sagt sie. Heute könne man die Stellen der beschädigten Förde schon mit e iner Schwimmbrille sehen, vor allem dort, wo die Muschelschleppnetze die Miesmuschelbänke mitgenommen hätten. «Das sieht aus wie eine kahle Autobahn.» Und den Schwefelwasserstoff, der dort frei gesetzt werde, den könne sie manchmal sogar durch ihre Schwimm maske «riechen». Sie befreit eine ihrer nassen Locken aus dem engen Kragen. «Das sieht aus, als würde man eine Plastikplane von einem Rasen heben, an den lange schon keine Luft mehr gekommen ist, wie eine Mischung aus Spinnweben und Schimmel», ergänzt Hapel später am Telefon. Als Meeresschützerin geht sie oft in der Ostsee tauchen. An diesem Sommertag im Juni allerdings hat sie noch einen Eimer mit Seegras dabei, das sie zuvor mit Nägeln zu sammengebunden hatte, um es später in den Sandboden zu hauen. «Das ist unglaublich», sagt sie, «sobald du Seegras aus setzt, kommen Fische rundherum. Erst ist da einer. Dann sind da zwei. Und irgendwann folgt einem ein ganzer Haufen von Fischen. Sie bleiben hinter einem, verstecken sich zwischen den Pflanzen, und man sieht sofort: Das funktioniert.» Das macht die 29-Jähri ge auch, weil sie weiss, dass sie unter der Wasseroberfläche noch etwas verändern kann. «Den Unterschied zu sehen, das tut einem echt in der Seele weh», sagt sie. Damit ist Hapel, die Biologie und Kunst an einem Gym nasium unterrichtet, einer der wenigen Menschen, die gesehen haben, was für eine Krise sich unter der schimmernden Oberflä che der Ostsee abspielt. Eine, die von Land aus kaum zu erkennen ist: Dem Meer geht die Luft aus.
Todeszonen weiten sich aus Seite 16: Unter der Wasser oberfläche weiten sich die sauer stoffarmen Zonen aus. Seite 18, oben: Die Meeres schützer:innen gehen oft in der Ostsee tauchen. Die Todeszonen könne man schon mit der Schwimm brille sehen. Seite 18, unten: Neele Hapel beobachtet immer wieder, wie eingesetztes Seegras unter Wasser sofort Fische anzieht.
Todeszonen sind sauerstofffreie Bereiche, in denen giftiger Schwe felwasserstoff entsteht. In der Ostsee hat sich ihre Fläche inner halb von hundert Jahren verzehnfacht. Was diese Ausbreitung der lebensfeindlichen Zonen beschleunigt, daran forscht Jacob Carstensen schon seit vielen Jahren. Auf einem Steg des Uni campus, etwa drei Fahrstunden von Broager entfernt, zieht der Ökologe und Meeresbiologe der dänischen Universität Aarhus mit einem gläsernen Röhrchen eine Stichprobe aus dem Meeres boden. In leuchtenden Farbtönen zeichnen sich im Glas Schich ten im Sediment ab. «An den Farben», sagt Carstensen, «können wir den Stickstoffgehalt erkennen.» Ohne Stickstoff kein Leben. Zu viel Stickstoff aber bringt den Tod. Er regt das Wachstum von Algen an. Wenn sie sterben, zersetzen Bakterien die Algen und verbrauchen dabei Sauerstoff.
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Manche der Mikroben produzieren Schwefelwasserstoff, der für viele Organismen giftig ist. Wo einst Algen blühten, breiten sich Todeszonen aus. Der Meeresboden ist dort kahl, bedeckt von ei ner glatten, oft grauschwarzen Schlammschicht. Nur noch Mikro organismen können in ihr überleben. Schwimmen Fische in eine solche Zone, muss sich bei ihnen das Gefühl einstellen, als ziehe sich ihnen plötzlich eine Plastiktüte über die Kiemen. Sie bekom men keine Luft mehr. Vor zwölf Jahren veröffentlichte Carstensen gemeinsam mit Kollegen eine Studie über die Ausbreitung der Todeszonen in der Ostsee, die international für Aufsehen sorgte: Die Fläche sau erstoffarmer Gebiete ist von rund 5000 Quadratkilometern vor über hundert Jahren auf 60 000 Quadratkilometer angewachsen. Seit Veröffentlichung der Studie haben sich die Zonen bereits um weitere 20 000 Quadratkilometer vergrössert. Dieses Phänomen tritt nicht nur in der Ostsee auf. Laut dem Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen ist die Zahl der Todeszonen in den Weltmeeren in elf Jahren von etwa 400 auf mehr als 700 gestiegen. Die Ostsee aber ist besonders betroffen.
Ein Meer wie eine Badewanne
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Die besondere Anfälligkeit der Ostsee hängt mit ihrer speziel len Beschaffenheit zusammen: Sie ist wie eine grosse Badewanne aufgebaut. Da sich das Wasser nur sehr langsam erneuere, etwa alle 30 Jahre, sammelten sich Nähr- und Schadstoffe aus den gut 200 Flüssen, die in die Ostsee mündeten, an, erklärt Carstensen. Gleichzeitig könne kaum frischer Sauerstoff nachströmen. Carstensen zeigt Bilder auf seinem Computer, Fotos von toten Fischen und grünen Algenteppichen, die ihm Freunde und Kolleginnen über die Jahre geschickt haben. An manchen Stellen «blüht» das Meer bis an die Oberfläche zu einem hellgrünen Schlick «auf». Es sind die wenigen sichtbaren Spuren der Todes zonen an der Wasseroberfläche, die sonst mit blossem Auge kaum zu erkennen sind. Manchmal kommt es zu Algenblüten an der Oberfläche, die sogar auf Satellitenbildern zu sehen sind. Gleichzeitig erwärmt sich die Ostsee aufgrund der Klimaerhitzung rund dreimal so stark wie andere Meere. Eigentlich könnte sich die Ostsee selbst reinigen – Mu scheln und Seegras filtern überschüssige Nährstoffe aus dem Wasser. Doch durch die jahrzehntelange intensive Landwirt schaft der neun Anrainerstaaten gelangten im 20. Jahrhundert immer mehr Pestizide, Dünger und Gülle ins Binnenmeer und legten diesen natürlichen Prozess lahm. Zwar reduzieren die Staa ten seit den 1980er-Jahren ihre Nährstoffeinträge, aber die erhoffte Erholung ist bislang nicht eingetreten.
Seite 21, oben: Ein Bagger holt Muscheln aus einem Muschel fischerboot. Seite 21, unten: Das Wasser der Ostsee erneuert sich nur etwa alle 30 Jahre.
Denn obwohl von aussen weniger Nährstoffe ins Meer gelangen, bleibt die Belastung hoch: Alte Stickstoff- und Phosphoreinträge wirken noch über Jahre nach – und: Die Klimaerwärmung ver stärkt die Prozesse. Um dem Effekt der Erwärmung etwas entge genzusetzen, müssten die Nährstoffeinträge heute weiter drastisch gesenkt werden, so Carstensen. Ein Land, das dazu immer wieder Schlagzeilen macht, ist Dänemark. Und das aus gutem Grund: 60 Prozent der Fläche Dänemarks werden landwirtschaftlich genutzt, drei Viertel davon für die Produktion von Tierfutter. Jedes Jahr werden rund 28 Mil lionen Schweine gemästet. 90 Prozent davon werden exportiert, überwiegend in die EU, aber auch nach China. Der Preis: hohe Nitratwerte im dänischen Grundwasser. Ein Missstand, der der letzten Wahl in Dänemark auch den Spitznamen «svinevalg» (Schweinewahl) einbrachte.
Auf der Suche nach der Ursache
Seite 22, oben: 60 Prozent der Fläche Dänemarks werden landwirt schaftlich genutzt. Seite 22, links unten: Etwa 70 Prozent der nationalen Stickstoffemissio nen werden laut dänischem Umweltministerium durch die Landwirt schaft verursacht. Seite 22, rechts unten: Landwirt Peter Kjær Knudsen fürchtet das neue Abkom men, das die Stickstoffausstösse reduzieren soll.
Es ist still vor dem Stall von Peter Kjær Knudsen, einem der gröss ten Schweinebauern Dänemarks. Vor einem seiner Schweineställe bei Bukkerup im westlichen Teil der dänischen Insel Seeland ist nur das gleichmässige Surren eines Windrads zu hören und das Flattern zweier Schwalben, die unter dem Vordach ihre Kreise ziehen. Nichts verrät, dass hinter den Wänden des lang gestreck ten Stalls 1700 Schweine und Ferkel für die Schlacht grossgezogen werden. Und nichts lässt erahnen, dass die industrielle Schweine zucht, die der Bauer mit zweien seiner Söhne in 24 Ställen in Dänemark und 3 in Schweden betreibt, auch etwas mit der Ostsee zu tun hat. Knudsen, 65, ist sauer, doch seine Stimme bleibt ruhig, als er noch einen Tag zuvor am Telefon sagt: «Mit den neuen Abkommen sind wir tot.» Dabei meint er die grüne Dreipartei envereinbarung, aus der 2024 unter Ministerpräsidentin Mette Frederiksen ein eigenes Transformationsministerium entstand. Mit einem klaren Ziel: Die jährlichen Stickstoffausstösse Däne marks sollen um fast 14 000 Tonnen gesenkt und innerhalb von 20 Jahren 10 Prozent der landwirtschaftlichen Flächen in Wälder und natürliche Lebensräume verwandelt werden. Als Knudsen die Tür zu seiner Wohnküche bei Hvalsø aufmacht, trägt er ein schwarzes T-Shirt mit der Aufschrift «I love Bacon», dazu ein passendes Käppi. Es ist das Logo des Betriebs. Er setzt sich an einen langen Tisch, an dem seine ganze Familie Platz hat, und bietet Leberwurst und Käse zum Frühstück an. Seit 1984 habe er den Betrieb stückweise immer weiter ausgebaut, sagt er. «Wir haben klein angefangen.» Heute gibt es weniger Schweinefarmen als noch in den 1980er-Jahren, doch die Gross betriebe, wie die von Knudsen, sind in den letzten Jahren immer
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weiter gewachsen. Dabei ist der Schweinebestand nicht zurückge gangen: Im Januar waren es 12,3 Millionen Schweine, ein Anstieg von 6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Knudsen hält insgesamt 10 000 Säue auf allen Farmen. Mit seinen Söhnen investierte er in neueste Technologie, etwa um den Ammoniakgeruch in manchen Ställen zu verringern, der ihn, auch in Zusammenhang mit Tierschutzbedenken zur industriellen Schweinezucht, immer wieder in die internationale Presse brachte.
«Völlig unmöglich» Was das Dreiparteienabkommen vorschlage, wäre der Tod der Landwirtschaft in Dänemark, so Knudsen. Diese knapp 14 000 Ton nen Stickstoff einzusparen, sei «unmöglich, völlig unmöglich». Seit 1987 habe sich die Menge des Nitrats auf den Äckern schon halbiert, und die Betriebe hätten sich technisch immer weiterent wickelt, um die Auswaschung möglichst gering zu halten. Und trotzdem: Der Regen fliesst ins Kattegat ab, das Ostseegebiet zwi schen Jütland und der schwedischen Westküste. Laut dem dänischen Umweltministerium ist die Land wirtschaft noch immer für etwa 70 Prozent der nationalen Stick stoffemissionen verantwortlich. Knudsen, dessen Gülle auf den Feldern ringsum landet, wo der Regen alles bis ins Kattegat aus wäscht, verärgert diese Zahl. Die Belastung stamme nicht nur von der Landwirtschaft, sondern in erheblichem Masse auch von industriellen Kläranlagen und menschlichen Abflüssen, doch wür den diese nicht ausreichend bemessen. Er nimmt noch einen Schluck aus seiner Kaffeetasse, dann eilt er zu seinen Arbeiter:innen, die zur Morgenbesprechung in die Wohnküche gekommen sind. Insgesamt beschäftigt Knudsen über 100 Mitarbeiter:innen. «Man kann vielleicht weniger Schwei ne produzieren, aber dann muss sich auch der Preis für Fleisch erhöhen», sagt er.
Es braucht bessere Kommunikation
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Rund 270 Kilometer entfernt steht Uwe Lund, 59, auf seinem Kutter «Popeye» im Hafen von Flensburg. In blauer Latzhose lässt er ein Fangnetz durch seine braun gebrannten Hände gleiten. Schon früh war er an diesem Tag draussen. «Um 3 Uhr», sagt er. Das erste Licht, das sei unschlagbar. Vor einem Jahr dachte der letz te Berufsfischer Flensburgs noch, nun gehe seine Ära endgültig zu Ende. Schleswig-Holstein hatte im März 2024 drei neue Schutz gebiete ausgewiesen. Insgesamt 12,5 Prozent der schleswig-holstei nischen Ostsee sollten bis 2030 «echte Ruhe- und Rückzugsorte» für Pflanzen und Tiere werden, darunter die Geltinger Bucht, in der Lund fischt.
Seite 25, oben: Uwe Lund ist der letzte Berufs fischer Schleswig- Holsteins. Seite 25, unten: Die Fangquoten in der Ostsee sind reguliert.
Während kaum kontrolliert werden könne, was vom Landes inneren durch Flüsse und Auen in die Ostsee gelange, werde die Fischerei immer weiter eingeschränkt, sagt der Flensburger. Be sonders reguliert sind bis heute die Fangquoten von Dorsch und Hering. Lund hielt sich an die Quoten, mit seinem kleinen Kutter fühlte er sich damit nicht als Verursacher des Problems. Sieben Mal sei er deswegen nach Kiel gefahren, um diese ausgewiesenen Naturschutzgebiete zu stoppen, sagt er. «Es half nix.» Und doch wirkt er ein Jahr später gelöster, denn er kann an der Flensburger Förde weiterfischen, und der Bestand von Scholle und Steinbutt ist grösser geworden. Lund ist bewusst, wie es am Boden der Förde aussieht. «Wenn du auf 20 Meter kommst, da ist alles tot», sagt er. Jetzt, da die neuen Schutzzonen im Meer eingerichtet sind und sein Geschäft trotzdem weitergeht, sieht er die Situation gelassener: «Es ist ernst, aber nicht hoffnungslos.»
Das Unsichtbare sichtbar machen Hoffnung hat auch Neele Hapel. Auch, weil es die Naturschutz zonen in der Ostsee jetzt gibt. «Nur weil man das Gefühl hat, man kann endlos weit gucken, heisst das nicht, es gibt nicht auch Gren zen für das eigene Tun. Es gibt einfach Orte, an die gehört kein Sportler, kein Taucher und kein Fischer. Die sollten nur den Tie ren gehören, damit sie sich erholen können. Im Wald haben wir das auch schon längst.» Damit Menschen verstehen, dass es sich lohnt, Seegras wiesen zu pflanzen oder in neue Steinriffe in der Ostsee zu investie ren, an d enen sich natürliche Wasserfilter wie Muscheln wieder festsetzen können – dazu müssen sie erst sehen, wie schön die Welt unter der Oberfläche sein kann. Deshalb arbeitet die Meeresschützerin mit einem Künst ler:innenduo des Berliner Studios Neonature an einem VR-Spiel. Darin sollen sich zwei Taucher:innen in gegensätzlichen Welten bewegen. In einer, in der es keine blühenden Riffe oder Fische mehr gibt, und im Gegensatz dazu in einer gesunden Ostsee voller Farben. Damit könne man sich besser vorstellen, wofür die Mee resschützer:innen kämpften. «Aber nicht nur mit erhobenem Zeigefinger, sondern auch mit positiven Impulsen», sagt Hapel. Viel leicht, sagt sie, würden sich dann ein paar Menschen mehr mal eine Taucherbrille aufsetzen und im Sommer unter die glitzernde Ober fläche tauchen, um zu sehen, wie es «ihrer» Ostsee wirklich geht.
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Franziska Grillmeier berichtet von den Grenzen Europas und darüber hinaus über Flucht, Klima und andere globale, im Alltag oft unsichtbare Themen. 2023 erschien ihr Buch «Die Insel» im C.H. Beck Verlag. Ihre investigativen Rechercheprojekte erschienen u. a. bei «Le Monde», der «Zeit» und im «ZDF Magazin Royale».
Charlotte Schmitz ist Dokumentarfotografin und Journalistin. Aufgewachsen in der dänischen Minderheit in Deutschland, studierte sie dokumen tarische Fotografie in Hannover (B. A.) und Visuelle Kultur in Kopenhagen (M. A.). Ihre Arbeiten wurden unter anderem in der «Washington Post», dem «Spiegel» und der «Zeit» veröffentlicht.
Diese Recherche wurde durch den Journalismfund Europe unterstützt.
Das steckt dahinter
Seegras
2,7 kg
Seegras ist für die Umwelt als CO2-Speicher von im menser Bedeutung. Die Pflanze entnimmt dem Meer Kohlendioxid und lagert den Kohlenstoffanteil im U ntergrund ein – und zwar 2,7 Kilogramm pro Qua dratmeter. Dadurch haben sich allein in der Ostsee aktuell 3 bis 12 Megatonnen Kohlenstoff angesam melt. Mit dieser grossen Speicherfähigkeit ist See gras 30- bis 50-mal effizienter als jeder Wald an Land.
4500 Jahre
Seegraswiesen bedecken global eine Fläche von rund 317 000 Quadratkilometern, was rund achtmal der Grösse der Schweiz entspricht. Trotzdem nehmen sie damit nur gerade mal 0,1 Prozent des weltweiten Meeresbodens ein. Vor vier Jahren entdeckte man vor Australiens Westküste den grössten zusammen hängenden Seegrasteppich der Welt, der sich über 180 Kilometer erstreckt. Das Erstaunliche daran: Es handelt sich um eine einzige Pflanze, die seit rund 4500 Jahren am Wachsen sein dürfte.
1∕ 5
Seegräser sind nicht nur CO2-Speicher, sondern auch wichtiger Lebensraum. Nur schon ein Hektar Seegraswiese dient etwa 100 000 Fischen und rund 125 Millionen wirbellosen Tie ren wie Muscheln und Schnecken als Rückzugsort, Kinderstube und Nah rungsquelle. Ausserdem sind mehr als ein Fünftel der wichtigsten Speisefisch arten der Welt für ihre Existenz auf Seegras angewiesen.
7%
650 Millionen Tonnen CO2
Warum der Schutz von Seegras wichtig ist? For schende haben berechnet, dass pro Jahr zusätzliche 650 Millionen Tonnen CO2 in die Atmosphäre emittiert werden könnten, wenn die globalen Seegraswie sen-Bestände weiterhin so abnehmen wie derzeit. Das ist 16-mal so viel CO2, wie die Schweiz in einem Jahr verursacht.
Jährlich nehmen die Seegrasbestände weltweit um rund 7 Prozent ab, was 22-mal der Fläche des Boden sees entspricht. Der Pflanze macht vor allem der durch die Klimakrise verursachte Wassertemperaturanstieg zu schaffen. Durch den erhöhten Eintrag von Nähr stoffen aus der Landwirtschaft hat Seegras ausser dem mit der steigenden Algenpopulation zu kämpfen, die den Wiesen das für ihre Fotosynthese überlebens wichtige Sonnenlicht stiehlt.
Quellen: bafu.admin.ch/de/klima; geomar.de/news/article/kohlenstoff-hotspots-in-der-ostsee; seegraswiesen.de; srf.ch/wissen/natur-tiere/rekordgewaechs-forschende-entdecken-dievermutlich-groesste-pflanze-der-welt; wwf.de/themen-projekte/meere-kuesten/seegraswiesenmikrokosmos-im-meer.
Text: Danielle Müller, Greenpeace Schweiz Bild: Charlotte Schmitz
Infografik
Abfalldeponie Ostsee
Die Ostsee hat nicht nur mit Todeszonen zu kämpfen. Von Bomben bis zu Geisternetzen finden sich diverse andere Arten von Verschmutzungen unter und an ihrer Oberfläche – und machen dem Binnenmeer zusätzlich zu schaffen.
Das deutsche Havariekommando fliegt zum Teil mehrmals am Tag mit Spezialflugzeugen über die Nord- und Ostsee, um Verschmutzungen aus der Luft festzustellen. 2025 wurden dadurch 21 Verschmutzungen in der Ostsee entdeckt. Es handelte sich um Ölfilme und andere, unbe kannte Substanzen, die zum Beispiel aus Tank waschungen oder von Bohrwasser stammen können. In knapp 40 Prozent der Fälle konnte das Havariekommando die Verursacher:innen iden tifizieren, das Beweismaterial wurde den jeweils zuständigen Ermittlungsbehörden überreicht.
Quellen: bundesumweltministerium.de/themen/meeresschutz/ munitionsaltlasten-im-meer; nabu.de/natur-und-landschaft/meere/ lebensraum-meer/gefahren/24489.html; umweltbundesamt.de/ themen/wasser/meere/nutzung-belastungen/munition-im-meer #schadstoffbelastung-durch-chemische-munition; «Ostesee-Report», Greenpeace Deutschland, 2019; «Untersuchung von per- und polyflu
Nicht nur der Meeresgrund der Ostsee ist ver schmutzt, auch ihre Oberfläche, insbesondere der Meeresschaum. Im Rahmen einer Studie untersuchte Greenpeace bei Boltenhagen und Kühlungsborn an der Ostseeküste den Schaum auf PFAS, industrielle Chemikalien – auch Ewig keitschemikalien genannt –, die für Mensch und Umwelt schädlich sind. Dabei wurden Konzen trationen von mehreren 10 000 Nanogramm pro Liter gefunden. Zum Vergleich: In deutschem Trinkwasser sind aufgrund der Schädlichkeit nur maximal 100 Nanogramm PFAS pro Liter erlaubt.
Am Grund der Ostsee liegen Schätzungen zufol ge rund 300 000 Tonnen Munitionsaltlasten. Ein Grossteil wurde am Ende des Zweiten Weltkriegs im Rahmen der Entwaffnung von Deutschland durch die Alliierten in Versenkungsgebieten im Meer entsorgt. Bei den Altlasten handelt es sich unter anderem um Bomben, Minen, Granaten, Raketen und Munitionskisten. Das Verrosten und Verrotten der Munitionshüllen stellt dabei eine erhebliche Gefahr für die Umwelt dar.
orierten Alkylsubstanzen (PFAS) im Meeresschaum an Nord- und Ost see-Stränden in Deutschland», Greenpeace Deutschland, 2025; wwf.de/themen-projekte/projektregionen/ostsee/geisternetze/ projektfortschritt-geisternetze; «Zustand der deutschen Ostsee gewässer 2024», Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukle are Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV), 2024.
Für eine 2024 veröffentlichte Studie wurde an der Ostseeküste zwischen 2016 und 2021 Plastik abfall gesammelt. Ergebnis: In den verschiede nen Buchten wurden 15 bis 30 Müllteile pro 100 Meter Strand gefunden, am häufigsten Plastikverpackungen für Lebensmittel und Ge tränke, Plastiktüten und Plastikdeckel. Vieles da von landet auch im Meer: 36 Prozent des Abfalls am Grund der Ostsee bestehen aus Einwegplas tikprodukten. Sogar Verpackungen aus den 1970er-Jahren wurden entdeckt.
Von den 300 000 Tonnen Munitionsaltlasten in der Ostsee entfallen rund 5000 Tonnen auf chemische Munition. Darin enthaltene Giftstoffe hatten im Krieg den Zweck, die physiologischen Funktionen des menschlichen Organismus so zu stören, dass die Kampffähigkeit der Soldaten beeinträchtigt war, oder sie wirkten sogar tödlich.
Illustration: Raffinerie
Nicht direkt die Ostsee, aber acht ihrer Zuflüsse hat Greenpeace Deutschland auf Pestizide un tersucht. Und alle acht Proben enthielten eine Mischung aus Herbiziden, Fungiziden und Insek tiziden. Brisant: Elf der vorgefundenen Pflanzen schutzmittel sind in der EU verboten. Jedes Jahr gelangen Tausende von Tonnen Pestizide über diese Zuflüsse in die Ostsee – und schon in sehr geringer Menge können sie schädliche Folgen für die Umwelt haben.
Auch die Fischerei hinterlässt ihre Spuren, und das nicht nur beim Bestand. In der Ostsee gehen jedes Jahr bis zu 10 000 Netzteile von Schiffen verloren. Bis sich diese ganz zersetzt haben – und zwar zu Mikroplastik –, dauert es Hunderte von Jahren. Wie gross die Masse an Geister netzen, die sich am Boden des Binnenmeers befindet, tatsächlich ist, darüber gibt es keine Schätzung. Aber: Sie muss gigantisch sein, denn nur schon während sechs Tagen Aufräumen am Meeresgrund hat der WWF 2021 sechs Tonnen Geisternetze aus der Ostsee geborgen.
Do it yourself
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Waschsoda, Zitronensäure, Salz und Wasser in einer Schüssel miteinander vermengen. Die Masse in die Eiswürfelform geben und mindestens 24 Stunden an einem kühlen und trockenen Ort aushärten lassen. Und schon sind die eigenen Tabs bereit für das dreckige Geschirr.
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In Geschirrspülmittel sind viele umweltschädliche und gesundheitsgefährdende Chemikalien enthalten, die über das Abwasser in die Natur gelangen. Zum Beispiel Benzotriazol, ein Silberschutzmittel, das für Wasserorganismen langfristig giftig ist, oder fettlösende Tenside, die oft aus Erd- oder Palmöl hergestellt werden und Wasserlebewesen gefährden.
Illustration: Raffinerie
3–4 EL Wasser
Interview
Eine grosse Chance
Seit Anfang 2026 ist das UN-Hochseeschutz abkommen in Kraft. Was diesen globalen Vertrag einzigartig macht, warum die Schweiz ihn bald ratifizieren sollte und weshalb Tiefseebergbau nie nachhaltig sein kann, erklärt Iris Menn, Geschäftsleiterin von Greenpeace Schweiz. Autorin: Katharina Wehrli
Frau Menn, es heisst, der neue globale Vertrag zum Schutz der Meere sei das bedeutendste Umweltschutzabkommen seit dem Pariser Klimavertrag. Warum ist er so wichtig?
Greenpeace kämpft seit Längerem dafür, dass 30 Prozent der Hochsee geschützt werden. Wird dieses Ziel mit dem neuen Abkommen erreichbar?
Unsere Studien zeigen, dass Ja. Denn mit diesem Abkommen ist die Weil er das erste Abkommen überhaupt wir diese Metalle Einrichtung von starken Schutzgebieten ist, das den Schutz und die Nutzung der vom Meeres- ohne jegliche Nutzung möglich. Nächstes Meere vereint. Zudem umfasst er die Jahr wird die erste Conference of Parties boden nicht hohe See, also den Meeresbereich aus stattfinden, also eine COP, wie man sie brauchen. serhalb der nationalen Gerichtsbarkeit. auch vom Klima kennt. Da werden die De Dieses Gebiet ist ein Gemeingut und um fasst 64 Prozent unserer Meere.
Iris Menn
tails der Umsetzung und die konkreten Schutzgebiete verhandelt.
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Über 90 Staaten haben das Abkommen bis jetzt ratifiziert, die Schweiz noch nicht. Mit welchen Folgen?
Die Schweiz hat sich zusammen mit an deren Staaten für ein Moratorium aus gesprochen. Wie geht es nun weiter?
Die Schweiz wird nicht an der COP teilnehmen und die Umsetzung des Abkom mens mitgestalten können, wenn sie es bis nächstes Jahr nicht ratifiziert hat.
Die Verhandlungen zur Zukunft des Tief seebergbaus finden bei der internationa len Meeresbodenbehörde ISA in Kingston auf Jamaika statt. Dort haben sich rund 40 Länder für ein Moratorium ausgespro chen, bis mehr wissenschaftliche Erkennt nisse über die Tiefsee und die Auswirkun gen des Bergbaus auf diesen Lebensraum vorliegen. Andere Länder wollen den Tief seebergbau vorwärtsbringen und arbei ten an einem Mining Code. Wir sind als Beobachter bei den Verhandlungen dabei und setzen uns für ein komplettes Verbot ein. Aber es gibt einen Störfaktor, einen Seitenläufer, der alle überholt: den ameri kanischen Präsidenten. Er hat im April per Dekret beschlossen, Tiefseebergbau zu erlauben. Definitiv darüber entscheiden wird er zu Beginn des nächsten Jahres. Das kanadische Unternehmen The Metals Company ist bereit, mit Tiefseebergbau zu beginnen, zusammen mit der Firma Allseas, die über die notwendige Technik verfügt und bereits ein Schiff für Tiefsee bergbau umgebaut hat. Hier gibt es eine Verbindung in die Schweiz, denn Allseas hat seinen Sitz im Kanton Freiburg.
Der Bund hat im Juni die Vernehmlas sung dazu gestartet und einen Gesetzesentwurf vorgelegt. Wie beurteilen Sie das geplante Gesetz?
Das kann ich leider noch nicht sagen. Wir haben gerade erst mit der Analyse be gonnen und werden uns natürlich an der Vernehmlassung beteiligen. Für uns ist relevant, dass die Ratifizierung mit einem starken Commitment erfolgt, damit das Abkommen auf nationaler Ebene nicht verwässert wird.
Auch in der Schweiz kommt der Sauerstoff für jeden zwei ten unserer Atemzüge aus dem Meer. Iris Menn
Warum ist ein besserer Meeresschutz auch für ein Binnenland wie die Schweiz wichtig?
Auch in der Schweiz kommt der Sauerstoff für jeden zweiten unserer Atemzüge aus dem Meer und wir essen Meeresfische und -früchte. Zudem profitieren wir mit un serer Pharmaindustrie von genetischen Sequenzen, die aus dem Meer stammen und beispielsweise in medizinischen Pro dukten verwendet werden. Und vor allem hat das Meer einen positiven Einfluss aufs Klima: Es nimmt viel CO2 aus der Luft auf. Je stärker und resilienter es ist, desto bes ser funktioniert das. Globale Konzerne wollen künftig Roh stoffe wie Mangan, Kobalt und Nickel vom Meeresboden abbauen. Was sind die Risiken dieses Tiefseebergbaus?
Das Kernrisiko ist, dass die Tiefsee als einer der grössten und letzten nahezu un berührten Lebensräume zerstört wird. Dieser Lebensraum ist extrem sensibel, kalt und dunkel. Die Pflanzen und Tiere dort sind sehr angepasst: Sie wachsen und vermehren sich aufgrund der Kälte und des Drucks sehr langsam. Würden sie durch Bergbaugeräte getötet und ihr Lebensraum zerstört, könnte sich dieses Ökosystem vermutlich nie mehr erholen. Deshalb kann Tiefseebergbau aus unse rer Sicht nie nachhaltig sein.
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Es ist das erste Abkommen überhaupt, das den Schutz und die Nutzung der Meere vereint. Iris Menn
Ein Argument für Tiefseebergbau ist, dass wir diese Rohstoffe für die Energie wende benötigen, etwa für die Elektri fizierung des Verkehrs. Wie stehen Sie dazu?
Unsere Studien zeigen, dass wir diese Metalle vom Meeresboden nicht brau chen. Wir können mehr Rohstoffe über Recycling gewinnen. Auch wird es bald neue Batterielösungen geben, die ohne diese Metalle auskommen. Zudem sollten wir auch beim Verkehr über Suffizienz sprechen: Wie viel individuellen Verkehr wollen wir eigentlich? Wir können andere Lösungen finden, wenn wir es wollen. Aus meiner Sicht sollte Tiefseebergbau nie genehmigt werden. Wir haben hier die grosse Chance, einen der letzten nahezu unberührten Lebensräume zu schützen, bevor man ihn zerstört.
Illustration: Jörn Kaspuhl, kaspuhl.com
Testament
Bild: © Lorenzo Moscia / Greenpeace
TESTAMENTE KÖNNEN DIE WELT VERÄNDERN Ein Testament ist mehr als ein rechtliches Dokument. Es ist Ihre letzte Botschaft an die Welt und entscheidet darüber, was über Ihr Leben hinaus Bestand haben soll. Am 13. September findet jährlich der Inter nationale Tag des Testaments statt – ein Tag, an dem auf dessen Wichtigkeit und Wirkung aufmerksam gemacht wird. Ein Vermächt nis, egal welcher Grösse, bewirkt nachhal tige Veränderungen und sichert unsere Ar beit für den Schutz des Meeres, der Wälder und der Artenvielfalt für die kommenden Generationen. Kennen Sie bereits unseren Testament-Rechner, mit dem Sie online Ihre persönliche Situation verbildlichen können? Probieren Sie ihn aus: greenpeace.ch/de/testament-rechner
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Bei Fragen steht Ihnen Claudia Steiger, Verantwortliche Erbschaften, gerne zur Verfügung: 044 447 41 79 claudia.steiger@greenpeace.org greenpeace.ch/legate
Das Rätsel rund ums Greenpeace-Magazin
Rätsel
war das Bachneunauge Fisch 1 Wann des Jahres? W: P: U:
2017 2018 2019
Über fünf Kilogramm Weniger als ein Kilogramm Bis zu drei Kilogramm
heisst die Schweizer Firma, die in den 3 Wie Tiefseebergbau involviert ist? L: D: O:
Allseas Wholeoceans Halfwaters
Bomben Kanonen
Tiefsee-Borkenkäfer Tiefsee-Salamander Tiefsee-Ringelwurm
gross ist die Fläche, die Seegras 6 Wie wiesen weltweit bedecken? E: I: K:
317 000 Quadratkilometer 973 000 Quadratmeter 105 Hektar
heisst die Initiative, die Sie in der Mitte 7 Wie des Heftes unterschreiben können? J: E: N:
lagert am Grund der Ostsee? 4 Was A: Flugzeuge T: S:
Welches Lebewesen wurde von
B: N: M:
viel Palmkernmehl bekommt eine 2 Wie Milchkuh von Fonterra täglich? R: M: E:
in der arktischen Tiefsee 5 Greenpeace angetroffen?
Flugticket-Abgabe-Initiative Mobilitätsbon-Initiative Zugförderungs-Initiative
viele Lizenzen für die Erforschung 8 Wie des Tiefseebergbaus wurden bereits vergeben? R: P: H:
30 10 50
Lösungswort: Wir verlosen fünf Mal ein signiertes Exemplar des Buches «Der Regenbogenfisch». Marcus Pfister schuf mit dem Regen bogenfisch eine der weltweit beliebtesten Bilderbuchfiguren. Die Botschaft der Geschichte: Teilen macht Freude. Senden Sie das Lösungswort inklusive Ihrer Adresse bis zum 29. Oktober 2026 per E-Mail an redaktion@greenpeace.ch oder per Post an Greenpeace Schweiz, Redaktion Magazin, Stichwort Ökorätsel, Postfach, 8036 Zürich. Der Rechtsweg ist ausge schlossen. Über die Verlosung wird keine Korrespondenz geführt.
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Das Lösungswort des Rätsels aus dem Magazin 2/26 lautet: Proteine
Schlusswort
Meeresstrand
Haben Sie schon einen Menschen getroffen, der das Meer nicht mag? Es beschenkt uns reichlich: Sauerstoff für jeden zweiten unserer Atemzüge, Nahrung, DNA-Sequenzen für Medikamente, Formen und Farben für Design, Korallen riffe als natürliche Wellenbrecher, Vergnügen, Erholung und vieles mehr. Wir alle finden etwas im und am Meer. Es hat eine Anziehungskraft auf uns, so wie der Mond in seinem Lauf um die Erde das Wasser der Ozeane anzieht und die Gezeiten entstehen lässt. Lassen Sie uns das Meer bewahren! Es ist unser gemeinsames Gut, denn der grösste Teil der Meere liegt ausserhalb nationaler und somit in gemeinschaftlicher Verantwortung. Also auch in der Verantwortung der Schweiz. Der Druck der Ausbeutung ist massiv, und wie Sie im Heft gelesen haben, ist die Tiefsee das neue Ziel auf der Suche nach Ressourcen und Profit. Das Meer braucht unsere Sorge und Pflege – dringlich und jetzt. Viele Dichter:innen hat das Meer inspiriert, und ich möchte Ihnen ein Gedicht, das mir als Nordsee-Liebhaberin besonders gefällt, mit auf den Weg geben: «Meeresstrand» von Theodor Storm. Ans Haff nun fliegt die Möwe, Und Dämm’rung bricht herein; Über die feuchten Watten Spiegelt der Abendschein.
Ich höre des gärenden Schlammes Geheimnisvollen Ton, Einsames Vogelrufen – So war es immer schon.
Graues Geflügel huschet Neben dem Wasser her; Wie Träume liegen die Inseln Im Nebel auf dem Meer.
Noch einmal schauert leise Und schweiget dann der Wind; Vernehmlich werden die Stimmen, Die über der Tiefe sind.
Bild: © Anne Morgenstern
Ihre Iris Menn, Geschäftsleiterin Greenpeace Schweiz
Spotlight
Bachneunauge (Lampetra planeri) Merkmale Bachneunaugen gelten als lebende Fossilien. Sie ge hören zu den letzten Überlebenden der urtümlichsten Wirbeltiergruppe, und erste Spuren des Tieres findet man bereits vor über 500 Millionen Jahren. Ihren Na men verdanken Bachneunaugen frühen Naturbeob achter:innen, die die sieben runden Kiemenöffnungen und das Nasenloch des Unterwassertiers fälschlicher weise als zusätzliche Augen bestimmt hatten. Die 10 bis 20 Zentimeter langen Bachneun augen besitzen keine Knochen und Kiefer, weshalb sie zu den Rundmäulern zählen. Auch haben sie keine Schuppen, ihre Haut wird von einer dicken Schleim schicht geschützt. Ein besonderes Merkmal des Bach neunauges ist das Maul, das aus einer einzigartigen, bezahnten Saugscheibe besteht. Damit heftet sich die Spezies an Fische, entfernt mit der ebenfalls bezahnten Zunge deren Haut und ernährt sich vom darunterlie genden Gewebe und Blut.
Vorkommen In Europa ist das Bachneunauge vor allem im gesam ten Nord- und Ostseebereich weitverbreitet, kommt aber auch in Südfrankreich, Süditalien und Sardinien vor. In der Schweiz ist es mehrheitlich auf der Alpennordseite angesiedelt, kommt jedoch nur noch selten vor. Sein eng verwandter Artgenosse, das Flussneunauge, ist hierzulande bereits ausgestorben. Der Schweizer Fisch des Jahres 2017 ist in kla ren Bächen und kleinen Flüssen zu finden. Er benö tigt – vor allem für das Laichen – sandigen oder kiesigen Untergrund, genügend Sauerstoff und eine Wasser temperatur von mehr als zehn Grad.
Gefährdung Das Bachneunauge gilt in der Schweiz als stark gefähr det (EN), was vor allem auf Gewässerverbauungen so wie die Verschlechterung der Wasserqualität zurückzu führen ist. So schneiden etwa Dämme die Rundmäuler von ihren Laichplätzen ab, und Gewässervergiftungen, beispielsweise durch Gülle, töten ihren Nachwuchs. Um die Bachneunaugen-Population in der Schweiz zu regenerieren, braucht es dringend Gewäs serrevitalisierungen und eine naturnähere Landwirt schaft. Zudem müssten die für die Laichwanderung notwendigen Gewässervernetzungen wiederhergestellt werden.
Quellen: «Das Bachneunauge», Schweizerischer Fischerei-Verband SFV, 2017; wwf-be.ch/fileadmin/user_upload_section_be/ Dokumente/Themen/Arten_Biotopschutz/ Bachneunauge_WWF.pdf Illustration: Janine Wiget ist gelernte Grafik designerin und Hochbauzeichnerin. Die Zürcherin arbeitet als freischaffende Illustratorin in verschiedensten Themenbereichen.
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aft Hier Patensch abschliessen
KOMMEN SIE AN BORD! Plastik, Überfischung und Artensterben setzen den Ozeanen massiv zu. Seit Jahr zehnten werden unsere Weltmeere geplündert, beraubt und verschmutzt. Doch mit dem UN-Hochseeschutzabkommen wächst die Hoffnung, denn nun müssen bis 2030 neue Meeresschutzgebiete festgelegt werden.
/ h/de/handeln greenpeace.c af t/ ch ns te pa n/ spende eer/ patenschaf t-m
Tragen Sie mit einer Meerespatenschaft dazu bei, unsere Ozeane und den Lebens raum vieler einzigartiger Lebewesen zu schützen. Wale, Delfine und Schildkröten sagen Danke!