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Billeder Heimatblatt 2006

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www.billed.de

Billeder Heimatblatt 2006 Dezember 2006

Ende der Baragandeportation vor 50 Jahren

19. Ausgabe


Inhalt Rückblick

4

Bildergalerie

49

Aktuell

80

Dichtung und Mundart

87

Begegnungen

96

Leistung und Würdigung

110

Statistik

117

In eigener Sache

142

Inhaltsverzeichnis

144

Redaktion: Elisabeth Martini Layout, Grafik und Satz: Hans Rothgerber Herausgeber: Heimatortsgemeinschaft Billed www.billed.de Herstellung: Präzis-Druck Karlsruhe


Liebe Billeder überall in der Welt! Schnell ging auch das Jahr 2006 wieder vorbei und wir Billeder können, wie jedes Jahr, stolz auf das von uns Geleistete zurückblicken. Es ist uns erneut gelungen, die mittlerweile 19. Ausgabe unseres Mitteilungsblattes herausbringen. Dies war nur durch den Einsatz und das Zusammenwirken vieler unserer Landsleute möglich. Viele Autoren haben interessante Beiträge geschrieben und das Blatt inhaltlich mitgestaltet. Durch Spenden wurde die Herausgabe finanziell ermöglicht. In freiwilligem Arbeitseinsatz haben Landsleute in Karlsruhe mitgeholfen, dass das Heimatblatt rechtzeitig auf dem Postweg zu Ihnen kommt. An dieser Stelle möchte ich allen, die durch ihren Einsatz unsere Gemeinschaft unterstützen, meinen herzlichsten Dank aussprechen. Liebe Landsleute! Das Ihnen vorliegende Heimatblatt bringt kürzere oder längere Berichte und erinnert an wichtige Ereignisse unseres Werdegangs. Wir hoffen, dass dieses Buch viele Landsleute zur Mitarbeit an der nächsten Ausgabe anregt. Bitte enttäuschen Sie uns nicht und lassen Sie unsere Hoffnung Wirklichkeit werden! Für die kleine Welt unserer Gemeinschaft soll der bevorstehende Jahreswechsel Anlass bieten, Rückschau auf 2006 zu halten und Pläne für 2007 zu schmieden. Sie finden in dieser Ausgabe unter anderem Berichte über die stattgefundenen Aktivitäten im Jahr 2006: das Große Schwabentreffen in Ulm mit Auftritten unserer Trachtenträger und der Blasmusik in Halle 1, Seniorennachmittage in Karlsruhe, Herbstfest in Nürnberg, Auftritte der Trachtengruppe und Blasmusik in Ingolstadt bei der 1200-Jahrfeier und im Seniorenzentrum Josef Nischbach, Fahrt nach Wien, Schlachtfest in Frankenthal, Allerheiligen am Billeder Gedenkstein in Karlsruhe. Unser Heimatblatt erreicht seine Leser vor Weihnachten, weil wir uns bewusst sind, dass gerade in dieser Zeit Nachrichten von und über Billed auch die Herzen ansprechen. In dieser besinnlichen Zeit, so sagt man, strebe alles seiner Heimat zu. Doch was bedeutet „Heimat“? Was ist „Heimatliebe“? Was heißt „Heimatverbundenheit“? Heimat, das ist Liebe und Hoffnung, ist Freude und Sehnsucht, ist Vertrautheit, ist Erinnerung und Verbundenheit - mit einem Fleckchen Erde, mit den Vorfahren, mit der Familie, dem Ort, in dem man geboren oder aufgewachsen ist. Ein Mensch kann überall, wo er sich geliebt und angenommen fühlt, Heimat finden. Er kann dort überall daheim sein, wo sein Herz hinschlägt und er Wurzeln schlagen kann. Aber es gibt nur eine Heimat der Kindheit, und nie ist uns die eigene Kindheit so nah wie zur Weihnachtszeit. Wir alle haben gemeinsam, dass Billed uns ein Stück Heimat bedeutet in dieser Zeit. Ich möchte schon jetzt alle Billeder zu unserem Treffen 2007 am Pfingstsamstag einladen. Fühlen Sie sich herzlich eingeladen, nach Karlsruhe in die Badenerlandhalle zu kommen, gute Freunde oder Nachbarn zu treffen und zu sehen - und vielleicht auch zu staunen. Es ist ein guter Anlass, Erinnerungen auszutauschen. Es sind Erinnerungen, die einem immer wieder in den Sinn kommen, Erinnerungen über, die man sehr oft bei Besuchen von Landsleuten redet und ganz oft in Einsamkeit oder in Gesprächen davon zehrt. Wie sagt man immer so schön: Weißt du noch, wie es damals war? Der Vorstand der HOG Billed wünscht allen Mitgliedern und ihren Familien sowie allen Leserinnen und Lesern unseres Heimatblattes ein frohes Weihnachtsfest und ein gutes Jahr 2007! Werner Gilde, Vorsitzender der Heimatgemeinschaft Billed


Rückblick

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Foto: Olaru Winter 1954, Archiv Wilhelm Weber

Das Ende einer Massenverbannung Vor 50 Jahren: Die meisten der Baragan-Verschleppten kehren nach Billed zurück

A

lles hat einen Anfang und ein Ende, auch eine Verbannung. Was für den elfjährigen Adi Wagner im Juni 1951 scheinbar wie ein Ausflug beginnt, geht im Januar 1956 zu Ende: die Baragan-Deportation. Adi Wagner gehört zu einer der 229 deutschen Familien aus Billed, die nach der Russland-Verschleppung im Januar 1945 das zweite große Leid erdulden müssen. Sie dürfen ihre Hüttendörfer in der Donautiefebene, dem Baragan, verlassen. Seither sind 50 Jahre vergangen. Doch nicht alle haben den Tag der Heimkehr erlebt. Und nicht alle dürfen nach Billed zurück. Von den verschleppten Deutschen aus Billed sind 58 in der Verbannung gestorben. Ihre Gräber gibt es nicht mehr. 25 wurden in der Verban-

Hans Steiner nung geboren, drei davon sind in der Donautiefebene gestorben, 18 sind im Frühjahr 1956 nach Billed gelangt. 18 Ehen mit Billeder Beteiligung wurden im Baragan geschlossen. Am 17. Juni 1951 mussten sie den Weg in die Verbannung antreten - zusammen mit 135 Familien rumänischer Flüchtlinge aus Bessarabien und aus der Bukowina, darunter auch Mazedonier aus dem bulgarischen Teil der Dobrudscha. Aus Billed wurden 931 Personen verschleppt, 529 Deutsche und 457 Rumänen. Die Deutschen sind nach Billed zurückgekehrt. Doch war es tatsächlich eine Heimkehr? Die Häuser der Rückkehrer sind besetzt von Kolonisten, die ihnen feindselig gegenüberste-


Rückblick hen. Wahrscheinlich hat jeder diese Heimkehr anders empfunden. Wie Heimkehr und Suche nach einer neuen Heimat verlaufen und empfunden werden können, schildert Johann Steiner in nachstehender Geschichte. Heimkehr in die Fremde An einem kalten Wintertag kurz vor Weihnachten 1955 macht sich in einem aus Hütten bestehenden Dorf etwa ein Dutzend Leute auf den Weg Richtung Bahnhof Cioara bei Braila. Für Elisabeth Wagner (1919-1977) beginnt an jenem Morgen ein kleines Abenteuer, das nach einer langen, anstrengenden, etwa 800 Kilometer langen Zugfahrt gut in Billed im Banat enden wird. Der Winter hat die unwirtliche Donautiefebene, den Baragan, wie die einheimischen Rumänen diesen Landstrich nennen, der sich im Süden und Osten an die Richtung Schwarzes Meer strebende Donau schmiegt, noch fest im Griff. Kinder und Erwachsene frieren auf dem offenen Lastkraftwagen, der sie auf der schlechten Straße durchrüttelt. Adi Wagner (Jahrgang 1940) hat alles noch in guter Erinnerung: „Das Thermometer zeigte um die minus 25 Grad.“ Elisabeth Wagner will so rasch wie möglich nach Hause, wo sie 1951 im Juni Vater und Mutter zurücklassen musste. Jetzt, Ende 1955, liegt ihre Mutter, Maria Maurer (1896-1956), im Sterben. Sie will sie noch einmal sehen. Und weil sie als eine der Ersten dieses von Verbannten aufgebaute Hüttendorf auf Nimmerwiedersehen verlässt, hat sie sich der Kinder einiger Bekannten angenommen. Sie tut etwas, was nicht jeder täte. Sie will die Kinder heil in die Heimat zu Verwandten bringen. Die Familien dieser Kinder wollen alle aus der Verbannung nachkommen. Sie müssen sich gedulden, denn es ist nicht einfach, einen Güterwaggon zu mieten, um die paar Habseligkeiten westwärts befördern zu können. Als die rund 40000 Banater Schwaben im Juni 1951 in die Verbannung mussten, hatten genü-

5 gend Waggons am Bahnhof in Billed gestanden. Die 800 Kilometer lange Fahrt Richtung Osten war kostenlos, hatte aber doch ihren Preis: Die für die Verschleppung bestimmten Familien mussten das meiste ihrer Resthabe zurücklassen. Als die 229 deutschen Familien aus Billed am 17. Juni 1951 mit ihren wenigen Habseligkeiten den Weg zum Bahnhof antreten, steht so mancher am Straßenrand oder hinter dem Fenster, um sich diesen Elendszug anzusehen. Manchem kommen die Tränen. Doch auch der Spruch, „Geschieht ihnen schon recht“, ist zu hören. Johannes´ Mutter klingt das immer noch in den Ohren, was aus dem Mund einiger Weniger gekommen ist. „Ob die vergessen haben, dass die Letzten aus den russischen Arbeitslagern erst vor kurzem heimgekehrt sind? Was gibt denen die Sicherheit, dass sie nicht bald an der Reihe sind?“, fragt sich Johannes´ Mutter an jenem 17. Juni. Doch es sind nicht nur Deutsche, die an jenem 17. Juni aus Billed verschleppt werden. Zusammen mit ihnen müssen auch 123 Familien, rumänische Flüchtlinge aus Bessarabien, aus der Bukowina und Mazedonier aus dem bulgarischen Teil der Dobrudscha, den Weg in die Verbannung antreten. Aus Billed werden 931 Personen verschleppt, davon sind 529 Deutsche. Elisabeth Wagner steigt an dem Wintertag 1955 in Cioara mit ihrer zwölfjährigen Tochter Marliese in den Zug Richtung Bukarest. In ihrer Obhut sind ferner die zwei Jahe ältere Marliese Braun, die sechsjährige Anna Mumper - alle in Billed geboren - der 16-jährige Erich Heinz aus Perjamosch und der siebenjährige Johannes. Für Johannes ist es schon das zweite Mal, dass er dieses Dorf nahe des Donau-Nebenflusses Calmatui verlässt. Schon im Sommer 1955 ist er über Oltenien bis Temeswar gelangt. Es war ein Urlaub, der ihm gut tun sollte, ihn aber für ein ganzes Leben gezeichnet, ja ihm geschadet hat. So wie dieses Mal hat er die Zugfahrten im Vorjahr nicht erlebt. Vielleicht ist er gereift, seit er die Schule besucht.


6 Bis Bukarest verläuft die Fahrt normal. Doch am Abend kommen die Kinder wegen der vielen Lichter und der vielen Menschen rund um den Bahnhof der rumänischen Hauptstadt nicht mehr aus dem Staunen heraus. Die Ohs wechseln sich mit den Ahs ab. Elisabeth Wagner hat Mühe, die kleine Schar zusammenzuhalten. Die Wartezeit auf dem Bukarester Bahnhof ist nicht so lange wie jene beim Abschied von Billed am 17. Juni 1951. Elisabeth Wagner ist kaum im Anschlusszug in Bukarest Richtung Temeswar, da gibt es Ärger. Im Jahr 1955 kontrolliert die Polizei noch jeden gründlich, der in einen Zug steigt, besonders wenn es westwärts geht, denn die Verbannungsorte liegen alle im Südosten des Landes. Elisabeth Wagner kann keine Papiere vorweisen, die liegen alle in einem Holzkoffer, den Adam Wagner, ihr Mann, vorsorglich zugenagelt hat, damit nichts abhanden kommt. Die Diskussionen mit den Volkspolizisten dauern eine Weile, der Koffer wird schließlich aufgebrochen. Die Fahrt kann weitergehen. Am nächsten Morgen rollt der Zug schon durch die Vorkarpaten. Johannes und Anna erkennen in den Leuten auf den Pfaden entlang der Gleise Zwerge. Selbst die Belehrung, die Leute sähen nur wie Zwerge aus, weil sie relativ entfernt seien, wollen sie nicht annehmen. Die fünfjährige Verbannung in dem aus Lehmhütten bestehenden Dorf in der Donautiefebene hat bei den Kindern Spuren hinterlassen. 50 Jahre sind seit jenem Wintertag vergangen. Elisabeth Wagner lebt nicht mehr. Sie ist im Sommer 1977 gestorben. Auch einige andere, die in dieser Geschichte vorkommen werden, sind nicht mehr unter uns. Johannes kann sich aber noch gut an das eine oder andere erinnern. Der Winter hat bei der Ankunft der Gruppe in Billed auch das Banat noch fest im Griff. Anna Mumper kommt bei Verwandten in der Kirchengasse unter, bis ihre Mutter und Großmutter in Billed eintreffen. Auch Marliese Braun findet Unterkunft bei Verwandten. Johannes wohnt zu-

Rückblick sammen mit Elisabeth und Marliese Wagner in der Vorstadt im Elternhaus von Elisabeth Wagner. Das Haus der Wagners in der Bahnhofsgasse werden Mutter und Tochter nach dem Tod ihrer Mutter beziehen, sobald Adam Wagner (19141998) und Sohn Adi (Jahrgang 1940) aus der Verbannung zurück sind. Doch bis zu jenem Zeitpunkt sind alle gut untergebracht bei Hans Maurer (Laye) in der Vorstadt. Auch wenn sie sich in jener armen Zeit abends beim Schlafengehen die Füße an warmen Ziegelsteinen im Bett wärmen müssen. Billed ist dreckig, sobald es taut. Das ist Johannes in bester Erinnerung. Auch die gepflasterten Straßen sind von einem dunklen, zähflüssigen Schlamm bedeckt. Wer durchs Dorf kommt und mehrere Straßen überqueren muss, hat keinen sauberen Schuh mehr. Auch die Leute sind hier anders. Die Rumänen in Billed sind feindselig. Im Baragan war das noch anders. Dort haben die verbannten Rumänen, meist Flüchtlinge aus Bessarabien und der Bukowina, aber auch solche aus der Orschowaer Gegend, im selben Boot gesessen wie die Deutschen, die wenigen Serben, Türken und Juden. Sie alle mussten im Juni 1951 ihr bisschen Habe im Getreidefeld unter freiem Himmel ausladen und anschließend Hütten bauen. In dem Dorf in der Donautiefebene hat Johannes schon erfahren, dass es auch Menschen gibt, die andere Sprachen sprechen. Dort hat er die ersten Brocken Serbisch mitbekommen, und in jenem Insuratei Noi, das bei der Ankunft der Verschleppten noch Rubla hieß, hat er Rumänisch gelernt, auf den verstaubten, unbefestigten Dorfstraßen. In Billed erfährt er zum ersten Mal, dass die einen die anderen nicht in Ruhe lassen, weil sie eine andere Sprache sprechen. Jetzt muss auch er sich gegen die zur Wehr setzen, die nach dem Krieg zerlumpt, von den neuen Machthabern aufgehetzt, in das deutsche Dorf Billed gekommen sind, sich als neue Herren aufgespielt und alles für sich beansprucht haben.


Rückblick

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Häuserreihe in Dalga Noua, im Vordergrund das Haus der Familie Frank mit Laubschober. Der Winter hat den Baragan noch fest im Griff. Die Schneeverwehungen sind noch sichtbar. Manch ein Billeder könnte davon ein Lied singen. Eines geht so: Im Sommer 1945, die meisten deutschen Männer sind noch in Kriegsgefangenschaft oder aber in russischen Arbeitslagern, kommt es in der Altgasse schon wieder zu einem Übergriff: Einige der neuen Herren, denen schon bald Grund und Boden gehören werden, sehen sich im Haus der Familie Hehn in der Altgasse nach Brauchbarem um. Zu Hause sind Margarete Hemment (Jahrgang 1882) und Margarete Hehn (1904-1990). Die beiden Frauen sind auf sich allein gestellt, seit Peter Hehn (1902-1951) und seine Tochter Barbara (Jahrgang 1926) nach Russland verschleppt worden sind. Margarete Hemment, eine resolute Frau, die gewohnt ist anzupacken und sich nicht so rasch etwas bieten lässt, versucht vergebens die Diebe zurückzuschrecken. Schließlich weiß sie sich nicht mehr zu helfen und greift zu einem ungewöhnlichen Mittel: Sie beginnt „Feuer“ zu schreien. Die Nachricht vom angeblichen Feuer verbreitet sich in Windeseile im Dorf und erreicht in der Kreuzgasse auch Lambert Steiner. Wie es die Pflicht in solch einem Notfall gebietet, eilt Lambert Steiner in die Kirche und läutet Sturm.

Wegen des Falschalarms werden Barbara Hehn und viele Nachbarinnen, darunter Maria Billinger (1904-1984), Maria Rothgerber (19071983) und Elisabeth Krier (1908-1987), in Temeswar ins Untersuchungsgefängnis geworfen. Nach ein paar Tagen, die sie mit Mördern und Dieben im selben Raum verbringen, werden sie freigelassen. Ein anderes Lied hört Johannes in einem Sommer Ende der 60er Jahre auf der Straße vor dem Sommergartenrestaurant, das auf dem KunstGrundstück in der Bahnhofsgasse betrieben wird. Zwei Rumänen, Angehörige zweier Generationen, sind in ein Streitgespräch verwickelt. Für Johannes ist der Streit aus zweierlei Hinsicht interessant: Der ältere der beiden war einst Knecht auf dem Hof seines Großvaters, der jüngere inzwischen Eigentümer des Geburtshauses eben dieses Großvaters in der Altgasse. Der jüngere erinnert den älteren daran, wie sein eigener Vater zusammen mit seinem Kontrahenten eines Tages bei Deutschen auf Beutezug gegangen ist. Der ältere will davon nichts hören. Doch der junge fragt ihn, ob er denn auch abstreiten wolle, dass


8 er zusammen mit seinem Vater das Fass aus dem Keller jenes Deutschen gerollt hat? Und nun erläutert er dem älteren den Unterschied zwischen der alten und der jungen Generation: „Ihr beiden habt alles gestohlen, doch das, was ich besitze, das habe ich alles erarbeitet, auch das Haus, in dem ich heute wohne.“ Marliese Wagner-Knöbl ist wenig aus der Zeit kurz nach der Heimkehr in Erinnerung geblieben. Bei ihr haben die kranke Großmutter und die Umstellung in der Schule alles andere verdrängt und überschattet. Wie gut der aus Klein-Jetscha stammende Lehrer Franz Keller (1922-1972) sie und ihre Kollegen in der Privatschule im Baragan unterrichtet hat, erfährt sie beim Besuch der Schule in Billed. Weil die Schule in dem Baragan-Dorf erst im Aufbau ist, der Anfang wurde mit den Klassen eins bis vier gemacht, setzen sich der Lehrer und die Eltern von etwa 20 deutschen Kindern zusammen, um die Privatschule zu gründen. Die Eltern haben für ihre Kinder bezahlt, und Lehrer Keller hat alle Fächer unterrichtet - außer Turnen, Musik, Handarbeit und Religion. Bis zur Gründung der Privatschule sollen jedoch zwei Jahre vergehen. Das bedeutet, dass eine Reihe von Kindern zwei Jahre lang keinen Unterricht hat. Zu ihnen gehört auch Adi Wagner. Er wird die Schule erst nach der Rückkehr aus dem Baragan in Billed mit zweijähriger Verspätung zusammen mit dem Jahrgang 1942 beenden. Die in der Privatschule erworbenen Kenntnisse wurden in einer staatlichen Schule in Georgeni jedes halbe Jahr geprüft. Marliese Wagner-Knöbl weiß noch eins: In der Schule im Baragan waren die Schüler disziplinierter als in Billed. Im Dezember 1955 verbreitet sich das Gerücht, die Verbannten könnten heimkehren. Josef Herbst (Jahrgang 1933) erfährt davon in einer Schweinemästerei, wo er mit Arbeitskollegen in Quarantäne ist. Anfangs glaubt er nicht daran,

Rückblick denn Gerüchte dieser Art hat es schon mehrere gegeben. Doch diesmal bleibt es nicht beim Gerücht. Die Heimkehr der nach Insuratei Deportierten erfolgt nach und nach, von Dezember 1955 bis zum Frühjahr 1956. Adam Wagner beispielsweise folgt im Januar zusammen mit Sohn Adi seiner schon vor Weihnachten 1955 heimgekehrten Frau und Tochter. Adi und Adam Wagner fahren mit einem Güterzug am 28. Januar 1956 in Cioara los und erreichen nach drei Tagen Billed. Adam Wagner, der in russischer Gefangenschaft zu überleben gelernt hat, weiß, was es bedeutet, eine mehrtägige Reise bei minus 25 Grad in einem ungeheizten Güterwaggon antreten zu müssen. Er baut in den Waggon einen kleinen Blechofen ein, den er und sein Sohn abwechselnd mit Holz heizen. Im selben Zug hat auch Andreas Prisser (1921-2006) einen Waggon gemietet, erzählt Adi Wagner. Nach einer Fahrt von etwa 200 Kilometern bittet Prisser die Wagners während eines Halts, sie mögen ihn doch in ihrem Waggon aufnehmen, denn er könne die Kälte nicht mehr ertragen. Er verspricht seinen Gönnern, auch die ganzen Nächte hindurch zu sorgen, dass das Feuer im Ofen nicht ausgeht. Das Versprechen löst Prisser ein. Doch am ersten Morgen zeigt er den beiden Wagners die Blasen an seinen Händen: Im Schlaf sind sie ihm immer wieder auf den Ofen gefallen. Doch Prisser meint, es sei nicht so schlimm, wichtiger sei, dass er nicht erfroren ist. Als Adam Wagner Billed erreicht, ist seine Schwiegermutter schon begraben. Die Wagners haben Glück: Sie können problemlos in ihr Haus, das nicht von Kolonisten besetzt ist, weil der Senior der Familie, Hans Wagner (1877-1956), nicht verschleppt worden ist und als Haus- und Hofhüter daheim bleiben durfte. Für Adi Wagner endet am letzten Januartag 1956, was für einen Elfjährigen 1951 scheinbar wie ein Ausflug begonnen hat. Denn gleich nach der Ankunft kommt die Ernüchterung. „Schönes war dort nicht. Weil es für uns noch keine Schule gab,


Rückblick

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Drei Generationen auf einem Bild im Winter 1955 in Dalga Noua: (von links) Hans und Elisabeth Frank, Maria Mumper, Elisabeth und Hans Schmidt mit Erwin und Hans Frank musste ich auf den Feldern des Staatsguts Baumwolle ernten. Das Essen, das ich wie die anderen Arbeiter bekommen hab, hat zum Schluss mehr gekostet, als das, was ich verdient habe“, sagt Adi Wagner. Brot war Mangelware. Welches zu besorgen, war eines der größten Probleme der Verschleppten. Adi Wagner ist manches Mal in dem heißen Baragan-Sommer barfuß und in kurzer Hose in den sieben Kilometer entfernten Hauptort, ins Altdorf, Brot kaufen gegangen. Mit drei bis vier Broten ist er stets zurückgekehrt. „Das hat weh getan“, sagt er heute. Josef Herbst ist als letzter seiner Familie mit dem Güterwaggon im Februar 1956 heimgefahren. Mutter Maria Herbst-Klein (Jahrgang 1913), Stiefvater Lambert Klein (1913-1986) und Schwester Maria Herbst-Muhl (Jahrgang 1935) haben die Reise ins Banat mit einem Personenzug angetreten. Mit Josef Herbst hat auch Hans Hahn (1910-1994) die Heimreise im Viehwaggon mitgemacht. Josef Herbsts Fahrt aus Insuratei Noi hat sich verzögert, weil die Kuh trächtig war und noch unbedingt vor der langen

Fahrt kalben sollte. Eine Kuh war zu jener Zeit ein Vermögen wert. Nach dem Kalben hat nichts mehr im Weg gestanden, die Fahrt konnte beginnen. Josef Herbsts Familie kommt in ihrem Haus in der Sauerländer Gasse unter. Die Kolonisten rücken zusammen. Das Haus in der Vertgass kann Josef Herbst erst 1957 beziehen. Es ist eine Ruine wie viele andere im Dorf. Auch sonst ist einiges im Dorf nicht mehr in Ordnung. Josef Herbst erinnert sich: Auf der ersten Tanzunterhaltung nach der Heimkehr hat es schon die erste Schlägerei mit Kolonisten gegeben. Für Johannes ändert sich Anfang des Jahres 1956 auch einiges: Familie Jakob Billinger nimmt ihn nach der Heimkehr aus dem Baragan auf, wo er sich als Verwandter geborgen fühlt. Die Billingers kehren in ihr Haus in der Altgasse Anfang Januar 1956 zurück, das noch von Kolonisten besetzt ist. Die rücken zusammen, so dass in zwei Räumen des Hauses sieben Personen unterkommen: Magdalena Billinger (1876-1960),


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Rückblick

Eine Kuh ist in der Verbannung ein Vermögen wert: Das Foto zeigt (von links) Lambert Klein, Walter Pinces (Bogarosch) und Michael Stadtfeld.

Billeder Kinder im Baragan (Dalga): v.l.n.r. Elisabeth Welter (373), Josef Thöres (252), Hilde Billinger (548), Johann Frank (482), hinten: Elisabeth Steiner (171) Einsender: Josef Thöresz Maria Billinger (1904-1980), Jakob Billinger (1899-1977), Barbara Billinger (Jahrgang 1928) und Jakob Billinger junior (Jahrgang 1925) und ihre im Baragan geborenen Kinder Hilde (Jahrgang 1952) und Werner (Jahrgang 1955). Zu ihnen stößt Johannes als achter. Die Billingers wollten so rasch wie möglich aus Frumusita weg, weil das Hochwasser des Pruth ihre Hütten am 26. August 1955 zerstört hatte und sie bei einheimischen Rumänen im Nachbarort untergebracht waren. Das Datum 26. August vergisst Jakob Billinger sein Leben lang nicht. Es ist der Tag, als der von Mäusen und Ratten durchwühlte Schutzdamm des Pruth nachgegeben und das Wasser binnen 48 Stunden eine etwa 10 mal 20 Kilo-

meter große Fläche überflutet hat. Die Häuser in Frumusita standen bis zu drei Meter im Wasser. Familie Billinger kann wie die meisten anderen im Dorf nur einen Teil ihrer Habe retten. Die Behörden lassen nicht zu, dass die Lastkraftwagen der Staatsfarmen zur Rettung der Leute und ihrer Habe in dem von den Fluten bedrohten Frumusita eingesetzt werden. Die Ernte auf den Feldern hat Vorrang, heißt es. Jakob Billinger bezeichnet die dafür Verantwortlichen heute noch als niederträchtig. Schließlich kommt Rettung von einer Seite, von der sie niemand erwartet hat. Russisches Militär rettet die Leute mit Schwimmwagen. Dazu gehören auch Maria und Jakob Billinger senior, die zurückgeblieben sind, um Hab und Gut vor Dieben zu schützen. Und dann der Tag, als Johannes´ Großeltern in Billed eintreffen: Oma Katharina und Opa Jakob. Es ist schon fast Frühjahr. Der gefrorene Lehm auf den Straßen hat sich längst in eine flüssige Masse verwandelt. Sie sind vor dem Rest der Familie gekommen, weil sie nicht wissen, wo sie eine neue Bleibe finden werden. Die LPG hat in ihrem Haus in der Kirchengasse Werkstätten eingerichtet. Oma Katharina geht auf die Suche nach einer Unterkunft. Die Hilfe kommt aus der ehemaligen Nachbarschaft: Maria Weber (1904-1991), die in Brünn geborene Witwe des


Rückblick

Elisabeth und Hans Frank mit ihren Söhnen Erwin und Hans von serbischen Partisanen während des Krieges in Großbetschkerek umgebrachten Tierarztes Hans Weber (1900-1944), spricht Lambert Pritz (1877-1970) in der Kirchengasse an und meint, er hätte als Alleinstehender doch noch Raum genug, um andere zu beherbergen. Lambert Pritz sagt ja, und Oma Katharina und Opa Jakob werden bis 1959 in Lambert Pritz einen großzügigen Vermieter haben, mit dem es nie ein böses Wort geben wird. Jetzt wohnt Johannes bei den Großeltern. Als nächste aus der Familie kommt Johannes` Mutter mit dem im Baragan geborenen Bruder Werner (Jahrgang 1955) in Begleitung von Margarethe Wolf (1910-1994) in Billed an. Mutter musste warten, bis die Großeltern ein Quartier hatten. Denn die LPG hat auch die Häuser von Oma Elisabeth und Opa Hans belegt. Sie werden ihnen erst 1959 zurückgegeben. Und als letzte der Familie werden Vater und die beiden in Insuratei zurückgebliebenen Großeltern mit der Urgroßmutter heimkehren. Auch Johannes´ Familie hat eine Angehörige im Baragan zu Grabe getragen, und zwar in Roseti. Doch nur der Teil der Familie hat an ihrem Grab gestanden, der nach Roseti verbannt war. Die in Insuratei waren nicht dabei, weil sie ihren Verbannungsort nicht verlassen durften.

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1956 in der Billeder Gasse in Insurateii Noi: (von links) Jakob Schiller, Lambert Klein, Maria Herbst-Klein, Michael Stadtfeld (zu Besuch) und Adam Wagner In Billed wieder vereint, haben Mutter und Vater bei allem Elend wieder Glück. Hans Maurer, Elisabeth Wagners Vater in der Vorstadt, der inzwischen Witwer ist, nimmt Johannes` Eltern in seinem Haus auf. Schon vor der Heimkehr hat ihnen Adam Wagner in Insuratei geholfen. Johannes sollte mit Mutter, Vater und dessen Eltern und Großmutter weiter in der Verbannung bleiben. Adam Wagner, der als Schmiedemeister und Alleskönner auch so manches für die Ordnungshüter schmieden und basteln musste, hat ihnen den Weg nach Billed geebnet. Der Preis: ein fettes Schwein. Die Familien der Kinder, die Elisabeth Wagner ins Banat geführt hat, kehren der Reihe nach nach Billed zurück. Marliese Braun, die in der Vertgass bei Familie Jobba untergekommen ist, kann bald ihre Eltern Maria (1916-1979) und Michael Braun (1908-1979), ihre Großmutter Barbara Mann (1895-1975) und ihren Bruder Robert (Jahrgang 1936) begrüßen. Anna Mumper, die in der Kirchengasse bei der Tante wohnt, freut sich, Mutter Anna Mumper (1910-1991) und Großmutter Barbara Mumper (1888-1961) wiederzusehen. Ihren Vater, Jakob Mumper (1908-1950), hat sie nicht kennengelernt, er ist acht Monate nach ihrer Geburt im Gefängnis in Großwardein gestorben. Zurückgeblieben in


Rückblick

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Valea Viilor 1951

Der selbst gebaute Backofen der Familie Kraus in Ezerul.

der Baragan-Erde sind Großmutter Anna Krier (1888-1954) und Großvater Peter Mumper (1883-1952). Anna Mumper-Weiß hat es von ihrer Mutter erfahren: Als Anna Mumper senior am 2. Februar 1956, es war gerade Lichtmess, mit ihrer Schwiegermutter im Viehwaggon in Cioara losfährt, tobt ein Schneesturm. Trotz aller Widrigkeiten: Sie kehren heim. Anderen geht es schlechter. Sie müssen weiter auf die Heimkehr warten. Sie werden nicht aus der Verbannung entlassen, wegen ihres angeblich einstigen großen Reichtums. In Dalga Noua bleiben von den Deutschen drei Billeder, und zwar Maria Mumper (1885-1961), Elisabeth Schmidt (1906-1992) und Hans Schmidt (1903-1971), und eine Hatzfelder Witwe namens Schulz mit ihrem Sohn in dem vor fünf Jahren gebauten Hüttendorf zurück. Hans Schmidt kehrt mit Frau und Schwiegermutter im März 1957 heim in die Altgasse. Seine Kinder und Enkel durften ein Jahr vorher mit der großen Masse ins Banat zurück: Elisabeth Frank (Jahrgang 1925) und Hans Frank (1923-2003) mit Hans Frank (Jahrgang 1950) und dem im Baragan geborenen Erwin Frank (Jahrgang 1955). Als älteste der Familie sind dabei: Hans Frank (1887-1973) und Elisa-

beth Frank (1894-1964). Beim schweren Abschied vor der Heimkehr hat niemand gedacht, dass die Zurückgebliebenen je heimkehren dürfen, sagt Elisabeth Frank heute. Eines ist Johannes in jenen Tagen der Heimkehr noch aufgefallen: die Hilfsbereitschaft der Leute. Kaum war eine Familie mit dem Viehwaggon eingetroffen, standen schon Helfer mit Pferdefuhrwerken bereit, um das Mitgebrachte umzuladen und ins neue-alte Heim zu bringen, wo die Kolonisten mehr knurrend als murrend Platz für die Heimkehrer machen. Nun waren sie fast alle wieder daheim. Doch es war eine Heimkehr in die Fremde. So hat es wenigstens Johannes empfunden. Heute fragt er sich, ob Billed überhaupt je Heimat für ihn war? Als Dreijähriger ist er in den Baragan, als fast Achtjähriger war er wieder in Billed. Mit 14 verlässt er Billed: Gymnasium, Hochschule, Beruf. 1977 ist er wieder in Billed. Nach zwei Jahren ist er wieder weg. Seit 1980 ist er in Deutschland. Was in Billed und anderwärts im Banat geschehen ist, kann auch Vertreibung auf andere Art heißen.


Rückblick

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Statistik der Bărăgan-Verschleppten J. Gehl

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7

8

3 4 2

1 5

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Ge bo re ne Ge bu rts jah r

1 Borduşanii Noi - Lăţeşti Călăraşii Noi - Pelican 2 Cacomeanca Nouă - Ezerul 3 Dâlga Noua - Dâlga 4 Dragalina Nouă - Dropia Dudeştii Noi - Bumbăcari 5 Feteştii Noi - Valea Viilor 6 Frumuşiţa Noua - Brateş Giurgenii Noi - Răchitoasa 7 Insurăţeii Noi - Valea Călmaţuiului Jegălia Nouă - Salcâmi 8 Mărculeştii Noi - Viişoara Perieţii Noi - Fundata Pietroiu Nou - Movila Gâldăului 9 Roşeţii Noi - Olaru Stăncuţa Nouă - Schei Urleasca Nouă - Măzăreni Vadenii Noi - Zagna

Zeichenerklärungen: *(Jahr) = im Bărăgan geboren, +(Jahr) = im Bărăgan verstorben, oo(Jahr) = im Bărăgan geheiratet

Vo rn am e

bersichtsliste der Billeder Bărăgandeportierten 1951-1956, aufgelistet in den folgenden dort im Gewahrsam gegründeten Neusiedlungen (unterstrichen). Hier haben sie sich in Demut mit Fleiß, viel Schweiß und Entbehrungen ihre neuen Heime erbaut, in denen sie 5 Jahre ausharren mussten:

Bi ll Ha ede us r n Na um m me e r

Ü

Borduşanii Noi - Lăţeşti Wilhelm 1917 Olga Jager 1917? Silvia 1937? Cacomeanca Nouă - Ezerul 47 Bauer Nikolaus 1908 Elisabeth Schütz 1911 +1951 1932 Katharina 78 Neumann Johann 1882 +1954 Katharina Frank 1888 Bauer Johann 1910 Elisabeth Neumann 1915 Elisabeth 1934 116 Gehl Jakob 1901 Gertrude Bappert 1908 Ballmann Jakob 1920 Katharina Gehl 1928 Margarethe 1947 Hedwig 1950 270 Gergen Johann 1912 Anna Leidecker 1917 Eva 1937 Katharina 1939 464 Klein Nikolaus 1897 Elisabeth Slavik 1903 485 Gilde Jakob 1915 Maria Slavik 1919 524 Schütz Peter 1881 Elisabeth Mann 1891 551 Slavik Wendel 1894 Maria Lichtfuß 1898 Anna 1924 566 Mann Johann 1899 +1955 Anna Gilde 1902 Klein Anna Mann 1929 oo1955 Franz 1929

449 Leitner


Rückblick

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Pietroiu Nou - Movila Gâldăului: erste Behausung der Familie Wagner aus Neubeschenova. Foto: V. Wagner Dâlga Noua - Dâlga Nikolaus Maria Schneider Nikolaus Maria Weiß 118 Gilde Friedrich Margarethe Weber Friedrich Gilde Friedrich Anna Uitz 125 Lichtfuß Johann Katharina Maitsch Katharina Köster 83 Mann

Matieş

Nikolaus Maria Marianne Nikolaus 202 Weber Wilhelm Margarethe Margarethe Divo Peter Katharina Anna Mumper Margarethe 220 Ballmann Johann Susanna Bettendorf Barbara 222 Alexius Adam Barbara 252 Thöreß Josef Elisabeth Josef Michels Margarethe

Lichtfuß

Divo Mumper

Mersch Betsch Backes Michels Thöreß

1914 1920 1940 1883 1903 1907 1932 1876 1883 1900 1911 1876 +1953 1922 1929 1948 1950 1924 1921 *1954 1894 1896 1922 1900 1913 1910 1885 1896 1896 1925 1928 1950 1895

302 Danileico

Maurer 305 Hubert

308 Mann 309 Seibert

Gilde 321 Frank

352 Thöreß 381 Muttar 383 Hehn

Andreas Katharina Anna Michael Katharina Josef Margarethe Peter Susanna Jakob Magdalena Katharina Nikolaus Magdalena

1929 1929 1950 *1952 Gehl 1903 1906 Pfaffen1912 rath 1929 1933 1882 Krauser 1886 1909 1901 Billinger 1905 +1952 Maria Fischer 1877 +1952 Nikolaus 1927 Magdalena Seibert 1928 Michael 1890 Magdalena Ballmann 1903 +1955 Maria Lahni 1868 +1951 Josef 1898 Anna Jost 1902 Nikolaus 1929 Jakob 1900 Elisabeth Krogloth 1894 Elisabeth 1927 Franz 1915 Susanna Würtz 1920 Katharina 1940 Elisabeth 1942 Maurer


Rückblick

15

Brunnen in Răchitoasa, links dahinter ein gestampfter Rohbau.

Würtz 390 Neiß

Peter Nikolaus Elisabeth Schütz Katharina

412 Gilde

Nikolaus Maria Maria Barbara Katharina Anton Elisabeth Nikolaus Anna Johann Elisabeth Johann Erwin Johann Elisabeth Jakob

437 Lichtfuß 451 Sehi 452 Slavik 482 Frank

Frank 491 Breitenbach Breitenbach Frey 513 Gilde 545 Steiner

Graf 561 Gehl

Reiter Krauser Sadorf Seibert Schmidt

Steiner

1885 1898 1906 1926 +1957 1903 1907 1926 1896 1921 1897 1894 1896 1894 1923 1925 1950 *1955 1887 1894 1901

Maria Josef

Keller

1903 1925

Maria Jakob Maria Friedrich Margarethe Susanna Johann Elisabeth Johann Elisabeth Margarethe Anton

Helfrich

1927 1950 1869 1906 1909 1931 1920 1923 1945 1947 1892 1873 +1951

Dilg Lauer Tobias Krogloth

Elisabeth

567 649

674 728

457

41

223

307

Ramacher

1881 +1953 Schmidt Johann 1903 Elisabeth Mumper 1906 Mumper Maria Büchler 1885 Helfrich Jakob 1902 Elisabeth Schneider 1905 Helfrich Jakob 1930 oo1955 Elisabeth Schummer 1928 Lichtfuß Jakob 1893 Magdalena Bauer 1893 Done Simion 1917 Katharina Schank 1920 Angelika 1951 Peter *1955 Dragalina Nouă - Dropia Mann Wilhelm 1908 Michels Margarethe 1911 Elisabeth 1938 Feteştii Noi - Valea Viilor Mann Jakob 1922 Barbara Thöreß 1924 Jakob *1951 +1951 Jakob *1955 Slavik Johann 1905 Anna Hehn 1910 Elisabeth 1932 Johann 1933 Slavik Wendel 1870 +1952 Elisabeth Schortje 1885 Rieder Johann 1881 +1951 Gertrude Slavik 1885 Mann Jakob 1907 Elisabeth Rieder 1910 Peter 1944


Rückblick

16 Lenauheimer in Giurgenii Noi - Răchitoasa im Sommer 1951 beim Hausstampfen (Häuslebauen)

327 Muttar

Muttar 459 Szlavik Szlavik

Lahni 462 Mann

562 Ballmann Zimmer Lenhardt

Johann Katharina Pilli Jakob Johann Barbara Fischer Franz Franz

1911 1913 1934 1937 1882 1910 1933 oo1955 Maria Frekot 1934 Maria *1956 Johann 1877 Katharina Gilde 1891 +1954 Peter 1919 Elisabeth Schwartz 1926 Elisabeth 1949 Mathilde *1955 Johann 1888 Margarethe Zimmer 1893 Maria Mann 1873 Jakob 1912

Katharina Ballmann Barbara Stadtfelder Katharina Lenhardt

563 Mann Hehn

Josef Katharina Jakob Elisabeth Mann Johann Elisabeth Mann Elisabeth Johann

1914 1937 1935 oo1954 1933 *1955 1891 1901 1924 1926 1951 *1955

Frumuşiţa Noua - Brateş Josef Susanna Muttar Haberehrn Barbara Welter Ilse 54 Mann Friedrich Katharina Maurer Lichtfuß Katharina 86 Steiner Barbara Thierjung Elisabeth 113 Szlavik Franz 39 Welter

217 Gilde 218 Steiner

224 Ballmann 235 Kiss

290 Nothum Nothum

1895 1896 1922 1942 1896 1895 1936 1911 1934 1881 +1952 Maria Rieder 1884 Peter 1867 +1953 Elisabeth Schneider 1870 Franz 1891 Magdalena Gilde 1893 Magdalena 1922 Anna 1923 Jakob 1891 Susanna Ballmann 1896 Ernst 1910 Anna Betsch 1914 Agnes 1935 Ernst 1937 Georg 1940 Mathias 1891 Katharina Groß 1891 Mathias 1917 Margarethe Zimmer1923 mann Helga 1948


Rückblick

17

Beim „Häusle Freischaufeln“ in Valea Călmaţuiului. 336 Russ

Wilhelm 338 Steiner 346 Pierre 365 Mager Rieder 373 Billinger Mumper Welter 374 Rieder 397 Schneider Welter

Welter Welter

Wendel Katharina Müller Adam Anna Anna Katharina Thierjung Anna Johann

1911 1914 1938 *1955 1930 1917 1939 1886 +1952 Elisabeth Kleitsch 1893 Johann 1887 Elisabeth Wolf 1895 Elisabeth Mager 1921 oo1955 Johann 1921 Johann 1901 +1955 Margarethe Mumper 1905 Elisabeth Braun 1886 Johann 1921 Magdalena Billinger 1926 Elisabeth 1949 Mathias 1887 Elisabeth Lahni 1894 Karl 1883 +1955 Maria Slavik 1887 Johann 1902 Barbara Schneider 1907 Adam 1934 Barbara Krogloth 1883 +1952 Johann 1926

398 Mann

Szlavik 427 Engrich Lahni 429 Steiner Steiner

440 Szlavik Hehn

450 Steiner 458 Gilde Schäfer 476 Krier

Katharina Schütz Renate HansDieter Johann Katharina Mann Elisabeth Elisabeth Szlavik Johann Josef Barbara Katharina Nikolaus Maria Nikolaus Margarethe Raimund Hedwig Josef Maria Elisabeth Peter Elisabeth Herlinde Wendel Anna Johann Regina Barbara Arntrud Jakob

Lahni Szlavik Gilde Bier

Klein

Russ Zwergal Hehn Gilde

1930 *1951 *1954 +1954 1911 1912 1935 1890 +1951 1933 1931 1929 1908 1884 1889 1915 1921 1941 1943 1886 1893 1909 1929 oo1953 1933 *1954 1893 1897 1896 1903 1924 1942 1905


Rückblick

18 Die „Schareta vom Chef“, das Luxus-Transportmittel im Baragan.

Rieder Ballmann 479 Neumann Braun 518 Russ 519 Frank 536 Mann Mann

544 Mumper Mumper

Elisabeth Ballmann Katharina Krier

1908 1931 oo1955 Mathias 1923 Nikolaus 1882 +1952 Katharina Tobias 1890 Johann 1906 Magdalena Braun 1911 Elisabeth 1930 Magdalena Eichert 1881 Adam 1886 Elisabeth Steiner 1893 Michael 1884 Elisabeth Maurer 1893 Johann 1898 Magdalena Schneider 1901 Nikolaus 1921 Magdalena Groß1930 Brigitte mayer 1950 Elfriede *1952 Barbara Krier 1910 Jakob 1931 oo1956 Katharina Steiner 1936

Maria Herbst-Muhl mit dem Fahrrad vor dem Haus von Hans Hahn in der Billeder Gasse.

Mumper Krier 548 Billinger Billinger 548 Billinger

614 Vastag Vastag

640 Pritz

Pritz 737 Slavik

Johann Katharina Welter Jakob Magdalena Jakob Maria Jakob Barbara Hilde Werner Anna Josef Elisabeth Elisabeth Anna Josef Maria Horst Maria Peter Elisabeth Johann Anna Anna

Fischer Köster Krier Feher Thöreß

Breitenbach Kneip Haus

1932 1885 1871 +1951 1876 1899 1904 1925 1928 *1952 *1955 1896 1916 1916 1940 1943 1919 1920 1946 1949 1886 1898 1919 1921 1948


Rückblick

19

Kirchweih ohne Kirche! Brateş 1953: „Buwe, was han mer heit net“?

Insurăţeii Noi - Valea Călmaţuiului 47 Bauer Maria Krogloth 1886 +1952 59 Renoth Josef 1904 +1955 Anna Tilger 1909 Tilger Barbara Titampel 1873 +1953 Priesser Andreas 1921 Anna Renoth 1928 Hildegard *1952 +1953 79 Hahn Johann 1910 Barbara Bauer 1914 Peter 1884 81 Wagner Adam 1914 Elisabeth Maurer 1919 Adam 1940 Marliese 1943 88 Schiller Jakob 1897 Katharina Alexius 1900 88 Schiller Jakob 1920 Anna Mann 1921 Anna 1949 Katharina 1950 89 Hubert Barbara Mager 1881 +1953 Herbst Maria Hubert 1913 Josef 1933 Maria 1935

Klein 124 Szlavik Schwartz

172 Slavik 216 Mann Kuhn

230 Mann 231 Maurer 244 Glassen 297 Gilde 313 Slavik 335 Braun

Lambert Peter

1913 1899

Anna Johann Maria Anna Johanna Nikolaus

Frick

Anna Josef Nikolaus Elisabeth

Kuhn

Szlavik

Noldi

Katharina Johann Agnes Krier Elisabeth Gilde Peter Barbara Lahni Barbara Jakob Katharina Köster Johann Maria Krogloth Michael

1905 1922 1925 1949 *1955 1878 +1954 1905 1931 1878 1885 +1954 1903 1888 1892 1869 +1953 1889 1896 1931 1896 1902 1900 1907 1908


Rückblick

20

Mann 360 Wolf Wolf 377 Krogloth Krogloth 378 Mumper Mumper 393 Slavik Flesch 394 Ballmann

Follmer 402 Jung Jung

403 Steiner Schmidt Steiner

421 Schmidt 435 Schwartz Schwartz

460 Reiter Bender Eichert 472 Hehn

Maria Mann Robert Marliese Barbara Jobba Johann Margarethe Schneider Jakob Johann Barbara Maria Johann Peter

Gilde Maurer

Barbara Anna Anna Heinrich Katharina Maria Katharina Adam Elisabeth Nikolaus Elisabeth Maria Michael Elisabeth Peter Maria

Werhof Krier

Anna

Lichtfuß

Johann Elisabeth Katharina Johann Katharina Johann Werner Jakob Magdalena Johann Katharina Peter Anna Hermann Nikolaus

Flesch Kuhn Follmer Welter Braun Slavik

Schmidt Wolf Gilde

Hehn Gehl Weber

Magdalena Bender Magdalena Krauser Magdalena Reiter Johann Peter Margarethe Neiß

1916 1936 1941 1895 1907 1910 1879 +1956 1885 +1951 1888 1914 1933 1883 +1953 1888 1910 1949 1902 1906 1926 1880 1909 1910 1931 1935 1887 1925 1929 1951 1877 +1953 1894 +1951 1896 1899 1880 1920 1922 1948 *1955 1895 1901 1898 1899 1930 oo1953 1930 *1954 1900 +1953 1904 1870 1929 oo1955 1928 1902 +1951 1904

Jost Hemment 475 Krier 523 Schiller

Eichert 600 Burian Burian

Barbara Michael Margarethe Bauer Anna Johann Anna Johann Josef Josef

Eichert

Katharina Krogloth Johann Margarethe Hehn Peter

Barbara Stefan Elisabeth Mărculeştii Noi - Viişoara 420 Schmidt Nikolaus Teresia Mebesz Roşeţii Noi - Olaru 49 Mumper Peter Elisabeth Werhof Werhof Elade 58 Mann 85 Hahn Trendler 96 Trendler

Phillip Adam Dumitru Barbara Costel Johann Katharina Peter Barbara Barbara Elisabeth

Mumper Frank Steiner Hahn

Johann Michael Johann

Trendler 103 Müller 111 Ortinau

Buding

123 Werhof

Barbara Peter

Wolf

Anna Johann Margarethe Michael Charlotte Michael Monika Julius Piroschka

Koch

Zoltan Peter

Quinkert Buding

Racsov

1926 oo1955 1929 1882 1888 +1954 1914 1917 1936 1938 1877 +1953 1881 1903 1906 1928 oo1951 1931 *1954 1905 1909 1905 1908 +1955 1932 1880 +1953 1921 1927 1948 1906 1909 1909 1912 1936 1933 oo1955 1929 1872 +1952 1902 1899 1928 oo1954 1931 1899 1904 1922 1929 1949 *1951 1888 1898 +1955 1924 1909


Rückblick

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Baraganfriedhof: bestattet ohne Priester und ohne Totengräber

126 Neiß Schnur 129 Mann

136 Krier Fliegl 163 Slavik 170 Herbst Herbst 176 Wilhelm

Wilhelm

229 Ortinau

Maria Josef Barbara Josef Barbara Barbara Adam Jakob Maria Johann Jakob Johann Maria Maria Katharina Adam Barbara Johann Maria Johann Heinrich

Welter

Werhof Neiß

Szlavik

Fliegl Zimmer Welter Höchst

Maria Krogloth Mathias Margarethe Slavik Elisabeth Welter Katharina Johann Elisabeth Werner Maria

Krämer Slavik

1912 1932 1935 1901 1907 1929 oo1953 1929 1911 1913 +1951 1933 1937 1910 1914 1934 1889 1897 1901 1912 1917 1942 1884 +1952 1892 1908 1912 1887 1936 1932 oo1955 1930 *1955 1899

Slavik

Agnes

Ortinau

Johann Hildegard Knab

236 Müller

Brummer

Johann Maria

Lauth

Lichtfuß 241 Weber

Elisabeth Nikolaus

Müller

243 Schiller

Barbara Wilhelm

Herbst

306 Braun

Margarethe Thöreß Katharina Thöres

307 Braun 312 Thöreß Thöreß

361 Rieder Rieder

Johann Katharina Jakob Katharina Katharina Peter Maria Jakob Maria Inge Eduard Adam Maria Peter

Mann Schütz Lahni

Gilde

1877 +1952 1927 1926 oo1954 1892 +1952 1889 +1955 1915 1877 +1954 1889 1895 +1952 1896 1894 +1952 1938 1940 1929 1931 1951 1884 1885 1918 1920 1944 1948 1899 1904 1924 oo1951


Rückblick

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Die Natur holt sich alles zurück: Das Haus von Familie Jakob Schiller in der Billeder Gasse in Insuratei Noi ist vom Verfall gezeichnet. Die Aufnahme stammt aus dem Jahr 1972. Katharina Zimmer Walter 372 Kratochwill Josef 419 Unger Stelzner 425 Slavik 426 Weber Glass 427 Ruck

428 Steiner

Eichert 430 Maurer

439 Pilli

Zimmer 468 Szlavik

Susanna Stefan Elisabeth Eva Adam Elisabeth Nikolaus Susanna Johann Elisabeth Adalbert Margarethe Katharina Maria Klara Johann Erika Josef Katharina Helmuth Josef Johann Elisabeth Adam Katharina Nikolaus Anna Johann Magdalena Helmuth Hilde Jakob Agnes Johann Maria

Gergen Bier Müller Glass Weber Wilhan

Eichert

Billinger Mann Tobias Reiter

Thöreß Gilde

1925 *1952 1869 +1952 1875 1904 1901 1929 1868 1883 1914 1920 1894 1897 1916 1927 1939 1945 1948 1951 *1953 1921 1922 1944 1947 1896 1898 1905 1909 1929 1882 1915 1921 1942 1943 1889 1893 +1955 1895 1895

Gilde

Katharina Glass

Szlavik

Jakob Anna Ewald Adam Maria Jakob Elisabeth Michael Johann Johann Margarethe Nikolaus Maria Katharina Katharina Maria Johann Elisabeth Johann Elisabeth Anna

471 Zimmer 478 Braun

478 Thöreß 483 Krogloth Gilde 512 Thöreß

Pilli

Lichtfuß Schmidt Thöreß

Braun Köster Krogloth

Pilli

1871 +1952 1919 1921 1944 1896 1896 1906 1910 1930 1935 1884 1889 1877 1879 1899 1919 1921 1912 1917 1938 1939 1889

Quellen - Tab. Sf. Pop. Biled 1951 (HB 1991, S. 39-48) - Ortssippenbuch Billed Bd. I - Register (H. Wikete) S. 563-573) - Revista „Memoria“ Nr. 55/56 S. 218-227 (Schuttack F.) - Matrikelunterlagen Bd. II und III (H. Wikete) - „Und über uns der blaue...“ von W. Weber - Zeitzeugen: Landsleute Jakob Ballmann, Johann Braun, Johann Eichert, Friedrich Gilde, Josef Herbst und Jakob Muttar Nach über 50 Jahren sind Fehler und Ungenauigkeiten normal, wir bitten um Ihr Verständnis.


Rückblick

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Erzwungene Wege

Flucht und Vertreibung im Europa des 20. Jahrhunderts Ausstellungseröffnung im Kronprinzenpalais, Berlin Elisabeth Packi

A

m 10. August 2006 wurde im Kronprinzenpalais in Berlin-Mitte, Unter den Linden 3, auf einer Ausstellungsfläche von 600 m² die im Vorfeld stark umstrittene Schau „Erzwungene Wege“ eröffnet. Initiator der Schau ist die vom Bund der Vertriebenen gegründete Stiftung Zentrum gegen Vertreibungen unter der Leitung der Vorsitzenden Erika Steinbach. Bis zum 29. Oktober wurden anhand von 280 Ausstellungsobjekten Beispiele unterschiedlicher europäischer Vertreibungsschicksale im 20. Jahrhundert gezeigt. Ein zentraler Baustein für das geplante Dokumentationszentrum

Den „europäischen Blickwinkel“ hatten sich die Veranstalter zum Ziel gesetzt und das ist ihnen zweifelsohne gelungen. Die Schau im Berliner Kronprinzenpalais, die am 10. August in festlichem Rahmen eröffnet wurde, ist weit europäischer geworden, als es sich ihre Kritiker je hätten vorstellen können. Viel umstritten war die Ausstellung im Vorfeld. Von „Geschichtsverdrehung“ und „Tabubruch“ war die Rede, von „Revanchismus“ und „Provokation“. Tiefes Misstrauen schlug der Ausstellung vor allem aus Osteuropa, Prag und Warschau, entgegen. Polens konservativer Ministerpräsident Jaroslaw Kaczynski hatte die Ausstellung als einen „Versuch, die Geschichte des Zweiten Weltkrieges zu relativieren“ kritisiert. „Erzwungene Wege“ straft all ihre Kritiker Lügen und ist „durch die Art ihrer Darstellung eine ausgezeichnete Visitenkarte für ein Zentrum gegen Vertreibungen in Berlin“, erklärte der Vorsitzende der Gruppe der Vertriebenen, Flüchtlinge und Aussiedler der CDU/CSU Bundestagsfraktion, Jochen-Konrad Fromme, MdB.

Die Veranstalter wollen keine Gewichtung der Leiden des Einzelnen vornehmen. Die Schicksale sollen nicht verglichen werden. Die Ausstellungsmacher haben sich zum Ziel gesetzt, durch Dialog zur Versöhnung beizutragen. Nach Ansicht der Initiatoren ist die Ausstellung ein wichtiger Schritt in Richtung der geplanten Dokumentationsstätte des Zentrums gegen Vertreibungen, die im geschichtlichen Kontext an das Schicksal der deutschen Vertriebenen erinnern soll. Eine sachliche und nüchterne Bestandsaufnahme der europäischen Vertreibungen des 20. Jahrhunderts wird hier gezeigt. Die Ausstellung hat sich zum Ziel gesetzt, „gemeinsame aber auch unterschiedliche Ursachen, Wirkungen und Folgen von Zwangsmigration“ zu dokumentieren. Man wolle das Schicksal der rund 15 Millionen deutschen Heimatvertriebenen in einen europäischen Zusammenhang stellen, sagte Erika Steinbach in ihrer Eröffnungsrede. Die CDUBundestagsabgeordnete wies Vorwürfe der Geschichtsfälschung und des «Revanchismus» zurück. Mehr als 30 Völker Europas mit 80 bis 100 Millionen Menschen hätten im 20. Jahrhundert ihre Heimat verloren. «Jedes Volk muss sich seiner Identität vergewissern und zur deutschen Geschichte gehören die Vertriebenen», so die BdV-Vorsitzende Erika Steinbach anlässlich der offiziellen Eröffnung der Schau. Ein zentraler Baustein für das geplante Dokumentationszentrum soll diese Ausstellung über Zwangsdeportationen in Europa sein. Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) wies in seiner Rede darauf hin, wie wichtig und wie schwierig Erinnerungskultur sei. Und deshalb sei sie auch eine öffentliche Aufgabe und verdiene staatliche Unterstützung. Ferner wies der Bundestagspräsident auf den Koalitionsvertrag hin, in dem sich die beiden großen Volksparteien ausdrücklich „zur


Rückblick

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Über den Stiefel Italiens betritt der Besucher den zentralen Ausstellungsraum. gesellschaftlichen wie historischen Aufarbeitung von Zwangsmigration, Flucht und Vertreibung“ bekannt haben: „Wir wollen im Geiste der Versöhnung auch in Berlin ein sichtbares Zeichen setzen, um an das Unrecht von Vertreibung zu erinnern und Vertreibung für immer zu ächten.“ Dies sei zweifellos eine öffentliche Aufgabe, die durch gesellschaftliche Initiativen zu ergänzen, nicht aber zu ersetzen sei, so Lammert. Konsequent europäisch Über den Stiefel Italiens betritt der Besucher den zentralen Ausstellungsraum, der ihm zugleich Orientierungshilfe bietet. Wände und Boden des 300 qm großen Raumes sind zu einer Europakarte gestaltet. An den Wänden entlang läuft eine 70 m lange Glaswand, an der erläuternde Texte, Fotos und Vitrinen mit Exponaten angebracht sind. In neun Stationen nach Themen geordnet zeigt die Ausstellung die Vertreibungsgeschichte im Europa des 20. Jahrhunderts. Die Ausstellung beginnt mit dem Exodus der Armenier 1915/17 im Ersten Weltkrieg. Es folgt der Bevölkerungsaustausch der Griechen und Türken in Folge der Lausanner Verträge 1922/23, die Vertreibung der Juden aus Deutschland ab

1933, die Deportationen der Polen unter deutscher und sowjetischer Besatzung während des Zweiten Weltkrieges 1939/49, die Abschiebung der adriatischen Italiener aus Jugoslawien nach 1944, die Vertreibung der Deutschen am Ende des Zweiten Weltkrieges. Vertreibungen in Zypern 1963/64 und 1974/75 und „ethnische Säuberungen“ in Bosnien-Herzegowina in den 90er Jahren schließen die Vertreibungsgeschichte des 20. Jahrhunderts ab. In den kleineren Ausstellungsräumen werden auf Infokuben, Podesten und Vitrinen übergreifende Aspekte wie Heimat, Fluchtwege, Lager, Rechtssituation und Dialog dem Geschehenen gewidmet. Sie berichten von traumatischen und existenziellen Erfahrungen der Leidtragenden. 280 Exponate von 80 Leihgebern aus 14 Nationen sind auf den 600 qm untergebracht. Dazu zählen ein assyrisches Brautkleid, ein grau gefütterter Arbeitsanzug aus einem sowjetischen Arbeitslager, ein Hutkoffer einer finnisch-karelischen Familie, eine zyprisch-griechische Ikone, die edelsteinbesetzte Mitra eines 1922 durch türkische Vertreiber in Smyrna ermordeten griechisch-orthodoxen Bischofs, auf der Flucht vor der roten Armee aus einem Zuckersack genähte


Rückblick

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Links die sogenannte „Pufaika“ auch „Kufaika“, im Russischen „Fufaika“, ein gefütterter Arbeitsanzug aus einem sowjetischen Arbeitslager. Babykleidung. Größtes Ausstellungsstück ist die 300 kg schwere Glocke des von einem sowjetischen U-Boot versenkten Flüchtlingsschiffes „Wilhelm Gustloff“. Es ist eine Leihgabe der polnischen Küstenwache. „Erzwungene Wege“ stellt deutsches Leid in die Zusammenschau, ohne gegenzurechnen. Deutsche als mit 15 Millionen größte Vertriebengruppe beanspruchen nicht mehr Platz als Armenier oder Polen. Die Ausstellung ordnet das Schicksal der deutschen Vertriebenen in die Weltgeschichte ein. Die Gegner des Projektes werden es künftig schwer haben, die Einwände und Bedenken zu untermauern, die sie bisher gegen das Projekt vorgebracht haben. Es dürfte ihnen nicht mehr gelingen, den Initiatoren des

Zentrums nachzusagen, sie wollten deutsche Verbrechen leugnen oder relativieren. Diejenigen Deutschen, die nach dem Zweiten Weltkrieg das Schicksal von Flucht und Vertreibung erleiden mussten, haben ein Recht auf Erinnerung. Daher sei die Ausstellung der Stiftung „Zentrum gegen Vertreibungen“ als ein Akt der Aufklärung, des Gedenkens und der Mahnung ausdrücklich zu begrüßen, erklärte der Parlamentarische Geschäftsführer der CSU-Landesgruppe im Deutschen Bundestag, Hartmut Koschyk. Die Vertreibung und Verschleppung der Deutschen am Ende des Zweiten Weltkrieges gehöre zur Identität der deutschen Nation. Deshalb wäre es richtig, einen „Nationalen Gedenktag für die Opfer von Flucht und Vertreibung“ einzuführen.


Rückblick

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BLÜTEZEIT UND ZERFALL DES DEUTSCHTUMS IN RUMÄNIEN Rumäniendeutsche bei der Waffen-SS

Wilhelm Weber

B

is zum Jahr 1940 lebten in Rumänien in sechs geschlossenen Siedlungsgebieten und zerstreut in Altrumänien insgesamt 790.000 Deutsche, das waren 4% der Gesamtbevölkerung. Die zahlreichste Gruppe bildeten die Banater Schwaben mit 275.000 Personen. Ihnen folgten die Siebenbürger Sachsen mit 255.000, die Bessarabiendeutschen mit 95.000, die Buchenlanddeutschen mit 85.000, die Sathmarer Schwaben mit 35.000, die Dobrudschadeutschen mit 15.000 und die Deutschen in Altrumänien (rumänisches Altreich) mit 30.000 Personen. Im damaligen Sprachgebrauch, der der heutigen jüngeren Generation nicht mehr geläufig ist, nannte man alle Deutschen, die Staatsbürger fremder Staaten wie Rumäniens, Ungarns, Polens, Jugoslawiens, der Tschechoslowakei, der Sowjetunion und anderer Staaten waren, Volksdeutsche im Gegensatz zu Reichsdeutschen, der damalige Begriff für deutsche Staatsbürger. Die Ansiedlung der Banater Schwaben in das am südöstlichen Rand der Pannonischen Tiefebene zwischen der mittleren Donau, der unteren Theiß, der Marosch und den Ausläufern der Südkarpaten gelegenem Gebiet, das als Banat bezeichnet wird, erfolgte im 18. Jahrhundert unter den drei Habsburgerkaisern Karl VI., Maria Theresia und Joseph II., die damals Kaiser des Römischen Reiches Deutscher Nation waren. Dieser Landstrich wurde in der ersten Hälfte des 11. Jahrhunderts dem ungarischen Königreich eingegliedert. Dem Drang der Osmanen, ihre Herrschaft nach Westeuropa auszuweiten, konnten die christlichen Heere keinen Einhalt gebieten und so fiel das Banat 1552 in deren Hände. Es blieb unter türkischer Herrschaft bis zum Jahr 1718 (Friede von Passarowitz), als es infolge siegreicher Feldzüge des österreichischen Feld-

herrn Prinz Eugen von Savoyen von der Türkenherrschaft befreit und als Kaiserliche Kron- und Kammerdomäne der Wiener Hofkammer unterstellt wurde. Diese weitgehend entvölkerte und von ausgedehnten Sümpfen gekennzeichnete Provinz sollte mit deutschen Siedlern bevölkert werden, die das Land der Landwirtschaft erschließen und dazu beitragen sollten, dass an der Südostgrenze des Reiches stabile politische Verhältnisse geschaffen werden. Wie schon erwähnt, betrieben die drei oben genannten Kaiser die Neubesiedlung des Banats mit deutschen Einwanderern, die vorwiegend aus der Pfalz, aus Schwaben, aus Rhein- und Mainfranken, aus dem Elsaß, aus Lothringen, aus Bayern und aus Deutsch-Böhmen kamen. Ihre fremdvölkischen Nachbarn nannten sie Schwaben, obwohl diese Bezeichnung nur teilweise zutraf. Später entstand die Bezeichnung Donauschwaben für alljene, deren Siedlungsgebiete von der Donau umflossen oder umrandet wurden. In der Anfangszeit behinderte die fehlende Infrastruktur den wirtschaftlichen Aufbau. Seuchen dezimierten die Bevölkerung und andere widrige Umstände führten dazu, dass sich das Banat erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zur Kornkammer des Habsburgerreiches entwickelte. Fleißig und sparsam, wie sie waren, brachten es die Banater Schwaben zu einem erheblichen Wohlstand. Den wirtschaftlichen, kulturellen und geistigen Mittelpunkt der Banater Schwaben bildete die größte Stadt des Banats Temeschburg (Temeschwar, Temesvar). Von den Volksdeutschen Rumäniens waren die Siebenbürger Sachsen im Ausland am bekanntesten. Sie konnten auf eine achthundertjährige Vergangenheit zurückblicken. Der ungarische König Geza II. siedelte die ersten Siedler bereits


Rückblick

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Siedlungsgebiete der Rumäniendeutschen bis zum Jahr 1940 Mitte des 12. Jahrhunderts im Karpatenbogen an, um das unerschlossene Land zu kultivieren. Diesen Siedlern folgten weitere und, obwohl sie vorwiegend aus dem Rhein-Mosel-Gebiet kamen, nannte man sie Sachsen. In einer Urkunde aus dem Jahr 1224, dem „Andreanum“, dem sogenannten „Goldenen Freibrief“, bestätigte ihnen der ungarische König Andreas II. ihre Selbstverwaltung und das Eigentum an Grund und Boden. Auf dem eigenen Territorium, dem sogenannten „Königsboden“ entstanden drei Selbstverwaltungsgebiete: um Hermannstadt, Schäßburg und Mediasch, im Burzenland um Kronstadt und im Nösnerland um Bistritz. Die vielen befestigten Anlagen um ihre Kirchen, die sogenannten Kirchenburgen der Siebenbürger Sachsen, die ihnen bei kriegerischen Ausein-

andersetzungen Zuflucht und Schutz boten, waren jahrhundertelang und bleiben auch weiterhin Zeugen großer geschichtlicher Vergangenheit. Sie sind heute unter Denkmalschutz gestellt. Die Sonderstellung der Siebenbürger Sachsen beendete Ungarn 1867, indem es Siebenbürgen in den ungarischen Teil der Doppelmonarchie eingliederte, den „Königsboden“ in Komitate einteilte und die ungarische Komitatsverwaltung einführte. Nach dem I. Weltkrieg wurde Siebenbürgen – wie auch das Banat – an Altrumänien angeschlossen. Die Bessarabiendeutschen sind ab 1814 in Bessarabien eingewandert, das damals zum russischen Zarenreich gehörte. Sie gründeten vorwiegend im südlichen Teil Bessarabiens zahlreiche Dörfer wie Gnadental, Friedental, Hoffnungstal,


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Rückblick Bild links:Dieses schöne, 1924 im Banater Dorf Billed erbaute Haus ist ein Beispiel für die hohe Wohnkultur der Banater Schwaben.

Die Kirchenburg von Birthälm in Siebenbürgen Wittenberg, Leipzig und andere. 1926 hatten von den Dörfern mit deutscher Bevölkerung 37 rein deutsche Namen und 27 Dörfer hatten mehr als 1.000 Einwohner. Zar Alexander I., der Kolonisator der Bessarabiendeutschen, suchte Einwanderungslustige, die „gute Ackersleute und erfahrene Weinbauern“ waren und sich auch auf „Baum- und Viehzucht verstanden“. Die ersten Buchenland- oder Bukowinadeutschen wurden 1782 um Tschernowitz (Czernowitz) angesiedelt und zwar in vier Etappen. Zuerst kamen südwestdeutsche Bauern und Handwerker, danach Bergleute aus der Zips. Ihnen folgten Glas- und Waldarbeiter aus Deutsch-

Böhmen und zuletzt kamen bürgerliche Einwanderer aus den österreichischen Erblanden. Die Deutschen haben für die Kultivierung der Bukowina viel geleistet: 1875 wurde in Tschernowitz eine deutsche Universität gegründet. Bis nach dem I. Weltkrieg blieb die Bukowina österreichisch, danach wurde sie an Rumänien angeschlossen. Die Dobrudschadeutschen sind um 1841, als die Dobrudscha noch unter türkischer Herrschaft stand, als bäuerliche Einwanderer angesiedelt worden. Sie kamen aus Bessarabien und anderen Provinzen des zaristischen Russlands. Nach 1878, als die Dobrudscha an Rumänien kam, folgten weitere Einwanderungen. Karamurat (heute Mihail Kogalniceanu), die größte Gemeinde der Dobrudschadeutschen, wurde zu einem Musterdorf erklärt. Sie liegt zwischen Konstantza und Cerna Voda. Caramurat bestand aus drei getrennten Teilen: einem deutschen, einem rumänischen und einem tatarischen. Die Sathmarer Deutschen, auch Sathmarer Schwaben genannt, wurden im 18. Jahrhundert im Gebiet um Sathmar und Groß-Karol von ungarischen Großgrundbesitzern als Kolonisten angeworben und angesiedelt. Graf Karolyi warb mit der Genehmigung des Kaisers Karl VI. katholische Siedler aus Oberschwaben. Später entstanden östlich und südlich Sathmars Dörfer mit Siedlern aus der Zips und Böhmen. Zuletzt wurden im Sathmarer Gebiet 40 deutsche Siedlungen gezählt. Auf dem Gebiet des ehemaligen Altrumäniens, des sogenannten Altreichs, lebten zerstreut und meistenteils in Städten oder größeren Ortschaften Deutsche, die aus allen deutschen Siedlungsgebieten Rumäniens herrührten oder aber Nachkommen der Beamten, Kaufleute oder Offiziere waren, die während der Herrschaft König Carols I., eines Hohenzollern, nach Rumänien gerufen wurden.


Rückblick Nach dem I. Weltkrieg und dem Frieden von Trianon waren alle diese Deutschen verschiedener Herkunft und aus verschiedenen Vaterländern stammend in einem größeren Rumänien vereint, in einem Rumänien, das sein Staatsgebiet mit Siebenbürgen, dem östlichen Banat und dem Buchenland infolge der Auflösung der Österreichisch-Ungarischen Monarchie, wie auch mit Bessarabien, das zuvor Russland angehörte, vergrößert hatte. Ein übergreifendes Zusammengehörigkeitsgefühl zwischen diesen Volksdeutschen war anfangs noch nicht vorhanden und entwickelte sich erst Anfang der dreißiger Jahre, auch dann erst entstand der Sammelbegriff Rumäniendeutsche. Die erste Organisation, ein Dachverband, der schon existierende regionale Organisationen umfasste, hieß „Verband der Deutschen in Rumänien“. 1932 entstand durch den Zusammenschluss des „Südostdeutschen Wandervogels“ mit anderen kleineren Gruppen der sogenannten „Erneuerungsbewegung“ die „Nationalsozialistische Selbsthilfe“, die sich Ende 1933 „Nationale Erneuerungsbewegung der Deutschen in Rumänien“ nannte. Diese wurde staatlicherseits 1934 verboten und Fritz Fabritius, der Wortführer der Erneuerer wurde zum Vorsitzenden des „Verbandes der Deutschen in Rumänien“ gewählt. Ihm ging es wesentlich darum, den Zusammenhalt aller Deutschen zu sichern und deren nationales Bewusstsein zu stärken. 1935 nahm der Verband den Namen „Volksgemeinschaft der Deutschen in Rumänien“ an. Gegen diese eher gemäßigte Richtung

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Hinterhof eines deutschen Weingutes in Bessarabien Anfang der 30-er Jahre

Links rumänischer Bauer bei einem deutschen Schmied in einem Dorf im Buchenland Beim Erntefest in einem dobrudschadeutschen Dorf


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Rückblick

trat eine radikalere Gruppierung an, die sich „Deutsche Volkspartei Rumäniens“ nannte. In der Folgezeit bekämpften sich diese beiden Parteien derart, dass oft bei ihren Veranstaltungen regelrechte Saalschlachten stattfanden und in der Öffentlichkeit großes Aufsehen erregten. Besonders während der Wahlkampagnen steigerte sich dieser Kampf und artete in Beschimpfungen und Verspottungen der anderen Partei aus. Bezeichnend für diese Auseinandersetzungen ist ein Wahlplakat aus einem Dorf im Banat, in welchem über die Kandidaten der Gegenpartei nicht gerade in manierlicher Weise gesprochen wurde. Im Oktober 1938 vereinigte sich die Volkspartei mit der Volksgemeinschaft unter Fabritius. Hinter dieser Entscheidung stand ein massiver von Berlin Wahlplakat der Billeder Ortsgruppe der Partei „Volksgeausgehender Druck, ausgeübt meinschaft der Deutschen in Rumänien“ für die Gemeinvon der Volksdeutschen Mittelderatswahlen 1936. Die Namen der im Text beschimpften stelle (VOMI), die unter der FühMitglieder der Gegenpartei habe ich gelöscht, um Diskusrung Himmlers stand. Dadurch sionen zu vermeiden. gelangten die Volksdeutschen aus Rumänien in die Abhängigkeit der Volksdeutschen Mittelstelle. 1939 durch den Rumänien Nordsiebenbürgen an bewirkte sie die Absetzung von Fabritius und Ungarn abtreten musste, wurden volkdeutsche setzte an dessen Stelle Dr. Wolfram Bruckner als Siedlungsgebiete wie das Nösnerland mit Bistritz, das Regener Land mit Sächsisch Regen Volksgruppenleiter ein. Nachdem Rumänien im Juni 1940 Bessara- und das Sathmarer Gebiet um Groß-Karol mit bien und den nördlichen Teil des Buchenlandes den dort sesshaften Volksdeutschen Ungarn anmit der Stadt Tschernowitz an die Sowjetunion geschlossen. Durch diese Umsiedlungen und abtreten musste, wurden ab September 1940 die Gebietsabtretungen verminderte sich die Anzahl Volksdeutschen aus diesen beiden Gebieten ins der Volksdeutschen in Rumänien auf ca. 550.000 Warthe-Land umgesiedelt. Ihnen folgten Ende Personen. In dieser Zeit kam es auch zu Veränderungen 1940 die Deutschen aus dem südlichen Buchenland, aus der Dobrudscha und viele Deutsche aus innerhalb der Volksgruppe: Dr. Bruckner wurde seiner Funktion enthoben und Andreas Schmidt dem Altreich. Nach dem 2. Wiener Schiedsspruch vom 30. August 1940, am 27. September 1940 vom Leiter der Volks-


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Wortlaut des Gesetzes über die Sonderstellung der Deutschen Volksgruppe in Rumänien deutschen Mittelstelle SS-Obergruppenführer Werner Lorenz in einem Saal des Hotels Krone in Kronstadt in Anwesenheit von Generalkonsul Rodde und einigen Amtswaltern der Volksgruppe als Volksgruppenführer eingesetzt. Andreas Schmidt verlegte den Amtssitz der Volksgruppenführung von Hermannstadt nach Kronstadt. Er setzte auch das Führerprinzip statt der bisherigen demokratischen Struktur durch und machte die nationalsozialistische Ideologie zur Ideologie der Volksgruppe, die die Gesamtheit der deutschen Bevölkerung Rumäniens umfassen sollte. Am 9. November gründete Schmidt die NSDAP der Deutschen Volksgruppe in Rumänien. Die Parteimitglieder im Alter von 18 bis 40 Jahren gehörten entweder der Deutschen Mannschaft (DM) oder der Einsatzstaffel (ES) an. Die jüngeren Frauen betätigten sich innerhalb der Organisation „Glaube und Schönheit“, um nachher im „Frauenwerk“ zu agieren.

Der Jugendorganisation „Deutsche Jugend“ (DJ) und „Bund Deutscher Mädchen“ (BDM) gehörten alle Jugendlichen der Volksgruppe an. Die Sonderstellung der deutschen Volksgruppe wurde vom damaligen rumänischen Staatsführer Marschall Ion Antonescu gewährt und die Volksgruppe erhielt den Status einer juristischen Person des öffentlichen Rechts. Damit konnte sie hoheitliche Kompetenzen in eigener Regie übernehmen und ihren Mitgliedern Verpflichtungen auferlegen. Unter anderem übernahm die Volksgruppe sämtliche staatlichen und mit ganz wenigen Ausnahmen auch alle konfessionellen Schulen mit deutscher Unterrichtssprache und gründete ein eigenes Landesschulamt. Mit der Auflösung und dem Verbot der Volksgruppe nach dem 23.08.1944 wurden auch diese Schulen aufgelöst und der Unterricht in deutscher Sprache verboten und infolge der Schulreform im Schuljahr 1948/1949 wieder eingeführt.


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Rückblick

1941 trat Rumänien an der Seite Deutschlands in den Krieg gegen die Sowjetunion ein. Viele volksdeutsche Soldaten kämpften in den Einheiten der rumänischen Armee. 350 rumäniendeutsche Jugendliche, die zum Studium oder zur Berufsausbildung in Deutschland Abkommen über die Einreihung Volksdeutscher aus Rumäweilten, meldeten sich spontan nien in die Waffen-SS freiwillig und erhielten eine Grundausbildung bei der Waffen-SS. Infolge einer Vereinbarung zwischen 35. Lebensjahr für die Waffen-SS gemustert und dem Volksgruppenführer Andreas Schmidt und – so wie sie in Wien ankamen – vom „Arsenal“ dem SS-Obergruppenführer Gottlob Berger, dem aus den verschiedenen Einheiten der Waffen-SS Chef des SS-Hauptamtes, und mit der Einwilli- zugeteilt. Auch die in den Einheiten der rumänigung rumänischer Regierungsstellen startete die schen Armee dienenden Volksdeutschen wurden sogenannte „1.000-Mann-Aktion“. Schließlich dort entlassen, um in die Waffen-SS einzutreten. waren es jedoch 1.068 sich freiwillig gemeldete Von den noch ca. 550.000 in Rumänien beheimaJugendliche, die mit dem Donauschiff „Uranus“ teten Volksdeutschen dienten ungefähr 60.000 in nach Wien fuhren, um dort im „Arsenal“ gemus- Einheiten der Waffen-SS. Von ihren 38 Divisiotert zu werden. 700 entsprachen den Anforderun- nen hatten folgende einen überwiegenden Anteil gen und gelangten nach Prag-Rusin in die Hein- an Volksdeutschen: rich-Himmler-Kaserne und bildeten später das 7. SS-Freiwilligen Gebirgsdivision „Prinz III. Bataillon der 16. SS-Totenkopf-Standarte. Eugen“, 18. SS-Freiwilligen PanzergrenadierVon den restlichen 368 kamen 80 zu den Bran- division „Horst Wessel“, 22. SS-Freiwilligen denburger, einige noch in andere Wehrmachts- Kavalleriedivision „Maria Theresia“ und die 31. einheiten und der Rest zum Arbeitseinsatz in SS-Freiwilligen Grenadierdivision. Rüstungsbetriebe. 1942 konnten auch sie in der Einen beträchtlichen Volksdeutschenanteil Waffen-SS Aufnahme finden, weil man keine so hatten außerdem noch die folgenden 14 Waffenstrengen Auslesebedingungen mehr anwandte. SS Divisionen: „Leibstandarte Adolf Hitler“, Der nach dem Balkanfeldzug abziehenden SS- „Das Reich“, „Totenkopf“, „4. PanzergrenadierDivision „Reich“ - später hieß sie „Das Reich“, Division“, „Wiking“, „Nord“, „Florian Geyer“, schlossen sich sehr viele Jugendliche aus dem „Hohenstaufen“, „Frundsberg“, „Nordland“, Banat sowie auch 600 Volksdeutsche aus an- „Hitlerjugend“, „Reichsführer-SS“, „Götz von deren Teilen Rumäniens an. Diese Aktion lief Berlichingen“ und „30. Januar“. Rumänienals „3.000-Mann-Aktion“. Diese Jugendlichen deutsche dienten in geringerer Anzahl auch in wurden dem Ersatzkommando der Division zu- Einheiten der Wehrmacht (Heer und Luftwaffe) geteilt, ausgebildet und kamen fast ausnahmslos oder arbeiteten im Rahmen der Organisation an die Ostfront. „Todt“ und in der Rüstungsindustrie. Aufgrund des am 12. Mai 1943 abgeschlosNach dem Frontwechsel Rumäniens am 23. senen Abkommens zwischen der Reichsregie- August 1944 in das Lager der Alliierten und rung und der rumänischen Regierung wurden nach der Kriegserklärung an den ehemaligen mit einigen Ausnahmen alle männlichen Volks- Verbündeten Deutschland verschlechterte sich deutschen aus Rumänien zwischen dem 17. und zusehends die Lage der Rumäniendeutschen,


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Zur Zwangsarbeit deportierte Frauen beim Baumfällen und Brennholzmachen für die Lagerküche denn die neue Regierung hob alle Vorrechte der Deutschen Volksgruppe auf, verbot deren Organisationen und es begannen Repressalien gegen deren Führung und deren Mitglieder. Der sowjetrussische Einfluss nahm derart zu, so dass die Normen des Anstands und der Redlichkeit, die Achtung vor dem Menschen und seiner Integrität nicht mehr respektiert wurden. Nur so ist das erklärlich, was unmittelbar nach dem 23. August 1944 und während der folgenden viereinhalb Jahrzehnten kommunistischer Diktatur an unschuldigen und wehrlosen Menschen verbrochen wurde. Zuerst und vor allen anderen verspürten es die Volksdeutschen in Rumänien am eigenen Leib. Sie waren die Ersten aller Deutschen, die noch während des Krieges dem sowjetrussischen Zugriff und dessen rumänischen Helfershelfern ausgeliefert waren. Auch waren sie die Ersten, an denen Rache genommen wurde. Die im Januar 1945 einsetzende Deportation von 75.000 der zu diesem Zeitpunkt noch insgesamt 470.000 Volksdeutschen zur Zwangsarbeit in die Sowjetunion war – außer den schon vorher erfolgten Verhaftungen, Internierungen, Misshandlungen und lokal bedingten Morden an Volksdeutschen – der erste Schritt in diese Richtung. Infolge der menschenunwürdigen Lebens- und Arbeitsbedingungen, der Krankheiten und vor allem der

Unterernährung starben in den Zwangsarbeitslagern in der Ukraine und beiderseits des Ural 11.000 Deportierte. Bezeichnend für diesen Zustand ist das folgende von einem zur Zwangsarbeit deportierten Volksdeutschen aus Rumänien verfasste Gedicht: Makejewka, Todeslager Makejewka, Todeslager zwangsverschleppter deutscher Frauen, über deinen Massengräbern geistert heute noch das Grauen. Makejewka, Kohlengrube im entfernten Donezbecken, viele tausend junge Frauen ließest hungernd du verrecken. Makejewka, Folterkammer, hörst du deine Opfer schreien? Wann wirst du sie von den Leiden ihrer Seelenqual befreien? Makejewka, Makejewka, wo sind unsre vielen Frauen? Kein Gedenkstein, keine Blume mahnt ans schrecklichböse Grauen.


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Das von einem Zwangsarbeiter gezeichnete Lager bei den Kohlegruben von Hazepetowka. „Die Zeichnung zeigt das Lager 1040 und die Schachtanlagen, in denen wir von 1945 bis 1949 gearbeitet haben. Ich wurde als 17-Jähriger verschleppt und habe die fünf Jahre in diesem Lager als Kohlenhauer überlebt.“ Eingesandt von Kornel Kwieczinsky, Schäßburg (Neu-Ulm) Die Russlandverschleppung, wie sie allgemein genannt wurde, erfasste alle Frauen zwischen 17 und 35 und alle Männer zwischen 16 und 45 Jahren, Es sind aber auch Fälle bekannt, wo man das nicht so genau nahm und jüngere wie auch ältere Frauen und Männer in diese Zwangsarbeitslager deportierte. Alle Zurückgebliebenen – ältere Leute und Kinder, deren Väter Soldaten und deren Mütter nach Russland deportiert waren – hatten ein schweres Los zu ertragen.

Der Artikel 3 der Agrarreform von 1945, laut welchem die deutschen Bauern enteignet wurden.


Rückblick

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Häuserstampfen in Gemeinschaftsarbeit der aus Lenauheim in die Baragan-Steppe deportierten Banater Schwaben im Sommer 1951: Im Vordergrund heben Männer Erde aus, die von Frauen mit Tragen und Eimern zur Baustelle befördert wird.

Ein in der Baragan-Steppe erbautes Dorf (Dalga) mit strohgedeckten Häusern. Im Vordergrund der Hausgarten (Fam. Weber) mit Gemüse für den Eigenbedarf, am Gartenende das vernachlässigte Haus eines Mazedoniers. Außer Plünderungen und weiteren Schikanen, denen sie wehrlos ausgesetzt waren, mussten sie infolge des Bodenreformgesetzes Nr. 187 vom 23. März 1945 akzeptieren, dass ihr Feldbesitz, ihre Häuser, das Großvieh und alle landwirtschaftlichen Maschinen und Geräte entschädigungslos enteignet wurden. In ihre Häuser und Wohnungen mussten sie aus anderen Landesteilen zugezogene rumänische Familien aufnehmen, die sich dann als Herren im Hause wähnten und dies den vormaligen

deutschen Besitzer und dessen Angehörige auch spüren ließ. In den Städten und auf dem Lande wurden 1948 die in Privathand befindlichen Fabriken, Banken und sonstigen Unternehmen verstaatlicht. 1951 erfolgte eine neuerliche Deportation. Bei dieser regelrechten Nacht- und Nebelaktion mussten auch ca. 10.000 Banater Schwaben, davon 782 Familien ehemaliger Soldaten der Waffen-SS mit 2.344 Personen, die in Ortschaften wohnhaft waren, welche innerhalb der rumänisch-jugoslawischen Grenzzone lagen,


Rückblick

36 ihr Zuhause unter Zwangsmaßnahmen verlassen. Sie wurden in der im Südosten Rumäniens gelegenen Baragan-Steppe auf freies Feld gebracht und mussten sich eigenhändig aus selbstgefertigten Lehmziegeln in der Form und Größe vorgeschriebene Häuser bauen. Monatelang hausten sie in von ihnen errichteten hüttenähnlichen Unterkünften, bis sie ihre Häuser erbaut hatten. Ende 1955 und das ganze Jahr 1956 hindurch wurden diese Deportierten aus dem Zwangsaufenthalt entlassen und konnten in ihre Herkunftsorte heimkehren, die damit verbundenen Kosten musste jeder selbst tragen. Alle beschriebenen Schikanen, welchen die Rumäniendeutschen ausgesetzt waren, hatten zur Folge, dass sie sich in ihrer Heimat entwurzelt und wie Fremde fühlten. Aus diesem Grund wurde der Wunsch zur Auswanderung immer dringender. Da viele Familien durch die Kriegsund Nachkriegsereignisse auseinandergerissen waren, lief erst zögernd, dann immer stärker die Aktion der Familienzusammenführung an. Im Jahresdurchschnitt konnten bis zu 1.400 Rumäniendeutsche aussiedeln. Von der zweiten Hälfte der siebziger Jahre an stieg die Zahl der Auswanderungsanträge derart an, dass sich 1977 die Bundesregierung veranlasst fühlte, mit der rumänischen Regierung eine Vereinbarung zu treffen, wonach jährlich 12.000 Rumäniendeutsche aussiedeln durften, wofür Rumänien als Gegenleistung eine Auswanderungsgebühr forderte. Zusätzlich mussten die Auswanderungswilligen den Behörden inoffizielle Geld- und wertvolle Sachgeschenke machen, damit ihre Ausreiseanträge erledigt wurden. Die einem Exodus gleichkommende Abwanderung bewirkte ein massives Schrumpfen der deutschen Bevölkerung Rumäniens. Zählte man vor der Russlanddeportation im Januar 1945 immerhin noch 470.000 Volksdeutsche hier, so waren es 1948 nur noch 343.000 Personen. Infolge der zunehmenden Aussiedlung lebten 1992 nur noch 119.000 Deutsche in Rumänien. Selbst der Sturz des Diktators Ceausescu Ende 1989 konnte das Aussiedeln nicht mehr aufhalten und so

schätzt man, dass gegenwärtig 30.000 - 35.000 Deutsche, vorwiegend ältere Leute, in Rumänien leben. Bis einschließlich 1999 wurden 428.666 Aussiedler aus Rumänien registriert. Sie verließen Rumänien, um im Westen – vorwiegend in Deutschland – eine neue Heimat zu finden. Damit neigt sich eine Epoche deutscher Siedlungsgeschichte in Südosteuropa ihrem Ende zu. Quellen und Literaturhinweise: Reinerth, Karl/Cloos, Fritz: Zur Geschichte der Deutschen in Rumänien 1935-1945, Verlag der Arbeitsgemeinschaft für südostdeutsche Volks- und Heimatforschung, Bad Tölz 1988 Groth-Schmachtenberger, Erika und MayerKrausz, Franz: Damals im Südosten-Siebenbürger Sachsen und Donauschwaben in alten Fotos, Verlag Mahnert-Lueg, München 1990 Christian, Ernst, Dr. phil.: Volksdeutsche und der Zweite Weltkrieg – Beiträge zur SüdostZeitgeschichte, Folge 3, Eigenverlag, Nürnberg 1992 Christian, Ernst, Dr. phil.: Deutsche Aussiedler – Kriegsfolgeschicksale im Osten - Beiträge zur Südost-Zeitgeschichte, Folge 4, Eigenverlag, Nürnberg 1993 König, Georg: Die Tausend-Mann-Aktion, Farchant 1994 Völkl, Ekkehard: Rumänien – vom 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart, Verlag Friedrich Pustet, Regensburg/München 1995 Bergel, Hans: Siebenbürgen – Bilder einer europäischen Landschaft, Verlag Wort und Welt, Innsbruck, o. J. Farca, Olga Katharina: Allein die Hoffnung hielt uns am Leben – Deportation in die Sowjetunion, Farca Verlag, Villingen-Schwenningen, 1999 Kulturelle Arbeitshefte des Bundes der Vertriebenen: Nr. 13 Die Buchenlanddeutschen, 1986/1992 Nr. 28 Die Siebenbürger Sachsen, 1990/1992 Nr. 33 Die Banater Schwaben, 1992 Eigene Kenntnisse – Selbst Erlebtes


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Unvergessliche Augenblicke

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W

aren unsere Väter und Brüder alle Verbrecher? Nur aus dem einzigen Grund, weil sie den Waffenrock der SS trugen und auf dem Kobel die Aufschrift „Meine Ehre heißt Treue“? Das muss noch lange nicht heißen – wie es in den Medien immer zu hören ist – dass diese Armee nur aus lauter Verbrechern bestand, was auch ich nicht so beurteilen möchte. Eher würde ich sagen, dass unsere Väter und Brüder, die in fremder Erde verscharrt wurden, Opfer eines verbrecherischen Krieges waren, mit dem wir in der alten Heimat nichts zu tun hatten. Damit soll es noch lange nicht heißen, dass keine Verbrechen begangen wurden, aber man kann auch nicht alle in einen Topf werfen. Für die Ausnahmen möchte ich zwei Beispiele anführen. Wer kann sich noch an die Tage erinnern, wo wir alle sozusagen als Freiwild der Willkür ausgesetzt waren? Wo uns die Serben aus unseren Nachbardörfern überfielen und das Vieh aus unseren Ställen raubten und wir nichts dagegen tun konnten? So ging es eines Tages wie ein Lauffeuer durchs Dorf, dass sich an der Ecke Sauerländergasse hinter dem Haus Büchler Tasch einige Banditen aufhielten. Zur selben Zeit waren auch einige unserer Lanzer im Fronturlaub, hatten aber ihre Waffen dabei. Da man dachte, es handle sich wieder um serbische Banditen, schlichen sich einige dieser Lanzer durch die Gärten heran und eröffneten urplötzlich das Feuer auf die sechs-sieben Männer, die aufschraken und mit einem Maschinengewehr auf Rädern davonliefen. Einer ihrer Kameraden jedoch blieb schwer verletzt mit einem Brustdurchschuss zurück. Da ich immer die Nase vorne haben musste, war ich Zeuge vor Ort und hörte, wie der Verletzte immer wieder die Worte stammelte: „Boshe moi, pomogi mnje“. Als ich später als Verschleppter in Russland schon einigermaßen die Sprache

konnte, fielen mir die Worte des Schwerverletzten wieder ein und ich konnte sie jetzt auch verstehen. Sie hießen: „Mein Gott, hilf mir!“ und seine verzweifelten Hilferufe wurden erhört. Denn nach kurzer Zeit traf unser Landsmann, den ich immer Vetter Hans nannte, ein. Er hatte Fronturlaub und war einer der stärksten Männer des Dorfes. Und deshalb war es auch kein Zufall, dass man ihn als Sanitäter ausgebildet hatte, denn an der Front musste man die verwundeten Kameraden abschleppen, wozu kräftige Männer gebraucht wurden. Es ist für mich auch heute noch unvergesslich, wie jeder Handgriff von Vetter Hans gekonnt ausgeführt wurde. Als Erstes bekam der Verletzte eine Spritze, vermutlich zur Beruhigung. Dann legte er ihm einen Verband um den Brustkorb, da er ja einen Brustdurchschuss erlitten hatte. Währenddessen kam ein Landsmann dazu, der zufällig auch im Fronturlaub war: „Hans, was machst du da? So einen schlägt man mit dem Knüppel tot und verbindet ihn nicht“. Die Antwort von Vetter Hans kam prompt: „Verschwinde von hier, sonst bekommst du den Knüppel auf den Kopf“, worauf der Knüppelheld schleunigst verschwand. Der Schwerverletzte war kein serbischer Partisan, sondern in der Vorhut der sowjetischen Truppen. Nach einigen Tagen wurde unsere Gemeinde von ihnen besetzt. Als Erstes forschten sie nach ihrem verletzten Kameraden und fanden ihn versorgt und gepflegt im kleinen Kirchenhaus, was für die Billeder ein unsagbares Glück war. Hätte unser Landsmann, SS-Sanitäter Vetter Hans, nicht so menschlich gehandelt, dann wären die Folgen für uns verheerend gewesen! Vetter Hans F.– SS-Sanitäter - und der mit dem Knüppel MN war OT Mann. Wie schon erwähnt: Dieses Ereignis habe ich als Augenzeuge erlebt und werde es nie vergessen!


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I

Einen Türken bauen

m vorjährigen Billeder Heimatblatt (S. 18 bis 22) war eine genau dokumentierte Beschreibung des Sanitätswesens in der Heidegemeinde Billed vom geschätzten Herrn Wilhelm Weber zu lesen, dessen Quellenmaterial in erster Reihe auf einem handschriftlichen Bericht des königlichungarischen Hofkammerrates Baron Wolfgang von Kempelen aus dem Jahre 1767 beruht. Es sollte aber erlaubt sein, alle bedeutenden Leistungen dieses Barons, der am 23. Januar 1734 in Pressburg (Österreich – heute Bratislava, Slowakei) geboren wurde und am 26. März 1804 in Wien gestorben ist, zu erwähnen und zu würdigen. Er studierte Philosophie und Jurisprudenz und übertrug das Gesetzbuch Maria Theresias ins Deutsche, wodurch die Kaiserin auf ihn aufmerksam wurde und ihn sich vorstellen ließ. Kempelen begann am kaiserlichen Hof eine Beamtenlaufbahn und beschäftigte sich nicht nur „nebenbei“ auch mit merkwürdigen Dingen und Erfindungen. Nach seinen Plänen entstanden unter anderem die Schiffsbrücken von Bratislava und die Springbrunnen im Schloss Schönbrunn. Seine Konstruktion einer Dampfmaschine gilt als Vorgängerin der Dampfturbine, und nach seinen Vorgaben wurde auch das Burgtheater in Buda gebaut. Außerdem war er auch Dramatiker, Komponist, Künstler und vor allem Automatenbauer. Zwei seiner Erfindungen übertrafen aber alle anderen an Phantasie und Kreativität: ein schachspielender Automat in Gestalt eines Türken und eine sprechende Maschine. Kempelen baute den Schachautomaten auf ausdrücklichen Wunsch der Kaiserin Maria Theresia, wofür er einige Zeit auch beurlaubt worden war, und den er dann 1769 erstmals bei Hofe präsentierte. Wie die Uhr fungierte nämlich das Schachspiel seit dem Mittelalter als Modell der rationalistischen Welt und nahm auf Grund seiner hohen Komplexität und Rationalität eine besondere Stellung unter den Spielen ein. Der „Türke“ war eigentlich eine lebensgroße Puppe,

Rückblick Friedrich Töpfer M.A.

orientalisch gekleidet, hinter einem Holzkasten sitzend, auf dem sich ein Schachbrett befand. Die Züge des Türken waren ruckartig, die Körpersprache hölzern und der Blick kalt, doch er gewann fast jedes Duell. Warum aber der anthropomorphe Teil einen Türken darstellt, weiß man bis heute nicht. Man vermutet aber, dass das Schach-Spiel in Form eines Automaten auf die historische Bedeutung der Türken anspielt, um sich in der Kunst dieses Weltspieles zu messen. Das Publikum begegnete dem Automaten mit einer Mischung aus Schock und Lust. Die Vorderseite des eleganten Holzkastens, auf dem die Schachfiguren standen, wies drei Türen auf, darunter die Schublade. Vor jeder Vorstellung öffnete Kempelen nacheinander die hölzernen Abteilungen, um das Innere des Kastens vorzuzeigen. Die Zuschauer erblickten ein Gewirr von Walzen, Hebeln und Zahnrädern verschiedener Größe, und bei jedem Zug war ein dunkles Rasseln und Ächzen zu hören. Wolfgang von Kempelen warf mit dieser Erfindung erstmals die Frage auf, ob Maschinen den Menschen tatsächlich jemals an Intelligenz übertrumpfen können. Tatsächlich verbarg sich aber im hinteren Teil des Kastens ein Meister des königlichen Spieles (klein von Gestalt!), der auf einem beweglichen Sitz hin und her rutschte und mittels eines Magneten im Fuß der Schachfiguren alle Spielzüge von oben am Brett unten nachvollziehen konnte, da jegliche Bewegung auf das im Inneren befindliche Schachbrett übertragen wurde. Trotz dieses Bluffs war der Schachautomat jedoch eine technische Meisterleistung, die bei der Informationsübertragung von außen in das Innere des Kastens die Erkenntnis der damals groß in Mode stehenden Wissenschaft des Magnetismus und für die Armbewegung die sogenannte „Storchenschnabel-Mechanik“ nutzte. Wie gut das funktionierte, soll auch der große Napoleon Bonaparte zu spüren bekommen haben, als er 1804 (?) in Wien gegen die Maschine


Rückblick

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eine Partie spielte. Nach mehreren unerlaubten Zügen, mit denen Bonaparte den Automaten testen wollte, wischte der Türke nach einer Verbeugung mit einer verärgerten Geste kurzer Hand alle Figuren des französischen Kaisers vom Tisch.

Bild links: Kupferstich aus dem Buch „Freiherr Joseph Friedrich zu Racknitz“, Ueber den Schachspieler des Herrn von Kempelen, Leipzig und Dresden 1789

Baron Wolfgang von Kempelens Schachautomaten wird heute auch in der länderübergreifenden Philatelie gedacht. Etliche Staaten (auch in Übersee!) haben den Schachautomaten samt Türken als Motiv auf entsprechenden Briefmarken verewigt. Als Beispiel sei Ungarn mit der sorgfältig ausgearbeiteten Marke aus dem Jahre 1974 angeführt oder auch die Slowakei (1994), die ein Porträt Wolfgang von Kempelens samt Geburts- und Todesjahr präsentierte.

Erwähnenswert ist noch, dass das deutsche Heinz-Nixdorf-Museumsforum die im Jahre 1854 bei einem Brand in Amerika zerstörte Schachmaschine des Wolfgang Kempelen nun als Ur-Roboter nach alten Aufzeichnungen nachgebaut – und so die letzten Rätsel um das einstige Wunderwerk vom österreichischen Kaiserhof gelüftet hat.


Rückblick

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1895: Billed schafft den Anschluss an Westeuropa Vor 111 Jahren: Erste Eisenbahn fährt durch den Billeder Bahnhof. Schienenverkehr verleiht der Wirtschaft einen gewaltigen Schub. Werner Gilde

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s war ein großer Tag für Billed und seine Bauern, der 26. September 1895. An diesem Spätsommertag vor 111 Jahren ist die erste Eisenbahn durch den Billeder Bahnhof gefahren. An jenem Tag wurde die Eisenbahnstrecke Temeswar – Lowrin - Tschanad für den Verkehr freigegeben. Wenn es an jenem Tag noch lange nicht jedem zum Feiern zu Mute und bewusst war, welche wirtschaftlichen Vorteile dieses neue Verkehrsmittel mit sich bringen wird, ein Ereignis war die Ankunft des ersten Zuges fast für jedermann, ja sogar eine kleine Sensation für den, der noch nie über die Gemeindegrenzen hinausgekommen war. Die Eisenbahn hatte in jenen Jahren noch genügend Gegner im Banat. Bauern haben sich sogar erfolgreich dagegen gewehrt. Dazu gehört Hans Schmitz aus Totina, der den Prozess gegen die Bahn gewinnt und damit verhindert, dass das kleine Dorf einen Bahnhof bekommt. Die Eisenbahn auf der Strecke Temeswar – Perjamosch – Nero lässt auf dem Weg von Ketfel nach Warjasch das Dörfchen Klein-Sankt-Peter rechts liegen.

Bis zum Bau des Schienennetzes sind die meisten Güter aus dem Banat auf dem Flussweg befördert worden. Wer keinen Hafen vor der Haustür hat, muss weite Wege bis zu den Häfen mit Pferdewagen fahren. Das ist kein Vertriebsweg für verderbliche Waren, wie Gemüse. Getreide und Industriepflanzen können allenfalls verschifft und auf lange Reisen geschickt werden. Die Eisenbahn revolutioniert den Warenverkehr. Lotte Bußhoff schreibt in ihrem 1938 erschienenen Buch „Wandlungen im Landschafts- und Siedlungsbild der Banater Schwäbischen Heide“, dass die Hauptstraßen des Banater Verkehrsnetzes Ende des 19. Jahrhunderts zu Marosch und Theiß führen. Die Abhängigkeit von den Wasserverhältnissen der Flüsse, verbunden mit der für den westlichen Verkehr ungünstigen Flussrichtung, schränkt den Schiffverkehr auf bestimmte Zeiten ein. Deshalb können auf dem Wasserweg nach Budapest und Wien nur Getreide und Industriepflanzen befördert werden, weil sie lange haltbar sind. Aus demselben Grund muss sich


Rückblick auch der Anbau auf diese landwirtschaftlichen Erzeugnisse beschränken. Bis der Siegeszug der Eisenbahn das Banat erreicht, fließt jedoch noch viel Wasser die Marosch hinunter: Er hat 70 Jahre vorher, und zwar am 27. September 1825, in England begonnen mit der Eröffnung der ersten öffentlichen Bahnlinie, der Stockton & Darlington-Eisenbahn. Seit der Grundsteinlegung des Musterdorfes Billed waren bis zu jenem Tag auch schon 70 Jahre vergangen. Danach geht es aber Schlag auf Schlag: Im September 1828 fährt die erste noch von Pferden gezogene Eisenbahn von Linz nach Budweis. Der erste Waggon, der auf dieser Strecke rollt, steht heute in Wien, im Technischen Museum. 1835 fährt die erste von einer Lokomotive gezogene Bahn in Deutschland auf einer Strecke von 6 Kilometern von Nürnberg nach Fürth. Die Spurensuche für die Banater Eisenbahn und für den Billeder Bahnhof führt zurück bis in die Pioniertage des europäischen Eisenbahnbaus. In der Silvesternacht 1854 unterschreiben einflussreiche internationale Financiers und hohe österreichische Staatsbeamte einen Vertrag über den Kauf der nördlichen und südöstlichen Staatsbahnen sowie einiger Strecken in Ungarn. Am Neujahrsmorgen 1855 gibt es somit eine neue Privatbahn: die „K.u.k. Privat-Österreichische Staats-Eisenbahn-Gesellschaft“. Der Kaufpreis ist mit 65 Millionen österreichischen Gulden immens. Allerdings erhält die neue Gesellschaft auch einiges. Zu dem beachtlichen Schienennetz, das in den nächsten Jahrzehnten erweitert wird, kommen zahlreiche Nutzungsrechte von Bergbau- und Hüttenwesen, Forstund Staatsgütern im Banat und Böhmen hinzu. Die StEG, wie sich das neue Unternehmen nennt, kann ständig expandieren. Das Unternehmen baut zahlreiche neue Eisenbahnlinien und

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investiert in die Industrialisierung des Banats. 1882 richtete die StEG eine zweite Direktion in Budapest ein und nennt sich nun „K.u.k. PrivatÖsterreichische-Ungarische Staats-EisenbahnGesellschaft“. 1891 werden die ungarischen und 1909 die österreichischen Eisenbahnlinien der StEG verstaatlicht. Die Übergabe der gesamten Industrie der Banater Region (einst im vollständigen Besitz der Habsburger Krone) in die Hand internationaler Konzerne und Kapitalgeber ist einer der wichtigsten Gründe für den umfassenden Aufschwung in dieser Region. In Reschitza entstehen in den folgenden Jahren mehrere metallverarbeitende Werke. Sie produzieren Eisenbahnschienen, Eisenbahnbrücken, Eisenbahnräderreifen und Lokomotiven. 1846 wird mit dem Bau einer Eisenbahnlinie von Orawitza über Rakasdia, Weißkirchen nach Basiasch begonnen. Sie dient dem Steinkohletransport von Anina und Steierdorf in die Donauhäfen. Die Arbeiten werden durch die Revolution von 1848-49 unterbrochen und im Jahr 1850 wieder aufgenommen. 1855 ist die Strecke vollendet. Der Bau der Eisenbahn wirkt sich sehr positiv auf das ganze Banat aus. Im September 1857 wird die Strecke Temeswar - Budapest für den Verkehr freigegeben. Sie führt über Hatzfeld, Kikinda und Segedin. Es ist die schnellste Verbindung nach Budapest. Nur wenige Jahre spä-


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Der Bahnhof ist renoviert. Die Eisenbahnstrecke Temeswar - Seged soll wieder eröffnet werden, nachdem sie mit Geldern der EU saniert wird.

ter erfolgt der Ausgleich zwischen Ungarn und Österreich, wodurch ein geschlossenes Zollgebiet entsteht, was wesentlich zur Entwicklung der Heide beiträgt. Die Eisenbahnen beschleunigen den Absatz und machen den Anbau und Verkauf von solchen Pflanzen möglich, die leicht verderblich sind und bei denen ein Anbau sich nur bei einer sehr schnellen Beförderung zu dem Hauptabsatzgebiet Budapest lohnt. So wird es möglich, dass das Lowriner und Triebswetterer Frühgemüse stets als erstes in Budapest auf dem Markt ist. Die Banater Heide läuft vor dem Ersten Weltkrieg der Budapester Umgebung den Rang als bester Gemüseversorger ab. Die Banater Bauern liefern in die damalige Landeshauptstadt Kartoffeln, Gemüse, Melonen und Trauben. Der rege Handel der Heide mit dem Westen wird durch die Grenzziehungen nach dem Ersten Weltkrieg unterbunden. Die Linie Temeswar - Groß-Stankt-Nikolaus - Segedin hat nur noch lokale Verkehrsbedeutung. Jeglicher Hauptverkehr mit dem Westen geht danach über Arad nach Budapest. Der Absatz der Weinbau- und Gemüsegebiete verschlech-

tert sich durch die Marktferne und die hohen Transportkosten. Der Banater Bauer muss sich ganz auf den Binnenmarkt konzentrieren. Das zwingt die schwäbischen Bauern, Selbsthilfeorganisationen zu gründen: Es sind die landwirtschaftlichen Genossenschaften. Als Rumänien nach dem Zweiten Weltkrieg im Banat Erdöl zu fördern beginnt, wird Billed zeitweilig zu einem wichtigen Bahnhof. Über eine neue Verladerampe sind täglich viele Waggons mit Rohöl in die Raffinerien nach Ploiesti geschickt worden. Auch Berge von Zuckerrüben und Getreide wurden hier verladen und zur Weiterverarbeitung transportiert. Nach dem Umsturz 1989 ist in die Erhaltung und Wartung des Schienennetzes kaum noch investiert worden. Die Strecke Temeswar - Tschanad ist in einem sehr schlechten Zustand. Trotzdem gibt es Hoffnung. Der Bahnhof ist renoviert. Und die rumänische Zeitung Expres vom 8. Juni 2006 schreibt, dass überlegt wird, die Eisenbahnstrecke Temeswar - Seged wieder zu eröffnen. Sie soll mit Unterstützung der Europäischen Union saniert werden.


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Kurze Geschichte der Billeder Schule

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as Gründungsjahr der Billeder Schule fällt mit dem Ansiedlungsjahr zusammen: Es ist dies das Jahr 1765. Zugleich mit der Errichtung der ersten Häuser in der „Altgasse“ wurde auch eine einklassige Schule erbaut, die bis 1777 auch als Kirche diente und sich in der Altgasse an der Stelle befand, für die auch heute noch die Bezeichnung „Schule“ gebraucht wird (jetzige Nr. 473). Infolge der rasch wachsenden Kinderzahl wurde 1791 noch eine zweite Schulklasse neben der ersten bewilligt. In dieser „Trivialschule“ genannten einfachen dörflichen Lehranstalt wurde nur Lesen, Schreiben, Rechnen und Religion unterrichtet. Kaiserin Maria Theresia ordnete im Banat die allgemeine Schulpflicht an – zunächst nur für die männliche Jugend und beschränkt auf die 45 Wintermonate. Später wurde die Schulzeit auf 8-9 Monate und auch für die Mädchen verpflichtend ausgedehnt. Im letzten Jahr ihrer Regierung legte diese Kaiserin auch das Fundament für die staatliche Schulaufsicht.

Elvira Slavik 1798 erbaute die Gemeinde auf dem noch zur Kirche gehörenden Hausplatz ein neues Schulgebäude, so dass ab dem Jahre 1800 der Unterricht aus der Schule in der Altgasse in die neue neben der Kirche verlegt wurde. Fünfzig Jahre später war diese Schule wieder zu klein geworden. Da die Zahl der Kinder weiter zunahm, wurde 1826 eine dritte Klasse bewilligt. Um diese unterbringen zu können, erweiterte man das bestehende Gebäude winkelförmig, so dass die Schule nun aus zwei Jungenklassen und einer Mädchenklasse bestand und somit der Unterricht nach Geschlecht getrennt erfolgte. 1846-1848 wurde das auch heute noch bestehende und als „alte Schule“ bekannte, schöne Gebäude an der Stelle errichtet, an welcher die 1798 erbaute Schule stand. 1848 kam noch eine Knabenklasse dazu, so dass nun drei Knaben- und eine Mädchenklasse bestanden. 1857 wurde das Schulgebäude durch den Anbau einer Lehrerwohnung und eines Schulzimmers erweitert, so dass 1859 auch eine


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Zwanziger Jahre: Mädchenklasse mit Lehrer Henz (1915-1936 Lehrer in Billed) im Schulhof zweite Mädchenklasse hinzukam. Im darauffolgenden Schuljahr wurden in drei Knaben- und zwei Mädchenklassen 683 Schüler unterrichtet. Am 17. Februar 1870 fand unter dem Gemeinderichter Johann Rieder eine Volksabstimmung statt, die den Charakter der Schule bestimmen sollte. Man hatte zu entscheiden, ob die seit 1765 von der Gemeinde finanzierte konfessionelle Schule beibehalten oder ob sie in eine vom ungarischen Staate finanzierte Gemeindeschule umgewandelt werden sollte. Mit einer Mehrheit von nur zwölf Stimmen entschied man sich für die Gemeindeschule. Das Jahr 1877 brachte einen Umbau des Schulhauses: Aus den vier Klassenräumen wurden sechs, so dass zusammen mit dem im Hofgebäude nun sieben Klassenräume zur Verfügung standen; außerdem gab es eine Lehrerwohnung im Hof- und zwei im Hauptgebäude. 1890 wurde an das als Wohnung für den Lehrer Till gekaufte Haus Nr.133 (jetzt Nr.298) eine weitere Klasse angebaut und damit war Raum für je vier Knaben- und Mädchenklassen. In diesen wurden 1892/93, als die Schülerzahl ihren Höchststand erreichte, 851 Kinder unterrichtet, somit mehr als hundert Schüler in einem Klassenraum und von einem Lehrer. Von Oktober 1877 an unterrichteten die ersten weiblichen Lehrkräfte an der Billeder Schule

und zwar Adelheid Kuba und Maria Kadar. Im Mai 1892 wurde eine Lehrlingsschule gegründet, die bis 1950 bestand. Am 7. November 1892 wurde die Gemeinde-Kleinkinderbewahranstalt, also ein Kindergarten, eröffnet, auch heute von alten Leuten in Billed noch „Spielschul“ genannt. Von den vielen verdienstvollen Lehrern des 19. Jahrhunderts seien hier genannt: Adalbert Körber, der vierzig Jahre (1822-1862) unterrichtete und dem das silberne Verdienstkreuz verliehen wurde; Heinrich Till, der von 1862 bis 1892 in Billed tätig war und 1878 zum Direktor ernannt wurde sowie Jakob Johann Fernbach, der sogar 48 Jahre lang (1856- 1904) seinen Beruf ausübte. In der Zeitspanne von 1765 bis 1878 erfolgte der Unterricht ausschließlich in deutscher Sprache, auch die Eintragungen in die Schulregister in gotischer Schrift. Es bestand das sechsklassige Schulsystem. Durch den sogenannten „Ausgleich“ des Jahres 1867 zwischen Österreich und Ungarn wurde das Banat wieder Bestandteil Ungarns, damit dem Schutze Wiens entzogen und so dem ungarischen Nationalismus, der Magyarisierung, ausgeliefert. Bereits im Schuljahr 1889/90 wurden die Schuldokumente sowohl in ungarischer als auch


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Barfuß beim1x1: Lehrer Henz mit der Bubenklasse. in deutscher Sprache vorgedruckt und geführt. Ab dem Schuljahr 1890/91 wurde auch das Unterrichtsfach Deutsche Sprache aus dem Lehrplan gestrichen. Alle Dokumente wurden nur noch in ungarischer Sprache gedruckt und geführt. Es gab von nun an kein gesprochenes oder geschriebenes Wort in deutscher Sprache. Auch die Namen der Schüler wurden nur mehr in ungarischer Sprache geschrieben. So hieß jetzt Johann – Janos, Nikolaus – Miklos, Elisabeth – Erszebet, Katharina – Katalin usw. Nachdem die Banater Schwaben mehr als hundert Jahre ununterbrochen deutsche Schulen gehabt hatten, war nun ihr gesamtes Schulwesen magyarisiert. Und dieses Magyarisierungsbestreben dauerte bis zum Ende des Ersten Weltkrieges, somit bis zum Ende der österreichisch-ungarischen Monarchie an. Trotz mancher Verluste haben die Deutschen im Banat und auch in Billed ihre nationale Identität, ihre Sprache, ihre Überlieferungen, ihre Sitten und Bräuche bewahrt. Nach dem Ersten Weltkrieg, als unsere Heimat an Rumänien angeschlossen war, begann im Schuljahr 1919/20 wieder der Unterricht in deutscher Sprache, dafür wurde die rumänische Sprache – die Staatssprache – in den Unterricht eingeführt. Von 1921/22 bis zum Jahre 1944 wurden die Schuldokumente in rumänischer und deutscher Sprache geführt.

Durch den Ministerialbeschluss vom 1. Juni 1927 wurde die von 1765 bis 1870 konfessionelle und spätere Gemeindeschule in eine Staatsschule umgewandelt. 1926/27 erfolgte der Übergang vom sechszum siebenklassigen Schulsystem. Als Folge des Geburtenrückgangs wurden die Knabenund Mädchenklassen durch gemischte Klassen ersetzt. Nach dem Ersten Weltkrieg kamen auch einige rumänische Familien nach Billed. Demzufolge entstand 1935 neben der deutschen Schule auch eine Abteilung mit rumänischer Unterrichtssprache, geleitet von einem rumänischen Lehrer. Von 1938 bis 1944 hatte diese Abteilung zwei Lehrkräfte. Während des Zweiten Weltkrieges wurde der deutschen Volksgruppe in Rumänien das Recht zuerkannt, ein eigenes Schulwesen aufzubauen, das der Volksgruppenführung unterstand, wobei der Unterricht an den Volksschulen und deutschen Mittelschulen in deutscher Sprache erfolgte. Mit der Kapitulation Rumäniens am 23. August 1944 brach das gesamte deutsche Schulwesen im Banat zusammen. Ab dem Schuljahr 1944/45 bis 1946/47 gab es in Billed keine deutsche Schule. Alle deutschen Lehrkräfte wurden bereits im Herbst 1944 entlassen. Deshalb


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Braun Schule Neue Schule Alte Schule besuchten die deutschen Kinder in den ersten Nachkriegsjahren die rumänische Schule. Im Schuljahr 1946/47 wurden die deutschen Lehrkräfte wieder eingestellt, unterrichtet wurde aber nur in rumänischer Sprache. Im Schuljahr 1947/48 wurde die deutsche Schule wieder eröffnet und zwar mit der ersten, zweiten und dritten Klasse und die Unterrichtssprache war Deutsch. Dafür wurden vier deutsche Lehrer eingestellt: Franziska Ruck (Kl. 3), Helene Wittmann-Avramescu (Kl. 2A), Elvira Slavik (Kl. 2B) und Johann Hager (Kl. 1). Mit der Schulreform vom 3. August 1949 wurden alle Schulen verstaatlicht, das gesamte Schulwesen in Rumänien umgestaltet und allen mitwohnenden Nationalitäten des Landes der Unterricht in der Muttersprache gesetzlich gesichert. In Billed gab es demzufolge ab dem Schuljahr 1948/49 eine deutsche und eine rumänische siebenklassige Schule mit eigenen Schulleitungen. Durch die ständige Zuwanderung rumänischer „Kolonisten“ stieg die rumänische Bevölkerung stark an. Da die „alte“ Schule neben der Kirche trotz Vormittags- und Nachmittagsunterricht nicht mehr ausreichte, bekam die deutsche Schule ein Privathaus (Nr. 299, bekannt als „Braun“Schule) von der Gemeindeverwaltung zugeteilt, welches durch die freiwilligen Beiträge der deutschen Bevölkerung (80.000 Lei im Jahr 1949) für den Unterricht hergerichtet wurde. In diesem Gebäude war bis 1959 nur die deutsche Schule untergebracht, die rumänischen Klassen verblieben in der „alten“ Schule neben der Kirche. Mit der Schulreform von 1959 wurden alle

selbstständigen deutschen Schulen zu Abteilungen an rumänischen Schulen. Am 15. September 1959 wurden auch in Billed beide Schulen, die rumänische und die deutsche, zu einer Schule mit einer gemeinsamen Schulleitung zusammengeschlossen. Dem - in der Regel - rumänischen Schulleiter wurde ein deutscher Stellvertreter beigeordnet. 1965 wurde der verpflichtende achtklassige allgemeinbildende Unterricht eingeführt und 1970 auf zehn Klassen erweitert. Die Allgemeinschule umfasste 8 Klassen, bestehend aus dem 1. Zyklus mit den Klassen 1-4 und dem 2. Zyklus mit den Klassen 5-8. In den Klassen 1-4 unterrichteten Lehrer, die Absolventen eines pädagogischen Lyzeums waren; in den Klassen 5-8 erfolgte der Unterricht nach Fachgebieten; die Lehrkräfte waren Absolventen eines dreijährigen pädagogischen Instituts (Universität) und wurden als Professor 2 bezeichnet oder sie waren Absolventen einer Universität mit vierjähriger Studiendauer, wurden als Professor 1 bezeichnet und waren berechtigt in den Klassen 5-12 zu unterrichten. Die rumänische Sprache war schon in der I. Klasse Unterrichtsfach; in der VIII. Klasse wurde die Geschichte und Erdkunde des Landes in rumänischer Sprache vermittelt, in allen anderen Fächern wurde in deutscher Sprache gelehrt/gelernt. Billed besitzt seit 1967 ein durch freiwillige Geldbeiträge (contributie voluntara) und freiwillig geleistete Arbeit errichtetes einstöckiges Gebäude, die „neue“ Schule, so dass in drei Schulgebäuden unterrichtet werden konnte. Das neue Gebäude besitzt zwei Laboratorien (Physik/Che-


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Jahrgang 1995 in der 7. Klasse im Schuljahr 1968-1969 mit Klassenlehrerin Elvira Slavik mie und Naturwissenschaften) und ein Kabinett für Sozialwissenschaften (Geschichte/Verfassungslehre). Der Unterricht in allen Stufen und Klassen war jedem Kind zugänglich und unentgeltlich. Die Schule ermöglichte allen Kindern gründliche Kenntnisse und eine enge Verbindung mit der Produktion. Auch die Schulbücher wurden den Schülern unentgeltlich zur Verfügung gestellt, Lehrmittel und moderne Apparate vom Schulinspektorat den Schulen zugeteilt oder aus eigenen Mitteln angeschafft. Die Einnahmen, die durch die Arbeit der Schüler (5.-8.Kl.) im Glashaus, im schuleigenen Gemüsegarten, bei der Ernteeinbringung in der L.P.G., in der Seidenraupenzucht, durch Schulfeierlichkeiten erzielt wurden, hat man für die Ausstattung der Schule mit modernen Lehrmitteln verwendet. Regelmäßig und pünktlich besuchten die Schüler den Unterricht und erzielten infolge der gewissenhaften und verantwortungsbewussten Tätigkeit der Lehrkräfte und der engen Zusammenarbeit derselben mit dem Elternhaus gute und sehr gute Lernergebnisse und konnten ihre Ausbildung/ ihr Studium erfolgreich an höheren Lehranstalten fortsetzen. Die Zahl jener,

die Fachlyzeen, Nachlyzeale- und Hochschulen (Universitäten) absolviert haben, ist im Vergleich zur Vergangenheit (vor 1944) sehr groß. In allen Tätigkeitsbereichen traf man Billeder an, die an ihrem Arbeitsplatz aufgrund ihrer Tüchtigkeit und soliden Fachkenntnisse geachtet und geschätzt wurden, nicht nur in Rumänien, auch in Deutschland. Als Anerkennung der Leistungen und Erfolge im theoretischen und praktischen Unterricht wurden einigen Lehrkräften der Billeder Schule auch Auszeichnungen verliehen. War bis in die neunziger Jahre des 19. Jahrhunderts (1890/94) ein ständiges Anwachsen der Schülerzahl zu verzeichnen, so setzte ab 1894/95 ein ununterbrochenes Absinken derselben ein, das bis in unsere Tage anhält. Ursachen dafür waren und sind: die Auswanderung nach Amerika Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts, die Ausbreitung des Ein- und Zweikindersystems, die Menschenverluste im Ersten und Zweiten Weltkrieg, die Deportation nach Russland (1945-1949) und in den Baragan (1951-1955) sowie die Auswanderung nach Deutschland, Ursachen, die den Fortbestand der


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Lehrer und Professoren der Billeder Schule in den 70-er Jahren deutschen Schule in Billed als kräftige, einflussreiche Lehranstalt in Frage stellten. Aus Mangel an Schülern funktionierte die deutsche Abteilung seit 1985 nur noch mit je zwei Simultanklassen am 1. Zyklus (1./3. Kl. und 2./4. Kl.) und am 2. Zyklus (5./6. Kl. und 7./8. Kl.). Nach 1989 wurden die deutschen Klassen 5-8 aufgelöst; die Absolventen der 4. Klasse besuchen nun entweder die 5. Klasse des „Nikolaus-Lenau-Lyzeums“ in Temeschburg oder die rumänische Abteilung in Billed. Im Schuljahr 2004/2005 bestand die deutsche Schule aus einer einzigen Klasse, in der die Schüler der Klassen 1-4 simultan unterrich-

tet wurden. 2006 unterrichtet Lehrerin Negriu Georgeana insgesamt 10 Schüler. Außer der Allgemeinschule mit deutscher und rumänischer Abteilung gab es in Billed noch andere Schuleinheiten mit rumänischer Unterrichtssprache. Nach 1945 bis zur Schulreform von 1948 gab es ein Gymnasium (Gimnaziu unic), ab 1950 eine technische Mittelschule mit landwirtschaftlichem Profil, die 1952 in eine Berufsschule für Landwirtschaftsmechaniker und 1974 in ein Agro-Industrie-Lyzeum umgestaltet wurde. Zwischen 1963 und 1972 gab es auch ein theoretisches Lyzeum mit den Klassen 9-12 in rumänischer Sprache. August 1959: Schulausflug zum Donau-Engpass


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Die Landsmannschaft der Banater Schwaben organisierte zu Pfingsten, wie in jedem zweiten Jahr, das Große Banater Schwabentreffen. Die Veranstaltungen fanden auf dem Ulmer Messegelände statt. Schirmherr Ministerpräsident Günther Oettinger hielt in der Hauptkundgebung eine Ansprache. (Foto oben) Begrüsst wurden Landsleute und Gäste auch durch den Bundesvorsitzenden der Landsmannschaft Bernhard Krastl. Ab 15:00 Uhr fand auf der Hauptbühne ein Volkstumsnachmittag mit Kindertanzgruppen, Trachtengruppen, Chören und Blasmusik statt. Zur gleichen Zeit fand in den Hallen 1-3 ein gemütliches Beisammensein - nach Ortschaften gruppiert - statt, wobei die Alexanderhausener und Billeder Musikanten, das Banater Echo bzw. die Sankt-Annaer Musikanten den musikalischen Rahmen bildeten. Foto unten: Werner und Gerlinde Gilde u.a. nach einer Aufführung in Mundart. Fotos: C. Gruber


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Handballturnier in Ulm 2006 mit den Mannschaften aus Billed, Tschanad, Lovrin und Lugosch. Die junge Billeder Mannschaft mit hoffnungsvollen Talenten belegte den 3. Platz (Fotomontage Ralf und Christian Gilde). Torwart Michael Rieder konnte leider nicht mitspielen, er hatte sich im Vereinstraining verletzt. Mit etwas Glück wäre auch eine bessere Platzierung möglich gewesen. Foto: Peter Schweininger. Reihe hinten v.l.n.r.: Christian Gilde, Robert Billi, Mathias Herbst, Alexander Herbst, Peter Braun, Dieter Hipp, Werner Gilde. Reihe vorne v.l.n.r.: Alfred Zippel, Michael Rieder, Werner Rieder, Roland Balogh, Walter Billi, Gheorghe Stefuric, Vorne liegend: Ralf Gilde.


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Feuerwehr: Retter in der Not. Bei der Verabschiedung der 10 Begleit-Feuerwehrmänner in Bruchsal, zu der außer Claus Kretz auch Malschs Bürgermeister Elmar Himmel und der Erste Bürgermeisterstellvertreter der Stadt Kraichtal Alfred Richter gekommen waren, bedankte sich der Initiator der Aktion persönlich für die Spendenbereitschaft und dafür, dass sich diese Zehn – unter der Leitung von Kreisbrandmeister Thomas Hauck - bereit erklärt hatten, diese Spende nach Billed zu fahren. Nach fast 25 Stunden erreichte man den Ortseingang von Billed, ab dem – auf Bitte des Bürgermeisters - der Konvoi mit Sondersignal bis zum Rathaus fuhr, wo er von jubelnden Feuerwehrleuten und Bürgern empfangen wurde.


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Einweisung der Billeder Feuerwehrleute an den mitgebrachten Geräten und Fahrzeugen. Auch die Wasserentnahme aus einem offenen Gewässer mit den neuen Fahrzeugen wurde geübt. Als ein Höhepunkt erwies sich die Einweisung in den Umgang mit der Anhängeleiter, die sofort eifrig bestiegen wurde.


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Am Mittwoch Einladung zum Tag der Feuerwehr in Temeswar. Nach dem Fahnenappell wurden alle Feuerwehrleute begrüßt, besonders die deutschen Gäste. Kreisbrandmeister Thomas Hauck überbrachte die Grüße der Feuerwehren vom Landkreis Karlsruhe; am Nachmittag dann die Feierlichkeiten in Billed.

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Herbstfest in Nürnberg am 16.09.2006 Es ist immer wieder schön in Nürnberg bei unseren „Nürnberger Billedern“ ein Fest zu feiern. Die Organisatoren Elisabeth Follmer, Herbert Preisach, Fam. Grappini, Fam. Pritz und Helfer hatten alles perfekt vorbereitet. Wir, die Musikanten und Veranstalter, freuen uns sehr, dass wir immer wieder unsere altbekannten Gesichter sehen, unsere treuesten „Fans“ sozusagen. Denen gilt auch unser aufrichtigster Dank. Das nächste Jahr soll auf jeden Fall wieder so ein Fest stattfinden und da würde es uns sehr freuen, wenn wir mehr Gäste begrüßen dürften. Selbstverständlich auch Nichtbilleder.

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Schlachtfest mit der Trachtenblasmusikkapelle Billed-Alexanderhausen am 23. Oktober Das Fest erfreut sich wachsender Beliebtheit. Es begann am Samstag Vormittag mit einem Ständchen für die drei Metzger: Sepp Dinjer, Franz Klein und Hans Muhl bei Dinjers im Hof und endete am späten Abend im Donauschwabenhaus in Frankenthal.


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Blasmusikkonzert in Ingolstadt, Patenstadt der Banater Schwaben in Bayern, organisiert vom LV Bayern, KV Ingolstadt und dem Freundeskreis Donauschwäbische Blasmusik (FDB) zur 1200Jahr-Feier der Stadt Ingolstadt auf dem Rathausplatz. Auftritt bei schönstem Wetter der Blaskapelle Billed - Alexanderhausen, der Banater Trachtentanzgruppe Karlsruhe und des Billeder Gesangsduos Elisabeth Rieder / Maria Muhl, vor dem Rathaus in Ingolstadt. Für heitere Momente sorgte Josef Herbst mit seinen Gedichten: „De Rotschnauzer“ und „Die Kerweigäscht“. Am Nachmittag dann noch Auftritt im Seniorenzentrum „Josef Nischbach“. Fotos: C. Gruber


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Billeder Kirchweih am 27.08.2006 Bei herrlichem Sonnenschein wurde der von Edith Barta und Susi Csonti geschmückte Kerweihstrauß von den 15 Kerweihpaaren beim Forum abgeholt. Eingeladen wurden der Bürgermeister Leontin Duta und Direktor Sorin Supuran, aufgespielt hat die Blaskapelle aus Rekasch unter dem Kapellmeister Henschl. Die heilige Messe wurde vom Lovriner Pfarrer zelebriert; im Kulturheim fand am Nachmittag die Straußversteigerung statt und anschließend ein von den verschiedenen Gruppen dargebotenes Kulturprogramm. Erster Geldherr war Egon Nachram mit Suse Csonti, zweiter Geldherr Cosmin Legindi mit Nicoleta Oprea. Die Straußversteigerung nahm Hansi Müller aus München vor, Kerweihnarr war Cosmin Legindi. Ersteigert hat den Strauß Marius Ganea für sein Mädchen Heidrun Maniet. Ihre Mutter hat Hut und Tuch gewonnen.

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Das schon zur Tradition gewordene Handball-Turnier fand auch in diesem Jahr zeitgleich mit dem Kirchweih-Fest statt. Die acht daran beteiligten Mannschaften kamen aus: GroĂ&#x;sanktnikolaus, Hatzfeld, Lugosch, Temeswar, Arad, Lovrin sowie zwei aus Billed. Turniersieger wurde Billed I, die im Finale jene aus Lugosch mit 27:15 bezwang


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Der Billeder Jahrgang 1951 am 27. Mai 2006 in Singen. v.l.n.r.: Peter Jung, Nikolaus Tasch, Josef Plennert, Karl Mutter, Josef Ballmann, Elisabeth Packi (geb. Hehn), Jakob Billinger, Elisabeth Beisser (geb. Szabo), Hans Jobba, Katharina Müller (geb. Hammer), Elisabeth Follmer (geb. Hellberg), Elisabeth Holz (geb. Schmidt), Josef Hipp, Monika Filipov (geb. Ortinau), Nikolaus Rollinger, Gertrude Thöresz (geb. Neiß), Angela Albu (geb. Done). Am 8.Oktober fand das 9. Bundestreffen der Banater Chöre und Singgruppen in Gersthofen/ Augsburg statt. In mehr als der Hälfte der 12 angereisten Chören war jemand aus unserem Dorf vertreten.


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Stehend v.l.n.r.: Peter Kräuter, Peter Neumann, Willi Thöress, Franz Mayer, Georg Kiss, Nikolaus Mann, Hans Schwarz, Hans Lind, Hans Weiss, Adam Wagner, Nikolaus Hehn Sitzend Elisabeth Herbst (Schütz), Anna Nachbar (Teiber), Elisabeth Lenhardt (Vastag), Katharina Schiller (Dumelle), Katharina Koch (Schwendner), Erika Esmann (Glasz) Eins.: Anna Weiss Wien - mehr als eine Reise wert! Wien war Ziel einer viertägigen Busreise, an der 48 Banater Landsleute, darunter 30 Billeder, teilgenommen haben. Reiseveranstalter war das Unternehmen Stefan Mayer aus Plankstadt, vermittelt und organisiert wurde die Reise von Werner Gilde. Ihm gilt hierfür der ganz besondere Dank aller Reiseteilnehmer. (Rita Braun)


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Hans Muhl: „Ich habe die magischen 42.195 Meter geschafft“ Nach 240 Trainingsläufen mit insgesamt 2.500 zurückgelegten Kilometern bin ich zusammen mit meinem Chef Torsten am 6. November 2005 den New-York-Marathon gelaufen. Wenn mir jemand vor zwei Jahren gesagt hätte, dass ich diese Strecke laufen kann, hätte ich es selbst nicht für möglich gehalten.


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Ölvorkommen Erdgasvorkommen

ITTC-Ploiesti, Rampa Biled

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o hieß der neue Betrieb, wo ungefähr 70 Billeder Arbeit fanden. Man wusste, dass nicht nur der Billeder Boden sehr ertragreich ist, sondern auch im tiefsten Inneren - ab 800 m - reiche Schätze zu finden sind - das schwarze Gold, das Erdöl. Erst als die Nachbarländer Serbien und Ungarn ihre Bohrtürme bis zur Grenze Rumäniens aufbauten, ist man richtig wach geworden, hat bei Valcan, einem Grenzort, die ersten Bohrtürme aufgestellt und mit großem Erfolg das erste Erdöl in dieser Region gewonnen. Danach wurden auf den Fluren zwischen Billed, Alexanderhausen, Wariasch, Knees und Kalatschia Sonderbohrungen vorgenommen, wobei man auf reiche Erdölvorkommen stieß. Diese Arbeiten wurden von der „Schela“ (Skela) mit dem Sitz in Alexanderhausen durchgeführt, einem Betrieb, wo fast 700 Personen Arbeit fanden. Demzufolge wurde in Billed in Verlängerung des Bahnhofs eine Verladerampe erbaut, wo innerhalb von 4-6 Stunden ein kompletter Zug von 1.200 t abgefertigt und verschickt werden konnte. Der Hauptsitz war in Ploiesti, wohin auch das meiste Erdöl geliefert wurde, zur großen Raffinerie. Der Chef für Billed und Valcan, der Inspector Chef-Control, sollte den neu gegründeten Betrieb in Schwung bringen, was ihm auch gelun-

Von Josef Thöresz gen ist. Jeder Angestellte musste für seine Arbeit qualifiziert sein, pünktlich und zuverlässig auch. Dadurch steigerte sich die Produktion von Monat zu Monat, so dass als Höchstleistung auch drei Züge täglich abgeschickt wurden. Nach einigen Jahren wurden auch Gasolin und flüssiges Gas verladen und verschickt. Zuerst wurde das Erdöl in große Reservoire gepumpt, vom Wasser gereinigt und dann von der Verladerampe übernommen. Jeden Morgen wurde der Ein- und Ausgang der „Ware“ vom Rampenchef überprüft, ein Billeder, der bei eventuellen Schwierigkeiten jederzeit behilflich war. Die Ingenieure in Ploiesti verwalteten sämtliche Verladerampen im ganzen Land, wobei alle 4 Stunden über geleistete Arbeit und Abgang der Züge telefonisch Bericht erstattet wurde, so dass diese stets auf dem Laufenden waren und in Notfällen eingreifen konnten. Die hier Angestellten kamen fast ausschließlich aus der Billeder Kollektivwirtschaft; es wurde in 3 Schichten rund um die Uhr verladen, auch an Sonn- und Feiertagen. In jeder Schicht war der Schichtleiter für alles, was auf dem Betriebsgelände geschah, verantwortlich, musste die Schreibarbeit erledigen, die Frachtbriefe für die Bahn bearbeiten. Die Zusammenarbeit der „Schela“- Bahn mit Ploiesti war bestens, so dass immer alles gut lief.


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Bei Freunden zu Gast

Rückblick

Billed in Rumänien - Schmölln in Mitteldeutschland Ein Bericht von Günter Schneider, Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Schmölln seit fast 60 Jahren.

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uerst möchte ich unsere Heimatstadt Schmölln mit einer Einwohnerzahl von ungefähr 15.000 Einwohnern vorstellen. Sie liegt ungefähr 50 km südlich von Leipzig, in einer hügeligen, landwirtschaftlich guten Gegend und ist seit Mitte des 19. Jahrhunderts von Industrie geprägt. Davon ist vor allem die Knopfherstellung zu erwähnen, deshalb bezeichnet man die Stadt auch heute noch als „Knopfstadt“. Besonders nach der „Wende“ hat sich Schmölln ausgedehnt und man kann sagen, dass sie eine schöne, saubere und von vielen Grünanlagen durchzogene Stadt ist, die im Außenbereich größere Industriegebiete besitzt. Im August 2006 rief mich wieder einmal der heute in Gaggenau/Baden-Württemberg wohnende Sepp Herbst an. Wir stellten beide im Laufe des Telefonats fest, dass unsere Bekanntschaft schon recht lange währt. 1972, vor über dreißig Jahren, begann eine Feuerwehrfreundschaft, die bis heute in Familienbereichen weiter besteht. Sepp Herbst suchte mich eines Tages auf, als er bei einem Schmöllner Bekannten weilte, den er während seiner Militärdienstzeit in der rumänischen Armee kennen gelernt hatte, dessen DDR-Betrieb führte in Rumänien einen Bauauftrag aus und Sepp war diesem als Dolmetscher zugeteilt. Dieser Bekannte von Sepp Herbst war zufällig ein Schulfreund von mir, ich war zu dieser Zeit der Leiter der Freiwilligen Feuerwehr Schmölln, so konnte schnell der Wunsch von Sepp, der Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Billed war, erfüllt werden, einmal ein örtliches Brandschutzorgan in der DDR kennen zu lernen. Wir waren gleich - wie man so schön sagt - „ein Herz und eine Seele“. Nach einer längeren Unterhaltung begaben wir uns zu dem 1972 fertig gestellten Gerätehaus der Freiwilligen Feuer-

wehr Schmölln, das die Schmöllner Kameraden im Laufe von drei Jahren nach ihrer regulären Arbeitszeit, also nach Feierabend, gebaut hatten. Ein wenig stolz zeigte ich meinem Feuerwehrkameraden aus Rumänien diesen Neubau, der neben vier Großgaragen, einem Schulungsraum, einem feuerwehrtechnischen Kabinett, einer Werkstatt und den entsprechenden hygienischen Anlagen auch eine Wohnung für den Techniker umfasste. Nach den intensiven freundschaftlichen Gesprächen lud ich die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Billed zu einem Besuch anlässlich unseres hundertjährigen Bestehens im kommenden Jahr 1973 ein. Leider war es auf Grund administrativer Schwierigkeiten den vier Billeder Kameraden nicht möglich, an den Festtagen im September teilzunehmen, sie konnten erst Wochen später, kurz vor Silvester, einreisen. Wir holten die vier Feuerwehrkameraden aus Billed mit Pkws am Hauptbahnhof in Leipzig ab und fuhren nach Schmölln, dort wurden sie schon von den Gastfamilien der Schmöllner Feuerwehrkameraden erwartet. In den folgenden Tagen unternahmen wir neben mehrfachen Besuchen in den Gastgeberfamilien auch einen Tagesausflug ins Erzgebirge, dem deutschen Weihnachtsland. Wir besuchten in Schneeberg das Schnitzmuseum mit seinen volkstümlich gestalteten Schaubergwerken. Zur Freude unserer


Rückblick Billeder Gäste gab es im Ort eine Verkaufsstelle, die noch Silvesterfeuerwerkskörper anbot. Sie nutzten die Gelegenheit zum Erwerb, um diese dann, wie sie uns später berichteten, bei ihrer Ankunft am Billeder Bahnhof in die Luft steigen zu lassen. Ich kann mich noch an eine weitere Autofahrt erinnern, die wir in Richtung Leipzig unternahmen, bei der wir eine gerade fertig gestellte größere Schweinemastanlage bei Borna besichtigten. Ein anderer Tag war für ein gemütliches Beisammensein vorgesehen, das wir mit Essen, Trinken, Musik und mit mancherlei Ansprachen und Berichten mit allen Schmöllner Feuerwehrkameraden und deren Frauen fröhlich und angeregt verbrachten. Dabei erhielten wir zu unserer Freude von den Billeder Kameraden einige Feuerwehrauszeichnungen und einen wunderschönen Freundschaftskristallpokal, der noch heute unserem Traditionsraum zur Zierde gereicht. An diesem Abend erfolgte auch von Seiten der Billeder Kameraden eine Einladung zu einem Gegenbesuch in Rumänien. Die Tage in Schmölln verliefen wie im Flug und nach einem großen Spaziergang über unseren Hausberg, den Pfefferberg, wurde es Zeit, Abschied zu nehmen. Wir brachten die Billeder Feuerwehrkameraden wieder zum Leipziger Bahnhof, von dem aus sie die Heimreise mit der Eisenbahn antraten. Nun galt es, die Fahrt nach Rumänien vorzubereiten. Die finanziellen Kosten sollten so gering wie möglich gehalten werden, drei der mitfahrenden Feuerwehrkameraden stellten ihre Privatautos zur Verfügung, so dass wir unabhängig in unserer Beweglichkeit waren. Unterwegs wollten wir in den Autos und in Zelten schlafen und auf mitgenommenen Propangaskochern Getränke und Fertigsuppen zubereiten. Wir hatten diese Campingart gewählt, weil ich im Anschluss an die Tage in Billed meinen Feuerwehrkameraden noch einige landschaftliche Schönheiten Rumäniens, hauptsächlich im Karpatengebiet, zeigen wollte, die ich in den vorangegangenen Jahren mit meiner Familie kennen gelernt hatte. Gegen Ende des Sommers 1974, an einem Donnerstagnachmittag, fuhren nach der Arbeit

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Rathaus in Schmölln

elf Feuerwehrkameraden der Freiwilligen Feuerwehr Schmölln mit drei Fahrzeugen , zwei Wartburg Kombi und ein Trabant, in Richtung Billed / Rumänien von Schmölln aus ab. Auf der Autobahn ging es bis Dresden, von da ab auf normaler Straße über das Erzgebirge nach Prag, das wir in den Außenbezirken umfuhren. An einem Waldrand suchten wir uns bei Einbruch der Dunkelheit hinter Prag einen Übernachtungsplatz. Früh schon hatte unser Jesko Kurt den Kaffee gekocht und die beiden Campingtische aufgestellt, so dass wir uns nur noch mit unseren Klappstühlen an den gedeckten Tisch setzen mussten und in aller Gemütlichkeit und Ruhe unser Frühstück verzehren konnten. Dann ging es zügig durch die Tschechoslowakei und in Richtung Budapest nach Ungarn hinein. Wir mussten unbedingt durch diese große, verkehrsreiche Stadt fahren, um die nach Rumänien führende Fernverkehrsstraße zu erreichen. Uns gelang das Kunststück, ohne einander zu verlieren oder uns zu verfahren, durch den dichten Verkehr zum Stadtausgang zu gelangen. Als die


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Rückblick

Die Freiwillige Feuerwehr Billed war mit ihrer Musikkapelle zu unserer Begrüßung angetreten. Der Bürgermeister und einige Gemeinderatsmitglieder waren ebenfalls anwesend. Begrüßungsreden wurden herüber und hinüber gehalten und Geschenke ausgetauscht. Schulkinder sangen einige deutsche Volkslieder. Dunkelheit hereinbrach, fanden wir in der weiten ungarischen Puszta hinter einem kleinen Wäldchen einen Übernachtungsplatz. In der Nähe stand eine große steinerne Windmühle, die zu einer Gaststätte ausgebaut war, in ihr leisteten wir uns noch ein „Bierchen“, ehe wir uns in den Autos und Zelten zum Schlafen legten. Wie am Vortage frühstückten wir und die Fahrt ging weiter in Richtung ungarisch - rumänischer Grenze. Hier gab es einen unfreiwilligen längeren Aufenthalt, weil die rumänischen Grenzbeamten es für nötig befunden hatten, eine Pause einzulegen, so dass sich hinter uns eine lange Autoschlange bildete. Eine Zollbeamtin warf ihren Kollegen, die auf einer Bank saßen, Weintrauben zu, die sie scherzhafterweise mit dem Mund auffingen. Ich sagte zu Deckerts Lothar: „Setz dich dazu und fange mit auf.“ Was dieser auch tat. Die Wirkung war prompt. Nur wir drei Fahrzeuge wurden abgefertigt und konnten weiter fahren, während die anderen noch weiter warten mussten. So erreichten wir Arad, die erste Stadt in Rumänien, die wir durchfuhren. In einem kleinen Dorf, kurz vor unserem Ziel Temeswar, der Bezirksstadt von

Billed, stellten wir fest, dass wir unseren Zeitplan bestens eingehalten hatten und so konnten wir in einer netten Gaststätte eine Rast einlegen. Gegen Mittag setzten wir unsere Fahrt fort und erreichten den ausgemachten Treffpunkt am Ortseingang von Temeswar pünktlich. Die Kameraden der Billeder Freiwilligen Feuerwehr hatten hier für den ganzen Tag einen Straßenposten eingerichtet, der gerade abgelöst werden sollte. Die beiden Billeder staunten über unsere Ankunft, denn sie hatten uns noch nicht so zeitig erwartet. Da der Empfang in Billed erst für 18 Uhr vorgesehen war, unternahmen wir mit den beiden Billeder Kameraden einen Rundgang durch die Bezirksstadt. Dabei besuchten wir das Banater Museum, das im Hunyaden - Schloss aus dem 15. Jahrhundert untergebracht ist. Dort gab es auch viel Volkstümliches aus dem Wohngebiet unserer Gastgeber zu sehen. So war es schnell Nachmittag geworden und die beiden Billeder verließen uns mit ihrem Motorrad, um rechtzeitig zu unserem Empfang in Billed anwesend zu sein. Langsam kam auch für uns die Zeit zum Aufbruch.


Rückblick

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Die Schmöllner Feuerwehrkameraden brachten drei laut schallende „Gut Wehr“ auf die Billeder Feuerwehr aus. Nachdem wir uns in einem Straßenkaffee noch ein wenig erholt hatten, fuhren auch wir die letzten 24 km nach Billed. Da wir günstig in der Zeit lagen, hielten wir nochmals an dem von Bäumen und Büschen umgebenen Parkplatz in der Nähe des Kalvarienberges an. Durch den Schatten der Bäume hat uns der ebenfalls aus Temeswar kommende Bürgermeister nicht wahr genommen, denn er sagte den in Billed versammelten Leuten, wir seien noch nicht zu erwarten, er habe uns auf der Straße nicht gesehen. Umso erstaunter waren alle, als wir trotzdem pünktlich mit dem Abendläuten die kleine Straßenabsenkung nach Billed hinunter fuhren. Auf der Straße vor der Feuerwehrremise standen viele Einwohner und erwarteten uns. Später erzählte mir eine der wartenden Frauen anerkennend: „Man merkt, dass ihr auch Deutsche seid, fahrt durch drei Länder und seid doch mit dem Glockenschlag zur Stelle.“ Die Freiwillige Feuerwehr Billed war mit ihrer Musikkapelle zu unserer Begrüßung angetreten. Die Schmöllner Kameraden

stiegen aus ihren drei Fahrzeugen aus und stellten sich ihnen gegenüber auf. Der Bürgermeister und sicher einige Gemeinderatsmitglieder waren ebenfalls anwesend. Begrüßungsreden wurden herüber und hinüber gehalten und Geschenke ausgetauscht. Nachdem der Herr Lehrer mit seinen Schulkindern einige deutsche Volkslieder gesungen hatte, brachten die an ihren Fahrzeugen angetretenen Schmöllner Feuerwehrkameraden drei laut schallende „Gut Wehr“ auf die Billeder Feuerwehr aus. Mit der Blaskapelle voran marschierten wir nun durch den Ort zu einem gemütlichen Beisammensein aller in das Kulturhaus der Feuerwehr, das in einer von der Hauptstraße abzweigenden Nebenstraße lag. Im Anschluss daran ging es dann zu den verschiedenen Gastfamilien, bei denen wir für die Zeit unseres Aufenthaltes in Billed einquartiert waren. Ich glaube, es war gleich der nächste Tag, als mit einem Lastwagen zu einem Schnelligkeitswettkampf der Feuerwehr nach Timisoara gefahren wurde. Es beeindruckte uns sehr und wir hatten


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Rückblick

Den meisten von uns war bis zu diesem Zeitpunkt das Banat nur ein weiter Begriff, der irgendwo auf dem Balkan vorkam und in dem vor Jahrhunderten Deutsche gesiedelt hatten. Hier hörten wir nun ihre Sprache, die ans Schwäbische anklang und von dem mir noch immer das freundliche „gutten Owed“ als Abendgruß in den Ohren klingt, wenn man durchs Dorf ging. alle Achtung davor, mit welchem Eifer und Elan die einzelnen Dorffeuerwehren mit ihren Handdruckspritzen um die besten Plätze kämpften. Bei uns in der DDR wurden solche Wettkämpfe nur noch mit Motorspritzen ausgetragen. Es ist noch gar nicht so lange her, dass unsere drei Schmöllner Ortsteile ebenfalls nur mit Handdruckspritzen ausgerüstet waren. Erst 1946 bekamen sie Motorspritzen. Nach über dreißig Jahren erinnere ich mich noch daran, dass wir in den nächsten Tagen die am Ort produzierende Hanffabrik besichtigten. Am selben Tag führte uns eine Berufsfeuerwehr der nahen Ölfelder eine Angriffsübung mit ihrem Tanklöschfahrzeug vor. Dabei waren sie mächtig ins Schwitzen gekommen, deshalb nahmen wir sie auch beim anschließenden gemütlichen Beisammensein in unsere Mitte, um gemeinsam den innerlichen Durst zu löschen. Die Billeder Feuerwehrfreunde waren ständig bemüht, uns ihre Heimat zu zeigen, so konnten

wir die neu eingerichtete Großverkaufsstelle mit ihren verschiedenen Angeboten für den täglichen Bedarf besichtigen, und unter anderen führten sie uns in das nahe Dorf Lenauheim, dem Geburtsort des Dichters Nikolaus Lenau. Dort ergab sich die Möglichkeit, in seinem Geburtshaus das liebevoll gestaltete Museum zu besuchen. Natürlich nutzten wir auch unsere Zeit in Billed und hatten manches gute Gespräch mit unseren Gastgebern, die uns zeigten, wie sie lebten, wohnten und arbeiteten und um uns das schöne, weitläufige, saubere Dorf anzuschauen. Denn den meisten von uns war bis zu diesem Zeitpunkt das Banat nur ein weiter Begriff, der irgendwo auf dem Balkan vorkam und in dem vor Jahrhunderten Deutsche gesiedelt hatten. Hier hörten wir nun ihre Sprache, die ans Schwäbische anklang und von dem mir noch immer das freundliche „gutten Owed“ als Abendgruß in den Ohren klingt, wenn man durchs Dorf ging. Wir probierten ihre oft köstlichen Speisen zumeist


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Mit der Blaskapelle marschierten wir nun durch den Ort zu einem gemütlichen Beisammensein aller in das Kulturhaus der Feuerwehr, das in einer von der Hauptstraße abzweigenden Nebenstraße lag. Im Anschluss daran ging es dann zu den verschiedenen Gastfamilien, bei denen wir für die Zeit unseres Aufenthaltes in Billed einquartiert waren. aus den Früchten der eigenen Ernte. Kurz, wir fühlten uns ihnen verbunden und sind es heute noch. Viel zu schnell vergingen auch diese Besuchstage in Billed und wir mussten an einem Vormittag Abschied nehmen. Ehe wir endgültig Richtung Heimat fuhren, nahmen wir einen Umweg über den westlichen Teil der Karpaten und erreichten am Abend dieses Tages den schon im Gebirge liegenden Ort Sarmizegetusa mit seiner Trajansfestung. In den nächsten Tagen fuhren wir über das Schiltal zum Olt. Durch das Olttal fuhren wir nach Hermannstadt und übernachteten im dortigen Camping, weiter ging es über Fagaras nach Kronstadt hinauf nach Poiana Brasov ins Camping. Der weitere Heimweg führte über Schäßburg und Klausenburg nach Oradea, wo wir das Thermalbad in Baile Felix aufsuchten. Am nächsten Tag ging es nach Ungarn hinein bis zu dessen Hauptstadt Budapest, für die ein Tag zur Besichtigung

vorgesehen war. In einer Gewalttour fuhren wir dann bis nach Schmölln zurück. Da die Reisebedingungen erleichtert waren, ergaben sich in den nächsten Jahren mehrere gegenseitige Privatbesuche in Deutschland und Rumänien, auch als dann viele Billeder Familien in die Bundesrepublik aussiedelten. Zum Beispiel war ich selbst mit meiner Familie bei Peter Plennert zur Hochzeit seines Sohnes eingeladen. Auf diese Weise konnten wir in Billed noch eine richtige Banater Hochzeit miterleben. Sogar auf Hari, den Hund der Familie Herbst, erstreckte sich die Freundschaft, denn jedes Jahr, wenn wir einmal zur Stippvisite in Billed erschienen, wurden wir ohne Bellen aber schwanzwedelnd von ihm am Tor begrüßt. Noch oft wird in Kameradenkreisen von der erlebnisreichen Rumänienfahrt der Freiwilligen Feuerwehr Schmölln gesprochen. Es waren eben unvergessliche Tage.


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Rückblick

Parteivorsitzender Gheorghiu-Dej mit den Parteigenossen, in seinem Rücken Ceausescu. Ceausescu wird später auf Kosten der Deutschen noch ein Milliarden-Geschäft machen.

Gesetze zur Rechtslage der Deutschen in Rumänien am Ende des II. Weltkrieges

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äufig wird die Situation der am Ende des II. Weltkrieges in den ost- und südosteuropäischen Reichs- und Siedlungsgebieten im Machtbereich der Siegerstaaten verbliebenen Deutschen verglichen. Allen ist dabei gemeinsam, dass sie als Sündenböcke für die Kriegsgeschehnisse bestraft wurden, Recht, Freiheit, Hab und Gut, die Heimat und über zwei Millionen auch ihr Leben verloren haben. Vertreibung, Enteignung, Internierung, Zwangsarbeit und Jahrzehnte lange Unterdrückung waren das Nachkriegsschicksal der Deutschen in diesen Staaten. Dabei hatten wir in Rumänien, verglichen mit unseren Landsleuten im ehemaligen Jugoslawien, in der Tschechoslowakei, in Polen oder der damaligen Sowjetunion, gewiss ein besseres Los. Falsch ist jedoch die Meinung, die Ausschreitungen gegen uns seien Einzelaktionen von Hitzköpfen gewesen, die eigentlich von der Staatsführung nicht politisch gewollt waren. Neuere Forschungen in den Staatsarchiven decken das Gegenteil auf. Die Historikerin

Peter Krier Hannelore Baier hat in ihrem in diesem Jahr bei „Honterus“ in Hermannstadt erschienenen Buch „Germanii din Romania 1944-1956“ eine ganze Reihe Gesetze und Beschlüsse des Ministerrates über die Behandlung der Deutschen in Rumänien veröffentlicht. Auch andere Forscher haben in den letzten Jahren Beiträge zur Aufhellung des Verhaltens der damaligen rumänischen Regierungen gebracht, über die hier kurz berichtet wird. Rumänien wollte seine Deutschen vertreiben Schon in den enddreißiger Jahren wurde in politischen Kreisen Rumäniens, mehr noch während der Umsiedlung der Deutschen aus dem Buchenland und aus Bessarabien, über die Umsiedlung aller Deutschen aus Rumänien gesprochen. Nach der Wende Rumäniens, am 23. August 1944, waren es nicht nur Zeitungen, wie etwa die „Libertatea“, in der am 12. September 1944 gefordert wird, die Lage der Deutschen in


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73 Iuliu Maniu, Vorsitzender der Nationalen Bauernpartei, war mehrmals Premierminister Rumäniens. Als entschiedener Kommunismusgegner und politischer Gefangener kommt er 1953 im Gefängnis ums Leben.

Dr. Petru Groza war Premierminister in der ersten Kommunistischen Regierung Rumäniens von 1945-1952. Danach war er Präsident der Großen Nationalversammlung bis zu seinem Tod 1958.

Rumänien zu beenden, in dem sie massenhaft vertrieben werden, vorher sollten sie jedoch in Gefängnisse und Lager gesteckt werden. Sowohl linksextreme wie auch dem bürgerlichen Lager angehörende Politiker forderten die Ausweisung der Deutschen aus Rumänien. Das Thema Ausweisung der Deutschen wurde mehrfach im Ministerrat erwogen und die Möglichkeit der Vertreibung untersucht.

Deutschen in Rumänien. Mit E. Bodnaras fordert auch P. Groza, die Frage der Deutschen, ähnlich wie in Polen, für immer zu lösen. Man möge diese Sache doch entschlossen angehen. Auch V. Luca, der in den Deutschen nur Faschisten sieht, spricht sich für die Vertreibung aus, ebenso T. Georgescu.

Am 6. September 1944 schlägt I. Maniu in der Ministerratssitzung vor, die Deutschen am Kriegsende auszuweisen, zumal diese seitens der deutschen Heeresleitung zur Flucht aufgefordert wurden. In der Ministerratssitzung vom 10. Oktober 1944 verweist Minister Titel Petrescu daraufhin, dass andere Nachfolgeländer der K.u.K. Monarchie ihre Minderheitenprobleme durch Bevölkerungstransfer gelöst haben, dies sei auch für Rumänien die beste Lösung. Er fragt: „Warum sollen wir nicht die Idee der Herren Roosevelt und Churchill annehmen (...), die Sachsen und Schwaben nach Deutschland senden, (sa se duca sanatoşi)“. Während I.C. Brateanu warnt, der Friedenkonferenz nicht vorzugreifen, verlangt S. Manuila, vollendete Tatsachen zu schaffen, was von G. Potopeanu als legitimes Recht der Rumänen gesehen wird.

In der Ministerratsitzung am 10. Oktober 1944 wurde die Staatsbürgerschaft der Deutschen besprochen. Dabei war man sich über den Art. 1 des zu beschließenden Gesetzes sofort einig, dass Angehörige der Waffen-SS und alle, die beim deutschen Heer gedient hatten, ihre Staatsbürgerschaft verloren haben. Einig war man sich auch darüber, dass den aktiven Mitgliedern der Volksgruppe die Staatsbürgerschaft entzogen wird. Lange wurde darüber diskutiert, wie anmaßend und herrschend sich die Deutschen benommen hätten, letztlich hätten sie auch gegen die Rumänen gekämpft (C. Titel Petrescu). Der Verlust der Staatsbürgerschaft wurde demnach ausgedehnt auf alle, die „überhebliches Verhalten“ gezeigt hatten oder sich „geringschätzig“ gegen den rumänischen Staat verhalten hatten. Durch diese typisch rumänische schwammige Formulierung war das Gesetz auf jeden Deutschen anzuwenden und es wurde von Ende 1944 bis zum Erscheinen des Nationalitäten-Statuts 1947 auch

Am 6. August 1946 befasst sich das Politbüro des Zentralkomitees der KPR mit der Frage der

Staatsbürgerschaft - Vaterlandslos


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74 auf alle Deutschen – Ausnahmen gab es immer – angewandt. In der Sitzung des Ministerrates wurde erwogen, ob man die Deutschen Rumäniens zu deutschen Staatsbürgern erklären könne, was den Vorteil hätte, dass sie laut geltendem Gesetz sämtliches Vermögen in Rumänien verlieren würden. Im Ministerrat setzte sich jedoch D. Jordan mit dem Standpunkt durch, die Deutschen als „apatrizi“ „Staatenlose“ zu betrachten. Enteignung Mit dem am 28. September 1944 vom Ministerrat, damals gehörten diesem noch die Vertreter der bürgerlichen Parteien, wie Maniu, Sanatescu, Patrascanu u.a. an, verabschiedeten Gesetz Nr. 485 wurde die „Deutsche Volksgruppe in Rumänien“ aufgelöst, ihr Vermögen wurde Staatsvermögen. Das Gesetz wurde jedoch erweitert auf Krankenhäuser, Schulen, Museen und alle Gemeinschaftseinrichtungen der Deutschen, die sich diese Vermögen zu Unrecht und zum Nachteil der Rumänen angeeignet hätten. Das eigentliche Enteignungsgesetz Nr. 187, alle Deutschen betreffend, war das Dekret zur Agrarreform, erschienen am 23. März 1945. Dadurch wurden enteignet: alle Kollaborateure, Angehörige des deutschen Heeres, Geflüchtete, alle Mitglieder der „Deutschen Volksgruppe in Rumänien“ und alle, die gegen die Prinzipien der Demokratie sind und in irgend einer Weise wirtschaftlich, politisch, sportlich, kulturell oder sonst wie Deutschland unterstützt haben. Enteignet wurden laut diesem Gesetz neben den Feldern alle landwirtschaftlichen Geräte, Einrichtungen, Maschinen, totes und lebendes Inventar, auf den Dörfern und in den Städten; sie wurden Eigentum des Staates und an die „Bauern“ mit einem Berechtigungsschein verteilt. Obwohl nicht alle Deutschen von dem Enteignungsgesetz betroffen waren, wurden in den meisten Banater Dörfern alle Deutsche enteignet, auch solche, die nicht der Volkgruppe angehörten und nie in irgend einer Weise politisch tätig waren. Das Plündern der deutschen Höfe

war von höchster Stelle verordnet. Die Knüppelbanden, die Kühe und Pferde davon trieben, waren gesetzlich gedeckt. Im dem Text der Agrarreform ist nicht von den Häusern die Rede, obwohl die Kolonisten im Banat schon im Frühjahr die Häuser besetzt hatten. Erst in einer Sitzung des Ministerrates am 30. August 1945 fordert Zaroni die Räumung der Häuser und die Umsiedlung der Deutschen; sie sollten jedoch, nach Groza, so umgesiedelt werden, dass sie eine Lebensgrundlage haben. Schon im Oktober 1945 wurde durch einen Befehl des Innenministeriums die Enteignung in den Gebirgsregionen eingestellt. Es hatte sich herausgestellt, dass die wenigsten der „Beeigneten“ Bauern waren, die Herbstaussaat war nicht erfolgt. Da den enteigneten Deutschen die Lebensgrundlage entzogen war und man Unruhen befürchtete, hatte der Innenminister Teohari Georgescu den Befehl erteilt, die Besitzlosen in Lager zu internieren und in Arbeitsbrigaden einzusetzen. Offensichtlich hatte er sich dabei an der Trudarmee der Sowjets orientiert. Dieser Befehl wurde nur auf einen geringen Teil der Deutschen angewandt. Über den Erfolg der Agrarreform wird in der Sitzung des Ministerrates am 10. Januar 1947 berichtet. Dort wird zugegeben, dass man Art. 3 der Agrarreform so ausgelegt hat, dass alle Sachsen und Schwaben enteignet wurden. Im Kreis Temesch waren davon 54.000 deutsche Höfe betroffen. Insgesamt wurden den Deutschen 804.000 Joch Feld enteignet. In der Sitzung des Ministerrates vom 10. Januar 1947 wird festgestellt, dass im Banat, das bisher die Kornkammer des Landes war, weniger als 70% des Bodens bewirtschaftet wird, die Region gehöre mittlerweile zu den schwächsten im Lande und verarmt von Tag zu Tag. Man erkennt, dass die Enteignung der Deutschen ein Fehler war. Rückgängig sei die Reform jedoch nicht zu machen. Zur Beeignung der Deutschen sollten diese, so Minister Savulescu, in die Über-


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Gheorghe Gheoghiu-Dej, Anna Pauker, Vasile Luca und Teohari Georgescu haben das Gesetz zur Baraganverschleppung unterschieben

Gh. Gheoghiu-Dej unterschreibt den Appell für einen Pakt des Friedens bei der Sitzung der Großen Nationalversammlung am 7. 04.1951.

schwemmungsregion der Donau gebracht werden. Ein anderer Teil der deutschen Bevölkerung sollte zum Straßenbau und zu Entwässerungsarbeiten eingesetzt werden. Damit waren schon 1947 die Weichen für die spätere Baraganverschleppung gestellt. Groza stellt dazu fest, dass die Deutschen gute Bauern wären und die Rumänen im Banat und in Siebenbürgen viel von ihnen gelernt hätten. Gleiches erfährt man aus dem Protokoll der Sitzung des Politbüros der PMR vom 15.11.1948, wo erstmals über das Fehlverhalten eines Teiles der beeigneten Kolonisten gesprochen wurde, die der Landwirtschaft schaden und entfernt werden sollten.

dabei auf die Lager der Deutschen im jugoslawischen Banat, denen es alles andere als gut ging. Einen anderen Vorschlag zur „Entwurzelung“ der Deutschen hatte Minister C. Agiu, der die Ansiedlung der Deutschen in Industriezentren forderte. In der Sitzung des Ministerrates am 15. September 1945 berichtet T. Georgescu, dass mittlerweile 10 Arbeitskolonien entstanden wären. Groza fordert erneut, dass die Arbeitskolonien gegründet werden, man solle aber die Kinder und die Alten nicht dorthin bringen.

Umsiedlung in Rumänien Häufig taucht in den Archivakten der PCR, wie auch in Protokollen des Ministerrates, die Forderung nach teilweiser Umsiedlung der Deutschen innerhalb des Landes auf. So bei einer Regional-Konferenz der PCR im Banat, im August 1945, wo die Umsiedlung der Deutschen aus den von Rumänen bewohnten Dörfern in Arbeitslager gefordert wird. In der Sitzung des Ministerrates vom 30. August 1945 wird nochmals die Konzentration der Deutschen in Arbeitskolonien gefordert. Groza sagt dazu, er habe solche Arbeitskolonien gesehen, wo die Schwaben sehr lustig waren und gut bezahlt und verpflegt wurden. Groza bezog sich

Noch einmal taucht ein Plan zur Zerstreuung der Deutschen im ganze Lande bei der Ministerratssitzung am 10. Januar 1947 auf. Ein Zerstreuungsplan, von dem Minister Zaroni spricht, befindet sich im zentralen Staatsarchiv. Danach sollten 22.498 deutsche Familien, die dort genannt sind, mit 96.452 Angehörigen in kleinen Gruppen über 37 Kreise (Judete) über das Land verteilt werden. Eingliederung und Assimilation In der Plenarsitzung des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Rumäniens am 8. Januar 1947 wird die Lage der Deutschen im Lande verhandelt. I. Dragan weist auf die schwierige Lage der enteigneten Deutschen hin und erinnert, dass etwa 12.000 Deutsche Mitglieder der Sozialdemokratischen Partei sind. Während V. Luca darauf hinweist, dass die Deutschen über-


76 all in der Welt ihren Gaststaaten Schwierigkeiten bereiten und es um keinen von ihnen schade sei, meint Dragan, man müsse differenzieren und die nützlichen Deutschen in die Gesellschaft eingliedern. Politisches Umdenken in Bezug auf die Deutschen deutete sich an. Die Assimilierung der Nationalitäten, die Ceausescu in den 80er Jahren vollenden wollte, wurde schon in der Sitzung des Politbüros des CC der Rumänischen Arbeiterpartei am 26. Oktober 1948 beschlossen. Nach M. Constantinescu müsse der Weg zur Assimilation der Nationalitäten Rumäniens nicht gewaltsam beschritten werden. Auch Gh. Gheorghiu Dej schließt sich dem an, die Assimilierung müsse erfolgen, jedoch nicht gewaltsam. In dieser Sitzung wird erstmals beschlossen, die katholische Kirche völlig auszuschalten, da diese die Jugend verdirbt und ihre Gläubigen zur 5. Kolonne des Imperialismus erzieht. Bekannterweise wurde daraufhin das Konkordat mit Rom gekündigt und die Priesterverfolgung begann. In der gleichen Sitzung wurde der Plan zur Umsiedlung und Zwangsarbeit der „Volksfeinde“ besprochen, die 1951 als Baraganverschleppung durchgeführte wurde. Bis zu den Wahlen 1946 waren die bürgerlichen Parteien noch an der Regierung beteiligt, obwohl sie auch bis dahin schon schrittweise an Einfluss zu Gunsten der Kommunisten verloren hatten. Ab 1946 und mehr noch ab 1948 hatten die Kommunisten, die sich nach der Vereinigung mit den Sozialdemokraten Rumänische Arbeiterpartei nannten, alleine das Sagen. Die oberste Macht im Staat übte das Zentralkomitee der Partei aus. Dem ZK gehörten zwischen 1944 und 1953, teils auch bis 1955 an: Gh. Gheoghiu-Dej, Erster Sekretär; Anna Pauker, geb. Hana Rabinsohn, Sekretärin ZK und Außeministerin; Vasile Luca (Laszlo) Sekretär ZK und Finanzminister, Lothar Rädaceanu (Lothar Wurzer) Sekretär ZK, Minister; Teohari Georgescu (Theo Deutelbaum) Sekretär

Rückblick ZK, Innenminister, Josef Chisinevschi (Josef Grünbaum) Sekretär ZK, Minister und Alexander Maghiaros Sekretär ZK, Arbeitsminister. Der Beschluss des Ministerrates Nr. 344 vom 15. März 1951 zur Baraganverschleppung trägt die Unterschriften von Gh. Gheoghiu-Dej, T. Georgescu, J. Chisinevschi, V. Luca, D. Coloiu und A. Pauker. Ab 1954 trat nach 1948 allmählich eine neue Korrektur der Minderheitenpolitik ein. In der Sitzung des Politbüros des CC der PMR vom 14. Januar 1954 wurde beschlossen, den enteigneten Deutschen ihre Häuser zurückzugeben, zunächst denen, die in SMTs und GASs arbeiten. Die Deutschen sollten ohne Einschränkung in die Kollektivwirtschaft aufgenommen werden, auch diesen und allen Arbeitern sollten die Häuser rückerstattet werden. Gh. Gheoghiu-Dej selbst verordnete, dass für zerfallene Häuser Reparaturkosten bezahlt werden sollten. Ob jemals etwas für die Renovierung eines Hauses bezahlt wurde, ist nicht bekannt. Die Häuserrückgabe verlief schleppend und es gab viele Ausnahmen. Die hier geschilderten Ereignisse waren bekannt, wir haben sie erlebt. Weniger bekannt war jedoch die Absicht Rumäniens, die Deutschen zu vertreiben. Mittlerweile ist dies unbestreitbar dokumentiert. Auch die Absicht, die Deutschen innerhalb des Landes massenhaft umzusiedeln, war bis zur Baraganverschleppung wenig bekannt. Betrachtet man dazu auch die Enteignung, wird klar, dass wir von den damaligen Regierungen als Feinde betrachtet und behandelt wurden. Interessant ist dabei jedoch, dass das Nationalitäten-Statut, mit dem wir etwas gleicher gestellt wurden, erst erschien, als die Kommunisten voll an der Macht waren. Wie Polen, die Tschechoslowakei, Jugoslawien und andere Länder wollte Rumänien damals seine Deutschen loshaben. Begünstigt waren wir durch die Inkonsequenz bei der Durchführung mancher Bukarester Entscheidungen. So wie es einerseits brutale Übergriffe gab, wurde andererseits auch oft ein Auge zugedrückt.


RĂźckblick

Magdalena Mann (1852-1941) und Johann Eichert ( 1847-1929) EheschlieĂ&#x;ung am 29.09.1873. Eins.: Elisabeth Braun (306), Ingolstadt

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Rückblick

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Molitor-Gräber in Billed (Aufnahme ca. 1919). Margaretha Molitor, geb. Wilhelm, 01.12.1845 -11.05.1910 und Petrus Molitor, 18.07.1885-27.10.1918.

Ein bisschen Billed

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elegentlich einer Herbstfahrt durch das schöne Sauerland machten wir mal gezielt in Winterberg halt. Von hier traten viele Billeder den Weg in die neue Heimat, ins Banat an. Wohl unter welchen Umständen damals im 18. Jh.? Eisenbahn gab es noch keine, Lastautos natürlich auch nicht. Also blieb ihnen nur Pferd und Wagen, worauf sie ihre Habseligkeiten, Kind und Kegel aufluden und den beschwerlichen Weg bis zur Donau, nach Ulm, antraten. Ein Denkmal mitten in dem schönen Kurort erinnert daran: In Memoriam Von bäuerlichem Geblüt, für die Arbeit geboren gingen Winterberger in die weite Welt. Groß war die Not. Um sie zu lindern, setzten sie ihr Leben ein. Das soll ihnen nicht vergessen sein. Während unseres Aufenthaltes flanierten wir durch die schön gepflegten Ortsstraßen, über Wiesen, Hügel und Felder und schlenderten einmal auch durch den Friedhof. Zu unserer Überraschung gab es hier Grabstätten, die wohl-

Helene Neumayer bekannte Billeder Namen trugen: Braun, Backhaus, Rademacher, Scholz, Hehn, Muhl usw. Somit erlebten wir hier ein bisschen Billed. Wir setzten uns auf eine Bank und erfreuten uns der Zusammenhänge. Unsere Gedanken schweiften 1500 km zurück in die alte Heimat. Dort ließen wir sie zurück, unsere Toten und vieles mehr. So steht Billed auch sinnbildlich für die unzähligen Banater Dörfer und Städte. Die Menschen sind längst weggezogen, aber hinter ihnen sind ihre Spuren geblieben: Hunderte schön ausgestattete Kirchen, hunderte bewohnbare Häuser, ebenso viele kultivierte ertragreiche Felder, Mühlen, Sägewerke, Werkstätten... Es blieb zurück unsere Kreis- und Kulturstadt Temeschburg mit namhaften Gebäuden: die bewunderungswerte barocke Domkirche, die Banatia, der Notre-Dame-Schulkomplex, das Jugendheim, unzählige Fabriken, Geschäfte, Werkstätten u.v.m. Wird wohl einem der Nutznießer von heute einmal der Gedanke kommen: Wer waren wohl die Erbauer dieser Stätten? Wie viel Arbeit, Mühe und Leistungsbereitschaft wurde wohl aufgeboten? Wahrlich, wir zogen ab und hinterließen Dome...


RĂźckblick

Familie ThĂśresz: v.l.n.r. Katharina (verh. Braun) 1894-1952 (+Baragan), Sepp (1872-1911), Sepp junior (1898-1963), Katharina (geb. Reiter; 1875- 1941), Margaretha (verh. Schiller; 1896-1976). Aufnahme von 1910. Eins.: Elisabeth Braun (306), Ingolstadt Hans Rieder (1850-1910) und Maria Fernbach (1893-1939) Eins.: Elisabeth Braun (306), Ingolstadt

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Aktuell Rückblick

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Bei der Verabschiedung der 10 Begleit-Feuerwehrmänner in Bruchsal

DIE FEUERWEHR ALS RETTER IN DER NOT Hilfstranport nach Rumänien war ein voller Erfolg

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ls Landrat Claus Kretz mit Fahrer Roland Russ im vergangenen Jahr Temeswar besuchte, traute er beim Besuch in Billed seinen Augen nicht, war fassungslos, denn mit einer derartigen Feuerwehr-Ausrüstung wie dort würde hier niemand mehr zu einer Übung ausrücken, geschweige denn im Ernstfall. Zurückgekehrt bat er deshalb die Feuerwehren im Landkreis Karlsruhe, Fahrzeuge und Ausrüstung für Billed zu spenden und war erfolgreich: 14 Wehren stellten zwei Löschfahrzeuge sowie Atemschutzgeräte, hydraulisches Bergewerkzeug, Luftflaschen, Scheinwerfer, Einsatzjacken und vieles andere zur Verfügung. Bei der Verabschiedung der 10 Begleit-Feuerwehrmänner in Bruchsal, zu der außer Claus Kretz auch Malschs Bürgermeister Elmar Himmel und der Erste Bürgermeisterstellvertreter der Stadt Kraichtal Alfred Richter gekommen waren, bedankte sich der Initiator der Aktion persönlich für die Spendenbereitschaft und dafür, dass sich diese Zehn – unter der Leitung von Kreisbrandmeister Thomas Hauck - bereit erklärt hatten, diese Spende nach Billed zu fahren. Rund 25 Stunden benötigte die kleine Delegation mit 4 Feuerwehrautos für die insgesamt

1.300 km, wobei die Durchschnittsgeschwindigkeit bei 60-70 km/h lag. Beim ungarischen Grenzübergang Nagylak dauerte die Abfertigung etwa eineinhalb Stunden, obwohl die ungarischen Sprachkenntnisse des Teammitglieds Roland Willhauck den Ablauf wesentlich beschleunigten. Durch die von Werner Gilde und Hans Martini in Karlsruhe geleistete Vorarbeit konnte auch auf rumänischer Seite die Sache schneller (nur 90 Minuten Wartezeit) vonstatten gehen, zumal auch der Billeder Bürgermeister Leontin Duta und Werner Gilde - allgegenwärtig, einfallsreich und tatkräftig - bereits hier auf den Transport warteten. Mit dem Bürgermeister an der Spitze ging es weiter durch Arad, „ein Moloch von verwinkelten Straßen und Schlaglöchern sowie Umleitungen. So blieb es nicht aus, dass der Konvoi in der hoffnungslos überfüllten Stadt nicht mehr weiter kam und wenden musste. Unter lautem Gehupe der anderen Verkehrsteilnehmer musste dafür die Anhängeleiter abgehängt und gedreht werden“. Nach fast 25 Stunden erreichte man den Ortseingang von Billed, ab dem - auf Bitte des Bürgermeisters - der Konvoi mit Sondersignal bis zum Rathaus fuhr, wo er von jubelnden Feuer-


Rückblick

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Gruppenbild der Beteiligten in Billed vor dem Kulturhaus wehrleuten und Bürgern empfangen wurde. Die größte Sorge der Feuerwehrleute war, dass ihr Vorgesetzter, Herr Thomas Hauck, früher als sie in Billed ist, obzwar dieser mit Roland Russ als Fahrer erst am Montag um 6 Uhr gestartet war. Fast hätte sich die Befürchtung bewahrheitet, denn nur zwei Stunden später kamen auch die Letzten zwei an. Nach einer kurzen Begrüßung wurden die Fahrzeuge im Hof des Rathauses abgestellt. Die Feuerwehrleute aus Billed und das Deutsche Demokratische Forum Billed mit seinem Vorsitzenden Adam Csonti hatten im Feuerwehrhaus einen kleinen Imbiss als erste Stärkung nach der erschöpfenden Fahrt vorbereitet. Den Abend verbrachte man im Forumsgebäude. Erst am nächsten Tag erfolgte das Ausräumen der Fahrzeuge, auch ein Ausflug nach Temeswar, nach dem Mittagessen die Einweisung der Billeder Feuerwehrleute an den mitgebrachten Geräten und Fahrzeugen. Im Anschluss konnten diese das zuvor Erklärte und Gezeigte in die Praxis umsetzen. Da es noch an einigen Ausrüstungsgegenständen wie Klappvisieren und Handschuhen mangelte, wurden diese kurzerhand von den deutschen Feuerwehrleuten zur Verfügung gestellt. Auch die Wasserentnahme aus einem offenen Gewässer mit den neuen Fahrzeugen wurde geübt. Als ein Höhepunkt erwies sich die Einwei-

sung in den Umgang mit der Anhängeleiter, die sofort eifrig bestiegen wurde. Am Mittwochmorgen erfolgten die Zollmodalitäten, danach folgte man einer Einladung zum Tag der Feuerwehr in Temeswar. Die Feierlichkeiten fanden in einer Kaserne statt, wo die Berufs- und Militärfeuerwehr untergebracht ist. Nach dem Fahnenappell und der rumänischen Nationalhymne wurden alle Feuerwehrleute begrüßt, besonders die deutschen Gäste. Kreisbrandmeister Thomas Hauck überbrachte die Grüße der Feuerwehren vom Landkreis Karlsruhe; am Nachmittag wurde die Übergabe der Fahrzeuge in Billed gefeiert. Nach der Verabschiedung durch den Bürgermeister, der den Teilnehmern der Fahrt eine Gedenktafel übergab, machten sich Kreisbrandmeister Hauck und die Mannschaft aus Ettlingen mit ihrem Wechselladerfahrzeug auf den Heimweg. Der Rest der Gruppe übernachtete noch einmal und verabschiedete sich am Donnerstagmorgen am Rathaus von Billed, bevor die 16-stündige Heimfahrt mit dem Mannschaftstransportwagen der Feuerwehr Dettenheim begann. Man kann nur hoffen, dass nach all den selbstlosen, manchmal auch aufreibenden Bemühungen der anderen die Billeder Feuerwehr das Erhaltene auch nutzt und entsprechend pflegt im Sinne der Gemeinschaft und dass es so selten wie möglich zum Einsatz kommen muss.


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Die heilige Messe wurde vom Lovriner Pfarrer zelebriert;

Aktuell


Aktuell

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Aktuelles aus Billed

Adam Csonti Investoren m 26.10.06 hat die Schweizer Firma AluKonzept AG, vertreten durch den aus Lovrin-Klein- Betschkerek stammende Landsmann Franz Hoffner, ein Grundstück von 6,8 ha zum Preis von 2 Euro pro Quadratmeter von der Gemeinde ersteigert. Das Grundstück befindet sich an der nach Klein-Jetscha führenden Straße – vom Zigeuner-Willi bis zur Bahnlinie (Hanfwasser). Zur Zeit werden – so Hoffner - die Pläne für das Werk erstellt, das Design für die Autoindustrie liefern, 2007 den Betrieb aufnehmen und 150 Arbeitsplätze sichern wird.

Ersteigert hat den Strauß Marius Ganea für sein Mädchen Heidrun Maniet. Ihre Mutter – auch zu Besuch aus München - hat Hut und Tuch gewonnen. Zur Verstärkung der Jugendtanzgruppe aus Billed waren Paare der slowakischen Minderheit und welche der Banater Rosmareiner angetreten, am Nachmittag beim Aufmarsch auch die rumänische Tanzgruppe der Allgemeinschule. Die von Edith Barta angeleitete Tanzgruppe hat sich heuer auch am Banater Trachtenfest beteiligt, ebenso an den Slowakischen Tagen, am Maibaumfest in Sanktanna und an der Kirchweih in Cenei.

Kerweih am 27.08.06

Handball

Bei herrlichem Sonnenschein wurde der von Edith Barta und Susi Csonti geschmückte Kerweihstrauß von den 15 Kerweihpaaren beim Forum abgeholt. Eingeladen wurden der Bürgermeister Leontin Duta und Direktor Sorin Supuran, aufgespielt hat die Blaskapelle aus Rekasch unter dem Kapellmeister Henschl. Die heilige Messe wurde vom Lovriner Pfarrer zelebriert; das Festessen war um 13.30 Uhr bei Rudi Werle; Kaffee und Kuchen gab‘s beim gemütlichen Beisammen-Sein im Forum. Ehrengäste waren: Direktor Horst Martin mit Gattin, Franz Hoffner, Direktor Helmut Weinschrott mit Familie, Dr. Walter Konschitzky. Im Kulturheim fand am Nachmittag die Straußversteigerung statt und anschließend ein von den verschiedenen Gruppen dargebotenes Kulturprogramm. Erster Geldherr war Egon Nachram mit Suse Csonti, zweiter Geldherr Cosmin Legindi mit Nicoleta Oprea. Die Straußversteigerung nahm Hansi Müller aus München vor und sorgte dabei für gute Stimmung bei den Anwesenden. Kerweihnarr war Cosmin Legindi.

Das schon zur Tradition gewordene HandballTurnier fand auch in diesem Jahr zeitgleich mit dem Kirchweih-Fest statt. Die acht daran beteiligten Mannschaften kamen aus: Großsanktnikolaus, Hatzfeld, Lugosch, Temeswar, Arad, Lovrin sowie zwei aus Billed. Turniersieger wurde Billed I, die Mannschaft, die im Finale jene aus Lugosch mit 27:15 bezwang; im Spiel um Platz III besiegte Großsanktnikolaus Hatzfeld mit 23:21.

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Kindergarten und Schule Die Kindergärtnerinnen Lenuţa Pop und Manuela Radu betreuen 20 Kinder. Die Klasse 1-4 wird von Lehrerin Negriu Georgeana geborene Iova unterrichtet: 1. Klasse 1 Schüler, 2 Klasse 2 Schüler, 3. Klasse 2 Schüler und 4. Klasse 5 Schüler. Bildergalerie S. 60-61


Aktuell

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Ich habe die magischen 42.195 Meter geschafft

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ach 240 Trainingsläufen mit insgesamt 2.500 zurückgelegten Kilometern bin ich zusammen mit meinem Chef Torsten am 6. November 2005 den New-York-Marathon gelaufen. Wenn mir jemand vor zwei Jahren gesagt hätte, dass ich diese Strecke laufen kann, hätte ich es selbst nicht für möglich gehalten. Wie kam es überhaupt so weit, dass ich, der in der Schule als ausgesprochen unsportlich galt, zum Marathonlaufen gekommen bin? Also, das Ganze begann im März 2004, als eines Tages Torsten zu mir ins Büro kam und meinte, ob er auch mich für das alljährliche Hockenheim-Ring-Laufen anmelden soll. Ich fragte ihn gleich, wie lang denn die Strecke sei. Darauf meinte er, es seien „nur“ 4,8 km, die würde ich doch wohl schaffen. Worauf ich zu ihm sagte, wenn er die Zeit hätte, auf mich zu warten, bis ich mich zwischendurch ausgeruht hätte, könnten wir es ja versuchen. Er antwortete nur: „OK, dann trainierst du halt ein wenig, ich melde uns schon mal an.“ Ich dachte nur „Mein Gott, 4,8

Hans Muhl km an einem Stück zu laufen, das ist ja fast bis Schanderhaas“. Einige Wochen später lief in den ARD der Dreiteiler „von null auf 42“, in dem Dr. Thomas Wessinghage (seiner Zeit Europameister im 5.000 m Laufen) unter 17.000 Bewerbern 7 Nichtläufer ausgesucht hat, um in einem sportmedizinischen Experiment diese innerhalb eines Jahres vom Nichtläufer zu einem Marathon zu führen. Als der erste Teil ausgestrahlt wurde, haben wir am nächsten Morgen auch im Büro darüber geredet und irgendwann sagte ich zu Torsten: „Wollen wir es auch versuchen? Dieses Jahr schaffen wir es nicht mehr (es war ja nun schon Mitte April), aber 2005 könnte es doch klappen, schließlich haben die es ja auch geschafft.“ Und so hatten wir beschlossen, uns auf den New York Marathon vorzubereiten. Am darauf folgenden Wochenende wurde bei uns in der Nähe ein Marathon mit Halbmarathon ausgetragen. Das war die Gelegenheit, sich die


Aktuell Läufer im Zielbereich anzuschauen. Schließlich wollte ich schon mal eine kleine Vorstellung haben, wie „kaputt“ man eigentlich nach 21 oder gar den magischen 42,195 km ist. Die meisten Läufer und Läuferinnen, die durch das Ziel kamen, machten jedoch noch einen relativ guten Eindruck, also schien alles doch gar nicht so schlimm zu sein. Am nächsten Morgen berichtete ich Torsten, dass ich meine erste Hürde Richtung Marathon schon genommen habe: Ich war als Zuschauer anwesend, das ist doch schon mal ein Anfang. Anfang Mai, als es draußen schon wärmer war, habe ich mir eines Nachmittags die Sportschuhe und ein Paar sportliche Sachen angezogen und bin raus zum „Laufen“. Ja, mit Laufen war da wohl nicht viel, ich musste das Laufen immer wieder durch Gehphasen unterbrechen, da mir die Luft fehlte. Nach ca. 20 Minuten kam ich ziemlich fertig und frustriert zuhause an. In den nächsten Tagen habe ich mir Bücher über das Laufen besorgt und eine Pulsuhr gekauft. Nachdem ich mich in den Büchern „schlau“ gemacht und meine Pulswerte ermittelt hatte, war mir bewusst, dass es seine Zeit braucht, um richtig Laufen zu lernen. Nach 2 Wochen war ich das erstemal imstande, in ganz langsamem Tempo 40 Minuten am Stück durch zu laufen. Die 4,8 km am Hockenheimring habe ich in 29 Minuten 10 Sekunden geschafft. Sie stellten kein Problem mehr dar. Ich muss sagen, es ist schon ein irres Gefühl, zusammen mit einigen tausend Leuten zu laufen. Das motiviert und steckt an. Anschließend ging ich so ca. 3 - 4 mal pro Woche zum Laufen und war selbst erstaunt, wie schnell die Kondition zu- und das Gewicht abnahm. Ende August hatte ich mich für den 10 km-Lauf in Mannheim-Rheinau angemeldet, wofür ich mir eine Zeit von unter einer Stunde vorgenommen hatte. Ich schaffte dann die Strecke in stolzen 57 Minuten 32 Sek. So lange es draußen schön warm und angenehm war, machte das Ganze schon Spaß, wer hätte das gedacht! Jetzt stand aber die kalte und regnerische Jahreszeit bevor. Also, wieder „schlau machen“!

85 „Wie komme ich durch den Winter“? Die Lösung war „Funktionswäsche“. Also Klamotten aus Materialien, die die Feuchtigkeit schnell vom Körper nach außen transportieren. Na ja, wenn ich ehrlich bin, habe ich es im Winter dann doch ziemlich schleifen lassen. Bis zum großen Lauf war ja noch genug Zeit zu trainieren und so habe ich mir im Winter all die Kilos, die ich herunter gelaufen hatte, wieder schön angefressen. Ab Januar war dann Schluss mit lustig und es ging wieder an das regelmäßige Training, im Mai stand schließlich die große Prüfung, die 28,1 km in Mainz, an! Der Winter wollte aber in diesem Jahr nicht enden und so bin ich noch im März bei Schnee- und Graupelschauer gelaufen. Bis zum großen „Run“ in Mainz war ich dann aber schon so weit fit, dass ich die Strecke, zusammen mit Torsten, ohne größere Schwierigkeiten in einer Zeit von 2 Stunden 53 Minuten 17 Sekunden geschafft habe. Danach hatte ich voller Stolz meine erste Medaille um den Hals hängen! Die bekommt zwar jeder der ins Ziel kommt, für mich war ich aber der Sieger. In der nächsten Zeit standen nun die langen Trainingseinheiten bevor, das heißt, an den Wochenenden anfangs mindestens 1½ Stunden und bis Mitte September das Ganze auf 3 Stunden am Stück laufen steigern und, wenn möglich, 5 bis 6 mal die Woche mindestens eine Stunde raus. Das machte dann keinen Spaß mehr, aber die Reise war schon gebucht und ich wollte es wissen. Mitte September stand ein weiterer Test an: der Halbmarathon in Karlsruhe, den ich in einer fabelhaften Zeit von 1 Stunde 47 Minuten geschafft habe. Im Ziel war ich „stolz wie Oskar“ und hatte meine zweite Medaille um den Hals. Ende Oktober, als ich Marathon-reif war, hatte ich 10 kg abgenommen (der Bauch war weg) und dabei zwei Paar Schuhe verschlissen. Am 2. November war es endlich so weit. Die Koffer waren gepackt und es ging mit der 14:00 Uhr Maschine ab nach... Startschuss Der Moment, auf den ich 1½ Jahre hin gearbeitet hatte, war gekommen. Jetzt kam die Stun-


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Aktuell

Zur Belohnung haben wir uns anschließend noch eine Woche Urlaub in New England und Boston gegönnt. de der Wahrheit. Hatte ich genug und richtig trainiert? Da wir ja in Amerika waren und hier alles, was Show betrifft, extravagant und überdimensional ist, erfolgte der Startschuss mit einer Kanone, die nicht zu überhören war. Bis sich der ganze Lindwurm in Bewegung setzte, vergingen allerdings noch ca. 10 Minuten. Es braucht halt eine gewisse Zeit, bis sich 37.000 Läufer in Bewegung setzen. Im Startbereich wurden wir dann wieder von Ami-Musik begleitet. Aus großen Lautsprechern ertönte die Hymne und Frank Sinatras „New York, New York“. Ist schon irre bekloppt, freiwillig 42,195 km zu laufen und dafür auch noch schlappe 2.000 € hin zu blättern (für die gesamte Reise), um dann eine Gänsehaut bei diesem ollen Schlager zu bekommen - und du bekommst sie - jeder, der das Gegenteil behauptet, lügt in meinen Augen! Laufstationen sind Staten - Island - Brooklyn Pulaski Brücke - Queensboro Brücke Manhattan - Bronx - zurück in Manhattan - Central Park. Irgendwie denke ich: „Jetzt bist du gleich da, es ist nicht mehr weit, mir geht´s gut.“ Auf den letzten Kilometern, zeigt sich, warum New York zu den schwierigsten Strecken überhaupt gehört.

Aber, wie so oft auf dieser Strecke, helfen auch hier die Zuschauer, die hier dicht an dicht stehen, ungemein: „You´re lookin´ good, you did a great job, you are all supermen, you smell like a hero...!“ sind nur einige der Wortfetzen, die mein Bewusstsein erreichten. Aber es sind wichtige, wenn nicht sogar die wichtigsten der Strecke. Es ist jetzt klarer denn je: Wir werden das Ziel erreichen, ich werde dabei lächeln und mir wird es gut gehen. Was will ich mehr? Nach unzähligen Hügeln und einer weiteren steilen, langen, mir unverständlichen Passage auf der 5th Avenue kehren wir dann ein letztes Mal in den Central Park ein. Noch 300, noch 200, noch 100 yards und dann kann ich endlich die heiß ersehnte ZielLinie erkennen. Torsten bemerkt, dass eine der Kameras im Zielbereich voll auf uns gerichtet ist, wodurch wir auf einer Videoleinwand groß zu sehen sind, und macht mich darauf aufmerksam. Wir reißen beide die Arme in die Höhe und laufen gemeinsam strahlend durch das Ziel. Geschafft, was für ein Erlebnis!!! Zur Belohnung haben wir uns anschließend noch eine Woche Urlaub in New England und Boston gegönnt. Bildergalerie S. 64


Dialekt - Dichtung

Mundarten im Blickpunkt*

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Präsentiert von Elisabeth Martini (Frick)

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us Bakowa, Billed, Lovrin, Gottlob, Bogarosch, Großsanktnikolaus, Sarafol, Hatzfeld, Perjamosch, Neuarad, Sanktanna, Janowa, Neubeschenowa, Kleinbetscherek, Sanktandres, Semlak, Detta, Paratz, Lugosch, Wetschehausen, Reschitz, aber auch aus Stolzenburg, Großpold, Terem sowie natürlich auch aus Temeswar waren rumäniendeutsche Autoren und Gäste zum Symposium über deutsche Mundarten und Dialektliteratur in Rumänien ins AMG-Haus gekommen, ein Symposium, das sich zu einem wahren Fest der rumäniendeutschen (vor allem der banatschwäbischen) Gemeinschaft entwickelte. Am 14. und 15. Oktober 2005 organisierte das Demokratische Forum der Deutschen in Temeswar und der Literaturkreis „Stafette“ ein überregionales Treffen der Literaturforscher aus dem In- und Ausland, an dem sich Autoren beteiligten, die in schwäbischem oder sächsischem Dialekt im Banat , im Banater Bergland, im Sathmarer Gebiet und Siebenbürgen schreiben. Mitveranstalter war die Stiftung Gerhart-Hauptmann-Haus Deutschosteuropäisches Forum Düsseldorf; gefördert wurde das Treffen vom Departement für Interethnische Beziehungen im Generalsekretariat der Rumänischen Regierung und SC Carnel SRL Temeswar. Die Vorträge und Autorentexte wurden in einem Sammelband veröffentlicht, dessen Drucklegung vom Konsulat der BRD in Temeswar gefördert wurde. Am 14. Okt. ging es im Rahmen des Symposiums um „Mundarten und Mundartliteratur der Deutschen in Rumänien“, wobei Doz. Peter Kottler (Temeswar), Ingmar Brantsch (Köln), Helmut Berner (Ravensburg), Erwin Josef Tigla (Reschitz), Silvia Stanci (Temeswar), Eveline Hancu, Dr. Walter Engel (Düsseldorf), Mihaela Sandor (Billed), Lucian Manuel Varsandan, Hans Just, Helen Alba-Kling referierten. Wich-

tig war das Symposium deshalb, weil die deutschen Mundarten in Rumänien vom Aussterben bedroht sind und es demzufolge in Fachkreisen und deutschen Foren ums Pflegen und Retten derselben geht. Eine große Bedeutung kommt dabei der Arbeit am banatschwäbischen Wörterbuch zu, für dessen Erstellung aber die Finanzierung der Forscherstelle seitens der Rumänischen Akademie gestrichen wurde, wodurch die Arbeit ins Stocken geraten ist. Franz Heinz zur Charakteristik der banatschwäbischen Mundartdichtung: „Vor hundert Jahren etwa ließen sich die ersten schwäbischen Mundartdichter vernehmen, witzig, beschaulich und keinem weiteren Ehrgeiz verpflichtet als dem, im kleinen schwäbischen Bereich Geltung zu haben. Das hieß, den bäuerlichen Leser zum Lachen bringen oder ihn nachdenklich stimmen, mit anderen Worten, authentisch sein, denn literarische Werturteile waren von den Lesern nicht zu erwarten, umso mehr hingegen das sichere Gefühl für das Echte, für das auf heimischem Boden Gewachsene. Das war nicht nur ihre Sprache, die hier geredet wurde, ihr Alltag und ihre Feste gingen durch diese Dichtung, ihre Denkweise sah sich reflektiert, ihr Selbstbewusstsein gestärkt. Gerade in dieser Identität liegen die Brauchbarkeit der Mundartliteratur und das Geheimnis ihres Erfolges.“ (Neue Literatur, Bukarest, Heft11/1974, S.87. Einer der Gründe, weshalb man lange Zeit der Mundart die Literaturfähigkeit absprach, war auch die Tatsache, dass sich die Hochsprache durch Schriftlichkeit auszeichnet, während die Mundarten vor allem gesprochene Alltagssprachen sind. Doch gerade deshalb geht sie eigene und andere Wege der Vermittlung, des direkten Kontakts mit dem Publikum. Bei der Auseinandersetzung mit Dialektliteratur muss man nicht nur die literarische, sondern auch die linguistische Dimension berücksichtigen: Ein Mundart-


88 text ist gut, wenn die vewendete Sprache möglichst echt, der Thematik entsprechend ist. Nikolaus Berwanger sprach schon in seiner „Zwei-Schwestern“-Rezension von der Wucht des Dialekts und schlussfolgerte: „Wer auch nach diesem Dialekt-Schauspiel von Hans Kehrer die Mundartdichtung noch missachtet oder gar pauschal ablehnt, will einfach nicht begreifen, dass der Dialekt auch hier bei uns im Banat längst zu einem echten künstlerischen Ausdrucksmittel geworden ist. Sie hat Wucht, die aufwühlt, erschüttert, mahnt, glaubhaft wirkt...“ Belebend wirkte im Rahmen des Symposiums die Verknüpfung literatur- und sprachwissenschaftlicher Vorträge, doch mit ganz besonderer Spannung erwartete der vollbesetzte Saal des AMG-Hauses die Lesung bekannter und weniger bekannter rumäniendeutscher Mundartdichter wie: Ignaz Bernhard Fischer, Helen Alba-Kling, Dietlinde Huhn, Werner Niederkorn, Walther Gottfried Seidner, Wilhelm Meitert, Eva Mayer, Stefan Michael Müller, Karl Windberger, Elli Weiland, Hans Parison, Katharina Theissen, Erwin Csonti, Walther Sinn, Elisabeth Rück, Martin Reinholz, Eveline Hancu, Anni Mircov, Katharina Eberle, Elisabeth Reiter, Anna Krastl u.a. Zusammengefasst und herausgegeben wurden alle hier präsentierten Arbeiten in dem Sammelband „Deutsche Mundarten in Rumänien“- Cosmopolitan Verlag, Temeswar 2005 und fügen sich zu einem bunten Mosaik traditioneller und gegenwartsbezogener Gedichte, Erzählungen und Schnurren zusammen, deren Wirkung von der Farbigkeit und Ausdruckskraft der Mundarten ausgeht, sind jedoch in ihrer Gesamtheit ein kultur-und literaturhistorisches Phänomen, das eben noch weiter gepflegt wird durch jüngere Schreibende. Gaumenfreuden bereitete man den Gästen durch echte Banater Gerichte: Leberwurst, Grieben, Schwartlmaa, Eisbein, Mohnstrudel, Schmarrn, Doboschtorte... Ihren krönenden Abschluss fand die Veranstaltung in den beiden Darbietungen auf der Bühne des AMG-Hauses: „Dr Braitling“ von Helmut

Dialekt - Dichtung Berner, eine sathmar-schwäbische Spinnstube aus Terem, und Auszüge aus dem durch Hans Kehrer dramatisierten „Meister Jakob und seine Kinder“ von Adam Müller-Guttenbrunn. Den Meister Jakob spielte Adam Csonti, die Susi seine eigene Tochter Melitta, den Sohn Johann der Billeder Egon Nachram, die Spielleitung hatte Dr. Karl Singer, der DFDB-Vorsitzende; alle Interpreten haben ihre Rollen ausgezeichnet gespielt, zumal sie an der sprachlichen Gestaltung derselben selbst mitgewirkt haben. Das Hauptbemühen des Symposiums war der Versuch, die ganze Vielfalt und identitätsstiftende Funktion der rumäniendeutschen Mundarten sowohl in ihrer herkömmlichen, Tradition erhaltenden Auffassung wie auch in ihren modernen Bestrebungen zu veranschaulichen. Erfreulich ist, dass auch die Jugend mit von der Partie ist und dass es eine solche Anzahl von Mundartbegeisterten und diesbezüglich aktiv Tätigen außerhalb des deutschsprachigen Raumes gibt, was auch das Modellhafte Rumäniens auf dem Gebiet der Minderheitenpolitik für ganz Europa veranschaulicht. Schlussfolgernd kann gesagt werden: Es war ein für die deutschsprachige Literatur im Ausland gleichermaßen traditioneller wie auch moderner Kongress über die noch heute in Rumänien gesprochenen und geschriebenen Mundarten. Die auch in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 26.07.05 besprochene neueste Pisa-Hypothese: „Wer Mundart spricht, ist klüger“ besagt unter anderem, dass Dialektsprecher früh lernen müssen, Sprachebenen zu unterscheiden, was dann die Aufmerksamkeit und das Analysiervermögen trainiere, was übrigens auch die Hirnforscher bestätigen können. Vielleicht etwas überraschend für viele von uns, zumal es bei uns immer hieß: “Dem schlaat de Schwob ins Gnack“, wenn beim Hochdeutsch-Sprechen die beiden Ebenen doch nicht so eindeutig abgegrenzt werden konnten. Andererseits jedoch heißt es auch, der sei ein heimatloser Geselle, der keine Mundart spricht, es fehle ihm die sprachlich-lokale Identitätsbasis.


Dialekt - Dichtung

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Aus dem großen Schatz der bei der Tagung vorgetragenen Mundartdichtungen greife ich heraus, was mir persönlich am meisten zugesagt hat (Über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten!).

* Mundarten im Blickpunkt - Sammelband Deutsche Mundarten in Rumänien Cosmopolitan Art Verlag Temeswar 2005

Erwin Csonti: Du Pipatsch Du Pipatsch, rot wie Blut, vor dir heb ich mei Hut! Geehrt sei aa et Zeitungsblaat, das dei Name in Ehre traat. Du Pipatsch, ofm Papier on ofm Feld, dich kann niemand zahle mit Geld. Du bescht for ons, was anre Wappe nenne, wann mer Schwowe aa kä Fahne kenne. Du Pipatsch ofm Papier, das oft patzig un trieb, du hascht gemach, dass onser Schwowesproch geft gschrieb. Drum Pipatsch, de Herrgott soll dich ons erhalle: Du bescht das Letschtet, was ons kann verkalle.

Stefan Michael Müller: De alte Mann Es sitzt e alte Mann uf seiner Bank vorm Haus un seifzt so dann un wann sei große Kummer raus.

Graad die, was gut sich gstan, han korz sich iwerleet un sin ins Ausland gang, dass es ne besser geht.

Es is zu später Stun, ganz von der Zeit vergess, es belle schon die Hun, do ruft ne nin sei Wess.

Es is e tichtiche Mann. De braucht ke Firma draus, e Mann, was schaffe kann, das sieht mer an seim Haus.

For was zuerscht graad die han so getrieb for naus, verschleidert wie noch nie han Wertschaft un ehr Haus.

Er heert net un studiert, hat lang de Kopp net ghob an Herz un Seel lädiert im Dorf de letschte Schwob.

Es enzich runderum, was lowe tut sei Herr, net dreckich is, verkumm, wie manches ringsumher.

Die Freiheit sei ehr Ziel, des han se unerstellt, awer leider hat mer‘s Gfiel, die Hauptsach waar es Geld.

Nürnberg, November 1995

Sei Gfrett e großes is, es is sei Schicksalsfroch, dass alli‘s Handtuch gschmiss no dere großi Ploch.

So sitzt er lang alleen un denkt de driwer no, wie soll‘s nor weider gehn, wann nor meh er is do?


Dialekt - Dichtung

90 De Akazebaam (Nürnberg, Dezember 1995) In unsrer Heed do steht e Baam mit feschtem Holz wie Eise; de greeschte Sturm tut dem nix aan, kann de net niederreiße.

Es steht ke stärkre in de Heed, noch stärker wie die Aiche, mit so begnadet Qualität ke Baam kann sich vergleiche.

Mit Derner stellt ne sich zur Wehr, versucht die Feind lädiere, un wer sich nähert all zu sehr, der kriet se dann zu spiere.

Er hat e Holz, des is wie Gold, versteckt in rauhe Schaale, de Waaner‘s in die Werkstatt holt, es bleibt es Ideale.

Es stecht in dem e Leweskraft, e Drang ans Licht zu strewe, mit der er‘s stets uf‘s neije schafft im Kampf zu iwerlewe.

Im Monat Mai in seiner Tracht der makellos so weißen, er putzt sich dann mit voller Pracht, die Biencher sich drum reiße.

Hat selten noch e Kampf verlor, verhackt im Gfecht un gschält, mr trefft ne aan im nächschte Johr, do is ne schon verheelt.

Es wär‘ uns Mensche manchem gaar aus ganzem Herz empfohle, so Eigenschafte wunerbar als Beispiel for sich hole.

Un wann die Sunn ehre Kräfte ballt un tut die Kaule schlicke, als allerletschte er dann fallt un tut sich niemols bicke.

Mer Mensche hätte viel derfun, weil mer dem vieles schulde un selwer uns e Gfalle tun, wann bissel mer ne dulde.

Die Botschaft Arlene Hell In der dunklen Jahreszeit mit den kalten Winden suchen wir Geborgenheit, wollen Wärme finden. Wer es sehen will, der sieht und schaut nicht zur Seite; wer ein wenig sich bemüht, schenkt oft sehr viel Freude. Spende Wärme, wo du kannst; hilfst du einem Schwachen, wird die Hoffnung, die du pflanzt, dein Glück größer machen. Diese Botschaft macht uns froh, seit sie uns verkündet, und wir spüren ebenso, wie sie uns verbindet. Lasst den hellen Kerzenschein und die frohe Kunde tief in eure Herzen ein, heut‘ und jede Stunde. Weihnacht naht, das Friedensfest, denkt daran zuweilen; was uns Menschen Mensch sein lässt, ist, das Glück zu teilen.


Dialekt - Dichtung

MEIN WEIHNACHTSWUNSCH

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Grete Ritter (Weimer,Ulm) Ich wünsche mir in diesem Jahr malWeihnacht, wie sie früher war, kein Rennen zur Bescherung hin, kein Schenken ohne jeden Sinn.

Dazu das Läuten vieler Glocken, die feierlich zur Messe locken. Und wirklich Frieden in den Herzen wie Freude unter echten Kerzen!

Ich wünsch‘ mir keine teure Sache, aus der ich mir ja gar nichts mache! Doch nur ein winzig kleines Stück möcht‘ ich vom alten Brauch zurück.

Und Frieden in der ganzen Welt, den Tieren auch in Wald und Feld! Und dass kein Mensch mehr hungern muss, das wünsch‘ ich mir als Weihnachtsgruß.

Und eine frostklirrende Nacht, die der Schnee so still gemacht. Und einen Himmel voller Sterne, den hätte ich zur Weihnacht gerne.

So wünsch‘ ich mir in diesem Jahr ‘ne Weihnacht, wie es früher war!

ALLERHEILIGEN, ALLERSEELEN Marliese Knöbl, 1.November 2005 Im neuen Haus im „alten Heimatzimmer“ sitze ich mit mir allein und halte inne vom Alltagstrott, bete dabei zwar nicht zu Gott, aber feierlich ist‘s zu Mute mir, sind doch die Ahnen und Eltern hier mit werten Andenken, mit Bildern an der Wand im erstrebten Mutterland... Ich stelle eine Kerze und Blumen hin: „Ach, wie fern und doch so nah ich bei Euch bin!“ Tränen schleichen über mein Gesicht, das Herz so schwer, wie weh das tut – wie sehr! Aber seid Ihr wirklich von dieser Welt geschieden, solange wir an Euch denken und Euch lieben... Ich nehme meine Tochter in den Arm, es wird mir wohlig, es wird mir warm... Sie wird eins der Glieder unsrer langen Ahnenkette sein... Ihr seid nicht tot, ich bin nicht allein!


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Kindergarten im Billed der 20er Jahren

Wehmut Bischof Klaus Hummel Abend wird es wieder; Geh‘n die Vögel all zur Ruh Von dem Turme klingen Lieder Einer düstren Ferne zu. In dem stillen Tale Leuchtet schon der Mondenschein, Lieblich durch die Gotteshalle Zieht ein Lufthauch klar und rein. Heidekinder lauschen Träumen zarter Blümelein, In des Baches trautes Rauschen Stimmt jetzt Wehmut ein. All die lieben Klänge Drücken meine Lider zu, In das Auge steigen Tränen, Heimatliedern hört ich zu.


Dialekt - Dichtung

Neugässer- und Altgässer Faschingsgesellschaft in Billed 1936. Eins.: Maria Filippi, geb. Breitenbach, USA

Faschingsgesellschaft im Billeder „Groß Wertshaus“ 1936. Eins.: Maria Filippi, geb. Breitenbach, USA

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Na servus Kaiser

bwohl es schon lange keinen Kaiser mehr gibt, hat sich „Na servus Kaiser“ als Ausdruck des Erstaunens auch im Billedrischen erhalten. Er stammt aus der k. u. k. Zeit Österreichs. Da der Kaiser von Österreich auch der König von Ungarn war und somit auch der Herrscher über das Banat, ist es nicht verwunderlich, dass viele Wörter aus der Donaumonarchie, also Österreich und Ungarn, Eingang in das Schwowische gefunden haben. So gibt es doch einige Wörter im Billedrischen, die aus dem Ungarischen stammen. Was wäre gekochtes Rindfleisch ohne Gaprsoß. Gapr für hochdeutsch Dill kommt aus dem ungarischen kapor. Als Mehlspeis sind die Pletschinge nicht aus Billed wegzudenken. Das kommt vom ungarischen Wort palacsinta. Habe ich darauf Appetit, so han ich Guste, vom ungarischen gusztus. Der Salonzucker am Weihnachtsbaum war ein Muss in Billed. Der Begriff kommt vom ungarischen szalon cukor, eine Zuckermasse verpackt in weißem Seidenpapier mit ausgefransten Enden, in Stanniol gewickelt. Wurde etwas auf dem Tablett gereicht, so trug man es auf der Tatzn, ungarisch tacza. War etwas klein und verkümmert, so war es oschärig. Diesem Ausdruck liegen die Wörter o und sar im Ungarischen zugrunde. Sie bedeuten alt und unahnsehnlich. War es im Winter kalt hat man die Bakantsche, hohe feste Winterstiefel angezogen, ungarisch bakancs. Ein Tschibeeser war ein Taugenichts aus der Stadt, vom ungarischen csibesz Spitzbub. Hatte man sich an etwas übergessen, hatte man den Schemer, vom ungarischen csömör Ekel. Ist man früher in Billed ins Kino gegangen, so ging man ins Mosi. Das ungarische Wort für Kino ist mozi.

Dialekt - Dichtung Erika Weith, geb. Leidecker

So gibt es noch einige weitere Wörter mit ungarischem Ursprung im Schwowischen. Doch ich will mich heute im zweiten Teil meiner Sprachbetrachtungen mit weiteren Besonderheiten des Billedrischen beschäftigen. Durch das Zusammentreffen verschiedener Mundarten in den neuangesiedelten Dörfern kam es im Laufe der Zeit zu sogenannten Mischmundarten. In Billed entstand so ein rheinfränkischer Dialekt, der mit moselfränkischen Elementen angereichert ist. Das ist erstaunlich, denn eigentlich gab es viel mehr moselfränkisch sprechende Ansiedler als Leute, die aus anderen Teilen Deutschlands nach Billed gekommen waren. Dennoch konnte sich das Rheinfränkische durchsetzen, aber das Moselfränkische hat sich dennoch in Teilen erhalten. So spricht man heute von einem rheinfränkischmoselfränkischen Dialekt in Billed. Diese Kombination ist im Banat einmalig. Es gibt sonst keinen Ort, in dem dieser Dialekt so gesprochen wird. Alle anderen Dörfer haben entweder reine Sprachformen oder ihre Dialekte sind Mischformen aus rheinfränkisch, bairisch, alemannisch, nordrheinfränkisch, südrheinfränkisch oder ostfränkisch. Nun möchte ich einige Besonderheiten unseres schönen Dialekts herausgreifen. Durch die Sprachmischung ergaben sich verschiedene Wörter für den gleichen Sachverhalt. Für Hose gibt es folgende Begriffe: Hosse, Schlutt, Bux. Für weinen kann man sagen: kreische, brille oder plääre. Zum Mund sagt man Maul, Gosch, Schniss oder Schnawl. Es gibt auch echte Wortneuschöpfungen, die es in der Hochsprache nicht gibt: die Bollerpeitsch für eine lange Hirtenpeitsche, de Brunnekaschte für die Brunneneinfassung aus Brettern, et Reibholz für das Streichholz und ein besonders schönes Wort: de Rakiknopp für den Adamsapfel. In der Schriftsprache gibt es zum Beispiel keinen Überbegriff für Stuhl, Sessel, Bank, Hocker


Dialekt - Dichtung oder Schemel. Im Billedrischen kann man aber sagen: Bring mr mol e Huckes. Für verschiedenes Brennmaterial kann man auch Brennes sagen. Auch kann ein Wort im Billedrischen mehrere Bedeutungen haben, die es im Hochdeutschen nicht hat. So kann das Wort Bahn Verschiedenes ausdrücken: Die Bahn is heit zu spod kum (Eisenbahnzug). Das Dorf leit net an dr Bahn (Schienenstrang). Sie gehn an die Bahn (Bahnhof). Er arweit an dr Bahn (Eisenbahn als Institution). Keine schwowischen Wörter gibt es zum Beispiel für Heidelbeeren und Eichhörnchen, weil es diese in der Banater Ebene nicht gab. Das Wort Ernte wird im Schwowischen eher nicht verwendet. Dafür werden die Einzelbezeichnungen bevorzugt: Kukruzbreche, Grumbiereausmache und Trauwelese. Das Schwowische hat auch eine Vorliebe für Umschreibungen, wo die Hochsprache nur ein Wort dafür braucht: Verirren – err gehn, anlehnen – sich wedder losse, unterrichten – Schul halle, frieren – kalt han, ermüden – mied gen, erschlaffen – taasich gen, erzürnen – wiedich gen und erwachen – wackrig gen. Dann gibt es Wörter, die wahrscheinlich durch nicht richtiges Verstehen oder Hören entstanden sind, also verballhornt wurden, wie zum Beispiel das unvergleichlich schöne Sodebikebohne für Sodabikarbonat, also Natron. Zu den Eigentümlichkeiten der schwowischen Dialekte, also auch des Billedrischen, gehören Wörter, die zwar gleich sind oder gleich klingen wie in der Schriftsprache, aber eine andere Bedeutung erlangt haben. Lebtach ist nicht ein Tag des Lebens, sondern bedeutet Aufregung, Aufsehen oder Krach: Des wor e Lebtach in dem Haus. Scherwl ist nicht nur der Überrest eines zerbrochenen Gefäßes, sondern ein Blumentopf. Stroß, also Straße heißen nur die Verkehrswege außerhalb des Dorfes. Die Straßen im Dorf

95 Josef Görlich (1878-1935) 1900 als ungarischer Offizier, 1925-1935 Wirt im Wirtshaus Duckarm. Eins.: Helene Grün (Görlich), Hamm

sind die Gasse. Zum Schluss will ich noch einige Verben anfügen, die so aneinander gereiht wie ein Gedicht klingen. Ufspruze, krääsche, proteie, plääre, pletsche, itriche, fugeie, puitze, schpauze, schtrippe, gumme, lehne, petze, schänne, stuppe, schnoke, verhoppasse, gergse, schnorkse, workse, gluckse, guckse, jukse, tripse, gratschle, gatschle, schokle, luddle, phipple, kwerkle, torgle, schtopple, broddle, faudle, puddle, knoddle, phischpre, pollre, flatschre, fluddre, jaunre, joomre un gammre. Dieses gammre wurde übrigens nur in Billed verwendet. Mit dieser Reihung der wunderbaren lautmalerischen Tätigkeitswörter im Billedrischen möchte ich die heutige Sprachbetrachtung abschließen und würde mich weiterhin über Einsendungen von Wörtern, Ausdrücken und Sprichwörtern, die vielleicht schon in Vergessenheit geraten sind, freuen. Akarwas (dieses Wort kommt vom ungarischen akarmi und bedeutet was auch immer) schickt es mir zu.


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Chortreffen in Gersthofen

Am 8.Oktober fand das 9. Bundestreffen der Banater Chöre und Singgruppen in Gersthofen/Augsburg statt. Elfriede Mumper Die Billeder sind ein musikalisches Völkchen. In mehr als der Hälfte der 12 angereisten Chören war jemand aus unserem Dorf vertreten. Es war spannend und zugleich beruhigend, immer wieder, jedes Jahr die gleichen Singbegeisterten zu treffen. Ich, die eher nicht auf dem Laufenden bin, wen es wohin verschlagen hat, weiß jetzt, welche singenden Billeder in Frankenthal, Karlsruhe, Würzburg, Rastatt, Traunreut usw. wohnen. Allein der Schubertchor, der auch Billeder Mitglieder hat, lässt sich nicht so leicht einer Ortschaft zuordnen, da die Sänger aus allen Teilen Deutschlands kommen. Dabei haben wir Billeder Dirigenten, Solisten, Musiker und mehr als ein Dutzend Sänger zu bieten. Den Grundstein für all diese Freude am Musizieren wurde wohl schon vor langer Zeit in unserer Kindheit gelegt. Was nehmen wir dafür nicht alles in Kauf! Die

Proben, die uns Zeit und Kraft abverlangen, die Anreise, die Organisation, zu Hause Gebliebene gut versorgt zu wissen, bei manch einem feuchte Hände vor lauter Aufregung vor dem eigenen Auftritt und das Daumendrücken für die anderen... Die Grundidee dieser Treffen ist nicht der Wettbewerb, also besser als die anderen zu sein, sondern die Freude am Singen selbst. Wir erkennen, was wir besser machen können, wir können von den anderen lernen. Wenn dann alles vorbei ist, gehen wir zufrieden nach Hause. Im Gepäck haben wir schöne Erinnerungen an die Gemeinschaft, an ein gutes Gespräch mit Menschen, die man selten trifft und diese Lebensfreude, die nur beim Singen entsteht. Hoffentlich treffen wir uns alle im nächsten Jahr wieder. In der Zwischenzeit heißt es „Üben, üben und wieder üben“...


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Die „Alten Musikanten“ mit den Rekruten des Jahrganges 1906. Aufnahme von 1926. Eins.: Elisabeth Braun, Ausburg.

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Veranstaltungen der Trachtenblasmusikkapelle Billed-Alexanderhausen 2006

Adam Tobias

Pfalztag in Speyer am 21.05.2006

Herbstfest in Nürnberg am 16.09.2006

uf Einladung des Donauschwabenhauses „Panonia“ aus Speyer haben wir an einem Umzug am Pfalztag durch die Innenstadt von Speyer teilgenommen. Wir haben eine Gruppe von Trachtenträger begleitet, die unsere Donauschwäbische Geschichte dargestellt hat. Der ganze Umzug wurde im SWR - Fernsehen direkt gesendet und am Abend Auszüge davon, wo wir dann auch zu sehen waren und natürlich auch nicht zu überhören.

Es ist immer wieder schön in Nürnberg bei unseren „Nürnberger Billedern“ ein Fest zu feiern. Die Organisatoren Elisabeth Follmer, Herbert Preisach, Fam. Grappini, Fam. Pritz und Helfer machten dieses Fest erneut zu einem besonderen Ereignis. Wir, die Musikanten und die Veranstalter, freuen uns sehr, dass wir immer wieder unsere altbekannten Gesichter sehen, unsere treuesten „Fans“ sozusagen. Denen gilt auch unser aufrichtigster Dank. Nächstes Jahr soll auf jeden Fall das Fest wieder stattfinden. Es sollte uns freuen, neben unseren „Altfans“ auch für andere, „Nicht-Billeder“, aufspielen zu dürfen.

A

Schwabentreffen in Ulm am 04.06.2006 Es war unser zweites Schwabentreffen in Ulm, das wir für unsere Landsleute spielten. Bei so großen Veranstaltungen läuft halt immer etwas schief, bzw. läuft nicht so wie besprochen. Wir wollten im Großen Saal für unsere Tanzgruppe spielen. Ging nicht! Wir wollten an den Tischen, reserviert für „Billed und Alexanderhausen“, spielen. Ging nicht! Ich wollte meine Ausstellung über die Blasmusiktradition im Banat im Foyer aufstellen. Ging nicht! Wir hoffen, dass wir unseren Landsleuten doch noch eine Freude bereiten konnten, indem wir das Programm (Tänze) auch in der Halle 1 präsentierten. Diesmal ging es, wie besprochen mit Heidi Müller und Werner Gilde, den Leitern der Tanzgruppe, problemlos. Die Ausstellung über die Blasmusiktradition aus Billed, die ähnlich für viele Banater Ortschaften ist, besteht aus drei Teilen: Die Blechmusik bei allen wichtigen Ereignissen im Dorf, 155 Jahre Blasmusiktradition in Billed und Josef Schortje - eine Musiker-Karriere, die viel zu schnell zu Ende war.

Stadtjubiläum Ingolstadt am 23.09.2006 Bei schönstem Wetter und bester Laune hatten die Trachtenblasmusikkapelle Billed - Alexanderhausen, (Ltg. Jakob Gross/Adam Tobias), die Banater Trachtentanzgruppe Karlsruhe (Ltg. Heidi Müller/Werner Gilde) und das Billeder Gesangsduo (Elisabeth Rieder/Maria Muhl) vor dem Rathaus in Ingolstadt ihren Auftritt. Für heitere Momente sorgte Josef Herbst mit seinen Gedichten: „De Rotschnauzer“ und „Die Kerweigäscht“. Organisiert wurde das Konzert - ich nenne es lieber Ständchen - vom Freundeskreis Donauschwäbische Blasmusik e.V. zu Ehren der Stadt Ingolstadt, die in diesem Jahr 1200 Jahre seit der Gründung feiert. Da Ingolstadt ja auch noch die Patenstadt der Banater Schwaben ist, haben wir diese Gelegenheit nicht ausgelassen uns, die Banater Schwaben, da voll und ganz,


Begegnungen

99 spielten wir das ganze Programm noch einmal für die Heimbewohner, die sehr aufmerksam zuhörten. Spontan bildete sich auch noch der ehemalige Billeder Kirchenchor der altbekannte Volksweisen sangen, so dass auch so mancher von den Zuhörern mitsang. „Oweds am Bronne“ von Hans Wolfram Hockl trug Werner Gilde vor, ein etwas besinnliches Gedicht, das er wegen Zeitgründen leider nicht vor dem Rathaus vortragen konnte. Wir freuen uns sehr, dass wir unseren Banater Landsleuten eine Freude bereiten konnten, denn das hat man aus den zufriedenen Gesichtern der Zuschauer ablesen können. Schlachtfest in Frankenthal

mit Musik, Tanz, Gesang und heiteren Gedichten zu präsentieren. Eingeladen wurden wir auch von Peter Krier in das Seniorenzentrum „Josef Nischbach“. Da gab es erst mal was Gutes zum Essen. Diese Zeit, während wir aßen, wurde von Peter Krier genutzt, um uns das Haus und die Entstehungsgeschichte dieses Hauses zu erläutern. Dies erfuhren wir so richtig aus erster Hand, war er doch maßgeblich daran beteiligt. Anschließend

Unser Fest erfreut sich wachsender Beliebtheit. Dies freut uns sehr; angesichts des nachlassenden Interesses von Seiten vieler unserer Landsleute, wollen wir doch eine schöne Tradition bewahren, solange es geht. Dies ist teilweise schon harte Arbeit. Für diesen Einsatz danke ich allen Helfern. Danken will ich auch unseren offiziellen Gönnern: Herbstfest in Nürnberg (Elisabeth Follmer) und HOG Billed (Werner Gilde) und den zahlreichen inoffiziellen Gönnern (Spenden). Das Fest war am Samstag, den 23.10. und beginnt immer morgens um 9 Uhr im Donauschwabenhaus in Frankenthal. Um 10 Uhr spielten wir dann ein Ständchen für unsere drei Metzger: Sepp Dinjer, Franz Klein und Hans Muhl bei Dinjers im Hof. Bildergalerie S. 54-59


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Wien - mehr als eine Reise wert

ien, die Hauptstadt Österreichs, war Ziel einer viertägigen Busreise, an der 48 Banater Landsleute, darunter 30 Billeder, teilgenommen haben. Reiseveranstalter war das Unternehmen Stefan Mayer aus Plankstadt, vermittelt und organisiert wurde die Reise von Werner Gilde. Ihm gilt hierfür der ganz besondere Dank aller Reiseteilnehmer. Bis zum Ende des ersten Weltkrieges, 1918, war Wien die Hauptstadt der österreichisch- ungarischen Monarchie und zugleich Residenzstadt der Habsburger. Diese herrschten fast 650 Jahre über das Land und haben so die Entwicklung der Stadt in allen Bereichen maßgebend geprägt. Am 30. Sept. 2006, pünktlich um 7:00 Uhr, startete der Bus in Karlsruhe. Ausgestattet von Werner Gilde mit Informationen über den Reiseverlauf und die Sehenswürdigkeiten der Stadt Wien, konnten wir entspannt die gemütliche Fahrt bei herrlichem Sonnenschein genießen. Bevor wir unser endgültiges Reiseziel erreichten, machten wir einen Zwischenstop in Melk, wo wir das imposante gleichnamige Barockstift besichtigten. Gegen 19:00 Uhr erreichten wir unser Hotel, idyllisch und ruhig gelegen, mitten im Wiener Wald, der die Stadt Wien wie ein Gürtel umschließt. Beim gemeinsamen Abendessen und gemütlichen Plaudern klang der erste Reisetag aus. Am zweiten Tag geleitete uns der Bus zu einem Treffpunkt in Wien, wo wir von einer Stadtführerin empfangen wurden. Bei der gemeinsamen Sadtrundfahrt erhielten wir unsere ersten Eindrücke über Wien und diese waren überwältigend. Uns bot sich ein Bild prachtvoller Bauten, Paläste, Kirchen und Schlösser in verschiedenen Stilrichtungen. Unsere Führung begann am Maria-Theresia-Platz, wo das Denkmal der gleichnamigen österreichischen Kaiserin steht, der wir uns aufgrund unserer Geschichte besonders verbunden fühlen. Von diesem Platz aus

Begegnungen Rita Braun

bewunderten wir die Fassaden des Kunsthistorischen und Naturhistorischen Museums sowie das letzte Burgtor der alten Stadtmauer. Die Rundfahrt ging entlang der Ringstraße weiter, ein Prachtboulevard, der das historische Stadtzentrum Wiens umschließt. Hier bestaunten wir u.a. das Parlamentsgebäude, das Rathaus, das Burgtheater und die weltberühmte Staatsoper. Unsere Reiseleiterin geleitete uns anschließend zum „Hundertwasserhaus“, ein kommunaler Wohnbau, gestaltet von Friedensreich Hundertwasser. Er wurde ohne gerade Linien erbaut und fasziniert durch Farbenfrohheit und Zwiebeltürmchen. Weiter ging es mit dem Bus u.a. vorbei am weltberühmten Wiener Prater mit seinem Riesenrad und vorbei am Stadtgarten mit seinen Musikerdenkmälern. Nachdem wir die Donau überquert hatten (die überhaupt nicht blau ist), erreichten wir den modernen Teil Wiens, die „Donaucity“, mit Bauten namhafter Architekten und dem UNO-Gebäude. Auf der Rückfahrt in die Altstadt machten wir einen Zwischenstop beim Schloss Belvedere. Eigentümer war einst Prinz Eugen von Savoyen, der durch seine Siege über die Türken in die Geschichte eingegangen ist. Der Nachmittag des zweiten Reisetages stand zur freien Verfügung. Man schloss sich in kleinen Gruppen zusammen und konnte nun einige der von der Stadtrundfahrt bekannten Sehenswürdigkeiten besichtigen, so auch Museen und Kirchen. Unsere Kleingruppe besuchte auch ein altes Wiener Kaffehaus, wo man beim Anblick der verführerischen Torten schwach wurde. Wir genossen dazu eine „Wiener Melange“ und das gemütliche Ambiente. Der Abend klang beim gemeinsamen Abendessen und Austausch von Erlebnissen gemütlich aus. Am dritten Reisetag erkundeten wir einen Teil des historischen Wiens zu Fuß, begleitet von unserer freundlichen und sehr erfahrenen


Begegnungen

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Wien, die Hauptstadt Österreichs, war Ziel einer viertägigen Busreise, an der 48 Banater Landsleute, darunter 30 Billeder, teilgenommen haben. Stadtführerin. Zunächst sahen wir die Hofburg, Winterresidenz der Habsburger bis 1918, eine riesige Anlage, die sich aus mehreren Trakten zusammensetzt. Der Bau beherbergt die Nationalbibliothek und verschiedene Museen, wie z.B. die Schatzkammer, das Sissi-Museum und die Kaiserappartements. Ganz in der Nähe liegt die Augustinerkirche, in der “Sissi und Franz“ geheiratet haben. Ebenso befindet sich hier die „Herzgruft“der Habsburger. Des Weiteren sahen wir die Kapuzinergruft, wo zahlreiche Habsburger beigesetzt wurden; die Mozart-Häuser und den Stephansdom, das Wahrzeichen Wiens und das bedeutendste gotische Bauwerk Österreichs. Am Nachmittag brachte uns der Bus zum Schloss Schönbrunn, der kaiserlichen Sommerresidenz. Hier lebte Maria Theresia mit ihren 16 Kindern und später auch Kaiser Franz Joseph und Kaiserin Elisabeth. Die Innenbesichtigung des Schlosses war ein absoluter Höhepunkt. Die Räume sind im Rokoko-Stil und original möbliert. Die prunkvolle Ausstattung ließ uns Glanz und Reichtum der damaligen Monarchie erahnen. Anschließend schlenderten wir durch den wunderschönen Schlossgarten mit der „Gloriette“.

Der letzte Abend wurde sicherlich für viele Landsleute zum Höhepunkt der gemeinsamen Reise. Nach dem Abendessen hatte sich im Hotel ein Alleinunterhalter eingefunden. Bereits bei den ersten Klängen eröffneten Gerlinde und Werner Gilde den Tanz. Ihrem Beispiel folgten zunächst Paare der jüngeren Generation, doch nach und nach schwangen selbst die ältesten Mitreisenden das Tanzbein. Wer nicht tanzte, klatschte und sang mit und so steigerte sich die heitere Stimmung bis zur Ausgelassenheit. Der Abend klang mit einer Polonaise und Gesang aus. Der Musikant spielte auf Wunsch „In einem Schwabendörfchen“ sowie „Ade zur guten Nacht“ und alle sangen mit. So endete der Abend mit einem wunderschönen Gefühl der Verbundenheit und Gemeinschaft. Der vierte Tag war leider schon unser Heimreisetag. Doch auch im Bus war keine Langeweile angesagt. Frau Maria Muhl und der Fahrer sorgten mit humoristischen Einlagen für heitere Stimmung und die „Singmädcher“ unterhielten uns musikalisch. Mit Sicherheit wird diese Reise allen Teilnehmern in besonders schöner Erinnerung bleiben. Für mich war das Fazit dieser Reise: Wien ist mehr als eine Reise wert.


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Billeder Jahrgangstreffen 1951

Begegnungen

Elisabeth Packi (Hehn)

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ittlerweile ist es zur Tradition geworden, dass sich der Billeder Jahrgang 1951 alle fünf Jahre zu einem Jahrgangstreffen zusammenfindet. Zum dritten Mal fand am 27. Mai 2006 unser Treffen statt. Zu verdanken haben wir dies der Initiative und der Organisation unseres Kollegen Josef Plennert, der diese Treffen vor zehn Jahren ins Leben gerufen hat. Wie schon 1996 und 2001 fand auch das diesjährige Treffen in Singen statt und wie schon die ersten beiden Male sind die Kollegen dem Aufruf mit Freude und Begeisterung gefolgt. Singen, das Eingangstor zum Bodensee, liegt unterhalb des Berges Hohentwiel, 20 km vom Rheinfall bei Schaffhausen entfernt. Wer von fern her kam, reiste schon am Vortag an. Allein die Anreise ist ein Erlebnis. Die bewaldete Hügellandschaft des Hegau mit seinen Vulkanfelsen ist ein ideales Ausflugsziel. Die Unterbringung fand in den Hotels „Widerhold“ und „Hohentwiel“ statt. Ersteres liegt direkt unterhalb des Berges Hohentwiel, letzteres auf halber Anhöhe zur Festungsruine, einem beliebtem Ausflugsort. Hier fand auch das eigentliche Treffen statt. Natürlich war das Erklimmen der Festungsburg Hohentwiel jedes Mal Bestandteil unseres Treffens, genauso wie ein Ausflug zu den nahe gelegenen Rheinfällen bei Schaffhausen.

Aber das Wichtigste war das Beisammensein, das Wachrufen gemeinsamer Erinnerungen. „Kannscht dich noch erinnre?“ und „Weescht noch damols?“ waren die am häufigsten gestellten Fragen. Die Wiedersehensfreude war groß. Es wurden Erlebnisse geschildert, Gedanken und Eindrücke ausgetauscht, Fotos aus den Familienalben gezeigt. Ehe wir uns versahen, war es weit nach Mitternacht, aber ans Nach-Hause-Gehen dachte niemand. Eines ließen sich die „Buben“ nicht nehmen, den „Mädchen“, wie damals, ein Ständchen zu singen. Und genau wie damals wurden sie dafür mit einem Obstler belohnt. Der einzige Unterschied war, dass der Obstler diesmal von den Mädchen selber spendiert wurde und nicht wie damals von ihren Vätern. Natürlich gedachten wir auch unseres Kollegen Josef Leidecker, der uns seit dem letzten Treffen für immer verlassen hat. Er ist nun, nach Peter Follmer und Josef Bibel, der dritte Kollege, der nicht mehr unter uns ist. Zum Abschied wurde beschlossen, den Rhythmus von fünf Jahren beizubehalten, unsere Treffen in Zukunft aber immer an einem anderen Ort stattfinden zu lassen. Jemand machte den Vorschlag, das Treffen 2011 in Berlin abzuhalten. Dieser Vorschlag stieß auf begeisterte Zustimmung. Mit „Auf Wiedersehen 2011 in Berlin!“ zerstreute sich die Gruppe im Morgengrauen. Gruppenfoto: Bildergalerie S. 62


Begegnungen

66 – eine Schnapszahl!

103 Peter Neumann

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m „Sonnenhof“ bei Sonnenschein da kann man doch nur fröhlich sein, und sie kamen hoffnungsvoll und fröhlich aus allen Windrichtungen, doch der Schwarzwald wandte ihnen seine windige Seite zu, erwartete sie mit Wolken, Sturm und Regen, aber sie meinten: „Im Sonnenhof ohn‘ Sonnenschein kann man trotzdem fröhlich sein!“ Und sie blieben, begeistert und fröhlich, vom 20. zum 21. Mai 2006 im Gernsbacher „Sonnenhof“ und feierten ausgiebig und lautstark. Auch auf den Heimweg machten sie sich gut gelaunt, mit Sonne im Herzen, froh darüber, ihrem Leben zwei wohltuende, schöne, erlebnisreiche Tage hinzugefügt zu haben. Wer sie waren, darf ich verraten: eine Gruppe oder gar Clique, geeint durch viele Gemeinsamkeiten. Alle wurden von Elisabeth Herbst (Schütz) unter dem Motto: „Mit 66 fängt das Leben erst an!“ zum Erinnern und Feiern in den „Sonnenhof“ geladen und sie brachten ihre Liebsten mit (die Ehepartner) und ließen die Allerliebsten (ihre

Enkelkinder) zuhause. Sie hatten mindestens ein ergrautes Haar mehr, eine tiefer gewordene Falte mehr im Gesicht als vor sechs Jahren, vielleicht war auch eine Falte dazu gekommen, aber der Schalk saß ihnen noch immer im Nacken, der Schelm blitzte aus den Augenwinkeln wie in Banater Kindes- und Jugendjahren. Sie waren in Billed geboren, in Deutschland und einmal in Österreich zuhause; sie feierten ihr 4-tes Jahrgangstreffen (rekordverdächtig für Billeder Jahrgänge), alles Rentner mit einer Schnapszahl als Lebensalter. Kurzum: die Billeder 40-er – ein besonderer Jahrgang! Unsere Gäste, die 40-er mit Billeder Lebenspartnern, zählen selbstverständlich dazu. Wir rechnen mit ihnen, denn alle sagten: „Auf Wiedersehen!“ Gemeinsam war auch der Gedanke: Wir sagen nochmals „Danke“ den Organisatoren aus Gaggenau, dem Sepp und seiner Frau! Gruppenfoto: Bildergalerie S. 63

Kirchweih 1957 Eins.: Hans Klein


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Seniorentreffen „Billeder un‘r sich“ 2006

J. Gehl

A

uch in diesem Jahr war die Billeder Senioren-Begegnung reichlich besucht und in guter Stimmung gingen die paar Stunden in heimatlicher Atmosphäre schnell zu Ende. Wie gewohnt wurden auch diesmal von Billeder Hausfrauen frisch gebackene Bäckkipfeln und Kuchen angeboten und dazu hat das Hauswirtehepaar Kaffee und Getränke serviert. Beim Frühjahrstreffen wurden die Mundartgedichte „Zum Muttertach“, „s‘ schenschti Alter“ sowie „Krumbiere un Kneedle“ von dem Mundartdichter Mathias Weber „Wusslich Toni“ aus Sankt-Andres vorgetragen. Bei der Septemberbegegnung wurde an die Bäragandeportation 1951-1956 erinnert, 50 Jahre nach der Heimkehr. Das „Baraganlied“ und

Im Bild der Männertisch.

die Gedichte „Warum führte man uns in den Baragan?“ von Grete Weber, sowie der „Baraganfriedhof“ in Mundart von Mathias Kandier brachten besinnliche Stimmung. Seitens der HOG Billed berichteten Sepp Herbst und Werner Gilde und zeigten eine Videokassette von der Übergabe der Feuerwehrautos in Billed. Für 2007 sind die folgenden Termine festgelegt: Frühjahrstreffen am Mittwoch, den 25. April und Herbsttreffen am Mittwoch,den 19. September jeweils um 14 Uhr im Haus der Heimat. Ältere und auch jüngere Rentner sind herzlich eingeladen, ein paar Stunden mit Landsleuten in heimatlicher Umgebung zu verbringen.


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Top-Thema dieses Jahres waren die Feuerwehrautos für Billed. Werner Gilde führte Videoaufzeichnungen der Übergabe in Billed vor Im Bild der Frauentisch. Beim nächsten Seniorentreffen bitte in die Kamera gucken!


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1. Jahrestreffen der Gründer-Mitglieder der Feuerwehr im Sept. 1970 (bei Peter Schwartz) Obere Reihe: Nikolaus Seibert 309, Nikolaus Glasz 296, Johann Lichtfuss 125, Michael Fraunhoffer 36, Johann Braun 109, Jakob Braun 478, Hans Herbst 170, Peter Schwartz 435, Hans Klein 234, Josef Vastag 614 Zweite Reihe (stehend): Johann Kasper 568, Peter Thöreß 310, Nikolaus Frick 205, Nikolaus Gehl 465 Sitzend: Michael Braun 347, Jakob Mumper 572, Michael Weber 759, Peter Rieder 436, Wendel Slavik 551, Jakob Klein 667, Peter Wilhelm 573, Peter Uitz 629, Josef Wilhelm 731, Adam Rieder 361 Vorne: Vorstand der Freiwilligen Feuerwehr: Hans Wilhelm 176, Josef Herbst 117, Josef Mann 206, Peter Plennert 605, Hans Braun 267 Eins.: Josef Herbst Billeder Feuerwehr-Vorführung der alten Gerätschaften anlässlich der Übergabefeierlichkeiten der Feuerwehrspenden aus Deutschland 2006.


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Zum Betreiben der historischen Löschgeräte braucht man Ausdauer und natürliche Manneskraft!


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KARLSRUHE, 1. November 2006

Begegnungen Peter Neumann

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lle Landsleute sind herzlich eingeladen“, schreibt unser Kreisverbandsvorsitzender Werner Gilde in der „Banater Post“, als er die Totengedenkfeier am „Billeder Gedenkstein“ für Allerheiligen 2006 bekannt gibt. Und so macht man sich wieder auf den Weg zum Hauptfriedhof, man wandert selbst jetzt schon jahrelang zum Billeder Stein, man macht sich Gedanken und merkt, hier ist Tradition entstanden. Merkwürdig: Man ist Teil davon! Weit wichtiger aber ist: Sie ist sogar ein Stück herübergeretteter „alter Heimat“ und wird weitergeführt von beherzten Billedern. Ihre Kraft und Begeisterung hat Banater Wurzeln, spricht dadurch alle Banater Landsleute an. Auch sie pilgern jedes Jahr voller Hoffnung zum Billeder Kreuz, ganz traditionell, auch ohne Einladung. Darauf ist man stolz. Wenn nun die „Totengedenkfeier um 14 Uhr am Billeder Denkmal“ auch in der badischen Presse angekündigt wird, merkt man auf: „Billeder Denkmal!“ Wenn in der badischen Presse über einen Hilfstransport der Karlsruher Kreisfeuerwehr „ins rumänische Billed“ berichtet wird, liest man‘s gerne und wenn der Ortsname mit zwei „ll“ geschrieben wird, liest man‘s zweimal, denn es klingt wie dortgelassen und hier eingepflanzt. Die Kirche haben wir im Dorf gelassen, doch das Geläut unserer Kirchenglocken hat Alfred Herbst für Allerheiligen hier eingepflanzt, Punkt 14 Uhr melden sie den Beginn der Gedenkfeier! Gerlinde Gilde, als Erste am Mikrophon, klarer Ton, bringt Vortrag und Inhalt zum Einklang: „Im Gedenken an unsere Toten“ von Silvester Stric. Hannelore Slavik hebt die Hände und der Banater Chor erhebt seine Stimme: „So nimm denn meine Hände“ von Friedrich Silcher, Chorsatz Hannelore Slavik.

Die feierliche Ansprache hat der HOG-Vorsitzende Kleinjetscha übernommen: Dietmar Giel stellte einleuchtend dar, wie wir uns im Banat behaupten konnten und warum wir zurückkehren mussten. Aus der Feder des Johannisfelder Landsmannes Mathias Kandler stammt Werner Gildes Gedichtvortrag „Baragan Friedhof“, „schwowisch“, vertraut, gut, ehrt vor allem jene, die 1956 das Banat nicht mehr wiedersehen durften. Billeder Friedhofsglocken im Hintergrund und Josef Herbst am Mikrophon bezeugen 54 im letzten Jahr dahingeschiedenen Billedern unsere Ehrfurcht. So mancher sagte sich: Auch mein Jahrgang war dabei. Darüber unser Chor mit Frage und Antwort: „Wohin soll ich mich wenden?“ aus der Schubertmesse. Vor Kreuz, Kranz und brennenden Kerzen vermittelte uns Elisabeth Luckhaub als Vorbeterin ein Gespräch mit dem Herrn, ohne dass wir uns auf den Weg in den Himmel machen mussten, zumal beten mit Gott reden heißt. Zum Abschluss lässt der Banater Chor aus Karlsruhe die „Glocken der Heimat“ erklingen, Text Maria Ebner, Musik Lorenz Speck, Chorsatz Peter Helmut Meinhardt. Diese „Glocken“ werden bei der anschließenden Gedenkfeier am Kreuz der Vertriebenen wieder erklingen, hier, wo der evangelische Pfarrer, diesmal ein Landsmann aus Siebenbürgen, die Predigt hält, wo man Mitglied einer größeren Gemeinschaft wird. Der Banater Bischof Martin ist aus Knees, unser Erzbischof Robert in Freiburg ist ein Donauschwabe und wenn wir die Gemeinschaft weiter erweitern, sind „wir“ sogar „Papst“. Schlussfolgernd wenden sich alle trostsuchenden Menschen Allen Heiligen zu, sie können auch den Tag feiern. Alle sind herzlich eingeladen.


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Leistung und Würdigung

Altkatholischer Bischof Hofrat Nikolaus Hummel verstorben

Peter Krier

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anz wenige unserer Schwabensöhne haben das hohe kirchliche Amt eines Bischofs erworben. Der am 24.09.1924 in Billed geborene Nikolaus Hummel ist einer von diesen wenigen. Dabei ist auch die Zahl der aus Billed stammenden Priester überhaupt gering. Bekannterweise gibt es diesbezüglich ein beachtliches Gefälle zwischen den Dörfern der Maroschregion und den Heidedörfern. Bischof Hummels Großvater hatte von Sackelhausen nach Billed geheiratet, er war Bauer. Sein Vater, Nikolaus Hummel, war Metzger mit eigener „Fleischbank“ und führte gleichzeitig auch eine Bauernwirtschaft. Seine Mutter Elisabeth, geb. Kurth, stammte aus Sarafol. So wuchs „Klosi“ als einziges Kind wohlbehütet im elterlichen Haus auf und erlebte seine Kindheit in der Idylle eines schwäbischen Bauernhofes und der Unbegrenztheit eines schwäbischen Dorfes mit seinen Fluren. Die dort erfahrene Prägung sollte ihm lebenslang anhaften. In der Schule fiel der aufgeweckte intelligente Junge bald auf. Lehrer und Pfarrer empfohlen dem „Hummel-Fleischhacker“, seinen Sohn doch auf die höhere Schule zu schicken, was der Vater prompt tat. Klosi trat mit dem Vater die weite Reise nach Schäßburg an, wo er ab 1935 für vier Jahre das Deutsche Gymnasium, die „Bergschule“, in der sächsischen Bilderbuchstadt besuchte. Dort kam der junge Schwabe in Berührung mit der siebenbürgisch-sächsischen Stadtkultur und mit dem evangelisch-lutherischen Glauben. In Schäßburg erweiterte sich seine Weltsicht und bekam wohl ihre erste Ausrichtung. In das Banat zurückgekehrt, besuchte er ab 1939 unsere Banatia in Temeschburg, die er 1943 mit einer ausgezeichneten Abiturprüfung abschloss. Doch nun war längst Krieg. Nach einer kurzen Zeit als Hilfslehrer kam der 19-jährige zum deutschen Heer. Das Erlebnis „Krieg“ mag ihn nun in die Lebensrichtung geführt haben, die er

als Kind und Jugendlicher noch nicht im Visier hatte. Am Ende des Krieges ging es jedoch zunächst um das einfache Durchkommen für den mittel- und heimatlos gewordenen Landsmann. Über Oberösterreich kam Bischof Hummel nach Wien, das seine neue Heimat werden sollte. An der Universität Wien studierte er an der Tierärztlichen Hochschule und an der Evangelisch-Theologischen Fakultät. Hier schlug er den Weg als Diener Gottes und Streiter für den Glauben ein. In den Dienst der Altkatholischen Kirche Österreichs trat er im Juni 1951 ein und wurde 1955 zum Priester geweiht. Als Priester und Seelsorger wirkte er in den Gemeinden Wien-Innen, Klagenfurt und WienBrigittenau. Am 12. April 1974 wurde unser Landsmann zum altkatholischen Bischof Österreichs geweiht. Nach zwanzigjährigem bischöflichen Dienst trat er 1994 im Alter von 70 Jahren in den Ruhestand. Bischof Hummel hat sich besondere Verdienste um die Ökumene und um den Religionsunterricht erworben. Langjährig wirkte er mit an der Ausarbeitung von Religions-


Leistung und Würdigung unterrichtgesetzen, war Fachinspekteur, wirkte in verschiedenen Kommissionen des Bundesministeriums, leitete dort das Religionsunterrichts-Referat und war als Vertreter der Kirche in den Stadtschulrat Wiens berufen worden. Für sein fruchtbares Wirken und seine vorbildliche ökumenische Einstellung wurde ihm vom Bundespräsident Dr. Klestil der Berufstitel „Hofrat“ verliehen. Bischof Hofrat Nikolaus Hummel war Zeit seines Lebens mit unserer Banater Heimat verbunden. Er war in steter Verbindung mit den Landsleuten im Wien, pflegte den Kontakt zur alten Heimat und war mit der Heimatgemeinschaft der Billeder eng verbunden. Seine feinsinnigen Gedichte sind alle von einem Hauch

111 unseres Banates berührt und bezeugen seine tiefe Verbundenheit mit unserer Heimat. Begegnungen mit ihm waren immer aufbauende erfrischende Erlebnisse. Bischof Hummel hatte eine hohe geistige Schärfe, war ein hoch gebildeter Mensch, der aber auch die Fähigkeit hatte, mit jedem einfachen Menschen und auch mit Kindern auf gleicher Augenhöhe zu sprechen. Mit den Landsleuten sprach er nur in unserer Mundart und beim Billeder Heimattreffen bestand er darauf, dass die, die ihn kannten, mit Klos anredeten. Er war stets ruhig, bedacht und strahlte jene väterliche Wärme aus, die einem in seiner Nähe Geborgenheit verlieh. Bischof Nikolaus Hummel ist am 7. Januar d. J. in Pressbaum bei Wien verstorben. Er war einer der Großen unseres Stammes.

Billeder Denkmal auf dem Karlsruher Hauptfriedhof an Allerheiligen 2006


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A

Leistung und Würdigung

Nikolaus Schunk verstorben

m 24. Juni ist im Alter von 86 Jahren unser Billeder Landsmann Nikolaus Schunk in Sao Bernardo do Campo / Brasilien in die Ewigkeit abberufen worden. Er wurde am 5. November 1919 in Billed Nr. 150 geboren und wanderte mit seinen Eltern Nikolaus und Anna Schunk (geb. Otto) als 5-Jähriger nach Brasilien aus. Außer der Volksschule besuchte er die Deutsche Schule in Sao Caetano, deren Mitbegründer sein Vater war, sowie die Deutsche Gewerbeschule für Mechaniker und arbeitete bei Pirelli-Kabelwerke bis zum Eintritt in den Ruhestand. Unser Landsmann beschäftigte sich schon früh mit der Erfassung der Daten aller Billeder und deren Nachkommen, die in den 20-er Jahren nach Brasilien ausgewandert waren. Er hat uns diese Daten in dutzenden Briefen zur Verfügung

Josef Herbst gestellt. Von den Familien: Bergauer, Mayer, Hassenteufel, Krijan, Lauer, Müller, Wassermüller, Portscheller, Quinkert, Rosani, Thöresz, Wendel, Rugel sowie über die Familien: Bunda, Schneider, Geiss, Kaiser und Schulz, die nach Billed zurückgekehrt sind. Er hatte auch Kontakt zu der Nachkriegs-Zuwanderer-Familie Schmidt-Seibert in Entre Rios. Geheiratet hat Nikolaus Schunk am 12. Februar 1944 Magdalena Schneider aus dem jugoslawischen Banat, hatte zwei Söhne und eine Tochter, alle mit höheren Studien, Enkel und Urenkel, die alle um ihn trauern. Auch wir trauern um einen Freund, der uns, dank seiner unermüdlichen Arbeit, viele Erkenntnisse über die Auswanderung nach dem Ersten Weltkrieg aus Billed lieferte.

Am Denkmal der Vertriebenen auf dem Karlsruher Hauptfriedhof an Allerheiligen 2006


Leistung und Würdigung

Zum Gedenken an unsere Grundschullehrerin Frau Eva Mager

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Werner Tobias

E

in strahlender Spätsommertag kündigt sich an, vor genau 40 Jahren - es ist der erste Schultag im September des Jahres 1966. Die Anspannung bei den Schulanfängern des Jahrgangs 1959 und deren Eltern ist greifbar. Das ist immer so bei den ABC-Schützen, diesmal aber ist es noch etwas Besonderes. Die geburtenschwächeren Jahrgänge führen dazu, dass ab diesem Jahr in Billed nie wieder eine zwei-zügige Deutschklasse zustande kommen wird. Deshalb muss die Entscheidung fallen, welche der beiden Lehrerinnen, die im Vorjahr die zwei vierten Klassen abgegeben haben, im neuen Schuljahr die erste Klasse übernehmen wird. Es wurde gehofft und gebangt bis zum letzten Augenblick und die Wahl fiel auf Frau Eva Mager. Und es sollte sich herausstellen, dass es für ihre Schüler die richtige Wahl war. Die Überzeugung und Leidenschaft, mit der sie ihren Beruf ausübte, musste sich auf ihre Schützlinge übertragen - sie hat uns geprägt fürs Leben. Frau Mager war noch eine Lehrerin mit gefestigten Prinzipien, die sie auch bei ihren Schülern durchzusetzen wusste. Sie konnte leidenschaftlich und energisch sein. So manches Mal zeugten Spuren in den Handinnenflächen davon, dass ihre Jungs wieder das Maß überschritten hatten, dabei ist auch mancher Stock auf dem Lehrerpult zerschellt. Zum Glück gab es in der Klassen-Elternschaft einen begabten Tischlermeister, der das „edle Gehölz“ umgehend wieder durch ein neues ersetzte. Unvergessen die Musikbegeisterung unserer Lehrerin. Mit viel Ausdauer brachte sie uns Lieder und Tänze bei. Wie viele Schulfeste und Abschlussfeiern hat sie organisiert und einstudiert. Immer und immer wieder wurden Schritte und Figuren geprobt und wiederholt, bis alles perfekt klappte. Ebenso ist sie jedem in Erinnerung, ihre

Eva Mager 1952 Schüler bei Volkstänzen auf dem Akkordeon begleitend. Vorne links auf der Bühne, das war ihr Platz. Über ein Lied, welches sie uns beigebracht hat, ist mir ihre Heimatverbundenheit besonders bewusst geworden: „Wo’s Dörflein traut zu Ende geht, wo’s Mühlenrad am Bach sich dreht...“. Ich sehe noch heute vor meinem geistigen Auge die stille Träne rinnen, wohl in Gedenken an ihr Elternhaus in Bruckenau. Was konnten sich die Lausbuben von damals insgeheim darüber amüsieren, heute denkt unsereiner ganz anders darüber... Nicht nur in den Schulstunden, sondern auch außerhalb der Schule war Erziehung ihr ein wichtiges Anliegen. Ich erinnere mich an einen Besuch von Frau Mager bei uns zu Hause. Es war angekündigt, dass die Lehrerin in den nächsten Wochen die Schüler daheim besuchen wür-


114 de. So hat jeder dem Tag entgegengebangt - man wollte schließlich nicht unvorbereitet überrascht werden. Und dann war ich doch erschrocken und das Herz klopfte mir bis zum Hals, als ich am Fenster sitzend, meine Lehrerin in unseren Hof eintreten sah. Es war allein diese Ehrfurcht, die man zu unserer Zeit den Lehrern noch entgegenbrachte, schließlich waren sie der Unterstützung der Eltern gewiss... Da fällt mir noch eine Begegnung der besonderen Art ein. Eines schönen Nachmittags, die Hausaufgaben waren längst vergessen, da traf man sich bei Freunden. Wir musizierten laut, auf Instrumenten aus Maisstengeln über den Hof marschierend, als ganz überraschend Frau Mager am Tor vorbeikam. Wir waren natürlich viel zu beschäftigt, um sie zu sehen, bis sie uns mit dieser Bemerkung aus unserem Tun aufschreckte: „Soll ich euch vorgrüßen?“ Jahre später noch, als wir bei einem Klassentreffen in Frankenthal Erinnerungen austauschten, konnte sie herzhaft darüber lachen. Sie selbst hatte es längst vergessen, doch solch kleine Episoden prägen sich in Kinderköpfen ein und haben mit beigetragen zu unserem heutigen Sein und Werden. Frau Eva Mager, geb. Schmidt, wurde am 17. März 1933 in Bruckenau geboren, in eine Familie mit musikalischer Ader. Der Vater war Kapellmeister, die Mutter Kantorin, somit stand Musik immer im Vordergrund. Hier verbrachte sie eine unbeschwerte Kindheit mit ihrem zwei Jahre jüngeren Bruder Josef. Er ist es auch, mit dem sie bei jeder Gelegenheit gerne musizierte, an Schulfesten und Familienfeiern. Für ihn war die große Schwester immer das Vorbild. Eva Schmidt besuchte die Volksschule in Bruckenau, anschließend die Klosterschule in Lippa. Für die gewissenhafte und ehrgeizige Schülerin war der pädagogische Weg eine Berufung. Nach erfolgreichem Abschluss der Deutschen Pädagogischen Lehrerbildungsanstalt in Temeschburg kam die frisch gebackene Lehrerin

Leistung und Würdigung 1952 zuerst nach Knees. Hier lernte sie 1953 auch ihren späteren Ehemann Jakob Mager kennen. Nachdem sie 1957 in ihren Heimatort wechselte, kam sie 1959 wieder zurück nach Knees. Diesmal trat sie eine Stelle als Kindergärtnerin an, nur um ihrem Jakob nahe zu sein - in demselben Jahr noch wurde geheiratet. 1962 übernahm Frau Eva Mager in Billed ihre erste Grundschulklasse. Sie wohnte anfangs mit ihrer jungen Familie in der Hauptgasse, später in der Viertgasse und dann in der Kirchengasse Hausnummer 307, bis zur ihrer gemeinsamen Aussiedlung 1982. Der Ehe entstammen zwei Kinder, Gunhild und Burkhard. Wegen den Ausreisebestrebungen der Familie wurde sie vorzeitig vom Schuldienst freigestellt und hat noch ein Jahr im Betriebskindergarten der Hanffabrik gewirkt. In all den Billeder Jahren war sie unermüdlich tätig für die Fortführung von Brauchtum und Tradition. Auch in ihrer Wahlheimat Villingen-Schwenningen hat Frau Mager nach mehreren Kursen und Prüfungen ihr pädagogisches Wirken fortgesetzt. Anfangs erteilte sie Deutschkurse für Zuwanderer an der inlingua Sprachschule, bevor sie dann an die Steppach-Grundschule in Villingen wechselte. Hier blieb sie bis zu ihrer Pensionierung 1993. Der Draht zum Lehrerkollegium dieser Schule riss aber auch danach nicht ab. Daneben engagierte sie sich für Heimatbelange, wirkte jahrelang mit bei der Gestaltung der Billeder Heimattreffen sowie auch des Bruckenauer Heimatbuches. Nach langer Krankheit ist Frau Eva Mager am 12. September 2006 in Villingen-Schwenningen friedlich entschlafen. Dafür, dass sie den Grundstein gelegt hat für die Bildung vieler Schülergenerationen, sind wir unserer Grundschullehrerin zu ewigem Dank verpflichtet. Wir werden ihr ein ehrendes Andenken bewahren. Im Namen des Jahrgangs 1959 und aller ehemaligen Grundschüler.


Leistung und Würdigung

Johann Gehl zum Achtzigsten

S

o kennen ihn alle als freundlichen, hilfsbereiten Bibliothekar im „Haus der Heimat“ Karlsruhe. Er gehört zu dieser Begegnungsstätte wie das Amen zum Gebet, zumal es fast 20 Jahre sind, dass er seine Tätigkeit hier entfaltet, wo diejenigen sich zeitweilig und abwechselnd zusammenfinden, die noch an Billed und seinen Gewohnheiten hängen, die manchmal Rat und Orientierungshilfe brauchen. Seit der Gründung des „Hauses der Heimat“ in Karlsruhe ist er hier tätig, zur Zeit als Bibliothekar und organisiert seit 1988 mit viel Geschick und Kompetenz die Frühjahrs- und Herbst-Treffen der Senioren. Alle kennen ihn als Gehl Jani, der auch ehrenamtlicher Kassier der HOG Billed war, Vorstandsmitglied, Herausgeber des Billeder Heimatblattes und weiterhin Mitarbeiter des Heimatblattes geblieben ist. Doch so ausgeglichen und harmonisch, wie sein Leben jetzt anderen erscheint, war es nicht immer. Es gab Höhen und Tiefen, Erfolge und Schicksalsschläge, doch mittendrin ein Mann, der nicht kleinzukriegen war, aufrecht blieb. Als Sohn fleißiger, gutsituierter Bauern hatte er die Möglichkeit, die gewünschte Laufbahn einzuschlagen: Als Absolvent der Temeschburger „Banatia“ konnte er drei Jahre die deutsche Lehrerpräparandie besuchen, bis diese 1944 ihre Tätigkeit einstellen musste. Auch 5 Jahre Demütigung und Entbehrung musste er als Russlanddeportierter im Lager 1010 Stalino-Donbaß hinnehmen. In die Heimat zurückgekehrt, hat er in seinem Interessenbereich und aufgrund seiner beruflichen Vorbildung gesucht und ist so Hilfslehrer und Erzieher im Schülerheim in Lippa (Arad) geworden, auch

115 Elisabeth Martini

Leiter des Lippaer Kulturheimes. 1950 heiratete er Elisabeth Hahn und 1952 wurde in Blumenthal Sohn Herbert geboren. Nach dem Umzug nach Billed kam 1958 Tochter Karin-Karla zur Welt. 1952 gelingt es ihm, seine Lehrerausbildung mit Diplom abzuschließen und Direktor der deutschen Allgemeinschule mit Schülerheim in Blumenthal (Kreis Lippa) zu werden. Auch Kulturheimleiter war er, somit mitten im Dorfgeschehen. Als stellvertretender Schulleiter der deutschen Abteilung des Lippaer Lyzeums und Schülerheims hat er in den Jahren 1955-58 auch Billeder Kinder unter seine Fittiche genommen, so: Isolde Glatz, Richard Hehn, Hans Schmidt, Victoria und Alexandra Tamas, Georg Kiss, Marliese Braun, Arntrud Schäfer, Elisabeth Frick, Elisabeth Zimmer, Karl Packi... Nach Billed zurückgekehrt, ist Gehl Jani 1958-64 als Grundschullehrer an der deutschen Allgemeinschule tätig, übernimmt auch hier - wie immer - ehrenamtliche Tätigkeiten im kulturellen, sportlichen und sozialen Bereich. Nach dem Umzug nach Temeschburg ist er 1964-69 dienstleitender Bibliothekar an der Zentralbibliothek der Universität Temeschburg und danach diplomierter Sportlehrer. Infolge des 1982 gestellten Ausreiseantrags wird er aus dem Schuldienst entlassen, kann aber erst 1984 in die Bundesrepublik kommen. Für sein unermüdliches, oft selbstloses Schaffen im Dienste seiner Mitmenschen, seiner Landsleute, wurde ihm 1996 der Ehrenbrief der Landsmannschaft verliehen. Wir gratulieren und wünschen dem Jubilar auch weiterhin beste Gesundheit, Schaffenskraft und viel Spaß an seiner Arbeit für seine Landsleute.


Leistung und Würdigung

116 Sonntag-Nachmittag Stehend: Nikolaus Hehn, Hans Klein, Jakob Schortje, Jakob Thöres Kniend: Hans Breitenbach, Georg Dippong, Michael Hirth Eins.: Hans Klein, Langenfeld

Hochzeitsfoto von Johann (geb. 1880) und Maria Zoller, geb. Kircher (1884). 1905 Auswanderung nach Amerika und Heirat in New Brunswick. Er war Schmiedemeister, sie Arbeiterin in einer Zigarrenfabrik. 1907 Besuch in der Heimat mit dem erstgeborenen Kind Magdalena (verh. Klein); von den Eltern überzeugt, blieben sie in Billed. 1909 kam ihr zweites Kind Maria (Rizi), verh. Ballmann. Einsender: Enkelin Magdalena Roos (Ballmann)


Statistik

142

Spenden (Nachtrag) für das Kriegsopferdenkmal 2006 in Billed Name, Vorname Nr. Ballmann Jakob & Katharina 224 Berg Jakob & Ilse 364 Bielmann Elisabeth 20 Binder Michael & Rosalia 4 Boritsch Konstantin & Brigitte 532 Braun Josef & Hildegard 467 Clej Johann & Elisabeth 393 Dippong Georg & Maria 172 Engrich Barbara & Hans 427 Flesch Nicolas & Monika 547 Flesch Nikolaus 547 Fligl Romulus & Katharina 135 Frank Adam & Ilse 520 Gebel Franz & Engel 511 Gillich Hans & Katharina 50 Hahn Josef 293 Halm Roswitha 309 Hehn Dr. Günter & Gabriele 376 Herbst Josef & Elisabeth 117 Keller Katharina 237 Kenderes Alfred & Young 724 Kiss Georg 235 Klein Adam & Helga 337 Knöbel Emil & Marliese 81 Mager Jakob & Eva 307 Mark Johann 853 Mettler Katharina 466 Metzger Anna 279 Neumann Hans & Maria 138 Ortinau Charlotte 111 Packi Karl & Elisabeth 563 Pasule Dr. Georg & Livia 333 Pestel Walter & Elisabeth 336 Pilli Magdalena 439 Plennert Johann 73 Roth Katharina 178 Sas Horst & Ramona 280 Schortje-Sommer Maria 432 Schwarzmann Stefan & Barbara 764 Steiner Walter & Herti 450 Tigan Johann & Anna 773 Tobias Franz & Margarete 61 Weber Wilhelm & Margarete 202 Welter Barbara 587 Wienhusen Anna 265 Zimmermann Kath. & Jakob 487

Ort Euro Karlsruhe 25 Diepholz 25 Buhl/Fr. 25 Augsburg 25 Eching 25 Stuttgart 25 Müsch 25 Freilassing 25 Hettingen 25 Kingersheim/Fr.25 Kingersheim/Fr.25 Ingolstadt 25 Solingen 25 Solingen 25 Schweinfurt 50 Frankenthal 50 Deißlingen 25 Birkenhördt 25 Gaggenau 25 Simmershofen 25 München 25 München 25 Homburg 25 Ansbach 25 Villingen 25 Kaiserslautern 25 Carlsberg 25 Mannheim 25 Homburg 25 Weingarten 25 Berlin 25 Lauchheim 50 Heidelberg 25 Königsbach 25 Dachau 25 Schorndorf 25 Thüngen 25 Plüderhausen 50 Schwetzingen 25 Leer 200 Hochheim 25 Dachau 25 Bielefeld 25 Schweinfurt 25 Kerben 25 Frankfurt/M. 25

Sollte eine Familie oder Person, die gespendet hat, versehentlich nicht aufgelistet sein, bitte bei Sepp Herbst melden. Die Liste mit Spenden wird im Heimatblatt 2007 fortgesetzt. Einladung zum Billeder Heimattreffen zu Pfingsten 2007 in Karlsruhe Samstag, 26. Mai 2007 10:00 Treffen der Landsleute in der Badnerlandhalle Karlsruhe - Neureut 14:00 Festzug durch Neureut, Abholen des Bürgermeisters und der Ehrengäste 15:00 Gottesdienst in der St. JudasThaddäus-Kirche, mit Heimatpfarrer Peter Zillich 16:30 Begrüßung, Grußworte der Ehrengäste und Kulturprogramm in der Festhalle 20:00 Unterhaltungsabend in der Festhalle mit der Billeder Blasmusik Sonntag, 15. Mai 2005 10:00 Gedenkfeier am Billeder Denkmal auf dem Hauptfriedhof in Karlsruhe 11:00 Hauptversammlung mit Neuwahlen der Heimatgemeinschaft Billed e.V. in der Gaststätte der Rintheimer Sporthalle, Mannheimer Str. 2. Anschließend gemeinsames Mittagessen und gemütliches Beisammensein Ausklang des Treffens. Zur Mitwirkung bei dem Umzug durch Neureut in unserer heimatlichen Tracht sind alle Billeder Jugendliche und Junggebliebene herzlich eingeladen. Anmeldung der Trachtenträger bei Heidi Müller, Tel. 0721/1331547 Anmeldung der Handballer bei Werner Gilde, Tel. 0721/863891 Die Chorprobe des Kirchenchores findet am Samstag, 14.05.2007 um 11 Uhr in der St .Judas-Taddäus- Kirche statt. Änderungen im Programmverlauf sind möglich.


In eigener Sache

G

Das „Billeder Heimatblatt“

rundsätzlich wird das „Billeder Heimatblatt“ allen Landsleuten kostenlos zugestellt. Da wir jedoch für den Druck und den Versand je Buch 7 EURO leisten mussten, bitten wir Sie, soweit es möglich ist, eine Spende auf das Konto der HOG Billed Nr. 111 791 Volksbank Karlsruhe Bankleitzahl 66190000 zu überweisen. Einen entsprechenden Überweisungsschein für dieses Büchlein ist beigelegt. Wir erwarten keine Spende von Landsleuten mit geringer Rente, von Arbeitslosen, Spätaussiedlern der letzten zwei Jahre und von den Landsleuten aus Billed. Wir freuen uns, dass wir Ihnen unser „Heimatblatt“ als Zeichen unserer Verbundenheit übermitteln können. Wir bitten jedoch um Verständnis dafür, dass wir wohlsituierten Landsleuten ohne Gegenleistung die nächste Ausgabe nicht mehr senden können. Da viele Überweisungen auf unser Konto ohne Absender aufgegeben wurden, konnte unser Kassierer Jakob Muttar bei vielen den Absender nicht feststellen. Unsere Bitte: Schreiben Sie auf

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den Überweisungsschein Vorname (auch der Ehefrau), Familienname und Ortschaft, Zweck. Neuangekommene und Landsleute, deren Anschrift sich geändert oder in deren Familien ein Ereignis (Geburt, Hochzeit, Todesfall) stattgefunden hat, bitten wir um Mitteilung an Josef Herbst Freiligrathweg 14 76571 Gaggenau Telefon 07225/76041 Ihre Meinungen und Äußerungen zum „Heimatblatt“, ihre Vorschläge und Ideen richten sie bitte an die Redaktion: Elisabeth Martini Kronenstraße 36 76133 Karlsruhe Telefon 0721/379214 Druckfehler, Änderungen und Irrtümer vorbehalten. Autorenbeiträge sind namentlich gekennzeichnet und die inhaltliche Verantwortung liegt bei diesen. Die Redaktion dankt allen diesjährigen Mitarbeitern für ihre Beiträge und Bilder und möchte gleichzeitig alle Landsleute auffordern, Artikel bzw. Anregungen für das „Heimatblatt“ auch im nächsten Jahr zu senden.

Der Vorstand der HOG Billed, gewählt am 07.06.2003 Peter Krier - Ehrenvorsitzender: peter.krier@billed.de Werner Gilde - Vorsitzender: werner.gilde@billed.de Josef Herbst - Stellv. Vorsitzender, Heimatorts-Kartei: josef.herbst@billed.de Alfred Herbst - Stellv. Vorsitzender Jakob Muttar - Kassenwart Adelheid Müller - Schriftführerin, Jugendgruppe Elisabeth Martini - Redaktion Heimatblatt, Drucksachen Jakob Martini - Organisation, Kontakte ältere Generation Hans Herbst - HOG Kartei, Admin. Homepage: hans.herbst@billed.de Hans Rothgerber - Grafik & Layout, Multimedia: hans.rothgerber@billed.de Josef Göpfrich - Organisation, Kontakte jüngere Generation Jakob Schrottmann - Kassenprüfer Franz Klein - Kassenprüfer


Inhaltsverzeichnis

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Inhaltsverzeichnis

Rückblick Das Ende einer Massenverbannung, Hans Steiner Statistik der Bărăgan-Verschleppten, J. Gehl Erzwungene Wege, Elisabeth Packi Blütezeit und Zerfall des Deutschtums in Rumänien, Wilhelm Weber Unvergessliche Augenblicke, Jakob Müller Einen Türken bauen, Friedrich Töpfer M.A. 1895: Billed schafft den Anschluss an Westeuropa , Werner Gilde Kurze Geschichte der Billeder Schule, Elvira Slavik ITTC-Ploiesti, Rampa Biled, Von Josef Thöresz Bei Freunden zu Gast, Günter Schneider Gesetze zur Rechtslage der Deutschen, Peter Krier Ein bisschen Billed, Helene Neumayer Aktuell Die Feuerwehr als Retter in der Not Aktuelles aus Billed, Adam Csonti Ich habe die magischen 42.195 Meter geschafft, Hans Muhl Dichtung und Mundart Mundarten im Blickpunkt, Elisabeth Martini Die Botschaft, Arlene Hell Mein Weihnachtswunsch, Grete Ritter Allerheiligen, Allerseelen, Marliese Knöbl Wehmut, Klaus Hummel Na servus Kaiser, Erika Weith Begegnungen Chortreffen in Gersthofen, Elfriede Mumper Veranstaltungen der Trachtenblasmusikkapelle Billed-Alexanderhausen, Adam Tobias Wien - mehr als eine Reise wert, Rita Braun Billeder Jahrgangstreffen 1951, Elisabeth Packi (Hehn) 66 – eine Schnapszahl!, Peter Neumann Seniorentreffen „Billeder un‘r sich“ 2006, J. Gehl Karlsruhe, 1. November 2006, Peter Neumann Leistung und Würdigung Altkatholischer Bischof Hofrat Nikolaus Hummel verstorben, Peter Krier Nikolaus Schunk verstorben, Josef Herbst Zum Gedenken an unsere Grundschullehrerin Frau Eva Mager, Werner Tobias Johann Gehl zum Achtzigsten, Elisabeth Martini Statistik Statistik unserer Billeder Landsleute in Rumänien, Josef Herbst Statistik unserer Landsleute weltweit, Josef Herbst Dem Alter die Ehre 2006, Josef Herbst Spenden (Nachtrag) für das Kriegsopferdenkmal 2006 in Billed Das „Billeder Heimatblatt“

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