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Trödler 11/2018

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U1_Titel_T_1118.qxp_TR Titel 08.10.18 13:41 Seite 1

Europas Sammlermagazin

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08.10.2018

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03_Inhalt.qxp_Inhalt Trödler.qxd 08.10.18 13:43 Seite 3

INhALT 3

TRÖDLER

ISSN 1863-0340

VERLAG

GEMI Verlags GmbH Pfaffenhofener Straße 3 85293 Reichertshausen Tel. 08441 / 4022-0 Fax 08441 / 71846 Internet: http://www.gemiverlag.de eMail: info@gemiverlag.de

GEschÄfTsfÜhRER

Gerd Reddersen Rudolf Neumeier

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Nicola Fritzsch eMail: nicola.fritzsch@gemiverlag.de

REDAKTION

Joscha Eberhardt, Karin Probst, Helene Stümpfle-Wolf

AuTOREN DIEsER AusGAbE

Heidrun Th. Grigoleit, Dr. Dirk Schindelbeck, Ludger Spielberg

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Anette Wagner, Tel. 08441/4022-35 Hans Neumeier, Tel. 08441/4022-34 eMail: termine@gemiverlag.de

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DRucK

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LEsERfORum n Expertenauskünfte

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mAGAZIN n Ausstellungen – Messen – Märkte

GEbRAuchsGRAfIK n Ephemera

AuKTIONEN n Berichte – Preise – Termine

ONLINETIPP n Websites für Sammler

KuLTuRGEschIchTE n Notgeld / Teil 2

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Alle Rechte vorbehalten. Kein Teil dieser Zeitschrift darf ohne schriftliche Genehmigung des Verlages vervielfältigt oder verbreitet werden. Unter dieses Verbot fallen die gewerbliche Vervielfältigung per Kopie, die Aufnahme in elektronische Datenbanken und die Vervielfältigung auf CD-ROM. Es gilt die Anzeigenpreisliste 1/11 (Preise gültig seit 01.08.2006)

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04_05_Leserforum

08.10.2018

13:35 Uhr

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LESERFORUM 4

EXPERTISEN

■ Keramikvase

?

Diese bemalte Vase habe ich schon vor 45 Jahren auf dem Flohmarkt entdeckt und gekauft. Sie ist 26 cm hoch und vermutlich aus Ton oder Steingut gefertigt. Die Bemalung verläuft um die ganze Vase herum. Die Signatur am Boden sagt mir persönlich nichts, vielleicht werden Sie daraus schlau? Mich würde interessieren, ob es sich bei dieser Vase um ein wertvolles Stück handelt oder ob sie vielleicht doch nur eine Art Souvenir darstellt? Brian Wilcox, o. O.

unter roter Sonne verewigt hat. Ähnliche, stark farbige Gemälde waren in den 1960er-Jahren als Raumschmuck sehr beliebt und diese Vase gehört wohl in die gleiche Kategorie. Die Signatur lese ich als „Jentz“ oder „Jento“ oder ähnlich. Einem bestimmten Maler kann ich sie leider nicht zuordnen. Als Schätzpreis würde ich 50 bis 100 Euro ansetzen. Klaus Dieter Müller, Kunstsachverständiger Lüneburg

■ Nürnberg

?

Dieses großformatige und hinter Glas gerahmte Bild dürfte wohl die Stadtmauer von Nürnberg um circa 1900/1910 darstellen. Im linken unteren Motivbereich befindet sich eine Signatur „FS“ sowie im unteren rechten Bereich ein weiterer, leider nicht leicht lesbarer, Namenszug. Verso klebt noch ein Original-Firmenetikett „R. Schreiber Kunsthandlung Josephplatz 22“. Eine kaum mehr lesbare handschriftliche Bezeichnung befindet sich zudem noch auf der Rückwand. Mich würde interessieren, in welcher Technik das Motiv gedruckt (gemalt, hergestellt) wurde, ob es sich um ein Unikat oder eher um ein reproduziertes Kunstobjekt handelt und wie der Wert demnach zu bewerten wäre. A. Blankenbach, Aachen

!

Das hier besprochene Blatt zeigt tatsächlich eine Ansicht der berühmtesten Sehenswürdigkeit Nürnbergs, der Kaiser-

!

Die Vase in Ihrem Besitz ist vermutlich in den 1960er-Jahren bemalt worden und zeigt, dass der Künstler zumindest mit dem Werk von Georges Rouault vertraut war. Die Keramikvase selbst ist von Hand gedreht, aber nicht unbedingt vom Künstler, der sich hier mit einem Pferdemotiv 11 / 18

■ In dieser Rubrik beantworten unsere Experten Ihre Fragen zu dem einen oder anderen guten Stück. Doch leider sehen wir uns außerstande, ganze Nachlässe oder sämtliche sich in Ihrem Haushalt befindlichen Trouvaillen bewerten und schätzen zu lassen. Auch bitten wir um Verständnis, wenn es mit der Bearbeitung länger dauert. Senden Sie uns also Ihre Anfrage nur zu einem zu bestimmenden Objekt – mit detaillierter Beschreibung und gutem Foto, auf dem das Objekt ganz abgebildet ist. Noch ein Hinweis zu den Preisen, die von Fall zu Fall von unseren Experten genannt werden: Hierbei handelt es sich um Richtwerte, die anhand von Fotos allein getroffen werden und je nach Zustand des Objekts nach oben oder nach unten korrigiert werden können. Ihre Anfrage schicken Sie bitte an: Gemi Verlags GmbH Redaktion Leserforum Pfaffenhofener Straße 3 85293 Reichertshausen


04_05_Leserforum

08.10.2018

13:35 Uhr

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LESERFORUM 5 burg im Winter. Der Blick ist nach Süden hin vom sogenannten Vestnertorgraben gewählt und so kann die Kaiserburg in ihrer ganzen Länge gezeigt werden. Im Vordergrund sehen wir die Böschungsmauer zum Graben hin, vor dem sich eine Baumreihe erstreckt. Dahinter erhebt sich die Burg mit ihren charakteristischen Türmen, wie beispielsweise ganz links der sogenannte Luginsland oder der Sinwellturm mit seiner doppelt gestuften Turmhaube. Passend zu einer Ansicht wurde der Bildausschnitt als ein Querformat gewählt, wie es für Ansichten und Landschaften üblich ist. Es handelt sich bei diesem Druck um eine sogenannte Chromolithographie. Diese Technik der Farblithographie war besonders Ende des 19. Jahrhunderts und zu Beginn des 20. Jahrhunderts für

farbige Reproduktionsgrafik beliebt. Der Druck ist durch Lichteinwirkung ausgeblichen und insbesondere die Rottöne des Himmels sind stark reduziert. Der Druck ist in der Platte mit den Initialen „FS“ monogrammiert und in der rechten Ecke zusätzlich signiert. Die Signatur lässt sich leider nicht auflösen, da sie vom Rahmen teilweise verdeckt wird. Ein Künstler mit diesem Monogramm ließ sich in Nachschlagewerken und Vergleichsliteratur leider nicht finden und verbleibt somit nicht identifiziert. Chromolithographien sind immer noch sehr häufig auf dem Markt und daher würde dieses Bild mit 20 bis 40 Euro zu bewerten sein. Georg Ottomeyer, Experte Berlin

■ Schriftstück

?

Können Sie mir bei der Begutachtung und Wertschätzung dieses Schriftstückes (Urkunde) helfen? Es hat die Maße 30 cm x 42 cm. Mich würde interessieren, wozu man es gebraucht bzw. bekommen hat. Uwe Hahn, o.O.

!

Bei dem Schriftstück handelt es sich um einen Reisepass des Kirchenstaates unter der Herrschaft des letzten Papst-Kö-

nigs Pius IX. aus dem Jahre 1867. Das Dokument war für ein Jahr gültig und war auf den Namen eines Herren Carnielli ausgestellt. Diese Reisepässe sind in Italien relativ häufig zu finden, der Wert dürfte je nach Zustand bei 50 bis 80 Euro liegen. Klaus Dieter Müller, Kunstsachverständiger Lüneburg

■ Ölgemälde

?

Da Sie mir schon einmal bei der Identifizierung eines Malers weitergeholfen haben, wende ich mich heute erneut an Sie. In meiner Erotikasammlung habe ich noch ein Ölbild, dessen Maler Gill mir ein Rätsel ist. Vermutlich handelt es sich um einen Stuck-Schüler. Rückseitig auf der Malpappe befindet sich folgender Stempel, „Brügger München, Papier-Mal- & Zeichenrequisiten“. Mich interessiert nicht der Wert, sondern der Künstler. Der Rahmen ist neu, Größe 27 cm x 19 cm. Manfred Schilling, Puchheim

!

Bei der Darstellung einer halb verhüllten jungen Frau handelt es sich offensichtlich um eine Kopie eines Leopold Schmutzler-Motivs oder sie ist zumindest sehr stark davon inspiriert. Schmutzler (1864-1940) malte wiederholt kecke Brünette in erotischen Posen, sein Werk fand auch als Postkarte Verbreitung. Der unbekannte Amateur hat sich große Mühe gegeben, mit zaghaftem Pinselstrich die Konturen wiederzugeben. Die Transkription des Namens gibt Rätsel auf. Einziger Aspirant wäre ein Gill Mackall aus Baltimore, dessen Name sich 1911 im Matrikelbuch der Kunstakademie München findet. Wegen des günstigen Wechselkurses zog es viele Amerikaner in dieser Zeit nach Europa, um hier zu studieren. Nicolas Gilles, in den 20er-Jahren wohnhaft in der Leopoldstraße 38 in München, passt stilistisch nicht. Klaus Dieter Müller, Kunstsachverständiger Lüneburg

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22_23_Auktionen.qxp_TR Redaktion 08.10.18 13:49 Seite 2

AUKTIONEN 22

VORBERICHTE n Emporium, Hamburg Das Hamburger Auktionshaus Emporium, das für seine Münzauktionen bestens bekannt ist, versteigert am 26. Oktober im Rahmen seiner großen Herbstauktion im Störtebeker-Haus nun auch Asiatika. Das Münzhandelshaus Emporium Hamburg gilt als vertrauensvoller Ansprechpartner für Münzen von der Antike bis zur Neuzeit. Zu den Herbstauktionen, bei denen vom 23. bis 26. Oktober Münzen und Medaillen sowie Banknoten offeriert werden, präsentiert Emporium ebenfalls knapp 190 Lose Asiatika mit chinesischen Skulpturen, Vasen, Krügen, Figuren, Töpfereien, Waffenkunst und Schalen aus Seladon, Steinzeug, Bronze und Jade sowie koreanische Keramiken. In 186 Positionen präsentieren sich feine Stücke im Stil verschiedener Dynastien vieler Jahrhunderte: Song, Ming, Yuan, Nördliche Song, Yoa-Chou (Shensijen), Lin-Ju Hsien (Honan), Südliche Song, Jin, Tang, Han, Sui, Shang, Zhou, Neolithische Periode, Qing, Ch’ein Lung (Qianlong), Sechs Dynastien, Wei, Liangzhu, Zeit der streitenden Reiche, Goryeo, Joseon und Yi. Das Titelstück ist eine große blau- und Sancai-glasierte Keramikfigur

einer eleganten Hofdame, die im Tang-Stil gestaltet, jedoch nicht älter als 100 Jahre ist. Die Figur zeigt die Hofdame Li-knei-fei. Sie war warmherzig und wohlbeleibt. Aufgrund ihres privilegierten Status‘ am Hof des Kaisers wurde „avoirdupois“ (physische Opulenz) während der Tang-Dynastie zu einem Schönheitsideal. Der Schätzpreis liegt bei 4.000 Euro. Doch es gibt auch Arbeiten mit sehr günstigen Schätzpreisen ab 80 Euro, so dass zudem für jeden Geldbeutel etwas dabei ist. Telefon: 040/21909950 Webseite: www.emporium-numismatics.com

Friedrich August Bouterwek, Sizilianerin, 1841, Öl auf Leinwand, 117 x 90 cm (Limit 16.000 Euro). Siebers, Stuttgart, 14.-16.11.2018 die nun ab 600 Euro erstanden werden kann. Besonders schön unter den Möbeln ist ein Tisch aus dem 19. Jahrhundert, in der Art von André-Charles Boulle gefertigt (500 Euro). Meißen, Wolf, Entwurf Peter Reinicke, um 1900, Porzellan, farbig gefasst, H 15 cm, Modell-Nr. 1243 (Limit 600 Euro). Allgäuer Auktionshaus Kühling, Kempten, 08.-10.11.2018

n Allgäuer Auktionshaus Kühling, Kempten

Figur einer Hofdame, Keramik, Blau- und SancaiGlasur, H 56,5cm (Schätzpreis 4.000 Euro). Emporium, Hamburg, 26.10.2018 11 / 18

Rund 3.600 qualitativ hochwertige Objekte aus verschiedenen Jahrhunderten stehen vom 8. bis 10. November im Allgäuer Auktionshaus Kühling zur Versteigerung auf dem Programm. Das Spitzenstück der Herbstauktion ist ein Gemälde von Jan Brueghel d. J., das einen Überfall auf eine Karawane zeigt und in der Zeit um 1625/30 entstanden ist. Es liegt eine ausführliche Expertise von Dr. Klaus Ertz dafür vor. Ab 250.000 Euro wird es aufgerufen. Mit vierstelligen Limitpreisen versehen sind zum Beispiel Arbeiten namhafter Künstler der Münchner Schule wie Fritz Bamberger und Julius Lange (beide 3.000 Euro), Tiermalereien von Alexander Koester (9.500 Euro) und Gemälde bekannter Allgäuer Künstler wie Kilian Lipp (4.500 Euro) und Josef Madlener (2.000 Euro). Unter dem Angebot von über 200 Glasobjekten dürfte für Sammler und Liebhaber ein Stück von besonderem Interesse sein: Eine Schale aus der französischen Manufaktur Daum, Nancy kommt mit dem Limitpreis von 1.500 Euro zum Aufruf. Die Besonderheit dieser Schale besteht darin, dass sich das strukturierte Dekor „Plaqueminier du Japon“ nicht außen auf der Wandung befindet, sondern die innere Oberfläche des Gefäßes überzieht. Um 1900 wurde die Meißener Figur eines Wolfes nach einem Entwurf von Peter Reinicke ausgeformt,

Telefon: 0831/5642530 Webseite: www.allgaeuer-auktionshaus.de

n Siebers, Stuttgart Yves Siebers lädt zur großen Herbstauktion mit einem breiten Angebot an Kunst, Antiquitäten, Spielzeug, Wein und modernem Design in Stuttgart-Untertürkheim. Vom 14. bis 16. November kommen rund 3.800 Lose unter den Hammer. Die Highlights in Stuttgart sind Franz von Stucks Bronze „Feinde ringsrum“ (Aufruf 16.000 Euro) und Christian Rohlfs „Bäume“ um 1904 (Limit 25.000 Euro). Ein Porträt einer jungen Sizilianerin von Friedrich August Bouterwek wird ebenfalls mit 16.000 Euro angeboten. Die hervorragende malerische Qualität, beispielhaft für das Oeuvre Bouterweks, das bis auf wenige Ausnahmen in Berliner Museen als verschollen gilt. Sammler asiatischer Stücke erwartet ein japanisches Vasenpaar aus der MeijiPeriode mit bauchigem Bronzekorpus mit Edelmetall-Tauschierungen in Gold, Silber und Shakudo, der von zwei Elefantenköpfen als Henkel geschmückt wird (1.800 Euro). Neben einer großen Auswahl an Designobjekten kommen auch drei ReinholdNägele-Werke, eine kleinformatige Arbeit von Max Ackermann (3.000 Euro) sowie eine Landschaftsdarstellung mit pflügenden Bauern von Jakob Bräckle (2.600 Euro) zum Aufruf. Eine kleine Auswahl von drei Picasso-Keramiken (zwei Teller und ein Krug) runden das breite Angebot der modernen Kunst ab. Telefon: 0711/3808481 Webseite: www.siebers-auktionen.de


22_23_Auktionen.qxp_TR Redaktion 08.10.18 13:49 Seite 3

AUKTIONEN 23

n K&K, Heidelberg Bei K&K Auktionen kommen am 16. November, noch rechtzeitig vor der Weihnachtshektik, alte Kunst, neue Kunst, eine große Sammlung von Biedermeierglas, Asiatika, ethnologische Kunst und Historika zum Aufruf. Der Augapfel der Auktion ist eine Schönheit aus dem 14. Jahrhundert, wohl aus Spanien oder Südfrankreich, in Form einer Büste aus Lindenholz geschnitzt, die einst im Kopf eine Reliquie barg (Limit 24.000 Euro). Für Sammler alter Kunst gibt es noch mehr Spannendes wie die Beinschnitzereien aus der venezianischen Embriachi-Werkstatt zeigen. Um 1400 entstanden, stellen die Figuren möglicherweise Szenen aus Dantes Werken dar. Der Holzrahmen, der sie umfängt, stammt aus dem Historismus (900 Euro). Die Glassammlung Grebhahn hat ihren Schwerpunkt im Biedermeier mit circa 50 Fußbechern, Ranftbechern, Pokalen, unter anderem von Friedrich Egermann, Karl Pfohl, Carl von Scheidt und seinem Umkreis (Limitpreise von 90 bis 150 Euro), schöne Exemplare aus Hyalith-, Uran- und Lithyalinglas, auch von St. Louis, Baccarat sowie feine geschnittene Gläser wie von der Gräflich Harrach’schen Hütte.

Herman ten Kate, Wilderer vor Gericht, 1860, Öl auf Holz, 60 x 88,5 cm (Aufruf 6.600 Euro). Eppli, Leinfelden-Echterdingen, 23.11.2018 ten Aufrufpreisen ab 420 Euro offeriert. Zwischen den Antiquitäten aus Barock und Biedermeier sticht ein reich intarsierter Tabernakelsekretär aus dem Österreich des 18. Jahrhundert ins Auge. Wer moderne Goldschmiedekunst schätzt, wird ebenfalls bei Eppli seine Wahl treffen können. Telefon: 07121/6287235 Webseite: www.eppli.com

NACHBERICHTE

Telefon: 06221/840840 Webseite: www.kunst-und-kuriosa.de

n Eppli, Leinfelden-Echterdingen

n Dorotheum, Wien

Am 23. November werden die Sammler von Kunstwerken und Antiquitäten aus dem 17. bis 19. Jahrhundert bei Eppli ebenso fündig wie die Liebhaber modernen Kunst- und Goldschmiedehandwerks. Schwerpunkt dieser Herbstauktion ist das Thema Jagd. Rund 20 Gemälde der berühmten Brüder Johannes Christian und Carl-Friedrich Deiker mit Jagd- und Landschaftsmotiven kommen zum Aufruf. Die Darstellungen der Hirsche und Rehe, Hunde und Füchse der beiden Jagd- und Tiermaler werden mit der interessanten Provenienz der Familie der Künstler zu modera-

Der Automarkt boomt, vor allem wenn es dabei um Klassiker von Mercedes, Maserati, Bugatti und Co. geht. Im Dorotheum wurde im Juni lange um die Old- und Youngtimer gefochten, was hohe Zuschläge mit sich brachte. Die meisten der 103 angebotenen Fahrzeuge wechselten den Besitzer, allen voran der Mercedes-Benz 300 SL Roadster von 1960. Für die Autolegende im unrestaurierten Zustand zahlte ein Oldtimerfan 899.000 Euro. Einen besonders kräftigen Szenenapplaus erntete

der seltene, schwarze Maserati Mistral Spyder 3700 von 1966, um den zwei Saalbieter minutenlang kämpften und für den 663.800 Euro erlöst wurden. Bei 350.200 Euro klingelte die Auktionsglocke für den Mille-Miglia-Gewinner von 1947, den 1938 Lancia Aprilia Spider Touring. Mit 294.200 Euro weit über den Erwartungen wurde das BMW 327/28 Sport-Kabriolett von 1939 zugeschlagen. Toppreise wurden mit 260.600 Euro auch für den 2011 Porsche 997 Speedster, mit 103.500 Euro für den 1960 Jaguar XK Roadster, 143.000 Euro für die Rekonstruktion eines Pur Sang Bugatti Type 51 von 1931 und mit 66.700 Euro für den Renault Alpine von 1975 bezahlt. Telefon: +43(0)1/515600 Webseite: www.dorotheum.com

n Alino, Bad Dürkkeim Tigergebrüll, alte Loks und verhexte Häuschen – über 2.300 historische Spielsachen kamen im Sommer bei Alino unter den Hammer. Diese vielseitigen und unterschiedlichen Angebote ließen zahlreiche Besucher im Limburgerhof in Bad Dürkheim eine spannende Schatzsuche starten. Wie der Sammler, der sich für das Märklin-Hexenhäuschen mit KaleidoskopZauberspiegel von 1909 interessierte. Schnell erkannte er die Echtheit und bot so lange mit, bis er für 20.000 Euro den Zuschlag erhielt. Auch die Puppenmütter beteiligten sich begeistert. Die „Käthe Kruse I“ von 1928 fühlte sich sichtlich wohl in den Armen ihrer neuen Besitzerin, die 1.100 Euro für die Puppe aufbrachte. Ebenso erging es einer Porzellankopfpuppe SFBJ aus Paris, die nun für 600 Euro eine neue Heimat gefunden hat. Auch der Studiotiger von Steiff verließ für 450 Euro das Auktionshaus und fand in einem kleinen Mädchen eine stolze neue Besitzerin, die sicherlich bald die ersten Reitversuche auf dem großen Kuscheltier unternehmen kann. Die nächste Alino-Auktion findet am 14. und 15. Dezember statt. Telefon: 06322/959970 Webseite: www.alino-auktionen.de

Relief, Embriachi-Werkstatt, Venedig, um 1400, Beinschnitzerei, sechsteilig je 13,5 x 4 cm, eingelassen in einen Holzrahmen des Historismus, zweite Hälfte 19. Jahrhundert (Limit 900 Euro). K&K, Heidelberg, 16.11.2018

Märklin, Hexenhäuschen 8880 mit KaleidoskopZauberspiegel, 1909, Blech, handbemalt (Zuschlag 20.000 Euro). Alino, Bad Dürkheim, Sommerauktion 2018

Lancia Aprilia Spider Touring, 1938 (Ergebnis 350.200 Euro). Dorotheum, Wien, 23.06.2018 11 / 18


66_Antikstrasse

08.10.2018

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72_Onlinetipp.qxp_Onlinetipp.qxd 08.10.18 14:01 Seite 2

ONLINETIPP 72 n Die Mitgliedschaft in einer Organisation kann dazu führen, dass sich im Laufe von Jahren Gegenstände in Form von Dokumenten, Kleidungsstücken, Medaillen, Abzeichen usw. anhäufen und damit schon der Grundstock einer kleinen Sammlung gegeben ist. So kann auch das Interesse an der Geschichte der Organisation geweckt und eine echte Sammelleidenschaft ausgelöst werden. Diese Entwicklung dürften auch etliche aktive oder ehemalige Pfadfinder kennen, denn einige präsentieren interessante und umfangreiche Kollektionen oder betreiben sogar Museen.

PFADFINDER n Abzeichen Dieser Sammler stellt, nach Jahrzehnten sortiert und mit 1930 beginnend, vollständige Kluften mit reichlich Bildmaterial und sachkundigen Beschreibungen vor. Hauptsächlich sind in mehreren Bildergalerien jedoch reichlich und ebenfalls gut beschriebene Aufnäher zu sehen, aber auch Gürtel, Halstücher, einige Dokumente u.v.a.m. Tausch- und Suchlisten sind ebenfalls vorhanden. www.pfadfinder-abzeichen.de

n Geschichtswerkstatt Die als Verein organisierte Geschichtswerkstatt präsentiert als virtuelles Museum in zwei Hauptausstellungen mit jeweils mehreren Katagorien einen beachtlichen Fundus aus mehreren Jahrzehnten Pfadfindergeschichte. Mit guten Bildern und meistens auch umfangreichen Beschreibungen werden Abzeichen, Kleidungsstücke, Dokumente, Wimpel, Ausrüstungsgegenstände, Andenken, Literatur usw. vorgestellt. Weitere Objekte sind in den Rubriken „Wanderausstellung" und „Portfolio" zu sehen. Ausführlich wird mit historischen Bild- und Tondokumenten über etliche internationale Jahrestreffen, den „Jamborees", informiert. www.pgwcloud.bplaced.net/index.php

n Sammlung Fast 800 Abzeichen aus aller Welt werden mit guten Abbildungen, häufig auch Herkunfts- und Größenangaben sowie Datierungen, vorgestellt. Auf einer Sonderseite sind noch etliche Halstücher zu sehen und für die Zuordnung einiger Abzeichen unbekannter Herkunft bittet der Sammler um Mithilfe. www.abzeichen.irmer.org

n Abzeichen der DPSG Umfangreiche Auszüge eines im Handel nicht mehr erhältlichen Buches bietet diese Präsentation. In mehreren Galerien sind 11 / 18

zahlreiche und mit ausführlichen Erläuterungen versehene Abzeichen zu sehen. www.zwecker.org/abzeichen/abzeichen.html

n Briefmarken Die Arbeitsgemeinschaft Pfadfinder im Bund Deutscher Philatelisten e.V. beschäftigt sich intensiv mit Pfadfinder-Briefmarken aus aller Welt. Mit viel Bildmaterial wird kompetent und mit außerordentlichem Hintergrundwissen das spezielle Sammelgebiet der Pfadfinderphilatelie präsentiert. Dazu kommen noch Literaturtipps, Katalogangebote und Hinweise auf Sammlertreffen. www.arge-pfadfinder.org/index.html

n Sammlergemeinschaft Eine Sammlergemeinschaft informiert mit Bildmaterial über die von ihr organisierten Ausstellungen, bietet Ansichten von mit unterschiedlichsten Objekten gefüllten Schaukästen und mehrere pdf-Dateien mit „Abzeichen der Bünde". www.sgdpp.de/content.php?lang=de

n Pfadfindermuseen Durch Initiativen einzelner Personen oder Gruppen sind mehrere Pfadfindermuseen entstanden. Vor einer Besichtigung empfiehlt sich wegen eingeschränkter Öffnungszeiten sowie qualitativ und quantitativ unterschiedlicher Bestände eine Vorinformation über die jeweilige Homepage. Pfadfindermuseum Wien www.pfadfindermuseum.org/index.html Das Deutsche Pfadfindermuseum Baunach mmisc.de/~pfadfinder/cms/?page_id=427 Pfadfindermuseum Rhein-Lahn pfadfindermuseum.de.tl/Pfadfindermuseum. htm Kleines Pfadfindermuseum Parsberg www.parsberg.de/freizeit-sport/kultur/ pfadfindermuseum


93_95_Literatur

06.09.2018

14:22 Uhr

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Historismus in Deutschland und Mitteleuropa

Menschen • Möbel • Metropolen

Möbel und Wohnkulturen im Deutschen Kaiserreich

Fabergé Ei-Objekte aus der Manufaktur Victor Mayer

368 Seiten, 29 x 22 cm, ca. 1000 farbige Abbildungen, Text in Deutsch und Englisch. Hardcover

€ 66,00

ISBN 978-3-200038-14-1 | Eigenverlag Uta M. Matschiner

Im Buchhandel und beim Gemi Verlag

Exkl. Buchqualität, 21 x 29,7 cm, 720 Seiten, 3.000 Farbabbildungen, mit Marktpreisen und internationaler Expertenjury

€ 98,80 € 29,90

ISBN 978-3-938701-05-8 | Kunst-Verlag-Haaff Tel. 07247/9543553 • Fax 07247/8887533 und beim Gemi Verlag

mit aktuellen Marktpreisen einer internationalen Jury, 540 Seiten, 1.500 neue Farbabbildungen, DIN A4, mit Schutzschuber

€ 98,80

ISBN 978-3-938701-04-1 | Kunst-Verlag-Haaff Tel. 07247/9543553 • Fax 07247/8887533 und beim Gemi Verlag

Das neue umfassende Standardwerk. DIN A4, 656 Seiten, 2.700 Farbabbildungen

€ 98,80 € 34,90

ISBN 978-3-938701-06-5 | Kunst-Verlag-Haaff Tel. 07247/9543553 • Fax 07247/8887533 und beim Gemi Verlag

Beata Waliczek | Marek Rasala

Beata Waliczek | Marek Rasala

Beata Waliczek | Marek Rasala

Beata Waliczek | Marek Rasala

Deutsche Firmenstempel auf Silber-Erzeugnissen und Gegenständen

Deutsche Firmenstempel auf Schmuck und Luxuswaren

Firmenstempel auf Besteck

„Firmenstempel“

Band 3

zum Sonderpreis von nur

aus versilberten Metallen und Zinn • Band 1

aus Gold, Silber und verschiedenen Metallen • Band 2

715 Firmenstempel, von 1888 bis heute, im Nachtrag Signaturen bekannter JugendstilEntwerfer, 128 Seiten, Hardcover

852 Firmenstempel, nicht nur von gr. dt. Juwelierfirmen, sondern auch von kleineren kunstgewerb. Werkstätten, 152 Seiten, Hardcover

809 Firmenstempel – überwiegend aus Deutschland sowie aus Belgien, Dänemark, Frankreich, Italien, Niederlamde, Norwegen, Österreich, Portugal, Russland, Schweden, Spanien, Ungarn – 128 Seiten, Hardcover

| SELBSTVERLAG BEATA WALICZEK

| SELBSTVERLAG BEATA WALICZEK

€ 19,90 € 12,90

erhältlich beim Gemi Verlag

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| SELBSTVERLAG BEATA WALICZEK erhältlich beim Gemi Verlag

alle 3 Bände zusammen

€ 49,00 € 29,00 | SELBSTVERLAG BEATA WALICZEK erhältlich beim Gemi Verlag

128 Seiten, 19 x 27 cm, 165 Abbildungen, überwiegend in Farbe, Hardcover. Deutsch.

€ 34,80

ISBN 978-3-89790-434-7 | ARNOLDSCHE Im Buchhandel & beim Gemi Verlag

Uta Werlich / Inés de Castro / Toko Shimomura

Oishii!

Essen in Japan Schätze des Linden-Museums Stuttgart und wertvolle Objekte aus dem In- und Ausland lenken den Blick auf die Ess- und Trinkkultur Japans. 224 Seiten, 21 x 27 cm, 288 farbige Abbildungen. Hardcover. Deutsch.

€ 34,00

ISBN 978-3-89790-468-2 | ARNOLDSCHE Im Buchhandel und beim Gemi Verlag


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L I T E R AT U R F Ü R S A M M L E R L I T E R AT U R F Ü R S A M M L E R

Emanuel Poche

Jan Divis

Jan Divis

Porzellanmarken

Goldstempel

Silberstempel

Malermonogramme

Zinnmarken aus aller Welt

aus aller Welt

aus aller Welt

aus aller Welt

von 1700 bis 1870

264 Seiten, Hardcover, Format 12,5 x 19 cm, 18. Auflage 2012

256 Seiten, Broschur, Format 12,5 x 19 cm, nach Motiven geordnet, 6. Auflage 2010

248Seiten, Broschur, Format 12,5 x 19 cm, nach Motiven geordnet, 7. Auflage 2010

zur schnellen Zuordnung von Zinnmarken auf Kunstwerken und Gebrauchsgegenständen

ISBN 978-3-86646-080-5 | Battenberg • Gietl Verlag

ISBN 978-3-86646-066-9 | Battenberg • Gietl Verlag

ISBN 978-3-86646-065-2 | Battenberg • Gietl Verlag

3. Auflage 2010, Broschur, Format 12,5 x 19 cm, 304 Seiten, weltweite Übersicht zu d. „Markenzeichen“ d. Künstler, Bildhauer u. Architekten, mit Zusatzinformationen wie z. B. Lebensdaten, Schaffenszeiten u. Hauptwirkungsbereiche

Im Buchhandel und beim Gemi Verlag

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€ 12,90

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Dagmar Stará

€ 12,90

€ 12,90

ISBN 978-3-86646-064-5 | Battenberg • Gietl Verlag Im Buchhandel und beim Gemi Verlag

Preisr hamme

Evamaria Ciolina, Erhard Ciolina

Das Reklamesammelbild Von Schokolade bis Schuhcreme Kleine Werbekunstwerke völlig überarbeitete und neu bewertete 2. Auflage 2007, Format 21 x 28 cm, durchgehend farbig, ca. 300 Seiten, Hardcover

€ 39,80 € 9,90

ISBN 978-3-86646-022-5 | Battenberg • Gietl Verlag Im Buchhandel und beim Gemi Verlag

Preisr hamme

Bernhard Bornheim

Die russische Haus-Ikone im Wandel der Zeit Erweiterte 4. Auflage, mit aktuellen Marktpreisen, 300 Seiten, 200 Farb- und 650 s/wAbbildungen, Format DIN A4, Leineneinband mit Schutzumschlag

€ 39,90 € 9,90

ISBN 978-3-86646-043-0 | Battenberg • Gietl Verlag Im Buchhandel und beim Gemi Verlag

Preisr hamme

4. Auflage 2012, 12,5 x 19 cm, 260 Seiten, Broschur

€ 12,90

ISBN 978-3-86646-091-1 | Battenberg • Gietl Verlag Im Buchhandel und beim Gemi Verlag

Preisr hamme

Dieter Warnecke

Leonhard Dingwerth

Uta M. Matschiner

Blechspielzeug Nutzfahrzeuge und Traktoren

Historische Schreibmaschinen

Keramos - Wiener Kunstkeramik und Porzellanmanufaktur

Geschichte, Technik, Faszination

Übersichtskatalog mit aktuellen Preisen, 1. Auflage 2007, 21 x 28 cm, über 500 Abb., durchgehend farbig, 170 Seiten, Hardcover

Dieses Werk beschreibt ausführlich die wichtigsten Typen, Erfinder, Konstrukteure und Fabriken. 1. Auflage 2008, Format 21 x 28 cm, 168 Seiten, Hardcover

Firmengeschichte, Biografien der 61 Bildhauer, umfangr. Werkverzeichnis, 708 Seiten, 22,5 x 29,7 cm, ca. 3.000 Abb., Hardcover, Text teils Deutsch und Englisch

€ 19,90 € 9,90

ISBN 978-3-86646-030-0 | Battenberg • Gietl Verlag Im Buchhandel und beim Gemi Verlag

€ 29,90 € 9,90

ISBN 978-3-86646-041-6 | Battenberg • Gietl Verlag Im Buchhandel und beim Gemi Verlag

€ 122,00

ISBN 978-3-200-01817-4 | Eigenverlag Uta M. Matschiner Im Buchhandel & beim Gemi Verlag

Preisr hamme

Robert E. Röntgen

Deutsche Porzellanmarken von 1710 bis heute 6. Auflage 2007, Format 16,5 x 22 cm, 328 Seiten, zahlreiche Abbildungen, Hardcover

€ 29,90

ISBN 978-3-86646-013-3 | Battenberg • Gietl Verlag Im Buchhandel und beim Gemi Verlag

Christoph Thun-Hohenstein / Rainald Franz (Hg.)

300 Jahre Wiener Porzellanmanufaktur

Anne-Claire Schumacher / Frank Nievergelt / Volker Ellwanger

Till Alexander Stahlbusch

Robert E. Dechant | Filipp Goldscheider

Leidenschaft für Keramik

Weißes Gold aus Meißen

Goldscheider

Sammlung Frank Nievergelt

Service und Geschirre

Firmengeschichte u. Werkverzeichnis

Übersichtskatalog mit aktuellen Marktpreisen, 2. Auflage 2009, 168 Seiten, durchgehend farbig, Format 21 x 28 cm, Hardcover

640 Seiten, 22,5 x 31 cm, mit 548 zumeist farbigen Abb., über 4.000 Modell-Nr. u. mehr als 1.600 Modellabb. in Farbe u. s/w, Hardcover m. Schutzumschlag, Text in Deutsch und Englisch

272 S., 23 x 30,5 cm, 365 Abb. in Farbe u. s/w

224 Seiten, 24,5 x 27 cm, 185 Abbildungen in Farbe, Hardcover. Deutsch/Französisch.

ISBN 978-3-89790-530-6 | ARNOLDSCHE

ISBN 978-3-89790-459-0 | ARNOLDSCHE

€ 48,00

Im Buchhandel und beim Gemi Verlag

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Im Buchhandel und beim Gemi Verlag

€ 34,90 € 19,99

ISBN 978-3-86646-034-8 | Battenberg • Gietl Verlag Im Buchhandel und beim Gemi Verlag

€ 149,80

ISBN 978-3-89790-216-9 | ARNOLDSCHE Im Buchhandel und beim Gemi Verlag

Preisr hamme

Ulf Weissenberger

Eiserne Schönheiten Schloss und Schlüssel 288 Seiten, 23 x 30,5 cm, farbig bebildert, Hardcover. Fast 5000 Jahre Geschichte eines selbstverständlichen Kulturguts, viel Wissenswertes rund um das Thema Schloss und Schlüssel

€ 79,00 € 49,90

ISBN 978-3-86646-078-2 | Battenberg • Gietl Verlag Im Buchhandel und beim Gemi Verlag

Martina Pall

Martina Pall

Martina Pall

Martina Pall

Schlüssel und Schlösser

Eisenkunstguss aus der

Das europäische Vorhangschloss

Versperrbare Kostbarkeiten

248 Seiten, mehr als 700 Farbabbildungen und technische Zeichnungen, Glossar und ausführliches Literaturverzeichnis, Hardcover

Kästchen und Kassetten aus aller Welt

ISBN 978-3-9501971-2-9 | SCHELL COLLECTION GRAZ

ISBN 978-3-9501971-1-2 | SCHELL COLLECTION GRAZ

328 Seiten, mehr als 1000 Farbabbildungen und technische Zeichnungen, Glossar und ausführliches Literaturverzeichnis, Hardcover

€ 48,00

ISBN 978-3-9501971-4-3 | SCHELL COLLECTION GRAZ Erhältlich beim Gemi Verlag und bei der Schell Collection, Wienerstr. 10, A-8020 Graz, www.schell-collection.com

Österreichisch/Ungarischen Monarchie 132 Seiten, mehr als 200 Farbabbildungen und über 100 Gießereizeichen. Ausführliches Literaturverzeichnis, Hardcover

€ 29,00

ISBN 978-3-9501971-3-6 | SCHELL COLLECTION GRAZ Erhältlich beim Gemi Verlag und bei der Schell Collection, Wienerstr. 10, A-8020 Graz, www.schell-collection.com

€ 38,00

Erhältlich beim Gemi Verlag und bei der Schell Collection, Wienerstr. 10, A-8020 Graz, www.schell-collection.com

162 Seiten, 450 Farbabbildungen. Glossar und ausführliches Literaturverzeichnis, Hardcover

€ 28,00

Erhältlich beim Gemi Verlag und bei der Schell Collection, Wienerstr. 10, A-8020 Graz, www.schell-collection.com


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Im Buchhandel & beim Gemi Verlag

Im Buchhandel & beim Gemi Verlag

Olaf Thormann für das Grassi Museum für angewandte Kunst Leipzig (Hg.) Fritz von Osterhausen

Das große Uhren Lexikon 376 Seiten, ca. 500 Abbildungen, 175 x 245 mm, gebunden

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Im Buchhandel und beim Gemi Verlag

Peter Braun | Iris Wimmer-Olbort Stefan Commertz | Peter Braun

Klassische Armbanduhren

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Das Werk gibt einen Überblick über die deutsche Uhrenszene und porträtiert knapp 90 Uhrenhersteller zwischen Erzgebirge und Schwarzwald. 144 Seiten, 22 x 28 cm, ca. 365 farbige Abbildungen, gebunden

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82_87_Schuco_Musikanten.qxp_A Tibet 11.10.18 12:38 Seite 2

SPieLZeuG 82

MuSiKANTeN VON SCHuCO LuDGeR SPieLBeRG

Figürliches Blechspielzeug mit mechanischem innenleben und beweglichen Teilen, ob als Menschen- oder Tierdarstellungen, besteht immer aus mehren einzelteilen. in der Regel sind dies für den Rumpf eine linke und eine rechte oder eine vordere und eine hintere Hälfte bzw. Ober- und unterteil, die das uhrwerk umhüllen. Bei sehr einfachen Ausführungen sind Kopf und extremitäten bereits Bestandteil dieser Teile und nur entsprechend geformt, bemalt oder bedruckt. Stücke mit beweglichen Teilen wie Armen oder Beinen erforderten entsprechend mehr einzelteile, die mit dem Rumpf verbunden werden mussten und über Stangen, Achsen u. ä. eine Verbindung zum Antriebswerk hatten. Die Darstellungen mit unterschiedlichsten Bewegungsmöglichkeiten stellten Menschen in vielen Situationen dar, als Artisten, Handwerker, Sportler, Tänzer, Spaziergänger, Dienstpersonal und feine Herrschaften, Soldaten, Clowns, Komiker u. v. a. m. und natürlich entstanden während der gut hundertjährigen Blechspielzeuggeschichte auch reichlich mechanische Musikanten. Figuren aus Blech Die geprägten Blechteile der Figuren wurden in den frühen Jahren der Blechspielwarenindustrie nach dem Einbau der Uhrwerke zusammengelötet, die eventuell beweglichen Extremitäten eingehängt oder

an Stangen bzw. Metallstreifen befestigt und dann bemalt. Ab 1890 entstanden Figuren immer mehr aus bedruckten Blechen, die durch Laschen miteinander verbunden waren. Einzelteile, Lötstellen und Verbindungen waren sichtbar und trübten den optischen Gesamteindruck der ansonsten oft sehr ansehnlich gestalteten Blechspielwaren. So fertigten die meisten

Produzenten ihre Figuren einschließlich der Musikanten, einige nutzten jedoch auch andere Möglichkeiten und kombinierten verschiedene Materialien.

Bekleidung Um 1910 fertigte die Spielwarenfabrik Leonhard Staudt aus Nürnberg neben reinen Blechfiguren auch etliche bekleidete Musikanten, bei denen nur die sichtbaren Teile, also Köpfe, Hände und Füße sowie die Instrumente aus bemalten oder bedruckten Blechen bestanden. Die von Stoffen bedeckten Teile erforderten keine farbliche Gestaltung, bestanden häufig auch nur aus grob geformten Teilen oder Blechgestängen. Wegen der Bekleidung waren Gelenke, Einzelteile, Verbindungen usw. nicht mehr sichtbar und die Blechgestalten wirkten fast wie angezogene Puppenkörper, ihre Bewegungen wegen der Kleidung fließender und natürlicher als die oft ruckartig zappelnden Blechfiguren. Als Musikanten angeboten wurden u. a. „Violinspieler, sehr chic gekleidet, mit gutem Werk und Musik, bewegt beim Spielen den Arm und Kopf in sehr natürlicher Weise“, „Paukenschläger, hübsch gekleidet, bewegt den Arm und Kopf, langgehendes Musizierende Clowns und Affen in einem SchucoKatalog aus der Zeit um 1953. Die Noten deuten die Fähigkeit der Trommler zu einem rhythmischen Geklapper an

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82_87_Schuco_Musikanten.qxp_A Tibet 11.10.18 12:38 Seite 3

SPieLZeuG 83 „Tanzfiguren“ über mehrere Jahrzehnte höchst erfolgreich verkauft wurde. Die zwischen 11 und 17 cm hohen Figuren bestanden aus stabilen Metallkörpern, verfügten über einen Uhrwerkantrieb und waren, als Menschen oder auch Tierfiguren, alle bekleidet und mit Stoffbezügen als Haare auf den Köpfen. Die miteinander verbundenen Blechteile blieben bei diesen Konstruktionen unsichtbar und bis auf die nackten Füße erschienen die Figuren „wie aus einem Guss“. Die geprägten Gesichter fertigte Schuco wie eine Maske aus einem Stück Blech einschließlich einer Art Kragen, der um den Hals der Figur gebogen wurde und für festen Halt sorgte. Die Blechstreifen wurden letzlich vollständig durch die „Frisuren“, Stoffschleifen, Filzstreifen, Kragen usw. verdeckt. Gestartet wurde mit Bären, Affen, Hasen, Mäusen und einigen anderen Tieren, alle in aufrecht stehender Haltung und mit Filz- oder Plüschbezug. Auch viele Köpfe wurden

Werk“, „Posaunenbläser, in feinster Kleidung, mit Wollperücke, bestem Werk und vernickelter Posaune“, „Mandolinenspieler, hochfein in Seide gekleidet, mit vorzüglichem Schweizer Musikwerk“, „Elefant mit fellähnlichem Bezug und Stoffjäckchen, stürzenschlagend“. Bekleidete Musiker sind u. a. auch von Günthermann aus Nürnberg und Fernand Martin aus Paris bekannt.

Tanzfiguren Als Schreyer & Co. in Nürnberg 1912 die Spielwarenproduktion aufnahm, nannte sich das Unternehmen mit einem Zusatz „Fabrik feiner beweglicher Filz- und Plüschspielwaren“. Die ersten mechanischen Figuren ähnelten Puppen, hatten aber, einschließlich des Uhrwerkes, eine innere Struktur aus Metall. Ende der 1920er-Jahre, als die Firma schon unter dem 1921 entstandenen Warenzeichen „Schuco“ weltbekannt war, entstand eine neue Produktlinie, die unter dem Begriff Clown mit Trommel und Originalkarton. Höhe 11 cm. Späte Clownausführungen wurden mit übergroßen farbigen Plastikschuhen ausgestattet Affe mit Violine und Originalkarton. Höhe ca. 11 cm. unterschiedlich gekleidet waren musizierende Affen ab Mitte der 1930er-Jahre und noch in der Nachkriegszeit im Sortiment Clown mit Violine und Originalkarton, Höhe ca. 11 cm. Zusammen mit seinem trommelnden Kollegen war er mehrere Jahrzehnte im Sortiment und zählte zu den erfolgreichsten und bekanntesten Musikanten der Schuco-Serie 11 / 18


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SPieLZeuG 84 bezogen, andere erhielten Blechgesichter in der schon beschriebenen Ausführung. Für eine kurze Produktionszeit erschienen, heute nur noch selten zu findende, Exemplare mit Porzellanköpfen. Die letzte Entwicklung war 1964 ein Pinguin, der sich leicht seitwärts und drehend bewegen konnte. Ein derartig umfassendes Sortiment mit mechanischen Figuren gleicher Bauart in gut zueinander passenden Größen hatte kein Konkurrent zu bieten. Die genaue Anzahl der Grundversionen an Tanzfiguren ist nicht bekannt, dürfte aber deutlich über 200 liegen. Allein daraus kann also bereits eine beachtliche Sammlung entstehen, und wer auch noch nach den zahlreichen BekleidungsvariWeil Hosenträger, Krawatte und Filzhut fehlen, ist diese Trachtenfigur (rechts) aus den 1930er-Jahren kaum noch als solche zu erkennen. Mit etwas Bastlergeschick und Filz kann der Musikant originalgetreu restauriert werden

anten, wechselnden Kopfbedeckungen und unterschiedlichen Ausstattungsdetails sucht, wird leicht eine noch wesentlich größere Anzahl finden. Nie waren alle Figuren gleichzeitig im Sortiment, weniger erfolgreiche und nicht mehr zeitgemäße Stücke wurden wieder ausgemustert.

Für Liebhaber Die Entscheidung für den Aufbau einer derartig großen Sammlung kann sich zu einem kostspieligen Vorhaben entwickeln, denn für seltene Exemplare werden Liebhaberpreise verlangt, die auch bei deutlich über 500 Euro je Stück liegen können. Mit Beschränkungen, z. B. nur auf Hebe-, Trachten- und Tierfiguren, Tanzpaare oder Phantasiegestalten, können aber auch kleinere, doch durchaus ebenfalls sehr ansehnliche Kollektionen, entstehen. Ge-

Die große Schweineschar unter den Tanzfiguren enthielt auch Musikanten. Neben den abgebildeten exemplaren noch einen Flötenspieler und eine Figur mit einer als Spardose gestalteten Pauke (s. Katalog-Abb.). Die ersten Schweinchen entstanden 1934 und einige waren noch in den 1960er-Jahren im Sortiment. Höhe 12 cm. ein Katalog aus den 1930er-Jahren enthält neben einer Beschreibung noch den Hinweis: „Auf Grund eines Lizenzvertrages mit Walt Disney Mickey Mouse Ltd. sind wir allein berechtigt mechanische Schweinchen in der künstlerischen Original-Disney-Gestaltung nach seinem berühmten Film ‚Three little pigs’ herzustellen.“ Musizierende Schweine in Disney-Ausführung im Katalog der Nürnberger Großhandlung Behringer & Co. aus dem Jahr 1961. Die Zeichnungen lassen gut die Bewegungsmöglichkeiten der Figuren erkennen Die um 1937 entstandenen Holländer tragen echte Holzschuhe, dem Trommler fehlen einige Knöpfe und das Halstuch. Höhe 14 cm


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Musikanten als Soldaten

in den 1930er-Jahren entstanden mehrere unterschiedlich uniformierte Soldaten mit Blechhelmen und anderen Kopfbedeckungen. Die meisten waren Trommler, es sind aber auch Figuren mit anderen instrumenten bekannt. Auch ende der 1950erJahre waren wieder einige musizierende Soldaten im Sortiment, nun allerdings in aktuellen uniformen. Bei dem schon arg ramponierten Trommler fehlen die Schulterklappen. Höhe 12,5 cm eine im Schuco-Katalog aus den 1930er-Jahren beschriebene Figur: „Historischer Soldat. Genaue Nachbildung des historischen Fridericus-Soldaten. Kleidung: gelb-blau-rot-gold-weiß, bunt bemalte Landsknecht-Trommel aus Blech, Trommelschläger.“ Wegen der Kopfbedeckung ist das exemplar mit 15,5 cm Höhe etwas größer als die meisten anderen Musikanten. Diese Figur war auch mit einer Violine und einer als Spardose gestalteten Pauke im Sortiment Trommelnde Soldaten, um 1935/40 © Museen der Stadt Nürnberg, Spielzeugmuseum

meinsam ist allen Figuren der „Tanz“, der eigentlich nur aus Dreh- und Rutschbewegungen besteht und die sich je nach Beschaffenheit des Untergrundes mehr oder weniger rasant vollziehen. Gut geeignet für flotte Tänze sind glatte Holz- und Glasflächen; auf Teppichen und Tischdecken bewegen sich die kleinen Gestalten kaum von der Stelle. Für diese schlichte Funktion reichten das im Inneren der Figur untergebrachte Uhrwerk und ein dadurch in Drehungen versetztes Unwuchtgewicht völlig aus. Während die frühen Figuren, in Schuco-Katalogen als „Gewöhnliche Tanzfiguren“ bezeichnet, sich nur drehten und die Arme baumeln ließen, entstanden zu Beginn der 1930er-Jahre immer mehr Figuren, die zusätzlich zur Tanzfunktion mechanisch bewegliche Arme erhielten und damit kleine Gegenstände oder andere Miniaturfiguren heben konnten. Das reichte für Musikanten mit Blasinstrumenten, für Stehgeiger und Trommler kam es zur Entwicklung geringfügig erweiterter Mechanismen mit anderen Armbewegungen.

Technisch betrachtet sind auch die Musiker Hebefiguren, sie bewegen auch nur die Blasinstrumente, Trommelstöcke und Violinbögen in die Höhe. In der Sammlerszene werden sie aber weitgehend als eigenständiges Sammelgebiet betrachtet und unter den vielen Tanzfiguren bilden die Musikanten eindeutig die größte Gruppe; schon im Katalog von 1937 sind über 20 verschiedene Exempare enthalten. Bekannt sind jeweils mehrere unterschiedliche Clowns, Affen, Engel, Holländer, Afrikaner, Matrosen, uniformierte Soldaten, Mäuse, Schweine, Zwerge, Trachten- und Comicfiguren, ausgestattet mit verschiedenen Streich-, Schlag- und Blasinstrumenten. Wer sich nur auf tanzende Musikanten beschränkt, kann von gut 50 Grundversionen ausgehen, diese Menge wegen der vielen Bekleidungsvarianten und unterschiedlich gestalteter Blechinstrumente aber auch vervielfachen. Etwa die Hälfte der Musikanten waren als Soldaten gestaltet, vorwiegend mit Trommeln, und nur wenige mit Streich- und Blasinstrumenten. Es gab einige mit historischen Uniformen, andere waren entsprechend der jeweiligen Produktionszeiten zeitgenössisch nach Vorbildern der 1930er- und späten 1950er-Jahre gekleidet. Auch Versionen in Ausführungen einiger europäischer Länder wurden gefertigt; ein Katalog aus den 1930er-Jahren enthält „Englischer Soldat als Trommler“, „Englischer Soldat als Tambour-Major“, „Französischer Soldat als Trommler“, „Französischer Soldat als Violinspieler“, „Französischer Soldat als Trommler mit Stahlhelm“, „Französischer Soldat als Tambour-Major mit Stahlhelm.“ Einige dunkelhäutige Figuren in Phantasieuniformen mit Trommeln sollten wahrscheinlich afrikanische Soldaten darstellen. Für Zirkusfans enthielt das Musikanten-Sortiment mehrere als „Solisto“ bezeichnete Clowns und Affen, Comicliebhaber konnten sich an musizierenden Disney-Schweinen und dem Vater aus den ab Mitte der 1930er-Jahre bekannten Comicgeschichten „Vater und Sohn“ von Erich Ohser (alias E. O. Plauen) erfreuen. Als Ausnahme unter den vielen Tanzfiguren erhielt der glatzköpfige Vater einen Celluloidkopf, mit dem sich die buschigen Augenbrauen und der enorme Oberlippenbart besonders eindrucksvoll darstellen ließen. Unter den Tanzfiguren bildete der Vater mit seinem Sohn ein Paar und erschien trommelnd und mit einer Violine. Eine Ausnahme waren mit blechfreien Gesichtern auch die vollständig mit Filz überzogenen Schweinchen, die ohne Anregungen durch die Comicgeschichten wohl nie entstanden wären. Auch eine der bekanntesten Comicfiguren der Welt, Donald Duck, war neben einigen anderen Ausführungen als trommelnder Musikant zu haben. Nur mit einer kurzen Weste und einer Kappe bekleidet, ansonsten aber „nackt“ und ein paar Zentimenter größer als die anderen Musiker passt 11 / 18


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er nicht so recht in das Musikantensortiment und wird bevorzugt für Comicsammlungen gesucht. Tanzende Engel sind eher unbekannt und musizierend meistens mit Posaunen und Harfen dargestellt; als Spielzeug, kleine Aufstell- und Kitschfiguren hingegen mit nahezu allen Instrumenten, von der Blockflöte bis zum Piano, zu haben. Bei Schuco legten sie wie Clowns und Affen auch flotte Tänze hin, wie die anderen Musikanten ausgestattet mit Trommeln, Flöten, Trompeten und Violinen. Blecherne Musikanten verschiedener Hersteller produzierten auch Geräusche, aber selten solche Töne, die eigentlich von dem jeweiligen Instrument zu erwarten waren.

Bei teuren Exemplaren lief von eingebauten Spieluhren eine Melodie ab, einfache Stücke verfügten über biegsame Blechzungen und erzeugten damit ein, wie von den Musikdosen bekanntes, schlichtes Geklimper. Einfacher zu konstruieren waren Trommler, die mit beweglichen Armen und daran befestigten Stöcken auf ihre Instrumente schlugen. Diese Kunst beherrschten natürlich auch die SchucoFiguren und sorgten immerhin für ein rhythmisches Geklapper. Bei den Violinisten waren die Instrumente starr zwischen dem ausgestreckten linken Arm und dem Kinn der Figuren befestigt, mit dem beweglichen rechten Arm wurde der Bogen

geräuschlos über die nur optisch angedeuteten Saiten geführt. Stumm blieben auch die nur Richtung Mund angehobenen Blasinstrumente. Von Schweinen, Clowns und Soldaten sind Ausführungen mit großen Pauken bekannt, die im Spielbetrieb als Instrument und darüber hinaus noch als Spardosen dienen konnten.

Drei Jahrzehnte im Sortiment Als Grundstock für eine Tanzfigurensammlung bieten sich Musikanten bevorzugt an, denn vor allem die Zirkusgestalten, also Clowns und Affen, entstanden in hohen Stückzahlen und waren über drei Jahrzehnte im Sortiment. Entsprechend häufig sind sie heute noch zu finden und in guter Erhaltung und bei voller Funktionsfähigkeit auch unter 100 Euro zu haben. Die Schweine sind ebenfalls nicht besonders selten und da seit einigen Jahren imDem noch sehr gut erhaltenen Clown fehlt das Becken auf der Pauke Clowns als Trommler und Violinisten waren schon seit den 1930er-Jahren bekannt, in Versionen mit Spitzhüten entstanden sie wohl erst 1956. in diesem Jahr wurden sie im Katalog der bekannten Spielwarenhandlung Franz Carl Weber als Neuheit vorgestellt. Sie sind heute eher selten zu finden, weil sie in dieser Ausführung wohl nur kurze Zeit hergestellt wurden. Höhe ca. 14 cm Dieser 11 cm hohe Musikant macht sich gut in einer Schuco-Sammlung. er stammt jedoch nicht aus Nürnberg und dürfte wohl um 1960 in Frankreich entstanden sein. es handelt sich nicht um eine exakte Kopie, sondern um eine der vielen, in mehreren Ländern entstandenen Figuren im Schuco-Stil

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SPieLZeuG 87 mer wieder Figuren aus Sammlungsauflösungen und Nachlässen zu Auktionen eingeliefert werden, lohnt sich bei der Suche nach selteneren Stücken auch ein Blick in Kataloge der einschlägigen Auktionshäuser. Auf den letzten noch verbliebenen Spielzeugmärkten lässt sich ebenfalls meistens fündig werden. Als Ergänzungen für Musikantensammlungen bieten sich bevorzugt noch andere Schuco-Tanzfiguren aus der Zirkuswelt an, z. B. Clowns als Jongleure und Kofferträger mit Lauffunktion oder turnende Affen. Einige Musikanten im Schuco-Stil und mit ähnlichen Funktionen wurden auch außerhalb Deutschlands gefertigt und viele davon machen sich ausnehmend gut in einer Schuco-Kapelle. Tanzende Paare von Schuco, bestehend aus Blechfiguren mit der Hebemechanik und einer kleineren Celluloidpuppe als Partnerin, können in ähnlicher Kleidung wie die Musikanten ebenfalls reizvolle Ergänzungen sein, z. B. als Clowns oder in verschiedenen Trachten. Optisch lasInstrumente, in passender Größe bei anderen Blechspielzeugen zu finden, lassen sich austauschen. Bei ungewöhnlichen und bislang unbekannten Musikanten ist Misstrauen angebracht; dann lohnt sich ein Blick in die Literatur, besser noch in alte Originalkataloge. Fotos: Ludger Spielberg

Ausgewählte Modelle der Schuco-Kollektion in einer Zeitschriften-Anzeige vom Juli 1950. Als Beispiel für die Tanzfiguren ist der trommelnde Clown abgebildet Verschiedene Schuco-Musikanten im Katalog der Spielwarengroßhandlung Fritz Pfeifer, Fürth 1939 eine bunte Zirkuskapelle mit einer kleinen Auswahl der vielen Bekleidungsvarianten. Fast alle männlichen Tanzfiguren von Schuco tragen einfarbige Filzhosen, zu den wenigen Ausnahmen zählen mehrere Cowns mit karierter Kleidung. Bei dem Clown links wurden sehr wahrscheinlich die Frisur und die Kopfbedeckung verändert

sen sich die Musikanten leicht verändern. Mit einem anderen Käppi, einer neuen Schleife um den Hals, Flicken auf Hose und Jackett oder einem neuen Hut können Versionen entstehen, die es von Schuco selbst nie gab. Das können bewusste Änderungen im Sinne von Fälschungsabsichten sein, aber auch frühere Bastelarbeiten von Kindern, die nur einen Musiker nach eigenem Geschmack gestalten wollten. Mit etwas Geschick, Filz und Klebstoff lassen sich die Figuren sogar gänzlich verändern, aus Soldaten können z. B. Zivilisten werden oder aus Trachtenfiguren Musikanten in Bergmannsuniform. Auch


90_Fundstuecke.qxp_Trödler Rubriken 08.10.18 14:10 Seite 2

FUNDSTÜCKE 90

FLOHMARKTPREISE n Design Schaukelstuhl „Relaxer 2“, Entwurf Verner Panton (Gamtofte 1926-1998 Kopenhagen), 1974, Ausführung Rosenthal studio line, Maße 62 x 100 x 80 cm. Gebeiztes Buchenholz, stehend auf zwei Holzkufen, verbunden durch eine Art Lattenrost, eingehängtes Polster mit atmungsaktiven Schaumstoffen gefüllt. Bezug: Stoff (abnehmbar) oder Leder in verschiedenen Farben, hier in einer „Streifen“-Optik. Laut damaliger Werbebroschüre „Relaxer 2 Bodenschaukel. Die Alternative zu Opas Schaukelstuhl. Als ideale Ergänzung zum bodennahen Wohnen. Oder als „mobiles Einzelstück“. Je nach Zustand und Bezugsart erzielen die „Relaxer“ zwischen 300 bis circa 1.000 Euro in Deutschland. Lederbezogene Exemplare dürften die höchsten Preise erreichen. Flohmarktpreis: 600 Euro

n Reklame Emailleschild „Andechser Klosterbier“, Münchner Emaillier- u. Stanzwerke, Titan Emaille, wohl 1920er-Jahre, Maße 98 x 91 cm. Alle Farben schabloniert, reliefiert, abgekantet, vier Befestigungslöcher, leichte

Alterungsspuren. Von diesem Motiv existiert auch noch eine kleinere Variante (46 x 48 cm). Bier wurde schon im Mittelalter auf dem heiligen Berg in Andechs gebraut, mit großer Wahrscheinlichkeit nachdem der Wittelsbacher Herzog Albrecht III. 1455 die Benediktinerabtei auf dem Andechser Berg gründete. Seit den 1970er-Jahren wird etwas unterhalb des Klosters erfolgreich gebraut. Sehr seltenes und äußerst dekoratives Bier-Emailleschild, welches für 3.000 bis 4.000 vielleicht seinen Besitzer wechseln könnte. Flohmarktpreis: 5.000 Euro

n Spielzeug „Der fidele Kaffeeklatsch. Ein lustiges Frage- und Antwortspiel für große Leute“, Verlag Jos. Scholz, Mainz, Anfang 1920erJahre, Titelzeichnung von Arpad Schmidhammer, Verlags-Nummer „5249“, zweigeteilter Pappkarton, Maße 12 x 15 cm. 24 Frage- und 24 Antwortkarten in einer Kassette, mit Original-Zettel „Spielregeln“. Hier werden Fragen gestellt wie „Werden Sie Ihre(n) Frau/Mann unter den Pantoffel bringen?“ „Bin ich eine schöne Erscheinung?“ oder „Haben Sie einen Vogel?“ Auf die erheiternden Antworten verzichten wir mal hier. Das Familienunternehmen Joseph Scholz (1793 aus einer Papierwarenhandlung in Wiesbaden hervorgegangen) wurde 1829 nach Mainz verlagert und war über die Grenzen bekannt für Mal- und Bilderbücher, Kinder- und Jugendbücher, bunte Bogen, Spielkarten und Spielpläne aus Papier, Puzzles, Papiertheater, Puppenhäuser, Brettspiele etc. Im Antiquariatshandel werden solche Spiele in der Regel für 20 bis 40 Euro angeboten. Flohmarktpreis: 20 Euro

Erscheinungstermin Dezember-Ausgabe: Abo-Versand 16.11.2018 Erstverkaufstag Handel 21.11.2018 11 / 18


U3_Hermann

08.10.2018

13:33 Uhr

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