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Billeder Heimatblatt 2014

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Billeder Heimatblatt 2014

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Billeder Heimatblatt 2014 Herausgegeben von der HOG Billed


Abendd채mmerung auf dem Billeder Kalvarienberg


www.billed.de | heimathaus-billed.de

Billeder Heimatblatt 2014 Dezember 2014 | 27. Ausgabe

Inhalt

3 Vorwort, Werner Gilde 11 Die älteste Billederin beim Ulmer T., E. Martini 13 Seniorentreffen, April, E. Martini 15 Herbstliches Seniorentreffen, E. Martini 18 Frühlingstrachtenball, J. Stober 21 6. Sommerfest Karlsruhe, M. Müller 26 TV-Aufzeichnungen, S. Kegler 28 Treffen der Jahrgänge 1944-1949, G. Kegler 32 Tag der Heimat 2014, W. Gilde 46 Allerheiligen 2014, J. Klein 50 In der alten Heimat, E. Martini 56 Emma auf Mamas Kindheitssp., B. Hodis-Mayer 59 Karlsruher OB im Heimathaus, R. Csonti 61 Karlsruher Stadtzeitung, R. Csonti 64 Das Heimathaus und seine Gäste, E. Martini 70 Skifreizeit 2014, Anna-Lena Herbst 80 Geschichte des „Billeder Kaschtell“, H. Martini 84 Protokolle des Kriegervereins, H. Martini 90 1914 - Weggabelung in unserer G., W. Gilde 102 Liste der Gefallenen, P. Krier 108 Vor 70 Jahren, P. Krier 112 Lebensrettende Goldzähne, P. Krier 112 Josef Huber, Opfer der Enteignung, J. Herbst 116 Deutsche gegen Devisen, E.Packi 119 Das Los im Umschlag, H. Rothgerber 120 Hilfsgüter nach Temeswar, R. Braun 129 Familie der sicherste Hafen, H. Neumayer 130 Strohbilder als Geschenkartikel, M. Muhl 132 Die Welt ist doch nicht so groß, V. Prutean 140 De klone Matz von Johrmark, N. Kilzer 146 Gedicht zum Jahresausklang, M. Knoebl 150 Goldenes Ehrenzeichen für J. Mathis, P. Krier 152 Susanna Ballmann, E. Martini 155 Nachruf auf Hans Frick, H. Fink 156 Unserem Lehrer F. Töpfer zum Gedenken, B. Hehn 158 Abschied von Jakob Schrottmann, H. Slavik 159 Nachruf Elisabeth Follmer, A. Tobias 160 Website 3.0 der Billeder, H. Rothgerber 164 Statistik unserer Landsleute, J. Herbst 189 Schach-Meisterschaft 2014 190 Weihnachtsgedanken, H. Schnur

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Pfingsttreffen 2014 in Ulm, E. Martini

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15. Schlachtfest in Frankenthal, A. Tobias

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Banater Reisegruppe in Slowenien, E. Martini

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Vor 100 Jahren: Urkatastrophe 1. Weltkrieg, P. Krier Die hundertjährige Truhe, M. Knöbl

106 124 E. Martini

Susanna Weber,

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Gewlball un Fetzepupp, E. Weith

Impressum Herausgeber: Heimatortsgemeinschaft Billed e.V. | www.billed.de | heimathaus-billed.de Redaktion: Elisabeth Martini | Layout, Grafik und Satz: Hans Rothgerber Druck: diedruckerei.de | Auflage: 1500 Exemplare Umschlag U1, U4: Nachts vor der Kirche; U2: Fotomontage zum Jubiläum; U3: Auf dem Kalvarienberg


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Unser Heimatblatt

Grundsätzlich wird das Billeder Heimatblatt allen Landsleuten kostenlos zuge­stellt. Da wir jedoch für den Druck und den Versand je Buch 10.- € leisten müssen, bitten wir Sie, eine Spende auf das Konto der HOG Billed, IBAN: DE95661900000000111791 BIC: GENODE61KA1 zu überweisen, ein entsprechender SEPA-überwei­sungsschein ist beigelegt. Achtung, er muss entsprechend ausgefüllt werden! Um ihre Überweisung einordnen zu können schreiben Sie bitte auf den Überweisungsschein Vorname (auch der E­he­frau), Fami­ lienname, Ortschaft und Zweck. Wir erwarten keine Spende von Landsleu­ ten mit geringer Rente, von Arbeitslosen und von den Landsleuten aus Billed. Wir freuen uns, dass wir Ihnen unser Heimatblatt als Zei­chen unserer Verbundenheit übermitteln können. Wir bitten jedoch um Verständnis dafür, dass wir wohlsituierten Landsleuten ohne Ge­genleistung die nächste Ausgabe nicht mehr zusenden.

In eigener Sache

Landsleute, deren An­schrift sich geändert oder in deren Familien ein Ereignis (Geburt, Hochzeit, Todesfall) stattgefunden hat, bitten wir um Mitteilung an Josef Herbst Freiligrathweg 14, 76571 Gaggenau Tel.07225/76041, josef.herbst@billed.de Ihre Meinungen und Äußerungen zum Heimatblatt, Ihre Vorschläge und Ideen richten Sie bitte an die Redaktion: Elisabeth Martini Kronenstraße 36, 76133 Karlsruhe Telefon 0721/379214 Druckfehler, Änderungen und Irrtümer vor­ behalten. Autorenbeiträge sind namentlich gekennzeichnet und die inhaltliche Verantwortung liegt bei diesen. Die Redaktion dankt allen diesjährigen Mitarbeitern für ihre Beiträge und Bilder und möchte gleichzeitig alle Landsleute auffordern, Artikel bzw. Anregungen für das Heimatblatt auch im nächsten Jahr zu senden.

Mitglieder unserer HOG, die auch nach der Weihnachtszeit das Heimatblatt nicht erhalten haben, mögen sich unmittelbar an Josef Herbst wenden. Der sendet es Ihnen nachträglich zu.

Der Vorstand der HOG Billed

Gewählt am 19.05.2013 bei der Hauptversammlung in Karlsruhe Ehrenvorsitzender: Peter Krier Vorsitzender: Werner Gilde, Tel. 0721-863891 Stellvertreter: Josef Herbst, Tel. 07225-76041, Email: josef.herbst@billed.de Alfred Herbst, Tel. 0721-867834 Schriftführer: Adelheid Müller, Tel. 0721-1331547 Kassenwart: Jakob Muttar, Tel. 0721-784177, Email: j.muttar@web.de Beisitzer: Elisabeth Martini, Tel. 0721-379214, Email: emartini@gmx.net Johann Rothgerber, joharo@gmx.de Hans Herbst, Tel. 07225-77233, Email: hans.herbst@billed.de Adam Tobias, Tel. 0721- 865315, Email: ea.tobias@web.de Ralf Gilde, ralf.gilde@googlemail.com


Vorwort

3 Liebe Leserinnen und liebe Leser,

Sie halten die 27. Ausgabe unseres alljährlichen Billeder Heimatblattes in der Hand. Dass wir auch die Ausgabe für das Jahr 2014 all unseren Landsleuten zur Verfügung stellen können, ist keine Selbstverständlichkeit. Ich möchte gleich zu Beginn ein großes Dankeschön an unser ehrenamtliches Redaktionsteam, an alle, die mit Beiträgen das Heimatblatt mitgestaltet haben und an alle Spender, die die finanzielle Basis schaffen, aussprechen. Das Billeder Heimatblatt bietet in der diesjährigen Fassung Wissenswertes zu den vergangen 250 Jahren seit der Dorfgründung und zu aktuellen Ereignissen in der alten und neuen Heimat. Außerdem freut es mich, dass wir wieder Beiträge zur Mundart und zu verschiedenen Reiseunternehmungen mit im Buch haben. Die Bilder und Berichte dieser Ausgabe mögen unser Heimatgefühl stärken, damit die inneren Bande zu unserer Heimat nicht reißen, denn jede Zukunft kann nur aus den Wurzeln der Vergangenheit genährt werden. Dafür kann auch das diesjährige Heimatblatt eine Grundlage bieten, damit uns bewusst bleibt, woher wir kommen und wo wir gehen und wie wir unsere Gemeinschaft auch in Zukunft auf ein festes Fundament stellen können. Ich hoffe, dass wir auch in den kommenden Jahren das Heimatblatt als einen Baustein unserer Gemeinschaft erhalten und uns weiterhin an seinen Geschichten und Bildern

an langen Winterabenden erfreuen können. Wie heißt es so schön: „Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus“. Ich möchte Sie ganz herzlich zu unserem Billeder Heimattag 2015 am Pfingstsamstag nach Karlsruhe einladen. Zudem findet Ende August in Billed die 250-Jahrfeier unseres Heimatortes statt. Für die Fahrt nach Billed organisieren wir eine Busfahrt. Interessenten melden sich bitte schnellstmöglich beim Vorstand. Der Vorstand der Heimatgemeinschaft Billed e.V. lädt zu diesen Veranstaltungen ein. Das Programm zur jeweiligen Veranstaltung finden Sie in diesem Heimatblatt und auf unserer Homepage www.heimathaus-billed.de. Liebe Leserinnen und Leser, ich wünsche Ihnen viel Vergnügen beim Lesen! Vielleicht lassen Sie sich inspirieren, auch einmal für das Billeder Heimatblatt zu schreiben. Jeder ist willkommen und das Redaktionsteam unterstützt Sie gerne dabei. Die Advents- und Weihnachtszeit ist bekanntlich eine Zeit der Hoffnung. Es gibt nichts Schlimmeres als keine Hoffnung zu haben. Genau dafür ist eine Gemeinschaft wie die unsere da, uns gegenseitig zu stützen, Halt und Hoffnung zu geben. In der Hoffnung auf ein gutes, glückliches und erfolgreiches Jahr 2015 können wir jetzt frohe Weihnachten im Kreise unserer Nächsten verleben. Das wünsche ich allen unseren Landsleuten und Freunden, ob in unserer neuen Heimat, in Billed oder in aller Welt. Werner Gilde Vorsitzender der Heimatgemeinschaft Billed


Aktuell

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Einladung zum 21. Billeder Heimattag

23. -24. Mai 2015 in Karlsruhe Eintritt frei!

Für die Zuhausegebliebenen wird am Samstag, 23.05.2015, zwischen 16:30-19:00 Uhr, das Treffen weltweit über das Internet übertragen unter: www.heimathaus-billed.de

Festprogramm * Samstag, 23. Mai 2015 10:00 Treffen der Landsleute in der Badnerlandhalle in Karlsruhe-Neureut 14:00 Festzug der Trachtenpaare und Blaskapelle durch Neureut, Abholen der Ehrengäste 15:00 Gottesdienst in der St. Judas-Thaddäus-Kirche 16:30 Begrüßung, Grußworte der Ehrengäste und Kulturprogramm in der Festhalle 20:00 Unterhaltungsabend in der Festhalle mit der Billeder Blasmusik und DJ Gerry Sonntag, 24. Mai 2015 10:00 Gedenkfeier am Billeder Denkmal auf dem Hauptfriedhof in Karlsruhe 11:00 Hauptversammlung der HOG Billed in der Gaststätte der Rintheimer Sporthalle

Anschließend gemütliches Beisammensein, Ausklang des Treffens

*mögliche Änderungen und zeitnahe Infos finden Sie im Internet unter www.heimathaus-billed.de


Aktuell

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inladung zur 250. Jubiläumsfeier seit der Gründung der Gemeinde am 28. -29. August 2015 in Billed

Zeitnahe Infos über die genauen Termine sowie Programmänderungen im Internet unter www.heimathaus-billed.de

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reitag, den 28.08.2015

16:30 Prozession zu den beiden Friedhöfen Kranzniederlegung am Friedhofskreuz 19:00 Andacht in der Kirche mit einem Kirchenmusik-Konzert

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amstag, den 29.08.2015

15:00 Eröffnung der Heimat-Stube und der Dauerausstellung 250 Jahre Billed in Text und Bild 16:00 Festlicher Umzug der Vereine 17:00 Feststunde 21:00 Unterhaltung für alle

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onntag, den 30.08.2015

09:00 Einladung der Ehrengäste zum Kirchweihfest 11:00 Heilige Messe 12:30 Kranzniederlegung am Kriegerdenkmal 15:30 Kirchweihfest mit Kulturprogramm 19:30 Besuch am Kalvarienberg Es ist noch eine Stadtführung in Temeschburg geplant und eventuell eine Fahrt nach Maria Radna.


Veranstaltungen

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Pfingsttreffen 2014 in Ulm

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nser Pfingsttreffen führte am 7. und 8. Juni 2014 wiedermal Tausende Banater Landsleute aus über 150 Banater Ortschaften zu einem vielfältigen, bunten Fest unter dem Motto „Heimat erfahren und bewahren“ zusammen. In diesem Motto war alles konzentriert, was den Organisatoren, Mitwirkenden und auch dem Publikum wirklich wichtig war. Billeder waren 96 mit dabei: die Älteste war Susanna Heinrich (Blum), der Jüngste der Sohn von Henrike Schimpf Holz. An beiden Tagen standen die Volkstänze der Trachtengruppen im Mittelpunkt der

Elisabeth Martini

Aufmerksamkeit, erregten Aufsehen durch die schönen, farbenfrohen Trachten, die Aufmärsche und Tanzweisen, durch die sie begleitenden Musikkapellen der verschiedenen HOGs. Ergänzt wurden diese von der Ausstellung „Das Banat - eine Reise nach Europa“, von der beeindruckenden Pfingstmesse, den Grußworten bedeutender Persönlichkeiten, der Festrede von Guido Wolf, der Dankesrede von Dr. Heinz Günther Hüsch, dem Literarischen Salon (Ilse Hehn, Horst Samson Julia Schiff), der DBJT - Zeitreise, Tanzunterhaltung u.a.m.


Veranstaltungen

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Während der Festlichkeiten in der Ulmer Messehalle. Foto: Cornel Gruber In seinem Grußwort hob Peter-Dietmar Leber hervor, dass in der jetzigen Gemeinschaft der Banater Landsleute vier Generationen neben- und miteinander wirken, deren Biografien unterschiedlicher nicht sein könnten. „Von der Region unserer Herkunft haben wir uns räumlich entfernt, von deren Inhalten jedoch nicht. (…) Das Motto richtet sich ganz bewusst auch an die junge, in Deutschland geborene Generation, deren Heimat hier ist, die jedoch auch die Heimat ihrer Eltern und Großeltern bewusst als Baustein ihrer Identität bewahrt. Reichen Sie das Stück Heimat, das Sie in sich tragen, weiter!“ Ivo Gönner, OB Ulm, begrüßte aufs Herzlichste das Treffen, das schon seit 4 Jahr-

zehnten in Ulm stattfand und die bedeutendste Veranstaltung der Banater Landsmann­schaft ist, ein eindrucksvolles Bekenntnis zu den Wurzeln, zur Herkunft und alten Heimat, mit der sie bis heute verbunden ist. „Die Donau ist das Band, das unsere Stadt mit der Landsmannschaft in der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft verbindet, ein Symbol für das friedliche Zusammenleben der Völker im vereinten Europa.“ Erika Steinbach MdB, Präsidentin des Bun­ des der Vertriebenen, konnte persönlich nicht am Treffen teilnehmen, war sich aber sicher, dass man dabei an das reiche und wertvolle kulturelle Erbe aus über 300 Jahren deutscher Geschichte im Banat erinnern wird.


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Veranstaltungen

Mitglieder der Karlsruher Trachtengruppe bei der Aufführung „Zeitreise“. Fotos: Cornel Gruber „In Ulm hat die Geschichte der Banater Schwaben ihren Anfang genommen, als sich vor 300 Jahren die ersten Siedler auf den mühsamen Weg in Richtung Osten machten. Nun finden die Banater Schwaben zum 20. Mal als Gäste ihre Heimat in der ehemaligen Reichsstadt an der Donau. (…) Jede Zusammenkunft der Vertriebenen ist ein Bekenntnis zur Heimat, die Zusammenhalt und Überlieferung bedeutet, etwas Identitäts-Stiftendes ist, das man nicht vergisst. Heimat liegt nicht nur in der Vergangenheit, in der Erinnerung, es gibt sie auch aktiv in der Gegenwart und trägt zur Verständigung bei.“ Rechtsanwalt Dr. Heinz-Günther Hüsch wur­ de die Prinz-Eugen-Nadel als höchste Ehrung und Auszeichnung der Landsmannschaft für außerordentliche Verdienste um die gesamte Volksgruppe und die Landsmannschaft verliehen. Die 225.000 deutsche Aussiedler aus Rumänien, die zwischen 1968 und 1989 in die Bundesrepublik gekommen sind, verdanken ihre Ausreise den Vereinbarungen, die

der Verhandlungsführer Dr. Heinz-Günther Hüsch (CDU) in dieser Zeit mit der rumänischen Seite ausgehandelt hat. Dabei verhandelte der 1929 geborene Rechtsanwalt stets mit hohen Offizieren der Securitate während mehrerer Zusammenkünften, die sechs Ausreise-Vereinbarungen ergaben. Darin ver­pflichtet sich Rumänien, in jeweils fünf Jahren eine festgelegte Zahl von Deutschen ausreisen zu lassen, die Bundesrepublik ihrerseits verpflichtete sich, für jeden Aussiedler einen genau festgelegten Ablösebetrag zu zahlen. Deshalb ehrte die Landsmannschaft der Banater Schwaben Dr. Heinz-Günther Hüsch und dankte für sein Wirken und seine außerordentlichen Verdienste um die gesamte Volksgruppe. Aus der Festrede des Landtagspräsidenten Guido Wolf MdL (Tuttlingen) zitieren wir einige seiner wunderbar-einfühlsamen Aussagen: „Das bunte Bild, vor allem die Trachten in dieser Menge und Unterschiedlichkeit: ein wunderschöner Anblick.


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Die Karlsruher Trachtengruppe in den Kostümen für die „Zeitreise“-Aufführung. Sie stellen die Osmanen dar, die im 18. Jahrhundert von den Habsburgern aus dem Banat verdrängt wurden. Politiker, die nicht zu Ihnen finden, haben ein fehlerhaft funktionierendes politisches Navigationsgerät. Wer eine echte Tracht anzieht, legt ein sichtbares Bekenntnis ab zu dem, was ihm heilig ist: Er / Sie legt die Seele offen. All das Schreckliche, das Sie, Ihre Eltern, Großeltern und Urgroßeltern im 20. Jahrhundert erleiden mussten, all das Unrecht, das Ihnen angetan wurde, nichts und niemand konnte Ihnen Ihre Seele als Banater Schwaben rauben. Nicht Stalin, nicht Ceausescu, nicht Tito.

schichte der Banater Schwaben ist eine kategorische Aufforderung, konsequent ein Europa zu schaffen, in dem Völker und Volksgruppen ohne Furcht voreinander harmonisch leben können, mit Recht auf Heimat. Es ist eine Selbstverstümmelung, wenn man sich von seinen kulturellen Wurzeln löst, wenn man seine landsmannschaftliche Herkunft verleugnet. Unser Alltag internationalisiert sich, wir brauchen aber eine Herkunftskultur, denn: Nur wer sich selbst achtet, wird geachtet!

Ihr Festhalten an der eigenen Identität und das Engagement, mit dem Sie Ihren kulturellen Schatz pflegen, waren und sind eine enorme menschliche und politische Leistung, vor der ich großen Respekt habe.

Was Ihnen angetan wurde, hat Ungarn, Jugoslawien und Rumänien nicht genutzt. Im Gegenteil. Die Kommunisten haben sich selbst und ihren Ländern massiv geschadet, ökonomisch und kulturell. Die Vertreiber waren nach der Vertreibung nicht reicher, sondern ärmer.

Je älter Sie werden, desto häufiger und intensiver kommt in Ihnen wieder hoch, was Sie durchmachen mussten. (…) Die Leidensge-

Ein Verbrechen bleibt ein Verbrechen, selbst wenn ihm ein anderes vorausging.


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Tanzvorführungen der Trachtengruppen in Halle 1 . Foto: Cornel Gruber Die Macht der Wahrheit und des guten Willens sind die Motoren für eine dauerhaft friedliche und gedeihliche Zukunft Europas. Die Donau ist dafür ‚eine Achse des Guten‘; die Donauraum-Strategie führt 8 EUStaaten und 6 Donau-Anrainer zur Zusammenarbeit zusammen in Wirtschaft und Verkehr, Ökologie, Hochwasserschutz, Bildung, Wissenschaft und Kultur. Wer seine Heimat wirklich liebt, ist an ihrer Zukunft interessiert. Ihre Ankunft, Ihr Einleben, Ihr Aufbau einer Existenz, Ihr maßgeblicher Beitrag zum sogenannten Wirtschaftswunder ist nicht zu vergleichen mit dem, was wir heute ‚Integration‘ nennen. Es war für Sie klar: Wer Mitbürger sein will, muss Verantwortung übernehmen für sich, die Familie, in der Gemeinschaft. Von Ihnen können viele lernen, wie man Zu-

sammenhalt schafft und ein Gemeinwesen positiv mitgestaltet. Auf Sie trifft ein Charakteristikum zu: Staatsfreundschaft, eine dem Gemeinwesen und dem Allgemeinwohl zugewandte Haltung der Rechtschaffenheit und des Optimismus. Jeder Einzelne muss dazu die Einsicht, den Mut und die Kraft haben, um ihn an junge Menschen weiterzugeben, wie Sie. Eine emotionale innere Bindung an das Gemeinwesen ist in einer demokratischen Gesellschaft nicht bloß wünschenswert, sondern notwendig für den Ernstfall und die gedeihliche Zukunft. Hierin liegt der Unterschied zur ‚Multi-Kulti‘ und dem, wodurch Sie Deutschland stärken und bereichern.“ Der 1961 geborene Rechtsanwalt pflegt seit Jahren guten Kontakt zu unseren Landsleuten im Landkreis Tuttlingen.


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Barbara Schwarzmann mit Mutter und Sohn beim Ulmer Treffen

Die älteste Billederin beim Ulmer Treffen

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on den von Sepp Herbst gezählten 96 beim Pfingstfest in Ulm anwesenden Billedern war Susanna Heinrich, bekannt als Blums Wess Suss, mit 95 Jahren die allerälteste, aber dafür noch recht fit und an allem interessiert. Zum Treffen mit den Billedern hat sie und ihre Tochter der Enkel Stefan gefahren, der seine Mutter wie die Großmutter auch zu sonstigen Veranstaltungen fährt. Am 27.05.1919 in Billed geboren, war Susi das jüngste von den 6 Kindern der Eltern Josef und Maria Blum. Als junges Mädchen hat sie beim Bauer gedient, dann geheiratet und drei Kindern das Leben geschenkt. Durch den II. Weltkrieg hat sie 25-jährig mit drei kleinen Kindern ihren Mann und ihre Stütze verloren und musste auch noch nach Russland zum Wiederaufbau. In diesen fünf Russland-Jahren hatte sie auch Malaria und ist heute noch dem Landsmann Franz Heinz dankbar, dass er damals einen Arzt gerufen hat, der ihr helfen konnte, sonst hätte sie ihre Familie und die Heimat nicht wieder gesehen. Heimgekehrt, hat sie in der Hanffabrik gearbeitet bis zu ihrer Ausreise nach Deutschland. Schon im August 1961 nach Deutschland gekommen, hat sie nacheinander in drei verschiedenen Firmen gearbeitet, zuletzt in einer Metzgerei, zu der sie auch jetzt noch

Elisabeth Martini

Kontakt hat. Da hat sie in der Küche gearbeitet, war Mädchen für alles. Da die Eltern nicht da waren, ist Tochter Barbara, genannt Wawi, mit den beiden Geschwistern bei den Großeltern groß geworden, die nach Möglichkeit für die Kinder sorgten. Da aber nicht viel da war, musste Wawi manchmal auch hausieren gehen, ging dann auch bis zur 6. Klasse zur Schule und anschließend in die Kollektivwirtschaft arbeiten. In Deutschland hat sie in verschiedenen Firmen gearbeitet, zuletzt 32 Jahre in einer Elektro-Firma, bis sie in Rente ging. Sie ist gerne bei allen Billeder Treffen dabei und besucht auch jetzt immer wieder Billed, wo sie im Forum bestens untergebracht und verköstigt ist. Wawis zwei Söhne gehen fleißig zur Arbeit: der eine ist Kaufmann, der andere Automechaniker, der, seit er den Führerschein hat (1994), Mutter und Großmutter gerne zu den Billeder oder Banater Treffen fährt. Stefan ist Susi-Omas Lieblingsenkel, der alles für seine Oma tut, die übrigens noch allein wirtschaftet, jedoch regelmäßig sehen Tochter Wawi und die Enkel nach ihr, außerdem gibt’s Telefon. Der ganzen Familie, aber besonders Wess Suss, wünschen wir Gesundheit, Zufriedenheit und persönliches Wohlergehen.


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Abschied vor der Auswanderung in die BRD 1961: v. l. Josef Gera, Magdalena Gera, Elisabetha Blum, Johann Blum, Elisabeth Prodan (Klein), Susanna Heinrich, Barbara Gezda, Anna Hylovski, Anna Weinz, Peter Laub, Sofie Faber, Elisabetha Heinrich (Lansche), Barbara Heinrich (Schwarzmann), Johann Heinrich. Einsender: Barbara Schwarzmann (Heinrich) Elisabeth Martini und Barbara Schwarzmann im Heimathaus auf den Spuren der Vergangenheit


Veranstaltungen

Seniorentreffen im Zeichen des Flieders

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m 23. April fand im Karlsruher „Haus der Heimat“ das Frühjahrstreffen der Billeder Senioren statt, das nicht nur Karlsruher zu freundschaftlich- nachbarschaftlichem Plaudern einlud. Gekommen waren zwar nur 31 Personen - wie immer etwas mehr Frauen als Männer - doch der Empfang und die Atmosphäre waren herzlich wie immer und das Ambiente einladend, vor allem durch den wunderbar duftenden Flieder auf den reich gedeckten Tischen. Da gab es für jeden etwas: Kipfeln und Kuchen im überfluss, Kaffee und Getränke nach Wunsch. Nach Geschlechtern getrennt, kamen bei den Versammelten in Grüppchen wichtige Themen zur Diskussion: Familie im weitesten Sinne des Wortes, Schrebergärten, Reisen, Krankheiten, Todesfälle u. a. Zu den seit dem letzten Treffen (Herbst) verzeichneten Geburten und Todesfällen ließ

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Elisabeth Martini

Josef Herbst Listen weiterreichen, die auch gekonnt erläutert wurden. Zumal die ganze Plauderei im Billeder Dialekt geführt wurde, war es mehr als zutreffend als Intermezzo das „Billedrisch“ ganz in den Mittelpunkt zu stellen. Elisabeth Martini (Frick) stellte den eben im Druck erschienenen „Banater Struwwelpeter“ Nr. 2 vor, eine in 4 Dialekte gewagte Übertragung der 1845 erstmals gedruckten Kindergeschichten des Frankfurter Arztes Heinrich Hoffmann, der auf der Suche nach einem anschaulich-erzieherischen Buch für seinen 3-jährigen Sohn zur Selbsthilfe griff. Sein „Werk“ war so erfolgreich, dass es millionenfach gedruckt und in über 80 deutsche Mundarten übertragen wurde. Auch die deutschen Aussiedlungsgebiete lieferten solche Üertragungen wie: Siebenbürgen, Ostsudeten, Niederschlesien, Mähren, Ostpreußen. Es war nur folgerichtig, dass

Der Tisch mit den Senioren, sie sind stets in der Minderheit. Fotos: Hans Martini


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Veranstaltungen

Jakob und Leni Muttar gilt unser Dank f端r Organisation und Bewirtung, wof端r wir auch Frau Bauer danken. Fotos: Hans Martini


Veranstaltungen sich auch das Banat einreiht. 2013 erschien unter der Leitung und Anleitung von Lothar Blickling (Großsanktnikolaus) die von Dialektsprechern aus Großsanktnikolaus, Marienfeld, Triebswetter und Tschanad vorgenommene Übertragung. Kaum erschienen, suchte L. Blickling schon nach weiteren Dialektsprechern, die die Nr. 2 des „Banater Struwwelpeter“ schaffen wollen und können. Denn eigentlich geht es ja um die Erhaltung der Banater Dialekte in ihrer großen Vielfältigkeit anhand eines allgemein bekannten Werkes. Vertreten ist in der Nr. 2 Bakowa, Bentschek, Billed und Engelsbunn, jeweils im Gegensatz zur Originalfassung von H. Hoffmann. Vorgetragen wurden nur einige Geschich­ ten im Billeder Dialekt und zwar in Anpas-

15 sung an die anwesenden Landsleute, die es tatsächlich genossen. Gespeichert soll nun die Billeder Variante auf Tonträger werden, damit das Lesen leichter fällt und auch das Nachsprechen. Auch Josef Herbst hat witzig-humorvolle Dialektgedichte zum Besten gegeben und Beifall geerntet. Jakob und Leni Muttar gilt unser Dank für Organisation und Bewirtung, wofür wir auch Frau Bauer danken. Und uns auf das Treffen im Herbst freuen, wofür vorsorglich Jakob Muttar schon die Einladungen verteilt hat. Hoffentlich ist unser landsmannschaftlicher Zusammenhalt nicht so kurzlebig wie der Flieder, den ich gern mit nach Hause nahm, der aber am nächsten Tag schon welk war.

Herbstliches Seniorentreffen in Karlsruhe

Elisabeth Martini

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ein, so düster trüb und traurig war es am Mittwoch Nachmittag, dem 24. September, draußen nicht – wie der Titel vielleicht vermuten lässt - und drinnen, im Haus der Heimat erst recht nicht, denn jeder begrüßte freudig Bekannte, Nachbarn und alte Freunde. Am erfreulichsten war es, dass diesmal zahlenmäßig zugelegt wurde, wo doch schon die bange Frage im Raum stand: Geht es nun unaufhaltsam abwärts bis zum traurigen Ende? Davon sind wir zum Glück noch weit entfernt. Die 22 Frauen und 17 Männer hatten sich viel und sehr viel zu erzählen. Um Ruhemomente für kurze Mitteilungen und Gedichtvorträge musste besonders gebeten werden: Jakob Muttar begrüßte alle Anwesenden recht herzlich; Sepp Herbst lieferte Informationen über Eheschließungen, Geburten und Todesfälle seit dem letzten Treffen.

Als Wertschätzung unserer Billeder Mundart gab es unterhaltsame, leicht kritisch-ironische Töne in den von ihm und Maria Muhl vorgetragenen Gedichten. Beide ernteten reichen Beifall, als Zeichen dafür, dass es thematisch und darbietend gut angekommen ist. Die Tische boten außer Blumenschmuck eine Fülle an Kipfeln, Kleingebäck, Kaffee und allerlei Getränken. Mehr als verzehrt werden konnte... Daher geht unser Dank an alle, die gebacken, geschmückt, serviert und organisiert haben, besonders an Leni und Jakob Muttar, Frau Bauer und Freundin. Unser später dazugekommene Vorstandsvorsitzende Werner Gilde informierte über seinen Billed-Besuch und die für nächstes Jahr geplante 250-Jahr-Feier seit der Gründung unserer Heimatgemeinde. Er lieferte auch einen vorläufigen Verlauf der 3-tägigen Feier (28.- 30. August), lud zum Mitfahren


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ein, verwies auf Übernachtungsmöglichkei­ ten und darauf, dass es vielleicht unsere letzte große Billed-Aktion sein könnte. Zur Erinnerung und für die Landsleute, die nicht dabei sein konnten, stellten wir uns diesmal alle zu einem Gruppenfoto zusam-

Veranstaltungen

men. Mit dem Merkzettel von Jakob Muttar bezüglich des Frühlingstreffens im April 2015 in der Tasche, mit Händedruck, Umarmungen und guten Wünschen für die Zukunft verabschiedeten sich alle, zufrieden und froh, dabei gewesen zu sein.


Veranstaltungen

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Gruppenaufnahme mit den Teilnehmern am Herbsttreffen in Karlsruhe. Fotos: Hans Martini Foto links unten: Sepp Herbst informiert über Eheschließungen, Geburten und Todesfälle der Billeder seit dem letzten Treffen. Großherzoglicher Ausblick auf Karlsruhe, im Hintergrund der Schwarzwald. Obwohl nur 2 Personen aus dem Raum Karlsruhe sich 1765 in Billed angesiedelt hatten, kamen nach über 200 Jahren mehr als 400 Billeder hierher zurück und fanden in der Fächerstadt eine neue Heimat.


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Veranstaltungen

TV-Aufzeichnungen mit den Trachtengruppen Karlsruhe

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lle Paare aufstellen, lächeln und Musik ab!“ Das waren die letzten Instruktionen des Regisseurs, bevor sich die Tanzpaare zu ihrer Fernsehpremiere auf der hell erleuchteten Showbühne formierten. Am 8. Juli 2014 waren Kinder, Jugendliche und Erwachsene der Tanz- und Trachtengruppen der Banater Schwaben Karlsruhe erstmals zu Gast bei der TV Aufzeichnung zu „Andy´s Musikparadies“ in der alten Eventfabrik Waldbronn. Nach etlichen Proben hatten die acht Paare der Kindergrup­pe die Gelegenheit, mit ihrer fehlerfreien Darbietung das Publikum zu begeistern. In den traditionellen Trachten waren die „Kleinen“ nicht nur ein echter Hingucker, sondern avancierten auch zum Publikumsliebling der Folge Nr. 547. Nachdem zuvor bereits ein Probelauf der gesamten Sendung stattfand, hieß es nach

Stefanie Kegler

der Pause dann auch für die gemischte Gruppe aus Jugendlichen und Erwachsenen: Bitte hinter die Kulissen, umziehen und ab in die Maske! Mit zwei flotten Polkas war es eine gelungene Darbietung und die Zuschauer schunkelten mit ins Finale der zweiten TVAufzeichnung des Abends. Dank der mitgereisten Fans durfte sich die Gruppe über extra viel Applaus freuen. Der Moderator, Sänger und Produzent Andy Hocewar, der bereits Schlagergrößen wie die TOPs, Tony Marshall und Oliver Thomas zu Gast hatte, will mit seinem Sendungsformat nach eigener Aussage auch Nachwuchskünstler und Amateurgruppen aus der Region fördern. Somit hatten die 16 Tanzpaare, Betreuer und Fans Gelegenheit, intensiv Fernsehluft zu schnuppern. Die Sendetermine bei Baden-TV waren am 23. und 30. August.


Veranstaltungen

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Am 8. Juli 2014 waren Kinder, Jugendliche und Erwachsene der Tanz- und Trachtengruppen der Banater Schwaben Karlsruhe erstmals zu Gast bei der TV Aufzeichnung zu „Andy´s Musikparadies“ in der alten Eventfabrik Waldbronn. Fotos: Cornel Gruber


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© Schlachtfest Frankenthal 2014

15. Schlachtfest in Frankenthal

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eit 15 Jahren gibt es nun das Schlachtfest unserer Blechblaskapelle Billed-Alexanderhausen und wir haben gute Gründe zu der Annahme, dass es noch eine ganze Weile stattfinden wird. Denn für die älteren Jahrgänge, die nicht mehr unter uns weilen, sind inzwischen jüngere, die schon in Deutschland geboren wurden, nachgerückt. Das Fest bietet nicht nur einen Unterhaltungsabend, darüber hinaus ist es auch ein lebendiges Zeugnis der Lebensfreude der Banater Schwaben und für die jungen Generationen sicherlich ein kleiner Einblick in die kulinarisch-musikalische Welt der Banater Feste, die sie sonst nur vom Hörensagen kennen: „Et/Es war jo friher soo scheen!“ Der Programmablauf der rund 15-stündigen Feier ist der schon bewährte: • am Vormittag Ständchen der Blaskapelle bei Sepp Dinjer • Mittagessen, diesmal Krautwickel mit Kartoffelpüree und Schnitzel • um 16:00 Uhr Kaffee, Kipfel und Banater Tortenbuffet • Tanzvorführungen der Trachtengruppe aus Karlsruhe unter der Leitung von • Heidi Müller und Werner Gilde

Adam Tobias

• Gedichte, vorgetragen von Dietmar Giel: „Das Schlachtfest soll ewig leben“ und „Manchmol treem ich vun dehem“ • Melitta Giel: „Schwabenkind“ • Leni Müller: „Es ist Schlachtfest in Frankenthal“ • Banater kulinarische Spezialitäten vom Schwein mit 5 Wurstsorten und „Griewe“ • Wursttombola „15 Jahre - 15 Preise“ • Tanz und Unterhaltung satt mit der Blechblaskapelle und den Interpreten • Melitta und Dietmar Giel sowie Edi Thöress (alias: Edy van der Billed) • Tanzunterhaltung mit DJ Gerry Kegler bis in den frühen Morgen Die Nachfrage nach unserer Veranstaltung ist noch immer viel größer als unser leider räumlich begrenztes Platzangebot. Für die Vorbereitungen unseres 15. Schlacht­ festes am 25.10.2014 im Donauschwabenhaus Frankenthal, die 1 Woche dauerten und freilich ihren eigenen Reiz haben, hatten sich mehrere Helfer, wie auch letztes Jahr, Urlaub genommen. Allen Helfern, Kuchen- und Tortenspendern und Unterstützern sei hier noch einmal im Namen der Blechblaskapelle herzlich gedankt.


Veranstaltungen

Die Blaskapelle mit der Helfermannschaft des Schlachtfestes 2012 Foto links: 3D Schlachtfestlogo 2014, gebastelt von Edi Thöress Die Blaskapelle anlässlich des Ständchens bei Josef Dinjer im Oktober 2014

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Veranstaltungen

Die Blaskapelle in Frankenthal kurz vor dem Anwesen der Familie Dinjer. Fotos: Heidi Müller Ständchen im Garten der Dinjers, auf den Tischen der traditionelle „Griewekuche“, „Klänmehlspeis“ und selbstverständlich Feuerwasser


Veranstaltungen

Applaus für die Trachtengruppe Karlsruhe nach einer Tanzvorführung Aufmarsch mit der „Kalten Platte“ mit Metzgerprofi Josef Dinjer an der Spitze

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Veranstaltungen

Die Trachtengruppe Karlsruhe, im Hintergrund Dietmar Giel beim Vortrag der Gedichte: „Das Schlachtfest soll ewig leben“ und „Manchmol treem ich vun dehem“ Die „15 Jahre-15 Preise“ Schlachtfest-Tombola-Gewinner


Veranstaltungen

Edi Thöres, alias:„Edy van der Billed“, bei der Aufführung eines seiner Schlachtfestlieder Fotos: Gerry Kegler. Weitere Fotos und Videos auf www.heimathaus-billed.de Oberkrainer-Show zu später Stunde mit dem „Duo Infernale“ und „Edy van der Billed“

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Veranstaltungen

Wahlkampfplakat zur Pr채sidentschaftswahl in Rum채nien f체r den Siebenb체rger Sachsen Klaus Johannis vor dem Heimathaus - Schon beim ersten Wahldurchgang bekam Johannis in Billed 45% der Stimmen, sein Gegner Ponta 22%, bei der Stichwahl waren es 64% zu 34%


Veranstaltungen

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Vizekonsul S. Geilhausen, A. Csonti, OB Dr. Frank Mentrup und Pfarrer Bonaventura Dumea

Karlsruher OB Dr. Frank Mentrup im Heimathaus

Roswitha Csonti

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elegentlich seines Antrittsbesuches in Karlsruhes rumänischer Partnertstadt Temeswar, besuchte Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup mit einer Delegation am Samstag, dem 2. August 2014, unser Heimathaus. Die hohen Gäste unterhielten sich mit Billedern bei Kaffee, Kuchen und „Kipfeln“ im Speisesaal des Forums der Deutschen.

Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup unterschrieb die „Charta für Temeswar“, zur Unterstützung der Bewerbung Temeswars um den Titel „Kulturhauptstadt Europas“ im Jahr 2021 und lud das Stadtoberhaupt aus Temeswar, Oberbürgermeister Dr. Nicolae Robu, zur Eröffnung des Stadtgeburtstags im kommenden Jahr nach Karlsruhe ein.


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Karlsruher Stadtzeitung über Billed

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Aktuell

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Aktuell

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Bundesbeauftragter Koschyk in der Mitte, daneben rechts Peter-Dietmar Leber, Bundesgeschäftsführer der Landsmannschaft der Banater Schwaben und am Tischende Konsul Rolf Maruhn

Hoher Besuch bei den Billeder Deutschen

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achdem uns im August der Karlsruher Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup im Heimathaus besucht hatte, durften wir im September einen weiteren hohen Gast aus der Bundesrepublik begrüßen: Hartmut Koschyk MdB, seit Anfang 2014 Beauftragter der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten. Bei seinem Besuch wurde Bundesbeauftragter Koschyk von Konsul Rolf Maruhn, Konsulat Temeswar, Peter-Dietmar Leber, Bundesgeschäftsführer der Landsmannschaft der Banater Schwaben, Peter Krier, Vorsitzender des Hilfswerks der Banater Schwaben und der für die BMI-Förderung zuständigen Referatsleiterin Maria Therese Müller begleitet.

Roswitha Csonti

Die Delegation war auch in Lenauheim, Te­ meswar und Radna. Danach, am 24. September, traf sich Bun­ desbeauftragter Koschyk mit der Bun­des­ kanz­­lerin Dr. Angela Merkel zu einem Gespräch über die aktuellen Anliegen der Heimatvertriebenen, Spätaussiedler und deutsche Minderheiten. Bei angenehmen Temperaturen konnten wir in der Sommerlaube zusammensitzen. Mit dabei waren auch mehrere Billeder Landsleute, darunter Brunhilde Klein und der 86-jährige Peter Trendler. Weitere Besucher im September waren die Familien Junger, Just, Martini, Wagner und Josef Thöresz.


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Veranstaltungen

Besucher im September waren die Familien Junger, Just, Martini, Wagner und Josef Thöresz Hans Rieder und seine Mutter, Katharina Rieder, beim Blätterentsorgen vor ihrem Haus in der Altgasse. Von 8 Häusern in ihrer Ecke sind 5 leerstehend, die Eigentümer sind im Ausland.


Veranstaltungen

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Sonnt채gliche Kartenpartie von 14-18 Uhr im Heimathaus, seit Jahren ohne Unterbrechung Noch bevor es dunkel wird, macht sich der 88-j채hrige Hans Mayer danach auf den Heimweg


Aktuell

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Das im Staatsbesitz unbewohnbar gewordene Haus Nr. 421 wurde 1991 dem gerade gegründeten Demokratischen Forum der Deutschen in Billed überlassen. Mit großem Arbeitseinsatz wurde das Haus renoviert und Sitz des von Adam Csonti geleiteten Deutschen Forums und Begegnungshaus der in Billed verbliebenen Deutschen. 1994 wurde die Sozialstation eingerichtet.

Das Billeder Heimathaus und seine Gäste

Elisabeth Martini

E

s ist eine einzigartige Erfolgsgeschichte im Banat, dass wir Billeder über ein Forum- und Heimathaus verfügen, das als Begegnungsort und Fokuspunkt der meisten Billeder Geschehnisse dient. Hier fühlen sich die älteren Billeder kulinarisch und medizinisch-menschlich umsorgt, die Jüngeren schätzen die wohl­gepflegte Anlage als Hintergrund für Klassentreffen, Familienfeste usw. Auch alle sonstigen Gäste von nah und fern sind des Lobes voll, was Gastfreundschaft, Hilfsbereitschaft, menschliches Entgegenkommen seitens Roswitha und Adi Csonti betrifft wie auch des netten Küchenpersonals.

Dieses Forum- und Heimathaus hat seit 1999 auch ein Gästebuch, worin viele Besucher ihre Eindrücke in ihrer Sprache festgehalten haben, die meisten in Deutsch, andere in Englisch, Französisch, Ungarisch, Rumänisch, zumal es nicht nur Gäste aus Deutschland, Österreich waren, sondern auch aus Kanada, Australien, Frankreich, Holland, Un­garn, Rumänien usw. Das am 9. Juli 1999 angelegte Gästebuch ist in einer Kurzfassung ein Lob auf die oben Genannten, weil sie Wohlbefinden, Heimatgefühl, Gastfreundschaft vermitteln, aber auch Informationsquelle für die meisten Besucher sind, wenn sie zum ersten Mal nach Billed kommen oder nach 5, 10, 20, 30


Aktuell

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Sieglinde, die langjährige Mitarbeiterin in der Sozialstation des Forums, kümmert sich um die Geranien in der Gartenlaube. Geranien, „Muschkatel“ genannt, waren die beliebtesten Blumen im früheren Billed. Im Hintergrund auf der Bank Elisabeth Martini und Barbara Schwarzmann. Jahren und mehr wieder die alte Heimat sehen wollen. Seit es die Übernachtungsmöglichkeit in 3 Doppelzimmern gibt, die mittels Internet durch die „Zimmerresevierung“ im „Heimathaus Billed“ in der ganzen Welt einsehbar ist, haben die Besuche und damit die Einträge ins Gästebuch massiv zugenommen. Die Eintragungen ins Gästebuch sind zugleich Werbung für kürzere und längere Aufenthalte hier: Manche kommen fast jährlich und bleiben 4-5 Wochen, um die heimatliche Atmosphäre auf sich wirken zu lassen, bei den zahlreichen Besuchen dabei zu sein, den Kindern und Enkeln Orte ihrer Kindheit und Jugend zu zeigen, zurückliegende Begebenheiten aufzufrischen. Einige Zitate aus dem Gästebuch:

„Bei Euch zu Gast sein, war wunderschön.“ (2001) „Eine Augenweide, egal, ob Hof, Keller oder Haus. Hierher kommt man bestimmt immer gerne zurück.“ (2001) „Wir lebten hier wie der Herrgott in Frankreich. Für diese einzigartige Gastfreundschaft danken wir ganz herzlich.“ (2002) „Die Billeder können froh und stolz sein, dass Adam und Roswitha Csonti hier geblieben sind.“ (2004) „Wir bedanken uns für einen unvergesslichen Nachmittag mit Tanz, Störchen, Melone, Kühe-Melken und jeder Menge Spaß.“ (2004)


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Aktuell

Eines der „Essen auf Räder“-Räder der Marke „Steyr“ aus der Vorkriegszeit. Nostalgieräder sind auch in Deutschland vermehrt im Fahrradverkehr zu beobachten. „Unser Aufenthalt in Billed war der Hit, vielleicht kommen wir nächstes Jahr wieder mit unseren Eltern.“ (2005)

„Es waren wundervolle Tage mit vielen aufgefrischten Erinnerungen.“ (2005)

„Danke für alles. Wir wünschen weiterhin viel Erfolg und Gottes Segen dem ganzen Team.“ (2005)

„Auch wir danken Roswitha und Adi für ihren aufopferungsvollen und unermüdlichen Einsatz.“ (2005)

„Eine großartige Sache, was die Billeder heute hier wieder vollbracht haben, allen voran Roswitha und Adi mit Helfern! Es war wieder ein Beweis Billeder Zusammengehörigkeit und wir sollten das recht lange beibehalten... Für unseren Sohn war es ein bleibendes Erlebnis, den früheren Lebensraum seiner Eltern kennenzulernen.“ (2005) „Es war schön, zu den Klängen der Blechmusik die Kirchweihpaare wieder durchs Dorf marschieren zu sehen.“ (2005)

„Liebe Roswitha, lieber Adi, unglaublich, was Ihr hier für die Gemeinschaft der Billeder leistet. Wir sind dankbar, dass wir unter den Ersten die neuen Zimmer im Forum bewohnen durften... Ihr seid ein Segen für unsere Gemeinde!“ „Wir haben alle uns gefreut, dass wir hier Gäste waren heut‘! Dies deutsche Dorf ein Beispiel gibt, wie‘s ist, wenn man die Heimat liebt.“


Aktuell

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Der Ministerpräsident von Baden-Württemberg Erwin Teufel, links von Adi Csonti (stehend) und weitere hochrangige Politiker im Festsaal des Billeder Forums am 24.09.1997 „Wir waren erstmals in Rumänien. Der Aufenthalt in Billed wird uns aus mehreren Gründen unvergesslich bleiben. Zum einen haben wir im Deutschen Forum sehr viel über die Geschichte des deutschen Ortes, seiner Bewohner, ihre Sitten und Bräuche gelernt. Sodann begegneten wir durch Roswitha und Adi einer Gastfreundschaft, wie wir sie nicht erwartet hatten. Wir fühlten uns vom ersten Moment an in Billed bestens aufgehoben. Mit einer nicht zu überbietenden Selbstverständlichkeit wurde uns jeder Wunsch von den Augen abgelesen. Wir verlassen Billed mit den besten Erinnerungen und hoffen, dass die wichtige und wertvolle Arbeit des Forums auch in Zukunft weitergeht.“ (2010) „Es waren wundervolle Eindrücke: Radtouren mit Adi, Schneiderservice von Adi,

Extra-Portion Mici, Frühstücks-Büffet der Extraklasse.“ (2011) „Möge Gott Euch die Gesundheit und Kraft geben, das Aufgebaute zu erhalten und weiterzuführen. Es scheint, dass immer mehr Landsleute der mittleren und jungen Generation Interesse an ihren Wurzeln haben und dabei seid Ihr ein wichtiges Verbindungsglied in der Gemeinschaftskette...“ (2012) „Wir haben hier eine Reise in die Vergangenheit gemacht und uns auf die Spuren des alten Banats begeben.“ Diese Gäste-Einträge sind auch ein Zeugnis über die Faszination und Anziehungskraft einer Gemeinschaft lange über ihre Zeit hinaus.


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Veranstaltungen

Billeder Dorffest 2014. Für die Organisation der Dorftage am 23.-24. August hatte der Gemeinderat 27.000 Lei, rund 6.000 Euro, bereitgestellt. Traditionell werden anlässlich des Festes überdimensionale Strohpuppen im Zentrum aufgestellt. Ein Paar symbolisiert die rumänische Dorftracht, ein anderes Paar, gegenüber, die der Billeder Deutschen, Gründer der Gemeinde. Zwar gibt es beim Festtagsrummel noch immer die „große Englischreiterei“, für die jungen Generationen von heute allerdings auch spektakulärere Möglichkeiten, Spaß zu haben.


Veranstaltungen

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Seit Jahrzehnten gibt es anlässlich des Dorffestes das von Adam Csonti, links im Bild, auf dem Handballplatz der Allgemeinschule organisierte und in der Region populäre Pipatsch-Handballturnier, über das auch im lokalen Fernsehen berichtet wird. Die Billeder Handballer erreichten Platz 2. Höhepunkt des Festes ist um 18 Uhr ein Umzug in Volkstrachten zu der Festbühne in der Dorfmitte. Fotos: Roswitha Csonti


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Vor 100 Jahren: Urkatastrophe 1. Weltkrieg

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mmer mehr Historiker sehen im I. Weltkrieg die Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts, die sich über den II. Weltkrieg fortgesetzt hat, in den Kalten Krieg gemündet ist und bis 1989 anhielt. Die Katastrophe nahm mit dem vor 100 Jahren ausgebrochenen 1. Weltkrieg ihren Anfang. Kriegsschuld Während der militärische Verlauf des Ersten Weltkrieges historisch dokumentiert und unbestreitbar ist, sind die Kriegsursachen und -schuld umstritten. Galt doch bisher allgemein unwidersprochen, dass Deutschland mit seinen Verbündeten die alleinige Kriegsschuld hat. Im Versailler Diktatsvertrag wird im Artikel 231 festgesetzt: Die alliierten und assoziierten Regierungen erklären, und Deutschland erkennt an, dass Deutschland und seine Verbündeten als Urheber für alle Verluste und Schäden des Krieges verantwortlich sind (…). Dies war und ist weitgehend immer noch die politisch korrekte Aussage. Aber es gibt immer mehr bedeutende Historiker, die dies bezweifeln, die dem widersprechen und eine Umschreibung der Schulbücher fordern. Deutschland musste auf Grund dieser Schuldzuweisung und -anerkennung große Gebiete wie Elsass-Lothringen, fast ganz Westpreußen, Posen u.a. abtreten, verlor alle seine Kolonien und musste 132 Milliarden Goldmark (ca. 47000 Tonnen Gold) Kriegsschuld bezahlen. Außerdem musste Deutschland 26% des Wertes seiner Ausfuhr an die Alliierten abgeben und Megatonnen Kohle umsonst liefern. Nachdem zwischen 1933 und 1945 die Zahlung ausgesetzt war, zahlte Deutschland nach dem II. Weltkrieg seine auferlegte

Rückblick Peter Krier

Kriegsschuld samt Zinsen weiter. Die letzte Rate dieser Kriegsschuld von 69,9 Millionen Euro wurde am 2. Oktober 2010, 92 Jahre nach Kriegsende bezahlt! Kriegsursachen und Gründe Die Schüsse von Sarajewo am 28. Juni 1914, mit denen der österreichische Thronfolger Erzherzog Franz Ferdinand und seine Gattin Sophie von Hohenburg ermordet wurden, waren nicht die Ursache des I. Weltkrieges. Man kann das Attentat bestenfalls als Startschuss dazu bezeichnen. Alle europäischen Mächte waren hochgerüstet und kriegsbereit und alle, auch die kleinen Völker, hatten territoriale Erweiterungen als Kriegsziele. Englands Europapolitik war seit Jahrhunderten auf ein Gleichgewicht zwischen den europäischen Großmächten Frankreich und Russland ausgerichtet. Nun war mit dem deutschen Kaiserreich eine dritte Großmacht erschienen. Deutschland erlebte am Ende des 19. Jahrhunderts ein Wirtschaftswunder. Seine Industrie, Wirtschaft und Handel entwickelten sich rasant, überflügelten Großbritannien; Wissenschaft und Technik verzeichneten große Fortschritte und auch kulturell nahm Deutschland einen vorderen Rang in Europa ein. Nun erwarb dieses Deutschland Kolonien, war auch dabei, eine Flotte aufzubauen, die Koordinaten des alten Mächtespiels hatten sich verschoben. Für das die Weltmeere und ganze Kontinente beherrschende Britische Empire unakzeptabel. Großbritannien hatte Pakistan erobert, seine Besitzungen in Indien, Asien und Afrika (Südafrika, Sudan, Suezkanal) konsolidiert. Zwischen Gibraltar und Japan gab es keinen Hafen, der praktisch nicht in britischer Hand war.


RĂźckblick

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Mein GroĂ&#x;vater Michael Rosani als Honved, (ungarisch: Soldat) geboren am 27.06.1878 in Billed, gefallen in Serbien am 29.09.1914, wahrscheinlich bei seinem ersten Einsatz


94 Frankreich, das Algerien und Madagaskar annektiert hatte, Indochina und Polynesien unterjocht hatte, konnte die Niederlage von 1871 nicht vergessen. Nicht nur auf ElsassLothringen, auch auf weitere linksrheinische Gebiete hatte man Anspruch, selbst von den Kelten und Galier wurden diese Ansprüche abgeleitet. Russland, das Kasachstan, Mittelasien und die Mandschurei erobert und Wladiwostok gegründet hatte, wollte sich auch nach Westen erweitern. Man beanspruchte die Dardanellen und redete von einem panslawischen Reich mit der Zusammenfassung aller slawischen Völker unter dem russischen Zaren. Italien hatte in einem sehr blutigen Krieg Abessinien unterworfen, Tripolis und Eritrea besetzt, aber auch nach Norden und nach Osten wollte sich Italien erweitern. Auch der serbische König Peter wollte seine Herrschaft nach Süden erweitern. Bulgaren, Griechen, Osmanen, auch die Rumänen hofften auf territoriale Erweiterungen durch einen Krieg. Für Deutschland war der steigende Rüstungsvorsprung der Franzosen und der Russen Grund eines Präventivkrieges, Österreich hatte um seine morsch gewordene Vielvölkermonarchie zu kämpfen. Vorbei waren die Zeiten des Reichkanzlers Bismarck, der mit jedem gegen jeden Bündnisse schmieden konnte. Den Franzosen war es gelungen, die Russen aus dem Dreikaiserbündnis zu locken und sich der Entente, einer französisch-englischen Allianz, anzuschließen. Dass die Kriegsschuld, wie bisher allein dem deutschen Kaiser Wilhelm dem II. zugeschoben wird, ist nicht mehr haltbar. Wilhelm wollte nicht nach Osten marschieren, gegen seinen Vetter Nikolaus, nicht gegen die II. Französische Republik und nicht gegen seine Familie in London. Wilhelm II. hatte den U-Boot-Einsatz und die Bom-

Rückblick bardierung verboten. Als man dies dennoch tat, war es ein Grund für das Eingreifen der Amerikaner, die den Krieg entschieden. Das Kräfteverhätnis Die Allianz der Mittelmächte bestand aus Deutschland, Österreich-Ungarn, der Türkei, auch Bulgarien war dazu gekommen, und Italien, das sich jedoch von der Entente abwerben ließ, vertragsbrüchig wurde und ab Mai 1915 an der Seite der Entente in den Krieg trat. Der Entente waren bis zum Kriegsende 32 Staaten beigetreten, die über 50 Millionen Soldaten verfügten, während die Mittelmächte zusammen 25 Millionen Männer unter Waffen hatten. Die Artillerieausstattung der Deutschen war moderner als die der Alliierten, während England über doppelt so viele Schiffstonagen verfügte wie Deutschland. Kriegsentscheidend war jedoch der Kriegs­ eintritt Amerikas, wonach den Achsenmächten fast unbegrenztes Nachschubpotential zur Verfügung stand, täglich kamen 1000 gut ausgerüstete US-Soldaten an die Westund Südfront. Kriegsverlauf Österreich-Ungarn erklärte am 28. Juli 1914 Serbien den Krieg. Durch die Mobilmachung Russlands fühlte sich das Deutsche Reich bedroht und erklärte Russland am 1. August 1914 den Krieg. Es folgte am 3. August die Kriegserklärung an Frankreich, danach die Kriegserklärung Englands an Deutschland. Damit war klar, dass für die Mittelmächte ein Zweifrontenkrieg ausgebrochen war. Europa war in Brand gesetzt. Auch die Banater Regimenter in Temeswar, Arad, Großbetschkerek, Lugosch und Karansebesch wurden sofort mobilisiert. Im Westen erzielten die deutschen Armeen wichtige Durchbrüche, kamen noch im Au-


Rückblick gust bis zur Marne und standen 60 km vor Paris, Belgien war fast vollständig besetzt. Doch dann kam der deutsche Angriff ins Stocken, im Westen erstarrte der Krieg zum Stellungskrieg, es war kein entscheidender Sieg möglich. Auch im Osten verlief der Krieg nicht wie geplant. Die Russen schaffen den Durchbruch in Ostpreußen, erobern Lemberg und Teile Galiziens, siegen bei Tannenberg und schließen Przemysl ein. Bei Przemysl standen 130.000 Österreicher 300.000 Russen gegenüber. Nach monatelanger Belagerung musste die Festung kapitulieren, 110.000 Soldaten kamen in russische Gefangenschaft. Doch es kam bald die Wende. Hindenburg besiegt die Russen bei Tannenberg, Ostpreußen wird befreit. Schon Anfang 1915 durchbrechen deutsche und österreichische Truppen die Karpatenfront, die Russen fliehen, Przemysl und Ostgalizien werden zurückerobert, Warschau und Brest-Litowsk werden besetzt. Am 23. Mai 1915 erklärt Italien Österreich-Ungarn den Krieg, Schwerpunkt der Kämpfe wird der Isonzoabschnitt. Österreich-Ungarn kämpft nun im Süden gegen die Serben, im Südwesten am Isonzo und in den Dolomiten gegen Italien und im Osten gegen Russland. Die Mittelmächte sind erfolgreich auf dem Balkan, wo sie Serbien, Montenegro und Albanien erobern. Im Juni 1915 beginnt die erste Isonzo­ schlacht an der italienischen Front, elf sollten folgen, ohne dass irgendeine Seite entscheidend siegen konnte. Erst die 12. Insonzoschlacht im Oktober 1917 bringt zunächst den Österreichern Vorteile, sie brechen durch bis zur Piave, werden aber von den mit Franzosen und Amerikanern verstärkten Italienern gestoppt. Bei diesem Vorstoß kommen 200.000 Italiener in Gefangenschaft, doch auch die österreichisch-ungarische Armee wird sehr geschwächt.

95 Im Westen bringt das Jahr 1915 keine Entscheidung. Der massive Einsatz von Artillerie und Maschinengewehren steigert die Zahl der Gefallenen in die Millionen. Im Februar 1916 beginnt die bis Oktober dauernde Schlacht bei Verdun. Die Verluste beider Seiten sind enorm, Aussicht auf Sieg besteht keine. Ende 1916 unterbreiteten die Mittelmächte ein Friedensangebot, das die Alliierten jedoch ablehnten. Auch weitere geheime Friedensangebote Österreich-Ungarns wurden abgelehnt. Auch das Jahr 1917 bringt keine Entscheidung. Rumänien hatte sich von den Russen durch Versprechungen überreden lassen und am 27. August 1916 den Mittelmächten den Krieg erklärt. Doch in einer Art Blitzkrieg wurden die Rumänen von der Mackensenarmee besiegt, Bukarest wurde am 6. Dezember 1916 besetzt. Ein rumänischer Truppenteil kämpfte jedoch an der russischen Front weiter. Mehrere Offensiven der Russen konnten zurückgeschlagen werden. Die Mittelmächte waren zur Gegenoffensive übergegangen und haben Galizien und die Bukowina zurückerobert. Die Russen kämpften nach der Februarrevolution 1917 weiter, erst als die Bolschewiki an der Macht waren, kam es am 3. März 1918 zu dem für Deutschland vorteilhaften Friedensvertrag von Brest-Litowsk. Das Jahr 1917 war von Notsituationen geprägt. Die Seeblockade Englands schneidet Deutschland von wichtigen Nahrungszufuhren ab. Die Menschen in den Großstädten hungern, die Heimatfront bricht zusammen, es gibt Unruhen. Die Hauptarbeitslast tragen die Frauen. An der Front sind die Angriffe erfolglos und die Verluste steigen. Die Engländer setzen erstmals Tanks (Panzer) ein. Am 6. April 1917 erklärt Amerika Deutschland den Krieg.


96 Um den Amerikanern zuvorzukommen, starteten die Deutschen an der Westfront mehrere Offensiven, die zunächst erfolgreich waren, aber immer wieder stecken blieben. Im Juni 1918 dringen die Deutschen mit einer letzten großen Offensive wieder bis zur Marne vor, doch die Gegenoffensive der Alliierten wirft sie zurück in ihre Stellungen. Die Deutschen stehen tief in Frankreich, doch eine erneute Offensive ist nicht mehr möglich. Die Armee hält ihre Stellungen bis zur Unterzeichnung des Waffenstillstandes am 11. November 1918. Auch an der Italienfront war die Entscheidung gefallen. In der letzten Schlacht an der Piave wurde bis zum 4. November 1918 gekämpft. Schon im Oktober gab es Auflösungserscheinungen und Befehlsverweigerungen in der Armee. Die Soldaten der Nationalitäten waren nicht mehr bereit, für Österreich zu kämpfen, Ungarn hatte sich aus dem Krieg zurückgezogen. Am 4. November befahl die Oberste Hee­ resleitung die Rückführung aller Truppen von der Front. Österreich-Ungarn schied, oh­ne zu kapitulieren, unbesiegt aus dem Krieg aus. Die Soldaten Pfarrer Demele aus Jahrmarkt beschreibt in seiner Chronik über den I. Weltkrieg, wie sich im Dorf Grauen und Entsetzen breit machten, als die Trommel die Mobilisierung verkündete. Dramatische Szenen spielten sich in den Familien ab, viele hatten ein Vorempfinden der zu erwartenden Entbehrungen, der kommenden Not, Trauer und Tod. Aber auch große Begeisterung hatten die Jüngeren und hofften, bald siegreich heimzukehren. Doch der Krieg sollte ein bisher nie dagewesenes Ausmaß an Intensität und Brutalität erhalten. In dem Regimentsbuch „61. Unter Waffen“ wird der Kriegseinsatz des Temeswarer

Rückblick Hausregiments, des 61. K.u.K. Infanterieregiments, in dem viele unserer Landsleute gedient haben, beschrieben. Das sofort mobilisierte Regiment war zunächst an der serbischen Grenze eingesetzt, erhielt jedoch schon am 30. August 1914 seine Feuertaufe an der Ostfront. Das Regiment war nun ständig in verschiedenen Gefechten verwickelt und hatte viele Verluste. Zum Unglück stellte sich die Cholera ein, der viele Soldaten zum Opfer fielen. Das Regiment blieb auch über den Winter ständig im Einsatz. Im Mai wurden die „61.“ an die Italienfront verlegt, wo sie an den Isonzoschlachten teilnahmen. Zuletzt kämpfte das Regiment an der Westfront. Von dort marschierten die „61.“ nach dem Waffenstillstand geschlossen quer durch Deutschland bis nach Rosenheim. Ab Rosenheim fuhren sie mit einem Eisenbahntransport zur Heimatgarnison Temeswar, wo sie abrüsteten. (nach Wilhelm Weber, Heimatblatt 2001) Im 1. Weltkrieg haben europaweit 9,56 Millionen Soldaten ihr Leben verloren. Österreich-Ungarn hatte 7,8 Millionen Soldaten im Einsatz, von diesen sind 1,5 Millionen gefallen, darunter 134 Billeder. Von diesen wurden acht Leichen nach Billed überführt und beerdigt, weitere sechs Billeder starben nach dem Krieg in Billed an Folgen von Verwundungen oder Erkrankungen in der Gefangenschaft. Eingezogen waren die Jahrgänge 1872 bis 1900, zuletzt wurden noch die 18-Jährigen eingezogen. Viele von ihnen sind an Epidemien gestorben. Hunderttausende gerieten in Gefangenschaft, wo sie unter unvorstellbaren Verhältnissen leben bzw. sterben mussten. Berüchtigt ist das Gefangenenlager Sipotei bei Iasi. Über das „Golgotha Sipotei“ liegen mehrere Bücher vor. Pfarrer Hans Krüger beschreibt das Schicksaal der Gefange-


Rückblick nen in dem Buch „Massenmord in der rumänischen Gefangenenhölle Sipotei“. Nach seinen und den Angaben anderer Autoren haben dort von 17.269 eingelieferten Gefangenen nur 4000 überlebt. Von den im Oktober 1916 eingelieferten 4000 Mann sollen nur 150 überlebt haben. Unter den in Sipotei Gestorbenen befinden sich auch die Billeder Nikolaus Frank und Johann Welter. Andere Gefangene kamen in Lager in Sibirien oder in Kasachstan. Die Billeder Adam Gilde und Jakob Mann sind in Turkestan gestorben. Mehrere Billeder wurden in den Bürgerkrieg in Russland verwickelt und kamen erst 1920 wieder nach Hause.

97 Johann Mann (231) kam sehr abenteuerlich über Wladiwostok, China, Indien und den Suezkanal 1922 wieder nach Billed. Neben dem großen Menschenverlust, dem Verlust von Wirtschafts- und Kulturgü­ tern, der Verschiebung großer Territorien, dem Sturz der deutschen und österreich-ungarischen Monarchie kamen in Folge des I. Weltkrieges in Russland die Kommunisten an die Macht. Das den Deutschen aufgezwungene Diktat von Versailles und Trianon hat den Nährboden für den Faschismus und Nationalsozialismus gebildet und wurde so Vorläufer für den nächsten, den 2. Weltkrieg.

Einer der 8 in Billed beerdigten Gefallenen ist der 1873 geborene Josef Billinger (75). Mit 22 Jahren heiratet er die gleichaltrige Barbara Thöresz (203). Sie gründen eine bäuerliche Exis­ tenz und bekommen 2 Töchter. Josef Billinger ist am 21.01.1917 in Szolnok/Ungarn gefallen. Beerdigt wurde er am 23.04.1919 in Billed, sein Grabstein befindet sich auf dem Neugässer Friedhof


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Vater und Großvater des Jakob Neiss (183) im 1. Weltkrieg. Der Vater, Johann, wurde 1914 einberufen und kam zur 4. Batterie des k.u.k. 7-ten Feldhaubitzen-Regimentes in Temeschburg. 1916 war er im Einsatz bis Bukarest, 1917 wurde er nach Wien in die 147 k.u.k. Plan-und Schallmessgerätekompanie versetzt, bis zum Kriegsende war er in Albanien. Der Großvater wurde als 52-Jähriger noch eingezogen. 1917 war er an der russischen Front bei Cholm, bei der Artillerie als Feuerwerker-Kommandant, ein Dienstgrad mit 3 Sternen am Kragen. (BH 2000)


Rückblick

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Unteroffiziere des Inf. Reg. 61 an der Front. Rechts im Bild Feldwebel Wilhelm Weber, der Vater des Billeder Heimatforschers mit dem Beitrag im HB 2008 „Wenn Grenzen sich verschieben“. Die Proviantur, Verpflegungsstelle des Inf. Reg. 61 an der Front, nach der Garnisonsstadt Temeswarer Platz, Temesvariter, benannt (Schild). Fotos Archiv Wilhelm Weber (BH 2008)


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Lebensrettende Goldzähne

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ie in unserem Adam-Müller-Guttenbrunn-Heim in Temeswar lebende An­ na Krier, geb. Schannen, Witwe von Johann Krier aus Billed Nr. 197, hat mir folgende Geschichte über ihren Vater erzählt: Ihr Vater Johann Schannen, geboren 1910 in Großjetscha, wurde 1941 zum rumäni­schen Militär eingezogen, er war mit dem ei­genen Pferd bei der Kavallerie in Lugosch. Bei Kriegsausbruch kam er zum Kampfeinsatz an die Front in die Ukraine. Dort hatte er zunächst Glück, er überlebte und blieb gesund. Doch sein Unglück erreichte ihn mit dem Volltreffer eines Pferdehufes mitten ins Gesicht, wobei ihm 18 Zähne ausgeschlagen wurden. Kriegsuntauglich rüstete er im Herbst 1943 ab. Sein Vater, ein wohlhabender Bauer, der 90 Joch Feld besaß, ließ ihm seine verlorenen Zähne durch Goldzähne ersetzen. Am 14. Januar 1945, am Schicksalstag der Deutschen in Rumänien, wurde Johann Schannen nach Russland verschleppt. Zur Zwangsarbeit kam er weit nach Osten, in die Nähe von Wladiwostok. Dort erkrankte er sehr schwer an der Ruhr, war dem Tode nahe. Ein deutschsprechender jüdischer Arzt mach­te ihm den Vorschlag, er könne ihn in ein Kriegsgefangenen-Lager verlegen lassen, wo die Überlebenschancen viel größer

ir schreiben das Jahr 2014. Es sind nun 65 Jahre her, seit mein Großvater mütterlicherseits, Josef Hubert, ein Opfer der Enteignung wurde. Er wurde 1878 als drittes von neun Kindern in Billed geboren. 1901 heiratete er Barbara Mager und zusammen

Peter Krier

wären, wo seine Freunde ihn heilen können und ihm zur Rückführung in die Heimat verhelfen könnten. Als Gegenleistung verlangte der Arzt für sich und seine Freunde, die 18 Goldzähne des kranken Deportierten. Johann Schannen willigte ein. Die Hälfte der Zähne wurden ihm im Arbeitslager gezogen, den Rest nahmen sich die Ärzte im Kriegsgefangenenlager. Sie hielten Wort. Schannen fuhr kurz darauf, immer noch schwer krank, mit einem Krankentransport nach Frankfurt/Oder, wo er am 29. März 1947 registriert wurde und seine „Spravka,“ seinen Entlassungsschein als russischer Kriegsgefangener erhielt. Erst im Juni 1947 hatte er sich soweit erholt, dass er aus dem Krankenhaus entlassen wurde. Nun begann die schon öfters beschriebene Odysee der Heimkehrer aus Deutschland: Nach Hof dirigiert, von dort zurück „schubiert“, bei Nacht durch Wälder nach Frankfurt/Main marschiert, in Österreich eingesperrt, in Ungarn arretiert, in Rumänien inhaftiert und freigekauft. Am 22.09.1947 erreichte er Großjetscha. Doch seine Odysee war noch nicht zu Ende. In seinem Heimatdorf konnte er nicht allzu lange bleiben. Am 18. Juni 1951 erreichte ihn und seine Familie das nächste Unheil mit dem Schreckensnamen „Baragan“.

Josef Huber - ein Opfer der Enteignung

W

Rückblick

Josef Herbst

mit ihr übersiedelte er kurze Zeit später zu einem seiner Brüder nach New Brunswick, USA. Dort lernte er rasch Englisch und wurde nach einem Jahr Vorarbeiter in einer Maschinenfabrik. 1908 kehrte die Familie mit zwei Söhnen nach Billed zurück.


Rückblick Mit dem in den USA verdienten Geld kauften sie in Billed Ackerland und bauten ein Haus. Neben Deutsch, Englisch und Ungarisch lernte er, als das Banat nach dem ersten Weltkrieg an Rumänien fiel, auch Rumänisch. Da er als Vorarbeiter die amerikanische Staats­­­ bürgerschaft annehmen musste, blieb es ihm erspart, als Soldat am ersten Weltkrieg teilzunehmen. Er war ein guter Rhetoriker und hatte sich schon früh in der Kommunalpolitik engagiert. 1920 trat er in die „Liberale Partei Rumänien“ ein und hielt bei Wahlkampfveranstaltungen Reden. Dies tat er nicht nur in Billed, sondern reiste durch einige Teile des Landes. Für seine Verdienste wurde er nach den Forschungen unseres Billeder Heimat- und Ordenskundlers Wilhelm Weber im Jahre 1923 von König Ferdinand I., wie wenig Deutsche im damaligen Rumänien, mit dem Verdienstorden im Rang der Ritter geehrt. Diese Auszeichnung wurde ihm zum Verhängnis. Bis März 1949 konnte er durch das Vorzeigen dieser Urkunde Ackergeräte und Vieh vor der Enteignung durch die rumänischen Kolonisten bewahren. Sein Feld jedoch wurde ihm bereits durch die Agrarreform - einem Gesetz im Herbst 1945 - weggenommen. Am 4. April 1949 kam erneut eine große Anzahl rumänischer Kolonisten ins Dorf, die die Befugnis hatten, als ausführende Gewalt den Besitz der Deutschen unter sich aufzuteilen. Großvater zeigte erneut seine Urkunde, die der Anführer der „Enteignungskommis­ sion“ kurzerhand zerriss. Weil er seine landwirtschaftlichen Geräte und sein Vieh nicht freiwillig abgab, hat die hasserfüllte Meute ihn so verprügelt und den wehrlos am Boden Liegenden mit Fußtritten misshandelt, dass er eine Woche darauf an den Folgen starb. Großmutter hatte um Hilfe und Feuer gerufen, aber von den Nachbarn kamen nur sehr wenige und, als diese sahen, dass die Bande die letzte Kuh aus dem Stall führte, und Großvater auf der Erde lag und misshandelt wur-

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Josef Hubert, 1949 gestorben an der Folgen der Misshandlungen der Enteignungskommission, genannte „Knüppelkommission“, der vorwiegend Kolonisten angehörten de, riskierte keiner der Nachbarn, sich einzumischen und gleiches Schicksal zu erleiden. Noch am Nachmittag kam Dr. Szentirmay, Arzt in Billed, und behandelte ihn. Er stellte fest, dass Großvater auch innerliche Verletzungen davongetragen hatte, wogegen man in einem Krankenhaus auch nicht mehr viel für ihn hätte tun können. Der Arzt kam täglich zur Behandlung, Großvater wurde aber immer schwächer und so wurde am 11. April der Totenschein auf „Herzversagen“ ausgestellt. Dr. Szentirmay erklärte uns, wenn er den Tod als „Folgen einer Misshandlung“ angegeben hätte, käme es zu einer polizeilichen Untersuchung und dann wäre auch er für diese Tat strafbar zu machen gewesen, da er diesen Tatbestand aus Angst vor den Kolonisten nicht bei der Erstuntersuchung angegeben hatte. So war das eben damals mit entrechteten Deutschen. Großmutter wurde im Juni 1951 in die Baragan-Steppe deportiert und verstarb dort am 1. Februar 1953 fern ihrer Heimat.


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Rückblick

Tabakbauern in der Billeder Kollektivwirtschaft in den 60er Jahren. Bis 1945 waren die meisten unter ihnen selbständige Bauern und hätten schon lange in „Vorphalt“, einer Art Bauern­rente nach der Übergabe ihres Hofes, gelebt. Durch die Enteignung mussten sie zum Lebensunterhalt noch einmal ran und schwere Feldarbeit leisten. Da die Rente danach nicht ausreichte, arbeiteten viele bis zum Lebensende als Selbstversorger. Nicht selten sah man im Dorf tief gebeugt gehende Omas. Sie hatten sich buchstäblich krumm gearbeitet. Text: H. Rothgerber; Einsender: Hans Schiller


RĂźckblick

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Vor Ăźber 50 Jahren: Transportarbeiter in der Kollektivwirtschaft 1960 Die jungen Generationen werden sich neu orientieren. Den knochenharten Job als Transport oder Feldarbeiter in der Kollektivwirtschaft werden viele aufgegeben, nachdem die MĂśglichkeit bestand, als Fabrikarbeiter seinen Lebensunterhalt mit angemessenerem Entgelt zu bestreiten. Essensausgabe zur Zeit der Weizenernte 1960. Einsender: Robert Braun


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Rückblick

Deutsche gegen Devisen - Ein Geschäft im Kalten Krieg

Elisabeth Packi

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ehr als 20 Jahre lang gab es zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Rumänien ein geheimes Abkommen, durch welches Nicolae Ceauşescu die Deutschen aus Rumänien gegen die Zahlung von Kopfgeld nach Deutschland ausreisen ließ. Die „Geheimsache Kanal“, wie sie in Bonn genannt wurde, kostete die Bundesrepublik schätzungsweise zwei Milliarden DM zuzüglich Sachleistungen. Dem Regime in Bukarest halfen die Devisen, seine Staatsschulden zu tilgen. Noch vor der Erstausstrahlung des Dokumentarfilms „Deutsche gegen Devisen – Ein Geschäft im Kalten Krieg“ des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR) am 13. Januar 2014 in der ARD wurde der Film am 8. Januar im überfüllten Veranstaltungssaal der Bundesstiftung für Aufarbeitung in Berlin voraufgeführt. Das Preview war eine gemeinsame Veranstaltung der Bundesstiftung für Aufarbeitung, der Deutschen Gesellschaft und des MDR. Zugegen waren der Düsseldorfer Anwalt Heinz-Günther Hüsch, Verhandlungsführer im Auftrag der Bundesregierung zwischen 1968 und 1989, Răzvan Georgescu, Autor der TV-Dokumentation und Helmuth Frauendorfer, stellvertretender Direktor der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen. In der Podiumsdiskussion im Anschluss wurden dem Besucher Filmdetails erläutert und neue, bisher unbekannte Fakten, geschildert. Heinz-Günther Hüsch, alleiniger Verhandlungsführer der Operation „Geheimsache Kanal“, war sukzessive unter vier Bundeskanzlern für neun Bundesregierungen in dieser Sache tätig. Anfangs lief die „Geheimsache Kanal“ über das Bundesministerium für Vertriebene, Flüchtlinge und Kriegsgeschädigte, das 1949 gegründet wurde, und nach

dessen Auflösung 1969 über das Innenministerium. Das dafür vorgesehene Geld war im Bundeshaushaltsplan unter dem Posten „Überführung von Deutschen aus dem Ausland“ festgeschrieben. Ziel war es, den Deutschen aus Rumänien die Ausreise in die Freiheit zu ermöglichen. Der vom Westen als Hoffnungsträger hofierte Kommunisten-Führer Ceauşescu wurde dafür als ein geeigneter Partner angesehen. Als Präzedenzfall hatte man die DDR, mit der ein ähnliches Abkommen für den Freikauf von politischen Häftlingen bestand. Heinz-Günther Hüsch reiste in all den Jahren rund 220 Mal mit Koffern voll Geld zu Treffen mit seinen Verhandlungspartnern nach Rumänien. Das Geld für den Freikauf wurde von Hüsch in einem Koffer in bar übergeben, stets ohne Quittung. „Sechs Millionen Mark passten rein, wenn man etwas quetschte“, schilderte Hüsch. Da ihm äußerste Geheimhaltung abverlangt worden war, vertraute er sich lediglich seiner Familie an. Seine Schwester tippte die Verhandlungsprotokolle und Verträge, sein Sohn und sein Schwiegersohn begleiteten ihn als Leibwächter. An das Regime von Nicolae Ceauşescu seien über die Jahre etwa zwei Milliarden DM geflossen, so Hüsch. Eine genaue Summe könne man nicht nennen, da neben Geldern, die er akribisch in seinen Büchern dokumentiert habe, auch Sachleistungen geflossen seien. Diese Leistungen seien un­terschiedlicher Natur gewesen, von Medikamenten und medizinischer Ausrüstung bis hin zu Diktiergeräten oder Feuerwehrleitern. Das Geld sei in 1000-DM-Scheinen geliefert worden. Die Geldscheine seien zwar bei der Bank registriert gewesen, doch konnten diese nicht rückverfolgt werden, da die Ru-


Rückblick

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Helmut Schmidt während der Begegnung mit Nicolae Ceaușescu am 6.–7. Januar 1978 (Foto: Fototeca online a comunismului românesc, cota: 8/1978) Im Januar 1978 kam es zu dem sogenannten Handschlagabkommen zwischen dem damaligen Bundeskanzler Helmut Schmidt und Nicolae Ceaușescu. Vereinbart wurde eine Zahl von jährlich 11.000 Ausreisenden, für die im Gegenzug Hermes-Kredite über 800 Millionen DM gewährt werden und ein Kopfgeld von 4.000 DM fließen sollten. (Wikipedia: Freikauf von Rumäniendeutschen) mänen das Geld in Dollar umtauschten, bevor sie es in Umlauf brachten. Der Verbleib des Geldes sei bis heute nicht eindeutig geklärt. Es sei aber anzunehmen, dass ein Großteil der geflossenen Gelder zur Schuldentilgung Rumäniens genutzt wurden. Es sei aber auch nicht auszuschließen, dass ein Teil auf Privatkonten von Nicolae Ceauşescu in die Schweiz geflossen oder von der Securitate zur Akquisition von operativer Technik zur Überwachung der Landesbevölkerung genutzt worden seien. An einen konkreten Fall erinnere er sich, so Hüsch, als einer seiner rumänischen Verhandlungspartner mit einem Koffer mit zwei

Millionen DM in die Schweiz fuhr und ohne Koffer zurückkam. Die Praxis der Schmiergeldzahlungen, die von den Ausreisewilligen zusätzlich geleistet wurden, betonte Hüsch, sei vorwiegend in Temeswar, Arad, Hermannstadt und Kronstadt angewandt worden. In Bukarest sei kein einziger Fall von Schmiergeldzahlungen bekannt. Ob diese Gelder alle sachgemäß abgeliefert worden seien, könne man nur spekulieren. Auffällig sei jedenfalls die plötzliche Bereicherung der ehemaligen Mittelsmänner gleich nach der Revolution in Rumänien. Bekannt seien allerdings auch Fälle von Aussiedlern, die in der Bundesrepublik angekommen, den Versuch unternahmen, die be-


118 zahlten Schmiergelder erstattet zu bekommen, jedoch ohne Erfolg. Am 4. Dezember 1989, drei Wochen vor seinem Ende, habe Ceauşescu das Abkommen gekündigt, so Hüsch. Für Deutschland war der Freikauf der Rumäniendeutschen letztendlich ein Gewinn, schlussfolgerte er. Der Fleiß und die Verlässlichkeit, sowie die Bereitschaft zur Eingliederung der Rumäniendeutschen haben wesentlich zum wirtschaftlichen Erfolg der Nachkriegsjahre der Bundesrepublik beigetragen. Deutschland hingegen habe eine große humanitäre Leistung an den Rumäniendeutschen vollbracht. Eine Win-win-Situation für beide Seiten. Und nicht zuletzt auch für Rumänien, das seine Auslandsschulden damit tilgte. Der Autor des Films, Răzvan Georgescu, besuchte die deutsche Volksschule und das deutsche Gymnasium in Temeswar und ist mit einer Banater Schwäbin verheiratet. In seiner Jugend erlebte er die Abwanderung der Deutschen hautnah. Mit Besorgnis beobachtete er, wie seine Freunde nach und nach alle auswanderten und letztendlich auch seine damalige Freundin und heutige Frau Tina. Es sei nicht einfach gewesen, Leute zu finden, die bereit waren, über die Schmiergeldzahlungen zu sprechen, so Georgescu. Unter den Betroffenen sei es bis heute ein Tabuthema, nicht zuletzt weil man sich als Opfer fühle, sich die Frage stelle, ob man richtig gehandelt habe, ob die Ausreise letztendlich nicht doch auch ohne Schmiergeldzahlung genehmigt worden wäre. Es gab auch Fälle, in denen die Securitate versuchte, Rumäniendeutsche als Agenten in die Bundesrepublik einzuschleusen. Auch für diese flossen, so bizarr es auch sei, Gelder. Der Journalist Helmuth Frauendorfer, Direktor der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, Banater Schwabe aus Woiteg, bezog

Rückblick sich in seinem Statement vorwiegend auf die Ausreisemodalitäten und auf das Zahlen von Schmiergeldern, das parallel zu den Kopfgeldzahlungen der Bundesrepublik von den Ausreisewilligen geleistet wurde. Frauendorfer, der in den 70er und 80er Jahren in Fratelia wohnte, bis er 1987 nach Berlin ausreiste, konnte persönlich beobachten, wie die Ausreisewilligen bei Nicolae Capraru, besser bekannt als „Gärtner“, einund ausgingen und Schlange standen, um das abverlangte Schmiergeld abzugeben. Der Pass nach Deutschland wurde für die Banater Schwaben und Siebenbürger Sachsen zur Versprechung, immer verbunden mit der Angst, dass es doch noch schief gehen könnte. Er bestimmte ihre Zukunft und das Schicksal ihrer Familien. Das allgemeine Gesprächsthema könne man in drei Fragen zusammenfassen: „Hascht schon eingereicht?“, „Hascht schon die kleene Formulare?“ und „Hascht schon die grooße Formulare?“, so Frauendorfer. Auch auf die paradoxe Situation in den 1970er und 1980er Jahren, als der Besitz von „Valuta“ offiziell verboten war, das Schmiergeld jedoch in Devisen abverlangt wurde, wies Helmuth Frauendorfer hin. Rund 250.000 Rumäniendeutsche kaufte die Bundesregierung frei, weitere 100.000 verließen das Land kurz nach der rumänischen Revolution von 1989. In dem Film von Razvan Georgescu kommen neben Heinz-Günther Hüsch die deutschen Außenminister Hans-Dietrich Genscher und Klaus Kinkel sowie der CDU-Politiker Horst Teltschik, die ausgereisten Rumäniendeutschen Hansi Schmidt und Johann Lippet, aber auch rumänische Unterhändler zu Wort. Der zweite Teil des Films mit dem Titel „Ein Pass für Deutschland“ hatte am 10. Oktober in Rumänien Premiere und wird 2015 auch in Deutschland ausgestrahlt werden.


Rückblick

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Fotomontage aus dem Jahr 1985: „Zur Reihenfolge bei den Ausreisegenehmigungen“

Das Los im Umschlag

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s handelt sich um das 2te, zusätzliche Kopf­geld von rund 8.000 DM pro Person, das bei Strohmännern der Securitate zu entrichten war, um auf die begehrte Liste der jährlichen 11.000, von der BRD gekauften Ausreisegenehmigungen, zu gelangen. Denn weg wollten über 200.000 Personen. Wer die unerschwinglichen und verbotenen De­visen, meistens ausgeliehen von Verwandten aus der BRD, die sich ihrerseits verschuldeten, besaß, konnte nicht so einfach bezahlen. Es gab jährlich nur 1 bis 2 unbestimmte, kurzfristige Zeitfenster, in denen die Strohmänner abkassierten. Die Nachfrage war daher immer größer als das Angebot, sodass in der Regel zusätzlich geschmiert wurde, um schmieren zu dürfen. War es dann soweit, wurde der Betrag in einem mit Namen versehenen Umschlag dem „Gärtner“, der nicht einmal nachzählte, ohne Beleg übergeben.

Hans Rothgerber

Die Doppelbelichtung besteht aus der Überlagerung einer aufgewühlten Dorfgasse bei Regen mit dem damals in Läden und Kneipen angebrachten Logo der einzigen staatlichen Lotterie mit dem Slogan: „Hier wird das Los im Umschlag verkauft“. Da auch im rumänischen Kommunismus direkte Aussagen ü­ber politisch unvereinbare Zustände und Zu­sammenhänge unerwünscht waren, entwickelte sich eine Kommunika­tion der Anspielungen und Mehrdeutigkeit. Die Montage wurde von mir in der damaligen Bastion-Galerie der Temeswarer Foto­ künstler bei einer öffentlichen Diaschau pro­ jiziert. Kommentar eines Bekannten: „Ich hätte nicht gedacht, dass Du so etwas zeigst“. Damals war die Anspielung zu dem vorrangigsten Thema überhaupt, leicht zu erahnen. Ge­spro­chen wurde darüber aber nur in vertrauten Kreisen, auch in der BRD, bis heute.


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Rückblick

In Temeswar: Dr. Karl Singer, Vorsitzender des DFDB, Robert Braun und Heinz Doll, Vorsitzender des Freundeskreises Karlsruhe -Temeswar.

Hilfsgüter nach Temeswar, der Partnerstadt von Karlsruhe

N

ach der Wende in Rumänien im Jahr 1989 organisierte die Stadt Karlsruhe zahlreiche Hilfsgüter-Transporte, von denen ungefähr 25 LKW-Ladungen von mir gefahren wurden. Auflistung dieser Lieferungen: • Lenaulyzeum: Schulmobiliar, Tische, Stüh­ le, Tafeln • Schulen, Krankenhäuser und Polizei, eigentlich für alle Behördenbüros: 1 LKW mit 240 Siemens-PCs • Für 3 Krankenhäuser und eine Kinderklinik: neu­wertige chromierte Betten und Nacht­ tische, Matratzen und Bettwäsche, Ärzteund Krankenschwester-Bekleidung • Ausstattun­gen für 5 komplette ZahnarztPra­xen • Clinicile Noi (Neue Kliniken): neue Siemens-Ultraschall- und Röntgengeräte • Landwirtschaftliche Versuchsstation Temes­­war: neue Milchverarbeitungsma­ schine aus Mannheim

Robert Braun

• Kindergärten: 1 LKW-Ladung Spielzeug • Straßenkinderheim: 150 neue Fahrräder • Sporthochschule in Temeschburg: Leichtathletik-Geräte • Sozialhilfeempfänger: 80 komplette Kleinküchen mit Kühlschränken, Spülen, Elektroherden usw. • Kindergarten Neupetsch: 1 LKW-Ladung Kinderkleidung und Spielzeug • Obdachlose: 1.300 Kartons mit Kleidung • Caritas: ungefähr 5.000 Kartons Kleidung • Deutsches Demokratische Forum: Kartons mit Kleidung. • katholische, orthodoxe und jüdische Kirchengemeinde: viele Kleider-Kartons Für den ehrenamtlichen Einsatz zum Wohle der Banater von Robert Braun spricht der Vorstand der HOG Billed ihrem „Dorfkind“ herzlichen Dank aus und wünscht ihm Gesundheit und Wohlergehen.


Rückblick

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Baustelle Temeswar. Das Großprojekt zur Sanierung des historischen Stadtkerns, begonnen im Frühjahr 2012 mit Kosten von rund 15 Millionen Euro (80 % sind EU-Gelder), verwandelte die Innenstadt in eine Baustelle. Es geht langsam voran, einige Baufir­men haben Insolvenz beantragt, häufig sieht man Häftlinge als Bauarbeiter (Foto oben) und es gibt Verzögerungen durch die zahlreichen archäologischen Fundstellen (Foto unten). Es sollte in 21 Monaten fertig werden, nach 12 Monaten ist man bei ca. 40%. Fotos: Hans Rothgerber


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Rückblick

Sonnenuntergang auf der Bega, aufgenommen von der Temeswarer Bahnhofsbrücke im Oktober 2014. Der 254 Kilometer lange Fluss-Kanal wurde 1727–1733 angelegt. Durch das Austrocknen der Sümpfe entstand neues, fruchtbares Ackerland, die Banater Heide, in der auch Billed liegt.


Rückblick

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Eingangsbereich und Treppenhaus der von dem in Billed geborenen Architekten Michael Wolf 1937 gestalteten Klos­terschule des Notre-Dame-Ordens in Temeswar. Die Schule wurde auch von Mädchen aus Billed besucht. Heute ist hier das Studentenkulturheim. Fotos: Hans Rothgerber


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Susanna Weber

Rückblick

mit 94 Jahren auf dem Ulmer Pfingsttreffen und zu Besuch in Billed Elisabeth Martini

G

elassen lächelnd, aufrecht stehend, schein­bar ohne Rückenbeschwerden, fast wie etwas über 60 aussehend und dabei schon 94 Lenze zählend steht sie, Susanna Weber, vor dem Eingang zu den ForumsUnterkünften während ihres Billed-Besuchs im Juni diesen Jahres. Per „Heimathaus Billed“ hat die ganze Welt sie so gesehen und gestaunt, wie rüstig und positiv eingestellt hart durch das Schicksal geprüfte Menschen auch im hohen Alter sein können: Einfach schön alt! Der Besuch in Billed erfolgte kurz nach ihrer Teilnahme am Ulmer Pfingsttreffen, wo Susanna Weber nur die zweitälteste Billederin war, da Susanna Heinrich (Blum) ihr den Rang als älteste Billeder Teilnehmerin wegschnappte. Auf dem Ulmer Treffen war sie von freundlichen Landsleuten umgeben, umsorgt von ihrem netten Großneffen Christian, der sie dann auch nach Billed brachte. Wohlbehalten in der alten Heimat angekommen, hat sie das Gespräch mit den dort Verbliebenen gesucht, worüber sich diese sehr gefreut haben. Erinnerungen wurden ausgetauscht, aufgefrischt und Vergleiche angestellt. Nur selten spricht Susanna, genannt Susi, über ihr bewegtes Leben, das am 30.10.1920 in Billed begann in der Familie von Johann und Elisabeth Glasz, Hausnummer 426. Vom Elternhaus in der Hauptgasse hatte sie es nicht weit zur Rieder-Neni in den Kindergarten und anschließend in die Volksschule auch nicht. Danach kam sie für ein Jahr zu den Nonnen nach Temeschburg in die Notre-Dame-Klosterschule. Schon mit 17 heiratete sie Nikolaus Weber, wobei ihr Glück nicht lange ungetrübt blieb. Wie viele arbeitsfähige Billeder und

Susanna Weber im Heimathaus im Juni 2014. Landsleute musste sie im Januar 1945 den schweren Weg in die Deportation gehen. In der Sowjetunion - allgemein als Russland bezeichnet - war die Arbeit in einer Schamottziegel-Fabrik schwer und der Hunger übergroß, sodass sie so stark abmagerte, dass sie nur noch Haut und Knochen war. Zum Glück konnte sie im Oktober 1949 heimkehren und wurde von ihrem etwas früher heimgekehrten Mann Klos am Bahnhof erwartet. Nicht lange ließ man sie wieder wirtschaften und den Hof voller Geflügel haben, den Garten voller Gemüse. Schon 1951 wurden sie - wie alle als unzuverlässig Eingestufte - kurzfristig in den Baragan verschleppt. Hier war das Leben wieder ein


Rückblick

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Susanna Weber auf dem Leichtkraftrad „Wanderer SP1“ vor rund 70 Jahren Kampf ums Überleben, vor allem den ungewohnten klimatischen Bedingungen wegen, am Anfang ohne Dach über dem Kopf, Hitze und Durst ausgesetzt. Bei Calarasi waren sie sich selbst überlassen, haben gekämpft, gehofft und es geschafft, drei dieser typischen Baragan-Häuser zu bauen: je eins für die Eltern, die Schwiegereltern und für sich. Von zuhause hatten sie als Lebensgarantie eine Kuh mit, eine Glucke mit Küken und sonstige Habseligkeiten für den Alltag. Schrecklich waren vor allem die Winter im Baragan, die Schneeverwehungen, unter denen die kleinen Häuser einfach verschwanden, die Bewohner durch Nachbarschaftshilfe freige-

schaufelt werden mussten. Um sich wenigstens ein bescheidenes Einkommen zu sichern, haben sie Besen für die Kooperativa gebunden. Erst 1956 konnten sie endlich nach Billed zurückkehren, wo ihr Haus noch von Kolonisten bewohnt war, sodass sie sich ein Zimmer und eine Küche mit den Eltern teilen mussten. Nachdem dann die Kolonisten ausgezogen waren, mussten die Räume erst von allem Dreck und Ungeziefer gesäubert werden. Klos trat die Stelle bei CEC an, Susi hatte im Haus und Garten reichlich zu tun, zumal das Garten-Gemüse zum Großteil auf dem Temeschburger Markt verkauft werden musste.


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Rückblick

Nikolaus und Susanne Weber 1944 auf einem „Schollenschneider“ der an den Traktor gekoppelt ist. Nach der Deportation zur Zwangsarbeit in die Sow­jetunion (1945) folgte 1951 eine erneute 5-jährige Deportation in die Baragan-Steppe. Erst 1956 durften sie nach Billed zurückkehren und 1979 war es ihnen möglich, das Land zu verlassen. Susis Bruder Hans kam nach dem Krieg nicht wieder nach Billed zurück und gründete in München eine Familie, wohin 1962 auch die Eltern folgten. Der Vater starb jedoch schon 1978 und 1979 durfte auch Susi mit ihrem Mann, der nun in Rente war, dorthin auswandern. Ihre neue Heimat fanden sie in Haar bei München. Schon 1984 verstarb Klos und 1992 verstarben in nur 5 Monaten Susis Schwägerin, ihre Mutter und ihr Bruder. Das schwere Leben und die Schicksalsschläge haben Spuren hinterlassen: 2013 bekam Susi einen Herzschrittmacher, auch die Schulter schmerzt etwas, aber trotzdem fühlt die 94-

Jährige sich wohl, ist viel unterwegs. Sie ist froh und glücklich, dass Nichte Gabi, der Neffe Friedl mit Frau, Großneffe Christian und Werner Gilde sich um sie kümmern. Zum Romme-Spielen besucht sie häufig eine gehbehinderte Bekannte, hält sich so geistig und physisch fit. Nicht zu vergessen: Die Seniorin kann noch selbständig ihre kleine Wirtschaft führen. Sie geht einkaufen, kocht, wäscht, bügelt und macht alles, was so anfällt... Wir Billeder wünschen ihr noch schöne Jahre und Wohlbefinden. Unsere Bewunderung gilt diesen hartgeprüften Frauen für ihr Durchhaltevermögen, ihre Ausdauer und ihr Gottvertrauen.


Rückblick

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Nikolaus Seibert mit einem der ersten Traktoren in Billed, der „Oil Pull“ mit Mähbinder im Jahr 1928. Der alte „Oil Pull“ will nicht mehr - kleiner Zwischenfall in der Druschzeit am 27.07.1942. Einsender: Nikolaus Gilde


Rückblick

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Vor 30 Jahren auf der „Hambar“-Treppe. Foto: Hans Rothgerber


Rückblick

Schießbäume in der Kirchengasse 1985. Foto: Hans Rothgerber

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Leistung und Würdigung

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Goldenes Ehrenzeichen für Johann Mathis

M

it der Verleihung des Goldenen Ehrenzeichens würdigte die Stadtgemeinde Ried am 13. Mai zwei besondere Persönlichkeiten: Die Musikerin Anneliese Walchetseder, geb. Mathis, sowie den Musiker und Komponist Johann Mathis. Beide haben sich in den vergangenen Jahrzehnten besonders um das kulturelle Gemeinwohl verdient gemacht. In seiner Laudatio erinnerte der Bürgermeister Albert Ortig an die großen Erfolge von Johann Mathis als Musiker, Bandleader, Texter und vor allem jedoch als Komponist von über 1.300 Liedern. Seine Lieder kamen beim breiten Publikum an, wurden aufgenommen, der Empfängerkreis hat sich weit über den deutschsprachigen Raum verbreitet, selbst in Australien wurden seine Lieder gespielt. Einige seiner Kompositionen wurden echte Volkslieder. 30 Goldene- und zwei Platinschallplatten bezeugen seinen Erfolg. Seine Ausbildung betreffend ist Johann Mathis, eigentlich wird er Hansi gerufen, weitgehend Autodidakt, dennoch hat er eine solide musikalische Ausbildung. Mit 14 bekam er sein erstes gebrauchtes Akkordeon. Mit 16 hatte er seine erste kleine Band und spielte eigene Kompositionen. Als er 18 war, erschienen seine ersten Notendrucke, mit 20 gab’s die ersten Rundfunkaufnahmen. Der große Durchbruch kam 1964 mit dem Mutterlied (Abschied von der Mutter), seine erste Single-Schallplatte erscheint. Es kommen Angebote der großen Plattenfirmen

Peter Krier

(Ariola, Polydor), Vorstellungen in Rundfunk und Fernsehen. Das Mutterlied, von dem es auch eine holländische Version gibt, belegt vordere Plätze in den Hitparaden. Seine Kapelle spielt in großen Sälen, wird erweitert, seine Schwester Anneliese kommt als Sängerin dazu. Mittlerweile hat Hans Mathis einen Namen in der Szene, er wird gefragter Texter und Komponist. Spitzenkapellen spielen seine Lieder, darunter die „Kasermandeln“, „Linzer Buam“, „Stoakogler“, „Zillertaler Schürzenjäger“ und auch so bekannte Kapellen wie die „Klostertaler“, die „Zwidern“, oder „Oesch’s die Dritten“. Mit seinem Lied „Die Frau von einem Musikant“ gewinnen die „Kastelruther Spatzen“ 1990 den „Grand Prix der Volksmusik“, es wird Gold, 250.000 verkaufte CDs. Bis 2014 sind über 1.300 Lieder von Hans Mathis auf LP/CD erschienen. In einem Buch über österreichische Volksmusik wird das Lied „Abschied von der Mutter“ als altösterreichisches Volkslied verzeichnet. Der Autor des Buches war sehr erstaunt, als er erfuhr, dass der Komponist und Texter des Liedes noch lebt und Johann Mathis heißt. Ein anderes längst zum Volkslied mutiertes Lied von ihm, die „Bergkameraden“, wird bei entsprechender Stimmung auf den Berghütten gesungen und gilt als allbekanntes Volkslied. Ein besonders schönes Lied von ihm ist das Lied „Wer kennt die Sehnsucht“. Noch ein weiteres Fest durfte die Familie Mathis in diesem Jahr feiern: Vor 50 Jahren,


Leistung und Würdigung

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Hans Mathis und seine Schwester Anneliese Walchetseder, geb. Mathis mit dem Bügermeister der Stadtgemeinde Ried, Albert Ortig, nach der Auszeichnung. Weitere Infos, Fotos und Videos unter www.heimathhaus-billed.de am 11. April 1964, heiratete Hans seine Frau Anka, geborene Maly. Der Ehe entsprossen die Tochter Sabine und die Söhne Christian und Stephan. Zum Goldenen Hochzeitsjubiläum gab es Gratulationen und eine Ehrenurkunde vom Landeshauptmann von Oberösterreich Dr. Josef Pühringer. Auch sein 60. Bühnenjubiläum darf Hans Mathis in diesem Jahr feiern. Hans schreibt über sich: „Ich habe in meinem Leben „nie“ gearbeitet - lediglich meinem Hobby gefrönt: Musizieren, Musiklehrer, Musikgeschäft, Texten und Komponieren. Es gibt nichts Schöneres auf Erden, als wenn man mit Liedern und Musik Menschen Freude bereiten kann“. Freude hat Hans Mathis auch den Billedern bereitet. Er bekennt sich als Billeder! Dort in der Vertgass wurde er vor 76 Jahren geboren. Er war erst sechs Jahre alt, als er mit seiner Mutter im September 1944 aus Billed geflüchtet ist. Fast grenzt es an Wunder, dass beide die schlimme Bombardierung im April 1945 im

Bahnhof von Attnang in Oberösterreich überlebten. Von da konnten sie weiter flüchten nach Ried, wo sie zusammen mit Tausenden anderen Flüchtlingen, unter diesen mehrere Billeder, zunächst in einem Lager lebten. Die schlimme Zeit verging. Hansi besuch­ te in Ried die Volksschule, anschließend die Hauptschule und die Handelsschule, er wird Musiker, Ried und Österreich werden seine Heimat. Doch seine Mutter hat ihm so viel von Billed und der Banater Heimat übermittelt, dass er sich auch als Billeder fühlt. Dazu bekennt er sich in dem Lied „Ich denk so gerne an daheim - an Billed im Banat“. Dieses Lied, das er uns geschenkt hat, wurde unsere Billeder Hymne. Wir freuen uns über die Auszeichnungen, die Hansi verliehen wurden, gratulieren ihm dazu und zu seinem 60. Bühnenjubiläum herzlich. Wir wünschen ihm noch Muse für viele schöne Lieder. „Musik hält jung“, schrieb er, möge es ihm beschieden sein, dass er noch lange Musik macht und sich jung fühlt.


Statistik

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Weihnachtsgedanken

S

icherlich kennen Sie diese Situation: Sie sind zum ersten Mal bei Freunden zu Hause zum Essen eingeladen. Und alles ist perfekt: die Lage der Wohnung oder des Hauses, die teure Einrichtung, der gepflegte Garten, die wohlerzogenen Kinder. Und jetzt kommt es: Auch das Essen ist perfekt, der Anblick eine Augenweide, jeder Bissen und jeder Tropfen ein Genuss, die Tischdekoration kreativ, mit farblich abgestimmter Tischdecke und Servietten. Schrecklich! Insgeheim sehnt man das sprichwörtliche Haar in der Suppe herbei, nur um eine kleine Abweichung von dieser Perfektion zu finden. Viele von uns sehnen sich nach dem perfekten Weihnachtsfest. Normalerweise findet es im Familien- und Verwandtenkreis statt. Das Streben nach dem perfekten Weih-

Hermine Schnur

nachtsfest fängt spätestens in der Adventszeit an. Viele verfallen in Hektik mit den entsprechenden Vorbereitungen. Die Wohnung wird weihnachtlich dekoriert, Adventskränze, Kerzen, Rentiere mit Schlitten, Silbersterne, Goldengel, Räuchermännchen und allerlei Krimskrams festlich ausgebreitet. In der Küche riecht es nach Anis und Zimt, nach Lebkuchengewürz und Zuckerguss mit Vanillegeschmack. Ganz besonders ehrgeizige Hobby-Bäckerinnen bemühen sich jedes Jahr, ihren eigenen Backrekord vom letzten Jahr zu brechen, was die Auswahl und die Ansehnlichkeit der Plätzchen betrifft. Kochbücher werden durchforstet oder auch das Internet, auf der Suche nach dem gut vorzubereitenden, hohen Ansprüchen genügenden, ganz besonderen


Statistik

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Neujahr 2013 auf der Sauerländer Hutweide. Foto: Adam Csonti Festtagsmenü. Nicht zu vergessen die Jagd nach dem perfekten Weihnachtsgeschenk, mit viel Zeitaufwand und hohen Investitionskosten verbunden, jedes Jahr von neuem zelebriert. Soll es denn ein Gebrauchsgegenstand sein, den man öfter benutzen kann, ein Wellness-Produkt (ganz angesagt) oder soll eher in Freizeit und Bildung investiert werden? Selbstverständlich muss auch der Weihnachtsbaum perfekt sein, möglichst eine edle Nordmanntanne mit gleichmäßig verteilten, dichten Ästen, die am besten erst nach Dreikönig ihr Nadelkleid abwerfen. Dies alles bezieht sich nur auf rein äußerliche Dinge, sie haben jedoch einen großen Einfluss auch auf unser persönliches Wohlbefinden und unser Gemüt. Auch an Weihnachten sollten wir beherzigen: Manchmal ist gut einfach besser als perfekt. Zu viel Perfektion und der Anspruch darauf sind ebenso kontra-

produktiv wie zu viel Make-up oder Parfüm. Die Kunst ist wohl, sich von etwas zu verabschieden, was man eh noch nie so gut konnte. Das Eingestehen von Schwächen, sich selbst und anderen gegenüber, kann befreiend wirken und bei anderen einen menschlich-sympathischen Eindruck hinterlassen. Ständige, doch niemals komplett erreichbare Vollkommenheit kostet viel Zeit und Nerven und bedeutet einen Verlust an Lebensqualität. 80% vom Optimum reichen völlig aus. In den restlichen 20% stecken unsere Kreativität, unser Herz und unsere Seele. Diesen Spielraum an Unvollkommenheit soll­ten wir uns für ein gelungenes Fest auch bewahren und möglichst ins neue Jahr hinüberretten. In diesem Sinne wünsche ich allen Le­serinnen und Lesern ein mehr oder weniger perfektes Weihnachtsfest und ein neues Jahr mit dem Mut zu entspannter Unvollkommenheit.


192 Inhaltsverzeichnis Vorwort, Werner Gilde.....................................................................................................................3 Pfingsttreffen 2014 in Ulm, Elisabeth Martini.............................................................................6 Die älteste Billederin beim Ulmer Treffen, Elisabeth Martini................................................. 11 Seniorentreffen im Zeichen des Flieders, Elisabeth Martini....................................................13 Herbstliches Seniorentreffen in Karlsruhe, Elisabeth Martini ................................................15 Frühlingstrachtenball in der Badnerlandhalle, Jürgen Stober,..................................................18 6. Sommerfest der Banater Schwaben Karlsruhe, Melanie Müller.........................................21 TV-Aufzeichnungen mit den Trachtengruppen Karlsruhe, Stefanie Kegler...........................26 Treffen der Jahrgänge 1944-1949, Gerry Kegler.......................................................................28 Tag der Heimat 2014 in Karlsruhe, Werner Gilde.....................................................................32 15. Schlachtfest in Frankenthal, Adam Tobias...........................................................................34 Allerheiligen 2014 ; Gedenkansprache am Denkmal in Karlsruhe, Josef Klein....................46 Während der Eisheiligen-Zeit in der alten Heimat, Elisabeth Martini....................................50 Emma auf Mamas Kindheitsspuren, Brigitte Hodis-Mayer......................................................56 Karlsruher OB Dr. Frank Mentrup im Heimathaus, Roswitha Csonti.....................................59 Karlsruher Stadtzeitung über Billed, Roswitha Csonti..............................................................61 Das Billeder Heimathaus und seine Gäste, Elisabeth Martini..................................................64 Skifreizeit 2014, Anna-Lena Herbst............................................................................................70 Banater Reisegruppe in Slowenien, Elisabeth Martini..............................................................72 Aus der Geschichte „der Billeder Kaschtell“, Hans Martini....................................................80 Protokolle des Billeder Kriegervereins, Hans Martini..............................................................84 1914 - Weggabelung in unserer Geschichte,Werner Gilde.......................................................90 Vor 100 Jahren: Urkatastrophe 1. Weltkrieg, Peter Krier.........................................................92 Liste der Gefallenen des 1. Weltkrieges, Aktualisiert von Peter Krier...................................102 Die hundertjährige Truhe und ihr dramatisches Schicksal, Marliese Knöbl (Wagner)........106 Vor 70 Jahren -vom Kampf um unsere Heimat, Peter Krier..................................................108 Lebensrettende Goldzähne, Peter Krier.................................................................................... 112 Josef Huber - ein Opfer der Enteignung, Josef Herbst............................................................ 112 Deutsche gegen Devisen - Ein Geschäft im Kalten Krieg, Elisabeth Packi......................... 116 Das Los im Umschlag, Hans Rothgerber.................................................................................. 119 Hilfsgüter nach Temeswar, der Partnerstadt von Karlsruhe, Robert Braun..........................120 Susanna Weber, Elisabeth Martini.............................................................................................124 Weil doch die Familie der sicherste Hafen ist, Helene Neumayer.........................................129 Strohbilder als Geschenkartikel, Maria Muhl..........................................................................130 Die Welt ist doch nicht so groß, wie ich dachte, Vanessa Prutean........................................132 Gewlball un Fetzepupp, Erika Weith, geb. Leidecker...............................................................136 De klone Matz von Johrmark, Nikolaus Kilzer ......................................................................140 Gedicht zum Jahresausklang, Marliese Knoebl........................................................................146 Goldenes Ehrenzeichen für Johann Mathis, Peter Krier, . .....................................................150 Susanna Ballmann, Elisabeth Martini.......................................................................................152 Nachruf auf Hans Frick (1938 - 2013), Hans Fink..................................................................155 Unserem Lehrer Friedrich Töpfer zum Gedenken, Brigitte Hehn.........................................156 Abschied von Jakob Schrottmann, Hannelore und Helmut Slavik.........................................158 Nachruf Elisabeth Follmer, Adam Tobias.................................................................................159 Website 3.0 der Billeder, Hans Rothgerber..............................................................................160 Statistik unserer Landsleute, Josef Herbst................................................................................164 Schach-Meisterschaft der Banater Schwaben 2014........................................................... 189 Weihnachtsgedanken, Hermine Schnur.....................................................................................190


Abendd채mmerung auf dem Billeder Kalvarienberg


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