W A S E S A N O S T E R N W I R K L I C H Z U F E I E R N G I B T. Thomas Joussen ︱Peter Karliczek
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OSTERN. EINE B E S TA N D S A U F N A H M E . Jedes Kind – und auch die meisten Erwachsenen – freut sich auf Ostern. Draußen wird’s schon langsam warm, die gleichnamigen -Glocken sprießen knallgelb und dokumentieren, dass jetzt endgültig Frühling wird. Dazu gibt es Ferien und gutes Essen satt: Eier, Hasen und viel Schokolade. Man braucht nicht viel Phantasie, um zu verstehen, warum wir dieses kuschelige Fest so mögen, das es fast schon mit seiner großen Schwester Weihnachten aufnehmen kann. Da sind die Geschenke dann noch etwas größer, statt des Strauchs gibt es einen kompletten Baum und zudem wohlklingende Soundtracks aller Epochen (#odufröhliche, #lastchristmas&co.).
Aber halt. Da war doch noch mehr. Beide Feste markieren wichtige Punkte im Leben der Person, nach der das christliche Abendland benannt wurde: Jesus Christus. Rund um diesen Mann gibt es viel Halbwissen und nicht selten sogar Streit. Was aber hat Ostern mit ihm zu tun? Und was mit uns? Welche Rolle spielen Hase, Ei und Lamm eigentlich beim Osterfest? Warum marschiert man gerade an Ostern für den Frieden? Fragen, die auf den folgenden Seiten nach Antworten suchen …
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H R E T S O R DE ESST MEHR GEMÜSE!
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RHASE
Ein Klassiker zum Anbeißen.
Zum ersten Mal urkundlich erwähnt wurde „Ostern“ als Frühlingsfest, benannt nach der germanischen Frühlingsgöttin „Ostara“. Deren heiliges Tier war – man ahnt es vielleicht schon – der Hase: der Ostarahase quasi. Schon am Ende der kalten germanischen Winter wurde Meister Lampe freudig als Frühlingsbote begrüßt und als Symbol für Fruchtbarkeit und Leben gesehen. Die ersten Ostarafeste wurden also ohne Gedanken an Kirche & Co., aber bereits mit dem Osterhasen gefeiert, um das Frühjahr einzuläuten. Im Rahmen der Christianisierung Germaniens so um 300 n. Chr änderte sich viel für unsere Vorfahren, unter anderem auch der Anlass zum Feiern. Da der Todestag von Jesus, der zentralen Figur des christlichen Glaubens, ebenfalls auf Anfang April datiert wurde, hat man beide Feste verschmolzen und den Namen des einen mit dem Inhalt des anderen verbunden. Und den Ostarahasen gab es als Bonus bis heute noch oben drauf. 5
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Ein paar Fakten rund um die beliebteste Darreichungsform des Hasen als Schokoladenausgabe:
5,2 m Der größte Schokohase war 5,2 m groß, wog 3 Tonnen und stand in Argentinien.
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59%
ANTEIL
Der Schokoladen-Osterhase steht mit 57% Anteil an erster Stelle der Schokoladenhohlkรถrperproduktion und damit vor dem Schokoladen-Weihnachtsmann.
X 1.000.000
1,8 m
121 Millionen Schoko-Osterhasen werden pro Jahr in Deutschland verkauft.
MILKA ALLEIN PRODUZIERT Jร HRLICH 30 MILLIONEN SCHMUNZELHASEN. 7
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Das Osterlamm. Von Anfang an dabei.
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Agnus Dei (lat. Lamm Gottes) In der Osterzeit wird in unseren Breiten siebenmal so viel Lammfleisch verzehrt wie im Rest des Jahres. Und in der Tat geht die Bedeutung des Osterlamms auf die Bibel zurück. Schon in den Anfängen der Bibel im Alten Testament lesen wir vom Lamm als einem der klassischen Opfertiere, das die Menschen Gott als „Brandopfer“ darbrachten, um ihm damit das Signal zu senden, dass sie seine Macht anerkennen. Aus heutiger Sicht sicher nicht nur in den Augen von Vegetariern eine etwas skurrile Kommunikationsform; damals war das gängige Praxis. Wir lesen im Neuen Testament, also zur Zeit von Jesus, dass das historisch erste Ostern genau zu dem Zeitpunkt stattfand, als man in Israel das sogenannte Passahfest feierte. Noch heute erinnern gläubige Juden sich mit dem Passahfest an den Auszug des Volkes Israel aus der
Gefangenschaft in Ägypten. Damals – zu den Zeiten Moses – konnten sich all‘ die Familien retten, die ihre Eingangstür mit dem Blut eines Lammes eingestrichen hatten; wer die ganze, durchaus spannende Geschichte nachlesen möchte, findet sie im 12. Kapitel des zweiten Buch Mose, ganz am Anfang der Bibel. Und so ist auch das jüdische Passahfest einer der rechtmäßigen Vorläufer unseres heutigen Osterfestes. Für die Menschen zur Zeit von Jesus war also klar, dass ein Lamm ein Opfertier war. Umso erstaunlicher, dass Jesus sich zu Lebzeiten selbst oft als „Lamm Gottes“ bezeichnet und damit bereits früh sein Schicksal angedeutet hat als „unschuldiges Opfer stellvertretend für andere getötet zu werden.“ Mit dieser Geschichte beschäftigen wir uns später auf den Seiten 44 und 45 noch ausführlicher.
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eden unterwegs * Am Tag des Friedens fĂœr den Fri
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er erste Ostermarsch fand in England im Jahre 1958 statt. 10.000 Menschen protestierten mit dem Ruf „Ban the bomb“ gegen die atomare Aufrüstung. Bis heute wird vier Tage lang gemeinsam marschiert – von Karfreitag bis Ostersonntag. Von London geht es beispielsweise zu dem 83 km entfernten britischen Atomforschungszentrum Aldermaston.
In Deutschland fand der erste Ostermarsch 1960 statt – mit 1.000 Teilnehmern. Seither stieg die Zahl der Marsch- und Kundgebungsteilnehmer bei den Ostermärschen bundesweit auf bis zu 300.000 Menschen an. Das alles passiert nicht zufällig an Ostern: die heutige Friedensbewegung ist damals aus einer kleinen Bewegung „ethisch-religiöser Pazifisten“ entstanden, die sich auf die Friedensund Liebesbotschaft Jesu‘ berufen haben.
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TSCHÜÜ DIE OSTERFERIEN. FREI RUND UMS EI.
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ÜÜÜSS Ostern fällt immer auf den Sonntag nach dem ersten Frühjahrsvollmond im sogenannten Gregorianischen Kalender. Der Ostersonntag ist also frühestens am 22. März und spätestens am 25. April. +++ Dementsprechend liegen auch die Osterferien immer ein bisschen anders. Spaß machen sie den meisten Schülern und ihren Familien zu jeder Zeit: Skifahren, Wandern, zu Hause bleiben. Ein paar Tage frei gehen immer. +++
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Wie hat das alles angefangen mit den AN OSTERN GIBT ES EIER. LECKER, VOLLER LEBENSWICHTIGER NÄHRSTOFFE UND HÄUFIG KNALLBUNT. ABER WOHER KOMMT DAS MIT DEN EIERN? Die Bedeutung des Passahfestes als Vorläufer von Ostern wurde bereits erwähnt. Neben ungesäuertem Brot, gehört auch das Ei zu den symbolhaften Bestandteilen des traditionellen Passahmahles. Das Ei steht in der jüdischen Kultur – nebenbei wie in den meisten anderen Kulturen auch – als Zeichen für Fruchtbarkeit und Leben. In der christlichen Kultur gilt das Ei zudem 14
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als Symbol für die Jungfrauengeburt, vermutlich weil es als Sinnbild für den Anfang und die Vollkommenheit von Gottes Schöpfung steht. Maria, die Mutter von Jesus hat ihren Sohn, den Sohn Gottes, als Jungfrau geboren (siehe auch Lukas Kapitel 1, Vers 26). Eine weitere Bedeutung kommt der Färbung von Eiern zu. Speziell rotgefärbte Eier sollen an den Opfertod Jesu erinnern. Über die Hintergründe dieses Opfertodes ist im Kapitel 2 ab Seite 22 genaueres zu lesen. 15
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DAS OSTEREI. DER EI-GENTLICHE STAR DES FESTES.
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