VOICE
Die Zeitschrift der GfbV | September 2022 | Nummer 3
Russlands Repression gegen Indigene
Nicht einmal an der Uno sind Indigene vor Russland sicher Seit dem Ukrainekrieg ist Menschenrechtsarbeit in Russland lebensgefährlich. Einige mutige Indigene lassen sich davon aber nicht einschüchtern. Aus ihrem europäischen Exil kontern sie die Propaganda des Kremls und machen weiterhin Menschenrechtsverletzungen öffentlich. Die GfbV hat jüngst ihre Zusammenarbeit mit den Exil-Indigenen intensiviert und sie bei ihrem Besuch an die Uno nach Genf begleitet. Anfang Juli reisten drei russische Indigene in die Schweiz, um über die katastrophale Menschenrechtslage in ihrer Heimat zu sprechen. Diese hat sich seit Beginn des russischen Feldzugs drastisch verschlimmert. Während des jährlichen Treffens des Uno-Expertenmechanismus für die Rechte indigener Völker (EMRIP) in Genf berichteten die Indigenen, wie das Regime ihre Gemeinschaften zerstört. Die GfbV begleitete sie bei ihrem Besuch.
Die drei Aktivist:innen haben etwas gemeinsam: Sie alle flüchteten aus ihrer Heimat ins Exil. Das widerfuhr auch Yana Tannagasheva, eine Schor aus Südsibirien: Sie musste mitansehen, wie ein Kohlekonzern das Dorf ihrer Eltern vernichtete. Nachdem sie sich dagegen einsetzte, wurden sie und ihre Familie von Sicherheitskräften bedroht. Seither leben sie im politischen Asyl in Schweden. Am EMRIP kritisierte Tannagasheva das russische Regime scharf, wofür sie viel Beachtung und Solidarität erhielt. Doch wegen ihrer ungeschönten Kritik wurde sie im UN-Plenarsaal von einem Vertreter des russischen Aussenministeriums beispiellos verbal attackiert und bedrängt (mehr dazu im Kasten Seite 3). In Genf ging die indigene Delegation an zwei von der GfbV mitorganisierten Podien vertieft auf die Gefahrenlage ein. Dabei waren auch Láilá Susanne Vars, samische Beraterin des UN-Menschenrechtsrats, so-