TV-WESTERN- SERIEN Ein Sonderheft von
kult!
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NikMa Verlag • Eberdinger Straße 37 • 71665 Vaihingen E-Mail: goodtimes@nikma.de • Telefon: 0 70 42/37660-160 Fax: 070 42/37660-188
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NikMa Verlag Fabian Leibfried Eberdinger Straße 37 71665 Vaihingen/Enz Tel.: 0 70 42/37660-160 Fax: 0 70 42/37660-188 E-Mail: goodtimes@nikma.de www.goodtimes-kult.de www.facebook.com/goodtimeskult
Herausgeber:
Fabian Leibfried
EDITION
KSerriimeni
Editorial
Autor/Chefredakteur: Andreas Kötter
Mitarbeiter:
Matthias Auer, Sven Rachner, Philipp Roser, Thomas Wachter
Shop/Abonnements:
Andrea Leibfried, goodtimes@nikma.de
Grafische Gestaltung:
Andrea Zagmester, kult@nikma.de Kathleen Müller, grafik@nikma.de
Anzeigenverkauf:
Petra Czerny, anzeigen@nikma.de
Vertrieb:
IPS Pressevertrieb GmbH Postfach 1211 53334 Meckenheim Tel: 0 22 25/88 01-0
Druckerei:
Dierichs Druck + Media GmbH & Co. KG Frankfurter Straße 168 34121 Kassel
Erscheinungsdatum:
Fast zwei Jahrzehnte lang hatten vor allem Western-Serien das neue Medium Fernsehen bestimmt. Als die Cowboys, Sheriffs und ehrbaren Revolverhelden Ende der 60er Jahre aber allmählich ihrem letzten Sonnenuntergang entgegenritten, war die Zeit für neue Helden gekommen. Die waren Agenten, Detectives, Undercover-Cops oder Privatermittler und folgten der gleichen Maxime, die auch das Handeln der Westmänner bestimmt hatte. Einer Maxime, die besagte, dass man das Böse schlagen muss, wo immer man auf es trifft! Dass der eine oder andere an sich rechtschaffene Gesetzeshüter dabei bisweilen zu Mitteln griff, die alles andere als gesetzeskonform waren, gehörte längst zum Geschäft: Spätestens seit Mitte der 50er Jahre waren Leinwand- und Bildschirmhelden, ob im Wilden Westen oder in den Metropolen der Neuzeit, nicht mehr nur strahlende Saubermänner, sondern nicht selten auch gebrochene Charaktere. Mit der kult!-Edition Krimi-Serien" möchten wir diesen Männern (und in Ausnah" mefällen auch Frauen – die Emanzipation steckte damals noch in den Kinderschuhen) ein kleines, aber feines Denkmal setzen. Dass nicht jeder vertreten ist, der es möglicherweise verdient gehabt hätte, genannt zu werden, liegt in der Natur der Sache und auch dieses Magazins, das keine Enzyklopädie zum Thema sein kann. Wir bitten also um Verständnis, sollte ausgerechnet Ihr ganz besonderes Guilty Pleasure" keinen " Platz gefunden haben.
Oktober 2017, 1. Auflage
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Einzelheft: 6,50 € (Preis inkl. 7% MwSt.)
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Andreas Kötter Autor/Chefredakteur
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Bildarchiv Hallhuber © Kinowelt GmbH © Studiocanal © NikMa Verlag © Pressefotos Wir drucken auf umweltfreundlichem, chlorfrei gebleichtem Papier. Weiterverwendung aller in GoodTimes kult! Edition Western-Serien erschienenen Artikel, Interviews und Fotos etc. nur mit der Zustimmung des Herausgebers gestattet. Gerichtsstand: Stuttgart
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Seite 3
Inhalt
Seite 10
Auf der Flucht
Seite 34
Magnum
26 Percy Stuart Schürzenjäger auf Weltreise
3 Editorial / Impressum 37 kult!-Shop
28 Perry Mason Dauerbrenner im Gerichtssaal
41 kult!-Abonnement 50 kult!-Poster
30 Petrocelli Kein Perry Mason, aber ein feiner Kerl
6 Die Straßen von San Francisco (The Streets Of San Francisco) Die Knollennase, der Heißsporn und die Traumstadt 10 Auf der Flucht (The Fugitive) Reiseführer in größter Not
32 Quincy (Quincy M.E.) Doktor Tod 34 Magnum (Magnum, P.I.) Schnauzbart, Hot Pants und Ferrari
12 Cannon Der war dick, der Mann, aber alles andere als doof!
38 Polizeirevier Hill Street (Hill Street Blues) Polizisten sind auch nur Menschen …
14 Detektiv Rockford: Anruf genügt (The Rockford Files) Ein Schlitzohr auf Gangsterjagd
42 Mit Schirm, Charme und Melone (The Avengers) Traumpaar mit Durchschlagskraft
16 Hawaii Fünf-Null (Hawaii Five-0) Der Mann mit der Betonfrisur
44 Cagney & Lacey Frauen-Power und Plattfüße
18 Jason King / Department S Mit Schnauzer und Minipli die Welt retten
46 Shaft Sex-Maschine mit Ladehemmung
20 Toma / Baretta / Serpico Die Hippie-Cops
48 Mannix Ein Haudrauf mit Stil
24 Die 2 (The Persuaders!) Ziemlich unterhaltsamer Schund
52 Solo für O.N.C.E.L. (The Man From U.N.C.L.E.) ONKEL? – O.N.C.E.L.! Seite 4
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EDITION
Seite 66
Ihr Auftritt, Al Mundy!
Seite 78
54 Mini-Max oder Die unglaublichen Abenteuer des Maxwell Smart (Get Smart) Was passierte, als sich Mel Brooks mit 007 beschäftigte? 56 Miami Vice Die Glamour-Cops 60 Kobra, übernehmen Sie (Mission Impossible) Ohne Netz, aber mit doppeltem Boden 62 Einsatz in Manhattan (Kojak) Entzückend, dieser Glatzkopf!
Kreirmiein
Derrick
82 Die Profis (The Professionals) Zwei Staatsdiener lassen es krachen 84 Columbo Katz- und Mauskammerspiele 86 Kein Fall für FBI (The Detectives) Robert Taylor, aber nicht so viel mehr 88 Die Unbestechlichen (The Untouchables) Als man Feuer mit Feuer bekämpfte 90 Simon Templar (The Saint) James Bond für Anfänger
65 Dezernat M (M Squad) Ein Top-Cop mit leicht soziopathischen Zügen 66 Ihr Auftritt, Al Mundy (It Takes A Thief) Federleichtes Guilty Pleasure 68 Drei Engel für Charlie (Charlie's Angels) Feminismus? Sexismus? Guilty Pleasure!
92 Starsky & Hutch Best Buddys auch im richtigen Leben 94 Immer wenn er Pillen nahm (Mr. Terrific) Rezeptfreier Agentenspaß 96 Der Chef (Ironside) Frühe Inklusion Marke Hollywood
70 77 Sunset Street Eine 1A-Adresse 74 Der Kommissar Deutscher Krimi-Kult in Schwarzweiß 78 Derrick Oberinspektor Derrick: Blasiert, aber enorm erfolgreich 80 Der Alte Ein Krimi, so solide wie ein VW Käfer
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S
Die Straßen von San Francisco (The Streets Of San Francisco)
Nehmen wir einmal an, "Die Straßen von San Francisco" wären nicht beschützt worden von zwei TopCops wie Detective Lt. Mike Stone (Karl Malden) und seinem Youngster, Inspector Steve Heller (Michael Douglas). Wären sie dann ein weniger einladendes Pflaster gewesen? Mag sein, bezog die Serie einen Großteil ihres Reizes doch gerade aus dem Zusammenspiel des meist knurrigen, aber auch stets hochprofessionellen Stone mit seinem smarten, aber auch heißblütigen und bisweilen übers Ziel hinausschießenden Partner Heller (im US-Original Keller). Seite 6
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TV-Erstausstrahlung
in Deutschland
27. April 1974 bis 18. März 1977 im ZDF nd doch hätte dieses 70er-Jahre-Highlight wohl selbst ohne die beiden unvergessenen Exemplare des klassischen Phänotyps amerikanischer TV-Cops einen festen Platz im Fernsehmuseum beanspruchen können. Gehört die flirrende Titelsequenz bis heute doch zu den unbestrittenen Höhepunkten dieser Kunst. Der stakkatohafte, splitterartige Rausch der Bilder aus der kalifornischen Sehnsuchtsmetropole in Verbindung mit typisch symphonischem Soul Funk der frühen 70er Jahre, wie man ihn auch aus Blaxploitation-Movies à la „Superfly” oder „Foxy Brown” kennt, hatte und hat etwas süchtig Machendes, das auch nach dem x-ten Mal seine Wirkung nicht verliert. So wurde das
Stück Ende der 1990er Jahre, nun „San Francisco 99” betitelt, vom DJ-Duo Stone & Heller ohne allzu große Eingriffe auf die Höhe des damaligen Zeitgeistes gehievt. Keine andere Titelmusik, einmal abgesehen von Isaac Hayes’ "Shaft”, brachte das pulsierende Leben einer amerikanischen Mega-City so auf den Punkt wie dieser Track, der zudem – so viel Privates sei erlaubt – neben "Shaft” die einzige Titelmelodie ist, die es in meine ewige Song-Top-50 schaffen würde.
brachte einen zum Staunen. Noch nahezu in jeder Episode gab es eine Verfolgungsjagd, in der Regel per Pedes. Und dieser Stone war extrem gut zu Fuß. Vielleicht nicht besser als Heller, aber für einen Cop in seinen sehr späten Fünfzigern, wenn nicht frühen Sechzigern, doch allemal bewundernswert gut. Noch kurioser: Stones Hut saß ihm dabei wie festgeklebt auf dem Schädel und wurde so zum einen seiner beiden Markenzeichen. Das andere war seine monumentale Knollennase, die einen Eindruck davon vermittelte, was man unter einem Charakterkopf zu verstehen hat. Natürlich, Heller war der, der auch schon mal ein Mädchen abbekam. Stone (der „nur” seine Tochter Jeannie hatte) aber war der Mann mit enormer Erfahrung, dem man sein Leben ohne Weiteres anvertraut hätte. Und Maldens Performance war „outstanding”, wie die Amerikaner sagen, also schlicht und ergreifend herausragend. Auch wenn er bisweilen ein wenig schroff wirkte, so hätte man sich damals doch keinen besseren Reiseführer durch eine der wohl schönsten Städte dieses Planeten wünschen können.
Wie auch immer. „Die Straßen von San Francisco” war allemal eine harte, halbwegs realistisch anmutende Cop-Serie mit zwei ungleichen Partner, die man nichtsdestotrotz oder gerade deshalb alsbald ins Herz geschlossen hatte. Vor allem Karl Malden als Mike Stone
Darsteller Serienrolle Det. Lt. Mike Stone Inspector Steve Heller Inspector Dan Robbins Jeannie Stone Inspector Bill Tanner
Darsteller/in Karl Malden Michael Douglas Richard Hatch Darleen Carr Reuben Collins
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Gefilmt „on location” war die Serie so nicht nur Cop-Drama, sondern auch eine wunderbare Liebeserklärung an San Francisco. Wie sagte Malden selbst einmal: „Diese Serie hat drei Stars, Mike Douglas, mich und San Francisco!” Recht hatte die Knollennase, die in den 50er Jahren und bereits damals in fortgeschrittenem Alter an der Seite der ganz großen Stars und häufig in Klassikern wie in „Endstation Sehnsucht”, „Der Besessene” oder „Die Faust im Nacken” neben seinem Freund Marlon Brando, in „Der Scharfschütze” mit Gregory Peck oder in Alfreds Hitchcocks „Ich beichte” neben Montgomery Clift geglänzt hatte. Als er 2009 im beinahe biblischen Alter von 97 Jahren schließlich starb, wurde er zu Recht als einer der brillantesten Supporting Actors in der langen Geschichte Hollywoods gewürdigt. Nichtsdestoweniger dürfte er den meisten aber als Det. Lt. Mike Stone in Erinnerung bleiben.
Für Michael Douglas, als Sohn der Hollywood-Legende Kirk Douglas schon qua Abstammung mit Star-Genen gesegnet, war „Die Straßen von San Francisco” dagegen nicht Höhe-, sondern Ausgangspunkt
seiner Popularitätskurve. Schon wenige Jahre nach dem TV-Klassiker erlangte Douglas Starruhm mit respektablen Produktionen wie „Das China-Syndrom”, vor allem aber mit den beiden an die „Indiana Jones”-Storys angelehnten Abenteuer-Streifen „Auf der Jagd nach dem grünen Diamanten” und „Auf der Jagd nach dem Juwel vom Nil”. Und mit „Wall Street”, „Eine verhängnisvolle Affäre” und vor allem dem berühmt-berüchtigten Kamerablick direkt zwischen die – man munkelt baren – Schenkel von Sharon Stone in „Basic Instinct” wurde er schließlich zu einem der begehrtesten Leading Men der Traumfabrik. Gleichzeitig profilierte Douglas sich bereits früh als Produzent von Kassenknüllern wie „Einer flog über das Kuckucksnest” oder „Flatliners”. Mit unzähligen Seite 8
Preisen ausgezeichnet (u.a. je ein Oscar für „Wall Street” und „Einer flog über das Kuckucksnest”), gehört er heute zu den einflussreichsten Akteuren in Hollywood. Und spätestens seit seiner Ehe/ Trennung/Versöhnung mit Ca-
therine Zeta-Jones hat Douglas es „geschafft”, immer wieder mal auch auf den Titelseiten der Klatschgazetten aufzutauchen. Wie Karl Malden aber wird er Fifty-Somethings wohl vor allem für „Die Straßen von San Francisco” und als smarter, blendend aussehender Det. Steve Heller in Erinnerung bleiben. Apropos „in Erinnerung bleiben”: Die Tatsache, dass das Traumpaar Malden/ Douglas durch Douglas’ Abschied zu Beginn der fünften und letzten Staffel auseinandergerissen wurde und Richard Hatch als Inspector Dan Robbins an seine Stelle trat, ist aus dem kollektiven Seriengedächtnis wohl weitgehend gelöscht. Ein „Er war stets bemüht” war noch das Beste, das man über Hatchs Performance sagen konnte. Anfang des Jahres ist Hatch 71-jährig in Los Angeles verstorben.
DVD – Deutsche Fassung Die Straßen von San Francisco Staffel 1 und 2 Paramount (8 DVDs)
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(6 DVDs)
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Auf der Flucht
(The Fugitive)
In den frühen Jahren einer Kindheit in den 60ern wusste man über Amerika nicht viel mehr, als dass dort die Heimat der Indianer und Cowboys war. Das aber reichte allemal, um dieses so unermesslich große Land schon früh zu einem Ort der Verheißung zu machen. Ein Paradies, in dem (TV-)Helden alles erreichen konnten, wenn sie nur den Mut dazu aufbrachten! Und zum besten Reiseführer, den man sich damals nur hätte wünschen können, wurde ein Mann, der selbst in größten Nöten und der Flucht" war: "Auf Dr. Richard Kimble.
Reiseführer in größter Not S
o ziemlich alles, was einen Jungen von echtem Schrot und Korn Mitte der 60er Jahre brennend interessierte – etwa „Bonanza" und „Bessy", „Rauchende Colts" und „Rauhfell Kid" oder „Westlich von Santa Fé" und „Winnetou" –, war im wilden amerikanischen Westen zu Hause. Dass Amerika (respektive die USA) auch einen Norden, Süden und gar einen Osten hatte, darüber dachten die meisten von uns wohl kaum nach. Nur so viel ahnten wir - Amerika musste unvorstellbar groß und geradezu ein Schlaraffenland der (vermeintlich) unbegrenzten Möglichkeiten sein! Umso bereitwilliger und mit großen Augen folgten wir Dr. Richard Kimble (David Janssen), der uns zwar nicht gleich die Welt, zumindest aber die mannigfaltigen Befindlichkeiten in „God’s Own Country" nahebrachte. Seite 10
Wirklich freiwillig machte Kimble, der zu Unrecht des Mordes an seiner Frau angeklagt und schließlich zum Tode verurteilt worden war, das natürlich nicht. Der einarmige Mann, den er am Tatort überrascht haben wollte, war für die Behörden nicht mehr als ein Phantom und ein billiger Versuch, die Schuld auf den klassischen Phänotyp des geheimnisvollen Unbekannten abzuwälzen. Schnell aber ahnte selbst noch der naivste TVZuschauer: Der scheue, zurückhaltende Kimble, per se zunächst nicht mehr als ein Jedermann und der typische John Doe, wie die Amerikaner sagen, war nicht besser und nicht schlechter als der gemeine Durchschnittsbürger, ganz gewiss aber kein Mörder. Der Doktor vertraute zunächst auf den American Way Of Life, auf Recht und Gesetz. Umso mehr erschütterte das Todesurteil sein EDITION KRIMI 1/2018
Weltbild. Und doch schien sich Kimble in sein Schicksal zu fügen.
On the road und auf der Flucht Ein Schicksal, das dann aber anderes mit ihm vorhatte. Bei der Überstellung ins Gefängnis verunglückte der Zug, so dass dem Doktor die Gelegenheit zur Flucht geradezu aufgedrängt wurde. Zwar kamen die Häscher, insbesondere der hartnäckige Kommissar Philip Gerard (Barry Morse), der es sich zur Lebensaufgabe gemacht zu haben schien, den vermeintlichen Mörder der vermeintlich gerechten Strafe zuzuführen, immer wieder einmal bedrohlich nahe. Stets im letzten Moment aber war Kimble buchstäblich wieder „on the road": zurück auf der Straße. Ganz auf sich selbst zurückgeworfen, war er dann erneut „Auf der Flucht", die mit jeder neuen Episode von einer nur kurzen Rast unterbrochen wurde. Vier Jahre lang bot die Serie so nicht nur dramaturgisch erstklassig inszenierte Hochspannung, sondern vor allem
TV-Erstausstrahlung
in Deutschland
9. Juli 1965 bis 9. Dezember 1966 in der ARD
Darsteller Serienrolle Dr. Richard Kimble Kommissar Philip Gerard Donna Taft Fred Johnson, der Einarmige" " auch Americana pur. Denn auf der Suche nach dem Einarmigen, dem einzigen, der seine Unschuld hätte bezeugen können, streifte Kimble als moderner Odysseus und wie in einem imaginären Road Movie nach Jack Kerouac kreuz und quer durchs Land. Von den großen Städten im Osten über die Prärien des Mittelwestens hinauf in die Wälder und Berge von Montana und Wyoming führte ihn die Angst, erwischt zu werden, und dann doch wieder mitten hinein ins pralle Leben der Metropolen an der Westküste.
Darsteller/in David Janssen Barry Morse Jacqueline Scott Bill Raisch
Ein Hilfesuchender wird zum rettenden Engel
So wurde Richard Kimble für viele von uns ein ganz persönlicher Reiseführer. Und so, wie er selbst sein Heimatland erlebte, stellten wir uns Ende der 60er Jahre Amerika und die USA vor. Dabei zeigte „The Fugitive", so Barry Morse als der Originaltitel, ein Land, glänKommissar Philip Gerard zend und unermesslich reich auf der einen, aber auch schäbig und klein(-geistig) auf der anderen Seite. Oft wurde Kimble, selbst doch ein Hilfesuchender, zum rettenden Engel in letzter Sekunde für diejenigen, mit denen er auf seiner rastlosen William Windom Flucht in Kontakt kam. Oft waren das Gestrandete, Menschen am Rand der Gesellschaft, für die der amerikanische Traum aus dem einen oder anderen Grund längst zum Alptraum verkommen war. Und auch Kimbles eigener Alptraum schien nie enden zu wollen. Denn wirklich zum Greifen nahe war er dem Mörder seiner Frau während 118 langen Folgen kaum einmal. Dann aber, in einem dramatischen Showdown, brachten die beiden Bill letzten Episoden ihm doch noch Raisch als Fred die ersehnte Erlösung und dem Johnson Sender ABC am 29. August 1967 einen sensationellen Marktanteil von 72 Prozent. Damit war „Auf der Flucht" zu diesem Zeitpunkt die erfolgreichste Serie des USFernsehens und sollte das bis zur „Dallas"-Folge „Who Done It" („Wer hat auf J.R. geschossen?") im November 1980 auch bleiben. Weil „Auf der Flucht" zudem in den USA, Japan, Australien, Großbritannien und Kanada am selben Tag endete, ist die Serie in die Historie eingegangen als erstes TVL a g e r f e u e r, das damals die halbe Welt vor dem Bildschirm Jacqueline Scott fesselte. (Schwester von Kimble)
DVD – Deutsche Fassung Auf der Flucht Komplette Serie Paramount (32 DVDs)
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Cannon
Der war dick, der Mann, aber alles andere als doof!
Die frühen 70er Jahre waren die Zeit der Cop- und Privat-Eye-Serien. Im Rahmen dieses Berufsspektrums gab es harte, smarte Jungs wie Mannix, obercoole schwarze Tough Guys wie Shaft, Lollys lutschende, glatzköpfige Humanisten wie Kojak und unkonventionelle Trickbetrüger wie Rockford. Und es gab den kugelrunden Leckerschmecker Cannon. Seite 12
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TV-Erstausstrahlung
in Deutschland
15. Juni 1973 bis 19. September 1974 in der ARD
F
rank Cannon war ein Ex-Cop, der Frau und Sohn durch einen Autounfall verloren und daraufhin den Dienst quittiert hatte. Fortan arbeitete der mit korpulent noch schmeichelhaft beschriebene Cannon als Privatdetektiv. „Dick ist gemütlich", heißt es ja bekanntlich, und von gemütlicher Natur war dieser Frank Cannon allemal. Vielleicht war es gerade der (scheinbare) körperliche Nachteil gegenüber drahtig-fitten Kollegen wie Mannix, geschuldet einer Vorliebe für exquisites, gerne auch selbst gekochtes Essen, einen feinen Tropfen und für sein Schlachtschiff, einen riesigen Lincoln Continental Luxury, der Frank Cannon und damit auch „Cannon", der gleichnamigen Serie, mehr als nur einen Hauch von besonders entspanntem Laissezfaire gab. Der Detektiv war ein wahrer Bonvivant, der das gute Leben liebte, sich aber dennoch nicht scheute, die Dinge (und auch schon mal einen Gangster) hart anzupacken. So war ihm weder ein Laufbursche à la Kookie („77 Sunset Strip") und schon gar keine hübsche Sekretärin vergönnt. Nein, dieser Fünf-Zentner-Koloss war alles andere als ein Frauenheld. Was ihm aber an vordergründiger Attraktivität abging, das machte er mit seinem Charme und seinem messerscharfen Verstand allemal wett – was er sich gerne fürstlich bezahlen ließ. Eine Rolle, wie dem Schauspieler William Conrad auf den fetten Leib geschrieben. Conrad hatte Erfahrung mit der Verkörperung integrer, dem Gesetz und mehr noch der Wahrheit verpflichteter Männer. Zunächst hatte der Schauspieler mit
der sonoren Stimme als US-Marshall Matt Dillon in der Radiofassung von „Gunsmoke" von sich reden gemacht. Als die Serie später auf den Bildschirm wechselte, war aber klar, dass Conrad wegen seiner Figur für die Rolle des toughen Gesetzeshüters nicht in Frage kommen würde. Stattdessen entschied man sich für James Arness, dem die Rolle Weltruhm einbringen sollte. Conrad wiederum arbeitete zunächst als Regisseur und Produzent für Serien wie eben „77 Sunset Strip" und nicht zuletzt auch für „ G u nsm o k e " (hier zu Lande: „Rauchende Colts"). Als ihm später die Rolle des Frank Cannon angeboten wurde, ahnte er wohl intuitiv, dass ihm diese Figur buchstäblich auf den voluminösen Wanst geschneidert war. Und auch in späteren Krimiserien wie „Nero Wolfe" und „Jake und McCabe – Durch dick und dünn" (im Original weniger respektvoll „Jake And The Fatman" betitelt) machte er aus der Not seiner Leibesfülle eine gut bezahlte Tugend. Wie sagte Conrad doch einmal selbst(-ironisch): „Ich habe zwischen den Mahlzeiten ein wenig gemimt." Warum „Cannon" ausgerechnet bei uns so beliebt war und auch in der x-ten Wiederholung noch mehr als nur ordentliche Quoten erzielte, darüber darf spekuliert werden. Jedenfalls war William Conrad beim deutschen Publikum äußerst gern gesehen. Und als er gemeinsam mit Telly „Kojak" Savalas und Erik „Der Kommissar" Ode bei Rudi Carrells „Am laufenden Band" einen Gastauftritt hatte, war er es, der den größten Applaus bekommen haben soll ...
DVD – US-Fassung Cannon, Staffel 1–5
(6 DVDs)
(6 DVDs)
(6 DVDs)
(6 DVDs)
Cannon Season 1–5 (31 DVDs)
(6 DVDs)
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Detektiv Rockford: Anruf genügt (The Rockford Files)
EIN SCHLITZOHR AUF GANGSTERJAGD S
"Hier ist Jim Rockford. Bitte hinterlassen Sie Ihren Namen, Ihre Nummer, ich rufe zurück." Mit dieser Ansage auf Jim Rockfords Anrufbeantworter begann jede Episode von "Detektiv Rockford: Anruf genügt".
tatt eines lukrativen Auftrags gab es in aller Regel erst mal eine Hiobsbotschaft zu verdauen. „Sie schulden uns noch fünf Raten für den Pontiac, bis zur Bezahlung haben wir uns erlaubt, den Wagen in Kaution zu nehmen", war da zur Titelmelodie zu vernehmen. Eine Sekretärin hätte sich Jim Rockford (James Garner), der unschuldig fünf Jahre in St. Quentin eingesessen hatte, im Übrigen ebenso wenig leisten können wie ein Büro. Gerade für einen Wohnwagen am Strand von Malibu, in dem er hauste, und für den besagten Wagen, ein Pontiac Firebird, reichten seine Honorare. Die veranschlagte er zwar immer mit „200 Dollar pro Tag plus Spesen", aber immer wieder mal waren seine Auftraggeber am Ende nicht liquide. Jim Rockford war also kein Superdetektiv wie manch einer seiner TVKollegen. Seinen Revolver bewahrte er in der Keksdose auf, weil er eiSeite 14
nerseits Waffen ebenso konsequent ablehnte, wie er andererseits für buchstäblich alle Fälle ebenso konsequent ein ganzes Sammelsurium gefälschter Visitenkarten mit sich herumtrug.
Jim Rockford: Charmeur, Hasenfuß und Schlitzohr
Je nachdem, was verlangt war, trat er mal als Finanzbeamter auf, dann wieder als Angestellter der örtlichen Wasserwerke. Ein wahrer Charmebolzen war Rockford, aber bisweilen auch ein Hasenfuß, der schon mal Dresche bezog, wenn er sich nicht rechtzeitig in Sicherheit bringen konnte (das konterkarierte wunderbar Garners tatsächliche Rolle im Korea-Krieg, wo er zweimal mit dem „Purple Heart", einem der wichtigsten Tapferkeitsorden des US-Militärs, ausgezeichnet worden war).
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TV-Erstausstrahlung
in Deutschland
11. März 1976 bis 17. Februar 1977 in der ARD Ein Dummkopf war er allerdings nicht. Eher schon ein ausgemachtes Schlitzohr, eine humoristisch gefärbte Ausgabe von Raymond Chandlers existenzphilosophischem Privatschnüffler Philip Marlowe. Mal fand er Unterstützung bei seinem ehemaligen Mitgefangenen Angel, der allerdings im Zweifelsfall vor allem am eigenen Wohlergehen und dem eigenen Portemonnaie interessiert war. Mal musste er darauf vertrauen, dass ihm sein anderer Freund, Detective Dennis Becker von der Polizei Los Angeles, aus der Patsche helfen würde. Da musste Becker dann auch schon mal beide Augen zudrücken, wenn Rockford wieder einmal nach seinen ganz eigenen Regeln ermittelte, die Amtsanmaßung durchaus mit einschlossen. Immer und jederzeit verlassen konnte sich Rockford auch auf Rocky, seinen Vater, der sogar auf sein geliebtes Angeln verzichtete, wenn der Filius Probleme hatte. So vermochte der Privatdetektiv am Ende seine Fälle fast immer ebenso smart zu lösen, wie er zuvor vor allem seine weiblichen Kli-
Westernserie von Stadt zu Stadt, immer auf der Suche nach einem lukrativen Spiel. Und auch auf der großen Leinwand war James Garner längst eine große Nummer, als er Jim Rockford wurde. So war er zwischen 1955 und 1974, dem Start von „Detektiv Rockford: Anruf genügt", in den USA in einer ganzen Reihe von Filmen zu sehen, die heute längst als Klassiker gelten. So in John Sturges’ herausragendem (Anti-)Kriegsfilm „Gesprengte Ketten", ebenfalls unter John Sturges im Rache-Western „Die fünf Geächteten", in William Wylers bitterem Verleumdungsdrama „Infam" oder als Philip Marlowe in „Der Dritte im Hinterhalt" nach dem oben schon erwähnten Raymond Chandler. Und im Herbst seiner insgesamt mehr als ein halbes Jahrhundert währenden Karriere kehrte Garner – durchaus erfolgreich – mit acht TV-Movies sogar noch einmal als Jim Rockford auf den Fernsehschirm zurück ...
DVD – Deutsche Fassung Detektiv Rockford, komplette Serie, Universal Pictures (34 DVDs)
Detektiv Rockford Die Filme – Komplettbox Alive (8 DVDs)
Darsteller Serienrolle Detektiv Jim Rockford Joseph Rocky" Rockford (nur Pilotfilm) " Joseph Rocky" Rockford " Det. Dennis Becker Evelyn Angel" Martin " Lance White
Darsteller/in James Garner Robert Donlevy Noah Berry Jr. Joe Santos Stuart Margolin Tom Selleck
enten betreut hatte. Trotzdem war nach sechs Jahren in den USA Schluss. Nicht wegen einer enttäuschenden Quote, sondern weil Garner, der viele Stunts selbst ausführte, sich schwer an den Beinen verletzt hatte.
Detektiv Rockford TV Serie + Spielfilme Universal Pictures (34 DVDs) Detektiv Rockford, Staffel 1–6, Universal Pictures Staffel 1 – Teil 1 (4 DVDs)
Staffel 1 – Teil 2 (3 DVDs)
Staffel 2 – Teil 1 (3 DVDs)
Staffel 2 – Teil 2 (3 DVDs)
Staffel 3 – Teil 1 (3 DVDs)
Staffel 3 – Teil 2 (3 DVDs)
Staffel 4 – Teil 1 (3 DVDs)
Staffel 4 – Teil 2 (3 DVDs)
Staffel 5 – Teil 1 (3 DVDs)
Staffel 5 – Teil 2 (3 DVDs)
Staffel 6 (3 DVDs)
James Garner – erst Bret Maverick, dann Jim Rockford
„Detektiv Rockford" verabschiedete sich, allerdings nicht, ohne wenigstens noch einen ähnlich gestrickten Nachfolger zu präsentieren. So wurde in der letzten Staffel sein Kollege Lance White eingeführt. Und der wurde von niemand anderem gespielt als von Tom Selleck, der bald darauf als „Magnum" gecastet wurde und so die Ehre der sympathischen Privatdetektive hochhielt. Für James Garner bedeutete „Detektiv Rockford: Anruf genügt" bereits die zweite große TV-Serienrolle seiner Karriere. Schon zwischen 1957 und 1962 hatte Garner einen augenzwinkernden, auch schon mal auf Taschenspielertricks setzenden Helden gegeben. Als immer wie aus dem Ei gepellter Berufsspieler Bret Maverick zog er in der gleichnamigen
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Hawaii Fünf-Null
(Hawaii Five-0)
H
Eine rauschende Brandung, die an einen awaii Five-0" bzw. „Hawaii Fünf-Null", die Story um eine Po„ lizei-Elite-Einheit auf der Trauminsel („5-0" ist deren Kennexotischen Palmenstrand spült, romantische ziffer, zugleich aber auch eine Anspielung darauf, dass Hawaii der Sonnenuntergänge, bezaubernde Bikini- 50. Bundesstaat der USA ist), glänzte mit einer rasant-eleganten Girls und spektakuläre Wasserfälle – lange Titelsequenz (deren Melodie aus der Feder von Morton Stevens es bis auf Platz 4 der US-Charts brachte) und bevor "Magnum" Anfang der mit vielen Außenaufnahmen am Original80er Jahre Hawaii auch für schauplatz. So wurde komplett vor Ort und den Pauschal- und Neckerteilweise mit echten Cops gedreht, was schon einmal große Authentizität verlieh. mann-Touristen interesAuch das mag ein Grund dafür sein, dass sant machte, hatte längst die Serie mit 271 Folgen für Jahrzehnte eine andere Krimiserie dem die am längsten laufende Polizeiserie im US-Fernsehen bleiben sollte. Von 1968 bis geneigten TV-Zuschauer die 1980 waren die Detectives Steve McGarrett Schönheiten dieses para(Jack Lord) und Danny Williams (James diesischen Eilandes naheMacArthur) sowie deren Laufburschen im Einsatz gegen durchgeknallte Vietnamgebracht. Seite 16
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Veteranen, perfide Mafiakiller, kommunistische Saboteure und vor allem auch gegen McGarretts Lieblingsfeind, den chinesischen Gangsterboss Wo Fat (Khigh Dhiegh). Dabei ging es längst nicht immer zimperlich zu, so dass es verblüfft, dass über die gesamten zwölf Jahre Lord mit exakt derselben, an einen Helm erinnernden Frisur und einem einzigen Gesichtsausdruck spielen konnte. Emotionen waren die Sache dieses Schauspielers nicht, der bisweilen gar wie ein Opfer früher, verfehlter Gesichtschirurgie wirkte. Überhaupt war Lord wohl jemand, der sehr darauf achtete, dass das eigene Image den Gegebenheiten in Hollywood (Stichwort Jugendwahn etc.) stets genügte. So soll er bezüglich seines
TV-Erstausstrahlung
in Deutschland
Modern Art zu sehen waren, hatte sich finanziell an „Hawaii Five0" beteiligen lassen und brachte es so zum Millionär. Als er am 21. Januar 1998 im Alter von 77 Jahren in seinem Haus in Honolulu starb, hinterließ er ein Vermögen von 40 Millionen US-Dollar. Ein Vermögen, das der sich selbst als Philanthrop bezeichnende Schauspieler und seine Frau Marie in Gänze wohltätigen Einrichtungen der Insel vermachten. Dabei war Lord am Set häufig alles andere als ein Menschenfreund und soll mit seinen Allüren die Crew, vom Regisseur über die Kameraleute bis hin sogar zu seinem Co-Star James MacArthur, nicht selten in den Wahnsinn getrieben haben. Vermeintliche Überlegungen, den uneingeschränkten Star gar zum Gouverneur der Insel zu machen, dürften wohl auch deshalb nur ein – wenngleich sich hartnäckig haltendes – Gerücht sein. Zum allgemeinen Sprachgebrauch aber hat Lord auf jeden Fall etwas beigetragen. Denn McGarretts Aufforderung „Book ’em, Danno" („Buchte sie ein, Danny") wurde schließlich zum geflügelten Wort. Wo hier zu Lande „Derrick" seinen Harry meist zum Holen des Wagens losschickte, da schloss McGarrett seine Fälle und die jeweilige Episode stets mit dieser Formel ab.
Vom 30. Juni 1971 bis 26. Mai 1972 in der ARD
DVD – Deutsche Fassung
Darsteller Serienrolle Steve McGarrett Det. Danny Dan-O" Williams " Det. Chin Ho Kelly Det. Kono Kalakaua Wo Fat
Darsteller/in
Hawaii Fünf-Null, Staffel 1–12, Paramount
Jack Lord James MacArthur Kam Fong Zulu Khigh Dhiegh
Alters zumindest in der Biografie des ausführenden Senders CBS geflunkert haben. Wäre das dort genannte Geburtsdatum korrekt, hätte der smarte Jack die weiterführende Schule bereits mit sieben abgeschlossen gehabt!
(7 DVDs)
(6 DVDs)
(6 DVDs)
(6 DVDs)
(6 DVDs)
(6 DVDs)
(6 DVDs)
(6 DVDs)
(6 DVDs)
(6 DVDs)
(6 DVDs)
(5 DVDs)
Heute feiert man auf Hawaii einen "Jack Lord Day"
An der großen Popularität von „Hawaii Five-0" und Jack Lord änderten solche Lappalien aber nichts. So löste die Serie nicht nur einen Tourismusboom aus, sondern man feiert auf der Insel bis heute jährlich auch einen „Jack Lord Day". Lord, nicht nur ein begehrter Schauspieler, sondern auch ein erfolgreicher Maler, dessen Gemälde u.a. sogar im Museum Of
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Jason King / Department S
Mit Schnauzer und Minipli die Welt retten Über Stil und Geschmack spricht man nicht, beides hat man – oder eben auch nicht! Diese goldene Regel setzte "Jason King" – legt man heutige Stilmaßstäbe an – wohl doch tendenziell ein wenig außer Kraft. Denn mit Ausnahme der beiden Früchtchen von "Die Zwei", Lord Brett Sinclair (Roger Moore) und Playboy Danny Wilde (Tony Curtis), hat wohl kaum ein anderer TV-Star so viel selbstreferenziellen, aber auch köstlichspinnerten Mumpitz erzählt wie Mr. Jason King (Peter Wyngarde), seines Zeichens KrimiAutor mit typisch britischem Spleen und Titelheld der gleichnamigen Serie.
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escheidenheit war jedenfalls gewiss nicht Kings erste Zier. Wie bei „Die Zwei" sorgte auch hier die deutsche Synchronisation für pure Freude und dafür, dass Kings Wortwitz stets mit seiner extra-ordinären Erscheinung mithalten konnte. Auf den ersten Blick und aus heutiger Sicht mag der Mann ja ein eitler Fatzke gewesen sein. So, wie er damals herumlief, mit Schnauzer und Minipli, mit Kettchen hier und Ringen dort und obendrein oft genug bunt gewandet wie ein Pfau, würde man heute wahrscheinlich nicht einmal zum Karneval gehen. Damals aber, in den frühen 70er Jahren, waren „Jason King", die Serie
sowie Jason King, die Kunstfigur, tatsächlich so etwas wie Stilikonen. Nicht zuletzt lässt sich der Einfluss der Serie zum Beispiel durchaus wiederfinden in komisch-schrägem Unfug wie der „Austin Powers"-Reihe.
Peter Wyngarde – Stilikone der 70er Harald Keller erzählt in seinem lesenswerten Buch „Kultserien und ihre Stars" davon, dass King-Darsteller Peter Wyngarde 1970 von Radio Luxemburg gar zum bestgekleideten Mann Europas gewählt worden sein soll. Wyngardes Jason King war ein BilderbuchDandy, der alle anderen TV-Dandys wie Seite 18
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TV-Erstausstrahlung
DVD – Deutsche Fassung
in Deutschland
Jason King Komplette Serie Netwerk (8 DVDs)
Jason King, Teil 1+2 Koch Media (8 DVDs)
"Jason King": 30. Januar 1973 bis 17. Juli 1973 im ZDF "Department S": 29. Dezember 1970 bis 19. Oktober 1971 im ZDF die oben genannten „Die Zwei" noch übertraf. Und selbstverständlich gehörte eine stets attraktive weibliche Staffage ebenso zu ihm wie besonders exotische Örtlichkeiten, an denen er sich plötzlich in irgendwelche Fälle verwickelt sah. Apropos weibliche Staffage und exotische Örtlichkeiten: Tatsächlich wurde Wyngarde irgendwann Mitte der 70er Jahre mit dem Lkw-Fahrer Richard Jack Whalley in eindeutiger Position auf einer Londoner Herrentoilette gesichtet, so dass sein Image als Frauenheld zunächst einmal perdu war. Bei genauerer Betrachtung aber leistete der gute Mann selbst mit diesem Fauxpas Schrittmacherdienste. Schließlich erlaubte sich mehrere Jahrzehnte später auch der mittlerweile verstorbene Pop-Superstar George Michael eine ähnlich öffentlichkeitswirksame Romanze. Wyngarde war in den 50er Jahren übrigens kurz mit der Schauspielerin Dorinda Stevens verheiratet, so dass seine sexuelle Orientierung durchaus ähnlich rätselhaft scheint wie seine Herkunft. Während manche Quellen Marseille als Geburtsort nennen und seinen Vater als britischen Diplomaten ausweisen, wollen andere, verlässlichere, wissen, dass Wyngarde vermutlich wie sein Vater, der bei der britischen Handelsmarine war, in Singapur geboren wurde. Wie auch immer, ein besonderer TV-Erfolg war „Jason King" trotz Wyngardes Paradiesvogel-Image nicht.
Department S" – früher "Vorgänger von Akte X" " Dem Spin-Off des wesentlich erfolgreicheren britischen Agentenklassikers „Department S" fehlte eben schlichtweg dessen dramaturgische Güte. Kings Mätzchen allein trugen hier nur bedingt, während das „Department S"-Trio (Department S war so eine Art schnelle Einsatztruppe von Interpol), bestehend aus der Computerexpertin Annabelle Hurst (Rosemary Nichols), dem amerikanischen Haudrauf Stewart Sullivan (Joel Fabiani) und eben King, ein ums andere
Jason King, Teil 1+2 Koch Media (4 DVDs)
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Department S, Vol. 1– 4, Crest Movies
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Mal mindestens England, wenn nicht gar die Welt retten musste. Mal waren die Bewohner eines ganzen Dorfes verschwunden, wie in der programmatisch betitelten Folge „Die Rat t e n f ä n g e r von Hambledown", dann wieder landete ein Flugzeug in LondonHeathrow – allerdings ohne Crew und Passagiere! –, so dass man über dem „Boeing-Rätsel" zu brüten hatte. Alles in allem wehte hier durchaus ein vorweggenommener Hauch von „X-Factor" oder „Akte X". Nach nur einer Staffel entschieden sich die Macher dennoch, die Serie abzusetzen. Man glaubte erkannt zu haben, dass die Figur des Jason King in einem Spin-Off noch größeres Zuschauerpotenzial haben würde. Per se kein dummer Gedanke, aber letztlich doch ein grandioser Irrtum. Kings Solo-Abenteuer konnten an Einfallsreichtum nun mal längst nicht mit „Department S" mithalten. Zudem fehlten dem Titelhelden seine Ex-Partner, mit denen er sich bei „Department S" wunderbar (un-)sinnige Wortgefechte geliefert hatte. Dem geneigten DVD-Käufer ist deshalb zu raten, im Falle eines Haushaltssparbeschlusses zunächst die Dienste von „Department S" in Anspruch zu nehmen.
Darsteller Serienrolle Jason King Rosemary Nichols Stewart Sullivan Sir Curtis Seretse EDITION KRIMI 1/2018
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Darsteller/in Peter Wyngarde Annabelle Hurst Joel Fabiani Dennis Alaba Peters
Toma / Baretta / Serpico
Die Hippie-Cops "Toma", "Baretta" und "Serpico" – diese drei US-Krimiserien der Mittsiebziger Jahre verband mehr als nur die Tatsache, dass der Nachname des Hauptcharakters auch den Titel gab. Frank Serpico, David Toma und Tony Baretta waren Cops in einer Zeit, in der Autoritäten auf breiter Basis hinterfragt, kritisiert oder gar abgelehnt wurden. So waren die drei Protagonisten allesamt Einzelgänger und unkonventionelle Typen, die nur selten geschniegelt und gestriegelt auftraten, sondern eher daherkamen wie die Drogendealer und Gangmitglieder, denen sie auf der Spur waren. So eine Art Hippie mit Blechmarke waren diese Gesetzeshüter, die ohne Sidney Lumets Kinomeisterstück "Serpico" mit Al Pacino in der Hauptrolle kaum denkbar gewesen wären. Seite 20
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ie wahre Geschichte des New Yorker Cops Frank Serpico (vom jungen Al Pacino hinreißend interpretiert), der seinen Job zunächst voller Stolz antritt, schnell aber erkennen muss, dass innerhalb der New Yorker Polizei die Korruption wie ein Krebsgeschwür um sich greift, gehört mit seinem grimmigen, gesellschaftskritischen Realismus zu den großen Meisterwerken des NewHollywood-Kinos der 70er Jahre und ist neben „Prince Of The City", ebenfalls von Lumet, einer der besten Cop-Filme überhaupt.
TV-Erstausstrahlung
in Deutschland
Serpico – zunächst ein Erfolg im Kino
Da lag es für Hollywood durchaus auf der Hand, den Erfolg von der großen Leinwand auch auf den kleinen Bildschirm zu bringen. Ein anderer RealLife-Cop aber war Serpico diesbezüglich voraus. „Toma", ebenfalls authentisch und basierend auf dem Leben des Newark-Polizisten David Toma, startete Anfang 1973 und damit einige Monate, bevor „Serpico" ins Kino kam (was allerdings nicht ausschließt, dass „Toma" dennoch vom dem Film zugrunde liegenden gleichnamigen Buch beeinflusst wurde). Der echte Toma hatte sich durch viele Verhaftungen, die ihm häufig dank cleverer Verkleidungen gelungen waren, einen Namen gemacht und war so zum Thema in Hollywood geworden. Mit Tony Musante, einem am 30. Juni 1936 in Bridgeport, Connecticut, geborenen Italo-Amerikaner, der bereits seit Anfang der 60er Jahre sowohl Kino- als auch TV-Erfahrung gesammelt und 1967 im grandiosen Jugendgewaltdrama „Incident ... und sie kannten kein Erbarmen" brilliert hatte, war der passende „Toma"-Darsteller alsbald geTony Musante funden (der echte Toma hatte mehrere kleine Auftritte in der Serie). Musante gab die Rolle mit großem Realismus, wie die Serie überhaupt an Authentizität nicht sparte. Das brachte ihr schnell den Vorwurf übertriebener Gewaltdarstellung ein – was aus heutiger Sicht allerdings übertrieben wirkt. Grundsätzlich waren Simon Oakland und Tony Musante die Kritiken der ersten Staffel aber durchaus positiv, so dass einer zweiten eigentlich nichts im Wege gestanden hätte. Eigentlich – denn Tony Musante hatte andere Vorstellungen. Schon vor Drehbeginn hatte er den Machern mitgeteilt, dass er nur für eine Staffel bereitstehen würde, um nicht über einen längeren Zeitraum an eine einzige Rolle gebunden zu sein.
1. Oktober 1983 bis 17. März 1984 im ZDF
Weil Tony Musante ausstieg, wurde aus " Toma" dann " Baretta"
Das aber hatte man bei ABC, dem ausstrahlenden Sender, nicht ernstgenommen, so dass man gezwungen war, einen „neuen" Toma zu suchen – oder die Serie einzustellen. Tatsächlich aber lief die Entscheidung auf eine Lösung in der Mitte zwischen diesen beiden Optionen hinaus. Da man den etwaigen neuen Hauptdarsteller nicht von Beginn an einem gewissen Erwartungsdruck aussetzen wollte, entschieden sich die Produzenten dazu, nur das nackte Konzept der Serie – unkonventioneller Einzelgänger-Cop geht in Zivil auf Gangsterjagd – zu übernehmen, ansonsten aber keine inhaltlichen Überschneidungen zuzulassen. So wurde aus David Toma 1975 Tony Baretta, ein weiterer Cop mit dem Hang zu cleveren Verkleidungen, der vier Staffeln lang die New Yorker Gangster aufmischte. Baretta
Robert Blake: Vom kleinen Strolch zum großen Bösewicht? lebte in einem heruntergekommenen Hotel, und sein bester Freund war Fred, ein weißer Kakadu. Im Gegensatz zu Toma, dem die Macher entsprechend seinem Vorbild eine Ehefrau und Kinder spendiert hatten, setzte Baretta auf wechselnde Frauenbekanntschaften. Gespielt wurde er von Robert Blake, dessen Hollywood-Karriere bereits als Kind mit einer regelmäßigen Rolle in der Kurzfilmserie „Die kleinen Strolche" und mit kleineren Rollen, so im Abenteuer-Klassiker „Der Schatz der Sierra Madre", begonnen hatte. 1967 glänzte Blake in der Verfilmung des Truman-Capote-Tatsachenromans
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