Anhang zur Jahresrechnung 2025
A Rechnungslegungsgrundsätze
A.1 Grundsätze der Rechnungslegung
Die vorliegende Jahresrechnung wurde nach den Schweizerischen Fachempfehlungen zur Rechnungslegung Swiss GAAP FER erstellt (Einhaltung des Rahmenkonzepts, der Kern-FER und der weiteren Swiss GAAP FER). Sie vermittelt ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage nach dem Grundsatz der «true and fair view». Die Jahresrechnung entspricht dem schweizerischen Gesetz, insbesondere den Artikeln über die kaufmännische Buchführung und Rechnungslegung des Obligationenrechts (Art. 957 bis 962) und der Stiftungsurkunde von Greenpeace Schweiz. Aufgrund von kaufmännischer Rundung können geringfügige Rundungsdifferenzen entstehen.
A.2 Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze Die Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze sind gegenüber dem Vorjahr unverändert geblieben. Für die Jahresrechnung wird grundsätzlich das Anschaffungs- bzw. Herstellungskostenprinzip angewandt. Es gilt der Grundsatz der Einzelbewertung von Aktiven und Passiven. Die wichtigsten Bilanzierungsgrundsätze werden nachfolgend dargestellt.
Fremdwährungsumrechnung: Aktiv- und Passivbestände in fremder Währung werden zu Devisenschlusskursen am Bilanzstichtag, Geschäftsvorgänge in Fremdwährung zum jeweiligen Tageskurs umgerechnet.
Flüssige Mittel: Die flüssigen Mittel umfassen Kassenbestände, Post- und Bankguthaben. Diese sind zu Nominalwerten bewertet.
Übrige kurzfristige Forderungen gegenüber Nahestehenden und Dritten: Die Greenpeace-Länderbüros, das Büro von Greenpeace International sowie die niederländischen Stiftungen Neptunus und Varuna werden als nahestehende Organisationen betrachtet. Da Greenpeace Schweiz auf diese weder einen beherrschenden Einfluss ausübt noch aufgrund von gemeinsamer Kontrolle die Führung ausüben kann, werden sie nicht konsolidiert. Forderungen werden zum Nominalwert eingesetzt. Ausfallgefährdete Debitoren werden einzelwertberichtigt.
Sachanlagen und immaterielles Anlagevermögen: Sachanlagen und immaterielle Anlagen werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich
notwendiger Abschreibungen bilanziert. Sachanlagen zu Renditezwecke werden keine gehalten.
Anlagekategorien Abschreibungsdauer in Jahren
IT-Hard- und -Software (inkl. Datenbank-Software), Telekommunikation, Foto- und
Finanzanlagen: Finanzanlagen werden zu Anschaffungskosten unter Abzug allfälliger Wertbeeinträchtigungen bewertet. In den Finanzanlagen ausgewiesene Wertschriften werden zu aktuellen Marktwerten bilanziert.
Verbindlichkeiten und Rückstellungen: Verbindlichkeiten werden zum Nominalwert eingesetzt. Rückstellungen werden für rechtliche und faktische Verpflichtungen gebildet und widerspiegeln die per Bilanzstichtag wahrscheinlichen Mittelabflüsse.
B Erläuterungen zur Bilanz
B.1 Flüssige Mittel
Unter den flüssigen Mittel werden Festgeldanlagen von CHF 3,5 Mio. (Vorjahr: CHF 2,0 Mio.) ausgewiesen, welche innerhalb Jahresfrist zur Rückzahlung fällig werden.
B.2 Übrige kurzfristige Forderungen gegenüber Nahestehenden
Bei der Forderung gegenüber der Stiftung Neptunus handelt es sich um die 2026 fällige Rückzahlungsrate eines Darlehens für den Bau des neuen Greenpeace-Schiffes und bei der Forderung gegenüber Greenpeace International um aufgelaufene Weiterverrechnungen von Personalkosten sowie Projektbeiträge an Greenpeace Schweiz.
(→ Tabelle B.2)
B.3 Aktive Rechnungsabgrenzung
Innerhalb der aktiven Rechnungsabgrenzung werden hauptsächlich Vorauszahlungen von Sozialversicherungsprämien und IT-Lizenzen des Folgejahres sowie Vorauszahlungen von Kampagnen- und Marketingaufwänden zusammengefasst. Weiter sind darin im Jahr 2025 zugesprochene Erbschaften von CHF 4 252 430 enthalten, welche im Januar 2026 ausgezahlt wurden (Vorjahr: CHF 205 501).
B.4 Mobile Sachanlagen und immaterielles Anlagevermögen
Sachanlagen sind Bauinvestitionen in Büro- und Lagerausbau, Mobilien, Einrichtungen, IT-Hard- und Software sowie Fahrzeuge, die Greenpeace Schweiz für die Leistungserbringung und die Verwaltung selbst benötigt. (→ Tabelle B.4)
B.5 Finanzielles Anlagevermögen
Greenpeace Schweiz war ein Gründungsmitglied der Alternativen Bank Schweiz. Weiter hält Greenpeace Schweiz aus strategischen Gründen diverse Aktien an Kapitalgesellschaften. (→ Tabelle B.5)
B.6 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
Wie im Vorjahr ist der Bestand auf diverse Fundraising- und Kampagnenaufwände zurückzuführen, die im letzten Quartal begannen und teilweise per Bilanzstichtag noch nicht beglichen waren.
B.7 Übrige kurzfristige Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Organisationen Die Verbindlichkeiten gegenüber Greenpeace Deutschland sind Kampagnenkosten, die an Greenpeace Schweiz weiterverrechnet werden. Bei der Verbindlichkeit gegenüber der Stiftung Varuna handelt es sich um eine Spende zur Weiterleitung. Diese ging per Ende des Jahres bei Greenpeace Schweiz ein und konnte erst im Januar des Folgejahres weitergeleitet werden. (→ Tabelle B.7)
B.8 Übrige kurzfristige Verbindlichkeiten
Innerhalb der Verbindlichkeit gegenüber Sozialversicherungen sind die ausstehenden Verbindlichkeiten gegenüber der Pensionskasse (CHF 183 913, Vorjahr: CHF 188 506) und der SVA (CHF 123 989, Vorjahr: CHF 38 897) enthalten. (→ Tabelle B.8)
B.9 Rückstellungen
(→ Tabelle B.9)
C Erläuterungen zur Betriebsrechnung
C.1 Beiträge und Spenden
An Zuwendungen aus Nachlässen konnten im Berichtsjahr CHF 11,2 Mio. als Ertrag verbucht werden (Vorjahr: CHF 1,2 Mio.). Die Einnahmen aus den übrigen Beiträgen und Spenden liegen bei CHF 17,1 Mio. (Vorjahr: CHF 16,7 Mio.).
Analog Vorjahr unterstützten 2025 rund 118 000 Spenderinnen und Spender Greenpeace Schweiz. (→ Tabelle C.1)
C.2 Projektbezogene Spenden für internationale Greenpeace-Kampagnen Im Berichtsjahr konnte Greenpeace Schweiz den Eingang von CHF 3 430 101 für internationale Projekte verzeichnen (Vorjahr: CHF 3 766 030). Dieser Betrag teilt sich wie folgt auf: (→ Tabelle C.2).
C.3 Aufwand für die Leistungserbringung Der Aufwand für Öffentlichkeitsarbeit, die einer themenspezifischen Informations- und/oder Aufklärungskampagne dient, wurde dem nationalen Projektaufwand zugerechnet.
Als Fundraisingaufwand werden Aufwendungen offengelegt, die mit der unmittelbaren Generierung von Spenden und Erbschaften zusammenhängen. Dies umfasst den Aufwand zur Bearbeitung des gesamten Fundraisings.
Als administrativer Aufwand werden Aufwendungen offengelegt, die lediglich indirekt einen Beitrag an die Projekt- und Kampagnenarbeit der Stiftung Greenpeace Schweiz leisten und damit von unseren Zielgruppen nicht unmittelbar wahrgenommen werden. Sie stellen die Grundfunktionen der Stiftung Greenpeace Schweiz sicher.
Zusätzliche Informationen über die nationalen und internationalen Projekte und Kampagnen sowie die Medienarbeit gibt unser Jahresbericht. Er ist im Internet unter www.greenpeace.ch erhältlich. (→ Tabelle C.3)
C.4 Übriger Ertrag
Der übrige Ertrag enthält im Berichtsjahr als grösste Position mit CHF 48 924 die Weiterverrechnung von Overheadkosten für Personal von Greenpeace International, welches seinen Arbeitsplatz bei Greenpeace Schweiz hat (Vorjahr: CHF 63 779). Weiter enthalten sind Mieteinnahmen von CHF 28 059 (Vorjahr: CHF 28 054) für eine untervermietete Bürofläche, CHF 37 003 Einnahmen durch Merchandisingverkauf (Vorjahr: CHF 36 660) und CHF 10 477 für verschiedene andere Einnahmen (Vorjahr: CHF 5146).
C.5 Ausserordentlicher Ertrag
Greenpeace Schweiz erhielt im Vorjahr Überschussbeteiligungen von CHF 102 769 aus der Kollektiv-Kranken- und Unfallversicherung der Jahre 2021–2023 ausgezahlt.
C.6 Ausserordentlicher Aufwand Für vorzeitig ersetzte und noch nicht vollständig abgeschriebene IT-Hardware musste im Berichtsjahr eine ausserordentliche Abschreibung
D Erläuterungen zur Geldflussrechnung
D.1 Geldfluss aus Betriebstätigkeit
Das Jahresergebnis der Berichtsperiode vor Veränderung Fonds- und Organisationskapital lag mit CHF 9 595 154 um CHF 10 190 070 über dem Vorjahr. Gesamthaft resultierte ein Geldzufluss aus Betriebstätigkeit von CHF 5 611 258 (Vorjahr: Geldabfluss von CHF 673 509).
D.2 Geldfluss aus Investitionstätigkeit
Die Investitionen in Informations- und Kommunikationstechnologie, Mobiliar und Einrichtungen beliefen sich auf CHF 20 559 (Vorjahr: CHF 14 042).
Die Investition in Finanzanlagen betrifft im Berichtsjahr die Zeichnung einer Festgeldanlage und im Vorjahr ein langfristiges Darlehen an eine nahestehende Organisation.
Die Desinvestition von Finanzanlagen betrifft im Berichtsjahr die Umgliederung in die flüssigen Mittel einer innert Jahresfrist zur Rückzahlung fälligen Festgeldanlage sowie die Rückzahlung der ersten Rate des langfristigen Darlehens an eine nahestehende Organisation.
E Erläuterungen zur Rechnung über die Veränderung des Kapitals
E.1 Grundsätze zur Rechnung über die Veränderung des Kapitals Greenpeace Schweiz verfügt über Fonds, die von Dritten geäufnet wurden und an bestimmte Zwecke gebunden sind. Sie werden in der Position «zweckgebundene Fonds» ausgewiesen.
Die Organisation hat selbst erarbeitete Mittel teilweise einem bestimmten Zweck zugewiesen. Diese werden als «gebundenes Kapital» im Organisationskapital ausgewiesen.
F Weitere Angaben zur Jahresrechnung
F.1 Jahressaläre der Geschäftsleitung und Entschädigung an die Stiftungsrätinnen und -räte
Gemäss der Stellenbeschreibung der Geschäftsleitung werden je 50 Prozent des Lohnes dem nationalen Kampagnenaufwand und 50 Prozent dem administrativen Aufwand zugewiesen.
Die Entschädigungen an den siebenköpfigen Stiftungsrat betrugen CHF 23 000 (Vorjahr: CHF 24 000). Darin enthalten ist die Entschädigung an das Stiftungsratspräsidium von CHF 7000 (Vorjahr: CHF 9000).
(→ Tabelle F.1)
B.2 Übrige kurzfristige Forderungen gegenüber Nahestehenden (in CHF)
B.9 Rückstellungen (in CHF)
F.2 Unentgeltliche Leistungen Ehrenamtliche und Freiwillige haben total 19 617 Stunden unentgeltliches Engagement für Greenpeace Schweiz geleistet (Vorjahr 22 906 Stunden).
Zudem gewähren uns verschiedene Medienunternehmen unentgeltliche Leistungen in Form von Inseraten und Sendezeit.
F.3 Eventualverbindlichkeiten Im Rahmen des Risikomanagements wurden sämtliche Zusammenarbeitsverträge und Kooperationen auf ihr finanzielles Risikopotenzial überprüft. Greenpeace Schweiz ist bei der einfachen Gesellschaft Umweltallianz als solidarisch haftende Gesellschafterin beteiligt. Mit der Genossenschaft Kalkbreite wurde für die Büroräumlichkeiten ein Fünfjahresvertrag abgeschlossen. Dieser endet per 31.1.2029 (mit Option einer Verlängerung). Greenpeace verpflichtet sich, bei einem Auszug den Zustand Grundausbau fachgerecht wiederherzustellen. Für einen allfälligen Rückbau wurden keine Rückstellungen gebildet, weil vorerst kein Umzug vorgesehen ist und anzunehmen ist, dass allfällige Nachmieter den Ausbaustandard übernehmen würden.
F.4
Personalvorsorgeverpflichtungen
Greenpeace Schweiz zahlte im Berichtsjahr CHF 379 998 Arbeitgeberbeiträge in die Vorsorgeeinrichtung ein (Vorjahr: CHF 382 202). Die Pensionskasse wies für das Jahr 2024 einen Deckungsgrad von 110,5 Prozent aus. Per Ende September 2025 wurde der Deckungsgrad provisorisch auf 113 Prozent berechnet.
Per Bilanzstichtag bestand gegenüber der Personalvorsorgeeinrichtung eine Verbindlichkeit von CHF 183 913 (Vorjahr: CHF 188 506).
Per Ende 2025 besteht für Greenpeace Schweiz kein wirtschaftlicher Nutzen. Aktuell ist nichts bekannt, das für Greenpeace Schweiz ein wirtschaftliches Risiko bedeuten würde.
F.5 Miet- und Leasingverpflichtungen Für die Miete der Büro- und Lagerräumlichkeiten sowie der Printsysteme bestehen mehrjährige Mietverträge mit unterschiedlicher Vertragsdauer. Bis zum Auslaufen der Verträge bestehen per 31.12.2025 Verpflichtungen von CHF 1 358 774. Im Vorjahr waren es CHF 1 236 244. (→ Tabelle F.5)
F.6 Angaben zu den Vollzeitstellen Im Berichtsjahr lag die Anzahl der Vollzeitstellen im Jahresdurchschnitt bei 58 (inkl. Temporär- und Projektmitarbeitende). Im Vorjahr lag der Jahresdurchschnitt bei 60.
F.7 Leistungsbericht
Der Leistungsbericht der Geschäftsleitung ist Teil des Jahresberichts 2025.
F.8 Ereignisse nach dem Bilanzstichtag Es sind keine wesentlichen Ereignisse nach dem Bilanzstichtag bekannt, welche die Rechnung 2025 beeinflussen könnten. Der Stiftungsrat hat die Jahresrechnung 2025 in seiner Sitzung vom 18. März 2026 genehmigt.
B.5 Finanzielles Anlagevermögen (in CHF)
B.7 Übrige kurzfristige Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Organisationen (in CHF) 31.12.25
Greenpeace Deutschland 905 1 766 Stiftung Varuna 50 000 0
Total übrige kurzfristige Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Organisationen
B.8 Übrige kurzfristige Verbindlichkeiten (in CHF)
905 1 766
C.1 Beiträge und
(in CHF)
C.2 Projektbezogene
(in CHF)
C.3 Aufwand für die Leistungserbringung (in CHF)
Bericht der Revisionsstelle zur eingeschränkten Revision nach Swiss GAAP FER An den Stiftungsrat der Greenpeace Schweiz, Zürich
Als Revisionsstelle haben wir die Jahresrechnung (bestehend aus Bilanz, Erfolgsrechnung, Geldflussrechnung, Rechnung über die Veränderung des Kapitals und Anhang) der Greenpeace Schweiz für das am 31. Dezember 2025 abgeschlossene Geschäftsjahr geprüft. In Übereinstimmung mit Swiss GAAP FER 21 unterliegen die Angaben im Leistungsbericht keiner Prüfungspflicht der Revisionsstelle.
Für die Aufstellung der Jahresrechnung in Übereinstimmung mit Swiss GAAP FER, den gesetzlichen Vorschriften und den Statuten ist der Stiftungsrat verantwortlich, während unsere Aufgabe darin besteht, die Jahresrechnung zu prüfen. Wir bestätigen, dass wir die gesetzlichen Anforderungen hinsichtlich Zulassung und Unabhängigkeit erfüllen.
Unsere Revision erfolgte nach dem Schweizer Standard zur Eingeschränkten Revision. Demnach ist diese Revision so zu planen und durchzuführen, dass wesentliche Fehlaussagen in der Jahresrechnung erkannt werden. Eine eingeschränkte Revision umfasst hauptsächlich Befragungen und analytische Prüfungshandlungen sowie den Umständen angemessene Detailprüfungen der bei der geprüften Einheit vorhandenen Unterlagen. Dagegen sind Prüfungen der betrieblichen Abläufe und des internen Kontrollsystems sowie Befragungen und weitere Prüfungshandlungen zur Aufdeckung deliktischer Handlungen oder anderer Gesetzesverstösse nicht Bestandteil dieser Revision.
Bei unserer Revision sind wir nicht auf Sachverhalte gestossen, aus denen wir schliessen müssten, dass die Jahresrechnung kein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage in Übereinstimmung mit Swiss GAAP FER vermittelt und nicht dem schweizerischen Gesetz und den Statuten entspricht.
Zürich, 18. März 2026 BDO AG
Philippe Baumann
Kevin Zweifel
Zugelassener Revisionsexperte Leitender Revisor Zugelassener Revisionsexperte
Beilagen
Jahresrechnung (Bilanz, Betriebsrechnung, Geldflussrechnung, Rechnung über die Veränderung des Kapitals und Anhang)