BASSENGE

Auktion 127
ZEICHNUNGEN DES 16. BIS 19. JAHRHUNDERTS
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ZEICHNUNGEN DES 16. BIS 19. JAHRHUNDERTS
AUKTION 127
ZEICHNUNGEN DES 16. BIS 19. JAHRHUNDERTS
Freitag, 5. Juni 2026 Galerie Bassenge . Erdener Straße 5a . 14193 Berlin
Telefon: 030-893 80 29-0 . E-Mail: art@bassenge.com . www.bassenge.com


Dr. Ruth Baljöhr
Telefon: +49 30 - 893 80 29 22
r.baljoehr@bassenge.com

Eva Dalvai
Telefon: +49 30 - 893 80 29 80
e.dalvai@bassenge.com
Nadine Keul
Telefon: +49 30 - 893 80 29 21 n.keul@bassenge.com

Harald Weinhold
Telefon: +49 30 - 893 80 29 13
h.weinhold@bassenge.com
Wir bitten darum, Zustandsberichte zu den gewünschten Losnummern zu erfragen, da Angaben zum Erhaltungszustand nur in Ausnahmefällen im Katalog notiert sind.

Die Galerie Bassenge ist Mitglied bei Eindeutig identifizierbare Werke mit einem Schätzpreis von mindestens 4.000 Euro werden vor der Auktion mit dem Art Loss Register abgeglichen.
ZEICHNUNGEN DES 16. BIS 19. JAHRHUNDERTS
Erdener Straße 5A 14193 Berlin
Donnerstag, 28. Mai bis Montag, 1. Juni 10 bis 18 Uhr
Dienstag, 2. Juni
10 bis 17 Uhr
Vorbesichtigung ausgewählter Werke in München
Donnerstag, 21. Mai, 16 bis 19 Uhr
Freitag, 22. Mai, 11 bis 18 Uhr
Galeriestraße 2B (2. Etage), 80539 München

MITTWOCH, 3. Juni 2026
Vormittag 10.00 Uhr
Nachmittag 15.00 Uhr
DONNERSTAG, 4. Juni 2026
Vormittag 11.00 Uhr
Nachmittag 15.00 Uhr
FREITAG, 5. Juni 2026
Vormittag 11.00 Uhr
Nachmittag 15.00 Uhr
Druckgraphik des 15. bis 17. Jahrhunderts Nr. 5000-5248
Druckgraphik des 18. Jahrhunderts Nr. 5249-5328
Druckgraphik des 19. Jahrhunderts und des Fin de Siècle Nr. 5329-5428
Miscellaneen und Trouvaillen der Druckgraphik des 15. bis 18. Jahrhunderts Nr. 5429-5672
Gemälde Alter und Neuerer Meister Nr. 6000-6191 Rahmen Nr. 6192-6213
Horizonte – Zauber ferner Welten Nr. 6300-6482
Zeichnungen des 16. bis 19. Jahrhunderts Nr. 6500-6755
Arnulf Rainer – Gerettete Werke aus der Haasgasse Nr. 6900-6948 16.00 Uhr
SONNABEND, 6. Juni 2026
Vormittag 11.00 Uhr
Nachmittag 16.00 Uhr
Moderne Kunst I Nr. 7000-7283
Moderne und Zeitgenössische Kunst II (Katalog nur online) Nr. 8000-8145
Post War und Zeitgenössische Kunst II (Katalog nur online) Nr. 8150-8322
Fotografie des 19. Jahrhunderts (Katalog nur online) Nr. 4001-4123
Fotografie des 20. und 21. Jahrhunderts (Katalog nur online) Nr. 4124-4321
VORBESICHTIGUNGEN
Druckgraphik, Gemälde, Zeichnungen des 15. bis 19. Jahrhunderts und Sonderkatalog „Horizonte“ Erdener Straße 5A, 14193 Berlin Donnerstag, 28. Mai bis Montag, 1. Juni, 10.00–18.00 Uhr, Dienstag, 2. Juni 10.00–17.00 Uhr
Moderne und Zeitgenössische Kunst I und II und Sonderkatalog Arnulf Rainer
Rankestraße 24, 10789 Berlin
Donnerstag, 28. Mai bis Donnerstag, 4. Juni, 10.00–18.00 Uhr
Fotografie und Fotokunst des 19. bis 21. Jahrhunderts
Rankestraße 24, 10789 Berlin
Donnerstag, 28. Mai und Freitag, 29. Mai, 10.00–18.00 Uhr, Samstag 30. Mai, 10.00–16.00 Uhr, Sonntag geschlossen, Montag, 1. Juni bis Donnerstag 4. Juni, 10.00–18.00 Uhr, Freitag, 5. Juni 10.00–15.00 Uhr
Schutzgebühr Katalog: 20 €
Umschlag: Los 6642, Fedor Fedorovitch Lwow und Los 6567, Jacques Barthelemy Delamarre Seite 4: Los 6568, Französisch um 1770


Gherardo Cibo (1512 Genua – 1600 Rocca Contrada)
6500 Fantastische Landschaft mit kleiner Insel in einer Meerenge.
Feder in Braun. 18,9 x 26,3 cm. Oben links bez. „IEON“.
3.000 €
Literatur: Arnold Nesselrath: Gherardo Cibo, Ausst.Kat. San Severino Marche 1989, S. 134, Nr. 47 mit Abb. Charakteristische Zeichnung der bisher nur wenig erforschten Künstlerpersönlichkeit Gherardo Cibo. Die versierte Zeichnung verbindet sein Interesse für Seestücke mit der zerklüfteten Landschaftsdarstellung der Felsen. Kennzeichnend für Cibo ist eine weiträumige, kulissenartige Staffelung der Landschaft. Kleine Staffagefiguren, oder wie hier eine Reihe verschiedener Galeeren und Schiffe, beleben die Szenerie. Auch in der vorliegenden Arbeit manifestiert sich der prägende Einfluss der flämischen Landschaftsauffassung auf Cibos Zeichenstil; im Frühjahr 1540 ist ein Aufenthalt des Künstlers in Flandern belegt. Wie sehr Cibo dem flämischen Formengut verbunden war, geht auch aus der Tatsache hervor, dass viele seiner Zeichnungen in der Vergangenheit an unterschiedlichste Meister wie Roelant Savery, Mathijs Bril, Paolo Fiammingo und Joachim Patinir zugeschrieben wurden.
Francesco Salviati
(eigentl. de’ Rossi, 1510 Florenz – 1563 Rom)
6501 Umkreis. Die Heimsuchung. Feder in Braun, braun laviert, auf grünlich präpariertem Papier, aufgezogen. 32 x 50,2 cm.
2.400 €
Literatur: A brief Chronological Description of a collection of Original Drawings and Sketches by the most celebrated Masters. [...] Formed by and belonging to the late Mr. Mayor, London 1871 [2. Ausgabe: 1874], Nr. 81 (als „Francesco Salviati“).
A brief Chronological Description of a collection of Original Drawings and Sketches by the old Masters. [...] Formed by the late Mr. Mayor, London 1875, Nr. 112 (als „Francesco Salviati“).
Provenienz: Sammlung William Mayor (gest. 1874), London (Lugt 2799). Sammlung János Scholz (1903 - 1993), New York (Lugt 2933b).
Verso eine weitere nicht identifizierte Sammlermarke (wohl nicht bei Lugt).
Das stilistische Idiom dieser Zeichnung spricht für eine gewisse Nähe zu Francesco Salviati. Das 1538 vollendete Fresko der Heimsuchung im Oratorium von San Giovanni Decollato war dessen erster großer Auftrag in Rom. Zu dem Wandbild haben sich keine Vorzeichnungen von

der Hand Salviatis erhalten. Ein großformatiges Blatt in den Florentiner Uffizien (Inv. 745 E) mit der bildmäßig ausgeführten Komposition gilt mittlerweile als Kopie; eine Skizze im British Museum (Inv. T,12.27), die 1998 noch Salviati zugeschrieben war (Alessandro Cecchi, in: Francesco Salviati o la Bella Maniera, Ausst. Kat. Rom/Paris 1998, Nr. 12), wird heute als Arbeit Perino del Vagas angesehen (Michael Hirst: „Perino, not Salviati“, in: The Burlington Magazine, CXLIV (2002), S. 164-5).
Florentinisch
6502 16. oder 17. Jh. Halbfigur eines Jünglings im Profil nach links.
Bleigriffel, weiß gehöht, auf blauem Papier, aufgezogen. 25,5 x 18,1 cm.
1.200 €




Carlo Cignani (1628 Bologna – 1719 Forlì)
6503 zugeschrieben. Jüngling mit Brief, von zwei Göttinnen beobachtet, im Hintergrund spielende Putti. Feder in Braun, auf Bütten, verso: weitere Figurenstudien in Feder. 20,7 x 29,1 cm.
2.400 €
Provenienz: Sammlung Jonathan Richardson (Lugt 2170).
Sammlung Sir Joshua Reynolds (Lugt 2364).
Sammlung John Charles Robinson (Lugt 1433).
Lombardisch
6504 16. Jh. Hl. Anna Selbdritt. Feder in Braun, braun laviert. 13,7 x 17,2 cm.
1.200 €
Provenienz: Yvonne Tan Bunzl, London, 1984, Kat. Nr. 4 (als „Moretto da Brescia“).
Sotheby‘s, London, Auktion am 4. Juli 2007, Los 24 (als „Moretto da Brescia“).
Venezianisch
6505 um 1600. Maria Magdalena, Christus die Füße salbend.
Feder in Braun, grau laviert, teils in Bleistift quadriert. 18,8 x 20 cm.
450 €


Italienisch
6506 Ende 16. Jh. Entwurf für ein allegorisches Frontispiz mit den Personifikationen des Alten und Neuen Testaments.
Rötel über schwarzer Kreide, Feder und Pinsel in Braun, weiß gehöht, in ein Fensterpassepartout montiert. 11,1 x 15,4 cm.
800 €
Oberitalienisch
6507 17. Jh. Entwurf für ein Aufsatzbild mit der Pietà, gehalten von zwei trauernden Putti.
Feder in Braun, braun laviert, hinter ein Passepartout montiert. 33,8 x 26,2 cm (Passepartoutausschnitt).
750 €
Provenienz: Antiquariatshandel Verona, 1923 (lt. handschriftlicher Notiz).
Dorotheum, Wien, Auktion 608 am 17. Juni 1975.
Zeichnungen des 16. bis 18. Jahrhunderts

Lombardisch
6509 1794. Alternativentwürfe für einen Hochaltar. Feder in Braun, über Graphit, braun und gelb laviert. 48,3 x 33,1 cm. Verschiedentliche Annotationen, u.a. links datiert „die 30. Junii 1794“, unterhalb des Altars die Abnahme des Entwurfes durch verschiedene Personen.
750 €
Aus der Liste der Unterzeichnenden sticht der Name von Gabriele Buzzi Donelli hervor, wohl ein Marmorbildhauer aus dem lombardischen Örtchen Viggiù, wo der Familienname weit verbreitet war. Viggiù hatte sich dank der Nähe zu Steinbrüchen im 18. und 19. Jahrhundert zu einem blühenden Zentrum für den Entwurf und die Herstellung von Altären entwickelt, die überwiegend in der Lombardei und dem Piemont, aber auch im Tessin ausgeführt wurden. Mit unserem Entwurf vergleichbar ist etwa der Hauptaltar in der Basilica von San Vittore al Corpo in Varese. Ein Gabriele Buzzi Donelli aus Viggiù zeichnete zusammen mit seinem Bruder Giovanni Battista 1796 für den Altar von San Materno in Maccagno bei Varese verantwortlich.
Italienisch
6508 17. Jh. Entwurf für einen Kamin. Schwarze Kreide, grau laviert, Spuren von Pinsel in Rot. 27,5 x 18,1 cm. Verso in Rötel wohl signiert „Luccino [oder Lucano] fecit“. Wz. Blume.
900 €



6510 Die hl. Agnes, verwundet und von einem Engel gekrönt.
Feder in Braun, braun laviert, aufgezogen. 29,2 x 20 cm.
1.800 €
Genuesisch
6511 17. Jh. Bekehrung des Paulus. Feder in Braun, braun laviert und weiß gehöht, montiert. 24,2 x 23,4 cm.
1.200 €

Römisch
6513 17. Jh. Die hll. Laurentius und Sebastian auf Wolken, umgeben von Putti. Rötelzeichnung. 39 x 28 cm. Wz. Fleur-de-lis im doppelten Kreis mit Buchstaben V.
750 €
Provenienz: Sammlung Giancarlo Sestieri, Rom. Privatsammlung, Rheinland.
Bolognesisch
6512 17. Jh. Weite Landschaft mit Bäumen. Feder in Braun, braun laviert über Spuren von schwarzer Kreide, aufgezogen. 26,6 x 19,1 cm. Verso auf dem Untersatz eine alte Zuschreibung an „Gelée / Claude / dit Le Lorain“ sowie mit Feder der Sammlervermerk von De La Gardie „Hyllan X“.
600 €
Provenienz: Sammlung Gustaf Adolf Sparre (1746 - 1794), Schweden (Lugt 2719).
Italienisch
6514 Ende 17. Jh. Engelskonzert. Feder in Braun, über Spuren schwarzer Kreide, braun laviert. 33,4 x 22 cm. Wz. Kartusche und Nebenmarke.
600 €
Provenienz: Aus der Sammlung Sigmund Landsinger (Lugt 2358).
1.200 € 6516
Französisch
6515 17. Jh. Mutter mit Kind, im ovalen Bildausschnitt. Feder in Braun, rötlich-hellbraun laviert, alt montiert. 11,1 x 8,8 cm.
600 €
Sammlung Graf Jacob Gustaf de la Gardie (1768 - 1842), Schloss Löberöd, Schweden (Lugt 2722a). Privatsammlung, Schweden.
Ercole Procaccini (1596–1676, Mailand)
6516 17. Jh. Die Verehrung der Hostie. Rötel, rot laviert. 17,5 x 12,2 cm. Oben alt bezeichnet „di ercole“.





6517 um 1600. Das Martyrium des hl. Georg. Feder in Braun, braun laviert, Spuren von Weißhöhung, auf Karton aufgezogen. 35,3 x 27,8 cm. Unten rechts eine alte Zuschreibung an Tintoretto.
1.800 €
Provenienz: Sammlung Peter Lely, London (Lugt 2092). Sammlung Richard Cosway, London (Lugt 628). Bislang unidentifizierte Sammlung, wohl Frankreich (Lugt 2781).
Die Zeichnung ist angelehnt an Paolo Veroneses um 1565 vollendetes Hauptaltarblatt für die Kirche San Giorgio in Braida in Verona. Der Zeichner konzentrierte sich auf die Figurengruppe um den Märtyrer, der Hintergrund und die Heiligen im Himmel sind nur andeutungsweise bzw. ausschnitthaft wiedergegeben.
Marco Marcola (1740–1793, Verona)
6518 Römische Soldaten beim Gastmahl. Feder in Schwarz, braun laviert, weiß gehöht, über Spuren von schwarzer Kreide, auf rötlich grundiertem Papier, verso: Juno und Jupiter auf Wolken. Schwarze Kreide und Rötel, zur Übertragung durchgegriffelt. 29,6 x 44,1 cm.
400 €
Provenienz: Sammlung Otto Wessner (1851 - 1921), St. Gallen, verso handschriftlich (Lugt 2562 a).
Unidentifizierter Sammlerstempel „W.I.“ (nicht bei Lugt).
Karl & Faber, München, Auktion am 5./6. Dezember 1967, Los 245 (als „Marco Marcola“).
Karl & Faber, München, Auktion am 19. Mai 2017, Los 96 (als „Giovanni Battista Marcola“).
Marco Marcola erhielt seine Ausbildung in der Werkstatt des Vaters Giovanni Battista. Gerade in der Darstellung antiker Stoffe ist die Hand beider oft schwer zu unterscheiden.


Italienisch

6519 1. Hälfte 17. Jh. Amor und Psyche.
Feder in Braun, verso: Festonierte Kartusche mit religiöser Szene (Fragment). 10,4 x 15,6 cm.
750 €
Beigegeben eine Bleistiftzeichnung des 18. Jh.: „Achilles auf Skyros“. Abbildung Seite 19
Flämisch
6520 16. Jh. Das Urteil des Salomo.
Feder in Braun, blau laviert, gegriffelt und verso gerötelt. D. 17,7 cm.
1.200 €

6521
Schweizerisch oder Süddeutsch
6521 16. Jh. Schlafender Knabe auf einem Quader liegend.
Feder in Braun, auf einen alten Sammlerkarton montiert. 8,3 x 10,8 cm. Auf dem Quader monogrammiert „DH [ligiert]“, auf dem Untersatz mit Sammlerannotationen, „Dessin n. 36. DH D. Hoey Justin [?]fe.“ sowie mit einer weiteren alten Inventarnummer „N°1606“.
800 €
Provenienz: Sammlung Peter Visscher, Basel (Lugt 2115). Sammlung Jean-Marc du Pan, Genf (Lugt 1440).
Nürnberg
6522 1613. Bauernpaar.
Feder in Grau, grau laviert, im Rund. D. 10,2 cm. Oben in der Einfassung datiert „an[n]o 1613“ und undeutlich bez. „J[...]“.
450 €
Provenienz: Aus der Sammlung Valentin J. Mayring, Nürnberg (Vermerk auf Rückdeckel).

6522


Niederländisch
6523 um 1600. Allegorie der Hoffnung. Feder in Schwarz, blau laviert. 14,6 x 11,5 cm.
1.200 €
Provenienz: Wohl Sammlung Sir Josua Reynolds, London (vgl. Lugt 3016a).
Niederländisch
6524 um 1600. Die Beerdigung eines Mönches. Feder in Grau, grau laviert. 24,5 x 17,5 cm.
600 €
Provenienz: Aus einer unbekannten Sammlung „G.P.“ (Lugt 4511).
Süddeutsch
6525 um 1610. Das jüngste Gericht. Feder in Grau, grau laviert, alt auf Makulaturpapier (mit Architekturentwurf) aufgezogen. 23,7 x 46,2 cm. Verso eine alte Zuschreibung an Christoph Schwarz, auf dem Rahmenrückkarton eine weitere Zuschreibung an Johann Matthias Kager.
1.200 €
Provenienz: Verso eine alte Sammlerparaphe (nicht bei Lugt).
Süddeutsch
6526 um 1580/1600. Die Verkündigung. Feder in Braun, grauer Pinsel, grau und blau laviert, mit Bleigriffel quadriert. 8,8 x 14,7 cm.
800 €




Abraham Bloemaert (1564 Dordrecht – 1651 Utrecht)
6527 Stehende Juno mit Pfau. Schwarze Kreide, Feder in Braun, braun laviert und weiß gehöht, auf hellbraun aquarelliertem Papier, in Sammlermontierung. 7,3 x 4,5 cm.
2.500 €
Provenienz: Drouot, Paris, Auktion am 29. Oktober 1980, Los 59. Für eine weitere Variante der gleichen Figur vgl. Jaap Bolten: Abraham Bloemaert: the drawings, Leyden 2007, Nr. 566.
Süddeutsch
6528 um 1590. Moses nimmt Abschied von Jethro. Feder in Braun, braun und grau laviert. 16 x 12,8 cm. Oben rechts mit dem Tetragramm, dort sowie verso unleserlich alt bezeichnet.
600 €

Matthäus Merian d. Ä. (1593 Basel – 1650 Schwalbach)
6529 Simson trägt das Stadttor von Gaza auf den Berg Hebron.
Feder in Braun, braun laviert, Spuren von Graphit, teils gegriffelt, verso geschwärzt. 11,3 x 14,5 cm. Oben rechts in Bleistift bez. „Merian“, vor 1629.
2.400 €
Provenienz: Sammlung Prof. Erik Jayme, Heidelberg (1934–2024).
Vorzeichnung zu der Radierung in den ICONES BIBLICAE, Straßburg, vor 1629, Pars II, S. 37 (fol. E3 recto).

Hamburger Schule
6530 17. Jh. Stehender Edelmann mit Federhut und Stab. Pinsel in Weiß und Schwarz, auf dunkelgrau grundiertem Papier. 19 x 10,3 cm.
450 €
Provenienz: Aus der Sammlung Philipp Herrmann, Karlsruhe (Lugt 1352a).
Die Zeichnung dürfte wohl von der Hand Jakob Matthias Weyers, Johann Moritz Riesenbergers oder Johann Joachim Pfeiffers stammen, deren Werke sich oft ähneln und eine Händescheidung schwierig machen.
Französisch
6531 18. Jh. Thorazeiger.
Feder in Braun und Grau, über schwarzem Stift, alt montiert. 12,8 x 35 cm. Verso in Bleistift alt bez. „Percier/ modèle de main de futhée // Ecole française du commencement au XIX / peut-être de ...“.
1.200 €
Hans Vredeman de Vries (1527 Leeuwarden – 1609 wohl Antwerpen)
6532 zugeschrieben. Perspektiventwurf: Blick in den Säulengang eines Renaissancepalastes, links ein repräsentatives Gebäude mit Turm.
Feder in Braun, grau laviert, alt aufgezogen. 17,1 x 24,6 cm. Wz. Hand mit Blume (vgl. Meder, Dürer, Nr. 14, nach 1550).
1.800 €
Provenienz: Aus der Sammlung Jean-Charles-Marie Jourdeuil, St. Petersburg und Lyon (Lugt 527).
C. G. Boerner, Düsseldorf (1993, dort als Paul Vredeman de Vries). Galerie Bassenge, Berlin, Auktion 61 am 4. Juni 1993, Los 5412. Sammlung Prof. Erik Jayme, Heidelberg (1934-2024).



Richard Brakenburgh (1650–1702, Haarlem)
6533 Eine Mutter ihre kleine Tochter an der Hand führend.
Feder in Braun und Aquarell. 12,4 x 9,1 cm. 1.200 €
Provenienz: Galerie Bassenge, Berlin, Auktion am 13. Mai 2004, Los 5053.
Das charmante, farblich reizvolle Blatt zeigt eine Bäuerin mit ihrer Tochter wohl auf dem Gang zum Markt. Beide sind in Rückenansicht gegeben, die Bäuerin trägt einen Henkelkorb, das Mädchen hält eine Weidenrute. Die unprätenziöse Darstellung erlaubt einen kleinen, aber unverstellten Einblick in das damalige Alltagsleben.
Jan Miel
(1599 Beveren-Waas – 1663 Turin)
6534 zugeschrieben. Savoyardenknabe vor einer Balustrade.
Schwarze Kreide, Rötel, weiß gehöht, braun laviert auf hellbraunem Papier, aufgezogen. 27,7 x 15,7 cm.
750 €


Jan Josefsz. van Goyen (1596 Leiden – 1656 Den Haag)
6535 Umkreis. Holländische Flusslandschaft mit einem Bauerngehöft und Fischerbooten. Schwarzer Stift, Pinsel in Grau, grau laviert, alt montiert. 12,7 x 23,3 cm.
900 €
Provenienz: Aus der Sammlung Louis Corot (Lugt 1718).

Flämisch
6536 um 1630. Die hl. Maria Magdalena, in religiöser Verzückung emporblickend.
Rötelzeichnung mit Einfassung in schwarzer Feder. 14 x 11,8 cm.
3.500 €
Provenienz: Sammlung Ludwig Ferdinand Schnorr von Carolsfeld, Wien (laut Klebeetikett auf Rückseite des alten Passepartouts).
Sammlung Ludwig Sellers de Moranville, Wien (Lugt 2281).
Sammlung William A. Baillie-Grohmann, London (Lugt 370).
Auktion Sotheby‘s, London, 14. Mai 1923, Los 148.
Sehr qualitätvolles, virtuos durchgeführtes Blatt, das mit großer Ökonomie der Mittel ein Höchstmaß an Ausdruckskraft entfaltet.
Niederländisch
6537 um 1620. Allegorie des Glaubens, mit Kreuz und Kelch, im Hintergrund die Bundeslade mit Cherubim. Schwarze Kreide und Rötel. 22,5 x 16,8 cm (lichtes Maß im Passepartout). Links im Hintergrund mit dem Tetragramm bez., auf dem Passepartout eine alte Zuschreibung an Jacob Matham. Wz. Wappen von Amsterdam.
600 €


Niederländisch
6538 17. oder 18. Jh. Abraham und Isaak. Feder in Braun, rote und weiße Kreide, rötlich laviert, Spuren von Deckweiß. 20 x 14,8 cm.
750 €

Jan de Bisschop
(gen. Episcopius, 1628 Amsterdam – 1671 Den Haag)
6539 Liebe, Schönheit und Hoffnung besiegen die Zeit. Schwarze Kreide, braun laviert. 26,2 x 34,3 cm.
2.400 €
Provenienz: Sammlung Sir Joshua Reynolds, London (Lugt 2364).
Nach Simon Vouets Meisterwerk von 1627, das sich heute im Prado in Madrid befindet.
Robert van Audenaerde (1663–1743, Gent)
6540 zugeschrieben. Das Martyrium des hl. Blasius mit der Vision der Apotheose des hl. Sebastian. Feder in Braun und Schwarz, braun laviert, weiß gehöht, nach Carlo Maratta. 59 x 35 cm.
3.500 €
Provenienz: Sammlung Dr. Pietro Malenza, Verona (mit der handschriftlichen Nummer „179949“, Lugt 2101).
Sammlung General von Heydeck (nicht bei Lugt).
Privatsammlung, Rheinland.
Die Zeichnung steht in Verbindung mit dem Kupferstich von Robert van Audenaerde nach dem Gemälde Carlo Marattas mit dem „Martyrium des hl. Blasius“ in der Kirche Santa Maria Assunta di Carignano in Genua aus dem Jahr 1680. Die Zeichnung ist spiegelverkehrt zu dem Kupferstich ausgeführt und gibt die Komposition identisch wieder. Die effektvolle Lichtregie in Marattas Gemälde, die auch in den Kupferstich übersetzt wurde, wird in dem Entwurf durch den Kontrast der Lavierungen in brauner Tusche und die Akzente der Weißhöhungen erreicht. Die hohe Qualität der Zeichnung und ihre Übereinstimmung mit dem Kupferstich sprechen dafür, dass Robert van Audenaerde das Blatt als Vorlage für die Druckgraphik angefertigt haben könnte.



Niederländisch

6541 um 1600. Quis evadet? - Wer kann entrinnen? (Homo Bulla).
Gouache und Aquarell, über schwarzer Kreide, auf Pergament. 7,7 x 10,2 cm.
600 €
Französisch
6542 1. Hälfte 17. Jh. Adam und Eva mit Kain und Abel in der Landschaft. Tempera auf Pergament, montiert auf Holz, die weißen Ränder um die Holzkanten auf die Rückseite geschlagen. 19 x 23,5 cm. Verso in Feder ein Künstlersignet (?) sowie bez. „pistolles“.
600 €
Bolognesisch oder Römisch
6543 17. Jh. Sitzender männlicher Akt mit Stab. Rötel, auf hellbraunem Papier. 54,4 x 42,6 cm.
1.200 €
Zeichnungen des 16. bis 18. Jahrhunderts

Französisch
6544 3. Viertel 18. Jh. Entwurf für eine Wanddekoration mit weiblicher Allegorie mit Lorbeerkranz und Putti Feder in Braun, braun laviert, über Spuren von schwarzer Kreide. 19,9 x 15,2 cm.
800 €
Provenienz: Sammlung Pierre-Jean Mariette (1694 - 1774), Paris (Lugt1852, auf dessen Sammlermontage).
Sammlung Bazot (Lugt 342, neben der Sammlermarke in brauner Feder bezeichnet „Ex Collect. Bazot 1816.“).
Die Kartusche verweist wahrscheinlich auf das Wappen der Medici.
Italienisch oder Französisch
6545 18. Jh. Stehender Herkules: Studien nach einer antiken Skulptur. Feder in Braun. 15,4 x 10,1 cm.
600 €
Vorbild für diese Zeichnung ist ein Studienblatt von Bartolomeo Passarotti, das sich in der Pariser Sammlung Louis de Gassis befand (s. Artcurial, Paris, Auktion am 16. Juni 2020, Los 7).


Oberitalienisch
6546 18. Jh. David mit dem Haupt des Goliath. Feder in Braun, grau laviert über schwarzer Kreide. 14,2 x 19 cm.
1.200 €
Provenienz: Sammlung Prof. Erik Jayme, Heidelberg (1934–2024).

Französisch
6547 18. Jh. Der Triumph der Wahrheit. Feder in Braun, grau laviert, Spuren einer Quadrierung in schwarzer Kreide. 41,9 x 31,7 cm (im Oval). Auf dem Untersatz eine Zuschreibung an Coypel. Wz. „C&I Honig“. 900 €
Österreichisch
6548 18. Jh. Maria mit Kind erscheint zwei Heiligen. Feder in Braun, braun laviert. 25,1 x 17,4 cm. Wz. Kleines Wappen mit Buchstaben „PC“ bekrönt von einem Kreuz. 750 €
Beigegeben drei weitere Zeichnungen des 17. Jh.: „Elegantes Paar“ (Feder in Braun, aus den Slg. B. Moser, Lugt 1828a und ABM, Lugt 83a), „Marktszene“ (Zuschreibung an Teniers, Feder in Braun, aus den Slg. Ludwig Zatzka, Lugt 2672 und B. Moser, Lugt 1828a) und „Mann, beim Anlegen von Schlittschuhen“ (Bloemaert-Umkreis, Feder in Schwarz, aus den Slg. Hugo Koller und Broncia Koller Pinell, Lugt 3779).


Vicente López Portaña (1772 Valencia – 1850 Madrid)
6549 zugeschrieben. Himmelfahrt des San Vicente Ferrer.
Feder in Braun, grau laviert, verso: Figurenskizzen „Engel und Soldaten“. Feder in Braun, über schwarzer Kreide. 29,6 x 23 cm.
900 €
Der im Spruchband über dem Himmelfahrenden zu lesende Satz „Timete Deum et date Illi honorem“ (Gott fürchten und ihm die Ehre geben) aus der Offenbarung des Johannes (14:7) identifiziert den Heiligen als den Dominikanermönch Vinzenz Ferrer (1350-1419). Er trat mit
1367 dem Dominikanerorden bei und studierte Logik, Philosophie und Theologie. Durch eine Vision veranlasst, zog er ab 1399 als Bußprediger durch Spanien, Südfrankreich, Savoyen und Oberitalien. Zurück im Heimatland gewann er in der Zeit des Schismas erheblichen Einfluss als Beichtvater der Gegenpäpste und der spanischen Könige. Neben seiner kirchenpolitischen Bedeutung durch seinen Beitrag zur Beendigung des Schismas erlangte er vor allem als charismatischer Prediger eines bevorstehenden Weltunterganges enormen Zulauf. Der Heilige ist u.a. Schutzpatron der Stadt Valencia, der Stadt, in der auch der Maler Vicente López Portaña (1772-1850) geboren wurde. Portaña, ab 1817 Präsident der Real Academia de Bellas Artes de San Fernando, trat die Nachfolge Goyas als königlicher Hofmaler unter Ferdinand VII. an, und wurde Zeichenlehrer von dessen zweiter und dritter Frau. Ein stilistischer Vergleich unserer vielfigurigen Komposition mit anderen Blättern macht eine Autorschaft Portañas unseres Erachtens wahrscheinlich.

6550 17. Jh. Zwei römische Soldaten.
Feder in Braun, grau laviert, auf Sammlermontage aufgezogen. 15 x 8,4 cm.
450 €
Provenienz: Wohl Sammlung Sir Joshua Reynolds, London (vgl. Lugt 3016a).
Venezianisch
6551 18. Jh. Vier stehende Figuren in antiken Gewändern, darunter ein Soldat.
Feder in Dunkelbraun, grau laviert. 12,9 x 9,2 cm.
400 €


Italienisch
6552 18. Jh. Sitzender männlicher Akt, die Hand auf das Knie gestützt. Rötel und teils Deckweißhöhungen, auf hellbraunem Papier, montiert. 41 x 29 cm.
1.200 €


Francesco Simonini (1686 Parma – 1753 Florenz)
6553 Reiterschlacht vor einer Burg. Feder in Braun, braun laviert, mit Spuren von Deckweißhöhungen, alt aufgezogen. 60,5 x 80,5 cm.
900 €
Provenienz: Privatsammlung, Rheinland.
Francesco Simonini
6554 Reiterschlacht mit Orientalen. Feder in Braun, braun laviert, mit Spuren von Deckweißhöhungen, alt aufgezogen. 61 x 81 cm.
900 €
Provenienz: Privatsammlung, Rheinland.

Mattioli (1662 Crevalcore b. Bologna – 1747 Bologna)
6555 Die Flucht nach Ägypten. Feder in Braun, alt montiert. 24,1 x 18,3 cm. 1.800 €
Literatur: Marco Riccomini: Giuseppe Maria Crespi, i disegni e le stampe, Turin 2014, L.M. 14, S. 164-165, mit Abb. Versiert und detailliert angelegte Vorstudie für die Radierung im Gegensinn gleichen Sujets (vgl. B. XIX, S. 190, 2).




Johann Jakob Schübler (1689–1741, Nürnberg)
6556 Drei Szenen aus der Commedia dell’Arte.
3 Zeichnungen, je Feder in Schwarz, grau laviert, teils zur Übertragung gegriffelt. Je ca. 13,5 x 18,5 cm. Um 1729.
2.800 €
Bei den Zeichnungen Schüblers handelt es sich um die Entwürfe für drei der von Johann Balthasar Probst gestochenen Illustrationen zu dem 1729 erschienenen Werk „Amor, vehementer quidem flagrans ...“, das in lateinischer und deutscher Sprache die burlesken Szenen und amourösen Geschichten der Commedia dell‘Arte erzählt. Der Text wird von insgesamt zwölf Kupferstichen begleitet, die die Erzählung illustrieren. Die Zeichnungen und die danach gefertigten Graphiken dienten oft als Inspiration für die von der Meissener Porzellanmanufaktur hergestellten Figurinen.
Johann Rudolf Schellenberg (1740 Basel – 1806 Töß)
6557 Amor mit Schirmmütze als Zeichner, mit seinem Pfeil ein Bildnis auf ein Herz gravierend. Rötel, links alt montiert. 8,1 x 12,1 cm. Unten rechts signiert „Schellenberg“.
600 €

6558
Zeichnungen des 16. bis 18. Jahrhunderts
Deutsch
6558 um 1720. Kavalier zu Pferd.
Rötel und schwarze Kreide. 19,9 x 28,4 cm.
800 €
Verfeinerte, treffsicher charakterisierte Studie eines süddeutschen Zeichners des Spätbarock.
Abbildung Seite 45
Christoph Ludwig Agricola (1667–1719, Regensburg)
6559 Gimpel auf einem Ast sitzend, mit ausgebreiteten Flügeln.
Gouache auf Velin, weiß grundiert. 28,6 x 21 cm.
1.200 €


Christoph Ludwig Agricola
6560 Gimpel auf einem Ast sitzend, von hinten gesehen.
Gouache auf Velin, weiß grundiert, partiell mit Einfassungslinie. 28,6 x 20,7 cm.
1.200 €
6561 Seidenschwanz auf einem Ast sitzend. Gouache auf Velin, weiß grundiert, partiell mit einer Einfassunglinie. 28 x 20,2 cm.
1.200 €


Deutsch
6562 um 1760. Hügelige Landschaft mit zwei Holzfällern; Flusslandschaft mit Paar am Ufer. 2 Zeichnungen, je Gouache mit goldener Einfassungslinie auf Bütten. Je ca. 11,2 x 16,7 cm.
1.200 €
Jean-Baptiste Marie Pierre (1713–1789, Paris)
6563 Studie eines geborstenen Baumstammes. Pinsel in Grau und Schwarz, grau, braun und gelb laviert. 18,2 x 25,2 cm. Unten rechts signiert „Pierre“.
900 €
Provenienz: Sammlung des Frankfurter Historikers und Malers Friedrich Phillip Usener, siehe anliegendes Gutachten der Kunsthandlung J.P. Schneider jr.
Jean-Baptiste Pierre war Schüler von Charles-Joseph Natoire an der Académie Royale de Peinture et de Sculpture. Von 1770 bis 1789 war er Premier Peintre du Roy




Jean-Baptiste Pillement (1728–1808, Lyon)
6564 Umkreis. Flusslandschaft mit Fischern. Schwarze Kreide, aquarelliert auf Bütten, auf einem alten Sammlerkarton montiert. 25,4 x 38,5 cm. Wz. Bekröntes Lilienwappen.
350 €
L. Maillard (tätig um 1745)
6565 Arkadische Landschaft mit Musenreigen, Zeus und Pegasos. Feder in Grau, grau laviert, aufgezogen. 11 x 6,5 cm. Am Unterrand signiert und datiert „L Maillard [1]745“.
600 €
Beigegeben von demselben drei weitere Almanachillustrationen, zwei davon signiert.

Thomas-Laurent Mouricault (tätig 1768–1795)
6566 Lyraspielerin am Altar, Amor ein Rauchopfer darbringend.
Pinsel in Braun, mit Deckweißhöhungen, verso: Entwurf für einen Titel „Nouvelle Methode“. 25,5 x 18,8 cm. Am Unterrand signiert „Mouricault“, verso mit schwarzem Stempel „Mouricault“.
500 €
Provenienz: Aus der Sammlung Marie-Madeleine Aubrun, Paris (Lugt 3508).

Jacques Barthelemy Delamarre (tätig im letzten Viertel des 18. Jh. in Paris)
6567 nach. Pompon: Der Schoßhund Marie Antoinettes Pastellkreiden auf blauem Papier. 19,2 x 30,2 cm. Spätes 18. oder 19. Jh.
1.800 €
Provenienz: Privatsammlung Monte Carlo. Die Zeichnung folgt einer der Gemäldefassungen Jacques Barthelemy Delamarres, die den Lieblingshund der französischen Königin Marie Antoinette zeigen. Die Königin besaß im Laufe der Jahre verschiedene dieser Zwergpudel, deren Fell aufwändig frisiert und gestutzt wurde und die stets auf den Namen „Pompon“ hörten. Die Gegenüberstellung des Tiers mit dem Tintenfass und der Feder sowie dem Billett zeigen den miniaturhaften Wuchs des Vierbeiners. Am Hof gab es einen speziellen Diener, der eigens für die Versorgung Pompons mit Hühnchen verantwortlich war.
Französisch
6568 um 1770. Kinderbildnis mit einem Geschwisterpaar und ihrem Hund beim Spiel mit Karten. Pastell auf blauem Papier, alt auf Leinwand kaschiert. 60,5 x 50 cm.
12.000 €
Das bezaubernde Pastell zeigt ein Geschwisterpaar, das gefaltete Spielkarten wie bei einem Dominospiel auf einem Tisch arrangiert. Die beiden Kinder tragen vornehme Kleider. Das Mädchen in einem rostroten Kleid mit Spitzenbesatz und einem Halsband in derselben Farbe hat ihre Hand liebevoll auf die Schulter des jüngeren Bruders gelegt. Der Knabe trägt eine blaue, mit Litzen versehene Uniformjacke und eine entsprechend blaue Zipfelmütze. Es ist ein charakteristisches Portrait des späten 18. Jahrhunderts, bei dem die Kinder wie Erwachsene dargestellt werden, lediglich die Karten verweisen auf den Spieltrieb der beiden jungen Menschen.




6569 um 1790. Römische Campagna: Rastende vor Ruinen.
Gouache auf Bütten, mit goldener Einfassungslinie, auf einen Untersatz montiert. 22,7 x 32,6 cm. Auf dem Untersatz ein wohl unbekanntes Sammlersignet in Bleistift „[Davidstern mit Buchstaben I] F.W.H.“
800 €
6570 um 1790. Römische Campagna: Reisender zu Pferde mit seinem Begleiter vor Ruinen. Gouache auf Bütten, mit goldener Einfassungslinie, auf einen Untersatz montiert. 22,7 x 32,6 cm. Auf dem Untersatz ein wohl unbekanntes Sammlersignet in Bleistift „[Davidstern mit Buchstaben I] F.W.H.“
800 €
Christian Wilhelm Ernst Dietrich (gen. Dietricy, 1712 Weimar – 1774 Dresden)
6571 Italianisante Landschaft mit einzelnen Gehöften und Staffage.
Feder in Braun auf Bütten. 32,8 x 47,3 cm. In der Darstellung datiert „1733“ sowie rechts unten signiert und nochmals datiert „Dietrich fec. 1733“. Wz. Bekröntes Straßburger Lilienwappen.
1.500 €

Christian Wilhelm Ernst Dietrich
6572 Allegorie auf die Bildhauerei: Frau mit Skulptur und zwei Kindern in einer Fensternische.
Feder und Pinsel in Schwarz, Grau und Weiß auf bräunlichem Papier, alt montiert. 28,1 x 21,5 cm. Oben links signiert „C.W.E. Dietrich.“.
1.500 €
Provenienz: Süddeutsche Privatsammlung.


Deutsch
6573 18. Jh. Actäon als Hirsch wird von seinen Hunden angefallen.
Feder in Schwarz und Grau, grau laviert. 19,3 x 24,8 cm. Ausführlich bez. „Histoires de L‘Ovides. Histtoirre. de Acttéon qui fût Mettamorphosez en Cerf par Dianne. // Acttéon petit fils de Cadmüs a êttes dévoréz par se Chiéns pur avoir vü Dianne qui se bainnies avez se Nymphes, [sic!]“.
450 €
Provenienz: Aus einer unbekannten Sammlung „+B im Kreis“ (nicht bei Lugt).
Französisch
6574 18. Jh. Écorché eines Hundekopfes. Rötel und schwarze Kreide auf Bütten, aufgezogen. 18,8 x 28 cm.
600 €


Französisch
6575 18. Jh. Blick über ein verfallenes Gehöft auf die Kuppel des Invalidendoms in Paris. Schwarze Kreide auf Bütten, alt montiert.
13,8 x 21,5 cm.
400 €
Jean-Baptiste Le Prince (1734 Metz – 1781 Saint-Denis-du-Port)
6576 Gehöft mit Bauern und einem Karren. Pinsel in Rotbraun, über Spuren von schwarzer Kreide, weiß gehöht, mit schwarzer Feder gerändert, auf alter Sammlermontage. 15 x 23,4 cm.
400 €
Le Prince studiert bei François Boucher und geht 1758 im Alter von 24 Jahren für fünf Jahre nach Russland. In Sankt Petersburg ist er wesentlich an der Innendekoration des kaiserlichen Palastes beteiligt. Auf ausgedehnten Reisen durch Russland fertigt er zahlreiche Skizzenbücher mit Sepiazeichnungen an. Laut der älteren Literatur erfindet er zu deren Vervielfältigung nach seiner Rückkehr nach Paris zwischen 1765 und 1768 die Aquatintatechnik.

Französisch
6577 18. Jh. Männlicher Akt, sitzend nach links gewandt. Schwarze Kreide, Rötel, weiß gehöht, auf blauem Papier, alt aufgezogen. 53,6 x 36,2 cm.
2.500 €
Provenienz: Sotheby‘s, London, Auktion am 6. Juli 2005, Los 185 (als „attributed to Charles Joseph Natoire“). Privatsammlung, Rheinland.

6578 18. Jh. Blumenbouquet mit Mohn und Rosen in einer Glasvase. Aquarell und Deckfarben auf Karton. 28,5 x 22 cm.
800 €
Cornelis Troost (1697–1750, Amsterdam)
6579 Junge Frau im gelben Kleid in einem Park. Pastell mit Feder und Pinsel auf Pergament. 47 x 34,7 cm. Unten rechts signiert (undeutlich).
750 €
Provenienz: Bernard Houthakker, Amsterdam, Kat. 1963, Nr. 53.


6580 Bildnis eines Mannes im grünen Rock. Gouache auf Bütten, auf einen Malkarton aufgezogen. 29,7 x 23,8 cm.
600 €



Johann Heinrich Bleuler d. J. (1787 Zollikon b. Zürich – 1857 Feuerthalen)
6581 „Cassel“.
Gouache über Kreidelithographie 52,2 x 69,3 cm. Im Rand unten mittig eigenh. betitelt und unten links signiert „gemalt Joh. Heinrich Bleuler“ sowie rechts eigenh. bez. „in Feuerthalen bey der Rheinbrücke von Schaffhausen“. Montiert auf einen Leistenrahmen.
2.400 €
6582 „Aussicht von Schloss Wilhelmshöhe gegen Cassel“. Gouache über Kreidelithographie. 43,5 x 61,4 cm. Im Rand unten mittig eigenh. betitelt und unten links in der Darstellung mit undeutlicher Bezeichnung in der Platte [?] „Bleuler ad nat. fecit 1825[?]“.
1.200 €
6583 „Die große Fontaine auf der Wilhelmshöhe“. Gouache über Kreidelithographie 52,2 x 69 cm. Im Rand unten mittig eigenh. betitelt und unten links signiert „gemalt Joh. Heinrich Bleuler“ sowie rechts eigenh. bez. „in Feuerthalen bey der Rheinbrücke von Schaffhausen“. Montiert auf einen Leistenrahmen.
2.400 €



Deutsch
6584 1773. Eseltreiber an einem italienischen See. Feder in Grau und Braun, grau und braun laviert über Spuren von schwarzer Kreide, verso eine weitere lavierte Federzeichnung „Flusslandschaft mit Viehhirte und schlafendem Mann“. 41 x 51 cm. Unten rechts in Bleistift datiert „1773“.
1.800 €
Balthasar Anton Dunker (1746 Saal bei Stralsund – 1807 Bern)
6585 Gebirgslandschaft mit Wanderern bei einem Steinbrunnen.
Aquarell, Feder in Schwarz und Pinsel in Grau, alt montiert. 31,2 x 23,2 cm. Am Unterrand signiert „Dunker.“. 900 €
Provenienz: Süddeutsche Privatsammlung.

Johann Heinrich Troll (1756–1824, Winterthur)
6586 Landschaft mit Wanderern. Feder in Schwarz, grau laviert, auf Sammlermontierung aufgezogen. 22,7 x 32,9 cm. Unten rechts signiert und datiert „Troll 1781“.
600 €
Anna Waser (1678–1714, Zürich)
6587 Profilporträt einer jungen Frau in antiker Tracht Silberstift- und Pinselzeichnung auf Pergament. 15,6 x 10,6 cm. Eigenhändig bezeichnet und datiert „Anna Wasera Figurina faciebat Ao 1704“.
6.000 €
Die Miniaturmalerin und Radiererin Anna Waser entstammte einer angesehenen Zürcher Familie. In jugendlichem Alter erhielt sie eine vorzügliche wissenschaftliche Ausbildung und bewies neben ihrer Bega-
bung für Latein und die französische Sprache auch ihre künstlerischen Talente. Ihren ersten Malunterricht erhielt sie vor Ort bei Johann Sulzer, unter dessen Leitung das anrührende Selbstbildnis der Zwölfjährigen entstand, das sich heute im Kunsthaus Zürich befindet. Im Frühjahr 1692 ging Anna bei Joseph Werner in Bern in die Lehre, in dessen Werkstatt sie bis 1696 als einzige weibliche Schülerin verblieb. Nach ihrer Ausbildung widmete sie sich in Zürich selbstständig der Miniaturmalerei und erwarb sich in dieser Disziplin ein derartiges Renommée, dass sie 1699 als Hofmalerin an den Gräflich Solms-Braunfelsischen Hof berufen wurde. 1702 kehrte die zeit ihres Lebens unverheiratete Künstlerin nach Zürich zurück, wo sie eine sehr erfolgreiche und vielbeachtete Tätigkeit entwickelte, bis sie 1714 im Alter von erst fünfunddreißig Jahren frühzeitig verstarb. Die fein durchgeführte Zeichnung zeigt eine in klassischer Profilpose dargestellte junge Frau mit kurzen lockigen Haaren und über die Schultern gelegter Draperie. In der klaren Linienführung, der plastischen Modellierung des Gesichts und der idealisierten Ruhe des Ausdrucks verbindet sich akademische Strenge mit empfindsamer Beobachtung.Während die kurzgehaltene Frisur und die klassische Toga auf die traditionelle Ikonographie antiker Herrscherporträts verweisen, erinnern die zarte Physiognomie und die weiche Modellierung an das weibliche Schönheitsideal des frühen 18. Jahrhunderts. Das kostbare, kleine Blatt ist ein sehr seltenes Beispiel des zeichnerischen Schaffens einer Künstlerin des späten 17. Jahrhunderts.


Christoph Nathe (1753 Görlitz – 1806 Schadewald)
6588 Gedenkstein unter einer mächtigen Eiche. Pinsel in Braun über Bleistift. 23 x 18,5 cm. Auf dem Stein bez. „Fametyni/Iludi/Histrmbo/Nabreli“, verso von fremder Hand bez. „Nathe del.“. Wz. Vanderley.
1.200 €
Provenienz: Aus einer unbekannten Sammlung „BS“ (Lugt 414b) sowie einer weiteren unbekannten Sammlung S (nicht bei Lugt). Karl & Faber, München, Auktion 86, 1963, Los 442. Sammlung Walter Bauer, Fulda.
In Nathes Werk gibt es eine Reihe erfundener Ideallandschaften, die einen idyllischen und häufiger noch einen elegisch-arkadischen Charakter tragen. Damit reagierte er auf Anregungen aus dem Leipziger Kreis um seinen Lehrer Adam Friedrich Oeser, der seinerseits wieder von Salomon Gessner angeregt war. In trauernden Gestalten an Urnen, Denkmälern und Sarkophagen in abgeschiedenen Waldeinsamkeiten spiegelt sich nicht nur der Zeitgeist mit seinem Hang zu malerisch inszenierter Melancholie, sondern zugleich auch Nathes individuelle, melancholische Gemütslage, wie sich sich auch in seinen Briefen ausdrückt. Etwa acht vergleichbare Sujets des Künstlers mit Grab- und Gedenkmonumenten verzeichnet Anke Fröhlich in ihrer Monographie zu Nathe (Einer der denkendsten Künstler unserer Zeit. Christoph Nathe. 1753-1806, Bautzen 2008, Z51-Z58).

Johann Alexander Thiele (1685 Erfurt – 1752 Dresden)
6589 zugeschrieben. Elbtallandschaft mit rastender Anglerfamilie, im Hintergund die Festung Königstein. Schwarze Kreide, Spuren von Rötel, aufgezogen. 42,5 x 56 cm.
600 €
Thiele war von 1738 bis zu seinem Lebensende als kursächsischer Hofmaler August III. in Dresden tätig. Er schuf zahlreiche Ansichten des albertinischen Sachsens, die vornehmlich das Elbtal zwischen Meißen, Dresden und Pirna bis zur Festung Königstein zeigen, die auch in vorliegender Darstellung in idealer Form im Hintergrund erscheint. Als Lehrer begründete er eine reiche Tradition sächsischer Landschaftsmalerei (vgl. Ausst. Kat. Deutsche Zeichnungen des 18. Jahrhunderts, Kupferstichkabinett Berlin, Berlin 1987, Nr. 98).
Martin von Molitor (1759–1812, Wien)
6590 zugeschrieben. Felslandschaft in der Sächsischen Schweiz.
Feder in Grau, grau laviert, teils mit Gummi arabicum gehöht, auf Malkarton. 16,8 x 23,6 cm. Verso bez. „Carolafelsen 1831“.
600 €

Zeichnungen des 16. bis 18.

6591
Thomas Gainsborough (1727 Sudbury – 1788 London)
6591 Flusslandschaft mit Brücke im Lake District. Pinsel in Grau über Spuren von schwarzem Stift auf Bütten. 27,2 x 43,1 cm. Verso von fremder Hand bezeichnet „Gainsborough“. Wz. Bekröntes Lilienwappen mit angehängten Buchstaben GR.
6.000 €
Provenienz: Sotheby‘s, London, Auktion am 8. Juli 2011, Los 311. Obgleich Thomas Gainsborough im späten 18. Jahrhundert einer der gefragtesten Bildnismaler Englands war, wuchs in ihm mit zunehmendem Alter der Wunsch heran, der High Society zu entfliehen, um sich zurückgezogen seiner Leidenschaft für die Landschaftsmalerei zu widmen. Zeit dafür fand er schließlich in seinen späteren Lebensjahren. Die anfänglichen pastoralen Szenerien lösten bald grandiose, sublime Naturveduten ab. Entscheidend für diese Neuausrichtung war ein Ausflug in den pittoresken Lake District im Nordwesten von England, den Gainsborough auf der Suche nach dramatischen, unverbrauchten Motiven im Sommer 1783 mit seinem Freund Reverend Samuel Kilderbee bereiste. Nach heutigem Wissensstand stellt die vorliegende Zeichnung zusammen mit zwei weiteren, technisch eng verwandten Blättern (vgl. John Hayes: The Drawings of Thomas Gainsborough, London 1970, Kat.-Nr. 577 und 578) alles dar, was von der ursprünglich sicherlich umfangreicheren künstlerischen Ausbeute dieser Reise erhalten geblieben ist. Die exakte
Verortung der Ansicht ist bislang nicht restlos geklärt, doch wurde in Vergangenheit vorgeschlagen, dass es sich um die Folly Bridge in Borrowdale handeln könnte.


Nicolaas Wicart (1748 Utrecht – 1815 Loosdrecht)
6592 Weite Flusslandschaft mit Wanderern. Pinsel in Grau auf Bütten. 37,5 x 51 cm. Unten links signiert „N. Wicaart inv.“.
750 €
Franz Kobell (1749 Mannheim – 1822 München)
6593 Bewachsene Felsen am Wasser. Pinsel in Graubraun auf Bütten. 16,4 x 20,3 cm.
1.800 €
Provenienz: Aus einer unbekannten Sammlung AR (A. Rub, Mannheim?, Lugt 164a).
Sammlung Carl Heumann, Chemnitz (Lugt 2841a).
Stuttgarter Kunstkabinett Roman Norbert Ketterer, Stuttgart, Auktion 29 am 29. November 1957: Sammlung Heumann, Chemnitz. Kunst des 18. und 19. Jahrhunders. Aquarelle, Zeichnungen, Gemälde, Graphik, Los 164. Sammlung Walter Bauer, Fulda.
Franz Kobell
6594 Ideale südliche Küstenlandschaft. Feder in Schwarz über Spuren von schwarzer Kreide. 17,2 x 21,5 cm.
300 €


Gaspare Galliari
(um 1769 Treviglio – 1818 Mailand)
6595 Theaterprospekt mit Rundbogenbrücke, im Hintergrund ein Hafen mit Galeeren. Feder in Schwarz und Grau, grau laviert, über Spuren von schwarzem Stift. 37,2 x 53,5 cm. Wz. Nebenmarke „IV“.
750 €

Victor Jean Nicolle (1754–1826, Paris)
6596 Der belebte Largo di Castello mit dem Castel Nuovo in Neapel. Feder in Braun und Grau, aquarelliert, alt aufgezogen. 20,5 x 31,2 cm. Unten rechts auf der Mauer signiert „V. J. Nicolle“, verso bezeichnet „Vue dela place ditte Largo del Castello, et du Mont Vésuv; à Naples.“.
3.000 €

Bénigne Gagneraux
(1756 Dijon – 1795 Florenz)
6598 Odysseus bei den Phäaken. Feder in Braun, braun laviert, weiß gehöht, mit schwarzer Kreide quadriert, auf rosafarbenem Bütten. 22,8 x 34 cm (im Oval); 24,3 x 35,2 cm (Blattgröße).
1.200 €
Provenienz: Karl & Faber, München, Auktion am 6. November 1963. Sammlung Herbert List (Lugt 4063).
Aufgrund seines Talents wird Gagneraux 1776 mit dem Prix de Rome ausgezeichnet und beginnt 1778 sein Studium in der Ewigen Stadt. Zunächst verdient er seinen Lebensunterhalt mit der Anfertigung von Kopien nach alten Meistern und als Dekorationsmaler. König Gustav III.
von Schweden wird auf ihn aufmerksam und macht ihn zu seinem Schützling. Seinen ersten großen öffentlichen Erfolg erlangte Gagneraux mit dem 1785 in Auftrag gegebenen Werk „Das Treffen zwischen Gustav III. und Pius VI.“ (Nationalmuseum Stockholm). Auch nach der Ermordung Gustavs III. im Jahr 1792 arbeitet Gagneraux für den schwedischen Hof, aber auch für die römische Nobiltà und französische Aristokraten. Als Monarchist muss er 1793 nach Florenz fliehen und wird dort zum Professor an der Akademie ernannt. 1794 wird ihm der Titel eines schwedischen Hofmalers verliehen. Laut einer handschriftlichen Notiz auf dem Untersatz wurde die alte Zuschreibung an Giuseppe Cades von Anthony Morris Clark, Minneapolis, in einem Brief vom 18. September 1967 verworfen und dem zur gleichen Zeit in Rom tätigen Bénigne Gagneraux zugewiesen.

Italienisch
6599 um 1790. Statue der Roma in einer Halle. Schwarze Feder, braun laviert, Spuren von Graphit. 42,2 x 48 cm. Wz. undeutlich.
1.200 €

6600 um 1790. Der Tod der Virginia. Feder in Grau über schwarzem Stift, grau laviert, auf D&C Blauw-Bütten. 35,1 x 75,1 cm. Unten links signiert „J. Schmitt fec. Romae“, verso abermals signiert „JSchmitt f:“.
1.200 €
Franz Caucig (1755 Görz (Gorizia) – 1828 Wien)
6601 Kompositionsentwurf zu einer mythologischen Hochzeitsszene.
Feder in Schwarz, Pinsel in Braun, braun laviert. 38,9 x 57,5 cm. Wz. Pro Patria.
3.000 €
Der aus der slowenischen Stadt Gorizia stammende Maler Franz Caucig studierte zuerst an der Wiener Akademie und bildete sich ab 1779 in Bologna und Rom weiter, wo er sich dem Neoklassizismus zuwandte und freundschaftliche Beziehungen zu Felice Giani und Antonio Canova knüpfte. Caucig verbrachte insgesamt ein Jahrzehnt (1781-1791) in der Ewigen Stadt, die in diesen Jahren zu einem Zentrum klassizistischer Kunst avancierte. Ein längerer Studienaufenthalt in Venedig (1791-97) bildete den Abschluss der italienischen Wanderjahre. Nach seiner Rückkehr nach Wien erhielt Caucig 1798 eine Professur an der dortigen Aka-

demie und war seit 1820 bis zu seinem Tod Direktor dieser Lehranstalt, von wo aus er die Ideale eines rigorosen Klassizismus energisch postulierte. Hauptbestandteil des malerischen und umfangreichen zeichnerischen Œuvres – die Graphische Sammlung der Akademie der bildenden Künste in Wien allein beherbergt über 2.000 Blätter - bildeten dabei antike Themen klassischer griechischer und römischer Autoren, von Homer über Ovid und Plutarch bis hin zum jüngsten unter ihnen, Diogenes Laertius. Rozman schrieb dazu: „His works with antique motifs present episodes from ancient history, art, philosophy, literature and politics, which we know, have forgotten or have never known.“ (vgl. Ksenija Rozman: Franz Kavèiè / Cauzig: Themes of Antiquity, Ausst. Kat. National Gallery of Slovenia, Ljubljana 2010/2011, S. 11). Eine mögliche Deutung unseres Themas könnte die Hochzeit von Iphis und Ianthe sein, mit Juno bzw. Isis als Ehestifterin im Himmel, Venus und Cupido sowie Hymenaios, der Gott der Hochzeit, als Begleitfiguren. Entnom-
men den Metamorphosen des Ovid (Buch 9, Vers 666-797) beschreibt der Mythos die Geschichte der Iphis, Tochter des verarmtenLigdus, der droht, das Kind, falls es nicht als Junge geboren wird, zu töten. Die Göttin Isis hilft der verzweifelten Mutter Telethusa beim frommen Betrug das Neugeborene für einen Jungen auszugeben, und dies dem Vater zu verheimlichen. Jahre später verlobt der Vater Iphis mit dem Mädchen Ianthe. Die Verzweiflung der Liebenden ist groß, denn die Jungfrau brennt für die Jungfrau, und die Hochzeit naht. Da Träume und Vorzeichen nicht helfen, bringt Telethusa die Iphis in den Tempel der Isis und erfleht Erbarmen und Hilfe. Isis gibt ein Zeichen, und beim Weggang folgt der Iphis der Mutter: Aber mit größerem Schritt als sonst; auch bleibet die Weiße nicht im Gesicht, und es mehrt sich die Kraft, und die Mienen erhalten schärferen Zug [...] Mut auch, wie er im Weib nicht war, drängt jetzt. Zum Vermählungsfest erscheinen Hymenaios und Venus und Juno und Iphis als Mann sich vereinigt mit seiner Ianthe

6602
Jakob Matthias Schmutzer (1733–1811, Wien)
6602 Bildnis eines jungen Mannes mit Harnisch. Rötelzeichnung. 54,4 x 41,8 cm. Oben links in brauner Feder bezeichnet „B.N. 2 [?]“.
400 €
Jakob Matthias Schmutzer bildete sich zunächst in Wien und später in Paris bei Johann Georg Wille aus. Die angewandte Zeichentechnik mit dem Rötelstift, auch Braunstift genannt, wird Schmutzer direkt von Wille übernommen haben. Letzterer war mit dem acht Jahre älteren JeanBaptiste Greuze befreundet, durch welchen Schmutzer wiederum zu der Bildgattung angeregt worden sein dürfte. Mehr noch als um ein reales Bildnis handelt es sich bei diesen von Schmutzer zahlreich ausgeführten Zeichnungen um Ausdrucksstudien, wie sie in Frankreich in der Nachfolge Charles Le Bruns und seiner 1698 veröffentlichten theoretischen Abhandlung Conférence sur l‘expression génerale et particulière gelehrt wurden. Die disziplinierte Zeichentechnik erinnert an die Methodik des Kupferstechens - Schmutzer war bereits während seiner frühen Zeit in Wien zum Kupferstecher ausgebildet worden.


Französisch
6603 19. Jh. Studienblatt mit Venusmuscheln. Feder in Schwarz, braun und grau laviert, alt montiert.
35,4 x 24,1 cm.
1.500 €
Niederländisch
6604 19. Jh. Stehender Mann mit Stock in Rückenansicht.
Schwarze Kreide auf Velin. 42,4 x 21,2 cm.
600 €

6605

Niederländisch
6605 um 1800. Wandernder Geselle mit Guitarre. Schwarze und rote Kreide auf der Seite eines alten Rechnungsbuches. 31,3 x 20,3 cm. Wz. Siebenzackige Schellenkappe.


Deutsch oder Niederländisch
6606 um 1800. Entwürfe zu einem Palazzo mit Rustikaverzierung und zwei Dachlaternen: Frontal- und Seitenansicht, Durchschnitt.
3 Zeichungen, je Feder in Grau, grau laviert mit Spuren von Deckweißhöhungen auf J. Honig & Zoonen-Bütten. Je ca. 47,5 x 59 cm. Ein Blatt mit Maßstabsangaben.
450 €
6607 um 1800. Entwürfe zu einem Palazzo im Stil der italienischen Renaissance mit Grotten: Ansicht der Hauptfassade, Ansicht des Gebäudes von der Seite, Durchschnitt, Grundriss.
4 Zeichungen, je Feder in Braun, braun und grau laviert, teils alt auf Untersatzpapier montiert. 2 Blatt ca. 44,2 x 58,5 cm; 52,7 x 48,3 cm, 57,5 x 47,2 cm. Zwei Blatt mit Maßstabsangaben.
750 €
Die fein ausgeführten Entwürfe projektieren einen Palazzo im Stil Palladios. Das komplette Untergeschoss wird durch eine Sala Terrena ausgefüllt, die zwei Brunnen aufweist. Beigegeben zwei weitere Entwürfe für ein Gebäude im klassizistischen Stil (70,8 x 99,5 cm und 24,7 x 30,7 cm), ebenfalls um 1800.

6608 um 1800. Entwürfe zu einem Küchengebäude in Gestalt einer künstlichen Ruine.
2 Zeichnungen, je Feder in Braun, grau laviert auf Bütten. 38 x 26,4 cm und 40,2 x 32,1 cm. Mit eigenh. Maßstabsangaben und Bezeichnungen „Castrol“ und „Banck“.
600 €
Beigegeben eine weitere Zeichnung um 1800: Entwurf für ein oktogonales Gebäude mit umlaufendem Wassergraben (Feder in Schwarz und Braun, grau, blau und gelb laviert. 47,5 x 58,8 cm).
Französisch


6609 um 1820. Zug der Aurora. Gouache über Umrissradierung nach Guido Reni. 21,2 x 38,5 cm (lichtes Maß). Montiert in einen Rahmen von Alphonse Giroux (1776-1848), Paris, verso mit dessen Etikett. (Gerahmt beschrieben).
1.800 €
6610 um 1820. Aurora im Streitwagen. Gouache über Umrissradierung nach Giovanni Volpato. 21,2 x 38,5 cm (lichtes Maß). Montiert in einen Rahmen von Alphonse Giroux (1776-1848), Paris, verso mit dessen Etikett. (Gerahmt beschrieben).
1.800 €
Andrea Appiani (1754–1817, Mailand )

6611 zugeschrieben. Zwei Frauen mit einer Lyra. Schwarze, rote und weiße Kreide auf beigefarbenem Bütten. 30,2 x 20,8 cm. Wz. Traube.
1.800 €
Die vorliegende anmutige Studie zeigt zwei Frauen, die auf einer Lyra spielen. Mit zarten, aber sicheren Linien und Schraffuren in trois crayons Manier hat der Künstler die Gesichter, Gesten und die Lyra entworfen
und am oberen Rand eine weitere Handhaltung studiert. Ein ähnlich verfeinerter, vorsichtiger Duktus findet sich auch in Zeichnungen Appianis in Mailand (Accademia di Brera, Album aus der Sammlung G. Vallardi, Inv. Nr. 461). Die proportionale Ungleichheit der Figuren - Kopf und Körper der Sitzenden sind in der Relation deutlich größer als die der Stehenden - dürfte darauf hinweisen, dass es sich um Figuren für ein auf die Untersicht angelegtes Fresko handelt. Ähnliche Größenverhältnisse finden sich beispielsweise in detailliert ausgearbeiteten Kartons im Louvre zur Apotheose Napoleons (Inv. MI 754 ff.) und weiteren Szenen.


6612 19. Jh. Skizzenblätter mit den Grabstätten berühmter Berliner Geistesgrößen (Philosophen, Musiker, Künstler, Schriftsteller).
12 Zeichnungen, je Bleistift, Feder in Braun, braun laviert Je ca. 19 ,5 x 11,5 cm. Sämtlich ausführlich bez. in brauner Feder sowie tlw. Bleistift.
750 €
Darunter befinden sich die Darstellungen der Grabmäler und Grabstätten folgender bedeutenden Persönlichkeiten und Familien in Berlin im 19. Jahrhundert: Adelbert von Chamisso, Ludwig Devrient, Johann Gottlieb Fichte, August Wilhelm Iffland, Charlotte Kirch-Pfeiffer, Albert Lortzing, Jakob Ludwig Felix Mendelssohn Bartholdy, Giacomo Meyerbeer, Christian Daniel Rauch, Karl Friedrich Schinkel, Friedrich Daniel Ernst Schleiermacher sowie die Grabstätte der Familie Humboldt in Tegel bei Berlin. Die Grabmäler, beinahe sämtlich mit den ausführlich bez. Grabtafeln, befinden sich auf verschiedenen Berliner Friedhöfen wie dem Jerusalemer Friedhof, I. Französischer Friedhof in der Oranienburger Vorstadt, Dorotheenstädtischer Friedhof, Luisen-Friedhof, Sophien-Friedhof, Dreifaltigkeits-Friedhof sowie dem Jüdischen Friedhof an der Schönhauser Allee.
Beigegeben sieben weitere Grabmaldarstellungen wohl von anderer Hand, meist mit Darstellungen verschiedener Grabmäler auf Friedhöfen in Dresden, sowie schließlich die beiden Grab- bzw. Ehrengrabmäler Ludwig van Beethovens und Wolfgang Amadeus Mozarts, jeweils in Wien.
Johann Heinrich Schröder (1757–1812, Meiningen)
6613 Königin Luise von Preußen im blau-weißen Chemisenkleid mit weißem Turban. Pastell auf Velin oder Pergament. 29 x 23 cm (Rahmenausschnitt).
12.000 €
Provenienz: Christie‘s, London, Auktion am 14. Juni 1977, Los 225. Privatsammlung Großbritannien.
Als die mecklenburgische Prinzessin Luise 1793 als Verlobte des preußischen Kronprinzen in Berlin ankam, war der Grundstein zu ihrer bis

heute anhaltenden verklärten Popularität, ja kultischen Verehrung, gelegt. Doch darf über diese Mythisierung nicht vergessen werden, dass sich Luise im Gegensatz zu ihrem zaudernden Ehemann Friedrich Wilhelm III. auch als weitsichtige Politikerin auszeichnete. In den Jahren napoleonischer Expansion und preußischer Zögerlichkeit setzte sie sich entschieden für ein Bündnis mit Russland und Österreich ein, suchte und verhandelte mit Bundesgenossen und förderte nach der schmachvollen Niederlage Preußens maßgeblich fortschrittliche Reformer. Aufgrund ihrer Beliebtheit entbrannte über alle Stände hinweg eine große Nachfrage nach Porträts der jungen Monarchin. Am Hofe erkannte man, dass sich mittels einer gesteuerten Bildproduktion die Außenwirkung des preußischen Königshauses beeinflussen ließe. Einfache, lebensnahe Inszenierungen und der Verzicht auf Herrschaftszeichen sollten das Bild einer bürgernahen, progressiven Monarchie zeichnen.
Unzählige Künstler konkurrierten um Sitzungen bei Luise. Als besonders erfolgreich stach der Meininger Maler Johann Heinrich Schröder hervor, der Luise zwischen 1796 und 1806 mindestens fünfmal porträtierte und in der Folge diese Bildnisse mehrmals wiederholte (vgl. Spangenberg 1995, S. 56f, Kat. 251-268; Gerrit Walczak: „Luise von Preußen und ihre Porträtisten: Kunstmarkt, Hof und Publikum in Berlin um 1800“, in: Wallraf-Richartz-Jahrbuch, 65 (2004), S. 229). Ihren Höhepunkt erreichte Schröders Produktion in den Jahren 1799 und 1800. Die samtige Wirkung des Pastells nutzte der Porträtist, um die ebenmäßige Feinheit und Frische von Luises Antlitz wiederzugeben. Mit weichen Konturen und dabei klaren Umrissen hält er die Königin im Dreiviertelprofil im weißen Empirekleid mit blauem, goldbesticktem Mittelstreifen fest. Eine einprägsame Requisite stellt der weiße Turban mit herabfallenden, schalartigen Stoffbahnen dar, der bis auf wenige Stirnlocken ihr Haar bedeckt.

Karl Friedrich Schinkel (1781 Neuruppin – 1841 Berlin)
6614 Piazza Reale in Messina.
Bleistift auf blauem Bütten. 18 x 34 cm. Unten links von fremder Hand bez. „Piazza Reale Messina“ und nummeriert „25“.
1.500 €
Provenienz: Aus dem Nachlass der Erben Schinkels. Christie‘s, London, Auktion „German and Austrian Art“ am 11. Oktober 1995, Los 20 (zusammen mit fünf weiteren Bleistiftzeichnungen italienischer Städte).
Ein Jahr nach Schinkels Tod erwarb der preußische Staat von den Erben des Künstlers seinen gesamten Nachlass, aus dem später das berühmte Schinkel-Museum hervorging. Im 19. Jahrhundert gab es weitere kleine Schinkel-Sammlungen, die sich im Besitz von Mäzenen, Auftraggebern und Freunden befanden. Im Laufe der Jahre wurden die meisten dieser Sammlungen vom Schinkel-Museum gekauft oder diesem geschenkt. Eine Ausnahme bildet eine kleine, seltene Sammlung an Zeichnungen, die im Auftrag der Nachkommen des Künstlers am 11. Oktober 1993 bei Christie’s zum Verkauf angeboten wurde; in dieser auch vorliegende Zeichnung, die auf Schinkels erster Italienreise 1804-05 entstanden sein muss. 6614

6615
Johann Gottfried Schadow (1764–1850, Berlin)
6615 Diana im Bade - „Lebendes Bild“ auf dem Künstlerball, Berlin 1843.
Bleistift und Rötel auf Velin. 17,7 x 21,4 cm. Am Unterrand in Bleistift bez. „1843 Zeichnung zu den lebenden Bildern zum Künstlerball in der kgl. Akademie zu Berlin Unter den Linden 1843 Diana und ihre Nymphen“ sowie unten rechts „G Sch“.
800 €
Die Arbeit wurde als Vorzeichnung verwendet zu einem der zehn Zinkdrucke in Schadows Heft „Bericht über die Vorstelllung lebender Bilder, welche im Saale der königlichen Akademie der Künste zu Berlin am 5ten Mai 1843“ stattfand, zu dem der Künstler im darauffolgenden Monat
Text und Abbildungen zusammenstellte. Insgesamt 36 Bilder wurden bei zwei Veranstaltungen nachgestellt. Die vorliegende Komposition stellt die Gruppe der Diana mit ihren Nymphen auf dem Bild „Das Bad der Diana“ von Karl Ferdinand Sohn nach. Schadow schreibt zu diesem Bild „Die letzte Vorstellung, No. 36, Diana im Bade, nach einem Gemälde des Malers G. Sohn in Düsseldorf. Die Göttin erblickt den unbesonnenen Akteon und befiehlt seine Strafe. Bei der Schönheit dieser Gruppe lieferte sie doch nur wenig vortheilhafte Momente, weshalb nur die eine Ansicht in Umriß beigeht“. Eine weitere Zeichnung Schadows nach einem der lebenden Bilder mit der Darstellung der drei Grazien bewahrt das Stadtmuseum Berlin (s. Sibylle Badstübner-Gröger, Claudia Czok, Jutta von Simson: Johann Gottfried Schadow. Die Zeichnungen, Berlin 2006, Katalog II, S. 759, Nr. 2006 mit Abb.). Wir danken Claudia Czok, Berlin, für wertvolle Hinweise.
Deutsch


6616 1838. Blick auf die Kirche SS. Giovanni e Paolo in Rom.
Bleistift, grau und blau laviert. 13,5 x 21,5 cm. Unten rechts bezeichnet und datiert „Rom / Von den Kaiserl. Paläst. / Sept. 27 [18]38“.
450 €
Franz Johann Heinrich Nadorp (1794 Anholt – 1876 Rom)
6617 Landschaft bei Frascati. Bleistift mit Aquarell auf Velin. 14,9 x 22,6 cm. Unten links signiert und betitelt „F. Nadorp / Frascati“.
450 €

6618
Adolph Kaiser (1804 Geisa – 1861 Weimar)
6618 Valle dell’Inferno bei Tivoli.
Feder in Schwarz über Spuren von schwarzer Kreide auf Velin. 27,1 x 37,4 cm. Verso von fremder Hand in Bleistift bezeichnet „Kaiser“. (1829). Wz. „FVD“.
450 €
Motiv und Datierung sind abzuleiten aus zwei sowohl künstlerisch als auch motivisch eng verwandten Blättern identischer Größe, die in den letzten Jahren auf dem Berliner Auktionsmarkt angeboten wurden, eines mit der Inschrift „Roma di 10 Janajo [18]29 Valle del inferno“. Adolph Kaiser wurde 1826 vom Weimarer Großherzog Karl August zusammen mit Friedrich Preller nach Italien entsandt. Zunächst an der Akademie in Mailand verbrachte er den Winter 1828/29 in Rom, wo er etwa eine Woche nach Entstehung vorliegender Zeichnung an der Gründung des dortigen Kunstvereins mitbeteiligt war.
Deutsch
6619 um 1810. Landschaft bei Tivoli.
Feder in Braun über Spuren von schwarzer Kohle auf Bütten. 23,2 x 29,5 cm. Unten bezeichnet „Tivoli 28. Mai“.
300 €
Beigegeben eine Federzeichnung von Christian Georg Schütz d. J.: Blick auf die Burgruine Liebenstein im Rheintal (18,9 x 24 cm. Unten links eigenhändig bezeichnet, signiert und datiert „Liebenstein . Gezeichnet / von C. G. Schütz 1800“).

6619

Emanuel Steiner (1778–1831, Winterthur)
6620 Römische Landschaft mit Maultiertreiber. Feder in Schwarz auf C&I Honig-Bütten. 29,4 x 40 cm.
1.200 €
Literatur: Ausst. Kat. Deutsch-römische Malerei und Zeichnung 1790-1830, Museum der bildenden Künste Leipzig, Leipzig 1926, Nr. 358 (als Johann Christian Reinhart).
Ausst. Kat. 100 Jahre deutsche Zeichenkunst 1750-1850, Sammlung Konsul Heumann Chemnitz, Chemnitz 1930, Nr. 192 (als Johann Christian Reinhart).
Ausst. Kat. Deutsche Landschaftskunst 1750-1850, Breslau 1933, Nr. 129.
Ausst. Kat. Deutsche Zeichenkunst aus zwei Jahrhunderten, 1760-1960. Aquarelle, Zeichnungen und Druckgraphik aus der Sammlung W. B., Staatliche Kunsthalle Karlsruhe, Karlsruhe 1967, Nr. 109.
Ulf Martens: „Landschaftszeichnungen von Emanuel Steiner (17781831)“, in: Zeitschrift für Schweizerische Archäologie und Kunstgeschichte, Bd. 31 (1974), S. 247 mit Abb. 8.
Provenienz: Sammlung Carl Heumann, Chemnitz (Lugt 555b und 2841a).
Stuttgarter Kunstkabinett Roman Norbert Ketterer, Stuttgart, Auktion 29 am 29. November 1957: Sammlung Heumann, Chemnitz. Kunst des 18. und 19. Jahrhunders. Aquarelle, Zeichnungen, Gemälde, Graphik, Nr. 109.
Sammlung Walter Bauer, Fulda.
Zusammen mit Carl Anton Graff (1736-1813) hielt sich der aus Winterthur stammende Emanuel Steiner von 1801 bis 1803 in Rom auf, wo er zahlreiche Studienblätter anlegte, die er nach seiner Rückkehr in die Schweiz auswertete. Auch das vorliegende Blatt ist nicht in Italien entstanden, sondern erst in den Jahren danach. Steiner kompiliert hier Motive aus einem Blick über Tivoli (Kunstmuseum Winterthur) mit den Bäumen aus einer Landschaftsstudie mit römischem Kastell (Hamburger Kunsthalle). Steiner arrangiert die Motive aus den genannten Studien auf eindrucksvolle Weise und schafft eine höchst effektvolle Landschaft, die in ihrer zeichnerischen Behandlung ähnlichen Landschaften Heinrich Theodor Wehles (1778-1805) und Carl Friedrich Rumohrs (1785-1843) nahesteht.

Ferdinand Olivier (1785 Dessau – 1841 München)
6621 Weite Landschaft mit Gebirgszug und Baumgruppen.
Schwarze Kreide auf Velin. 13,5 x 20,3 cm. 1.800 €
Provenienz: C.G. Boerner, Düsseldorf (Kat. zur 3. Messe des Verbandes Deutscher Antiquare etc., Stuttgart 1964, Nr. 44 mit Abb.) Sammlung Wolfgang Bauer, Fulda.

Georg Friedrich Kersting (1785 Güstrow – 1847 Meissen)
6622 Bildnis des Dresdener Oberhofpredigers D. Franz Volkmar Reinhard, lesend. Graphit auf Velin, verso teils geschwärzt. 20,2 x 16,9 cm. Unten rechts in Bleistift schwer leserlich signiert „G. K... f“, darüber von fremder Hand in schwarzer Feder „G. Kersting fec. Dresdae (1)816“, verso in schwarzer Feder von derselben fremden Hand bez. „Reinhardt / Theolog. aus Dresden / starb (1)812. / Hacker und Boetger schreiben von ihm“ [= Johann Georg August Hacker (1762 od. 1758 – 1823): Worte an Reinhards Grabe (Leichenpredigt fürFranz Volkmar Reinhard),1812; Carl August Böttiger (1760-1835): D. Franz Volkmar Reinhard, gemalt von Georg von Charpentier, Dresden: Verlag d. Arnoldische Buch- und Kunsthandlung, Dresden 1813]. Wz. Honig.
4.000 €
Literatur: Ausst. Kat. Deutsche Zeichenkunst aus zwei Jahrhunderten, 1760-1960. Aquarelle, Zeichnungen und Druckgraphik aus der Sammlung W. B., Staatliche Kunsthalle Karlsruhe, Karlsruhe 1967, Nr. 44. Werner Schnell: Georg Friedrich Kersting (1785-1847). Das zeichnerische und malerische Werk mit Œuvrekatalog, Berlin 1994, S. 354-355, Nr. C 7 (fortan in dem von Werner Schnell weitergeführten, unveröffentlichten Werkverzeichnis als Nr. 29a).
Provenienz: Alfred Stix, Wien (Lugt 2317a). Sammlung Walter Bauer, Fulda.
Kerstings Zeichnung stellt den Oberhofprediger D. Franz Volkmar Reinhard (12.3.1753- 6.9.1812) in Ganzfigur lesend, im Sessel sitzend dar. Er wirkte als Professor für Philosophie und Theologie in Wittenberg und seit 1793 in Dresden, vor allem wurde er als Prediger geschätzt, wovon auch die posthume Gesamtausgabe allein seiner Predigten, 42 Bde., 1815-1821, zeugt. Die um exakte Realitätsgenauigkeit bemühte Zeichnung ist, auch hinsichtlich des Figurenmaßes, als direkte Vorzeichnung für Kerstings Bild in der Alten Nationalgalerie Berlin, Inv. Nr. NG 27/63 (Schnell 1994, op.cit., A 30, S. 78-84, S. 302f.) anzusehen, wenn sie auch über das Interieur nichts verrät. Die ohne Pentimenti gezogenen Linien sind nicht durchgedrückt, während verso aber eine große, zum Pausen geeignete Graphitfläche sichtbar ist; vielleicht hat Kersting, wie bei späteren Bildern (A 128, A 143, 144, 144A, 146.1-5, 152, I-III, 169,
198) noch greifbar, eine Transparentpause zum Übertragen benutzt. Im Gemälde zeigt er den Theologen in seiner Studierstube, in Bildkonstruktion, Stilistik und Farbigkeit den Atelierbildern von 1811/12 entsprechend. 1813 stand das Bild zum Verkauf. „Er [= Kersting] wird gerne Bestellung darauf annehmen.“, heißt es in der oben genannten Gedenkschrift für Reinhard, S. 49, Anm. 17, die der in Weimar und ab 1804 zunehmend in Dresden als Kulturfunktionär und Kritiker, seit 1814 sogar als Direktor der Antiken- und Meng‘schen Gipssammlung tätige Carl August Böttiger (1760-1835) verfasste.
Ich habe in meiner Monographie mit Œuvrekatalog, 1995, S. 78-84, historisch plausibel gemacht, dass Böttiger in Dresden als Freimaurer höchstwahrscheinlich dem erst seit 1810 in Dresden lebenden, noch wenig prominenten Freimaurer Kersting, dessen sämtliche Interieurbilder als Chiffren freimaurerischen Lebensentwurfs begriffen werden müssen (Schnell, 1995, Kap. B IV. bes. S.156-160), das Bild angeregt hat, für das er hier warb.
Reinhard selbst war kein Freimaurer, hatte aber als Zensor zugunsten der kontrovers diskutierten von Carl Christian Krause herausgegebenen Die drei ältesten Kunsturkunden der Freimaurer- Brüderschaft, 1810-1813 positiv entschieden.
Das Gemälde war 1816 in der Dresdner Akademieausstellung als Nr. 193 ausgestellt, worauf sich die Beschriftung der Zeichnung von fremder Hand bezieht, die aber keine korrekte Datierung der Zeichnung und des Gemäldes ist. Zu dem Zeitpunkt lebte Kersting bereits in Warschau, so dass er es von dort wohl kaum eingeliefert haben dürfte, sondern die Ausstellungsbeteiligung wahrscheinlich durch Böttiger, den er später auch porträtierte (A 131; seit kurzem Staatliche Museen zu Berlin, Kupferstichkabinett), veranlasst wurde.
Ob Kersting Reinhard noch zu Lebzeiten zeichnen konnte, ist bei dessen schlechtem Gesundheitszustand offen, von ihm für den Profilkopf genutzte Münzbilder sind denkbar (Schnell, 1994, S. 78, Anm. 1, Abb. 19). Reinhards angegriffene Konstitution, besonders nach einem Beinbruch 1803, ist aber verbal überliefert und von Kersting erfasst, indem er ihn mit einer gewissen Körperlosigkeit in der nur als Umriss gegebenen Sesselschale verschwinden lässt.
Da mir erst jetzt endlich eine Autopsie der Zeichnung möglich war, ordne ich die Zeichnung als A 29a in meinem nie abzuschließenden Œuvrekatalog von 1994 vor dem Gemälde A 30 ein, was ich zuvor, da ohne jeden Fotobeleg, nicht verantworten konnte und sie unter den genannten, aber nicht prüfbaren Werken als C 7 aufführte.
Werner Schnell


Peter von Cornelius (1783 Düsseldorf – 1867 Berlin)
6623 Die Auferstehung Christi. Bleistift auf festem Zeichenpapier. 51 x 31,5 cm. Verso eine alte Zuschreibung an Cornelius.
1.200 €
Friedrich Overbeck (1789 Lübeck – 1869 Rom)
6624 Der Engel erscheint Joseph im Traum und befiehlt ihm die Flucht nach Ägypten. Bleistift auf Velin. 10,7 x 13,9 cm (Darstellung); 20,7 x 23,1 cm (Blattgröße).
3.500 €
Literatur: Ausst. Kat. Deutsche Zeichenkunst aus zwei Jahrhunderten, 1760-1960. Aquarelle, Zeichnungen und Druckgraphik aus der Sammlung W. B., Staatliche Kunsthalle Karlsruhe, Karlsruhe 1967, Nr. 105. Jens Christian Jensen: „Die Zeichnungen Overbecks in der Lübecker Graphiksammlung“, in: Lübecker Museumshefte, Heft 8, Lübeck o. J. (1969), Notiz zu Kat. Nr. 204.
Provenienz: Sammlung Richard von Kühlmann, Berlin. Karl & Faber, München, Auktion 69, 1959, Los 629. Sammlung Walter Bauer, Fulda.
Nach Jens Christian Jensen entstand die herrlich filigran ausgeführte Zeichnung wohl nicht vor, sondern nach der 1844 datierten Kohlezeichnung Overbecks, nach der Xaver Steifensand den gleichseitigen Stich „Fuga in Aegyptum“ für das Tafelwerk „Darstellungen aus den Evangelien nach ... Friedrich Overbeck“ (A. W. Schulgen Verlag, Düsseldorf 1850) angefertigt hat.

6625
Eduard Bendemann (1811 Berlin – 1889 Düsseldorf)
6626 Studienblatt mit einem hockenden Akt und Kinderstudien.
Schwarze und weiße Kreide auf braunem Velin. 32,4 x 23,9 cm. Am Unterrand signiert „E. Bendemann“.
450 €
Moritz von Schwind (1804 Wien – 1871 München)
6627 zugeschrieben. Der Taufritt Friedrichs des Freidigen nach Tannenberg.
Feder in Schwarz über Bleistift, grau und schwarz laviert. 43 x 17 cm. Um 1853.
1.200 €
Vorstudie für das gleichnamige Fresko aus dem Jahr 1854 im Landgrafenzimmer der Wartburg. Schwinds Wandbilder auf der Burg illustrieren die Geschichte der thüringischen Landgrafen vom 11. bis ins 14. Jahrhundert. Hier zu sehen ist der Zug von Friedrich I., genannt der Freidige, der seine Tochter zur Taufe bringen will und sie bei einer Rast an der Brust der Amme trinken lässt. Eine weitere Vorzeichnung befindet sich in der Graphischen Sammlung der Klassik Stiftung Weimar (Inv.Nr. KK 7894).
Abbildung Seite 182
Joseph von Führich (1800 Kratzau – 1876 Wien)
6625 Bildnis Johann Emanuel Veith. Bleistift auf gräulichem Velin. 12,5 x 10,4 cm.
600 €
Literatur: Heinrich von Wörndle: Josef Führich‘s Werke, Wien 1914, Nr. 476.
Provenienz: Aus dem Nachlass des Künstlers.
Sammlung Bertha Wackerle-Führich, Innsbruck (Schwiegertochter des Künstlers).
Sammlung Bernhard Funck, München (Lugt 3836).
Privatsammlung, Rheinland.
Emanuel Veith war ein österreichischer Arzt, Geistlicher und Autor der Spätromantik. Als Sohn eines jüdischen Rabbiners geboren, studierte er zunächst Human- und Tiermedizin in Prag, wo er später auch eine entsprechende Professur innehatte und Direktor des Tiermedizinischen Instituts wurde. In Wien lernte er über seinen Patienten Klemens Maria Hofbauer den Kreis der Wiener katholischen Erneuerer kennen und trat 1816 zum katholischen Glauben über. 1817 begann er ein Studium der katholischen Theologie und trat dem Redemptionsorden bei, blieb aber als Arzt tätig und war ein wichtiger Vertreter der Homöopathie. Im Jahre 1830 verließ er den Orden und wurde Domprediger in Wien und später Ehrendomherr von Salzburg. Von Bedeutung war er auch als Herausgeber und Autor zahlreicher Zeitschriften und Taschenbücher, verfasste aber unter anderem auch das Libretto für Giacomo Meyerbeers Singspiel „Das Brandenburger Tor“.


Joseph von Führich (1800 Kratzau – 1876 Wien)
6628 Genovefa mit Schmerzensreich und der Hirschkuh. Bleistift und Feder in Grau auf Velin. 22,8 x 31,8 cm. Um 1825.
1.500 €
Literatur: Heinrich von Wörndle: Josef Führich‘s Werke, Wien 1914, S. 37, Nr. 200 b, 2.
Ausst. Kat. 100 Jahre deutsche Zeichenkunst 1750–1850, Chemnitz 1930, Nr. 64.
Ausst. Kat. Oberlausitzer Kunst, Zittau 1935, Nr. 449.
Ausst. Kat. Zeichenkunst der deutschen Romantik, Nassauisches Landesmuseum, Wiesbaden 1937, Nr. 96.
Provenienz: Aus dem Nachlass der Künstlers.
Sammlung Anny Rittinger-Führich, Innsbruck (Enkelin des Künstlers, Bleistiftannotation verso).
Sammlung Carl Heumann, Chemnitz (Lugt 2841a).
Stuttgarter Kunstkabinett Roman Norbert Ketterer, Stuttgart, Auktion 29 am 29. November 1957: Sammlung Heumann, Chemnitz. Kunst des 18. und 19. Jahrhunders. Aquarelle, Zeichnungen, Gemälde, Graphik, Los 76. Sammlung Walter Bauer, Fulda.
Die Zeichnung entstand um 1825 in Prag als Führich sich erstmalig mit Illustrationen zu Ludwig Tiecks Genovefa befasste. Diese Zeichnungen stießen in Wien auf ein lebhaftes Interesse und brachten Führich ein Reisestipendium nach Italien ein (s. Moriz Dreger: Josef Führich, Wien 1912, S. 89ff).

Wilhelm Joseph Niessen (1827 Köln – 1903 München)
6629 Genehmigter Entwurf für den Marien-Altar in der Arco-Kapelle des Münchener Domes „Zu Unserer Lieben Frau“.
Feder in Schwarz und Pinsel in Grau, grau laviert, Bleistift. Das Retabel auf festem Karton aufgezogen, Predella und Gesprenge gefaltet. 145,1 x 45,6 cm. Unten rechts signiert „Wilh. J. Niessen, invent. et fecit.“, auf verso aufmontierter Originalbeschriftung bezeichnet und datiert 28. Februar 1868.“, weitere Annotationen.
1.200 €
Wilhelm Joseph Niessen war an der seit 1858 initiierten durchgreifenden Erneuerung des Münchner Doms in neugotischem Stil beteiligt. Als Bildhauer schuf er für die Arco-Kapelle Ende 1868 einen monumentalen Marien-Altar aus rotem Sandstein mit zahlreichen Marmorfiguren, einen Betstuhl und eine Wappenwand der Grafen Arco-Zinneberg, -Valley und -Stepperg (genehmigt 1870). Einen verworfenen Entwurf dafür sowie weitere Zeichnungen und Werkentwürfe für das Projekt findet man im kleinen Nachlass-Konvolut, das das Archiv des Erzbistums München und Freising aufbewahrt (GA003, PLS30243-30263). Unser bedeutender Entwurf zeigt zwischen den links und rechts unter der Mondsichelmadonna knienden hll. Aloisius und Maximilianus das Wappen der bayerischen Linie der Grafen von Arco. Das verso aufgeleimte Originaldokument beschreibt das Projekt folgendermaßen: „Zeichnung N°3. / Entwurf zu dem aus rotem Sandstein mit weißen Marmorfiguren auszuführenden Marienaltar auf der Südseite der Kirche zu ‚Unserer Lieben Frau‘ in München in der Gräflich von Arco‘schen Kapelle zwischen dem Maria-Vermählungs-Altar und dem St. Johann von Nepomuk Altar befindlich bestimmt. So genehmigt nach dem unterm 24. Juli, 1867 abgeschlossenen Vertrage. / München, den 28 Februar, 1868 / Max Graf von Arco-Zinneberg / Genehmigt von Seite des Dombau-Comité. Nic. Weber, Domherr.“ Bei den im Dokument genannten weiteren Altären handelt es sich um die links und rechts der Arco-Kapelle gelegene Johann NepomukKapelle, deren Altar ebenfalls von Niessen entworfen wurde, sowie um die Keindl-Kapelle. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Frauenkirche durch Luftangriffe 1943 bis 1945 schwer beschädigt, das Hallengewölbe stürzte teilweise ein und Teile der Einrichtung wurden zerstört. Die neogotische Ausstattung wurde während der Kriegszeit nicht aus der Kirche geborgen, da ihr nicht die historische Bedeutung mittelalterlicher Originale zugesprochen wurde.
6630 Neun Entwürfe für Gemälde zum Leben Christi. Feder in Schwarz, schwarze Kreide, Pinsel in Grau, je drei Blatt auf braunem Karton aufgezogen. Je ca. 26,8 x 18,9 cm. Die Blätter „Heimsuchung“ und „Geburt Christi“ jeweils unten signiert „W. J. Niessen. inv.“.
900 €
Die vorliegenden Gemälde-Vorzeichnungen für Darstellungen aus dem Leben Christ (vorhanden sind Verkündigung, Heimsuchung, Geburt Christi, Christus erscheint der Engel am Ölberg, Geißelung, Dornenkrönung, der Auferstandene erscheint seiner Mutter auf dem Weg nach Golgata, Himmelfahrt und das Pfingstwunder) stehen womöglich im Zusammenhang mit der neogotischen Neuausstattung der Münchener Frauenkirche. Infolge der Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs ist von dieser Ausstattung nichts mehr erhalten.


George Hayter (1792–1871, London)
6631 Daniel in der Löwengrube umringt von Engeln. Feder in Braun auf Transparentpapier, an den Ecken auf ein Untersatzpapier aufgelegt. 24,5 x 30,5 cm. Oben rechts signiert „G Hayter inv Sept 18 1847“, sowie unten rechts mit eigenh. Annotation in brauner Feder.
300 €
Ludwig Thiersch (1825–1909, München)
6632 „Ein Stück Poesie, vor dem Zeitalter des Dampfes“: Isarnixen und Gnome vor der Großhesseloher Brücke. Bleistift auf Velin. 29,3 x 20,6 cm. Monogrammiert, datiert und bezeichnet unten mittig „Ein Stück Poesie, vor dem Zeitalter des Dampfes. / L. Th d. 28. Oct. 1857.“
750 €


Carl Dahl (1812 Fåborg – 1865 Kopenhagen)
6633* Zweimastschoner im Hafen; Dreimastfregatte am Kai.
2 Zeichnungen, je Feder in Grau, grau laviert über Spuren von Bleistift. 27,6 x 20,1 cm; 20,4 x 31 cm. Eine Zeichnung unten rechts unleserlich bezeichnet, die andere mit Annotationen in dänischer Sprache.
800 €
Im Jahr 1835 trat Carl Dahl in die Königlich Dänische Akademie ein, wo er sich unter der Anleitung von Christoffer Wilhelm Eckersberg auf die Marinemalerei spezialisierte. Gemeinsame Studien an der Uferpromenade Langelinie ermöglichten ihm, Fregatten und Schoner unmittelbar nach der Natur zu erfassen.
In präzisen Zeichnungen von Schiffskörpern und Takelage zeigt sich Dahls genaue Beobachtungsgabe - ganz im Geist seines Lehrers Eckersberg, dessen Klarheit und konstruktive Strenge sein Werk nachhaltig prägten.

Christoffer Wilhelm Eckersberg (1783 Blåkrog – 1853 Kopenhagen)
6634 Liegende Mutter mit Kind. Feder in Schwarz, über Spuren von Bleistift, grau laviert. 16,1 x 19,8 cm. Unten links signiert und datiert „Eckersberg. April 1806“.
800 €
Provenienz: Aus dem Nachlass des Künstlers, dessen Auktion 1854, Nr. 136.
Sammlung Benjamin Wolff (Lugt 420). Privatsammlung, Schweden.
Vilhelm Kyhn (1819–1902, Kopenhagen)
6635 Eichenhain. Feder in Schwarz. 23,4 x 33,7 cm.
400 €
Beigegeben von Vilhelm Kyhn eine Bleistiftzeichnung „Blick über das Tal von Grejs (Grejsdalen) zum Hügel Himmelspind bei Vejle“, eigenhändig bezeichnet und datiert „Veile d 21 Juli [18]58“.




Franz Krüger (1797 Großbadegast – 1857 Berlin)
6636 Kinderbildnis des Fürsten Ernst Leopold Victor Carl Joseph Emich von Leiningen (1830-1904).
Farbige Kreiden auf bräunlichem Velin. 51,5 x 42 cm. 1.200 €
Provenienz: Karl Ernst Henrici, Berlin, Auktion 45, 1918, Los 50. Karl & Faber, München, Auktion 92, 1964, Los 718 mit Abb. Sammlung Walter Bauer, Fulda.
Laut Angabe im Auktionskatalog von Henrici bezeichnet, wohl auf dem nicht mehr erhaltenen Originalpassepartout: „Franz Krüger 1837“.
Johann Friedrich Dietler (1804 Solothurn – 1874 Bern)
6637 Die Geschwister Ernestine und William Huber. Aquarell mit Gummi arabicum auf festem Zeichenkarton. 27,7 x 22,5 cm. Signiert und datiert „Dietler ft 1832.“.
400 €
1822 geht der Schweizer Johann Friedrich Dietler nach Paris in die Schule von Antoine-Jean Gros. Hier macht er sich als Porträtist einen Namen. Unser BIldnis entsteht ein Jahr vor Dietlers Rückkehr nach Solothurn. In Venedig bildet er sich 1834-35 bei Léopold Robert weiter, im Jahr darauf lässt er sich in Bern nieder und findet vor allem in Patrizierfamilien als Porträtist große Anerkennung. Bis zu seinem Lebensende schuf er an die 5000 Bildnisse in Öl und Aquarell.
6638 um 1820. Blick über den Mühlenteich auf Tilsit (Sowetsk) und die Deutsche Kirche. Gouache, weißgehöht, drei der Staffagefiguren sowie eine kleine Stelle im Gras unten rechts appliziert. 42,1 x 58,3 cm.
900 €
Nikolai Andrejewitsch Lawrow (russischer Maler, 1820–1875)
6639 Kleine Datscha am Wasser, womöglich in Zarskoje Selo bei St. Petersburg. Aquarell über Spuren von Bleistift, entlang der Ränder montiert. 20,9 x 29,4 cm. Unten rechts in Kyrillisch signiert und datiert „Lawrow / Jahr 1871“.
600 €



Franz Krüger (1797 Großbadegast – 1857 Berlin)
6640 Bildnis wohl Zar Nikolaus I. von Russland. Bleistift und Aquarell auf dünnem Velinkarton. 19 x 14,8 cm. 4.500 €
Ludwig Thiersch (1825–1909, München)
6641 Ballschönheiten und weitere Erinnerungen an St. Petersburg.
Acht Blatt Bleistiftzeichnungen auf Velin. Je ca. 22 x 17,9 cm. Zwei Blatt monogrammiert „L. TH.“, vier Blatt datiert „Feb. 1863“, sieben Blatt bezeichnet.
400 €
1860 folgte Ludwig Thiersch einem Ruf nach Sankt Petersburg. Dort führte er in den Kapellen der Paläste der Großfürsten Michael und Nikolai umfangreiche Gemälde auf Goldgrund aus, darunter ein Jüngstes Gericht von 16m Höhe und 11m Breite. Die vorliegenden Skizzenblätter zeigen neben Studien eines Kutschers, von Pferden und eines Teeverkäufers Porträts, die Thiersch am 1. Februar 1863 beim Ball der Großfürstin Maria Nikolajewna Romanowa anlässlich der bevorstehenden Hochzeit ihrer Tochter Prinzessin Maria Maximilianowna von Leuchtenberg mit Prinz Wilhelm von Baden skizzierte. Neben einem Profilbildnis der Prinzessin finden sich auch zwei Bildnisse der Fürstin Obolensky, mit silberner Ährenkrone. Am folgenden Tag besuchte Thiersch eine Aufführung von Emmanuel Geibels „Brunhild“ und zeichnet Rollenporträts der Hauptdarstellerin Karoline Vanini (18351867). Im darauffolgendem Jahr 1864 kehrt er nach München zurück.


Fedor Fedorovitch Lwow
(auch Lviv, 1819 Sankt Petersburg – 1895 Moskau)
6642 Salon in der III. Privatwohnung im Winterpalast in St. Petersburg. Aquarell, weiß gehöht, in ein Passepartout montiert. 25 x 34,5 cm (Passepartoutausschnitt). Unten links in kyrillischer Schrift signiert.
7.500 €


Russisch
6643 Anfang 19. Jh. St. Petersburg: Blick über die Newa auf die Akademie, die Kunstkammer und eine RostraSäule.
Gouache. 24,4 x 32,8 cm.
800 €
Franz Alt (1821–1914, Wien)
6644 Straße am Elias-Tor (Ilinsky Vorota) in Moskau. Aquarell über Spuren von Bleistift, weiß gehöht, verso: Bleistiftskizze einer Straße. 20,6 x 15,7 cm. Unten links signiert, bezeichnet und datiert „Franz Alt. Moskau. 1854“.
900 €
Provenienz: Aus dem Nachlass des Künstlers (verso mit dem Nachlassstempel).

Fedor Fedorovitch Lwow
(auch Lviv, 1819 Sankt Petersburg – 1895 Moskau)
6645 Großer Salon von Kaiserin Alexandra Fjodorowna im Winterpalais in St. Petersburg. Aquarell, weiß gehöht, aufgezogen. 36,8 x 53,1 cm. Unten links in kyrillischer Schrift signiert. 8.500 €
Fedor Fedorovitch Lwow widmete sich neben seiner Tätigkeit als russischer Militäringenieur als Künstler der Landschaftsmalerei und dem Aquarell. Er war Sekretär der Gesellschaft zur Förderung der Künstler (1857-1863) und zudem freies Ehrenmitglied (seit 1847) und Konferenzsekretär (1859-1864) der Akademie der Künste, ab 1885 bis zu seinem Tod war er der Direktor der Stroganow-Schule in Moskau. Das vorliegende Aquarell mit der Darstellung des großen Salons der Kaiserin Alexandra Fjodorowna im Winterpalast, der jetzigen Eremitage, in Sankt Petersburg ist deutlich von den in Aquarell ausgeführten Interieurs des Winterpalastes von Eduard Petrovitch Hau inspiriert, dessen Werke in dem Bereich der Zimmeraquarelle den Maßstab setzten.

Deutsch
6646 19. Jh. Blick aus der Maxentiusbasilika auf Santa Francesca Romana in Rom. Feder und Pinsel in Braun über schwarzer Kreide, in ein Fensterpassepartout eingelassen. 17,3 x 12 cm. Verso bezeichnet „in Rom“ sowie mit der montierten Anzeige der Kunsthandlung L. Cohaut, Baden-Baden.
500 €
Friedrich Rehberg (1758 Hannover – 1835 München)
6647* Brunnenanlage in einem italienischen Garten. Feder in Braun, grau laviert, über Spuren von schwarzer Kreide, auf einen Sammleruntersatz montiert. 19,9 x 26,3 cm.
400 €
Simone Pomardi (1857 Monte Porzio – 1830 Rom)
6648 Ruinen auf dem Palatin in Rom. Aquarell, Spuren von Gummi arabicum. 19,4 x 28,2 cm. Unten links signiert und datiert „Sime Pomardi fec / 1817“.
750 €
Beigegeben eine Pinselzeichnung des späten 18. Jh. „Ruinarum Templi Pacis“ nach Hieronymus Cock sowie eine Gouache des 19. Jh. „Blick auf die Bucht von Neapel, gesehen von Posillipo“.

Carl Morgenstern (1811–1893, Frankfurt a. M.)
6649 Blick auf die Wasserfälle von Tivoli mit der Villa Mecenate.
Bleistift, verso eine weitere Landschaftsskizze. 25,1 x 33,1 cm. Unten links datiert und bezeichnet „6 Juny 1835 Abend[?]/ Tivoly Villa Meccene“.
800 €
Im Zuge seiner italienischen Reise besuchte Carl Morgenstern im Jahr 1835 und erneut 1837 die Sabiner Berge und Tivoli und fertigte diverse Ansichten der antiken Ruinen und imposanten Wasserfälle an.


Italienisch

6650 Mitte 19. Jh. Papstprozession auf dem Petersplatz. Aquarell und Gouache über schwarzer Kreide, mit schwarzer Feder und Gold eingefasst, an den Rändern umlaufend montiert. 28,6 x 44,2 cm.
600 €
Der Papst auf der Sedia Gestatoria zwischen den beiden Fächern aus weißen Federn, den flabelli, thronend. Bis zur Einführung des Papamobils unter Papst Johannes Paul II., der den tragbaren Thron wegen seines triumphalistischen Erscheinungsbildes völlig ablehnte, war dieser in Gebrauch. Die prachtvolle Prozession führt, wie im 19. Jh. noch üblich, über den Petersplatz durch die Kolonnaden Berninis.
Italienisch
6651 19. Jh. Ruinencapriccio mit Wasserfall. Gouache. 45,4 x 59,6 cm.
800 €
Friedrich Preller d. Ä. (1804 Eisenach – 1878 Weimar)
6652 Küstenlandschaft bei Mola di Gaeta. Bleistift auf Transparentpapier. 16 x 24,5 cm. Unten rechts bezeichnet und datiert „Mola di Gaeta 14. Mai 1860“.
600 €
Die Zeichnung zeigt die Umgebung der Hafenstadt Formia, ehemals Mola di Gaeta, und entstand während Prellers zweiter Italienreise, die ihn zwischen 1859-62 unter anderem nach Rom, Neapel und Sizilien führte.





Thomas Ender (1793–1875, Wien)
6653 Ansicht von Florenz von den Cascinen aus. Bleistift auf Velin. 27,1 x 39,6 cm. Unten links eigenh. (?) bez. „Florenz“ und rechts nummeriert „2“, verso Sammlernotiz in Feder „N°283 / Thom: Ender Florenz Studie“. Um 1819.
1.800 €
Ausstellung: Die Stadt. Bild, Gestalt, Vision. Europäische Stadtbilder im 19. und 20. Jahrhundert, Kunsthalle Bremen 1972/73, Nr. 22 („Blick auf Florenz von den Cascinen aus“).
Provenienz: Sammlung Josef Alois Ruf (dessen Sammlerstempel verso, Lugt 2182).
Edmund Friedrich Kanoldt (1845 Großruderstedt – 1904 Bad Nauheim)
6654 Die Steineichen in der Serpentara. Bleistift. 41,3 x 56,4 cm.
800 €
Friedrich von Gaertner (1791 Koblenz – 1847 München)
6655 Kloster an der sizilianischen Küste. Aquarell über Bleistift. 16,1 x 22,2 cm. Verso bezeichnet „Aquarellscizze v. m. Vater Friedrich v. Gaertner / aus Sicilien“.
600 €
1809 studierte Friedrich von Gärtner, Sohn des Architekten Johann Friedrich Gärtner, an der Kunstakademie in München. 1812 wechselte er nach Paris und studierte dort bis 1814. Anschließend verbrachte er mehrere Jahre in Rom, Neapel und auf Sizilien. 1819 veröffentlichte er in J.G. Zeller‘s Kunst und Commissions Magazin eine zehn Tafeln umfassende Lithographiensammlung Ansichten der am meisten erhaltenen griechischen Monumente Siciliens. Im selben Jahr folgte Gärtner einem Ruf nach München als Professor der Baukunst an der Kunstakademie.



Louis Gurlitt
(1812 Altona – 1897 Naundorf b. Schmiedeberg)
6656 Monte Sant Angelo bei Sorrent.
Bleistift auf Velin, verso: Skizze eines Gebüschs an einem Abhang. 21 x 46,9 cm. Rechts unten signiert, bezeichnet und datiert „Monte St Angelo. Sorrento. 1846. L. Gurlitt“, verso Sammlerannotationen.
600 €
Provenienz: Aus dem Nachlass des Künstlers (verso mit dessen Nachlassstempel, nicht bei Lugt).
6657 Olivenhain auf Capri.
Bleistift auf Velin. 29,9 x 45,5 cm. Unten rechts bezeichnet, signiert und datiert „Capri d. 29ten July 1843 / L. Gurlitt“.
800 €
Literatur: Ulrich Schulte-Wülwer, Bärbel Hedinger (Hrsg.) Louis Gurlitt 1812-1897, Ausst.Kat Hamburg/Flensburg/Nivaa bei Kopenhagen 1998, S. 195, Nr. 132 mit Abb. 67.
Ausstellung: Altonaer Museum, Hamburg; Museumsberg, Flensburg; Nivaagaards Malerisamling, Nivaa bei Kopenhagen 1998: Louis Gurlitt 1812–1897, Nr. 132.
Die Zeichnung entstand auf der Hochzeitsreise Louis Gurlitts, die ihn im Juli 1843 für einige Tage auf die Sehnsuchtsinsel Capri führte.
Eduard Wilhelm Pose (1812 Düsseldorf – 1878 Frankfurt a. M.)
6658 Blick auf den Monte Pellegrino bei Palermo. Bleistift auf bräunlichem Velin. 30,6 x 49,2 cm. Unten links bezeichnet „Palermo à monte Pelegrino.“.
600 €
Provenienz: Aus dem Nachlass des Künstlers (mit dessen Nachlassstempel verso).
Eduard Wilhelm Pose war ein Vertreter der Düsseldorfer Malerschule und bereiste zu Beginn der 1840er Jahre sowie in den Jahren 1849 und 1856 Italien.



Ferdinand le Feubure (1815–1898, München)
6659 Südliche Landschaft mit dem Fort Saõ Bruno in Caxias am Tejo in Portugal. Aquarell auf Aquarellpapier. 20,7 x 33,7 cm. Unten rechts signiert „Ferd. le Feubure München 1848“.
750 €
Provenienz: Galerie Biedermann, München.
Friedrich Nerly
(eigentl. Christian Friedrich Nerly, 1807 Erfurt – 1878 Venedig)
6660 Gondel in der Lagune von Venedig. Bleistift, Feder und Pinsel in Schwarz, Spuren von Weißhöhungen auf gelblichem Karton. 22,8 x 43,1 cm. Unten rechts signiert und datiert „1848 f Venezia F. Nerly“, sowie auf der Seitenwand der Gondel mit dem Monogramm „F N“ .
1.500 €
Provenienz: Aus dem Nachlass des Künstlers.
Dessen Sohn Friedrich Paul Nerly (1842 Venedig - 1919 Luzern). Angermuseum Erfurt (mit der handschriftl. Inv.Nr. „...n. G. 3977“). 1910/20er Jahre vom Angermuseum veräußert.
Zuletzt Privatbesitz Sachsen.
Nach einem längeren Aufenthalt in Rom verlässt Friedrich Nerly im Herbst 1835 die Ewige Stadt, um in die Heimat zurückzukehren. Doch ein zunächst nur als „Abstecher“ geplanter Besuch in Venedig, führt schließlich zu einem lebenslangen Aufenthalt in der Lagunenstadt. Nerly erschließt sich den Markt der immer zahlreicher werdenden
Reisenden mit gemalten und gezeichneten Ansichten vom Canal Grande, dem Dogenpalast, der Salute-Kirche sowie von Gondeln und Segelschiffen in der glitzernden Lagune. „Venedig und immer Venedig, von allen Seiten, groß und klein, zur alten und zur jetzigen Zeit“ schreibt Nerly im Jahr 1845 über den unerschöpflichen Motivvorat der Stadt. Besonders die Zeichnungen des Künstlers, Vorarbeiten für später im Atelier ausgeführte Gemälde, bewahren die Spontaneität des ersten Eindrucks und spiegeln in ihrer lebendigen Frische das Naturerlebnis überzeugend wider (vgl. Ausst. Kat. Friedrich Nerly und die Künstler um Carl Friedrich von Rumohr, Mainz 1991, S. 11).
Fritz Bamberger (1814 Würzburg – 1873 Neuenhain b. Bad Soden)
6661 Ansicht vom Strand von Hastings mit der Festungsruine von Hastings Castle. Bleistift auf Velin, braun und blau laviert. 10,2 x 19,4 cm. Unten links signiert „Fr. Bamberger“ und oben rechts bezeichnet und datiert „Hastings 1. Aug. 1849“.
400 €
Die Zeichnung entstand während Bambergers erster größerer Europareise, die ihn 1849/50 von England über Frankreich bis nach Spanien führte.

Friedrich Salathé (1793 Binningen b. Basel – 1858 Paris)
6662 Blick über die Bucht von Terracina auf den Monte Circeo.
Aquarell, teils mit Gummi arabicum, über Bleistift, weiß gehöht, auf braunem Untersatzpapier alt aufgezogen. 17,7 x 31,6 cm. Unten links signiert und datiert „F. Salathé. Roma 1820.“, auf dem Untersatz mit Bleistift bezeichnet „monte circello a Terracina“.
1.200 €
Friedrich Salathé reist zusammen mit den Freunden Samuel Birmann und Jakob Christoph Bischoff im Herbst 1815 nach Italien. Anfang November 1815 erreichen sie Rom und lassen sich dort nieder. Bei jeder sich bietenden Gelegenheit wandern sie zum Zeichnen in die Umgebung der Stadt. 1817 reist Salathé für einen Monat zusammen mit Bischoff über Velletri, Terracina, Gaeta und Capua erstmals nach Neapel. Zurück in Rom beteiligt er sich 1819 an der Ausstellung der deutschen Künstler im Palazzo Caffarelli. Im selben Jahr arbeitet er auch in Olevano und erneut in Neapel. Wohl auf der Reise dorthin entsteht eine gleichgroße Sepia-Vorstudie unseres Blattes (vgl. Ein Zeichner der Romantik. Friedrich Salathé 1793–1858, Kat. Ausst. Basel, Lübeck und Stuttgart 1988, S. 160, Kat.Nr. 133, Farbabb. 49, S. 89), die ihm im folgenden Jahr im römischen Atelier als Vorlage für unser Aquarell dient. Im Frühsommer 1821 kehrt Salathé schließlich in die Schweiz zurück.
Johann Wilhelm Schirmer (1807 Jülich – 1863 Karlsruhe)
6663 Flusslandschaft mit kleiner Burg, im Vordergrund ein Weiler mit Windmühle. Schwarze und weiße Kreide auf bräunlichem Velin. 33 x 43,5 cm. Verso eine alte Zuschreibung an den Künstler. Um 1845.
1.800 €
Die Zeichnung Schirmers wiederholt ziemlich exakt ein Landschaftsgemälde in Kassel, das ehemals Rembrandt zugeschrieben wurde (heute Gemäldegalerie Alte Meister, Inv.-Nr. GK 242, siehe dazu Guido von Büren, in: Johann Wilhelm Schirmer. Vom Rheinland in die Welt, Ausstellungsverbundprojekt Rheinland 2010, Bd. 1 Katalog, S. 248f., Kat.-Nr. 16, Abb. 16a). In unserer Auktion 99 im Frühjahr 2012 (Los 6464) boten wir eine Zeichnung Schirmers an, die dasselbe Motiv, aber mit veränderten Proportionen zeigt und die Komposition bereits um Baum- und Buschgruppen im Vordergrund erweitert (vgl. v. Büren a.a.O., Abb. 16b). Die vorliegende Zeichnung ist die ursprüngliche Fassung Schirmers, direkt nach dem Gemälde entstanden. Wir danken Marcell Perse, Jülich, für wertvolle Informationen und für die Bestätigung der Autorschaft Johann Wilhelm Schirmers.
Gustav Friedrich Papperitz (1813–1861, Dresden)
6664* „Torre di Schiavi“: Ruinen an der Via Prenestina in der römischen Campagna. Bleistift. 20,8 x 57,5 cm. Unten rechts eigenh. bezeichnet und datiert „Torre di Sciave / Rom d. 7ten Mai 1857“.
750 €




Carl Maria Nikolaus Hummel (1821–1907, Weimar)
6665 Zwei Eichen bei Friedrichsbrunn im Harz. Bleistift und Deckweißhöhungen, braun laviert auf Velin. 28,4 x 22 cm. Unten links bez., signiert und datiert „bei Friedrichsbrunn, Harz / C. Hummel 1841“.
900 €
6666 Thüringische Landschaft bei Rastenberg mit einem Gehöft an dem Fluss Lossa. Schwarze und weiße Kreide auf graublauem Papier. 52,8 x 59,4 cm. Unten rechts signiert „C. Hummel 1897“
800 €
Provenienz: Aus dem Nachlass des Künstlers.
Carl Wagner (1796 Roßdorf an der Rhön – 1867 Meiningen)
6667 Fichte an einer Holzbrücke.
Feder und Pinsel in Braun über Bleistift. 44,6 x 28,7 cm. Links schwer leserlich bezeichnet.
600 €
Friedrich Preller d. Ä. (1804 Eisenach – 1878 Weimar)
6668 Waldsee mit badenden Frauen, im Vordergrund ein Kahn.
Pinsel in verschiedenen Grautönen, über schwarzer Kreide und Bleistift auf Velin. 25,3 x 37,5 cm. Unten links mit Monogramm in Bleistift „FP“ (eigenh.?).
1.800 €
Literatur: Antiquariatskatalog V. Zahn & Jaensch: 500 Handzeichnungen und Aquarelle alter und neuer Meister, Nr. 318, Dresden 1925, Nr. 289 mit Abb. auf S. 51.
Ausst. Kat. Deutsche Landschaftskunst 1750-1850, Breslau 1933, Nr. 244.
Ausst. Kat. Deutsche Zeichenkunst im 19. Jahrhundert, Frankfurt a.M. 1934, Nr. 157.
Ausst. Kat. Deutsche Zeichenkunst aus zwei Jahrhunderten, 1760-1960. Aquarelle, Zeichnungen und Druckgraphik aus der Sammlung W. B., Staatliche Kunsthalle Karlsruhe, Karlsruhe 1967, Nr. 107.
Provenienz: Sammlung Carl Heumann, Chemnitz (Lugt 2841a). Stuttgarter Kunstkabinett Roman Norbert Ketterer, Stuttgart, Auktion 29 am 29. November 1957: Sammlung Heumann, Chemnitz. Kunst des 18. und 19. Jahrhunders. Aquarelle, Zeichnungen, Gemälde, Graphik, Los 244 mit Abb. Tafel 25.
Sammlung Walter Bauer, Fulda.
„Prächtige, stimmungsvolle und für den Künstler höchst charakteristische Landschaftszeichnung“ (Kat. Zahn & Jaensch).



Georg Heinrich Crola (1804 Dresden – 1879 Ilsenberg)
6669 Blick auf die Schnarcherklippen bei Schierke im Harz.
Bleistift auf Velin. 18,4 x 26 cm. Unten links betitelt, signiert und datiert „Die Schnarcher Klippen im Harz Crola 1849“.
600 €
Carl Ludwig Frommel (1789 Schloß Birkenfeld – 1863 Ispringen)
6670 Baumstudie. Aquarell, über schwarzer Kohle. 40,6 x 29,1 cm. Verso bezeichnet „Aus dem Nachlass von C. Frommel“.
2.400 €

Zeichnungen des 19. Jahrhunderts
Wilhelm Leibl (1844 Köln – 1900 Würzburg)
6671 Die Mutter des Künstlers bei der Handarbeit. Bleistift auf Velin. 20 x 14,5 cm. Um 1866.
1.500 €
Literatur: Deutsche Skizzenmappe. XVI. Druck der Marées-Gesellschaft 1919, Abb. Tafel 65.
Ausst. Kat. Wilhelm Leibl, Berlin 1929, S. 29, Kat. Nr. 146. Emil Waldmann: Wilhelm Leibl als Zeichner, München 1942, S. 6f und S. 43 mit Abb. 12.
Ausst. Kat. Deutsche Zeichenkunst aus zwei Jahrhunderten, 1760-1960. Aquarelle, Zeichnungen und Druckgraphik aus der Sammlung W. B., Staatliche Kunsthalle Karlsruhe, 1967, Nr. 68.
Provenienz: Sammlung Karl Haberstock, München. Sammlung Walter Bauer, Fulda.


6672
Wilhelm Busch (1832 Wiedensahl – 1908 Mechtshausen)
6672 Bildnis des Bruders Gustav Busch. Bleistift auf Velin, in ein Passepartout montiert. 13 x 8,9 cm (Passepartoutausschnitt). Unten rechts signiert und datiert „W. Busch 1853“ sowie oben rechts betitelt „Gustav Busch.“.
800 €
Provenienz: Sammlung Richard Müller, Dresden. Christa Männich, Dresden (1952 als Geschenk von vorigem erhalten, handschriftl. Annotation auf dem Rückdeckel). Privatsammlung, Dresden.
Das Bildnis zeigt den jüngeren Bruder des Künstlers im jugendlichen Alter von 17 Jahren. Später machte sich Gustav Busch einen Namen als Konservendosenfabrikant und Ökonom.

Wilhelm Busch
6673 Sechs Schädelstudien. Bleistift auf gelblichem Papier. 31,2 x 24 cm. Unten rechts monogrammiert „WB“. Um 1860.
1.500 €
Literatur: Ruth Brunngraber-Malottke: Wilhelm Busch - Handzeichnungen nach der Natur. Werkverzeichnis, Stuttgart 1992, S. 131, Nr. 281. Provenienz: Privatsammlung, Rheinland.
Rodolphe Bresdin (1825 Ingrande – 1885 Sèvres)
6674 Phantastische mittelalterliche Stadt mit Kathedrale. Schwarze Feder auf hellbraunem Transparentpapier, auf dünnem Karton kaschiert. 8,4 x 13 cm. Unten mittig signiert und datiert „Rodolphe Bresdin 1865“, abermals signiert auf der Mauer des Hauses vorne rechts, verso auf dem Passepartout ein altes Papierfragment mit Federannotation „Ce dessin à la plume de Rodolphe Bresdin dit ‚Chien-Caillou‘ a appartenu à J. K. Huysman qui l‘a légue à son ami Georges Landry“. 15.000 €
Provenienz: Laut Annotation aus der Sammlung bzw. dem Nachlass des Schriftstellers Joris-Karl Huysmans (1848-1907), Paris. Von diesem vermacht an den Freund Georges Landry. Hauswedell & Nolte, Hamburg, Auktion am 8. Dezember 2001, Los 492. Die schwarze Linie beschreibt in den Zeichnungen und Drucken des enigmatischen Grafikers Rodolphe Bresdin mehr als nur Konturen und Formen. In dichten und zugleich filigranen Gefügen entwickelt sie ein Eigenleben voll suggestiver Kraft. Zwischen Romantik und Symbolismus, Phantastik und Mystizismus oszillierend, sind die daraus resultierenden Traumbilder im Kunstpanorama der Zeit einzigartige Schöpfungen, die sich gängigen Zuordnungen entziehen. Erfolg war Bresdin damit zu Lebzeiten jedoch nicht beschieden. Obgleich sich ein kleiner Kreis von Bewunderern um ihn bemühte, darunter vor allem ihm geistig verwandte Schriftsteller wie Charles Baudelaire, Théodore de Banville und Victor Hugo, war er weniger als Grafiker, denn als „celebrité de la rue“, als eigenwilliger Einzelgänger und Bohemien unter all jenen bekannt, die das Exzentrische schätzten. Erst 1908 wurde sein Werk durch eine Retrospektive dem breiten Publikum bekannt. Heute gilt er als visionärer
Künstler und einer der ideellen Vorläufer surrealistischer Strömungen. Bresdin besuchte keine Akademie und schulte sich autodidaktisch an den Blättern nordalpiner Renaissance-Meister. Die Vorbildfunktion alter Kunst ist auch in unserer Zeichnung evident, deren grafischer Duktus mit den vorherrschenden Parallellinien stark an Dürers Eisenradierungen erinnert. Wie für Bresdin üblich, ist sie mit feiner Feder auf transparentem Papier ausgeführt. In seiner künstlerischen Praxis spielen das Übertragen und Überarbeiten von Kompositionen eine wichtige Rolle, weshalb dieses Papier (franz. papier calque) im gezeichneten Œuvre vorherrscht.
Die detailreich herausgearbeitete Stadt ist ein reines Phantasiegebilde, vielleicht ein Echo mittelalterlicher Orte wie Montrelais, dem Städtchen an der Loire, in dessen Nähe Bresdin aufwuchs. Eine weitere Version der Komposition, ebenfalls 1865 datiert, wurde 2019 in Frankreich versteigert. Eng verwandt mit diesen beiden Blättern ist eine Reihe von weiteren Stadtansichten aus den 1860er Jahren, etwa in der Bibliothèque Nationale in Paris (Inv. Reserve EF-362 (1)-FOL) und dem Metropolitan Museum in New York (Inv. 51.504.55).
Zeichnungen von Rodolphe Bresdin sind auf dem Kunstmarkt selten, da sich viele Blätter heute in musealem Besitz befinden. Dort verwahrte Werkkomplexe stammen meist aus den Sammlungen von Freunden und Förderern, die den mittellosen Künstler durch Ankäufe unterstützten oder die Blätter von diesem als Present erhielten. Aus solchem Besitz kommt auch unser Werk, das laut anliegender Annotation dem Romancier und Kunstkritiker Karl Joris Huymans gehörte. In dessen schriftstellerischen Unternehmungen nahm die kritische Auseinandersetzung mit der Kunst seiner Zeit eine herausragende Stellung ein.
Seine Verehrung für Bresdins Kunst verewigte Hyusmans in Form einer furiosen Beschreibung der berühmtesten Radierungen des Künstlers im Roman À rebous aus dem Jahr 1884.


6675
Henri Joseph Harpignies
(1819 Valenciennes – 1916 Saint-Privé)
6675 Herbstliche Landschaft mit einem Bauerngehöft. Aquarell. 29 x 22,4 cm. Signiert „h.harpignies 185[8?] und bezeichnet: „29 Obre“.
1.800 €
Die subtile Landschaftsstudie ist ein Musterbeispiel einer Paysage intime und entstammt dem Frühwerk des Künstlers. Mit größter Ökonomie der künstlerischen Ausdrucksmittel gelingt Harpignies ein Höchstmaß an atmosphärischer Durchdringung. Die kahlen, schlanken Baumstämme im Vordergrund bilden ein filigranes graphisches Muster von großem visuellen Reiz. Die kleine sitzende Figur, der man auf einer Anhöhe rechts gewahr wird, verleiht dem Ganzen einen Ausdruck leiser Melancholie.

Camille August Gastine (1819–1867, Paris)
6676 Akademiestudie eines stehenden schwarzen Mannes.
Schwarze Kreide auf Velin, verso in grauem Stift die Umrisszeichnung des Kopfes. 60,8 x 43 cm.
1.500 €
Provenienz: Aus dem Nachlass des Künstlers (mit dessen Nachlassstempel unten links, nicht bei Lugt).
Bei dem Modell handelt es sich höchstwahrscheinlich um dieselbe Person, die auf einer Alexandre Hesse zugeschriebenen Zeichnung in eindrucksvoller Rückenansicht dargestellt ist und die bei Millon, Paris im Jahr 2022 (Auktion am 19. Mai, Los 182) angeboten wurde. Unser Blatt wie auch die Zeichnung von Millon stammen aus dem Nachlass des Malers Camile Auguste Gastine. Gastine erhielt einen Teil seiner Ausbildung im Atelier von Alexandre Hesse und arbeitete später gemeinsam mit ihm an größeren Projekten wie etwa den Dekorationen für die Kirche Notre-Dame-de-Lorette in Paris.



Hans Thoma (1839 Bernau – 1924 Karlsruhe)
6677 Schwarzwaldlandschaft bei Sankt Blasien. Feder in Grau auf Velin, mit kleiner Deckweißkorrektur, auf Karton kaschiert. 31,8 x 53,2 cm. Am Unterrand signiert und datiert „Hans Thoma“ und „St: Bl d. 1. Sept. [18]70“.
1.200 €
Literatur: Ausst. Kat. Deutsche Zeichenkunst aus zwei Jahrhunderten, 1760-1960. Aquarelle, Zeichnungen und Druckgraphik aus der Sammlung W. B., Staatliche Kunsthalle Karlsruhe, Karlsruhe 1967, Nr. 129.
Provenienz: Galerie Bassenge, Berlin, Auktion 4, 1964, Los 888 mit Abb. Sammlung Walter Bauer, Fulda.
Wohl Vorstudie für das 1875 entstandene Gemälde „Gewitterlandschaft“ (ehemals Nationalgalerie Berlin, 1945 verbrannt, s. Abb. bei Henry Thode: Thoma, des Meisters Gemälde, Stuttgart/Leipzig 1909, S. 79), zu dem sich auch das dazugehörige Aquarell aus demselben Jahr in der Österreichischen Galerie in Wien erhalten hat.
6678 Landschaft bei Bernau. Schwarze Kreide auf J. Whatman-Velin. 21 x 27 cm. Unten links bezeichnet und datiert „Bernau Schwarzwald. 7 Juli [18]62.“.
400 €
6679 Landschaft mit Spaziergängern bei Oberursel im Taunus.
Bleistift auf Velin, verso: Skizze von Blüten und Blattwerk. 15,3 x 23,2 cm. Unten rechts datiert „14. 8. [19]01“.
450 €
Provenienz: Aus dem Nachlass des Künstlers. Privatsammlung, Hessen.
6680 Mutter mit schlafendem Jungen. Feder in Schwarz mit Spuren von Bleistift und Deckweiß, auf dünnem Velin, auf Karton kaschiert. 22,8 x 20 cm. Am Stuhlbein monogrammiert „HTh“ (ligiert). Um 1870-1875.
800 €
Provenienz: Kornfeld und Klipstein, Bern, Auktion 112, 27.-29. Mai 1964, Los 1237.
Sammlung Walter Bauer, Fulda. Die Zeichnung datiert wohl aus den frühen 1870er Jahren, als der kleine Otto Maier, liebevoll „Ottöli“ gerufen, Hans Thoma mehrfach als Modell diente (vgl. Hans Thoma. Aus achtzig Lebensjahren, Leipzig 1929, S. 105).
Zeichnungen des 19. Jahrhunderts

6680

6682

Franz Skarbina (1849–1910, Berlin)
6681 Bildnis einer älteren Dame mit Spitzenhaube, in der Hand eine gefüllte Rose, wohl die Mutter des Dr. Seraphim Hubert Dumont. Aquarell über Bleistift auf Velin, entlang der Kanten auf Karton montiert. 50 x 35,9 cm. Rechts im Hintergrund signiert und datiert „F Skarbina 1882 Berlin“, verso auf der Pappe mit dem Etikett des Kunstsalons Keller & Reiner mit der handschriftl. Nummer „3485“, ferner der Besitzervermerk „Dr. S. H. Dumont ... straße 25“.
1.800 €
Provenienz: Französische Privatsammlung.
Die virtuos erfasste Figur der alten Dame, die trotz ihres hohen Alters eine bemerkenswerte Willensstärke ausstrahlt, ist wahrscheinlich die Mutter des aus Belgien stammenden und seit 1855 in Berlin tätigen Dentisten Dr. Seraphim Hubert, worauf u.a. der rückseitige Besitzervermerk hindeutet. Die Dargestellte sitzt würdevoll auf einem Stuhl mit einer grünen, genieteten Rückenlehne aus Leder und gedrehten Streben. Exakt dieses Möbelstück findet sich auf einem Aquarell Skarbinas aus dem Jahr 1888, das den Mediziner in seinem Wohnzimmer zeigt. Wahrscheinlich entstand das Bildnis im Auftrag des Sohnes, der sich ein solches zum Angedenken an seine Mutter wünschte (s. Grisebach, Berlin, Auktion am 1. Dezember 2021, Los 186).
Hans Thoma (1839 Bernau – 1924 Karlsruhe)
6682 Vorstudie zu „Auf dem Heimwege“. Feder in Schwarz über Bleistift. 25 x 17,3 cm. Unten links bezeichnet „Erster Entwurf zu einem Bilde“ sowie unten rechts signiert und datiert „Hans Thoma/ ... 1876“.
900 €
Die Zeichnung diente höchstwahrscheinlich als Vorstudie zum 1888 fertiggestellten Gemälde „Auf dem Heimwege“ (siehe Henry Thode: Thoma, des Meisters Gemälde, Stuttgart/Leipzig 1909, S. 277). Auf Grundlage dieses Gemäldes schuf Thoma im Jahr 1915 zudem eine Radierung mit dem Titel „Deutsche Flora“ (Beringer 171). Abbildung Seite 133
6683 Alte Eiche mit einem Sammler und einer Dampflokomotive im Hintergrund. Bleistift, braun laviert, verso: eine kleine Blätterskizze.
27,3 x 18,5 cm. Rechts unten mit Bleistift undeutlich bezeichnet und datiert „...steinerwäldchen 19. März“.
450 €
Provenienz: Aus dem Nachlass des Künstlers. Privatsammlung, Hessen.

6684
Zeichnungen des 19. Jahrhunderts

6683
Theodor Hosemann (1807 Brandenburg – 1875 Berlin)
6684 Das Blindekuh-Spiel. Bleistift auf Velin. 12,3 x 7,9 cm. Am Unterrand monogrammiert „TH“ (ligiert)“.
600 €
Beigegeben von Theodor Hosemann drei weitere Zeichnungen: „Die Straßenverkäuferin“, „Betende Nonne“, „Das kaputte Fuhrwerk“, zwei Autographen mit Randzeichnungen sowie 17, teils kolorierte Lithographien.
Franz Skarbina (1849–1910, Berlin)

6685 Bildnis einer eleganten Dame und ihrer Tochter in einer Loggia.
Aquarell auf Karton. 63,3 x 45,1 cm. Am unteren Rand Annotation in französischer Sprache wohl mit Angaben bezüglich der Rahmung.
2.800 €
Julius Jacob d. J. (1842–1929, Berlin)
6686 Alt-Berlin: Blick über die Spree auf den Nikolaiturm und die Poststraße vom Mühlendamm aus gesehen. Aquarell und Gouache über Bleistift. 33,2 x 49,6 cm. Signiert auf dem Kahn links „Jul. Jacob Berlin“, verso auf dem Rahmenrückdeckel betitelt sowie bezeichnet „Geschenk vom Maler Prof. Jul. Jacob / 1912“.
400 €


Links im Bild das Ephraim-Palais, über dem Dachgiebel des alten Hauses rechts der Mitte die Turmspitze des Roten Rathauses. Der Sohn des gleichnamigen Historienmalers Julius Jacob d. Ä. arbeitete ab 1882 als Dozent für Landschaftszeichnen und Aquarellmalerei an der Technischen Hochschule Charlottenburg. Seinen ersten Stadtansichten von Berlin war schneller Erfolg beschieden, weswegen er sich vorwiegend Darstellungen der Berliner Altstadt und der allmählich wachsenden Großstadt widmete. Zwischen 1862 und 1885 entstand u. a. ein Aquarellzyklus von 70 Berlin-Ansichten, die seinen Ruf als Chronisten des nach und nach verschwindenden Alt-Berlins begründeten.
Friedrich Kaiser (1815 Lörrach – 1889 Berlin) 6687 Hausbau in Berlin-Charlottenburg. 2 Zeichnungen, je Pinsel in Grau auf dünnem Karton. 21 x 27,3 bzw. 20,8 x 28,2 cm. Ein Blatt unten rechts monogrammiert „FK“ (ligiert), das andere signiert „FKai... fec“. 400 €




6692
Georg Janny (1864–1935, Wien)
6688 Bei Landeck im Oberinntal mit Blick auf die Parseierspitze.
Aquarell, weiß gehöht, auf Karton. 24 x 29,9 cm. Unten rechts signiert „G. JANNY.“, unten links bezeichnet „Landeck“.
600 €
Rudolf Heinrich Schuster (1848–1902, Markneukirchen i. Vogtland)
6689 Der Gallhof in Vahrn bei Brixen in Südtirol. Bleistift auf Velin. 12,4 x 18,7 cm. Eigenh. bewidmet, signiert und datiert „October 1895“ und „Zur Erinnerung an seinen getreuen Vetter Rudolf Schuster“, verso in schwarzer Feder von Hans von Lengenfeld ein Gedicht „Cardinal der Liebe“.
450 €
Literatur: Maria Krause: Der Landschaftsmaler Rudolf Schuster (18481902), ein Schüler Ludwig Richters, Diplomarbeit Karl Marx Universität, Leipzig 1961 (Typoskript), Nr. 261 (Abb.-Nr. 143).
Beigegeben von Rudolf Schuster eine weitere Ansicht des Gallhofes in Vahrn, unten rechts bezeichnet und datiert „Vahrn 3. Oct [18]78.“ (Krause Nr. 262, Abb.-Nr. 144).
Pieter Gerardus van Os (1776–1839, Den Haag)
6690 Bäuerin mit Kühen und Schafen am Fluss. Feder in Braun, Pinsel in Grau, grau laviert. 13 x 16,8 cm. Signiert unten links „PG Van Os fec.“, verso alt bezeichnet „Pieter Gerardus van Os. / Aus J.A.G. Weigel‘s (in Leipzig) Sammlung“.
400 €
Provenienz: Johann August Gottlob Weigel, Leipzig (1773-1846).
Nach seiner Ausbildung bei seinem Vater und an der Tekenakademie in Den Haag wurde van Os Zeichenlehrer in Amsterdam. Um 1805 begann er sich in seinem Atelier in Amsterdam auf Landschaften mit Vieh zu spezialisieren.

Johann Gottlieb Löhrer (1791 Bischofszeil – 1840 Bern)
6691 Elegantes Schweizer Interieur.
Aquarell über Bleistift. 39,4 x 55,8 cm. Unten links signiert „G: Loehrer del:“.
4.000 €
Friedrich Wasmann (1805 Hamburg – 1886 Meran)
6692 Studienblatt mit zwei weiblichen Portraits und einem Profilkopf.
Bleistift auf Velin. 18,7 x 23,8 cm. Um 1831.
900 €
Literatur: Ausst. Kat. 100 Jahre deutsche Zeichenkunst 1750-1850, Chemnitz 1930, Nr. 283.
Ausst. Kat. Bildnis und Komposition 1750-1850. Zeichnungen und Aquarelle aus der Sammlung Heumann Chemnitz, Leipzig 1934, Nr. 211. Peter Nathan: Friedrich Wasmann. Sein Leben und sein Werk, München 1954, Kat. 449.
Provenienz: Sammlung Wilhelm Koenig, Wien (Lugt 2653b).
Sammlung Carl Heumann, Chemnitz (Lugt 2841a).
Stuttgarter Kunstkabinett Roman Norbert Ketterer, Stuttgart, Auktion 29 am 29. November 1957: Sammlung Heumann, Chemnitz. Kunst des 18. und 19. Jahrhunders. Aquarelle, Zeichnungen, Gemälde, Graphik, Los 384 mit Abb. Tafel 20.
Sammlung Walter Bauer, Fulda. Abbildung Seite 139
Friedrich Wasmann

6693 Portrait einer jungen Frau mit Flechtfrisur. Bleistift auf Velin. 25,5 x 17,8 cm. Um 1836.
1.200 €
Literatur: Ausst. Kat. 100 Jahre deutsche Zeichenkunst 1750-1850, Chemnitz 1930, Nr. 284.
Ausst. Kat. Bildnis und Komposition 1750-1850. Zeichnungen und Aquarelle aus der Sammlung Heumann Chemnitz, Leipzig 1934, Nr. 213 mit Abb. auf Tafel XXV.
Peter Nathan: Friedrich Wasmann. Sein Leben und sein Werk, München 1954, Kat. 53 mit Abb. 183.
Ausst. Kat. Deutsche Zeichenkunst aus zwei Jahrhunderten, 1760-1960. Aquarelle, Zeichnungen und Druckgraphik aus der Sammlung W. B., Staatliche Kunsthalle Karlsruhe, Karlsruhe 1967, Nr. 130.
Provenienz: Sammlung Dr. Georg Blohm, Hamburg. Dessen Auktion bei Galerie Commeter, Hamburg, Auktion 34: Katalog der wertvollen Sammlung Dr. G. Blohm, Hamburg: Handzeichnungen und Aquarelle des 18. bis 20. Jahrhunderts..., 7.-10. November 1927, Los 679 mit Abb. Tafel XXXII.
Sammlung Carl Heumann, Chemnitz (Lugt 2841a).
Karl und Faber, München, Auktion 87, 1963, Los 1005 mit Abb. Sammlung Walter Bauer, Fulda.

Pieter Francis Peters (1818 Nijmegen – 1903 Stuttgart)
6694 Salon der Zarin Alexandra Fjodorowna im Hotel Belvedere in Interlaken.
Aquarell über Spuren von Bleistift, weiß gehöht, montiert auf den originalen Untersatz. 17,3 x 27 cm. Unten rechts signiert, bezeichnet und datiert „P. F. Peters / Interlaken 1859“, auf dem Untersatz von Großfürstin Olga bezeichnet „Interlaken1859 salon de Maman à l‘hôtel Belvedère“.
1.200 €
Provenienz: Aus dem Besitz der Großfürstin Olga Nikolajewna Romanowa (1822-1892), Königin von Württemberg.
Diese und folgende Losnummern stammen von Olgas Aufenthalt in Interlaken, wo sie ihre Mutter nach langer Zeit wiedersah: „Das Wiedersehen der Kaiserin von Rußland und ihrer Tochter, der Kronprinzessin von Würtemberg, in Interlaken war ein sehr rührendes. Die Kaiserin Mutter war mit einem Extraschiff von Thun nach Interlaken gefahren. Lange wartete die Kronprinzessin Olga, auf einem Stuhle am Ufer des See‘s sitzend, bis das Schiff in Sicht kam. Da eilte sie, ohne auf einen kleinen Regenschauer zu achten, an den Landungsplatz. Mutter und Tochter hielten sich lange umfaßt und fuhren dann in einem einfachen Wagen nach Interlaken.“ (Bonner Zeitung vom 28. August 1859, S. 2).

Pieter Francis Peters
6695 Salon, wohl der Großfürstin Olga Nikolajewna in Interlaken.
Aquarell über Bleistift, weiß gehöht, montiert auf den originalen Untersatz. 15,7 x 22,4 cm. Unten links signiert, bezeichnet und datiert „P. F. Peters / Interlaken / 1859“, auf dem Untersatz von Großfürstin Olga bezeichnet „Interlaken 1859 vis à vis la Jungfrau“.
1.200 €
Provenienz: Aus dem Besitz der Großfürstin Olga Nikolajewna Romanowa (1822-1892), Königin von Württemberg.
Joseph Contini
(1827 Mailand – 1892 Cannes)
6696 Salon der Großfürstin Olga Nikolajewna im Hôtel
Splendide in Nizza.
Aquarell und Gouache über Bleistift, montiert auf den originalen Untersatz. 30 x 40,1 cm. Unten rechts signiert und datiert „J.H CONTINI / 1889.“, auf dem Untersatz von Großfürstin Olga bezeichnet „Mon Salon, hôtel
Splendide, Nice. 1889.“ sowie oben „J. Contini.“.
1.500 €
Provenienz: Aus dem Besitz der Großfürstin Olga Nikolajewna Romanowa (1822-1892), Königin von Württemberg.
Abbildung Seite 144


Joseph Contini
6697 Salon der Großfürstin Olga Nikolajewna in der Villa Boutau in Nizza.
Aquarell und Gouache, weiß gehöht, auf fein strukturiertem Papier, montiert auf den originalen Untersatz. 26,9 x 37,2 cm. Unten rechts signiert und datiert „J.H CONTINI / 1886“, auf dem Untersatz von Großfürstin Olga bezeichnet „Mon salon à Nice, villa Bouteau - Carabacel 1884, 85, 86.“.
1.500 €
Provenienz: Aus dem Besitz der Großfürstin Olga Nikolajewna Romanowa (1822-1892), Königin von Württemberg.
Großfürstin Olga und ihr Mann König Karl I. von Württemberg gastierten mehrere Monate in den Wintern 1886-1888 in der Villa Boutau in Carabacel, einem damaligen Vorort von Nizza. Contini portraitierte 1885 auch das Boudoir Olgas im Palais (vgl. unsere Auktion 124, Dezember 2024, Los 6664).
Moritz von Schwind (1804 Wien – 1871 München)
6698 Studie einer jungen Frau mit gesenktem Blick. Bleistift auf Velin, an den Ecken auf ein hellblaues Untersatzpapier montiert. 29,9 x 18,7 cm.
900 €
Literatur: Ausst. Kat. Deutsche Zeichenkunst aus zwei Jahrhunderten, 1760-1960. Aquarelle, Zeichnungen und Druckgraphik aus der Sammlung W. B., Staatliche Kunsthalle Karlsruhe, Karlsruhe 1967, Nr. 124.
Provenienz: Karl und Faber, München, Auktion 75, November 1960, Los 343 mit Abb. Sammlung Walter Bauer, Fulda.
Carl Spitzweg (1808–1885, München)
6699 Der Liebesbrief. Bleistift auf Transparentpapier, zur Übertragung gegriffelt. 24,4 x 21,3 cm. Verso unten rechts mit der Nummer „V 78310“. Um 1845/46.
400 €
Provenienz: Aus dem Nachlass des Künstlers (mit dessen Signaturstempel Lugt 2307 unten rechts).
Die Zeichnung entstand wohl als Werkstudie für das formatgleiche Gemälde Spitzwegs „Der Liebesbrief“, das um 1845/46 datiert wird. Das Gemälde befand sich bis zu seiner Entwendung im Jahr 1989 in der Galerie der Romantik im Schloss Charlottenburg in Berlin.
Zeichnungen des 19. Jahrhunderts

6698

6699

6700 Mediterraner Sommergarten mit klassizistischem Pavillion.
Aquarell und Gouache auf festem Papier. 37,2 x 28 cm. Unten rechts in Großbuchstaben signiert und datiert „Heinrich Hermanns [18]93“.
600 €
6701 Zypressen bei Sestri Levante in Ligurien. Aquarell und Gouache, weiß gehöht, Spuren von Bleistift, aufgezogen. 35,7 x 26,7 cm. Unten links signiert, datiert und bezeichnet „Sestri Levante 27/4 Chr. Kröner [19]05“.
600 €


Domenico Caligo
(tätig 1862–1880 in Florenz)
6702 Die Sala di Giove im Palazzo Pitti in Florenz, im Hintergrund ein Künstler vor der Staffelei. Aquarell über Bleistift auf Papier, dieses alt (vom Künstler?) entlang der Kanten auf Leinwand montiert und auf Keilrahmen gespannt. 41,5 x 56 cm. Unten links signiert „D. Caligo“, verso auf dem Keilrahmen alte Siegelreste.
15.000 €
Provenienz: J. P. Schneider Jr., Frankfurt a. Main. Privatsammlung, Luxemburg. Ketterer, München, Auktion am 14. Mai 2013, Los 654. Rheinländische Privatsammlung.
Von dem in Florenz wirkenden Domenico Caligo, dessen Werk aus der Zeit zwischen 1862 und 1880 datiert, gibt es kaum biographische Informationen. Sein Metier war die Interieurdarstellung, wobei er seine Motive vor allem in den Kirchen und Palästen in Florenz oder auch Venedig fand. Insbesonders die grandiosen Säle des Palazzo Pitti inspirierten Caligo, von der Sala di Giove, dem Jupiter-Saal gibt es von ihm gleich mehrere Fassungen in Aquarell. Die Ansichten unterscheiden sich nur in wenigen Details, wobei die vorliegende Version mit dem Künstler, der ein Altmeister-Gemälde im Saal kopiert. besonders reizvoll ist. Prägend für Caligos fein gezeichnete Aquarelle ist die Perfektion der Perspektive sowie die hohe Stofflichkeit der vielfältigen dargestellten Materialien. Der spiegelnde blanke Marmorboden, die schillernde Seide der Wandbespannungen und das warme Gold der prächtigen Gemälderahmen bringen den Charakter des fürstlichen Saales bestens zur Geltung.

Franz von Lenbach
(1836 Schrobenhausen – 1904 München)
6703 Elise Hirth mit ihren Kindern Siegfried, Arthur, Walther und Elsa.
Pastell und schwarze Kreide, teils gewischt, weiß gehöht, auf festem Zeichenkarton, auf fester Pappe aufmontiert.
89,5 x 79,5 cm. Unten rechts signiert und datiert „F. Lenbach / Weinachten [sic!] 1883“.
2.400 €
Provenienz: Neumeister, München, Auktion 364 am 2. Juli 2014, Los 442.
Privatsammlung Süddeutschland.
Elise Hirth (1852-1920) war die Tochter des Münchner Verlegers Julius Knorr. 1870 heiratete sie den damals ebenfalls als Verleger und Schriftsteller tätigen Georg Hirth (1841-1916), der 1896 gemeinsam mit Fritz von Ostini die für den Jugendstil namensgebende Zeitschrift „Jugend“ als Sprachrohr für die damalige Münchner Kunst- und Literaturszene gründete. Dargestellt sind neben seiner Gattin die drei Söhne Siegfried, Arthur und Walther sowie die Tochter Elsa.

Rudolf Schick (1840–1887, Berlin)
6704 Schlucht bei Sant‘Agnello auf der Sorrentiner Halbinsel.
Aquarell, Gouache und weiße Kreide auf graubraunem Velin. 30,7 x 23 cm. Unten rechts datiert und bez. „19/8 [18]67 Schlucht in S. Agnel(lo) (die bei der Villa Giord... zum Meere führt“.
1.200 €
Provenienz: Sammlung Walter Bauer, Fulda.

6705, Beigabe
Louis Eysen (1843 Manchester – 1899 München)
6705 Halbfigur einer jungen Frau mit Schleier. Kohle auf J. Whatman-Velin. 26,4 x 18,2 cm.
1.200 €
Literatur: Wilhelm Dieter Vogel: Louis Eysen 1843–1899. Das Zeichnerische Werk, Frankfurt a. M. 2000, Nr. 134.
Provenienz: Nachlass des Künstlers. Familienbesitz Eysen. Privatbesitz Hessen.
Eysen fertigte die Zeichnung während seines Aufenthalts in Florenz im Januar bzw. Herbst 1880 in den Uffizien an. Das zugrundeliegende Gemälde, das damals als Werk Leonardo da Vincis galt, wird heute Francesco Napoletano zugeschrieben. Die vorliegende Zeichnung war Teil des im Werkverzeichnis so bezeichneten „Skizzenbuch I groß“ des Künstlers. Beigegeben von demselben eine weitere Kohlezeichnung mit einem weiblichen Profilbildnis nach einem Wandteppich Raffaels, ebenfalls aus dem Nachlass des Künstlers (Vogel 133).

6705
6706 1896. Wolkenstimmung über Capri. Gouache auf brauner Malpappe. 20,1 x 30,3 cm (Bildausschnitt: 16,8 x 24,5 cm). Rechts unten unleserlich signiert, betitelt und datiert „Capri 31.3.[18]96“.
400 €
Alberto Prosdocimi (1852–1925, Venedig)
6707 Wäscherinnen am Tiberufer in Rom. Aquarell. 38 x 52 cm (Rahmenausschnitt). Unten links signiert „A. Prosdocimi“. (Unausgerahmt beschrieben).
1.500 €






Sascha Schneider (eigentlich Alexander, 1870 St. Petersburg – 1927 Swinemünde)
6708 Studienblatt mit zwei Händen und einem Fuß in Schrittstellung.
Schwarze und weiße Kreide auf blaugrauem Velin. 32,3 x 50 cm. Monogrammiert und datiert „S. S. [19]04.“.
750 €
Provenienz: Aus dem Nachlass der Künstlers (mit dem Nachlassstempel verso).
Beigegeben von Sascha Schneider zwei weitere Studienblätter, eines davon monogrammiert und datiert (1927): „Überkreuzte Füße“ und „Handstudie mit Tuch“.
6709 Stehender männlicher Akt mit Stab.
Bleistift auf festem Velin. 45,2 x 60,4 cm. Monogrammiert und datiert „S. S. 1927“.
900 €
Provenienz: Aus dem Nachlass der Künstlers (die zwei Beigaben verso mit dessen Nachlassstempel).
Beigegeben von Sascha Schneider zwei weitere monogrammierte und ins Jahr 1927 datierte Studienblätter „Schreitende Figur“ und „Liegender weiblicher Akt“.
Sascha Schneider
6710 Luther wird ohnmächtig.
Bleistift auf Velin, wohl original auf einen Untersatzkarton montiert. 31,8 x 36,5 cm. Monogrammiert „AS“, sowie betitelt, datiert und eigenh. bez. „Luther wird ohnmächtig aufgegeben von Pr. Grosse, am 22. Nov. 1890“.
800 €
Provenienz: Aus dem Nachlass des Künstlers (drei Blatt mit dem Nachlassstempel Schneiders auf der Rückseite des Passepartouts).
Zeichnung aus der Frühzeit des Künstlers zur Zeit seiner Ausbildung an der Dresdener Akademie. Beigegeben 4 weitere Bleistiftzeichnungen des Künstlers „Tobias und der Engel“, „Kämpfende Kreuzritter“, „Das Wunder Pauli“ und „Szene aus dem Götz von Berlichingen“.
Deutsch oder Französisch
6711 frühes 20. Jh. „Bacchus“ - Italienischer Jüngling mit Weinkelch auf einem Leopardenfell. Bleistift auf chamoisfarbenem Velin. 31 x 23,3 cm. Am Unterrand in Spiegelschrift in französischer Sprache betitelt „La Volonté de l‘homme est-elle un vain mot?“. 900 €


Walter Julius Hammer (1873 Dresden – 1922 Leipzig)
6712 „Der überlastete Kahn“. Feder in Schwarz und Grau, Spritztechnik, hinter ein Fensterpapier montiert. 20,7 x 38,1 cm. (1913).
600 €
Provenienz: Aus dem Nachlass des Künstlers (mit dessen Nachlassstempel).
6713 Das Atelier des Künstlers in Leipzig. Farbige Kreiden, weiß gehöht, auf blaugrünem Papier. 42,3 x 30,2 cm. Unten rechts monogrammiert (ligiert) und datiert „WH. 1900“.
600 €
Provenienz: Aus dem Nachlass des Künstlers (mit dessen Nachlassstempel), ebenso die Beigaben.
Beigegeben zwei Arm- und Beinstudien, je weiße Kreide auf dunkelgrünem bzw. dunkelrotem Papier, monogrammiert und datiert „WH 1903“.

Max Klinger (1857 Leipzig – 1920 Großjena b. Naumburg)
6714 Die Heimatlosen. Feder in Schwarz wohl auf Velin, auf dünnem Karton aufgezogen. 25,7 x 22,8 cm. Unten links signiert „Max Klinger“. Um 1885. 1.200 €
Provenienz: Karl und Faber, München, Auktion 87, 1963, Los 709. Sammlung Walter Bauer, Fulda.

Sergius Hruby (1869–1943, Wien)
6715 Frau und Kentaur. Aquarell und Deckfarben auf festem, chamoisfarbenem Velin. 70,5 x 71 cm. Verso unten rechts signiert „S. Hruby“. 9.000 €
Alexander Rothaug (1870–1946, Wien)


6716 Draperiestudie. Schwarze und weiße Kreide über Rötel auf grau-grünem Velin. 28,9 x 31,8 cm.
450 €
Beigegeben von demselben ein weiteres Studienblatt mit weiblichem Akt, verso Soldat mit Flinte.
6717 Draperiestudie und männlicher Akt mit Bogen. Schwarze und weiße Kreide auf grau-braunem Velin. 22,8 x 31,9 cm.
450 €
Beigegeben von demselben ein weiteres Studienblatt mit männlichem Akt.


Carl Schulda (tätig um 1900 in Wien )
6718 Wüste.
Tunkpapierarbeit, original montiert. 8,5 x 11,6 cm. Unten links signiert „Schulda“.
350 €
6719 Korallen.
Tunkpapierarbeit. 21,5 x 18,7 cm.
350 €
Emil Pirchan (1884 Brno – 1957 Wien)
6720 Komposition in Lila, Korallenrot und Petrol. Wasserfarben aufgebracht im Tunkpapierverfahren (Marmoriertechnik) mit goldfarbener Einfassungslinie, in ein Passepartout montiert. 29,8 x 20,8 cm. Um 1906/07.
3.500 €
Provenienz: Aus dem Nachlass des Künstlers.
Seither im Besitz der Nachfahren.


Emil Pirchan
6721 Komposition in Blassblau, Lila und Korallenrot. Wasserfarben aufgebracht im Tunkpapierverfahren (Marmoriertechnik) mit goldfarbener Einfassungslinie, in ein Passepartout montiert. 29,9 x 21 cm. Um 1906/07.
2.500 €
Provenienz: Aus dem Nachlass des Künstlers. Seither im Besitz der Nachfahren.
Hermann Wöhler (1897–1961, Hannover)
6722 Weltlandschaft mit Taube und himmlischer Stadt.
Feder in Schwarz auf festem Zeichenkarton. 47,8 x 34,3 cm. Unten rechts monogrammiert „HW“.
1.500 €
Provenienz: Aus dem Nachlass des Künstlers.
Illustration zu einer Textpassage aus der Offenbarung des Johannes (Kapitel 1, Vers 3): „Glücklich ist, wer die prophetischen Worte dieses Buches anderen vorliest; und glücklich sind alle, die sie hören und danach handeln.“ (makarios o anaginôskôn kai oi akouontes tous logous tês prophêteias kai têrountes ta en autê gegrammena o gar kairos eggus).


Originale Mappe Roerichs für die Entwürfe
Nicholas Roerich
(eigentl. Nicolaj Konstantinov, 1874 Sankt Petersburg – 1947 Naggar, Indien)
6723 Kleine Stadt: Entwurf zu einem der Hintergrundvorhänge zum Theaterstück „Prinzessin Maleine“ von Maurice Maeterlinck.
Aquarell und farbige Stifte auf Velin, an zwei Stellen am Oberrand auf den originalen Untersatzkarton befestigt, an dessen Oberrand ein Transparentpapier mit Quadrierung montiert. 11,2 x 16,4 cm. Unten links in kyrillischer Schrift monogrammiert und datiert, auf dem Untersatzkarton mit Maßangaben und alter Bezeichnung wohl von der Hand des russischen Malers Nikolai Alexandrovich
Klodt (1865 St. Petersburg -1918 Moskau) in Bleistift in kyrillischer Schrift, auf dem Transparentpapier ebenfalls Bleistiftannotationen in Kyrillisch. 1913.
16.000 €
Provenienz: Westdeutsche Privatsammlung (seit mehr als 30 Jahren). Der russische Maler, Schriftsteller und Mystiker Nicholas Roerich wird bis heute als einer der überragenden und zugleich rätselhaftesten Charaktere der russischen Geistes- und Kulturgeschichte betrachtet. Die Wirkung des 1874 in St. Petersburg als Sohn eines wohlhabenden Deutschbalten und einer Russin Geborenen berührte dabei nicht allein den russischen Kulturkreis, da es ihm zeitlebens gelang, als Künstler und Wissenschaftler, als Reisender, Autor und Philosoph universelle Impulse zu geben. Von 1893 bis 1897 studierte Roerich an der kaiserlichen Akademie der Künste und zugleich an der juristischen Fakultät seiner Heimatstadt. Anschließend bildete er sich im Atelier des bekannten Landschafts-
malers Arkhip Kuindzhi weiter. Bereits zu dieser Zeit stand er in engem Kontakt mit so bedeutenden Kunstschaffenden wie Ilja Repin, Nicolai Rimski-Korsakov, Modest Mussorgsky und Dmitri Grigorowitsch. In den Jahren 1900 bis 1901 und 1903 bis 1904 unternahm Roerich Reisen nach Paris beziehungsweise zu den historischen Stätten Russlands. Seit 1904 entstanden die ersten mystischen Bilder, die von den Eindrücken der Russlandreise geprägt sind: jahrhundertealte Burgen, orthodoxe Kirchen und Klöster. Wenig später, im Jahr 1906, begann Roerich, Bühnendekorationen und Kostüme für das Theater zu entwerfen. Damit gewann er die Aufmerksamkeit des genialen Impresarios und Gründers des Ensembles ‚Ballets Russes‘ Sergei Diagilew, der ihn mit den Entwürfen zu Igor Strawinskys Ballettoper „Le Sacre du Printemps“ beauftragte, die 1913 in Paris von den ‚Ballets Russes‘ uraufgeführt wurde. In diese Zeit fallen auch Roerichs Dekorationen für zwei Stücke des Belgiers Maurice Maeterlinck: „La Princesse Maleine“ und „Sœur Béatrice“. Spätestens seit 1905 war Roerich mit dem Werk des Symbolisten Maeterlinck vertraut, da er eine dreibändige Übersetzung von dessen Werken illustriert hatte.
In den Jahren 1913 und 1914 schuf Roerich die Bühnenbilder und Kostüme für Maeterlincks erstes Stück „Prinzessin Maleine“, dessen Uraufführung im Pariser Théâtre Libre geplant war. So entstanden 19 Entwürfe für Bühnendekorationen in Tempera, dazu mehr als zwei Dutzend Kostümentwürfe und Vorstudien in Bleistift, Aquarell und Gouache. Eine Aufführung kam jedoch nicht zustande, da das Theater Anfang des Jahres 1914 Konkurs anmelden musste. Roerich nahm seine Entwürfe wieder an sich und verkaufte einen Teil davon russischen Sammlern. Die verbliebenen Arbeiten stellte er im selben Jahr auf der Baltischen Ausstellung (Baltic Exhibition) in Malmö aus (15. Mai - 4. Oktober 1914)

und anschließend auf einer Ausstellung mit eigenen Werken, die 1918 und 1919 an drei Stationen, in Stockholm, Kopenhagen und Helsinki, gezeigt wurde (vgl. John McCannon: „Passengers of Wisdom: Nicholas Roerich, the Dramas of Maurice Maeterlinck, and Symbols of Spiritual Enlightenment“, in: The Russian Review, Bd. 64, Juli 2004, S. 449-478). Maurice Maeterlincks Drama „La Princesse Maleine“ erschien bereits 1889. Das Stück spielt in einer düsteren, märchenhaften Welt und erzählt von der Prinzessin Maleine, die gegen den Willen ihres Vaters den Prinzen Hjalmar liebt. Um die Liaison mit dem Sohn des Königs Hjalmar zu unterbinden, wird Maleine in einem Turm gefangen gehalten. Nach Jahren gelingt ihr die Flucht und sie findet Hjalmar wieder. Doch dessen Stiefmutter, Königin Anne, die in der Zwischenzeit den senilen König Hjalmar geheiratet hat, tötet Maleine aus Eifersucht, da sie ihre eigene Tochter mit Hjalmar vermählen möchte. Hjalmar tötet daraufhin die Königin und anschließend sich selbst. Der vorliegende wie auch die beiden nachfolgenden Entwürfe (Lose 6724 und 6725) lassen sich laut Gvido Trepsa jeweils mit einem der drei Hintergrundvorhänge (занавеса) für das Stück, die in einem Artikel der russischen Zeitschrift „Речь“ (dt. Rede, ) genannt werden (1913, 16/29 September, Nr. 253, C. 4), identifizieren: „Bei der Anfertigung der Entwürfe berücksichtigte der Künstler auch, dass die Bühne aufgrund der zahlreichen Bilder im Stück in drei Teile unterteilt werden sollte. Das Geschehen wird abwechselnd in einem dieser drei Teile stattfinden
Diese Inszenierung veranlasste N. K. Roerich, drei Vorhänge zu entwerfen. Diese Vorhänge werden das Stück ‚Prinzessin Maleine‘ nicht illustrieren, sondern lediglich den Charakter seiner Darstellung auf der Bühne widerspiegeln.“ Roerichs Entwurf zeigt eine kleine, verwinkelte Stadt, die von einer mächtigen Stadtmauer mit Tortürmen umgeben ist. Vor der Stadt steht isoliert ein weiterer Turm mit einem spitzen, hohen Turmhelm. Dieses Gebäude steht wahrscheinlich für das Verlies der Prinzessin. Der zeitlich entrückten Szenerie, die Maeterlinck in seinem märchenhaften Stoff beschreibt, entspricht Roerich mit seinem weich fließenden und geschwungenen Duktus. Die Stadt und ihre Gebäude wirken organisch und nicht wie aus Stein. Besonders auffällig ist, dass das Farbspektrum lediglich Blau- und Violetttöne mit vereinzelten Akzenten in Orange und Gelb umfasst. Für Roerich hat die Wahl der Farbe eine essentielle Bedeutung. Die Farben Blau und Violett stehen bei Roerich für das feminin Göttliche und Transzendente. Entsprechend verwendet der Künstler die gleiche reduzierte Farbpalette für fast sämtliche Dekorationsentwürfe zu dem Drama.
Weitere Entwürfe für Prinzessin Maleine befinden sich im Staatlichen Museum für Theater- und Musikkunst in St. Petersburg (s. John McCannon op.cit., Fig. 3, 4 und 10) und im Nicholas Roerich Museum in New York.
Wir danken Gvido Trepsa, Direktor des Nicholas Roerich Museums in New York, für wertvolle Informationen.

Nicholas Roerich
6724 Innerer Schlosshof: Entwurf zu einem der Hintergrundvorhänge zum Theaterstück „Prinzessin Maleine“ von Maurice Maeterlinck.
Aquarell und Gouache, farbige Stifte auf Millimeterpapier, an zwei Stellen am Oberrand auf den originalen Untersatzkarton befestigt, an dessen Oberrand ein Transparentpapier mit Quadrierung montiert. 12 x 17,4 cm. Unten links in kyrillischer Schrift signiert und datiert, auf dem Untersatzkarton mit Maßangaben und alter Bezeichnung in Bleistift wohl von der Hand des russischen Malers Nikolai Alexandrovich Klodt (1865 St. Petersburg -1918 Moskau) in kyrillischer Schrift, auf dem mit brauner Feder quadrierten Transparentpapier ebenfalls Bleistiftannotationen in Kyrillisch. 1914.
16.000 €
Provenienz: Westdeutsche Privatsammlung (seit mehr als 30 Jahren).
Wir danken Gvido Trepsa, Direktor des Nicholas Roerich Museums in New York, für wertvolle Informationen.

Nicholas Roerich
6725 Blick in den Korridor des Schlosses: Entwurf zu einem der Hintergrundvorhänge zum Theaterstück „Prinzessin Maleine“ von Maurice Maeterlinck. Aquarell und Gouache, farbige Stifte auf Millimeterpapier, an zwei Stellen am Oberrand auf den originalen Untersatzkarton befestigt, an dessen Oberrand ein Transparentpapier montiert. 9,3 x 16,4 cm. Auf dem Untersatzkarton in Bleistift wohl von der Hand des russischen Malers Nikolai Alexandrovich Klodt (1865 St. Petersburg1918 Moskau) in kyrillischer Schrift betitelt und mit Maßangaben versehen. (1913/14).
14.000 €
Provenienz: Westdeutsche Privatsammlung (seit mehr als 30 Jahren).
Wir danken Gvido Trepsa, Direktor des Nicholas Roerich Museums in New York, für wertvolle Informationen.

Fidus
(eigentl. Hugo Höppener, 1868 Lübeck – 1948 Berlin)
6726 „Jahrhundertwende“, Tempelbild-Entwurf. Feder in Schwarz, Aquarell und Farbkreide auf Papier, original auf Karton kaschiert. 34 x 49,5 cm (Papier), 46 x 56,5 cm (Karton). Signiert und datiert „Fidus 1899“, unterhalb der Darstellung undeutlich in brauner Feder (verblasst) betitelt „Zur Jahrhundertwende“, verso auf dem Karton nochmals betitelt, signiert und datiert „Jahrhundertwende / fidus. - 99“. Im Originalrahmen.
4.500 €
Literatur: Erste Gesamtausstellung der Werke von Fidus, Berlin und Hamburg 1928, S. 15, Nr. 41 (verso auf dem Rahmen die Nummer in Schwarz unten links).
Ausstellung: Kunstsalon Gerstenberger Chemnitz, Nr. 54. Albert Rathke‘s Kunstausstellung Magdeburg, Nr. 18154. Berlin und Hamburg, 1928: Erste Gesamtausstellung der Werke von Fidus.
Provenienz: Aus dem Nachlass des Künstlers, zunächst Fidus-Haus. 1991-1996 Verwahrung in der Berlinischen Galerie. 1996 bis Februar 2026 Dauerleihgabe ans Archiv der deutschen Jugendbewegung auf Burg Ludwigstein (Inv. N38 Nr. 577, Etikett auf der Rahmenrückseite).
Zwei Männergestalten aus der Welt der Rittersagen und der antiken Erzählungen ziehen an der nackten jungen Frau in ihrer Mitte, die unentschieden auf dem Schoß einer Gottvater-ähnlichen Figur sitzen bleibt. Die Stilvielfalt in der Kunst um die Jahrhundertwende, zwischen Historismus, Symbolismus und Jugendstil spiegelt sich in der feinlinigornamental und weitgehend flächig gestalteten Darstellung.

6727 „Wider-Licht und Wogengischt“. Aquarell über Bleistift auf festem Velin. 18,4 x 23,6 cm. Unten mit Bleistift monogrammiert, betitelt und datiert „VIII. 22“, oben auf ein graues Untersatzpapier aufgelegt und dort mit Bleistift bewidmet und signiert „Unserem lieben Edwin zum 2. Julmonds 1940“.
2.500 €

6728 „Zum Traumtempel“.
Gouache und Aquarell über Bleistift, original auf einen Untersatz montiert. 25,2 x 37,3 cm. In der Zeichnung monogrammiert und datiert „F. [19]13“ sowie auf dem Untersatz eigenh. bez. „Zum Traumtempel“. Original gerahmt.
3.000 €
Provenienz: Galerie Commeter, Hamburg, Nr. 717 (verso Etikett).
6729 Der Seher.
Bleistift auf chamoisfarbenem Velin, verso weitere Studienköpfe im Profil. 13 x 17,9 cm.
600 €
Provenienz: Sammlung Emly Wilhelmi (geb. Kofahl), Hannover. Privatsammlung Berlin.
6730 „Öffentliches Erziehungswesen“.
Bleistift. 12,7 x 19,6 cm. Unten links eigenh. betitelt „Öffentliches Erziehungswesen“, verso wohl ebenfalls eigenh. bez. „aus dem ‚Buche vom Kinde‘ von Adele Schreiber (B.G. Teubner)“ sowie unten von fremder Hand der Besitzvermerk „Wilhelmi Woltersdorf b. Erkner Fasanenstr. 18“.
800 €
Provenienz: Sammlung Otto Kofahl, Hannover. Sammlung Emly Wilhelmi (geb. Kofahl), Hannover.
Entwurfszeichnung für „Das Buch vom Kinde“ von Adele Schreiber, veröffentlicht 1907. Der Inhalt des Buches ist die wissenschaftliche Aufklärung und die Durchsetzung moderner Standards in der Kinderfürsorge und Mutterschaft in der Zeit um 1907. Es gilt als wichtiges Zeitdokument des frühen 20. Jahrhunderts, das den gesellschaftlichen Wandel hin zu einem stärkeren Fokus auf das Kindeswohl widerspiegelt.




Fidus
6731 „Wladimir R. Stolls / Bücherei“ (Exlibris-Entwurf). Bleistift auf Velin, orig. montiert auf einem braunen Untersatz. 16,3 x 9,6 cm. In der Darstellung bezeichnet „Wladimir R. Stolls / Bücherei“ sowie unten rechts monogrammiert und datiert „f1912“.
750 €
Provenienz: Sammlung Otto Kofahl, Hannover. Sammlung Emly Wilhelmi (geb. Kofahl), Hannover.
Beigegeben von demselben eine eigenh. beschriebene Blanko-Postkarte, datiert „3. III. 1922“ sowie eine Postkarte von anderer Hand, adressiert an „Mr. & Mrs. Wöhler, Am Schatzkampe 14, Hannover“ mit der Ansicht von „The Beach & Marine Crescent Folkestone“, Kent England, datiert „3. Aug. 1924“.
6732 5 Lichtdruck- oder Photopostkarten aus dem Verlag des St. Georgs-Bundes, Woltersdorf bei Erkner, verso je mit eigenh. Kommentaren zu den umseitig dargestellten Werken. Je ca. 8,9 x 14 cm. 3 Karten signiert „Fidus“, datiert 1944-46.
350 €
Gabriel Cornelius von Max (1840 Prag – München 1915)
6733 Der Tod: Illustration zu Mendelssohns „Lieder Ohne Worte“.
Aquarell über Feder in Grau und Spuren von Bleistift. 28,7 x 37,6 cm. In der Darstellung signiert „G. v. Max 1861“ sowie unten in der Notenzeile betitelt „F. Mendelsohn Bartholdy. Lieder ohne Worte.“.
1.200 €
Vorlage zu einem Blatt aus der 12-Blatt umfassenden Folge “Phantasiebilder aus Tonstücken”, die 1863 als Reproduktionsgraphiken in Wien erschien.
Albert Männchen (1873 Rudolstadt – 1935 Berlin)
6734 Apoll im Sonnenwagen. Kohle auf gelblichem Velin. 96,4 x 153,5 cm. Unten rechts signiert „Albert Maennchen“.
400 €
Provenienz: Privatsammlung Rheinland-Pfalz.



Paul Meyerheim (1842–1915, Berlin)
6735 Das Ständchen. Aquarell und Gouache, Pinsel in Schwarz, weiß gehöht. 20,9 x 28,6 cm. Oben links mit signierter und datierter Zueignung an den Berliner Museumsdirektor Julius Lessing „An Dr. Julius Lessing u. Frau / O möge Euch 100 Jahre erfreun / Das liebliche Ständchen von diesen / dreien / zum 10. November 1874 Paul Meyerheim“.
600 €
Marcus Behmer (1879 Weimar – 1958 Berlin)
6736 „Vita Somnium Breve“ - Traumvision.
Feder in Grau auf dünnem Velin. 21 x 14,8 cm. Rechts in der Darstellung monogrammiert und datiert „MB/ 23. XII. [19]36“ sowie unter der Darstellung erneut datiert und bezeichnet „INV. ET DEL. 23. XII. [19]36. ST. / VITA SOMNIUM BREVE“.
600 €
Die mit dem Motto „Das Leben ist ein kurzer Traum“ versehene Zeichnung dürfte kurz nach Antritt von Behmers zweijähriger Haftstrafe im Gefängnis von Stockach entstanden sein, zu der er im Dezember 1936 wegen Homosexualität verurteilt worden war.


Hans Thoma (1839 Bernau im Schwarzwald – 1924 Karlsruhe)
6737 Karikaturköpfe.
Feder in Braun. 20,8 x 13,5 cm. Unten rechts eigenh. bez. „Zu einer Musestunde von 7-8 Uhr / in Schloss BadenBaden aus dem Löschblatt / der Schreibmappe abgezeichnet / 29 Nov 1906 / Simplicissimus“.
400 €
Beigegeben von demselben eine Entwurfszeichnung auf Transparentpapier mit den Tierkreiszeichen.


Französisch

6738 19. Jh. „Encore une fois merci ma vieille!“ – Kleiner Orang-Utan mit Brille, ein Schild mit Danksagung haltend. Feder in Braun, auf Bütten, umgefalzt. 11,3 x 17,9 cm (Darstellung). Auf dem Schild bez. Wz. Britannia und Schrift „Britannia Note“.
800 €
Persönliche Skizze vermutlich auf einer Art Notizzettel, dieser doppelt gefalzt, mit den angebrachten Initialen „HT“.
Friedrich Westphal (1890–1979, Hamburg)
6739* Marabus.
Schwarze Kreide, weiß gehöht auf grünlichem Velin. 39 x 29,5 cm. Unten rechts signiert „FWestphal“.
450 €
Wilhelm Kuhnert (1865 Oppeln – 1926 Flims, Graubünden)
6740 Rastendes Löwenpaar.
Tuschpinselzeichnung in Schwarz auf festem Velin. 16,6 x 15,9 cm. Unten rechts monogrammiert und datiert „WK [19]07“.
1.500 €
Beigegeben Wilhelm Kuhnerts Publikation „Im Land meiner Modelle“, Klinkhardt & Biermann, Leipzig 1918.

Hermann Widmer
(1871 Ehingen an der Donau – 1940 Göhren auf Rügen)
6741 Blättertanz.
Aquarell, über Spuren von schwarzer Kreide, auf Velin.
77,5 x 60,7 cm. Unten rechts signiert und datiert „Herm. Widmer / Berlin 1927“.
800 €

Anna Sedillot (1873–1927, Paris)
6742 Junge Frau im Sternengewand. Pastell. 59,5 x 48 cm (lichtes Maß). Unten rechts signiert „A. Sedillot“, verso auf der Rahmenrückseite ein Etikett des Rahmenhändlers „Philipp Hubrecht / Schlettstadt Krämergasse 13“.
750 €
Die Künstlerin Anna Sedillot wurde in Paris geboren und war Mitglied der dortigen Künstlervereinigung Société des Artistes Français. Sie stellte dort ab etwa 1900 aus und erhielt eine Ehrenmedaille für ihre Arbeiten (vgl. Benezit, Bd. 12, S. 621, Ausgabe 1998).

von
6743 Im Paradies: Gottvater ermahnt Adam und Eva. Farbige Kreiden auf graubraunem Velin. 24 x 18 cm. Unten links monogrammiert „LvH“.
1.500 €
Erich Lindenau
(1889 Bischofswerda – 1955 Dresden)
6744 Wiesenstück mit Löwenzahn. Aquarell auf Aquarellpapier. 50,5 x 39,3 cm (Passepartoutausschnitt). Oben rechts monogrammiert und datiert „EL. 1948“.
600 €
Das fein arrangierte Aquarell zeigt neben dem blühenden Rittersporn auch die bereits vertrockneten Stiele anderer Blühpflanzen und Blattgewächse mit roter und gelber Laubfärbung. Die an botanische Darstellungen erinnernde Zeichnung zeigt die fragile Schönheit der Pflanzen, die nur allzu schnell der Vergänglichkeit anheimfallen. In ein Passepartout montiert.


Werner Sachsze (tätig 1920/30, Woltersdorf)
6745 Stehender weiblicher Akt auf einem Löwenzahn. Gouache auf Malkarton. 48,7 x 33,4 cm. Unten mittig monogrammiert „WS“.
450 €
Werner Sachsze war in den 1920er und 1930er Jahren eine lokale Persönlichkeit in Woltersdorf. Als Vorstandsmitglied des Turnvereins mit dem Leitmotiv „Frisch, fromm, fröhlich, frei“ sowie als Mitwirkender im Kultur- und Heimatverein bewegte er sich im gleichen bürgerlich-kulturellen Umkreis wie Fidus. Als Unternehmer mit einem Schreibwarengeschäft war Sachsze Teil jener lokalen Bildungs- und Reformkultur, die den geistigen Hintergrund der Fidus-Malerei in Woltersdorf mitprägte. Wir danken Wolfgang Funkhauser für wertvolle Hinweise.

Richard Müller (1874 Tschirnitz, Böhmen – 1954 Dresden)
6746 Rotwild vor der Burgruine Rýzmburk bei Osek im tschechischen Erzgebirge.
Schwarze Kreide. 32,6 x 24,2 cm. Unten bezeichnet, datiert und signiert „Riesemburg b. Ossegg 6.1938Rich. Müller.“.
450 €
Provenienz: 1955 aus dem Nachlass des Künstlers, Dresden. Ein beliebtes Motiv Müllers ist die Darstellung verfallener alter Burgruinen in der näheren sächsischen und böhmischen Umgebung. Hier stellt er den Wohnturm der ab 1240 erbauten „Riesenburg“ bei Ossegg dar, die ihren Namen der für eine Burg sehr großen Anlage von 200 Metern Länge und 95 Metern Breite verdankt. Bereits im 16. Jahrhundert begann der Verfall des gotischen Bauwerks, im Zeitalter der Romantik wurde eine Renovierung initiiert, die Burg verfiel aber im 20. Jahrhundert weiter. Seit 1989 unternimmt der Tschechische Naturschutzverband unter Beteiligung der staatlichen Denkmalschutzbehörde eine umfangreiche Rekonstruktion.
Müller
6747 Das Grab von Auguste Richter auf dem Loschwitzer Friedhof.
Schwarze Kreide. 23,6 x 16,9 cm. Unten in Bleistift bezeichnet, datiert und signiert „Loschwitz 1935 Rich. Müller“, verso in Bleistift alt bezeichnet „Grab „Frau Ludwig Richter / Loschwitzer Friedhof.“. 400 €
Provenienz: 1955 aus dem Nachlass des Künstlers, Dresden.
Die Darstellung von Friedhöfen und Grabstätten berühmter Persönlichkeiten zieht sich durch das gesamte zeichnerische Werk Müllers. Im Jahr seiner Entlassung aus der Dresdner Akademie 1935 gibt er das Grab von Auguste Richter (1804-1854) wieder. Der von Müller verehrte Adrian Ludwig Richter heiratete Auguste, die er bereits 1820 in Rom kennenlernte, 1827 in Dresden. Das Paar bekam fünf Kinder. Sie verstarb 50jährig an den Folgen eines Schlaganfalls, ihr Mann, der sie um 30 Jahre überlebte, ging für den Rest seines Lebens keine neue Ehe mehr ein. Auf demselben Friedhof in Dresden-Loschwitz fanden auch 1947 Richard Müllers Frau Lillian Sanderson und sieben Jahre später ihr Gemahl ihre letzte gemeinsame Ruhestätte.

Richard Müller
6748 Selbstbildnis im Profil, nach links, am 65. Geburtstag.
Schwarze Kreide, gewischt, auf Zeichenpapier der Firma Schoellershammer. 36,5 x 23,2 cm. Am unteren Rand signiert, datiert und bezeichnet „Rich. Müller 28. Juli 1939 – 65 Jahr alt.“.
750 €
Provenienz: 1955 aus dem Nachlass des Künstlers, Dresden. Nach seinem Parteiausschluss im März 1935 wegen „Werte-Zerstörung“ und „Bestrebungen, die der NSDAP zuwidergehandelt“ hätten, und der gleichzeitigen Entlassung aus dem Rektorenamt der Dresdner Akademie, zu der sich die dortigen NS-Vertreter veranlasst fühlten, die in seinen Arbeiten „zersetzende Tendenzen“ zu erkennen glaubten, musste sich Richard Müller bis 1945 mit Auftragsarbeiten durchschlagen. Zu seinen Ambivalenzen zählt vielleicht, dass er dennoch 1937, 1938, 1939 und 1941 auf den Großen Deutschen Kunstausstellungen im Münchner Haus der Deutschen Kunst vertreten war. Anlässlich seines 65. Geburtstages versichert sich Müller seiner selbst. Der leicht nach oben gerichtete Blick scheint fragend, zugleich aber auch selbstbewusst, in die unbestimmte Zukunft zu blicken.


Leo Haas (1901 Troppau (Opava) – 1983 Ost-Berlin)
6749 Der Rattenfänger auf einem Totenschädel. Feder in Schwarz, hellbraun und grün aquarelliert, auf Velin. 22,5 x 15,8 cm. In der Darstellung unten rechts signiert „Leo Haas“, außerhalb der Darstellung unten rechts signiert und datiert „LeoHaas / 1930“.
600 €
Der Rattenfänger lockt auf seiner Schalmei spielend die ersten neugierigen Nager herbei. Die Szenerie zeigt aber nicht, wie er die Plagegeister aus der Stadt führt, vielmehr sitzt er auf einem riesigen Schädel auf einem Hügel weit über der Stadt. Was auf den ersten Blick wie eine Buchillustration wirken mag, kann aber, kennt man die Künstlervita, auch anders gedeutet werden. Der einer bürgerlichen jüdischen Familie entstammende Maler, Grafiker und Pressezeichner Leo Haas studierte von 1919 bis 1922 an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe und anschließend bei Emil Orlik und Willy Jaeckel in Berlin. Ab 1926 bis 1938 arbeitete er für verschiedene Illustrierte und als Karikaturist in Wien und in seiner Heimatstadt Opava in der Tschechoslowakei. Weil er deutschen Kommunisten bei der illegalen Überquerung der Grenze geholfen hatte, wurde er 1939 verhaftet und zu Zwangsarbeit verurteilt.

Zeichnungen
6750 Ca. 13 Blatt des 16.-18. Jh.
1.200 €
Daruter von, zugeschrieben an und nach: Barocci, Bergmüller, Correggio, Jordaens, Tiepolo, Wink, sowie drei Rötelzeichnungen verschiedener Hände.
6751 5 Blatt des 17.-18. Jh.
450 €
Vier Rötelzeichnungen, darunter von Bernhard Rode ein betiteltes Blatt „Der gute Rath“ aus der Sammlung Christian Gottfried L. Matthes (Lugt 2871), von Stephan von Stengel ein Blatt mit dazugehörigem ContreÉpreuve „Sitzende Dame in Rückenansicht“, nach Jacques Courtois „Brustbildnis einer jungen Frau im Oval“ sowie ein „Stehender Greis“ (17. Jh.), weiterhin eine lavierte Federzeichnung „Ein Messerkampf“ (wohl 17. Jh.).
6752 Ca. 9 Blatt Zeichnungen des 17.-20. Jh.
300 €
Darunter von, zugeschrieben an und nach: Giovanni Benedetto Castiglione, Friedrich Feigl, Charles Malfray, Crescenzio Onofri, James McNeill Whistler.
6753 Ca. 11 Blatt des 17.-19. Jh.
600 €
Darunter von und nach: Anton Dietrich (Entwurf zur Illustration „Karl IV von Böhmen folgt dem Leichenzug Günther von Schwarzburgs“, aus der Sammlung Johann Georg von Sachsen), Johannes Hartmann (17531830) eine 1770 signierte und datierte Landschaftszeichnung, Angelika Kauffmann, George Rowlandson, Julius Schnorr von Carolsfeld.
6754 Ca. 15 Blatt des 18.-20. Jh.
1.200 €
Darunter: Zeno Alexandre, August Geist, Pierre Ernest Kohl, zwei Entwürfe für den Deckenplafond in der Villa Toscana in Gmunden. Beigegeben zwei Radierungen von Stefano della Bella und Allaert van Everdingen.
6755 9 Zeichnungen des 19. Jh.
750 €
Darunter von und zugeschrieben an: Charlet, Charles West Cope, Lorenz Frolich, Tommaso Minardi.
A
Agricola, Chr. Ludwig 6559-6561
Alt, Franz 6644
Appiani, Andrea 6611
Audenaerde, Robert van 6540
B
Bamberger, Fritz 6661
Behmer, Marcus 6736
Bendemann, Eduard 6626
Bisschop, Jan de 6539
Bleuler d. J., Johann Heinrich 6581-6583
Bloemaert, Abraham 6527
Brakenburgh, Richard 6533
Bresdin, Rodolphe 6674
Busch, Wilhelm 6672-6673
C
Caligo, Domenico 6702
Caucig, Franz 6601
Cibo, Gherardo 6500
Cignani, Carlo 6503
Contini, Joseph 6696-6697
Cornelius, Peter von 6623
Crola, Georg Heinrich 6669
D
Dahl, Carl 6633
Delamarre, Jacques B. 6567
Dietler, Johann Friedrich 6637
Dietrich, Christian Wilhelm Ernst 6571-6572
Dunker, Balthasar Anton 6585
E
Eckersberg, Christoffer W. 6634
Ender, Thomas 6653
Eysen, Louis 6705
F
Feubure, Ferdinand le 6659
Fidus 6726-6732
Frommel, Carl Ludwig 6670
Führich, Joseph von 6625, 6628
G
Gaertner, Friedrich von 6655
Gagneraux, Bénigne 6598
Gainsborough, Thomas 6591
Galliari, Gaspare 6597
Gastine, Camille August 6676
Goyen, Jan Josefsz. van 6535
Gurlitt, Louis 6656-6657
H
Haas, Leo 6749
Hammer, Walter J. 6712-6713
Harpignies, Henri Joseph 6675
Hayter, George 6631
Hermanns, Heinrich 6700
Hofmann, Ludwig von 6743
Hosemann, Theodor 6684
Hruby, Sergius 6715
Hummel, Carl M.N. 6665-6666
J
Jacob d. J., Julius 6686
Janny, Georg 6688
K
Kaiser, Adolph 6618
Kaiser, Friedrich 6687
Kanoldt, Edmund Friedrich 6654
Kersting, Georg Friedrich 6622
Klinger, Max 6714
Kobell, Franz 6593-6594
Kröner, Johann Christian 6701
Krüger, Franz 6636, 6640
Kuhnert, Wilhelm 6740
Kyhn, Vilhelm 6635
L
Lawrow, Nikolai
Andrejewitsch 6639
Le Prince, Jean-Baptiste 6576
Leibl, Wilhelm 6671
Lenbach, Franz von 6703
Lindenau, Erich 6744
Löhrer, Johann Gottlieb 6691
Lwow, Fedor Fedorovitch 6642, 6645
M
Maillard, L. 6565
Männchen, Albert 6734
Marcola, Marco 6518
Mattioli, Ludovico 6555
Max, Gabriel Cornelius von 6733
Merian d. Ä., Matthäus 6529
Meyerheim, Paul 6735
Miel, Jan 6534
Molitor, Martin von 6590
Morgenstern, Carl 6649
Mouricault, Thomas-Laurent 6566
Müller, Richard 6746-6748
N
Nadorp, Franz J. H. 6617
Nathe, Christoph 6588
Nerly, Friedrich 6660
Nicolle, Victor Jean 6596
Niessen, Wilhelm J. 6629-6630
O
Olivier, Ferdinand 6621
Os, Pieter Gerardus van 6690
Overbeck, Friedrich 6624
Papperitz, Gustav Friedrich 6664
Peters, Pieter Francis 6694-6695
Pierre, Jean-Baptiste Marie 6563
Pillement, Jean-Baptiste 6564
Piola, Domenico 6510
Pirchan, Emil 6720-6721
Pomardi, Simone 6648
Portaña, Vicente López 6549
Pose, Eduard Wilhelm 6658
Preller d. Ä., Friedrich 6652, 6668
Procaccini, Ercole 6516
Prosdocimi, Alberto 6707
R
Rehberg, Friedrich 6647
Reinhold, Johann Fr. L. 6580
Roerich, Nicholas 6723-6725
Rothaug, Alexander 6716-6717
S
Sachsze, Werner 6745
Salathé, Friedrich 6662
Salviati, Francesco 6501
Schadow, Johann Gottfried 6615
Schellenberg, Johann R. 6557
Schick, Rudolf 6704
Schinkel, Karl Friedrich 6614
Schirmer, Johann Wilhelm 6663
Schmutzer, Jakob Matthias 6602
Schneider, Sascha 6708-6710
Schröder, Johann Heinrich 6613
Schübler, Johann Jakob 6556
Schulda, Carl 6718-6719
Schuster, Rudolf Heinrich 6689
Schwind, Moritz von 6627, 6698
Sedillot, Anna 6742
Simonini, Francesco 6553-6554
Skarbina, Franz 6681, 6685
Spitzweg, Carl 6699
Steiner, Emanuel 6620
TThiele, Johann Alexander 6589
Thiersch, Ludwig 6632, 6641
Thoma, Hans 6677-6680, 6682-6683, 6737
Troll, Johann Heinrich 6586
Troost, Cornelis 6579
V
Vredeman de Vries, Hans 6532
W Wagner, Carl 6667
Waser, Anna 6587
Wasmann, Friedrich 6692-6693
Westphal, Friedrich 6739
Wicart, Nicolaas 6592
Widmer, Hermann 6741
Wöhler, Hermann 6722
1. Die Galerie Gerda Bassenge KG, nachfolgend Versteigerer genannt, versteigert als Kommissionärin im eigenen Namen und für Rechnung ihrer Auftraggeber (Kommittenten), die unbenannt bleiben. Die Versteigerung ist freiwillig und öffentlich im Sinne des § 383 III BGB.
2. Der Versteigerer behält sich das Recht vor, Nummern des Kataloges zu vereinen, zu trennen, außerhalb der Reihenfolge anzubieten oder zurückzuziehen.
3. Sämtliche zur Versteigerung kommenden Gegenstände können vor der Ver steigerung besichtigt und geprüft werden. Die Sachen sind gebraucht. Erhaltungszustände der einzelnen angebotenen Arbeiten bleiben im Katalog in der Regel unerwähnt. Die Katalogbeschreibungen sind keine Garantien im Rechtssinne und keine vertraglich vereinbarten Beschaffenheitsangaben. Gleiches gilt für individuell angeforderte Zustandsberichte. Sie bringen nur die subjektive Einschätzung des Versteigerers zum Ausdruck und dienen lediglich der unverbindlichen Orientierung. Alle Gegenstände werden in dem Erhaltungszustand veräußert, in dem sie sich bei Erteilung des Zuschlages befinden. Soweit nicht in der Katalogbeschreibung explizit erwähnt, sind Rahmungen nicht bindender Bestandteil des Angebots. Der Käufer kann den Versteigerer nicht wegen Sachmängeln in Anspruch nehmen, wenn dieser seine Sorgfaltspflichten erfüllt hat. Der Versteigerer verpflichtet sich jedoch, wegen rechtzeitig vorgetragener, begründeter Mängelrügen innerhalb der Verjährungsfrist von 12 Monaten ab dem Zeitpunkt des Zuschlags seine Ansprüche gegenüber dem Einlieferer (Auftraggeber) geltend zu machen. Im Falle erfolgreicher Inanspruchnahme des Einlieferers erstattet der Versteigerer dem Erwerber den Kaufpreis samt Aufgeld. Die Haftung des Versteigerers auf Schadensersatz für Vermögensschäden – gleich aus welchem Grund – ist ausgeschlossen, es sei denn, dem Versteigerer fiele Vorsatz oder grobe Fahrlässigkeit zur Last. Die Haftung bei Verletzung von Leben, Körper und Gesundheit bleibt unberührt.
4. Der Zuschlag erfolgt nach dreimaligem Aufruf an den Höchstbietenden. Der Versteigerer kann den Zuschlag verweigern oder unter Vorbehalt erteilen. Wenn mehrere Personen dasselbe Gebot abgeben und nach dreimaligem Aufruf kein höheres Gebot erfolgt, entscheidet das Los. Der Versteigerer kann den Zuschlag zurücknehmen und die Sachen erneut ausbieten, wenn irrtümlich ein rechtzeitig abgegebenes höheres Gebot übersehen worden ist oder wenn der Höchstbietende sein Gebot nicht gelten lassen will oder sonst Zweifel über den Zuschlag bestehen.
5. Im Falle eines schriftlichen Gebotes beauftragt der Interessent den Versteigerer für ihn während der Versteigerung Gebote abzugeben. In schriftlichen Aufträgen ist bei Differenzen zwischen Nummer und Kennwort das Kennwort maßgebend.
6. Telefonische Gebote und Online-Direkt-Gebote über das Internet bedürfen der vorherigen Anmeldung beim Versteigerer und dessen Zustimmung. Für die Bearbeitung übernimmt der
Versteigerer jedoch keine Gewähr. Telefonische und OnlineGebote werden nur akzeptiert, wenn der Bieter bereit ist, den ihm zuvor mitgeteilten Mindestpreis des jeweiligen Loses zu bieten. Auch bei Nichtzustandekommen einer Verbindung gilt, dass für den Auktionator dieses Gebot in Höhe des Mindestpreises verbindlich ist. Für das Zustandekommen einer entsprechenden Telefon- oder Onlineverbindung übernimmt der Versteigerer keine Gewähr. Das Widerrufs- und Rückgaberecht bei Fernabsatzverträgen findet auf solche Gebote keine Anwendung (§ 312g Abs. 2 Nr. 10 BGB).
7. Mit der Erteilung des Zuschlages geht die Gefahr für nicht zu vertretende Verluste und Beschädigung auf den Ersteigerer über. Das Eigentum an den ersteigerten Sachen geht erst mit vollständigem Zahlungseingang an den Erwerber über.
8. Auf den Zuschlagspreis ist ein Aufgeld von 30% zu entrichten, in dem die Umsatzsteuer ohne separaten Ausweis enthalten ist (Differenzbesteuerung) oder ein Aufgeld von 25% auf den Zuschlag zzgl. der Umsatzsteuer (Regelbesteuerung) von z.Zt. 7% (Gemälde, Zeichnungen, Skulpturen, Graphiken, Bücher etc.) bzw. 19% (Handschriften, Autographen, Kunstgewerbliche Gegenstände, Siebdrucke, Offsets, Fotografien, etc.). Die im Katalog mit einem * gekennzeichneten Objekte unterliegen in jedem Fall der Regelbesteuerung (Aufgeld von 25% auf den Zuschlag zzgl. der Umsatzsteuer von z.Zt. 7% bzw. 19%). Bei den im Katalog mit einem ^ gekennzeichneten Objekten ist Einfuhrumsatz steuer angefallen. In diesen Fällen wird zusätzlich zu einem Aufgeld von 27% (Differenzbesteuerung) die verauslagte Einfuhrumsatzsteuer in Höhe von z.Zt. 7% auf den Zuschlag erhoben. Für bundesdeutsche Kunsthändler und Antiquare, die zum Vor steuer abzug berechtigt sind, kann die Gesamt rech nung auf Wunsch, wie bisher nach der Regelbesteuerung ausgestellt werden. Von der Umsatzsteuer befreit sind Ausfuhrlieferungen in Drittländer (außerhalb der EU) und – bei Angabe ihrer USt.-Identifikations-Nr. bei Auftragserteilung als Nachweis der Berechtigung zum Bezug steuerfreier innergemeinschaftlicher Lieferungen –auch an Unternehmen in anderen EU-Mitgliedsstaaten, unter der Voraussetzung, dass sie für gewerblichen Gebrauch einkaufen. Eine Korrektur nach Rechnungsstellung ist nicht möglich. Alle anderen Käufe aus EU-Ländern unterliegen der Umsatzsteuer. Ausländischen Käufern außerhalb der Europäischen Union wird die Umsatzsteuer erstattet, wenn binnen 4 Wochen nach der Auktion der deutsche zollamtliche Ausfuhrnachweis und der zollamtliche Einfuhrnachweis des entsprechenden Importlandes erbracht werden. Bei Versand durch uns gilt der Ausfuhrnachweis als gegeben. Bei Online-Live-Geboten über Internetplattformen erhöht sich das Aufgeld um die dort anfallende Transaktionsgebühr (i. d. R. 3-5%). Während oder unmittelbar nach der Auktion ausgestellte Rechnungen bedür fen einer besonderen Nachprüfung und eventueller Berichtigung; Irrtum vorbehalten. Katalog- und Zusatzabbildungen dürfen nicht ohne Genehmigung verwendet werden. Reproduktionsrechte und digitale Dateien der Abbildungen können gegen Gebühr erworben werden. Gegebenen-
falls noch bestehende Urheberrechte Dritter bleiben davon unberührt und müssen u.U. gesondert eingeholt werden.
9. Die Auslieferung der ersteigerten Stücke erfolgt in unseren Geschäftsräumen gegen Bezahlung. Kreditkarten (Mastercard, VISA, American Express), Schecks sowie andere unbare Zahlungen werden nur erfüllungshalber angenommen. Bankspesen/ Transaktionsgebühren bzw. Kursverluste können zu Lasten des Käufers gehen. Die Auf bewahrung erfolgt auf Rechnung und Gefahr des Käufers. Der Versand wird gegen Vorabrechnung des Rechnungsbetrages ausgeführt. Die Versandspesen sowie die Kosten für Versicherung gegen Verlust und Beschädigung gehen zu Lasten des Käufers. Übersteigen die tatsäch lichen Versandkosten die vorab berechnete Pauschale, so wird die Differenz dem Käufer nachträglich in Rechnung gestellt.
10. Bei der Ausfuhr von Kulturgütern ist gem. der EG-Verordnung Nr. 116/2009 bzw. § 24 KGSG abhängig von Kategorie und Wert des Objekts ggf. eine Ausfuhrgenehmigung erforderlich. Aus Gründen des Artenschutzes können Objekte aus bestimmten, geschützten Materialien (u.a. Elfenbein, Schildpatt, Perlmutt und einige Korallenarten) besonderen Im- und Exportbeschränkungen unterliegen. Zum Zwecke des Exports (insbesondere außerhalb der Europäischen Union) kann hierfür eine spezielle Ausfuhrgenehmigung gemäß der Verordnung (EG) Nr. 338/97 erforderlich sein. Entsprechende Ausfuhrgenehmigungen können nur unter strengen Bedingungen erteilt und ggf. auch gar nicht erlangt werden, auch kann der Import dieser Gegenstände in manche Staaten eingeschränkt oder untersagt sein. Der Käufer ist selbst dafür verantwortlich, sich über etwaige Im- und Exportbeschränkungen zu informieren. Export und Import entsprechender Objekte erfolgen allein auf Rechnung und Gefahr des Käufers.
11. Der Zuschlag verpflichtet zur Abnahme. Der Kaufpreis ist mit dem Zuschlag fällig. Der Versteigerer ist berechtigt, falls nicht innerhalb von zwei Wochen nach der Versteigerung Zahlung geleistet ist, den durch den Zuschlag zustande gekommenen Kaufvertrag ohne weitere Fristsetzung zu annullieren, Verzugszinsen in
banküblicher Höhe – mindestens jedoch 1 % auf den Bruttopreis je angebrochenen Monat – zu berechnen und von dem Ersteigerer wegen Nichterfüllung Schadenersatz zu verlangen. Der Schadenersatz kann in diesem Falle auch so berechnet werden, dass die Sache in einer neuen Auktion nochmals versteigert wird und der säumige Käufer für einen Mindererlös gegenüber der vorangegangenen Versteigerung einschließlich der Gebühren des Auktionshauses aufzukommen hat. Zu einem Gebot wird er nicht zugelassen, auf einen etwaigen Mehrerlös hat er keinen Anspruch.
12. Erfüllungsort und Gerichtsstand im vollkaufmännischen Verkehr ist Berlin. Es gilt ausschließlich deutsches Recht. Das UNAbkommen über Verträge des internationalen Warenkaufs (CISG) findet keine Anwendung.
13. Die im Katalog aufgeführten Preise sind Schätzpreise, keine Limite.
14. Der Nachverkauf ist Teil der Versteigerung, bei der der Interessent entweder telefonisch oder schriftlich (im Sinne der Ziffern 5 und 6) den Auftrag zur Gebotsabgabe mit einem bestimmten Betrag erteilt. Entsprechende Gebote behalten ihre Gültigkeit für 4 Wochen nach Abgabe.
15. Die Abgabe eines Gebotes in jeglicher Form bedeutet die Anerkennung dieser Versteigerungsbedingungen. Der Versteigerer nimmt Gebote nur aufgrund der vorstehenden Versteigerungsbedingungen entgegen und erteilt dementsprechend Zuschläge. Kommissionäre haften für die Käufe ihrer Auftraggeber.
16. Sollte eine der vorstehenden Bestimmungen ganz oder teilweise unwirksam sein, so bleibt die Gültigkeit der übrigen davon unberührt.
David Bassenge, Geschäftsführer und Auktionator
Dr. Markus Brandis, öffentlich bestellter u. vereidigter Auktionator

Stand: Mai 2026
1. The Galerie Gerda Bassenge KG, subsequently called “the auctioneer” carries on business as commission-agent in its own name on behalf of its voluntary consignors. This auction sale is a public one in the sense of § 383 III BGB.
2. The auctioneer reserves the right to combine, to split, to change or to withdraw lots before the actual final sale.
3. All objects put up for auction can be viewed and examined prior to the sale at the times made known in the catalogue. The items are used and sold as is. As long as not explicitly mentioned in the catalogue description, framing is not an inherent part of the offer. As a rule, the condition of the individual work is not given in the catalogue. Catalogue descriptions are made with as much care as possible, but the descriptions do not fall under the statutory paragraph for guaranteed legal characteristics. The same applies for individually requested condition reports. These also offer no legal guarantee and only represent the subjective assessment of the auctioneer while serv ing as a non-binding orientation. The liability for damage to life, body or health shall remain unaffected. In case of a justified claim, however, he will accept the responsibility to make a claim for restitution on behalf of the buyer against the consignor within a period of 12 months, running from the fall of the hammer. In the event of a successful claim the auctioneer will refund the hammerprice plus premium.
4. The highest bidder acknowledged by the auctioneer shall be deemed the buyer. In case of identical bids the buyer will be determined by drawing lots. In the event of a dispute the auctioneer has the absolute discretion to reoffer and resell the lot in dispute. He may also knock down lots conditionally.
5. In the case of a written bid the bidder commissions the auctioneer to place bids on his behalf during the auction. In cases where there is a discrepancy between number and title in a written bid the title shall prevail.
6. Telephone and direct online bidding via the internet must be approved in advance by the auctioneer. The auctioneer cannot be held liable for faulty connections or transmission failure. In such a case the bidder agrees to bid the reserve price of the corresponding lot. For such bidding the regulations of long distance contracts do not apply (Fernabsatzverträge) [cf § 312g II,10 BGB].
7. On the fall of the auctioneer’s hammer title to the offered lot will pass to the acknowledged bidder. The successful buyer is obliged to accept and pay for the lot. Ownership only passes to the buyer when full payment has been received. The buyer, however, immediately assumes all risks when the goods are knocked down to him.
8. A premium of 30% of the hammer price will be levied in which the VAT is included (marginal tax scheme) or a premium of 25% of the hammer price plus the VAT of 7% (paintings, drawings, sculptures, prints, books, etc.) or 19% (manuscripts, autographs letters, applied arts, screen prints, offset prints, photographs, etc.) of the invoice sum will be levied (regular tax scheme). Buyers from countries of the European Union are subject to German VAT. Items marked with an * are subject to the regular tax scheme (premium of 25% of the hammer price plus the current VAT of 19%). Items marked with an ^ are subject to import duty. In these cases in addition to a premium of 27% (marginal tax scheme), the charged import tax of currently 7% will be added to the hammer price.
Exempted from these rules are only dealers from EU-countries, who are entitled, under their notification of their VAT ID-Number, to buy on the basis of VAT-free delivery within the European Union. Notification of VAT ID-Numbers must be given to the auctioneer before the sale.
For buyers from non EU-countries a premium of 25% will be levied. VAT will be exempted or refunded on production of evidence of exportation within 4 weeks of the auction, or, if appropriate, importation to another country. This is taken as given when the dispatch is effected by us.
Live bidding through online platforms entails a transaction fee stipulated by the platform and will be added to the premium (usually 3-5% of the hammer price).
Due to the work overload of the accounting department during auctions, invoices generated during or directly after an auction require careful revision and possible correction; errors excepted. Catalogue images may not be used without permission. Reproduction rights and digital files can be acquired for a fee. Any copyrights of third parties that may still exist remain unaffected by this and may have to be obtained separately.
9. Auction lots will, without exception, only be handed over after pay ment has been made. Credit cards (VISA, Mastercard, American Express), checks and any other form of non-cash payment are accepted only on account of performance. Exchange rate risk and bank charges may be applicable. Storage and dispatch are at the expense and risk of the buyer. If the shipping costs exceed the lump sum on the invoice the outstanding amount will be billed separately.
10. According to regulation (EC) No. 116/2009 resp. § 24 KGSG, export license may be necessary when exporting cultural goods depending on the type or value of the object in question. For the purposes of wildlife conservation, it is necessary to obtain an export license according to regulation (EC) No. 338/97 when exporting objects made from certain protected materials (incl. ivory, tortoiseshell, mother-of-pearl and certain corals) out of the territory of the European Community. Export licenses for objects made of protected
materials are only granted under strict conditions or may not be granted at all. The import of such objects may be restricted or prohibited by certain countries. It is the buyer’s responsibility to inform himself, whether an object is subject to such restrictions. Export and import of such objects are at the expense and risk of the buyer.
11. The buyer is liable for acceptance of the goods and for payment. The purchase price shall be due for payment upon the lot being knocked down to the buyer. In case of a delayed payment (two weeks after the sale) the purchaser will be held responsible for all resultant damages, in particular interest and exchange losses. In case of payment default the auctioneer will charge interest on the outstanding amount at a rate of 1% to the gross price per month or part of month. In such an event the auctioneer reserves the right to annul the purchase contract without further notice, and to claim damages from the buyer for non-fulfilment, accordingly he can reauction the goods at the buyer’s expense. In this case the buyer is liable for any loss incurred, the buyer shall have no claim if a higher price has been achieved. He will not be permitted to bid.
12. The place of fulfillment and jurisdiction is Berlin. German law applies exclusively; the UN-Treaty (CISG) is explicitly excluded.
13. The prices quoted after each lot are estimates, not reserves.
14. The after-sales is part of the auction in which the bidder places either by telephone or in written form (as stated in number 5 and 6) the order to bid a set amount. Corresponding bids are binding for 4 weeks after submission.
15. By making a bid, either verbally in the auction, by telephone, written by letter, by fax, or through the internet the bidder confirms that he has taken notice of these terms of sale by auction and accepts them. Agents who act on behalf of a third party are jointly and separately liable for the fulfillment of contract on behalf of their principals.
16. Should one or the other of the above terms of sale become wholly or partly ineffective, the validity of the remainder is not affected. In the event of a dispute the German version of the above conditions of sale is valid.
David
Bassenge, auctioneer Dr. Markus Brandis, attested public auctioneer

As of May 2026
Dr. Ruth Baljöhr
David Bassenge
Eva Dalvai
Reproduktionen
Ana Briceño
Philipp Dörrie
Torben Höke
Clara Schmiedek

Lea Kellhuber
Nadine Keul
Harald Weinhold
Gestaltung & Satz
Stefanie Löhr

GALERIE BASSENGE
ERDENER STRASSE 5A 14193 BERLIN