VOICE
Die Zeitschrift der GfbV | Juni 2024 | Nummer 2
Lithium-Abbau in Chile
Das weisse Gold der Atacama-Wüste Die Lithium-Reserven in der Atacama-Wüste sind ein Segen für den chilenischen Staat und gleichzeitig eine existentielle Bedrohung für die Indigene Bevölkerung, die seit Generationen in dieser Region lebt. Die lokalen Colla-Gemeinschaften wehren sich gegen die Abbaupläne. Zusammen mit Partnerorganisationen war die GfbV vor Ort zu Besuch: ein Reisebericht. Sand, Steinwüste und staubige Hügel, soweit das Auge reicht. Vor uns erstreckt sich eine der trockensten Gegenden der Welt: die Atacama-Wüste im mittleren Norden Chiles. Von der Regionalhauptstadt Copiapó reisen wir eineinhalb Stunden ostwärts in die Paipote Schlucht. Unsere Delegation vertritt die internationale SIRGE-Koalition, deren fünf Organisationen sich für Indigene Rechte in der grü-
nen Wirtschaft einsetzen. Lesley Muñoz, Vertreterin des Steuerungskommittees der SIRGE Koalition, lädt uns ein zu einem Treffen mit ihrer Gemeinschaft, der «Comunidad Indígena Colla de Copiapó» (siehe Interview Seite 8). Auf dem Weg in dieses abgelegene Tal wird der hier alles dominierende Bergbausektor ersichtlich: Kupfer- und Eisenschmelzanlagen am Stadtrand, kilometerweit graue Staubhügel, Abraumhalden. Es ist nicht zu übersehen, dass diese Region vom Rohstoffabbau lebt: Seit Generationen hängt der Lebensunterhalt vieler Familien davon ab. Nun erhält der Bergbau Schub wegen dem Wettlauf nach Lithium, das für die Abkehr von fossilen Brennstoffen und die Elektrifizierung der Mobilität unerlässlich ist: Der chilenische Staat verspricht sich eine neue Einnah-