VOICE
Die Zeitschrift der GfbV | September 2023 | Nummer 3
Indigene Aktivist:innen in Russland
Aus dem Exil für Indigenenrechte Repression gegen kritische Stimmen in Russland erschwert den Einsatz für Indigenenrechte vor Ort. Dies trifft die Indigenen Partner:innen der GfbV, es ist aber auch in der Zusammenarbeit mit ihnen spürbar – denn auch diese dient dem Regime als Grund für repressive Massnahmen. In dieser schwierigen Situation sind neue Initiativen und Organisationen entstanden, um den Kampf für Indigenenrechte in Russland aus dem Exil weiterzuführen. Diesen Juni begann in Moskau ein Strafverfahren gegen den Menschenrechtsaktivisten Oleg Orlow. Grundlage dafür ist ein kriegs- und regimekritischer Artikel, in dem er den neu eingeführten Straftatbestand der «Diskreditierung der russischen Streitkräfte» begangen haben soll. Doch es geht um mehr: Orlow ist
Co-Leiter der mit dem Friedensnobelpreis dotierten Menschenrechtsorganisation Memorial und setzt sich seit über 40 Jahren für ein demokratisches Russland ohne willkürliche Verhaftungen und Folter ein. Ein weiteres prominentes Beispiel für den Umgang Russlands mit kritischen Stimmen ist der Indigene Schamane Alexander Gabyschew aus Jakutien im Fernen Osten Russlands. 2019 machte sich dieser auf eine Reise quer durch das Land, mit dem Ziel, Präsident Putin mit friedlichen Mittel aus dem Kreml zu vertreiben. Endpunkt der Reise sollte Moskau sein. Dort plante Gabyschew, auf dem Roten Platz ein schamanistisches Ritual durchzuführen. Doch dazu kam es nie, denn mittlerweile befindet er sich in psychi-atrischer Zwangsbehandlung – ein gebräuchliches Mit-