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Troedler 0218

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Europas Sammlermagazin

02/2018 64419

• € 4,90

Schweiz CHF 8,50 | Österreich € 5,50

Kunst & Design Adelsmemorabilia


U2_Junge

11.01.2018

12:24 Uhr

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12:25 Uhr

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INHALT 3

TRÖDLER

ISSN 1863-0340

VERLAG

GEMI Verlags GmbH Pfaffenhofener Straße 3 85293 Reichertshausen Tel. 08441 / 4022-0 Fax 08441 / 71846 Internet: http://www.gemiverlag.de eMail: info@gemiverlag.de

GESCHÄFTSFÜHRER

Gerd Reddersen Rudolf Neumeier

CHEFREDAKTEUR

Karl Ruisinger eMail: karl.ruisinger@gemiverlag.de

REDAKTION

Nicola Fritzsch, Joscha Eberhardt, Karin Probst, Helene Stümpfle-Wolf

■ Expertenauskünfte

6

MAGAZIN ■ Ausstellungen – Messen – Märkte

12

KERAMIK ■ Herkenroth / Höhr-Grenzhausen

AUKTIONEN

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■ Berichte – Preise – Termine

AUTOREN DIESER AUSGABE

Reinhard Bogena, Kathrin Bonacker Heidrun Grigoleit, Ralf. J. Schumann

REDAKTIONSASSISTENZ

Heike Genz

TERMINE

Anette Wagner, Tel. 08441/4022-35 Hans Neumeier, Tel. 08441/4022-34 eMail: termine@gemiverlag.de

■ Schwarzes Gold für Sammler

LITHOS, SATZ, HERSTELLUNG

Westner Medien GmbH (Anschrift siehe Verlag)

ONLINETIPP

ANZEIGEN

Markus Westner, Tel. 08441/4022-13 Hans Neumeier, Tel. 08441/4022-34

KLEINANZEIGEN

Heike Genz, Tel. 08441/4022-18 Marlene Westner, Tel. 08441/4022-12

MEMORABILIA

VERTRIEB

Gerd Reddersen

■ Adel

ZEITSCHRIFTENHANDEL

VU Verlagsunion KG

MARKTVERTRIEB

Jörg Kirschbaum Mobil 0172/4436638

ABOVERWALTUNG

Gemi Verlags GmbH Postfach 85291 Reichertshausen Tel: 08441/4022-0 Fax: 08441/71846 eMail: info@gemiverlag.de

DRUCK

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LESERFORUM

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SCHALLPLATTEN

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■ Websites für Sammler

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KULTURGESCHICHTE ■ Der „Loop”

90

BÜCHER ■ Oliver Hassencamp

westermann druck Gmbh

FUNDSTÜCKE

98

■ Flohmarktpreise

TERMINE UND ANZEIGEN ERSCHEINUNGSWEISE

monatlich

TITELFOTOS

Sammlung Catherine Olsen © The M.C.Escher Company © Staatsbibliothek zu Berlin

■ ANTIKMARKTTERMINE ■ SAMMLERBÖRSENTERMINE ■ AUSLANDSTERMINE ■ REGELMÄSSIGE TERMINE

Alle Rechte vorbehalten. Kein Teil dieser Zeitschrift darf ohne schriftliche Genehmigung des Verlages vervielfältigt oder verbreitet werden. Unter dieses Verbot fallen die gewerbliche Vervielfältigung per Kopie, die Aufnahme in elektronische Datenbanken und die Vervielfältigung auf CD-ROM.

■ FLOH- UND TRÖDELMARKTTERMINE ■ KLEINANZEIGEN IN DER SAMMLERBÖRSE

Es gilt die Anzeigenpreisliste 1/11 (Preise gültig seit 01.08.2006)

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MAGAZIN 6

AUSSTELLUNGEN n Purzelbaum mit Blech Beeindruckt beäugt der „Melonenmann“ den „Knödelfresser“. Die „Ängstliche Braut“ blickt sorgenvoll dem Eheleben entgegen, während die „Autoschwestern“ in rasanter Fahrt vorbeibrausen. Eine grazile Seiltänzerin schwebt durch die Lüfte. Möglich macht diese Zusammenkunft Europas größte und hochwertigste Sammlung figürlichen Blechspielzeugs. Eine Auswahl dieser Sammlung zeigt die Schau im Museum Aschenbrenner in Garmisch bis 2. April. Gefertigt wurden die Musikanten und Tänzer, Artisten und Exoten, Rikscha- und Rollerfahrer zwischen 1870 und 1950. Ende des 19. Jahrhunderts bis zum Ersten Weltkrieg erlebte die Produktion von Spielzeug aus Weißblech in Deutschland eine Blütezeit. Firmen wie Bing, Günthermann oder Lehmann exportierten ihre Blechfiguren in alle Welt. Auch später noch, bis in die 1970er-Jahre hinein, erfreuten sich die phantasievollen Figuren großer Beliebtheit. Erst der zunehmende Einsatz von Kunststoff auch im Spielwarensektor verdrängte dann die bunte Ware aus Blech. In Sammlerkreisen werden die Prachtstücke der deutschen Blechspielzeugindustrie jedoch bis heute hochpreisig gehandelt.

Bei der Entwicklung der Figuren setzten innovative Spielzeugmacher all ihr technisches Know-How ein und lebten ihre Freude am Detail und ihren Erfindergeist voll aus. Das Ergebnis sind streng patentierte Blechfiguren, die sich auf vielerlei Art bewegen: Der Clown macht einen Purzelbaum, der Eilbotenjunge dreht den Propeller auf, der Feuerwehrmann klettert auf die Leiter und der Ballonfahrer schwebt durch die Lüfte. Auch Zeitgeschichte spiegelt sich in den nostalgisch anmutenden Figuren. Der Hauptmann von Köpenick, Charlie Chaplin, Chinesen aus der Zeit des Boxeraufstands, aber auch „ganz normale“ Menschen bei Arbeit und Freizeitvergnügen erzählen aus ihrer Zeit und von ihrem Leben. Die Vielfalt der Bewegung wird in der Ausstellung durch Videos dokumentiert, die die Exponate in Aktion zeigen. Telefon: 08821/7303105

n Geschichten in Grafik Unter dem Titel „Die Neunte Kunst“ gibt es erstmalig eine große Kooperationsausstellung im Stadtmuseum Oldenburg, im Horst-Janssen-Museum und im EdithRuss-Haus für Medienkunst. Zum Jahresbeginn 2018 widmen sich die städtischen Häuser aus ganz unterschiedlichen Perspektiven dem Thema Graphic Novels, also Grafischen Erzählungen, die mit ihrer

Frosch und Affe beim Kaffeetrinken, Günthermann, um 1900; Museum Aschenbrenner, Garmisch-Partenkirchen 02 / 18

Skifahrer mit Stock, Günthermann, um 1900; Museum Aschenbrenner, Garmisch-Partenkirchen

Verbindung von Text- und Bildelementen zur sogenannten Neunten Kunst zählen. „In dieser Kooperation bauen wir auf die Stärken unserer Häuser auf und bieten unseren Besucherinnen und Besuchern vielfältige Einblicke in die Neunte Kunst“, so Dr. Nicole Deufel, Leiterin des Amtes für Museen, Sammlungen und Kunsthäuser der Stadt Oldenburg. „Das in Museen weniger bekannte Thema soll neue Besuchergruppen ansprechen und Stammbesucher eines Hauses inspirieren, eines der anderen Häuser zu besuchen.“ Dazu beitragen soll auch ein vielfältiges Rahmenprogramm, das die Ausstellungen begleiten wird. Graphic Novels behandeln eine ganze Bandbreite an Themen und nehmen ganz unterschiedliche Formen an. Dieser Vielfalt, aber auch der Wirkungsmacht sowie der Reflexion und Rezeption des Mediums nimmt sich die Kooperationsausstellung an. Die drei Museen entwickeln das Thema dabei in einer Art Zeitleiste: Das Stadtmuseum zeigt die Geschichte des Comics bis hin zur Entstehung der Graphic Novels sowohl chronologisch als auch länderspezifisch auf. Das Horst-Janssen-Museum konzentriert sich auf das Medium Graphic Novels und nimmt die deutschen Künstlerinnen und Künstler mit ihren aktuellen variationsreichen Arbeiten in den Blick. Das Edith-Russ-Haus beginnt mit Graphic Novels und geht über zu den neuen internationalen Adaptionen in Videokunst und Computerspielen. Die Stationen im Einzelnen: „Die Geschichte des Comics“ vom 3. Februar bis 2. April im Stadtmuseum Oldenburg: Im Verlauf des 20. Jahrhunderts ist der Comic zu einer eigenen Kunstform geworden. „Comics sprechen nicht nur Kinder und Jugendliche an, sondern sind mittlerweile


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MAGAZIN 7 ein generationenübergreifend rezipiertes Medium, das sich in jüngster Zeit durch den Erfolg der Graphic Novel künstlerisch entscheidend weiterentwickelt hat“, sagt Museumsleiter Dr. Andreas von Seggern. Das Stadtmuseum nimmt daher die Kulturund Wirkungsgeschichte des Comics in den Blick. Im Zentrum steht die Visualisierung der Geschichte des Comics und dessen Erzählstruktur anhand exemplarisch ausgewählter Objekte, von der Originalzeichnung zum gedruckten Heft. Darüber hinaus widmet sich ein Themenschwerpunkt der Wirkungsmacht der Bildgeschichten im Hinblick auf sprachliche Muster und zeichnerische Techniken. Ergänzend zeigen Merchandising-Artikel die zielgerichtete Vermarktung und Popularisierung ausgewählter Comics und ihrer Hauptfiguren. Auszüge aus frühen Comicverfilmungen sowie Dokumentationen über die Arbeit am Sujet, etwa in den Disney-Studios, vermitteln den Besucherinnen und Besuchern einen vertieften Einblick in ästhetische wie kommerzielle Verwertungsformen des Comics. Die Künstlerinnen und Künstler sind hier Wilhelm Busch, Rudolf Töpffer, Carls Barks, Hansrudi Wäscher und Will Eisner.

Bee at the Beach, 1950; Stadtmuseum Oldenburg © dpa picture alliance Comics, die als Reportagen angelegt sind. Hier sind die Künstlerinnen und Künstler Anke Feuchtenberger, Anna Haifisch, Barbara Yelin, Birgit Weyhe, Felix Pestemer, Hans Hillmann, Isabel Kreitz, Jakob Hinrichs, Lukas Jüliger, Max Baitinger, Olivier Kugler, Reinhard Kleist, Simon Schwartz und Ulli Lust. „Unwanted Stories“ vom 1. Februar bis 1. April im Edith-Russ-Haus für Medienkunst: „Die Neunte Kunst – Unwanted Stories“ ist eine internationale Gruppenausstellung zeitgenössischer Kunst, die von

Everything; Edith-Russ-Haus © David O’Reilly 2017 „Aktuelle deutsche Graphic Novels“ vom 3. Februar bis 6. Mai im Horst-JanssenMuseum: 13 zeitgenössische, national wie international ausgezeichnete Comiczeichnerinnen und -zeichner aus Deutschland zeigen im Horst-Janssen-Museum ihre neuesten Arbeiten. Den Auftakt dazu bilden die Zeichnungen des deutschen Graphic Novel-Pioniers Hans Hillmann. „In der Schau geht es nicht in erster Linie um die Comic-Prints und die Bücher selbst“, sagt Museumsleiterin Dr. Jutta Moster-Hoos und erläutert: „Vielmehr sollen die Originalzeichnungen und die Vorgeschichte der Bücher im Fokus stehen. Die Besucher können studieren, wie individuell die Künstlerinnen und Künstler an ihre Projek-

te herangehen, wie verschiedenartig ihre Gestaltungsmittel, ihre Handschriften, Erzählweisen und technischen Verfahren sind.“ Die ausgestellten Graphic Novels sind nicht nur stilistisch vielgestaltig, sondern auch thematisch breit aufgestellt. Die Geschichten erzählen von einschneidenden Erfahrungen aller Art, von Alltagsdramen und persönlichen Traumata. Katastrophen im Kleinen sind mit weltpolitischen Erschütterungen verstrickt. Geschichtliche Ereignisse sind gleichermaßen Gegenstand wie aktuell Gesellschaftspolitisches. Neben autobiografischen Stoffen und Biografien finden sich Auseinandersetzungen mit Klassikern der Weltliteratur oder auch

Reinhard Kleist, Nick Cave, Mercy on me, 2017; Horst-Janssen-Museum © Reinhard Kleist, Carlsen Verlag GmbH 02 / 18


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MAGAZIN 8 der Graphic Novel ausgeht. „Diese oftmals düster anmutenden, gezeichneten Romane erzählen Geschichten, die sonst nicht in Bildern erzählt werden können, weil es von ihnen keine Bilder gibt“, erklärt Marcel Schwierin, Leiter des Edith-Russ-Hauses. Die Ausstellung umfasst echte Graphic Novels, großformatige Wandzeichnungen, grafische Reportage und filmische Animationen bis hin zu den nie endenden Erzählungen im Computerspiel. Verhandelt werden klassische Themen der Graphic Novel wie psychologische Erzählungen oder Science-Fiction ebenso wie politische, aber bilderlose Themen, wie zeitgenössische Sklaverei oder die digitale Rekonstruktion von Ausschwitz. Dabei wird immer auch das Medium an sich reflektiert. „Die Werke bedienen sich der suggestiven Kraft der populären grafischen Erzählung. Im gleichen Atemzug dekonstruieren sie sie, indem die Künstlerinnen und Künstler bewusst einfache Techniken einsetzen und sich damit der glänzenden Hightech aktueller Computeranimationen verweigern. So entstehen eigentümliche, nie gesehene Welten, die im Kopf des Betrachters noch lange weiterleben“, so Marcel Schwierin. Arbeiten von folgenden Künstlerinnen und Künstlern sind hier vertreten: Wojciech Bąkowski (Polen), Ganzeer (Ägypten), Viktoria Lomasko (Russland), David OReilly (Irland) und Amir Yatziv (Israel). Telefon: 0441/2352905

Reiseapotheke, Messing, graviert, Samt, zweite Hälfte 16. Jahrhundert; August Kestner Museum Hannover

n Beziehungskisten Zwischenmenschliche Kontakte und Informationsaustausch bilden die Grundlage des Zusammenlebens. Ziel jeglicher Kommunikation ist die Verständigung mit den Anderen, und doch sind Missverständnisse alltäglich. Die Medien, mit denen Menschen kommunizieren, sind vielfältig. Sie variieren je nach Anlass und Absicht. Die Ausstellung stellt einige dieser Kommunikationsmedien vor, die über Jahrtausende hinweg in den unterschiedlichen Zivilisationen praktiziert wurden. Sie präsentiert dazu Objekte vom alten Ägypten, aus Griechenland und Rom, dem europäischen Mittelalter, Barock und 19. Jahrhundert bis zur Moderne. In Anlehnung an den Ausstellungstitel zeigt ein erster Bereich Behältnisse, deren Gestaltung eine Beziehung zum Betrachter herstellt, in dem sie Hinweise auf den Inhalt vermitteln. Weitere Themenbereiche widmen sich der Sprache, Schrift und Bildern als Kommunikationsmedien. Einen eigenen Bereich bilden die Bildmotive und Umschriften auf Münzen und Medaillen, dem ältesten Medium der Massenkommunikation. (Bis 19. August).

zum 8. April im Stadt- und Waagenmuseum Oschatz zu sehen ist. Wer kennt sie nicht, die beliebte Barbiepuppe, welche als Spielzeug und Mädchen-Traum in zahlreichen Kinderzimmern zu finden ist. Die Sammlerin Martina Mahler aus Jena stellt in dieser Ausstellung wieder einen Teil ihrer über 2.500 Puppen zählenden Sammlung aus. Sie möchte zeigen, dass Barbie mehr als ein Modepüppchen, mehr als ein Mannequin und mehr als eine „rosa Prinzessin“ ist. Barbie ist mit ihrem vielseitigen Zubehör immer aktuell und fortwährend ein widerspiegelndes Abbild genau der Zeit, in der die Kinder leben. Barbie stellt uns ihr Winterwunderland vor, wo sie in der Adventszeit für Weihnachten bastelt, bäckt und kreativ ist. Sie zeigt uns, wie sie rodelt, Ski fährt, Schlittschuh läuft und sich fit und gesund hält. Sie bummelt über den Weihnachtsmarkt, um Geschenke zu kaufen und genießt die gemütlichen Abende in der Skihütte auf den Bergen. An einem fröhlichen Silvesterabend stimmt sie sich gemeinsam mit ihren Freunden auf ein Neues Jahr ein. Barbie zeigt aber auch, wie sie sich zur Faschingszeit verkleidet, z. B. als Prinzessin oder Indianer, Cowboy oder Feuerwehrmann, und sie schlüpft besonders gern in die Rollen berühmter Filmstars oder bekannter Märchenfiguren.

Telefon: 0511/16842730

n Perfekt in Form

Telefon „Ericofon”, Polymethylmethacrylat, Schweden, hergestellt von 1954 bis 1982; August Kestner Museum Hannover 02 / 18

Faltenloses Gesicht, kein graues Haar, die Figur eines Models – die Dame scheint alterslos. An noch keinem Spielzeug haben sich wohl die Geister mehr geschieden, als an dieser 29 cm großen Puppe. Seit nunmehr fast 60 Jahren ist sie aus den Kinderzimmern nicht mehr wegzudenken: Die Barbie. „Barbie im Winterwunderland“ so heißt die neue Sonderausstellung die bis

Ken und Barbie in Skikluft; Stadt- & Waagenmuseum Oschatz


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MAGAZIN 9

n Ordnen und Sortieren

n Vom Bayerischen Wald in die Welt

Unter dem Begriff „Büro-Kunst” lässt sich vieles verstehen. Die Ausstellung in der Städtischen Galerie Bietigheim-Bissingen zeigt, welchen Blick Künstler auf das Büro als Ort, als Materialfundgrube und als Sujet haben. Selbst im zunehmend digitalen Büro bleiben viele spezifischen Hilfsmittel in Verwendung, die Künstler anregen und die sie in neue Konstellationen bringen. Durch diese Art der Verfremdung offenbaren sie uns eine ästhetische Seite des Arbeitsplatzes, für die wir in unserer täglichen Routine meist blind sind. Andere Kunstschaffende stellen die Abläufe des Büros ins Zentrum: Ordnen, Verwalten, Sortieren, Regulieren. Sie eignen sich Praktiken der Arbeitswelt an und führen sie gerade durch ihre rigorose Befolgung ins Absurde. (20. Januar bis 8. April)

Die 1950er-Jahre – sie sind ein spannendes und ereignisreiches Jahrzehnt. Nachdem die drängendsten existentiellen Probleme der Nachkriegszeit überwunden waren, begann eine neue Ära. Sie war gekennzeichnet von einer blühenden Konjunktur und technischem Fortschritt – die Zeit des „Wirtschaftswunders“. Charakteristisch für diese Zeit ist ein ganz neuer Stil. Nierentische und Tütenlampen kommen einem da in den Sinn. Das neue Design sollte heiter und zweckdienlich sein. Farbigkeit und Funktionalität standen für Modernität. In allen Bereichen hielt das neue Design Einzug, auch im Glas. Die Glashütten und die glasveredelnden Betriebe produzierten in dieser Zeit auf Hochtouren. Die Gläser waren mal verspielt, mal mit zeitlos einfachem Dekor gestaltet – in jedem Fall aber unverkennbar. Die Sonderausstellung im Glasmuseum

Telefon: 07142/74483

Barbie als Diva oder Prinzessin? In jedem Falle auffällig; Stadt- & Waagenmuseum Oschatz Diese schöne und abwechslungsreiche Winterzeit stellt Barbie in der Sonderausstellung vor. Sie zeigt allen kleinen und großen Fans, wie vielfältig ihre Welt und die ihrer Familie ist. Vielleicht bekommt der ein oder andere sogar Anregungen zum Selbstgestalten, Nähen und Häkeln für seine Lieblings-Barbiepuppe oder zum Basteln von Möbeln und Zubehör, damit die Freude an der Puppe nicht nur zum Kaufrausch wird. Nicht nur die jüngsten Besucher können sich auf eine ganz besondere Sonderausstellung mit der am meisten verkauften Ankleidepuppe der Welt freuen. Das Oschatzer Stadt- und Waagenmuseum freut sich auf recht viele große und kleine Fans in der Ausstellung „Barbie im Winterwunderland“. Telefon: 03435/920285

Der Glasdesigner Aloys F. Gangkofner zog in den 1950er-Jahren mit seinen Freihandarbeiten den Blick der Fachwelt auf sich; Glasmuseum Frauenau Foto: S. Bauer

Matten Vogel, Jahresbilder; Städtische Galerie Bietigheim-Bissingen Foto: Thomas Bruns, Berlin

Frauenau zeigt faszinierendes Glas aus den 1950er-Jahren, das vom Bayerischen Wald in die ganze Welt geliefert wurde. Wie im übrigen Deutschland entwickelten auch die Glashersteller der Region ein neues Selbstbewusstsein. Sie zeigten sich wieder auf Messen und Ausstellung und verschafften sich so internationales Ansehen. Die Ausstellung präsentiert Glaserzeugnisse der Glasfabriken von Zwiesel bis Riedlhütte sowie Werke aus den Betrieben der Glasveredler, die als Heimatvertriebene in den Bayerischen Wald kamen und sich hier eine neue Existenz aufbauten. Unter anderem werden die bei der XI. Triennale von Mailand 1957 mit der Goldmedaille ausgezeichneten Gläser der Vereinigten Farbenglaswerke Zwiesel, entworfen von Heinrich Löffelhardt, gezeigt. Natürlich darf auch die Glasfachschule 02 / 18


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MAGAZIN 10 Zwiesel, in deren Geschichte sich in den 1950ern Bedeutendes ereignete, nicht fehlen. Der Bau der Versuchsglashütte war ein Meilenstein. Dort und in den Veredelungswerkstätten entstanden beeindruckende Werke. Aus Riedlhütte stammte der Glasdesigner Aloys F. Gangkofner, der in den 1950er-Jahren mit seinen Freihandarbeiten und Entwürfen für die Industrie große Aufmerksamkeit erregte. In dieser Zeit liegen auch die Anfänge von Erwin Eischs freier Glaskunst. Zu sehen sind frühe Arbeiten, in denen er das Glas zum Mittel des künstlerischen Ausdrucks machte. Im „Kabinett“ werden in einer eigenen Spezialausstellung Schwarzglasvasen aus dem Thüringer Wald aus den 1950ern gezeigt. „Die Dunkle Pracht“ ist der verheißungsvolle Titel dieser Schau. Es ist die erste systematische Ausstellung zu dieser spannenden Thematik überhaupt. Auch ein Katalog ist dazu erhältlich. Autor ist der Sammler und Leihgeber Dr. Thomas Müller aus Telgte. (s. Trödler vom Dezember 2017). Die Ausstellungen laufen bis 8. April. Telefon: 09926/941024

chen durch höchste Kunstfertigkeit. Die Waiblinger Ausstellung spannt einen Bogen von der Blütezeit des Papierschneidens um 1800 bis zu zeitgenössischen Werken, die die traditionelle Kunstform wieder aufgreifen und gänzlich neu interpretieren. Gezeigt wird dabei die ganze Vielfalt an Motiven, die von klassischen Silhouettenporträts und dekorativen Blumenmotiven bis zu großflächigen Wandarbeiten und dreidimensionalen Objekten reicht. Telefon: 07151/50011682

n Jahresausstellung im Kunsthaus

Adolph von Menzel, Brustbild eines älteren Mannes, um 1840, Scherenschnitt, Staatliche Museen zu Berlin, Kupferstichkabinett; Galerie Stihl Waiblingen © bpk / Kupferstichkabinett, Staatliche Museen zu Berlin / Jörg P. Anders

n Die Kunst im Weglassen Die Ausstellung „Scharf geschnitten. Vom Scherenschnitt zum Papercut” in der Galerie Stihl Waiblingen widmet sich vom 27. Januar bis 22. April einer Technik, die wie kaum eine andere das Papier selbst in den Fokus rückt. Die Kunst des Scherenschnitts besteht im Weglassen. Streng auf ihre Umrisse reduziert, sind die gezeigten Motive dennoch klar erkennbar und beste-

Wie bei diesen Vasen bestimmte auch bei der übrigen Kollektion der Vereinigten Farbenglaswerke Zwiesel der international bekannte Designer Heinrich Löffelhardt das Erscheinungsbild; Glasmuseum Frauenau Foto: S. Bauer 02 / 18

Im Sommer 2016 anlässlich des 20-jährigen Jubiläums eingeführt, findet im Herbst 2018 bereits die dritte Jahresausstellung im Kunsthaus Kaufbeuren statt. Unter dem mittlerweile etablierten Titel „Blick Fang” zeigt das Kunsthaus Werke von jungen, aufstrebenden Künstlerinnen und Künstlern aus dem gesamten Bundesgebiet. Auch Künstlerinnen und Künstler aus der Region sind aufgerufen, sich wieder zahlreich für die Teilnahme an der Ausstellung zu bewerben. Damit wird das Kunsthaus Kaufbeuren ein drittes Mal zur Plattform für die Präsentation herausragender Positionen der Gegenwartskunst. Zahlreiche Interessierte haben in den vergangenen beiden Jahren die Jahresausstellung besucht und – dem Ansatz des Formats entsprechend – auch Kunstwerke erworben. Neben privaten Kunstliebhabern, etablierten Sammlern sowie zahlreichen Erstkäufern erwarb 2017 überdies die Ankaufskommission des Freistaates Bayern für die Bestände der Bayerischen

Birgit Knoechl, Out of Control, 2006/17, variable Installation, Papier und Tusche; Galerie Stihl Waiblingen © Birgit Knoechl


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MAGAZIN 11 Staatsgemäldesammlungen erneut Kunstwerke aus der Ausstellung. Auch bei der dritten Ausgabe von „Blick Fang”, vom 14. September bis 25. November 2018, werden wieder Unikate und Editionen junger wie etablierter Künstler zu erschwinglichen Preisen angeboten – nicht nur um Kunstsammler anzuziehen, sondern auch, um bei dem einen oder anderen Besucher die Sammelleidenschaft neu zu wecken. Als Partner für die Realisierung der Jahresausstellung wird die Kaufbeurer Künstlerstiftung, die bereits seit Jahren erfolgreich zumeist Einzelausstellungen lokaler Künstler unterstützt und durchführt, auch 2018 wieder Mitveranstalter sein. Zur Bewerbung um die Teilnahme an der Jahresausstellung sind bildende Künstlerinnen und Künstler aus dem gesamten deutschsprachigen Raum der EU angesprochen, die in den Medien Malerei, Bildhauerei, Zeichnung, Fotografie und Druckgrafik arbeiten. Um die durchgängig hohe Qualität der ausgestellten Kunstwerke zu gewährleisten, wird ein Fachgremium über die Teilnahme entscheiden. Durch den Erwerb eines Kunstwerkes werden nicht nur die Künstlerinnen und Künstler unterstützt, sondern auch das Kunsthaus Kaufbeuren und sein zukukünftiges Programm. Von der jeweiligen Verkaufssumme gehen 50 Prozent an die Kunstschaffenden, 45 Prozent verbleiben als Provision beim Kunsthaus, die übrigen 5 Prozent werden an die Künstlersozialkasse abgeführt. Der Anteil des Kunsthauses fließt vollständig in den Ausstellungsbetrieb zurück und dient damit der weiteren Förderung der Präsentation und Vermittlung zeitgenössischer Kunst im Kunsthaus Kaufbeuren. Nähere Informationen zum Bewerbungsprozess und den Bewerbungsvoraussetzungen für Künstlerinnen und Künstler sind auf der Website des Kunsthauses Kaufbeuren zu finden.

peten, Stickereien etc. zudem eine beachtliche Kunstsammlung zusammen. Beide wurden nach dem Tod Balins 1899 versteigert, die Firma selbst übernahm Alfred Hans, der bis 1969 noch viele Luxustapeten nach den Dessins von Balin produzieren sollte. Dies und die Tatsache, dass das Firmenarchiv nicht zugänglich ist, erschwerten bislang die Forschungen über Paul Balin. Für diese Monographie haben die Autoren akribisch recherchiert. Was die schriftlichen Quellen anbelangt, wurden u.a. Patentschriften, Prozessakten, Briefwechsel oder zeitgenössisches Pressematerial ausgewertet. Zahlreiche Abbildungen belegen die beeindruckende Vielfalt und Qualität der Produkte. Besonders aufschlussreich sind in diesem Zusammenhang die Aufnahmen kompletter historischer Raumensembles, wie sie vereinzelt heute noch existieren. ISBN 978-3-7774-2584-9

um Sein. Dank ganz spezieller, ausgefeilter Herstellungsmethoden täuschten die geprägten Tapeten weitaus kostbarere textile Wandbespannungen sowie andere aufwändige Dekorationstechniken wie z. B. Holzvertäfelungen oder Stuck vor. Seinen ersten großen Erfolg feierte der Tapetenfabrikant auf der Wiener Weltausstellung im Jahre 1873. Von einem, der es wissen musste, dem Direktor und Kustos am Kaiserlich-Königlichen Österreichischen Museum für Kunst und Industrie, Jakob von Falke, wurde den Imitationen Balins eine bis dahin nie erreichte Originaltreue bescheinigt. Der umtriebige Franzose war aber weit davon entfernt, sich auf diesen Lorbeeren auszuruhen und so erforschte er nicht nur laufend neue, bessere Produktionsmethoden – im Zeitraum von 1866 bis 1883 reichte er 15 Patente ein –, sondern trug im Laufe seines Lebens neben einer umfangreichen Mustersammlung an alten und neuen Textilien, Fliesen, Goldlederta-

BÖRSEN/MESSEN/MÄRKTE n Pins und Puppen Der Verein „Les Chasseurs d’Images” (Die Bildjäger) treffen sich am Sonntag, dem 11. Februar im französischen Mulhouse im Parc des Expositions, 120 rue Lefèbvre, zu ihrer großen internationalen Börse. Erwartet werden rund 100 Aussteller aus Frankreich, Italien, Spanien, Deutschland, der Schweiz, Benelux und England mit Postkarten, Briefmarken, Parfumflakons, Reklame, Vintagemode, Puppen, Bären, Pins und vielen mehr im Gepäck. Telefon: 0033/389644396 Internet: www.lalsace.fr/

Kontakt: Carmen Kühnert, Kunsthaus Kaufbeuren, Spitaltor 2, 87600 Kaufbeuren E-Mail: presse@kunsthaus-kaufbeuren.de Telefon: 08341/8644 Internet: www.kunsthaus-kaufbeuren.de

BÜCHER n Illusionskünstler Museumslandschaft Hessen-Kassel (Hg.): Schöner Schein – Luxustapeten des Historismus von Paul Balin, 352 Seiten, 350 Abbildungen in Farbe, Hirmer Verlag, München, 2016, Preis: 49,90 Euro. Ein Magier im eigentlichen Sinn war Paul Balin natürlich nicht. Das klassische Repertoire eines Zauberers war ihm vollkommen fremd und trotzdem war die Illusion sein Metier. Bei den Tapeten aus Balins Manufaktur ging es mehr um Schein, denn

Postkarte vom Zoologischen Garten in Mühlhausen im Elsass; Jahrestreffen der „Les Chasseurs d’Images” in Mulhouse (F) 02 / 18


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AUKTIONEN 22

VORBERICHTE n Eppli, Leinfelden-Echterdingen Klassische Antiquitäten und Kunstwerke aus drei Jahrhunderten sind am 26. Januar bei Eppli geboten. Zu gewohnt moderaten Preisen werden Arbeiten hochrangiger Handwerker und Kunsthandwerker in Holz, Stein und Eisen, in Porzellan, Glas und Silber sowie Werke namhafter Maler, Grafiker und Bildhauer versteigert. Neben den in Europa verwurzelten Pretiosen können auch die Liebhaber asiatischer und afrikanischer Sammlerobjekte fündig werden. Antike und moderne Schmuckstücke und Uhren, Puppen, Blechspielzeuge und Modelleisenbahnen bedeutender Hersteller wie Käthe Kruse (Puppe aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, Aufrufpreis 600 Euro), Märklin und Distler stehen auf dem Auktionsprogramm. Beim Porzellan sind Figuren und Geschirre berühmter Entwerfer wie Fritz Klimsch und aus bedeutenden Manufakturen wie Meißen, Nymphenburg, Rosenthal und den Schwarzburger Werkstätten sowie moderne Künstlerkeramik zu haben. Mit 1.500 Euro wird das Nymphenburger Speiseservice „Grüne Jagd“ aufgerufen, ab 840 Euro geht ein Meißener Mokkaservice mit Streublümchendekor ins Rennen. Apostel- und Heiligenbilder barocker Meister, Gemälde bekannter Künstler wie Otto Pippel, Amandus Faure und Thomas Ludwig Herbst, fein gemalte Miniaturen aus dem 19. Jahrhundert und russische Ikonen aus dem 18. und 19. Jahrhundert präsentiert Eppli ebenso wie antike Schränke, Kommoden und Ameublements, Kleinmöbel und Einrichtungsgegenstände aus europäischen Werkstätten und Manufakturen,

Käthe Kruse, Puppe, 1. Hälfte 20. Jahrhundert, linke Fußsohle gestempelt, H 45 cm (Aufruf 600 Euro). Eppli, Leinfelden-Echterdingen, 26.01.2018 02 / 18

China, Bronzespiegel mit flachem Phönix-Relief und Musterbändern, D 15 cm (Aufrufpreis 2.160 Euro). Eppli, Leinfelden-Echterdingen, 26.01.2018 darunter auch ab 4.200 Euro einen Schrank des Klassizismus aus Österreich. Zu den fein gearbeiteten Kunst- und Schmuckobjekten aus Japan und China gehören zwei chinesische Bronzespiegel, einmal mit dem Relief des Phönix verziert (2.160 Euro), zum anderen mit verschiedenen Tieren und Insekten und Weintrauben (1.500 Euro). Telefon: 0711/2209087 Internet: www.eppli.com

n Karbstein, Düsseldorf Walter Ophey war einer der Künstler der Gruppe „Das Junge Rheinland“, der sich künstlerisch auf der Höhe der internationalen Avantgarde bewegte. In seiner Auktion

am 3. Februar führt Peter Karbstein einige Werke des Malers, der 1882 in Eupen geboren wurde und 1930 in Düsseldorf verstarb. Das Gemälde „Positano in der Sonne“ aus dem Jahre 1910 stellt ein Schlüsselwerk innerhalb seines Schaffens dar, da es von den pointilistischen Tendenzen in den Expressionismus überleitet. Die Taxe des in mediterranen Farben gehaltenen Werkes liegt bei verlockenden 3.000 bis 4.000 Euro. Zwei seiner Pastellkreiden auf Papier, „Riessersee“ und „Schwanenspiegel“ liegen bei 2.000 bis 3.000 Euro. Beide sind unverwechselbar auf einseitig scharf konturierte Linien und wenige, starke Farben reduziert. Ernst Böckstiegel wiederum ist einer der bedeutendsten Vertreter des westfälischen Expressionismus. Ein prächtiges Aquarell in leuchtenden Farben stellt das Blatt „Kirschbäume im Herbst“ aus dem Jahre 1922 dar. Es ist auf 3.000 Euro taxiert. Nicht weniger Interessenten wird wohl das aus dem Jahre 1914 stammende Aquarell „Federvieh“ anlocken, welches auf 2.000 bis 3.000 Euro geschätzt ist. Telefon: 0211/906161 Internet: www.auktionshaus-karbstein.com

n Jentsch, Gütersloh Jentsch versteigert am 3. Februar den ersten Teil eines industriellen Nachlasses. Unbekannte Bilder und Gemälde der westfälischen Expressionisten Ludwig Godewols (1870-1926) und Victor Tuxhorn (1892-1964) werden aufgerufen. Ebenso ein einziges gefertigtes Exlibris von Ludwig Godewols für Victor Tuxhorn. Das Exemplar wurde von einem westfälischen Zeitungsverlag anlässlich eines Jubiläums

Peter August Böckstiegel, Kirschbäume im Herbst, 1922, Aquarell über Tusche auf Papier, 40,5 x 49,5 cm (Schätzung 3.000-4.000 Euro). Karbstein, Düsseldorf, 03.02.2018


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AUKTIONEN 23 verschenkt. Arbeiten des Bielefelder Architekten und Malers Wolfgang Beckmann stehen ebenso wie eine Sammlung hochwertiger japanischer Holzschnitte von Ando Hiroshige, Katsuhisa, Toyokumi, Karumo und Kuniyoshi zur Auktion. Ein Silberobjekt, das ehemals von Rudolf August Oetker verschenkt worden war, ist im schwergewichtigen Silberangebot zu finden. Unter den wertvollen Schmuckstücken deutscher Goldschmiedekünstler sind auch eine Brosche mit 22,5 Karat und ein Armband mit 45 Karat Brillanten. Telefon: 05241/13168 Internet: www.auktionshausjentsch.de

n Zacke, Wien Traditionell zum Jahresanfang veranstaltet die Wiener Galerie Zacke eine Auktion mit Kunst aus Asien mit niedrigen Rufpreisen. Am 3. Februar umfasst das Angebot eine große Auswahl an rund 470 Objekten aus den unterschiedlichsten Bereichen: antike Jaden, Malereien, japanische Farbholzschnitte, Dekorobjekte, indische Miniaturen, Netsuke, Snufffbottles, Porzellan und buddhistische Kunst. Telefon: +43(0)1/5320452 Internet: www.zacke.at

n Quittenbaum, München Das Münchner Auktionshaus Quittenbaum startet im Februar mit drei Auktionen ins neue Jahr. Am 20. Februar präsentiert man skandinavisches Design. Internationalem Design widmet man sich am Tag darauf, und der 22. Februar gehört ganz dem Murano-Glas. Telefon: 089/27370210 Internet: www.quittenbaum.de

NACHBERICHTE n Karrenbauer, Konstanz Ein erfolgreiches Jahr endete für das Auktionshaus Karrenbauer in Konstanz mit der 270. Kunstauktion Anfang Dezember und einem Paukenschlag: Zwei Aquarelle des bislang in Deutschland noch nie angebotenen, international bekannten chinesischen Malers Chang Dai-Ch’ien hingen jahrzehntelang in einer hübschen, kleinen Konstanzer Dreizimmerwohnung. Sie waren vor etwa 40 Jahren in Taipeh privat erworben worden. Nach einem spannenden Bietergefecht im Saal mit mehreren Telefonbietenden von USA bis China stieg das Aquarell „Lotusblumen“ auf 40.000 Euro und die „Berglandschaft“ auf 370.000 Euro. Udo Lindenberg ist nicht nur als Sänger erfolg-

Udo Lindenberg, Hinter‘m Horizont (Ergebnis 6.000 Euro). Karrenbauer, Konstanz, Dezember 2017 reich, sondern auch als Maler. Sein Bild „Hinter‘m Horizont“ war dem neuen Besitzer 6.000 Euro wert. Verschiedene Breinlinger-Gemälde wurden gut verkauft, so erbrachte beispielsweise „Die Sünde“ einen Zuschlag von 4.000 Euro. Bei den Möbeln war eind sehr seltenes Art-Déco-Zimmer begehrt und erreichte einen guten Gesamtzuschlag von 11.500 Euro. Auch die kleine Krippe mit den geschnitzten und stoffbekleideten Figuren war auf der Weihnachtsauktion äußerst beliebt und stieg auf 2.000 Euro. Für die Taschenuhr von Lange und Söhne war ein Sammler bereit, 2.800 Euro zu zahlen. Die große Pferdeskulptur von Isidore Jules Bonheur fand einen neuen Liebhaber bei 5.000 Euro. Der dritte Teil einer großen Sammlung mit Weihwassergefäßen wurde komplett an Bieter aus Portugal und von den USA bis nach Mexiko zugeschlagen. Auch Bücher, wenn sie selten sind, brachten gute Ergebnisse: Etwa „Maria Cunitz“ mit astronomischen Tabellen von 1650 fand für 1.100 Euro einen neuen Besitzer.

und feinen Spinnennetzen sowie einer Biene. 3.300 Euro war die Vase ihrem neuen Besitzer wert. Eine kleine Soldtruhe und eine Kassette aus dem 18./19. Jahrhundert wurden für 1.000 und 1.100 Euro abgegeben. Telefon: 089/2782510 Internet: www.nusser-auktionen.de

Telefon: 07531/27202 Internet: www.karrenbauer.de

n Nusser, München Erfreulich verlief die Weihnachtsauktion am 5. Dezember für das Münchner Auktionshaus Nusser. Ein Stillleben mit Dahlien, eine Aquarell- und Tuschearbeit von Karl Schmidt-Rottluff wurde für 19.000 Euro zugeschlagen. Weitere Highlights waren in der Kategorie Schmuck zu finden. Für ein feines Saphir-Brillant-Kollier wurden 6.500 Euro aufgebracht, für ein edles Diamant-Armband 4.500 Euro. Für reges Bieterinteresse sorgte eine Jugendstil-Vase von Daum Nancy mit einem Dekor mit Orchideen, Gräsern

Daum Nancy, Vase mit umlaufendem Dekor aus Orchideen, Gräsern und feinen Spinnennetzen sowie Biene, um 1893-95, farbloses Glas, gelbe und violettbraune Pulvereinschmelzungen, polychrome Bemalung, Standring mit Golddekor, H 19,5 cm (Zuschlag 3.300 Euro). Nusser, München, Dezember 2017 02 / 18


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€ 150-350

William Arden (Dennis Lynds 1924-2005) „Die Drei ??? Und Der Doppel-

gänger Nr. 28 LP”, Europa Produktion von 1982, Nr. „115928 3”. Der politische Roman dazu erschien schon 1978 in den USA. Musik von Bert Brac, Betty George, Skript H.G. Francis, Erzähler Peter Pasetti, Covergestaltung Aiga Rasch

€ 150-300 Carsten Bohn, Bert Brac, Ralph Bonda „Die Drei ??? Originalmusik Nr. 29 LP“, veröffentlicht 1982 auf Studio Europa Produktion, Nr. „115929 1”. Cover von Aiga Rasch, Gesamtleitung Dr. Beurmann, „Justus” (O. Rohrbeck), „Peter” (J. Wawrczeck), „Bob” (A. Fröhlich)

€ 50-70 Enid Mary Blyton (1897-1968 Dulwich) „Geheimnis Am Holunderweg LP”, erschienen in Deutschland bei Fontana als Folge Nr. 10 in der „Geheimnis-Serie” (Folge 1-11), Nr. „6449154”. Mitwirkende: Wolfgang Kieling, Sascha Draeger, Simone & Mark Seidenberg, Kerstin Draeger, Gerald Schuster, Frank Strass etc.

€ 150-200 Georges Chevalier (nach Hergé) „Tim Und Struppi Das Geheimnis Der ‘Einhorn’ LP”, erschienen 1979 auf Hör Zu/EMI, Nr. „1C 038-45899”. Der Belgier Hergé (1907-1983) veröffentlichte seinen ersten Comic schon 1929 (insgesamt 24 Comics) € 50-80 H.G. Francis „Das Schloß Des Grauens LP”, erschienen 1981 auf Europa Jugend Schallplatten „Gruselserie Nr. 4”, Nr. „115677.2”. Francis (1936 Itzehoe-2011 Hamburg), eigentlich Hans Gerhard Franciskowsky war ein deutscher Buch- und Hörspielautor. Er verfasste über 600 Hörspiele mit einer Gesamtauflage von 120 Millionen und erhielt 120 Goldene Schallplatten und sechs Platin-Platten. Darüber hinaus wurde er als Autor von „Perry Rhodan” bekannt, verfasste Originalskripte zu Serien wie „Masters Of The Universe”, Vorlagen zu „Die Drei ???”, „Fünf Freunde”, schrieb für den Jan-Tenner Verlag die ersten Folgen sowie später zahlreiche Tierbücher, Pferdegeschichten („Wendy”) etc.

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€ 100-200 Franco Godi „Le Canzoni De Il Signor Rossi LP”, 1978 Italien auf RCA, No. „INL 31410”. „Herr Rossi” konnte man als Zeichenfilmtrickfigur erstmalig 1973 im ZDF sehen. „Der unglückliche Fischfabrik-Arbeiter existierte von 1960 bis 1977

€ 80-120 Wolfgang Hofer „Billy Clown Und Das Gespenst LP”, erschienen 1977 bei Fontana/Phonogram, Nr. „6434300”. Die unverkennbare Stimme von „Billy Clown” dürfte vielen Hörern auch noch heute bekannt sein: Ilja Richter (Ex-Disco)

€ 200-250 Frederick Jaeger, Don Houghton „Geheimwaffe Dombolt LP”, veröffentlicht 1979 auf Poly (Deutsche Grammophon Gesellschaft/Polydor), Nr. „2961231. Die ARD strahlte die GB-Serie erstmalig 1979 als „Geheimprojekt Doombolt” aus


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SCHALLPLATTEN 33

€ 20-30 Ellis Kaut (1920-2015) „Meister Eder Und Sein Pumuckl Nr. 9”LP”, EMI Electrola, Nr. „1C 038-46559”. Reissue von 1983 mit Gustl Bayrhammer und Hans Clarin. Elisabeth Kaut erschuf 1962 den Pumuckl, der im BR gesendet wurde. 52 Fernsehsendungen folgten

€ 20-40 K. Heinz Köpcke/Toya Tanaka „Der Vertauschte Koffer LP”, 1977 auf RCA, Nr. „CL 29803”. Köpcke (19221991) dürfte vielen Hörern noch als „Mr. Tagesschau” (1959-1987) bekannt sein

€ 60-120 Karl May „Winnetous Tod DOLP”, veröffentlicht 1970er-Jahre auf dem Unterlabel PLP von Metronome Records, Nr. „DSLP 81.001-2”. Insgesamt wurden 21 Karl-May-Hörspiele auf Metronome Hamburg (gegründet 1949 in Schweden als Jazz- und Poplabel) veröffentlicht, für die hauptsächlich Kurt Stephan (1919-1984) als Mitautor und Regisseur verantwortlich war

€ 50-100 Margarete Meister „Die Entdeckung Des Tut-Ench-Amun LP”, erschienen 1980 auf Fontana/Phonogram, Nr. „6449058”. Dieses gänzlich ohne Musik auskommende Hörspiel um die beiden Entdecker Howard Carter (1874-1939) & Georg Herbert (Lord Carnarvon) gleicht eher einer wissenschaftlichen Wiedergabe der Geschichte um „KV 62” von 1922

€ 40-60 Rolf Ulrici (1922-1997) „Monitor Startet Zur Unterwasserstadt Folge 2”, 1973 auf Unsere Welt (Metronome), Nr. „UW 743”. Bekannt auch durch die Serie „Käpt’n Konny”

€ 60-100 Kurt Vethake (1919-1990 Berlin) „Jacquou Der Rebell LP”, um 1976 auf Bunny/WEA Records erschienen. Buch von Eugène Le Roy, ZDF-Serien-Ausstrahlung ab 05.01.1976. Vethake produzierte über 100 Hörspiele u.a. für Fontana, Europa, Maritim, Kiosk, Eins Extra, Für Dich

€ 15-30 Gerd Richter „Wie Till Eulenspiegel Einen Esel Das Lesen Lehrte 7 Inch”, erschienen wohl 1959 auf Ariola Eurodisc GmbH, Nr. „41220 BW”. Ein heiteres Hörspiel nach dem alten Volksbuch von Gert Richter. Die Musik stammt von Max Roth, „Till Eulenspiegel” spricht Ludwig Thiesen, Regie führt Benno Schurr € 80-120 Karl May „Winnetou Und Shatterhand Im Tal Der Toten LP”, 1968 als Originalaufnahme (OST) auf Polydor, Nr. „249288”. Leitung Martin Böttcher (u.a. „Grand Canyon”-Melodie), im Film spielte Lex Barker zum letzten Mal seine Paraderolle als „Old Shatterhand”

Alle angegebenen Schallplattenpreise verstehen sich als ungefähre Richtpreise, die bei Internet-Auktionen, Schallplattenbörsen, Sammler-Foren, Festpreislisten, Privatverkäufen etc. erzielt oder angeboten wurden. Die Preise gelten in der Regel für Mint/Mint- Exemplare (neuwertig bzw. minimale Gebrauchsspuren).

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73_Onlinetipp.qxp_Onlinetipp.qxd 11.01.18 13:00 Seite 3

ONLINETIPP 73 n Viele technische Geräte werden öffentlich kaum wahrgenommen, da sie fast nur von wenigen Spezialisten beruflich genutzt werden. Ein Repetitionstheodolit etwa dürfte auf dem Trödel- oder Antikmarkt zwar auffallen, seine Verwendung und Bedienung aber für Laien ein Rätsel bleiben. Doch die faszinierenden und auch optisch oft sehr attraktiven Vermessungsgeräte können auch für technisch eher unbedarfte Sammler sehr reizvoll sein. Gute Möglichkeiten für einen Einstieg in die Welt vermessungtechnischer Geräte und einen anschließenden fachkundigen Blick beim nächsten Flohmarkt bieten einige außergewöhnlich kompetente und umfangreiche Präsentationen.

VERMESSUNGSTECHNIK n Historische Vermessungsinstrumente Das Vermessungsamt der Stadt Bern besteht seit 1878, hat seither zahlreiche Vermessungsgeräte angeschafft und diese gesammelt. Die vorwiegend aus dem 19. Jahrhundert stammenden Stücke werden in Vitrinen präsentiert und können nach Absprache auch besichtigt werden. Eine über die Sammlung erstellte Broschüre mit Bildmaterial und Informationen steht online zur Verfügung. www.docplayer.org/docview/59/42995313/ #file=/storage/59/42995313/42995313.pdf

n Vermessungstechnisches Museum Diese Homepage bietet in mehreren Rubriken reichlich Wissenswertes zur Vermessungstechnik. Wer sich vorwiegend für Bildmaterial interessiert, sollte gleich zum Menüpunkt „Sammlung“ wechseln und dort den virtuellen Rundgang durch die sehenswerte Schausammlung starten. Neben interessanten Bildern werden dort fachkundige Texte zur Historie der Vermessung geboten. Unter „Bibliothek“ und „Schriftenreihe“ finden sich reichlich interessante Literaturtipps.

außerordentlich sehenswerte und umfassende Präsentation ist der „Rundgang“ sinnvoll. www.kern-aarau.ch

n Virtuelles Archiv Wild Heerbrugg Die Vielfalt der Produkte von Wild Heerbrugg aus der Zeit von 1921 bis 1990 präsentiert hier ein Sammler und ehemaliger Mitarbeiter der Firma. Die sehr umfangreiche Präsentation bietet eine ausführliche Firmengeschichte, reichlich Bildmaterial interessanter Objekte mit Beschreibungen und Angaben zu den Bauzeiten, Übersichten mit technischen Daten, historische Filme und Fotos u.v.a.m. www.wild-heerbrugg.com

n Virtuelles Museum Der Schwerpunkt der hier vorgestellten Sammlung bezieht sich auf Geräte und Zubehör von Zeiss Jena aus der Zeit von 1908 bis 1992. Die zahlreichen Objekte werden mit sehr gutem Bildmaterial und

ebenso ausführlichen wie perfekten Beschreibungen in Szene gesetzt. Etliche schriftliche Dokumente wie Bedienungsanleitungen, Prospekte, Fachartikel und Preislisten werden als Übersichten, z. T. auch mit Erläuterungen, vorgestellt. Die Rubrik „Sonstige Hersteller“ ist ebenfalls sehenswert, vielfältig und informativ. Nach Absprache kann die Sammlung auch besichtigt werden. www.bau-popp.de

www.vermessungsgeschichte.de

n Präszisionsmechanik Kern & Co. Bis 1991 produzierte die Firma Kern Präzisionsinstrumente, von denen viele als „Studiensammlung Kern“ für die Öffentlichkeit im Stadtmuseum Aarau zugänglich sind und die auch im Internet präsentiert werden. Die Homepage ist eine umfassende Fundgrube mit ausgezeichneten Fotos historischer Instrumente, Fabrikationszeichnungen, einem Datierungsdienst, vielen alten Firmendokumenten und exzellenten Fachinformationen. Daneben gibt es eine umfangreiche Firmengeschichte mit vielen Bildern und auch die Hauszeitungen von Kern stehen ab 1959 vollständig als pdf-Dateien zur Verfügung. Dazu kommen noch Hinweise für Besucher und auf Veranstaltungen, Tipps für Sammler u.v.a.m. Für den Start in die 02 / 18


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KuLTuRGESCHiCHTE 82

DER „LooP” HEiDRuN TH. GRiGoLEiT

Die Endlosschleife „Loop“ ist im modernen Alltag allgegenwärtig – ob in der Musik, der Videokunst, in Hotellobbys oder Wohnzimmern, wenn auf Monitoren Kaminfeuer endlos flackern oder Fische im Aquarium im Kreis schwimmen. Zugleich ist der geschlossene Kreislauf spätestens seit der Antike ein wesentliches Thema der Kulturgeschichte und Philosophie. Mit „Never Ending Stories“ präsentiert das Kunstmuseum Wolfsburg noch bis zum 18. Februar weltweit erstmals eine inhaltlich sowie räumlich und zeitlich weit ausgreifende, interdisziplinäre Recherche zum Phänomen der Endlosschleife in Kunst, Film, Architektur, Musik, Literatur und Kulturgeschichte. Über 70 Künstlerinnen und Künstler, mehr als 200 Werke, 14 Themenkapitel und 28 Stationen geben einen großen Überblick von „Never Ending Stories“ in der Kunst- und Mediengeschichte.

Architekturparcours Ein für die Wolfsburger Ausstellung speziell entwickelter Architekturparcours ermöglicht in 14 Kapiteln neben zahlreichen mentalen Rotationen auch räumlich-kör-

perliche Erfahrungen des Loops. Der Bogen spannt sich dabei vom „Ouroboros“Oktogon – einer Schatzkammer der Kulturgeschichte – über den „Zen“-Saal bis hin zur quadratisch verspiegelten „Music Hall“. Anthropologisch orientierte Ausstellungskapitel wie „Eros in der Endlosschleife“, „Die Verdauung der Welt“, „Politik:

Zwischen Themenkarussell und Teufelskreis“ oder „Architektur ohne Ende“ ermöglichen immer aufs Neue Kino-, Installations- und Selbsterfahrungsräume: So treffen großzügige Black Boxes mit Videoloops von Salla Tykkä, Rodney Graham oder Omer Fast auf die Rauminstallationen von Douglas Gordon, Ragnar Kjartansson oder Bruce Nauman. Und Yayoi Kusamas trancehafte Lichtunendlichkeit können die Besucher auf vier mal vier Metern und Gregor Schneiders ultimativen Raumloop „Bad“ auf mehr als 500 Quadratmetern erleben. Die selten fokussierte Endlosschleife des Glücks im archetypischen Märchen „… and they lived happily ever after“ trifft im „Loopodrom“ des Kunstmuseums auf die „Zirkelschlüsse und Lesemaschinen“ der Literatur, für die James Joyce, Raymond Roussel und Gertrude Stein, aber

auch Johann Wolfgang von Goethe, Georg Büchner und Julio Cortázar Pate stehen. Das Kapitel „Wundermaschine Film“ thematisiert den multimedialen Einsatz des Loops vom ersten Kuss der Filmgeschichte 1896 über Marcel Duchamps hypnotisches „Anémic Cinéma“, entstanden 1925, bis hin zu Thomas Bayrles Film „Loop“ von 2008. „Mensch und Maschine im Kreisverkehr“ vereint Frank B. Gilbreths frühe Arbeitseffizienz-Untersuchungen mit der Samuel Beckett nahen Ineffizienz-Absurdität von Juan Muñoz’ „Living in a Shoe Box“. „Der Künstler im Loop“ bündelt in sich kreisende Selbstreflexionen von Akteuren der Moderne wie Gegenwart. Während Markus Raetz sein von Endlosschleifen durchzogenes Lebenswerk konzentriert verräumlicht, ist dank Max Grau Seiko Hirata, Kreis, 1993, Tusche auf Papier, 217 x 271 cm, Staatliche Museen zu Berlin, Ethnologisches Museum © Ethnologisches Museum der Staatlichen Museen zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz Ackermann (Hersteller), Dämon – Bildscheibe für Joseph Plateaus Phenakistiskop, ca. 1833, London, Karton, Durchmesser 24,5 cm, Sammlung Werner Nekes © Werner Nekes Foto: Sammlung Nekes: Helmut Buchen und Anna Wagner (Rheinisches Bildarchiv Köln), Werner Nekes, Heiner Schmitz


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KuLTuRGESCHiCHTE 83 en das endlose Kreisen in geschlossenen Systemen praktizieren? Ab wann ist der Loop im strengen Sinne technisch möglich in den Medien Film, Musik und Videokunst? Ist der Loop symptomatischer für unsere als für frühere Zeiten? Und wie viel Vision liegt im Einsatz des Loop? In den Essays, Quellentexten sowie Werkkommentaren kreisen Katalog wie die ihm zugrunde liegende Ausstellung immer wieder aufs Neue um das Loopthema, suchen umfassend wissenschaftlich, literarisch und künstlerisch Antworten auf diese Fragen und eröffnen dabei überraschende Einblicke und Erkenntnisse. Matthaeus Merian der Ältere, Diß ist der Drache, welcher sein eigenen Schwanz auffrißt (Detail), 1618, in: Michael Maier, Atalanta Fugiens, oppenheim: Johann Theodor de Bry Kupferstich, 20 x 15 x 5 cm © Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz, Abteilung Historische Drucke, Nv 7886 (R) Maurits Cornelis Escher, Zeichnen, 1948, Lithografie [Reproduktion], 28,2 x 33,2 cm, Sammlung Gemeentemuseum Den Haag © 2017 The M.C. Escher Company-The Netherlands. All rights reserved ein fulminanter filmmusikalischer Metaloop zu erleben: Die audiovisuelle Endlosschleife kommentiert sich selbst. Am Ende der Schau schließt sich ein letztes Mal ein Kreis im Kreis.

Ausstellungskatalog Die Ausstellung wird begleitet von einem umfangreichen Grundlagenwerk in deutscher und englischer Ausgabe, herausgegeben von Ralf Beil, der das Thema wissenschaftlich und kreativ beleuchtet und Werkkommentare zu den Exponaten der Schau versammelt hat. Die 13 für den umfangreichen Katalog erstellten Essays stammen von Aleida Assmann, Jan Assmann, Ralf Beil, Norbert Bolz, Claudia Dillmann, Michael Glasmeier, Lars Jaeger, Joachim Kalka, Stefan Klein, Peter Kraut, Niklas Maak, Peter Sloterdijk und Franziska Stöhr. Dazu kommen noch Werktexte von Stephanie Lovász und Michael Schultze sowie Quellentexte von Étienne-Louis Boullée, Julio Cortázar, Johann Wolfgang von Goethe, Kraftwerk, Friedrich Nietzsche, Platon und Simon Reynolds. Der Katalog ist im Hatje Cantz Verlag erschienen.

Loop-Themen In Katalog und Ausstellung werden Grundfragen von „Never Ending Stories“ ausführlich erörtert, die lauten: Warum und seit wann treten Endlosschleifen auf? Was

macht sie grundsätzlich aus? In welcher Zeit und in welchem Raum entfaltet sich der Loop in welcher Gestalt? Inwiefern verändert andauernde Wiederholung das eigentlich Identische? Was passiert mit Geschichten im Loop? Was bedeutet es kultur- und zeitgeschichtlich, wenn Künstler unterschiedlichster Gattungen und Medi-

Aggregatszustände des Loop Fünf fundamentale Erscheinungsweisen der Endlosschleife beschreibt Ralf Beil quer durch Geschichte und Gattungen. Erstens: den sich schließenden Kreis, spä02 / 18


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KuLTuRGESCHiCHTE 84 testens seit der Antike insbesondere Bildaktiv als Ouroboros, also als Schlange, die sich in den eigenen Schwanz beißt. Zweitens: das Möbiusband, eine um sich gewundene Endlosschleife, deren Inneres stets schon ihr Äußeres ist. Es wird unabhängig voneinander beschrieben im Jahre 1858 von dem Göttinger Mathematiker und Physiker Johann Benedict Listing und vom Leipziger Mathematiker und Astronomen August Ferdinand Möbius. Auch das Möbiusband kann stets komplexer werden und die Form von Knoten, Schlingen und Faltungen annehmen. Drittens: die potenziell unendliche Wiederholung im „DrosteEffekt“, einem perspektivisch auf einen Fluchtpunkt zulaufenden Loop, nach einer Wortfindung aus den Tagebüchern André Gides 1893 auch als „Mise en abyme“ bezeichnet, was wörtlich bedeutet „in den Abgrund (unendlicher Wiederholung) werfen“. Diese literarische sowie künstlerische Technik kann man an Max Beckmanns spätem Meisterwerk „Café-Interieur mit Spielspiegel” von 1949 studieren: Die wiederholte Verkleinerung im gespiegelten Spiegel reduziert hier einen schon anfänglich abgeschnittenen Männerkopf regelrecht zu nichts. Im Gemälde eines unbekannten französischen Meisters um 1630 eröffnet sich dagegen ein kurioser „Mise en abyme“ des christlichen Kreuzweges durch eine schier unendliche Staffelung von Myriaden an Holzkreuzen, die sich in der Tiefe im heillos erscheinenden Dunkel verlieren. Viertens: die „Penrose-Treppe“ als unendliche Raumbewegung ohne Fortschrittsmöglichkeit, die 1956 von dem englischen Psychiater Lionel Penrose entworfen wurde, Vater des Mathematikers und Physikers Roger Penrose. Dieser Bilderfindung eines unmöglichen Raums waren die weitgehend unbekannten Arbeiten des Schweden Oscar Reutersvärd aus den 1930er-Jahren vorausgegangen – nämlich sein Opus 1, ein Raumdreieck aus Würfeln von 1934. Roger Penrose hatte 1954 an einem internationalen Mathematikerkongress in Amsterdam teilgenommen, zu dessen Anlass eine Ausstellung von M. C. Escher veranstaltet wurde. Von Eschers Werken inspiriert, begann er gemeinsam mit seinem Vater unmögliche, aber optisch plausible Figuren zu entwerfen. In einer kuriosen Rückkopplung wurden Eschers Grafiken „Treppauf, Treppab” von 1960 und „WasMarcel Duchamp, Rotoreliefs, 1935/1960er-Jahre, offsetdruck auf Papier, 6 Kartonscheiben, Durchmesser je 20 cm, Sprengel Museum Hannover, Dauerleihgabe Carl Fredrik Reuterswärd Foundation © Association Marcel Duchamp / VG Bild-Kunst, Bonn 2017 Max Beckmann, Café-interieur mit Spielspiegel, 1949, Ö̈l/Leinwand, 61 x 46 cm, Privatsammlung © VG Bild-Kunst, Bonn 2017 Foto: ursula Edelmann 02 / 18


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KuLTuRGESCHiCHTE 85 zwischen Spektakel und Konsumkritik, Bauexperiment und Denkfigur, Verheißung und Verweigerung“ ein Objekt mit hochaktuellem Inhalt geschaffen.

Ägyptischer Mythos Schon der ägyptische Mythos des Sonnenlaufs war eine „never ending story“, die die Zeit zuallererst hervorbrachte. Denn im unaufhörlichen vergangenen, gegenwärtigen und zukünftigen Geschehen generiert die Sonne die Zeit in ihrer ewigen Kreisläufigkeit. Die Ägypter begleiteten diesen Mythos, der vor ihren Augen ständig abrollte, rund um die Uhr mit Opfern und Rezitationen. So versuchten sie das Gelingen zu bestärken, das nach ägyptischer Vorstellung keineswegs selbstverständlich war. Denn die alten Ägypter gingen nicht unbedingt davon aus, dass die Sonne auch am nächsten Tag wie gewohnt wieder aufgehen würde. Nach ihrer Auffassung war der Sonnenlauf in seiner sich ewig erneuernden Kreisläufigkeit sogar unablässig gefährdet durch eine Gegenkraft, eine Gravitation in Richtung Chaos, Stillstand und Auflösung. Diese Gegenkraft wurde durch die Gestalt einer riesigen Wasserschlange Bridget Riley, Blaze 4, 1964, Emulsion auf Hartfaserplatte 94,6 x 94,6 cm, Privatbesitz der Künstlerin © Bridget Riley. All rights reserved serfall” von 1961 von dem dort präsentierten Penrose-Tribar und der Penrose-Treppe inspiriert. Fünftens: die permanente, in sich identische Wiederholung einer wie auch immer begrenzten Anzahl von Text-, Ton- oder Formelementen. Exemplarisch dafür stehen etwa die 1974 entstandene „AUTOBAHN-Tonspur“ von Kraftwerk 11 oder Bruce Naumans Neonarbeit „Double Poke in the Eye II“ von 1985. Die Medientechnik der Moderne versetzt nicht nur die fünfte, sondern alle Erscheinungsformen des Loop umfassend in endlose Bewegung – zumindest solange Strom fließt, Neonröhren oder Monitore leuchten, Motoren arbeiten oder Maschinen funktionieren.

stungs- und Hochgeschwindigkeitsgesellschaft zur Kunstreflexion stilisiert: Der riesige Doppellooping des Schweizer Künstlerduos Bildstein/Glatz aus Aluminium und Holz ist knapp 15 Meter hoch. Das Künstlerduo hat mit „LOOP“, einem „Gebilde

Markus Raetz, Sinne i, 1987, Zuckeraussprengtechnik und Aquatinta in zwei Farben auf Richard-de-Bas, Bütten handgeschöpft, Edition Nr. 10/17, 51,5 x 65,8 cm, Monika & Markus Raetz © VG Bild-Kunst, Bonn 2017

Architektur War die Endlosschleife zyklischer Zeit in der Antike eine Lebensbasis im positiven Sinne, veranschaulicht durch den Ouroboros, so pendelt die Endlosschleife heute zwischen Gleichförmigkeit, Zeitaufhebung und Dauererregung: Ob Fließbandarbeit oder Marketing, Techno oder Internetchat – in allen Medien- und Lebensbereichen sind Endlosschleifen Realität. So auch in der Architektur. Seit Mai 2017 steht im Schweizer Kanton Thurgau unweit von Ittingen ein Loopinggebäude, das den Vergnügungspark der modernen Hochlei02 / 18


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KuLTuRGESCHiCHTE 86 symbolisch verkörpert. Um Schlimmes zu verhindern trieben die alten Ägypter einen großen rituellen Aufwand, um den täglichen Sonnenaufgang symbolisch zu bestärken. Die ägyptische Weltentstehungslehre stellte zudem den „Sonnengott“ an den Anfang aller Dinge, der aus sich selbst entstanden sei. Aus ihm sei dann alles Weitere hervorgegangen – zuerst die Luft und das Feuer, dann der Himmel und die Erde. Dass der Sonnengott in einer Barke Himmel und Erde umkreiste und zum Sohn der Himmelsgöttin wurde, geschah nach ägyptischer Sichtweise erst in einem späteren Akt der Weltentstehung: der Trennung von Himmel und Erde, durch die erst der Kreislauf und die zyklische Zeit entstand, um die es bei dem ägyptischen Mythos vom Sonnenlauf geht.

ouroborus In der Ikonographie des alten Ägyptens ist auch der Ouroboros bereits belegt – ein Bildsymbol einer Schlange, die sich in den eigenen Schwanz beißt und so mit ihrem Körper einen geschlossenen Kreis bildet. Und auch die Geschichte des Ouroboros selbst ist eine unendliche Geschichte, die in die abendländische Tradition eingegan-

gen ist. Hier wurde sie aufgenommen, um anhand der Konstellation von Kreis und Linie Grundfragen menschlicher Existenz zu erkunden. Denn Kreis und Linie sind nicht nur geometrische Figuren, sondern auch mächtige Modelle, um über so grundsätzliche Dinge wie Leben und Tod, Zeit und Unsterblichkeit, die Geheimnisse der Na-

Anonymous, Aurora Consurgens (Detail), 15. Jahrhundert, Pergamenthandschrift in rot gefärbtem Ledereinband mit Blindstempelverzierungen, 20,4 x 13,9 cm © Zentralbibliothek Zürich Roland Topor, Leonardo hat’s gewusst, 1986, Siebdruck, 59,5 x 42 cm, Kunstmuseum Wolfsburg, Schenkung der Akademie der Künste Berlin © Akademie der Künste, Berlin, Freie Volksbühne Berlin 749, Nicolas Topor, Kunstmuseum Wolfsburg Foto: Marek Kruszewski Wim Delvoye, Dunlop Geomax 100/90-19 57 M 120° 3X, 2013, polierter und patinierter nichtrostender Stahl, 87 x 87 x 27 cm, Studio Wim Delvoye, Belgien © Studio Wim Delvoye © VG Bild-Kunst, Bonn 2017 02 / 18


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tur, die Bedeutung von Geschichte und Fortschritt, aber auch über Formen der Wahrnehmung, der Erfahrung und der Erinnerung nachzudenken.

Kreis und Linie Der Kreis, ursprünglich Sinnbild der Vollkommenheit, wurde von Edward Young mit Natur und Materie in Verbindung gebracht. Diese Kräfte wurden mit Eigenschaften wie Bewahrung, Reproduktion und Nachhaltigkeit verbunden. Im Geist der Aufklärung stand der Kreis für den Kreislauf des ewigen Entstehens und Vergehens des materiellen Lebens, die Linie hingegen für Bewegung, Fortschritt und Transzendenz. Im 19. Jahrhundert übersetzte man den Gegensatz von Kreis und Linie sogar in eine Geschichtsphilosophie, die behauptete, dass sich einige Kulturen dynamisch entwickelten und die Norm des Fortschritts verkörperten, während die sogenannten „geschichtslosen Kulturen“ im Dunkel der Vorgeschichte verharrten, sich im Wiederholungszwang ihrer Riten er-

schöpften und auf der Stelle traten. Als der US-amerikanische Philosoph Ralph Waldo Emerson in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts den Kreis als zentrales Sinnbild seiner Weltanschauung entdeckte, gab er dem alten Symbol eine ganz neue Bedeutung. Was einmal ein platonisches Symbol für Vollkommenheit, Einheit und Ewigkeit gewesen war, übersetzte Emerson in ein Sinnbild der Bewegung, der

Überschreitung und Erneuerung. In seinem Aufsatz „Circles“ aus dem Jahre 1841 führte er die Figur des Kreises ein, die ihn als Naturerscheinung interessierte. Bei Emerson war das Bild des Kreises jedoch nicht stabil. Zudem sprach Emerson von Kreisen (im Plural). Damit verlagerte er die Bedeutung von Konstanz und regelmäßiger Wiederholung hin zu Verschiebungen, Grenzüberschreitungen und Verwandlungen, weil um jeden Kreis auch ein anderer gezogen werden kann. Das Bild, das er vor Augen hatte, zeigt sich auf einer Wasseroberfläche, wenn ein Stein hineingeworfen wird. Emerson sah deshalb im Kreis nun einen dauerhaften Wandel und nicht mehr Ewigkeit und Wiederholung. Sich konzentrisch fortsetzende oder übereinander geblendete Kreise versinnbildlichten für ihn zudem, wie sich menschliche Erfahrungen zur Zukunft hin öffnen. Bei ihm waren die Figuren von Kreis und Linie also einander nicht entgegengesetzt, vielmehr eng miteinander verbunden. Auch in der Gegenwart bleibt die Figur des Kreises weiterhin mit Rätseln verbunden. Der Science-Fiction-Film „Arrival“ greift z. B. die Frage nach den Grenzen des menschlichen Denkens auf und zeigt dabei eine neue Dimension menschlicher Spekulationen und Erwartungen. Diese drehen sich um technische Voraussetzungen einer Erweiterung des menschlichen Bewusstseins und um einen Sprung in der Evolution des menschlichen Gehirns, der es den Menschen ermöglichen würde, eine höhere Rationalitätsstufe zu erreichen.

Bruce Nauman, Double Poke in the Eye ii, 1985, Neonröhren auf Aluminiumkasten, 61 x 91 x 25 cm, Ed. 7/40 + 8 AP © Friedrich Christian Flick Collection im Hamburger Bahnhof, Berlin © VG Bild-Kunst, Bonn 2017 Foto: Stefan Altenburger, Zürich William Kentridge, Small Atlas Procession, 2000, Gruppe von drei Radierungen auf Papier, (jedes auf einer Seite aus Stielers Hand-Atlas, Gotha: Justus Perthes, 1906) Motiv: je 43,6 x 35,5 cm; Blatt: je 53 x 45,3 cm © Courtesy William Kentridge and Goodman Gallery Johannesburg and Cape Town © William Kentridge 02 / 18


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KuLTuRGESCHiCHTE 88 Marina Abramović / ulay, Breathing in, Breathing out, 1977, 1-Kanal-Video, S/W, Ton, 10:49 min, (Ausschnitt im Loop) LiMA – preserves, distributes and researches media art © LiMA, Amsterdam / VG Bild-Kunst, Bonn 2017 amerikanische Wissenschaftstheoretiker Thomas Kuhn verwies in den 1960er-Jahren darauf, dass selbst der wissenschaftliche Fortschritt universellen Rhythmen und Gesetzmäßigkeiten unterworfen sei. Diese Zyklen bestünden aus „normalen Phasen“, dem Auftreten von „Anomalien“ mit einer entsprechenden Krise und schließlich dem Prozess einer Paradigmen verändernden Revolution. Mit der Einigung auf ein neues Paradigma innerhalb der wissenschaftlichen Gemeinschaft fände diese Phase ihr Ende, womit der Zyklus wieder von vorn beginne. Trotz dieser Zyklenhaftigkeit, die Kuhn der Erkenntnisentwicklung zuschrieb, handelt es sich hier

Das Wesen der Zeit Eine weitere spannende Frage beschäftigt sich mit der Zeit. Denn die alltäglich wiederkehrenden Prozesse – etwa der tägliche Lauf der Sonne, der monatliche Zyklus des Mondes, die alljährliche Umlaufbewegung der Erde um die Sonne und nicht zuletzt der Zyklus aus Geburt, Altern und Tod – sind alle mit im Alltag geläufigen Zeitvorstellungen verbunden. In diesem Zusammenhang wird Zeit zumeist als zyklisch beschrieben und alle zeitabhängigen Vorgänge kehren wieder. So beschreiben beispielsweise fernöstliche hinduistische, taoistische oder buddhistische Traditionen auch das Leben als Bestandteil einer unzähligen Abfolge von Werden (Geboren werden), Vergehen (Sterben) und Wiedergeboren werden. Zeit kennt jedoch nur eine Richtung, denn Vorgänge können nur vorwärts, niemals rückwärts in der Zeit ablaufen. Damit folgt die Menschheit der zentralen Idee des Fortschrittes. Und der jedoch nicht um einen Prozess, der immer wieder zum Ausgangspunkt zurückkehrt, wie in einem geschlossenen Kreis: Denn tatsächlich gelangt die Wissenschaft mit der Zeit zu immer mehr Wissen. Daher sind Kuhns Zyklen Kreise, die vielmehr eine Spirale bilden, deren vertikale Achse den zeitlich bedingten Fortschritt darstellt.

Abbildungen oben und links: Yayoi Kusama, infinity Mirrored Room – The Souls of Millions of Light Years Away, 2013, installationsansicht, Kunstmuseum Wolfsburg, Metall, Glas, Spiegel, Kunststoff, Acryl, Holz, Gummi, LED Lichtsystem, Acrylbälle, Wasser, 287,7 x 415,3 x 415,3 cm, Sammlung HGN © Yayoi Kusama. Courtesy of David Zwirner, New York; ota Fine Arts, Tokyo / Singapore; Victoria Miro, London; YAYoi KuSAMA inc. Foto: Daniel Pilar


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Der Sinn des Lebens Betrachtet man das Schaffen großer Forscher von Kepler bis Einstein, so zeigt sich bei allen immer wieder auch der Ansporn, Antworten auf die großen existentiellen Fragen zu finden. Dabei kehren alle Wissenschaftler zwangsläufig immer wieder dorthin zurück, womit sich antike Philosophen bereits schon zuvor beschäftigt haben. Ist das nicht fast schon wie eine Reise auf einem Möbiusband? Denn dabei kehrt man zwar wie auf einer Kugel oder einem Kreis immer wieder zur gleichen Stelle zurück, nur auf der anderen Seite des Ausgangspunktes, um die Dinge sozusagen „von der anderen Seite“ zu betrachten. Erst eine doppelte Umrundung führt dann wieder zum Ausgangspunkt zurück. Oder handelt es sich um einen Ausflug auf einer Penrose-Treppe, bei der man zwar immer weiter aufsteigt, um dennoch immer wie-

Rodney Graham, City Self / Country Self, 2000, 35 mm-Film auf DVD übertragen, Farbe, Ton, 04:00 min (Loop) Courtesy of the artist and Lisson Gallery © Rodney Graham; Courtesy Lisson Gallery Ragnar Kjartansson, God, 2007, 1-Kanal-Videoinstallation, pinkfarbene Vorhänge, Farbe, Ton, 30:00 min, Musik von Ragnar Kjartansson und Davíð Þór Jónsson Courtesy of the artist and i8 Gallery, Commissioned by Thyssen- Bornemisza Art © Courtesy of the artist, i8 Gallery and Luhring Augustine Gallery Foto: Rafael Pinho Blick in die Ausstellung „Never Ending Stories” im Kunstmuseum Wolfsburg 2017 Foto: Daniel Pilar

der zum Ausgangspunkt zu gelangen? Auf beiden Wegen, ob nun Möbiusband oder Penrose-Treppe, kann man einige Verbindungen erkennen zum spirituellen Suchen, Fragen und Denken der Menschen und ihrem tiefen Wunsch, die Frage nach dem Sinn des Lebens zu enträtseln. Keine der Disziplinen der Naturwissenschaften hat bisher dieses Geheimnis aufklären können. Und so müssen Wissenschaftler auch weiterhin auf Hypothesen und Spekulationen zurückgreifen, die denen der Vorsokratiker oder buddhistischen Philosophen der Antike ähneln. Heute weiß man jedoch auch, dass Erfolge der Wissenschaften in den letzten einhundert Jahren erst durch die Eliminierung einer absoluten Wahrheit und den radikalen Wechsel ihres Erklärungsanspruches möglich wurden. Prominentes Beispiel ist die Ersetzung wissenschaftlicher Wahrheitsansprüche wie Newtons Vorstellung eines absoluten Raums und einer absoluten Zeit durch die relationale Raum-Zeit in der Re-

lativitätstheorie. In der Loslösung solcher Wahrheitsansprüche lassen sich auch Parallelen zu gesellschaftlichen Herrschaftsmodellen erkennen. Denn jedes Mal, wenn die Menschen glaubten, sie hätten die perfekte Gesellschaftsform und ein perfektes Modell für politische oder ökonomische Machtausübung gefunden, endete dies in einer despotischen Erstarrung. Die Naturwissenschaften zeigen auf, beständig den Status quo zu hinterfragen und das gegenwärtige Wissen kritisch zu reflektieren. Entsprechend befinden sich auch politische Entscheidungsprozesse in einem permanenten Reparaturprozess, der immer wieder hinterfragt und korrigiert werden muss. Denn nur Regierungsformen, in der die Mächtigen ihr Wirken permanent demokratisch rechtfertigen müssen oder andernfalls abgewählt werden, ermöglicht Dynamik im Gegensatz zu autoritären Regierungsformen. So verläuft auch echter gesellschaftlicher Fortschritt über eine dauernde Korrektur falscher Entscheidungen, was in den offenen demokratischen Gesellschaften des 19., 20. und 21. Jahrhunderts deren gesellschaftliche Wachstums- und Wohlstandsentwicklung ausgelöst hat. Beim wissenschaftlichen wie dem gesellschaftlichen Weiterkommen scheint Fortschritt also sowohl lineare als auch zyklische Charakteristiken zu haben. So sind sowohl wissenschaftliches Suchen wie spirituelles Denken, aber auch die gesellschaftliche Entwicklung letztendlich allesamt „Never Ending Stories“.

Ausstellung und Katalog Ausstellung „Never Ending Stories“. Der Loop in Kunst, Film, Architektur, Musik, Literatur und Kulturgeschichte, Kunstmuseum Wolfsburg, noch bis zum 18. Februar. Gleichnamiger Ausstellungskatalog mit 360 Seiten, rund 650 Abbildungen, Hatje Cantz Verlag, 45 Euro im Museumsshop. Fotos: wie angegeben


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OLIVER HASSENCAMP REINHARD BOGENA

Woran erinnert sich der Mensch, wenn er älter wird? Klar, an die Kindheit und das damalige persönliche Umfeld denkt man häufig zurück, erstaunlicherweise auch an bestimmte Geschichten, die man in der eigenen Jugend las. In den 50er-/60er-Jahren zählten Bücher aus dem Franz-Schneider-Verlag zur häufig gelesenen Kinder- und Jugendliteratur – auch die Geschichten von Burg Schreckenstein.

Jungenträume Zu den wichtigsten Kulturtechniken, die der Mensch in jungen Jahren lernt, gehört das Lesen. Es kommt der natürlichen Neu-

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gier von Kindern entgegen und eröffnet ihnen buchstäblich eine neue Welt, in die sie eintauchen, ja sogar versinken können. Alle Geheimnisse dieser Welt zu erkunden, Abenteuer quasi miterleben, Vorbilder suchen (und finden), sich an den Erlebnissen anderer zu erfreuen und Zeit sinnvoll

zu nutzen sind nur einige Argumente dafür, sich in Bücher zu vertiefen. Unbewusst daraus zu lernen, sich eine eigene Meinung zu bilden bis hin zur Charakterbildung – das sind weitere Eigenschaften, die wir Büchern auf unserem Weg zum Erwachsensein verdanken. „Die Jungens von Burg Schreckenstein", erschienen 1959 unter dem bekannten Schneider-Buch-Logo, gehört zu jenen Büchern, die zahlreiche Jugendliche in den folgenden Jahrzehnten begeisterten. Es war der erste Band einer ganzen Reihe, die über Geschichten aus einem Internat in einer mittelalterlichen Ritterburg berichtet. Alles beginnt mit einem Umzug aus dem beengten Schulgebäude in der fiktiven Stadt Neustadt in eine 40 Kilometer entfernte Burg. Hier erleben wir die Anfänge eines Internats, in dem die Schüler Tür an Tür mit ihren Lehrern wohnen. Wie im größten Teil der damaligen Jugendliteratur üblich, spielte die Vermittlung von Erziehungszielen eine bedeutende Rolle: „Solange nichts beschädigt wird und niemand darunter zu leiden hat, könnt ihr heDiesem ersten Band sollten 26 weitere folgen. – Zeitgenössische Illustration mit Messerschmitt Kabinenroller. – Band 2 in erster und späterer Ausgabe


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Dritter Band in alter und neuer Ausgabe. – Der vierte Band rumtoben, soviel ihr wollt", so die Ansage des Rektors. Und das auf einer alten Ritterburg – der Traum eines jeden Jungen! Der Aufenthalt in den historischen Gemäuern verändert das Leben der Kinder. Sie fühlen sich den alten Rittern verbunden, bilden schnell eine verschworene Gemeinschaft und übernehmen Verantwortung. Dennoch gibt es Probleme: Reibereien, Konkurrenzkämpfe, Eifersüchteleien. Der junge Leser taucht hier ein in eine Welt, die ihn neugierig macht, gleichzeitig erkennt er sich möglicherweise in einzelnen Charakteren oder Ereignissen wieder und lernt, diese einzuordnen – egal, ob er sich auf der Gewinner- oder Verliererseite sieht, zumindest war das in der früheren – Smartphone freien – Zeit so. Auch wenn das Buch letztlich aus der Feder eines Erwachsenen stammt und neben dem Aspekt der Unterhaltung auch den Blick auf Erziehung nie verliert, erstaunt es uns heu-

te, wie sehr Begriffe wie ritterliches Verhalten, Kameradschaft und Ehre eine Rolle spielen – etwas, das viele in unserer Gesellschaft zunehmend vermissen.

Ausflug in die Welt von gestern Für Jugendliche von heute bedeuten die Bücher eher einen Ausflug in die Welt von Eltern und Großeltern. Sie lesen hier von einer Vergangenheit, die ihnen in mancherlei Hinsicht fremdartig erscheint: „Sehr komisch war die Ankunft von Strehlaus Mutter. Sie fuhr in einem Kabinenroller mit drei Rädern auf den Hof, klappte das Oberteil hoch und streckte mit dem Ausruf: ‘Mein Junge, mein guter Junge!’ die Arme nach ihrem Sprößling aus.” Wer kennt heute noch einen Kabinenroller und seine Bedeutung, die er in jener Zeit besaß? Als das Buch in seiner ersten Auflage erschien, wandelte sich gerade das Image solcher Rollermobile vom ehemals

lange begehrten „Dach über dem Kopf" zum peinlichen Auftritt für den Fahrer. Auch ein Tonbandgerät, das „der Neue" mitbringt und wie es für die meisten Schreckensteiner ein geradezu unerfüllbarer Wunsch war, ist vielen Jugendlichen von heute kaum mehr bekannt. Bewunderung steckt in dem Satz: „Ein Tonbandgerät hatte sonst niemand auf der Burg.” Schon 1960 folgte der zweite Band: „Auf Schreckenstein geht’s lustig zu", während die Serie erst 1966 fortgesetzt wurde mit dem Titel: „Auf Schreckenstein gibt’s täglich Spaß". Hier kommen dann auch Mädchen mit ins Spiel, die in einem nahen Pensionat untergebracht sind. Zwar zeigen die Mädchen bald, dass sie es faustdick hinter den Ohren haben, dennoch sind die jungen „Ritter" noch vom ursprünglichen Rollenverständnis geprägt („Bei diesem Streich kam es auf Präzision an; da wollten die Ritter sich nicht auf die Mädchen verlassen”). Dessen ungeachtet bahnen Band 6, 1975. – Band 8, 1977. – Band 9, 1979

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Hassencamp Der Autor aller Schreckenstein-Bücher, Oliver Hassencamp (1921-1988), hat das Thema Internat und Ritterburg nicht von ungefähr gewählt, denn als Schüler besuchte er selber eine Internatsschule. Und genau die befindet sich am Bodensee im Schloss Salem, wozu auch die mittelalterliche Burg Hohenfels gehört (dort ist die Unterstufe untergebracht). So hat Hassenkamp für seine Schreckenstein-Reihe

Band 12, 1979. – Band 13, 1979. – Band 17, 1981. – Band 21, 1983 sich bei einzelnen Schülern erste, sehr vorsichtige Gefühle gegenüber dem anderen Geschlecht an. Ein Ausfall der desolaten Heizungsanlage mitten im Winter führt (im dritten Band) dazu, dass die Schreckensteiner ins Schloss Rosenfels ziehen müssen, dem Mädchenpensionat. Viele der dann folgenden Ereignisse drehen sich jetzt um das so genannte Gastrecht, das die Jungen mit ihren Streichen offensichtlich verletzen, ein Thema, das aktuell in der Asylproblematik eine Rolle spielt. Die Direktorin des Mädchenpensionats wird beschrieben als „ein mageres, ältliches Fräulein mit einem Habichtkopf” und schneidender Stimme. Sie dürfte bei manch ehemaligem Internats-

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schüler unangenehme Erinnerungen an die eigene Vergangenheit wachrufen, aber so war es wohl damals.

ganz sicher auf einen eigenen Erfahrungshintergrund zurückgegriffen. Während er selbst jedoch in der Zeit vor dem


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Zweiten Weltkrieg das Internat besucht hatte, spielen seine Geschichten in den 50er-Jahren. So kann man davon ausgehen, dass sie letztlich mit „dichterischer Freiheit" entstanden, wobei er den erzieherischen Auftrag nie aus den Augen verlor. Dass im dritten Band ein Rennradfahrer die Hauptrolle spielt, kommt auch nicht von ungefähr, denn Hassencamp konnte aufgrund einer Kriegsverletzung schlecht gehen und war deshalb leidenschaftlicher Radfahrer. Auf diese Weise verarbeitete er mit „Schreckenstein" zumindest einige Teile seines Lebens. Andere können wir in seinem autobiografischen Roman „Die gute schlechte Zeit" nachlesen, wo er über die Verhältnisse in den frühen Nachkriegsjahren schreibt. Nach dem Schulabschluss hatte der spätere Autor Schauspielunterricht genommen und zusammen mit Erich Kästner ein politisches Kabarett gegründet (Die große Freiheit) sowie wenig später zusammen mit anderen Schauspielern die bekannte Münchner Lachund Schießgesellschaft. Und er begann zu schreiben: Drehbücher, Theaterstücke und Romane wie die „Bekenntnisse eines möblierten Herrn" sowie besagte Schreckenstein-Geschichten. Der große Erfolg seiner Bücher hat den Autor nicht ruhen lassen: 1969 bis 1988 folgten in verschiedenen Abständen weitere Fortsetzungen um Erlebnisse in dieser besonderen Internatsschule. Da die beliebten Schreckenstein-Bücher millionenfachen Absatz fanden, müsste wohl beinahe jeder mindestens einen Band gelesen haben. Inzwischen kann man gar von einem Kultcharakter sprechen, den diese Jugendbücher

erreichten. Dementsprechend viele Neuauflagen und Sammelbände wurden produziert. Die Illustrationen von Einband und Text stammen von verschiedenen Künstlern und wurden bei den Neuauflagen im Laufe der Jahre geändert bzw. der Zeit angepasst. Im Ausland kamen die Schreckenstein-Abenteuer offensichtlich ebenso gut an wie bei uns – neben der englischen gibt es unter anderem sogar Übersetzungen ins Chinesische. 1988 erschien der 27. und letzte Band: „Geflüster auf Burg Schreckenstein". Im gleichen Jahr verlor der Autor sein Leben bei einem unverschuldeten Autounfall.

Sammlerszene Die Preisvorstellungen der Anbieter von antiquarischen Schreckenstein-Büchern liegen im Einzelfall und vor allem beim letzten Band weit auseinander – eigentlich unverständlich, denn gerade dieser Geschichte ist anzumerken, dass sozusagen „die Luft raus" ist. Sie ist gespickt voll mit

Nr. 27, der letzte Band der Schreckenstein-Reihe. – Jüngere Ausgaben enthalten einen Plan der fiktiven Burg. – Für jene, die aus dem Schreckenstein-Alter raus sind. – „Bereift sein ist alles” dem krampfhaft wirkenden Versuch, eine Jugendsprache anzuwenden, die sich in dieser Form fern der Realität bewegt. Hier muss letztlich der Leser oder Sammler entscheiden, wie viel er bereit ist, dafür zu bezahlen. Ach ja, nur der Vollständigkeit halber: Eine Burg mit dem Namen Schreckenstein gab's tatsächlich. Sie ist allerdings schon seit langer Zeit eine Ruine und liegt in der Tschechischen Republik oberhalb der Elbe im ehemaligen Böhmen. Eine andere Burg diente hingegen als passende Kulisse für die Kino-Verfilmung einzelner Schreckenstein-Abenteuer: Burg Taufers in Südtirol, vielleicht ein Grund, mal dorthin zu fahren und die Atmosphäre zu genießen. Fotos: Reinhard Bogena

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Termine im März 04 So Köln-Marsdorf

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OBI, Im Gewerbegebiet Pesch

11 So Köln-Porz-Lind

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18 So Köln-Ossendorf

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Samstag vor Ort Globus 17 Uhr Handelshof keine IKEA 17 Uhr OBI 17 Uhr Porta 17 Uhr Real 17 Uhr Roller 17 Uhr SELGROS 17 Uhr

Sonn- und Feiertag vor Ort Globus Handelshof IKEA OBI Porta Real Roller SELGROS

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