Sweet • Leon Redbone • Clannad • Jean-Jacques Kravetz • Public Image Ltd. • Rita Coolidge • Don Airey • Fargo
uber 150 CD/LP-
Kritiken
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Dave Clark Five Led Zeppelin Gilbert O’Sullivan Paul Rodgers Doro
4/2018 (Nr. 155) • August/September • www.goodtimes-magazin.de
Mit Rätsel & Verlosung
Mick Ronson • Carl Palmer • Uwe Hassbecker • Cowboy Junkies • Alphaville • Buddy Guy • Runrig • Wilko Johnson
EDITORIAL
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wird in uber 30 Ländern der Welt gelesen!
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Liebe Leserinnen und Leser,
August/September 2018
aul Rodgers, Jeff Beck und Ann Wilson (plus Opener Deborah Bonham) stehen gemeinsam auf dem Tourplakat. Lynyrd Skynyrd sind zusammen mit Cheap Trick, Foghat oder der Charlie Daniels Band unterwegs. Die Steve Miller Band ist mit Peter Frampton zu erleben. Tourneepakete, die in diesem Sommer die Classic-Rock-Fans (oft unter freiem Himmel in Picknick-Atmosphäre) in den USA beglücken. Den deutschen Liebhabern handgemachter Rockmusik bleiben angesichts des Geschehens jenseits des Atlantiks zwei Möglichkeiten: rein in den Flieger und rüber über den großen Teich, was reichlich Kohle und Urlaubstage kostet. Oder vor sich hin trauern. Zwar gibt es hierzulande einige Festivals – allerdings nur wenige geballt mit Acts aus den 70er und 80er Jahren – und eher themenbezogene Tourpakete wie "Rock Meets Classic", "Night Of The Proms" oder "Oldie Nights". Gemeinsame Konzertreisen wie die der ostdeutschen Gruppen Karat, City und Puhdys/Maschine oder von Veteranenbands wie den Rattles und Lords sind die Ausnahmen. Die Regel: Touren einer namhaften Truppe plus Support Act. Vielleicht schreckt ja der Versuch eines Tourneebuchers ab, der 2012 Bad Company, Bachman & Turner, Blue Öyster Cult und Roger Chapman unter dem Motto "Rock The Nation" losschicken wollte, das Ganze wegen schwacher Vorverkaufszahlen aber wieder abblies. In den USA hingegen sind die Arenen angesichts der breitgefächer ten Zielgruppen gleich mehrerer Acts gut gefüllt – vielleicht wäre es deshalb mal wieder einen Versuch wert, auch in Deutschland einen Tourpakt-Anlauf zu wagen. Schließlich werden die Live-Protagonisten älter und kündigen immer zahlreicher ihren Abschied von der Bühne an. Und ein wenig Fantasie könnte nicht zuletzt der Tatsache entgegenwirken, dass auch die potenziellen Besucher nicht jünger werden und zunehmend unbequeme Venues scheuen. Viel Spaß mit der neuen GoodTimes-Ausgabe wünscht Ihnen
NE U
Fabian Leibfried Herausgeber/Chefredakteur
GoodTimes 4/2018
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Music from the 60s to the 80s
Neue Ausgabe Nr. 18 Bestellen Sie im Shop auf Seite 33
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INHALT
46 Led Zeppelin
12 Titelstory
stories 12 Cream Ein Tsunami fegte übers Land ... 17 Alphaville Träume
39 Wilko Johnson Totgesagte leben länger
18 Dave Clark Five Glad All Over In The Sixties
40 Gilbert O'Sullivan Songwriting ist alles
20 Paul Rodgers Free im Fokus
42 Rita Coolidge Ich wollte das Feeling meiner frühen Platten aufgreifen" " 43 Lüül Verrückter Rock'n'Roll-Beamter
21 Runrig Celtic Forever!
43 Josh Smith Auf Ochsentour" durch Deutschland " 46 Led Zeppelin 1970/71: Musik bei Wandertagen und aus dem Gruselhaus – Teil 3
22 Uwe Hassbecker Weltberühmt in der DDR 24 Jean-Jacques Kravetz Musikalischer Tausendsassa 26 Clannad Hausmusik" der ganz besonderen Art " 27 Carl Palmer's ELP Legacy Der progressive Nachlassverwalter
50 Dantalian's Chariot Besser, als die Polizei erlaubt
28 Buddy Guy Blues-Porträt #59
51 Don Airey 70 Plus
29 Rick Astley Das Feuer ist zurück
52 Duette Kommerziell verkuppelt
36 Doro Pesch Duracell-Hase des Metal
54 Das ist ja tiiiierisch! Tiere in Gruppennamen – Teil 3
37 Mick Ronson Der Mann im Hintergrund
58 Cigarbox-Gitarren Von Blechkeksdosen und Cohiba-Kisten
38 Public Image Ltd. John Lydon – zornig auch nach 40 Jahren
59 Syrinx Call Blockflöten-Prog
51 Fargo Auf ein Neues
Die nächste erscheint amfrom 21. the September Seite 4 GoodTimes 4/2018 Music 60s to the 2018 80s n
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Ausgabe Nr. 155, August/September 2018
Das ist ja tiiiierisch!
18 Dave Clark Five
20 Paul Rodgers
36 Doro
40 Gilbert O'Sullivan
features
54 Tiere in Gruppennamen
Teil 3
rezensionen rubriken
Cream
CD-Highlight The Magpie Salute High Water I
DVD-Highlight Beside Bowie The Mick Ronson Story In jedem Ende liegt ein neuer Anfang. Das wusste schon der spanische Philosoph Miguel de Unamuno, weshalb er diesen Satz irgendwann Ende des 19., Anfang des 20. Jahrhunderts aufschrieb. Und seine Worte haben eine geradezu bestechende Allgemeingültigkeit, weshalb sie in allen Lebensbereichen greifen. Auf die Rockmusik angewendet, markieren Cream eines der markantesten Beispiele, wie aus einem Zerwürfnis neue Kreativität erwuchs. ... weiter Seite 12
BOX-Highlight The Wrecking Crew There Was Only One Band Behind Them All
Led Zeppelin – Teil 3 Ein ruinierter Ruf, ein Album auf dem Rock'n'Roll-Thron und garantierte Konzertgagen von 100.000 Dollar: Das waren Led Zeppelin Anfang 1970. Auf der Bühne opferten die vier Briten jeden Abend ihre Seelen dem Rock'n'Roll-Gott und hinterließen ein vollkommen ausgepowertes Publikum. ... weiter Seite 46
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Impressum Editorial Inhalt Aktuelles – Neues aus der Szene Verstorbene Shop Abo-Bestellschein Kleinanzeigen GoodTimes-Newcomer: Georgie Chapple • Gerry Culligan Was macht eigentlich …? Leon Redbone Charts Runde Geburtstage Gedenktage CD/Vinyl/-Rezensionen DVD/Blu-ray-Rezensionen Konzertberichte: Runrig • Ringo Starr • Sweet • Blacksheep Festival • Hollywood Vampires • Rolling Stones Tourneen/Festivals Konzertkalender Kreuzverhör: Jim Cregan Kreuzworträtsel + Verlosung Leserbriefe … zuguterletzt: Holggy Begg • Andy Susemihl • Cowboy Junkies
Die einst so kurzlebige Supergroup Natural Gas mit Joey Molland (Badfinger), Mark Clarke (Colosseum), Jerry Shirley (Humble Pie) und Peter Wood (Joan Armatrading, Pink Floyd) öffnet ihre Archive: Das ers te und einzige Album der Band, das 1976 mit dem Gruppennamen als Titel erschien, blieb weitgehend unbeachtet, von den angepeilten Konzerten wurden nicht zuletzt wegen interner Streitigkeiten viele wieder abgesagt. Auf der Bühne standen Natural Gas allerdings am 17.8.1976 als Opener für Peter Frampton in der Cobo Arena in Detroit. Ein bislang als Bootleg kursierender Mitschnitt wird als LIVE FROM THE VAULT Ende September offiziell veröffentlicht+++
Foto: © Specular
Nach der Tour ist vor der Tour – nach diesem Motto sind die Macher von „Rock Meets Classic" schon kurz nach Abschluss der diesjährigen Konzertreise dabei, das Line-up für Februar/März 2019 zu buchen. Für die zehnte Auflage stehen die wichtigsten Acts bereits fest: Ian Gillan (Deep Purple) wird wieder (zum dritten Mal) dabei sein, dazu die in Deutschland nur selten zu erlebenden Kevin Cronin mit den Hits von REO Speedwagon und Mike Reno von Loverboy. Weitere Special Guests sind angekündigt. Der Startschuss für die RMC-Jubiläumstour fällt am 27.2. in Passau+++
Über den Erfolg des Musicals „Bat Out Of Hell" von Jim Steinman war an dieser Stelle bereits zu lesen, jetzt kommt die Bühnenshow mit den Welthits von Meat Loaf auch nach Deutschland: Im Stage Metronom Theater am CentrO Oberhausen löst das Rockspektakel das Disney-Musical „Tarzan" ab. Premiere ist im November. In London wurde die Show mit dem London Evening Standard Award als bestes Musical ausgezeichnet, Musik, Texte und das Buch von „Bat Out Of Hell" stammen von Steinman, der auch die Musik zum Musical „Tanz der Vampire" komponiert hatte. In Oberhausen führt Jay Steib Regie, Emma Portner kümmert sich um die Choreografie, Musikalischer Supervisor und verantwortlich für zusätzliche Arrangements ist Michael Reed. Für die deutsche Übersetzung sorgten Roland Schimmelpfennig (Buch) und Frank Ramond (Songs). „Bat Out Of Hell" greift traditionelle Theater- und Liebesgeschichten auf und vereint sie zu einer temperamentvollen Story in einer Stadt namens Obsidian im Jahr 2030+++
Freude im Hause Lüül: Erst rockte man erfolgreich im Berliner Kulturkaufhaus Dussmann, dann erfuhr man, dass der Titel "Fräulen C." vom aktuellen Album FREMDENZIMMER auf #16 in die JuliLiederbestenliste eingestiegen war. Der Deutschsprachige Musik e.V. gibt einmal monatlich die Liederbestenliste heraus, für die eine unabhängige Expertenjury verantwortlich zeichnet. Seit Mitte Juli ist Lüül auf seiner „Fremdenzimmer Sommertour" unterwegs+++
Ann Wilson von Heart ist auch mal ohne Schwester Nancy aktiv und hat "I Am The Highway" (Audioslave/Chris Cornell) vorab als ersten Track ihres demnächst erscheinenden Albums IMMORTAL ausgekoppelt. Das enthält Coverversionen von Musikern und engen Freunden, die Ann Wilson musikalisch beeinflusst oder „emotional besonders berührt haben" und verstorben sind, hieß es in der Ankündigung. So sind u.a. Lieder von Leonard Cohen ("A Thousand Kisses Deep”), Amy Winehouse ("Back To Black”), David Bowie ("I’m Afraid Of Americans”), Lesley Gore ("You Don't Own Me”) und Tom Petty ("Luna”) zu hören+++
Epitaph bereiten sich auf ihr 50-jähriges Bandjubiläum vor. Die deutsch-englische Truppe um Mastermind Cliff Jackson schraubt derzeit in Hannover im Magic Mile Studio an einem neuen Album, das im Frühjahr 2019 erhältlich sein wird. Fes tivalauftritte im nächsten Sommer sind in Planung, ebenso für den Herbst ein BEST OF-Album. Von der Gründungsbesetzung sind neben Jackson auch noch Drummer Jim McGillivray und Bassist Bernd Kolbe an Bord+++
Mit Lesungen beim diesjährigen CropredyFestival, das Fairport Convention traditionell im englischen Oxfordshire ausrichten, wird Iain Matthews seine Autobiografie „Thro’ My Eyes" vorstellen. Für Brian Wilson von den Beach Boys hat Matthews bereits eine signierte Ausgabe vorbereitet: Wilson ist Headliner des ersten Festivaltages am 9.8. Ebenfalls angekündigt haben sich die Levellers, Fish, die Oysterband und Al Stewart. Fans hoffen darauf, dass Matthews am Schlusstag zu seinen ExKollegen von Fairport Convention auf die Bühne kommt. Ansonsten konzentriert sich der Veteran in diesem Jahr auf Konzerte mit Matthews Southern Comfort, um den Menschen deren aktuelles Album LIKE A RADIO nahezubringen+++
Einige Zeit war der irische Singer/Songwriter Luka Bloom im Studio und hat mit Produzent Brian Masterson in den Dubliner Windmill Lane Studios letzte Hand angelegt beim Mix seines neuen Live-Albums. Das erscheint im Herbst und bietet Aufnahmen, die Radio Bremen im Dezember 2001 aufgezeichnet hat. In Mastersons 1978 eröffnetem Studiokomplex haben auch schon U2, Kate Bush, die Waterboys, Elvis Costello, Mark Knopfler oder die Simple Minds aufgenommen. Bloom und Brian Masterson arbeiten seit 1994 und dem Album TURF zusammen+++
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Der deutsch-englische Blues-Rocker Kris Pohlmann arbeitet an einer neuen CD, die Mitte Oktober herauskommen soll. Die Promomaschine soll aber bereits im Juli anlaufen, ließ er GoodTimes wissen+++
Rock + Pop Memorabilia
Bei seinen jüngsten Deutschland-Konzerten, beispielsweise in Leipzig, spielte Bob Dylan nicht mehr Gitarre – offenbar setzt ihm die Arthrose zu sehr zu. Er beschränkte sich darauf, sich ans Piano zu setzen – oder sogar nur am Mikro zu stehen. Dennoch schwärmten viele Augenzeugen gerade von dem Leipziger Gig, bei dem der Altmeister offenbar in Hochform war+++
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GoodTimes 4/2018
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Music from the 60s to the 80s
Peter Bursch blickt mit seiner Band Bröselmaschine in die Vergangenheit zurück: Im Oktober gibt es zum 50. Gründungsfest der Band einen fetten Griff in die Historienkiste in Gestalt eines Boxsets mit sechs CDs, DVD sowie einem 40-seitigen Booklet mit reichlich raren Fotos aus den Archiven. Doch nicht nur optisch, auch akustisch wühlt sich der „Gitarrenlehrer der Nation" als Krautrock-Urgestein derzeit noch durch diverse Archive, um das Boxset mit viel Bonusmaterial zu bestücken. Live wird der runde Geburtstag schon einmal beim Burg Herzberg Festival (26.7.) mit ein paar befreundeten Gaststars gefeiert. Beim „Werner-Rennen" in Hartenholm geht die Partysause dann am 31.8. in die nächste Runde+++ Reichlich namhafte Gäste konnte Udo Lindenberg begrüßen, als er Anfang Juli sein zweites „MTV Unplugged"-Konzert aufzeichnete: Ein 50-köpfiges Orchester begleitete ihn neben dem Panikorchester, mit Alice Cooper (Lindenberg: „Ihn habe ich mal in Los Angeles kennengelernt") sang er "No More Mr. Nice Guy", mit „Tatort"-Kommissarin Maria Furtwängler duettierte er bei "Bist du vom KGB?". Weitere Sangesgäste waren Jan Delay, Marteria, Andreas Bourani und Gentleman+++ Den Titel A PARANORMAL EVENING AT THE OLYMPIA PARIS trägt der Konzertmitschnitt, den Alice Cooper am 31.8. unter die Leute bringen wird. Dokumentiert ist das A b s c h l u s s ko n z e r t seiner „Paranormal Tour" am 7.12.2017 in der legendären, 1888 eröffneten Spielstätte in der französischen Hauptstadt. Das Ganze ist digital, als Doppel-CD und 2-LP-Gatefold (weißes und rotes Vinyl) erhältlich+++ Der fränkische Singer/Songwriter Sandy Wolfrum bringt im August ein Dreier-Album heraus: Zwei CDs werden „OriginalKlassiker und Raritäten" enthalten (mit und ohne seine langjährige Band Feelsaitig), ein weiterer Silberling ist mit neuen Songs bestückt. Damit feiert der „ewige Bohemian" (O-Ton Wolfrum) seinen 60. Geburtstag, was auch den Albumtitel ZEHNUNDFÜNFZIG erklärt+++ Per Doppel-Live-Veröffentlichung melden sich Status Quo mal wieder als Plattenkünstler zu Gehör. DOWN DOWN & DIG NIFIED AT THE ROYAL ALBERT HALL und DOWN DOWN & DIRTY AT WACKEN sind ab dem 17.8. erhältlich. „Es gibt keinen vergleichbaren Ort wie die Royal Albert Hall", sagte Bandleader Francis Rossi. „Unsere Akustikshow dort zu präsentieren, war wie ein wahr gewordener Traum." Und weiter: „Das Wacken Open Air ist ein Festival wie kein anderes. Die Energie, die Zuschauer, die Lautstärke. Wo kann es besser für Quo sein, die Songs so laut wie irgend möglich aufzudrehen als dort? Wir haben unser Electric-Set mit Vollgas geliefert, denn nichts anderes wäre fürs Wacken Festival akzeptabel gewesen"+++
Die Schweizer Heavy Rocker Krokus pausieren in diesem Jahr weitestgehend. „2019 kehren wir aber live zurück", sagte Sänger Marc Storace GoodTimes. Ein neues Album sei jedoch noch nicht in Planung. Storace selbst nutzt die Freizeit, um mit China-Gitarrist Claudio Matteo und Charly Preissel in der Schweiz als Acoustical Mountain viel live zu spielen+++
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NEWS
Futterneid ist es sicher nicht, eher enttäuschte Liebe zum Fußball der ProfiMachart, die den Hamburger Musiker Micky Wolf nach dem Ausscheiden des deutschen Nationalteams bei der WM in Russland zu folgendem Facebook-Post trieb: „Ich hab die Gehaltslisten und auch Videos von den Luxusvillen und Luxuskarren der Spieler von ‚Die Mannschaft’ gesehen, und mir ist die Luft weggeblieben. Billy Gibbons von ZZ Top wird auf 60 Millionen Dollar geschätzt – er hat dafür von 1971 bis heute gebraucht ... imposant, aber z.B. Herr Özil verdient das in drei Jahren ... und nicht nur er ... im nächsten Leben spiel ick Fussball." Und Wolf war nicht der einzige Musiker auf der Welt, der das Geld- und Entertainment-Spektakel der Firma Fifa ebenso interessiert wie kommentierfreudig verfolgte+++ Das Hannoveraner Label MiG hat einige überarbeitete Editionen seiner „Rock palast"-Collection angekündigt. Ende Juli
kommt die Wiederveröffentlichung des „Rockpalast"-Auftrittes der Einstürzenden Neubauten 1990 in der Düsseldorfer Philipshalle. Einen Monat später erscheint der denkwürdige Auftritt der beiden Westcoast Legenden John Cippolina und Nick Gravenites am 28.11.1980 in der Dortmunder Westfalenhalle als Boxset mit zwei CDs und DVD vom letzten Konzert der 1980er-Europa-Tournee. Übrigens ist vor kurzem ein 60-minütiger bislang unveröffentlichter Konzertmitschnitt von Gravenites aufgetaucht, der sehr bluesig tönt und möglicherweise auch bald zugänglich gemacht wird+++ Zwischen Prog, Art und Classic Rock bewegt sich die deutsch-belgisch-schwedische Formation Violette Sounds. Nach reichlich Live-Aktivitäten in den letzten Jahren wird sie Ende September ihr neues Album WILD AND BLUE auf den Markt bringen und dabei einen Mix aus RetroSounds mit psychedelischen wie folkigen Einflüssen samt dezentem Indie Pop präsentieren+++ Im Sommer 1968 veröffentlichten Creedence Clearwater Revival ihr selbstbetiteltes Debütalbum. Das US-Label Craft Recordings eröffnet seine „CCR50-Kampagne" jetzt mit dem ersten offiziellen CCR-Video für einen Dauerbrenner der Band, “Fortunate Son”. Regie führte dabei Ben Fee. Für den Herbst kündigte Craft einen „Special Release" an+++
Mit STEELFACTORY wird das neue Album von U.D.O., der Band der einstigen Accept-Röhre Udo Dirkschneider, den angemessenen Titel tragen, wenn es ab dem 31.8. erhältlich sein wird. Doch damit nicht genug der Neuigkeiten aus dem Hause Dirkschneider: Ab dem 6.9. wird der 66-Jährige immer donnerstags um 23.15 Uhr seine Kochkünste auf dem TV-Sender DMAX in seiner „Rock Kitchen" beweisen. In der Backstage-Küche empfängt Dirkschneider namhafte Rockgäste, um über ihre Lieblingsrezepte zu reden, Kochtipps zu geben und einfach zu quatschen. Die erste Staffel umfasst sieben Folgen. Als Gäste werden Apocalyptica, In Extremo, Sabaton, Power wolf, J.B.O., Serum 114 und Gotthard am Grill zu erleben sein+++
Joe Bonamassa erschlägt seine Fans seit Jahren förmlich mit Veröffentlichungen. REDEMPTION wird sein neues StudioAlbum heißen, das am 21.9. erscheint, Blues Rock satt und ausschließlich neue eigene Songs bieten soll. Im Herbst kommt der Workaholic außerdem für sechs weitere Shows nach Deutschland+++
Wegen des Brexits hat die englische Progressive-Rock-Band King Crimson ihre Pläne für die „Celebration EuroTour" im nächsten Jahr aufgegeben und ad acta gelegt. Der Grund für die Absage der Konzertreise zum 50. Jubiläum sei, dass es derzeit keine klaren Pläne für Arbeitsmigranten wie die Bandmitglieder gebe und nicht klar sei, ob Visa für die acht Musiker und zwölf Helfer nötig seien, erklärte Bandleader Robert Fripp. Derzeit ist die Formation unter dem Motto „Uncertain Times" durch Europa unterwegs+++ In ihrer „zweiten Heimat" Oldenburg wird Inga Rumpf mit Friends und Special Guest am 8.12. gastieren, eine Woche später in der Fabrik, „meinem Hamburger Wohnzimmer" – beide Städte sind auch schon
für den Dezember 2019 gebucht, verriet die Sängerin auf ihrer Homepage+++ Neil Finn und sein Sohn Liam, ebenfalls ein Songs schreibender Musiker, haben sich bei der Optik für das Video ihrer gemeinsamen Single "Back To Life” an der griechischen Mythologie orientiert. Zur Umsetzung luden sie zahlreiche Familienmitglieder, Freunde und auch Kollaborateure ein, mit denen sie ihr Album LIGHTSLEEPER eingespielt haben, das am 24.8. erscheint+++ Im Juli 1983 veröffentlichten Big Country ihr Debütalbum THE CROSSING, das es im UK bis auf Platz 4 schaffte und sich 81 Wochen in den Charts hielt (USA #18). Fünf Jahre später nahmen sie ihr viertes Studiowerk PEACE IN OUR TIME in Kalifornien auf und knackten in Großbritannien erneut die Top Ten. Um beide Jubiläen entsprechend zu würdigen, geht die Band auf „The Crossing, 1983–2018 35th Anniversary & Peace In Our Time, 1988–2018 30th Anniversary Tour", wird dabei den Erstling komplett live spielen, dazu Auszüge von PEACE. Big Country sind heute in der Besetzung Bruce Watson (g, voc), Mark Brzezicki (dr, voc), Jamie Watson (g, vocals), Simon Hough (voc) und Scott Whitley (b) unterwegs, wobei mit Bruce Watson und Brzezicki noch zwei Gründungsmitglieder von 1981 dabei sind+++ Phil Mogg hat angekündigt, dass die für 2019 geplante „50th Anniversary Tour” von UFO seine letzte als Frontmann der britischen Heavy-Rock-Legende sein werde. Mogg ist das einzige Gruppenmitglied, das in diesem halben Jahrhundert konstant dabei war. „Das Timing passt", erklärte Moog und sagte, er hasse das Wort Farewell, weswegen er es vermeide. Die Band wird eine volle UK-Tour absolvieren „und in einzelnen, sorgfältig gewählten Städten" außerhalb Englands spielen, zu denen die Band eine besondere Beziehung habe. Mogg hat im April seinen 70. Geburtstag gefeiert und räumte ein, dass das Alter bei seiner Entscheidung eine Rolle gespielt habe, auch wenn er stimmlich noch voll auf der Höhe sei. UFO sind heute in der Besetzung Mogg, Paul Raymond (g, keys), Vinnie Moore (g), Andy Parker (dr) und Rob Le Luca (b) aktiv. Als Titel für die
Unsere Gewinner aus Heft 2/2018 Lösung: Achtundsechzig" " je 2 Karten für Blacksheep-Festival: Pit Kapetanovic, Heilbronn Walter Neher, Ebersbach Reinhold Traub, Gaildorf Django Blu-ray und CD-Box: Bärbel Krüger, Göppingen Peter Ziegenhorn, Höchstädt i.F. Günther Stephan, Eisenach
HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH!
NEWS Tour habe er „Last Orders" vorgeschlagen, sagte Mogg, „obwohl mir ‚The Bar Is Closing Down’ auch gut gefällt"+++ Anlässlich des 70. Geburtstags von John Bonham hat das Städtchen Redditch in den englischen Midlands am 31.5. im Beisein von „Bonzos" Schwester Deborah Bonham auf seinem Marktplatz eine bronzene Statue zu Ehren seines berühmtesten Sohnes aufgestellt. Den Anstoß hatten Fans des 1980 verstorbenen Schlagzeugers von Led Zeppelin gegeben, ermöglicht wurde die Skulptur des Bildhauers Mark Richards durch Spenden von beiden Seiten des Atlantiks+++ Ein dickes Lob ihrer irischen Musikerkollegin Moya Brennan (Clannad) hat die deutsche Band Fairytale für ihr zweites Album AUTUMN’S CROWN bekommen, das noch im Sommer erscheinen soll. „Mit ihrem New-Age-CelticVibe ziehen Fairytale inspiriert, professionell, dynamisch und stylisch in ihre Welt", sagte Brennan zu dem Konzeptalbum, das dem Erstling FOREST OF SUMMER von 2015 nachfolgt. Übrigens war die Gruppe um Sängerin Laura Isabel Biastoch für den 17.7. für das Festival gebucht, mit dem der 50. Geburtstag von Leo’s Tavern, der Geburtsstätte der irischen Kult-Band Clannad (siehe Interview in dieser Ausgabe) gefeiert wurde+++
am 7.9. erscheint, wurde Anfang 2017 in High Definition im Apollo in Manchester gefilmt, wobei Songs aus der gesamten Bandgeschichte auf der Setlist standen+++ LIVING THE DREAM wird das neue Album von Uriah Heep heißen. Seine Veröffentlichung ist für den 14. September angekündigt+++ Die britischen Rockveteranen Def Leppard bieten jetzt ihr eigenes Bier an: In Zusammenarbeit mit der in Seattle ansässigen Elysian Brewing Company bietet die Band aus Sheffield ein Def Leppard Pale an, das über einen Alkoholgehalt von sechs Prozent verfügt. „Es schmeckt großartig", schwärmte Sänger Joe Elliott, „sonst würde ich auch nicht öffentlich darüber reden"+++ Nach The Mavericks, The Secret Sisters, der Oysterband, Tyler Childers und Colter Wall komplettieren weitere Top-Acts das diesjährige Programm des Tønder Festivals. Das traditionsreiche Event findet vom 23. bis 26. August im dänischen Örtchen Tønder statt. Darunter sind die Americana-Acts Parker Millsap, Lukas Graham und Sam Outlaw. Insgesamt 70 Acts aus den Bereichen Americana, Country, Blues, Rock und Traditional
Im August wird SEASONS Part I, das neue und erste Studio-Album von Jan Hammer seit vielen Jahren, auch in Deutschland erhältlich sein. Damit setzte das Ex-Mitglied des Mahavishnu Orchestra und langjährige musikalische Partner von Jeff Beck und „Miami Vice"-Vertoner die Ankündigung um, die er GoodTimes gegenüber geäußert hatte (GT 1/2018)+++ Am 28.7. spielt Bonnie Raitt in Berlin ihr vorerst einziges Deutschland-Konzert in diesem Jahr. Fans und Veranstalter dürften einige Zeit gebangt haben, musste die US-Musikerin doch aus gesundheitlichen Gründen (eine nicht näher spezifizierte Operation) den geplanten Opening-Slot bei der US-Frühjahrs-Tour von James Taylor absagen. Am 22.6. stand Raitt in St. Paul, Minnesota, erstmals wieder auf der Bühne und absolvierte ein zehn Songs umfassendes Set, desgleichen tags darauf in Green Bay, Wisconsin. James Taylor höchstpersönlich präsentierte Raitt, als sie zu ihrem Comeback auf die Bühne kam. Die revanchierte sich jeweils, indem sie Taylor bei seiner Zugabe unterstützte, die er mit Chuck Berrys "Johnny B. Goode” startete und mit "You Can Close Your Eyes” beendete+++ Den Titel 50TH ANNIVERSARY – LIVE AT THE APOLLO tragen die DVD, Blu-ray, Doppel-CD und Dreifach-LP, auf denen die Jubiläumsshow von Yes Featuring Jon Anderson (letztes verbliebenes Gründungsmitglied), Trevor Rabin und Rick Wakeman dokumentiert ist. Das Werk, das Seite
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Music from the 60s to the 80s
Music aus zwölf Ländern gehen dabei an den Start. Ein Markenzeichen des Tønder Festivals sind die Programmpunkte Women’s Circle und Gentlemen’s Circle. Deren Konzept bietet ideale Voraussetzungen für spontane, buchstäblich einmalige und dazu kulturübergreifende Musikerlebnisse. Die Idee: International renommierte Singer/Songwriter treffen bei den Shows auf ihre dänischen Kollegen. Aus diesen Begegnungen ergaben sich stets außergewöhnliche musikalische Momente. Die Teilnehmerliste bürgt für höchste Qualität. Der Women’s Circle besteht 2018 aus: Tami Neilson (Kanada), Irish Mythen (Irland/Kanada), The Secret Sisters (USA) sowie Annika Aakjær und Laura Mo (Dänemark). Ebenfalls hochkarätig besetzt ist der Gentlemen’s Circle mit Jeffrey Foucault und Luke Winslow-King (USA), William Crighton (Australien), Joey Landreth (Kanada) sowie Søren Huss (Dänemark)+++ Am 13. Dezember soll die finale Show der Pretty Things in der Londoner IndigO2 Arena über die Bühne gehen. Als Gäste werden Van Morrison, David Gilmour und
Bill Nighy dabei sein. Vorher sind Phil May, Dick Taylor & Co. auch noch einmal durch Deutschland unterwegs+++ BAD MOUTHIN’ wird das neue Album von Tony Joe White heißen. Mit dem Ende September erscheinenden Werk kehre er zu seinen Blues-Wurzeln zurück, sagte der ab dem 23.7. nun 75-Jährige GoodTimes. Neben Eigenbauten enthält das Album auch Coverversionen von Jimmy Reed, Lightnin’ Hopkins und Charley Patton mit dem unverkennbaren White-Stempel. Mehr dazu in der nächsten Ausgabe+++ Bei den Verhandlungen über eine Teilnahme an der „Not In This Lifetime Reunion Tour" von Guns N' Roses habe er „keine für beide Seiten zufriedenstellende Basis" gefunden, begründete Gitarrist Izzy Stradlin seine Nicht-Teilnahme. Er ziehe ein zurückgezogenes Leben vor, reise gerne mit seiner langjährigen Lebenspartnerin und sei viel mit ihr auf dem Mountainbike unterwegs, sagte er weiter. Aus diesem Grund habe er auch ein Angebot von Bon Jovi abgelehnt, bei ihnen einzusteigen, desgleichen eine Einladung von Keith Richards, mit ihm auf Tour zu gehen+++ Frühere Mitglieder von Magnum und Grand Slam haben sich zusammengetan, um als Kingdom Of Madness die Songs von Magnum aus den Jahren 1978 bis 1994 live zu präsentieren. Dabei sind Keyboarder Mark Stanway, Gitarrist Laurence Archer, Bassist Neil Murray, Drummer Micky Barker und Sänger Chris Ousey. In Wolverhampton will die Truppe am 21.12. erstmals auf die Bühne gehen+++ Das Album MUSIC FROM BIG PINK von The Band wird anlässlich seines 50-jährigen Veröffentlichungsjubiläums mit Remix- und Expanded-Editions veredelt.
here Judas-Priest-Gitarrist KK Downing seine Verlagsanteile an insgesamt 136 Songs seiner einstigen Band verkauft. Die dürften durchaus einigen Wert besitzen, sind doch Klassiker wie "Breaking The Law" und "Living After Midnight" darunter+++
„PopStop – das Musikradio" – immer freitags zum Erscheinen unseres Heftes gibt es eine GoodTimes-Sondersendung (19 bis 20 Uhr), in der die neueste Ausgabe vorgestellt wird (die Sendung wird dann mehrfach wiederholt). „PopStop" sendet Musiktitel mit Format – ohne formatierte Musikzusammenstellung+++ Ein Musikfestival mit einzigartigem Biker-Flair verspricht das diesjährige Bike & Music Weekend" vom 2. bis 5.8. " auf dem Gelände des Autohofs Strohofer
in Geiselwind an der A3. Als Headliner werden Manfred Mann's Earth Band mit Sänger Robert Hart (Ex-Bad Company, New L egend) und die größte süddeutsche Rammstein-Tribute-Band Stahlzeit auftreten. Weitere Acts sind The New Roses, The Picturebooks und Ray Black. „Wie bei kaum einem anderen Event verschmelzen hier Musikfestival mit mehreren Bühnen, gemütlicher Bike-Treff, Mega-Event mit spektakulären Stunts und Custom-Bauten, riesiger Markt rund ums Bike und Open Air Get Together zu einer Einheit", versprechen die Veranstalter vorab schon mal. Das Wochenende schließt mit dem traditionellen BikerGottesdienst+++ Auf ihrem eigenen Label Bite You To Death Records wird die vor einiger Zeit reformierte Frauen-Metal-Gruppe Rock Goddess im Oktober mit THIS TIME ein neues Studiowerk präsentieren+++
Mit Einflüssen aus dem breiten Spektrum amerikanischer Roots-Musik wie Country, Blues, R&B, Gospel, Soul, Rockabilly, der Honk-Tradition des Tenorsaxofons, Hymnen, Klageliedern, Blaskapellenmusik, Folk und Rock’n’Roll schuf The Band mit diesem Meilenstein einen zeitlosen neuen Stil, der die Rockmusik maßgeblich beeinflusste. Bob Dylan hatte damals das Artwork beigesteuert. Am 31.8. erscheint BIG PINK in diversen Formaten als neu gemixte und erweiterte „50th Anniversary Edition"+++
Nach dem Erfolg ihres Comeback-Albums SECOND NATURE Anfang dieses Jahres schraubt die britische Heavy-Band Lionheart an einem Nachfolger, wie Gitarrist Steve Mann GoodTimes verriet. Lionheart besteht aus den Szeneveteranen Mann, Rock Newton, Dennis Stratton, Clive Edwards und Lee Small+++
Aus medizinischen Gründen, die mit einer Lungenentzündung zu tun hätten – so die offizielle Begründung –, hat Altmeis ter John Mayall eine anstehende US-Tour verschoben+++
„Es wird die größte Show, die größte Tour, die wir je gemacht haben", versprach Gitarrist/Sänger Paul Stanley von Kiss jüngst im Interview mit einem USRadiosender im Hinblick auf die für 2019 geplante Konzertreise durch die ganze Welt. Er wollte aber nicht bestätigen, dass es sich dabei um den Schwanengesang der Veteranentruppe handelt+++
Nachdem sein Golf Ressort in finanzielle Schwierigkeiten geraten war, hat der frü-
ZZ-Top-Gitarrist Billy Gibbons hat ein neues Solo-Album angekündigt. Das soll
noch in diesem Jahr erscheinen. „Diesmal wird es deutlich bluesiger ausfallen", versprach der Rauschebart für den Nachfolger seines Debüts PERFECTAMUNDO von 2015+++ Gemeinsam mit dem Moscow Symphony Orchestra ist Ex-Toto-Frontmann Bobby Kimball Anfang Mai in Dubai unter dem Motto „Rock vs. Classic" aufgetreten. Als Gäste hatte er Bill Champlin, Joe Lyn Turner und Dave Bickler dabei. Ein Mitschnitt ist in Arbeit+++ Aerosmith wollen ihr 50-jähriges Gründungsjubiläum laut Gitarrist Joe Perry im nächsten Jahr mit einer Tour feiern – und das, obwohl die Bostoner vor zwei Jahren eine Farewell-Tour unter dem Motto „Aerovederci Baby!" gespielt haben. Doch seither haben sie vereinzelte Gigs gespielt, und „vielleicht machen wir noch ein paar mehr One-offs und möglicherweise ein paar Festivals", sagte Perry+++ Pink-Floyd-Schlagzeuger Nick Mason bringt drei seiner Solo-Alben als Boxset (Vinyl, CD) neu heraus. FICTITIOUS SPORTS (1981, komponiert und co-produziert von Jazzerin Carla Bley), PROFILES (1985) und WHITE OF THE EYE (1987, ein Soundtrack) werden ab dem 31.8. kurz vor dem Start seiner Europa-Tournee mit seiner neuen Band Nick Mason’s Saucerful Of Secrets wieder erhältlich sein. Das Pink-Floyd-Gründungsmitglied hat Saucerful Of Secrets ins Leben gerufen, um frühe Stücke der Band live aufzuführen. Mit dabei sind Bassist Guy Pratt, Gitarrist Lee Harris (The Blockheads) und Spandau Ballets Gary Kemp (Konzertdaten siehe Tourkalender)+++ SYMPHONIC TERROR – LIVE AT WACKEN 2017 wird die am 23.11. erscheinende 120-Minuten-DVD/CD von Accept heißen. Am 3.7.2017 hatten die „Stahlarbeiter aus Solingen" vor 80.000 Festivalbesuchern ein dreiteiliges Set präsentiert: Im ersten Teil rockte die Band wie gewohnt ihr Metal-Set. Im zweiten Abschnitt präsentierte Bandleader/Gitarrist Wolf Hoffmann, begleitet von einem kompletten Symphonieorchester, das Beste aus seinem Solowerk HEADBANGERS SYMPHONY mit MetalVersionen der bekanntesten Klassikwerke. Im dritten Teil der Show erlebten die Zuschauer erstmals die Kracher von Accept mit Orchesterbegleitung. Was in Wacken als Uraufführung begann, geht im Frühjahr 2019 in Serie: Ab April werden Accept mit Orchester durch ganz Europa touren+++ Sein Gastspiel auf der Loreley fiel nach der Absage von Headliner Joe Bonamassa zwar kurzfristig ins Wasser, doch im Oktober wird Bernie Marsden (Whitesnake, UFO) zu zwei Shows nach Deutschland kommen. In Heidenheim (12.) und Pfaffenhofen (13.) wird er gemeinsam mit Siggi Schwarz zu erleben sein. Übrigens war Marsden kürzlich mit Ginger Baker in den Abbey Road Studios, um an ein paar Cream-Songs zu arbeiten. Wobei es sich dabei handelt, wollte er GoodTimes aber nicht verraten+++
VERSTORBEN
John Gaydon (*1944) hatte sich als Sänger und Gitarrist versucht, ehe er die Seiten wechselte und mit einem Partner EG Records und EG Management (1969–1996) betrieb und King Crimson, Marc Bolan, Emerson, Lake & Palmer und Roxy Music managte. Er arbeitete auch als Musik- und Videoproduzent. Sein Freund Sting gab bekannt, dass Gaydon am 14.5. verstorben sei. Glenn Snoddy (*4.5.1922) arbeitete als Toningenieur und Produzent in Nashville für Hank Williams, Johnny Cash, Marty Robbins und Billy Joe Royal und gilt als Urheber des Nashville-Sounds. Unsterblich machte er sich, indem er 1960 das FuzzGitarren-Pedal erfand. Er starb am 19.5. Reggie Lucas (*25.2.1953) begleitete von 1972 bis 1976 Miles Davis auf seiner Gitarre, tourte mit Roberta Flack und schrieb/produzierte dann im Team mit dem Schlagzeuger James Mtume für Künstler wie Phyllis Hyman, Lou Rawls, The Spinners, was ihnen 1980 einen Grammy bescherte. Danach machte er sich selbstständig und produzierte 1983 Madonnas Debütalbum, arbeitete mit Randy Crawford, den Four Tops und gründete das Tonstudio Quantum Sound, in dem Jeff Buckley und die Pet Shops Boys aufnahmen. Er ging am 19.5. für immer. Phil Emmanuel (*6.7.1952) stammte aus Australien, wo er mit Größen wie Jim-
Eddy Guitar Eddy" Clearwater (*10.1.1935) " wurde in Macon, Mississippi, der Blues in die Wiege gelegt, er spielte früh Gitarre bei den Five Blind Boys Of Alabama, ehe er nach Chicago zog, wo er seinen Lebensunterhalt als Tellerwäscher verdiente, bis er 1980 den Durchbruch schaffte. Am 1.6. überlebte er ein Herzversagen nicht. Clarence Fountain (*18.11.1930) war das letzte noch lebende Gründungsmitglied der Gospelgruppe Five Blind Boys Of Alabama, die 1930 an einer Schule für blinde und taube Afroamerikaner in Alabama entstanden war, 2009 mit einem EhrenGrammy geehrt wurde und mit Lou Reed, Ben Harper, Tom Waits und Bonnie Raitt aufnahm. Fountain stand bis 2007 auf der Bühne und sang 2017 noch auf dem Album ALMOST HOME. Er litt an Diabetes und verstummte am 3.6. auf ewig. Ralph Santolla (*8.12.1969) spielte Gitarre bei den Metalbands Deicide, Obituary, Iced Earth und Millenium sowie in der Band von Sebastian Bach (Ex-Skid Row). Er erlag am 6.6. einem Herzinfarkt. Stefan Weber (*8.11.1946) studierte Grafik, arbeitete als Lehrer, bis er wegen seiner Seite
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Matt Guitar" Murphy (*29.12.1929) ken" nen Kinogänger als den Gitarristen aus dem Film „Blues Brothers", doch er hatte schon Jahrzehnte zuvor in der Band von Memphis Slim, mit Howlin’ Wolf, Ike Turner, Otis Rush, Etta James, Chuck Berry, Joe Louis Walker, Sonnyboy Williamson II, James Cotton und anderen gespielt. Nach einem Schlaganfall 2002 griff er fünf Jahre später nach einer langen Reha wieder zur Gitarre und war auch live zu erleben. Er starb am 15.6. Nick Knox (*1958 als Nicholas Stephanoff) war langjähriger Schlagzeuger der Psychobilly-Band The Cramps, bei der er 1977 in Akron, Ohio, Miriam Linna ersetzte, nachdem er zuvor mit Electric Eels unterwegs gewesen war. 1991 zog er sich weitgehend aus dem Musikgeschäft zurück, tauchte gelegentlich aber noch auf Platten und bei Shows befreundeter Bands auf. Er wurde notfallmäßig in eine Klinik in Cleveland eingeliefert, in der er am 15.6. starb. Jon Hiseman (*21.6.1944) galt als Virtuose auf dem Schlagzeug und erspielte sich bei der Graham Bond Organisation, John Mayalls Bluesbreakers und dem United Jazz & Rock Ensemble, vor allem aber mit seiner eigenen Combo Colosseum II sowie zuletzt mit dem Trio JCM einen respektierten Namen. Nicht zuletzt seine Mi-
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Vinnie Paul (*11.3.1964 als Vincent Paul Abbott) trommelte von Beginn an (1981) für die Metalband Pantera, in der auch sein Bruder Darrell alias Dimebag Darrell (†2004) als Gitarrist mitmischte. 2008 schloss er sich Hellyeah an, mit denen er bis zu seinem Tod am 22.6. fünf Alben aufnahm. George Cameron (*16.10.1947) machte als Drummer mit der New Yorker Band Left Banke Barock Pop und hatte in den 60er Jahren mehrere Hits vorzuweisen ("Walk Away Renee”, 1966 #5). Er erlag am 24.6. einem Krebsleiden. Joe Jackson (*26.7.1928) galt als einfluss reicher Strippenzieher, Musikmanager und Patriarch, der seine Kinder mit teils gnadenlosen Erziehungsmethoden zu Weltstars machte: Michael Jackson und die Jackson 5 ebenso wie die Töchter Janet und La Toya. Bauchspeicheldrüsenkrebs kostete ihn am 27.6. das Leben.
Dominic Joseph D.J." Fontana (*15.3.1931) " war bis 1958 Elvis Presleys erster Schlagzeuger, auf dessen frühen Hits zu hören und in einigen seiner Filme zu sehen. Obwohl offiziell nicht mehr beim King Of Rock’n’Roll beschäftigt, spielte er für ihn bis 1968 noch Sessions und bei TV-Shows. Mit Gitarrist Scotty Moore war er noch lange aktiv. Komplikationen nach einem Beckenbruch kosteten ihn am 13.6. das Leben.
Scott Hutchison trat zunächst unter dem Künstlernamen Frightend Rabbit auf, ehe der Schotte den Namen auf die Indie-Band übertrug, die er mit seinem Bruder Grant betrieb. Der 36-jährige singende Gitarrist wurde am 9.5. als vermisst gemeldet, tags darauf tot aufgefunden.
Peter Clifton (*1945) war ein australischer Filmregisseur und -produzent, zu dessen bekanntesten Werken der Led-Zeppelin-Konzertfilm „The Song Remains The Same” 1976 zählt. Ursprünglich wollte er damals einen Film über Reggae auf Jamaika drehen, ehe das Led-Zep-Management auf ihn zukam, ob er für den gefeuerten Regisseur Joe Massot einspringen könne. 1979 zeichnete er für den Konzertfilm „Live In Central Park" von America verantwortlich, ebenso für „Paris" von Supertramp. Dazu arbeitete er mit den Rolling Stones, Beach Boys und Eric Clapton für Videos zusammen. Er starb am 1.6.
Danny Kirwan (*13.5.1950) war mit Gitarre, Stimme und Songs an fünf Alben der frühen Fleetwood Mac beteiligt, bei denen er 1968 einstieg, aber meist im Schatten von Peter Green stand. Wegen Drogen- und A l ko h o l p r o b l e m e n musste er 1972 gehen, machte drei eigene LPs, arbeitete mit Otis Spann, Chris Youlden, Jeremy Spencer und Christine McVie. In den 90er Jahren war er zeitweise obdachlos, erkrankte psychisch, blieb der Aufnahme von Fleetwood Mac in die Rock’n’Roll Hall Of Fame 1998 fern und starb am 8.6., wie Mick Fleetwood via Facebook bekannt gab.
schung verschiedener Stile, am Anfang in den Sechzigern vor allem Rhythm & Blues und Modern Jazz, war so etwas wie der rote Faden der langen Karriere des Ehemanns der Saxofonistin Barbara Thompson. Ende April wurde bei ihm ein Hirntumor diagnostiziert, kurz bevor er mit JCM im Freiburger Jazzhaus auftreten sollte. Er wurde in London operiert, aber bereits am 1.6. erklärte seine Tochter, es gebe keine Hoffnung mehr und ihr Vater sei in ein Hospiz verlegt worden. Dort starb er am 21.6.
Steve Soto (*23.8.1963) war Multi-Instrumentalist in den einflussreichen kalifornischen Punkgruppen Agent Orange und The Adolescents, die mit Pausen 38 Jahre aktiv waren. „Natürliche Todesursache" attestierte der Coroner am 27.6. Eugene Pitt (*6.11.1937) war 1959 als Leadsänger Gründungsmitglied der Jive Five, die bis Ende der Sixties einige USHits vorzuweisen hatte. Er schrieb später Musik für den TV-Kinderkanal Nickelodeon und war auch als Chorsänger auf Gloria Gaynors "Never Can Say Goodbye” zu hören. Er starb am 29.6. Alan Longmuir (*20.6.1948) gründete als Bassist/Keyboarder/Gitarrist 1966 mit seinem trommelnden Bruder Derek Potias, die sich zunächst in The Saxons, dann Bay City Rollers umbe nannten und in den 70er Jahren zu TeenieIdolen avancierten. Er arbeitete auch als Schauspieler, erkrankte im Juni im Urlaub in Mexiko und starb kurz nach seinem 70. Geburtstag am 2.7.
Demba Nabé (*1972) rappte als „Ear" und einer der drei „E"-Frontleute der Berliner Band Seeed und pflegte mit ihr Dancehall-, Reggae- und Electro-Musik. Er veröffentlichte solo als Boundzound. Nach mehrwöchiger Denkpause nach seinem Tod am 31.5. entschieden Seeed, auch ohne ihn „in seinem Sinne" weiterzumachen.
Ben Graves (*5.11.1972) trommelte bei der Metal- und Horror-Punk-Truppe Murderdolls sowie Dope und Pretty Boy Floyd, bis er nach gut einjährigem Kampf am 9.5. den Kampf gegen den Krebs verlor.
Roger Clark war einer der gefragtesten Schlagzeuger in den Studios von Muscle Shoals und Nashville und ist auf Alben von Hank Williams Jr., Lou Rawls, Steve Miller, Randy Crawford, Tom Jones, Paul Anka zu hören. Er tourte mit Miller, Journey und den Pointer Sisters, bis er am 24.5. im Alter von 67 Jahren einen Herzinfarkt nicht überlebte.
Parkinson-Erkrankung 2000 frühpensioniert wurde. Den Ruf eines schrägen Vogels erlangte er vor allem aber als Gründer und Kopf der Wiener Anarcho-Rock-Band Drahdiwaberl 1969. Bei der spielte zeitweise ein gewisser Johann Hölzel (alias Falco) Bass. Weber starb am 7.6.
Henry Butler (*21.9.1949) war ein von Geburt an blinder afroamerikanischer Musiker, der aus New Orleans kam, Piano (und einige weitere Instrumente) spielte, im Blues und Jazz daheim war und ab 1986 neun Alben machte. Ein Krebsleiden kos tete ihn am 2.7. das Leben.
Steve Coy (*9.3.1962) saß 1982 bis 2011 bei der UK-New-Wave-Band Dead Or Alive am Schlagzeug und war neben Sänger Pete Burns (†2016) das Gesicht der Gruppe. Er verabschiedete sich am 4.5. in den Musikerhimmel.
my Barnes und INXS Gitarre spielte, aber auch mit Chet Atkins, Willie Nelson, Du ane Eddy oder Dolly Parton. Seine größten Erfolge feierte der ältere Bruder des Gitarrenvirtuosen Tommy Emmanuel (sie nahmen 1994 gemeinsam THE SHAKER auf) mit der Band Trailblazers. Ein AsthmaAnfall brachte ihn kurz vor einem Auftritt am 24.5. um.
© H. Ölschlegel 2007
Tony Kinman (*1956) gehörte als Bassist und Sänger zu der Generation von Country-Punkern, die ab Mitte der 70er Jahre die Szene in Aufruhr versetzten – Kinman tat das als Mitglied von The Dils, Rank & File und Cowboy Nation. Seinen langen Kampf gegen den Krebs verlor er am 3.5.
Peter Max" Donath (*11.8.1944) trommel" te bei den Lords von 1961 (damals noch als Skiffle Lords) mit Unterbrechungen bis 1979. Er war dabei, als sie einen Wettbewerb im Hamburger Star-Club gewannen und sich „Deutschlands Beatband Nr. 1" nennen durften. Er arbeitete danach in der Werbe- und Konzertbranche. Bereits im Januar starb er an Herzproblemen, wie erst mit Verspätung bekannt wurde. Seine Beisetzung fand am 22.3. in Berlin statt.
© Pressefoto
Von Jens-Uwe Berndt
Ein Tsunami fegte übers Land ... In jedem Ende liegt ein neuer Anfang. Das wusste schon der spanische Philosoph Miguel de Unamuno, weshalb er diesen Satz irgendwann Ende des 19., Anfang des 20. Jahrhunderts aufschrieb. Und seine Worte haben eine geradezu bestechende Allgemeingültigkeit, weshalb sie in allen Lebensbereichen greifen. Auf die Rockmusik angewendet, markieren Cream eines der markantesten Beispiele, wie aus einem Zerwürfnis neue Kreativität erwuchs. Eric Clapton (g, voc), Jack Bruce (b, voc) und Ginger Baker (dr) beschritten nach dem Ende ihrer geradezu gigantischen Band die unterschiedlichsten Wege, ihre musikalischen Ambitionen auszuleben. Erfolg war allen beschieden. Clapton ist heute sogar ein Megastar. Zur Legende wurden sie jedoch durch Cream.
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ls Cream am 26. November 1968 in der Londoner Royal Albert Hall ihr letztes Konzert gaben, lagen knapp zweieinhalb überaus wilde Jahre hinter dem Trio. In dieser Zeit hatte es die Gruppe auf sieben Singles (die nur in den USA veröffentlichte 45er "Spoonful" mitgerechnet), drei Alben und mehrere Tourneen durch Europa und die USA gebracht. Für die kurze Zeit ihrer Existenz sicher ein beachtlicher Produktionsausstoß und Arbeitsaufwand, auf die Geschichte der Rockmusik betrachtet allerdings nur ein Wimpernschlag. Jedoch einer mit der Wirkung eines Erdbebens: Cream begründeten die Sparten der Supergroups und Powertrios, setzten neue Maßstäbe für instrumentale Live-Improvisationen, vermengten Rock mit Jazz, Soul und Blues zu einer eigentümlichen Form des psychedelischen Hard Rock, führten progressive Musik auf einen neuen Qualitätslevel, stellten in ihren Konzerten Lautstärkerekorde auf und belegten die Theorie der Summe – so es sie denn gäbe: Die Kreativität und das musikalische Können einzelner Gruppenmitglieder potenzieren sich in der Summe des Schaffens einer Band. Seite
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Bei Eric Clapton folgte nach der Auflösung von Cream erst einmal weiter Überdimensionales: Mit Ginger Baker gründete er Blind Faith, danach entstanden die einzigartigen Derek & The Dominos. Er trat der Plastic Ono Band bei und tourte mit Delaney & Bonnie. Seine Solokarriere pflegte Clapton mal mehr, mal weniger, blieb jedoch bis heute, wo er zum Teil zum ursprünglichen Blues zurückgekehrt ist, immens erfolgreich. Jack Bruce stürzte sich ein paar Jahre nach Cream wieder in ein Powertrio-Projekt – West, Bruce & Laing. Allerdings konzentrierte sich der Bassist vornehmlich auf sein Soloschaffen, in dem er stilistisch auslotete, was die Welt der Rockmusik zu bieten hat. Und Ginger Baker zog es erst mal zur Weltmusik und zurück zum Jazz: Nach Blind Faith startete er seine Band Ginger Baker's Air Force. Dann begründete er die hart zu Werke gehende Baker Gurvitz Army und veröffentlichte regelmäßig Soloplatten. Mit dem Tonträgermaterial dieser drei Musiker kann man getrost ganze Lkw-Pritschen vollstellen. Und nicht nur deshalb ist ihre Reputation sagenhaft. Doch schon als Cream aus der Taufe gehoben wurden, waren Clapton, Bruce und Baker in ihrer Heimat Stars. Der Gitarrist hatte bis dato eine beeindruckende Karriere vorzuweisen: The Roosters, Casey Jones & The Engineers, The Yardbirds, John Mayall & The Bluesbreakers. Die Vita von Jack Bruce stand dieser in nichts nach: Blues Incorporated, Graham Bond Organisation, Manfred Mann, The Bluesbreakers. Und Ginger Baker galt mit seinem auf Jazz basierenden Spiel damals als einer der fähigsten Rockdrummer und hatte sich in Alexis Korner's Blues Incorporated und der Graham Bond Organisation einen Namen gemacht. Schon in jenen Bands, die anfangs puristisch nach einer originalgetreuen Interpretation von Bluesmusik strebten, legten die drei Musiker den Grundstein für ihre spätere Individualität. Eric Clapton beschränkte sich nicht auf das kantige Solieren in Standards afroamerikanischer Musiker. Zwar pochte er noch bei den n
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Yardbirds auf die strikte Ablehnung von Beat- und Pop-Einflüssen, konnte das später aber immer mit der Haltung eines jugendlichen Rebellen begründen. Wer sich 1963/64 nicht vom Mainstream verschlucken lassen wollte, musste sich in Nischen begeben. Und das britische Blues-Revival war dazu bestens geeignet. Hier tummelten sich all jene, die nach echter oder vermeintlicher Eigenständigkeit strebten und nicht nach den Beatles klingen wollten. Und hier waren auch jene Musiker zu finden, die sich anschickten, die Rockmusik in eine neue, wilde Dimension zu treiben. Der Blues bot da ein weites Feld: Man musste sich nicht an Strophe-Refrain-Strophe-Strukturen halten, und die Gitarristen hatten in den instrumentalen Improvisationspassagen die Möglichkeit, ihrem jeweiligen „Werkzeug" eine herausragende Bedeutung zukommen zu lassen. Dass dabei automatisch noch nie dagewesene Spielweisen und Klangformen entstanden, ist eine geradezu logische Konsequenz. Denn auf Dauer in Solos immer die gleichen Figuren herunterzunudeln, war wenig inspirierend. Während Schlagzeuger damals wegen ihrer visuellen Präsenz per se stark im Fokus der Fangemeinden standen, bekamen sie im Blues-Revival als virtuose Musiker einen neuen Stellenwert. wurden Drumsolos Usus. Da hatte jeder, der im Jazz zu Hause war wie Ginger Baker, klare Vorteile. Publikumsanimationen mit dumpfen Stampfrhythmen waren Bakers Sache nicht. Er ließ die Sticks über die Felle tänzeln, dass einem wurde. schwindelig Und während die Bassgitarre im Beat und in der Popmusik ein bescheidenes Dasein fristete, drängten junge und selbstbewusste britische Bluesmusiker ihren Viersaiter derart in den Vordergrund, als könne sich der Tieftöner der Gitarre ebenbürtig erweisen. Das gelang zwar schon wegen seiner klanglichen Limitierung nicht, aber Leute wie Jack Bruce verschafften ihrem Instrument einen Ruf, der es aus der Ecke des bloßen Rhythmusvehikels heraushob. Laut Eric Clapton war es Ginger Bakers Idee gewesen, eine gemeinsame Band zu gründen. Obwohl der Gitarrist diesen Typen „herablassend und voll asozial" fand, bewunderte er dessen einzigartige Fähigkeiten am Schlagzeug. Kennengelernt hatten sie sich, während „Eric ein paarmal bei der Graham Bond Organisation abhing", erinnerte sich Baker. „Und ich verstand mich wirklich gut mit ihm. Ich war mir gar nicht bewusst, wie beliebt Eric war. Ich mochte sein Spiel, aber ich wusste nicht, dass er eine eigene Anhängerschaft besaß." Das war Baker nicht zuletzt wichtig zu erwähnen, um nicht den Gedanken aufkommen zu lassen, er hätte für seine neue Band von der Popularität des Gitarristen partizipieren wollen. Eric Clapton sagte zu und brachte Jack Bruce als Bassisten ins Spiel, mit dem er bei Mayalls Bluesbreakers gespielt und unter dem Namen Powerhouse
an einer eigenen Gruppe gebastelt hatte. Angesichts der abgrundtiefen Abneigung, die Baker seit den gemeinsamen Bond-Organisation-Tagen gegen Bruce hegte, ist die Kompromissbereitschaft des extrovertierten Schlagzeugers ein Indiz für die Wichtigkeit, die er der Zusammenarbeit mit Clapton beimaß. Die unverhohlene Feindschaft, die Baker und Bruce „verband", rührte keineswegs aus einer generellen Antipathie, wie sie einen manchmal bei ersten Begegnungen überkommt. Es war ein Prozess, der zwar auch von zwischenmenschlichen Diskrepanzen vorangetrieben wurde, sich aber stark aus den Konflikten innerhalb des künstlerischen Schaffens speiste. Als Baker und Bruce noch bei Alexis Korner's Blues Incorporated spielten, gerierten sie sich nicht selten als hochnäsige Alleskönner, die dem Rest der Combo seine Grenzen aufzeigen wollten. Legende dabei die plötzlichen Jazzbrüche in Bluesgeradlinigen nummern, um den damaligen Sänger des Blues-Haufens, Mick durcheinanJagger, „Verderzubringen. weichlichter Jüngling" nannte Baker den späStones-Frontteren mann – und Jagger blieb nicht das einzige Objekt des beißenden Spotts des Drummers. Dieser machte sich irgendwann auch über Jack Bruce her, der eigentlich musikalisch ganz auf seiner Linie lag. Zwar hatte der Bassgitarrist auch eine klassische Ausbildung und seine klare Stimme im Kirchenchor trainiert, im Grunde stand Bruce aber vor allem auf Jazz – genau wie Baker. 1962 hielt sich der Schlagzeuger mit 23 Jahren allerdings bereits für einen Könner vom Format eines Lehrmeisters, weshalb er den 19-jährigen Bruce zu gängeln begann. Tu dies, lass jenes, spiel hier so und an anderer Stelle wiederum so nicht. Für den jungen Schotten wurde diese Bevormundung zu einer Unerträglichkeit, die zwischen den beiden auf der Bühne eigentlich gut miteinander harmonierenden Musikern hinter den Kulissen zu handfesten Auseinandersetzungen führte. Dabei war nicht selten Baker derjenige, der zuerst zuschlug. Bei der Graham Bond Organisation soll er bei einem der zahlreichen Konflikte mit Jack Bruce einmal sogar ein Messer gezückt haben. Im Juni 1966 kam es zu ersten gemeinsamen Proben in der Maisonette-Wohnung von Ginger Baker in Neasden, London. „Hinten raus war ein Park, wo Kinder spielten", erzählte der Schlagzeuger in einem Anflug von Romantik. „Es war Sommer, und wir musizierten in meinem Hinterzimmer mit den offenen französischen Fenstern. Wir spielten von der Leber weg, und alle Kinder, die sich auf diesem kleinen Hügel versammelt hatten, waren am Boogietanzen. Dieser Haufen kleiner Kinder hat die Musik wirklich genossen. Es war sofort totale Magie. Wir waren drei Leute, die zusammenpassten und miteinander spielen sollten." Magisch
„STILL THERE’LL BE MORE - 2018“
12.10.18 Winterbach 13.10.18 CH-Zürich 14.10.18 A-Wien 16.10.18 Berlin 18.10.18 Chemnitz 19.10.18 Magdeburg 21.10.18 Heilbronn 22.10.18 Bonn 23.10.18 Hannover
FISH
„CLUTCHING AT STRAWS / WELTSCHMERZ“ TOUR 2018
28.07.18 Seebronn 01.08.18 Wacken 28.09.18 Köln* 29.09.18 Hannover* 11.10.18 Hamburg* 12.10.18 Oldenburg* 14.10.18 Berlin* 30.10.18 Bochum* 31.10.18 Osnabrück* 01.11.18 Aschaffenburg* 03.11.18 Erfurt* 04.11.18 Augsburg* 05.11.18 CH-Pratteln* 07.11.18 CH-Rubigen* 08.11.18 Bensheim* 09.11.18 Karlsruhe* 11.11.18 München* 12.11.18 Nürnberg* 14.11.18 Saarbrücken* *Support: Doris Brendel
w w w. a s s c o n c e r t s . c o m
Tickets: 01805–2001*
www.ticketmaster.de
*0,14 €/Min. dt. Festnetz, Mobilfunk max. 0,42 €/Min.
nannte auch Jack Bruce die allabendlichen Sessions, bei denen das Trio in Harmonie zu verschmelzen schien. Und Clapton, der in der neuen Musikerkonstellation die Crème der britischen Rythm & Blues-Szene vereint sah, schlug schließlich den vielsagenden Bandnamen Cream vor. Vereint in gegenseitiger Wertschätzung, war den einzelnen Bandmitgliedern aber keineswegs klar, welche Musik man zusammen eigentlich machen wollte. Eric Clapton dachte an Blues – was sonst. Jack Bruce hatte hingegen bereits Songs im Gepäck, die von diesem Schema weit abwichen. Und Ginger Baker war von Anfang an darauf bedacht, im Trio das Sagen zu haben und somit auch in der musikalischen Außenwirkung nie in den Hintergrund zu geraten. Die erste Single erfüllte die an die Supergroup gestellten hohen Erwartungen erst einmal nicht. "Wrapping Paper" war eine lahme Bluesnummer mit einem verschlafenen Swingfeeling. Ginger Baker fand das Stück gelinde gesagt zum Kotzen. Und selbst Clapton war anfangs zumindest verwundert. „Was ist das?", habe er Bruce gefragt, als dieser den Song präsentierte. Und dieser habe ihm gesagt, es sei ein großartiger Weg, ein Powertrio zu gründen, indem man Leuten etwas gebe, was sie nicht wirklich mögen, erwarten oder wollen. „Ich liebte die Idee", sagte Clapton in einem Interview. „Ich dachte: Ja, das macht Sinn für mich." Jack Bruce, der das Stück zusammen mit Pete Brown geschrieben hatte, Eine Band, so gigantisch behauptete Jahre später, die 45er sollte wie ein Dinosaurier: Cream das euphorische Publikum schockieren. „Wir wussten, was alle von uns erwarteten", sagte er. „Wenn die Leute nur nicht so voreingenommen wären."
Foto: Bildarchiv Hallhuber
Auf Single also noch im Oktober 1966 auf Sparflamme, waren Cream seit Juli live bereits eine absolute Sensation. Ihren ersten Gig absolvierte die Band am 29. Juli im Twisted-Wheel-Club in Manchester. „Der Club war in dieser Nacht ziemlich ruhig, da wir erst in letzter Minute aufs Billing gerutscht waren", schreibt der Gitarrist in „Clapton: The Autobiographie" (2009). „Die Show bestand hauptsächlich aus Blues-Covern wie 'Spoonful', 'Crossroads' und 'I'm So Glad' und war nur ein Warm-up für das echte Debüt, das (Manager Robert) Stigwood zwei Nächte später beim sechsten Nationalen Jazz- und Blues-Festival auf der Pferderennbahn in Windsor geplant hatte." Dort warteten 15.000 Fans auf die neue Gruppe. Clapton: „Wir waren eine unbekannte Band, die als Headliner der letzten Nacht auf dem Billing stand. Wir hatten ein vergleichsweise bescheidenes Equipment, und da wir nur ein Trio waren, schienen wir nicht genug Power zu haben. Es klang alles so klein, besonders nach jener Gruppe, die damals als die lauteste Rockband der Welt galt: The Who." Lediglich drei Nummern hätten sie damals im Programm gehabt und die dann gleich zweimal gespielt. Da die Zeit aber ausgefüllt werden musste, begannen alle drei Musiker, wild zu improvisieren. „Dann haben wir nur gejammt", erinnerte sich Clapton weiter. „Das Publikum ist verrückt geworden. Die Musikpresse ist verrückt geworden und hat uns danach als die erste ,Supergroup' bezeichnet." Die zweite Single, "I Feel Free", erschien beinahe parallel zum Albumdebüt FRESH CREAM im Dezember 1966. Für die USA-Version als Opener genutzt, weshalb dort "Spoonful" von der LP verschwand, zeigte "I Feel Free" jetzt endlich, wozu das vielgepriesene Trio in der Lage war. Komplett Bluesbefreit surrt Claptons Gitarre durch diese psychedelische Nummer wie ein Motor. Instrumental spielt trotz einiger solistischer Einlassungen der Klampfe der Bass Seite
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die Hauptrolle. Jack Bruce unterstützt mit seinem Spiel zwar die hypnotische Monotonie, baut aber in mehreren Passagen kleine Melodien ein. Als Sänger kann sich der Mann ebenso hervortun: Während er den Refrain – so man die Wiederholungen als solchen bezeichnen kann – stimmlich recht hoch anlegt, gibt er in den wie eine Unterbrechung wirkenden Strophen seinem Organ einen harschen, kommandierenden Klang. Ähnlich blumenmächtig ist trotz rhythmischer Verschachtelungen auch die BruceKomposition "N.S.U." ausgerichtet – die B-Seite der zweiten Cream-Single und Opener der UK-Version von FRESH CREAM. Hier greift Clapton bereits nachhaltiger ins Geschehen ein und hinterlässt eine klare Handschrift. Die Abkürzung steht für „Non-Specific Urethritis" (nicht spezifizierte Harnröhrenentzündung), was ein Hinweis auf eine Geschlechtskrankheit gewesen sein soll, an der Eric Clapton damals gelitten habe. Und noch zweimal folgt Jack Bruce mit "Sleepy Time Time" und "Dreaming" – beides eher Clapton-typische Bluesstücke, in denen der Gitarrist lässig die Saiten streichelt. Richtig in Fahrt kommt er aber erst in der extrem starken GingerBaker-Nummer "Sweet Wine". Ob den Amerikanern mit "I Feel Free" im Vergleich zu "Spoonful" der bessere Song geboten wurde, ist nicht zu beantworten, machen Cream aus der WillieDixon-Nummer doch einen gewichtigen Heavy Blues, wie ihn Led Zeppelin nicht besser hinbekommen hätten. Allerdings durften sich die Fans in den USA das Sechseinhalb-Minuten-Stück im darauffolgenden Frühjahr zweigeteilt auf einer Single nachkaufen. Die zweite Seite der LP ist in Großbritannien und den Staaten identisch. Los geht es mit der ruppigen Version des Bluesstandards "Cat's Squirrel", die "Wrapping Paper" schon als BSeite diente. "Four Until Late" – wieder Blues, diesmal mit einem Hauch Country – lässt Eric Clapton hier erstmals als Sänger in Erscheinung treten. Es passt und präsentiert den hauptamtlichen Gitarristen mit einem leicht belegten Organ als idealen Bluesvokalisten. "Rollin' And Tumblin'", das hier Robert Johnson zugeschrieben wird, ist gelinde gesagt die Punkversion seines "If I Had Possession Over Judgment Day" von 1936. Aber auch Johnson war schon ein geschickter Wiederverwerter und Weiterentwickler, liegt der Ursprung der Nummer doch eher in Hambone Willie Newberns "Roll And Tumble Blues" von 1929. Schlägt man die Brücke von Newbern über Johnson bis zu Cream, fühlt sich auch das alles ein bisschen so an, als hätten die späteren Musiker von Led Zeppelin die Arbeitsweise von Cream durchaus sehr aufmerksam verfolgt. "I'm So Glad" ist ebenfalls ein altes Delta-Blues-Stück, stammt von Skip James und wurde erstmals 1931 aufgenommen. Cream machten daraus eine stramme Rockversion mit psychedelischer Schlagseite. Komplett vom Blues lös ten die Nummer aber erst Deep Purple auf SHADES OF DEEP PURPLE (1968), wenngleich sich die britischen Heavy-Metal-Pioniere mit Sicherheit von Cream inspiriert haben lassen dürften. Und wer Ginger Bakers Instrumentalarbeit auf dem Album bis hierher noch nicht so recht herauszufiltern verstanden hat, der bekommt mit "Toad" noch ein fünfminütiges Lehrstück nachgeliefert. Ein fettes Debüt, das alle Erwartungen erfüllte. Zu Weihnachten 1966 kletterte es in Großbritannien bis auf Rang sechs. Eine Position 39 in den USA war darüber hinaus ebenfalls kein schlechtes Signal, erst recht, da sich die Musikfans dort gewiss nicht von den Namen leiten ließen, waren Clapton, Bruce und Baker in Amerika doch nicht annähernd so populär wie im Vereinigten Königreich. n
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Es war aber vor allem der Livesektor, auf dem Cream zu einem nie da gewesenen Spektakel wurden. Eric Clapton meinte in einem aus den 70er Jahren stammenden Interview einmal, dass er mit Bruce und Baker für die Rockmusik das Improvisieren erfunden habe. Im Blues und im Jazz sei das gang und gäbe gewesen, der Rock habe so etwas allerdings noch nicht gekannt. Ja und nein. In den USA hatte sich Mitte der Sechziger diesbezüglich längst einiges getan: Psychedelische Bands wie Grateful Dead, Quicksilver Messenger Service oder The 13th Floor Elevator ergingen sich zum Teil schon Ende 1965, Anfang 1966 in ausgedehnten Instrumentalimprovisationen, die nicht selten aus ihren jeweiligen Rauschzuständen herrührten. Wenn es allerdings darum ginge, den Preis für die längsten und wildesten Instrumentalschlachten zu vergeben, wäre dieser damals garantiert an Cream vergeben worden. „Anfangs glaubten wir, Cream würde eine Dada-Gruppe werden", beschrieb Eric Clapton die damalige Situation in einem „Uncut"-Interview vor sechs Jahren. „Wir würden all diese seltsamen Dinge auf der Bühne erleben, und es würde experimentell und witzig und rebellisch werden. Wir sagten damals, es würde Anti-Musik sein. Aber am Ende hatten wir immer den größten Kick, zum instrumentalen Teil überzugehen und zu sehen, was passieren würde." Das sei das Markenzeichen der Band geworden. Clapton weiter: „Als wir nach Amerika gingen, spielten wir halbstündige Solos in jedem Song – nicht nur in 'Crossroads'."
der zweiten Show kam er in unsere Umkleidekabine, um uns zu helfen, unsere Nummern zu kürzen." Bis zum 5. April rackerte sich Murray mit den völlig aus der Art geschlagenen Cream ab, die ihm quasi jede Show zeitlich komplett durcheinanderbrachten. Die Fans gingen in die Konzerte oder durften sich weiter mit FRESH CREAM glücklich machen, blieben neue Singles doch vorerst aus. Im Mai zog das Dreiergespann zwar in die Atlantic Studios, um die zweite LP aufzunehmen, auf den Markt kommen sollte die aber erst im November. Also ging es weiter auf Tour: England, Schottland, Frankreich, Deutschland. Die erste USA-Reise begann schließlich am 22. August im Fillmore West in San Francisco. Jack Bruce: „Als wir als Band begannen, dauerte ein Auftritt nur eine Dreiviertelstunde. Als wir ins Fillmore gingen, wollten die Zuschauer, dass wir länger spielten. Ich erinnere mich, dass sie riefen: ,Spielen, nur spielen!‘ Das war exakt jener Tag, an dem wir anfingen, noch länger zu improvisieren, was ein zwiespältiger Segen war. Ich dachte immer darüber nach, es wie The Who zu machen und die Instrumente zu zerschlagen. Es war aber eine teure Angelegenheit, dies Nacht für Nacht tun zu müssen. Jede Nacht sehr lange Improvisationen zu bieten, war nur teuer für unsere Gehirne."
Die Beziehung zu den USA begann mit einem Engagement für „Murray The K's Fifth Dimensional Show" im RKO Theater von New York. „Sie wollten, dass wir drei Nummern spielen, und dachten, es würde nur drei Minuten dauern", erinnerte sich Ginger Baker an diesen Trip. „Es sollte vier Shows pro Nacht geben. The Who und Mitch Ryder & The Detroit Wheels waren ebenfalls auf dem Billing. Die erste Show lief über 80 Minuten. Murray flippte total aus. Nach
Cream – das war schon Ende 1967 der qualitativ hochwertigste Lärm, der je erzeugt worden war. Zwar entwickelte die Band wegen ihrer Lautstärke und den verzerrenden Übersteuerungen eine Klanglawine, die das Auditorium erst einmal überrollte, die Möglichkeit, ihr Spiel in den Solo-Ausflügen zu vervollkommnen, nutzten alle drei. Dass Cream womöglich Erfinder des Heavy Metal sein könnten, spielte in Analysen von Rockexperten und in Musikerkreisen
Cream tourten exzessiv. Aber welche Band tat das Ende der 60er Jahre eigentlich nicht? 1966 wurde ausschließlich England beackert. Und immer wieder kam es vor, dass das Trio über drei Songs nicht hinauskam. Abgesehen davon, dass damals Konzerte prinzipiell nicht die Länge heutiger Shows besaßen, Cream konnten als Headliner aber schon mal locker 45 Minuten lang Bühnen erbeben lassen. Am 1. Oktober kam es im Central London Polytechnic zu jenem denkwürdigen Auftritt, als Jimi Hendrix gemeinsam mit Cream den Song "Killing Floor" von Howlin' Wolf zum Besten gab und den von Fans zum Gitarrengott erhobenen Eric Clapton beeindruckte: „Jimi hielt die Gitarre zwischen den Beinen, warf sich auf den Boden und spielte mit den Zähnen. Es war Wahnsinn. Ich wusste sofort, dass der Mann eine große Zukunft vor sich hatte." Und während die Gruppe sich zu Beginn des Jahres 1967 weiter in England austobte, hatte sie am 24. Februar ihren ersten Auftritt im Ausland ausgerechnet in Deutschland – mit "I Feel Free" im Bremer „Beat-Club". Konzerte in den Star Clubs von Hamburg und Kiel an den beiden darauffolgenden Tagen schlossen sich an, bevor die Bühnenpräsenz mit kurzen Abstechern in Nordirland, Dänemark, Schweden und schließlich wieder England fortgesetzt wurde.
Die Band schien jedesmal zu explodieren, wenn die ersten Klänge aus den Boxen ballerten. Natürlich wollten Cream beeindrucken und den Fans die Gehörgänge durchblasen, allerdings hatte sich auf der Bühne ebenso ein gruppeninterner Konkurrenzkampf entwickelt: Jeder der drei wollte beim Publikum die nachhaltigste Wirkung erzeugen. Daraus resultierte nicht nur, dass die einzelnen Solo-Ausflüge tatsächlich immer länger wurden, sondern auch der Drang, die anderen beiden an Wucht überbieten zu wollen. Wenn also Claptons Einstiegsriffs bei "Sweet Wine" wie Detonationen klangen, drehte Bruce noch während des Songs die Regler am Verstärker hoch, um seinerseits mit den tiefen Tönen in den Eingeweiden der Konzertbesucher zu wühlen. Ginger Baker beantwortete diesen Soundkrieg mit einem Wirbel auf den Fellen, der gut und gern auch mal 20 Minuten dauern durfte. Und damit alles noch massiver klang, bediente er sich zweier Fußtrommeln und machte damit das Doublebass-Drumming für die Rockmusik künftig unverzichtbar (in den Vierzigern von Louie Bellson erfunden, kam es aus dem Jazz). Darüber hinaus brachen Cream mit der typischen Bühnenaufstellung, bei der der Drummer immer im Hintergrund zu sitzen hatte. Das Trio präsentierte sich vielmehr in einer gleichberechtigten Front, was nicht selten das Klanggefüge auf der Bühne störte und für unnötige Timing-Patzer sorgte.
Das hohe Arbeitspensum überdeckte allerdings anfangs eine ganze Menge, so dass mit dem Doppelvinyl WHEELS OF FIRE (August 1968) das kommerziell erfolgreichste Album der Gruppe entstehen konnte. Und das Songmaterial hatte es in sich: Der Opener "White Room" gehört zu den bedeutendsten Rocksongs aller Zeiten, "Sitting On The Top Of The World" ist die harte Version eines Vinson/ Chatmon-Country-Blues-Klassikers aus den Dreißigern, "Passing The Time" hat Cream-untypische Überraschungsmomente, "As You Said" ist psyIm Juli 1967 erschien die psychedelische Single "Strange Brew". Der Song chedelischer Folk, mit "Pressed Rat And Warthog" war aus der Bluesnummer "Lawdy Mama" (als Cream-Single 1970 veröffentlicht) begeben sich Cream auf die orchestrale Ebene, entstanden und erzählte von etwas oder jemandem, der "tötet, was in dir ist" – "Politicians" ist scharfkantig in KompoFrauen kamen da ebenso in Frage wie Dro- Ginger Baker, Jack Bruce und sition und Text, die Baker-Komposition gen. Die B-Seite "Tales Of Brave Ulysses" Eric Clapton (v.l.) waren Mode-Ikonen "Those Were The Days" dokumentierte den war noch um einiges drogengeschwängerHang des Drummers zu Pop, der Bookerter und sehr dynamisch angelegt. Hier soll T-Blues "Born Under A Bad Sign" klingt Eric Clapton erstmals ein Wah-Wah-Pedal wie eine Fortsetzung von "Politicians", und benutzt haben. Beide Songs befanden sich "DesertedCities Of The Heart" wäre als erschließlich auch auf dem zweiten Creamregendes Rausch-Rock-Juwel auch gut für Album DISRAELI GEARS (November 1967, einen LP-Opener gewesen. UK #5, USA #4), dem in den USA im Dezember die bis dato erfolgreichste Single Der Clou von WHEELS war schließlich "Sunshine Of Your Love" (USA #5) zur Seite die zweite Platte, die vier Livestücke beingestellt wurde (UK-Veröffentlichung Nohaltete. "Crossroads" – live oft die Solistenvember 1968). Es sind auch diese beiden plattform schlechthin – beginnt vergleichsA-Seiten, die das Album einläuten. Und es weise moderat. Doch schon mit "Spoonful" hält, was "Strange Brew" verspricht: kaum ergehen sich Cream in einen fast 17-minüBlues, dafür tigen Improvisationsorgasmus. "Traintime" konsequent schafft gute sieben Minuten, und "Toad" wird mit seinen 16 Minuten die Spielpsychedelisch. Auch "Sunshine" bedient diese wiese für Ginger Baker. Platz 1 in den USA, in Großbritannien ging es bis auf Schiene, kommt mit seinem einprägsamen Riff Rang 3 hoch, und selbst in Deutschland kauften die Fans die Band erstmals in die und den Stakkato-Akkorden ziemlich heavy rüber. Albumcharts: Platz 15. "World Of Pain" gibt als versonnene Pop-Halbballade Bruce Raum für ein ausuferndes Melodiespiel, Dass es sich bei WHEELS schon um den Abgesang der ersten Supergroup und Baker kann sich mit Fills und Breaks austoben. handeln würde, hielten die Fans kaum für möglich. Für das Trio selbst war dies "Dance The Night Away" ist dann sogar eher eine aber schon beschlossene Sapsychedelische ByrdsIm Mai 2005 spielten Cream vier che, waren die Spannungen Nummer. Erstmals als Sänger tritt Ginger Baker mit Reunion-Konzerte in der Royal Albert Hall innerhalb der Band doch seinem selbst geschriebenen Kinderlied "Blue Conditiderart angewachsen, dass on" in Erscheinung: ein sie in kreativen Prozessen merkwürdiger „Ein-bisskaum noch eine Entladung chen-Blues" wie er für fanden. Drogen und Alpsychedelische Platten kohol taten wie so oft ihr damals aber nicht ungeÜbriges und verhinderten wöhnlich war. eine normale Kommunikation selbst in Momenten, wo Die B-Seite startete sie situationsbedingt noch mit den jeweiligen Bmöglich gewesen wäre. Und Seiten zu den A-Songs so gaben Cream am 25. und der ersten Plattenhälfte. Mit "Brave …" geht es los, ge26. November in der Royal folgt von "SWLABR", das für "She Was Like A Bearded Albert Hall in London ihre Rainbow" (wahlweise auch "She Walks Like A Bearded beiden Abschlusskonzerte. Rainbow") steht. Und dann "We're Going Wrong". Im Diese sollten so gigantisch Cream-Fundus einer der dramatischsten und stärksten werden, wie die Band selbst es war. Zu sehen bekamen die Fans aber ein ausgeBeiträge überhaupt. Von Jack Bruce im Alleingang geschrieben und auch von branntes Trio, das durch seine gewaltigen Rockmonster wütete. Das war immer ihm gesungen, hat das eigentlich melancholische Lied etwas Bedrohliches: „Öffne noch von einer beeindruckenden Intensität, ihren Zenit schienen Cream allerdings deine Augen, ich habe heute herausgefunden, dass wir falsch liegen." Wenn die bereits überschritten zu haben. LP auch mit zwei Bluessongs ("Outside Woman Blues" und "Take It Back") und dem geblödelten Traditional "Mother's Lament" ausklingt, entsteht keineswegs Posthum wurde noch reichlich Tonträgermaterial in die Plattenregale gestellt, der Eindruck von Füllmaterial. wobei das Live-Album GOODBYE (Februar 1969) noch zum offiziellen Backkatalog der Gruppe gehört. Allerdings wurden hier nicht wie erwartet die RoyalVon Carlos Santana soll das Zitat stammen: „Sie sahen aus und klangen wie Albert-Hall-Gigs ausgewertet, sondern Aufnahmen aus dem Oktober 1968, als Giganten." Das hörte sich nach ehrfurchtsvoller Bewunderung an – und es ist zigCream in Los Angeles aufgetreten waren. mal dokumentiert, dass sich andere namhafte Künstler zu jener Zeit von Cream geradezu erdrückt fühlten. Das hatte ganz bestimmt zu einem kleinen Teil auch Wenn ein Tsunami übers Land fegt, hinterlässt er Spuren für Jahrzehnte – mit der grenzenlosen Arroganz zu tun, die die Musiker vor sich hertrugen. Allen wenn nicht länger. Cream waren solch ein Ereignis: von kurzer Dauer, übermächvoran Ginger Baker, der spätestens seit der ersten USA-Tournee mit Jack Bruce tig und nachhaltig. Unzählige Bands orientierten sich an dem, was Clapton, Bruce wieder im Dauerclinch lag. Handgreiflichkeiten nahmen zu, der Weg zu diesen und Baker schufen. Und auch wenn solch eine Aussage einer wissenschaftlichen Prügeleien war allerdings ein zermürbender. Eric Clapton soll einmal sogar weiPrüfung nicht standhält – mindestens Progressive Rock und Heavy Metal würden nend zusammengebrochen sein, weil er den Psychokrieg zwischen den beiden heute vermutlich anders klingen, hätte es Cream nicht gegeben. einfach nicht mehr ertrug. Foto: © Helmut Ölschlegel
bereits Anfang der 70er Jahre eine Rolle. Eric Clapton begegnete dieser zugesprochenen Pioniertat mit Bescheidenheit: „Es gab eine Band namens Blue Cheer, von der ich denke, dass sie wahrscheinlich die Urheber von Heavy Metal waren. Denn sie hatten nicht wirklich ihre Wurzeln im traditionellen Blues. Sie hatten keine Mission. Sie wollten nur laut sein. Cream waren auch sehr laut, natürlich. Und wir waren von riesigen Marshall-Amps umgeben, aber zum Teufel damit. Denn wir hatten eine sehr starke Basis im Blues und Jazz. Led Zeppelin griffen unser Erbe auf, machten daraus aber etwas, das mich nicht besonders beeindruckte."
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eitdem ich denken kann, spielt Musik eine bedeutende Rolle in meinem Leben. Wer hat nicht mal davon geträumt, selbst vorne auf der großen Bühne zu stehen – und heimlich mit dem Federballschläger oder zumindest per Luftgitarre das Solo eines angesagten Songs mitgespielt? Leider musste ich sehr schnell lernen, dass die Musik meine Liebe zu ihr nicht erwiderte – und so landete ich bei der Musikfotografie. Von der Schülerzeitung zu den ersten größeren Shows (GoodTimes hat schon in Ausgabe 6/2017 umfangreich berichtet); und heute fotografiere ich die großartigsten Acts der ganzen Welt.
Die zweite Show war dann zudem auch noch am 64. Geburtstag des charismatischen Sängers Gold, der nach dem großartigen Beatles-Finale "When I’m 64” mit den Fans im Club noch ausgiebig feierte. Wie gesagt: Lediglich 400 Tickets gab's für die Show. Die Nachfrage war unendlich. Es blieb kein Auge trocken – und auch Gold und die Band standen immer wieder mit feuchten Augen auf der Bühne; ich kann mich trotz über 5000 fotografierter Konzerte nur an wenige so emotionale Shows erinnern. Großartig, wenn Musiker dieses Kalibers ihre Träume ausleben – und noch großartiger, wenn man selbst dabei sein darf, wenn die Träume des Musikers wahr werden. Foto: © Guido Karp
Als „Kind der Achtziger" gehörten Songs wie "Forever Young" und "Big in Japan" zum Soundtrack meines Lebens – aber wirklich warm wurden Alphaville und ich erst während ihrer triumphalen US-Tournee 2017. Mit leuchtenden Augen stand Alphaville-Frontmann Marian Gold vor mir: „Wir müssen unbedingt ins Whisky!" Für Nicht-Eingeweihte: Das Whisky A Go Go ist der Liveclub in Los Angeles, der Ort, an dem für Bands wie The Doors, Led Zeppelin, Guns N' Roses und zig andere alles begann. „LIVE AT THE WHISKY A GO GO von Johnny Rivers war die erste Platte, die ich mir damals von meinem Taschengeld gekauft habe. Und mein Gott: Wie sehr habe ich davon geträumt, da mal hin zu können”, schwärmte Marian. „Why not play there?”, lautete die Antwort der US-Promoter Vahe und Brady. Schnell waren die Details geklärt – und die wenigen verfügbaren Tickets (das Whisky hat eine Kapazität von maximal 400 Plätzen) für die beiden Shows der „Alphaville 2018 Ultimate Band Experience" für Fans, die aus aller Welt anreisten, ausverkauft. Und damit es nicht nur für die Band ein Erlebnis der ganz besonderen Art würde, wurden an beiden GoodTimes 4/2018
Marian Gold: „Um die Wünsche der Fans hinsichtlich ‚ungespielter' Stücke zu erfüllen, wurden die Rehearsals zu einer echt extremen Reise in die Vergangenheit. Das war teilweise erheiternd, teilweise frappierend. Wir wurden uns sozusagen unserer Wurzeln wieder bewusst, was einen vehementen Einfluss auf unsere aktuellen Arrangements hatte. Und wir waren so vertieft in diese ‚Schatzsuche', dass uns erst während der eigentlichen Konzerte im Whisky auffiel, dass sich insgesamt gut fünf Stunden Musik angesammelt hatte, größtenteils nie oder nur sehr selten gespieltes Material. Dadurch wurde es auch möglich, dass wir das komplette erste Album zum ersten Mal überhaupt live auf die Bühne bringen konnten." Foto: © Guido Karp
In Interviews werde ich immer wieder gefragt, wer meine Lieblingsband sei, wen ich am liebsten fotografierte – oder was das „abgefahrenste" Konzert meines Lebens gewesen sei. Die Liste ist lang und spannend, und trotzdem gibt es aktuell ein Konzertwochenende, von dem ich zu gerne erzählen möchte, denn es war wirklich eins der ganz besonderen Art: Alphaville im Whisky A Go Go in Los Angeles.
Abenden völlig unterschiedliche Sets gespielt: die Hälfte davon Wunschsongs der Fans, die die Band zuvor noch nie live gespielt hatte.
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Für die Daheimgebliebenen gibt es die Show deshalb jetzt als wirklich spektakuläres Boxset: 4K Video-Blue-ray-DVDs und separate Audio-CDs, inklusive eines fetten Booklets mit vielen Fotos, in einer wunderschönen Box in der Form des Whisky A Go Go (und ja, die Go-go-Girls wurden tatsächlich dort „erfunden”) … Für GoodTimes-Leser gibt es übrigens ein besonderes Schmankerl: Die ersten 100 Box-Besteller erhalten diese von der Band handsigniert! Mehr auf AlphavilleUSA.com Guido Karp
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Träume
DAVE CLARK FIVE
GLAD ALL OVER IN THE SIXTIES Als die British Invasion Mitte der Sixties den amerikanischen Musikmarkt in zuvor nie erlebter Weise durcheinanderwirbelte, standen drei Bands in der allerersten Reihe: die Beatles, Rolling Stones und – The Dave Clark Five. Die Gruppe des Londoner Schlagzeugers Dave Clark war in den USA zeitweilig sogar erfolgreicher als im UK! Dass sie trotzdem erst 2008 in die Rock'n'Roll Hall Of Fame aufgenommen wurde, darf als freche Kuriosität verbucht werden.
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nders als viele Rockgruppen mit lebhaftem Personalwechsel und einem durch Soloplatten aufgeblähten Gesamtwerk waren The Dave Clark Five ein Musterbeispiel an Konstanz und Übersichtlichkeit. 1957 startete das Dave Clark Quintet mit Namensgeber Dave Clark (*15.12.1942) am Schlagzeug, Dave Sanford (lg), Chris Walls (b) und Don Pale (p). Ein Quintett mit nur vier Musikern – das irritierte die Leute, bis Sänger Stan Saxon einstieg. Nach weiteren Umbesetzungen bestand 1962 die in Dave Clark Five umbenannte Truppe aus Dave Clark (dr, perc, voc), Mike Smith (*6.12.1943, keys, lead-voc), Denis Payton (*11.8.1943, ts, bs, harp, ac-g, voc), Rick Huxley (*5.8.1940, b, ac-g, voc) und Lenny Davidson (*30.5.1944, lead- & ac-g, voc). Frischlinge hatte sich Clark nicht geholt. Mike Smith saß schon als Fünfjähriger am Klavier, lernte klassisches Piano, ging aufs Trinity Music College in London und mit 17 zu Clark, mit dem er im selben Team Fußball gespielt hatte. Davidson, Huxley und Payton spielten zuvor in heute längst vergessenen Formationen wie den Off Beats, Impalas, River Blues Boys, Spoon Valley Stompers, Les Seite
Heath Combo und Blue Dukes. In dieser stabilen Besetzung blieb man bis 1970 zusammen. Um sich vom Mersey-Beat und den im UK aufkommenden blues-rockigen Formationen wie den Rolling Stones abzugrenzen, kreierte die NordLondoner Band ihren „Tottenham Sound", der sich in der Tat als „dritter Weg" erwies. Als Basis diente ein straffer Rhythmus, erzeugt vom akustisch her-
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Von Hans-Jürgen Günther vortretenden Schlagzeug und einem soliden, stets gruppentauglichen Bass. Dazu spielte Mike Smith eine flächige Orgel ohne solistische Ambitionen und jazzige Eskapaden. Er war weder ein Einheizer wie Alan Price noch ein verkappter Jazzer wie Brian Auger. Für den melodischen Drive sorgte stattdessen häufig Saxofonist Denis Payton, der sich primär am US-amerikanischen R&B und Soul orientierte. Und Gitarrist Lenny Davidson steuerte zum Gesamtsound oft nur verbindende Töne bei, ohne auffällige Glanztaten als Solist abliefern zu dürfen. Über dieser umsichtig konstruierten Musik, die viele Alleinstellungsmerkmale aufwies, agierte Mike Smith mit einem kraftvollen Gesangsstil, der deutliche Anklänge an Elvis Presley aufwies, aber von jedem Epigonentum weit entfernt war. Um die Führungsposition von Dave Clark auch optisch energisch zu betonen, baute der bei Konzerten sein Schlagzeug vorn in der Mitte auf, etwas zurückgesetzt flankiert vom Keyboarder und Gitarristen. Während ihrer ganzen Karriere erweiterte die Gruppe bei Bedarf ihren hard-rockigen Stil durch eine flexible Hinwendung zu Pop-Elementen, bei denen wiederum amerikanische Einflüsse domi-
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Hingegen erreichten in den USA bis 1966 acht Alben die Top 50 und weitere fünf bis 1967 die Top 150. Kein Longplayer konnte aber im Ganzen gesehen die Klasse der Singles halten. Außer für Komplettisten ist es aus heutiger Sicht völlig legitim, wenn Dave Clarks Gruppe im CD-Regal „nur" durch Single-Sampler vertreten ist. Es sind diverse Kompilationen erschienen, von denen die 1993er – fürs UK und RestEuropa gedachte – CD GLAD ALL OVER AGAIN – THIRTY FIVE SOLID GOLD HITS – A SELECTION OF THE DC5'S 50 MILLION SELLERS (EMI) sehr zu empfehlen ist. Für den US-Markt erschien 1993 die gleichfalls vorzügliche Doppel-CD THE HISTORY OF THE DAVE CLARK FIVE (Hollywood Recs) mit 50 Tracks. Beide Editionen sind mit informativen Booklets ausgestattet, überschneiden sich freilich bei den Songs ganz erheblich. Dieses magere CD-Angebot ist Folge einer Besonderheit: Dave Clark war, anders als beispielsweise die frühen Stones oder John Fogerty, auch ein kluger Geschäftsmann, der die Rechte an seinem Werk nicht verkaufte und somit legale CD-Ausgaben der Originalalben – offenbar mangels Interesse – bis heute verhindert hat. Die trotzdem im Handel auftauchenden Silberlinge mit zumeist zwei Alben auf einer CD sind Grau- oder Schwarzmarktprodukte. Die Clark-Story ab 1971 ist rasch erzählt. Clark und Smith angelten sich Alan Parker (g) und Eric Ford (b) und machten bis 1973 als Dave Clark & Friends weiter. 1972 erschien nur im UK das wenig überzeugende Album DAVE CLARK & FRIENDS, BRING IT ON HOME mit Clark-SmithTracks und einigen Coverversionen. Kaufmann Clark erwarb die Rechte an der Sixties-TV-Serie „Ready Steady Go!" und produzierte 1986 „Time – The Musical", das über eine Million Zuschauer anlockte. Es erschienen auch eine Doppel-LP und ein paar Singles, die zusammen zwölf Millionen Mal verkauft wurden. Im Jahr 2000 veröffentlichte Mike Smith sein Solo-Album IT'S ONLY ROCK'N'ROLL. Eine gelungene Platte mit stramm intonierten Klassikern wie "The Girl Can't Help It", "No Particular Place To Go", "Bonie Moronie" und "Riot In Cell Block Number 9", die Smiths stimmliche Fähigkeiten nachdrücklich bestätigte. Das Album ist heutzutage im normalen Handel nicht erhältlich; eBay kann aber weiterhelfen. Für Fans, die es irgendwo entdecken, lautet einmal mehr die alte Regel: „Grab it!" Mike Smith verstarb am 28.2.2008, zehn Tage, bevor The Dave Clark Five in die Rock'n'Roll Hall Of Fame aufgenommen wurden. Weil Denis Payton schon am 17.12.2006 gestorben war, nahmen nur drei Musiker an der Zeremonie teil. Am 11.2.2013 ist dann auch Rick Huxley in den Rockhimmel aufgestiegen. Foto: © NikMa Verlag
nierten. Das verschaffte den Fünfen die Möglichkeit, in diversen Musiksätteln eine gute Figur zu machen. Im August 1962 erschien auf Ember die Debütsingle der Dave Clark Five: "Chaquita"/"In Your Heart", gefolgt von "First Love"/"I Walk The Line" auf Picadilly – die vier schüchternen Tracks boten brave Schlagerkost. Aber die dritte Single "I Knew It All The Time"/"That's What I Said” geriet schon mutiger, nahm den künftigen Sound vorweg. Alle sechs Aufnahmen sind auf der SplitCD THE DAVE CLARK FIVE AND THE WASHINGTON D.C.'S (Repertoire) zu finden. In den Hitparaden fanden sie sich freilich nicht ein. Die Gruppe wechselte zu Columbia, wo die robuste erste Single "The Mulberry Bush" floppte. Doch der starke Nachfolger "Do You Love Me" aus der Feder des Motown-Moguls Berry Gordy erwies sich im Oktober 1963 als Dammbrecher (UK #30, US #11). Nur einen Monat später stürmte der unwiderstehliche Hammer "Glad All Over" im UK auf Rang 1 (US #6). Die Komposition von Clark & Smith geriet so perfekt, dass selbst Suzi Quatro bei ihrer Coverversion nichts mehr verbessern konnte. In den folgenden Jahren gelangen dem Team Clark-Smith noch etliche Treffer. Aber auch mit Davidson und Payton als Partnern glückten Clark gute, wenngleich kommerziell eher kleinere Leistungen. Das Jahr 1964 begann mit dem wiederum stürmischen "Bits And Pieces" (UK #2, US #4), gefolgt von "Can't You See That She's Mine" (UK #10, US #4), "Thinking Of You Baby" (UK #25) und "Any Way You Want It” (UK #25, US #14), einem Lied, das die softere Seite der Band betonte. Im Folgejahr 1965 blieb man mit "Everybody Knows (I Still Love You)" zunächst bei sanfteren Tönen (UK #37, US #15). Doch mit Chuck Berrys "Reelin' And Rockin'" (UK #24, US #23) ging es wieder in die zupackende Richtung. Der nächste Volltreffer kam Mitte 1965 mit "Catch Us If You Can" (UK #5, US #4), der Titelmelodie eines Films des renommierten Regisseurs John Boorman, mit dem Clark den Beatles-Filmen nacheifern wollte. Mitte 1965 verlagerte sich der größere Erfolg für einige Zeit mehr in die USA. Eine Spätfolge des Umstands, dass die Gruppe schon 1964 als zweite Briten-Combo – nach den Beatles – in der „Ed Sullivan Show" landete und dort 18 Mal zu Gast war? Paukenschlag im November 1965: "Over And Over", 1958 ein Hit des farbigen US-Sängers Bobby Day, landete in den USA auf Rang 1 – und im UK auf Platz 45 (!). Die folgenden Singles "At The Scene" (US #18) und der Kracher "Try Too Hard" (US #12) verfehlten im UK die Charts gleich völlig. Das gesamte Jahr 1966 war für Dave Clark im UK ein einziges Desaster. Nur "Look Before You Leave" schaffte es im Mai für eine (!) Woche auf Platz 50. Nicht mal das gelang dem ruppigen "Nineteen Days" (US #48) und dem Schmeichler "I've Got To Have A Reason"
(US #44). Im Gleichschritt (US + UK #7) marschierte dann der Gordy-Song "You Got What It Takes", ein vom Soulman Marv Johnson übernommenes Kraftpaket von 1960. Zum Jahresende enterte man mit der eher durchschnittlichen Ballade "Everybody Knows" dann ein letztes Mal die Charts zu beiden Atlantikseiten (UK #2, US #43). Während die Band in den USA ab 1968 keinen Fuß mehr in die Erfolgstür bekam, startete sie daheim nochmals für drei Jahre kräftig durch. Der Raymond-Frogatt-Song "Red Balloon" kam auf Platz 7, die letzte Clark-Smith-Erfolgsarbeit "Live In The Sky" auf Rang 39 und Jackie DeShannons Top-Hit "Put A Little Love In Your Heart" auf Platz 31, obwohl Clarks etwas hölzerner Version der Charme des Originals fehlte. Ende 1969 gab's das flotte Medley "Good Old Rock'n'Roll" (UK #7), dem ein Jahr später "More Good Old Rock'n'Roll" (UK #34) folgte, womit die Single-Hit-Geschichte der Dave Clark Five endete. Dazwischen lagen aber noch zwei bemerkenswerte Scheiben: Die Coverversion des Youngbloods-Klassikers "Everybody Get Together" kam im UK auf Platz 8, und die vom US-Rock'n'Roller Jerry Keller übernommene Fassung von "Here Comes Summer" landete – unterbewertet – auf Rang 44. Ende 1970 verließen Davidson, Huxley und Payton die Gruppe; The Dave Clark Five lösten sich auf. So viel es zu den vielen Singles zu sagen gibt, so wenig zu den Alben. Im UK kamen 1964 A SESSION WITH THE DAVE CLARK FIVE auf Platz 3 und 1965 CATCH US IF YOU CAN auf Rang 8. v.l.: Lenny Davidson, Mike Smith, Dave Clark, Rick Huxley, Denis Payton
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Paul Rodgers
Foto: © Christie Goodwin
Free im Fokus Free, Bad Company, The Firm (mit Jimmy Page), The Law (mit Kenney Jones) und Queen heißen die bekanntesten Band-Karrierestationen des englischen Ausnahmesängers Paul Rodgers, der seit langem in Vancouver lebt und inzwischen auch die kanadische Staatsbürgerschaft besitzt. Mit Bad Company ist der 68-Jährige on and off immer wieder unterwegs (auch in diesem Sommer), doch im vergangenen Jahr widmete er sich erstmals der Hinterlassenschaft seiner ersten großen Band: Im UK war er auf Free Spirit Tour", deren Abschlusskonzert in der Londo" ner Royal Albert Hall (28.5.2017) nun in Ton und Bild dokumentiert erscheint. GoodTimes-Mitarbeiter Philipp Roser erreichte Rodgers telefonisch in Vancouver, um sich auf den Stand der Dinge bringen zu lassen.
tauchte irgendwann in einem Blues-Club auf, in dem ich spielte, The Fickle Pickle, kam auf die Bühne, um zu jammen – und es war magisch! Wir spielten "Stormy Monday”, "Every Day I Have The Blues” und "4 O’Clock In The Morning”. Leute, die an jenem Abend dabei waren, sagten hinterher, die Zeit sei dabei stillgestanden. Danach unterhielten Koss und ich uns, fanden sofort einen Draht zueinander, und das Resultat dieser Konversation waren Free. Was für ein Gefühl war es, als in der Albert Hall Peter Bullick neben dir die Gitarre spielte und eben nicht Paul Kossoff? Pete ist unglaublich präsent und zugleich tief in die Musik eingetaucht, und seine Soli sind etwas ganz Besonderes! Ich finde das richtige Wort nicht für das, was er macht! Es ist fantastisch, wie die ganze Band interagiert, sie spielt ungemein gefühlvoll, locker und doch tight und immer auf den Punkt – seit unserem ersten gemeinsamen Auftritt bei einem Paul, in London hast du Songs wie "Catch A Train" oder "Love Charity-Gig. Es ist ja eigentlich Deborah Bonhams Band. Deswegen You So" angestimmt, die du mit Free nie live gespielt hattest ... hat auch Richard Newman getrommelt und nicht Simon Kirke, weil ich Stimmt, wir haben sie auf der Bühne nicht gemacht. Überdieses Gefüge, dieses Zusammenspiel nicht auseinanderreißen wollte. haupt gab es reichlich Material, das wir damals nicht live Simon wird aber dabei sein, wenn wir mit Bad Company im Sommer in gespielt haben. "Catch A Train” haben wir in der Albert Hall den USA touren. als letzte Zugabe gespielt zum Abschluss einer unglaubPaul Rodgers in den lichen Tournee. Wir hatten es bei den Proben zuvor nicht Vorher bist du dort aber auch noch in Sachen 70er Jahren einstudiert, nur bei Soundchecks ein paarmal angespielt – Free Spirit" unterwegs … " und als wir hinter der Bühne der Albert Hall standen, dachte Ja, und dann werde ich auch ein paar ich mir: Wir sollten noch einmal rausgehen und "Catch A Bad-Company-Nummern einbauen, was Train” spielen. Damit rechneten die Leute gar nicht mehr. in England nicht der Fall war. Doch mein Meine Band übrigens auch nicht unbedingt, weil wir den Manager und mein Konzertagent haben Song während der gesamten Tour nicht angestimmt hatten. fast schon darauf bestanden, das in Amerika zu machen, weil Bad Company dort Du bist in den letzten Jahrzehnten mit Bad Company immer angesagter sind als Free. wieder mal getourt, um Free hast du aber immer einen großen Bogen gemacht – warum? Besteht denn die Chance, Paul Rodgers im Rahmen der Free Spirit Tour" auch in Komisch oder auch lustig, nicht? Als ich Free verließ, " Deutschland zu erleben? machte ich eine Soloplatte und dann Bad Company. Mit jeder der folgenden Bands wollte ich neues Songmaterial Das ist einer der Gründe, warum ich unbeschreiben, während Free in den Hintergrund rückten. Mit dingt eine DVD mitschneiden wollte. Ich meiner englischen Band, die mich bei Gastspielen im UK spiele heutzutage nur noch 20, 30 Shows immer begleitet, habe ich dann auch mal Free-Songs angeim Jahr, und da wird es schwierig, allen stimmt, und das weckte bei mir den Wunsch, diese Songs Anfragen und Wünschen gerecht zu wermal wieder in den Fokus zu rücken. Dabei hatte ich gar den. Wobei ich sehr gerne mal wieder in nicht im Hinterkopf, dass sich die Gründung 2018 zum 50. Deutschland spielen würde, wo ich mich Mal jährt (lacht)! immer sehr wohlgefühlt habe. Der Name Free ist untrennbar mit dem so begnadeten wie Gibt es Pläne für ein neues Album? Immertragisch geendeten Gitarristen Paul Kossoff verbunden – wie hin ist es vier Jahre her, seit du die ROYAL habt ihr euch damals eigentlich getroffen? SESSIONS veröffentlicht hast. Wir sind uns öfter über den Weg gelaufen. Er arbeitete damals in einem MuEs war großartig, dieses Album zu machen! Ich habe mit den Musikern aus sikalienladen, Selmer's in der Tottenham Court Road. Ich war eines Tages mit Memphis auch Shows in der Albert Hall und in New York gespielt und dokumenKollegen meiner damaligen Band The Wildflowers dort und sah ihn auf einem tiert. Dieses Material wird sicher noch erscheinen, ich muss es aber erst noch Amp sitzen und Gitarre spielen – er war der Gitarrist der Black Cat Bones und bearbeiten. Doch jetzt steht FREE SPIRIT im Fokus. Seite
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GoodTimes 4/2018
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Music from the 60s to the 80s
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MYSTERY
Foto: © Matt Liengie
Lies And Butterflies
Das neue Studioalbum
RUNRIG
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Celtic Forever!
A
us und vorbei: THE STORY von 2016 war nicht nur das 14. Studio-Album von Runrig, sondern auch definitiv das letzte des schottischen Sextetts um die Brüder Calum und Rory MacDonald. Wie gehabt findet sich in den elf Liedern der seit Gründung der Band 1973 bekannte originäre Mix aus Folk, Pop und auch mal härteren Rockklängen. Der Runrig-Sound war und ist eigenwillig, was vor allem an der Instrumentierung liegt: Die meist epischen Melodiebögen und der sehnsüchtige Gesang von Bruce Guthro, der 1998 das nicht minder pathetisch klingende Gründungsmitglied Donnie Munro ablöste, vereinen sich neben Gitarre, Bass und Schlagzeug mit Flöten, Dudelsack und Akkordeon. Am Ende steht Rockmusik mit mystischem Einschlag, gelegentlich auch Folk-Pomp. Schlagzeuger Iain Bayne, seit 1980 an Bord, ist jedenfalls stolz darauf, was mit Runrig in über viereinhalb Jahrzehnten Existenz geschaffen wurde, wie er im Interview bekräftigt. „Wir lieben unsere Heimat, unsere Kultur, unsere Sprache”, beteuert der 58-Jährige. „Das alles wollen wir mit Runrig bewahren und einer jungen Generation in zeitgemäßem Gewand präsentieren. Deshalb jetzt auch das Boxset RARITIES, ein monströser Nachlass." Tatsächlich gibt es neben der abgespeckten Doppel-CD, die 26 Songs enthält, eine „Collector’s Box", die sechs CDs sowie drei DVDs beinhaltet. Darin zu finden jede Menge unveröffentlichter Livemitschnitte, Radio-Aufzeichnungen sowie eine von der Band höchstpersönlich zusammengestellte „Best Of", dazu Booklet, Runrig-Lanyard plus Backstage-Pass. „Ein würdiger Abgang für alte Knaben wie uns", freut sich Bayne.
Wie traurig bist du über den Umstand, dass in Kürze endgültig Schluss ist mit Runrig? Extrem traurig, das gebe ich zu. Immerhin bin ich zur Gruppe gestoßen, als ich gerade mal 19 war. Sie prägt mein komplettes Leben als Profimusiker. Zum Glück haben wir den Abschied von langer Hand geplant, über einen Zeitraum von rund zwei Jahren. Dann ist die Sache nicht ganz so heftig für alle Beteiligten. Aber ich weiß jetzt schon, dass am 18. August unglaublich viele Tränen fließen werden.
Was ist bei euren beiden ultimativen Abschiedskonzerten am 17. und 18. August im englischen Stirling zu erwarten? Eigentlich wollten wir nur einen Gig am 18.8. absolvieren. Doch nachdem der innerhalb von 15 Minuten ausverkauft war, organisierten wir noch eine Show am Tag zuvor. Auch dafür waren die Karten NEU innerhalb weniger Stunden vergeben. Wie auch immer: Kein Auftritt wird kürzer als zweieinhalb Stunden dauern. Es gibt Party jeden Abend, die schottische Variante. Da liegen Lachen und Weinen sehr eng beieinander. Wird es als endgültiges Vermächtnis" " einen CD/DVD-Mitschnitt von den zwei Auftritten geben? Ziemlich sicher ja! Wir sind darüber gerade am Verhandeln mit unserer Plattenfirma. Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass die sich gegen den Wunsch von hunderttausenden Fans NEU wehren wird. Wie nostalgisch war es, die Auswahl beim Inhalt von RARITIES zu treffen? Das war extrem anstrengend! Wir sind ja Schotten, emotional extrem nah am Wasser gebaut. Es flossen viele Tränen in den Monaten der Zusammenstellung. Und es floss nicht viel weniger Scotch Whiskey in unsere Kehlen. Zum Glück besitzt unser musikalischer Mitstreiter Malcolm Jones, der seit 1978 bei der Band ist, ein gewaltiges Archiv an Mitschnitten. Ohne ihn wäre es unmöglich gewesen, diese Box auf die Beine zu stellen. Wie waren die Reaktionen eurer nicht eben wenigen Fans auf die Ankündigung, dass ihr euch endgültig trennen werdet? Der Grundtenor lautete: „Uff, die Band löst sich auf, wie furchtbar!" Aber die meisten Anhänger verstehen unsere Entscheidung. Außerdem sind wir eine große Familie. Wir bleiben alle Freunde fürs Leben. Und wie geht es weiter mit den einzelnen Gruppenmitgliedern? Irgendwie geht es immer weiter. Aber jetzt heißt es, zunächst mal Abschied von Runrig zu nehmen. Ein verdammt schwerer Job. Michael Fuchs-Gamböck
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