Pete Townshend • Rolling Stones • John Fogerty • Rattles • Eric Clapton • Allan Clarke • Peter Gabriel • Chicago
uber 200 CD/LP-
2500 Konzert-Termine uber
Kritiken
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• Schweiz CHF 12,00 • A • L • NL • I • B: € 7,50 •
1/2020 (Nr. 164) • Februar/März • www.goodtimes-magazin.de
1970
Als Die Zeiten Harter Wurden
Poster D e e p P u r p le B la c k S a b b a t h
Beggars Opera • Tino Eisbrenner • Marla Glen
NEW
COUNTRY
Simple Minds • Russ Ballard • Magnum • Saga
EDITORIAL
IMPRESSUM Anschrift:
wird in uber 30 Ländern der Welt gelesen!
NikMa Verlag Fabian Leibfried Eberdinger Straße 37 71665 Vaihingen/Enz Tel.: 07042/ 37660-160 Fax: 07042/37660-188 E-Mail: goodtimes@nikma.de www.goodtimes-magazin.de www.facebook.com/goodtimesmagazin www.instagram.com/goodtimes_magazin Herausgeber und Chefredakteur: Fabian Leibfried (fl)
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Februar/März 2020
G
eschichte wiederholt sich manchmal eben doch, wenn auch in leicht abgewandelter Form: Früher war es üblich, dass Plattenlabels mehrere Singles herausbrachten, um den Markt zu testen. Liefen die 45er einigermaßen, dann gab es gewissermaßen zur Belohnung einen Albumdeal, durfte die Band oder der/die Solokünstler(in) ins Studio, um eine LP aufzunehmen. Und bis in die 80er Jahre hinein war es so, dass Plattenfirmen Künstler über mehrere Alben hinweg entwickelten und aufbauten. An dieser Praxis hat sich in den letzten Jahrzehnten jedoch einiges geändert. Aufbauarbeit war vor allem bei den großen Unternehmen kaum mehr gefragt, der schnelle Erfolg in Form rasch verdienter Dollars (oder Euros) stand im Zentrum. Es waren in erster Linie von Liebhabern betriebene Indie-Labels, die Künstlern noch die Chance gaben, sich zu entwickeln. Doch in einer immer schnelllebigeren Zeit ist mancherorts ein gewisser Prozess des Umdenkens zu beobachten. Wozu nicht zuletzt auch die sozialen Medien beitragen. Der eine oder andere sogenannte Major erinnert sich zwischenzeitlich an das alte System und passt es den heutigen Gegebenheiten an: Künstler bekommen Geld dafür, ihre Songs mit einem Video anzureichern. Über mehrere Monate hinweg können die meist jungen Acts ihre Lieder auf einem der gängigen Kanäle präsentieren, dann wird Bilanz gezogen, was sich getan hat. Anschließend geht der Daumen rauf oder runter, entscheidet die Firma, ob sie in den Act investiert oder die bisherige Investition als Verlust abschreibt. Wir werden dieses Phänomen weiter beobachten ... Noch zwei Informationen in eigener Sache: GoodTimes wie auch sein Schwesterblatt kult! präsentieren sich mit neuen Online-Auftritten auf Facebook, Instagram und Homepage. Unerfreulich, aber unvermeidlich ist schließlich angesichts der Kostenentwicklung, dass wir erstmals seit acht (!) Jahren den Preis für GoodTimes von 6,50 auf 6,90 Euro erhöhen müssen. Was allerdings nicht einmal die Inflationsrate in diesem Zeitraum abdeckt. Ich hoffe, Sie halten uns dennoch weiter die Treue und finden beim Schmökern in dieser Ausgabe wieder reichlich interessanten Lesestoff.
Fabian Leibfried Herausgeber/Chefredakteur
GoodTimes 1/2020
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Music from the 60s to the 80s
n
Seite
3
INHALT
1970
mit
P o s te r D e e p P u r p le th B la c k S a b b a
Foto:Plitz, © NikMa
Verlag
Als Die Zeiten Harter Wurden
Foto: © Bubi
Heilemann
12 Titelstory
stories 12
1970
40
Als die Zeiten härter wurden
18
Chicago: CHICAGO
42
Album Cover Art Galerie #23
20
John Fogerty
44
Eric Clapton
46
DeWolff
48
Immer was zu tun
24
Rattles
54
60 Jahre Karriere als Achterbahnfahrt
26
Richard Marx
56
Optimistischer Neustart
26
Peter Gabriel
61
38
Russ Ballard
62
Pete Townshend (The Who)
64
Alles für Roger!" "
Rockpalast
"
Live At Rockpalast" Forever!
Allan Clarke
Wiederaufstieg" nach 20 Jahren! "
Rock Meets Classic Heini Altbart
Tino Eisbrenner Tear Gas Voll ätzend, oder was?
Marla Glen
65
Magnum Für immer heavy!
Saga
66
Daddy on the road again
39
New Country" im Blick
Als Teenie-Star schon unbequem
So brutal wie zärtlich
38
"
Musik ist stärker als der Tod
Variation und Summe
28
Country
Auch 2020 volle Kraft voraus
Der Mann mit den (allzu) vielen Talenten
27
Beggars Opera Klassik-Prog-Eleganz mit Vokal-Verve
Zum 75. Geburtstag
23
John Lee Hooker Jr. Blues-Porträt #62
Früchte des Zorns
22
Rolling Stones Hinter dem Eisernen Vorhang
Herrscher der Unterwelt Auf Teufel komm raus
Simple Minds
114
Runde Geburtstage
Gianna Nannini – Howard Jones – Samantha Fish … zuguterletzt
Die nächste Seite
4
n
erscheint am 20. März 2020
GoodTimes 1/2020
n
Music from the 60s to the 80s
Ausgabe Nr. 164, Februar/März 2020
28 Pete Townshend (The Who)
22 John Fogerty
24 Rattles
40 Rolling Stones
rubriken
features
3 4 6 10 30 32 34 36 37 1970 – als die Zeiten härter wurden In der Rockmusik herrschte seit dem Hüftschwung von Elvis Presley das Schneller, höher, weiter"-Prinzip. Was " heute noch als das Lauteste, Schnellste oder Extremste galt, war morgen schon Schnee von gestern. Die Suche der Musiker nach neuen musikalischen Ausdrucksformen spielte dabei ebenso eine Rolle wie die Entwicklung der Technik – angefangen bei den Instrumenten über die Effektgeräte bis hin zu den PA-Systemen (Public Address System). Neue Grenzen wurden ausgelotet – und wenn sie erreicht waren, überschritten ... weiter Seite 12
NEW
COUNTRY New Country" im Blick "
Country Music wurde in der Vergangenheit meist mit Namen wie Johnny Cash oder Truck Stop verbunden. Oder Garth Brooks & Co., die in den 90er Jahren mit mehr oder weniger Erfolg versuchten, diese uramerikanische Stilrichtung auch in Deutschland zu etablieren. Insgesamt führte Country hier ein Schattendasein. Das hat sich geändert. ... weiter Seite 60 ... weiter Seite 46
50 52 53 55 68 70 72 95 96 98
102 104 112 113
Impressum/Editorial Inhalt Aktuelles – Neues aus der Szene Verstorbene Shop Abo-Bestellschein Kleinanzeigen GoodTimes-Tipp: Marcus King GoodTimes-Newcomer: Arkansas Dave • Blackbird & Crow Charts 1965 Was macht eigentlich …? Caro Josée History Pics Leserbriefe Runde Geburtstage Gedenktage CD/Vinyl-Rezensionen DVD/Blu-ray-Rezensionen Buch-Rezensionen Konzertberichte: Mandoki Soulmates • Greta van Fleet • OMD • Night Of The Proms • Music & Stories Tourneen/Festivals/Musicals Konzertkalender Kreuzworträtsel + Verlosung Kreuzverhör Joyce " Baby Jean" Kennedy (Mother's Finest)
GoodTimes 1/2020
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Music from the 60s to the 80s
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www.heini-altbart.at
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NEWS
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19 Jahre nach Veröffentlichung ihres letzten Albums PLAN B bringen Huey Lewis & The News mit WEATHER am 14.2. ein neues Werk heraus. Allerdings sind darauf nur sieben Songs zu hören, die die Gruppe bereits aufgenommen hatte, als Bandleader Lewis mit der Diagnose Ménière Krankheit konfrontiert wurde. Dabei handelt es sich um eine Erkrankung, die neben Schwindel und Tinnitus auch zu Hörverlust führen kann. „Man muss immer das Positive sehen und kreativ bleiben", kommentierte Lewis die Schockmeldung „Selbst wenn ich nie wieder singen sollte – es könnte schlimmer sein! Ich bin vielleicht taub, aber nicht tot." Neben sechs Eigenbauten enthält WEATHER auch eine Neufassung von Eugene Churchs Soulklassiker "Pretty Girls Everywhere". Lewis selbst sagte zu dem Album, es sei eine der besten Arbeiten, die die Band während ihrer jahrzehntelangen Karriere abgeliefert habe. Das auch, weil sie die neuen Songs mehrere Jahre auf Tour getestet habe+++
tem auseinander, ist auf der Suche nach Lösungen zur Bewältigung der weltweit aktuellen wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Krisen. Zu den Aufnahmen schauten auch einige Freunde vorbei, wie Stefan Koglek (Colour Haze), KG West alias KG Westman sowie Zubaida Solid und Schwedens Bluesstar Lisa Lystam, die sich beide Gesangsparts teilen. Musikalisch soll sich das Ganze im bekannten SienaRoot-Kosmos aus Heavy Blues, Psychedelic, Space und Progressive Rock bewegen. Im März/April sind Siena Root dann wieder in Deutschland unterwegs+++
Bernie Marsden (g/Babe Ruth, UFO Whitesnake), Don Airey (keys/Deep Purple, Rainbow), Pete York (dr/Spencer Davis Group), Jennifer Batten (g/Michael Jackson, Jeff Beck), Andreas Kümmert (voc) und YouTube-Star Alexandr Misko werden bei der diesjährigen „Ultimate Jam" während der Frankfurter Musikmesse auf der Bühne stehen. Zusammengestellt hat die Truppe als Musikalischer Leiter Gitarrist Siggi Schwarz, dessen Band auch das Backing für die internationale Allstar-Truppe liefert. Die Show findet am 1. April auf dem Dach der Festival Arena der Musikmesse statt, die in diesem Jahr ihren 40. Geburtstag feiert, am 31. März beginnt und fünf Tage dauert+++
Na ja, damit war ja fast zu rechnen gewesen angesichts der Erfolge, die UFO mit ihrer „Last Orders Tour" im vergangenen Jahr gefeiert hatten. Und die Shows haben Sänger Phil Mogg dem Vernehmen nach so viel Spaß gemacht, dass er einer 2020er Verlängerung der recht lukrativen Konzertreise durch die Welt zustimmte. Dabei kommen die britischen Veteranen auch nochmals nach Deutschland: Ab dem 26.6. werden sie weitere elf Shows auf hiesigen Bühnen abliefern – und zusätzliche Termine sollen in Planung sein+++
Zwei Deutschland-Konzerte hat Hans Theessink, der aus den Niederlanden stammende und seit langem in Wien lebende Euro-„Blueser" für 2020 angekündigt: in Hamburg (10.3.) und Rödermark (3.5.). Zwischendurch wird er seinen längst zur Tradition gewordenen „Birthday Bash" spielen (3. und 4. April im Wiener Metropol). Mit dabei sein werden diesmal Eric Bibb, The Valentinos (Meena Cryle, Chris Fillmore, Roland & Brigitte Guggenbichler), Brooks Williams, Christian Dozzler, Insingizi, Bernhard Rabitsch, Herbert Graf und Herbert Novacek+++
Auf Ende März ist die Veröffentlichung des neuen Albums von Matthews Southern Comfort verschoben worden. Es wird den Titel THE NEW MINE tragen und zu Ehren von Joni Mitchell mit einer Coverversion ihres Songs "Ethiopia" von 1985 eröffnet. Wie schon beim Vorgänger LIKE A RADIO vereint das neue Werk britischen Folk Rock der alten Schule mit zeitgemäßen Americana-Klängen. 2020 gehen Iain Matthews und Southern Comfort auf ausgedehnte Deutschland-Tournee. Auch das UK steht auf dem Spielplan, so bei Fairport Conventions Cropredy-Festival (15.8.). Dort werden auch Richard Thompson, Clannad, Steve Hackett, Martin Joseph, Trevor Horn, Richard Digance und viele andere zu erleben sein+++
THE SECRET OF OUR TIME wird das neue, dann achte Album von Siena Root heißen und am 10.3. erscheinen. Es handelt sich um ein Konzeptalbum, inhaltlich setzt sich die Truppe zeitgemäß mit der Rolle der Menschheit im gegenwärtigen ÖkosysAnzeige
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Anfang April meldet sich der britische Singer/ Songwriter und Ausnahmesänger (Andrew) Roachford mit seinem neuen Longplayer TWICE IN A LIFETIME zurück. Er vereint darauf wieder Einflüsse aus Soul und Pop zu einem geschmeidigeleganten Mix+++
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Fast 1000 schweißgetränkte Konzerte in ganz Europa hat die deutsche PopPunk-Band Itchy aus dem schwäbischen Eislingen in den letzten zwei Dekaden absolviert, war dabei als Opener für Billy
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GoodTimes 1/2020
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Music from the 60s to the 80s
Talent und Bad Religion unterwegs. Sieben Studio-Alben, ein Buch und eine Namenskorrektur (Itchy Poopzkid wurde 2017 verkürzt) entstanden in dieser Zeit. Mit der für Anfang Februar angepeilten neuen Scheibe JA ALS OB ist das aus Schulfreunden bestehende Trio erstmals deutschsprachig zugange+++ „Heinz Rudolf Kunze twittert nicht. Er bringt ein neues Album heraus, wenn es etwas zu sagen gibt. Und es gibt derzeit etwas zu sagen für den Pop- und PolitPoeten, und zwar nicht zu knapp." So prosaisch kündigt Kunzes Plattenfirma sein neues Album DER WAHRHEIT DIE EHRE an, das mit „14 Songs voller Elegie, Empathie, Energie und voller politischer und persönlicher Verantwortung für die Welt und die eigene direkte ‚Um’-Welt" gefüllt ist. Es handelt sich dabei um Hymnen mit einer klaren Friedensbotschaft. 'Die Dunkelheit hat nicht das letzte Wort' entstand erst nach der Thüringen-Wahl 2019. „Kunze reiht sich nicht ein in die Massen derer, die einfach mal wieder ‚dagegen’ sind, sondern Kunze gibt spannende, sprachlich raffinierte und inhaltlich glasklare Antworten", heißt es in der Info zu der am 21.2. erscheinenden Scheibe+++ Einen glänzenden Ruf als ganz spezielles Sommerfestival genießen seit langem die „Lieder am See", die am 18. Juli am idyllischen Brombachsee inmitten des Fränkischen Seenlandes über die Bühne gehen. Und zum zehnjährigen Jubiläum haben sich wahrlich hörenswürdige Größen angesagt: die Altersteilzeitler Deep Purple, UFO, Saga, The Hooters, The Sweet sowie der Opener Circus Electric aus Berlin werden sich die Ehre geben. Zu den Besonderheiten von „Lieder am See" gehört die Biergartenbühne, auf der traditionell Human Touch unterhalten. Übrigens: Deep Purple arbeiten derzeit an einem Nachfolger ihres Nummer1-Albums INFINITE, der noch in diesem Jahr erscheinen soll+++
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Mehrfach war auf diesen Seiten schon von der anstehenden Veröffentlichung einer neuen Scheibe der Outlaws zu lesen gewesen. Die wird den Titel DIXIE HIGHWAY tragen, am 28.2. erscheinen und laut Ankündigung „die Fans im übertragenen Sinn mit auf eine Reise" nehmen. Die wohl nicht ganz zu Unrecht als Southern-RockLegende gefeierte Band um Mitbegründer Henry Paul bietet nach dessen Worten „die Reflexion eines Lebens auf der Straße, speziell in einer Southern-Rock-Band. Die Fans wollen etwas über das Verhältnis zu unseren Weggefährten erfahren, also wie wir auf und hinter der Bühne und während der Busfahrten interagiert haben. Dieses
KARSTEN JAHNKE KONZERTDIREKTION GMBH
Album beschreibt den Weg, den wir bislang zurückgelegt haben und der gleichzeitig in die Zukunft weist." Die vor 45 Jahren gegründete Truppe besteht heute neben Paul aus Originaldrummer Monte Yoho, Randy Threet (b), Steve Grisham (g), Dave Robbins (keys) und Dale Oliver (g), die allesamt auch singen, sowie aus CoSchlagzeuger Jaran Sorenson und Gastgitarrist Billy Crain+++ Rückbesinnung auf die Anfänge? Gitarrist Alex Conti, Sänger Ian Cussick und Keyboarder Detlef Petersen, die in den letzten Jahren das Lake-Banner hochhielten, haben Organist Geoff Peacey und Bassist Martin Tiefensee zurück ins Boot geholt. Doch damit nicht genug: Sie konnten Drum-Guru David Kemper (Bob Dylan, Focus, Jerry Garcia) als festes Mitglied gewinnen. Dazu kommt neuerdings Rob Reynolds, Dobro spielender Singer/Songwriter aus Portsmouth. Die alten-neuen Lake haben im November begonnen, ein neues Album einzuspielen+++ Vor exakt 50 Jahren fand das mittlerweile zum wichtigen Sommer-Großereignis im UK avancierte Glastonbury Festival erstmals statt. Damals mit dabei waren die Blues-Rocker Steamhammer. Gründungsgitarrist Martin Pugh ließ GoodTimes wissen, dass er an (personellen) Lösungen bastelt, um auch beim goldenen Jubiläum wieder dabei zu sein. „Schließlich feiern Steamhammer 2020 ebenfalls 50-Jähriges", meinte er. Und verriet beiläufig, dass er an einer EP „mit originaler Musik" arbeite+++ Dan Baird hat seine Karriere mit dem Jahr 2019 beendet und am 27.11. in der Kulturkneipe Hirsch Glems in Metzingen sein letztes Konzert auf deutschem Boden gegeben. Er erkrankte 2017 an Leukämie, und die Krankheit macht ihm mehr und mehr zu schaffen. „O.k., ich bin fertig. Für die Promoter, die nicht die ganze verdammte Botschaft lesen wollen, ja, ich mache alle Shows für 2019, bin aber zu dem Schluss gekommen, dass das Leben aus dem Koffer, im Flugzeug, im Van, in den vielen Hotels die letzte Energie aus mir herausgezogen hat und ich nicht mehr damit umgehen kann. Ich liebe es zu spielen, aber solange sie nicht den Teleporter erfunden haben, der mich sofort nach einem Konzert nach Hause beamt, sind die anderen 22 Stunden am Tag jetzt einfach zu viel für mich, ich wollte es nur nicht zugeben", verbreitete Baird, bevor der einstige Anführer der Georgia Satellites zu seinen letzten Europa-Shows aufbrach+++ Als ausdrückliche Verbeugung vor ihrem im letzten Jahr verstorbenen Bandkollegen Paul Barrere wollten Little Feat ihre traditionellen „Ramble On The Island"Shows Ende Januar auf Jamaika verstanden wissen. Mit dabei waren neben vielen Fans Los Lobos, die durch Larry Campbell und Teresa Williams verstärkte Midnight Ramble Band, Anders Osborne, Amy Helm, Jim Weider und Vince Herman. Außerdem als „neues Mitglied der Little-Feat-
Familie”, wie ihn Keyboarder Bill Payne vorstellte, der singende Gitarrist Scott Sharrard+++
„PopStop – das Musikradio" – immer freitags zum Erscheinen unseres Heftes gibt es eine GoodTimes-Sondersendung (19 bis 20 Uhr), in der die neueste Ausgabe vorgestellt wird (die Sendung wird dann mehrfach wiederholt). „PopStop" sendet Musiktitel mit Format – ohne formatierte Musikzusammenstellung+++ Harry Chapin (*1942) war der große Geschichtenerzähler unter den amerikanischen Singer/Songwritern. Der Sohn des Jazzschlagzeugers und Autors James Forbes „Jim" Chapin sammelte seine ersten musikalischen Erfahrungen mit seinen beiden Brüdern Stephen und Tom und seinem Vater in der familieneigenen Band The Chapin Brothers. 1972 veröffentlichte er das Album HEADS AND TAILS. Mit VARITIES & BALDERDASH und den Nummer-1-Singles "W.O.L.D." und "Cat’s In The Craddle" feierte er seine größten Erfolge. Am 16. Juli 1981 verunglückte Chapin tödlich auf dem Long Island Expressway im US-Bundesstaat New York, als er unterwegs war zu einem Konzert im Eisenhower Park in Nassau County. Harry Chapin war nicht oft in Europa zu erleben, doch am 11. April 1977 gastierte er bei Radio Bremen. An dieses Konzert erinnert der Ende Februar erscheinende Mitschnitt SOME MORE STORIES LIVE, zu dem Bruder Steve und sein langjähriger Weggefährte und Schlagzeuger Howard Fields die Liner Notes verfassten+++ Hard- und Heavy-Fans sollten sich schon mal den 25. Juli freihalten und im Terminkalender eintragen: Dann geht die diesjährige „Pyraser Classic Rock Night" auf dem Gelände des Brauereigutshof Pyras vor den Toren Nürnbergs über die Bühne. An-
gekündigt sind dafür Metal-Queen Doro, U.D.O., die 2019er Shooting Stars The New Roses, die Altmeisterinnen Girlschool, die einst die New Wave Of British Heavy Metal aufmischten, und Stinger+++ Ein arbeitsreiches Jahr hat Bluesmeister und Musikpädagoge Richie Arndt vor sich: Im Januar stand die gemeinsame CD-Release-Tour mit Gregor Hilden zur Veröffentlichung ihrer gemeinsamen CD MOMENTS ELECTRIC (siehe Rezensionsteil) auf dem Plan. Im April kommt US-Blueskollegin Kelly Rucker für einige gemeinsame Konzerte nach Deutschland, und im Herbst steht dann die nächste mu-
sikalische Forschungsreise Arndts in die USA an, um die Wurzeln von Blues- und Rock-Musik zu ergründen. Was dann wohl wieder Niederschlag in einer Plattenveröffentlichung und möglicherweise einer Reiseberichts-Tour finden dürfte+++ Mani Neumeier, der Elektrolurch, feiert in diesem Jahr seinen 80. Geburtstag! Und was liegt da näher – nachdem es 2020 kein „Finki Festival" mit Guru Guru geben wird –, als zu diesem Ereignis ein eigenes Festival auf die Beine zu stellen? Das wird im einzigartigen Ambiente auf der Burg Neuleiningen stattfinden. Bei dem eintägigen „Cosmic Castle"-Open-Air am 15.8. werden neben Guru Guru dabei sein: Atomic Rooster, Gong und Marblewood+++ Die offizielle Programmvorstellung findet zwar erst im Februar statt, doch für GoodTimes haben die Verantwortlichen der diesjährigen „Rother Bluestage" schon mal verraten, wer bei der 29. Auflage zwischen dem 21. und 29. März in der mittelfränkischen Kleinstadt zu erleben sein wird: Hot Boogie Chillun mit Sascha Vollmer von The BossHoss, die funky Jazzer Kinga Glyk aus Polen und Chris Kramer & Beatbox'n'Blues (der wird unter dem Motto „Blues@school – eine Frischzellenkur für den Blues!" am Vormittag seines Gigs im örtlichen Gymnasium einen Workshop für Schüler abhalten). Nicht zum ersten Mal werden San2 & His Soul Patrol ihren Soul Blues vortragen, während parallel Micky Wolf alias Van Wolfen sein „CigarBox-Experiment" präsentiert. Aus Österreich kommen Norbert Schneider & Band angereist, per Doppelkonzert sind Aynsley Lister und Samantha Fish zu erleben, desgleichen Ryan McGarvey und Yasi Hofer. Marc Amacher steht auf dem Spielplan, Kai Strauss & The Electric Blues All Stars geben sich die Ehre, ehe das Eric Bibb Quintet das Abschlusskonzert bestreitet+++ Satte 15 Vinylscheiben à 180g mit elf seiner Alben und ein handsigniertes 48-Seiten-Booklet umfasst das Boxset ONLY THE SONG SURVIVES, mit dem Singer/ Songwriter-Maestro John Hiatt seine Fans beglückt. Dabei werden die eigens remasterten Alben CROSSING MUDDY WATERS (2000), THE TIKI BAR IS OPEN (2001), BENEATH THIS GRUFF EXTERIOR (2003) und MASTER OF DISASTER (2005) erstmals als LPs zugänglich gemacht. Kollegen wie Ry Cooder, Steve Earle, Rodney Crowell, Patterson Hood, Sonny Landreth, James McMurtry und Luther Dickinson erweisen dabei Hiatt die Ehre mit schriftlichen Würdigungen seines Schaffens im Booklet+++ Auch unter älteren Musikliebhabern dürfte die 1992 als Sunrise gegründete finnische Band Sunrise Avenue Fans haben, auch wenn vor allem Mädchen im Teenageralter auf die Combo abfahren. Am 2. Dezember verkündete die Truppe in Helsinki: „Schweren Herzens geben wir unseren Entschluss bekannt, unsere gemeinsame Reise als Band zu beenden ... Wir haben das Gefühl, dass wir alles erreicht haben, was möglich war. Jetzt ist es Zeit, tief durchzuatmen und für den nächsten
JOOLS HOLLAND & special guest artists
KT TUNSTALL & RUBY TURNER
29.02.20 BERLIN – COLUMBIA THEATER special guest
RUBY TURNER
01.03.20 HAMBURG – FABRIK special guests
KT TUNSTALL & RUBY TURNER
23.06.20 KÖLN TANZBRUNNEN 24.06.20 EHINGEN – MARKTPLATZ 26.06.20 BERLIN – ZITADELLE 27.06.20 HAMBURG – STADTPARK OPEN AIR 09.10.20 AALEN – ULRICH-PFEIFLE-HALLE 10.10.20 LUDWIGSBURG – MHP ARENA 12.10.20 MÜNCHEN – PHILHARMONIE 13.10.20 FRANKFURT – ALTE OPER 15.10.20 KEMPTEN – BIGBOX ALLGÄU 17.10.20 NÜRNBERG – MEISTERSINGERHALLE
TICKETS: 01806 62 62 80* KJ.DE & (040) 413 22 60
*€ 0,20 / Anruf aus dem Festnetz, Mobilfunk max. € 0,60 / Anruf
NEWS
Traum zu leben", sagte Samu Haber, Bandgründer, Leadsänger und Gitarrist. Als Abschiedsgeschenk und Dankeschön an die Fans veröffentlichten Sunrise Avenue parallel als letzte Single "Thank You For Everything". Allerdings geht die Combo nicht ohne Abschiedstour mit zehn Gastspielen in Deutschland vor dem großen Finale am 15.8. im Olympiastadion von Helsinki+++ Unglaublich, wie die Zeit vergeht! Immer noch klingt "In The Summertime" frisch wie am ersten Tag, wenn es heute im Radio erklingt. Und doch wird der größte Sommerhit aller Zeiten (und die drittmeist verkaufte Single aller Zeiten) 2020 schon 50 Jahre alt! Doch Ray Dorset alias Mungo Jerry wird nicht müde, ständig Songs zu schreiben. Acht davon hat er jetzt auf die neue CD TOUCH THE SKY gepackt – immer noch im unverkennbaren Blues-FolkSkiffle-Rock-Soul-Sound, für den er seit 50 Jahren steht+++ Zu einem Sound-Abenteuer laden die Stone Temple Pilots mit ihrem neuen Album PERDIDA (spanisch für „Verlust") ein, das sie für den 7.2. angekündigt haben. Es wird die erste rein akustische Scheibe der einstigen Grunge-Truppe aus dem kalifornischen San Diego sein. Das achte Studio-Album wurde von Gitarrist Dean DeLeo, Bassist Robert DeLeo, Drummer Eric Kretz und Sänger Jeff Gutt, der 2017 dazustieß, aufgenommen und bietet
laut den Musikern eine emotionale und musikalische Klangreise. Die hat nach Ansicht der Musiker im Übrigen auch durch den Einsatz ungewöhnlicher Instrumente wie Flöte, Altsaxofon, Vintage-Keyboards, eines Guitarrón und eines Marxofons (eine Art Zither) speziellen Charakter+++
Sowie eine Doppelvinyl-Edition mit zwei Bonustracks. Ab April sind Gotthard dann live unterwegs, in Deutschland mit dem Special Guest Magnum+++ 10cc-Anführer Graham Gouldman hat eine UK-Tour mit 14 Gigs für März und April angekündigt. Rechtzeitig dazu will er sein erstes Solo-Album nach achtjähriger Veröffentlichungspause herausbringen, sein dann insgesamt fünftes während seiner langen Karriere. Daneben erfreuen sich die Tourneen seiner Stammband ebenfalls wieder wachsenden Interesses. Dazu hatte Ringo Starr Gouldman, der zu den erfolgreichsten Songschmieden der Rockhistorie zählt, 2018 eingeladen, mit der All Starr Band in den USA und Europa zu touren. Im Gegenzug gibt der einstige BeatlesDrummer auf Gouldmans neuem Album ein Gastspiel und trommelt bei dem Song "Standing Next To Me". Auch Deutschland wird das Mitglied der Songwriters Hall Of Fame wohl mit seiner Zweitband Heart Full Of Songs in diesem Jahr besuchen+++
Der gebürtiger Londoner Steve Baker lebt seit langem in der Nähe von Hamburg, ist musikalisch in der ganzen Republik unterwegs und ob seiner Mundharmonika-Künste einer der gefragtesten Studiogäste. Nach der Veröffentlichung von PERFECT GETAWAY 2018 hat der Mittsechziger sinnbildlich Blut geleckt, seinem Songschreiber-Drang freien Lauf gelassen und dann binnen einer Woche mit seiner Band sein neues Album THE GREAT DIVIDE eingespielt, das Ende März erscheinen wird+++ Die international besetzte Nürnberger Band Ramrods um Frontmann Peter Harasim (ja, der Konzert- und Tourneeveranstalter) spielt Rock in all seinen Facetten; vom „good old-fashioned Rock'n'Roll" über bluesige Balladen bis hin zu Psychedelic Rock. Jetzt haben die Ramrods mit BRACELET CIRCUS ihr gerade mal zweites Album im Verlauf einer langen Karriere am Start, das sie auch live präsentieren wollen. Die Gruppe besteht aus Harasim (D, voc, g), Kalle Duringer (D, b), Alberto Parmigiani (I, dr) und Ben Forrester (USA, g) sowie Neuzugang Ralf Gebhardt (D, keys), ihre Ursprünge reichen bis 1966 zurück, als die Band in Nürnberg die Kinks supportete+++
Zuletzt kamen mehr oder weniger umfangreiche Compilations des berühmtesten texanischen Blues-Rock’n’BoogieTrios auf den Markt. Für 2020 ist nun ein Livewerk angekündigt: Am 28.2. erscheint auf DVD, Blu-ray und digital ZZ TOP THAT LITTLE OL’ BAND FROM TEXAS. Zu sehen gibt es per Doku die Bandgeschichte mit unveröffentlichtem Videomaterial und Interviews+++
Wenn es in Sachen Swiss Rock eine sichere Bank gibt, heißt sie Gotthard. Vor 28 Jahren im Tessin gestartet, können sie 16 Nummer-1-Alben (mehr als drei Millionen Mal verkauft) vorweisen. Ebenso mehr als 2000 Liveshows. Jetzt präsentieren die Herren Leoni, Lynn, Habegger, Scherer und Maeder ihr 13. Studio-Album mit dem schlichten Titel #13 (VÖ: 13.3.). Den vorab veröffentlichten Track "Missteria" hat die Band gemeinsam mit Status-Quo-Anführer Francis Rossi verfasst. Neben der Standardausführung (13 Songs) gibt es eine Special Edition Collector’s Box im Digipak mit zwei Bonustracks, Bandana und Poster-Booklet.
Von wegen Abschiedstournee und dergleichen. Mötley Crüe sind die Nächsten, die ihre Bye-bye-Ankündigungen wieder kassieren. Sie werden als Co-Headliner mit Def Leppard, Poison und Joan Jett & The Blackhearts unter dem Motto „The Stadium Tour" durch die größten Arenen der USA tingeln. Der Erfolg des Netflix-Biopic „The Dirt" habe sie zu einer Reunion inspiriert, ließ die Band mitteilen. Die Zahl von Streams ihrer Songs sei durch „The Dirt" um 350 Prozent gestiegen. Vor allem die zuvor kaum erreichte Altersklasse zwischen 18 und 44 mache nun 64 Prozent des Crüe-Publikums aus und locke sie auf die Bühne zurück, erklärte die Band, die dies per Marktforschung eruiert hat+++
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Derweil setzen Lynyrd Skynyrd ihre „Farewell Tour" unverdrossen fort und werden dabei 2020 erneut nach Deutschland kommen. Im Juli wird die US SouthernRock-Legende (vorerst) letztmalig hierzulande in vier Städten zu erleben sein. Die Abschiedstour läuft bereits seit Mitte 2018 und wurde mit LIVE IN ATLANTIC CITY bereits auf CD dokumentiert+++ Vor 25 Jahren erschien Seligs selbst betiteltes Debütalbum, das inzwischen mit einer Gold-Auszeichnung gewürdigt wurde. Das Jubiläum feiern befreundete Bands mit Coverversionen von Selig-Songs. Mit Seite
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dabei sind unter anderem Bap, Madsen, Milliarden, Wilhelmine und Olli Schulz. Die Veröffentlichung von SELIG MACHT SELIG ist für das Frühjahr geplant. Selig selbst werden ab Mitte März mit verschiedenen Gästen zehn Konzerte in der ganzen Republik spielen+++ Unter dem Motto „Freshen Up" ist Paul McCartney schon einige Zeit rund um den Erdball unterwegs und setzt die Tour 2020 fort. Dabei wird er auch als Headliner bei der Jubiläumsauflage des Glastonbury Festivals (das wird 50!) auftreten. Deutschland steht diesmal nur mit einer einzigen Station auf dem Fahrplan: Am 4. Juni wird er in der HDI Arena Hannover sein knapp dreistündiges Programm zelebrieren. „Ich habe so unglaubliche Erinnerungen an meine Zeit in Deutschland und genieße es immer wieder, wenn ich zurückkehren kann. Unglaublicherweise ist es 17 Jahre her, dass ich meine letzte Show in Hannover hatte", ließ der Ex-Beatle vorab verlauten+++
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DAS HAUS AN DER AMPEL wird das neue Studio-Album heißen, mit dem Reinhard Mey seine Fans am 8. Mai beglücken will. Der Titel beschreibt das Haus, in dem Mey aufwuchs, und bezieht sich auf seine Erinnerungen an die eigene Kindheit. Dabei handelt es sich um keine ganz normale Veröffentlichung: Mey hat zwei sehr unterschiedliche CDs mit denselben Liedern aufgenommen. DAS ALBUM ist das ausproduzierte Studiowerk mit 15 neuen Liedern und einem Bonussong mit Tochter Victoria-Luise. Dazu gibt es eine weitere CD mit denselben Songs in einer ursprünglichen und schlichteren Form nur mit Gitarre und Gesang. Der Künstler selbst bezeichnet die Unplugged-Scheibe als „Das Skizzenbuch"+++ Zwei ganz eigene Besuchsabende im Wilden Westen hat die Schweiz erlebt: Im Barocksaal der Villa Mettlen in Muri bei Bern begegnete Roots-Rocker Hank Shizzoe Ende November zwei seiner liebsten Gegenwartsautoren: Zunächst las Alex Capus aus seiner Geschichtensammlung „Skidoo”, tags darauf gab es gar eine Welturaufführung: Matto Kämpf trug sein neues Western-Epos „Köbi der Killer” vor, live vertont von Shizzoe an Gitarre und Banjo. Dazu stimmte er an beiden Abenden Cowboysongs, Moritaten und Kuriositäten aus dem Wilden Westen an+++ In den letzten Jahren hat Sänger Dan Lucas neben seinen musikalischen Aktivitäten auch als Lehrer gearbeitet. Nachdem er dort die Pensionsgrenze erreicht hat,
DVD Looking For Lennon Hans-Frierich Gleiss, Hamm Klaus Denig, Neustadt/Wied Yvonne Nau, Salmtal
HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH! wird er auch musikalisch kürzertreten: Der 65-Jährige hat angekündigt, in diesem Jahr seine Abschiedstour als Frontmann von Helter Skelter zu bestreiten. Doch der Sieger der ersten Staffel von „The Voice Senior" 2018 singt natürlich weiter: So wird er vom 24. Juli bis 9. August bei Frank Nimsgerns „Nibelungen"Musical im Festspielhaus Füssen auf der Bühne stehen+++ Noch einmal zum Thema „Farewell Tour": Im GoodTimes-Interview hatte Peter Frampton im vergangenen Jahr erklärt, er wisse noch nicht, ob er angesichts seiner Muskelerkrankung fit genug sein werde, seine Abschiedstournee durch seine Wahlheimat USA in Europa fortzusetzen. Offenbar geht es dem gebürtigen Briten aber gut genug, um über den großen Teich zu kommen. Im Juni wird er viermal in Deutschland zu erleben sein. Und dann kommt vielleicht das nächste der drei bereits aufgenommenen, aber noch zurückgehaltenen Frampton-Alben heraus+++
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Zehn Jahre Van Wolfen, das muss gefeiert werden! Meint Micky Wolf, Mastermind des Hamburger Trios. Wolf, einst gefragter Studio- und Livegitarrist bei Kollegen wie Achim Reichel oder den Ärzten sowie Mitglied bei Rudolf Rock & Die Schocker und der Guitar Army, galt in den 80er Jahren als der „deutsche J.J. Cale" und ist heute ein weltweit erfolgreicher Komponist von Filmmusiken – und erdig abgehender Frontmann von Van Wolfen. Das Jubiläum feiert er mit einer im März erscheinenden „Best Of"-CD. „Nicht nur schnöde von den drei Van-Wolfen-Alben kopiert, sondern neben dem Remastering und einigen Remixen werden auch drei neue Songs enthalten sein", verspricht Wolf. VOM FEINSTEN wird das Teil heißen, mit dem er ausgiebig touren will. Premiere ist am 25. März bei den renommierten Rother Bluestagen+++
Peter Panka’s Jane, Birth Control, Bröselmaschine und die internationalen Headliner The New Roses sowie Gerry McAvoy's Band Of Friends stehen am 15. August auf dem Programm beim German Kultrock Festival. Das wird in der Balver Höhle im Sauerland über die Bühne gehen+++
Der irische Blues-Rocker Eamonn McCormack hat sein neues Album fertig, das am 3. April erscheinen soll. Dabei setzt er auf einen neuen Vertriebspartner, ein neues Management und eine ebenfalls neue Booking-Agentur – mit ihnen strebt er den Durchbruch auf breiterer Basis in Deutschland an+++
Bühnen erleben. Die Stoner-Freunde von Kamchatka bringen rechtzeitig zur Tour ihr neues Album HOODOO LIGHTNING heraus. Daily Thompson planen für den Sommer zahlreiche Festivalauftritte, so bei „Stoned From The Underground" (9.–11.7.) in Erfurt, wo auch Graveyard und Mothership auf der Bühne stehen werden+++
Vom 6. Februar bis 7. März präsentiert die Hamburger Galerie Popstreet.shop in der wineBank Hamburg „Rocklegenden auf Leinwand – Alive". Zu sehen sind Werke von Ole Ohlendorff. Mit dieser Ausstellung feiert der frühere Polizist sein 30-jähriges Jubiläum als freischaffender Künstler. Zu den Highlights zählt ein Panikorchester-Triptychon der besonderen Art: Porträts von Udo Lindenberg, Steffi Stephan und Jean-Jacques Kravetz. Am ersten Tag ist die Ausstellung für die Öffentlichkeit zugänglich, da die wineBank ein Members-Club ist. Besichtigungstermine können allerdings unter service@ popstreet.shop vereinbart werden. Jederzeit zu besichtigen sind die Bilder im Internet unter https://popstreet.shop.de/ artists/ohlendorff+++
Das muss für Rod Stewart ein eher unerquicklicher Silvestertag in Florida gewesen sein: Medienberichten zufolge wollte er mit seinem 39-jährigen Sohn zu einer Kinderparty in einem Luxushotel, wobei sich ihnen ein Security-Mann in den Weg stellte und sie am Zutritt hinderte. Der gab anschließend zu Protokoll, der Sänger habe ihn mit einem Faustschlag gegen den Brustkorb verletzt. Stewart wurde wegen leichter Körperverletzung angezeigt und muss am 5. Februar in Palm Beach vor Gericht erscheinen. Was ihn allerdings nicht an weiteren musikalischen Aktivitäten hindert. So wird er im Frühjahr und Herbst im Cesar’s Palace in Las Vegas live zu erleben sein, anschließend auch in Australien. „Wir müssen uns alle früher oder später zur Ruhe setzen, aber davon bin ich im Moment sicherlich noch weit entfernt – ich habe zu viel Spaß", sagte der inzwischen 75-Jährige dem „Rolling Stone"+++
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Unsere Gewinner aus Heft 5/2019 Lösung – Kreuzworträtsel: "ZEBRASTREIFEN"
Was verbindet Udo Lindenberg, Alexis Korner und Jürgen Drews? Das wäre wohl eine interessante Frage bei Günter Jauchs bekanntem TV-Millionen-Ratespiel. Des Rätsels Lösung: Sie standen zusammen mit Romy Haag, Su Kramer und Jackie Carter 1977 im Studio, um ihre Rollen für das Musical „Tell!" einzusingen, das noch im selben Jahr auf LP erschien. Die Schweizer Beat Hirt und Tommy Fortmann von der Prog-Rock-Band Demon Thor waren für Text und Musik zuständig, als Arrangeure zeichneten u.a. Dieter Dierks (Scorpions, Nektar) und Armand Volker (Mitglied der Schweizer Band Tea, Produzent der Spider Murphy Gang und Münchener Freiheit) verantwortlich. Als Musiker waren zudem auch Curt Cress und Uli Roth im Studio. Ein sehr ungewöhnliches Ensemble, das jedoch vor 43 Jahren eine kommerzielle Breitenwirkung verfehlte, sprich böse floppte. Im April kommt das Musical über den Schweizer Nationalhelden und Freiheitskämpfer als Tonträger zurück, technisch restauriert und digitalisiert. Zusätzlich gibt es eine alternative, rockigere und bandorientierte Demoversion des Musicals, ebenfalls von 1977+++ Viel los ist gleich zu Jahresbeginn bei Daily Thompson. Das Dortmunder Trio begibt sich im Februar ins Studio, um den THIRSTY-Nachfolger aufzunehmen. Im Anschluss geht es direkt auf Tour in Italien. Im Mai kann man die Band als Support für Kamchatka aus Schweden auf deutschen
Die Freizeit, die ihm seine Stammband Iron Maiden lässt, verbringt Gründer/ Bassist Steve Harris oft mit seiner Zweitcombo British Lions. Mit der hat er nun ein zweites Album veröffentlicht, das den Titel THE BURNING trägt und als Digipak-CD, Doppel-Gatefold-Vinyl und digital erhältlich ist. An den Aufnahmen beteiligt waren Sänger Richard Taylor, die Gitarristen David Hawkins und Graham Leslie, der Boss an Bass und Keyboards sowie Schlagzeuger Simon Dawson+++ Country-Legende Willie Nelson und seine Söhne Micha und Lukas Nelson haben sich musikalisch vor Tom Petty verbeugt, indem sie dessen Song "For Real" in einer eigenen Fassung aufgenommen haben. Mit dabei waren auch Bob Dylans Sohn Jakob, George Harrisons Filius Dhani und Amos Lee. Der einst mit den Heartbreakers eingespielte Track war jahrelang unveröffentlicht geblieben, bis er auf Pettys Greatest-Hits-Sammlung THE BEST OF EVERYTHING Anfang 2019 erstmals zugänglich gemacht wurde+++ Chicago, Roberta Flack, John Prine, Iggy Pop sowie posthum auch Isaac Hayes und Sister Rosetta Tharpe werden mit Lifetime Achievement Awards der Recording Academy geehrt. Die Auszeichnungen werden am 18. April im Pasadena Civic Auditorium im kalifornischen Pasadena bei den alljährlichen Grammy-Verleihungen überreicht+++ Seit rund 55 Jahren ist die inzwischen 80-jährige Folk-Rock Ikone Judy Collins musikalisch unterwegs, genießt größten Respekt bei Kritikern wie Fans. Doch es hat bis Ende 2019 gedauert, dass sie es erstmals bis auf Platz 1 der Billbord-Charts geschafft hat. Gelungen ist ihr das mit ihrer Weihnachtsplatte WINTER STORIES+++
VERSTORBEN 4.11. Kelley Looney (*1957) war vor allem als langjähriger Bassist von Steve Earle (ab 1988) bekannt und machte ein SoloAlbum. 19.11. Lloyd Watson (*1949) spielte bei Top Tophams „Blue Horizon Sessions", gehörte als Gitarrist Phil Manzaneras Zweitband 801 an, war solo aktiv (unter anderem als Opener für David Bowie, King Crimson und Roxy Music). In den letzten Jahren war er mit seiner nach ihm benannten Band unterwegs und gab via Internet Gitarrenunterricht. 20.11. Doug Lubahn (*20.12.1947) war als Bassist auf vielen Platten der Doors zu hören, nachdem er zuvor mit Clear Light unterwegs war. Später betätigte er sich bei Dreams, Pierce Arrow und Riff Raff, begleitete Billy Squier und Ted Nugent. Aus seiner Feder stammte Pat Benatars Hit "Treat Me Right". 25.11. Iain Sutherland (*17.11.1948) schrieb und nahm 1972 gemeinsam mit Bruder Gavin den Song "Sailing" auf, mit dem später Rod Stewart abräumte. Die beiden landeten als Sutherland Brothers & Quiver selbst einen Hit mit "Arms Of Mary". Er hatte sich weitgehend zurückgezogen, nach langer Veröffentlichungspause 2015 BACK TO THE SEA herausgebracht. Trotz schwerer Krankheit schrieb er bis zu seinem Tod Songs. 27.11. Martin Armiger (*10.6.1949) war in seiner australischen Heimat als Sessionmusiker, Produzent und Komponist aktiv. Er spielte von 1978 bis 1981 Gitarre bei The Sports und verlegte sich dann auf die Produktion von Soundtracks und Musicals. 1.12. Marcus Schloussen (*26.4.1954) war unter dem Spitznamen „Basskran'" bekannt – dieses Instrument spielte er in der DDR bei Setzei, Reform, Heureka und Renft (ab 1999). Dazu arbeitete der Absolvent der Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin mit der Liedermacherin Barbara Thalheim und an mehreren Theatern. Er starb nach langer Krankheit. 2.12. Joe Smith (*26.1.1928) genoss in der Musikbranche einen legendären Ruf, nicht nur weil er einst Grateful Dead unter Vertrag nahm. Er war Präsident bei Warner Brothers, wo er Bonnie Raitt verpflichtete und dann mitnahm, als er zu EMI wechselte. Er arbeitete mit Jackson Browne, Frank Sinatra, Garth Brooks, den Eagles, Rod Stewart, The Cars und Bob Seger. In der Library Of Congress lagern über 200 Stunden Interviews, die Smith mit über 200 Künstlern, Produzenten und Plattenfirmenmitarbeitern für sein Buch „Off The Record: An Oral History Of Pop Music" (1985) geführt hatte, darunter Bob Dylan, Paul McCartney, Tina Turner, Tom Jones, B.B. King und Barbra Streisand. 2.12. Andrew Greedy Smith (*16.1.1956) sang und spielte Keyboards bei der australischen Band Mental As Anything, war solo aktiv und erlag auf Tour einem Herzinfarkt.
4.12. Bodo Staiger ist nur kurz nach seinem 70. Geburtstag (27.10.) gestorben. Er hatte als Teenager mit Marius MüllerWesternhagen bei Harakiri Whoom gespielt, mit dem späteren Kraftwerker Karl Bartos Sinus gegründet und bei Lilac Angels mitgemischt. Als Sänger räumte er mit Rheingold während der NDW-Ära ab, spielte 1982 im Horrorfilm „Der Fan" mit, sorgte für die Filmmusik bei „Jagger und Spaghetti" (1984). Zuletzt war er als Produzent und Toningenieur in seiner Heimatstadt Düsseldorf tätig. 5.12. Jerry Naylor (*6.3.1939), Texaner, der früh als Radiomoderator begann, amtierte von 1961 bis 1964 als Leadsänger der Crickets, der vormaligen Begleitband von Buddy Holly, die von den Beatles als Einfluss genannt wurden. Bis 1982 absolvierte das Mitglied der Country Music und Rockabilly Hall Of Fame alljährlich bis zu 300 Konzerte mit seiner eigenen Country-Band, schrieb dazu Songs für Kollegen, komponierte Filmmusik, betrieb eine TV-Produktionsfirma und arbeitete als Fernsehmoderator. 5.12. Rocky Sharpe gehörte mit seiner Begleitband The Replays Ende der 70er Jahre zu den Protagonisten der Rock’n’Roll-Revival-Szene im UK und feierte Erfolge mit Songs wie "Rama Lama Ding Dong". Mitte der 80er Jahre wechselte er ins Schauspielfach, musste sich aber nach wenigen Jahren zurückziehen, nachdem ihm seine Erkrankung an Multipler Sklerose zunehmend zusetzte. Seine letzten Lebensjahre verbrachte er in einem Pflegeheim, wo er 67-jährig verstarb. 9.12. Marie Fredriksson (*30.5.1958) gehörte mit Per Gessle als Roxette zu den Superstars der 80er und 90er Jahre, nachdem sie zuvor in ihrer Heimat Schweden schon zwei Soloplatten veröffentlicht hatte. Das Duo bediente Pop- und Rockfans mit Hits wie "It Must Have Been Love", "The Look", "Joyride” oder "Sleeping In My Car”. 2002 wurde bei ihr ein Hirntumor diagnostiziert, anschließend brachte sie mehrere SoloAlben heraus, feierte 2009 ein Comeback mit Roxette (inklusive Platten und Tourneen). 2016 hatte die zweifache Mutter ihren endgültigen Abschied von der Bühne bekannt gegeben. 13.12. Roy Loney (13.4.1946) war der originale Leadsänger bei der in den 70er Jahren einflussreichen Power-Pop- und Garage-Rock-Band The Flamin’ Groovies aus San Francisco, ehe er sich selbstständig machte. Er veröffentlichte ein Album (OUT AFTER DARK 1979), verließ das Musikbusiness, um Anfang der 90er Jahre zurückzukehren und seither immer wieder mal Reunions der Flamin’ Groovies zu organisieren. 13.12. Terrell Winn war als Gitarrist Gründungsmitglied der Jim Carroll Band, die er 1980 mit dem 2009 verstorbenen USSeite
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Poeten an den Start gebracht und bis in die 2000er Jahre betrieben hatte. 14.12. Gershon Kingsley (*28.10.1922 als Götz Gustav Ksinski in Bochum) floh 1938 vor den Nazis aus Deutschland nach Palästina und zog 1946 in die USA, wo er als Komponist und Arrangeur am Broadway arbeitete und als erster den MoogSynthesizer live einsetzte. Er coverte mit dem damals neuen Gerät Popsongs, schuf selbst 1972 mit dem Instrumental "Popcorn" eine Nummer für die Ewigkeit und zog kurz darauf nach München, wo er Filmmusiken und zwei Opern schrieb. Zudem betätigte er sich weiter als Elektronikpionier, arbeitete als einer der ersten mit Fairlight- und Synclavier-Digitalsynthesizern und veröffentlichte in den 80er Jahren mehrere New-Age-Alben. 18.12. Alain Barrière (*18.11.1935) war als Ingenieur tätig und schrieb in seiner Freizeit Lieder, ehe er eine Sangeskarriere startete. Er nahm für Frankreich 1963 am Grand Prix Eurovision de la Chanson (heute ESC) teil und belegte Platz 5. Den europaweiten Durchbruch schaffte er 1975 mit "Tu t’en vas", einem Duett mit Noëlle Cordier (D #2). Die Erfolge ließen nach, er zog zeitweise in die USA und feierte mehrere kleine Comebacks, ehe er sich 2011 endgültig von der Bühne verabschiedete. Er erlag einem Herzstillstand. 18.12. Arty McGlynn (*7.8.1944) spielte als Gitarrist mit Van Morrison, Planxty, Enya und vielen anderen. Er war solo unterwegs (ein Album), aber auch mit dem UilleannSpieler Liam O’Flynn und seiner Geige spielenden Ehefrau Nollaig Casey. 26.12. Jerry Herman (*10.7.1931) komponierte die Musik für zahlreiche BroadwayMusicals, darunter Klassiker wie "Hello Dolly” und "La Cage Aux Folles”, und er schrieb Songs, unter anderem für Louis Armstrong und Shirley Bassey ("I Am What I Am ", 1984). 29.12. Neil Innes (*9.12.1944) charakterisierten allein schon seine Bandmitgliedschaften: Er gehörte der Bonzo Dog Doo-Dah Band ("The Urban Spaceman") an, desgleichen den Rutles, mit denen er die Beatles verulkte – und er mischte bei Monty Python mit, für deren Film „Ritter der Kokosnuss" der Klamaukmusiker mehrere Songs verfasste. In einer Nebenrolle war er in „Das Leben des Brian" zu sehen. 3.1. Bo Winberg (*27.3.1939) war 1958 in Schweden bei der Gründung der schwedischen Instrumentalcombo Spotnicks dabei, die für ihren Twang-Gitarrensound berühmt waren, im Laufe der Jahre über 100 Mitglieder hatten und es 1972 in Deutschland mit "If You Could Read My Mind" bis auf Platz 2 der Charts schafften. 5.1. Nancy Falkow McBride (*22.4.1970 in Dublin) wuchs in Philadelphia auf, war als Pop-Folk-Singer/Songwriterin aktiv und 1988 bei Sarah McLachlans „Lilith Fair Festival" dabei, wo sie mit ihrer Kollegin und den Indigo Girls auf der Bühne n
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stand. Sie sang Chor für Astrud Gilberto, Daniel Lanois und G. Love & Special Sauce, veröffentlichte mit der Band Sunflow ein Album, desgleichen solo. Nach zweijährigem Kampf verlor sie in ihrer irischen Heimat, wohin sie zurückgezogen war, den Kampf gegen ein Krebsleiden. 6.1. Martin Griffin hatte bei Hawkwind (1978–1982) und deren Ableger Hawklords getrommelt, aber in seinem Studio in Cornwall auch mit Kollegen wie Elvis Costello, Richard Strange und ABC gearbeitet und war lange als Digitalbildbearbeiter für Phil Collins tätig. Er genoss den Ruf eines Gentlemans alter Schule und empathischen Zeitgenossen, bis er nach kurzer Krankheit 69-jährig friedlich im Kreise seiner Familie starb. 7.1. Neil Peart (*12.9.1952) saß auch nach dem Rückzug vom offiziellen MuMu sikschaffen noch immer regelmäßig an seinem gigantischen Schlagzeug und spielte für sich selbst. Dabei war der Kanadier, der 1974 als Nachfolger von John Rutsey (†2008) zu Rush gestoßen war, nicht der typische Schlagzeuger: Schrieb er doch nahezu sämtliche (oft philosophischen) Texte für die weltweit erfolgreiche Band, die auf einzigartige Weise ihren oft harten Progressive Rock mit Metal- und Alternative-, aber gelegentlich auch Pop-Elementen vermengte. 2013 war Peart mit Rush in die Rock’n’Roll Hall Of Fame aufgenommen worden. Er erlag in Kalifornien einem langjährigen Krebsleiden, am Ende kostete ihn ein Hirntumor das Leben. Die Bedeutung des Musikers, den der „Rolling Stone" als „viertwichtigsten Schlagzeuger der Welt" einordnete, verdeutlichte die Tatsache, dass der kanadische Premierminister Justin Trudeau ihn als „Legende" würdigte. 9.1. Bobby Comstock (*29.12.1941) feierte seine größten Erfolge als Rock’n’RollSänger mit seiner Begleitband The Counts mit "Tennessee Waltz" (1959) und "Let’s Stomp" (1963), war 1964 Support Act der Rolling Stones in den USA, ehe er Zebra, später Comstock Ltd. gründete. Bis Ende der 90er Jahre war er mit Rock’n’RevivalTourneen unterwegs. 10.1. Wolfgang Dauner (*30.12.1935) war im Jazz zu Hause, doch der in Stuttgart geborene und gestorbene Pianist war auch offen für Rock: Er gehörte 1977 zu den Gründern des United Jazz + Rock Ensembles. Dazu war er sehr experimentierfreudig: So nutzte er lange vor anderen Synthesizer, präparierte Bänder und Computer, komponierte Kirchen- und Theatermusik, desgleichen für Filme und Hörspiele. Sein Sohn Florian trommelt bei den Fantastischen Vier.
1970 Von Jens-Uwe Berndt
Als Die Zeiten Harter Wurden
In der Rockmusik herrschte seit dem Hüftschwung von Elvis Presley das Schneller, höher, weiter"-Prinzip. Was heute noch als " das Lauteste, Schnellste oder Extremste galt, war morgen schon Schnee von gestern. Die Suche der Musiker nach neuen musikalischen Ausdrucksformen spielte dabei ebenso eine Rolle wie die Entwicklung der Technik – angefangen bei den Instrumenten über die Effektgeräte bis hin zu den PA-Systemen (Public Address System). Neue Grenzen wurden ausgelotet – und wenn sie erreicht waren, überschritten. Mit den Jahrzehnten wurden die Abstände zwischen den Sprüngen größer, diese selbst wiederum kleiner. Die 60er Jahre stehen allerdings für eine Zeit, wo es gefühlt jede Woche zu innovativen Neuerungen in der Rock- und Popmusik kam. Einen vorläufigen Höhepunkt erreichte dieser Wettlauf 1970, als harte Zeiten anbrachen. Seite
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ichts auf dieser Welt unterliegt einem stetigen Wachstum, keine Entwicklung verläuft ununterbrochen progressiv. Alles hat ein Ende. Und wem das zu rigoros ist – es gibt immer Zeiten der Stagnation, der Rückschläge und des Gegenlaufs. Die Rockmusik tritt seit Jahren auf der Stelle. Natürlich nicht aus sich selbst heraus. Vielmehr sind es die Protagonisten, die Industrie und die Konsumenten, denen das Vorhandene genügt. Schlimmer noch: Einiges ist im Rückzug begriffen und verschwindet vielleicht irgendwann ganz aus dem kollektiven Bewusstsein. Denn eine bestimmte Musik wird nur so lange gemacht, wie jemand bereit ist, sie zu hören. Das soll nicht heißen, dass nicht alle naselang neue Stilbegriffe auftauchen. Allerdings fällt auf, dass in solchen Fällen häufig bereits bekannten Bezeichnungen lediglich das Wort „Post" vorangesetzt wird. Oder es entstehen abenteuerliche Wortschöpfungen wie Shoegazing oder Americana, unter denen einfach eine Vielzahl unterschiedlicher Richtungen zusammengefasst wird. Und manchmal sind es nur verkaufsstrategische Maßnahmen, um einer bestimmten Altersgruppe ein Büfett aus Jugenderinnerungen anzurichten – und schon war Classic Rock geboren, wie wir ihn heute verstehen.
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or genau 50 Jahren begann eine neue Ära: Es war die Geburtsstunde des Heavy Metal. Wenngleich sich diese Geburt über Jahre hinzog, denn die eine VBand, die Heavy Metal erfand, oder das eine Album, das das Genre begründete, gab es nicht. Trotzdem kann 1970 als jenes Jahr gelten, in dem Heavy Metal aus dem Startblock herausschnellte und seither in Wellen immer mal wieder alles niedertrampelt, was sich ihm in den Weg stellt: Von Black Sabbath erschienen im Februar deren Debüt BLACK SABBATH und im September PARANOID, Deep Purple präsentierten im Juni ihr legendäres IN ROCK, Uriah Heep debütierten im selben Monat mit VERY 'EAVY … VERY 'UMBLE, Mountain legten in Übersee die Lunte mit CLIMBING!, Grand Funk Railroad zeigten im September auf LIVE ALBUM, wie das Ganze von der Bühne heruntergefeuert werden konnte, Trapeze klangen auf dem brachialen MEDUSA im November im Vergleich zu ihrem progressiv-psychedelischen Debüt aus dem Mai wie eine völlig andere Band. Und das sind nur einige wenige Beispiele für das erste echte eiserne Jahr in der Metal-Historie.
Ursprung von „Heavy Metal" als Bezeichnung eines ist trotz vielfälDtigererMusikgenres Nachforschungen und Stu-
dem Weg dorthin hatte bereits ein Bands das Machbare ausgereizt aundufHaufen die Nutzer von Genre-Bezeichnungen vor echte Probleme gestellt. Waren Stücke wie "You Really Got Me" von den Kinks oder "My Generation" von The Who eigentlich noch Beat? Konnte man das Schaffen von Gruppen wie Cream (DISRAELI GEARS, 1967) oder Led Zeppelin (I und II, 1969) tatsächlich als Blues Rock bezeichnen? Und waren die Gruppen Blue Cheer (VINCEBUS ERUPTUM und OUTSIDEINSIDE, 1968, sowie NEW! IMPROVED! und BLUE ButCHEER, 1969) sowie Iron But IN-A-GADterfly (HEAVY und IN-A-GAD DA-DA-VIDA, 1968) eigentlich lupenreine Psychedelic-Rocker? Und was für ein Zeug machten überhaupt die Stooges (THE STOOGES, 1969) und MC5 (KICK OUT THE JAMS, 1969)? Damit aber nicht genug. Grand Funk Railroad 968 legte die Band der Gurvitz-Brüder, Gun, ihr selbst 1betiteltes Debüt vor und blies
dem Hörer mit dem rasanten Opener "Race With The Devil" gleich mal die Birne weg. Viel härter bekam die NewWave-Of-British-Heav y-Metal-Band Girlschool die Nummer 1980 auch nicht hin. Und überhaupt: Im Text wird man aufgefordert, besser abzuhauen, bevor einen der Teufel schnappt. Künftig sollte der Beelzebub im Heavy Metal eine zentrale Rolle spielen. Nicht zuletzt gilt das okkulte psychedelische Werk WITCHCRAFT DESTROYS MINDS & REAPS SOULS (1969) von Coven als Inspirationsquelle diverser Black-MetalFormationen. Was wenig verwundert bei Titelzeilen wie "Black Sabbath", "Pact With Lucifer", "Dignitaries Of Hell" oder "Satanic Mass". Weitaus kurzfristiger kann Covens Einfluss auf Black Sabbath gedeutet werden. Zum einen gab es da den LP-Opener "Black Sabbath", zum anderen nannte sich der Bassist der Engländer Oz Osborne. der härtesten Alben Ende der 60er Jahre gelang High Tide mit SEA SHANTIES (1968). Trotz des konsequenten Einsatzes einer Violine brettern Edieines Songs, als gäbe es kein Morgen. Man kann die improvisierten InstrumenGoodTimes 1/2020
talpassagen gern als progressiv deklarieren, wie diese jedoch im Stromlärm die Kapazität damaliger Musikanlagen gesprengt haben dürften, kann man sich lebhaft vorstellen. Heute nennen Musikkritiker SEA SHANTIES ein „frühes Heavy-Metal-Album", was es unbestreitbar ist, damals wandte allerdings niemand diesen Begriff für die Platte an.
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dien bis heute nicht eindeutig geklärt. Deshalb existieren zahlreiche Theorien, von denen die meisten Hirngespinste oder weitererzählte Gerüchte sind. Will man sich diesem Mysterium einigermaßen nähern, kommt man an der 1943 geborenen US-Amerikanerin Deena Weinstein nicht vorbei. Die Professorin für Soziologie ist eine Heavy-Metal-Besessene. Bereits 1991 veröffentlichte sie das Buch „Heavy Metal: Eine Kultursoziologie". 2009 folgte die laut „Chicago Sun-Times" ultimative Studie des Genres, „Heavy Metal: Die Musik und ihre Kultur". Weinstein hat Jahre gebraucht, die mögliche Quelle des Stilbegriffs auszumachen. in die 90er Jahre – und in einigen Publikationen heute – wird dem kurzzeitigen Herausgeber Bdesisbisamerikanischen Rockmagazins „Creem" und Musikkritiker Lester Bangs die Verwendung von „Heavy Metal" für einen Musikstil zugeschrieben. Dies soll er in einem Beitrag über Black Sabbath in der 72er Juni-Ausgabe seiner Zeitschrift getan haben. Wie Weinstein herausfand – und es mittlerweile im „Creem"-Archiv für jedermann nachlesbar ist –, war dem nicht so. Das Wort „heavy" tauchte zwar mehrfach auf, in Verbindung mit Metal stand es aber nie. Und „heavy" war zu jener Zeit in Kritikertexten als Beschreibung für einen brachialen, metallischen Gitarrenklang längst allgegenwärtig. Auch hatten die Hippies die Bezeichnung für etwas extrem Angenehmes und Beeindruckendes als Code in ihren Sprachgebrauch schon Mitte der 60er Jahre aufgenommen ["I Want You (She's So Heavy)", Beatles, 1969]. Während sich Fans und Musikjournalisten mit scheinbar allgemeingültigen Behauptungen zufriedengaben, suchte Weinstein weiter. „Heavy Metal Kid Uranus-Willy" oder die als Synonym für den KonDsumen„Heavy-Metal-Sucht" einer bestimmten Droge aus William S. Burroughs' Roman „Naked Lunch" lässt Weinstein als Inspiration ebenso zu wie die Zeile „Heavy Metal Thunder" in Steppenwolfs "Born To Be Wild". Als Ursprung für den Genrebegriff taugten aber beide nicht. Vielmehr wurde sie nach einer ersten intensiven Suche tatsächlich im „Creem" fündig. Hier tauchte „Heavy Metal" bereits im Mai 1971 auf. Allerdings verwendete nicht Bangs das Wortduo, sondern Mike Saunders in einem Beitrag über das Debüt von Sir Lord Baltimore, KINGDOM COME (Dezember 1970): „Dieses Album unterscheidet sich eklatant vom derzeit vorherrschenden Grand-Funk-Matsch, denn Sir Lord Baltimore klopfen die besten Heavy-Metal-Kniffe nach Schema F herunter. Sie klingen wie eine Mischung aus Led Zeppelins Lärmattacken (instrumental) und einem unendlichen Johnny-Winter-Gekreische." Und unabhängig davon, dass Saunders hier unter Umständen Musikhistorisches leistete, erinnert seine Rezension an ein sträflich unterbewertetes Album, das im Zeppelin-Sabbath-Purple-Taumel des Jahres 1970 fast in Vergessenheit geraten ist. Dabei gebührt KINGDOM COME eindeutig einen vorderen Platz um das Rennen des härtesten Vinylproduktes dieses so bedeutenden Rockmusik-Jahres: Manches
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erinnert durchaus an Led Zeppelin (man höre nur "Lady Of Fire"). Allerdings degradiert die Gitarrengewalt von Louis Dambra das Spiel von Jimmy Page zur bloßen Hintergrunduntermalung. Das klingt respektlos, wird aber mit der Annahme, dass Dambra seinen Page studiert haben wird, wieder etwas relativiert. Weinstein blieb dran, und Saunders, der seine Urheberschaft gegenüber der Professorin anfangs beDstritt,eena lieferte nach eigenen Recherchen in seinem Priva-
weitere Nachforschungen dazu, dass Bangs dem Erfinderthron am Ende doch wieder recht nahe kam. Denn der berühmte Musikkritiker schrieb bereits im Februar 1970 im „Rolling Stone" über Guess Who: „Mit der netten Single 'Undun' im Rücken, sind sie nach all den Heavy-Metal-Robotern des vergangenen Jahres um einiges erfrischender." emeinsam ist den meisten besprochenen Texten, dass „Heavy Metal" in einem negativen Kontext gverwendet wurde. Was Bands dieses erblühenden
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tarchiv sogar Nachweise, dass er noch viel früher in die Begriffskiste gegriffen hatte, um eine bestimmte Art der Musik zu beschreiben. So gibt es von dem Journalisten im Novemberheft des „Rolling Stone" eine Rezension des Humble-Pie-Albums AS SAFE AS YESTERDAY, in der Folgendes zu lesen ist: „Hier haben wir eine lärmende, unmelodische, Heavy-Metal-bleierne Shit-Rock-Band ..." Saunders begründete seine Begriffswahl äußerst interessant: Er habe als Chemiestudent im Zusammenhang mit dem Periodensystem der Elemente häufig mit Bezeichnungen wie „leaden metal" oder „heavy metal" zu tun gehabt, weshalb ihm die WortkombinaEitionen immer wieder im Kopf herumgeschwirrt seien. Ei nen Bezug zu Steppenwolfs „Heavy IntenMetal Thunder" schloss er kategorisch aus. An die Inten tion bei dieser Wortschöpfung erinnerte er sich darüber hinaus genau: Saunders wollte seinem Ärger über eine in maseinen Augen vollkommen unterirdische Band Luft ma chen. Und das sei mit „heavy metal-leaden geShit-Rock-Band" perfekt auf den Punkt ge bracht worden.
Genres fabrizierten, war in den Ohren der Kritiker in erster Linie Lärm. Diese Wahrnehmung ging mit dem Eindruck mangelnder Songwriterqualitäten einher. Und dann waren da die Lyrics: Eine negative Weltsicht dominierte. Das führte dazu, dass eine Zeit lang potenziellen Heavy-Metal-Acts der Stilbegriff Downer Rock übergestülpt wurde. Bangs, der das Genre mit den Jahren immer kritischer sah (im Gegensatz zu Mike Saunders, der später nur noch „Metal Mike" genannt wurde), charakterisierte den Stil und dessen Anhängerschaft 1978 im „Hit Parader" so: „Heavy-Metal-Musik hatte in ihrer schönsten Blüte eine zentrale, offensichtliche Botschaft: Es gibt keine Hoffnung. Was auch immer du tust, du kannst niemals gewinnen. Die Welt wird von Kriegsschweinen regiert, die euch in menschliche Hunde verwandeln, und ihr müsst euer Schicksal akzeptieren, sei es auch noch so schändlich … In diesem Sinne unterschieden sich die HeavyMetal-Propheten des Bombast offensichtlich von den Punks, die womöglich schreien, sie hätten keine Zukunft, aber sie sind zumindest entschlossen rauszugehen, um zuzuschlagen und zu treten. Heavy-Metal-Freaks wollten einfach nur die ganze verdammte Sauerei vergessen. Sie waren mit einem Wort passiv." die Suche nach der Ersterwähnung immer wieder neue Queleröffnete, gestaltete sich im Blätterwald auch der Versuch, diese sodero,lenwie jene Band zur ersten Heavy-Metal-Formation zu erklären, als ein
ber was ist von der Behauptung Sandy Pearlmans zu halten, er habe „Heavy a Metal" erfunden? Pearlman wurde bekannt als Mentor und Produzent von Blue Öyster Cult, die er als „amerikanische Antwort auf Black Sabbath" aufbaute und deren Musik er bereits in den frühen TaTa gen der Band Heavy Metal nannte. Sir Lord Baltimore Pearlman hatte aber auch als MuMu sikkritiker gearbeitet und war MitMit herausgeber des Magazins „Craw„Craw daddy!" Darin gab es eine nahezu legendäre Rezension der RollingStones-Scheibe GOT LIVE IF YOU WANTED! (1966). „Auf diesem Album werden die Stones Metal." Im Kontext der Sprache „Stones go metal" handelte es sich aber vor allem um ein treffliches Wortspiel. Da Pearlman „metal" oder „metallic" allein in den ersten acht Sätzen seines Textes achtmal benutzte, ist klar, dass er aber nicht nur mit Worten spielte, sondern einen ganz bestimmten Klang begrifflich zu fassen suchte.
Musikjournaheilloses Durcheinander. In den USA setzten die meisten Musikjourna listen zum Beispiel Led Zeppelin diese Krone auf, in Großbritannien waren sich die Schreiber im Großen und Ganzen darüber einig, dass dieser Titel an Black Sabbath gehen müsste. Später konnten sich beide Lager zumindest darauf einigen, dass die ersten Veröffentlichungen der Bands bereits das transportierten, was laut Weinstein später „als klanglicher, visueller und verbaler Code des Heavy Metal" galt. Aber bereits in den frühen 70er Jahren wurden weitere Gruppennamen gehandelt: Blue Cheer, Iron Butterfly, MC5, Sir Lord Baltimore – und natürlich Deep Purple. Und bei dieser Debatte ging es wohlgemerkt um die erste Heavy-Metal-Band und nicht um Musikerkollektive, die dem Genre den Weg bereiteten.
Weinstein machte weitere interessante Entdeckungen. Zum Beispiel grub sie die „Rolling Stone"-Rezension des Electric-Flag-Albums A LONG 970 war, wie bereits erwähnt, voll mit Veröffentlichungen, die an Härte DTIMEeena COMIN' von Barry Gifford aus, der im Mai 1968 von einer neuen Soulund Aggressivität alles bisher Dagewesene in den Schatten stellten. Black 1 musik sprach, „eine Synthese aus weißem Blues und Heavy Metal Rock". Gifford Sabbaths Sound kam praktisch aus der Gruft. Tony Iommis Gitarre dröhnte verwahrte sich später aber dagegen, hier ein Genre begründet zu haben, habe er doch nur einen bestimmten Sound umschreiben wollen. Und ein gewisser Jim Miller hörte es im selben Jahr bei Jimi Hendrix ordentlich scheppern. Der Gitarrist „klingt wie ein Schrotthaufen, sehr schwer und metallisch laut" („heavy and metallic"), schrieb Miller ebenfalls im „Rolling Stone". Und nachdem Weinstein Lester Bangs die Ehre der „Ersterwähnung" durch ihre Recherchen geraubt zu haben schien, führten Seite
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bedrohliche Riffs in einer bleischweren Langsamkeit, bei der sich das Wort Tempo geradezu verbot. Das Erscheinungsbild der Band aus Birmingham war düster, die religiös angehauchten Texte suggerierten Okkultismus. Led Zeppelin hatten bereits mit I und II ein klares Statement gesetzt und ein lärmendes Stromgitarren-Inferno etabliert. Auf III definierte "Immigrant Song" die Machart monotoner Headbanger und rückte die nordische Mythologie ins Interesse der immer größer werdenden Schar an Heavy-Metal-Fans. Der Flirt mit Luzifer umwehte alles, was die Band tat. Mit ihrem fünften Werk, IN ROCK, hatten Deep Purple die Nase eindeutig vorn: Der Sound – allen voran Ritchie n
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Blackmores Gitarre – besaß eine Durchschlagskraft, die für 1970 einzigartig war. Mit dem Debüt von Uriah Heep entdeckten Fans und Kritiker eine weitere Band, die das neue Genre bediente ("Gypsy" spricht Bände). Mike Saunders fasste die besondere Position von Heep 1972 in einem „Rolling Stone"-Beitrag zusammen: „Der Gesang ist psychedelisch, die Gitarre und die Rhythmusabteilung hingegen sind englischer Heavy Metal Rock." regionale Zusatz kam nicht von ungefähr, spielte doch bei der Einordnung der Heavy-Metal-Bands das soziale, kulturelle und politische Gefüge Deinesieser jeweiligen Landes durchaus eine Led Zeppelin
Rolle. In den USA, wo Led Zeppelin als ultimative Heavy-Metal-Band galten, wurden Protagonisten mit ähnlichen stilistischen Mitteln ebenfalls in diesen Bereich eingeordnet. So sprach man in Übersee bei Grand Funk Railroad noch von Heavy Metal, als diese längst Blues Rock mit Funk-Elementen spielten. Diese stilistische Veränderung hatten Grand Funk ganz bewusst vollzogen, um die Schublade Heavy Metal verlassen zu können. Auch die SüdstaatenRocker Black Oak Arkansas wurden in ihren ersten Jahren als Heavy-MetalGruppe verkauft. Ebenso die Blues-Rock-lastigen Bloodrock, die 1970 übrigens ihr zweites Album veröffentlichten. Oder Blue Öyster Cult: Mit ihrem okkulten Hintergrund galten sie in den Staaten als ultimative Vertreter des Schwermetalls. Deutschland setzte sich die Bezeichnung anfangs nie richtig durch. Led zweites Album wurde im „Sounds" 1970 IalsnZeppelins „hochexplosiver Heavy Rock" bezeichnet, was irBlack Widow
gendwie die Richtung vorgab. In der „Bravo" war in den folgenden Jahren unter anderem zwar bei Alice Cooper, Kiss oder auch Zeppelin und Black Sabbath immer mal wieder von Heavy Metal zu lesen, es wurde aber jedesmal deutlich, dass das mit einer gewissen „Igitt"-Attitüde verbunden war. Also setzten sich die Genre-Namen Heavy Rock oder Hard Rock durch – bewusst von Musikjournalisten platziert, die ihnen genehme Bands ungern in der Schmuddelecke sahen. 1977/78 hielt der Genre-Begriff Heavy Metal feste Größe in Rezensionen und Berichten EinEzug,rstalsweshalb deutsche Rockfans diese Musikrichtung meist mit dem Beginn der New Wave Of Heavy Metal in Verbindung bringen. Dabei übersehen sie häufig bis heute, dass eine „neue Welle" voraussetzt, dass es schon mal eine oder mehrere „alte Wellen" gegeben haben muss. Laut Lester Bangs fand diese erste Welle gar schon Mitte der 70er Jahre ihr Ende. Der Journalist verfasste für „The Rolling Stone Illustrated History Of Rock'n'Roll" eine bissige Abrechnung. „Wie die Kritiker immer behaupten, ist Heavy-Metal-Rock tatsächlich nichts weiter als ein Haufen Lärm", heißt es in der von Jim Miller herausgegebenen Reihe. „Es ist keine Musik, es ist Verzerrung – und genau deshalb finden ihn seine Anhänger so reizvoll. Von allen zeitgenössischen Rockvarianten ist es jenes Genre, das mit Gewalt und Aggression, Räuberei und Gemetzel in Verbindung gebracht wird. Heavy Metal orchestriert den technologischen Nihilismus, was einer der Gründe sein mag, weshalb er Mitte der Siebziger versiegt zu sein schien."
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Atomic Rooster
chon 1970 deutete sich an, dass die neuen harten GrenzüberschreitenBands die Rockgemeinde spalten würden. Für Neues und Grenzüberschreiten des waren damals durchaus viele Fans zu haben, nach den Extremen in Verbindung mit negativen Inhalten suchten allerdings die wenigsten. Und so haderten die Heavy-Metal-Protagonisten mit den Jahren mehr und mehr mit ihrem Image und versuchten, es mit stilistischen Brüchen und musikalischen Experimenten GoodTimes 1/2020
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vor allem der schreibenden Zunft recht zu machen. Wie sich vor allem bei Black Sabbath und Led Zeppelin zeigte, waren diese Versuche aus kreativer Sicht mal mehr, mal weniger erbaulich – die Journaille ließ sich allerdings zu keiner Zeit überzeugen. konnten auch Atomic Rooster ein Lied singen, die schon wegen ihrer zum Teil morbiden Lyrics einen schlechten Stand bei der Kritikergilde hatDten.avon Das Debüt ATOMIC ROOSTER (Februar) war mit seinen Hammondorgeldominierten Songs noch näher an progressiver und psychedelischer Musik. Der Meilenstein DEATH WALKS BEHIND YOU (August) beinhaltete allerdings alle Zutaten, die ein gutes Heavy-Metal-Album jener Zeit ausmachten. Besonders die schweren und brachialen Gitarrenriffs, die düstere Melodien entwickelten, repräsentierten den Stil der "TomorBriten in jenem Stadium perfekt (Titelsong, "Tomor row Night", "Seven Streets", "Sleeping For Years", "I Can't Take No More"). ine ähnliche inhaltliche Schiene bedienten Black E Widow, die neben Okkultismus auch eindeutig Satanismus zum Thema hatten. Mit der zweiten BlackMetal-Welle Anfang der 90er Jahre entwickelte sich der bekannteste Song ihres Debüts SACRIFICE, "Come To The Sabbat", zu einem Kultwerk. Da spielte es keine Rolle, dass die Band musikalisch eher im prog res si ven Jazz Rock verortet werden musste. Warhorse galten mit ihrem selbst betitelten Debüt (November) als Hybrid aus Hard Rock, psychedelischer Musik und Heavy Metal, spielten in der Entwicklung des Genres aber keine Rolle. Interessant zu erwähnen ist vermutlich die Mitwirkung des geschassten Deep-Purple-Bassisten Nick Simper, der für den Warhorse-Song "Ritual" das Einstiegsriff von "Wring That Neck" mitgebracht hatte. Wenngleich dieses wiederum eigentlich auch nicht von Deep Purple ist, sondern aus "Don And Dewey" von It's A Beautiful Day entwickelt worden war. Aber das ist eine andere Geschichte. und einziges Album veröffentlichten 1970 Warpig aus Kanada. Die hatten mit "Melody With Ihraucherstes RilBalls" nicht nur ihr eigenes "Paranoid" in der Ril le, sondern konnten von sich behaupten, als InIn spiration für Deep Purple gedient zu haben. Die Briten coverten später den Warpig-Song "Rock Star" und nannten ihn "Fireball". Darüber hinaus Gierwiesen sich Warpig als Meister gehackter Gi tarrenakkorde ("Sunflight"). In diese Aufzählung gehört auch das einzige Album der englischen Horse. Und das nicht nur wegen des bedrohlichen Cover-Artworks, das frontal ein Pferd zeigt – aus dessen wehender Mähne sich allerdings das Profil des Teufels herausschält. In musikalischer PsychedeHinsicht standen Horse noch stark im Psychede lic Rock, hatten aber bereits zahlreiche HeavyMetal-Attribute, weshalb die Band später meist unter Heavy Psychedelic Rock gehandelt wurde. ist es ähnlich. Die aus London stammende Band hatte einen hefwar stilistisch aber noch stark im Acid und PsyMittigenStrayGitarrensound,
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chedelic Rock verhaftet. Trotzdem transportierte das Debüt STRAY bereits zahlreiche Trademarks, die den aufstrebenden Heavy Metal bedienten. Dafür stand besonders der Brachialrocker "Only What You Make It". Was in den Songs steckte, zeigten zwei Jahrzehnte später Iron Maiden auf, die den STRAY-Opener "All In Your Mind" coverten und ihn 1990 auf ihrer „Holy Smoke"-Maxi als B-Seite veröffentlichten. Trotz weiterer starker Alben blieben Stray indes kommerziell erfolglos, da halfen auch Support-Aufgaben für Babe Ruth, Kiss, Rush oder Status Quo nicht weiter. as erste Riff auf THE GOSPEL ACCORDING TO ZEUS der Detroiter Gruppe Power Of Zeus machte unmissverständlich klar, dass es hier in Richtung DHeavy Metal ging, wenngleich dieses Album wie einige andere auch eher als Brücke zwischen psychedelischer Musik und Heavy Metal verstanden werden kann. Die Briten von T2 Lucifer's Friend wiederum etablierten sich mit ihrem Debüt IT'LL ALL WORK OUT IN BOOMLAND im August 1970 als Lieblinge von Freunden progressiver Rockmusik, aber gleichzeitig machten sie klar, dass einem vertrackte Songstrukturen und instrumentale Ausbrüche klanglich um die Ohren fliegen konnten: Heftiger als "No More White Horses" konnte man Musik damals nicht machen. Oder Josefus mit DEAD MAN. Das Cover-Artwork mit dem riesigen Totenschädel sprach schon mal eine bestimmte Zielgruppe an, und die wurde mit heftigen Riffnummern – inklusive des Stones-Covers "Gimme Shelter" – bestens bedient. Ein spezieller Gag: In "Proposition" wurde "I Want You (She's So Heavy)" zitiert. dem Umgang der Musikkritiker mit dem Begriff Heavy Metal in Deutschland gehört ausgerechnet das selbst betitelte Debüt einer deutschen EBandntgegen zu den heftigsten und maßgeblichsten Heavy-Metal-Veröffentlichungen des Jahres 1970: LUCIFER'S FRIEND (Dezember). Allein der Opener "Ride In The Sky" erinnert stark an "Immigrant Song" von Led Zeppelins Dritter. Und Bezüge zu dem rüpeligen Quartett aus Großbritannien lassen sich auf der LP weitere finden ...
Uriah Heep
eena Weinstein trug in ihrer „Heavy-Metal-Bibel" einige Statements Dzusammen, die aufzeigen, wie Rockkritiker damals auf die neue brutale Musik reagierten. Da schrieb zum Beispiel ein Musikjournalist in Bezug auf Black Sabbath, sie hätten „die Erfahrenheit von vier prähistorischen CroMagnon-Jägern, die über das Equipment einer Rockband stolpern". Im „Musician" hieß es über Heavy Metal, das Genre sei ein „musikalischer Idiotenwitz, Futter für frustrierte Teens und die Herrschaft der schwachsinnigen Teufelsanbeter". Fans dieser Musik wurden zu Außenseitern degradiert, was diese wiederum zusammenschweißte. Allerdings taten Musiker und Anhänger alles dafür, von der gesellschaftlichen Mitte abgelehnt zu werden. Die harte, riffbetonte, aggressive Musik mit den düsteren, negativen, zum Teil depressiven Texten, das Spiel mit dem Teufel und die Erhebung des Begriffs „evil" zur Bezeichnung des höchsten Qualitätsstandards schuf ein künstlerisches Gesamtbild, das sich nur wenigen erschloss. Nach seiner ersten Blüte bis Mitte der 70er Jahre folgten die glanzvollen 80er Jahre. Mit dem Grunge-Boom schien Heavy Metal 1991 komplett am Ende, berappelte sich Ende der 90er Jahre aber wieder und ist mittlerweile für die Musikindustrie ein nicht zu unterschätzender kommerzieller Faktor, sind die Fans doch äußert loyal, konsequente Vinylkäufer und unermüdliche Konzert- und Festivalgänger. Dem Heavy Metal und seinen Subgenres hat dieser Ausverkauf nicht unbedingt gutgetan, allerdings bleibt abzuwarten, ob Seite
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das stabilste Rockgenre nicht auch diese Phase übersteht, ohne ernsthaften Schaden zu nehmen. herrscht in einschlägigen deutschen Rockpublikationen hinsichtlich der Genre-Begriffe ein heilloses Durcheinander. Sie unterliegen nicht g egenwärtig selten der Verkaufsstrategie der Marketingabteilungen von Plattenfirmen, häufig aber auch dem persönlichen Geschmack des jeweiligen Musikjournalisten. Hierzulande wurde der in den USA bereits in den 90er Jahren erschaffene Begriff Classic Rock geradezu dankbar übernommen, konnte man damit doch eine extrem breite Interessentenschicht abdecken. Und die findet sich vor allem unter den Fans jenseits der 50 Jahre, die für gut aufbereitete Wiederveröffentlichungen schon mal tief in die Taschen greifen. Darüber hinaus hat sich eingebürgert, harte Musik vor 1980 grundsätzlich als Hard Rock zu bezeichnen. Dabei unterscheiden sich Heavy-Metal-Bands von den Vertretern des Hard Rock in sehr vielen Belangen. Es tut gar nicht not, hier noch einmal Auftreten, Image oder lyrische Inhalte heranzuziehen. Allein die Musik genügt, um diese Kluft deutlich erkennen zu können. So gibt es auch für den Hard Rock 1970 ganz typische Veröffentlichungen: Golden Earrings selbst betitelte sechste Platte, das ebenfalls nach der Gruppe benannte Debüt ATTILA, FIRE AND WATER, die Erfolgsscheibe von Free mit dem einzigen Single-Hit "All Right Now", und die spätere Heavy-Metal-Formation UFO mit UFO 1 war auch noch eindeutig Hard Rock. Geradezu ein Meilenstein des Stils ist LIVE AT LEEDS von The Who vom Mai des Jahres, das Motörhead-Frontmann Lemmy Kilmister hingegen als erstes Heavy-Metal-Album deklarierte. An dieser Stelle setzt die Versöhnung ein: Gerade in der ersten Hälfte der Siebziger hatten die Protagonisten des Heavy Metal viele Überlappungen mit dem Hard Rock. Das ging so weit, dass einige Bands nach den ersten wilden Ausbrüchen ihrem Sound Zügel anlegten und – auch wegen des medialen Drucks – zu einer größeren Stilvielfalt fanden (zum Beispiel Deep Purple, Atomic Rooster, Black Sabbath). Die neuen Fangemeinden blieben ihren jeweiligen Favoriten allerdings treu, weshalb die harten Giganten des Anfangs in dem Heavy-Metal-Jahrzehnt zwischen 1980 und 1990 auf verschiedenste Art eine Renaissance erlebten. Ende soll Deena Weinstein noch einmal Wort kommen, die 2014 in dem Magaazinmzu„Rock Music Studies" den Beitrag „Nur so Geschichten: Wie Heavy Metal seinen Namen bekam – ein abschreckendes Beispiel" veröffentlichte und das Geheimnis dieses Genres auf interessante Weise offenlegte. „Wäre es unter einem anderen Namen dieselbe Musik gewesen, geschweige denn dieselbe Fangemeinde, die sich unter dem Namen ,Heavy Metal' versammelte?", fragte die Wissenschaftlerin. „Der Name eines Genres bezeichnet das Genre selbst und dient als Kurzschrift für die Regeln des Genres. Aber es macht mehr als das; es lenkt die Aufmerksamkeit darauf, wie man das Genre hört, welches Gefühl dazu geeignet ist. Das heißt, der Name des Genres steht für eine Sensibilität. Was wäre gewesen, wenn Punk Teen Rock oder Trash Rock genannt worden wäre, oder wenn Grunge Seattle Rock oder Complainer Rock genannt worden wäre? Ein Genre mit einem anderen Namen ist nicht nur ein anderes Genre, selbst wenn es derselben Musik entspricht – diese Musik wird automatisch mit einer anderen Sensibilität wahrgenommen. Der Name des Genres vermittelt die Musik des Genres an das Publikum, an potenzielle Schöpfer und an Kritiker. Und selten hatte ein Genre der Popkultur einen so starken Namen wie Heavy Metal." n
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TOU R 2020 PLAYING THEIR GREATEST HITS LINDAU Inselhalle VECHTA VEC-Halle WORPSWEDE Music Hall BRAUNSCHWEIG Westand ZWICKAU Ballhaus ERFURT Alte Oper HALLE Händelhalle AUGSBURG Spectrum BAD KROZINGEN Open Air im Kurpark 25.07.20 ERLANGEN Live am See 08.02.20 14.02.20 15.02.20 16.02.20 07.04.20 08.04.20 09.04.20 03.05.20 24.07.20
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18.07.20 SCHWERIN Freilichtbühne
RÜDESHEIM MAGIC BIKE FESTIVAL
23.07.20 LEIPZIG Parkbühne
19.07.20 DINSLAKEN Fantastival 24.07.20 DRESDEN Junge Garde 07.08.20 CREUZBURG Burghof Creuzburg 08.08.20 SALZGITTER Schloß Salder
07.08.20 28.08.20
SALEM Schloß Salem RITTERHUDE Torfnacht
23.08.20 MÖNCHENGLADBACH Schloß Rheydt 09.11.20 MANNHEIM Mozartsaal 10.11.20 LUDWIGSBURG Forum Ludwigsburg 11.11.20 MÜNCHEN Circus Krone
23.05.20 FREISING Uferlos Festival 29.05.20 MEERSBURG Classic Rock Night 25.06.20 BRAUNSCHWEIG Wolters-Hof Open Air 03.07.20 A-KLAM Clam Rock 2020 04.07.20 A-EISENSTADT Lovely Days Festival 01.08.20 SEEBRONN Rock of Ages
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20.05.20
LAPPERSDORF Zeltfestival
18.07.20 BAD DÜRR HEIM SommerSinnfonie
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25.07.20 ERLANGEN LIVE AM SEE LIVE ON TOUR - SUMMER 2020 01.08.20 SEEBRONN ROCK OF AGES LIVE ON TOUR - SUMMER 2020
BRAUNSCHWEIG Wolters-Hof Open Air
LIVE LIV
11.07.20
BORNHÖVED Blizzarrrd Rock Festival
15.08.20
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BIBERACH AN DER RIß Marktplatz
BAD KROZINGEN
05.07.20 // BASSUM BO N FE L D Blacksheep Festival
10.07.20
BORNHÖVED
Blizzarrrd Rock Festival
11.06.20 RÜDESHEIM
MATT BIANCO
02.08.20
Open Air im Kurpark
Bassum-Open Air
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BAD KROZINGEN Open Air im Kurpark
MAGIC BIKE FESTIVAL
S UTZROI Q UA
27.03.20
OBERKOCHEN Jazz Lights
02.04.20
AUGSBURG Spectrum
LIVE
19.06.20
B O N F E L D Blacksheep Festival
Termine & Tickets: www.dmc-music.de //
T I C K E T PA R T N E R :
DMC Musikmarketing GmbH München
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ock of Ages SEEBRONN R
Wundertüt e n
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Von Horst Berner
Mit dem rasanten Aufstieg der CD ab den 1980er Jahren und den anschließenden Online-Musikdiensten drohte der guten alten Schallplatte das Aus. Doch Vinyl erlebt seit Jahren ein Revival. Viele Neuheiten sind ebenfalls als LP zu haben, ganz zu schweigen von der Flut an Repros mit Oldie-Material. Diese Entwicklung setzte nicht nur eine Debatte über die Sinnlichkeit analogen Musikhörens in Gang, der Blick fällt auch wieder auf die "Wundertüten", in denen die schwarzen Scheiben stecken: kunstvoll gestaltete großformatige Albumhüllen. Ausgewählte Beispiele erläutert diese Serie.
(*1944; voc, keys, perk), Lee Loughnane (*1946; tp, flh, perk, voc), James Pankow (*1947; pos, perk, voc), Walter Parazaider (*1945; sax, fl, perk, voc) und Danny Seraphine (*1948; dr, perk, voc) zu den glorreichen Sieben, die fortan mit "Make Me Smile" und "25 Or 6 To 4" – deutsche CBS-Singles (1970) heißen Live-Acts auf allen Bühnen der Welt populär wurden. In den USA sowieso, wo CHICAGO in den Charts Platz 4 belegte, flankiert von den Single-Auskopplungen "Make Me Smile"/"Colour My World" (17. März) und "25 Or 6 To 4"/"Where Do We Go From Here" (30. Juni 1970), die in den um Woodstock-Festival schaffte es die Band zwar nicht Top 10 auf 9 beziehungsweise 4 stiegen. Doch auch in Großbri– sie wurde durch Santana ersetzt –, weil ihr Promotannien waren Chicago groß angesagt und spielten beim dritten ter Bill Graham darauf bestand, dass sie stattdessen Isle-Of-Wightin San Franciscos Fillmore West auftreten sollte. Darüber Festival am hinaus erreichte sie im Lauf ihrer Karriere aber nahezu alles, 28. August was es im Musikbusiness zu erreichen gibt: Sie ist Mitglied 1970 vor weit der Rock'n'Roll Hall Of Fame, Grammy-Award-Gewinner, über 600.000 hat ihren Stern auf dem Walk Of Fame in Los Angeles und Besuchern. gehört mit über 100 Millionen verkauften Tonträgern zum Dokumentiert erlauchten Kreis der erfolgreichsten Interpreten weltweit. ist der Gig auf CHICAGO (1970) Aufgeklappte Innenhülle (1970) zwei VinylDie Rede ist von Chicago, dem in Anlehnung an seine Heischeiben, die das Label Rhino Records am 8. November 2018 als LIVE AT THE matstadt benannten Septett, das erst als The Big Thing agierte und dann, ab ISLE OF WIGHT FESTIVAL veröffentlicht hat. Hiesige Fernsehzuschauer konnten 1968 von Los Angeles aus, als The Chicago Transit Authority. Sein selbst besich bereits in der am 31. Dezember 1969 ausgestrahlten 50. Sendung des „Beattiteltes Debüt von 1969 überraschte einerseits dadurch, dass den Newcomern freizusetdank ihres Managers und Produzenten James William Guercio (*1945) gleich Club" ein Bild davon machen, welche Energie die versierten Musiker freizuset zen vermochten, als sie die Hitsingle "I'm A Man" (UK: 8; D: 10) vom ein Doppelalbum zugestanden wurde, ersten Album live performten. Der von Steve Winwood und Jimmy Miller andererseits durch die experimentelle Fusion aus Rock-, Pop-, Jazz-, Funkgeschriebene Song, 1967 von der Spencer Davis Group wahrlich nicht schlecht interpretiert, verändert und Klassik-Elementen, bei der den sich in der Chicago-Version zu Bläsern eine prominente Rolle zueinem Höllenspektakel. Befeuert kam. Damit definierte die Band ihren von Drummer Seraphine kreieren Sound, der sich deutlich unterschied alle Bandmitglieder auf diversen von damals gängigen Musikformaten, Perkussionsinstrumenten eine warum sie – ähnlich wie Blood, Sweat Dynamik, die, in Anlehnung an & Tears – mangels besserer AlternaUdo Lindenbergs Textzeile aus tiven zunächst der Kategorie „Under"Rudi Ratlos", zur Metapher verground" zugeordnet wurde. Das sollte führt: „Dieser Rhythmus, dass sich jedoch genauso rasch ändern wie der Gruppenname, gegen den der Chijeder mit muss, das geht in jedes Bein – das muss Chicago sein." cagoer Verkehrsverbund CTA (Chicago Transit Authority) Einspruch erhob. Als Auf CHICAGO stehen arriviervor 50 Jahren, am 26. Januar 1970, te Kompositionen wie Pankows bei Columbia die nächste Einspielung "Ballet For A Girl In Buchannon" erneut als Zweifach-Vinyl herauskam, (dessen Take "Colour My World" wurde sie schlicht CHICAGO benannt. hörbar von Bachs „BrandenburDeren kommerzieller Erfolg ebnete gischen Konzerten" inspiriert den Weg von der Subkultur zum worden ist) sowie die von Lamm, Mainstream und machte Peter Cetera (*1944; voc, b), Terry Kath (1946– Chicago, v.l.i.Uzs: Kath, Seraphine, Cetera, Parazaider, Kath geschriebenen, mit "Movement" betitelten vier Parazaider, Pankow, Loughnane, Lamm Isle Of Wight, Festivalposter 1978; voc, g, perk), Robert Lamm
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Sätze neben knalligen RockPlatten der Grupnummern wie Kaths "In The pe gezeigt, sei es als US-Flagge, Country" oder Lamms "25 Seite 1: Holzschnitt, PräOr 6 To 4" und Ceteras char1. "Movin' In" (4:05) gedruck, Fingerabmanter Ballade "Where Do 2. "The Road" (3:09) druck, Postpaket We Go From Here". Abwechs3. "Poem For The People" (5:33) 4. "In The Country" (6:31) oder aufgerissenes lungsreicher kann eine ExSchokoladentäfelkursion in Sachen Popmusik Seite 2: chen wie bei CHIkaum sein. Präsentiert wird 5. "Wake Up Sunshine" (2:29) "Ballet For A Girl In Buchannon" (Tracks 6–12) LIVE AT THE ISLE OF das von Ausnahmekönnern, CHICAGO X (1976), CAGO X (1976) – WIGHT FESTIVAL (2019) die ihr Handwerk sowohl auf 6. "Make Me Smile" (3:32) wofür es 1977 einen Grammy-Gewinner 1977 7. "So Much To Say, So Much To Give" (1:04) Grammy in der Kategorie „Bestes Albumcover" der Straße als auch an der Chicagoer DePaul Universi8. "Anxiety's Moment" (1:00) gab. Für John Berg, der in seiner langen Karriere ty erlernt hatten, und intoniert von drei Leadsängern – 9. "West Virginia Fantasies" (1:34) von 1961 bis 1985 bei Columbia als Art Director Cetera (Tenor), Kath (Bass) und Lamm (Bariton) –, deren 10. "Colour My World" (2:58) für mehr als 5000 Alben verantwortlich zeichGesangskünste den Vergleich mit den Beach Boys oder 11. "To Be Free" (1:21) 12. "Now More Than Ever" (1:27) nete, war das – neben 26 Nominierungen – die Beatles nicht zu scheuen brauchten. Unterbewertet in vierte Verleihung den Rankings „Beste Gitarristen" bleibt bis heute Terry Seite 3: nach THE BARBRA Kath, der sich am 23. Januar 1978 bei einem tragischen 13. "Fancy Colours" (5:09) STREISAND ALUnfall im Über14. "25 Or 6 To 4" (4:58) 15. "Prelude" (1:18) BUM (1963), BOB schwang mit einer 16. "A.M. Mourning" (2:05) DYLAN'S GREAPistole buchstäb17. "P.M. Mourning" (1:59) TEST HITS (1967) lich das Gehirn 18. "Memories Of Love" (4:01) und UNDERausblies. Von keiSeite 4: GROUND (Theloninem Geringeren "It Better End Soon" (Tracks 19–22) ous Monk; 1968). als Jimi Hendrix 19. "1st Movement" (2:30) Ebenso unspektawird gesagt, dass 20. "2nd Movement" (3:47) kulär, wenngleich er Kath als seinen 21. "3rd Movement" (3:19) gerade dadurch L i e b l i n g s g i t a r22. "4th Movement" (1:15) 23. "Where Do We Go From Here" (2:53) aufsehenerregend, risten bezeichnet blieb in der Ge- Kath-Dokumentation habe. Wie auch Track 1 + 6 bis 12: James Pankow; Track 2 + 4 + 18: Terry Kath; auf DVD (2018) immer, unbestrit- Track 3 + 5 + 13 + 14 + 19 + 22: Robert Lamm; Track 15 bis 17: Terry schichte der Band Kath & Peter Matz; Track 20: Walter Parazaider & Robert Lamm; CHICAGO, Columbia (1970) (die mehrfach umbesetzt wurde und aktuell ten ist, dass CHITrack 21: Terry Kath & Robert Lamm; Track 23: Peter Cetera als Dezett spielt) die Titelgebung ihrer TonträCAGO (in der Bandchronik später bisweilen als CHICAger in römischer Zahlschrift und vereinzelt in arabischen Ziffern. Das muss in GO II geführt) eines der besten Doppelalben seiner Zeit ist und mit Klassikern Sachen Einprägsamkeit zwar nicht immer die ideale Lösung sein, wer dieser wie ELECTRIC LADYLAND, THE BEATLES, TOMMY oder LAYLA AND OTHER Herausforderung standhält, kann aber deren jüngste LP, ein am 11. Oktober ASSORTED LOVE SONGS in einem Atemzug genannt werden darf. Unterstri2019 veröffentlichtes Weihnachtsalbum, auch unter chen wird das von drei Grammy-Nominierungen im Jahr 1971 in den Kategorien CHICAGO XXXVII katalogisieren. „Album des Jahres", „Beste zeitgenössische Gesangsdarbietung einer Gruppe" und „Bestes Albumcover". Gut ein Jahr zuvor, am 31. August 2018, blitzte die Relevanz von CHICAGO nochmals auf, als Rhino das Werk in einer Collector’s Natürlich liegt die Extravaganz von Edition neu zugänglich machte. Neben dem Chicago in der Fokussierung auf ihre Remix der Songs durch Tontüftler Steven ureigene Form von Brass Rock, und der Wilson auf CD und Doppel-LP bietet die Box klingt immer dann besonders imposant, Live-Interpreta- CHICAGO CHRISTMAS wenn er live geboten wird. Ein frühes eine CD und DVD mit deren Live-Interpreta (2019) Beispiel dafür ist die 4-LP-Box CHICAtionen vom 7./8. November AbgerunGO AT CARNEGIE HALL vom Oktober 2017 auf der WTTW-Soundstage in Chicago. Abgerun Posterbeilage zu CHICAGO (1970) Originalausga1971 mit der Quintessenz der Auftritte det wird das Ganze – ähnlich wie bei der Originalausga während einer Woche im April desselben Jahres im legendären Konzerthaus be – durch ein Poster, auf dem die Musiker abgelichtet in Manhattan, wo überwiegend Titel vom zweiten Album gespielt wurden. sind. Im Fazit ist das ein Ohrenschmaus für die Fans Demgegenüber steht die ungekünstelte Außendarstellung des Septetts, das auf und wohl auch eine Eigenhommage der „Rockband kapriziöses Frontmann-Gehabe und alberne Rock’n’Roll-Plattitüden beharrlich mit Bläsern" an ihre avantgardistischen Tage. Zu Inverzichtet hat. Zu einem Symbol für diesen klaren Stil wurde das von John jener Zeit formulierten sie idealistisch auf der In Hendrickson Berg (1932–2015) entworfene, von Nick Fasciano (1940) gestalnenhülle des Covers: „With this album, we dedicate tete Logo, das erstmals groß auf dem Front- und Backcover von CHICAGO ourselves, our futures and our energies to the people CHICAGO-Box (2018) of the revolution … And the revolution in all of its prangte. Wie kaum ein anderes Bandsignet – und forms” („Mit diesem Album widmen wir uns, unsere Zukunft und unsere Energie es gibt viele, die vertraut sind: AC/DC, The Doors, den Menschen der Revolution … und der Revolution in all ihren Formen"). DerELO, Kiss, Monkees, Van Halen, Yes, die Rollinglei Worte und Gedanken gingen 1970, in einer Stones-Zunge – hat sich der Epoche der politischen Unruhen, von Vietnamelegant geschwungene Chikrieg und gesellschaftlichen Veränderungen, cago-Schriftzug tief in die leicht über die Lippen. Später lieferte die Gruppe Köpfe eingeprägt. Angeregt dann Softballaden, die weniger progressiv klanvom berühmten Coca-Colagen, dafür aber zu Megahits wurden. Mit dieser Firmenzeichen, wie Berg darKonsequenz: Die Billboard Charts notierten Chilegte, ist das Chicago-Design cago im November 2019 in ihrer Liste der „Top inzwischen selbst zu einer 125 Künstler aller Zeiten" auf Platz 10 – nach modernen Ikone geworden. den Beatles, Rolling Stones, Elton John, Mariah Kein Wunder, die plakative Carey, Madonna, Barbra Streisand, Michael Down Beat", 29.10.1970 Darstellung wurde in unzäh"mit Chicago-Titelstory Chicago (2019) Jackson, Taylor Swift und Stevie Wonder. ligen Varianten auf fast allen GoodTimes 1/2020
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John Fogerty
Foto: © Yegor Borisenko
Früchte des Zorns
Vor 46 Jahren veröffentlichte John Fogerty sein erstes Solo-Album THE BLUE RIDGE RANGERS. Der aus CCR-Zeiten von Hitnotierungen verwöhnte Superstar musste dabei erfahren, dass er nicht mehr auf Erfolg abonniert war. Fortan sollte für mehr als 20 Jahre Wut sein Antrieb sein. Die Wut gegen seine undankbaren Ex-Bandkollegen, Hass auf den Boss seiner Plattenfirma und Wut gegen den Rest der Welt. Jetzt hat er sich, 50 Jahre nach der ersten CCR-LP, mit einer neuen Liveplatte zu Wort gemeldet.
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as Ende von Creedence Clearwater Revival 1972 war nicht wirklich überraschend gekommen. John Fogerty, inzwischen 27 Jahre alt, hatte die Lage frühzeitig erkannt und bereits parallel zur letzten CCR-LP an einem CountryAlbum gearbeitet. Er spielte darauf alle Instrumente selbst – inklusive Pedalsteel, Fiddle und Bläsersätze. Er wollte beweisen, dass er es besser konnte, alles besser konnte, dass er das einzige Genie von Creedence gewesen war. Seine Stimme, seine Gitarre, die weltweit die Radiosender dominiert hatten, waren ja das markante Markenzeichen der Band gewesen. Sein erstes Solo-Album mit zwölf Coversongs erschien bei Fantasy unter einem Pseudonym: THE BLUE RIDGE RANGERS. Auf der Hülle gab es nur einen kleinen Hinweis, wer hier am Werk gewesen war: „Arranged and produced by John Fogerty." Er setzte allein auf die Durchschlagskraft seines Talents. Mit den Singles "Jambalaya" und "Hearts Of Stone" kam er in die Top 40, und die LP gelangte immerhin noch in die Top 50 der US-Album-Charts. Was für jeden anderen Musiker sicher ein riesiger Erfolg gewesen wäre, muss sich für Fogerty aber wie eine ungeheure Niederlage angefühlt haben. Er beerdigte das THE BLUE RIDGE RANGERS-Konzept und grub Seite
es erst 2009 mit THE BLUE RIDGE RANGERS RIDES AGAIN wieder aus. Und auch 36 Jahre später blieb der Erfolg aus – trotz illustrer Besetzung an allen Instrumenten und gesanglicher Unterstützung unter anderem von Bruce Springsteen, Don Henley und Timothy B. Schmit von den Eagles. Fogertys Kreativität als Songwriter hatte bereits 1973 einen Tiefpunkt erreicht. 1975 unternahm er seinen zweiten Anlauf als Solokünstler. Diesmal ohne auf seinen Namen als Zugpferd zu verzichten. Besonders laut sollte das Album werden, war sein Anspruch. David Geffen hatte Fogerty aus seinem Knebelvertrag mit Saul Zaentz’ Fantasy Records zumindest für die Rechte in den USA herausgekauft, so dass das neue Album JOHN FOGERTY mit selbst geschriebenen Titeln wie "Rockin’ All Over The World" und "Almost Saturday Night" bei Asylum Records erschien. "Rockin’ All Over The World" war mit Platz 27 nicht mehr als ein Achtungserfolg, entwickelte sich aber ein Jahr später zum größten Hit der britischen Band Status Quo. Längst
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Von Mark Bloemeke
wurde das Radio vom Pop der Bee Gees, eines Elton John oder gar von Abba dominiert. Es sah so aus, als sei Fogerty abgemeldet. 1976 lehnte Plattenboss Joe Smith sein nächstes Album mit Titeln im Disco-Gewand nach der Testveröffentlichung einer Single ab. Fogerty stand am Abgrund. Er stritt sich mit jedem, der ihm über den Weg lief, seiner alten Plattenfirma, Banken, seinen ehemaligen Mitmusikern. Zahlreiche Prozesse reihten sich aneinander. Seine Wut ließ ihn nicht mehr schlafen, wütend trat er gegen die Türen zu Hause, schlug mit der Faust auf den Tisch, so dass ihm die Hand brach, und entwickelte ein Magengeschwür, das operiert werden musste. Zeitweise besoff er sich, um überhaupt mal schlafen zu können. Wenn er nicht in seiner Jagdhütte in Troy in Oregon weilte, trieben ihn der Zorn und seine eiserne Disziplin jeden Tag in sein kleines Studio, wo er an den Instrumenten, insbesondere am Schlagzeug, übte und versuchte, Songs zu entwickeln.
Music from the 60s to the 80s
1980 beendete er den Streit mit Fantasy, indem er auf sämtliche Tantiemen als Musiker von Creedence Clearwater Revival verzichtete. 1983 gewann er dann einen ersten Prozess gegen die Bank, die der Band ihr gesamtes Vermögen gestohlen hatte. Endlich hatte er nun wieder die Gelassenheit, um Lieder zu schreiben. Ende 1984 erschien John Fogertys erfolgreichstes Album: CENTERFIELD enthielt mit "The Old Man Down The Road" seinen ersten Nummer1-Hit überhaupt. Der populäre Titelsong der LP läuft seither bei praktisch jedem Baseballspiel in den USA. Wieder hatte er alle Instrumente selbst eingespielt, nahm mit Drummachine und Synthesizer durchaus Einflüsse der 80er Jahre auf, vermengte sie aber gekonnt mit seinem Sound, dem CreedenceSound. Ein Song, "Big Train From Memphis", erregte die Aufmerksamkeit von Roy Orbison, Jerry Lee Lewis, Carl Perkins und Johnny Cash, die Fogerty einluden, eine Version mit ihnen aufzunehmen. Das war für ihn der Ritterschlag. Fogerty, der Musikmachen als Wettkampf versteht, stand wieder in der ersten Reihe. Er sah sich auf Augenhöhe mit den Größen der 80er Jahre, mit Bruce Springsteen, Tina Turner, die einst noch mit Ike Vorgruppe bei ihm gewesen war, mit Michael Jackson und Prince.
Zorn nur zerstörerisch wirkte, lösten die Blockade. Statt Wut entwickelte er wieder Kreativität. Sein bis heute bestes Album war das Ergebnis: BLUE MOON SWAMP. 1993, als Creedence Clearwater Revival von Bruce Springsteen in die Rock’n’Roll Hall Of Fame eingeführt wurden, zeigte sich noch einmal, wie tief die Gräben in der Band inzwischen waren. Fogerty weigerte sich, mit Doug Clifford und Stu Cook zu spielen, Tom war inzwischen an Aids gestorben, ohne dass sich die Brüder versöhnt hatten. Als Reaktion auf die Abweisung beschlossen Clifford und Cook, noch einmal Kapital aus der Vergangenheit zu schlagen und gingen als Creedence Clearwater Revisited auf Tour. Fogerty, „The Man Formerly Known As Creedence Clearwater Revival", wie er sich in Anlehnung an Prince nannte, war natürlich nicht amüsiert.
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Foto: © Yegor Borisenko
BLUE MOON SWAMP brachte ihm 1997 einen Grammy ein. Die folgende Tour durch die USA, auf der er endlich auch wieder seine CCR-Songs spielte, wurde zum Triumphzug. Zwar gelang es Fogerty bis heute nicht mehr, so überzeugend und eingängig zu komponieren, wie er es 1969 ein Jahr lang getan hatte, aber statt wie in den vergangenen Jahrzehnten dem Zeitgeist nachzujagen, ist er bei Dem Höhenflug folgte die große Ernüchterung: sich selbst angekommen. Und er hat die SelbstsiEr wurde von Fantasy verklagt, mit "Old Man" cherheit, mit anderen Zeitgenossen zusammenzuareine Kopie seiner Komposition "Run Through The beiten, zum Beispiel bei DEJA VU (2004), auf dem Jungle" geschaffen zu haben, an der Fantasy die er sich ein Gitarrenduell mit Mark Knopfler lieferRechte hatte. Zwar bemühte sich Fogerty, mit einem te. Als amerikanischer Superstar schnell nachgeschobenen Solo- und CCR-Discographie mit Legendenstatus kommentiert Album am Erfolg festzuhalten, tourte mit einer in GoodTimes Edition Discographien er das politische Geschehen in den USA und bezieht als liberaler Deerstklassigen Band durch Vol. 5 – siehe Shop Seite 31 De mokrat Stellung, etwa mit der „Vote die USA, weigerte sich For Change Tour" 2004, als er sich für die Abwahl aber, seine eigenen Lieder aus Creedence-Zeiten zu George W. Bushs stark machte, oder im Duett mit spielen – zu groß war sein Hass auf alle, die daran Keith Urban für die Kriegsveteranen. 2013 erschien an seiner Stelle verdienen würden und ihn mit diesein vorerst letztes neues Studio-Album mit zwei sem Geld auch noch weiter mit Klagen überziehen sehr gelungenen neuen Kompositionen und zwölf würden. EYE OF THE ZOMBIE war ein kommerziRemakes seiner Klassiker in Zusammenarbeit mit eller Flop, und auf der Tour wurde er ausgebuht, Stars wie den Foo Fighters, Keith Urban, Bob Seger, während Bruce Hornsby und Bonnie Raitt, die sein Brad Paisley oder Allen Toussaint. Und noch einmal Vorprogramm bestritten, gefeiert wurden. gelangte er fast bis an die Spitze der Charts, nämlich auf Platz 3. Die Dämonen hatten Fogerty wieder eingeholt, seine besten Auftritte gab er in den folgenden Jahren Seit ein paar Jahren spielt er wie sein großes Vorin Gerichtssälen, um den bis heute teuersten Prozess bild Elvis Presley zweimal im Jahr wochenlang vor der Musikgeschichte 1993 gegen Fantasy für sich zu ausverkauften Häusern in Las Vegas. Er ist mit seientscheiden. Doch angesichts des Scherbenhaufens, ner Musik zur vielbeachteten Voice Of America geden er hinterlassen hatte, besann er sich, heiratete worden. Da kann man ihm verzeihen, dass er 2015 neuerlich und ging auf Spurensuche. Er kehrte zu zu seinem 70. Geburtstag seine nicht wirklich geden Quellen zurück, die ihn zu CCR-Zeiten inspiriert lungene Autobiografie veröffentlichte. Aktuell erhatten, bereiste ausgiebig die Südstaaten, suchte scheint nun sein Album 50 YEAR TRIP – LIVE AT die Gräber von Charly Patton und Robert Johnson RED ROCKS, das bei einem einzigen Konzert einen auf und kaufte Grabsteine für sie. Er hatte erkannt: Rückblick auf seine 50-jährige Karriere bietet, ganz Die Bluesgrößen waren alle tot, ihre Musik lebte ohne Groll, dafür mit musikalischer Unterstützung weiter, und wem sie gehört, war vollkommen unseiner Söhne Tyler und Shane. interessant! Diese Einsicht und die Erkenntnis, dass
Foto: Š Bubi Heilemann