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GoodTimes 2018-03

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Mike Oldfield • Seekers • Fools Garden • Steppenwolf • Ian Anderson • King Crimson • Foreigner • Klaus Voormann

Kritiken

D:  6,50

• Schweiz CHF 12,00 • A • L • NL • I • B:  7,00 •

3/2018 (Nr. 154) • Juni/Juli • www.goodtimes-magazin.de

50 Jahre

uber 200 CD/LP-

50 Jahre

Sally Oldfield • Chris Spedding • Cressida • Jim McCarty • Dave Dee • Judith Owen • Witthüser & Westrupp


EDITORIAL

IMPRESSUM Anschrift:

wird in uber 30 Ländern der Welt gelesen!

NikMa Verlag Fabian Leibfried Eberdinger Straße 37 71665 Vaihingen/Enz Tel.: 07042/37660-160 Fax: 07042/37660-188 E-Mail: goodtimes@nikma.de www.goodtimes-magazin.de www.facebook.com/goodtimesmagazin Herausgeber und Chefredakteur: Fabian Leibfried (fl) Mitarbeiter: Matthias Auer (ma), Jens-Uwe Berndt (jub), Horst Berner (hb),­Marc Bloemeke (mb), Rüdiger Bloemeke, Lothar Brandt (lbr), Paul Breit­bach, Mathias Buck, Petra Czerny (pc), Heinz Dietz, Michael Fuchs-Gamböck (mfg), Hans-Jürgen Günther (hjg), Ralf Günther (rg), Christof Hammer (ch), Hartmut Hennig (Fotos), Christian Hentschel (che), Teddy ­Hoersch, Pauline Kingsbury (pk), Tino Krauter (tk), Willi Kuper (Fotos), ­Madita Leibfried (ml), Niklas Leibfried, A­ lexander Neumann (an), Helmut Ölschlegel (­ Fotos), Jörg Palitzsch (jp), Ralf G. Poppe, Sven ­Rachner (sr), Philipp Roser (pro), Frank Schuster (frs), Ulrich Schwartz (us),­­Peter ­Seeger (p), Claudia Seeger-Wedeleit (csw), Christian Simon (cs), Björn Springorum (bsp), Alan Tepper (at), Claudia Tupeit (ct), Uli Twelker (utw), Thomas Wachter (tw), Frank Witzelmaier (fw) Abonnements, Shop, Social Media: Andrea Leibfried, goodtimes@nikma.de Grafische Gestaltung: Kathleen Müller, grafik@nikma.de Andrea Zagmester, kult@nikma.de England-Korrespondent: Klaus Brotmann Amerika-Korrespondent: Eric Drolette Anzeigenverkauf: Petra Czerny, anzeigen@nikma.de Tel.: 07042/37660 -165 Vertrieb: IPS Pressevertrieb GmbH, Postfach 1211, 53334 Meckenheim, Tel.: 02225/88 01-0 Druck: Dierichs Druck + Media GmbH & Co. KG, Frankfurter Str. 168, 34121 Kassel Erscheinungsweise: 6 x jährlich Abonnement: Für 6 Ausgaben im Kalenderjahr Inland: € 36,00 Ausland: € 40,00 (Preise inkl. 7 % MwSt. und Porto) Copypreis: Einzelheft: € 6,50 (Preis inkl. 7 % MwSt.) Anzeigen: Für gewerbliche Anzeigen bitte Preisliste Nr. 17 (inkl. Mediadaten) anfordern. Kleinanzeigen: Zeilenpreise für Gewerbliche und Verkaufsanzeigen € 1,40; Zeilenpreise für Privatanzeigen (Kauf & Tausch) € 0,70 (jeweils inkl. 19% MwSt.) Für Kleinanzeigenbestellungen beachten Sie bitte die Hinweise auf dem Bestellschein im Heft. Anzeigenbuchungsschluss / Erstverkaufstag: 4/2018 = 29.6.2018 20.7.2018 5/2018 = 31.8.2018 21.9.2018 6/2018 = 2.11.2018 23.11.2018 Kontoverbindung: NikMa Verlag Kreissparkasse Ludwigsburg IBAN: DE38 6045 0050 0000 1082 94 BIC: SOLADES1LBG Paypal-Adresse: info@nikma.de GoodTimes ist auf umweltfreundlichem, chlorfrei gebleichtem Papier gedruckt! Weiterverwendung aller in GoodTimes erschienenen Artikel, Interviews, Discographien, Fotos, Rezensionen etc. nur mit der Zustimmung des Heraus­ gebers gestattet. Gerichtsstand: Stuttgart

Liebe Leserinnen und Leser,

Juni/Juli 2018

A

uch 2018 scheint ein Jahr des Abschieds zu werden. Und dabei ist nicht nur der Abschied von all denen gemeint, die sich bereits in den Musikerhimmel aufgemacht haben und bis Silvester noch aufmachen werden. Vielmehr haben zahlreiche Acts ihre Farewell-Tourneen für dieses Jahr angekündigt. Joan Baez ist nicht die Einzige, Elton John, Paul Simon, die Pretty Things, Lynyrd Skynyrd und womöglich auch die so geschäftstüchtigen Altrocker Kiss, die seit gefühlten Jahrhunderten auch auf deutschen Bühnen zu erleben sind, wollen 2018 letztmals durch die Welt tingeln und sich von ihren Fans rund um den Globus verabschieden. Sogar die erst 1981 gegründeten Thrash-Metal-Veteranen von Slayer haben Ähnliches verkündet – bei ihnen war es über die Jahre möglicherweise ja aber auch einfach nur zu laut auf der Bühne. Eines fällt dabei auf: All diese Acts haben aus den Beispielen von Kollegen gelernt, die ihre Abschiedstourneen angekündigt hatten, dann allerdings rückfällig geworden sind: Man denke nur an die Scorpions oder auch Sweet, die aus unterschiedlichsten Gründen dann doch weitermachten und immer noch eifrig touren. Schließlich lässt sich "on the road" gutes Geld verdienen, solange die Anhänger strömen und Tickets, MerchandisingArtikel und Platten bei den Konzerten kaufen. Im Interview in dieser Ausgabe nennt Sweet-Boss Andy Scott denn auch den Zuspruch der Fans als entscheidenden Faktor für den letzten Vorhang. Und ob es nun Ms. Baez, Mr. Simon oder Elton John ist – sie alle lassen sich ein Hintertürchen offen: Vereinzelte Shows wollen sie durchaus noch spielen, wenn der entsprechende Anlass gegeben ist oder sie einfach die Bühne vermissen. Damit hätte sich dann auch die Diskussion um die Glaubwürdigkeit erledigt, mit der beispielsweise die Scorpions oder Sweet in Interviews stets zu kämpfen haben. Danach würde ganz einfach nicht gefragt. Viel Spaß bei der Lektüre der neuen Ausgabe wünscht Ihnen

NE U

Fabian Leibfried Herausgeber/Chefredakteur

GoodTimes 3/2018

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Music from the 60s to the 80s

Neue Ausgabe Nr. 18 Bestellen Sie im Shop auf Seite 29

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Seite

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INHALT

24 Led Zeppelin

12 Titelstory

stories 12 Manfred Mann's Earth Band Am Anfang stand die Ochsentour ... 17 Mick Rogers Den Begriff Prog Rock hasse ich" " 18 Small Faces Album Cover Art Gallerie #14: Ogdens' Nut Gone Flake

49 Justin Hayward Im Einklang mit der Welt

20 Mike Oldfield Bevor die Glocken röhrten – wie alles begann

51 Herbert Hildebrandt Unikum Hamburg

23 Foreigner Rock & Pomp

52 Fools Garden Harmonie-Helden

24 Led Zeppelin 1969: Auf dem Weg in den Olymp

54 Klaus Voormann Der stille Revolutionär

35 Southern Rock Junkies Dampf im Kessel

54 John Kay (Steppenwolf) Der Wolf geht in den Ruhestand

37 Loreena McKennitt Bekennende Eskapistin

56 Seekers Australiens bester Pop-Export

38 Small Faces All Or Nothing – The Mod Musical

58 Burg Herzberg Festival 50 Jahre – Magic Mountain

44 Philipp Fankhauser Blues-Porträt #58

60 Judith Owen Träumende Mädchen kommen überall hin – komplett real!

45 Sally Oldfield Mit dem Karma im Einklang

61 Kal David & Lauri Bono Das Traumpaar

46 Sweet – 50 Jahre Interviews mit Andy Scott und Steve Priest

62 Ian Anderson (Jethro Tull) 50 Jahre Flötentöne

48 John Carter Cash Hommage an den Man in Black

63 King Crimson Einfach drauflosspielen

48 Witthüser & Westrupp Jesus reloaded

64 Jim McCarty Mit dem Yardbirds-Drummer zurück ins Mittelalter

50 Cressida Shakespeare lässt grüßen

Die nächste erscheint amfrom 20.the Juli 2018 Seite 4 GoodTimes 3/2018 Music 60s to the 80s n

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Ausgabe Nr. 154, Juni/Juli 2018

18 Small Faces – Album Cover Art

46 Sweet

50 Jahre

20 Mike Oldfield

56 Seekers

58

features

rezensionen rubriken

Manfred Mann's Earth Band

CD-Highlight

3 3 4 6 10 28 30 32 36 40 42 65 66 68 70 98 100 104 106 111 112 113 114

Kal David & Lauri Bono Paragon

DVD-Highlight Jeff Beck Still On The Run – The Jeff Beck Story

Box-Highlight Welches Foto man auch immer heranzieht, welches Konzert sich anschaut: Manfred Mann runzelt die Stirn. Das tut er schon ziemlich lange, häufig sogar in den 60er Jahren, als er in Großbritannien noch als Popmusiker unterwegs war. Vielleicht wollte sich der passionierte Jazzer damit damals eine Ernsthaftigkeit geben, die seiner Musik partout nicht zueigen war. ... weiter Seite 12

Led Zeppelin – Teil 2 Ein Dornhai, ein Groupie und eine Super-8-Kamera – das waren am 28. Juli 1969 jene Zutaten, die einen der größten Mythen der Rockgeschichte begründeten. Und Led Zeppelin waren mittendrin. Je nachdem, welche Person die Geschichte aus dem Edgewater Inn in Seattle, Washington, erzählte, sind die Zeppelin-Typen handelnde Hauptakteure oder passive Zuschauer. Aber welche Variante auch die richtige gewesen sein mag – das Ereignis stand für eine Band, deren Alltag sich außerhalb aller Normen abzuspielen schien. ... weiter Seite 24

Steve Miller Band Complete Albums Volume 1 (1968–1976)

Buch-Highlights • Depeche Mode – Behind The Wall Fankultur in der DDR • Lennon • Burg Herzberg Festival – Since 1968 • Vinyl . Album . Cover . Art Hipgnosis – Das Gesamtwerk

GoodTimes 3/2018

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Music from the 60s to the 80s

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Impressum Editorial Inhalt Aktuelles – Neues aus der Szene Verstorbene Shop Abo-Bestellschein Kleinanzeigen Kolumne Christian Simon #36: Dave Dee Was macht eigentlich …? Colin Allen Charts GoodTimes-Newcomer: Nathan Carter • Alpentines Runde Geburtstage Gedenktage CD/Vinyl/-DVD/Blu-ray-Rezensionen Buch-Vorstellungen Konzertberichte: JCM • Eyevory • Rother Bluestage • Rock Meets Classic • Analogues • Matthews Southern Comfort Tourneen Konzertkalender Kreuzverhör: Chris Spedding Kreuzworträtsel + Verlosung Leserbriefe … zuguterletzt: J.B.O. • Ry Cooder • Black Stone Cherry


NEWS

Atlantis_2016_Version_3_Atlantis_2016 26.01.16 18:18 Seite 1

LP’s

CD’s

seit 1983

ATLANTIS RECORDS.CH 079 938 99 65 Steinenbachgässlein 34 4051 BASEL An/Verkauf • Bestellungen • Old/New Vinyl

Die Musikwelt lief geradezu Amok, als die Nachricht eines vermeintlichen Comebacks die Runde machte, nur in ihrer schwedischen Heimat blieben die Menschen gelassen, weil sie die Meldung gleich richtig einordnen konnten. Richtig ist, dass Agnetha Fältskog (68), Anni-Frid Lyngstad (72), Björn Ulvaeus (73) und Benny Andersson (71) mit "I Still Have Faith In You" und "Don’t Shut Down" nach 35 Jahren zwei neue Abba-Songs aufgenommen haben. Allerdings nur, „weil es uns Spaß gemacht hat" und weil sie eine Hologram-Tour mit ihren Songs (und den Ticketverkauf dafür) befeuern wollen. „Eines der Lieder klingt, als ob wir es 1972 geschrieben hätten, das andere, als ob es wir es für heute verfasst hätten", wurde Andersson zitiert. Live wird das Quartett nicht mehr auf der Bühne zu erleben sein, wie Andersson Anfang Mai nochmals ausdrücklich bekräftigte. Der US-Sender NBC jedenfalls fühlte sich angeregt, ebenfalls auf den Abba-Zug aufspringen: Er wird den vier Schweden im Dezember ein zweistündiges Special widmen. Für „Thank You For The Music, An All-Star Tribute" werde man „handverlesene Künstler einladen, Abba-Songs anzustimmen", teilte der Sender mit. Ein Nebenaspekt der Ankündigung der beiden neuen Songs war, dass die Streams von Abba-Musik in den USA nach der Meldung der Reunion um 37 Prozent anzogen, bei alten Alben der Verkauf sogar um 57 ­P rozent+++ Für Schlagzeilen waren Fleetwood Mac schon immer gut. Die jüngste besagt, dass die Band Lindsey Buckingham gefeuert und als Ersatz Mike Campbell von Tom Pettys Heartbreakers und Neil Finn (Crowded House) angeheuert habe. Grund sollen MeinungsverschiedenheiAnzeige

Gleich in zwei Billboard-Chart-Kategorien sind Foreigner ganz nach oben gesprungen: Sowohl bei den „Classical Albums" als auch bei den „ Classical Crossover Albums" hat es das Livewerk FOREIGNER WITH THE 21ST CENTURY SYMPHONY ORCHESTRA & CHORUS auf Platz 1 geschafft. Dafür reichten 3000 in der ersten Mai-Woche verkaufte Exemplare+++

ten mit Blick auf die anstehende US-Tour gewesen sein. Buckingham war 1974 gemeinsam mit Stevie Nicks zu Fleetwood Mac gestoßen und hatte einige ihrer größten Erfolge der zweiten Schaffens­ phase nach den Anfängen in England geschrieben+++ Die Nachricht dürfte die Deadheads elektrisieren: Der frühere Grateful-DeadPressesprecher Dennis McNally und der TV-Soundmixer Brian Miksis haben 84 Tracks zusammengetragen, die Jerry ­Garcia in den Jahren vor dem Start der kalifornischen Kult-Band mit obskuren Acts wie Sleepy Hollow Hog Stompers, The Wildwood Boys, The Hart Valley Drifters oder The Black Mountain Boys in Coffee Shops und bei diversen lokalen Radiosender gespielt hat. Die Folk-Exkursion umfasst vier CDs bzw. fünf LPs, trägt den Titel BEFORE THE DEAD und umfasst die Jahre 1961 bis 1964+++

Ob das die Beach Boys auch schaffen? Die Veteranen haben sich ebenfalls an orchestrale Musik gewagt: Für THE BEACH BOYS WITH THE ROYAL PHILHARMONIC ORCHESTRA haben sie ihre Klassiker wie "God Only Knows", "In My Room" und "California Girls" in einem neuen Klanggewand aufgenommen. Die Scheibe soll Mitte Juni in die Läden kommen. Dem Vernehmen nach war auch Mastermind Brian Wilson in das Projekt involviert+++ Nachdem er derzeit mit Matthews Southern Comfort gut beschäftigt ist, hat Iain Matthews Pläne, mit seiner einstigen Band Pyramid ein neues Album zu machen, erst einmal auf Eis gelegt. „Es gibt nur einen vagen Plan, etwas mit Steve Hiett, unserem Songschreiber, der in Paris lebt, und Al Jackson, dem anderen Sänger, der in Südengland zu Hause ist, auf die Beine zu stellen", sagte Matthews im Gespräch mit GoodTimes. Außerdem sei er momentan dabei, seine Autobiografie zu verfassen, „die noch in diesem Jahr herauskommen soll"+++

Das Blue-Rose-Label bereitet Fans der US-Band The Brandos Festtage: Sämtliche sechs Studio-Alben, die die Band um Mas­termind Dave Kinkaid veröffentlicht hat, ehe sie bei Blue Rose unterschrieb, sind wieder erhältlich. Also HONOR AMONG THIEVES (1987), GUNFIRE AT MIDNIGHT (1992), THE LIGHT OF DAY (1994), PASS THE HAT (1996), NOWHERE ZONE (1998) und CONTRIBUTION (Best Of von 1999). Während die Promokassette TRIAL BY FIRE (1990) außen vor blieb, sind auch die lange nicht mehr erhältlichen Livewerke IN EXILE (1995) und LIVE AT LORELEY (1999, früher nur als Eigenpressung erhältlich) Bestandteile der Reissue-Kampagne. Nach der Wiederveröffentlichung in digitaler Form und als CD sollen die Scheiben demnächst auch in der Vinylfassung kommen+++

Eine einzige Tournee spielt Kim Simmonds in diesem Jahr mit Savoy Brown, und die hat er bereits in Deutschland absolviert. „Ich werde hier und da vereinzelte Gigs in den USA spielen, ansonsten halten mich meine Memoiren auf Trab", sagte der 70-Jährige GoodTimes+++

Gerade waren die Sharks in Deutschland unterwegs, da kündigt sich mit READY SET GO schon ihr nächstes Album an, das Ende Juni erhältlich sein soll. „Im Oktober werden wir damit im UK touren, wann wir wieder nach Deutschland kommen, weiß ich noch nicht", sagte Sänger Stephen „Snips" Parsons, der auch als Manager der Band fungiert, GoodTimes. Und: „Als Snips spiele ich regelmäßig mit wechselnden Musikern live, vor allem in East Sussex – im September werden wir eine Radioshow aufzeichnen, die ich dann auf CD rausbringen will"+++

Dem Record Store Day sei Dank! Mit Hilfe einer zu diesem Anlass neu aufge-

Unsere Gewinner aus Heft 1/2018 Lösung: After The Gold Rush" " Single Otis Redding: Jürgen Senkowski, München Horst Klein, Hilchenbach Jochen Kunz, Germering Buch Musik ohne Handkäs": " Peter Hamann, Berlin Konrad Schmid, Filderstadt Günter Huber, Aßling

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Unsere Gewinner aus Heft 2/2018 2x Karten Ruff As Stone, Leipzig: Horst Sonnenschein, Melsungen Wolfgang Schönfeldt, Hamburg Ronald Konkel, Wismar

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GoodTimes 3/2018

HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH! n

Music from the 60s to the 80s

legten limitierten Kassetten-Edition hat das 1980 veröffentlichte Album BACK IN BLACK die Aussi-Rocker AC/DC wieder in die US-Charts gehievt. Der Klassiker schaffte es in den Billboard Top 200 bis auf Rang 152. Die Kassette war 2016 gestrichen worden+++ Eine dreitägige „Gitarrenschule" veranstaltet Bernie Marsden (Ex-White­ snake) im Juli (11.–13.). Bei der „Bernie Marsden Guitar Mojo Experience" in Buckinghamshire werde es um Tipps in Sachen Technik, Performance und Jammen gehen, „und ich werde sicher die eine oder andere Geschichte erzählen", verriet Marsden GoodTimes. Mit dabei sein werden Jim Kirkpatrick (FM) und Chris Buck. Näheres ist auf seiner Facebook-Seite zu finden+++

Foto: © Alex Bailey

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In den USA war der diesjährige, zum elften Mal veranstaltete Record Store Day der bislang erfolgreichste. Bruce Springsteens GREATEST HITS-LP ging 580.000 Mal über die Ladentische, gefolgt von David Bowies WELCOME TO THE BLACKOUT (LIVE LONDON ‘78) und Neil Youngs TONIGHT’S THE NIGHT LIVE AT THE ROXY. Ebenfalls sehr gefragt: Bob Dylan & The Grateful Dead mit DYLAN & THE DEAD, eine Monoversion von Pink Floyds THE PIPER AT THE GATES OF DAWN. Insgesamt konnten die unabhängigen Plattenläden, die den Record Store Day ausrichten, 799.000 Vinylscheiben absetzen, im vergangenen Jahr waren es 649.000 gewesen, was ein Plus von 23 Prozent ausmacht, wie das Marktforschungsunternehmen Nielsen festgestellt hat+++ Die Blues Band hat ein neues Studio-­ Album im Kasten. Es wird THE ROOS­ TER CROWED heißen und „hoffentlich im Frühsommer herauskommen", ließ Gitarrist/Sänger Dave Kelly GoodTimes wissen+++ Schlechte Nachrichten für David Munyon und sein Management: Sie mussten das gerade erschienene Album PLANETARY NIGHTS umbenennen, weil eine US Rockband sich diesen Begriff als Namen markenrechtlich hat schützen lassen. Beim Vertrieb über Amazon und iTunes werde das Markenrecht verletzt, bestätigte ein fachkundiger Anwalt. Deswegen firmieren sowohl Titelsong wie auch Albumtitel nur noch unter "David Munyon – Planetary". „Natürlich drucken wir keine neuen Digipaks oder Plattentaschen", hieß es in einer Mitteilung des Managements. Doch


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auch erfreuliche News gab es aus dem Hause Munyon: Einige älteren MobileHome-Records-Alben sind wieder erhältlich, nämlich SOME SONGS FOR MARY, MEANWHILE BACK IN JAPAN, SONG FOR DANKO und TOO COOL+++

ich sagen kann", erklärte Anka bei der Verleihung der Canadian Music And Broadcast Industry Awards. Dabei wurde der 76-Jährige, der mit 15 seinen ersten Nummer1-Hit ("Diana") verfasst hatte, mit einem Lifetime Achievement Award geehrt+++

Nach einer erfolgreichen Australien/Neuseeland-Tour Ende 2017 kommt der so kraftvoll singende Bassist Glenn Hughes im Oktober mit seiner neuen Show endlich auch nach Deutschland. Die firmiert unter dem Motto „Glenn Hughes Performs Classic Deep Purple Live Tour 2018/19" und umfasst sieben Konzerte auf deutschen Bühnen+++

Einst trommelte Jeff Rich bei Status Quo, heute ist er mit seiner eigenen Combo Triple J unterwegs, mit der er auf Blues Rock setzt. Das zweite „J" steuert Sänger/Gitarrist Jamie Godfrey bei, das dritte ist nicht existent, da nach diversen Personalwechseln der heutige Bassist David „Clem" Clements heißt. CHAPTER 1 heißt das Debütalbum, „und das wollen wir jetzt erst einmal durch so viele Shows wie möglich im UK den Leuten näher bringen", sagte Rich GoodTimes+++

Neil Young und Crazy Horse sind am 1.5. im California’s Warnors Theatre in Fresno erstmals seit 2014 wieder zusammen aufgetreten – und das, ohne vorher einmal geprobt zu haben! Damit hätten sie ein neues Kapitel in ihrer bald 50-jährigen gemeinsamen Geschichte aufgeschlagen, sagte Young und verriet, dass man vor nicht allzu langer Zeit ein gemeinsames Album eingespielt habe. Wann ALCHEMY erscheint, sagte er allerdings nicht. Und er ließ sich auch noch entlocken, dass in den Archiven zudem Scheiben lägen, die er mit Crazy Horse 1969/70 und 2001 eingespielt habe+++ Und noch einmal Neil Young: Der hat angekündigt, dass er plane, einen 35-minütigen Film zu produzieren, den er schon 1982 parallel zu seinem damaligen Album TRANS habe machen wollen. Doch seinerzeit habe seine Plattenfirma die ursprüngliche Zusage zurückgezogen, ihn dabei finanziell zu unterstützen, verriet Young. Den Verantwortlichen habe die Scheibe nicht gefallen, auf der er durch einen Vocoder sang und mit Synthie-Sounds arbeitete. Der Film sei ihm wichtig, weil er sich darin mit den Problemen auseinandersetze, mit seinem Sohn Ben zu kommunizieren, der an Zerebralparese, einer Hirnschädigung, leidet+++ Fünf CDs umfasst die Box THE ALBUMS 1976–81, die das Schaffen von Mungo Jerry in diesem Zeitraum würdigt. Enthalten sind IMPALA SAGA von 1976, das mit sechs Bonustracks angereichert ist (inklusive der Hits "Hello Nadine" und "Don’t Let Go"), LOVIN’ IN THE ALLEYS FIGHTIN’ IN THE STREETS (1977, jetzt erstmals auf CD), RAY DORSET & MUNGO JERRY (1978, ebenfalls als CD-Debüt). SIX A SIDE war 1980 eine Compilation mit zahlreichen Non-Album-Singles, ergänzt um sieben Bonusstücke. 1981 erschien TOGETHER AGAIN nur in Kontinentaleuropa und bietet jetzt sechs Raritäten als Bonus+++ Altmeister Paul Anka hat sich mit dem als neues Sangeswunder gefeierten Kanadier Drake für ein neues Projekt zusammengetan. „Wir haben etwas aufgenommen, das im Juni erscheinen wird – das ist alles, was

Ruhig geworden war es in den letzten Jahren um Gilbert O'Sullivan, der sich nun umso stimmgewaltiger zu Gehör meldet. Mit Produktionsunterstützung durch Ethan Johns hat er das selbst betitelte Album aufgenommen, das am 10.8. erscheinen soll und sein 19. Studiowerk sein wird. Aufgenommen wurde auf analogem Equipment in den Forbisher Drive Studios von O’Sullivan auf Jersey, begleitet wurde er von Paul Stacey (g; Oasis, Finn Brothers), Nick Pini (b), Jeremy Stacey (dr; Noel Gallaghers High Flying Birds, The Waterboys), Stephanie Jean (Hammondorgel, Mellotron, Cembalo); Gastspiele gaben Andy Fairweather Low (g), Chas Hodges (p) und Geraint Watkins (p)+++ Altmeister Del Bromham (Ex-Razorback), der auch immer noch als Gitarrist mit Stray unterwegs ist, hat mit seiner Zweitband Blues Devils ein neues Album am Start. Das trägt den Titel WHITE FEATHER. Die Blues Devils bestehen neben Bromham aus Bassist/Sänger Stuart Uren (Gwyn Ashton), Drummer Karl Randall (Humble Pie) und Organist/Sänger Dean Rees (Humble Pie)+++ Was stört mich mein Farewell-Geschwätz von gestern, mag sich Schein-Ruheständler Phil Collins gesagt haben. Jedenfalls kündigte er seine erste Nordamerika-Tour seit zwölf Jahren an. Die startet am 5.10. in Ft. Lauderdale, Florida, steht unter dem Motto „Phil Collins Not Dead Yet, Live!" und umfasst aktuell 15 Shows. Am Schlagzeug wird sein 16-jähriger Sohn Nicholas sitzen, auch sein langjähriger Gitarrist Daryl Stuermer ist wieder mit an Bord+++ Das Kölner Blues-Urgestein Richard ­ argel, der auch viel schauspielert, hat B seine 1992 gestartete und bis 2000 laufende Blues-Talkrunde mit Livemusik namens „Talkin’ Blues" reaktiviert. Sie findet seit Januar im Urania Theater statt, allerdings nicht mehr wöchentlich, sondern im Monatsturnus. Um das Projekt am Laufen zu halten, hatte er das Crowdfunding-Projekt „Talkin’ Blues Revisited" GoodTimes 3/2018

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ins Leben gerufen. Die nächste Veranstaltung läuft am 30.5., Gast ist der belgische Veteran Roland Van Campenhout, der schon in den 70er Jahren mit Rory Gallagher tourte und mit der Hausband unter Leitung von Fabio Nettekoven live zu erleben sein wird+++ Bluesgitarristin Joanne Shaw Taylor hat einen neuen Plattenvertrag beim Major Sony Music unterschrieben, das dafür sein Label Silvertone reaktiviert hat. Die Musikerin hat bereits mit der Arbeit an einem neuen Album begonnen, das Anfang 2019 erscheinen soll+++ Für sein neues Album hat sich Bassist/Sänger/Songwriter Charlie Jones (Robert Plant, Page & Plant, Goldfrapp, Ofra Haza) Verstärkung ins Studio geholt: Innes Sibun steuerte für den Schwiegersohn von Robert Plant satte Gitarrentöne bei+++ Schade, dass es ein Privatkonzert war, das Russ Ballard kürzlich mit seiner Band The Roulettes im englischen Ware/Herts gab. Als Special Guests waren Kinks-Bassist John Dalton, Mike Berry & Chris Andrews dabei – sowie Bob Bradbury von Hello. Den holte Ballard auf die Bühne, um gemeinsam das von ihm geschriebene und von Hello zum Hit gemachte "New York Groove" zu singen – es war das erste Mal, dass beide zusammen am Gesangsmikro standen+++ Die 1969 von Beatles-Produzent George Martin gegründeten Air Studios in London, eine der weltweit größten und lange renommiertesten Aufnahmestätten, stehen zum Verkauf. Paul McCartney, Adele, Coldplay, U2, George Michael, Kate Bush, Liam Gallagher, David Gilmour, Mumford & Sons und Katy Perry haben dort Erfolge eingespielt. Das Studio wird auf einen Wert von drei Millionen Pfund geschätzt. Richard Boote, der das Studio 2006 gemeinsam mit Paul Wolff von der Chrysalis Group erworben hatte, begründete den Verkauf damit, dass „wir beide alte Fürze sind" und Jüngere jetzt ran sollten+++ Ein abwechslungsreiches Programm präsentiert der Autohof Strohofer mit seiner Music Hall in Geiselwind direkt an der Autobahn A3. Für das „Bike And Music Weekend 2018" (2.–5.8.) werden Manfred Mann’s Earth Band und die Rammstein-Coverband Stahlzeit als Headliner angekündigt, dazu The New Roses, The Picturebooks und Ray Black & The Flying Carpets mit Rockabilly im 60er Sound. Dazu gibt es beim BikerTreffen auf der Showmeile Stuntshows und Contests, aber auch einen Biker-Gottesdienst. Später gastieren Corvus Corax (28.9.) mit ihrem neuen Album SKÅL und Primal Fear (27.10.) in der Music Hall. Im Oktober (5./6.) steigt das Monster-Festival F.E.K. 9 zum elften Mal, diesmal mit Kärbholz, 9mm, J.B.O., Goitzsche Front, King Kongs Deoroller+++ Nach seinem starken Solo-Comeback im vergangenen Jahr (live wie auf CD) legt Little Steven Van Zandt nach, und zwar

Music from the 60s to the 80s

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Station Songs (2018) Das neue Progressive Rock Album

The Unity Of Two (2014)

Leaving Home (2012)

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NEWS „The Final Mile". Davor veröffentlicht sie mit RARITIES eine umfangreiche Werkschau mit unveröffentlichten Livetracks, nie gehörten Demo-Aufnahmen, raren B-Seiten, Videoclips sowie der neuen Single "Somewhere". Die Collector's Box enthält drei DVDs sowie sechs CDs, die in die Einzelscheiben „Archive Live", „Archive Live & Demos", die „BBC Radio Scotland Documentary", die „Best Of Access All Areas" sowie die „The Ones That Got Away"-Sammlung aufgeteilt sind und über 120 Titel umfassen+++

de hat Clinton mit P-Funk aber noch 50 Auftritte in Amerika, Europa und Japan im Terminkalender stehen+++ Ein kalifornischer Gerichtshof hat am 30.4. das Gesuch von Jim Gordon, dem einstigen Schlagzeuger von Derek & The Dominos, abgelehnt, vorzeitig aus dem Gefängnis entlassen zu werden, wo er eine lebenslange Haftstrafe absitzt. Er hatte 1983 seine Mutter umgebracht. Es bestehe das Risiko, dass der inzwischen 72-Jährige eine Gefahr für die Allgemeinheit darstelle, wenn er das California Medical Facility in Vacaville verlasse, hieß es in der Begründung. Gordon hatte auch auf Nancy Sinatras "These Boots Are Made For Walkin’", Carly Simons "You’re So Vain" und "Layla" getrommelt, ehe 1978 bei ihm Schizophrenie diagnostiziert wurde+++

in Gestalt des Albums SOULFIRE LIVE! Die 24 darauf zu hörenden Songs schnitten er und seine Disciples Of Soul im vergangenen Jahr mit, sie sollen im Sommer auf drei CDs, Blu-Ray und Vinyl erscheinen. Überrascht gewesen sein soll Van Zandt, als er am 6. Mai in die New Jersey Hall Of Fame aufgenommen wurde: Sein Kumpel und langjähriger Boss Bruce Springsteen tauchte bei der Zeremonie im Asbury Park Convention Center in New Jersey auf. Die beiden spielten gemeinsam "I Don’t Want To Go Home". Die ebenfalls anwesende Disco-Queen Gloria Gaynor verwandelte das Auditorium in eine einzige Dance-Party, als sie "I Will Survive" anstimmte+++ Als die Foo Fighters am 29.4. bei ihrer Show in Jacksonville, Florida, den „Grease"-Klassiker "You’re The One That I Want" anstimmten, kam kein Geringerer als John Travolta zu ihnen auf die Bühne, der die Hauptrolle in dem Musikfilm von 1978 gespielt hatte+++ Funk-Urvater George Clinton (Parliament/ Funkadelic) hat seinen Abschied vom Tourneegeschäft angekündigt. „Jeder, der in den letzten Jahren bei meinen Shows war, hat gesehen, dass ich nicht mehr so abgehen kann wie früher", ließ der P-Funker mitteilen. Das Mitglied der Rock’n’Roll Hall Of Fame, das im Juli 77 Jahre alt wird, musste sich kürzlich einer Herzschrittmacher-Operation unterziehen. Bis Jahresen-

Am 17.8. veröffentlicht die deutsche Metal-Queen Doro (Pesch) mit FOR­ EVER WARRIORS, FOREVER UNITED ein Doppelalbum mit 25 neuen Songs. Mitgeliefert wird ein Duett mit AmonAmarth-Sänger Johan Hegg ("If I Can't Have You"), während "Living Life To The Fullest" eine Verbeugung vor ihrem langjährigen Kumpel und Mentor Lemmy von Motörhead ist. „Ich saß im Flieger auf dem Weg zu seiner Beerdigung, da kamen mir die Melodie und der Text in den Sinn", so Doro+++

Vier Konzerte in London und Cambridge, bei denen er frühes Pink-Floyd-Songmaterial spielen werde, hat Schlagzeuger Nick Mason, für die zweite Mai-Hälfte angekündigt. Als Nick Mason’s Saucerful Of Secrets werde er dabei unterwegs sein – es handelt sich um seine ersten Auftritte seit der Abschlusszeremonie der Olympischen Spiele 2012 in London. In seiner Band mitmischen werden Gary Kemp (Spandau Ballet), der frühere Pink-FloydBassist Guy Pratt und Blockheads-Gitarrist Lee Harris. Zur Aufführung kommen sollen Songs der Alben THE PIPER AT THE GATES OF DAWN und A SAUCERFUL OF SECRETS+++

Als (Doppel-)Vinyl und Download hat Nick Lowe seine neue EP „Tokyo Bay/ Crying Inside" angekündigt, die am 15.6. via Yep Roc erscheinen soll. Mit den vier enthaltenen Songs habe Lowe seine ­rockende Seite wiederentdeckt, hieß es in der Ankündigung+++ „Als Rockduo waren wir genau so gut wie Mick Jagger und Keith Richards oder Axl Rose und Slash – Ziggy Stardust und Mick Ronson waren die Personifizierung dieses Konzepts eines sich perfekt ergänzenden Duos im Rock’n’Roll", sagte einst David Bowie. Ähnlich könnte es auch Ian Hunter formulieren, der ebenfalls lange mit dem 1993 verstorbenen Gitarristen kooperiert hatte. Universal Music würdigt dessen Schaffen mit „Beside Bowie: The Mick Ronson Story, The Soundtrack" auf DVD und Blu-Ray (VÖ: 8.6.). Der Soundtrack enthält unveröffentlichte Titel. Soundtrack und Film sind die erste offizielle Retrospektive der Karriere des

„PopStop – das Musikradio" – immer freitags zum Erscheinen unseres Heftes gibt es eine GoodTimes-Sondersendung (19 bis 20 Uhr), in der die neueste Ausgabe vorgestellt wird (die Sendung wird dann mehrfach wiederholt). „PopStop" sendet Musik­titel mit Format – ohne formatierte Musikzusammenstellung+++ Über 45 Jahre lang hat die schottische Band Runrig Generationen von Fans mit Celtic-Rock-Hymnen unterhalten und begeistert. Ab Juni begibt sich die Gruppe um die Brüder Rory und Calum Macdonald auf Abschiedstournee unter dem Motto

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Rory GalLAgher Tribute Festival VienNa

14./15.sept.’18: reigEn SinNerboy/GB • Laundromat/NL roryfestival.at Etched In Blue/DE • Riki MasSini/It Kutscher’s Blues band/AT • MiSs KAytie/AT

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Music from the 60s to the 80s

Gitarrenvirtuosen. Jon Brewer produzierte und führte Regie, also der Mann, der auch schon Filme über B.B. King („The Life Of Riley"), Nat King Cole („Afraid Of The Dark"), Jimi Hendrix („Guitar Hero") und Guns N’ Roses („The Most Dangerous Band In The World") vorzuweisen hat+++ Twentieth Century Fox bringt „Bohemian Rhapsody" am 1.11. in die Kinos, der die Geschichte der Rockband Queen erzählt. Rami Malek spielt Freddie Mercury, Lucy Boynton verkörpert Mary Austin. Als eine „fulminante Feier von Queen, ihrer Musik und ihrem außergewöhnlichen Leadsänger Freddie Mercury, der Klischees trotzte und mit Konventionen brach, um einer der beliebtesten Entertainer weltweit zu werden", wird das Opus angekündigt. Eine weitere Musikerbiografie, die demnächst in die Kinos kommt, ist „Nico, 1988" gewidmet, also der Andy-WarholMuse, kurzzeitigen Sängerin bei Velvet Underground und dem Supermodel. Dabei handelt es sich um ein Roadmovie (Kinostart: 18.7.) über die letzten Lebensjahre von Christa Päffgen alias Nico, das von ihren letzten Auftritten in den 80er Jahren handelt und in Paris, Prag, Nürnberg und Manchester, Polen und an der römischen Küste spielt. Und dann wäre da noch „Gundermann" (Kinostart: 23. August), der neue Film von Regisseur Andreas Dresen über den Liedermacher und Baggerfahrer Gerhard Gundermann+++

Foto: © Alex Bailey

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Rami Malek als Freddie Mercury in Bohemian Rhapsody" "

BURN TO GROW wird das neue Album des kalifornischen Gitarrenvirtuosen Josh Smith heißen, bei dem er auf musikalische Vielseitigkeit setzt, dabei aber immer den


Blues im Fokus behält, Vergleiche mit Derek Trucks oder Warren Haynes seien gar nicht so abwegig, meint jedenfalls sein deutsches Label+++ Eric Clapton veröffentlicht den Soundtrack zu dem Dokumentarfilm „Life In 12 Bars" über sein Leben und seine Ausnahmekarriere am 8.6. Das Album (4-LP, 2-CD, Download) enthält 32 Songs aus fünf Jahrzehnten, darunter fünf bislang unveröffentlichte Nummern. Zu hören sind Aufnahmen mit den Yardbirds, John Mayall & The Bluesbreakers, Cream,­ Blind Faith, Derek & The Dominos, der Beatles, von Aretha Franklin, Muddy Waters sowie zahlreiche Solosongs des heute 72-Jährigen+++ Auf 500 Exemplare limitiert ist die 10"-Vinyl-EP „Bits And Pieces", mit der Matthews Southern Comfort ihre Fans beglücken. Die im weißen Vinyl designte Maxi enthält auf der A-Seite Songs des aktuellen MSC-Albums LIKE A RADIO, auf der B-Seite sind Fremdkompositionen aus den MSC-Archiven zu hören: ein alternativer, bisher unveröffentlichter Mix von "Woodstock" sowie eine ebenfalls unveröffentlichte Coverversion von Neil Youngs "I Believe In You"+++ Seit mehreren Jahren arbeitet Stevie ­Wonder bereits an dem Album THROUGH THE EYES OF WONDER. Das soll nun noch vor Jahresende erscheinen, kündigte der Künstler an. Bei einer Gala unter dem Motto „The Stevie Wonder Song Party: A Celebration of Life, Love and Music" deutete er zudem ein gemeinsames Projekt mit dem Schauspieler und Musiker Donald Glover (auch bekannt als Childish Gambino) an. Unter den Gästen der Gala im Peppermint Club in Los Angeles am 9.5. (vier Tage vor Wonders 68. Geburtstag) wurden Motown-Gründer Berry Gordy, Schauspielerin Angela Bassett, Comedian Craig Robinson, und der Aktivist Jesse Williams gesichtet+++ Einige private Schicksalsschläge hat Gitarrist Andy Susemihl (Sinner, U.D.O.) in den letzten Jahren hinter sich gebracht, doch jetzt meldet er sich zurück. Und zwar in Gestalt seines fünften SoloAlbums, das den Titel ELEVATION trägt und einen Bogen zwischen rifflastigem Hard Rock und Pop Rock schlägt. Und es demonstriert, dass Susemihl nichts von seinen Saitenfertigkeiten verlernt hat+++ Das Auktionshaus Julien’s Auctions wollte am 19.5. im New Yorker Hard Rock Cafe die erste elektrische Gitarre versteigern, die George Harrison besaß. Dabei handelt es sich um ein Höfner Club 40-Modell­ aus der Zeit, als die Beatles noch als The Quarrymen die Clubs von Liverpool und Umgebung unsicher machten. Harrison hatte das Instrument bei Ray Ennis von den Swinging Blue Jeans gegen eine Akus­t ikgitarre eingetauscht. Julien’s erwartete im Vorfeld, dass der Hammer bei einem Betrag zwischen 200.000 und 300.000 Dollar fallen werde. Ebenfalls

auf der Versteigerungsliste stand eine 1965er-Fender Telecaster, die einst Robbie Robertson von The Band gehört hatte und auf der auch Harrison, Eric Clapton und Bob Dylan spielten. Hier lagen die Zuschlagserwartungen in einer Größenordnung von 400.000 bis 600.000 ­Dollar+++ 1962 ging die englische Gesangstruppe Nashville Teens an den Start, die sich ihren Namen auf Grund ihrer Begeisterung für Country Music gegeben hatte und der in den 60er Jahren Hits wie "Tobacco Road" (USA #14, UK #6) oder "Google Eye" (!) gelangen. Die Band um Originalsänger Ray Phillips ist immer noch unterwegs und hat jetzt ein neues Live-Album in Arbeit. Mitgeschnitten wurde im Nags Head in High Wycombe. „Enjoy nostalgia", dazu lädt die Band auf ihrer Homepage ein+++

melte u. a. für Westernhagen, die Lords, Fred Banana Combo, Nena, Chris Kramer, Belfegore und Farfarello. Außerdem gibt es am 31.5. ein Benefizkonzert+++ Roger Daltrey meldet sich am 1.6. mit dem Studio-Album AS LONG AS I HAVE YOU wieder einmal als Solokünstler zu Gehör. Who-Kollege Townshend hat auf sieben Nummern Gitarre gespielt, weitere Gäste im Studio waren Keyboarder Mick Talbot (Dexy’s, Style Council) und Gitarrist Sean Genockey,­der schon mit Suede, Shame und den Proclaimers gearbeitet hat. „AS LONG AS I HAVE YOU ist gewissermaßen eine Rückkehr zu meinen Anfängen, als wir eine Teenagerband waren und Soulmusik in Kirchen und kleinen Hallen

spielten – die Zeit, bevor Pete anfing, alle unsere Songs zu schreiben", sagte Daltrey. Das Album enthält selbst geschriebene Songs des Sängers sowie Übernahmen von Nick Cave, Stevie Wonder, Stephen Stills und Garnet Mimms. Letzterer hatte das heutige Titelstück 1964 verfasst, also genau in dem Jahr, in dem Daltrey, Townshend, John Entwistle and Keith Moon ihren Namen von The High Numbers in The Who änderten+++ Bevor er seinen Job als neuer Gitarrist bei der New Yorker Sängerin Sari Schorr angetreten hat, hatte Ash Wilson im vergangenen Jahr sein Debütalbum BROKEN MACHINE herausgebracht. Neben den Gigs mit Schorr und der Arbeit an deren nächstem Album sei er aber auch dabei, an seinem nächsten eigenen Werk zu arbeiten, ließ Wilson GoodTimes wissen+++

New West Records hat im Rahmen seiner „Live From Austin, TX"-Reihe die Veröffentlichung zweier Live-Aufnahmen von Doug Sahm angekündigt. Sie stammen von Gastspielen des reformierten Sir ­Douglas Quintet in der PBS-TV-Serie „Austin City Limits" 1975 und 1981. Vor allem Vinylfreunde dürfen sich freuen: Gibt es die remasterten Archivaufnahmen doch erstmals auf einer 180g-Doppel-LP+++ Clannad seien einst so etwas wie die Urväter und -mütter der Celtic Music gewesen, erklärt die Band selbstbewusst auf ihrer Homepage. Der unaufhaltsame Aufstieg von Clannad nahm seinen Anfang in Leo’s Tavern, dem Pub, den Leo Brennan, Oberhaupt des Clannad–Clans, 1968 in der irischen Gemeinde Gweedore im County Donegal übernahm. Ciarán, Pól und Máire Bren­ nan sowie deren Zwillingsonkel Noel und Pádraig Duggan spielten anfangs dort nur zum Spaß. Doch schnell entwickelte sich eine Band, die 1970 unter dem Namen Clann as Dobhair (eine Familie aus Dob­ hair, der irische Name für die Gemeinde Gweedore) offiziell gegründet wurde und zwei Jahre später den Namen in Clannad änderte. Ihr Markenzeichen war es, die traditionelle Folklore ihrer irischen Heimat originalgetreu vorzutragen. Clannad sangen in Gälisch, einer Sprache, die außerhalb Irlands kaum jemand kannte. Das machte die Band einerseits authentisch, andererseits bescherte es ihr auch den Ruf, einzigartig zu sein. 1980 tourte sie in Deutschland, ihr Gastspiel in Bremen wurde mitgeschnitten und wird jetzt zum 50-jährigen Gründungsjubiläum als TURAS 1980 erstmals zugänglich gemacht+++ Freunde haben eine Spendenaktion (neudeutsch: Crowdfunding) für den Drummer Charly T. gestartet: Bei einem Einbruch in dessen Probenraum in Mönchengladbach waren zum Teil wertvolle Instrumente, die komplette Anlage, u ­ nd Einrichtungsgegenstände entwendet worden.­Charlie T. tromGoodTimes 3/2018

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Music from the 60s to the 80s

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VERSTORBEN

Jeff St John (*22.4.1946 als Jeffrey Leo Newton) sang in seiner Heimat Australien in diversen Bands und schaffte es solo mehrfach in den Charts weit nach oben, engagierte sich in der Arbeit mit Menschen mit Handicap, bis er am 6.3. die Folgen einen bakteriellen Infekt nicht überlebte. Gary Burden (*23.5.1933) war Fotograf, verlegte sich aber bald auf die Gestaltung von Plattencovern und gilt als Pionier der „Conceptual Cover Art". Zu seinen Kunden gehörten The Mamas & The Papas, Crosby, Stills, Nash & Young (DÉJÀ VU), Joni Mitchell, Albert Hammond, Jackson Browne, die Pretenders und Eagles. Am 9.3. endete sein Erdendasein. Nokie Edwards (*9.5.1935) war 1959 als Bassist bei der Gründung der Instrumental-Surf-Rocker The Ventures dabei, ehe er auf die Leadgitarre umstieg. Die Instrumentalgruppe landete zwischen 1960 und 1969 insgesamt acht Top-40-Erfolge. Versuchte sich ab 1969 an einer Solokarriere, kehrte 1973 zurück und tourte bis 2012 mit den Ventures. Am 12.3. kostete ihn eine Infektion nach einer Hüftoperation das Leben. Steffen Hußlik (*21.12.1970) spielte Gitarre bei der Power-Metal-Band Headstone Epitaph (seit 1987) und Bass bei den DeathMetallern Stillborn und arbeitete als Lehrer in Neckarsulm. Er starb am 12.3. Jimmy Wisner (*8.12.1931) arbeitete als Pianist, Komponist, Arrangeur und Arrangeur, u. a. für Carly Simon, Neil Sedaka, Herbie Mann, Iggy Pop, Judy Collins, Esther Phillips und Brigitte Bardot. Unter dem Pseudonym Kokomo schaffte er es 1961 mit "Asia Minor" in die US-Top-Ten. Er starb am 13.3. Charlie Quintana (*1962) trommelte für Bob Dylan, bei Social Distortion, The Cru­ zados, der Mike Ness Band, Cracker, starb am 13.3. in seiner Wahlheimat Mexiko. Peter Caulton, der Lone Wolf, war vor gut 20 Jahren aus Neuseeland, wo er heute als Country-Legende gilt, nach Norddeutschland gezogen, spielte in der Johnny-CashTribute-Band RoF, veröffentlichte eigene Platten, starb überraschend am 13.3.

Liam O'Flynn (*15.4.1945), der Master Irish Piper, blies bei Planxty in diverse Instrumente, ist auf Alben von Joe Cocker, Kate Bush, Mark Knopfler, der Everly Brothers, Emmylou Harris, Mike Oldfield oder Elvis Costello zu hören. Er starb am 14.3. nach langer Krankheit. Peter Mars" Cowling (*1946) bearbeitete " seine Basssaiten im UK ab 1962 bei The Syndicate, später in der Pat Travers Band (1976–1982, 1989–1993) und der USAOR-Truppe Gypsy Queen. Er ging am 20.3. für immer. Kooster McAllister (*1951) arbeitete als Live­­mixer für zahlreiche Acts und lieferte so die Vorarbeit für zahlreiche Konzertmitschnitte. John Mellencamp, Simon & Garfunkel, Queen, Wynton Marsalis, Johnny Cash, Heaven & Hell, die Talking Heads, Peter Frampton oder Rush gehörten zu seinen Kunden. 1978 hatte er als Assistant Engineer in New York in den Record Plant Studios angefangen und stieg dort zum Mitbesitzer von dessen Mobilstudios auf. Er starb am 23.3. Mike Harrison (*3.9.1942) galt als einer der stimmgewaltigsten und ausdrucksstärksten Blues-RockSänger, was er nach Anfängen bei den V.I.P.s (mit Keith Emerson) und Art vor allem bei Spooky Tooth mehrfach unter Beweis stellte (1968–1970, 1972–1974, 2004–2008). Zwischendurch hatte er der Musik zwölf Jahre den Rücken gekehrt, arbeitete als Barmann und fuhr Lebensmitteltransporter. Er sang bei der Hamburg Blues Band und veröffentlichte insgesamt vier Soloplatten. In den letzten acht Jahren vor seinem Ableben am 25.3. war es ruhig geworden um Harrison. Kenny O'Dell (*21.6.1944 als Kenneth Gist Jr.) war selbst 1967 mit "Beautiful People” (#38) erfolgreich, schrieb in Nashville für zahlreiche Country-Kollegen (Charlie Rich, The Judds) und wurde 1984 zum „Songwriter Of The Year" der Songwriters Association gekürt. Er starb am 27.3. in einem Krankenhaus in der Nähe von Nashville. Ron Dunbar (*15.4.1939) wirkte als (Soul-) Songschmied, Produzent und A&R-Direktor, arbeitete eng mit Holland-Dozier-Holland und George Clinton zusammen. Dusty Springfield, Parliament, Honey Cone überSeite

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Yvonne Staples (*1937) sang ab 1971 Bariton bei den Staple Singers, der gemeinsamen Gospel-Vokalgruppe mit ihrem Vater Roebuck („Pops”) und ihren Schwestern Mavis und Cleotha. Mit ihnen schaffte sie zwischen 1971 und 1975 acht Top-40-Hits und wurde 1999 in die Rock’n‘Roll Hall Of Fame aufgenommen. Am 10.4. erlag sie einem Darmkrebsleiden. Deborah Coleman (*3.10.1956), amerikanische Blues-Gitarristin und -Sängerin, veröffentlichte 1993 ihr erstes Album, stand in den 00er Jahren auch bei Ruf Records unter Vertrag. In der Nacht vom 12. auf den 13.4. starb sie an den Folgen einer Lungenentzündung. David Mullaney (*10.10.1931) war als Tas­ tendrücker dabei, als die instrumental wirkende Coverband Hot Butter 1972 mit "Pop Corn” einen Welthit landete. Der gelernte Akkordeonist arrangierte für Dion und Melanie, schrieb Filmmusiken und Werbe-Jingles. Der Ruheständler starb am 12.4. Stan Reynolds (*16.1.1926) war Jazzer, er spielte das Trompetensolo auf dem Beatles-Song "Martha My Dear". Er starb am 14.4. Randy Scruggs (*3.8.1953), Sohn von Bluegrass-Legende Earl Scruggs, verdiente sich erste eigene Meriten als Country-Gitarrist (u. a. für Johnny Cash, Wayon Jennings, Emmylou Harris), bildete sich dann zum Produzenten weiter und betreute im Studio Größen wie Alison Krauss oder John Prine. Er belieferte bis zu seinem Tod am 17.4. nach kurzer Krankheit außerdem zahlreiche Kollegen mit Songs. Robbee Mariano (*11.2.1971) war Gründungsmitglied und langjähriger Bassist der Söhne Mannheims (bis 2015). Auch Jan Delay, Cassandra Steen, Gregor Meyle oder Marianne Rosenberg nahmen seine Dienste in Anspruch, bis er am 19.4. verstarb, ohne dass etwas über die Ursache bekannt wurde. Alain Milhaud (*1930) stammte aus der Schweiz, war aber auch in Spanien als Produzent tätig und erfolgreich, u. a. mit Los Bravos und deren Hit "Black Is Black" sowie den Pop-Tops. Er war auch als Manager tätig und starb am 24.4. an einem Hirntumor. Holger Biege (*19.9.1952) war zu DDRZeiten als Komponist, Sänger, Pianist und Arrangeur tätig (zwei LPs). Nach einem Gastspiel blieb er 1983 mit seiner Familie in West-Berlin, arbeitete für diverse Verlage und machte ein Dutzend Alben. 2012 erlitt er einen Schlaganfall und musste eine geplante Tournee absagen. Er starb am 25.4.

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Charles Neville (*28.12.1938) tourte als Saxofonist mit Little Walter, Jimmy Reed, James Brown, B.B. King, Bobby Bland und Ray Charles, ehe er bei den Neville Bro­ thers mitmischte. Er verfasste das Musical „Shangri-La". Darmkrebs kostete ihn am 26.4. das Leben. Roy Young (*20.10.1934) profilierte sich bereits in den 50er Jahren in England als Rock’n’Roll-Sänger, aber auch als Keyboarder. Schon vor den Beatles war er 1961 in Hamburg im Top Ten live zu erleben, gab in den 60er Jahren ein Gastspiel bei Cliff Bennett & The Rebel Rousers, arbeitete mit Chuck Berry, David Bowie, war mit seiner Roy Young Band auch in den USA und Kanada unterwegs, ebenso mit der Hunter Ronson Band. Er verstummte am 27.4. auf ewig. Stu Boy King (*1954) spielte Schlagzeug bei der amerikanischen Punkcombo The Dictators. Bauchspeicheldrüsenkrebs kos­ tete ihn am 1.5. das Leben. John Jabo" Starks (*26.10.1938) prägte " gemeinsam mit Co-Drummer Clyde Stubblefield den Schlagzeug-Groove in der Band von James Brown ("Sex Machine"!) und entwickelte den Funk-Stil an diesem Instrument maßgeblich mit. Zuvor hatte er 1959 die Chance genutzt, die ihm Bobby „Blue" Bland in seiner Combo geboten hatte. Mit Clyde Stubblefield zählt er zu den von HipHoppern meistgesampelten Schlagzeugern. Er starb am 1. Mai. Josip Krolo (*4.1.1971), wohl besser bekannt als Gonzo, war ein schwäbischer Sänger, der auch im Dunstkreis der Söhne Mannheims und von Pur wirkte, hauptsächlich aber die Coverband Gonzo‘n‘Friends anführte. Am 3.5. erlag er einem Herzinfarkt. Abi Ofarim (*5.10.1937 als Abraham Reichstadt in Safed in Israel) begann früh zu tanzen, dann zu singen. Internationale Bekanntheit erlangte er in den 60er Jahren als Teil des Gesangsduos Esther & Abi Ofarim. Mit seiner damaligen Ehefrau sang er Welthits wie "Morning Of My Life" oder das von den Bee Gees geschriebene "Cinderella Rockafella". Ihren letzten gemeinsamen Auftritt hatten die beiden 1969, ein Jahr, bevor sie sich scheiden ließen. Nach der Trennung betätigte sich Ofarim als Solomusiker, avancierte in München zum erfolgreichen Produzenten. 1982 veröffentlichte er seine Biografie „Der Preis der wilden Jahre", in der er auch Probleme mit Drogenbesitz und seiner Verurteilung wegen Steuerhinterziehung thematisierte. 2010 folgte „Licht und Schatten". Sein letztes Album erschien 2009, der Vater der Musiker Gil und Tal Ofarim war in den ersten Jahren dieser Dekade auch eifrig live unterwegs und engagierte sich im sozialen Bereich. Im Januar 2017 wurde eine schwere Lungenentzündung diagnostiziert, später fiel er ins Koma und musste sich am Herzen operieren lassen. Am 4.5. wurde er von seinen Leiden erlöst.

© Pressefoto

Van McLain (*1955) war ab 1978 (mit Unterbrechungen) als Sänger und Gitarrist mit der kanadischen Rockband Shooting Star unterwegs. 2015 wurde festgestellt, dass er an dem im Westen äußerst seltenen West-Nil-Fieber erkrankt war, das Virus führte letztlich zu seinem Ableben am 2.3.

Phil Curtis (*31.3.1951), alias Phil Shutt, spielte Bass bei The Stormbeats, Bread, der Steve Gibbons Band, der 70er-JahreCombo Kingdom Come und ab 1974 lange für Kiki Dee. Er ging am 14.3. für immer.

nahmen seine Songs. Er verabschiedete sich am 3.4. in den Musikerhimmel.

© Pressefoto

Pete Boot (*30.9.1950) trommelte Mitte der 70er Jahre bei Budgie, später in weiteren eher unbekannt gebliebenen Bands. Er erlag am 27.2. seinem Parkinson-Leiden.

Steve Mandell arbeitete als Studiogitarrist (John Denver), tourte mit Judy Collins und zündete 1973 gemeinsam mit Banjospieler Eric Weissberg den Überraschungserfolg "Dueling Banjos" (#2), der auch in dem Film „Deliverance" zu hören war. Prostatakrebs kostete ihn am 14.3. im Alter von 76 Jahren das Leben.

© H. Ölschlegel

Klaasje van der Wal (*1.2.1949) war ab 1967 als Gitarrist und Bassist bei Shocking Blue ("Venus") und brachte 1974 seine eigene Combo Antilope an den Start. Die Nachricht von seinem Tod am 12.2. brauchte von den Niederlanden aus ein wenig länger, bis sie in Deutschland ankam.


JOE BONAMASSA THE GUITAR EVENT OF THE YEAR 2018

01.10. ROSTOCK STADTHALLE

02.10. OBERHAUSEN KÖNIG-PILSENER-ARENA

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06.10. WETZLAR RITTAL ARENA

08.10. NEU-ULM RATIOPHARM ARENA

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Am Anfang stand die Ochsentour ... Welches Foto man auch immer heranzieht, welches Konzert sich anschaut: Manfred­ Mann runzelt die Stirn. Das tut er schon ziemlich lange, häufig sogar in den 60er Jahren, als er in Großbritannien noch als Popmusiker unterwegs war. Vielleicht wollte sich der passionierte Jazzer damit damals eine Ernsthaftigkeit geben, die seiner Musik partout nicht zueigen war. Mittlerweile haben sich die Kerben in seine Stirn gegraben, dass er selbst dann noch mürrisch wirkt, wenn er innerlich Karneval feiert. Dabei kann der in Südafrika geborene Tastenmann durchaus entspannt durch den Alltag gehen und zuversichtlich in die Zukunft schauen – denn die aktuelle Inkarnation seiner Earth Band ist nicht nur ziemlich gut, sondern live auch wieder angesagt.

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enn Manfred Mann's Earth Band heute auf die Bühne geht, bekommt es der Konzertbesucher nicht etwa mit einer Gruppe zu tun, die von deren Namensgeber zur Altersversorgung mit xbeliebigen Neumusikern künstlich am Leben gehalten wird. So ernst Manns Miene, so ernsthaft hat er auch grundsätzlich seine Band betrieben, zu der neben ihm immer noch Gründungsmitglied Mick Rogers gehört. Der war zwar ab 1975 anderweitig beschäftigt, kehrte 1983 aber an die Seite seines einstigen Brötchengebers zurück. Dass Rogers in der Phase ohne die Earth Band zwei ambitionierte Alben mit Aviator (nicht zu verwechseln mit der gleichnamigen amerikanischen Melodic-Metal-Band

aus den 80er Jahren) veröffentlichte, ist bis heute eher eine Randnotiz. Wer diese Platten allerdings kennt oder gar in seinem Schrank zu stehen hat, darf sich glücklich schätzen. Das war definitiv Prog Rock von der allerbesten Sorte. Anspruchsvoll, aber nicht zu vertrackt. Eingängig und doch unverbraucht.

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it Robert Hart steht bei der Earth Band endlich wieder ein Typ am Mikrofon, der Rock'n'Roll dampft. Als Bad-Company-Sänger (1994-1998) brannte er sich in die Vita der Band vor allem auch deshalb ein, weil er stimmlich und in seiner Art zu singen sehr nah bei Originalvokalist Paul Rogers war. Aber auch seine Gesangsleistung auf dem einzigen Distance-Album UNDER THE ONE SKY (1989) nötigt Respekt ab. Manfred Mann's Earth Band heute (v.l.): Mick Rogers, Noch gibt es mit Hart außer der BallaRobert Hart, Manfred Mann, John Lingwood, Steve Kinch de "Stronger" nichts Neues. Es mehren sich aber unter den Fans Stimmen, die sich ein weiteres Studiowerk der Earth Band wünschen – und die mit dem Soloschaffen des kauzigen Bandleaders nur wenig anzufangen wissen. Denn dessen letzte Arbeit, LONE ARRANGER (2014), fand ob seines hypermodernen Sounds und der Hinwendung zu aktuellen Poptrends unter den Altfans nur wenige Freunde.

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eit nicht ganz zwei Jahren ist auch John Lingwood zurück, der von 1979 bis 1987 am Schlagzeug der Earth Band saß und nach heutigen Maßstäben so etwas wie den ursprünglichen Geist verkörpert. Wenngleich er nicht

Foto: © Frank Wesp

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Von Jens-Uwe Berndt

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ein Album der Hochphase der Band – die mindestens von 1976 bis 1979 für gut drei Alben anhielt – mit einspielte. Und selbst Steve Kinch am Bass ist langgedient, gehört er zu Manns Formation doch bereits seit 1991. Überdies hatte Kinch 1986 ein Intermezzo in der Earth Band und spielte mit ihr CRIMINAL TANGO ein.

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anfred Mann's Earth Band wurden trotz der überragenden Fähigkeiten ihrer Instrumentalisten stark von den jeweiligen Sängern geprägt: Mick Rogers steht für die Schufterei der ersten Jahre, Chris Thompson führte die Gruppe ab 1976 in den Club der Superstars, und Noel McCalla wurde in den Neunzigern zum Gesicht für eine Hinwendung zur Weltmusik.

Die Pop-Band Manfred Mann mit Sänger Mike d'Abo (2.v.r.)

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er Keyboarder tauchte erst einmal wieder in den Jazz ein. Er erinnerte sich seines Mitstreiters aus den Pre-Manfred-Mann-Tagen, Mike Hugg, mit dem er im Boom des British Blues Revival die Gruppe Mann-Hugg Blues Brothers betrieben hatte. Jetzt rekrutierte Mann seinen alten Kumpel – der übrigens ein ausgezeichneter Pianist und Schlagzeuger war – als Leadsänger für eine neue Band, die er Manfred Mann Chapter Three nannte. Und die spielte im weitesten Sinne Jazz Rock. Allerdings auf einer ziemlich psychedelischen Ebene. Dass dieses Projekt keinen Erfolg hatte, kann durchaus am Namen gelegen haben. Denn Manfred Manns Fanbasis stand auf simplen Pop. Und die, die sechs Jahre zuvor die Blues Brothers noch live erlebt hatten, waren längst in andere Bandlager gewechselt. Dafür war in der Zwischenzeit in der Rockmusik viel zu viel geschehen.

atürlich hätten Chapter Three weitaus mehr Aufmerksamkeit verdient, als ihnen zuteil wurde. Das beginnt damit, dass ganz im Gegensatz zu Manns bisheriger Vorgehensweise, als er sich mit seiner Popband fast ausschließlich Fremdkompositionen annahm, bei der Jazz-Rock-Formation die Songs mit nur wenigen Ausnahmen von Hugg und Mann geschrieben wurden – wobei Hugg die Nase vorn hatte. Auch überwog streckenweise (vor allem auf dem Debüt MANFRED MANN CHAPTER THREE, 1969) der Rockanteil. Hier wurde nicht Auf-Teufel-komm-raus die Jazzimprovisation zelebriert, sondern mit Grooves und spacigen Melodien für Atmosphäre gesorgt. VOLUME TWO, ein Jahr später erschienen, kam da weitaus experimentierfreudiger daher. Und so ist die 16-Minuten-Nummer "Happy Being Me" durchaus schwer durchzuhören, wenn man nicht unbedingt der Jazzpurist ist. Allerdings sollten gerade Earth-Band-Fans der ersten Stunde diese beiden LPs unbedingt mit in die Sammlung aufnehmen, verraten sie doch eine Menge darüber, wie Manfred Lubowitz tickt. Sie stellen nicht nur den „Missing Link" zwischen MIGHTY GARVEY! (1968) von Manfred Mann und MANFRED MANN'S EARTH BAND (1972) dar, sondern machen im Nachhinein verständlicher, warum sich der Künstler heutzutage auf seinen Solowerken in scheinbar artfremden Genres wohlfühlt.

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iese Fokussierung auf die Frontleute entwickelte sich schon zwischen 1963 und 1969, als der aus Johannesburg stammende Manfred Sepse Lubowitz eine Band namens Manfred Mann am Start hatte, mit der er den typischen 60s-Pop mitdefinierte. Bis in die erste Hälfte des Jahres 1967 war die kernige, leicht angeraute Stimme von Paul Jones das Markenzeichen vieler pfiffiger Nummern des britischen Quintetts. Evergreens wie "Pretty Flamingo" (1966) oder "Do Wah Diddy Diddy" (1964) dürfen heutzutage bei keiner Oldie-Fete fehlen. Mit "Ha! Ha! Said The Clown" (1967) begann die Mike-d'Abo-Ära, die um einiges verkitschter wirkte. Sicher lag das zum einen daran, dass die Band selbst Bob Dylans "Mighty Quinn" (1968) zu einer fröhlichen TrallallaWeise auf Kinderliedniveau drehte, zum anderen hatte das auch mit der etwas nuancenarmen Stimme d'Abos zu tun. Dass diese Art der Musik damals neben den immer stärker in den Fokus rückenden psychedelischen Progressive-Rock-Bands enorm angesagt war, zeigen die beiden anderen erfolgreichen Manfred-Mann-Single-Hits "My Name Is Jack" und "Fox On The Run" (beide 1968).

evor ich zur Popmusik kam, war ich im Jazz", erzählte Manfred Mann in einem Interview über die Transformation seiner Single-Truppe zur album„ schweren Manfred Mann's Earth Band. „1969 dachte ich, es wäre die richtige Zeit, um das bisherige aufzugeben. Ich beendete es, während wir immer noch erfolgreich waren. Wir hatten gerade eine Single in den Top Ten ( "Ragamuffin Man", Anm. d. Autors ), als ich beschloss, dass es genug war. Wenn du zu lange versuchst, auf Nummer sicher zu gehen, landest du irgendwann im Dreck. Und obwohl ich in allem, was ich tue, immer sehr umsichtig bin, ergriff ich spontan eine Chance. Und diese Entscheidung hat sich im Rückblick als richtig erwiesen." Allerdings fiel 1969 der Bruch zum Material von Manfred Mann weitaus radikaler aus, als es die Ausrichtung der Earth Band vermuten lässt. GoodTimes 3/2018

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ernstück dieser ersten LP des neuen Klangkörpers des produktiven Keyboarders ist das siebenminütige "Captain Bobby Stout", das ein Jahr zuvor von dem US-amerikanischen Jazzgitarristen Jerry Hahn auf seiner Platte THE JERRY HAHN BROTHERHOOD aufgenommen worden war. Bei Hahn irgendwie an Muddy Waters "Mannish Boy" mit psychedelischem Einschlag erinnernd, ist es bei der Earth Band ein monotoner Düsterrocker, der im Refrain etwas von Gospel hat, aber vor allem durch seine auf den Groove improvisierten Instrumentalreisen fasziniert. Und während "Captain Bobby Stout" den zu erwartenden Sound dieser neuen Band auf den Weg bringt, hängt der zugedröhnte Pop in Randy Newmans "Living Without You" noch den Manfred-Mann-Zeiten nach. In "Tribute" orgelt sich der Band-

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boss in e­inen an Iron Butterfly gemahnenden Improvisationsrausch. Die B-Seite startet aufreizend: Bob Dylans "Please Mr. Henry" und Dr. Johns "Jump Sturdy" sind zu einem heißen Gebräu aus Mamas & Papas und Allman ­B rothers Band verkocht. Und mit "Prayer" aus Manfred Manns Songküche werden sogar die Möglichkeiten des Hard Rock ausgelotet. Da wirken die beiden ruhigen Shantys "Part Time Man" und "I'm Up And I'm L­ eaving" wie drangehängte Füller.

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an muss nicht in einen Taumel verfallen, um MANFRED MANN'S EARTH BAND ins Herz zu schließen. Das Album klang besser und kompakter als die Beiträge zahlreicher Mitbewerber jener Epoche. Aber noch war die Zeit des Herrn Lubowitz, den alle für Manfred Mann hielten, nicht gekommen. Wie wenig sich der Südafrikaner selbst mit seinem Pseudonym identifizierte, offenbarte er in einigen der nicht gerade häufigen Interviews, die er gab. Viele davon sind schon deshalb so bemerkenswert, weil es dem Musiker gelang, sämtliche Antworten knapper als die jeweiligen Fragen zu halten. So sagte Lubowitz/ Mann zum Beispiel vor 15 Jahren in einem dieser kuriosen Dialoge mit einem russischen Magazin: „Da ist keine Person hinter Manfred Mann. Mein Name ist Lubowitz. Mann ist meine berufliche Identität, nichts davon hat mit mir zu tun."

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ass es 1972 ganz klar darum ging, die Popularität zu steigern – da machen Plattenfirmen schon ausreichend Druck – zeigt das Cover-Artwork der zweiten Earth-Band-LP, GLORIFIED MAGNIFIED: Der Plattentitel war klein Mick Rogers (r.) und Colin Pattenden in der ersten Hälfte der 70er Jahre

Zeichen oder Schriftzüge, die sich unter die Netzhäute der Fans brannten, kamen viel später als das der Earth Band: Aerosmith, Queen, AC/DC, Kiss …

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LORIFIED MAGNIFIED erlitt trotzdem ein ähnliches Schicksal wie sein Vorgänger: Es fand nur mäßiges Interesse. Dabei konnte einem angesichts des Feuers, das in der Musik brannte, der Stilvielfalt, des Ideenreichtums, der fast schon grenzenlosen Experimentierbereitschaft in einigen Momenten die Luft wegbleiben. Wer hätte es zum Beispiel für möglich gehalten, man könne Glam Rock und Jazz derart vereinen, dass daraus ein mitreißendes Klangfeuerwerk entsteht? Die Earth Band stieg damit mal eben in die LP ein: "Meat" donnert mit einem Schlagzeugrhythmus los, wie ihn Sweet in ähnlicher Form ein Jahr später für "Ballroom Blitz" verwandten. "Meat" ist Hard Rock, Bubble Gum und Jazz. Zwar zündet der Song sofort, kann aber tatsächlich erst nach mehrmaligem Hören vollständig erschlossen werden, passiert in den instrumentalen Teilen dieser Vier-Minuten-Nummer doch immens viel.

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ls Single versandete "Meat" aber ebenso wie die drei vorangegangenen Auskopplungen aus dem Debüt und das sich anschließende Bob-Dylan-Cover "It's All Over Now, Baby Blue". Dabei hatte Manfred Lubowitz mit Dylan-Songs bisher die allerbeste Erfahrung gemacht, waren doch einige der markantesten Singles seiner Popband Manfred Mann DylanKompositionen gewesen: "Just Like A Woman", "If You Gotta Go, Go Now", "Mighty Quinn". Also probierte er es auch mit der Earth Band: Erst mit "Please, Mrs. Henry", die zweite 45er der Band überhaupt, danach mit "… Baby Blue".

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in die rechte Ecke gedrückt, und auf einem weißen Untergrund prangte das neue Symbol der Band, das wie ein Firmenlogo wirkte. Damit gehört Manfred Mann's Earth Band zu den ersten Gruppen in der Rockgeschichte überhaupt, die ihren Namen visualisierten und diese Darstellung nicht mehr veränderten. Versuche dieser Art gab es zuvor bei anderen immer wieder, wurden aber nicht durchgehalten – oder tauchten in der Karriere nur sporadisch auf. So zum Beispiel das Marssymbol für das männliche Geschlecht im „o" von The Who. Überhaupt war bisher eher ausschließlich über die Schrift ein Wiedererkennungseffekt versucht worden. Aber auch da blieben die meisten Gruppen nicht beständig. Ein Jahr vor der Earth Band war allerdings mit der Rolling-Stones-Zunge das wohl berühmteste Bandlogo überhaupt in Erscheinung getreten. Andere bedeutende Seite

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ch war nie ein besonders guter Song„ schreiber, habe aber die Gabe, das Potenzial eines Songs zu erkennen", soll Manfred Mann mal in einem Interview gesagt haben. Über seine Fähigkeiten des Komponierens lässt sich sicher streiten, und nicht wenige Fans werden ihm diesbezüglich eine Krone aufsetzen, denn außergewöhnlich war das, was Mann sich erdachte, eigentlich immer. Aus Fremdarbeiten etwas herauszuholen, das die Erschaffer in ihren eigenen Kreationen nicht entdeckten, kann allerdings kaum jemand so vortrefflich wie Manfred Mann. Wenngleich das auf die Version von "It's All Over Now, Baby Blue" ausgerechnet nicht zutreffen mag. Womöglich war das aber 1972 auch gar nicht so sehr im Fokus des Bandchefs wie noch ein paar Jahre zuvor. Denn GLORIFIED MAGNIFIED wirkte noch stärker als das Earth-Band-Debüt wie die Suche nach einer eigenen Handschrift. Die kristallisierte sich mehr und mehr in wuchtigen Prog-Rock-Stücken vom Schlage "Look Around", "I'm Gonna Have You All" und "Glorified Magnified" heraus. Eine gewisse Nähe zu Deep Purple ist nicht zu leugnen, der Keyboarder Manfred Mann ging aber experimenteller und mit mehr Wagnis zu Werke als seinerzeit Jon Lord bei dem gerade in Stellung gebrachten Heavy-Rock-Kreuzer.

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ick Rogers, der sich auf GLORIFIED mit einigen wirklich sehr exaltierten Gitarrensolos hervortat (man höre "Look Around"), hatte der Band auf ihren ersten beiden LPs auch als Sänger seinen Stempel aufgedrückt. Rogers war nie der Mann schwindelerregender Höhen, herzzerreißender Schreie oder leidenschaftlicher Gluckser – mit einer Stimme, die sich auf einer Klangebene wie der eines Peter Gabriels befand, erledigte er aber immer noch einen mehr als soliden Job. Sein kantiges Organ passte ausgezeichnet zu den vor Kraft strotzenden Songs, die die Earth Band immer opulenter anlegte. Die A-Seite der dritten LP, MESSIN' (1973), ist hörbares Zeugnis für ein Musikerkollektiv, das seine Mitte gefunden hatte. "Messin'", "Buddah" und "Cloudy Eyes" klingen wie aus einem Guss: harter Progressive Rock mit ausufernden Instrumentalpasn

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sagen, die vor Ideen überkochen. Keine Sekunde geht die Spannung verloren, ob leicht angeschrägt und gnadenlos harmonisch.

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anfred Mann's Earth Band schuf mit MESSIN' ihre erste Platte, die in ihrer klanglichen Geschlossenheit den Werken von Pink Foyd nahekam, ohne dabei allerdings die forsche Härte einzubüßen. Mann etablierte hier seinen ihm eigenen Keyboardstil, der Sirenenlärm ebenso einschloss wie futuristische Sequenzen wie aus einem Sience-Fiction-Film (schaurig schön in dem Chain-Cover "Black And Blue"). Diesmal lag die Band mit ihrer Interpretation des DylanSongs "Get Your Rocks Off" obendrein goldrichtig – er erhielt nicht nur die in der Komposition des Folkbarden versteckte Melodie, sondern wurde durch eine Rhythmusänderung zur echten Dampframme.

produced by Michael Voss

HOLGGY BEGG AND THE PEARLS

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ass dieses meisterliche Werk an der Ladentheke erneut nur zurückhaltenden Absatz fand, ist ein Phänomen der Zeit. 1973 war ein Jahr, in dem Qualitätsalben zur Mindestanforderung gehörten. Led Zeppelin, Deep Purple, Queen, Styx, Status Quo, Atomic Rooster, Nazareth usw. – sie alle stellten Mörderveröffentlichungen in die Regale. Und da sind nur wenige Bands aus jenem

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Die erste Besetzung der Earth Band (v.l.): Chris Slade, Rogers, Mann und Pattenden

Dunstkreis genannt, in dem sich auch die Earth Band gerade bewegte. Also galt es, die Ochsentour zu fahren und sich den Arsch abzuspielen. Das tat das Quartett. Kurz vor den Aufnahmen zu MESSIN' war die Gruppe in den USA auf Konzertreise gewesen (inklusive Auftrittsabbruch am 24. Dezember in Miami wegen zu großer Lautstärke), um mit der Albumveröffentlichung im Juni 1973 erneut in die Staaten zu reisen. Ansonsten waren England, Skandinavien und Deutschland immer wieder angesteuerte Ziele.

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ive war Manfred Mann's Earth Band mittlerweile eine Macht. In dieser Zeit entwickelte sich der Bandkopf zu einem versonnenen Arbeiter hinter seiner Werkbank. Seine Disziplin war erstaunlich und übertrug sich auch auf den Rest der Truppe. Zu der gehörten seit Gründung neben Manfred Lubowitz immer noch Sänger und Gitarrist Rogers, Schlagzeuger Chris Slade (später AC/DC, Asia und bei der kurzlebigen Supergroup The Firm mit Jimmy Page und Paul Rogers) und Bassist Colin Pattenden – ein potentes Team. Und die Beständigkeit, die einige überragende Bandkompositionen gebar, trug mehr und mehr Früchte: War MESSIN' schon verneigenswert, legte die Earth Band mit dem Konzeptwerk SOLAR FIRE im ­November 1973 noch eine Schippe drauf.

single out on 18 | 05 | 1 Sun Up On L 8 ago

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en Anfang machte das bis dato stärkste Bob-Dylan-Cover überhaupt: "Father Of Day, Father Of Night". Auf zehn Minuten wird hier eine epische Großoffensive ausgebreitet, die sich wie das "Child In Time" oder "Stairway To Heaven" der Earth Band ausmacht. Mick Rogers singt gänsehäutend und soliert mit einer Intensität wie einst Eric Clapton in "While My Guitar Gently Weeps" von den Beatles. Choräle und symphonischer Bombast hieven das Werk GoodTimes 3/2018

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das zum Hard-Rocker umgemodelte Stück, das im Refrain geradezu brennt, in die Höhen des "Court Of The Crimson King" von King Crimson. Einziges an den Anfang der 75er LP NIGHTINGALES & BOMBERS – und hatte den perManko ist die Blende. Zum einen stört, dass sie ins zweite Rogers-Solo gezogen fekten Einstieg. Hier stimmte wirklich alles: wird und zum anderen – dass sie so früh kommt. Denn das Stück hätte locker Rogers Gesang, die weiblichen Backing Vodoppelt so lange dauern können. Die Gemeinschaftsarbeit "In The Beginning, cals, die riffenden Streicher im Refrain, schrille Darkness" ist ein durchaus starker Rocker, hat es unmittelbar nach "Father …" Synthiesounds, fette Gitarren und eine hinreiaber verdammt schwer. Erst das aberwitzige Instrumental "Pluto The Dog", in ßende Melodie. Die Zeit war reif für straighte dem sich Mann produzieren kann, löst die Spannung auf. Pink-Floyd-Vergleiche Headbanger. Allerdings war es für progressive wurden damals reichlich bemüht, die die Earth Band vor allem mit der B-Seite Flippereien auch noch nicht zu spät. Und so provozierte. Allerdings: Der Titelsong, "Saturn, Lord Of The Ring/Mercury, The hielten es Mann und Co. schon Winged Messenger" sowie die beiden Parts von "Earth, The Circle" waren zwar spacig angelegt, Manfred Mann's Earth Band- mit der zweiten Nummer, "Countdown", wieder mit wilden InstruJazzelemente fanden auch diesmal wieder ihren Discographie in GoodTimes Platz, zum Teil in höllischem Tempo. Edition Discographien Vol. 8+ 9 – mentalimprovisationen, die hier mindestens genauso ballerten, wie geradlinigen Mitwippen. In siehe Shop Seite 29 "Time Is Right" geht es die Band erneut kompakter an – bevor in ndlich stellten sich erste Verkaufserfolge ein, den Soloparts auf Anweisung alle auseinanderlaufen. Und es ist genau dieses die nicht zuletzt auf die intensiven Touren durch die Staaten zurückgeführt sechseinhalb Minuten lange Stück, das wunderbar demonstriert, wie unglaubwerden können. Jedenfalls knackte SOLAR FIRE in den USA die Top 100 (#96). lich Drums klingen können. "Crossfade" gab einmal mehr Manfred Mann jenen Auch in Kanada wurde diese Position erreicht. Hinzu kam ein Rang 9 in der Heimat mit der Single "Joybringer", ein Song, der auf dem Ein Bühnenarbeiter hinter seiner Werkbank: Originalalbum nicht enthalten war. Manfred Mann

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o andere Gruppen zu jener Zeit bei aller Musikalität immer wieder durch Skandale in die Schlagzeilen gerieten, sich ein abgehobenes Image gaben oder mit Tabubrüchen provozierten, blieben Mann, Rogers, Slade und Pattenden die pragmatischen Bühnenarbeiter. Vor allem in den USA und Kanada spielte das Quartett in jeder Halle, deren Veranstalter bereit war, es zu buchen. Das sorgte bei den Rockfans in Übersee für eine steigende Popularität, die aus SOLAR FIRE ausgekoppelten Singles blieben aber erneut liegen. Und das Rackern auf der Straße bremste die Band bei der Studio-Arbeit aus. LP Nummer fünf ließ fast ein Jahr auf sich warten und setzte zum ersten Mal die ansteigende Qualitätskurve nicht fort. THE GOOD EARTH war beileibe keine schlechte Platte, aber weder das Gary-Wright-Cover "Give Me The Good Earth" noch die Spectrum-Songs "Launching Place" und "I'll Be Gone" hatten das Kaliber des SOLAR FIRE-Materials. Das war umso problematischer, als dass die Earth Band mit dem Liedertrio die A-Seite der LP bestückte. Es ist gut möglich, dass fürs Songwriting einfach zu wenig Zeit war, allerdings galt Manfred Mann nicht erst seit jener Zeit als Kritikaster, was er in einem Gespräch mit dem „Melody Maker" 1974 bestätigte. „Ich habe viel zu viele Bands mit lausigen Schreibern gesehen, die alle ihre eigenen Songs machen wollten", sagte Mann. „Und eigentlich kann ja auch jeder einen Song schreiben: Du gehst über die Straße, summst eine Melodie und hast ein Lied." Deshalb sei er nahezu neurotisch, was Selbstkomponiertes beträfe. „Das erklärt irgendwie, warum die Earth Band offen ist für das Material anderer Songschreiber. Und wir werden das auch weiterhin sein."

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ronischerweise ist die B-Seite mit den Eigenkompositionen um Längen besser. Allein das jazzige Instrumental "Sky High" war damals den Kauf der Platte Wert. Und selbst wenn das als Single ausgekoppelte "Be Not Too Hard" manch einem zu nah am Manfred-Mann-Pop gelegen haben mag, hat das Stück Raffinessen – wie der abrupte Übergang vom Balladen-Singsang über eine CountryEinlassung zur Heavy-Gitarre, um danach sofort in die zarten Gesangsharmonien zu verfallen. Irre schön. "Earth Hymn" – unterteilt in zwei Parts am Anfang und Ende der Plattenseite – ist klassischer Earth-Band-Stoff. Und tatsächlich, den gab es mittlerweile wirklich. Die Band um Manfred Mann hatte sich einen Stil erarbeitet, den man als den der Briten identifizierte. Nur auf THE GOOD EARTH zu selten. Der Verkauf des Albums konnte auch mit dem Gimmick, sich für den Besitz eines Quadratmeters Erde in Llanerchyrfa in der Grafschaft Brecon in Wales registrieren zu lassen, nicht angekurbelt werden.

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chützenhilfe beim Weg zum Superstar-Status gab Bruce Springsteen. Oder besser ein Song seines Debüts GREETING FROM ASHBURY­PARK, N.J. (1973). Die Earth Band ­coverte den Swing "Spirits In The Night" und stellte Seite

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Raum, in dem er sein Spiel entfalten konnte. Ob man ihm nun etwas von Keith Emerson andichtete, ihm Nähe zu den Fertigkeiten eines Jon Lord zugestand oder Richard Wright entdecken wollte – alles griff zu kurz. Der Keyboarder war lange schon unverwechselbar – und trug den Sound von Manfred Mann's Earth Band. Nichts, was der Meister drückte, war halbgar. Die Ballade "Visionary Mountains", wieder eine Fremdkomposition, zeugt davon: Mit dem taumelnden Orgelklang legte Manfred Mann einen melancholischen Klangteppich, und der Synthesizer setzte Fixpunkte, die zu den aufregendsten Momenten des Songs gehören. Was übrigens die durchweg starke Leis­tung von Mick Rogers keineswegs schmälern soll. Der instrumentale Titelsong erzählt die Geschichte von den „Nachtigallen und Bombern" allein über die Dynamik der Musik. Der Halbrocker "Fat Nelly" schlägt sich beachtlich, bevor die LP mit dem Livestück "As Above So Below" einen Abschluss findet, wie er besser kaum hätte sein können, denn diese letzten vier Minuten gehören Manns einzigartigem Klangkosmos – und den 1942 von einem BBC-Tontechniker mitgeschnittenen Nachtigallen, über die Bomber der Royal Air Force hinwegfliegen.

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o gut ging es Manfred Mann's Earth Band noch nie. In aller Munde war die Gruppe des schrulligen Südafrikaners eh schon, jetzt schlug sich das aber auch in den Plattenläden nieder: In Deutschland kauften die neuen Fans die LP auf Platz 49 der Albumcharts. Und die Single-Auskopplung "Spirits In The Night" wurde ein Mini-Hit mit einer #64 in Kanada und #97 in den USA. Aber das alles war nur ein Sturm im Wasserglas gegen das, was sich ein Jahr später ereignen sollte.

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Mick Rogers Foto: © Jo Sudau

Den Beg riff " Prog Rock hasse ich"

Neben dem Namensgeber ist Mick Rogers als Gründungsmitglied immer noch Bestandteil von Manfred Mann's Earth Band. Die ersten sechs LPs der Gruppe prägte er nicht nur mit seinem ebenso einfallsreichen wie exaltierten Gitarrenspiel, sondern auch als Leadsänger. Zwischen 1975 und 1983 nahm er sich eine Auszeit, ist seitdem aber wieder eine feste Säule im Bandgefüge. Über eine neue LP, Stilbezeichnungen und sein Selbstverständnis sprach Jens-Uwe Berndt mit ihm. Mick, lass uns mit der Zukunft beginnen. Können die Fans mit einem neuen ­Studio-Album der Manfred Mann's Earth Band rechnen? Ja, wir arbeiten gerade an neuem Material, sind im Studio und haben einen Song aufgenommen, der auch als Single herauskommen könnte. Niemand weiß aber, wann das Album erscheinen soll. Es wird kein Schnellschuss. Die Aufnahmen sind ein langer Prozess. Gibt es nach all den Jahrzehnten überhaupt noch den künstlerisch motivierten Drang, Neues zu erschaffen? Absolut. Es geht hier ja um Musik. Wir hören nie auf, uns damit auseinanderzusetzen. Es beginnt schon bei der Show, in die wir immer wieder Neues integrieren. Wir bleiben nicht stehen. Hat die neue Platte deiner Meinung nach eine Chance auf kommerziellen Erfolg? Na klar. Deswegen machen wir das ja auch. Es ist viel härter geworden, Radio-Airplay zu bekommen – aber wir machen das vor allem für die Fans. Die hatten eine ganze Weile von uns nicht wirklich etwas Neues.

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Unsere aktuelle GoodTimes-Geschichte endet mit deinem Weggang von der Earth Band. Warum hast du die Gruppe damals verlassen? Ich wollte etwas anderes machen. Ich habe zum Beispiel mit Frank Zappa gespielt. Es war einfach nötig, aus der Band rauszugehen, ich ging für eine gewisse Zeit nach Amerika, dann für eine Weile nach Australien, wo ich Familie habe. Ich habe mit einigen großartigen Musikern zusammengearbeitet, habe Aviator gegründet. Aus dem System damals auszubrechen, war für mich eine gute Sache – du wirst einfach ein besserer Gitarrist durch so etwas. Es geht darum, mit vielen Leuten zusammenzuspielen. Allein in diesem Jahr habe ich zur Earth Band drei Projekte parallel laufen. Nachdem du 1983 zurückgekehrt bist, warst du nie mehr der alleinige Lead­ vokalist. Warum nicht? Wenn du Songs nimmst wie “Blinded By The Light” oder “Davy's On The Road Again”, passt das nicht zu den Sachen, die ich für gewöhnlich singe. Das war GoodTimes 3/2018

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das Problem, das Manfred hatte – er wollte Songs machen, die ich nicht singen konnte. Deswegen war es völlig normal, dass er sich immer wieder anderer Sänger bediente. Ich hoffe aber, dass ich auf der neuen Platte mehr singen werde. Obwohl sie musikalisch in die Zeit passten, waren die ersten sechs Alben nur mäßig erfolgreich. Woran hat das gelegen? Was denkst du? Mal abgesehen davon, dass wir mit “Joybringer” einen kleinen Hit hatten, fehlte uns eine Single wie “Blinded By The Light”, die uns einen internationalen Erfolg verschafft hätte. Trotzdem waren die ersten sechs Alben sehr gut, und sie werden heute noch von den Fans begeistert angenommen, besonders SOLAR FIRE und GOOD EARTH. Überhaupt sind die Fans immer am Ball geblieben. Sie stehen auch wieder total auf Vinyl. Bei den Konzerten kommen sie mit den alten Platten an und wollen darauf Autogramme haben. Das ist wirklich abgefahren. Im Vergleich zu Led Zeppelin, Kiss oder Queen war die Earth Band auffällig bodenständig. Sie hatte scheinbar kein Image, bestand eher aus Bühnenarbeitern. Da bin ich absolut deiner Meinung. Schaut man sich uns heutzutage an, dann haben wir immer noch diese ausverkauften Shows, machen großartige Bühnenarbeit. Aber es stimmt total – niemand weiß eigentlich, was das Image der Band ist. Es hätte echt besser gemacht werden können, aber das war ein Management-Ding. Wer hat euer Logo kreiert, und wer hatte die Idee dazu? Ich weiß nicht mehr, wer auf den Gedanken kam. Es war aber bestimmt niemand aus der Band. Es war wohl einer der Designer, die mit der Gestaltung des Covers für GLORIFIED ­MAGNIFIED zu tun hatten. Aber es ist ein tolles Logo, genau wie bei den Stones. Es sticht extrem heraus und eignet sich gut für ein Poster. Es gibt viele Stile, die mit der Earth Band in Verbindung gebracht werden: Prog Rock, Pop, Jazz Rock, Weltmusik, sogar Heavy Metal. Wo fühlst du dich selbst am wohlsten? Ich glaube, dass das, was wir tun, gemeinhin als Prog Rock angesehen wird. Aber ich hasse diese Bezeichnung. Wenn du heutzutage in eine unserer Shows gehst, wirst du sehen, dass ich zum Beispiel Countryzeug mache – puren Country. Es gibt einige Elemente, die neu sind für die Band. Es sind immer die anderen Leute, die einem den Stilstempel aufdrücken: Progressive Rock – was ist das überhaupt? Wir sind keine Band eines speziellen Stils – wir sind irgendwo in der Mitte. Ich bin aufgewachsen mit Jazz und Rockabilly, weil mein Vater ein Jazzdrummer war, mein Onkel Bassist in einer Rockabilly-Band. Darum ist das auch meine Lieblingsmusik. Ich mag aber auch Gitarristen wie Steve Vai, höre immer noch Eric Clapton, mit dem ich ein paar Gigs spielte. Das war großartig. Ich sauge immer noch Musik auf und höre mir jeden Tag etwas Neues an.

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ALBUM COVER ART GALERIE #14

Wunder- THE SMALL FACES tüt e n OGDENS' NUT GONE FLAKE

Mit dem rasanten Aufstieg der CD ab den 1980er Jahren drohte der guten alten Schallplatte das Aus. Doch Vinyl erlebt seit Jahren ein Revival. Viele Neuheiten sind auch als LP zu haben, ganz zu schweigen von einer Flut an Repros mit Oldie­ma­te­rial.­ Diese Entwicklung setzte nicht nur eine Debatte über die Sinnlichkeit analogen Musikhörens in Gang, der Blick fällt auch wieder auf die "Wunder­tüten", in denen die schwarzen Scheiben stecken: kunstvoll gestaltete, großformatige Albumhüllen. Ausgewählte Beispiele stellt diese Serie vor.

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pätestens mit SGT. PEPPER’S LONELY HEARTS CLUB BAND von den Beatles 1967 wurde die Ära des Albums eingeläutet. Die Sichtweise: „Weg von der reinen Fokussierung auf den Single-Markt, hin zur Etablierung des LP-Formats" regte die Welt von Pop und Rock ganz allgemein zu mündigerem Handeln an und die Musikschaffenden fortan zu noch kreativerem Output. In diese Reihe der mit großer Ambition eingespielten Titel gehört OGDENS' NUT GONE FLAKE, der Longplayer von The Small Faces, den Immediate vor 50 Jahren, am 24. Mai 1968, veröffentlichte. Bis dahin hatte die seit November 1965 aus Steve Marriott (1947–1991), Ronnie Lane (1946–1997), Kenney Jones (*1948) und Ian McLagan (1945–2014) bestehende Mod-Band aus dem Londoner East End vor allem mit ihren The Small Faces v.l.: Singles für Furore gesorgt. "Sha Kenney Jones, Ronnie La La La Lee" (1966), "My Mind’s Lane, Steve Marriott, Eye" (1966), "Here Come The Ian McLagan; Nice" (1967) und "Itchycoo Park" fotografiert von Gered (1967) belegten allesamt vordere Mankowitz (1968) Plätze in den UK-Charts; "All Or Nothing” war im September 1966 sogar eine Nummer 1. Dieser Trend setzte sich im Dezember 1967 mit dem Rhythm & Blues-Kracher "Tin Soldier" fort und erreichte im April 1968 mit "Lazy Sunday" einen vorläufigen Höhepunkt. Beide Songs entstanden während der ersten Sessions für OGDENS' und stammten – wenngleich unter dem Signum Marriott-Lane veröffentlicht – faktisch aus der Feder von Sänger, Leadgitarrist und Frontmann Steve Marriott. Der „kleine Zinnsoldat, der sich ins Feuer stürzen wollte" war eine verblümte Anmache der US-Sängerin Patricia Ann Cole (*1946), besser bekannt als P.P. Arnold, die diesen Titel ursprünglich aufnehmen sollte. Wohl weil er zu gut zum Weggeben war, entschieden sich die Small Faces letztlich aber dazu,

Von Horst Berner

den Song selbst einzuspielen. Kleiner Trost: Zumindest im Refrain von "Tin Soldier" ist die markante Stimme der Soul-Queen der Londoner Modscene zu hören. Und mit der Alternative "(If You Think You’re) Groovy" schrieben und produzierten Marriott-Lane der ebenfalls bei Andrew Loog Oldhams kurzlebigem britischen Plattenlabel Immediate unter Vertrag stehenden Künstlerin einen anderen grandiosen Song (Übrigens mit der von Mick Jagger produzierten B-Seite "Though It Hurts Me Badly"). Die im Londoner Regiolekt Cockney vorgetragene Posse vom Zwist des Sängers mit seinen Nachbarn an einem ansonsten eher relaxten Sonntagnachmittag wurde zwar ohne das Wissen der Band als Single heraus­ gebracht, sie geriet aber – mit dem rockigen "Rollin' Over" als B-Seite – zum Megahit. Sowohl im UK als auch in Deutschland stieg die lässige Music-­ Hall-Nummer, die Toningenieur Glyn Johns mit allerlei Meeresgeräuschen, Vogelgezwitscher und Kirchenglocken aufpeppte, auf Platz 2­ und hielt sich wochenlang in den Hitparaden. „Bravo" listete in seiner Rubrik „Die Schlager des Jahres 1968!" den Titel an fünfter Stelle – nach Tom Jones, Roy Black, Cliff Richard, den Bee Gees und noch vor den Rolling Stones und Beatles. Dagegen floppten The Small Faces regelmäßig in den USA, sie waren dort mit praktisch kaum einer ihrer Platten besonders erfolgreich. OGDENS' NUT GONE FLAKE gilt heute als ein Kult-Klassiker der Sixties. Prinzipiell wurde das Album aber schon bei Erscheinen als Meisterwerk der "All Or Nothing" und Band gefeiert, als eine in je- "Here Come The Nice", der Hinsicht runde Sache. Die dt. Singles von Decca und Columbia (1966/67) zwölf Songs, sechs auf jeder

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"Lazy Sunday" deutsche Single (1968)


Seite, bieten knapp 40 Ian McLagan, mit deMinuten auditive Exnen er die Kunstschule travaganz; der Stilmix in Twickenham besucht aus Psychedelic und und in der Band The Seite 1: Hard Rock, verziert mit Muleskinners gespielt­ 1. "Ogdens’ Nut Gone Flake" (2:26) Elementen aus Folk und hatte. Der Londoner 2. "Afterglow (Of Your Love)" (3:31) Novelty Song, besitzt Fotograf Gered Mankogewaltiges Antörnpo- 3. "Long Agos And Worlds Apart" (2:35) witz (*1946) – von ihm 4. "Rene" (4:29) tenzial. Feine Gitarrenist unter anderem das 5. "Song Of A Baker" (3:15) arbeit (mal akustisch, Cover­foto zu BETWEEN 6. "Lazy Sunday" (3:05) "(If You Think You're) mal elektrisch), wabern­ THE BUTTONS der RolGroovy", dt. Single (1967) de Bassläufe, effektling Stones –, schoss Seite 2: volles Hammondorgel-Spiel, treibende Drums und exmehrere Aufnahmen 7. "Happiness Stan" (2:35) pressive Vocals generieren den speziellen Sound, der die von The Small Faces, 8. "Rollin’ Over" (2:50) Small Faces einzigartig machte. Die eigentliche Besondie 1968 auch Teil der 9. "The Hungry Intruder" (2:15) derheit von OGDENS' ist jedoch, dass die Stücke auf Seite O r ig inal- O GDE NS'10. "The Journey" (4:12) 2 eine in sich geschlossene Erzählung bieten. Geschildert Pressemitteilung waren. 11. "Mad John" (2:48) wird das fantastische Märchen vom Wunderknaben Stan, Ein darin abgedruckter 12. "HappyDaysToyTown" (4:17) der mit Hilfe einer Fliege und eines weisen Mannes, Mad Werbetext für das AlTrack 1, 10: Steve Marriot, Ronnie Lane, John, die scheinbar verlorene Hälfte des Mondes sucht bum im Stil des „Lord’s Ian McLagan, Kenney Jones; Track 2, 4, 5, 6, und findet. Zwischen den einzel- 7, 8, 11: Marriott, Lane; Track 3: McLagan; Prayer" („Vaterunser") nen Titeln rezitiert der Komösorgte kurzzeitig für Track 9, 12: Marriott, Lane, McLagan Ausgeklapptes Cover diant Stanley Unwin (1911– Dispute, weil er als blas2002) das Geschehen in seiner Nonsenssprache („Are you all sitting comf­t ybold two-square on your botty? Then I'll begin …"), die in der Tradition von Lewis Carroll gesehen werden kann und es Psychedelic-Trip mit Fliege; Illustration als „Unwinese" in Großbritannien zu einiger Popularivon Pete Brown tät brachte. Der Abdruck der Texte hätte zwar sicher für ein besseres Verständnis gesorgt, die Vinylscheibe wurde aber auch ohne sie zum Bestseller. 19 Wochen, vom 15. Juni bis zum 19. Oktober 1968, hielt sie sich im UK in den Charts, davon sechs auf Nummer 1. Auch in Deutschland Presskit von 1968 notierte sie 16 Wochen in der Hitparade (Höchstposition: The Small Faces und P.P. Arnold performen "Tin Soldier" 6) – ein Beleg dafür, dass die Qualitäten vor allem phemisch bezeichnet wurde. Unter anderem hieß Stanley Unwin in der Musik lagen. Und dennoch: erstaunlich, dass es da: „Lead us in the record stores and deliver die Lyrics bis heute keiner der unzähligen, oft in us OGDENS' NUT GONE limitierter Kleinstauflage produzierten LP- oder FLAKE, for nice is the CD-Neuausgaben von OGDENS' beigelegt wurden. music, the sleeve and the story for ever and Letztlich ist das aber ever, Immediate" („Fühein Jammern auf re uns in die Schallplathohem Niveau, tenläden und gib uns denn gerade in OGDENS' NUT GONE Sachen Gestaltung geriet OGDENS' NUT GONE FLAKE, denn herrlich ist Boxset (2018) FLAKE mit der Idee der Darstellung einer Tabakdie Musik, die Plattenhülle und die Geschichte Frühe Werbung dose zu einer der ausgefallensten Schallplattenhülin Ewigkeit, Immediate"). Mit diesem absurden der Firma Ogden's len aller Zeiten. Dass die Humor konnten die „Happy Boys" aber allemal LP nicht wie üblich in leben, genauso wie sie sich eine quadratische, sonauf dem Frontcover mit den dern in eine runde Hülle Karikaturen auf vier Medailgesteckt wurde, ist die len als Ehrendiplom-Träger konsequente Umsetzung selbst verspotteten. Weitaus der im Titel gelieferten dramatischer war, dass dieAnspielung auf den „Nut ser M ­ eilenstein der britischen Brown Flake" aus der Popmusik zu ihrer letzten ehemaligen Liverpooler OGDENS'-CD-Ausgaben bei Castle (UK, Kenney, Steve, Ian und Ronnie alias The großen gemeinsamen AufTabakfabrik Ogden’s (Bei Blechdose, 1989), Sony (USA, 1991) und Phantom Sheet Whistler, George The Clea- nahme werden sollte. FruThe Small Faces finden Sanctuary (UK, 3-CD-Deluxe, 2012) ner XVIII, Maximilian III und Leafy Lane striert von den begrenzten sich beide Schreibweisen: Ogdens' auf dem Cover, Ogden’s auf dem Label). Möglichkeiten, die Songs von OGDENS' live auf die Bühne zu bringen, und Wobei „die kleinen Gesichter (Typen)" diesen Flake für ihre Joints benutzten, unzufrieden über das als trivial erachtete Pop-Image, das der Riesenerfolg mit um sich die „Birne zuzuknallen" („Nut Gone"). Ronnie Lane wird im Booklet zur sich brachte, warf der impulsive Steve Marriott an Silvester 1968, während eines CD NICE (2000) zum Titel des Albums wie folgt zitiert: „Der rührt daher, dass Konzerts in Nord-Londons Alexandra Palace, bei der Aufführung von "Lazy wir darüber nachdachten, wie es wäre, wenn Marihuana legal wäre. Wie würden Sunday" die Gitarre in die Ecke. Die Small Faces waren nach nur vier regulär wir dann das Album nennen?" Das Artwork des aufwendigen, mehrmals ausproduzierten LPs Geschichte, doch es begann das Abenteuer für zwei großarklappbaren Covers fertigten Nick Tweddell und Pete Brown, zwei Kumpels von tige neue Bands: Humble Pie und The Faces.

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MIKE OLDFIELDS TUBULAR BELLS

Von Ralf G. Poppe

Foto: © Hartmut Hennig

Bevor die Glocken röhrten – wie alles begann

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UBULAR BELLS, ein instrumentales Konzeptalbum mit wechselnden Taktarten, machte sowohl Mike Oldfield als auch Virgin bzw. dessen Besitzer Richard Branson 1973 quasi über Nacht berühmt. Die Langspielplatte verkaufte sich so schnell, dass die neue Plattenfirma aus London gar nicht mit dem Pressen der Vinylscheiben hinterherkam. Das „Glockengeläut" hielt sich 247 Wochen in den britischen Charts, und es hat sich bis heute über 13 Millionen Mal verkauft. In den USA wurde das Werk unter anderem auch deshalb bekannt, weil eine kurze Sequenz daraus im Horrorfilm „Der Exorzist" zu hören ist. Oldfield startete damit eine phänomenale Karriere, Virgin prägte später weitere Genres mit epochalen Werken, wie etwa den Punk mit NEVER MIND THE BOLLOCKS, HERE'S THE SEX ­PISTOLS. Einen Teil ihrer Wurzeln hat die Erfolgs- Altes Schulgebäude in Wümme geschichte allerdings in dem kleinen deutschen Örtchen Wümme, das in unmittelbarer Nähe von Scheeßel liegt – dem Heide-Ort, in dem seit 1997 das bekannte Hurricane-Festival stattfindet. Dort hatte 1970 die junge deutsche KrautrockBand Faust von der Plattenfirma Polydor ein ehemaliges Schulgebäude inklusive Studio-Ausrüstung gestellt bekommen, um die ersten beiden Faust-Alben für das Label einzuspielen. Denn die Deutsche Grammophon Gesellschaft, zu der Polydor gehörte, hatte die nicht ganz neue (amerikanische) Idee, ein paar Leute Seite

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zusammen mit Musikinstrumenten irgendwo „einzusperren", um zu hören, was dabei herauskommt. Die neue Band war entstanden, nachdem die Mitglieder der Formationen Campylognatus Citelli (Irmler, Meifert, Diermaier) und Nukleus (Péron, Sosna, Wüsthoff) 1970 in Hamburg zusammengefunden hatten. Eine erste gecastete Band sozusagen (Virgin trieb ein solches Unterfangen übrigens auch in den 1990er Jahren mit den Spice Girls weltweit auf die Spitze ... der Hitlisten). Kopf und Namensrechte-Inhaber von Faust war/ist Hans Joachim Irmler (*1950). Er betreibt heute in seiner Heimatstadt Scheer (Baden-Württemberg) erfolgreich das Faust-Musikstudio, zu dem ein Label mit dem wohlklingenden Namen Klangbad gehört. Nebenher etablierte er (ebenfalls in Scheer) das renommierte Klangbad-Musik-Festival. Aktuell sorgt er in den Feuilletons zusammen mit Friedrich Oesterhelt und dem von ihm produzierten Album DIE GESÄNGE DES MALDOROR für Furore. Irmler: „Damals taten sich in Hamburg zwei Bands zusammen. Aus dieser Formation wurde Faust. Unser Ziel war es, eine neue Musikrichtung zu begründen, die sich in Wort und Musik am ehesten mit dem Dadaismus vergleichen lässt. Um das umzusetzen, beschlossen wir, der Stadt mit ihren vielen Ablenkungen den Rücken zu kehren. Wir fanden in der alten Schule in Wümme die passende Bleibe für alle. Die Räumlichkeiten in dem ehemaligen Schulgebäude dort ermöglich­ ten uns, ein Studio einzurichten. Das der Ausgangspunkt für die neue Musik wurde. Mein persönliches Bestreben war es, mit Hilfe dieses Studios Musikversatzstücke so zu kombinieren, dass sich durch die Summe der einzelnen Teile ein neues Musikstück ergibt." Ähnliche Gedanken dürften Oldfield später im Manor Studio umgetrieben haben, um dort (s) eine neue Musik zu entwickeln. Foto: © Ralf G. Poppe

Am 25. Mai jährt(e) sich zum 45. Mal die Erstveröffentlichung von Mike Oldfields TUBULAR BELLS. Dieses Album war nicht nur bahnbrechend, weil der zur Zeit der Aufnahme erst 19-jährige Musiker eigenhändig in vielschichtiger Weise 20 Instrumente auf mehreren Tonspuren aufnahm, sondern die "Röhrenglocken" leiteten als erste Veröffentlichung gleichzeitig die große Ära von Richard Bransons neuem Label Virgin Records ein. Relativ unbekannt ist hingegen, dass der erste "Glockenschlag" von der deutschen Band Faust ausgelöst wurde!

Denn ungefähr zu der Zeit, als die ersten Faust-Produktionen liefen, begann in Oxford Bransons Geschäftspartner Tom Newman damit, das besagte Man

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nor Studio aufzubauen. The Manor war bis 1995 ein Tonstudio auf dem Areal des Manor House in Shipton-on-Cherwell in Oxfordshire, nördlich von Oxford gelegen. Es war nicht nur das erste Studio-Wohnatelier in Großbritannien, sondern technisch zudem überdurchschnittlich gut ausgestattet. Das Manor House gehörte ebenfalls Richard Branson. Branson betrieb damals mit Nik Powell einen kleinen Plattenladen in Londons Notting Hill Gate, den sie Virgin Records And Tapes nannten. Dieser Shop war spezialisiert auf Krautrock-Importe aus Deutschland. Für die Kunden gab es vegetarische Speisen, während sie den importierten Klängen lauschten. Folglich war es keine Überraschung, dass Branson, Powell und Newman zusammen (mit Simon Draper) als Gründerväter des 1972 gegründeten Schallplattenunternehmens namens Virgin Records gelten.

­ ewman dem jungen Oldfield vorab zu, ihn in den Leerlaufzeiten des Studios zu N produzieren. Maggie Watts Freund Mike Oldfield wohnte derweil noch in einem Bauwagen und wurde von Branson an der kurzen Leine gehalten. Angeblich erhielt Oldfield seinerzeit fünf Pfund pro Woche für den Lebensunterhalt ... Und dann nahm die Erfolgsgeschichte ihren Lauf: Die deutsche Formation Faust erlangte in England Superstar-Status und war häufig on tour. Irmler bestätigt im Interview, dass die erste Veröffentlichung des neuen Virgin-Labels eigentlich ein Produkt von Faust hätte sein sollen. „Doch wir waren viel unterwegs, ‚schlurrten' herum mit der Fertigstellung unserer Musik, spielten Festivals in England und in Paris. Als wir von unserer Tour zurückkamen, war das

Foto: © Hartmut Hennig

Foto: © Virgin Pressefoto

Irmlers Faust brachte Oldfields Hände zum Spielen.

Irmler (ganz links) und Faust in England

Foto: © Ralf G. Poppe

Foto: © Ralf G. Poppe

In Wümme hatten die Krautrocker von Faust mittlerweile nicht zuletzt auf Basis Studio/Haus voll mit Oldfields Musikern. Sie probten bereits für eine eigene von Irmlers Philosophie die Alben FAUST (1971) und SO FAR (1972) produziert. Tournee. Faust waren zu langsam gewesen ..." So wurden also die TUBULAR Der Plattendeal lief dann aus, Hans Joachim Irmler (r.) im Gespräch mit Ralf G. Poppe BELLS des Multi-Instrumentalisten Oldfield die erste Veröffent­ und die Musiker überlegten, was lichung von V ­ irgin. zu tun war. Da die Band in England eine größere Fanbase beWenig später erschienen THE FAUST TAPES. Dieses Album versaß als in der Heimat, kam man kaufte sich in Großbritannien sehr gut. Der Grund dafür war jeüberein, in London ein Showcase doch nicht ausschließlich die Qualität dieser neuen Musik. Virgin zu organisieren, zu dem man verkaufte die Platte für 49 Pence – was dem Preis einer 7"-Single diverse A&Rs der englischen entsprach und somit ein genialer Marketingstreich war. Faust erLabels einlud. Irmler berichtet reichte mit diesem dritten Album Platz 12 in den UK-Albumcharts. auf Nachfrage rückblickend vom Die Virgin-VÖ von FAUST IV erfolgte ebenfalls noch 1973. Und im Interesse der englischen Polydorfolgenden Jahr schaffte das Label mit PHAEDRA von Tangerine Vertretung, Faust in England zu Dream einen weiteren Top-20-Erfolg mit Sounds einer experimensignen. Doch den Zuschlag betellen deutschen Formation. Mike Oldfield hingegen spielte für Virkam letztendlich das neue Label gin noch diverse weitere Megaseller ein, bevor er 1992 bei Warner von Richard Branson. Eben weil dieser den Faust-Musikern Arbeitsmöglicheinen Vertrag unterschrieb. keiten zusagte, wie diese sie bislang in Wümme zu schätzen gewusst hatten. In der Folgezeit wechselte er mehrmals seine Plattenfirma. 2017 erschien das 26. Irmler: „Wir suchten nach Ablauf des deutschen Deals eine ähnliche Möglichkeit, Studio-Album RETURN TO OMMADAWN, das wie der Vorgänger MAN ON THE um weiterzuarbeiten. Richard Branson, der gerade im Hans Joachim Irmler mit ROCKS aus dem Jahre 2014 den dritten Platz in den Begriff war, Virgin Records zu gründen, bot uns die seinem neuen Album deutschen Albumcharts erreichte. Beide Alben belegten DIE GESÄNGE DES MALDOROR zudem nicht nur in Großbritannien Top-Positionen in gleichen Bedingungen an, wie wir sie in Wümme hatten. Also eine Wohnung auf dem Lande und ein Studen Hitlisten, sondern dokumentierten auch Oldfields dio in der Nähe von Oxford. Da der größte Zuspruch Rückkehr zu Virgin. Branson hatte die Firma allerdings für unsere Musik eh aus England kam, fiel es uns nicht bereits 1992 an die EMI verkauft, die wiederum später schwer, dorthin auf die Insel zu ziehen. In dieser Zeit von Universal aufgesogen wurde. Zum Universal-Kontourten wir zweimal durch England, lernten viele Kolzern gehört mittlerweile auch das Polydor-Label. Der legen kennen. Mike Oldfield war damals ein Freund unKreis schließt sich. serer Tontechnikerin Maggie Watts. Maggie hatte nicht nur eine sehr ausgeprägte soziale Ader, sondern sie ist Zum Abschluss noch eine kleine Anekdote Irmlers aus mit uns zum Beispiel auch in Japan auf Tour gewesen. der „Gründerzeit": „Ich erinnere mich noch gut an eine Mike dagegen wirkte damals relativ ‚verspult'. Es kam Party im Manor House, als wir unsere TAPES beendet dann die Frage auf, ob Mike nicht im Manor Studio aufnehmen könne, wenn wir hatten. Die Dame, die den Kaffee für uns kochte, hieß ebenfalls Maggie. Sie war nicht da wären. Wir sagten: ‚Wenn der Tontechniker Zeit hat, warum nicht?' Also mit dem Koch des Studios befreundet. Als von beiden am Abend aufgetischt haben wir Mike das Manor Studio in Shipton-on-Cherwell in unseren aufnahwurde, krabbelte Oldfield unter die Tische und biss Teilnehmern der Feier ins mefreien Zeiten zur Verfügung gestellt." Laut Internetquellen sagte auch Tom Bein, um für etwas Action zu sorgen. Es wurde ein netter Abend ..." GoodTimes 3/2018

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