BASSENGE

MODERNE KUNST II


antoine, otto
(1865 Koblenz - 1951 Unteruhldingen)
8000 „Trier, Dom“ Öl auf Leinwand.
48 x 36 cm.
Unten rechts mit Feder in Dunkelbraun signiert „Otto Antoine“, verso auf dem Keilrahmen mit Bleistift betitelt.
600 €
Das lebendige Treiben rund um die Marktstände unterhalb des Trierer Doms erfasst Antoine mit weichem Duktus in seinem lockeren, spätimpressionistischen Stil. Nach seiner Ausbildung an der Berliner Akademie bei Franz Skarbina schuf Otto Antoine neben seiner hauptberuflichen Tätigkeit im Postministerium zunächst vor allem Landschafts- und Genreszenen.
Provenienz: Privatbesitz Hessen
8001 „Trier, St. Matthias“ Öl auf Leinwand.
48 x 36 cm.
Unten rechts mit Pinsel in Dunkelbraun signiert „Otto Antoine“, verso auf dem Keilrahmen mit Bleistift betitelt.
600 €
Pittoreske sommerliche Szenerie, belebt durch die Figuren der beiden an der Fontäne spazierenden Benediktiner, im Hintergrund die Abtei Sankt Matthias.
Provenienz: Privatbesitz Hessen
arnold, karl
(1883 Neustadt bei Coburg - 1953 München)
8002 Zechbrüder
Feder in Schwarz, Bleistift und Deckweiß auf Velin. 1923. 24 x 25 cm.
Unten links in der Darstellung mit Feder in Schwarz monogrammiert „KA“ und datiert, unten mit Bleistift bezeichnet „No. 671“ sowie „Originalgröße“ und „bis Dienstag!“, verso mit dem roten Nachlaßstempel, dort numeriert „012“.
600 €
Drastisch und schonungslos, ähnlich der Grosz‘schen Schärfe, schildert Arnold die fratzenhaft verzerrten Züge der betrunkenen Zecher. Seit 1907 erschienen seine Karikaturen in den Münchner Zeitschriften Simplicissimus und Jugend, zudem auch in den Berliner Lustigen Blättern.
Provenienz:
Privatbesitz Süddeutschland
8003 „TANZ EPIDEMIE“
Feder in Schwarz auf Velin. 1926. 51,3 x 38,6 cm.
Unten rechts mit Feder in Schwarz monogrammiert „KA“ und datiert, oben in der Darstellung betitelt sowie verso mit dem roten Nachlaßstempel, dort numeriert „017“.
700 €
Mit phänomenaler Treffsicherheit setzt Arnold seine filigranen, scharfen Federkonturen aufs Papier und erfasst fein beobachtend die unterschiedlichen, rhythmischen Bewegungen der tanzenden Paare. Zum Motiv der Tanzepidemie bei Karl Arnold vgl.: Herwig Guratzsch (Hrsg.), Karl Arnold. Typen und Figuren der Zwanziger Jahre, Ausst.-Kat. Wilhelm-Busch-Museum Hannover 1989, Abb. S. 18, 40 und 41.
Provenienz:
Privatbesitz Süddeutschland





arnold, karl
8004 Dawesplan
Feder in Schwarz und Aquarell auf festem Velin. 1929.
44,4 x 36,8 cm.
Unten links in der Darstellung mit Feder in Schwarz monogrammiert „KA“ und datiert, unten rechts mit dem roten Nachlaßstempel, dort numeriert „133“.
600 €
Der Dawes-Plan trug 1924 mit seiner Regelung der deutschen Reparationszahlungen nach dem Ersten Weltkrieg zur Stabilisierung der hiesigen Wirtschaft und zum Boom der Golden Twenties bei, verschärfte jedoch durch die Abhängigkeit von kurzfristigen USKrediten die Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise. Beiliegend das ehemals verso montierte Klebeetikett, dort bezeichnet „Dawesplan / Das Kapital schreit nach Zinsen - das war also unser Tod für die gerechte Sache.“. Arnolds Zeichnung diente vermutlich als Druckvorlage; die flächigen Grautöne erleichterten die lithographische Umsetzung des Motivs.
Provenienz:
Privatbesitz Süddeutschland
arnold, christian (1889 Fürth - 1960 Bremen)
8005 Dorf im Sonnenuntergang; Blühender Baum 2 Kompositionen, recto/verso. Aquarell auf Velin.
30 x 43,7 cm.
Verso unten links mit Bleistift mit dem Künstlersignet „CA“.
300 €
Dekorative Kompositionen in harmonischer Farbigkeit. Christian Arnolds Stil entwickelte sich vom Expressionismus zur Neuen Sachlichkeit. Ausgebildet als Bildhauer, wechselte er zur Malerei und wurde Mitglied im Bremer Künstlerbund. Durch seine Opposition zum Nationalsozialismus erhielt er ein Mal- und Ausstellungsverbot und wurde wegen Hochverrats mehrfach inhaftiert. Bei einem Bombenangriff wurde ein großer Teil seines Werkes zerstört.
Provenienz:
Lempertz, Köln, Auktion 787/788, 08.06.2000, Lot 26
Privatbesitz Hessen
arntz, gerd (1900 Remscheid - 1988 Den Haag)
8006 „Krise“
Holzschnitt auf Velin. 1931/76. 30 x 21 cm (43,4 x 32,5 cm).
Signiert „G. Arntz“, datiert und betitelt. Auflage 100 num. Ex. Glöckner 2010, 94.
300 €
Exemplar der später gedruckten Auflage für die Mappe „Lehrbilder 1931-1938“, Den Haag 1976. Prachtvoller Druck mit sehr breitem Rand. Beigegeben: Ein signierter Holzschnitt von Gottfried Brockmann.

barlach, ernst (1870 Wedel - 1938 Rostock)
8007 Der Totentanz 1 (Das Totenlaken) Lithographie auf sehr dünnem Japan. 1924. 18,3 x 20,1 cm (25 x 27 cm).
Signiert „EBarlach“. Auflage 100 Ex. Schult 229, Laur 77.03.
500 €
Aus Barlachs Folge von Lithographien, entstanden für Goethe, „Ausgewählte Gedichte“, erschienen bei Paul Cassirer, Berlin 1924. Ausgezeichneter Druck mit dem vollen Rand, unten mit dem Schöpfrand.



baschant, rudolf (1897 Salzburg - 1955 Linz)
8008 Schiff Kaltnadel auf Velinkarton. 1921. 11 x 9,2 cm (25,4 x 21,2 cm).
Signiert „Baschant“ und datiert.
400 €
Die minutiös und fein ausgeführte Kaltnadelarbeit steht ganz im Einfluss des Bauhauses, wo Baschant von 1921 bis 1924 studierte. Prachtvoller, äußerst detailreicher Druck mit zart schimmerndem Plattenton und tief eingeprägter Plattenkante, wohl mit dem vollen Rand. Sehr selten
beckmann, max (1884 Leipzig - 1950 New York)
8009 Bildnis Reinhard Piper Holzschnitt auf hauchfeinem Japanbütten. 1922. 22 x 10,4 cm (37,3 x 25,6 cm).
Signiert „Beckmann“. Auflage 30 Ex. Hofmaier 240 II.B.b (von f).
600 €
Exemplar des zweiten, endgültigen, nach Korrespondenz mit Reinhard Piper in der Haargegend überarbeiteten Zustandes Erschienen in einer Gesamtauflage von 90 Exemplaren, neben Künstler- und Zustandsdrucken, im Verlag R. Piper & Co., München 1922. Prachtvoller Druck mit dem vollen Rand, unten mit dem Schöpfrand.

beckmann, max
8010 Bildnis des Komponisten Frederik Delius Lithographie auf JW Zanders-Bütten. 1922.
61,3 x 32,7 cm (68 x 37,7 cm).
Signiert „Beckmann“. Auflage 220 Ex. Hofmaier 225 B c (von d).
700 €
Ganz ausgezeichneter, kräftiger Druck mit dem wohl vollen Rand, unten und links mit dem Schöpfrand.
8011
Der Mensch ist kein Haustier Nr. 1
Lithographie auf Similijapan. 1936. 15,4 x 9,9 cm (22,3 x 13,8 cm).
Signiert „Beckmann“. Hofmaier 323 B.
300 €
Eine von sieben Illustrationen zu einem Drama von Stephan Lackner von 1936, hier wohl aus der Vorzugsausgabe von 20 Exemplaren auf Similijapan, neben weiteren hundert Exemplaren der Normalausgabe. Gedruckt bei Desjobert Paris und herausgegeben von Editions Cosmopolites, Paris 1937. Prachtvoller Druck mit Rand.



benito, eduardo garcía (1891-1981, Valladolid)
8012 Motive aus: La Dernière Lettre Persane 7 Bl. Druckgraphik, mit Gold gehöht, und Pochoir auf Velin. 1920-29. Ca. 36 x 26 cm.
600 €
Vorhanden sind die Motive „Adieu New York“, „Princesse Lointaine“, „Boabdil“, „Contottiere“, „Geisha“, „Florentin“ und „Idole“. Entwürfe für das Pariser Pelzhaus „La Maison Fourrures Max“ (Leroy & Schmid) in einem reduzierten Art-déco-Stil. Gedruckt bei Draeger Frères, Paris.
Provenienz:
Sammlung Wolfgang Joop und Edwin Lemberg, Potsdam
böckstiegel, peter august (1889-1951, Arrode-Werther i.W.)
8013 „Meine Eltern“ Holzschnitt auf Bütten. 1920/69. 50,2 x 40 cm (69,7 x 49 cm).
Von Hanna Böckstiegel signiert, datiert, betitelt und bezeichnet „P. Aug. Böckstiegel. Nachlass“ sowie „Orig. Holzschnitt. Handdruck“. Auflage 50 num. Ex. Matuszak 84 II.
300 €
Der Neudruck des zweiten, endgültigen Zustandes erschien 1969 als Jahresgabe des Westfälischen Kunstvereins Münster in 100 Abzügen mit Nachlaßstempel, diese Auflage so bei Matuszak nicht verzeichnet. Ausgezeichneter Druck mit breitem Rand.

8014
brockmann, gottfried (1903 Köln - 1983 Kiel)
8014 „Figurinen IV“
Bleistift auf Velin, kaschiert auf Karton. 1923. 18,2 x 7,5 cm.
Unten mittig mit Bleistift betitelt „Fig IV“, verso signiert „GBrockmann“, datiert, betitelt und bezeichnet „Thema Tanz“. 600 €
Seit 1922 entstanden Brockmanns erste freie künstlerische Arbeiten, beeinflusst von Dada und den zeitgenössischen, um Plastizität bemühten Strömungen der Moderne.

brockmann, gottfried
8015 Sitzender
Bleistift auf Velin, kaschiert auf Karton. 1923/24.
21,7 x 14,5 cm.
Unten rechts mit Bleistift monogrammiert „B“, verso signiert „GBrockmann“, datiert und bezeichnet „Köln“.
800 €
Auf die Grundformen abstrahierte Figur, mit wenigen feinen Schattierungen plastisch ausformuliert. Die Studie entstand, kurz nachdem der Künstler engen Kontakt zur „Rheinischen Gruppe progressiver Künstler“ aufgenommen hatte.

8016 „Dolcefarniente“
Mischtechnik auf Pergamin, in 2 Teilen auf Karton kaschiert. 1928. 34 x 30 cm (Karton).
Unten links mit Farbstift in Grün monogrammiert „B“, verso auf dem Karton mit Feder in Schwarz signiert „GBrockmann“, datiert, betitelt und bezeichnet „Ddf.“.
600 €
1926 studierte der ausgebildete Dekorationsmaler Brockmann an der Düsseldorfer Kunstakademie; 1928 wurde er dort Meisterschüler bei Heinrich Campendonk. Zu dieser Zeit entstand die vorliegende, humorvoll-stilisierte Zeichnung.
burchartz, max (1887 Elberfeld - 1961 Essen)
8017 Blumenstilleben
Aquarell auf genarbtem Aquarellkarton.
48,2 x 37,8 cm.
Verso mit dem Nachlaßstempel, darunter von fremder Hand bezeichnet „Burchartz“.
400 €
Kraftvolles, expressives Blumenstilleben vor leuchtend rotem Grund.

corinth, lovis (1858 Tapiau - 1925 Zandvoort)
8018 Kompositionsstudie zu „Pietà“ / Antike Szene 2 Zeichnungen, recto/verso. Bleistift und Farbstift bzw. Bleistift auf Velin. Um 1920.
43 x 34 cm.
Unten links mit Bleistift signiert „Lovis Corinth“ sowie rechts mit dem blauen Nachlaßstempel „ATELIER-LOVIS CORINTH“, unten von fremder Hand bezeichnet „Studie für nicht ausgeführte Fassung ‚Pietà‘“, verso oben rechts mit Bleistift bezeichnet „24“.
800 €
Locker gezeichnete Kompositionsskizze. Die ungewöhnliche Anlage mit der am Boden vor der Bahre knienden Gestalt der Maria Magdalena im Vordergrund zeigt Corinths unkonventionelle Sichtweise auf traditionsreiche Szenen. Die 1920 entstandene Radierung zur „Pietà“ ist mit ihrer Schräganlage kompositorisch sehr verschieden aufgefasst.
Provenienz:
Hauswedell & Nolte, Hamburg, Auktion 11.12.2015, Lot 171
Sammlung Henning Lohner, Berlin




corinth, lovis
8019 Zeichnungen zu Wilhelm Tell
5 Zeichnungen auf 3 Blättern. Kreide in Schwarz auf festem Velin. Um 1923.
Je ca. 23,5 x 18 cm.
Jeweils unten mit dem roten bzw. schwarzen Stempel „AtelierLovis Corinth“, dort von Wilhelmine Corinth signiert und bezeichnet „11-191-A Tell“, „118“ bzw. „183“.
1.200 €
Die in weichen, lockeren Linien gezeichneten Entwürfe Corinths illustrieren Friedrich Schillers Drama; die Mappe mit Lithographien erschien 1923 bei Karl Nierendorf, Berlin. Zwei Blätter mit Zeichnungen recto und verso, vorhanden sind die Motive „Attinghausen und Rudenz“ (zu Müller 778, drei Zeichnungen), „Der Tell-Sprung“ (zu Müller 783) und „Durch diese hohle Gasse muss er kommen“ (zu Müller 785). „Über die historische Bedeutsamkeit der Geschehnisse hinaus geht es Corinth darum, die menschlichen Aspekte des Dramas zu vergegenwärtigen“ (Alfred Kuhn, Vorwort zur Tell-Mappe).
Provenienz:
Privatbesitz Rheinland
Bassenge, Berlin, Auktion 109, 28.05.2017, Lot 8038
Sammlung Henning Lohner, Berlin
8020 Schularbeiten
Kaltnadel auf Velin. 1918. 24,7 x 18 cm (33,7 x 26,7 cm).
Signiert „Lovis Corinth“. Schwarz R 336.
500 €
Gedruckt bei Fritz Gurlitt, Berlin. Die idyllische Szene zeigt Mutter und Tochter bei Schularbeiten am Küchentisch. Prachtvoller, nuancierter Druck mit Rand. Selten
corinth, lovis
8021 Europa mit dem Stier Farblithographie auf hauchfeinem Japan. 1920. 26 x 32 cm (34,5 x 42 cm).
Signiert „Lovis Corinth“. Auflage 20 Ex. Schwarz L 401 III A (von B).
300 €
Blatt III der Folge „Die Liebschaften des Zeus“, erschienen bei Fritz Gurlitt, Berlin 1920, in einer Gesamtauflage von 100 Exemplaren. Prachtvoller, kreidiger Druck mit Rand.

8022 Selbstbildnis mit Schlapphut Lithographie auf Bütten. 1920. 31,5 x 25,2 cm (52 x 39 cm).
Signiert „Lovis Corinth“. Auflage 75 Ex. Schwarz L 409.
400 €
Eines von 75 signierten Exemplaren auf Bütten, im Verlag von Friedrich Dehne, Leipzig erschienen und vor der Veröffentlichung in Kurt Pfister, Deutsche Graphiker der Gegenwart, Leipzig 1920 (vgl. Söhn HdO 108-1). Prachtvoller Abzug mit dem wohl vollen Rand.

8023 Lärche am Walchensee Kaltnadel auf Bütten. 1923. 17,9 x 23,9 cm (34,5 x 40,4 cm).
Signiert „Lovis Corinth“, bezeichnet „Probedruck“ und mit einer persönlichen Widmung datiert „Berlin 24 Dez 1923.“. Müller 727.
800 €
Aus der Folge „Der Walchensee (groß)“, deren insgesamt fünf Radierungen aus den Jahren 1919, 1920 und 1923 vermutlich später zu einer Folge vereinigt wurden. Prachtvoller, gratiger und tiefdunkler Druck mit dem wohl vollen Rand, links und unten mit dem Schöpfrand.



dexel, walter (1890 München - 1973 Braunschweig)
8024 Komposition auf gelbem Grund Farbserigraphie auf festem Karton. 1924/71.
45 x 30,8 cm (65 x 50 cm).
Signiert „WDexel-“ und numeriert „eK-VIII-75/100“. Auflage 100 num. Ex. Vitt 69.
600 €
Neunfarbige Serigraphie, nach einem Hinterglasbild von 1924, gedruckt bei Herbert Geier, Ingolstadt und editiert von der Galerie Thomas Keller, Kempfenhausen, Starnberg, 1971. Prachtvoller Abzug mit dem vollen Rand.
dufy, raoul
(1877 Le Havre - 1953 Forcalquier)
8025 Projet de tissu à fleurs sur fond noir pour Bianchini-Férier Pinsel in Schwarz und Bleistift auf halbtransparentem Velin. Nach 1912.
20,3 x 16,5 cm.
500 €
In ihrer ornamentalen Stilisierung und den effektvollen Schwarzweißkontrasten erinnert Dufys Entwurfszeichnung für ein Textilmuster an japanische Holzschnittkunst. Der französische Modedesigner Paul Poiret und Raoul Dufy gründeten eine kleine Druckwerkstatt in der Pariser Avenue de Clichy, um variationsreiche Textilien herzustellen. Diese Muster waren dermaßen erfolgreich, dass der Textilhersteller Bianchini-Férier Dufy 1912 anwarb. Aus dieser Zeit stammt der vorliegende Musterentwurf. In den 16 Jahren, die Dufy mit Bianchini-Férier zusammenarbeitete, gestaltete er über 4000 Designs für das Unternehmen.
Provenienz:
Artcurial, Deauville, Auktion 15.08.2011, Lot 96 (dort abweichende Maßangaben)
Sammlung Henning Lohner, Berlin
esser, max
(1885 Barth - 1945 Berlin)
8026 Eisbär
Bronze mit schwarzbrauner Patina auf Bronzeplinthe, auf schwarzen Marmorsockel montiert. Wohl um 1930.
4 x 7,5 x 3 cm.
Verso seitlich an der Plinthe monogrammiert „ME“.
450 €
Schön stilisierte Kleinbronze mit glatter Oberfläche.
Ausgezeichneter Guss mit ebenmäßiger Patina. Gesamthöhe mit Sockel: 5,7 cm.
Provenienz:
Privatsammlung Berlin (direkt beim Künstler erworben)
Privatbesitz Süddeutschland
8027 Käuzchen
Bronze mit brauner Patina auf Bronzeplinthe, auf anthrazitfarbenen
Marmorsockel montiert. Um 1930.
6,3 x 4 x 3 cm.
Hinten oberhalb der Plinthe monogrammiert „M.E.“.
450 €
Vermutlich handelt es sich bei dem „Käuzchen“ um eine Studie zu der entsprechenden Meißener Porzellanfigur. Max Esser studierte von 1900 bis 1903 an der Kunstgewerbeschule Berlin bei August Gaul, seinem späteren Schwiegervater. Er arbeitete für die Schwarzburger Werkstätten, von 1920 bis 1931 in der Porzellanmanufaktur Meißen, wo er ein Meisteratelier leitete. Schöner Guss mit gleichmäßiger Patina, wohl entstanden bei Rich. Barth, Mariendorf, hier ohne den Gießerstempel. Gesamthöhe mit Sockel: 8 cm.
Provenienz:
Privatsammlung Berlin (direkt beim Künstler erworben)
Privatbesitz Süddeutschland




gaul, august (1869 Großauheim - 1921 Berlin)
8028 Fressender Bär Dunkelbraunes Böttgersteinzeug, unglasiert, leicht poliert. 1895. 8,5 x 12 x 9 cm.
Auf dem Sockel bezeichnet „A. Gaul“, an der Unterseite mit der Schwertermarke, dort bezeichnet „Böttger Steinzeug“ und mit den eingeritzten Nummern „156“ und „A1059“.
Gabler 20-3.
450 €
Der „Fressende Bär“ gehört zusammen mit dem „Sitzenden Bären“ von 1894 zu den wenigen frühen eigenständigen Plastiken, die der Künstler in Bronze hat gießen lassen. Eine größere Verbreitung fand die Plastik erst nach Gauls Tod in den posthum entstandenen Keramik- und Porzellanausführungen. Schöner Guss, entstanden in unbekannter Auflagenhöhe.
gering, andreas (1892-1957, Nürnberg)
8029 „Friedensglocken“
Radierung in Blaugrau auf Similijapan. 1916/17.
24,8 x 17,8 cm (49 x 32,2 cm).
Signiert „A. Gering“, datiert, betitelt und bezeichnet „Orig. Radierung, unverstählt. 12.“.
900 €
Eine der eindrücklichsten Graphiken im Œuvre von Andreas Gering. Die mit feinen Linien minutiös ausgearbeitete Radierung druckt er sowohl in Blaugrau als auch in Rotbraun. Entgegen der handschriftlichen Datierung von 1917 ist die Platte oben rechts mit 1916 datiert, und auch die eingravierten Jahreszahlen auf der Glocke reichen nur bis zu diesem Jahr. Das Blatt spiegelt auf besonders eindringliche Weise die traumatischen Kriegserfahrungen und die Auseinandersetzung des noch jungen Künstlers mit dem Tod. Prachtvoller, detailreicher und feinzeichnender Druck von der unverstählten Platte, mit tief eingeprägter Plattenkante und mit dem vollen Rand, an drei Seiten mit Schöpfrand.
gering, andreas
8030 „Das Sturmlied“ Radierung und Aquatinta in Blaugrau auf Velin. 1916/17. 24,8 x 17,7 cm (49 x 31 cm).
Signiert „A. Gering“, datiert, betitelt und bezeichnet „Orig. Radierung.“.
800 €
Nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs 1914 wurde auch Gering zum Militärdienst eingezogen. Ein traumatisches Erlebnis prägte die Kriegserfahrung des Künstlers: Nach einem Bombenangriff wurde er verschüttet und erst viel später schwer verletzt geborgen. Er brauchte Jahre, um sich von den Folgeschäden zu erholen, und das hier vorliegende Werk ist ein weiteres Zeugnis seiner Auseinandersetzung mit diesen Kriegserlebnissen. Äußerst fein detaillierter Druck mit hauchzartem Plattenton, mit breitem Rand. 8030

8031 „Der gute Kamerad“ Radierung und Aquatinta in Blaugrau auf festem Velinkarton. 1917. 19,5 x 14,2 cm (22,6 x 16,3 cm).
Signiert „A. Gering“, datiert, betitelt und bezeichnet „Orig. Radierung“.
600 €
Fein differenzierter, detaillierter Druck mit kleinem Rand.



grossmann, rudolf (1882-1941, Freiburg i. Br.)
8032 Musikanten
Aquarell und Kreide in Schwarz auf Bütten. Um 1918. 28,8 x 20 cm (Blattgröße).
Unten links mit Bleistift signiert „Großmann“.
700 €
Vor den sich auftürmenden Fassaden einer schemenhaften Großstadtkulisse spielen zwei Straßenmusiker mit Laute und Akkordeon. Dem Betrachter zugewandt, musizieren sie vermutlich in einem Straßencafé mit bunten Lampions. Grossmann umreißt die grotesken Figuren schablonenartig mit sicheren Linien ohne Binnenzeichnung, das flächig aquarellierte Kolorit bleibt zurückhaltend, setzt aber gezielte farbige Akzente in Rot, Grün und Gelb. Grossmann lebte ab 1910 vorwiegend in Berlin, arbeitete als Graphiker, schuf als Illustrator unter anderem Portraits für den Simplicissimus und stellte u.a. bei Flechtheim sowie Cassirer aus. 1928 wurde er Professor an der Kunsthochschule Berlin, war Mitglied der Berliner Sezession und des Deutschen Künstlerbundes. In seinen Portraits und Straßenszenen dokumentierte er das Berliner Leben bis 1933. Verso mit einer weiteren Bleistiftzeichnung des Künstlers.
Provenienz:
Bassenge, Berlin, Auktion 113, 01.06.2019, Lot 8016
Privatbesitz Süddeutschland
grosz, george (1892-1959, Berlin)
8033 Paar auf der Couch Rohrfeder und Feder in Schwarz auf dünnem ERCLASSMaschinenbütten mit gelochtem Rand. 1913/14. 22,2 x 28,3 cm.
Unten rechts mit Bleistift signiert „GROSZ“, verso mit dem violetten Nachlaßstempel (leicht beschnitten), darin mit Feder in Schwarz mit der Nachlassnummer „3 | 4 | 2“.
1.500 €
Frühe Version eines von Grosz‘ liegenden Akten in lasziver Pose. Wie eine Odaliske räkelt sich die unbekleidete Frau auf dem Sofa, während der noch bekleidete Mann eher in der Rolle des Voyeurs seinen Platz auf der Sofakante einnimmt. Nach seinem Kunststudium in Dresden zog Grosz 1912 nach Berlin, wo er seine Erlebnisse als Beobachter in zahlreichen erotischen Skizzen, Zirkusszenen, Lust- und Mordszenen oder Kneipenszenen festhält. Mit teils groben, teils feinen Linien umschreibt er sein Motiv in kurzen, nervös nebeneinander gesetzten Strichen. Verso mit einer weiteren flüchtigen Skizze von zwei Zirkusakrobatinnen am Trapez.
Provenienz:
Privatbesitz Schweden
grosz, george
8034 Grotesker Tanz
Fotolithographie auf Velin. 1915. 44,9 x 30,8 cm (65,5 x 49,1 cm).
Signiert „Grosz“.
Dückers E 31.
700 €
Eines der drei bei Dückers angegebenen Exemplare außerhalb der Auflage von 60 numerierten Drucken. Erschienen im Verlag der Galerie Flechtheim, Berlin. Prachtvoller Druck mit sehr breitem Rand.

8035 Ecce Homo (4 Blatt)
4 Bl. Fotolithographien auf dünnem Velin. 1918-22.
35,5 x 25,4 cm bzw. 25,4 x 35,4 cm.
Allesamt signiert „Grosz“.
Dückers S I, 4, 7, 17, 19.
300 €
Dabei die Motive „Grimmiger Mann“, „Schönheitsabend in der Motzstrasse“, „Verlobung“ und „Nachwuchs“. Das berühmte Mappenwerk Ecce Homo von George Grosz wurde in fünf Ausgaben in einer Gesamtauflage von 10.000 Exemplaren gedruckt. Es exisitieren auch signierte Einzelblätter auf unterschiedlichen Papieren, zu denen diese vier Arbeiten vermutlich zu zählen sind. Allesamt differenzierte, mitunter leicht trockene Drucke, wohl mit dem vollen Rand.



heckel, erich
(1883 Döbeln - 1970 Radolfzell)
8036 „Mann mit Hut“ Lithographie auf glattem Velin. 1952.
37,6 x 32,3 cm (56 x 41 cm).
Signiert „Heckel“ und datiert. Ebner/Gabelmann 952 L II, Dube L 351.
450 €
Exemplar des zweiten Zustandes mit kariertem statt gestreiftem Hemd. Ausgezeichneter Druck mit Rand.
hegenbarth, josef (1884 Böhmisch-Kamnitz - 1962 Dresden)
8037 Äffchen
Pinsel und Feder in Schwarz auf Velin. 1936.
30,5 x 23 cm.
Oben rechts mit Bleistift signiert „Jos. Hegenbarth“. Zesch D V 671.
600 €
Lebendig und in charakteristischer Haltung zeichnet Hegenbarth das kauernde Äffchen mit breiten Pinselschwüngen und feiner Feder. Das Werkverzeichnis der Handzeichnungen Josef Hegenbarths von Ulrich Zesch wurde online eingesehen am 11.03.2026.
Provenienz:
Privatbesitz
Bassenge, Berlin, Auktion 18, 1971, Lot 1232
Galerie Pels-Leusden, Berlin (dort 1972 erworben)
Privatbesitz Norddeutschland
Ausstellung:
Josef Hegenbarth. Aquarelle, Gouachen, Handzeichnungen und Grafiken, Galerie Pels-Leusden Berlin 1972, Nr. 33, Abb. S. 17
hegenbarth, josef
8038 Hunde
2 Zeichnungen, recto/verso. Pinsel in Schwarz und Rotbraun auf Velin. 1944.
25 x 32,3 cm.
Recto unten links mit Feder in Schwarz signiert „Jos. Hegenbarth“. Zesch E V 550.
450 €
Liebevoll gruppiert Hegenbarth die verschiedenen Hunde zu einer bunten Gesellschaft. In diesem freundlichen Miteinander zeigt sich jedes einzelne Tier in seiner ganz eigenen Haltung und Charakteristik sicher erfasst. Das Werkverzeichnis der Handzeichnungen Josef Hegenbarths von Ulrich Zesch wurde online eingesehen am 11.03.2026.
Literatur:
Gottfried Bammes, Die Gestalt des Tieres. Lehr und Handbuch der Künstleranatomie typischer Landsäugetiere, Leipzig 1975, S. 247, Abb. 204
Provenienz:
Nachlass Josef Hegenbarth Privatbesitz
Bassenge, Berlin, Auktion 29, 1977, Lot 1288 Lempertz, Köln, Auktion 561, 1977, Lot 270 Privatbesitz Norddeutschland

hoboken, g.b. rudolf van (1893 Wiesbaden - 1971 Berlin)
8039 Weibliche Akte
4 Bl. 2 Zeichnungen Kreide in Schwarz bzw. Pinsel in Schwarz und Rot auf gräulichem Velin sowie 2 Lithographien, 1 Bl. mit Bleistift überarbeitet, auf festem Velin. Um 1920. Bis 48,8 x 32,4 cm (Blattgröße).
Die Zeichnungen je mit Nachlass- bzw. Signaturstempel, die Lithographien signiert „GBRvanHoboken“, datiert und bezeichnet „Orig. Lithographie“.
400 €
Dass der Besitzer der Hoboken-Presse in der Berliner Fasanenstraße auch selbst künstlerisch tätig war, wurde erst nach dessen Tod 1971 entdeckt: Zeichnungen und Drucke, die Hoboken zwischen 1913 und 1923 schuf. Die vier Arbeiten von hoher künstlerischer Qualität sind mal dem Jugendstil und mal dem Expressionismus verpflichtet und stehen durchaus ebenbürtig neben Werken großer Namen dieser Zeit. Selten
Provenienz:
Nachlass G.B.R. van Hoboken
Bassenge, Berlin, Auktion 114, 30.11.2019, Lot 8129
Privatbesitz Süddeutschland
Abbildung s. auch Seite 22



hofer, karl
(1878 Karlsruhe - 1955 Berlin)
8040 Zwei Arbeiter
Radierung mit Aquatinta auf Japan. 1899.
8,4 x 8,2 cm (23 x 27,5 cm).
Signiert „K. Hofer“ und betitelt „2 Arbeiter“.
Rathenau 2.
400 €
Eine der frühesten druckgraphischen Arbeiten Hofers, verso mit dem Stempel des Karlsruher Künstlerbundes. Prachtvoller, toniger Druck mit tief zeichnender Plattenkante und mit dem vollen, sehr breiten Rand. Ausschnitt
hubbuch, karl (1891-1979, Karlsruhe)
8041 Stehender weiblicher Akt im Négligé Feder in Sepia auf Velin. Um 1920. 42,3 x 32,5 cm.
Unten rechts mit Bleistift signiert „Hubbuch“.
800 €
Ein Hauch von Négligé, mit ganz zarten Schraffuren angedeutet, umspielt die straff geführten Körperkonturen der stehend vornübergebeugten jungen Frau. Kess und selbstbewusst ist ihre Haltung mit erhobenem Kopf und der ans Gesicht geführten rechten Hand.
Provenienz:
Ketterer, München, Auktion 11.06.1996, Lot 813
Privatbesitz Nordrhein-Westfalen
8042 Wasserspeier
Zimmermannsbleistift auf Skizzenblockpapier. Um 1933/35. 49,4 x 38,3 cm.
Im rechten Rand mit dem Nachlaß-/Signaturstempel sowie unten links mit dem Blindstempel „Hubbuch Nachlass“.
600 €
Vom kristallinen Liniengerüst der Architekturkulisse durchzogen, erscheint die Zeichnung filigran und nahezu gläsern, während sich die berühmten Wasserspeier der Kirche Notre Dame de Paris in springende, skurrile Hubbuch-typische Figuren verwandeln. Seit den 1920er Jahren hatten seine Frankreichreisen einen großen Einfluss auf Hubbuchs künstlerische Entwicklung.
Provenienz:
Privatbesitz Hessen





hubbuch, karl
8043 Sitzendes Mädchen mit Grammophon Feder in Schwarz auf dünnem Skizzenblockpapier.
33 x 42 cm (Passepartoutausschnitt).
Unten rechts mit Bleistift monogrammiert „K.H.“ sowie mit dem Blindstempel „Hubbuch Nachlass“.
750 €
In der zügigen Linienführung offenbart sich Hubbuchs genaue Beobachtungsgabe, gepaart mit einem Hauch von Überspitzung. Technische Geräte und Figur stehen gleichwertig nebeneinander in der verschachtelten Komposition.
Provenienz: Privatbesitz Hessen
illies, arthur (1870 Hamburg - 1953 Lüneburg)
8044 Falkenberg im Mondschein II; Rote Tulpen II
2 Bl. Radierung in Orange und farbige Hochätzung auf Japan. 1896/97.
24,5 x 17 bzw. 9,5 x 19,7 cm (33,5 x 26 bzw. 33,5 x 25,8 cm).
Beide verso mit dem Nachlaßstempel.
GWV-Nr. 39 a und 51 a.
400 €
Prachtvolle Drucke mit dem vollen Rand, teils mit Schöpfrand. Das Werkverzeichnis wurde online eingesehen am 16.03.2026.
jarke, hedwig (1882 Berlin - 1949 Starnberg)
8045 Sommer, aus: Jahreszeitliche Impressionen Farbholzschnitt auf Japan. 1900. 17,7 x 22,3 cm (19,7 x 24 cm).
Signiert (verblasst) „Hedwig Jarke“ und bezeichnet „(...) Holzschnitt Handdruck“.
400 €
Jarkes dekorative Farbholzschnitte zeigen sich beeinflusst von Japonismus und Jugendstil. Ausgebildet wurde sie in der Schule für Malerei und Dekorative Kunst von Hans Eduard von BerlepschValendas bei München und bei Emil Orlik. Prachtvoller, stellenweise etwas trockener Druck mit kleinem Rand.
johansson, eric (1896 Dresden - 1979 Tärby)
8046 Auf der Bühne
Farbige Kreiden auf braunem Skizzenblockpapier. Um 1920. 36,5 x 27 cm.
Verso wohl mit dem Nachlaßstempel.
600 €
Expressiv stilisierte Kabarettszene, dicht komponiert und von intensiver Farbwirkung. Bis 1920 studierte Johansson an der Kunstakademie in Dresden bei Robert Sterl und Ludwig von Hofmann. Er war mit Otto Dix und Otto Griebel befreundet und pflegte zudem eine enge Freundschaft mit Wilhelm Lachnit sowie Hans und Lea Grundig. Später tat er sich als Mitglied des 1924 in Berlin neu gegründeten ersten kommunistischen Künstlerbundes „Rote Gruppe“ hervor und beteiligte sich an der Mappe „Hunger“ der Internationalen Arbeiterhilfe (IAH). Als überzeugter Kommunist musste Johansson 1938 nach Schweden fliehen, wo er bis zu seinem Tod lebte. Aufgrund seiner plötzlichen Flucht gingen viele seiner Arbeiten verloren.
Provenienz:
The Marvin & Janet Fishman Collection, Milwaukee Karl & Faber, München, Auktion 28.10.2010, Lot 77 Privatbesitz Australien

keil, herman (1889 Darmstadt - 1964 Karlsruhe)
8047 Eros
6 Bl. Linolschnitte sowie 1 Bl. Titel und Druckvermerk auf Velin. Lose in Orig.-Kartonmappe mit Titellinolschnitt. 1921. 32,3 x 24,6 cm (Blattgröße).
Die Linolschnitte jeweils signiert „HermanKeil“ und bezeichnet „Originalschnitt“. Auflage 100 num. Ex. 800 €
Expressionistischer Graphikzyklus Keils, der 1919 Mitbegründer der Darmstädter Sezession war. Er kam in demselben Jahr in Kontakt mit dem Kreis der „Dachstube“, Treffpunkt und Organisation der Jugendbewegung in Darmstadt um Joseph Würth, in deren Verlag, einer Keimzelle des Darmstädter Expressionismus, auch das vorliegende Mappenwerk erschien. Prachtvolle bzw. ausgezeichnete Drucke mit dem vollen Rand.



kleinschmidt, paul (1883 Bublitz - 1949 Bensheim)
8048 Verschiedene Motive 4 Bl. 3 Kaltnadelarbeiten und 1 Lithographie auf verschiedenen Papieren. 1922-23.
Bis 44,4 x 34,2 cm (Blattgröße).
Jeweils signiert „Kleinschmidt“, datiert und bezeichnet „Probe“ bzw. „Probedruck“.
800 €
Expressive Probedrucke. Alle verso mit Sammlerstempel „SM“ (nicht bei Lugt). Prachtvolle bzw. ausgezeichnete Drucke mit Rand. Teils selten
klimsch, fritz (1870 Frankfurt a.M. - 1960 Freiburg i.Br.)
8049 Blick in die Sonne Terrakotta auf furniertem Holzsockel. Um 1948/50. 41,5 x 11,5 x 18 cm. Unter dem linken Bein monogrammiert „FK“. Braun 133.
800 €
Weiblicher Akt, kniend, den linken Arm angewinkelt über den Kopf erhoben. Matter, brauner Scherben, Karlsruher Majolika. Gesamthöhe mit Sockel: 46,3 cm.
klimsch, fritz
8050 Tanzende Mänade Terracotta. Um 1952. 34,3 x 21,5 x 3 cm.
Oben rechts monogrammiert „FK“. Braun 229.
1.800 €
Die Terracotta zählt zu Klimschs ersten in Saig entstandenen Arbeiten und wurde ursprünglich als Keramikrelief in der Fa. Kunstkeramik Crana, Kronach, produziert. „Von der weichen Schwingung und Drehung des Körpers ausgehend, ist die Möglichkeit, ja Notwendigkeit vorbereitet, die Komposition ganz flächig zu halten; das führt zu einer Annäherung der Bildhauerei an die Malerei, die man bei Klimsch nur selten beobachten kann.“ (Hermann Braun, Fritz Klimsch Werke, Hannover 1980, S. 117).
Provenienz:
Sammlung Dr. Hermann Braun, Hannover Privatbesitz Nordrhein-Westfalen

kock, mac (1897-1946, Hamburg)
8051 Geschütz; Frau mit Kind; Frau mit Lippenstift
3 Bl. Gouache auf genarbtem Velin. Um 1929. Bis 45,3 x 38,3 cm.
2 Bl. mit Pinsel in Schwarz bzw. Hellgrün signiert „Kock“, 1 Bl. mit Pinsel in Hellgrün datiert und bezeichnet „Paris“, allesamt verso mit Bleistift bzw. mit Kugelschreiber wohl von fremder Hand betitelt und numeriert.
500 €
Dunkeltonige, surrealistische Kompositionen des Hamburger Künstlers. Mac Kock war Meisterschüler von Willy von Beckerath. Nach ausgedehnten Reisen durch Frankreich, England und den Orient wandte er sich dem Surrealismus zu und verband dessen Elemente mit denen der Neuen Sachlichkeit.
Provenienz:
Privatbesitz Süddeutschland



kokoschka, oskar (1886 Pöchlarn - 1980 Montreux) 8052 Hamburger Hafen Lithographie auf Velin. 1961.
46,5 x 60,6 cm (48,3 x 63,5 cm).
Signiert „OKokoschka“ und datiert. Auflage 50 Ex. Wingler/Welz 216.
300 €
Erschienen in kleiner Auflage bei der Griffelkunst-Vereinigung, Hamburg. Kräftiger, prachtvoller Druck mit Rand.
8053 Hl. Christophorus Farblithographie auf Velin. 1965. 59,5 x 46,8 cm (80 x 60 cm).
Signiert „OKokoschka“ und datiert. Wingler/Welz 357 II.
300 €
Die Auflage vor der Plakatausgabe betrug 75 Exemplare, dieses ohne Numerierung. Prachtvoller, farbintensiver Druck der großformatigen Komposition mit breitem Rand.
kollwitz, käthe
(1867 Königsberg - 1945 Moritzburg)
8054 Selbstbildnis mit der Hand an der Stirn Strichätzung und Kaltnadel auf Similijapan. Wohl 1910. 15,7 x 13,8 cm (33 x 25,7 cm).
Knesebeck 109 III (von V).
500 €
Aus der Auflage bei Emil Richter, Dresden 1921, Druck Felsing, Berlin, mit der gestochenen Schrift am unteren Darstellungsrand. Ausgezeichneter Druck mit zartem Plattenton, mit breitem Rand.

kretzschmar, bernhard (1889 Döbeln - 1972 Dresden)
8055 Der Spaziergang
Kaltnadel und Aquatinta auf genarbtem Velin. 1920. 26,4 x 30,3 cm (45,3 x 52 cm).
Signiert „Bernh. Kretzschmar“ und datiert. Nicht bei Schmidt.
700 €
Expressionistisches Blatt von großer Erzählfreudigkeit:
Gesellschaftskritisch und humorvoll schildert Kretzschmar die belebte Straßenszene. Prachtvoller, gratiger und gegensatzreicher Druck mit schönem Aquatintaton und dem vollen Rand. Selten

kronenberg, fritz (1901 Köln -1960 Hamburg)
8056 Sylt
Aquarell auf Ingres-Bütten. 1934. 45 x 61 cm.
Unten links mit Bleistift signiert „F. Kronenberg“, datiert und (schwer lesbar) bezeichnet, verso bezeichnet „162“.
350 €
Mit lockerer Hand aquarelliert Kronenberg die Nordseeküste von Sylt mit rhythmisch gestaffelten Wogenformen, die eine überzeugende räumliche Wirkung entfalten. Nach seinem Studium in Köln und Karlsruhe zog es Kronenberg nach Hamburg, wo er 1932 Mitglied der Sezession wurde und Freundschaft mit Emil Maetzel und Ivo Hauptmann schloss.
Provenienz:
Privatbesitz Hessen



kubin, alfred (1877 Leitmeritz, Böhmen - 1959 Wernstein)
8057 Zu Hugo von Hofmannsthal, „Drei Erzählungen“ Tuschfeder und Bleistift auf Japan.
33,5 x 23,3 cm.
Unten rechts mit Bleistift signiert „Kubin“.
900 €
Charakteristische Vorzeichnung zu einer Illustration des Buches Die „Drei Erzählungen“ von Hugo von Hofmannsthal, das 1927 im Insel-Verlag, Leipzig, erschienen ist und von Alfred Kubin illustriert wurde.
Provenienz: Privatbesitz Baden-Württemberg
kuhfuss, paul (1883-1960, Berlin)
8058 Pankow, Altes Amtshaus Aquarell und Feder in Schwarz über Bleistift auf genarbtem Velin. Um 1910.
31,5 x 28,7 cm.
Unten links mit Pinsel in Dunkelblau signiert „KUHFUSS“ und bezeichnet „PANKOW“, am Unterrand mit Bleistift numeriert „L 194“. Nicht bei Hellwich/Röske.
500 €
Frühes, detailliertes Aquarell von Paul Kuhfuss, noch ganz im akademischen Stil. Beigegeben: Ein signiertes Aquarell von Fritz Hildebrandt „Pankow, Pestalozzistr.“.
Provenienz: Privatbesitz Berlin
8059 Rüdersdorfer See mit Kalkwerk
Aquarell und Deckweiß über Bleistift auf Aquarellkarton. 1932. 51 x 71 cm.
Unten rechts mit Feder in Schwarz signiert „Kuhfuss“. Hellwich/Röske 32/44.
750 €
Durchstrahlt von Kuhfuss‘ eigenwilliger, gelblichgrüner Tonalität, erfüllt die märkische Industrielandschaft ein fast magisches Leuchten. „Paul Kuhfuss hat nun seine unverwechselbare Handschrift gefunden. Seine phantasievollen, poetischen, bisweilen traumhaften Bilder entziehen sich weitgehend einer Zuordnung zu Stilrichtungen oder Strömungen seiner Zeit“ (Peter Röske, in: Hellwich/Röske, S. 14).
Provenienz:
Bassenge, Berlin, Auktion 59, 06.05.1992, Lot 6781
Privatsammlung Berlin
8060 Straße in Koserow Tempera auf bräunlichem Velin. 1952. 36,4 x 48 cm.
Unten rechts mit Feder in Schwarz über Bleistift signiert „Kuhfuss“.
Hellwich/Röske 52/8.
700 €
In Koserow auf Usedom widmet sich Paul Kuhfuss nicht etwa dem Meer, sondern zeichnet mit Hingabe in seiner ganz eigenen Handschrift Kopfsteinpflaster, Treppenstufen und die kleinstädtische Straßenflucht. Eine ornamental-poetische Bildauffassung dominiert die späte, stimmige Zeichnung.
Provenienz: Privatbesitz Sachsen-Anhalt
lange, otto (1879-1944, Dresden)
8061 Mundharmonikaspieler Lithographie auf Bütten. 1913. 32,5 x 26 cm (41 x 33,9 cm).
Signiert „Otto Lange“ (ligiert). Schönjahn L 8, Boettger 44.
400 €
Kräftiger Druck der seltenen Lithographie mit Rand.






lehmbruck, wilhelm (1891 Duisburg-Meiderich - 1919 Berlin)
8062 Untergehende Menschen Kaltnadel auf Velin. 1914.
45,1 x 25,9 cm (58,7 x 41 cm).
Unten rechts mit dem Nachlaßstempel (verblasst) und der Signatur von Anita Lehmbruck. Petermann 126 II.
500 €
Exemplar des endgültigen Zustandes in einem prachtvollen posthumen Abzug mit breitem Rand.
levasti, fillide giorgi (1883-1966, Florenz)
8063 Quittenstilleben Öl auf Malpappe. 1922. 24 x 32,5 cm.
Oben links mit Pinsel in Schwarz signiert „F. Levasti“ und datiert.
800 €
Harmonisches Stilleben in fein abgestimmten Farbkontrasten. In der Lebendigkeit ihres pastosen Farbauftrags zeigt sich die italienische Künstlerin von der Macchiaioli-Bewegung beeinflusst. Verso eine weitere, unvollendete Komposition Levastis, „Stilleben mit Äpfeln und Birne“.
Provenienz:
Privatbesitz Süddeutschland
liebermann, max (1847-1935, Berlin)
8064 Auf dem Kartoffelfeld Radierung mit Kaltnadel auf Japanbütten. 1891. 16,5 x 22 cm (38 x 48 cm).
Signiert „MLiebermann“. Schiefler 18 VII.
500 €
Ausgezeichneter Druck mit dem vollen, sehr breiten Rand, unten mit dem Schöpfrand.

8065
liebermann, max
8065 Schafherde unter Bäumen
Radierung auf Japanbütten. 1892. 19,6 x 24 cm (37,5 x 52,5 cm).
Signiert „MLiebermann“.
Schiefler 23 II.
500 €
Ganz ausgezeichneter Druck mit dem wohl vollen Rand.

8067 Theodor Fontane
Lithographie auf festem Velin. 1896. 26,8 x 21,9 cm (50 x 32 cm).
Signiert „MLiebermann“.
Schiefler 42 II b 2, Söhn HdO 52701-1.
700 €
Erschienen in Pan, Jahrgang II, Heft 1, 1896, mit dem Blindstempel unten rechts. Prachtvoller Druck dieses ausdrucksstarken Portraits, mit breitem Rand.
8066 Heerengracht in Amsterdam
Radierung, Kaltnadel und Vernis mou auf Van Gelder Zonen-Bütten. 1896.
9 x 18 cm (28,7 x 36,6 cm).
Signiert „MLiebermann“.
Schiefler 38 VI.
300 €
Wohl der letzte Zustand der kleinen Platte mit den bei Schiefler beschriebenen Schlängel- und Kritzellinien in den Baumkronen, der Rest etwas matter im Ton. Ganz ausgezeichneter Druck mit dem vollen Schöpfrand.

8066 8067



liebermann, max
8068 Badende Jungen
Lithographie auf Bütten. 1909. 20,5 x 33,2 cm (31,2 x 45 cm).
Signiert „MLiebermann“. Auflage 30 Ex. Schiefler 100 b.
600 €
Erschienen im Verlag von Bruno Cassirer, Berlin, mit dessen Blindstempel unten links, in einer Gesamtauflage von 35 Exemplaren. Ausgezeichneter Druck mit breitem Rand.
8069 Korso auf dem Monte Pincio Radierung mit Kaltnadel auf Van Gelder Zonen-Bütten. 1911. 22 x 31 cm (32,5 x 41,5 cm).
Signiert „MLiebermann“. Auflage 50 num. Ex. Schiefler 118 VI.
500 €
Erschienen im Verlag von Paul Cassirer, Berlin. Prachtvoller, tiefschwarzer Druck mit breitem Rand.
8070 Polo
Lithographie auf Japan. 1912. 22,5 x 30,7 cm (37,5 x 45,8 cm).
Signiert „MLiebermann“. Auflage 75 Ex. Schiefler 144 II b.
600 €
Aus der Auflage bei Bruno Cassirer, Berlin. Prachtvoller Druck mit sehr breitem Rand, links mit dem Schöpfrand.

liebermann, max
8071 Kinderstudien Kaltnadel auf bräunlichem Velin. 1922. 20 x 22,8 cm (24,8 x 31,2 cm).
Signiert „MLiebermann“. Auflage 100 Ex. Schiefler 356 II b.
800 €
Exemplar des endgültigen Zustandes mit der Kindersilhouette unten links, aus der Auflage, die anlässlich des 50. Geburtstages von Bruno Cassirer einem Privatdruck beigegeben wurde. Ausgezeichneter Druck mit kleinem Rand.
8072 Stehend schreibendes Kind Kaltnadel auf Van Gelder Zonen-Bütten. 1922. 30 x 22,6 cm (51 x 33 cm).
Signiert „MLiebermann“. Schiefler 359 III b.
400 €
Aus der Auflage bei Paul Cassirer, Berlin. Ausgezeichneter Druck mit dem wohl vollen Rand, an zwei Seiten mit dem Schöpfrand.

8073 Wärterin mit Kind
Lithographie auf feinem Japanbütten. 1926. 20,7 x 23,1 cm (31,5 x 43 cm).
Signiert „MLiebermann“. Auflage 60 Ex. Achenbach 113.
800 €
Aus der Folge „Max Liebermann. 9 Steinzeichnungen“, erschienen im Verlag Bruno Cassirer, Berlin 1926. Ausgezeichneter Druck mit dem vollen Rand.


8074
marcks, gerhard
(1889 Berlin - 1981 Burgbrohl/Eifel)
8075 Die Katze von Aigina Lithographie auf Velin. 1979. 26,3 x 20,5 cm (41 x 31 cm).
Signiert „G Marcks“. Auflage 250 num. Ex. Lammek L 202.
300 €
Prachtvoller Druck mit dem vollen Rand, rechts und unten mit dem Schöpfrand.

maillol, aristide (1861 Banyuls-sur-Mer - 1944 Marly-le-Roi)
8074 Femme en berceau, bras droit levé Lithographie auf festem Bütten. Um 1925. 14,8 x 19,3 cm (32 x 49 cm).
Mit dem Künstlersignet „M“. Auflage 100 num. Ex. Guérin 267 III.
300 €
Exemplar des dritten, endgültigen Zustandes, erschienen in: Maîtres et Petits Maîtres d‘aujourd‘hui, herausgegeben von der Galerie des Peintres-Graveurs, Paris, mit deren Blindstempel unten rechts. Prachtvoller Druck mit sehr breitem Rand, links mit dem Schöpfrand. Beigegeben: Eine signierte Lithographie von Béla Czobel, „Weiblicher Halbakt“, um 1925.
marquardt, hedwig (1884 Biere - 1969 Hannover) 8076 Männerbildnis
Pinsel in Schwarz über Bleistift auf bräunlichem Velin, in Passepartout montiert. 1932. 37 x 27,7 cm.
Auf dem Passepartout unten rechts mit Bleistift signiert „Hedwig Marquardt“ und datiert, oben links bezeichnet „No. 2“.
300 €
Holzschnittartig stilisierte, kontrastreiche Bildniszeichnung. Die erst in jüngerer Zeit wiederentdeckte Künstlerin Hedwig Marquardt lebte seit 1912 in Berlin, studierte bei Lovis Corinth und setzte sich mit der deutschen und internationalen Avantgarde auseinander, mit den Arbeiten der Galerie „Der Sturm“, dem Blauen Reiter, den Orphisten und Kubisten, deren Einflüsse sich deutlich in ihrem Schaffen spiegeln.
Provenienz: Privatbesitz Berlin

mataré, ewald
(1887 Aachen - 1965 Büderich)
8077 Ovaler Teller mit Hahn Eisenguss, geschwärzt. 1949. 19 x 23,6 cm.
Verso mit dem Künstlersignet sowie bezeichnet „H. E. Schniewind“. Auflage ca. 50 Ex. Schilling 322a.
400 €
Aus der Auflage in Eisen, entstanden für die Seidenweberei H. E. Schniewind, gegossen bei Gustav Schmäke, Düsseldorf.
Ausgezeichneter Guss.
meidner, ludwig
(1884 Bernstadt - 1966 Darmstadt)
8078 Selbstbildnis, radierend vor dem Spiegel im Atelier (Ludwig Meidner XXXI) Radierung auf Velin. 1924. 26,8 x 20,8 (40,6 x 31 cm). Signiert „Meidner“. Flammann 217, Söhn HdO 72721-6.
400 €
Die Auflage erschien in: Die Schaffenden, VII. Jahrgang, 1. Mappe, Euphorion Verlag, Berlin 1930, Hrsg. Paul Westheim, hier ohne den Blindstempel. Ausgezeichneter Druck mit zartem Plattenton und ausdrucksvollem Plattenschmutz, mit dem vollen Rand, unten mit dem Schöpfrand.




meunier, constantin
(1831 Brüssel/Etterbeeck - 1905 Ixelles)
8079 Kopf eines Puddlers
Bronze mit dunkelbrauner Patina. 1885.
18,3 x 9,1 x 5 cm.
Oben rechts signiert „C. Meunier“.
1.200 €
Meunier widmet sich in seinem Schaffen immer wieder Motiven aus dem Arbeiterleben, insbesondere dem des Puddlers im Eisenwerk. Indem er den erschöpften Arbeiter empathisch und ungeschönt darstellt, verdeutlicht Meunier die soziale Realität harter körperlicher Arbeit. Ausgezeichneter Guss mit homogener Patina.
modersohn, otto
(1865 Soest - 1943 Rotenburg/Wümme)
8080 Dunkler Tag im Moor
Kohle und farbige Kreide auf der Rückseite eines Briefumschlags. Um 1942.
14 x 19,2 cm.
Auf dem Unterlagepapier vom Sohn des Künstlers mit Bleistift bestätigt „Für Otto Modersohn, Chr. M.“.
700 €
Die flache Landschaft mit ihren feuchten Wiesen und kahlen Bäumen und dem dicht an den Boden geduckten Haus schildert der Künstler mit vehementem Duktus und sicheren Linien der dunkeltonigen Kreiden. Seit 1936, als Modersohn auf dem rechten Auge erblindet war, malte er ausschließlich in seinem Atelier. Bei der vorliegenden Studie handelt es sich also um eine Naturerinnerung, um ein inneres Bild. Zeichnung auf der Rückseite eines an Modersohn adressierten, am 02.12.1941 abgestempelten Briefumschlags.
Provenienz:
Familie des Künstlers Galerie Rosenbach, Hannover (1980) Hauswedell & Nolte, Hamburg, Auktion 11.12.2015, Lot 374 Privatbesitz Hessen
mühlig, hugo
(1854 Dresden - 1929 Düsseldorf)
8081 Sommerliche Landschaft mit Windmühle Gouache auf Karton.
Ca. 13 x 19,3 cm (Rahmenausschnitt).
Unten rechts mit Pinsel in Schwarzgrün signiert „H. Mühlig“. 800 €
Hugo Mühlig studierte nach erstem Unterricht bei seinem Vater, dem Dresdner Maler Meno Mühlig, an der Dresdner Kunstakademie. Stilistisch stand er zunächst unter dem Einfluss der Schule Ludwig Richters, entwickelte jedoch bald seinen eigenen, dem Impressionismus nahestehenden Stil. Nach seiner Übersiedlung nach Düsseldorf verbrachte er die Sommer häufig in der Willingshausener Künstlerkolonie, in deren Umgebung er Anregungen für seine Gemälde fand.
Provenienz:
Privatbesitz Nordrhein-Westfalen
müller, richard
(1874 Tschirnitz, Böhmen - 1954 Dresden)
8082 „Kirchtag (Münster)“
Kreide in Schwarz auf festem Velinkarton. 1935. 23,6 x 15,2 cm.
Unten mittig signiert „Rich. Müller“, datiert und betitelt, verso mit Bleistift nochmals signiert „Rich. Müller“, bezeichnet „Münster in Constanz a. Bodensee“ und numeriert „26“.
300 €
Äußerst präzise und detailgenaue Kreidezeichnung des Münsters in Konstanz.




müller, richard
8083 Am Meer
Radierung auf blaugrauem Saint Mars-Bütten. Um 1900. 22,8 x 17,8 cm (45 x 30,5 cm).
Signiert „Rich. Müller“ und bezeichnet „I. Zustand I. Abzug“. Günther 52.
400 €
Abzug vom ersten Zustand vor der kleinen Auflage von 10 Exemplaren. Das Blatt zeigt beispielhaft Müllers Auseinandersetzung mit den symbolistischen Bestrebungen der Jahrhundertwende. Prachtvoller, klarer Druck mit dem vollen Rand, an drei Seiten mit dem Schöpfrand. Selten
8084 Wolken ziehen
Radierung auf Velin. 1919. 26,7 x 28,3 cm.
Unten rechts signiert „Rich. Müller“ und bezeichnet „I. Zustand I. Abzug“.
Günther 100.
600 €
Ganz ausgezeichneter Druck mit zartem Plattenton, mit Rand um die Plattenkante.
müller, richard
8085 Encephalocranioskopie (Hirnschädelschau)
Radierung in Dunkelbraun auf festem Japan. 1920. 33,8 x 22,6 cm (48,9 x 28,2 cm).
Signiert „Rich. Müller“ und bezeichnet „II. Zustand 5. Abzug“. Günther 104.
400 €
Zustandsdruck vor der Gesamtauflage von 60 Exemplaren auf Japan oder Ingres-Bütten. Prachtvoller Abzug wohl mit dem vollen Rand, an drei Seiten mit Schöpfrand.

8086 Atelierfenster
Radierung auf festem Kupferdruckpapier. 1925. 26 x 37 cm (55,3 x 56,5 cm).
Signiert „Rich. Müller“ und bezeichnet „Probedruck“. Günther 132.
400 €
Prachtvoller, gratiger Druck mit tief eingeprägter Plattenkante, mit dem vollen Rand.



olderock, max (1895-1972, Hamburg)
8087 Abstrakte Komposition
Tuschpinsel und Gouache über Bleistift auf braunem Papier. 1922. 20,9 x 19 cm.
Unten links mit Bleistift signiert „Olderock“ und datiert.
800 €
Diese frühe Komposition von Max Olderock veranschaulicht die Suche nach Balance zwischen freier Form, geistiger Struktur und meditativ-abstrakter Gestaltung - geprägt von ausdrucksstarken Formen und Farben. Seine Werke werden dem mystischen Expressionismus zugeordnet. Nach einer Malerlehre studierte Olderock in Hamburg Malerei und Weberei und arbeitete als Bühnenbildner und Dekorateur. Besonders in den 1920er Jahren war er stark vom avantgardistischen Umfeld des Sturm beeinflusst und von der engen Verbindung zum Bauhaus-Künstler Lothar Schreyer geprägt. Verso mit Fragmenten einer weiteren, figürlichen Kohlezeichnung des Künstlers.
Provenienz:
Grisebach Berlin, Auktion 248, 02.12.2017, Lot 1211
Privatbesitz Süddeutschland
orlik, emil (1870 Prag - 1932 Berlin)
8088 Bildnis des Clowns Grock Kreide in Schwarz und Bleistift, teils schwarz laviert und Farbstift in Rot auf Velin. Um 1923/24.
20 x 12,7 cm.
Seitlich rechts mit Bleistift signiert „Orlik“, unten rechts mit Kreide in Schwarz bezeichnet „GROCK“.
700 €
Der berühmte Akrobat, Musikclown und Komponist Grock, mit bürgerlichem Namen Charles Adrien Wettach, wurde von zahlreichen Künstlern, unter anderem auch von Erich Heckel, portraitiert. Orlik zeigt ihn im Brustbild, die expressive, charakteristische Mimik mit Akzenten in Rot betont.
Provenienz:
Privatbesitz Hamburg
Bassenge, Berlin, Auktion 86, 05.12.2005, Lot 6990
Privatsammlung Berlin
Privatsammlung Süddeutschland

8089
8090 Mädchenkopf (Profil nach rechts)
Bleistift, teils gewischt, und Rötel auf Velin. 1920er Jahre. 20 x 13 cm.
Unten links mit dem roten Nachlaßstempel.
500 €
Orlik, bekannt für seine Bildnisse von Schauspielern und Berühmtheiten wie Tilla Durieux, Emil Jannings oder Heinrich George, zeigt die muntere junge Frau im Profil nach rechts, das Antlitz vom Künstler fein und detailreich ausgearbeitet, Haare und Hals jedoch skizzenhaft erfasst.
Provenienz:
Ehemals Galerie von Abercron, Köln (mit deren Klebeetikett auf der Kartonrückseite)
Van Ham, Köln, wohl Auktion 255 (mit deren Klebeetikett auf der Kartonrückseite)
Privatbesitz Süddeutschland
orlik, emil
8089 Mädchen mit erhobenem Kopf (Profil nach rechts)
Bleistift, teils gewischt, und Rötel auf Velin. 1920er Jahre.
Ca. 20,5 x 12,5 cm.
Unten links mit dem roten Nachlaßstempel.
500 €
Leuchtend rote Akzente beleben das zarte Mädchenbildnis, dessen feine Schraffuren und Wischungen dem Portrait eine plastische Wirkung verleihen.
Provenienz:
Ehemals Galerie von Abercron, Köln (mit deren Klebeetikett auf der Kartonrückseite)
Van Ham, Köln, wohl Auktion 255 (mit deren Klebeetikett auf der Kartonrückseite)
Privatbesitz Süddeutschland

8090

8092 Muschelverkäufer, Rotterdam Farblithographie auf grauem Bütten. 1898. 14,2 x 12 cm (35,9 x 23,7 cm).
Signiert „Emil Orlik“ und datiert.
Voss-Andreae L 54.
700 €
Die Lithographie entstand während Orliks erster Reise nach England, Frankreich, Holland und Belgien; früher auch betitelt „Prager Muschelverkäuferin“. Voss-Andreae nennt keine Auflagenhöhe. Prachtvoller, äußerst kräftiger Druck mit breitem Rand. Selten

orlik, emil
8091 Vor dem Dorfe Radierung in Schwarzbraun mit Aquatinta auf Bütten. 1896. 10,1 x 9,3 cm (28,2 x 22,2 cm).
Signiert „E. Orlik“, datiert, bezeichnet „2. Zustand“ und „selbstgefertigter Probedruck“. Voss-Andreae zwischen R 37 und R 37 a.
400 €
Das idyllische Motiv in einem Voss-Andreae bislang unbekannten zweiten Zustand, bereits mit der vollständigen Aquatinta, mit einem hellen Wolkenstreifen im Himmel rechts und noch ungereinigter Facette. Brillanter, äußerst feinsinnig differenzierter und klarer Probedruck mit dem wohl vollen Rand, oben und rechts mit dem Schöpfrand. Rarissimum
8093 Hohlweg Farbholzschnitt auf grauem Japan. 1906. 17 x 22,2 cm (19,5 x 24,5 cm).
Voss-Andreae H 104.
800 €
Sehr selten, Voss-Andreae kennt neben diesem Druck nur vier weitere Exemplare. Ausgezeichneter, lebendiger und farbsatter Druck mit kleinem Rand.

orlik, emil
8094 Selbstbildnis
Radierung mit Kaltnadel und Roulette in Braun auf Van Gelder Zonen-Bütten. 1910.
24,7 x 20,9 cm (39,5 x 29,3 cm).
Signiert „Orlik“, datiert und bezeichnet „1. Zust.“. Voss-Andreae R 184.
450 €
Selbstportrait des Künstlers im strengen Profil mit Brille und Bart. In dem prägnanten Zustandsdruck zeigt sich Orliks Talent als Radierer, der virtuos mit der Kaltnadel Konturen herausarbeitet und Flächen mit Roulette plastisch füllt. Prachtvoller, kontrastreicher und gratiger Druck, partiell mit ganz zartem Plattenschmutz, deutlich zeichnender Plattenkante und mit breitem Rand, rechts und unten mit dem Schöpfrand.

8095 Selbstbildnis
Radierung mit Kaltnadel und Roulette auf Bütten. 1910.
24,7 x 20,9 cm (30 x 29,5 cm).
Signiert „Orlik“ und datiert. Voss-Andreae R 184.
400 €
Prachtvoller, gratiger Druck mit Rand, unten mit dem Schöpfrand.



orlik, emil
8096 Portrait Max Slevogt - 50 Jahre alt Kaltnadel mit Roulette auf Van Gelder Zonen-Bütten. 1917. 26,8 x 18,5 cm (35,3 x 25,5 cm).
Signiert „Orlik“. Auflage 50 num. Ex. Voss-Andreae R 366.
600 €
Brillanter, tiefdunkler, fein differenzierter und in den Schwärzen samtiger Druck mit dem vollen Rand, oben mit dem Schöpfrand.
8097 Schauspielerbildnisse aus der Büchse der Pandora 10 Lithographien auf Bütten und 1 Doppelbl. Titel, Druckvermerk und Inhalt. Lose unter Orig.-Passepartouts in Halbpergamentmappe. 1919.
38,9 x 29 cm.
Die Lithographien jeweils signiert „Orlik“ und im Druckvermerk nochmals signiert „Emil Orlik“ sowie datiert. Auflage 100 num. Ex. Voss-Andreae L 504-514.
600 €
Vollständiges Exemplar der Ausgabe B, neben der Vorzugsausgabe A von zehn Exemplaren auf Japan, erschienen im Verlag Neue Kunsthandlung, Berlin 1919. Die Lithographien Orliks entstanden nach der Aufführung des Stückes von Frank Wedekind unter Max Reinhardts Regie im Schauspielhaus Berlin 1918; sie zeigen u.a. Gertrud Eysoldt, Werner Krauss und Emil Jannings. Die Lithographien allesamt prachtvolle Drucke mit dem vollen Rand.
pankok, bernhard (1872 Münster - 1943 Baierbrunn)
8098 Figurine zu Don Curzio aus Mozarts „Le nozze di Figaro“ Aquarell über Bleistift auf Velin. 1912. 49,8 x 31,7 cm.
Unten rechts mit Bleistift signiert „Pankok“ und bezeichnet „Don Curzio“, oben rechts bezeichnet „Figaros Hochzeit“.
600 €
Pankoks Begeisterung für Mozarts Opern zeigt sich in zahlreichen überlieferten Kostümentwürfen. 1909 entstanden seine Aquarelle zum „Don Giovanni“, und 1912 schuf er einige dem vorliegenden Blatt eng verwandte Entwürfe zu Kostümen und Bühnenbild für „Figaros Hochzeit“. 1912 wurde mit dieser Oper das Kleine Haus in Stuttgart eröffnet.
Provenienz:
Privatbesitz Süddeutschland
pechstein, hermann max (1881 Zwickau - 1955 Berlin)
8099 Weiblicher Akt
Federlithographie auf hauchdünnem Japanbütten. 1916. 32,2 x 25 cm (45,3 x 35,3 cm).
Signiert „HMPechstein“ (ligiert). Krüger L 168.
900 €
Krüger nennt Exemplare auf Japanbütten und leicht gelblichem Maschinenpapier. Prachtvoller wenngleich etwas trockener Abzug der seltenen Lithographie, mit breitem Rand.




pechstein, hermann max
8100 Badende mit Kind Holzschnitt auf Japanbütten. 1920. 39,8 x 31,6 cm (57 x 51 cm).
Signiert „HM Pechstein“. Auflage 51 Ex. Krüger H 227 II.
800 €
Von Pechsteins Südseereise (1913/14) inspirierter, expressiver Holzschnitt, spontan ohne jede Vorzeichnung und mit ausgewogener Balance von Hell und Dunkel gestaltet. Ganz ausgezeichneter Druck mit kräftigem Relief und breitem Rand, links mit dem Schöpfrand.
8101 Italienerinnen
Lithographie auf bräunlichem Velin. 1945.
42,5 x 29 cm (50 x 32,5 cm).
Signiert „HMPechstein“ (ligiert) und datiert. Auflage 100 num. Ex. Krüger L 412.
350 €
Erschienen im Graphik-Verlag Dr. Heinrich Mock, Altenburg, mit dessen Rundstempel verso. Ausgezeichneter Druck mit Rand.



8103 Don Giovanni, Bühnenbild Kreide in Schwarz auf Skizzenpapier. 1922/23. 25 x 41 cm.
300 €
Poelzigs Bühnenbild zu „Don Giovanni“ bestimmt das Motiv der Flamme, das sich allmählich in eine spätbarocke Ornamentik auflöst, umrankt und überwuchert von Buschwerk. Kunstform und Natur stehen in einem ständigen Wechselspiel miteinander.
Literatur:
Marco Biraghi, Hans Poelzig. Architektur 1869-1936. Berlin 1991/1993 Abb. S. 51f.
Heike Hambrock, Bauen im Geist des Barock. Hans und Marlene Poelzig. Architekturphantasien, Theaterprojekte und moderner Festbau (1916-1926), Delmenhorst/Berlin 2005, S. 87, Abb. 161 Hans Poelzig 1869-1936. Bauten, Entwürfe, Gemälde. Ausst.-Kat. Kaiser-Wilhelm-Museum, Krefeld 1951, Abb. Bl. 7
Provenienz:
Nachlass Hans Poelzig
Bassenge, Berlin, Auktion 103, 30.05.2014, Lot 6872
poelzig, hans (1869-1936, Berlin)
8102 Bogenornamente
2 Bl. Zimmermannsbleistift auf halbtransparentem Skizzenpapier. 1922/23.
32,5 x 25,5 cm.
300 €
Das Bogenornament ist eine der kennzeichnenden Grundideen in Poelzigs architektonischem Schaffen. Er beschäftigt sich damit insbesondere im Kontext zu seinen Innenentwürfen für die legendäre expressionistische Ausgestaltung des Berliner Schauspielhauses Poelzig erkundet systematisch verschieden dichte Reihungen und Staffelungen, unterschiedlich spitze und gerundete Bögen. Wie Klangfolgen stehen die Ornamente nebeneinander in rhythmischer Reihung, steigen netzartig empor und bilden ganze Raumsysteme.
Provenienz:
Nachlass Hans Poelzig Bassenge, Berlin, Auktion 103, 30.05.2014, Lot 6884
Sammlung Henning Lohner, Berlin
Sammlung Henning Lohner, Berlin
8104 Fassadenstudien
Bleistift auf Skizzenpapier. Um 1923/24.
27,4 x 22 cm.
300 €
Mächtige Fassaden von monumentaler Wirkung erinnern an Tempelfronten. Horizontale und vertikale Gliederungen, Stufen und Dachabschlüsse zeigt diese Fassadenstudie, die beispielhaft für die um 1924 neu begonnene Phase klarer, gerader Linienführung in Poelzigs Werk steht.
Provenienz:
Nachlass Hans Poelzig
Bassenge, Berlin, Auktion 103, 30.05.2014, Lot 6895
Sammlung Henning Lohner, Berlin


rassenfosse, armand (1862-1934, Lüttich)
8105 Trinkende junge Frau Farbstifte und Bleistift auf Velin. 1923.
33 x 24 cm (Passepartoutausschnitt).
Unten links mit Bleistift signiert „Rassenfosse“ und datiert.
600 €
In legerer Pose und mit sinnlicher Ausstrahlung, ganz versunken in den Genuss ihres Getränks, erfasst der Künstler die junge Frau. Armand Rassenfosse, Maler, Graphiker und Buchillustrator, war einer der Hauptvertreter des belgischen Jugendstils und in einer engen Freundschaft und Arbeitsgemeinschaft mit Félicien Rops verbunden.
Provenienz: Privatbesitz Nordrhein-Westfalen
redon, odilon (1840 Bordeaux - 1916 Paris)
8106 Il tombe vers l‘abîme, la tête en bas Lithographie auf Japan. 1896. 28 x 21,3 cm (30,3 x 23 cm).
Mellerio 150.
400 €
Blatt XVII aus der Folge „Tentation de Saint-Antoine“ (troisième série), Druck Blanchard, Paris. Ausgezeichneter Druck mit kleinem Rand.
rettig, richard
(1900 Speyer - 1974 Dresden)
8107 Chicago Tribune
Feder in Schwarz und Buntstift auf halbtransparentem Velin. 1923. 60,5 x 45 cm.
Unten rechts mit Feder in Schwarz signiert „Richard Rettig“ und datiert.
300 €
Im Jahr 1922 schrieb die Zeitung Chicago Tribune einen weltweiten Wettbewerb für ihre neue Unternehmenszentrale aus, die „the most beautiful and eye-catching building in the world“ werden sollte. Unter den über 260 Einsendungen, war auch ein Entwurf von Walter Gropius, und auch der junge Architekturstudent Rettig beteiligte sich mutig an dem Wettbewerb. Die frühe Zeichnung Rettigs, der nach seinen Studien bei Richard Riemerschmidt arbeitete, zeigt einen deutlich moderneren, ganz im Sinne des Bauhaus radikaler vereinfachten Wolkenkratzer als der schließlich umgesetzte neugotische Entwurf.
Provenienz:
Privatsammlung Berlin
Quittenbaum, München, Auktion 130B, 07.12.2016, Lot 220
Sammlung Henning Lohner, Berlin
schiele, egon (1890 Tulln a.d. Donau - 1918 Wien)
8108 Bildnis Franz Hauer Kaltnadel in Braun auf Kupferdruckpapier. 1914/66. 12,8 x 10,9 cm (22,5 x 18,2 cm). Rückseitig mit Kugelschreiber von Otto Kallir monogrammiert und datiert. Auflage 60 num. Ex. Kallir 5 d 2.
1.000 €
Spätdruck für die Vorzugsausgabe des Buches „Egon Schiele, ŒuvreKatalog der Gemälde“ von Otto Kallir, verlegt bei Paul Zsolnay, gedruckt bei der Anstalt Rudolf Lauterbach, Wien 1966. Fein differenzierter Abzug, wohl mit dem vollen Rand.




schleusner, thea (1879 Wittenberg - 1964 Berlin) 8109 „Die Transsubstantiation“ Öl auf Leinwand. 1947.
110 x 80 cm.
Im rechten Rand mittig mit Pinsel in Rot mit dem Künstlersignet „TheaS“, verso mit Pinsel in Schwarz signiert „Thea Schleusner“, datiert und betitelt.
800 €
Strahlend erhebt sich die von Engeln begleitete Erscheinung Christi über dem Abendmahlstisch am Boden. Die spirituell-expressionistisch gestaltete Komposition leuchtet in warmem Orangegold über dem tiefblauen Grund, bogenförmige Linien dominieren das charakteristisch stilisierte Gemälde. Als Pfarrerstochter geriet Schleusner in einen tiefen inneren Konflikt mit der Rolle der evangelischen Kirche in der Nazizeit. Thea Schleusner gehört als Malerin zur Verschollenen Generation. In Berlin nahm sie um 1900 eine private Ausbildung bei Curt Stoeving, Franz Skarbina und Reinhold Lepsius auf. Als ihre Meisterschülerin ging sie für zwei Jahre nach Paris und wirkte an der Pariser Académie Colarossi und an der Académie Moderne bei Carrière, zudem stand sie in Verbindung zu Auguste Rodin, André Gide und Rainer Maria Rilke.
Provenienz: Privatbesitz Berlin
8110 „Segler an der Nordküste“ Pastell auf bräunlichem Velin.
24,7 x 34,5 cm.
Unten rechts mit Pastell in Schwarz mit dem Künstlersignet „TheaS“, verso mit Kreide in Schwarz signiert „Thea Schleusner“, betitelt und bezeichnet „Pastell“.
300 €
Locker und in feinsinnig nuancierter Farbigkeit gestaltete Seenlandschaft im Abendlicht. Schleusner, ausgebildet in Berlin und in Paris, begann 1920 zudem eine schriftstellerische Tätigkeit und verfasste Kurzgeschichten und illustrierte Reiseberichte (vgl. dasverborgenemuseum.de).
Provenienz: Privatbesitz Berlin
schlichter, rudolf (1890 Calw - 1955 München)
8111 Hirte und Mädchen
Radierung in Grüngrau auf leicht strukturiertem, festem Velin. Um 1913.
15 x 20 cm (30 x 31 cm).
Signiert „Schlichter“.
600 €
Prachtvoller, klarer Druck mit homogenem Plattenton und sehr breitem Rand.
Literatur:
Rudolf Schlichter 1890-1944, Ausst.-Kat. Staatliche Kunsthalle Berlin 1984, vgl. Nr. 396 (mit Abb.)

8112 Die Eroberung von Bagdad Radierung mit Kaltnadel in Grüngrau auf leichtem Velinkarton.
32,5 x 26,5 cm (55 x 39 cm).
Signiert „Schlichter“.
600 €
Prachtvoller, tiefdunkler und gratiger Druck mit breitem Rand. Literatur:
Rudolf Schlichter 1890-1944, Ausst.-Kat. Staatliche Kunsthalle Berlin 1984, vgl. Nr. 442 (Abb. S. 9)




schlief, heinrich (1894-1971, Soest)
8113 Figurative Komposition
Mischtechnik und Weißlinienschnitt auf festem Velin. Wohl 1921. 35,3 x 50,5 cm.
Unten mittig mit Feder in Blaugrau signiert „Schlief“, verso mit Bleistift nochmals signiert „Heinrich Schlief“ und datiert.
700 €
Das typische Werk des westfälischen Expressionisten zeichnet sich durch eine kräftig leuchtende Farbgebung aus, die im spannenden Kontrast zu den weißen Konturlinien der Körper steht. Der Autodidakt Schlief entschied sich Anfang des 20. Jahrhunderts durch den Einfluss von Christian Rohlfs und Wilhelm Morgner Maler zu werden und entwickelte aus der Malweise seiner Vorbilder seinen ganz eigenen Stil. Wie bei Rohlfs verleiht der monotypieartige Handdruck von der individuell eingefärbten Druckplatte dem Werk seinen Unikatcharakter. Prachtvoller Druck der nahezu formatfüllenden Darstellung.
Provenienz:
Privatsammlung Berlin
Bassenge Berlin, Auktion 117, 12.06.2021, Lot 8027
Privatsammlung Rheinland
stärz, ernst
(1901 Reichenberg - 1996 Neumarkt)
8114 „Streichquartett“ Holzschnitt auf hauchfeinem Japan. 1943. 38 x 32,3 cm (49,5 x 45,5 cm).
Signiert „E. Stärz“, datiert und betitelt.
300 €
Stärz‘ Tätigkeit als Drechsler und Schnitzer spiegelt sich in seiner souveränen Handhabung des Mediums Holzschnitt. Prachtvoller Druck, erschienen als Privatauflage in unbekannter Höhe, mit dem wohl vollen Rand. Sehr selten
steinitz, käte
(1889 Beuthen/Oberschlesien - 1975 Los Angeles) 8115 „Olivera Street“ Aquarell, Gouache und Deckweiß über Bleistift auf Malpappe. 1942. 19,5 x 18,4 cm.
Unten links mit Bleistift signiert „Käte Steinitz“, datiert und betitelt, unten rechts gewidmet und später nochmals datiert.
300 €
Mit expressiven Linien vereinfachte, dunkel konturierte Szene, entstanden nach Steinitz‘ Emigration. In Hannover, wo Steinitz an der Dada-Bewegung teilnahm, veröffentlichte sie in den 1920er Jahren avantgardistische typographische Schriften, u.a. gemeinsam mit Kurt Schwitters. Zu ihren Freunden zählten dort El Lissitzky, Mary Wigman und Herwarth Walden, Raoul Hausmann, László Moholy-Nagy, Ludwig Hilberseimer und Theodor Lessing. Die Künstlerin mit jüdischen Wurzeln machte sich, von den Nationalsozialisten verfemt, nach ihrer Emigration in die USA im Jahr 1936 dort einen Namen.
Provenienz: Hauswedell & Nolte, Hamburg, Auktion 312, 08./09.06.1995, Lot 628
Privatbesitz Hessen
sterl, robert hermann (1867 Großdoberitz - 1932 Naundorf)
8116 Reiter in der Mongolei Gouache und farbige Kreiden auf grauem Velin. 24,2 x 33 cm.
Unten links mit Bleistift monogrammiert „R.St.“.
500 €
Zwischen 1908 und 1914 unternahm Sterl drei Russlandreisen, während derer zahlreiche Zeichnungen entstanden. Hier erschlossen sich dem Künstler mit der Weite der Landschaft und dem Vielvölkergemisch ganz neue Themenbereiche. Beigegeben: Eine signierte Bleistiftzeichnung Sterls, „Zopfzeit“, verso mit dem Nachlaßstempel.
Provenienz:
Privatbesitz Rheinland
struck, hermann (1876 Berlin - 1944 Haifa)
8117 Portrait Lesser Ury Kaltnadel auf Bütten. Um 1923. 17,2 x 13,3 cm (31 x 26 cm).
Signiert „HermannStruck“ sowie „L. Ury“.
500 €
Vom Künstler und vom Dargestellten signiert. Prachtvoller Druck, partiell mit mitdruckender Facette, mit breitem Rand, rechts und oben mit dem Schöpfrand.


szym, hans (1893-1961, Berlin)
8118 Abstraktes Stilleben Öl auf Malpappe. 14,3 x 22 cm.
Oben links mit Pinsel in Schwarz signiert „Szym“.
300 €
Kontrastreiche, deutlich abstrahierte Komposition in vehementem Duktus. Hans Szym studierte 1920-24 am Berliner Kunstgewerbemuseum bei Walter-Kurau. Nach Studienreisen in Italien bezog er ein Atelier in Berlin und wurde 1929 in die Berliner Sezession aufgenommen. Seitdem signierte er, der eigentlich Hans Szymkowiak hieß, nur noch mit der Abkürzung „Szym“. Er wurde zur NS-Zeit mit einem Ausstellungsverbot belegt und seine Bilder wurden beschlagnahmt.
Provenienz: Privatsammlung Berlin



tappert, georg (1880-1957, Berlin)
8119 Sitzender Akt von vorne Feder in Schwarz, teils laviert, auf hauchdünnem Skizzenblockpapier. 1926.
32,5 x 24,3 cm.
Verso mit dem Nachlaßstempel sowie von Annalise Tappert mit Bleistift signiert, datiert, betitelt und bezeichnet „Aquarell von Georg Tappert“ sowie „10“.
750 €
Mit sicheren Konturen und wenigen sparsamen Lavierungen erfasst Tappert den sitzenden Frauenakt. Der weibliche Akt war bis 1933 ein zentrales Thema in der Kunst Georg Tapperts, insbesondere in seinen Zeichnungen. Die Nacktheit seiner Modelle sollte provozieren, stand aber auch für ein selbstbestimmtes Verhältnis zum Körper und den Wunsch nach Befreiung von gesellschaftlichen Zwängen, von diktierten Schönheitsidealen und überkommenen Moralvorstellungen.
Provenienz: Privatbesitz Nordrhein-Westfalen
8120 Stehender Akt Aquarell über Feder in Schwarz auf Velin.
40,8 x 25,2 cm.
400 €
Treffsicher konturiert und zart aquarelliert, nicht karikaturistisch, sondern vielmehr mit schonungsloser Unmittelbarkeit bringt Tappert den nackten weiblichen Körper aufs Papier.
Provenienz: Nagel, Stuttgart, Auktion 21, 25.01.2002, Lot 540 Privatbesitz Hessen
tesdorpf-edens, ilse (1892-1966, Hamburg)
8121 Gelbe Rosen Öl auf Hartfaser.
30 x 24 cm.
Unten links mit Pinsel in Schwarz signiert „Tesdorpf-Edens“.
300 €
In sensibel abgestufter Palette und einer kantig abstrahierten Formgebung gestaltet die Hamburger Künstlerin das florale Stilleben. Die Motive für ihre Landschaftsbilder, Stadtansichten, Stilleben und Genreszenen fand Tesdorpf-Edens nicht nur in Hamburg, sondern auch auf zahlreichen Studienreisen.

tschinkel, augustin (1905 Prag - 1983 Köln)
8122 Aktive Graphik
4 Bl. Farblinolschnitt bzw. Linolschnitte auf Bütten. 1927-32/1972. Je ca. 44 x 32,5 cm (Blattgröße).
Alle signiert „aug. tschinkel“.
400 €
Aus der Mappe „Aktive Graphik 1927-1937“, herausgegeben von der Edition Werner Kunze, Berlin 1972, hier vorhanden die Motive „Anbetung des Goldenen Kalbs“, „Auswanderer“, „Vergangenheit und Gegenwart“ und „Kohlebaron“. Prachtvolle, spätere Drucke mit dem vollen Rand.

ury, lesser (1861 Birnbaum - 1931 Berlin)
8123 Holländische Fischerhütten Kaltnadel auf festem Velin. 1919. 14 x 20 cm (27 x 33,5 cm).
Signiert „L. Ury“. Auflage 100 num. Ex. Rosenbach 41.
300 €
Ausgezeichneter Druck mit dem vollen Rand und zartem Plattenton, oben mit dem Schöpfrand.



ury, lesser
8124 Zeitungsleser
Lithographie auf Velin. 1919.
18,5 x 19 cm (20,8 x 24,5 cm).
Signiert „L. Ury“ sowie bezeichnet „17“. Auflage 30 num. Ex. Rosenbach 84.
500 €
Die kleine Auflage erschien im Verlag Fritz Gurlitt, Berlin. Prachtvoller Druck mit dem vollen, kleinen Rand.
8125 Drei Birken am märkischen See Radierung auf Velin. Um 1920. 12 x 9 cm (27,5 x 19,5 cm).
Signiert „L. Ury“ und bezeichnet „Probedruck“ sowie „Birken +“. Rosenbach 38.
800 €
Einer der bei Rosenbach erwähnten Probedrucke vor der Auflage von wahrscheinlich 30 Exemplaren, erschienen wohl beim Verlag Fritz Gurlitt, Berlin. Prachtvoller Druck mit breitem Rand.


ury, lesser
8126 Dame mit Kind im Tiergarten Radierung auf Velin. Um 1920. 23 x 17,1 cm (46,7 x 33,3 cm).
Signiert „L. Ury“.
Rosenbach 63.
750 €
Wohl außerhalb der Gesamtauflage von 110 Exemplaren, erschienen im Verlag Fritz Gurlitt, Berlin. Prachtvoller, fein nuancierter Druck mit dem vollen Rand, unten und rechts mit dem Schöpfrand.
8127 Näherin: Holländische Bäuerin beim Einfädeln Kaltnadel auf Bütten. 1921.
19,5 x 7,1 cm (31 x 26 cm).
Signiert „L. Ury“.
Rosenbach 101.
300 €
Prachtvoller Druck mit schöner Kontrastwirkung, mit dem vollen Rand, oben mit dem Schöpfrand.

8128 Im Tiergarten (Lesender) Lithographie auf Bütten. 1922. 16 x 23 cm (20,5 x 26,4 cm).
Signiert „Lesser Ury“.
Rosenbach 43.
500 €
Probedruck außerhalb der Auflage von 30 numerierten Exemplaren. Erschienen im Verlag Fritz Gurlitt, Berlin. Prachtvoller Druck mit dem vollen Rand.



valtat, louis (1869 Dieppe - 1952 Paris)
8129 Misère de la Guerre d‘Espagne Pinsel in Schwarz auf Velin.
25 x 32 cm.
Unten rechts mit Bleistift monogrammiert „L.V“ und mit Pinsel in Schwarz (unleserlich) betitelt.
300 €
Mit weichen, großzügig fließenden Konturlinien und ornamentalen Binnenstrukturen skizziert Valtat die Szenerie.
Provenienz:
Rémy le Fur, Paris, Auktion 06.10.2023, Lot 96 Sammlung Henning Lohner, Berlin
voigt, bruno (1912 Gotha-1988 Berlin)
8130 „Dreigroschenoper 2“ („Firma Bettlers Freund Peachum & Co“)
Aquarell und Feder in Schwarz auf leichtem Karton. 1933.
32,5 x 25 cm.
Verso am Unterrand mit schwarzem Farbstift signiert „Bruno Voigt“, betitelt und datiert.
800 €
Die Dreigroschenoper von Bertolt Brecht und Elisabeth Hauptmann mit Musik von Kurt Weill blieb bis 1933 die erfolgreichste deutsche Theateraufführung. Die Firma „Bettlers Freund“ gehört Jonathan Jeremiah Peachum, einem skrupellosen Geschäftsmann, der Londons Bettler organisiert und ausstattet, damit ihr Anblick die Herzen erweicht. Dafür verlangt er die Abgabe der Hälfte ihrer Einnahmen. Satirisch-kritische Illustration, die auch die schwierige gesellschaftliche Situation des Jahres 1933 widerspiegelt.
Beigegeben: Eine Federzeichnung von Curt Großpietsch, „Dame und Herr auf Sofa“ von 1924.
Provenienz:
Privatbesitz Berlin
wachsmuth, fritz (1897 Kassel - wohl vor 1961 Berlin)
8131 Kleine Moorlandschaft Öl auf Holz.
14,4 x 21,5 cm.
300 €
Stimmungsvolle, locker und mit pastosem Farbauftrag erfasste Landschaft. Wachsmuth studierte an der Kunstgewerbeschule und an der Akademie in Kassel. Im Künstlerrahmen. Beigegeben: Ein signierter Farbholzschnitt von Klaus Fußmann, „Margeriten“, 1993.
Provenienz:
Nachlass des Künstlers (verso auf Klebeetikett typographisch bezeichnet)
Privatsammlung Berlin
wauer, william (1866 Oberwiesenthal - 1962 Berlin)
8132 Bildnis eines Herrn mit Pfeife Tempera auf bräunlichem Karton. 1935. 34,8 x 30,7 cm.
Unten links mit Pinsel in Weiß signiert „W. Wauer“ sowie in Weißgrau datiert.
900 €
Neben dem durchdringenden, konzentriert-forschenden Ausdruck des Herrn fesselt der leuchtende Farbakzent der rotglühenden Pfeife den Blick. Mit lockerem Duktus und in gedecktem Kolorit gestaltet Wauer souverän des Brustbild.
Provenienz: Privatbesitz Berlin
wolff, gustav heinrich (1886 Barmen - 1934 Berlin)
8133 Geburt der Venus
Holzschnitt auf Van Gelder Zonen-Bütten. 1924. 21,6 x 9,8 cm (33,9 x 26,1 cm).
Signiert „GH Wolff“. Holthusen 54.
400 €
Signierte Holzschnitte des Künstlers sind selten. Im Werkverzeichnis werden lediglich zwei signierte Exemplare dieser Graphik aufgeführt. Prachtvoller Druck mit breitem Rand, rechts mit dem Schöpfrand.



8134
8135 Zerrendes Weib in Holzpantinen Kreide in Schwarz auf dünnem Maschinenpapier.
21,7 x 14,5 cm.
Mit dem roten Nachlaßstempel (Lugt 2676 b, Rosenbach 1).
700 €
Charmante, typisch flüchtige Alltagsskizze von Heinrich Zille.
Provenienz:
Privatbesitz Berlin
Galerie Bassenge, Berlin, Auktion 80, 16.12.2002, Lot 6722
Privatbesitz Berlin
zille, heinrich (1858 Radeburg bei Dresden - 1929 Berlin) 8134 Sitzende im Profil nach rechts Kreide in Schwarz, Braun und Rot auf Maschinenpapier, alt montiert auf Unterlage.
18,4 x 10,5 cm.
Mit dem roten Nachlaßstempel (verblasst, Lugt 2676 b, Rosenbach 1). 900 €
Mit energischem Strich umreist Zille das Profil einer jungen Dame und widmet deren Gesicht durch die zarte Kolorierung besondere Aufmerksamkeit.
Provenienz:
Grisebach, Berlin, Auktion 02.12.2017, Lot 1312
Privatbesitz Berlin

8135
8136 Mann mit Melone
Kreide in Schwarz auf Maschinenpapier. 19,2 x 12,5 cm.
300 €
Kontrastreich hält Zille den stehenden Kleinbürger mit der schräg auf dem Kopf sitzenden Melone fest. Verso Fragment einer weiteren Skizze Zilles.
Provenienz:
Grisebach, Berlin, Auktion 27.11.2004, Lot 788
Privatbesitz Baden-Württemberg
8137 Kleines Mädchen, stehend Kreide in Schwarz auf Maschinenpapier. 11,3 x 8 cm.
Verso mit dem roten Nachlaßstempel (Lugt 2676 b, Rosenbach 1), dort bezeichnet „320 n“, verso auf dem Unterlagepapier mit dem roten Nachlaßstempel Walter Zilles (Rosenbach 4, nicht bei Lugt), dort monogrammiert „S.Z.“.
300 €
Wenige markante Linien genügen Zille, um die kleine, frontal ausgerichtete Kinderfigur treffend zu skizzieren.
Provenienz:
Sammlung Jürgen Erichson Berlin (verso mit grünem Sammlungsstempel, dort numeriert „29“)
Privatbesitz Baden-Württemberg




zille, heinrich
8138 Frauenbildnis im Profil nach links Kreide in Schwarz auf braunem Velin. 11 x 8,3 cm.
Im Oberrand Fragment des roten Nachlaßstempels (Lugt 2676 b, Rosenbach 1).
300 €
Treffsicher mit wenigen geschwungenen Linien umrissenes Brustbild einer Frau mit hochgestecktem Haar.
Provenienz: Privatbesitz Baden-Württemberg
8139 Ganoven- Ede Kreide in Schwarz auf dünnem Velin. 18, 4 x 11 cm.
Im unteren Rand mit dem roten Nachlaßstempel (Rosenbach 1, Lugt 2676 b).
400 €
Mit der Melone tief ins Gesicht gezogen, dem hochgeschlagenen Mantelkragen und den Händen in den Taschen beweist Zille mit dieser kleinen Kreidezeichnung, dass er auch die zwielichtigeren Gestalten Berlins äußerst aussdrucksstark festzuhalten vermag. Verso mit einer weiteren Kreideskizze des Künstlers, „Berliner Göre“.

8140 Madameken mit Ede im Hintergrund Kreide in Schwarz auf dünnem Velin. 22 x 16 cm.
Im unteren Rand mit dem verblassten Nachlaßstempel „Heinrich Zille“ (Rosenbach 1, Lugt 2676b, verso auf dem Unterlagepapier mit dem roten Nachlaßstempel „Nachlaß Prof. Heinrich Zille“ (Rosenbach 4), dort monogrammiert „S.Z“.
600 €
Mit ein paar wenigen aber kräftigen Kohlestrichen erfasst Zille ein junges Fräulein mit Mantel und Hut, dahinter skizzenhaft eine weitere Figur.


8141 Arbeiter mit Zigarette und zwei Schnapsflaschen, nach rechts gehend
Kreide in Schwarz und Blau auf Velin.
14,5 x 7,5 cm. Im linken Rand mit dem roten Nachlaßstempel „Heinrich Zille“ (Lugt 2676 b, Rosenbach 1).
600 €
Schnelle kleine Skizze eines womöglich nach dem ersehnten Schichtende nach Hause schlendernden Arbeiters mit blauem Mantel, Zigarette und Schnapsflaschen.


zille, heinrich
8142 Schwangere Frau mit Kind auf dem Arm Radierung und Heliogravure auf gewalztem China auf Kupferdruckkarton. 1908.
19,8 x 12,5 cm (31,3 x 22,5 cm).
Signiert „H. Zille“. Rosenbach 46 a (von g).
350 €
Erste Auflage in Schwarz auf gewalztem China. Die 1924 im Simplicissimus erschienene Reproduktion trug den Titel „Die Bergmannsfrau“. Ausgezeichneter Druck mit sehr breitem Rand.
8143 Als das Freibad aufkam Lithographie auf gelblich-grauem, faserigem Velin. 1919. 29,8 x 22,3 cm (36,8 x 27,5 cm).
Signiert „H. Zille“.
Rosenbach 94 c.
400 €
Blatt 36 aus dem Zyklus „Zwanglose Geschichten und Bilder“. Ausgezeichneter Druck mit dem vollen Rand, rechts mit dem Schöpfrand.
8144 Vor dem Weihnachtsladen (B)
Lithographie auf gelblich-grauem faserigen Velin. 1924.
29,1 x 23,5 cm (45,2 x 36,4 cm).
Signiert „H. Zille“. Rosenbach 182 c.
600 €
Blatt 9 des Zyklus „Komm Karlineken, komm!“. Prachtvoller Druck mit dem vollen Rand.

8145 Zirkusspiel im Hinterhof
Lithographie auf gelblich-grauem, faserigem Velin. 1924.
33,7 x 27,2 cm (45,8 x 36,5 cm).
Signiert „H. Zille“. Rosenbach 200.
600 €
Blatt 29 des Zyklus „Komm, Karlineken, komm !“. Prachtvoller Druck mit breitem Rand.

VERSTEIGERUNGS-BEDINGUNGEN
1. Die Galerie Gerda Bassenge KG, nachfolgend Versteigerer genannt, versteigert als Kommissionärin im eigenen Namen und für Rechnung ihrer Auftraggeber (Kommittenten), die unbenannt bleiben. Die Versteigerung ist freiwillig und öffentlich im Sinne des § 383 III BGB.
2. Der Versteigerer behält sich das Recht vor, Nummern des Kataloges zu vereinen, zu trennen, außerhalb der Reihenfolge anzubieten oder zurückzuziehen.
3. Sämtliche zur Versteigerung kommenden Gegenstände können vor der Versteigerung besichtigt und geprüft werden. Die Sachen sind gebraucht. Erhaltungszustände der einzelnen angebotenen Arbeiten bleiben im Katalog in der Regel unerwähnt. Die Katalogbeschreibungen sind keine Garantien im Rechtssinne und keine vertraglich vereinbarten Beschaffenheitsangaben. Gleiches gilt für individuell angeforderte Zustandsberichte. Sie bringen nur die subjektive Einschätzung des Versteigerers zum Ausdruck und dienen lediglich der unverbindlichen Orientierung. Alle Gegenstände werden in dem Erhaltungszustand veräußert, in dem sie sich bei Erteilung des Zuschlages befinden. Soweit nicht in der Katalogbeschreibung explizit erwähnt, sind Rahmungen nicht bindender Bestandteil des Angebots. Der Käufer kann den Versteigerer nicht wegen Sachmängeln in Anspruch nehmen, wenn dieser seine Sorgfaltspflichten erfüllt hat. Der Versteigerer verpflichtet sich jedoch, wegen rechtzeitig vorgetragener, begründeter Mängelrügen innerhalb der Verjährungsfrist von 12 Monaten ab dem Zeitpunkt des Zuschlags seine Ansprüche gegenüber dem Einlieferer (Auftraggeber) geltend zu machen. Im Falle erfolgreicher Inanspruchnahme des Einlieferers erstattet der Versteigerer dem Erwerber den Kaufpreis samt Aufgeld. Die Haftung des Versteigerers auf Schadensersatz für Vermögensschäden – gleich aus welchem Grund – ist ausgeschlossen, es sei denn, dem Versteigerer fiele Vorsatz oder grobe Fahrlässigkeit zur Last. Die Haftung bei Verletzung von Leben, Körper und Gesundheit bleibt unberührt.
4. Der Zuschlag erfolgt nach dreimaligem Aufruf an den Höchstbietenden. Der Versteigerer kann den Zuschlag verweigern oder unter Vorbehalt erteilen. Wenn mehrere Personen dasselbe Gebot abgeben und nach dreimaligem Aufruf kein höheres Gebot erfolgt, entscheidet das Los. Der Versteigerer kann den Zuschlag zurücknehmen und die Sachen erneut ausbieten, wenn irrtümlich ein rechtzeitig abgegebenes höheres Gebot übersehen worden ist oder wenn der Höchstbietende sein Gebot nicht gelten lassen will oder sonst Zweifel über den Zuschlag bestehen.
5. Im Falle eines schriftlichen Gebotes beauftragt der Interessent den Versteigerer für ihn während der Versteigerung Gebote abzugeben. In schriftlichen Aufträgen ist bei Differenzen zwischen Nummer und Kennwort das Kennwort maßgebend.
6. Telefonische Gebote und Online-Direkt-Gebote über das Internet bedürfen der vorherigen Anmeldung beim Versteigerer und dessen Zustimmung. Für die Bearbeitung übernimmt der
Versteigerer jedoch keine Gewähr. Telefonische und OnlineGebote werden nur akzeptiert, wenn der Bieter bereit ist, den ihm zuvor mitgeteilten Mindestpreis des jeweiligen Loses zu bieten. Auch bei Nichtzustandekommen einer Verbindung gilt, dass für den Auktionator dieses Gebot in Höhe des Mindestpreises verbindlich ist. Für das Zustandekommen einer entsprechenden Telefon- oder Onlineverbindung übernimmt der Versteigerer keine Gewähr. Das Widerrufs- und Rückgaberecht bei Fernabsatzverträgen findet auf solche Gebote keine Anwendung (§ 312g Abs. 2 Nr. 10 BGB).
7. Mit der Erteilung des Zuschlages geht die Gefahr für nicht zu vertretende Verluste und Beschädigung auf den Ersteigerer über. Das Eigentum an den ersteigerten Sachen geht erst mit vollständigem Zahlungseingang an den Erwerber über.
8. Auf den Zuschlagspreis ist ein Aufgeld von 30% zu entrichten, in dem die Umsatzsteuer ohne separaten Ausweis enthalten ist (Differenzbesteuerung) oder ein Aufgeld von 25% auf den Zuschlag zzgl. der Umsatzsteuer (Regelbesteuerung) von z.Zt. 7% (Gemälde, Zeichnungen, Skulpturen, Graphiken, Bücher etc.) bzw. 19% (Handschriften, Autographen, Kunstgewerbliche Gegenstände, Siebdrucke, Offsets, Fotografien, etc.). Die im Katalog mit einem * gekennzeichneten Objekte unterliegen in jedem Fall der Regelbesteuerung (Aufgeld von 25% auf den Zuschlag zzgl. der Umsatzsteuer von z.Zt. 7% bzw. 19%). Bei den im Katalog mit einem ^ gekennzeichneten Objekten ist Einfuhrumsatzsteuer angefallen. In diesen Fällen wird zusätzlich zu einem Aufgeld von 27% (Differenzbesteuerung) die verauslagte Einfuhrumsatzsteuer in Höhe von z.Zt. 7% auf den Zuschlag erhoben.
Für bundesdeutsche Kunsthändler und Antiquare, die zum Vor steuer abzug berechtigt sind, kann die Gesamt rech nung auf Wunsch, wie bisher nach der Regelbesteuerung ausgestellt werden. Von der Umsatzsteuer befreit sind Ausfuhrlieferungen in Drittländer (außerhalb der EU) und – bei Angabe ihrer USt.-Identifikations-Nr. bei Auftragserteilung als Nachweis der Berechtigung zum Bezug steuerfreier innergemeinschaftlicher Lieferungen –auch an Unternehmen in anderen EU-Mitgliedsstaaten, unter der Voraussetzung, dass sie für gewerblichen Gebrauch einkaufen. Eine Korrektur nach Rechnungsstellung ist nicht möglich.
Alle anderen Käufe aus EU-Ländern unterliegen der Umsatzsteuer. Ausländischen Käufern außerhalb der Europäischen Union wird die Umsatzsteuer erstattet, wenn binnen 4 Wochen nach der Auktion der deutsche zollamtliche Ausfuhrnachweis und der zollamtliche Einfuhrnachweis des entsprechenden Importlandes erbracht werden. Bei Versand durch uns gilt der Ausfuhrnachweis als gegeben. Bei Online-Live-Geboten über Internetplattformen erhöht sich das Aufgeld um die dort anfallende Transaktionsgebühr (i. d. R. 3-5%). Während oder unmittelbar nach der Auktion ausgestellte Rechnungen bedür fen einer besonderen Nachprüfung und eventueller Berichtigung; Irrtum vorbehalten.
Katalog- und Zusatzabbildungen dürfen nicht ohne Genehmigung verwendet werden. Reproduktionsrechte und digitale Dateien der Abbildungen können gegen Gebühr erworben werden. Gegebenen-
falls noch bestehende Urheberrechte Dritter bleiben davon unberührt und müssen u.U. gesondert eingeholt werden.
9. Die Auslieferung der ersteigerten Stücke erfolgt in unseren Geschäftsräumen gegen Bezahlung. Kreditkarten (Mastercard, VISA, American Express), Schecks sowie andere unbare Zahlungen werden nur erfüllungshalber angenommen. Bankspesen/ Transaktionsgebühren bzw. Kursverluste können zu Lasten des Käufers gehen. Die Auf bewahrung erfolgt auf Rechnung und Gefahr des Käufers. Der Versand wird gegen Vorabrechnung des Rechnungsbetrages ausgeführt. Die Versandspesen sowie die Kosten für Versicherung gegen Verlust und Beschädigung gehen zu Lasten des Käufers. Übersteigen die tatsäch lichen Versandkosten die vorab berechnete Pauschale, so wird die Differenz dem Käufer nachträglich in Rechnung gestellt.
10. Bei der Ausfuhr von Kulturgütern ist gem. der EG-Verordnung Nr. 116/2009 bzw. § 24 KGSG abhängig von Kategorie und Wert des Objekts ggf. eine Ausfuhrgenehmigung erforderlich. Aus Gründen des Artenschutzes können Objekte aus bestimmten, geschützten Materialien (u.a. Elfenbein, Schildpatt, Perlmutt und einige Korallenarten) besonderen Im- und Exportbeschränkungen unterliegen. Zum Zwecke des Exports (insbesondere außerhalb der Europäischen Union) kann hierfür eine spezielle Ausfuhrgenehmigung gemäß der Verordnung (EG) Nr. 338/97 erforderlich sein. Entsprechende Ausfuhrgenehmigungen können nur unter strengen Bedingungen erteilt und ggf. auch gar nicht erlangt werden, auch kann der Import dieser Gegenstände in manche Staaten eingeschränkt oder untersagt sein. Der Käufer ist selbst dafür verantwortlich, sich über etwaige Im- und Exportbeschränkungen zu informieren. Export und Import entsprechender Objekte erfolgen allein auf Rechnung und Gefahr des Käufers.
11. Der Zuschlag verpflichtet zur Abnahme. Der Kaufpreis ist mit dem Zuschlag fällig. Der Versteigerer ist berechtigt, falls nicht innerhalb von zwei Wochen nach der Versteigerung Zahlung gelei-
stet ist, den durch den Zuschlag zustande gekommenen Kaufvertrag ohne weitere Fristsetzung zu annullieren, Verzugszinsen in banküblicher Höhe – mindestens jedoch 1 % auf den Bruttopreis je angebrochenen Monat – zu berechnen und von dem Ersteigerer wegen Nichterfüllung Schadenersatz zu verlangen. Der Schadenersatz kann in diesem Falle auch so berechnet werden, dass die Sache in einer neuen Auktion nochmals versteigert wird und der säumige Käufer für einen Mindererlös gegenüber der vorangegangenen Versteigerung einschließlich der Gebühren des Auktionshauses aufzukommen hat. Zu einem Gebot wird er nicht zugelassen, auf einen etwaigen Mehrerlös hat er keinen Anspruch.
12. Erfüllungsort und Gerichtsstand im vollkaufmännischen Verkehr ist Berlin. Es gilt ausschließlich deutsches Recht. Das UNAbkommen über Verträge des internationalen Warenkaufs (CISG) findet keine Anwendung.
13. Die im Katalog aufgeführten Preise sind Schätzpreise, keine Limite.
14. Der Nachverkauf ist Teil der Versteigerung, bei der der Interessent entweder telefonisch oder schriftlich (im Sinne der Ziffern 5 und 6) den Auftrag zur Gebotsabgabe mit einem bestimmten Betrag erteilt. Entsprechende Gebote behalten ihre Gültigkeit für 4 Wochen nach Abgabe.
15. Die Abgabe eines Gebotes in jeglicher Form bedeutet die Anerkennung dieser Versteigerungsbedingungen. Der Versteigerer nimmt Gebote nur aufgrund der vorstehenden Versteigerungsbedingungen entgegen und erteilt dementsprechend Zuschläge. Kommissionäre haften für die Käufe ihrer Auftraggeber.
16. Sollte eine der vorstehenden Bestimmungen ganz oder teilweise unwirksam sein, so bleibt die Gültigkeit der übrigen davon unberührt.
David Bassenge, Geschäftsführer und Auktionator
Dr. Markus Brandis, öffentlich bestellter u. vereidigter Auktionator
Stand: Mai 2026

CONDITIONS OF SALE
1. The Galerie Gerda Bassenge KG, subsequently called “the auctioneer” carries on business as commission-agent in its own name on behalf of its voluntary consignors. This auction sale is a public one in the sense of § 383 III BGB.
2. The auctioneer reserves the right to combine, to split, to change or to withdraw lots before the actual final sale.
3. All objects put up for auction can be viewed and examined prior to the sale at the times made known in the catalogue. The items are used and sold as is. As long as not explicitly mentioned in the catalogue description, framing is not an inherent part of the offer. As a rule, the condition of the individual work is not given in the catalogue. Catalogue descriptions are made with as much care as possible, but the descriptions do not fall under the statutory paragraph for guaranteed legal characteristics. The same applies for individually requested condition reports. These also offer no legal guarantee and only represent the subjective assessment of the auctioneer while serv ing as a non-binding orientation. The liability for damage to life, body or health shall remain unaffected. In case of a justified claim, however, he will accept the responsibility to make a claim for restitution on behalf of the buyer against the consignor within a period of 12 months, running from the fall of the hammer. In the event of a successful claim the auctioneer will refund the hammerprice plus premium.
4. The highest bidder acknowledged by the auctioneer shall be deemed the buyer. In case of identical bids the buyer will be determined by drawing lots. In the event of a dispute the auctioneer has the absolute discretion to reoffer and resell the lot in dispute. He may also knock down lots conditionally.
5. In the case of a written bid the bidder commissions the auctioneer to place bids on his behalf during the auction. In cases where there is a discrepancy between number and title in a written bid the title shall prevail.
6. Telephone and direct online bidding via the internet must be approved in advance by the auctioneer. The auctioneer cannot be held liable for faulty connections or transmission failure. In such a case the bidder agrees to bid the reserve price of the corresponding lot. For such bidding the regulations of long distance contracts do not apply (Fernabsatzverträge) [cf § 312g II,10 BGB].
7. On the fall of the auctioneer’s hammer title to the offered lot will pass to the acknowledged bidder. The successful buyer is obliged to accept and pay for the lot. Ownership only passes to the buyer when full payment has been received. The buyer, however, immediately assumes all risks when the goods are knocked down to him.
8. A premium of 30% of the hammer price will be levied in which the VAT is included (marginal tax scheme) or a premium of 25% of the hammer price plus the VAT of 7% (paintings, drawings, sculptures, prints, books, etc.) or 19% (manuscripts, autographs letters, applied arts, screen prints, offset prints, photographs, etc.) of the invoice sum will be levied (regular tax scheme). Buyers from countries of the European Union are subject to German VAT. Items marked with an * are subject to the regular tax scheme (premium of 25% of the hammer price plus the current VAT of 19%). Items marked with an ^ are subject to import duty. In these cases in addition to a premium of 27% (marginal tax scheme), the charged import tax of currently 7% will be added to the hammer price.
Exempted from these rules are only dealers from EU-countries, who are entitled, under their notification of their VAT ID-Number, to buy on the basis of VAT-free delivery within the European Union. Notification of VAT ID-Numbers must be given to the auctioneer before the sale.
For buyers from non EU-countries a premium of 25% will be levied. VAT will be exempted or refunded on production of evidence of exportation within 4 weeks of the auction, or, if appropriate, importation to another country. This is taken as given when the dispatch is effected by us.
Live bidding through online platforms entails a transaction fee stipulated by the platform and will be added to the premium (usually 3-5% of the hammer price).
Due to the work overload of the accounting department during auctions, invoices generated during or directly after an auction require careful revision and possible correction; errors excepted. Catalogue images may not be used without permission. Reproduction rights and digital files can be acquired for a fee. Any copyrights of third parties that may still exist remain unaffected by this and may have to be obtained separately.
9. Auction lots will, without exception, only be handed over after pay ment has been made. Credit cards (VISA, Mastercard, American Express), checks and any other form of non-cash payment are accepted only on account of performance. Exchange rate risk and bank charges may be applicable. Storage and dispatch are at the expense and risk of the buyer. If the shipping costs exceed the lump sum on the invoice the outstanding amount will be billed separately.
10. According to regulation (EC) No. 116/2009 resp. § 24 KGSG, export license may be necessary when exporting cultural goods depending on the type or value of the object in question. For the purposes of wildlife conservation, it is necessary to obtain an export license according to regulation (EC) No. 338/97 when exporting objects made from certain protected materials (incl. ivory, tortoiseshell, mother-of-pearl and certain corals) out of the territory of the European Community. Export licenses for objects made of
protected materials are only granted under strict conditions or may not be granted at all. The import of such objects may be restricted or prohibited by certain countries. It is the buyer’s responsibility to inform himself, whether an object is subject to such restrictions. Export and import of such objects are at the expense and risk of the buyer.
11. The buyer is liable for acceptance of the goods and for payment. The purchase price shall be due for payment upon the lot being knocked down to the buyer. In case of a delayed payment (two weeks after the sale) the purchaser will be held responsible for all resultant damages, in particular interest and exchange losses. In case of payment default the auctioneer will charge interest on the outstanding amount at a rate of 1% to the gross price per month or part of month. In such an event the auctioneer reserves the right to annul the purchase contract without further notice, and to claim damages from the buyer for non-fulfilment, accordingly he can reauction the goods at the buyer’s expense. In this case the buyer is liable for any loss incurred, the buyer shall have no claim if a higher price has been achieved. He will not be permitted to bid.
12. The place of fulfillment and jurisdiction is Berlin. German law applies exclusively; the UN-Treaty (CISG) is explicitly excluded. 13. The prices quoted after each lot are estimates, not reserves.
14. The after-sales is part of the auction in which the bidder places either by telephone or in written form (as stated in number 5 and 6) the order to bid a set amount. Corresponding bids are binding for 4 weeks after submission.
15. By making a bid, either verbally in the auction, by telephone, written by letter, by fax, or through the internet the bidder confirms that he has taken notice of these terms of sale by auction and accepts them. Agents who act on behalf of a third party are jointly and separately liable for the fulfillment of contract on behalf of their principals.
16. Should one or the other of the above terms of sale become wholly or partly ineffective, the validity of the remainder is not affected. In the event of a dispute the German version of the above conditions of sale is valid.
David Bassenge, auctioneer Dr. Markus Brandis, attested public auctioneer
As of May 2026
