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GoodTimes 2019-04

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Wayne Fontana • Phil Wainman • Tony Carey • Wir • Savoy Brown • Epitaph • Rory Gallagher • Foghat • UFO

uber 200 CD/LP-

Kritiken

D:  6,50

• Schweiz CHF 12,00 • A • L • NL • I • B:  7,00 •

4/2019 (Nr. 161) • August/September • www.goodtimes-magazin.de

2000 Konzert-Termine uber

n i l e p p e Z d e L Jethro Tull A m e r i ca s e n o J n a i r B on t p m a r F r e t e P Interview mit woodstock

Fotograf Elliott Landy

Bruce Springsteen • Chris de Burgh • Searchers • Hollywood Vampires • ZZ Top • Andy Bown • Top Topham


EDITORIAL

IMPRESSUM Anschrift:

wird in uber 30 Ländern der Welt gelesen!

NikMa Verlag Fabian Leibfried Eberdinger Straße 37 71665 Vaihingen/Enz Tel.: 07042/37660-160 Fax: 07042/37660-188 E-Mail: goodtimes@nikma.de www.goodtimes-magazin.de www.facebook.com/goodtimesmagazin Herausgeber und Chefredakteur: Fabian Leibfried (fl) Mitarbeiter: Matthias Auer (ma), Norbert Arndt, Jens-Uwe Berndt (jub), Horst Berner (hb),­Marc Bloemeke (mb), Rüdiger Bloemeke, Lothar Brandt (lbr), Paul Breit­bach, Mathias Buck, Petra Czerny (pc), Heinz Dietz, Winfried Dulisch (wd), Michael Fuchs-Gamböck (mfg), Hans-Jürgen Günther (hjg), Ralf Günther (rg), Christof Hammer (ch), Hartmut Hennig (Fotos), Christian Hentschel (che), Teddy ­Hoersch, Pauline Kingsbury (pk), Andreas Kötter (ak), Tino Krauter (tk), Willi Kuper (Fotos), M ­ adita Leibfried (ml), Niklas L­ eibfried, ­Alexander Neumann (an), Helmut Ölschlegel (­ Fotos), Jörg Palitzsch (jp), Ralf G. Poppe (rgp), Sven ­Rachner (sr), P­ hilipp Roser (pro), Frank Schuster (frs), Ulrich Schwartz (us),­­Peter ­Seeger (p), Claudia Seeger-Wedeleit (csw), Christian Simon (cs), Björn Springorum (bsp), Alan Tepper (at), Claudia Tupeit (ct), Uli Twelker (utw), Thomas Wachter (tw), Frank Witzelmaier (fw)

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Liebe Leserinnen und Leser,

August/September 2019

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nter den Leserbriefen finden Sie diesmal ein Schreiben, das uns der frühere Scorpions-Schlagzeuger Wolfgang Dziony zukommen ließ, dem wir in der letzten Ausgabe eine Geschichte gewidmet hatten. Zugegeben, es passiert nicht allzu häufig, dass Künstler sich bedanken, wenn wir über sie berichtet haben. Aber Dzionys Brief macht auch ein Dilemma deutlich: Obwohl wir im deutschsprachigen Raum das auflagenstärkste Magazin für die Musik der 60er bis 80er Jahre sind, kennen uns immer noch zu wenige Fans und potenzielle Leser, selbst wenn sie von Berufs wegen" als praktizierende Musiker oder Musikliebhaber " eigentlich genau zu unserer Zielgruppe gehören – wie eben beispielsweise Wolfgang Dziony. Deshalb möchte ich Sie an dieser Stelle herzlich bitten: Machen Sie in Ihrem Bekanntenkreis auf GoodTimes aufmerksam, um Schläfer", wie sie im Branchenjargon " genannt werden, auf unser Magazin hinzuweisen. Auf der anderen Seite erfreuen uns kleine Erfolgserlebnisse natürlich, die zugleich auch Wertschätzung unserer Arbeit bedeuten. Vor allem in Deutschland schätzen uns zahlreiche Musiker, Labels und Promotionagenturen, wie wir aus vielen Gesprächen wissen. Und so passiert es eben, dass wir Interviews oft auch mit Künstlern führen können, die eher zurückhaltend sind, was das betrifft. Ob es nun Howard Jones, Tony Hadley oder Lynyrd Skynyrd sind, um nur jüngste Beispiele zu nennen. Und worauf wir besonders stolz sind: Roger Daltrey gab eines seiner nur drei deutschen Interviews" – neben einer " Tageszeitung und einer Presseagentur – GoodTimes! Und bei Peter Frampton waren wir gar einer von nur zwei deutschen Gesprächspartnern …

Viel Spaß beim Schmökern wünscht Ihnen

Fabian Leibfried Herausgeber/Chefredakteur

GoodTimes ist auf umweltfreundlichem, chlorfrei gebleichtem Papier gedruckt! Weiterverwendung aller in GoodTimes erschienenen Artikel, Interviews, Discographien, Fotos, Rezensionen etc. nur mit der Zustimmung des Heraus­gebers gestattet. Gerichtsstand: Stuttgart

GoodTimes 4/2019

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Music from the 60s to the 80s

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INHALT

22 Led Zeppelin

12 Titelstory

stories 12 Roger Daltrey

39 Heather Nova

40 Label-Porträt

• Flinke Fäuste, große Klappe und Tommy im Spiegel • Interview über TOMMY ORCHESTRAL und das langersehnte neue Who-Album

18 Jethro Tull

Die neuen Schätze sind gehoben

California Dreaming

Diesseits und jenseits des großen Teichs

Americana international

Querköpfe unter sich

64 W-Fest

Aus Alt mach Neu

39 ZZ Top

Die Macht der drei

63 Isildur's Bane & Peter Hammill

36 Chris de Burgh

... aus allen Blickwinkeln

62 May Blitz

29 Curse Of Lono

Phil Wainman

60 Woodstock-Fotograf Elliott Landy

28 Epitaph

Schwieriger Spagat zwischen Schlager-Pop und Prog-Rock-Epen

56 Produzenten-Serie

27 Bruce Springsteen

Der blonde Hans" mal zwei "

Deutschsprachige Musik von 1960 bis Ende 1980

54 Wolfgang Ziegler (Wir)

Abschied auf Raten

27 Rory Gallagher

Beat-Fürsten aus Manchester

52

Geplant: Open end ...

26 Peter Frampton

Rockende Blutsauger

50 Wayne Fontana & The Mindbenders

Erwacht aus dem Traum des Lebens

25 Kim Simmonds (Savoy Brown)

Hippie-Tagträumereien

49 Hollywood Vampires

Geplanter Triumphzug endet in totaler Katastrophe

24 Brian Jones

Zwischen Haupt- und Nebenjob

48 America

Zwischen Grateful Dead und Pink Floyd

22 Led Zeppelin (Teil 7)

Die langsame Eroberung Deutschlands

42 Andy Bown

18 auf einen Streich!

21 Lord's Family

Golden Robot Global Entertainment

42 Roger Earl (Foghat)

Album Cover Art Galerie #20: Stand Up

20 Tony Carey

Frei sein mit Narben auf der Seele

Zeitschleife einmal im Jahr

114 Pete Lincoln – Travis – Starry Eyed And Laughing

Fünf Jahrzehnte Kaktus-Blues

Die nächste Seite

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... zuguterletzt

erscheint am 20. September 2019

GoodTimes 4/2019

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Music from the 60s to the 80s


NEW!

Ausgabe Nr. 161, August/September 2019

18 Jethro Tull – Album Cover Art

24 Brian Jones

26 Peter Frampton

48 America

rubriken

features

Roger Daltrey Im November 1965 hätte alles schon vorbei sein können: Roger Daltrey, Sänger der damals vermutlich gefährlichsten Band der British Invasion, wurde gefeuert. Dabei war die Single "My Generation" gerade erst erschienen, mit der The Who in ihrer Heimat erstmals an der Top-Position kratzten. ... weiter Seite 12

Tony Carey Seine ersten unerfreulichen Erfahrungen machte der amerikanische Sänger/Keyboarder Tony Carey, als er mit seiner ersten Profiband Blessings von ABC Dunhill unter Vertrag genommen und ins Studio geschickt wurde. Mit dem Starproduzenten Gary Katz (Steely Dan) tüftelte die Gruppe eineinhalb Jahre – ohne Er... weiter Seite 60 ... weiter Seite 20 gebnis.

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Impressum/Editorial Inhalt Aktuelles – Neues aus der Szene Verstorbene Shop Abo-Bestellschein Kleinanzeigen GoodTimes-Newcomer: Freya Ridings Kolumne Christian Simon #42: Searchers Was macht eigentlich …? Anthony " Top" Topham (Yardbirds) History Pics Charts GoodTimes-Tipp: Jini Meyer Runde Geburtstage Gedenktage CD/Vinyl-Rezensionen DVD/Blu-ray-Rezensionen Buch-Rezensionen Konzertberichte: UFO • ZZ Top • Eric Burdon • Neil Young • Phil Collins • Mark Knopfler • Men At Work • Kiss Tourneen & Festivals Konzertkalender Kreuzworträtsel + Verlosung Leserbriefe

GoodTimes 4/2019

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Music from the 60s to the 80s

MILLER ANDERSON Woodstock,

1000 Clubs & Royal Albert Hall Miller Anderson / Uli Twelker

English & German! Just £ 15,00 / € 15,00 (+ 3,00 P&P) ISBN 978-3-00-062872-6 ulitwelker@gmail.com Giro & PayPal Nach 55 Jahren von Strat- und StraßenService – keine Ende abzusehen! – hat Miller Geschichten zu erzählen – und das nicht zu knapp! Hier also sein BUCH irrer Anekdoten – dazu biografische Notizen und musikalische Zitate.

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Während des vergangenen Jahrzehnts hat die Miller Anderson Band in jeder Saison mehr Fans angelockt. Einigen von ihnen ist noch immer nicht klar, dass sie einen Woodstock-Veteranen erleben – Anderson spielte auf der Hippiewiese als Frontmann der Keef Hartley Band. Später verhalf er Marc Bolans T. Rex zu Rock-Meriten, tourte ein Vierteljahrhundert mit der Spencer Davis Group. Und er kann Geschichten erzählen, die sich von Mountain bis zu Jon 5 Lord erstrecken.


NEWS

Als Anti-Konformisten bezeichnen sich die Musikerinnen der in Los Angeles beheimateten Band Bones UK um die Sängerin Rosie Bones und Gitarristin Carmen Vandenberg. Für Aufsehen hatten die aus London stammenden Musikerinnen gesorgt, als Rock-Ikone Jeff Beck sie 2016 an Bord geholt hatte, um sein Album LOUD HAILER aufzunehmen und ihn auf Tour zu begleiten. Jetzt präsentiert sich die Band mit ihrem selbst betitelten Debüt­ album+++ 25 Jahre vergingen zwischen THE SEARCH FOR XERXES und dem 2016 erschienenen Album IT'S A REAL COOL BABY der englischen Punkcombo Johnny Moped. Diesmal haben die Londoner, die als Bindeglied zwischen Pub Rock und Punk gelten, deutlich weniger Zeit ins Land gehen lassen, um mit LURRIGATE YOUR MIND eine neue Scheibe unters Volk zu bringen+++ Der britische Schauspieler Johnny Flynn wird in einer Filmbiografie den 2016 verstorbenen David Bowie spielen. „Stardust" soll den Aufstieg des Sängers und seinen ersten Trip nach Amerika 1971 beleuchten. Dieser hatte Bowie zu seiner Kunstfigur Ziggy Stardust inspiriert. Die Dreharbeiten haben im Juni begonnen, Regie führt Gabriel Range. Flynn (35) hat bereits mehrere Alben mit seiner Band The Sussex Weit veröffentlicht+++ Anzeige

Krokus aus Solothurn ziehen den Stecker. „Jede Party hat mal ein Ende", sagen Sänger Marc Storace und seine Kollegen. Am 7. Dezember werden sie zum Abschluss ihrer „Adios Amigos Tour" im Zürcher Hallenstadion zum letzten Mal gemeinsam auf der Bühne stehen. Im Spätherbst 1975 hatte die Krokus-Erfolgsgeschichte in einem Übungskeller in Solothurn begonnen, Anfang der 80er Jahre bescherten die Alben METAL RENDEZ-VOUS und HARDWARE den Durchbruch in den USA. Am 27. März 1982 füllten sie als erste Schweizer Band das Zürcher Hallenstadion, wo sie bald Abschied nehmen werden. Die Bandmitglieder haben sich vertraglich verpflichtet, später nie wieder unter dem Namen Krokus aufzutreten+++

Sein erstes Solo-Album seit knapp 20 Jahren hat Gitarrist John Sykes angekündigt. Der frühere Saitenschwinger von White­ snake, Thin Lizzy und Anführer von Blue Murder hat einen entsprechenden Vertrag beim australischen Label Golden Robot unterschrieben, bei dem das Album noch in diesem Sommer erscheinen soll+++ Nicht weniger als vier DVDs und sieben CDs umfasst das Boxset mit den „Rockpalast"-Auftritten von Bap. Zum ersten Mal waren die Kölner MundartRocker am 28.11.1981 in der Hamburger Markthalle Gast des WDR. Da hatte die Band gerade ihr Erfolgsalbum "FÜR USSZESCHNIGGE! mit dem Erfolgssong "Verdamp lang her" veröffentlicht, stand auf #1 der Charts – wenig später gab es für eine Million verkaufter Tonträger Doppelplatin. Das nächste Mal waren Bap am 28.8.1982 auf der Loreley im „Rockpalast" zu erleben, zwei Tage später veröffentlichten sie VON DRINNE NOH DRUSSE (ebenfalls Doppelplatin). Im März 1986 folgte die Essener Grugahalle, der Auftritt vom 8. November 1996 zeigte die Band personell verändert: Die langjährigen Mitglieder Steve Borg (p, b) und Manfred Boeker (perc, b) hatten Bap verlassen. Aktuell arbeitet Wolfgang Niedecken an einer neuen Scheibe. „Es wird ein Rockalbum", sagte der Bandleader+++

„PopStop – das Musikradio" – immer freitags zum Erscheinen unseres Heftes gibt es eine GoodTimes-Sondersendung (19 bis 20 Uhr), in der die neueste Ausgabe vorgestellt wird (die Sendung wird dann mehrfach wiederholt). „PopStop" sendet Musik­ titel mit Format – ohne formatierte Musikzusammenstellung+++ Im eigenen Studio im Dachgeschoss seines Hauses in Massachusetts hat der britische Sänger Lloyd Cole sein neues Album GUESSWORK eingespielt, das in diesen Tagen erscheint. Cole produzierte das Werk in Eigenregie und schrieb alle Songs selbst – mit zwei Ausnahmen: "Remains” und "When I Came Down From The Mountain” verfasste er gemeinsam mit Blair Cowan. Erstmals seit dem Split von Coles früherer Band The Commotions hat er wieder mit den beiden Ex-Kollegen Neil Clark (g) und Blair Cowan (keys) zusammengearbeitet+++

© Pressefoto

Den Titel BACKBONE haben Status Quo ihrem neuen Studio-Album gegeben, das ab 6. September erhältlich sein wird. Es ist das erste Opus ohne Rick Parfitt und die erste Studioscheibe seit acht Jahren (QUID PRO QUO). Die heutige Besetzung mit Co-Gitarrist Richie Malone (seit 2016 dabei) hat mittlerweile 130 gemeinsame Shows gespielt und dafür zehntausende Kilometer zurückgelegt. Drei Songs hat Bandleader Francis Rossi mit seinem alten Kumpel (und inoffiziellen Bandmitglied) Robert „Bob" Young verfasst, zudem haben alle Gruppenmitglieder musikalische Beiträge geleistet. Selbst innerhalb der Band habe es zunächst Widerstand gegen ein neues Album gegeben, räumte Rossi ein. „Das neue Material musste richtig gut sein – viele Dinge haben sich verändert, und wir sind viel angreifbarer als früher." Doch Malone und Drummer Leon Cave hätten so viel frischen Wind eingebracht, dass er nun mit dem Resultat zufrieden sei, sagte Rossi+++

MUSIK FÜR JUGENDLICHE wird das neue Album des Schriftstellers, Musikers, Regisseurs und Entertainers Rocko Schamoni­ heißen, das nach zwölfjähriger Veröffentlichungspause (unter eigenem Namen zumindest) zu seinem 35-jährigen Bühnenjubiläum am 6. September erscheinen wird. „Nun hat sich wieder genug angesammelt: Töne, Noten, Stimmungen, Akkorde, Worte, Melodien, Sentimentalitäten, Liebesbekundungen, Referenzen, schlicht: Musik", hieß es in der Ankündigung der Platte. Schamoni hatte nach seinem letzten Album ROCKO SCHAMONI & LITTLE MACHINE 2007 der Musikproduktion und dem ewigen ermüdenden Veröffentlichungsreigen abgeschworen+++

Metallica-Frontmann James Hetfield hat­­ das Metier gewechselt und gibt sein Leinwanddebüt. Er spielt in „Extremely Wicked, Shockingly Evil And Vile" einen Highway-Patrol-Officer. Der Film handelt von dem Serienkiller Ted Bundy, der in den 1970er Jahren einer der meistgesuchten Mörder Amerikas war+++ Sie sind seit Jahrzehnten der internationale Rock-Exportartikel Nummer eins der Schweiz, doch damit ist es bald vorbei:

Rock + Pop Memorabilia

Die musikalischen Kreuzfahrten durch die Karibik erfreuen sich offensichtlich immer größerer Beliebtheit, auch bei der etwas älteren Kundschaft. Denn die peilen die Veranstalter der „70s Rock & Romance Cruise" (15. bis 22. Februar) an, wie ein Blick auf die mitreisenden und bühnenaktiven Musiker zeigt. Mit dabei sein werden America, Cheap Trick (Special Appearance am 18.2.), Don Felder (Ex-Eagles), Randy Bachman, Todd Rundgren, Jefferson Starship, Rita Coolidge, Ambrosia, Pablo Cruise, Stephen Bishop, Peter Beckett's

Wall Of Fame • P.O. Box 1950 • 48580 Gronau Tel.: 0171/7412584 • eMail: info@wall-of-fame.de Internet: www.wall-of-fame.de Goldene Schallplatten, Signaturen etc. von Abba bis Zappa. Das weltweit größte Angebot an Raritä­t en aus dem Bereich Rock + Pop Memorabilia. Anfragen bitte telefonisch. Seite

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Music from the 60s to the 80s

Player und noch einige mehr werden sich unter dem Motto „The Feel Good Party At Sea!” mit über 50 Shows die Ehre geben+++ Peter Panka's Jane werden zum einen mehrere Konzerte gemeinsam mit Fargo und Epitaph geben. Zum anderen startet die Combo im Oktober dann eine „Krautrock Tournee". Die Konzerte im Herbst seien als Abschiedstour zu sehen, „denn wir hören definitiv auf", verkündete die Band auf ihrer Homepage. „Charly Maucher und Klaus Walz gehen dann in den verdienten musikalischen Ruhestand", hieß es weiter+++ Saxon, eines der Flaggschiffe der New Wave Of British Heavy Metal, zelebrieren ihr 40-jähriges Bandjubiläum am 26. Oktober 2019 in der Mitsubishi Electric Halle Düsseldorf. Aus diesem Anlass holen sich die Briten einen besonderen Gast auf die Bühne: Als „very, very special guest" haben Saxon Metal-Queen Doro Pesch angekündigt. „Mit Biff und der Band verbindet mich seit Jahrzehnten eine echte Freundschaft", sagte Doro im Vorfeld der Show in ihrer Heimatstadt. Zumal Biff ihr bei praktisch allen ihren Jubiläumskonzerten die Ehre erwiesen habe+++ Zum Abschluss der Zeit mit Pete Lincoln standen die Glam-Rocker Sweet bei ihren sieben Deutschland-Shows Ende Mai erstmals mit drei Sängern auf der Bühne: Neben Lincoln und dessen Nachfolger Paul Manzi natürlich auch Gitarrist/Keyboarder Tony O’Hara, der künftig den Bass übernimmt. Manzi war 2014 bereits bei mehreren Shows eingesprungen. „Wir vereinen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft", verkündete Sweet-Urgestein Andy Scott vor diesen Konzerten. Übrigens dauerte es nicht lange, bis Lincoln das tat, was er schon bei der Bekanntgabe seines Abschieds angekündigt hatte: Die erste der gelegentlich in Aussicht gestellten Rückkehren als Besucher war schon nach wenigen Tagen fällig, als Manzi bei einem Gig verhindert war+++ Das Line-up für die 11. „Rock Meets Classic"-Tour steht: Robin Zander, Frontmann der US-„Rock’n'Roll Hall Of Famer" Cheap Trick wird neben den bereits gesetzten Acts Alice Cooper, Joyce „Baby Jean" Kennedy (Mother's Finest), Robert Hart (Manfred Mann's Earth Band, Bad Company) und Thunder sowie der Mat Sinner Band und dem RmC Symphony Orchestra auf der Bühne stehen. Die Tour durch Deutschland und die Schweiz startet am 3. März 2020+++ Empörte Reaktionen dürfte Deutschlands Vorzeigegitarrist Michael Schenker einkalkuliert haben, als er sich für das Cover seines neuen (entsprechend betitelten) Studio-Albums REVELATION (= Offenbarung) entschied. Das Werk stammt von Zsofia Dankova und zeigt Schenker an einem Kreuz in Form einer Flying-VGitarre. „REVELATION spielt auf Erfahrungen in meiner Vergangenheit und der Gegenwart an – es dreht sich um Leiden-


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schaft und Unverdorbenheit kontra Gier und Korruption", sagte der Hannoveraner mit Wohnsitz im englischen Brighton. Das Album erscheint am 20. September. Wieder mit dabei sind die Sänger Gary Barden, Graham Bonnet, Robin McAuley und Doogie White sowie als Gast der aktuelle Rainbow-Frontmann Ronnie Romeo+++ Wegen „Verpflichtungen in den USA" hat Arthur Brown mit seiner Crazy World seine Teilnahme am diesjährigen „Finki Festival" (9./10. August) sowie die drei weiteren für August geplanten Auftritte in Deutschland abgesagt. „Bis zuletzt haben wir versucht, dass Arthur Brown die Tour in den USA für das ‚Finki Festival' kurz unterbricht und rüberkommt (er liebt ja das Finki), aber diese Aktion würde für alle Seiten zu kostspielig werden", teilten die Veranstalter mit. An seiner Stelle werden nun die Dissidenten auftreten. Übrigens: Leo Lyons hat angekündigt, mit Hundred Seventy Split exakt das Programm zu spielen, das er vor 50 Jahren mit Ten Years After in Woodstock angestimmt hatte+++ ANOTHER STATE OF GRACE wird das neue, am 6. September erscheinende Album der Black Star Riders heißen. Mit dabei in den Sphere Studios in Burbank, Kalifornien, waren die neuen Bandmitglieder Chad Szeliga (dr) und Christian Martucci (g), produziert und abgemischt hat Jay Ruston (Uriah Heep)+++ Begonnen hatte das Ganze als einmalige Schnapsidee, die jetzt ihr zehnjähriges Jubiläum feiert: Fans organisieren ein Konzert für Fans, um die Musik und das Leben von Rory Gallagher zu feiern. Und so geht das „Rory Gallagher Weekend Fürth" mit hochkarätiger Besetzung über die Bühne: Den Freitagabend (29.11.) eröffnet die britische Aiden Pryor Band, ehe Paul Rose in der Kofferfabrik auf die Bühne geht. Tags darauf stellen sich die Shootingstars der Gallagher-Szene vor: Etched In Blue aus dem Saarland. Im Anschluss zeigen Kugler & Waloschik, wie man Rorys Musik mit Akustikbass und -gitarre umsetzt! Und dann schließt sich ein Kreis: Was 2010 mit The Loop begann, wird mit dieser Band zehn Jahre später enden+++ In seine fünfte Auflage lässt Eric Clapton das „Crossroads Guitar Festival" gehen: Eine Unmenge von Musikern werden am 20./21. September im texanischen Dallas Gitarristenkunst vom Feinsten bieten. Also an der Stätte, wo der Kult-Gitarrist

sein Benefiz-Festival zugunsten des Crossroads Centre in Antigua erstmals realisiert hatte. Nur wenige Künstler werden wie Clapton an beiden Tagen aufspielen, andernfalls könnte man nicht so viele Größen erleben (und später auf DVD genießen): Albert Lee, Andy Fairweather Low, Billy Gibbons, Bonnie Raitt, Buddy Guy, Doyle Bramhall II, Gary Clark Jr., Jeff Beck, Jerry Douglas, Jimmie Vaughan, Joe Walsh, John Mayer, Jonny Lang, Keb’ Mo’, Peter Frampton, Robert Cray, Robert Randolph, Sheryl Crow, Sonny Landreth und die Tedeschi Trucks Band sind nur die bekanntesten Akteure, die sich die Klinke in die Hand geben werden+++ Andreas Kümmert, der einst bei „Voice Of Germany" für Furore sorgte und wenig später die Teilnahme am ESC verweigerte, obwohl er die deutsche Vorausscheidung gewonnen hatte, hat sein eigenes Label gegründet. Sein Vertrag mit dem Major Universal war ausgelaufen, und so kann er sich jetzt mit voller künstlerischer Freiheit an sein nächstes Album machen. Das hat der Unterfranke bereits seit einiger Zeit in Arbeit+++ Vier Tage lang hat Ian Hunter vom 31.5. bis 3.6. mit seiner Rant Band in New York in der City Winery seinen 80. Geburtstag (3.6.) musikalisch gefeiert. Am ersten und dritten Abend gab es Songs, die er für Mott The Hoople geschrieben hatte, am zweiten Solonummern, der Abschluss fand im Rahmen einer „Gala Soth" statt+++ Eine einwöchige Auszeit hat sich Achim Reichel mit Ehefrau Heidi in New York gegönnt. Unter anderem stand dabei ein Besuch des Metropolitan Museum Of Art auf dem Programm. Dort läuft derzeit die aufwendig gestaltete Ausstellung „Play It Loud: Instruments Of Rock’n’Roll". Gezeigt wird unter anderem ein Video-Interview mit Keith Richards, in dem er von der ersten Richards-Tour der Rolling Stones im UK erzählt. Dieser berichte, dass er den Everly Brothers genau auf die Gitarre spielenden Finger geschaut habe. Dabei habe er festgestellt: Die spielen ja mit Open Tunings! Und Reichel ging dabei durch den Sinn, dass Richards von der Tour schwelgte, bei der er mit den Rattles auch dabei gewesen war. Umgetrieben habe ihn anschließend der Gedanke: „Inzwischen sind wir im Museum angekommen." Was den 75-Jährigen nicht davon abhält, ab 23.10. auf große Deutschland-Tour zu gehen, deren Vorverkauf beachtlich läuft+++ In Deutschland haben sich frühere Bandmitglieder als New Nektar aufgemacht, das musikalische Erbe der Band weiterzutragen. In den USA sind nun mehrere Originalmitglieder angetreten, Ähnliches auf ihre Weise zu tun und dabei das 50-jährige Gründungsjubiläum zu zelebrieren. Derek „Mo” Moore (b) und Ron Howden (dr) sowie Mick Brockett, der für die Effekte zuständig war, haben sich wieder zusammengetan, um mit THE OTHER SIDE ein neues Studio-Album aufzunehmen – das erste, das seit 1977 in den USA entsteht. Dazugeholt haben sie frühere

Mitstreiter wie Ryche Chlanda (voc, g) und Randy Dembo (b) sowie Keyboarder Kendall Scott. „Die Musik stammt aus der 1978er Ära, als wir in Mos Keller in Chatham geschrieben haben", ließ die Band verlauten+++ Zu einer „Fun-Session” haben sich in Toronto Anfang Juni Don Stevenson (Moby Grape), Michael Timmins (Cowboy Junkies) und Gitarrist Tim Bovaconti zusammengefunden, um einen von Timmins verfassten Song aufzunehmen. „Vielleicht kommt er nächstes Jahr als Single auf Latent Recordings heraus", also dem Label seiner Stammband, ließ Timmins verlauten+++ Sandy Wolfrum plant nach der Veröffentlichung seines aktuellen Albums ZEHNUNDFÜNFZIG die Fortsetzung des Albums ROCKING THE CAMPFIRE mit den Travelling Feelsaitig Brothers von 2013. „Damals wurden Rockklassiker der Kinks, Rolling Stones, von Guns N’ Roses, Status Quo, The Who und Jack White am Lagerfeuer rein akustisch eingespielt. Teil 2 widmet sich jetzt der Beat-Ära mit Klassikern der Beatles, Monkees, Beach Boys, Lords, Bee Gees, von Donovan oder der Hollies", ließ Wolfrum GoodTimes wissen. Die Unplugged-Aufnahmen laufen, die Veröffentlichung ist „rechtzeitig zum Weihnachtsboom" angepeilt+++ Am 1. Dezember 1976 gastierten Wishbone­ Ash auf „Rockpalast"-Einladung in der Sporthalle Köln. Mit ihrem unverkennbaren Twin-Leadgitarren-Sound war damals die klassische Besetzung mit Andy Powell (g, voc), Martin Turner (b, voc), Steve Upton (dr) und Laurie Wisefield (g) in bestechender Form und Spiellaune zu erleben – mit eben ihrem melodischen, gitarrenorientierten Rock, der charakteristisch von zwei im Duett gespielten E-Gitarren dominiert war. Zu hören gab’s natürlich auch "The King Will Come", "Warrior" oder "Blowing Free" – und demnächst wieder im LIVE AT ROCKPALAST-Paket+++ Und noch einmal „Rockpalast": Auch von Stoppok kommen nun seine beiden „Rockpalast"-Auftritte in den Jahren 1990 und 1997 auf den Markt. Der in Hamburg geborene und in Essen aufgewachsene Deutsch-Rocker, Gewinner des Deutschen Musikautorenpreises (2013) und des Deutschen Kleinkunstpreises (2015), spielte beide Konzerte in voller Bandbesetzung. 1997 war auch schon sein treuer Weggefährte, der Bassist Reggie Worthy, mit von der Partie. Ab 6.11. ist Stefan Stoppok wieder auf Solotournee, dann mit seinem „Rockpalast"-CD/DVD-Boxset im Gepäck+++ Peter Bursch und seine Bröselmaschine haben ihr neues Album ELEGY im Kasten. Mickie Meuser (Ina Deter, Herwig Mitter­ egger, Silly) arbeitete zuletzt an Mix und Mastering. ELEGY ist das erste Album


NEWS Unter dem Motto „Sunshine Of Your Love – A Concert Celebrating The Life & Music Of Jack Bruce” trafen sich am 25. Oktober 2014 Familie, Freunde und Weggefährten von Jack Bruce, um mit einem gemeinsamen Konzert des begnadeten Musikers zu gedenken. Neben Joss Stone standen neben Ian Anderson, Clem Clempson, Uli Jon Roth, Phil Manzanera, Mark King, Ginger Baker auch die Bruce-Kinder Natascha, Nico, Corin Jack und Kyla Simone im Londoner Roundhouse auf der Bühne. Nitin Sawhney hatte die musikalische Leitung, das gesamte Konzert wurde akus­ tisch und optisch mitgeschnitten. Am 14. Mai 2018 gab es eine Vorabpremiere des Musikfilms im Curzon Mayfair vor 300 geladenen Gästen, am 24. Oktober jährt sich der Todestag von Jack Bruce zum fünften Mal. An diesem Tag wird das Konzert weltweit als CD und DVD im Boxset erhältlich sein. Ob und wann SUNSHINE OF YOUR LOVE im Fernsehen ausgestrahlt wird, stand bei Redaktionsschluss noch nicht fest+++ Vollbedienung gibt es vom musikalischen Tausendsassa Carl Carlton (Lindenberg, Maffay, Westernhagen, Robert Palmer, Joe Cocker, Eric Burdon und viele mehr) und seiner Band The Songdogs: LIFELONG GUARANTEE – THE BEST OF CARL CARLTON & THE SONGDOGS ist seine Werkschau (4-LP+2-CD+7” Vinyl-Single-Box oder 2-CDs­ oder 7" Vinyl-Single oder digitaler Download) betitelt, die am 13.9. erscheint. Das Boxset ist auf 500 Exemplare limitiert und nummeriert. Nach der Veröffentlichung geht der Gitarrenvirtuose mit der aktuellen Besetzung der Songdogs (Bertram Engel/dr, Pascal Kravetz/keys und die beiden Mother's-Finest-Mitglieder Moses Mo/g, Wyzard/b,) im Herbst auf ausgedehnte Deutschland-Tour+++

Philipp Fankhauser ist Anfang Juli für zehn Tage nach Jackson, Mississippi, gereist. In den Malaco Studios wolle er sein 16. Album fertigstellen, sprich mastern. In der Schweiz soll die Platte am 13. Dezember erscheinen, in Deutschland wird dies wohl erst Anfang 2020 der Fall sein. Außerdem gab der Schweizer Bluesmeister bekannt, dass er und sein Bassist Angus Thomas nach zehn Jahren getrennte Wege gehen+++

ausgewählter Tracks ihres jüngsten Albums HERE COME THE ALIENS geben+++ Soulsängerin P.P. Arnold veröffentlicht ihr erstes Album mit neuem Material seit 51 Jahren! THE NEW ADVENTURES OF erscheint am 9. August. An der Entstehung des Albums waren Gäste wie Paul Weller, Steve Cradock (Ocean Colour Scene), The Specials und ihr Sohn Kodzo beteiligt. Arnold war Mitglied der Ikettes, des Chors von Ike & Tina Turner, nahm mit Mick Jagger, den Small Faces, Rod Stewart, Eric Clapton, Barry Gibb und Primal Scream auf, brachte ihren markanten Backgroundgesang für Billy Ocean, Peter Gabriel, The KLF, Paul Weller und Roger Waters ein. „Es gibt eine riesige Menge an Alben, auf denen ich gesungen habe, aber selber habe ich nur zwei eigene veröffentlicht – die allerdings den Test der Zeit bestanden haben", erklärt P.P. „Es ging um Qualität, nicht um Quantität! Ich musste viele tragische Schicksalsschläge überstehen", erklärte die 72-Jährige im Vorfeld der Veröffentlichung+++

Zum 50. Jubiläum von Elvis Presleys legendären Shows im International Hotel in Las Vegas dokumentieren das elf CDs umfassende Boxset LIVE 1969 und die Doppel-LP LIVE AT THE INTERNATIONAL HOTEL, LAS VEGAS, NEVADA, AUGUST 26, 1969 (auch digital erhältlich) diesen Meilenstein seiner Karriere. Außerdem bietet die Kollektion AMERICAN SOUND 1969 insgesamt 90 seltene und bislang unveröffentlichte Outtakes von Presleys „American Sound Sessions", die allerdings ausschließlich digital+++

Das Münchner Label BSC Music/Prudence startet eine neue Compilation-Serie, deren Auftakt die Tribute-Kollektion PINK FLOW bildet. Dabei feiern Prudence-Künstler den großen musikalischen Einfluss von Pink Floyd mit 14 Titeln. Mit dabei sind Acts wie Peter Mergener, Jens Gad, Gandalf, Art Of Infinity oder Eroc+++

Keine abrupte Abkehr von seinem bisherigen Schaffen beschert Niels Frevert (Ex-Nationalgalerie) mit seinem neuen Album PUTZLICHT, das am 6.9. herauskommt. Nach zehn Studiowerken, sechs davon als Solokünstler, soll jetzt alles offener, treibender klingen, und auch textlich ist der Meister der herzerweiternden Wortgirlanden und heimlichen Hits konkreter und zugänglicher geworden. Nach dem Erscheinen der CD ist Frevert ab dem 9. Oktober live unterwegs+++

Tanya Tucker, Country-Legende und Original Female Outlaw, kehrt nach 17 Jahren mit einem neuen Album zurück! WHILE I'M LIVIN' erscheint am 23. August und wurde von Brandi Carlile und Shooter Jennings produziert. Die Songs steuerten zum Großteil Carlile, die Zwillinge Tim und Phil Hanseroth sowie ­Tucker selbst bei. „Es ist eine Art musikalische Biografie über Tanyas wirkliches Leben und die Orte, die sie gesehen hat", sagte Carlile+++

„Wilde Winter Acoustic – An Evening Of Hits And Xmas Songs" verspricht Kim Wilde­ ihren Fans: Im Herbst wird die englische Sängerin ihr Album WILDE WINTER SONGBOOK wiederveröffentlichen und es in kleiner Besetzung (drei Begleitmusiker) unplugged in einigen wenigen ausgesuchten Theater-Locations in Deutschland und der Schweiz präsentieren. Neben Auszügen aus dem WINTER SONGBOOK wird es auch akustische Versionen ihrer Hits und

Der Kanadier Bruce Cockburn gehört seit Jahrzehnten zu den weltweit beein­ druckendsten Singer/Songwritern und Gitarristen. Jetzt bringt er mit CROWING IGNITES sein 34. (!) Album heraus (VÖ: 20.9.). Dabei handelt es sich um ein Instrumentalwerk mit elf neuen Kompositionen, mit denen sich der Musiker auf seine schottisch-gälischen Wurzeln besinnt, aber auch seine Liebe zu Jazz, Folk und Blues hörbar macht+++

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In loser Folge bemüht sich GoodTimes, auf interessante Radiomacher und spannende Sendungen im frei empfangbaren Radio aufmerksam zu machen. Diesmal im Visier: Uli Kniep, der inzwischen auch schon zu den Veteranen der Branche zählt. Zu seinen regelmäßigen Äthershows gehören bei NDR Info die fast immer monothematischen „Classics", bei denen er sich samstags ab 23:05 Uhr mit kompetenten KollegInnen abwechselt. Zuletzt ging es um Colosseum, demnächst „Kraut aus dem Norden" wie Eloy, Jane, Epitaph & Co. und „Woodstock 50" – oft mit Interviewtakes. Außerdem Seite

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moderiert Kniep eben dort immer wieder den „Sunday Blues" (20:15 Uhr), seltener gibt es auch „New Country" (zuletzt mit Kiefer Sutherland, aber auch Willie Nelson & Johnny Cash). Bei NDR 1 Niedersachsen macht er im Wechsel mit Henry Gross von 18 bis 20 Uhr „Unsere Oldies" (vor allem Sixties und Seventies), oft mit einem roten Faden (wie schöne Saxsoli oder Songs zu Schule & Ferien)+++ Nach fast zwei Jahren völliger Funkstille und totaler Abstinenz vom Musikbusiness meldet sich Eloy-Mastermind Frank Bornemann zurück. Bei Redaktionsschluss befand sich der Hannoveraner mit THE VISION, THE SWORD & THE PYRE (PART II) auf der Zielgeraden der Produktion des zweiten Teils seiner spektakulären Rockoper über Jeanne d'Arc. Über vier Jahre hatte der Grandseigneur des deutschen Art Rock an diesem Opus über die legendäre Gestalt des Spätmittelalters gearbeitet, das er mit seiner Band Eloy aufwendig umsetzt, ergänzt von großen Chören und diversen Gästen. Nach eigener Aussage hat er sich damit einen lange gehegten, durch Sachzwänge aber immer wieder verschobenen Traum erfüllt und somit für ein großes Finale aufgehoben. Part 1 seines Opus magnum erreichte aus dem Nichts auf Anhieb Platz 22 der deutschen Albumcharts und fand auch international Beachtung. Dieses Ausnahmewerk sorgte nicht nur in der Musikbranche für Aufsehen, sondern findet auch auf kultureller Ebene große Aufmerksamkeit. Auch wegen der inhaltlichen Präzision der historischen Begebenheiten – beratend zur Seite gestanden hatte ihm das Centre Jeanne d'Arc in Orléans. In Frankreich wurden ihm im Falle von Aufführungen, gegebenenfalls als Spectacle Musical, sogar Subventionen in Aussicht gestellt+++

© Kate Cymmer

der Band mit ihrer neuen Sängerin Stella Tonon, die im Sommer 2018 beim viel­ umjubelten Burg-Herzberg-Auftritt der Band ihre Live-Feuerprobe mit Bravour bestand+++

Reichlich interessante (Re-)Releases hat Sireena Records für die nächsten Wochen und Monate angekündigt. Als Vinylveröffentlichungen hat das Label LIVE AT FIELDSTONE von Gary Duncan's Quicksilver, BOAT OF THOUGHTS von Octopus, DRY von Streetmark und AURORA von Eyevory angekündigt. Im CD-Format werden herauskommen: DEIN KOPF IST EIN SCHLAFENDES AUTO von Roman Bunka, der Various-Artists-Sampler TRIBUTE TO THE MULTICOLOURED SHADES sowie YOUR GREAT IMAGINATION von Jakob K.+++


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Unsere Gewinner aus Heft 2/2019 Lösung – Kreuzworträtsel: " NEUNUNDSECHZIG"

Digipak geben. Die Scheiben kommen zur „Zur Jubiläums-10-Tour" (10 Alben – 10 Städte – 10 Shows) und bescheren die ers­ te Karriere überspannende „Best Of" mit Aufnahmen sowohl mit Tamara Danz wie auch Anna Loos+++

3x GoodTimes-Beatles-Tasse: Rainer Barnofski, Löbau Günter Trautner, Pocking Andreas Haase, Eisenach

THE VERSACE EXPERIENCE PRELUDE 2 GOLD von Prince gibt es im September erstmals als CD und Vinyl, nachdem das Werk bislang nur als MC in Kleinstauflage von 1995 erhältlich war. Seine EMANCIPATION gibt es als 3-CD- und 6-Purpur-­ Vinylausgabe – übrigens erstmals überhaupt auf „schwarzem Gold"+++

3x Beatles-Comic: Michael Basmann, Donauwörth Hans Volkhardt, Landau Klaus Hinrichsen, Norderbrarup

HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH! Und auch die anderen Reissue-Spezialis­ ten, nämlich Bear Family Records, warten mit interessanten Releases auf: Zehn CDs umfasst die Various-Artists-Box THE BAKERSFIELD SOUND 1940–1974 mit ­ musikalischem Geschichtsunterricht in Sachen Country. Ebenfalls in die Rubrik Various Artists fallen die CD-Veröffentlichungen THE ELVIS PRESLEY CONNECTION VOL. 1 (mit reichlich Rock’n’Roll), THE JOHNSON CITY SESSIONS REVISITED (mit Old Country) sowie BLUE KINGS OF BATON ROUGE, wo es naheliegenderweise um Blues geht+++ Das ist doch mit 25 YEARS ANNIVERSARY einen Sampler wert! Ruf Records feiert 25-jähriges Bestehen – und in dieser Zeit hat Thomas Ruf die Firma nicht nur zur wichtigsten in Deutschland in Sachen Blues gemacht, sondern auch zu einer der international renommiertesten und erfolgreichsten. Gegründet hatte Ruf das Label, um es Luther Allison zu ermöglichen, seine Platten zu veröffentlichen. Walter Trout, die Royal Southern Bro­ therhood, Joanne Shaw Taylor, Mike Zito, Jeff Healey, Savoy Brown, Dana Fuchs, Bernard Allison, Samantha Fish sind nur die bekanntesten Künstler, die auf Ruf veröffentlicht haben. Doch der Labelbesitzer hat auch zahllosen Talenten ihren Karrierestart ermöglicht – nicht zuletzt durch seine Tourneereihe Blues Caravan, die alljährlich unterwegs ist. 26 zeitlose Songs von Ruf-Künstlern, auf CD und DVD, seit der Labelgründung 1994 sind auf dem eingangs genannten Sampler zu hören+++ Wenn der bis heute unterschätzte US-Singer/Songwriter David Munyon hierzulande aus gesundheitlichen Gründen vorerst nicht mehr live zu erleben sein wird, gibt es ihn doch zumindest auf Tonträger. Seine „Official Bootleg Collection" bekommt zweieinhalb Jahre nach der letzten Veröffentlichung Zuwachs. „Volume 3" umfasst erstmals ein komplettes Konzert: DRESDEN, YOU ARE SO LOVELY dokumentiert auf einer Doppel-CD mit 25 Songs das komplette 2012er Konzert in der Dreikönigskirche. Doch damit nicht genug: Munyon bastelt eifrig an einem neuen Studio-Album+++ Als „Vol. I" und „Vol II" wird es ab 13.9. ZEHN (DAS BESTE AUS 10 ALBEN) von Silly auf Einzel-CDs, aber auch als 2-CD-

Den einstündigen Auftritt von Creedence Clearwater Revival LIVE AT WOODSTOCK gibt es ab 30.8. auf CD, Vinyl und digital. Die Band war erst nach Mitternacht am 17. August 1969 auf die WoodstockBühne gekommen, später als geplant wegen eines überlangen Sets von Grateful Dead. CCR lehnten es später ab, 1970 in den Dokumentarfilm „Woodstock" und die Soundtrack-Alben aufgenommen zu werden – eine Managemententscheidung, die die Musiker später des Öfteren bereuten+++ Als die Fun-Punker Die Ärzte 1984 ihre Debüt-LP DEBIL veröffentlichten, geriet die auf den Index. Innerhalb von nur acht Tagen hatten Bela B. (Dirk Felsenheimer), Farin Urlaub (Jan Vetter) und Sahnie (Hans Runge) die 13 Songs eingespielt. Darunter "Claudia hat 'nen Schäferhund" und "Schlaflied". Wegen dieser beiden Songs wurde DEBIL drei Jahre nach Veröffentlichung von der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften mit der Begründung indiziert, die Lieder seien „sozialethisch desorientierend". Erst im November 2004 wurde die Indizierung aufgehoben, weil den Liedern nun in einer Neubewertung eine „satirische Form" attestiert wurde. Ab 13.9. kann man sich dank des Vinylreissues selbst ein Bild machen, welcher Geist in deutschen Amtsstuben herrschte+++ Zwei thematisch gestaltete Festivals sind demnächst in Berlin auf der Biesdorfer Parkbühne zu erleben: Bei „ProgArt" sind am 2., 3. und 4. August Chris Thompson und die Supertramp-Tribute-Band Dreamer dabei, tags darauf bei der Space Night Pond, Aerostation und Aphodyl, ehe zum Abschluss Ian Paice sowie Mr. Punch (Marillion-Tribute) auf der Freilichtbühne im Grünen einheizen+++ Den Titel VALVE BONE WOE hat Pretenders-Bossin Chrissie Hynde ihrem neuen Solo-Album verpasst. Darauf überrascht sie mit ganz eigenen Interpretationen von Songs Brian Wilsons, Ray Davies', Nick Drakes, aber auch von Frank Sinatra, Charlie Mingus, Hoagy Carmichael, John Coltrane und Rogers & Hammerstein. Veröffentlichungstermin ist der 6.9.+++

Einen Bilder-Marathon beschert „Pictures Of Pop – Fotografie in der Popkultur” dem Saarland. Die Ausstellung zu dem weiten Themenfeld PopRockSoulTechnoMusicalBallett wird von einem „PopRat" organisiert, der aus 160 Medienmachern besteht. 40 parallel laufende Events in verschiedenen Locations gehen von August 2019 bis März 2020 über die Bühne. Als Schirmherr fungiert Ministerpräsident Tobias Hans. Zu sehen gibt es dabei Konzertschnappschüsse und Coverkunst, aber auch avantgardistische Porträts und Urban Street Art. Präsentiert werden Werke wie „+1 auf der Gästeliste", „Straßenmusiker" von Michael Reufsteck, „Painted Feelings", „Saar Rock History Faces" mit Roland Helm, „Musicalstadt Neunkirchen – Retrospektive", Doro Jungen zeigt „Zu geil für diese Welt", „Goldene Europa, hallo twen und SR1 unplugged". Infos gibt es unter www. PopRat-saarland.de+++ Das kleinste Beatles-Museum der Welt in Siegen-Geisweid feiert im August seinen 20. Geburtstag. Am 9. August 1999 hatte Harold Krämer die Urkunde vom „Guinness Buch der Rekorde" mit Sitz in Hamburg erhalten. Die bescheinigte ihm: „Harold Krämer aus Siegen (D) hat in zwei privaten Wohnräumen das kleinste öffentlich zugängliche Beatles-Museum auf 27 m² eingerichtet." Das Ergebnis der Sammelleidenschaft des Siegeners beherbergt über 19.000 Tonträger, davon 2000 von den Beatles, viele seltene Film- und Verkaufs-Poster, Tourplakate, Autogramme von John Lennon, Paul McCartney, George Harrison und Ringo Starr, Goldene Schallplatten, Musikzeitschriften, Presse-Infos, Bücher, Musikinstrumente und viele weitere Souvenirs zu den „Fab Four" – aus den Anfangszeiten der 1960er Jahre bis heute. Das Museum hat zwischenzeitlich nicht nur deutsche, sondern auch Besucher aus Brasilien, China, England, Finnland, Israel, Kolumbien, Serbien, der Mongolei, aus Russland, Südafrika, der Türkei, den USA, der Ukraine und Usbekistan angelockt. Krämer verfasste zudem zwei Bücher im Eigenverlag („Bitte eintreten!", „Besuch aus Liverpool")+++ Als Frank Zappa 1979 sein Album ORCHESTRAL FAVORITES veröffentlichte, um den Vertrag mit seiner damaligen Plattenfirma zu erfüllen, wurde es ohne eine Freigabe des Musikers zusammen mit mehreren anderen Titeln auf den Markt geworfen. Es enthielt weder einen Begleittext noch Credits, weder Artwork noch finales Audio waren von Zappa abgenickt worden. Dieser erklärte immer wieder öffentlich, dass das Album seinen eigenen Ansprüchen nicht gerecht werde. Vier Jahrzehnte später, anlässlich des 40-jährigen Jubiläums, korrigiert der Zappa Family Trust diesen Fehler und präsentiert ORCHESTRAL FAVORITES in audiophiler Qualität, mit einem neuen Cover und ausführlichen Begleittexten von Zappa-Archivar Joe Travers und Bandmitglied Terry Bozzio. Die „40th Anniversary Deluxe Edition" umfasst drei CDs+++

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VERSTORBEN

14.5. Mike Wilhelm (*18.3.1942), den Jerry Garcia einmal als seinen Lieblingsgitarris­ ten bezeichnete, sang, spielte Gitarre und Mundharmonika bei der einflussreichen Bay-Area-Band The Charlatans, die er 1964 mit gründete. Zuvor hatte ihm kein Geringerer als Walter „Brownie" McGhee das Fingerpicking beigebracht. Später war er Anfang der 70er Jahre bei dem Trio Loose Gravel und den Flamin’ Groovies zu erleben, veröffentlichte solo und arbeitete mit Big Brother & The Holding Company, Nick Gravenites sowie John Cipollina. Das Mitglied der Blues Hall Of Fame spielte lokal in Kalifornien mit der Bottle Rock Blues & Rhythm Band, ehe er wegen einer Krankheit zuletzt in einem Hospiz lebte. 15.5. Chuck Barksdale (*11.1.1935) war 1952 bei der Gründung der Del-Rays dabei, aus denen The Dells hervorgingen, die 1956 ihren größten Hit "Oh, What A Night" verzeichneten, bis 2012 aktiv waren und 2004 in die Rock‘n‘Roll Hall Of Fame aufgenommen wurden. Während einer Schaffenspause Ende der 50er Jahre sang Barksdale mit Marvin Gaye bei den Moonglows. 15.5. Wiglaf Droste (*27.6.1961) betätigte sich als Satiriker, Schriftsteller und Zeitungskolumnist („taz") und galt als „wortgewaltiger Schelm". Aber auch musikalisch war der gebürtige Westfale und Wahl-Berliner aktiv: Die Thüringer PunkRock-Band Geile Götter begleitete ihn bei Lesereisen, ab 2000 (CD FÜR IMMER) trat er als Sänger mit der Chanson-Jazz-Band Spardosen-Terzett auf. 2017 zog er nach seiner Heirat in die Fränkische Schweiz, wo er nach kurzer und schwerer Krankheit verstarb, er hatte sich vorher aber Gedenkund Trauerfeiern verbeten. 17.5. Eric Moore (*7.5.1952) war seit 1976 Frontmann der US-Hard-Rock-Band The Godz. Blasenkrebs kostete ihn das Leben. Bereits kurz zuvor, am 14.4., war Glen ­Cataline (*27.9.1951) gestorben, der auf den ersten beiden Alben von The Godz getrommelt hatte. 29.5. Tony Glover (*7.10.1939) war ein profilierter Mundharmonikaspieler und Blues- und Folksänger, der vor allem

29.5. Harry Trepte (*27.10.1954) spielte Bass bei den in Franken beheimateten Bands Cloud Nine, Fragile, Kaminsky United und Wundertüte (mit Ernst Schultz/ Ihre Kinder). Daneben engagierte er sich für die regionale Musikszene und war als Dozent an der Evangelischen Fachakademie für Sozialpädagogik Nürnberg tätig. Trotz langwieriger Krankheit kam sein Tod überraschend. 30.5. Leon Redbone (*26.8.1949 als Dickran Gobalian) rückte Mitte der 70er Jahren ins Rampenlicht, als Bob Dylan den gebürtigen Zyprioten im „Rolling Stone" über den grünen Klee lobte – was Redbone 1976 gleich zwei Auftritte in der TV-Show „Saturday Night Live" bescherte. Über London emigrierte er nach Toronto, von dort aus ging es in die USA. Er veröffentlichte gut 15 Alben mit einer eigenwilligen Mischung aus Blues, Jazz und Tin Pin Alley. Weniger musikaffine Menschen beeindruckte er wohl eher mit seinem Outfit: weißer Anzug mit schwarzen Nadelstreifen, dazu ein Panamahut und eine Sonnenbrille. Und: Live überraschte der öffentlichkeitsscheue Musiker, der sich mit einem Mysterium umgab und lange ein Geheimnis aus seinem Geburtsdatum machte, sein Publikum gerne mal mit Slapstickeinlagen. 2015 verabschiedete er sich gesundheitlich angeschlagen in den Ruhestand, doch als STRINGS AND JOKES (LIVE IN BREMEN 1977) herauskam, gewährte er GoodTimes eines seiner raren und letzten Interviews (GT 4/2018). 31.5. Roky Erickson (*15.7.1947) war ein Pionier des Psychedelic Rock, der mit seiner Band 13th Floor Elevators aber nur Alben veröffentlichte. Er konsumierte reichlich bewusstseinserweiternde Mittel, Ärzte verordneten ihm Anfang der 70er Jahre wegen paranoider Schizophrenie einen Aufenthalt in der geschlossenen Psychiatrie. Nach seiner Entlassung 1974 rockte er, ehe es ruhig um ihn wurde. 2005 stand er nach 20-jähriger Pause wieder auf der Bühne, eine Dekade später trat er in Texas wieder mit den Originalmitgliedern der 13th Floor Elevators auf – deren größten Hit "You're Gonna Miss Me" dürften viele Fans angestimmt haben, als der Musiker den Kampf mit seinen Dämonen verloren hatte. 6.6. Dr. John (*20.11.1941 als Malcolm John Rebennack) war einer der einflussreichsten und von Kollegen hochgepriesenen Musiker, mit dem alle arbeiten Seite

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wollten und der mit sechs Grammys für seine Arbeit ausgezeichnet wurde. Keiner vermengte Blues, Pop, Jazz, Boogie, Rock und Psychedelia wie der Voodoo-Meister aus New Orleans, der schon seit 1959 veröffentlichte und 2011 in die Rock’n‘Roll Hall Of Fame aufgenommen wurde. The Band („The Last Waltz"), Ringo Starr, Van Morrison, die Rolling Stones oder Chris Barber kollaborierten mit ihm auf Platte. Die „Washington Post" würdigte den seit Jahren schwerkranken, aber nicht zu bremsenden Künstler in ihrem Nachruf als „die flamboyante Seele der Musik aus New Orleans". Seine Songs handelten von Wahrheiten, die keiner hören wolle, das sei für ihn entscheidend, hatte er einmal gesagt. Kurz bevor ihn ein Herzinfarkt dahinraffte, hatte der Vollblut-Singer/ Songwriter die Aufnahmen für sein letztes Album abgeschlossen – darauf interpretiert der „Night Tripper" in der ihm eigenen knurrigen Weise Vorlagen von Willie Nelson, Johnny Cash, Hank Will­ iams, aber auch eigene Aufnahmen. © Warner/M. Wilson

13.5. Doris Day (*3.4.1922) war nicht nur eine bezaubernde Schauspielerin, sondern hatte auch musikalisch einige beachtliche Erfolge vorzuweisen: Mit "Sentimental Journey" landete sie 1944 einen Nummer1-Hit, bekannter dürfte aber "Que Sera, Sera" (1956) sein. Die Liste ihrer Singles ist beeindruckend lang, ebenso die ihrer immer wieder mit Compilations recycelten Longplayer. Ihr letztes Album MY HEART 2011 produzierte Beach Boy Bruce Johnston.

durch seine Zusammenarbeit mit „Spider" John Koerner und Dave „Snaker" Ray und als Autor mehrerer „Blues Harp"Spielanleitungen bekannt wurde, als Musikkritiker für den US-„Rolling Stone" arbeitete und als ausgewiesener DylanExperte galt. Glover brachte Mick Jagger das Harpspiel bei, arbeitete mit den Doors, Patti Smith und den Allman Brothers. Er schlief friedlich ein.

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6.3. Gerry Stickells arbeitete als Roadie für Jimi Hendrix, entwickelte sich zu einem der gefragtesten Tour- und Produktionsmanager, u.a. für Queen, Paul McCartney, Elton John, Abba, Fleetwood Mac, Bette Midler und Madonna. Er starb im Alter von 76 Jahren an den Folgen eines Hirntumors.

7.6. Erich Doll (*31.7.1948) war vom Gründungsjahr 1973 bis 2003 als Gitarrist und Autor einiger der erfolgreichsten Songs der Band mit Truck Stop unterwegs, spielte dabei auch Banjo und Mandoline, ehe er gesundheitsbedingt aussteigen musste. 11.6. Mickey Kapp (*1930), dessen Vater den US-Ableger von Decca Records gegründet hatte, arbeitete lange Jahre als Plattenproduzent (Louis Armstrong), später in Leitungsfunktionen bei Capitol und Elektra. Weltweite Beachtung fand er, als er ab den 60er Jahren Nasa-Astronauten mit Mixtapes für ihre Weltraumflüge ausstattete. 10.6. Paul Lil' Buck" Sinegal (*14.1.1944) " griff in seiner Heimat Louisiana für Clifton Chenier und Buckwheat Zydeco in die Gitarrensaiten, begleitete aber auch Paul Simon (GRACELAND), Wynton Marsalis, Katie Webster und Slim Harpo live wie im Studio. 18.6. David John Mills (*9.7.1946), besser bekannt als Gypsy Dave, war lange Jahre enger musikalischer Wegbegleiter von Donovan, der die Songs ”To Try For The Sun” und "Hey Gyp (Dig The Slowness)" über die Zeit mit Mills verfasste, der auch als Bildhauer tätig und erfolgreich war. ­Beide waren dabei, als die Beatles den ­Maharishi Mahesh Yogi in Indien besuchten. Mills lebte seit längerem in Thailand, wo er auch starb. 21.6. Kelly Jay Fordham (*1.12.1941) sorgte für den rechten Tastenklang bei den kanadischen Rockern Crowbar, die er 1970 gegründet hatte. Später arbeitete er als Radiomoderator und Schauspieler, da gesundheitliche Probleme seine musikalischen Aktivitäten einschränkten. Die Folgen eines Schlaganfalls kosteten ihn das Leben. n

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21.6. Elliot Roberts (*25.2.1943) managte über 50 Jahre lang Neil Young, betreute mit seiner Firma Lookout Management zeitweise aber auch die Eagles, Joni Mitchell, Bob Dylan, Tom Petty, Tracey Chapman und America. 22.6. Jerry Carrigan (*13.9.1943) trommelte in seiner langen Karriere zunächst als Teil der Muscle Shoals Rhythm Section, dann als Top-Session-Crack in Nashville und ist auf Alben von Elvis Presley, Johnny Cash, Charley Pride, Jerry Lee Lewis, Kenny Rogers, George Jones, John Denver oder Don McLean zu hören. Er starb nach langer, schwerer Krankheit. 23.6. Dan Elliott (*22.3.1950) amtierte ab dem Gründungsjahr 1962 bis 1969 und dann wieder ab 1978 als Sänger von The Monterays, nahezu parallel auch in gleicher Funktion bei The Belmonts nach deren Zeit mit Dion. Bauchspeicheldrüsenkrebs ließ ihn für immer verstummen. 23.6. Dave Bartholomew (*24.12.1918), ursprünglich Jazztrompeter, war einer der Pioniere des Rock’n’Roll, der seine erste Platte als R&B-Sänger 1947 veröffentlichte, der er zahlreiche weitere folgen ließ. Später verlegte er sich in New Orleans schwerpunktmäßig mehr aufs Songschreiben (er war Co-Autor von Fats Dominos "I‘m Walking", auch von Chuck Berrys "My Ding-A-Ling") und Produzieren. 1991 wurde er als Non-Performer in die Rock’n‘Roll Hall Of Fame aufgenommen, offiziell sind für ihn 428 Kompositionen urheberrechtlich registriert, er selbst sprach von über 4000 Songs, die er geschrieben habe. 25.6. Astrid North (*23.8.1973) sang in der Berliner Schülerband Colorful Dimension und wurde dort 1992 von Bela Brauckmann (dr) und dem Multi-Instrumentalisten Tex Super entdeckt, die sie als Sängerin für ihre Band Cultered Pearls engagierten, die bis 2003 aktiv war. North­ kooperierte mit Kollegen wie Sasha oder Miss Plattnum und veröffentlichte zwei Solo-Alben, zuletzt 2016 PRECIOUS RUBY. Sie initiierte in Berlin das Festival „Frauensommer". Die Mutter zweier Kinder erlag einer Krebserkrankung. 29.6. Gary Duncan (*4.9.1946) spielte Gitarre bei The Brogues, ehe er 1965 zu Quicksilver Messenger Service wechselte, wo er sich unglaubliche Saitenduelle mit John Cipollina lieferte. Er war später als Gary Duncan‘s Quicksilver unterwegs, kehrte 2004 der Musikindustrie den Rücken, kam aber schon zwei Jahre später zurück, um mit Originalbassist David Freiberg wieder als Quicksilver Messenger Service zu touren – bis kurz vor seinem Tod. 2.7. Costa Cordalis (*1.5.1944) war stets gut gebräunt, charmant und sang gerne über Mädchen und Frauen wie "Anita", nachdem er als Teenager nach Deutschland gekommen war. Seine erste Aufnahme war übrigens 1965 "Du hast ja Tränen in den Augen", die deutsche Fassung von Elvis Presleys "Crying In The Chapel".


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„Heaven and Earth“ ist das bislang umfangreichste Box-Set King Crimsons und deckt mehr als ein Jahrzehnt Bandgeschichte ab. Enthalten sind Konzerte und Studioaufnahmen der ProjeKcts 1-4 und die darauffolgende King Crimson Periode, die in zwei Studio-Alben, einer langen Tour, einem Mini-Studio Album sowie einer Vielzahl an Live-Veröffentlichungen resultierte.

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Flinke Fäuste, große Klappe und Tommy im Spiegel Im November 1965 hätte alles schon vorbei sein können: Roger Daltrey, Sänger der damals vermutlich gefährlichsten Band der British Invasion, wurde gefeuert. Dabei war die Single "My Generation" gerade erst erschienen, mit der The Who in ihrer Heimat erstmals an der Top-Position kratzten. Im Rabaukenlager hatte man mit dem Frontmann allerdings den Hauptschuldigen für eine miese Stimmung ausgemacht. Also weg mit ihm. Eine Woche lang schmiedeten Pete Townshend (g), Keith Moon (dr) und John Entwistle (b) Pläne, wo man unterkommen oder wie es mit The Who weitergehen könnte. Daltrey hingegen verkroch sich. Außerdem – mit dem ihm anhaftenden schlechten Ruf käme er sowieso nirgends unter. Er zog seinen Kopf zwischen die Schultern, legte einen Dackelblick auf und kroch zu Kreuze.

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Von Jens-Uwe Berndt

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ls Roger Daltrey am 1. März 1944 im Londoner The Who in ihren ganz frühen Tagen um 1964. Hammersmith Hospital geboren wurde, soll die Stadt einem schweren Bombenangriff der deutschen Luftwaffe ausgesetzt gewesen sein. Spätestens seit 1975, als der The-Who-Film „Tommy" in die Kinos kam, hatte man zu diesem Ereignis sogar passende Bilder. Denn dem Titelhelden widerfährt eben genau das: Als Bomben auf die Stadt regnen, stößt er seinen ersten Schrei aus. Allerdings hatte dieses Ereignis überhaupt nichts damit zu tun, dass der blonde Bengel künftig weniger durch ein schöngeistiges Wesen auffiel. Vielmehr verschaffte sich Daltrey mit seinen Fäusten Respekt. Und das auch weniger als überlegener Held, der sich zu verteidigen wusste: Dal­ trey war ein aggressives Energiebündel, das bei der kleinsten Meinungsverschiedenheit explodierte – und zuschlug. Beliebt war er trotzdem. Besonders bei den Mädchen. Denn der Typ mit seiner Straßenattitüde und dem Cockney-Akzent sah verdammt gut aus und kleidete sich wie ein echter Seite

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Rock'n'Roller – inklusive Haartolle, hochgeschlagenem Hemdkragen, Blue Jeans und Cowboy-Boots. Als Daltrey mit 15 von der Schule flog – er soll auf der Toilette geraucht haben –, wollen einige Zeitgenossen der späteren The-WhoStimme Lehrer beobachtet haben, die mehr als nur drei Kreuze schlugen. Was war los mit dem Jungen, der so gern Elvis Presley gewesen wäre? „Ich war nur jung und dickköpfig", sagte Dal­ trey vor einigen Jahren in einem Interview. „Ich kam aus einer schwierigen Gegend. Und so haben wir unsere Probleme gelöst. Ich war unartikuliert und überfordert." Freunde, um eine eigene Band zu gründen, fand er trotzdem: The Detours entstanden 1959. Daltrey spielte Leadgitarre, und – was das Wichtigste war – er hatte das Sagen. Das war auch noch so, als er John Entwistle in die Band holte und Pete Townshend als Rhythmusgitarrist hinzukam. Und als Roger Daltrey schließlich 1963 ans Mikrofon wechselte und damit

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optisch an die hervorragendste Stelle einer Band vorrückte, die man einnehmen konnte, hielt er seine Führungsposition für unanfechtbar. Es lief ja auch alles blendend: Die Songs und Locations, in denen sie spielen würden, wählte Daltrey aus. Und wenn es galt, die Band und ihre Musiker zu verteidigen, ging der Frontmann keinem „Gefecht" aus dem Weg. Auf Daltrey konnte man sich eben verlassen. Verlassen konnten sich seine Mitmusiker aber auch darauf, dass er über Entscheidungen, die er traf, nicht lange diskutierte. Pete Townshend war da durchaus nervig. Dieser studierte Fuzzi hatte laufend etwas zu meckern, also gab es auf die viel zu große Nase im Gesicht des Gitarristen. Mit dem neuen Schlagzeuger Keith Moon, der 1964 zur Gruppe stieß, als die das erste Mal in The Who umbenannt worden war, wurde es nicht besser. Der quirlige Jungspund ließ sich ungern vorschreiben, was zu tun oder zu lassen sei. Also bekam der auch eine „aufs Maul". Das war dann im November 1965 aus dem Ruder gelaufen: Daltrey hatte Moon so heftig zusammengetrümmert, dass der bewusstlos liegengeblieben war. Damit war das Maß voll. Roger Daltrey war zu diesem Zeitpunkt längst nicht mehr der Chef. Der kreative Pete Townshend hatte das Zepter übernommen. Allerdings nicht mit seinen Fäusten, sondern mit dem Kopf, bestimmten seine Songs doch Klang und Charakter von The Who. Und Moon war ein derart brillanter und vor allem auffälliger Schlagzeuger, dass es Daltrey in der einst von ihm gegründeten Band mit dem neuen Namen unbehaglich wurde. In dieser Zeit hatte der Sänger nicht nur damit begonnen, seine Bandkollegen immer häufiger körperlich zu attackieren, sondern auf der Bühne zu einem hyperaktiven Zappelphilipp zu werden. Nicht wie der schlaksige Mick Jagger, dessen Gliedmaßen sich zu verselbstständigen schienen, wenn er vor den anderen Stones hin und her tanzte. Dazu war Daltrey zu muskulös, zu kompakt. Und diese robuste Art ließ der Frontmann auch bei seinen Auftritten wirken. Es war Kraftmeierei, was Daltrey bot – auf Grund seiner körperlichen Konstitution hielt er das aber den gesamten Gig über durch. Zu Zeiten der Rockoper TOMMY (1968) hielt sich Daltrey Roger Daltrey als Tommy im gleichnamigen The-Who-Film.

Scheißer töten", soll der Gitarrist seinem Sänger hinterhergerufen haben. Als er danach zu den Aufnahmen kam, habe Townshend mit der Gitarre nach ihm geschlagen, was der Sänger mit einem Kinnhaken beantwortete. Daltrey: „Pete schwankte hin und her, als wäre er ausgeknockt. Dann fiel er hart hin und knallte mit dem Kopf auf die Bühne. Ich dachte in dem Moment, ich hätte ihn umgebracht." Townshend wiederum erzählt dieselbe Geschichte ein wenig anders. Am Ende beider Versionen steht aber der K.o.Schlag. Zwei Tage habe er danach die Erinnerung verloren gehabt. Es steht außer Frage, dass Pete Townshend das musikalische Herz von The Who bildet(e). Die Band funktionierte allerdings nur in der Summe ihrer Teile. Und als es ihre Popularität erlaubte und obendrein modern wurde, begaben sich die vier Musiker separat in diverse Studios und nahmen Soloplatten auf. Entwistle machte mit SMASH YOUR HEAD AGAINST THE WALL 1971 den Anfang, Townshend zog ein Jahr später mit WHO CAME FIRST nach und 1973 legte Roger Daltrey seine erste Soloveröffentlichung vor. Die meisten Songs darauf hatten ihm David Courtney und Leo Sayer geschrieben. Da gab es ein bisschen Country, einen Hauch Ska, Pseudo-Klassik, Orchesterpomp und ganz viel Balladenstoff. Mit The Who hatte das so viel zu tun wie ein Schneemann mit der Sahara. Und das war per se eine gute Entscheidung. Allerdings zeigte sich, dass die raue, harte Stimme von Daltrey, der es manchmal an Nuancen mangelte, für Balladen nur bedingt geeignet schien. So finden sein Organ und der Song "You Are Yourself" so gar nicht zusammen. Mit Platz 6 in den britischen Albumcharts verkaufte sich die Platte aber hervorragend. Townshend hatte mit seinem Einstand gerade mal die 30. Position erreichen können, und Entwistle war auf Platz 126 verhungert. Abgesehen davon, dass Label und Management Dollarzeichen in den Augen hatten und Roger Daltrey als den neuen Solohype halluzinierten, kam das Gefüge von The Who in Unordnung. Die draußen geführten Diskussionen über eine mögliche Trennung vergifteten die Atmo­sphäre unter den vier Musikern, und Daltrey verRoger-Daltrey-Discographie in suchte, sich seinen Führungsanspruch GoodTimes Edition Discographien zurückzuholen. Vol. 9+10 – siehe Shop Seite 31

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für geerdet. Wie er damals immer wieder betonte, habe die Arbeit an dem Album – und vor allem an dessen Story – ihn in einen Spiegel schauen und nachgiebiger werden lassen. Vielleicht war dem so, denn mittlerweile soll Townshend hinter der Bühne von Zeit zu Zeit mächtig zurückgeschlagen haben, wenn der Sänger mal wieder handgreiflich wurde. In Daltreys Buch „Thanks A Lot Mr Kibblewhite" (2018) gibt er Anekdoten zum Bes­ten, in denen es ihm gelang, Townshends Attacken und Provokationen hinzunehmen und sich zurückzuziehen. Auch wenn sich solch ein Zusammenstoß vor den Augen anderer vollzog. Einen Moment dieser Art soll es 1973 bei Filmaufnahmen für ein Promovideo gegeben haben, mit dem die „Quadrophenia-Tour" beworben werden sollte. Daltrey war wegen der zeitraubenden Arbeit genervt, geriet mit dem angetrunkenen Townshend aneinander, der ihn angriff. Crewmitglieder seien dazwischengegangen und Dal­ t rey habe sich zurückgezogen. „Ich werde den kleinen GoodTimes 4/2019

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RIDE A ROCK HORSE (1975) gestaltete sich schon wegen der unterschiedlichen Songschreiber dann abwechslungsreicher als der Vorgänger, wenngleich Soul, Gospel und Funk den Ton angaben. Und so spielten Klavier und E-Piano im Klangbild die wichtigste Rolle (zumindest "Feeling" rockt sich ein). Wieder hatte sich Daltrey mit der Platte aus dem WhoKorsett befreit. Rang 14 in den UK-Albumcharts belohnten seine Bemühungen erneut. Sein bis dato interessantestes Album wurde 1977 ONE OF THE BOYS. Das Cover mit der irrationalen Spiegelung spielt auf TOMMY an, und die Songs klingen zum Teil so – trotz einer kunterbunten Mischung von Komponisten und Textern –, als wären sie Bestandteil einer konzeptionellen Rockoper. Die Stilvielfalt ist beachtlich, der Who-Bezug recht deutlich, die Arrangements meist komplex. Noch nie rockte Roger Daltrey so hart wie bei dem von Steve Gibbons geschriebenen Titelsong, Paul McCartney lieferte Daltrey mit "Giddy" eine beinahe typische Spät-Wings-Nummer mit bläsergetränktem Funk-Teil, das Murray-Head-

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wiesen. Seine Rolle als Tommy in dem gleichnamigen The-Who-Film (1975) war noch etwas linkisch. Seine Verkörperung von Franz Liszt­in „Lisztomania"­ (1975) hielt eine Reihe von Kritikern für ansehnlich. Lob erntete der Sänger vor allem in Genrekreisen für seinen Clive Jackson in dem Horrorstreifen „The Legacy" (1978). Als Bankräuber John McVicar konnte er schließlich überzeugen, wenngleich das Drehbuch laut zeitgenössischen Kritiken Lücken aufwies.

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Als Clive Jackson im Horrorfilm The Legacy" " begeisterte Daltrey die Genrefans.

Das Album ist schlichtweg ein Knaller. Vor allem Steve Swindells und Russ Ballard sorgen für ein paar eingängige Rocker, aus denen das explodierende "Free Me" herausragt. Die Single mit dem verzweifelten Schrei Daltreys nach Freiheit war nur leidlich erfolgreich (UK #39, USA #53), hätte angesichts seiner Qualität allerdings Top-10-Notierungen verdient gehabt. PARTING SHOULD BE PAINLESS (1984) sah Daltrey dann im poppigen Zeitgeistkarussell mit Kompositionen von Bryan Ferry oder den Eurythmics, bei denen der harte Who-Frontmann manchmal versuchte, wie Chris Isaak zu klingen. Soundsünden gab es auch auf UNDER A RAGING MOON (1985), das Songmaterial präsentierte sich hier aber weitaus besser als auf dem Vorgänger. Okay, der Opener "After The Fire" hätte vermutlich auch von Duran Duran sein können, dabei war das eine Townshend-Komposition – die bis dato erste seines The-Who-Kollegen auf einem seiner Solo-Alben. "Don't Talk To Strangers" war rhythmisch äußerst raffiniert – und unter Beteiligung Dal­ treys geschrieben worden. Darüber hinaus mischte der Sänger, der offenbar Zutrauen in seine songwriterischen Fähigkeiten gefunden hatte, noch bei drei weiteren Stücken mit. Die fruchtbare Kollaboration mit Russ Ballard setzte Daltrey mit "Breaking Down Paradise" fort. Bryan Adams und Jim Vallance hatten dem Alt­ rocker "Let Me Down Easy" vermacht, wenngleich Adams den Song mit einem veränderten Refrain als "Somebody" für seinen eigenen Songkatalog verwendete. Auf dieses geniale Gitarrenriff konnte er beim besten Willen nicht verzichten. Adams/Vallance zeichneten auch für die Ballade "Rebel" verantwortlich. Die Hard-Rock-Grundstimmung des Albums fängt "Move Better In The Night" perfekt ein – ein Song, an dem auch Chris Thompson von Manfred Mann's Earth Band mitschrieb. "Fallen Angel" ist der pathetischste Moment des Albums und der Blues-Rocker "It Don't Satisfy Me" der ruppigste. Seite

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Den Höhepunkt liefert Daltrey mit jenem Song, der dem Album, dem 1978 verstorbenen Who-Schlagzeuger Keith Moon gewidmet, seinen Namen gab: "Under A Raging Moon". Der Synthierhythmus ist unverkennbar ein "Won't Get Fooled Again"-Zitat und geleitet in einen stürmischen Hard-Rocker, der in Melodie, Arrangement und Gesangsleistung pure Leidenschaft verströmt. Mehrere Schlagzeuger der damaligen Rockszene erwiesen Keith Moon mit einem kurzen Solobeitrag die Ehre. Zu hören sind: Cozy Powell (unter anderem Rainbow), Roger Taylor (Queen), Stewart Copeland (The Police), Carl Palmer (Emerson, Lake & Palmer), Mark Brzezicki (Big Country, The Cult), Martin Chambers (The Pretenders), Zak Starkey. Das Album bot allerdings noch weitaus mehr Prominenz: am Bass Tony Butler (Big Country), Bryan Adams spielt Gitarre, Bruce Watson (Big Country) benutzt den E-Bow, Russ Ballard singt mit und klampft, John Payne (später Asia) und John Parr sind im Background zu hören. In den Charts hinterließ die Platte kaum Spuren (UK #52, USA #42), dafür wirkte sie noch viele Jahre nach. Rockfans entdecken dieses Kleinod bis heute immer wieder für sich. CAN'T WAIT TO SEE THE MOVIE (1987) geht trotz halbwegs hoffnungsvollem Einstieg – "Hearts On Fire" von Russ Ballard – gnadenlos in Richtung Pop (trotz des Hard-Rock-Ausreißers "Balance­ In Wires"). Die Synthesizer haben das Regime übernommen und zwirbeln, zirpen und fiepen aus allen Löchern. Einige der wirklich guten Songs hätten aktuellen Single-Acts damals sicher ganz gut zu Gesicht gestanden. Rockdino Daltrey nahm man diese Trendanbiederung nur schwer ab (und "Take Me Home" ist direkt ein bisschen peinlich). Logisch, dass es sich mies verkaufte und nur wenige Freunde außerhalb des beinharten Fan-Zirkels fand. Vermutlich ist die Scheibe auch deshalb jenes Album aus dem Daltrey-Fundus, das man in jedem Second-HandVinyl-Laden findet. Sein vorerst letztes TonträgerStatement folgte 1992. ROCKS IN THE HEAD ist ein gutes Album. Wie im Titel zu erahnen ist, rockt es. Rotziges The-Who-Gepolter von ihm zu erwarten, wäre vermessen gewesen, und so wurde auch diese Scheibe hart an den gerade populären Hörgewohnheiten produziert: alles sehr clean, Ecken und Kanten sind nicht auszumachen. Allerdings spielte er durchaus erneut mit seiner Vergangenheit als Tommy aus dem einstigen The-Who-Erfolgsfilm. Deutlich wird das unter anderem bei "Mirror Mirror" (das Spiegelthema) und "Unforgettable Opera". Und "Days Of Light" – das soll nicht unerwähnt bleiben – hat ein bisschen was von "Magic Bus" von The Who. Roger Daltrey verschwand dann aus dem Albumgeschäft. Er war von den Rockmusikern, die die 60er und 70er Jahre dominierten, nicht der einzige. Neue Trends, neue Stile gaben den Ton an. Und die Zeit, in der es sich sowieso kaum noch rechnete, Platten zu veröffentlichen, zeichnete sich bereits ab. Zu tun hatte der Sänger aber weiterhin reichlich – als Mitmusiker, auf dem Livesektor, bei ambitionierten Projekten oder bei immer mal wieder angeleierten The-Who-Wiedervereinigungen. Im vergangenen Jahr gab es dann aber nach 26 Jahren doch tatsächlich ein neues Daltrey-Album. Die meisten Stücke darauf sind Coverversionen (Nick Cave, Stephen Stills, Stevie Wonder, Boz Scaggs, Parliament, Gail Davies, The Five Keys, Joe Tex, Garnet Mimms), zwei Stücke schrieb er selbst. Wenn Daltrey sagt, er unternehme mit dieser Platte eine Reise durch die Zeit, stimmt das allein schon mit Blick auf all die Jahre, in denen die Stücke erstmals erschienen (Ende Fünfziger bis Mitte Achtziger). Allerdings gelingt ihm dieser Trip auch stilistisch: Blues, Pop, Rock, Soul, Balladen. Eine Rückkehr, die Aufmerksamkeit erregt. © Pressefoto

Dass Roger Daltrey nicht zu jenen Musikern gehörte, die sich ob ihrer Popularität ins Filmgeschäft schummelten und dann klägliche Leistungen darboten, hatte er bereits be-

In der Rolle des Franz Liszt fand die Kritik ihn annehmbar". "

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Cover "Say It Ain't So, Joe" wurde als Single ausgekoppelt, verfehlte die Charts allerdings. Das erfolgreichste Daltrey-Album in den USA wurde mit Platz 22 der Soundtrack Mc­ V ICAR. Der gleichnamige Film war von dem The-Who-Sänger produziert worden. Auch spielte er darin die Titelrolle.

Um ein Vielfaches länger als Daltreys Diskografie ist die Liste jener Filme und Serien, in denen er als Schauspieler auftrat. In der TV-Serie „Highlander" war er zum Beispiel von 1993 bis 1998 die Figur Hugh Fitzcairn. Im Kinofilm „Vampirella"­ n

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(1996) gab er Vlad, einen Fürsten der Finsternis. Das in einem Sanatorium – mit allen Annehmlichkeiten, Thema wiederholte sich 2000 in dem TV-Streifen die einem in solch einer Erholungseinrichtung gebo„Dark Prince: The True ten würden. Und auch Fans Story Of Dracula", wo er genießen bei dem Musiker King Janos mimte. 2006 keinen Welpenschutz. Wie gehörte er in dem Gangs­ jüngst zu lesen, machte er ter-Epos „Johnny Was" zu bei einem The-Who-Konden Hauptdarstellern, als zert im New Yorker Madison er Jimmy Nolan spielte. Zu Square Garden im Rahmen den Serien, in denen Roger der aktuellen „Moving On! Daltrey mehr oder weniger Tour" Leute aus dem Publiwichtige Figuren verkörkum an, die Gras rauchten. perte oder einfach auch nur In der Serie "Highlander" spielte Daltrey Das sei nicht gut für seine sich selbst darstellte, gehö- fünf Jahre lang die Figur Hugh Fitzcairn Stimmbänder, habe Daltrey ren unter anderem „The Last Detective" (2007), „CSI: geschimpft. „Wer auch immer ihr seid – ihr habt mir Crime Scene Investigation" (2006), „The Mighty den Abend total versaut." Boosh" (2005), „That '70s Show (Die wilden 70er)" (2002), „Rude Awakening" (1999–2000). Seine Leis© Pressefoto

MANFRED MANN´S EARTH BAND 26.07. – 14.12.2019

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JETHRO TULL´S IAN ANDERSON 02.08. – 30.11.2019

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Daltrey ist Vlad in Vampirella" – für Fans bleiben " solche Auftritte gewöhnungsbedürftig.

ROGER HODGSON 01.08. – 06.09.2019

POHLMANN 03.08.2019 PUR 03.08.2019

Autogrammarchiv Norbert Arndt

tungen vor der Kamera sind durchwachsen. Mal glänzt Daltrey, manchmal bleibt er blass – was natürlich auch mit den Drehbüchern und Regisseuren zu tun hat. Allerdings sprechen seine häufigen Auftritte auf der Leinwand oder im Fernsehen durchaus für ihn. The-Who-Fans werden aber immer wieder feststellen, dass es gewöhnungsbedürftig ist, den Sänger in irgendeiner Rolle zu sehen, die mit ihm nichts zu tun hat. Das ist bis heute so.

LEA 22.08. - 15.09.2019

Als würde Roger Daltrey einen eisigen Wind im Nacken spüren, schiebt er seinem Studiowerk von 2018 jetzt ein Live-Album nach: TOMMY ORCHESTRAL. Dabei handelt es sich zwar um das Material des TheWho-Albums TOMMY, es wurde im vergangenen Jahr zum 50. Jubiläum der Rockoper allerdings ohne Gitarrist Pete Townshend aufgeführt. Obendrein in Bethel, dem Standort des Woodstock-Festivals.

Roger Daltrey, der in jungen Jahren weder Skrupel zeigte, sich in eine körperliche Auseinandersetzung zu begeben, noch ein Blatt vor den Mund nahm, ist auch mit seinen 75 Jahren immer noch ein Raubein. Natürlich sucht er längst nicht mehr nach der Möglichkeit, jemandem „in die Fresse" zu schlagen. In Die wilden 70er" gab der Who-Sänger einen " Er erweist sich gewissen Mr. Wilkinson aber als ein Typ, den es nicht interessiert, ob er für Äußerungen den Beifall seines Gegenübers einstreicht. So ging erst jüngst durch die englischen Medien ein Interview, in dem er einen Journalisten abbügelt, der ihn fragt, ob es für Rockbands nach dem Brexit Daltrey war mit Band in den USA unterwegs und wohl schwieriger werde, durch Europa zu touren. ließ sich an den Auftrittsorten von verschiedenen „Nein. Was hat das mit dem Rockgeschäft zu tun", Orchestern begleiten. Auf Platte ist dann aber das gab Daltrey zurück. „Als ob wir vor der verdammten Budapest Scoring Orchester zu hören, dessen Part EU nicht durch Europa getourt wären. Oh, gib es in Ungarn hinzugefügt wurde (siehe Interview). Zu auf! Wenn du dich dafür anmelden willst, von einer Daltreys Liveband gehörten Simon Townshend (voc, verdammten Mafia regiert zu werden, dann tu das." g), Frank Simes (g), Scott Devours (dr), Jon Button Schon vor ein paar Jahren forderte Daltrey schärfere (b) und Loren Gold (key). Alle Musiker standen zuHaftbedingungen in britischen Gefängnissen. Knast­ vor schon mit The Who als Live-Unterstützung auf aufenthalte seien für die Häftlinge wie der Besuch der Bühne.

PAUL YOUNG 25.08.2019 SAGA 25.08. – 31.08.2019

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THE DIRE STRAITS EXPERIENCE 07.09.2019

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PETE YORK`S ROCK & BLUES CIRCUS 29.10. – 06.11.2019

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50 Jahre ist es her, dass The Who in Woodstock auf der Bühne standen und TOMMY anstimmten. Knapp ein halbes Jahrhundert später war Sänger Roger Daltrey mit der Rockoper erneut in den Staaten unterwegs, diesmal mit Orchester – ganz in der Nähe des legendären Festivalgeländes schnitt er 2018 das jetzt veröffentlichte Album TOMMY ORCHESTRAL mit. Dieser Tage tritt der 75-Jährige wieder mit seinem ewigen Bandkollegen Pete Townshend live als The Who auf, im Herbst soll ein neues Studiowerk der Band erscheinen. Gesprächsstoff genug also, als GoodTimes eines der drei Interviews ergatterte, das der Engländer deutschen Medien gewährte.

Über TOMMY ORCHESTRAL und das langersehnte neue Who-Album Roger, als wir uns vor 25 Jahren das letzte Mal unterhalten haben, hast du gesagt, dass es durchaus auch eine kathartische Wirkung hat, über die Vergangenheit, die eigene Historie zu reden – würdest du dieses Statement von damals heute noch unterschreiben, wenn wir uns über TOMMY ORCHESTRAL unterhalten? Das gilt heute immer noch! Und was TOMMY angeht, ist es doch so, dass es ja um uns alle geht, um den Zustand der Menschheit. All die Charaktere in der Geschichte stehen metaphorisch für unterschiedliche Typen von Menschen. Wir alle haben das Potenzial, Dämonen zu sein – das steckt in uns allen. Nur schlagen wir in unseren Leben eben unterschiedliche Wege ein. Mit der Gestalt von Tommy, den ich verkörpere, halte ich dem Publikum einen Spiegel vor, denn alle sind Tommy. Ist es nicht traurig, dass die Songs heute im Grunde nichts von ihrer Relevanz verloren haben, dass die Menschheit ... Nein, das ist nicht traurig. So sind wir Menschen einfach, das ist unsere Spezies. Wir sind gut darin, nein, wir beherrschen es meisterhaft, das zu leugnen, uns das nicht einzugestehen. Wir sind großartig darin, unseren Planeten in Staub und Seite

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Asche zu verwandeln, ähnlich wie eine Fliege Scheiße beseitigt. Das verdrängen wir aber perfekt, unsere Egos erlauben es uns, darüber nachzudenken. Andererseits darf man aber auch nicht leugnen, dass diese Welt heute für viele Menschen zu einem sehr viel besseren Ort geworden ist, an dem es ihnen besser geht als früher. Natürlich ist es für sehr viele Menschen immer noch ein absolut beschissenes Leben, das will ich gar nicht leugnen. Aber viele haben heute bessere Lebensbedingungen – das darf man der Fairness halber nicht unterschlagen. Man kann die Welt optimistisch, pessimistisch oder realistisch sehen – ich bin Realist, und ich weiß, dass wir eine beschissene Spezies sind. Roger, was hat dich vergangenes Jahr bewogen, TOMMY auf eigene Faust in einer orchestrierten Fassung zu machen? Ich habe ja eine Soloband, mit der ich unterwegs bin und viele obskure Sachen von The Who spiele, die The Who selbst nie auf der Bühne gemacht hatten. In den USA gibt es im Sommer Veranstaltungsreihen in Freiluftarenen, für die man Dauerkarten für eine Spielzeit kaufen kann. Diese Veranstalter kamen auf mich zu, ob ich nicht zwölf Konzerte mit TOMMY mit ihren Orchestern aufführen könne. Ich habe kurz überlegt und n

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dann das Angebot angenommen – unter der Voraussetzung, dass ich das Ganze mit meiner Band spielen konnte. Denn ohne Rockband funktioniert TOMMY nicht, es ist nun mal eine Rockoper (mit deutlicher Betonung des Wortes Rock, Anm. d. Autors) . Ohne wäre es nur ein erbärmlicher Abklatsch, ein Imitat.

leicht 5000 Leuten gespielt, wurden es auf einmal 20.000, dann 50.000, und irgendwann waren es 100.000. Da war uns klar, dass wir etwas ganz Besonderes geschaffen hatten. Das kannst du nicht einmal erahnen, während du daran arbeitest – da gibt man einfach sein Bestes (lacht).

Du hast das neue Live-Album in Woodstock aufgenommen ... Es war die erste von diesen zwölf Shows in den Staaten, und wir sind knapp einen Kilometer von dem Flecken entfernt aufgetreten, an dem damals die Bühne stand. Ich weiß, es ist nicht die perfekte Platte, aber es ist eine Liveperformance. Es sind keinerlei Overdubs der Band oder von mir drauf! Nur das Orchester habe ich nachträglich ergänzt – ich konnte mir die Summe nicht leisten, die das Orchester, mit dem ich in Woodstock gespielt hatte, für die Erlaubnis verlangte, es auch auf der Platte zu verwenden. Also musste ich nach Budapest reisen, um ein dortiges Orchester aufzunehmen, und es dann zu den Aufnahmen mit meiner Band hinzuzufügen. So geht es heute in der Plattenindustrie zu (lacht)!

Du wirst TOMMY demnächst gemeinsam mit Pete Townshend im Wembley Stadion aufführen (die Show war für den 6. Juli angesetzt), anschließend auch in den Vereinigten Staaten – was wird dann anders sein als bei deinen Soloperformances? The Who are a different animal! Niemand spielt Gitarre wie Townshend (Daltrey nennt seinen Kollegen während des gesamten Interviews nur mit dem Nachnamen, Anm. d. Autors.). Ich habe die Oper aufgeführt, während unsere Show als The Who anders gestaltet ist: Wir spielen viel von QUADROPHENIA, wir werden einige der Hits anstimmen – es entfaltet sich eine ungeheure Dynamik. Aber die wird sich auf die Musik konzentrieren – in unserem Alter brauchen wir das ganze Drumherum nicht mehr, wir sind dem Glamour entwachsen, darauf legen wir keinen Wert mehr. Wir konzentrieren uns rein auf das Künstlerische. Zumal wir kurz davor sind, eines der besten Alben zu veröffentlichen, das wir je gemacht haben – meiner Ansicht nach reicht es an THE WHO BY NUMBERS heran, vielleicht sogar an QUADROPHENIA. Alles, was uns jetzt letztlich geblieben ist, ist die Musik! Und die lässt beim Hören immer noch die Haare am ganzen Körper zu Berge stehen.

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Wie war es denn, nach Woodstock zurückzukehren? Du wirst derzeit ja sicherlich oft und viel nach Woodstock gefragt, nachdem es sich zum 50. Mal jährt ... Für uns war es zunächst ein Gig wie jeder andere. Ich werde immer wieder auf unseren Auftritt damals angesprochen, dass ich einer der Helden von Woodstock sei. Da muss ich immer energisch wiedersprechen: Wir waren nicht die Helden von Woodstock, keine der Bands, die dort gespielt haben. Die Helden von Woodstock, das waren die Menschen vor der Bühne, das Publikum. Was sie in diesen drei oder vier Tagen erlebt haben in all dem Schlamm, mit all den organisatorischen Unzulänglichkeiten und fürchterlichen äußeren Gegebenheiten, und was sie daraus gemacht haben, das war heldenhaft! Das ist gar nicht mit dem Luxus heutiger Open Airs zu vergleichen – selbst wenn es heftig regnet, ist es heute doch geradezu luxuriös! Die Menschen damals haben gewissermaßen den Schlüssel ins Schlüsselloch gesteckt und politisch einiges in Gang Derzeit sind Roger Daltrey (l.) und Pete Townshend Ihr beiden nehmt heute aber getrennt voneinander auf, seid nicht gesetzt. Woodstock war wieder als The Who unterwegs mehr gemeinsam im Studio? der Anfang vom Ende Nein, wir können nicht Seite an Seite arbeiten (lacht). Wir tun uns der amerikanischen Beleichter bei der Arbeit im Studio, wenn wir getrennt zugange sind. teiligung am VietnamDas gibt mir die Freiheit, mit meiner Stimme frei zu malen. Ich kann Krieg! Die Politiker alles Mögliche ausprobieren, kann mit Melodien und Gefühlen spiekonnten danach nicht len – ich vergleiche mich gern mit einem Maler, der sich mit seinem mehr heimlich und leise Pinsel auf seiner Farbpalette bedient. In diesem Sinne setze ich meine agieren, ohne dass es Stimme ein, ich will Emotionen wecken, denn die schaffen die Verwahrgenommen wurbindung zum Hörer. Auf Platte wie auf der Bühne. de – die Leute waren aufgerüttelt und haben Auf der Bühne ist es aber anders, was euch beide betrifft – wirkt da hingeschaut. Vietnam immer noch die alte Telepathie? war plötzlich Thema, es Auf der Bühne ist es wirklich telepathisch. Da haben wir eine außertauchte zum ersten Mal gewöhnliche Verbindung. Wir haben das Geschenk, das Wunder diein den Schlagzeilen der Nachrichten auf, die Menschen im ganzen Land nahmen ses Verständnisses ohne Worte. Wir empfinden gemeinsam, ich muss Townshend das Thema auf einmal wahr. Das war eine Bewegung, die nicht zuletzt durch gar nicht sehen, um zu wissen, war er macht, wo er hin will. Das war immer Woodstock befeuert wurde. schon so, vom Anfang an und bis zum heutigen Tag. Ich denke, ich bin ein ganz guter Sänger und kann mit meiner Soloband richtig gute Musik abliefern, aber wenn man Townshend und mich zusammensteckt, ist es einfach etwas ganz Damals in Woodstock gab es noch einen weiteren unbesungenen Helden – einen Spezielles, eben durch dieses blinde Verständnis. VW Käfer, der euch ... Ja, Herbie went to Woodstock (lacht schallend; The Who gelangten damals in einem Käfer auf abenteuerlichen Wegen aufs Festivalgelände, als 2018 warst du mehr als gut beschäftigt – du hast mit AS LONG AS I HAVE alle Zufahrtswege verstopft waren, Anm. d Autors)! Das ist wahr. YOU ein neues, dein zehntes Solo-Studio-Album veröffentlicht, du hast deine Autobiografie Thanks A Lot, Mr. Kibblewhite" herausgebracht Ich liebe Volkswagen immer noch! " und warst live unterwegs ... Ja, es war wirklich ein bewegtes, ein vollgepacktes und auch anstrenTOMMY war eine der ersten Rockopern, für dich eine der besten gendes Jahr. Aber in meinem Alter will ich nicht klagen – ich bin jetzt überhaupt – das belegt ja wohl auch die Tatsache, dass sie in so 75 Jahre alt, mache das, was mir Freude bereitet, und ich gebe einfach vielen unterschiedlichen Formaten aufgeführt worden ist, als mein Bestes. Andere sitzen daheim im Kämmerlein und blasen Trübsal, Ballett, sie ist verfilmt und als Musical umgesetzt worden ... können nichts mehr mit sich anfangen – und wir haben ein neues Album am Am Anfang war es eine Ansammlung von Songs – damals haben wir uns die Start! Ich war erst einmal sehr skeptisch, ob The Who je noch einmal ein wirklich Köpfe darüber zerbrochen, wie wir Interesse an dem wecken könnten, was wir gutes Album hinkriegen würden. Aber ich muss dir sagen, Townshend hat nichts machten, und das auf künstlerische Weise. Also entwickelten wir diese Geschichvon seinem Talent und Können verloren – er schreibt immer noch unglaubliche te und erklärten: Das ist unsere Rockoper! Aber letztlich weiß man im Grunde Musik, und es ist ein großartiges Album. Es ist noch nicht ganz fertig, aber wir nicht, was man geschaffen hat, bis man es auf die Bühne bringt. Und ich muss sollten es schaffen, es im Herbst herauszubringen. Philipp Roser sagen, mit TOMMY ging es für uns durch die Decke! Hatten wir davor vor vielGoodTimes 4/2019

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Wundertüt e n

ALBUM COVER ART GALERIE #20

JETHRO TULL

STAND UP

Von Horst Berner

Mit dem rasanten Aufstieg der CD ab den 1980er Jahren und den anschließenden Online-Musikdiensten drohte der guten alten Schallplatte das Aus. Doch Vinyl erlebt seit Jahren ein Revival. Viele Neuheiten sind ebenfalls als LP zu haben, ganz zu schweigen von der Flut an Repros mit Oldie-Material. Diese Entwicklung setzte nicht nur eine Debatte über die Sinnlichkeit analogen Musikhörens in Gang, der Blick fällt auch wieder auf die "Wundertüten", in denen die schwarzen Scheiben stecken: kunstvoll gestaltete großformatige Albumhüllen. Ausgewählte Beispiele erläutert diese Serie.

Ungeachtet der zitierten Resümees, international wurde die von Ian Anderson (*1947), Martin Barre (*1946), Clive Bunker (*1946) und Glenn Cornick (1947–2014) eingespielte Platte STAND UP zu einem veritablen Knaller. Im UK hielt sie sich fünf Wochen an der Spitze der Charts, in den USA stieg sie auf den 20. und in Deutschland auf den 5. Platz. Die musikalische Neuorientierung nach dem Weggang von Gitarrist Mick Abrahams (*1943) – der seine Leidenschaft für den Blues fortan bei Bloodwyn Pig auslebte und durch Barre ersetzt wurde – zahlte sich nicht nur aus, sondern definierte auch auf Jahre hinaus den Modus der Band, deren treibende Kraft als Songwriter, Multi-Instrumentalist und Sänger nun allein Anderson war. Weitere Anerkennung widerfuhr Jethro Tull – der aparte Name war dem zwischen 1674 und 1741 lebenden britischen Agronomen Henry­Jethro William elten wurde der Titel einer LP durch die Gestaltung Tull entliehen – durch die der Schallplattenhülle so fantasievoll und treffend Singles "Living In The interpretiert wie im Fall STAND UP von Jethro Tull, Past"/"Driving Song" (2. bei der sich beim Aufklappen des Covers die Musiker als Mai 1969) und "Sweet „Steh auf"-Figuren präsentieren. Möglich machte das D r e a m" / " S e v e n t e e n" die von Pop-up-Büchern bekannte Technik, wonach ein (3. Oktober 1969), beiintegriertes gefaltetes Element beim Umblättern herausde Top-Ten-Hits im UK. springt und dadurch eine räumliche Wirkung entfaltet. Diese vier und die zehn Kein Zweifel, ein echter Hingucker, wie überhaupt die Titel von STAND UP chaganze Verpackung der Scheibe in die Kategorie Extrarakterisierten sehr gut klasse gehört. Jethro Tull, v.l.: Bunker, Barre, Cornick, Anderson das extravagante, höchst individuelle Spektrum, in dem sich das Quartett musikaUnd dann erst die Musik … Wobei sich an ihr, zumindest hierzulande, zunächst lisch bewegte. Das reichte vom nostalgischen 5/4-Taktdie Geister schieden. Tatsächlich fiel die Kritik zwiespältig aus, als Island/ChrysaAbstecher in die verklärte Vergangenheit ("Living In lis vor 50 Jahren, am 25. Juli 1969, den Nachfolger des bluesorientierten ErstThe Past") über die Adaption einer klassischen Suite­ lings THIS WAS veröffentlichte. Ausgerechnet das zu jener Zeit aufstrebende, als ("Bourée") und den Anleihen bei Folk ("Look Into The progressiv geltende, mitunter aber zu arrogantem Unsinn neigende MusikmaSun") oder Weltmusik ("Fat Man") bis zum harten gazin „Sounds" schrieb in der Nr. 14: „Die Platte ist so langweilig, dass man sie Rockriff aus dem Hier und Jetzt ("Nothing Is Easy"). nur mit einem spannenden Buch in der Hand überstehen kann.­ Über alledem oszillierte Andersons kapriziöses Spiel auf der Querflöte, die er zum anerkannten Instrument in Aufgeklappte Außen- und Innenhülle von STAND UP Rock und Pop stilisiert hat, womit phasenweise noch "Living In The Past", jazzige Momente ("For A Thousand Mothers") dazukabritische Single men. Als Produzenten agierten Terry Ellis (*1944) – neben Chris Wright (*1944) Gründer des Labels Chrysalis Records – und Ian Anderson, während Andy Johns (1950–2013), der überdies mit Blind Faith, Humble Pie, Led Zeppelin und den Rolling Stones gearbeitet hat, für die Aufnahmen in den Londoner Einfachheit in der Wahl musikaMorgan Studios zuständig war. lischer Materialien muss nicht gleichbedeutend mit PrimitiviIhre exaltierte, unter Prog Rock katalogisierte Ausdrucksweise tät sein, doch bei Jethro Tull, kultivierten Jethro Tull im die nur in zwei Tonarten skurrilen Aufputz, wie musizieren, ist das leider die Albumcover zu THIS WAS (1968), der Fall." Ganz anders dagegen die Bewertung in der eher konservativ ausgerichBENEFIT (1970), AQUALUNG (1971) teten Jugendzeitschrift „Bravo". Da stand in der Nr. 32 vom 4. August 1969 zu und die ­Fotos im 22-seitigen Beiheflesen: „Endlich mal was Neues […] Es gibt praktisch nichts, was es in der Musik ter zu LIVING IN THE PAST (1972) der Jethro Tull nicht gibt. Sie verwenden Elemente des Beat und des Rock’n’Roll, belegen. Speziell Ian Anderson trat des Bossa Nova und des Jazz, der afrikanischen und der orientalischen Folklore, mitunter so zerzaust und abgewrackt und manchmal ist Johann Sebastian Bach mit von der Partie. […] Jethro Tull ist in Erscheinung (ohne deshalb den "Sweet Dream", deutsche Single seit langem das Beste, was auf der Pop-Szene passierte!"

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STAND UP

Seite 1: 1. "A New Day Yesterday" (4:06) 2. "Jeffrey Goes To Leicester Square" (2:08) 3. "Bourée" (3:43) 4. "Back To The Family" (3:48) 5. "Look Into The Sun" (4:18)

"Bourée", niederländische, französische und belgische Single; im UK nicht erschienen

Seite 2: 6. "Nothing Is Easy" (4:21) 7. "Fat Man" (2:49) 8. "We Used To Know" (3:56) 9. "Reasons For Waiting" (4:02) 10. "For A Thousand Mothers" (4:12)

­ blichen Sex-&-Drugs-Lebensstil des Rock’n’Roll zu hofieren), als ü wäre er direkt dem Figurenkabinett aus einem der Bücher von Charles Dickens oder ­L ewis Carroll entsprungen. Diesen Eindruck bekräftigen zeitgenössische Filme, ob die von Wim van der Linden für den WDR gedrehte Dokumentation „Swing In, Rock In mit Jethro Tull" vom 27. November 1969 oder der jüngst auf Blu-ray veröffentlichte „Rolling Stones Rock And Roll Circus" mit dem performten "Song For Jeffrey" vom 11. Dezember 1968. An diesem Tag spielte übrigens die E-Gitarre zum ersten und einzigen Mal Tony Iommi, der kurz darauf mit Black Sabbath Karriere machte. Andersons Zappelphilipp-Neigungen, die einen Joe Cocker alt aussehen ließen, verbunden mit der Choreografie des wie ein Flamingo auf einem Bein stehenden Flötisten, belegte ferner die DVD "Live At The Isle Of Wight NOTHING IS EASY von 1970", DVD von 2004 2004. Auf ihr zu sehen gibt es den Auftritt vom Isle Of Wight Festival 1970, bei dem das wohl beste Jethro-Tull-Line-up mit Anderson, Barre, Bunker (dr) und Cornick (b) bereits um den Pianisten John Evan (1948) erweitert war.

Track 1 bis 2; 4 bis 10: Ian Anderson; Track 3: Johann Sebastian Bach, arrangiert von Ian Anderson

Objekte – beispielsweise den sogenannten Houseplants, die wortwörtlich surreale Wohntürme in Verbindung mit grotesken Pflanzen formieren – und speziell der freien Interpretation des Trevi-Brunnens in Rom als Großinstallation in Pappe wurde er, in Anlehnung an den italienischen Barock-Bildhauer Bernini, schließlich scherzhaft „CardboardBernini" genannt. Neben seinem Artwork für STAND UP, das 1969 von der Leserschaft des „New Musical Express" zum bes­ ten „Album Sleeve Design" des Jahres gewählt wurde, fertigte Grashow weitere attraktive Cover: etwa für Catfish GET DOWN (1970), The Yard-

Das schelmische Image der zwischen Bänkelsängern und Hofnarren der Moderne changierenden Tulls spiegelte selbst die Gestaltung von STAND UP wider. ObAnzeige von 1969 wohl das nicht zwingend in der Intention von James „Jimmy" Grashow lag, haftet seinen realistischen, birds ­F EATURING PERFORMANCES Schön betüllt: Jethro Tull zeitaufwendig gefertigten Holzschnitten für die LP BY JEFF BECK ERIC CLAPTON JIMein Hauch von Karikatur an. Friedlich kauern da auf der VorderseiMY PAGE (1970) und Deep Purple THE BATTLE RAGES ON … (1993), für den Country-Sänger Tom Rush LADIES LOVE James Grashow mit te die Musiker, ehe sie, mit OUTLAWS (1974), den Jazzer Ramsey Lewis GOLDEN HITS STAND-UP- aufmontierten fotografier­ Holzdruck (2016) ten Köpfen, sich beim Öff(1970) oder den Cembalisten Anthony Newman BACH GOLDnen des Gatefold-Covers BERG VARIATIONS (1971). STAND UP bleibt jedoch sein vor ätherischem HinterMeisterwerk, selbst wenn das Musiklabel in einer zeitgenösgrund erheben, um dann sischen Werbung selbstironisch anzeigte, das Album bleibe auf der Rückseite diskret sogar in „einer braunen Papierhülle zum Cover" eines der den Abgang zu zelebrieren. ­besten, das Island jemals produziert habe. Ach ja, richtig – ein Ellis, der die Pop-up-Idee kleiner Schönheitsfehler muss dem Holzschneider angekreidet anregte, beauftragte den werden: Er bildete Anderson auf dem LP-Titelbild mit sechs 1942 in Brooklyn geboreFingern an einer Hand ab. Kein Wunder, dass der gute Ian zu nen Grashow, nachdem er dem Flitzefinger-Flötisten werden konnte, als der er von seidessen Illustrationen, die Grashow-Selbstportrait nen Fans verehrt wird. regelmäßig in der „New York Times" und anderen Publikationen abgedruckt wurden, entdeckt hatte. Obwohl der­Künst­ler stets die Disziplin des Holzschnitts pflegte, fertigte er später primär Holz- und KarSTAND UP, die gehobene tonskulpturen, die es wie "Ausgabe" von die Drucke in die Samm2016 lungen zahlreicher Museen Hauspflanzen" ge­schafft­ haben.­ Wegen Artwork für Catfish, Yardbirds, Deep Purple, " à la Grashow seiner überbordenden Tom Rush und Anthony Newman GoodTimes 4/2019

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Tony Carey Foto: © P. Roser

18 auf einen Streich! Seine ersten unerfreulichen Erfahrungen machte der amerikanische Sänger/ Keyboarder Tony Carey, als er mit seiner ersten Profiband Blessings von ABC Dunhill unter Vertrag genommen und ins Studio geschickt wurde. Mit dem Starproduzenten Gary Katz (Steely Dan) tüftelte die Gruppe eineinhalb Jahre – ohne Ergebnis. Später spielte der heute 65-Jährige bei Rainbow, arbeitete mit Peter Maffay, veröffentlichte unter eigenem Namen (Hit: "Room With A View") und als Planet P Project. Aktuell ist er mit Leslie Mandokis Soulmates aktiv – und hat jüngst an einem Tag 18 Soloscheiben auf allen digitalen Kanälen (wieder-)veröffentlicht. Und das nur kurz nach dem Erscheinen seiner jüngsten CD LUCKY US (Review GT 3/2019). Grund genug, bei dem seit langem in Deutschland lebenden Kalifornier nachzufragen. 18 Alben an einem Tag auf den Markt zu bringen, ist ja eher ungewöhnlich. Wie kam's dazu, Tony? 1994 habe ich der Musikindustrie den Rücken gekehrt – nicht der Musik, sondern der Musikindustrie. 1994 erschien meine Platte COLD WAR KIDS, und es war quasi einmal zu viel gelogen von der damaligen Plattenfirma. Ich habe mich mit einem Scheck von 50.000 DM freigekauft, um nicht die zwei noch ausstehenden Platten machen zu müssen. Es war zufällig – oder auch nicht zufällig – das Jahr, als ich clean war. Ich war von der Reha gekommen, zum ersten Mal seit der achten Klasse kein Alkohol, keine Drogen, kein Nix. Ich habe Undinge in der Plattenindustrie erlebt – bei meinen ersten sechs Platten habe ich keinen Pfennig dafür gekriegt. Dabei waren da Singles drauf, die in den Staaten Top 40 oder Nummer 1 im amerikanischen Radio waren, nicht nur "A Fine Fine Day" (#22) oder "The First Day Of Summer" (#33), und ich habe nie einen Pfennig dafür gesehen. Es war eine Gaunerei. 1994 habe ich mir gesagt, das brauche ich nicht mehr. Du hast aber nicht aufgehört, Platten zu machen ... Die man jetzt vorerst vor allem auf digitalem Weg wieder hören kann. Ein paar Leute kennen sie schon, weil ich sie als kleine Auflage immer bei Shows und im Internet verkauft habe. Es sind auch keine Bootlegs von alten Tapes, sondern propere Studio-LPs. Das sind fünf Planet-P-Project-Alben, fünf Soloscheiben, ein paar Platten mit Coverversionen, eine Weihnachts-LP und dergleichen. Die bringe ich alle auf allen Plattformen am selben Tag weltweit heraus. Es sind Alben, die ich zwischen 1991 und 2014 aufgenommen, aber nie regulär bei einer großen Firma veröffentlicht habe. Zum Beispiel „1931", auf der ich Hitler gesampelt habe und die total politisch ist – was jetzt die AfD ist, fing damals in Sachsen an mit den ganzen Neonazis. Ich habe nie zwei Platten veröffentlicht, die ähnlich klangen. Vom übelsten Hard Rock bis Seite

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Beinahe-Schlager – "Room With A View" hat die „ZDF-Hitparade" gewonnen! Und welche Rolle spielt LUCKY US dabei? Das ist eine Art Warm-up für das, was kommt. LUCKY US ist so anders als alles, was ich bisher gemacht habe. Das ist die Geschichte meines Lebens, eine Klavierplatte mit ein bisschen Orchester. Storys aus meiner Kindheit, meinen Anfangsjahren im Musikgeschäft – ich bin schließlich seit 50 Jahren auf der Bühne! Bei dir hat sich in den letzten Jahren einiges verändert – du bist in die Gegend von Frankfurt gezogen, hast geheiratet ... Ich habe einen langen Weg hinter mir. Von Ende 2009 bis Anfang 2013 hatte ich sechs große OPs in Folge meiner Krebsgeschichte. Dabei war der Krebs nach der ersten OP geheilt, die Folge waren Infektionen. Ich hatte zwei septische Schocks, noch eine OP, noch eine OP, künstliches Koma, Nierenversagen. In dieser Zeit war Marion, meine jetzige Frau, an meiner Seite. Wir haben uns zufällig am Frankfurter Flughafen wiedergesehen nach 30 Jahren. Ich hatte sie 1988 kennengelernt, und jetzt sind wir verheiratet. In diesem Jahr warst du gut beschäftigt, warst auf der Frankfurter Musikmesse, hast Akustikshows gespielt ... Ja, das ist meine „Songs & Storys"-Tournee, die im Oktober fortgesetzt wird. Wir schneiden auch mit, es wird eine DVD für Deutschland geben, für den internationalen Markt eine Li ve-Doppel-C D. Das sind einfach Song-Shows, die ich auf einem Konzertflügel bestreite und zwischendurch viel erzähle. Und dann bin ich mit Leslie Mandoki und den Soulmates unterwegs – der besten Band der Welt, die aktuell Größten im Jazz-Rock-Bereich! Nochmals zu deinen Wiederveröffentlichungen – bringst du die Alben einzeln oder auch als Box heraus? Die kommen erst mal digital, ob als Box, überlege ich noch. Aber es gibt ein 4-CD-Set vom Planet P Project, das heißt G.O.D.B.O.X, GOD ist eine Abkürzung für „Go out dancing" (erstmals veröffentlicht 2014, Anm. d. Autors) – das kommt als Box-Download oder ist auch einzeln zu kaufen. Die beiden Cover­ alben gibt es als Download, als Set oder einzeln. Wir haben viele Ideen, überlegen, ein LP-Boxset rauszubringen oder eine Box gemischt mit CD und LP. Stilistisch warst und bist du in allen möglichen Richtungen unterwegs ... Ich habe nie eine Stilrichtung gefunden, von der ich gesagt hätte, das ist meine, und der ich treu geblieben bin. Das interessiert mich weniger. Ich will immer aufnehmen, worauf ich im Moment Bock habe – auf der einen Seite eine enorme Freiheit, auf der anderen ist es kommerzieller Selbstmord, das weiß ich selbst. Philipp Roser n

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LORD’s FAMILY

Oben (v.l.n.r.): Monika Hindelang, Iwan Schmidt, Ebo Petschel, Georg Frisch, Martin Seliger, Barbara Rimmele Unten- Ali Schmidt, Sepp Kuffer, Pit Sturm

er Name war Programm: Lord’s Family waren a) fromm und b) eine Familie, sprich Kommune. Von 1970 bis 1974 war die bis zu 16-köpfige Gemeinschaft aktiv, ehe sie auseinanderbrach. Obwohl sie in ganz Deutschland Konzerte bestritt und immer wieder auch medial Beachtung fand (so bei Radio Bremen und dem Bayerischen Rundfunk), hinterließ die Familie keine Tonträger – umso überraschender kam dann die Meldung aus dem Hause Sireena Records, mit „Innere Musik" eine 10"-Vinylscheibe mit Aufnahmen aus jener Zeit herauszubringen.

dem ­lesenswerten Buch „Mädchen, Mystik und Musik und meine Methanoia" dokumentiert. Musikalisch bewegte sich die Band irgendwo zwischen Amon Düül II und Popol Vuh, wobei Gitarrist Ali Schmid, der laut Kuffer „Countrymäßig Gitarre spielte", eine weitere Komponente einbrachte. Ihr erstes Konzert bestritten Lord’s Family am 21. November 1971 im Erlanger Redoutensaal mit einer eigens für sie gefertigten Verstärkeranlage. Kuffer dokumentierte mit zwei großen Uher-Tonbandaufnahmegeräten die meisten Auftritte, aber auch viele Sessions – jetzt die Quelle für die 10". Die Aufnahmen belegen, dass die göttliche Familie gerne improvisierte – „aber nicht, weil wir nichts anderes gekonnt hätten, sondern weil wir der Meinung waren, dass in der Improvisation, in der Spontaneität etwas Größeres in Erscheinung tritt". Und er nennt zwei für die Band wichtige Bezugsgrößen: „Wir bewegten uns zwischen Pink Floyd und Grateful Dead. Die Länge der Improvisationen manchmal wie Grateful Dead, wie Pink Floyd alle Klänge zulassen, einfach Getöse machen", erinnert er sich und muss dabei lachen.

„Wir waren damals viel unterwegs und haben nicht zielgerichtet darauf hingearbeitet, eine Platte zu machen – aber wir hätten es auch nicht abgelehnt. Solche Asketen waren wir nicht", erinnert sich knapp 40 Jahre später Sepp Kuffer (keys), damals einer der musikalischen Köpfe bei Lord’s Family. Aus dem Großraum Nürnberg bis ins oberbayerische Eichstätt stammten die Mitglieder der Kommune, die sich zum Teil schon aus Schulzeiten gekannt und miteinander Musik gemacht hatten. Aus einer Zwei-Zimmer-WG in Nürnberg her­ aus entstanden Lord’s Family. „Zunächst wollten wir studieren, einige Mitglieder wie Georg Frisch (b) absolvierten ein freiwilliges soziales Jahr in entsprechenden Einrichtungen, was seinen Niederschlag fand. Wir haben auch ziemlich geraucht und Trips geworfen", erzählt Kuffer, der wie Frisch auch nach dem Ende der Kommune weiter Musik machte, sich bis heute im Bereich Kunst engagiert und im Pflegebereich arbeitete.

Die Reaktionen bei den Auftritten von Lord’s Family ähnelten denen beim ersten Konzert: „Die einen haben uns begeistert gefeiert und Landboheme – immer auf klanglichen waren fortan Fans, anEntdeckungsreisen dere haben gesagt: ‚Übt erst noch, unprofessionell.' Es war immer die Spaltung der Geister: Die einen, die gewohnte Muster, ein typisches Rockkonzert wollten, andere waren an der Botschaft vom ganz anderen Leben, einem erweiterten Bewusstsein, von Meditation, vom Göttlichen im Leben interessiert", schildert es Kuffer.

Die Kommune zog ins oberbayerische Beilngries, ließ sich in einem alten Jagdschloss, dem „Schlössl", nieder, machte Musik und sammelte spirituelle Erfahrungen, in die christliche Mystik, östliche Spiritualität und psychedelische Elemente einflossen. Kuffer hat die damalige Zeit übrigens in

Eigentlich waren die Kommunarden davon ausgegangen, ihr soziales und spirituelles, musikalisches Projekt lebenslang zu verfolgen, doch die Realität sah anders aus: Kuffer und seine Frau Ruth stiegen schon 1972 aus, zwei Jahre später war die Kommune Geschichte. Philipp Roser

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© Pressefotos

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Zwischen Grateful Dead und Pink Floyd


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