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Troedler 1116

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U1_Titel_T_1116

06.10.2016

17:16 Uhr

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Europas Sammlermagazin

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• € 4,50

Schweiz CHF 8,50 | Österreich € 5,00

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06.10.2016

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06.10.2016

17:19 Uhr

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INHALT 3

TRÖDLER

ISSN 1863-0340

VERLAG

GEMI Verlags GmbH Pfaffenhofener Straße 3 85293 Reichertshausen Tel. 08441 / 4022-0 Fax 08441 / 71846 Internet: http://www.gemiverlag.de eMail: info@gemiverlag.de

GESCHÄFTSFÜHRER

Gerd Reddersen Rudolf Neumeier

CHEFREDAKTEUR

Karl Ruisinger eMail: karl.ruisinger@gemiverlag.de

REDAKTION

Nicola Fritzsch, Joscha Eberhardt Karin Probst, Helene Stümpfle-Wolf

AUTOREN DIESER AUSGABE

Dr. Graham Dry Reinhard Bogena Heidrun Th. Grigoleit Ludger Spielberg

REDAKTIONSASSISTENZ

Heike Genz

TERMINE

Anette Wagner, Tel. 08441/4022-35 Hans Neumeier, Tel. 08441/4022-34 eMail: termine@gemiverlag.de

LITHOS, SATZ, HERSTELLUNG

Westner Medien GmbH (Anschrift siehe Verlag)

ANZEIGEN

Markus Westner, Tel. 08441/4022-13 Hans Neumeier, Tel. 08441/4022-34

KLEINANZEIGEN

Heike Genz, Tel. 08441/4022-18 Marlene Westner, Tel. 08441/4022-12

VERTRIEB

Gerd Reddersen

ZEITSCHRIFTENHANDEL

VU Verlagsunion KG

MARKTVERTRIEB

Jörg Kirschbaum Mobil 0172/4436638

ABOVERWALTUNG

Gemi Verlags GmbH Postfach 85291 Reichertshausen Tel: 08441/4022-0 Fax: 08441/71846 eMail: info@gemiverlag.de

DRUCK

westermann druck Gmbh

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LESERFORUM ■ Expertenauskünfte

7

ONLINETIPP ■ Websites für Sammler

8

MAGAZIN ■ Ausstellungen – Messen – Märkte

14

DESIGN ■ Willy Fleckhaus

AUKTIONEN

22

■ Berichte – Preise – Termine

SCHALLPLATTEN

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■ Schwarzes Gold für Sammler

SCHULUTENSILIEN

78

■ Stundenpläne

SPIELZEUG

86

■ Kinderpost / Anker Geduldspiele

BLICKPUNKT

97

■ Möbel: Paravent

FUNDSTÜCKE

98

■ Flohmarktpreise

TERMINE UND ANZEIGEN ERSCHEINUNGSWEISE

monatlich

■ ANTIKMARKTTERMINE

TITELFOTOS

Museum für Angewandte Kunst Köln MAKK / © Hans Döring / © Suhrkamp Verlag Reinhard Bogena

■ SAMMLERBÖRSENTERMINE ■ AUSLANDSTERMINE ■ REGELMÄSSIGE TERMINE

Alle Rechte vorbehalten. Kein Teil dieser Zeitschrift darf ohne schriftliche Genehmigung des Verlages vervielfältigt oder verbreitet werden. Unter dieses Verbot fallen die gewerbliche Vervielfältigung per Kopie, die Aufnahme in elektronische Datenbanken und die Vervielfältigung auf CD-ROM.

■ FLOH- UND TRÖDELMARKTTERMINE ■ KLEINANZEIGEN IN DER SAMMLERBÖRSE

Es gilt die Anzeigenpreisliste 1/11 (Preise gültig seit 01.08.2006)

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06.10.2016

17:20 Uhr

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ONLINETIPP 7

■ Spätestens im Herbst verschwinden viele Ventilatoren bis zur ersten Hitzewelle des nächsten Jahres in Kellern und auf Dachböden. Über 100 Jahre alte Exemplare hingegen zählen zu gesuchten technischen Raritäten und sind vorwiegend in Vitrinen zu bewundern. Aber auch jüngere Objekte, wenn sie ästhetisch ansprechend und technisch interessant sind, werden gern gesammelt.

VENTILATOREN

■ Ventilatoren Sammlung Eine Sammlung mit über 500 Ventilatoren kann nach Herstellern, Herkunftsländern, Typen und, soweit bekannt, nach Designern in umfangreichen Bildergalerien betrachtet werden. Von allen Objekten sind mehrere Bildansichten, Datierungen, ausführliche technische Angaben und umfangreiche Anmerkungen mit nützlichen Hinweisen für Sammler vorhanden. Dazu kommen noch zahlreiche Abbildungen von historischen Preislisten, Prospekten und Katalogen samt ausführlicher Erläuterungen. Ein Fachbuch über alte Ventilatoren dürfte kaum informativer sein. Interessant ist auch die Linkliste über die Verwendung von Ventilatoren in der Kunst. www.ulrich-stuermer.de/index.php?id=3

■ Antike Ventilatoren Nur wenige Objekte werden hier vorgestellt, diese aber mit vielen Detailfotos und sehr ausführlichen Informationen. www.aiberlin.de/index.php?option=com_content&view=article&id=89&Itemid=416&lang=de

■ Progress Ventilatoren Die Marke Progress ist zwar hauptsächlich für Staubsauger bekannt, hat aber auch Liebhabern alter Ventilatoren interessante Objekte zu bieten. Rund 20 Exemplare aus der Zeit von circa 1940 bis 1980 werden hier jeweils mit mehreren Bildern und einigen Informationen präsentiert. www.staubsauger-progress.de/html/progress_ ventilatoren.html

■ Vintage Fans In umfangreichen Bildergalerien werden zahlreichen Decken- und Standventilatoren vorgestellt. Informationen zu den einzelnen Objekten sind kaum vorhanden, doch werden einige Fachartikel in englischer Sprache geboten. www.dtvintagefans.org/index.htm

■ Antique Fan Page Die hier vorgestellte Sammlung umfasst nur elf Exemplare. Mit gutem Bildmaterial und sehr ausführlichen Informationen werden aber sehr seltene, ungewöhnliche und alte Stücke präsentiert, von denen die meisten aus der Zeit vor 1900 stammen. Von allen Objekten sind mehrere Bilder vorhanden, die in einigen Fällen noch mit historischen Dokumenten ergänzt werden. www.edisontinfoil.com/fans/index.htm

■ Marelli Ventilatoren Hier werden über 100 alte Tisch-, Standund Deckenventilatoren des italienischen Herstellers Marelli präsentiert. Neben kleinformatigen Bildern gibt es auch Herstellungszeiten und technische Daten. www.fondazioneisec.it/marelli/archivio/imggallery.php?id_categoria=3&id_sottocategoria=27

■ Antique Electric Fan Collecting Gemischt mit einigen anderen Elektrogeräten werden zahlreiche alte Ventilatoren, von denen viele aus der Zeit um 1900 stammen, mit reichlich Bildmaterial vorgestellt. Zu einigen Geräten sind sehr ausführliche, zu anderen nur knappe Informationen vorhanden. www.hudsonscustommachining.com 11 / 16


Termine im November 02 Mi Köln-Porz-Eil

Autokino Porz, Rudolf-Diesel-Straße

Anton

03 Do Essen-Bergeborbeck

Autokino Essen, Sulterkamp

Anton

04 Fr Köln-Porz-Eil

Autokino Porz, Rudolf-Diesel-Straße

Anton

05 Sa Köln-Porz-Eil

Autokino Porz, Rudolf-Diesel-Straße

Anton

06 So Köln-Porz-Eil

Autokino Porz, Rudolf-Diesel-Straße

Anton

Kopp Veranstaltungs – GmbH & Co. KG Homburger Straße 22 50969 Köln-Zollstock Telefon: (0221) 36 47 03 Telefax: (0221) 360 56 67 www.kopp-maerkte.de

09 Mi Köln-Porz-Eil

Autokino Porz, Rudolf-Diesel-Straße

Anton

Kopp-Märkte

10 Do Essen-Bergeborbeck

Autokino Essen, Sulterkamp

Anton

11 Fr Köln-Porz-Eil

Autokino Porz, Rudolf-Diesel-Straße

Anton

12 Sa Köln-Porz-Eil

Autokino Porz, Rudolf-Diesel-Straße

Anton

13 So Köln-Ossendorf

IKEA, Am Butzweilerhof

Kopp

Preise pro Termin Grundgebühr pro Stand 5€ Trödel, je Meter 10 € Neuware, je Meter 20 € Mindeststandgröße 2 Meter.

16 Mi Köln-Porz-Eil

Autokino Porz, Rudolf-Diesel-Straße

Anton

17 Do Essen-Bergeborbeck

Autokino Essen, Sulterkamp

Anton

18 Fr Köln-Porz-Eil

Autokino Porz, Rudolf-Diesel-Straße

Anton

Fahrzeug am Stand Pkw ab 4 m Stand Pkw mit Hänger ab 6 m Stand Bus/Transporter ab 6 m Stand Bus mit Hänger ab 8 m Stand Lkw ab 8 m Stand

19 Sa Köln-Porz-Eil

Autokino Porz, Rudolf-Diesel-Straße

Anton

Platzreservierung

20 So Keine Märkte wegen Totensonntag

Montag bis Donnerstag im Büro

23 Mi Köln-Porz-Eil

Autokino Porz, Rudolf-Diesel-Straße

Anton

24 Do Essen-Bergeborbeck

Autokino Essen, Sulterkamp

Anton

25 Fr Köln-Porz-Eil

Autokino Porz, Rudolf-Diesel-Straße

Anton

26 Sa Köln-Porz-Eil

Autokino Porz, Rudolf-Diesel-Straße

Anton

27 So Köln-Godorf

IKEA, Godorfer Hauptstraße

Kopp

30 Mi Köln-Porz-Eil

Autokino Porz, Rudolf-Diesel-Straße

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Anton, günstige Kopp Kopp (0221) 28 39 100 Anton,derder günstige Pauschale nach Fahrzeug

StandBreite breite

mit/ohne Pkw Pkw mit Hänger Bus/Transporter mit Hänger Lkw

bis 4 m bis 8 m bis 8 m bis 12 m bis 12 m

Globus IKEA

10-16 Uhr 10-16 Uhr

Samstag vor Ort Globus IKEA

17 Uhr 20 Uhr

Sonn- und Feiertag vor Ort Globus IKEA

ab 6 Uhr ab 6 Uhr

Telefon: (0221) 28 39 100

Autokino AutokinoKöln-Porz Porz Autokino Essen Autokino Köln-Porz VerkehrsübungsAutokino Köln-Porz Autokino Köln-Porz Handelshof Köln-Poll Dienstag/Donnerstag Mittwoch Donnerstag Freitag platzSamstag Samstag Sonntag Sonn-/Feiertag

40 € 60 € 60 € 80 € 80 €

40 € 80 € 80 € 100 € 100 €

30 € 30 € 30 € 30 € 30 €

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Keine Platzreservierung erforderlich, einfach ab 6 Uhr kommen und mitmachen. Trödel und Neuware zahlen den gleichen Preis.

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06.10.2016

17:22 Uhr

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AUKTIONEN 22

VORBERICHTE

■ JSM, Nürnberg Eine Sammlungsauflösung bietet die Grundlage für die Auktion „Altes Eisen“, die das Nürnberger Haus JSM-Auktionen am 29. Oktober durchführt. Vorhangschlösser, Schlüssel und schmiedeeiserne Objekte der Gotik kommen neben ausgeklügelten Sperrvorrichtungen der Renaissance zum Aufruf. Die Objekte geben einen umfangreichen Einblick in die Geschichte der Kunstschlösser. Das so genannte Sperrfedernschloss, zumeist ein Vorhangschloss, ist in Deutschland bereits seit dem 1. Jahrhundert vor Christus bekannt und findet sich bis heute im nomadisch geprägten nordafrikanischen und indischen Raum. Ein fest installiertes Schloss spricht für die Sesshaftigkeit der Menschen, die sich vor allem in der Urbanisierung des späten Mittelalters zeigt. Dem hier entstehenden hohen Bedarf an Schlössern spielt die Entwicklung von Wasserrädern und deren Nutzen im Bergbau in die Hand, die den erhöhten Eisenerzbedarf so zu decken vermag. Vor allem das altdeutsche Schnappschloss findet Verbreitung: bestehend aus einer einfachen Zuhaltung, die beständig von einer Feder nach vorne gedrückt wird und nur mit Hilfe eines Drehschlüssels bewegt werden kann. Dieses Schloss bleibt also lediglich so lange geöffnet, wie der Schlüssel im Schloss steckt. Kurze Zeit später entsteht mit dem Tourschloss eine Weiterentwicklung dieser Technik. Der Schlüsselbart hebt hier die Zuhaltungsfeder an und kann sodann je nach Anzahl seiner Umdrehungen in verschiedene Kerben im Riegel greifen, um diesen stückweise weiter zu bewegen und auf diese Art verschiedene Sperrgrade zu erreichen. Waren die Schlösser der Gotik noch hauptsächlich auf den Außenseiten der Türen angebracht, kam in der Renaissance die Anbringung im Inneren auf. Dies ermöglichte eine deutlich schönere Gestaltung der schmiedeeisernen Werke, die so keiner Witterung mehr ausgesetzt waren. Je raffinierter und durchdachter die Technik war, desto hochwertiger war auch das Erzeugnis der Schlosserkunst. Immer kreativere Formen der Verzierung entstanden vor allem im 18. und 19. Jahrhundert.

Die so genannten Kapelleneingerichte, nicht von ungefähr mit dem Beinamen „Gewirre“ versehen, stellten dabei die einsame Spitze der handgearbeiteten Präzision im Schlosserhandwerk dar: Schlüssel mit den kompliziertesten Bartformen wurden in sorgfältiger Arbeit passgenau für ihre Schließvorrichtungen angefertigt. Dieser Entwicklung ist es geschuldet, dass das Schloss, das wohl mit teuerste Gut der Zeit war und dazu diente, die Habe seiner Besitzer zu schützen. Vor allem Geldkassetten oder Truhen waren oftmals kostbarer als ihr gesamter Inhalt. Mit im Deckel verborgenen Mehrfachverriegelungen, die die gleiche technische Raffinesse wie die Tür- oder Möbelschlösser aufwiesen, war es mit ihnen möglich, Wertgegenstände zu transportieren. Ihr hauptsächliches Einsatzgebiet war dabei die Kriegskasse vom 16. bis ins 18. Jahrhundert. Telefon: 0911/4781224 Internet: www.jsm-auktionen.de

■ Henry’s, Mutterstadt Ein Hohenloher Sammler hat über viele Jahrzehnte mit Sachkenntnis und Liebe zum Detail ein breites Uhrensortiment zusammengetragen. Den Schwerpunkt legte er auf barocke Tischuhren, aber auch Raritäten aus dem 18. und 19. Jahrhundert wurden von ihm gesammelt, in unberührtem Originalzustand gelassen, restauriert oder teilgerichtet. Am 4. November sind diese Stücke nun bei Henry’s zu ersteigern. Gleich zwölf Standuhren sind unter der rund 130 Positionen umfassenden Offerte, dazu ein prächtiger Uhrenschrank nach Augsburger Vorbild (2.500 Euro) sowie einige Laternen-, Eisen- und BoulleUhren, Vorderzappler und Prunkpendulen. Eine Wiener Empireuhr mit Glockenschlägerautomat aus der Zeit um 1820/30 hat ein Limit von 2.000 Euro. Mindestens 2.800 Euro soll eine englische Laternenuhr

aus der Zeit von 1680 bis 1710 kosten. Uhrmacherwerkzeuge und viel Zubehör können ebenfalls erworben werden. Telefon: 06234/8011 Internet: www.henrys.de

■ Regele, Stuttgart Der Stuttgarter Künstler Fritz Lang, namensgleich mit einem der berühmten Regisseure der deutschen Filmgeschichte, ist vor allem als Holzschneider für seine druckgrafischen Werke bekannt. Am 8. November gibt es bei Regele eine große Auswahl von Werken des baden-württembergischen Malers und Grafikers. Über achtzig seiner Holzschnitte, darunter Märchenserien und seltene Handdrucke sowie mehrere seiner Ölgemälde werden zu Preisen zwischen 30 und 950 Euro aufgerufen. Für sein Ölgemälde „Kilimandscharo im Mondschein mit Palmen“ werden zum Beispiel mindestens 750 Euro gefordert. Wer sich für Werke traditioneller schwäbischer Maler begeistert, ist ebenfalls bei Regele richtig. Das Großformat aus dem 18. Jahrhundert, das Herzog Carl Eugen von Württemberg zeigt, soll mindestens 780 Euro kosten. Außerdem ist eine Arbeit des italienischen Genremalers Eugen de Blass zu haben, die auf 2.200 Euro limitiert ist. Eine große tibetische Bronze, die den Buddha Shakyamuni darstellt, stammt ebenfalls aus dem 19. Jahrhundert (Limit 1.350 Euro). Auch Militaria- und Spielzeugsammlern wird etwas geboten: ein bayerischer Militärverdienstorden aus Emaille und Silber (210 Euro) sowie Märklin-Eisenbahnen und Blechspielzeuge. Telefon: 0711/69947020 Internet: www.auktionshausregele.de

Fritz Lang, Kilimandscharo im Mondschein mit Palmen, Öl auf Platte, 79,5 x 65 cm (Limit 750 Euro). Regele, Stuttgart, 08.11.2016

■ Breitschuh, Quedlinburg

Großes Renaissance-Türschloss, Süddeutschland, um 1560. JSM, Nürnberg, 29.10.2016 11 / 16

Laternenuhr, England um 1680/1710 (Limit 2.800 Euro). Henry’s, Mutterstadt, 04.11.2016

Breitschuh macht am 12. November einen Ausflug in das militärisch geprägte, vorrepublikanische Deutschland und präsentiert daneben dekoratives Meißener Porzellan, prunkvollen Schmuck, wertvolle Armbanduhren, asiatische Antiquitäten


22_23_Auktionen

06.10.2016

17:23 Uhr

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AUKTIONEN 23 und stattliche Möbel. Gesucht ist der Braunschweiger Offiziershelm des Infanterie-Regiments Nr. 92, der um 1910 in der Regentschaft und später, 1913 unter Ernst August von Hannover getragen wurde (Limit 5.800 Euro). Die Pickelhaube prägte über achtzig Jahre das Sinnbild des preußischen Militärs. In erster Ausführung von 1840/50 mit dem Reservekreuz von 1813 eines preußischen Reservefähnrichs gibt es die Haube für mindestens 1.800 Euro. Um 1900 entstand eine chinesische Elfenbeinpagode als feine Schnitzarbeit, hinter deren sich öffnenden Tür ein komplett eingerichteter Tempel mit Buddhastatue verborgen ist (Limit 850 Euro). Gemütliches Kaffeetrinken im stilvollen Ambiente ist mit dem Meißener Schwanendessin-Service mit indischen Blumenzweigen und gestreuten Blümchen gewährleistet (2.500 Euro). Wer dazu noch eine mit Brillanten und Rubinen besetzte Chopard-Uhr in achtzehn Karat Gold (6.900 Euro), einen Rubinring (800 Euro), die Goldarmbanduhr von Baume & Mercier (2.900 Euro) oder ein Saphir-Brillant-Armband aus Weißgold (1.200 Euro) trägt, dürfte dafür auch passend geschmückt sein. Sicher verwahrt werden kann das goldumrandete Service nach dem Kaffeekränzchen zum Beispiel in dem imposanten, reichlich verzierten Barockschrank aus Eiche (3.400 Euro). Dazu passen ein barocker Wandtisch mit aufwändigen Elfenbeineinlegarbeiten in Form von Engeln (800 Euro) und ein Spiegel mit Braunschweiger Löwen mit Schwert und Schild als Elfenbeineinlage (580 Euro). Wer sich eher für Silberglänzendes aus den 1930er-Jahren erwärmt, dem sei die schöne, in besonders gefälliger, geschwungener Gestalt ausgeformte Schale mit feinem Hammerschlag von Wilhelm Hülse, Berlin empfohlen. Telefon: 03946/3751 Internet: www.versteigerungshaus.de

dem Himalaya wie eine vergoldete Buddhafigur aus Holz aus dem 18. Jahrhundert zum Aufruf. Telefon: 0921/20616 Internet: www.boltz-auktionen.de

NACHBERICHT

Franz Iffland, Wisent, Bronze von (Aufruf 300 Euro). Kempf, Würzburg, 12.11.2016

■ Kempf, Würzburg Antiquitäten und Varia stehen am 12. November bei Kempf auf dem Programm. Eine großformatige Ansicht des Berliner Grunewaldsees, die vermutlich von Walter Leistikow stammt, wird im Prunkrahmen für mindestens 7.000 Euro angeboten, eine romantische Landschaft von Andreas Achenbach für mindestens 1.200 Euro. Bei 300 Euro startet eine Bronze von Franz Iffland, bei 400 Euro ein Gefäß aus WestMexiko, das auf die Zeit um 250 vor bis 400 nach Christus datiert wird. Schön ist die Auswahl an hochwertigem Porzellan, Schmuck und Silber. Telefon: 0931/20793193 Internet: www.auktionshaus-kempf.de

■ Boltz, Bayreuth Im Auktionshaus Boltz in Bayreuth kommt in der Auktion vom 26. November religiöse Volkskunst zum Aufruf: Klosterarbeiten, Reliquien sowie Heiligenfiguren. Aus dem 18. Jahrhundert stammt eine Pietà aus Süddeutschland, ein Jesuskind wurde um 1800 gefertigt. In der Auktion „Varia – Kunterbunt“ kommen neben Kleinkunst der verschiedensten Art, Glas, Porzellan und Fayencen auch Kunst aus Tibet, Nepal und

■ Lösch, Worms Den Auftakt zu den Septemberauktionen bildete die erste Porzellanauktion von Lösch zum 100. Geburtstag von Philip Rosenthal. Hier wurden 175 Positionen versteigert, darunter Künstlerteller, Suomi-Objekte, Vasen und Service. Das Relief „1008/ 5104“ von Victor Vasarely, limitiert auf 75 Stück, wurde für 1.000 Euro versteigert. Ein Kaffeeservice von Marcello Morandini im Dekor Color wurde bei 1.300 Euro zugeschlagen, eine Ausführung des Kaffeeservices „Leda“ von Paul Wunderlich kostete 1.100 Euro. In der 114. Wormser Spielzeug-Auktion gab es schwerpunktmäßig Eisenbahnen aller Spurweiten und aller namhafter Hersteller. Bei den Spurweiten bis H0 gab es einen Großkesselwagen von Märklin zum stolzen Preis von 2.000 Euro, die 3052-E-Lok der ÖBB zu 1.100 Euro. Ebenso viel wurde für die Anfangspackungen des RE-848/4-D-Zugs und des R727-Personenzugs bezahlt. Eine PremiumStartpackung USA kostete 800 Euro. Bei den großen Spuren gab es von Märklin in Spur 0 die Tenderlok TK 66/12920 für 2.500 Euro und eine Schlepptenderlok HR 66/12920 für 1.900 Euro. Von Hehr wurde in Spur 0 eine E-Lok „Krokodil“ CCS 12920/79 für 2.100 Euro versteigert, in Spur 1 eine Schlepptenderlok 1.650 Euro. 650 Euro wurden bei den Modellautos für einen FerrariRenntransporter CMC Typ Fiat 642 RN2 Bartoletti von 1957 gewährt. Beliebt beim Blechspielzeug war ein Reedereimodell des Flusstankers „Raab Karcher 230“ für 550 Euro. Eine Schoenner Bockdampfmaschine kostete 360 Euro, eine Doll stehende Dampfmaschine mit Druckmanometer 650 Euro. Ein Konvolut Lego-Service-Packs wurde in der Rubik „Lego & Playmobil“ für 360 Euro versteigert. Telefon: 06247/90460 Internet: www.auktionshaus-loesch.de

Braunschweiger Offiziershelm des Infanterie-Regiments Nr. 92, um 1910 (Limit 5.800 Euro). Breitschuh, Quedlinburg, 12.11.2016

Pietà, Süddeutschland, 18. Jh, H 29 cm; Jesuskind, um 1800, H 27 cm. Boltz, Bayreuth, 26.11.2016

Märklin, H0, E-Lok der ÖBB, 3052 (Zuschlag 1.100 Euro Euro). Lösch, Worms, September 2016 11 / 16


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08.09.2016

17:47 Uhr

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www.verzamelaarsjaarbeurs.nl


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06.10.2016

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76_77_Schallplatten

06.10.2016

17:32 Uhr

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SCHALLPLATTEN 76

.. SCHWARZES GOLD FUR SCHALLPLATTEN-SAMMLER

€ 50-100

Buddy Holly (1936-1959 Flugzeugabsturz) And The Crickets „Oh, Boy

€ 70-120 Blackbirds „Touch Of Music LP”, erschienen 1971 auf dem Kölner Label Deutsche Saga-OPP Schallplatten GmbH („Musik die sich jeder leisten kann”), Nr. „Opp 5-34”. Saarländische Beatformation, die mit diesem Werk eine der ersten deutschen „klassischen ProgRock”-Scheiben einspielte

€ 30-60 David Bowie (1947 Brixton-2016 New York) „Ziggy Stardust The Motion Picture DOLP”, 1983 auf RCA Germany, Nr. „PL 84862(2). Die Live-Doppel-LP vom letzten „Ziggy”-Konzert im Londoner Hammersmith Odeon sollte eigentlich schon Anfang 1974 veröffentlicht werden

€ 40-70 Christian Death „Only Theater Of Pain LP”, erschienen 1983 in Frankreich auf L’Invitation Au Suicide, No. „1”, mit Booklet (Cover by G. Rochegrosse). Christian Death wurde 1979 von Rozz Williams (1963-1998) in Los Angeles gegründet. Sie gelten als die Erfinder des „Death Rock” und des späteren „American Gothic”

€ 100-200 Aretha Franklin „Lady Soul LP”, veröffentlicht 1968 auf Atlantic Records USA, No. „SD-8176-MO”. Blau-grünes Label, American-Style-Cover, „Monarch”Pressing. Aretha Franklin (geb. 1942 Memphis/USA), die „Queen Of Soul/First Lady Of Soul”, gelang mit dieser LP (größtenteils Coverversionen) ein Meilenstein in der Pop-Geschichte (die Platte erhielt die US-„Gold”-Auszeichnung, war über ein Jahr in den Charts notiert und zählt zu den 200 besten Alben aller Zeiten € 80-120 Hermann’s Orgie „Moderne Musik 7 Inch”, erschienen 1979 auf Moderne Musik Tonträger, Nr. „Mod 001”. Erstpressung im gelben Cover (es existieren auch wenige Exemplare im roten Cover/ Wert circa 200 Euro, sowie eine schwarzweiße Nachpressung/circa 50 Euro). Hamburger „Punkrock”-Band der ersten Stunde, die aber kaum über den Hamburger Raum in Erscheinung trat und nur selten Live-Konzerte damals spielte

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EP”, BRD 1957 auf Coral Records, Nr. „94123”. Auf der EP befindet sich auch die Eigenkomposition „Peggy Sue”, mit der Holly weltweite Berühmtheit erlangte

€ 300-500 Jaklin „Same LP”, veröffentlicht 1969 auf Stable Rec. UK, No. „SLE 8003”. Britisches „Blues-Rock”-Quartet mit Einflüssen von Alexis Korner. Die dt. Pressung auf Voque Schallplatten (LDVS 17227) liegt nur knapp unter der englischen Ausgabe

€ 50-70 Kaarst „2 LP”, erschienen 1977 auf dem Privat-Label CSM-Verlag Köln, Nr. „F666.131”, Insert. „Hippie-Kommunen-Musik” aus der zweiten Hälfte der 1970er-Jahre, bei der auch Uwe Ochsenknecht beteiligt war (Percussion, Vocals)


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06.10.2016

17:32 Uhr

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SCHALLPLATTEN 77

€ 300-500 Katharsis „666 LP”, erschienen 2000 auf Sombre Rec. (200 Copies), mit Inlet. Kult-Debüt-LP der Zwickauer „Black Metal”-Band um Drakh (Vocals), Scorn (Guitar/Bass) und Aeshma (Drums)

€ 150-300 Missus Beastly „Nara Asst Incense LP”, 1970 auf OPP BRD, Nr. 532”. Ursprünglich auf CPM veröffentlicht, verkaufte der „selbsternannte Group Manager” H. Fromm die „gebootlegte Musik” der Herforder an das OPP-Label

€ 150-200 Motörhead „Overnight Sensation LP”, 1996 auf Steamhammer Rec. Germany, Nr. „SPV 085-18301”, mit Inlet. Die Band kehrte (ohne ihren zweiten Gitarristen „Würzel”) mit dem dreizehnten Studioalbum wieder zu ihrem „typischen Drei-Akkorde-Rock’n’Roll” zurück

€ 30-50

Klaus Nomi (Klaus Sperber 1944 Immenstadt-1983 verstorben an Aids in New York) „In Concert LP”, veröffentlicht 1986 auf RCA Germany, Nr. „PL 71145”. „Dem singenden Konditor” und Kontertenor gelang 1978 in New York mit Hilfe von David Bowie der internationale Durchbruch. Als androgyner Künstler mit einer retro-futuristischen Bühnenshow ausgestattet, erhielt er als CrossoverVokalist und Revolutionär der modernen Musik weltweite Beachtung

€ 60-120 Roxette „Soul Deep Extended Mix 12 Inch ”, BRD 1986 auf EMI, Nr. „1CK 052 1362626”. Schwedisches „Pop”-Duo, die in den 80er-/90er-Jahren mit über 75 Mio. verkauften Platten weltweit erfolgreich waren

€ 100-150 Bernd Simon „Mars-Patrouille 7 Inch”, erschienen 1967 bei Liberty Rec. Deutschland, Nr. „15039”. Abgefahrene futuristische Schlagerparty-Single des später so erfolgreichen Synchronsprechers („Die Simpsons“, „CatDog” etc.)

€ 200-400 Frank Wright Quartet „Church Number Nine LP”, 1971 veröffentlicht in Frankreich auf dem Calumet Label, No. „3674”. „Spiritual Free Jazz” in der Besetzung Frank Wright (Tenor), Noah Howard (Alto), Bobby Few (Piano) und Mohamed Ali (Drums). Wohl nur 300 Copies erreichten damals die örtlichen Plattenläden € 100-200 Miss Misty (Maureen Diana Heron) „Dance Dance LP”, erschienen 1980 auf Bellaphon/Jamaica Sound Germany, Nr. „260-07-003. Neun „Disco”Kracher mit „Reggae”-Einflüssen. Beteiligt waren u.a. Sly Dunbar (Drums), Earl Chinna Smith (Guitar), Ken Elioth (Synth)

Alle angegebenen Schallplattenpreise verstehen sich als ungefähre Richtpreise, die bei Internet-Auktionen, Schallplattenbörsen, Sammler-Foren, Festpreislisten, Privatverkäufen etc. erzielt oder angeboten wurden. Die Preise gelten in der Regel für Mint/Mint-Exemplare (neuwertig bzw. minimale Gebrauchsspuren).

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SPIELZEUG 86 Ein Klassiker der letzten hundert Jahre: die Kinderpost. – Gleiches Motiv, zwei verschiedene Größen. – Titelbilder wie dieses gehören zu den gesuchteren Objekten. – Kinderpost, kleine Ausführung

DIE KINDERPOST REINHARD BOGENA

ständnis dafür, warum diese und jene Übung sinnvoll ist. Die „Kinderpost” konnte dabei helfen. In Gesprächen des Autors mit zahlreichen Leuten zeigte sich, dass dieses Spiel jedem zumindest bekannt war und angenehme Erinnerungen hervorrief.

Ein kleines Stück Kindheit Die Welt der Erwachsenen Kinder sind gute Beobachter, sie versuchen stets, die Welt der Erwachsenen nachzuahmen: Im Spiel mit Freunden wird das Leben in der Familie nacherlebt, sie imitieren ihre Lehrer aus der Schule und früher, als es noch den Kaufmann um die Ecke gab (mit Bedienung!), gehörte auch das spielerische Ein- und Verkaufen mit miniaturisierten Waren zu gerne ausgeübten Tätigkeiten; ein entsprechender Kaufladen fand sich in vielen Haushalten mit Kindern. Wer seinen Nachwuchs weiter fördern wollte, schenkte ihm darüber hinaus besagte Kinderpost, wie es sie seit etwa hundert Jahren in zahlreichen Varianten gibt. Ein Bezug zum realen Leben lag nahe, denn das örtliche Postamt war zusammen mit dem Postboten oder Briefträger (erst später bezeichnete man ihn als

Briefe schreiben Die Zeiten ändern sich – mit jedem Tag steigt die Zahl von Kindern und Jugendlichen, die sich neuester Medien bedienen, um miteinander zu kommunizieren. Sinn und Richtigkeit dieser Entwicklung sind durchaus umstritten, vor allem unter Pädagogen und Vertretern der Industrie gibt es dazu unterschiedliche Meinungen. Es lässt sich jedoch nicht darüber hinwegsehen, dass durch alle Gesellschaftsschichten hindurch Klagen über einen Verlust an Kulturtechniken wie Lesen, Schreiben und vor allem Rechtschreiben zunehmen – allein das, was man in den Angebotsbeschreibungen bei Internet-Auktionen entdeckt, spricht Bände. Das Verfassen eines Briefes, geschäftlich wie privat, gehörte einmal zu jenen Tätigkeiten, die man in der Regel mit besonderer Sorgfalt erledigte. Zum Einen wollte man sich selbst keine Blöße geben und einen schlechten Eindruck hinterlassen, zum Anderen gebot es der Respekt gegenüber dem Adressaten, sich in sorgfältiger Wortwahl, korrekter Schreibung und mit sauberer Schrift auszudrücken. Um das erfolgreich zu lernen, braucht es bei Kindern Motivation, ein Ver11 / 16


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„Zusteller”) nicht nur Dreh- und Angelpunkt für Briefe und Pakete, dort konnte man ebenso die neuesten Sondermarken betrachten und kaufen, um die eigene kleine Sammlung zu ergänzen. Gab man am Schalter einen Brief ab, wurde er nicht selten sofort und blitzschnell mit einem kräftigen Schlag vom Schalterbeamten gestempelt – toll! Einige Leute gingen zum Telefonieren dorthin und ließen sich das Gespräch in eine der schalldichten Kabinen legen. Andere zahlten Geld ein oder holten welches ab, Pakete wurden gewogen, kurzum: Das Postamt empfanden viele Kinder als einen besonderen Ort, zumindest in früherer Zeit. So erscheint es nur natürlich, dass sie die beobachteten Tätigkeiten gerne in ihre Rollenspiele mit einbezogen. Besonders gut ließ sich das mit einer Kinderpost bewerkstelligen. In verkleinerter Form enthalten die ent-

sprechenden Kästen Postkarten, Einzahlungsbelege, Telegrammformulare, Einlieferungsscheine, Spielbriefmarken, zum Teil sogar kleine Päckchen, aber als absolut wichtigstes Utensil einen Stempel mit Farbkissen! Interessant: Während Kinderpostkästen aus jüngerer Zeit häufig wenig attraktive Spielmarken beigelegt wurden, hatten sie in früheren Jahren teilweise echte Postwertzeichen zum Vorbild. So entdecken wir beispielsweise das Konterfei des ehemaligen Reichspräsidenten Hindenburg einschließlich des Aufdrucks „Deutsches Reich” in etwa einem Viertel der echten Markengröße. Der originale Hindenburg-Satz war um 1932 in Umlauf. Auch der so genannte Posthornsatz von 1951 findet sich etwas vereinfacht und verkleinert in einem Spiel wieder. Sammlern ist das ein relativ sicherer Hinweis für die Altersbestimmung einer Kinderpost, so-

Kasteninhalt mit Mini-Paketen. – Päckchen und Pakete aus der Kinderpost. – Einzelstücke aus Vorkriegszeiten. – Einzelstücke aus den frühen 50erJahren. – Dem Briefgeheimnis kommt nach so langer Zeit keine Bedeutung mehr zu. – Was der Briefträger heute wohl bringt? – Detailbild eines Schachteldeckels 11 / 16


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SPIELZEUG 88 Der Schalter war in der Regel klein, dennoch wichtig fürs Spiel. – Kinderpost von Hausser. – Kinderpost von Spiele-Schmidt, 60er-Jahre. – Dasselbe Spiel gab's schon mit Sütterlin-Schrift in älterer Ausführung. – Die Spielmarken sind kleiner als ihre originalen Vorbilder. – Vorbild von 1946 und Spielmarke fern sie noch original bestückt ist. In der Regel lag jedem Spielepostamt ein Schalter zum Ausklappen und Aufstellen bei, zum Teil sogar ein Bastelbogen für einen Briefkasten. Auf spielerische Art konnten Kinder vieles lernen, darunter das korrekte Beschriften von Postsendungen und Formularen – auch wenn das häufig nur er-

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Famos Kinderpost, ca. 60er-Jahre. – Kinderpost von Famos, DDR, 70er-Jahre. – Kleine Botschaften. – Ein seltenes Stück aus Zeiten der Not. – Spiele Schmidt, 50er-Jahre. – Schalter zum Aufstellen, Spiele Schmidt ste ungelenke Versuche waren. Es konnte darüber hinaus Motivation zum Schreiben eines Briefes sein und möglicherweise den Anlass für die Suche nach einer Brieffreundschaft liefern; entsprechende Anzeigen fanden sich beispielsweise in Micky-Maus-Heften und anderen einschlägigen Kinderzeitschriften. Geschrieben mit mehr oder weniger krakeliger Kinderschrift, finden sich manch-

mal noch kleine Briefchen in den Kästen, Botschaften, die vielleicht der ersten Grundschulliebe gewidmet waren, aber dem oder der Angehimmelten nie übergeben wurden – aus Angst, ausgelacht zu werden, einen Korb zu bekommen, oder war man sich seiner Sache einfach nicht sicher? Ging es dem kleinen Schreiber oder der Schreiberin etwa so, wie es Ludwig Thoma in seinem verfilmten Buch „Lausbubengeschichten” beschreibt? Er hatte sich im letzten Moment doch nicht getraut, der Tochter des Hausmeisters seinen ersten selbst verfassten Liebesbrief zu übergeben. Hätte er es damals nur getan, so aber fand sein Lehrer das im Lateinbuch versteckte Schriftstück in der

Schule, woraufhin der Schulmeister den armen Ludwig vor der ganzen Klasse brüskierte, oh je!

Hersteller Hersteller von Kinderpost-Spielen waren u. a. Hausser, Schmidt-Spiele, Klee, Famos (ehemalige DDR) sowie die Firmen Jockey und Stomo (beide Österreich). Da sich, abgesehen vom aufstellbaren „Postschalter”, der Inhalt dieser Kästen unabhängig vom Hersteller, egal ob Ost oder West, weitgehend gleicht, sind für Samm11 / 16


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Wie in Wirklichkeit: Briefkästen waren für Kinder oft nur schwer erreichbar. – Hübsches Deckelmotiv: Diesen Kasten gab es in zwei Größen. – Der Deckel ist gleichzeitig der Schalter zum Aufstellen. – Hübsche Utensilien. – Spardosen in Briefkastenform aus Blech (rechts) und Plastik. – Großer Briefkasten aus dünner Pappe zum Falten ler in erster Linie Kinderpost-Ausgaben mit nostalgischen Deckelmotiven interessant, auch wenn diese meistens mehr oder weniger bespielt und ihre Accessoirs (zum Teil sogar mit Bastelbögen für Briefkasten oder Postauto in Form eines Papierbausatzes) nicht mehr komplett erhalten sind. Ganz selten werden jedoch mehr als 50 Euro bezahlt. 11 / 16

Ein überaus interessanter Fund auf diesem Gebiet dürfte eine behelfsmäßige Kinderpost in Form eines Briefkastens sein, die bei Kriegsende aus einer alten Blechdose der deutschen Wehrmacht hergestellt wurde. Ursprünglich hatte der Behälter zum Aufbewahren von Utensilien für eine Gewehrreinigung gedient. Die Machart lässt auf eine kleine Serie schließen, denn das Motiv, mit dem die Dose beklebt wurde, ist exakt auf ihre Größe zugeschnitten. Auf jeden Fall muss der Urheber über entsprechende Möglichkeiten zum Drucken verfügt haben. Auch der vorhandene Inhalt stammt offensichtlich aus Zeiten der Not, wie sich an den beiliegenden Marken erkennen lässt. Trotz des leider schlechten Zustandes ist ein solches Fundstück


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ein historisch bedeutsames Objekt und damit aus dieser Sicht auch das Tüpfelchen auf dem „i” einer Sammlung.

Der Lauf der Zeit Ab den 60er-Jahren versuchten die Hersteller, Titelmotive der Zeit anzupassen, sie moderner zu gestalten, manchmal ohne dabei die Bedürfnisse ihrer Zielgruppe zu beachten: die Kinder. Grafisch einfacher und schmuckloser – man könnte auch sagen: weniger liebevoll – regte es die Fantasie der Kleinen nicht mehr im gleichen Maße an wie früher. Als Folge er-

schien die Kinderpost seltener auf ihrem Wunschzettel und Sammler würdigen sie heute kaum eines Blickes. Auch die bei der Post/Postsparkasse erhältlichen Spardosen in Form eines Briefkastens haben eine Wandlung durchgemacht: Wurden sie in den 50er-Jahren noch aus Blech gefertigt (mit beweglicher Klappe über den Einwurfschlitzen), ersetzte man das bald durch Kunststoff, womit der Reiz verloren ging, wenn auch zunächst unbewusst. Die Post als Institution in ihrer ursprünglichen Form ist längst Geschichte, ebenso wie die Kinderpost. Die gibt es wohl noch, doch hat sie ihre Bedeutung gegenüber früher verloren. Zum Einen ist das Vorbild, das ehemalige und häufig respekteinflößende Amt durch eine Poststelle in der

Kinderpost von Hausser, unbespielt. – Hausser, Deckelbild. – Einfacher Postschalter. – 80er-Jahre. – Postschalter 70er-Jahre. – Erste Schreibversuche mit ungelenker Handschrift Ecke eines Supermarkts oder kleinen Geschäfts ersetzt worden, zum Anderen haben Statussymbole wie Handy und Smartphone ihren Platz eingenommen – eben ganz so, wie wir Erwachsenen es ihnen vorleben. Was bleibt, sind schöne Erinnerungen an eine Kindheit mit der Kinderpost. Mit Dank an Heinrich Herzog Fotos: Reinhard Bogena

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MÖBEL

■ Paravent Paravents wurden schon sehr früh in China entwickelt. Man verwendete sie anfangs als Windschutz. Im Lauf der Zeit wurde ihre Funktion als Sichtschutz wichtiger. Neben einfachen Formen spielte in China für den gehobenen Geschmack Lackmalerei eine wichtige Rolle. Dabei werden hochformatige Holzbretter mit Lack in verschiedenen Farben überzogen und mit beweglichen Metallscharnieren an den Längsseiten so aneinander befestigt, dass sie in einem bestimmten Winkel gegeneinander bewegt werden können. Wenn man sie einfach in einer Reihe aufstellt, so dass sie eine gerade Fläche bilden, fallen sie um. Der Witz dieser Scharnierparavents besteht darin, dass man die einzelen Paneele winklig zueinander stellt, so dass dadurch eine zweidimensionale Auflage entsteht. Welche Form man dabei wählt, die von der geraden Linie, d.h. der ersten Dimension abweicht, ist dabei egal. Die aufwändigeren dieser Paravents wurden nach den Stilgesetzen der chinesischen Kunst dekoriert. In China war – wie in allen außereuropäischen Kulturen – in der Malerei die Perspektive, in der alle parallelen Linien in einem Punkt fluchten, unbekannt. Man verwendete andere Me-

Paravent, Österreich, um 1830, Obstbaumhölzer, Stoffbespannung, H 199 cm. Die Mischung aus urnenförmigen Flachreliefs und Stoffbespannung, die in der Regel nicht im Original erhalten blieb, macht aus diesen Objekten der Biedermeierzeit etwas eigenwillig Zwiespältiges (Foto: Sotheby’s)

thoden der Projektion, etwa die Parallelprojektion. Dabei stellt man Linien, anders als in der Perspektive, die in Wirklichkeit parallel verlaufen, auch im Bild parallel dar. Es gibt Darstellungsweisen, in denen die Linien in der Tiefe sogar auseinander laufen. Die nichtperspektivischen Darstellungsarten haben den Vorteil, dass sie, weil nicht alle Linien in einen Punkt münden müssen, in der Fläche freier angeordnet werden können. So lassen sich etwa Architekturen in der Fläche nach mehr ornamentalen Gesichtspunkten verteilen, was besonders für Paravents insofern von Vorteil ist, weil durch die Verwinkelung der Paneele eine einheitliche Fläche vermieden werden muss. Paravents eignen sich nicht so gut für eine einheitliche Fluchtpunktkonstruktion. In der chinesischen Kunst ist es außerdem üblich, die Gegenstände mit grafischen Mitteln darzustellen, also eher mit Linien und Flächen als mit fließenden Übergängen und Abschattierungen. Und die so grafisch dargestellten Gegenstände werden nun relativ gleichmäßig über die Fläche verstreut, so dass dadurch ein freies und ornamental wirkungsvolles Gesamtbild entsteht, das durch die winkelig gegeneinander gestellten Paneele eher an Reiz gewinnt als verliert. Viele der später nach Europa gelangten Paravents basieren auf den Hauptfarben Schwarz und Gold und wirken kostbar und edel. Ihre Bilder sind eher zurückhaltend und abstrakt als illusionär und aufdringlich. Von China wanderten die Paravents auch nach Japan, wo sie sich ebenso verbreitet haben, so dass es im Einzelnen nicht so einfach zu bestimmen ist, ob es Wandschirme aus Japan oder China sind, die nach Europa gelangten. Doch finden sich wie beim Porzellan überwiegend chinesische Exemplare in europäischem Besitz, wo sie heute, wenn sie auf den Markt gelangen, teilwei-

DeCoene Frères, Paravent, Belgien, um 1935, lackierte Elemente, H 102 cm. Die Brüder DeCoene stehen für herausragendes Möbel- und Einrichtungsdesign im Belgien der Zeit des Jugendstils und Art déco (Foto: Sotheby’s) se von Chinesen zurückgekauft werden, weil Mao wegen seiner Wirtschaftspolitik nicht nur den Hungertod von 50 Millionen chinesischen Bauern verschuldet hat, sondern wegen seiner „Kulturrevolution” fast das gesamte materielle, chinesische Kulturerbe zerstören ließ. Wenn der Paravent aus China nach Europa gekommen ist, dann bedeutet dies im Umkehrschluss, dass es ihn in der Antike nicht gab. Jedenfalls haben sich keine antiken Paravents erhalten, und möglicherweise hat das Prinzip der freien Beweglichkeit ihrer Glieder dem stark tektonischen Denken der Römer widersprochen. Der Handel mit China kam erst nach der legendären Reise von Marco Polo so richtig in Schwung. Zuvor hat man aus Fernost vor allem leichter zu transportierende Güter wie Seide oder Lapislazuli auf der berühmten Seidenstraße gehandelt, doch dass auf diesem Weg auch Paravents zu uns gelangt sind, ist eher unwahrscheinlich. Sie kamen vielmehr per Schiff und entsprechend zu den frühen Seefahrernationen, also den Portugiesen, Spaniern und dann natürlich auch schon zu den Holländern und Engländern. Entsprechend finden wir in diesen Ländern frühe Paravents. Ein eigenes Zentrum für geprägte Lederparavents entwickelte sich im Barock im heute belgischen Mechelen. Den ausführlichen Artikel „Paravent – Chinas Erbe” (acht Seiten, 19 Abbildungen) von Dr. Dieter Weidmann finden Sie in der aktuellen November-Ausgabe der Zeitschrift „Sammler Journal” (ab 25. Oktober im Handel erhältlich)

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www.melan.de

buchung.hoefges.com

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