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Skippers N° 99 - Swiss Sailing

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skippers

Tudor Team Alinghi zurück im Geschäft

Jules Verne:

The Famous Record

Frischer Wind in der Swiss Sailing League

Die Surprise weiter auf Kurs

25 Jahre Skippers, 25 Jahre Traumtörns

EDITORIAL

SAILING

Liebe Seglerinnen und Segler

Eine zentrale Rolle für die weitere Entwicklung unseres Verbande spielt die Position als Chefin oder Chef Sport und Entwicklung, die wir kürzlich ausgeschrieben haben. Aktuell befinden wir uns mitten im Evaluationsprozess und dürfen uns über zahlreiche qualitativ sehr gute Bewerbungen freuen. Das bestätigt uns darin, dass diese Aufgabe als attraktiv und zukunftsgerichtet wahrgenommen wird. Wir sind zuversichtlich, die Stelle in absehbarer Zeit kompetent besetzen zu können. Intensiv beschäftigt uns aktuell auch das neue Verbandsfördermodell von Swiss Olympic. Es bringt klare Anforderungen, aber auch Chancen mit sich. Die bevorstehenden Auditgespräche sind für uns keine Pflichtübung, sondern eine wertvolle Gelegenheit, unsere Strukturen kritisch zu reflektieren und weiterzuentwickeln.

Insgesamt sind wir gut unterwegs, den Verband auf die zukünftigen Herausforderungen im Leistungs- und Breitensport auszurichten. Das gelingt nur dank des Engagements vieler Beteiligter – im Ehrenamt ebenso wie im operativen Bereich. Dafür danke ich herzlich. Ich freue mich darauf, diesen Weg gemeinsam weiterzugehen und unseren Segelsport nachhaltig zu stärken.

Marco Brunner, Geschäftsführer von Swiss Sailing

Fokus

Marco Brunner Geschäftsführer von Swiss Sailing Marco Brunner hat am 1. Januar 2026 die operative Führung von Swiss Sailing übernommen. Der Zuger ist seit 16 Jahren im Umfeld von Swiss Sailing Team tätig und kennt die Mechanismen des Verbands aus erster Hand. Durch seine Praxis-, Betreuungs- und Managementerfahrung verfügt er über einen ganzheitlichen Blick auf das System. Er will nicht nur für ein reibungsloses Funktionieren des gesamten Verbands sorgen, sondern auch die Zusammenarbeit intensivieren und strukturelle Veränderungen begleiten.

Mit Rolex zu den Olympischen Spielen Rolex wird Swiss Sailing Team bis zu den Olympischen Sommerspielen 2028 als Hauptsponsor unterstützen. Die Partnerschaft ermöglicht es dem Team, auf höchstem Niveau zu arbeiten, die Betreuung zu strukturieren und die Talentsichtung zu intensivieren. Gleichzeitig stärkt sie – über das olympische Ziel hinaus – die Förderung entlang der gesamten Entwicklungskette vom Nachwuchs bis zur Elite sowie die Professionalisierung des Segelsports

Swiss Sailing System: Referenzrahmen für die Ausbildung

Das Swiss Sailing System ist bereit für den Einsatz in allen Schweizer Segelclubs. Es dient dazu, das Niveau der Seglerinnen und Segler in fünf altersund klassenunabhängigen Stufen – vom Einstieg bis zum Regattasegeln – zu zertifizieren. Das System wurde umfassend überarbeitet und basiert auf klaren, schweizweit gültigen Kriterien, die mit den Vereinsstrukturen, den Anforderungen von J+S und internationalen Standards kompatibel sind. Damit steht den Nachwuchsverantwortlichen übersichtliches Instrument zur Strukturierung der Ausbildung und Beurteilung der Kompetenzen zur Verfügung. Weitere Informationen erhalten Sie bei Ihrem Club.

Gottifredi Maffioli unterstützt das Swiss Sailing Team Im Spitzensport ist die sorgfältige Vorbereitung von Boot und Takelage Voraussetzung für gute Leistungen. Jetzt wird der technische Support der Seglerinnen und Segler durch die Zusammenarbeit von Swiss Sailing Team, SUI 46°16’ und Gottifredi Maffioli zusätzlich verstärkt. Der italienische Spezialist für hochwertiges Tauwerk, der dieses Jahr sein 100-Jahr-Jubiläum feiert, arbeitet eng mit den Teams zusammen, um bedürfnisgerechte und klassenspezifische Lösungen zu entwickeln und umzusetzen.

Sailing Energy
Thierry
Verhulst
Thierry Verhulst
Nicolas Jutzi
Text ) Sophia Urban

Swiss Sailing Team

Tine Rossel, von den Ski auf Foils

Tine Rossels sportlicher Werdegang ist ziemlich unkonventionell. Die St. Moritzerin wechselte im Rahmen eines von Swiss Sailing Team organisierten «Talent Transfers» von den Slalomtoren auf die Foils eines Nacra 17. Gemeinsam mit Andrea Aschieri arbeitet sie auf eine Olympiateilnahme hin.

Text ) Sophia Urban

Die Idee entstand aus einer Begegnung. «Christian Scherrer kannte mich gut, wir segeln im gleichen Club in St. Moritz», erzählt Tine Rossel. «Er wusste, dass ich Skifahren als Leistungssport betrieb und suchte nach Teammitgliedern, die nicht unbedingt viel Segelerfahrung mitbringen, dafür aber körperlich fit sind. Ich habe zunächst gezögert. Mit dem Skifahren aufzuhören war keine leichte Entscheidung. Ich wollte meinen

Sport nicht für ein unseriöses Projekt aufgeben und habe mir ein Jahr Bedenkzeit genommen.»

Zur gleichen Zeit versuchte Andrea Aschieri sein Olympiaprojekt neu aufzugleisen. Am Youth America’s Cup 2024 kam er mit Christian Scherrer ins Gespräch. «Ich war auf der Suche nach einer neuen Vorschoterin, nachdem meine Segelpartnerin und ich getrennte Wege gegangen waren», so Andrea.

Im November 2024 starteten Andrea und Tine ihren ersten Versuch auf dem Wasser. Sie absolvierten ein zweiwöchiges Training und nahmen

auch an einer Regatta teil. «Für mich war es das erste Mal auf einem Foiler», verrät Tine. «Das Tempo hat mir auf Anhieb gefallen, aber auf dem Trapez fühlte ich mich anfangs nicht wohl. Es war intensiv, ein wenig einschüchternd, aber sehr amüsant. Zum Glück hatten wir wenig Wind, das hat mir den Einstieg ins Foilen erleichtert. Nach der Regatta musste ich mich wegen der anstehenden Selektion von Swiss Sailing Team schnell festlegen. Ich habe mich fürs Segeln entschieden und mich vom Skirennsport verabschiedet.»

Tine ist jahrelang erfolgreich FIS-Rennen gefahren und weiss, was Spitzensport bedeutet. «Die Parallelen zum Segeln liegen in der Geschwindigkeit, im Adrenalin und im täglichen Training. Aber Segeln verlangt mehr Ausdauer. Im Skisport war die Belastung explosiv und vor allem auf Beine und Rumpf konzentriert. Jetzt trainiere ich länger und mit mehr Wiederholungen.»

Auch Andrea musste sich an die neue Konstellation anpassen. «Mir war klar, dass der Umstieg für Tine mit viel Arbeit verbunden sein würde. Ich hatte bereits drei Jahre Erfahrung auf dem Nacra und war mit dem Boot vertraut. Unser Ziel war es, sicher zu segeln, möglichst viele Stunden auf

dem Wasser zu verbringen und uns Schritt für Schritt zu verbessern.»

«Am Anfang musste meistens Andrea den Lead übernehmen, er kannte alles besser als ich», gesteht Tine. «Für jemanden, der aus dem Einzelsport kommt, ist es ungewohnt, ständig Anweisungen zu bekommen. Inzwischen ist das Verhältnis ausgeglichener. Wir kommunizieren und machen gemeinsam Fortschritte.» Auch an Land verstehen sich die beiden gut. In Trainingslagern und an Regatten verbringen sie viel Zeit miteinander.

Als Trainerin konnte Victoria Travascio, die ehemalige Vorschoterin von Santiago Lange, verpflichtet werden. Für Christian Scherrer zeigt dieses Projekt exemplarisch die Rolle des Verbands: «Er schafft Verbindungen. In diesem Fall hat sich alles wie von selbst gefügt. Tine bringt Disziplin, Frische und mentale Stärke mit. Der Talenttransfer zwischen Sportarten hat hervorragend funktioniert. Er ist attraktiv und birgt viel Potenzial für die Zukunft.»

Die Saison 2026 beginnt im Frühjahr in Palma. Auf Tine wartet ein dichtes Programm, denn neben mehreren internationalen Regatten stehen Maturaprüfungen an. Der Weg nach Los Angeles ist noch lang, doch der Sprung vom Schnee aufs Wasser sieht bereits sehr erfolgsversprechend aus.

Daniel Vonwiller
zVg
DAS DUO ASCHIERI/ROSSEL VERSTAND SICH AUF ANHIEB.
TINE ROSSEL BETRIEB SKI ALS LEISTUNGSSPORT, BEVOR SIE ZUM SEGELN WECHSELTE.

Offizielle

Die Rolle der Vermesser

In der Schweiz sind rund 20 Vermesser im Einsatz. Ihre Aufgabe ist zentral und doch bleiben sie meist im Hintergrund. Sie sorgen dafür, dass das an Regatten eingesetzte Material den Klassenregeln entspricht, und garantieren damit die sportliche Fairness. «Ohne Regeln gibt es keinen Wettkampf», bekräftigt Jean-Pierre Marmier, der von 1988 bis 2004 als Vermesser an den Olympischen Spielen im Einsatz war.

Text ) Sophia Urban

Als Marmier 1961 seine Tätigkeit als offizieller Vermesser aufnahm, fand die Vermessung vor allem in den Werften statt. «Unsere Arbeit bestand überwiegend darin, die Boote nach ihrer Fertigstellung zu kontrollieren, insbesondere in den Meterklassen und den olympischen Klassen», erinnert er sich. Mit der Industrialisierung des Bootsbaus habe sich das geändert. «Heute werden die Boote bei der Auslieferung durch die meist im Ausland ansässigen Werften zertifiziert. Für uns Vermesser in der Schweiz spannend geblieben ist die Kontrolle der Boote nach einer Restaurierung.» Als besonders wichtig bezeichnet Marmier die berufliche Einstellung: «Der

Vermesser ist kein Polizist, der Betrüger überführen soll. Er unterstützt die Segler dabei, ihr Material regelkonform zu halten. Dazu braucht es Integrität, Objektivität, Diskretion und fachliche Kompetenz.»

Guy-Roland Perrin ist seit 50 Jahren als Vermesser tätig. Der Spezialist für Meterklassen hat sämtliche technischen Entwicklungen miterlebt, «den Übergang von Holz zu Aluminium und dann zu GFK und Kohlefaser. Mit jeder Entwicklung mussten wir neue Strukturen verstehen.» Auch die Messmethoden haben sich verändert. «Früher arbeiteten wir mit Wasserwaage, Lot und Taschenrechner, heute kommen Laser, Ultraschall und Scanner zum Einsatz, mit denen sich ein Rumpf millimetergenau erfassen lässt. Segel wurden früher zentimetergenau vermessen, heute bewegen wir uns mindestens im Millimeterbereich. Der Vermesser muss teures Material anschaffen und komplexe Instrumente beherrschen.»

Yorick Klipfel, der seit 2013 als Vermesser arbeitet und kürzlich zum Präsidenten der Schweizer Vermesser gewählt wurde, verkörpert diese technikorientierte Entwicklung. Mit seiner Expertise als Maschinenbauingenieur und Präsident der ACVL weiss er: «Vermessung ist Messtechnik. Man muss streng methodisch vorgehen und die Klassenregeln perfekt kennen.» Die zunehmende Verbreitung strikter Einheitsklassen habe

JEAN-PIERRE MARMIER IST SEIT ÜBER 60 JAHREN ALS VERMESSER TÄTIG. ER HAT IN SEINEN ARCHIVEN NACH ALTEN BILDERN GEGRABEN.

die Tätigkeit verändert. «Viele Boote kommen bereits zertifiziert aus der Werft. Unsere Aufgabe besteht eher in der Kontrolle und Begleitung.» Der Tag der Vermesser am 7. Februar verdeutlichte diese Entwicklung. 18 Vermesser trafen sich in der Scheurer Bootswerft, um Klassenakkreditierungen zu klären, Zuständigkeiten zu regeln und sich weiterzubilden. «Es bestand Aufholbedarf, wir waren mehrere Jahre in Verzug», sagt Klipfel. Im Praxisteil wurde eine A-Class vermessen. «Die Klasse ist viel komplexer, als sie scheint, ähnlich wie der Optimist, erklärt der Präsident. Urs Rothacher, Mitglied des Zentralvorstands von Swiss Sailing, war am Tag der Vermesser ebenfalls vor Ort. Sein Fazit: «Die Tätigkeit der Vermesser hat sich grundlegend verändert. Für faire und glaubwürdige Regatten bleiben sie jedoch unverzichtbar.»

zVg
Olivier Lhopez
YORICK KLIPFEL BEIM VERMESSEN

Was treibt einen Menschen dazu an, Großartiges zu leisten? Es mit dem Unbekannten aufzunehmen, etwas Neues zu wagen und vor nichts zurückzuschrecken?

Es ist die Willenskraft, die auch TUDOR hervorbrachte. Es ist die Energie, für die jede Armbanduhr von TUDOR steht. So auch die Black Bay 68, eine Taucheruhr in Edelstahl mit einem Gehäuse von 43 mm und der „Master Chronometer“-Zertifizierung von METAS. Das Leben mancher Menschen wird von Kompromissen bestimmt. Andere sind bereit, ein Leben lang etwas zu wagen.

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