Die Zeitschrift | Dezember 2025 | Nummer 4
Bauxit-Mine im Amazonas: Wir fordern Glencore auf, zu handeln!
Was, wenn der Damm bricht? Tief im Amazonas-Regenwald leben die Flussgemeinschaften von Saracá, Boa Nova und Macedônia in ständiger Angst. Nur wenige Kilometer entfernt liegen die weitläufigen Rückhaltebecken der Bauxit-Mine Mineração Rio do Norte (MRN). Wie sie befürchten, hätte ein Bruch der Dämme, welche die Becken sichern, katastrophale Folgen für Mensch und Umwelt. Wie eine von Voices in Auftrag gegebene Recherche zeigt, leiden die betroffenen Gemeinschaften unter fehlender Transparenz und einem mangelnden Sicherheitsgefühl. Seit 2023 ist der Schweizer Konzern Glencore Aktionär von MRN. Wir fordern das Unternehmen auf, seinen Einfluss zu nutzen und auf die Sorgen der betroffenen Gemeinschaften zu reagieren. Im brasilianischen Bundesstaat Pará, tief im Amazonas-Regenwald, lebt Laudenilse Ferreira de Oliveira mit ihrer Familie. Ihr Haus liegt an einem Flussarm, mit
dem Boot erreichbar. Wenn die Sonne untergeht, wirkt die Szenerie idyllisch: Hühner picken auf dem Hof, Schweine grunzen im Schuppen, Kinder spielen am Wasser. Doch die Idylle täuscht. Nur wenige Kilometer von ihrem Haus entfernt liegen die Rückhaltebecken von Mineração Rio do Norte (MRN), wo die SchlammRückstände aus der Rohstoff-Förderung (Tailings) lagern. Auch wenn man sie nicht sieht, sind die Dämme für Laudenilse ständig präsent und nehmen ihr die Ruhe. «Diese Dämme sind riesig […] Was passiert mit uns, wenn einer davon plötzlich bricht?» Die Gemeinden Saracá, Boa Nova und Macedônia liegen unterhalb der Tailingsbecken von MRN, der grössten Bauxit-Mine Brasiliens. Hier wird der Rohstoff gefördert, aus dem später Aluminium entsteht, zum Beispiel für Autos, Smartphones oder Getränkeverpackungen. Die Dimensionen sind gigantisch: 27 Tailings-
Ehemals Gesellschaft für bedrohte Völker