

BASSENGE
DRUCKGRAPHIK DES 15.–19. JAHRHUNDERTS
Auktion 127
BASSENGE
DRUCKGRAPHIK
DES 15. BIS 19. JAHRHUNDERTS
Mittwoch, 3. Juni 2026
Galerie Bassenge . Erdener Straße 5a . 14193 Berlin
Telefon: 030-893 80 29-0 . E-Mail: art@bassenge.com . www.bassenge.com
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Die Galerie Bassenge ist Mitglied bei Eindeutig identifizierbare Werke mit einem Schätzpreis von mindestens 4.000 Euro werden vor der Auktion mit dem Art Loss Register abgeglichen.
VORBESICHTIGUNG
DRUCKGRAPHIK DES 15. BIS 19. JAHRHUNDERTS
Erdener Straße 5A 14193 Berlin
Donnerstag, 28. Mai bis Montag, 1. Juni 10 bis 18 Uhr
Dienstag, 2. Juni
10 bis 17 Uhr
Vorbesichtigung ausgewählter Werke in München
Donnerstag, 21. Mai, 16 bis 19 Uhr
Freitag, 22. Mai, 11 bis 18 Uhr
Galeriestraße 2B (2. Etage), 80539 München


EXPERTEN | SPECIALISTS
Geschäftsführung | Management
Graphik, Zeichnungen und Gemälde des 15.–19. Jahrhunderts
David Bassenge
Dr. Ruth Baljöhr – Leitung
+49 (0)30-893 80 29-17 david@bassenge.com
+49 (0)30-893 80 29-22 15th to 19th Century Prints, Drawings and Paintings r.baljoehr@bassenge.com
Eva Dalvai
Moderne und Zeitgenössische Kunst
Photographie
+49 (0)30-893 80 29-80 e.dalvai@bassenge.com
Nadine Keul +49 (0)30-893 80 29-21 n.keul@bassenge.com
Harald Weinhold +49 (0)30-893 80 29-13 h.weinhold@bassenge.com
David Bassenge – Stv. Leitung +49 (0)30-893 80 29-17 david@bassenge.com
Barbara Bögner (in Elternzeit) +49 (0)30-88 62 43 13 b.boegner@bassenge.com
Katharina Fünfgeld +49 (0)30-88 91 07 90 k.fuenfgeld@bassenge.com
Simone Herrmann +49 (0)30-88 91 07 93 s.herrmann@bassenge.com
Sonja von Oertzen +49 (0)30-88 91 07 91 s.v.oertzen@bassenge.com
Friederike Valentien +49 (0)30-88 91 07 92 f.valentien@bassenge.com
Laetitia Weisser +49 (0)30-88 91 07 94 l.weisser@bassenge.com
Jennifer Augustyniak – Leitung +49 (0)30-21 99 72 77
Photography jennifer@bassenge.com
Giovanni Teeuwisse +49-(0)30-88 91 08 55 giovanni@bassenge.com
Wertvolle Bücher und Handschriften
Dr. Markus Brandis – Leitung
+49 (0)30-893 80 29-27
Rare Books and Manuscripts m.brandis@bassenge.com
Harald Damaschke +49 (0)30-893 80 29-24
h.damaschke@bassenge.com
Selma El Sayed +49 (0)30-893 80 29-24
s.sayed@bassenge.com
Josephine Faroqhi +49 (0)30-893 80 29-48
j.faroqhi@bassenge.com
Stephan Schurr +49 (0)30-893 80 29-15
s.schurr@bassenge.com
Naomi Schneider +49 (0)30-893 80 29-48
n.schneider@bassenge.com
Autographen | Autograph Letters
Verwaltung | Office
Logistik Management | Logistics
Repräsentanzen | Representatives
München
Rheinland
Dr. Rainer Theobald +49 (0)30-4 06 17 42 r.theobald@bassenge.com
Jenny Neuendorf
+49 (0)30-893 80 29-33
j.neuendorf@bassenge.com
Ralph Schulz +49 (0)30-893 80 29-16
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Harald Weinhold +49 (0)151-1202 2201 muenchen@bassenge.com
Dr. Mayme Francis Neher +49 (0)175-204 63 23 info@mayme-neher.de
TERMINÜBERSICHT AUKTION 127
MITTWOCH, 3. Juni 2026
Vormittag 10.00 Uhr
Nachmittag 15.00 Uhr
DONNERSTAG, 4. Juni 2026
Vormittag 11.00 Uhr
Nachmittag 15.00 Uhr
FREITAG, 5. Juni 2026
Vormittag 11.00 Uhr
Nachmittag 15.00 Uhr
Druckgraphik des 15. bis 17. Jahrhunderts Nr. 5000-5248
Druckgraphik des 18. Jahrhunderts Nr. 5249-5328
Druckgraphik des 19. Jahrhunderts und des Fin de Siècle Nr. 5329-5428
Miscellaneen und Trouvaillen der Druckgraphik des 15. bis 18. Jahrhunderts Nr. 5429-5672
Gemälde Alter und Neuerer Meister Nr. 6000-6191 Rahmen Nr. 6192-6213
Horizonte – Zauber ferner Welten Nr. 6300-6482
Zeichnungen des 16. bis 19. Jahrhunderts Nr. 6500-6755
Arnulf Rainer – Gerettete Werke aus der Haasgasse 10 Nr. 6900-6948 16.00 Uhr
SONNABEND, 6. Juni 2026
Vormittag 11.00 Uhr
Nachmittag 16.00 Uhr
Moderne Kunst I Nr. 7000-7283
Moderne Kunst II (Katalog nur online) Nr. 8000-8145
Post War und Zeitgenössische Kunst II (Katalog nur online) Nr. 8150-8322
Fotografie des 19. Jahrhunderts (Katalog nur online) Nr. 4001-4123
Fotografie des 20. und 21. Jahrhunderts (Katalog nur online) Nr. 4124-4321
VORBESICHTIGUNGEN
Druckgraphik, Gemälde, Zeichnungen des 15. bis 19. Jahrhunderts und Sonderkatalog „Horizonte“ Erdener Straße 5A, 14193 Berlin Donnerstag, 28. Mai bis Montag, 1. Juni, 10.00–18.00 Uhr, Dienstag, 2. Juni 10.00–17.00 Uhr
Moderne und Zeitgenössische Kunst I und II und Sonderkatalog Arnulf Rainer
Rankestraße 24, 10789 Berlin Donnerstag, 28. Mai bis Donnerstag, 4. Juni, 10.00–18.00 Uhr
Fotografie und Fotokunst des 19. bis 21. Jahrhunderts
Rankestraße 24, 10789 Berlin Donnerstag, 28. Mai und Freitag, 29. Mai, 10.00–18.00 Uhr, Samstag 30. Mai, 10.00–16.00 Uhr, Sonntag geschlossen, Montag, 1. Juni bis Donnerstag 4. Juni, 10.00–18.00 Uhr, Freitag, 5. Juni 10.00–15.00 Uhr
Schutzgebühr Katalog: 20 €
Umschlag: Los 5268, Francisco de Goya und Los 5147, Giovanni Andrea Maglioli Seite 4 und 5: Los 5037, Pieter Bruegel.


Druckgraphik des 15. bis 17. Jahrhunderts
Heinrich Aldegrever (1502 Paderborn – 1555/1561 Soest)
5000 Fides. Kupferstich. 8,3 x 6,5 cm. 1528. B. 131, Hollstein 131, Mielke (New Hollstein) 131.
400 €
Prachtvoller, herrlich klarer und markanter Druck mit teils sehr feinem Rändchen um die Plattenkante, partiell an diese geschnitten. In der oberen linken Eckenspitze winzige Bestoßung, unmerkliche Ausbesserungen, Alters- und Gebrauchsspuren, marginale Klebespuren verso, sonst in sehr schöner Erhaltung. Aus der Sammlung Luciana Simonetti (Lugt 3616).
Albrecht Altdorfer (um 1480–1538, Regensburg)
5001 Judith mit dem Haupt des Holofernes. Kupferstich. 6,4 x 3,9 cm. B. 1, Winzinger 158, Mielke (New Hollstein) e.1.
450 €
Ganz ausgezeichneter Druck mit feinem Rändchen um die Plattenkante. Minimal nur altersspurig, verso Montierungsreste, sonst sehr gut. Aus der Sammlung Katrin und Ulrich Schulz sowie mit einer unbekannten Sammlermarke (jeweils nicht bei Lugt).


5002 Die Auferstehung Christi. Holzschnitt. 22,7 x 17,9 cm. 1512. B. 47, Mielke (New Hollstein) w.49. Wz. undeutlich.
1.800 €
Ausgezeichneter Druck mit feinem Rändchen um die Einfassungslinie. Das Papier schwach gebräunt, horizontale Mittelfalte verso, diese rechts mit winziger Ausbesserung, die Einfassung punktuell ergänzt, ein geschlossenes Löchlein mit Retuschen unten rechts in den Strahlen der Laterne, unmerkliche Federeinzeichnungen in der Ecke oben links, weitere Gebrauchsspuren, sonst in schöner Erhaltung.
Albrecht Altdorfer
5002
Jost Amman (1539 Zürich – 1591 Nürnberg)
5003 und Georg Mack d. Ä. (tätig um 1556-1601 in Nürnberg). Rudolphus II. Kupferstich mit reichem zeitgenössischen Kolorit und Goldhöhung. 18,6 x 13,2 cm. (1583). Unten mittig in Gold monogrammiert und datiert „GM 1589“. Andresen 15.36, Becker 83.65, Seelig (New Hollstein) 201.66 (2324).
1.500 €
Der Kupferstich ist Teil der umfangreich bebilderten „Icones Ducum Bavariae“ von 1583. Georg Mack d. Ä. stammte aus einer Familie von Buchmalern, Briefmalern und Verlegern in Nürnberg. Es gibt Hinweise darauf, dass der Druckgraphiker Jost Amman und der Buchmaler Georg Mack eine geschäftliche Vereinbarung trafen; vorliegende Darstellung aus der genannten Serie ist eines der wenigen erhaltenen Beispiele für ihre Zusammenarbeit. Dargestellt sind Rudolf II. (13061353), Herzog von Bayern und Pfalzgraf bei Rhein, und seine zweite Frau Margarete von Sizilien (1331-1377), Tochter von Friedrich II. von Sizilien und Eleonore von Anjou. - Ganz ausgezeichneter Druck dieses seltenen Blattes mit einer aufwendigen und detaillierten Handkolorierung von Georg Mack, das Kolorit überwiegend frisch erhalten. Altersund Gebrauchsspuren, die Ränder teils bestoßen, ausgebesserte Randschäden, unten links sowie im oberen Bereich geschlossene Einrisse, verschiedentlich berieben, weitere Erhaltungsmängel, der Gesamteindruck gleichwohl gut.

5004

Giovanni Battista d’Angolo
(gen. Battista del Moro, 1514/15 Verona – 1573 Venedig)
5004 Das Grabmal eines Bischofs Radierung.
35,1 x 25 cm. B. XVI, S. 184, 13, Meyers Allgem. Künstler-Lexikon 21.
1.200 €
Battista del Moros druckgraphisches Werk ist stilistisch sehr uneinheitlich und vielfältig, was eine genaue Eingrenzung seines Œuvres wesentlich erschwert. Gleichwohl ergibt sich eine gewisse Chronologie aus der Tatsache, dass die frühen Arbeiten meist in einer schematischen, zuweilen etwas trocken wirkenden Grabsticheltechnik ausgeführt sind, während der Künstler sich im Spätwerk vorwiegend der Radierung zuwandte. Es sind spontan und leicht behandelte Blätter, die einen typisch venezianischen Sinn für atmosphärische Wirkung besitzen. Die Komposition der seltenen Radierung wurde in der Vergangenheit mit Parmigianino in Verbindung gebracht, jedoch gilt diese Annahme keineswegs als gesichert. Die Gestalt des lässig ruhenden Bischofs, der das Gewicht seines Körpers auf dem linken Ellbogen abstützt, ist sehr flüssig und weich behandelt und ähnelt keineswegs einer aus Stein gehauenen Figur, eine Beobachtung, die sich ebenso für die beiden trauernden Cherubine, die ihn flankieren, machen lässt. Ausgezeichneter, toniger Druck mit feinem Rändchen um die Plattenkante. Geringfügige Altersspuren, leicht angestaubt, sonst gutes Exemplar. Aus der Sammlung Franz Jozef von Enzenberg (Lugt 845).
5003

Giovanni Battista d’Angolo
5005 zugeschrieben. Weite Landschaft mit der Geschichte von Diana und Aktaion. Radierung. 18,2 x 26,8 cm. Um 1561-1575. Kat. Le Beau Style. Gravures Maniéristes de la Collection Georg Baselitz, hrsg. v. Nathalie Strasser et al., Genf 2002, Nr. 222, 95. Wz. Pilger im Kreis.
3.000 €
Ehemals Angelo Falconetto zugeschrieben. In Rom gibt es eine Radierung mit dem Monogramm Giovanni Battistas, die in ihrer Landschaftsauffassung und dem Duktus unserem Blatt vergleichbar ist, sodass auch unser Blatt Angelo del Moro zugeschrieben wurde (vgl. Dillon 1980, S. 264 XI, 12). Prachtvoller, herrlich markanter Druck mit gleichmäßig feinem Rändchen um die teils gratig zeichnende Plattenkante. Zarte geglättete Mittelfalte, dort oben geschlossener Randeinriss mit dezenter Ausbesserung, unten weiterer geschlossener Randeinriss, unbedeutend fleckig, unten rechts im weißen Rändchen kurze Quetschspur, Spuren einer vertikalen Knickspur nahe des Turms oben links, entlang der äußeren Ränder auf ein Untersatzpapier mit Wasserzeichen „Stadttor“ montiert, sonst sehr schön und original erhalten.
5005

Hans Baldung
(gen. Grien, 1476 Weyersheim bei Straßburg – 1545 Straßburg)
5006 Die sieben Pferde. Holzschnitt. 21 x 32,5 cm. 1534. B. 56, Hollstein 238. Wz. Armbrust. 2.500 €
Ausgezeichneter, gleichmäßiger, wenngleich etwas später Abzug mit einigen Wurmlöchern und Ausbrüchen, mit schmalem Rand um die Einfassung. Geringfügig angestaubt, schwache vertikale Mittelfalte sowie geglättete Knickspur verso, dünne Stellen, teils mit winzigen Löchlein, weitere Alters- und Handhabungsspuren, sonst gut.
5006
Druckgraphik des 15. bis 17. Jahrhunderts
Barthel Beham (1502 Nürnberg – 1540 Bologna)
5008 Die Jungfrau im Fenster. Kupferstich. 10,5 x 8,4 cm. Um 1528-30. B. 8, Pauli 9, Hollstein 9, Röver-Kann (New Hollstein) 8.
2.500 €
Ganz ausgezeichneter, gleichmäßiger Druck auf die Darstellung geschnitten, die Einfassung partiell sichtbar. Leicht angestaubt und fleckig, vor allem verso, vier kleine, teils ausgebesserte Bereibungen, zwei auf dem Fußboden, im Kleidszipfel unten und am rechten Knie, dort mit unmerklich feiner Federretusche, minimale Alters- und Gebrauchsspuren, kleine Montierungsreste verso, sonst in sehr schöner Erhaltung. Von großer Seltenheit. Aus den Sammlungen Ludwig Maximilian Baron von Biegeleben (Lugt 385) und Paul Davidsohn (Lugt 654, dessen Versteigerung bei C. G. Boerner, Leipzig, 3.- 8. Mai 1920, Los 371).

5009 Mutter mit Kind und einem Totenkopf. Kupferstich. 4,2 x 6,1 cm. Um 1528-30. B. 5, Pauli 6, Hollstein 6, Röver-Kann (New Hollstein) 38.
2.400 €
Ganz ausgezeichneter, toniger Druck meist mit der sichtbaren Plattenkante, oben rechts und unten mit deutlicher Facettenschwärze, links sowie oben links knapp auf die Darstellung geschnitten. Nur kleine Montierungs- und Klebereste verso, geglättete Mittelfalte, links im Fensterausschnitt beriebene und ausgebesserte Stelle, sonst sehr schönes Exemplar. Aus der Sammlung Ludwig Maximilian Baron von Biegeleben (Lugt 385).
5010 Der Geizige in seinem Unglück. Kupferstich. 7,9 x 5,1 cm. B. 38, Pauli 41, Hollstein 41 IV (von V), Röver-Kann (New Hollstein) 42 IV.
1.200 €
Prachtvoller, klarer Druck meist an die Darstellung geschnitten, unten Spuren eines Rändchens. Unbedeutende Altersspuren, umlaufend sehr sorgsam angerändert, vereinzelt sehr versierte und feine Federretuschen in der äußersten Darstellung und unauffällig ausgebesserte Randläsuren, weitere meist punktuelle Ausbesserungen, kleine Montierungsreste in allen vier Ecken, im Gesamteindruck sehr schön. Selten.

5008
5009


Sebald Beham (1500 Nürnberg – 1550 Frankfurt a. M.)
5011 Adam und Eva. Kupferstich nach Barthel Beham 8,2 x 5,5 cm. 1543. B. 6, Pauli 7, Hollstein 7 V, RöverKann (New Hollstein) 7 IV (von V).
900 €
Vor den Vertikalen um Eva. Ausgezeichneter Druck an die Darstellung geschnitten. Angestaubt und fleckig, möglicherweise auch ölhaltig, verschiedene, meist ausgebesserte Läsuren und Fehlstellen, in diesen Stellen teils mit kleinen Federretuschen, so etwa im Schädel des Todes, auf der Brust Adams und in der Figur Evas, oder im Monogramm oben links, berieben, hinterfasert, Spuren von weißer Farbe vor allem mittig, der Gesamteindruck gleichwohl gut.
5012 Judith stehend mit ihrer Dienerin und dem Haupt des Holofernes. Kupferstich. 10,9 x 6,7 cm. B. 10, Pauli 11, Hollstein 11, Röver-Kann (New Hollstein) 14.
750 €
Ganz ausgezeichneter Druck, nur rechts partiell minimal auslassend, oben und unten auf die Darstellung geschnitten, an den Seiten mit der Plattenkante. Nur schwache Gebrauchsspuren, die Sammlerstempel teils schwach durchscheinend, kleine Montierungsreste verso, sonst sehr schönes Exemplar. Aus den Sammlungen Giuseppe Storck (Lugt 2318), Dr. Karl Max Osthof (Lugt 4810, das vorliegende Blatt wird im Lugt-Eintrag erwähnt) und Hugo Ahne (Lugt 4813) sowie Katrin und Ulrich Schulz (nicht bei Lugt).

5010
5011
5012



Sebald Beham
5013 Der hl. Hieronymus. Kupferstich. 8,5 x 6,1 cm. 1520. B. 60, Pauli 64, Hollstein 64, Röver-Kann (New Hollstein) 65.
450 €
Ganz ausgezeichneter, toniger und in den Schatten markanter Druck bis auf die Plattenkante beschnitten, oben minimal knapp. Minimale Gebrauchsspuren, Montierungsreste und -spuren verso, sonst schön. Aus der Sammlung Ernst Ruge (Lugt 2158a).
5014 Die Frau mit der Harfe. Eisenradierung. 3,9 x 3,3 cm. B. 205, Pauli 208, Hollstein 208 (jeweils dieses Exemplar erwähnt), Röver-Kann (New Hollstein) 143 (dieses Exemplar erwähnt).
750 €
Das seltene Blatt in einem von Pauli erwähnten Frühdruck vor den Rostflecken mit illustrer Provenienz. Ausgezeichneter Druck mit winzigem Rändchen um die mit Plattenschmutz druckende Facette. Minimale Gebrauchsspuren, aufgezogen, sonst in tadelloser Erhaltung. Provenienz: Sammlung Graf Yorck von Wartenburg (Lugt 2669), Gutekunst & Klipstein, Bern, Auktion am 26. November 1948, Los 118, Sammlung Gordon Novell-Usticke, dessen Auktion Christie‘s, London, Hans Sebald Beham. The Collection of Prints Formed by Gordon Nowell-Usticke, am 28. Juni 1978, Los 108. Beigegeben von demselben der Kupferstich „Die beiden Spielleute und das Mädchen“ (B. 191, ebenfalls aus der Sammlung Novell-Usticke, Auktion Christie‘s 1978, Los 95 sowie erwähnt in NH 192).
5015 Vase mit zwei Genien und zwei Delfinen. Kupferstich. 5,1 x 3,2 cm. B. 243, Pauli 252, Hollstein 252, Röver-Kann (New Hollstein) 247.
450 €
Ganz ausgezeichneter, klarer Druck mit schmalem Rändchen um die teils distinkt und gratig zeichnende Plattenkante. Kleine Montierungsreste verso, schwach berieben, schwache geglättete Diagonalspur verso sowie kleine Bleistiftannotationen ebenda, sonst vollkommen und sehr schön erhalten. Beigegeben von demselben der Kupferstich „Kapitell und Basis einer Säule, IV“ (NH 257, I von II). Aus der Sammlung Katrin und Ulrich Schulz (nicht bei Lugt).
5016 Die Hl. Familie unter dem Zelt. Holzschnitt. 12,6 x 8,5 cm. B. 121, Pauli 890, Hollstein 890, RöverKann (New Hollstein) 333.
1.200 €
Ausgezeichneter, gleichmäßiger Druck mit feinem Rändchen. Vorzüglich erhalten. Aus der Sammlung Ambroise Firmin-Didot (Lugt 119).
5013
5014
5015

5017
Stefano della Bella (1610–1664, Florenz)
5017 Landschaft mit Herde; Landschaft mit Satyrn; Zwei Adler. 3 Radierungen in Rot, je auf Wechselscheinen der Depositeria di S.A.R. des Großherzogtums. Je ca. 16 x 30,6 cm (Blattgröße). Toskana, um 1776. De Vesme/ Massari 718, 719, 722. 800 €
Um die Verbreitung von Papiergeld in der Toskana zu fördern, erließ Großherzog Pietro Leopoldo 1776 eine Verordnung, um die Bevölkerung dazu zu bewegen, Silbermünzen in Banknoten der Depositeria di S.A.R. umzutauschen. Um die Fälschung der Banknoten zu erschweren und sie attraktiver zu machen, ließ der Großherzog auf der Rückseite einige Stiche namhafter Künstler wie Antonio Tempesta, Stefano della Bella, Jacques Callot und Theodor Verkruysle abdrucken, deren Kupferplatten in den Sammlungen der Medici aufbewahrt wurden. Ausgezeichnete Drucke mit schmalem bzw. feinem Rändchen, partiell mit Schöpfrand. Leicht angestaubt und nur vereinzelt fleckig, teils unbedeutende Randläsuren sowie kleine Knickspuren, im Gesamteindruck gleichmäßig schön erhalten.

5016

Jacques Bellange (1575–1616, Nancy)
5018 Madonna mit Kind an der Wiege (La Vierge et l‘enfant Jésus débout sur son berceau). Radierung. 14,7 x 21,8 cm. Robert-Dumesnil 5, Walch 7 II (von IV), Worthen/Reed 6, Griffiths/Hartley 6 II.
6.000 €
Vor der später ergänzten Verlegeradresse von Le Blond unten rechts. Ganz ausgezeichneter, gegensatzreicher Frühdruck mit zahlreichen feinen Wischkritzeln, die besonders in den hellen Partien wirksam sind, mit schmalem Rändchen ringsum, die Ecken der Plattenkante noch spitz. Leicht fleckig, vereinzelte unauffällige Quetschfältchen, kleiner geschlossener Einriss im dunklen Vorhang am rechten Rand, alt auf ein Untersatzpapier montiert, sonst in hervorragender und unberührt schöner Erhaltung. Walsh nennt von dem II. Zustand lediglich vier Exemplare in Privatbesitz. Sehr selten.
Nicolaes Pietersz. Berchem (1620 Haarlem – 1683 Amsterdam)
5019 Die Kuhtränke. Radierung. 27,8 x 37,4 cm. 1680. B. 1, Dutuit 1, Hollstein 1 III (von V). Wz. Traube. 2.400 €
Die eindrucksvolle, großformatige Radierung aus dem Jahre 1680 gilt als das Hauptblatt des graphischen Schaffens Berchems und gehört dem Spätwerk an. Im Gegensatz zu den Radierungen der Frühzeit, die von einem filigranen, atmosphärischen Radierduktus gekennzeichnet sind, dominieren hier starke Helldunkelkontraste und schwungvolle, kalligraphische Umrisse. Die alltägliche, pastorale Szene erhält eine monumentale Grandeur. Vor den späteren Abzügen mit der Adresse von Leon Schenck. Prachtvoller, gegensatzreicher Druck mit gleichmäßigem Rändchen. Minimale Altersspuren, sonst vorzüglich erhalten.
5018

Johannes Pietersz. Berendrecht (Verleger, um 1590 Alkmaar – um 1645 Haarlem)
5020 Bildnis des Hendrick Goltzius im Oval, in einer reichen allegorischen Umrahmung. Radierung und Grabstichel nach Jacob Matham. 20,1 x 17,4 cm. „Johannes P. Berendrecht excudit“. 1617. Leesberg (New Hollstein, Goltzius) 750a.
900 €
Dieses nur in wenigen Exemplaren von Johannes Pietersz. Berendrecht verlegte Bildnis des Hendrick Goltzius steht in engem Zusammenhang mit dem ebenfalls 1617 erschienenen Kupferstichporträt von der Hand Jacob Mathams (B. 22). Dieses, weitaus größer, diente zweifellos als Prototyp, da auf unserem Blatt Goltzius im Gegensinn zu der Urfassung Mathams dargestellt ist. Im Unterschied zu der genannten Version wurde das Bildnis mit einer neuen allegorischen Umrahmung versehen. Beide Blätter entstanden im Todesjahr von Goltzius und hatten zweifellos eine kommemorative Funktion. Ganz ausgezeichneter, gleichmäßiger Druck mit teils sehr feinem Rändchen um die Einfassungslinie, oben links knapp, links partiell mit der Plattenkante. Winziges Braunfleckchen auf der Schulter von Goltzius, rechts oben kleine Fehlstelle im Rand, verso geglättete Mittelfalte, schwach stockfleckig, sonst sehr gut erhalten. Aus der Sammlungen John Chaloner Smith (Lugt 2295bis), dem bedeutenden Sammler und Verfasser zu Britischen Schabkunst-Portraits, sowie Vicenç Furio (Lugt 6264).

5019
5020


Bartolomeo Biscaino (1632–1657, Genua)
5021 Die Geburt mit Engeln. Radierung. 39,3 x 28 cm. B. 7, TIB 47 (Part 1, Commentary) .007 VI (von VIII). 750 €
Ausgezeichneter, gegensatzreicher Druck mit feinem Rändchen, rechts und unten auf die Plattenkante beschnitten. Vor der Nummer und vor der Löschung der Schrift. Minimale Altersspuren, sonst sehr gut erhalten.
Frederik Bloemaert (um 1610 – um 1669, Utrecht)
5022 Die zwölf Monate. 12 (von 13) Kupferstiche nach Abraham Bloemaert. Je ca. 12,9 x 16,6 cm. Hollstein 249-261 II. Wz. Sieben Provinzen, Nebenmarke Buchstaben VA.
1.800 €
Die bis auf das Titelblatt komplette Serie in ganz ausgezeichneten, gegensatzreichen Drucken mit zartem Plattenton und Rändchen um die gut sichtbaren Plattenkanten, nur Juli und August knapp innerhalb geschnitten. Minimal angestaubt, lediglich vereinzelte Gebrauchsspuren, Juli mit geschlossenem Löchlein rechts, sonst in vorzüglicher und einheitlicher Erhaltung.
5022

Christoffel Bockstorffer (Monogrammist CB, um 1480 Memmingen – 1553 Colmar)
5023 Die Kaiser Karl V. und Ferdinand I. Kupferstich. 19,7 x 27,6 cm. B. 3, Nagler 3, Hollstein 5 II. Wz. Fünfzackige Schellenkappe.
600 €
Prachtvoller, markanter Druck mit schmalem Rand um die Plattenkante. Leichte vertikale Mittelfalte sowie zarte Quetschspuren, minimal stockfleckig, in den oberen Ecken auf ein Untersatzpapier montiert, sonst tadellos schön und original erhalten. Aus der Sammlung Henri Vever (Lugt 2491bis).

Hans Bol (1534 Mechelen – 1593 Amsterdam)
5024 nach. Die zwölf Monate mit den Tierkreiszeichen: Landschaften mit Szenen aus dem Leben Christi. 12 (von 13) Kupferstiche von Adriaen Collaert. Je ca. 15,3 x 20,8 cm. 1585. Hollstein (Bol) 94-108, Hollstein (Collaert) 511-522, Diels/Leesberg (New Hollstein, Collaert Dynasty ) 226-237. Wz. Gotisches P mit Nebenmarke: Anhänger „4W“.
2.400 €
Die beinahe vollständige Folge - lediglich das Titelblatt fehlt - in ausgezeichneten bis ganz ausgezeichneten, präzisen und zarttonigen Drucken mit ungewöhnlich breitem Rand um die Plattenkante. Unauffällig geglättete Mittelfalte, schwache Trockenfältchen sowie einzelne Knickspuren, vorwiegend im weißen Rand teils etwas fleckig, meist fingerfleckig ebenda, im unteren weißen Rand sämtlich mit kleinen Bleistiftannotationen, weitere geringe Gebrauchsspuren, sonst insbesondere die Darstellungen in sehr schöner und unberührter Erhaltung. Selten
5024
5023


5025
5026

Nicolò Boldrini
(geb. in Vicenza, tätig um 1530 – nach 1566 in Venedig)
5025 Der hl. Franziskus empfängt die Stigmata. Holzschnitt nach Tizian. 29,1 x 43,2 cm. Passavant VI, S. 235, 59, Oberhuber 173, Dreyer 18, Muraro/Rosand 30.
800 €
Schon zu Lebzeiten Tizians durch Vasari, und auch Ridolfi, als Arbeit des venezianischen Meisters anerkannt, ist inzwischen eine Zuschreibung an Nicolò Boldrini plausibel. Dreyer vergleicht ihn besonders mit dem hl. Hieronymus in der Wildnis (Dreyer 19). Ganz ausgezeichneter, kräftiger Druck mit der Einfassung. Geglättete vertikale Mittelfalte, diese teils gesprungen und hinterlegt, partiell mit dezenten Federretuschen, links weitere vertikale, sowie verso geglättete horizontale Faltspur, kleines Wurmlöchlein ausgebessert und mit Federretuschen, rechts zwei kleine Blaufleckchen, insgesamt leicht fleckig und angestaubt, sonst im Gesamteindruck schön.
Nicolò Boldrini
5026 Die mystische Vermählung der hl. Katharina. Holzschnitt nach Tizian. 32,7 x 45,6 cm. Passavant VI, S. 235, 61, Muraro/Rosand 47 I (von III).
750 €
Die Darstellung folgt in freier Anlehnung einem Lünetten-Gemälde Tizians in der venezianischen Kirche SS. Giovanni e Paolo, das schon im 17. Jh. stark beschädigt war und heute verloren ist. Vor der Inschrift. Ausgezeichneter, nur stellenweise etwas ungleichmäßiger Druck mit der Einfassungslinie. Geglättete vertikale Mittelfalte, am unteren Rand
zarte Quetschfältchen vom Druck, unauffälliger, sehr sorgsam ausgebesserter Riss rechts vom Rücken bzw. durch den Rücken Josephs, ein winziges Risschen im unteren Rand, weitere kleine punktuell ausgebesserte Stellen, wie rechts neben der Hüfte der am linken Rand Knienden, oben rechts schwache Federnummerierung, sonst schön erhalten.
Bolognesisch
5027 1. Hälfte 17. Jh. Die Engel erscheinen dem hl. Joseph. Radierung. 17 x 27,3 cm. Corrado Ricci: Antonio Allegri da Correggio. His life, his friends, and his time, New York 1896, S. 239-240. Wz. Initialen im Kreis.
900 €
Diese Arbeit eines unbekannten Bologneser Stechers existiert in einem weiteren Exemplar in der Biblioteca Palatina di Parma, wo es im OrtalliAlbum mit den Blättern nach Antonio Allegri da Correggio eingeklebt ist (Inv. 3027). Ricci zieht stilistische Parallelen zu einem weiteren Stich im Album mit der Darstellung des liegenden Hieronymus (Inv. 3110), bezweifelt aber, dass die Blätter tatsächlich nach Correggio gearbeitet seien. Er ordnet sie vorsichtig als frühe Arbeiten Giovanni Lanfrancos ein. Ausgezeichneter Druck mit feinem Rändchen um die teils gratige Plattenkante. Vereinzelt fleckig, geglättete Mittelfalte, zu den Rändern hin schwach gebräunt, an der oberen linken Kante ein brauner Fleck mit kleinem Ausbruch, das Papier leicht gewölbt, Leimspuren verso, ebenda Montierungsrückstände, weitere Gebrauchsspuren, sonst in guter Erhaltung. Rarissimum
5027

5029
Giulio Bonasone (1531 Bologna – 1574 Rom)
5028 Beweinung. Kupferstich nach Raffael
33,7 x 24,5 cm. B. XV, S. 126, 60, Massari 225, TIB .060 S1 (von S2).
750 €
Vor der Nummer und den Heiligenscheinen. Ganz ausgezeichneter, warmtoniger Druck mit sehr feinem Rändchen um die Einfassungslinie, die Plattenkante unten sowie rechts sichtbar. Minimal angestaubt und leicht altersspurig, in der Signatur wohl kleine Ausbesserung, der Künstlername recto wie auch verso mit zarter Feder ergänzt, schwache geglättete horizontale Mittelfalte, unten rechts winzige Federnummerierung, kleine Montierungsreste verso, sonst sehr schön erhalten. Selten
Abbildung Seite 26
Carlo Bononi
(wohl um 1580–1632, Ferrara)
5029 nach. Der Genius der Künste. Kupferstich. 22 x 17,3 cm. Wohl unbeschrieben.
2.400 €
Qualitätvolle Arbeit eines anonymen italienischen Kupferstechers des 17. Jahrhunderts nach einer Invention des emilianischen Malers Carlo Bononi. Auf kunstvolle Weise sind die unterschiedlichen Attribute der Künste, Musik und Wissenschaften zu einer visuell wirksamen Komposition miteinander verknüpft. Ausgezeichneter, gleichmäßiger Druck mit Rand. Minimale Gebrauchsspuren, sonst sehr gut erhalten.


Abraham Bosse (1604 Tours – 1676 Paris)
5030 Die vier Elemente. 4 Radierungen. Je ca. 14,9 x 11,2 cm. Blum 940-943, Duplessis 1090-1093, Lothe 285-288.
1.200 €
Die vollständige Folge in ausgezeichneten, zeitgenössischen Abzügen mit Rand. Stellenweise minimal stockfleckig und geringfügig gebräunt, die Ränder teils minimal bestoßen, sonst sehr gut erhalten.
René Boyvin (um 1525 Angers – nach 1598 Paris ?)
5031 Judith mit dem Haupt des Holofernes. Kupferstich nach Rosso Fiorentino. 18,1 x 13,3 cm. RobertDumesnil 1.
900 €
Das sehr seltene Blatt in einem ausgezeichneten Druck oben und rechts mit sehr feinem Rändchen um die Einfassung, links und unten mit Spuren derselben bzw. teils minimal knapp in die Darstellung. Geringfügig angestaubt, einzelne Braunflecken oben im Vorhang, ein recto kaum merklicher Fleck im Bereich zwischen rechter Hüfte und Arm, schwache Knitterspuren verso, an den oberen Ecken montiert, weitere minimale Gebrauchsspuren, sonst in guter Erhaltung.

5030
5030
5031
Hans Brosamer (um 1500 vermutl. Fulda – 1552 vermutl. Frankfurt a.M.)
5032 Das Parisurteil. Kupferstich im Rund. D. 9,2 cm. B. 12, Hollstein 17.
1.200 €
Ausgezeichneter Druck mit den Spuren eines runden Rändchens um die gratig zeichnende Plattenkante. Verso schwache Leimspuren sowie leichte Spuren alter Montierung, sonst vorzüglich erhalten.

Pieter Bruegel d. Ä. (um 1525–1569 Brüssel)

5033 nach. Charitas. Kupferstich von Philips Galle, aus der Folge der Tugenden, wie auch die folgenden beiden Losnummern. 22,3 x 29 cm. 1559. Bastelaer 134, Hollstein (Bruegel) 134, Riggs 32, Orenstein (New Hollstein, Bruegel) 15, Sellink/Leesberg (New Hollstein, Galle) 311, Bassens/Grieken 13c.
3.500 €
Blatt 3 der Folge. Ganz ausgezeichneter Druck bis an bzw. auf die Plattenkante geschnitten, unten knapp innerhalb des Schriftrandes. Minimal nur angestaubt, ganz vereinzelte Fleckchen, dünne Stellen, verso stellenweise mit einem moderneren Bütten verstärkt sowie unten ein Papierstreifen montiert, sonst in sehr schöner Erhaltung.
5034 nach. Justicia. Kupferstich von Philips Galle. 22 x 28,7 cm. (1559). Bastelaer 135, Hollstein 135, Riggs 32, Orenstein (New Hollstein, Bruegel) 16, Sellink/Leesberg (New Hollstein, Galle) 312, Bassens/Grieken 13d II. Wz. Hirschkuh.
2.400 €
Blatt 4 der Folge. Ausgezeichneter, gleichmäßiger Abzug mit sehr feinem Rändchen um die Einfassungslinie, unten mit dem Text. Minimal fleckig, unten rechts diagonaler, sorgsam geschlossener Randeinriss, dünne Stellen im Rand, verso zarte Quetschfältchen, sonst schön erhalten.
5032
5028


5033
5034


5035a
5035

Pieter Bruegel d. Ä.
5035 nach. Fortitudo. Kupferstich von Philips Galle. 22 x 28,6 cm. Um 1560. Bastelaer 137, Hollstein 137, Riggs 32, Orenstein (New Hollstein, Bruegel) 18 I (von II), Sellink/Leesberg (New Hollstein, Galle) 314 I (von II), Bassens/Grieken 13f. Wz. Muschel.
1.800 €
Blatt 6 der Folge. Einziger Zustand, die Beschreibung des 2. Zustandes im NHD beruht laut Bassens/Grieken auf ein in Feder und Tinte überarbeitetes Exemplar in Brüssel. Ausgezeichneter Druck mit der Einfassungslinie, unten mit dem Text. Angestaubt, zwei kleine Rostfleckchen, die unteren Ecken ausgebessert und die Darstellung mit der Feder ergänzt, die obere linke Eckspitze mit kleinen sorgsam geschlossenen Risschen, kleine dünne Papierstellen im Rand partiell angefasert, verso schwache diagonale Knickspur sowie zarte Knitterspuren, sonst in guter Erhaltung.
5035a nach. Avaritia. Kupferstich von Pieter van der Heyden, aus der Folge der Sieben Todsünden, wie auch die folgende Losnummer. 22,6 x 30 cm. 1558. Bastelaer 128, Hollstein (Bruegel) 128, Hollstein (Cock) 239, Riggs 39, Orenstein (New Hollstein) 24 I (von II), Bassens/Grieken 11d I (von II). Wz. Bekrönte Hand.
3.000 €
Blatt 5 der Folge. Ausgezeichneter, noch kräftiger Druck mit der Darstellung und dem Text, partiell minimal in diese geschnitten. Verso geglättete, vertikale Mittelfalte, angestaubt und gebräunt, kleine Fehlstellen im Rand bzw. den Ecken ergänzt, weitere unauffällige kleine Randläsuren bzw. -risschen hinterlegt, hinterlegte dünne Stelle mit winzigen Nadellöchlein unten links im am Tisch sitzenden Schnabelmonster, sonst gut erhalten. 5036
Blatt 4 der Folge. Noch mit der Adresse von Cock. Ausgezeichneter Druck mit feinem Rändchen um die Plattenkante. Etwas gebräunt und fleckig, geglättete Mittelfalte, diese oben gebrochen, sowie schwache diagonale Knickfalte am linken Rand, im Rand teils etwas ausgedünnt, kleine Ergänzungen an den Ecken sowie im Rand, teils mit Federretuschen, verso kleine Montierungsreste, sonst gut erhalten.
5036 nach. Gula. Kupferstich von Pieter van der Heyden. 22 x 28,9 cm. 1558. Hollstein (Bruegel) 129, Hollstein (Cock) 240, Bastelaer 129, Riggs 39, Orenstein (New Hollstein, Bruegel) 25, Bassens/Grieken 11e. Wz. Fisch mit Blume.
3.000 €
Pieter Bruegel d. Ä.
5037 nach. Seeschlacht in der Straße von Messina. Kupferstich und Radierung von Frans Huys von zwei Platten auf zwei zusammengefügten Bogen. 43,1 x 71,7 cm. 1561. Bastelaer 96, Hollstein 96, Hollstein (Cock) 215, Orenstein (New Hollstein) 48 IV (von V), Bassens/ Grieken 5 IV (von V). Wz. Bekröntes Wappen mit Turm, Adler und zwei Löwen (Briquet 2291: 1587-1601).
25.000 €
Diese Panoramaansicht ist allein aufgrund der Größe die wohl ambitionierteste Druckgraphik nach Pieter Bruegels Entwürfen. Die Komposition ist eine topographisch komprimierte Ansicht der Meerenge zwischen Sizilien und Kalabrien, die sich wahrscheinlich aus Bruegels vor Ort entstandenen Skizzen zusammensetzt. Bruegel hielt sich zwischen 1552 und 1554 in Italien auf und man vermutet, dass er auch Reggio und Messina besuchte. Hier war er womöglich Zeuge bzw. hörte zumindest aus erster Hand von den Überfällen der ottomanisch-französischen Flotte in den Jahren 1552/53 entlang der kalabrischen Küste. In der druckgraphischen Umsetzung von Hans Huys, der bereits für die Serie der Segelschiffe verantwortlich zeichnete, sind sowohl die Schlachtteilnehmer als auch die Topographie mit dem brennenden Reggio links und Messina mit dem rauchenden Ätna rechts mit wunderbarem Detailreichtum akkurat wiedergegeben.
Mit der Adresse von Harman Adolffsz., die Adresse von Hieronymus Cock getilgt. Die Löschung von Cocks Adresse nach dem zweiten Zustand wird in der Literatur nicht beschrieben, kann jedoch an vorliegendem und weiteren Exemplaren nachvollzogen werden (vgl. Harvard Art Museums/Fogg Museum, Inv. 2012.223, IV. Zustand; unsere Auktion 108, am 27. November 2016, Los 5052, V. Zustand). Die Adresse von Cock hier auf einem separaten Papierstreifen später aufmontiert. Ganz ausgezeichneter, in allen Details präziser und durch den leichten Plattenton atmosphärisch wirkender Abzug, vor allem vorne in den Schiffen in vielen Partien mit schönem Relief druckend. Mit der Einfassung, links und unten meist auf diese geschnitten, oben und rechts teils mit sehr feinem Rändchen. Unauffällig geglättete horizontale Mittelfalte sowie mehrere Vertikalfalten, die horizontale rechts mit repariertem Bruch und punktuell gesetzten Retuschen, die zentrale Vertikalfalz oben im Himmel mit geschlossener und ergänzend retuschierter Fehlstelle, weitere sehr sorgsam ausgebesserte Randmängel, so etwa unten rechts unterhalb der Adresse, dort das Papier ergänzt und die Einfassungen unauffällig nachgezogen, ferner ein ausgebesserter Riss vom Rand unten links bis knapp oberhalb des Vordersegels vom großen Dreimaster, geschlossene Risse in der Ecke oben rechts, darunter ein v-förmiger mit bis in den Vulkanrauch reichender Spitze, kleinere hinterfaserte Stellen, ein geschlossenes Löchlein im Meer vorne mittig, ebenda ein Rostfleckchen, weitere unauffällige Rostfleckchen im Himmel, der Gesamteindruck jedoch sehr schön und harmonisch. Selten, insbesondere in dieser Druckschönheit.



5039
5038
Pieter Bruegel d. Ä.
5038 nach. Alpine Landschaft mit tiefem Tal. Kupferstich und Radierung von Johannes und Lucas van Doetecum. 29,4 x 42,7 cm. Um 1555/56. Hollstein 6, Orenstein (New Hollstein) 52, Bassens/Grieken 2d II. Wz. Krüglein mit Blume und Schrift.
3.500 €
Die Vorzeichnung Bruegels datiert um 1555 und befindet sich im Départment des Arts Graphiques, Musée du Louvre. Prachtvoller, kräftiger Abzug knapp bis an die Einfassungslinie geschnitten, oben bis an die Darstellung, unten ohne den weißen Schriftrand. Mittig vertikale Quetschfalte vom Druck, diese unten gebrochen und mit kleinen Risschen, diese geschlossen, rechts im Himmel über den Felsen sorgsam geschlossener Riss, oben links geschlossener Randeinriss, weitere kleine, unauffällige Randläsuren, vier winzige Nadellöchlein, insgesamt etwas angestaubt und leicht fleckig, verso Leim- und Montierungsspuren, sonst im Gesamteindruck sehr schön. Aus einer wohl unbekannten Sammlung „de. B.“ (nicht in Lugt).
5039 nach. Plaustrum Belgicum (Der Belgische Wagen). Radierung von Johannes und Lucas van Doetecum. 30,3 x 42,7 cm. Um 1555/56. Hollstein (Bruegel) 8, Hollstein (Cock) 156, Orenstein (New Hollstein, Bruegel) 54 II, Nalis (New Hollstein, Doetecum) 15 II, Bassens/Grieken 2f II. Wz. Straßburger Fleur-de-lis Wappen.
3.000 €
Aus der insgesamt 12 Blatt umfassenden Folge „Die großen Landschaften“. Ganz ausgezeichneter, klarer Druck mit Rändchen um die Einfassung, unten der Schriftrand beschnitten, Spuren der Schrift noch sichtbar. Geglättete vertikale Mittelfalte, zwei weitere schwache vertikale Faltspuren sowie verso weitere diagonale Knickspur, leicht angestaubt, vereinzelte Fleckchen, auf der Baumkrone mittig winziges Rostfleckchen mit Löchlein, oben am Rand kleine hinterfaserte Stelle, weitere minimale Handhabungsspuren, sonst schön erhalten.

Jacques Callot (1592–1635, Nancy)
5040 Le Massacre des Innocents, 2e Planche. Radierung. 13,4 x 10,8 cm (Darstellung im Oval). Meaume 6, Lieure 427 II. Wz. Fragment.
750 €
Ganz ausgezeichneter, feinzeichnender Druck mit zartem Ton und Rand um die markant und scharf zeichnende Facette. Verso geglättete Falzspuren, geringe Gebrauchsspuren, sonst herrliches Exemplar. Aus den Sammlungen Friedrich August II. von Sachsen (Lugt 971) und H. Vogler (auf dem Untersatzpapier, nicht bei Lugt). Beigegeben von demselben der Kupferstich „Der hl. Amond“ (Lieure 406).
5041 Le Brelan, ou l‘Enfant prodigue trompé par une troupe de filous (Die Kartenspieler). Radierung im Oval. 21,7 x 27,8 cm. Meaume 666 II, Lieure 596 II. Wz. Posthorn mit Nebenmarke.
1.200 €
Die von Lieure als Bestes der Nachtstücke von Jacques Callot qualifizierte Radierung hier im zweiten, vollendeten Druckzustand, der von Lieure ebenfalls noch als ‚rare‘ bezeichnet wird. Ganz ausgezeichneter Druck mit Rand um die ovale Facette. Insgesamt leicht stockfleckig und fleckig, leichte Quetschspur mittig mit zarten Trockenfältchen verso, diese vorne minimal berieben und angestaubt, oben geschlossener Randeinriss im weißen Rand, weitere Knitter- und Gebrauchsspuren, sonst gleichwohl sehr gut.
Abbildung Seite 34
5040


5043
5041
Jacques Callot
5042 La vie de l‘enfant prodigue. 11 Radierungen inkl. Titel. Je ca. 6,2 x 8 cm. 1635. Meaume 53-63, Lieure 1404 II, 1405-1414, je II (von III).
600 €
Die komplette Folge vor den Nummern. Ausgezeichnete Drucke mit Rändchen um die Plattenkanten. Geringfügig angestaubt, wenige Flecken, oben in den weißen Rändern alt mit Feder nummeriert, nur bei Nr. 2 unten links innerhalb der Facette, weitere schwache Gebrauchsspuren, sonst schöne Exemplare. Aus der Sammlung des Königlich Sächsischen Kupferstichkabinetts, Dresden (Lugt 1647), mit deren Doublettenstempel (Lugt 5489) sowie aus den Sammlungen Thekla Edstrand und Galleri Nordqvist, Malmö (laut Annotation auf dem Untersatz). Beigegeben von Pierre Daret „Bildnis Charles de l‘Aubespine“ (IFF 412).

Callot
5043 La Tentation de St. Antoine (Die Versuchung des hl. Antonius). Radierung. 35,4 x 46,4 cm. 1635. Meaume 139, Lieure 1416 IV (von V). Wz. Bekrönter Doppelkopfadler.
3.000 €
Lieure: „Cette estampe [...] est une des plus curieuses de l‘œuvre de Callot.“ Mit dem Glitsch zwischen dem rechten Handgelenk und dem Flügel des großen Dämons. Ganz ausgezeichneter, lebendiger Druck mit feinem Rändchen an allen Seiten. Geringfügig nur angestaubt, verso etwas fleckig, verso Knitterspuren, weitere Handhabungsspuren, sonst sehr gut erhalten.
Antonio Campi (um 1523–1587, Cremona)
5044 nach. Mucius Scaevola, seine Hand ins Feuer haltend. Holzschnitt. 12,9 x 11,2 cm. Um 1553. Nagler, Die Monogrammisten I, 1068, 3. Vgl. Jonathan Bober, in: The chiaroscuro woodcut in Renaisance Italy, Los Angeles 2018, Kat. Nrn. 82-84, S. 201-204.
1.200 €
Der sehr seltene Holzschnitt nach einer Vorlage des Antonio Campi gehört einer Werkgruppe von sieben Holzschnitten nach Inventionen des Künstlers an, die zwischen 1543 und 1547 von wenigstens drei in Cremona tätigen Formschneidern angefertigt wurden. Das kleine, delikate Blatt ist offenbar nur als Linienblock überliefert. Die Eleganz der Linienführung ist noch ganz der Formenwelt Parmigianinos verpflichtet. Ausgezeichneter, kräftiger Druck mit gleichmäßigem Rändchen. Minimale Altersspuren, kleine Ausbesserung in der rechten oberen Ecke, sonst sehr gut erhalten.

5044
5042
Jacques



5046
5047
5045
Jacopo Caraglio
(eigentl. Gian Giacomo, 1505 Verona – 1565 Krakau)
5045 Die Verkündigung. Kupferstich nach Tizian 45,6 x 34,3 cm. B. XV, S. 67, 3, Le Blanc 3. Wz. Anker im Kreis.
1.200 €
Als Vorlage für diesen Kupferstich, der durch seine monumentale Grandeur und seine Ausgewogenheit der Komposition beeindruckt, diente ein verloren gegangenes Gemälde Tizians. Das um 1536 entstandene Werk war ursprünglich für die Klosterkirche Santa Maria degli Angeli in Murano ausgeführt, wurde jedoch von dem Auftraggeber abgelehnt, weil Tizian, der den Ruf hatte, äußerst geschäftstüchtig zu sein, einen zu hohen Preis forderte. Laut Vasari übersandte der Künstler das Gemälde daraufhin als Geschenk an Kaiserin Isabella von Spanien, wo sich im 19. Jahrhundert seine Spuren verlieren. Da Caraglio 1539 von dem polnischen König Sigismund I. nach Krakau berufen wurde, muss der Kupferstich unmittelbar vor seiner Abreise und damit annähernd zeitgleich mit der Entstehung von Tizians Altarbild angefertigt worden sein. - Ganz ausgezeichneter, klarer Druck meist knapp innerhalb der Plattenkante geschnitten, teils mit Spuren eines Rändchens um dieselbe. Minimal angestaubt, links schwach fleckig, horizontale Mittelfalte, dort minimal berieben, einzelne ausgebesserte bzw. hinterlegte Randläsuren, links unten kurzer Randeinriss, zwei geschlossene Löchlein, kleine Montierungsreste verso, sonst sehr gut erhalten. Beigegeben von Giovanni Battista de‘ Cavalieri der seltene Kupferstich „Die Madonna mit Kind in Glorie, umgeben von dem Johannesknaben und musizierenden Engeln auf Wolken“ (Le Blanc 21, Rubach 131).
Annibale Carracci (1560 Bologna – 1609 Rom)
5046 Der hl. Franziskus, getröstet von einem musizierenden Engel. Kupferstich nach Francesco Vanni 31 x 23,7 cm. 1595. B. 67, Bohlin 204 I (von II), TIB (Commentary) .193 S1 (von S3). Wz. Christusmonogramm IHS.
900 €
Vor der Adresse Paluzzis. Ganz ausgezeichneter, harmonischer Druck mit Rändchen um die Einfassungslinie und den Schriftrand unten. Nur leicht angestaubt, unten links schwache Nummerierung, sonst tadellos.
Annibale Carracci
5047 nach. Christus und die Samariterin. Radierung von Francesco Brizio. 29,2 x 41,2 cm. 1610. B. (Annibale Carracci) 7, B. (Reni) 52, TIB (Annibale Carracci) .031; TIB (Guido Reni, Rejected works) .0039xx; TIB (Francesco Brizio, Commentary) .048 S4. Wz. Pilger im Kreis mit sechszackigem Stern darüber.
750 €
Bartsch und Bellori haben den Kupferstich Reni zugeschrieben, welcher ihnen zufolge ein Supraportengemälde seines Meisters Carracci im Palazzo Sampieri in Bologna zum Vorbild nahm. Doch die Zuschrei-

5049
bung an Reni war von jeher umstritten, weisen weder Stil noch Linienführung auf Reni hin. Seit Malvasia ordnen mehrere Autoren den Stich Brizio zu, auch in öffentlichen Sammlungen wird diese Zuschreibung weitgehend übernommen. Ganz ausgezeichneter, toniger Druck mit feinen horizontalen Wischspuren, und mit gleichmäßig schmalem Rand um die scharf zeichnende Plattenkante. Nur geringfügig fleckig, vertikale Mittelfalte, dort oben zarte Knitterspur, nur punktuelle und sehr unauffällig ausgebesserte Stellen sonst in sehr schöner und exzellenter Erhaltung.
Giovanni Benedetto Castiglione (1616 Genua – 1670 Mantua)
5048 Die Geburt Christi mit Gottvater und den Engeln Radierung. 20,6 x 40,2 cm. Um 1647. B. 7, Bellini 22, TIB (Commentary) .007. Wz. Christusmonogramm.
1.800 €
Prachtvoller, leicht toniger Druck mit lebendigen Wischkratzern und feinem Rändchen um die Plattenkante. Minimal angestaubt und vereinzelt nur schwach fleckig, unmerkliche diagonale Knickspur in der Ecke oben rechts, weitere minimale Gebrauchsspuren, sonst sehr schön erhalten.
Abbildung Seite 38


Giovanni Benedetto Castiglione
5049 Bärtiger Mann mit Federhut (Porträt des Gian Lorenzo Bernini?). Radierung. 19,2 x 13,9 cm. B. 31, Bellini 8, TIB (Commentary) .031 S3.
1.500 €
Die Frage nach der Identität des Dargestellten wurde in der Literatur unterschiedlich beantwortet - während Bartsch, Nagler und Le Blanc darin ein Selbstporträt Castigliones sahen, halten Marcenaro und Bellini es für ein Porträt Gian Lorenzo Berninis und datieren es auf das Ende der 1640er Jahre, etwa um die Entstehung der Folge der „Großen Orientalenköpfe“. Unverkennbar ist der Einfluss von Rembrandts Selbstbildnissen. Ganz ausgezeichneter, kräftiger und dabei nuancierter Druck mit feinem Rändchen um die Facette. Minimale Gebrauchsspuren, dünn hinterlegt, verso schwach angeschmutzt, im Gesamteindruck sehr schön.
Abbildung Seite 38
5050 Bärtiger Alter mit Kappe, nach vorne gebeugt, rechtsgewandt. Radierung. 18,2 x 15 cm. B. 50, Bellini 43, TIB (Commentary) .050 S2.
1.800 €
Ganz ausgezeichneter, fein zeichnender Druck mit schmalem Rändchen um die Plattenkante. Verso vereinzelte Montierungsreste, sonst sehr gutes Exemplar.
5048
5050

5051
Hieronymus Cock (Verleger, 1510–1570, Antwerpen)
5051 Ruinarum Templi Pacis Prospectus Z (Tempel des Augustus und der Faustina, Tempel des Romulus und die Konstantinbasilika). Radierung. 22,3 x 33 cm. Riggs 16, Hollstein 37, Ausst. Kat. Hieronymus Cock. The Renaissance in Print, Brüssel/Leuven/Paris 2013, Nr. 9.7. Wz. Reichsapfel.
1.500 €
Prachtvoller, kräftiger Druck knapp an die Einfassungslinie geschnitten teils mit den Spuren eines Rändchens. Oben nahe des Titels kleines Braunfleckchen, geglättete Knickfalten in den Ecken, die untere Ecke wieder angesetzt, kleine ergänzte Fehlstelle mit Federretusche im linken Rand mittig, weitere unmerkliche und sorgsame Ausbesserungen, winzige Nadellöchlein, im Gesamteindruck gleichwohl sehr schönes Exemplar. Aus der Sammlung Graf Franz Jozef von Enzenberg (Lugt 845).
Hans Collaert I (1566–1628, Antwerpen)
5052 zugeschrieben. Das Martyrium der hl. Katharina. Kupferstich. 43,3 x 32,1 cm. (1565). Riggs 104, Sellink/ Leesberg (New Hollstein, Galle) R 11 II.
6.000 €
Das kompositorisch höchst anspruchsvoll arrangierte Blatt geht auf eine Invention Giulio Romanos zurück, obwohl sich die direkte Vorlage nicht erhalten hat. Die vielfigurige, dramatisch bewegte Komposition besticht durch ihre suggestive Interaktion zwischen irdischer und himmlischer Sphäre. Der Kupferstich erschien in Antwerpen im Verlag Aux Quatre Vents von Hieronymus Cock und unterstreicht die herausragende Bedeutung seines Verlagshauses bei der Verbreitung von Bildideen der italienischen Renaissance nach Nordeuropa, insbesondere italienischer Künstler wie Raffael, Andrea del Sarto, Bronzino und im vorliegenden Fall Giulio Romano. Die vorliegende, sehr seltene Blatt ist in einer sehr detaillierten, feinmaschigen Kupferstichtechnik ausgeführt, die durch ihre graphische Subtilität besticht. Manfred Sellink und Marjolein Leesberg verwerfen die traditionelle Zuschreibung an Philips Galle und schlagen eine mögliche Zuschreibung an Hans Collaert d. Ä. vor, jedoch ist die Identität unseres mit miniaturistischer Präzision arbeitenden Stechers bis dato nicht eindeutig geklärt. Eine weitere Fassung im Gegensinn nach der Vorlage Giulio Romanos wurde von Diana Scultori geschaffen und von dem römischen Verleger Antonio Lafreri herausgegeben (B. 27). Ausgezeichneter, gleichmäßiger Druck mit ganz feinem Rändchen um die Plattenkante; mit der geänderten Jahreszahl 1562. Geglättete horizontale Mittelfalte, dort rechts winziges Randeinrisschen, vereinzelt verso minimale Anfaserungen, kleine dünne Stelle mit leichtem Papiereinriss im Helm des Sitzenden unten rechts, Leimspuren verso, das Papier dort leicht gewellt, weitere kleine Gebrauchsspuren, sonst in sehr schöner Erhaltung. Aus den Sammlungen E. Fabricius (Lugt 847a und 919bis) und Frank Bensow (Lugt 982c).
Abbildung Seite 40


Cornelis Cort (1533 Hoon o. Edam – 1578 Rom)
5053 Der Disput der Kirchenväter über das heilige Sakrament. Kupferstich nach Federico Zuccaro. 50 x 31,7 cm. 1575. Hollstein 112, Sellink (New Hollstein) 101 I (von IV). Wz. Kreis (undeutlich).
1.200 €
Die ikonographisch und kompositorisch höchst reichhaltige Darstellung im ersten Druckzustand vor den Änderungen der Adresse. Prachtvoller, die kräftige Formgebung hervorragend zum Ausdruck bringender Druck mit der Einfassungslinie sowie mit dem vollen Schriftrand. Minimale Altersspuren, unten rechts Federnummerierung, mittig zarte vertikale Quetschfältchen vom Druck, sonst vorzüglich erhalten.
Dietrich Crüger (auch Theodor Crüger, 1575 Hamburg – 1624 Rom)
5054 Szenen aus dem Leben Johannes des Täufers. 13 (von 14) Kupferstiche nach Andrea del Sarto und Franciabigio. Je ca. 30 x 34 cm. 1617. Le Blanc 8-20, Hollstein 31-43. Wz. u.a. Schild mit F auf Dreiberg und Pilger im Kreis mit sechszackigem Stern.
750 €
Die bis auf das Titelblatt vollständige Folge nach den Fresken del Sartos und Franciabigios in Florenz. Ganz ausgezeichnete bis prachtvolle und klare Drucke, auf die Darstellungen geschnitten, mit dem Schriftrand. Geringfügige Fleckchen, geglättete vertikale Mittelfalten, minimale Quetschfältchen, vereinzelte kleine Randausrisse partiell hinterlegt, kleine Montierungs- und Klebereste verso, weitere geringe Gebrauchsspuren, sonst sehr schön. 5053

5054


Lievin Cruyl (1634 Ghent – ca. 1720)
5055 Prospectus Basilicae S. Ioannis Lateranensis; Prospectus Columnae Antonini Pii. 2 Radierungen. 37,3 x 48 cm; 37,6 x 47,7 cm. 1693. Barbara Jatta: Lievin Cruyl e la sua opera grafica, Brüssel 1992, 4S, 6S. 600 €
Aus der Serie „Prospectus locorum urbis Romae“, 2. Auflage, veröffentlicht unter Matteo Gregorio de‘ Rossi. Ganz ausgezeichnete, kräftige Drucke knapp bis an die Einfassung geschnitten, teils mit Spuren der Plattenkante, „Columnae Antonini“ oben mit Rändchen um die Plattenkante. Mittig vertikal verlaufende zarte Trockenfältchen, unten je horizontale Faltspur, etwas angestaubt, vereinzelt schwache Fleckchen, auf ein Büttenpapier des 18. Jh. aufgezogen, sonst schön. Selten

Deutsch
5056 um 1500. Die Messe des hl. Gregor. Kupferstich. 9,8 x 7,1 cm. Willshire (A descriptive catalogue of early prints in the British Museum. German and Flemish Schools) II.G.93.
3.500 €
Früher Kupferstich in einem ausgezeichneten, tonigen, wohl späteren Abzug mit feinem Rändchen um die Facette. Geringfügig fleckig, links zwei geschlossene Randeinrisse, oben dünne Stellen, verso leichte geglättete Knickspur, Montierungsreste verso, nur minimale Gebrauchsspuren, sonst tadellos. Aus der Sammlung des British Museum, London, mit deren Doublettenstempel und dort wohl mit den Initialen des bedeutenden Leiters Campbell Dodgson (Lugt 305 und 302).
Giuseppe Diamantini (1621–1705, Fossombrone)
5057 Venus und Adonis. Radierung. 21,7 x 15,4 cm. Vor 1680. Andresen 9 II (von III), TIB (Commentary) .017 S1 (von S3), Calabi 18, Baroni 18 II (von III).
1.800 €
Die vorliegende Radierung mit der Abschiedsszene zwischen Venus und Adonis gehört zu den erzählerisch detailreichsten Blättern Diamantinis. Venus, hier als Hirtin gewandet, warnt den Jüngling vor den Gefahren der Jagd, wie in Ovids Metamorphosen berichtet wird. Die abwehrende Geste seiner rechten Hand verrät, dass er ihre Warnung übergehen wird, ein Eber wird ihn anfallen und töten. Aufgrund der Widmung an Giacomo Califo wurde das Blatt auf vor 1680 datiert. Vor der Veränderung der Nummer; Baroni verzeichnet nur zwei Exemplare dieses Druckzustandes in Bergamo und Wien. Ganz ausgezeichneter Abzug mit Rand um die teils mitdruckende Plattenkante. Geringfügige Altersspuren, sonst sehr schönes Exemplar.
5056

5058
Willem Drost (1633 Amsterdam – 1659 Venedig)
5058 zugeschrieben. Brustbildnis einer alten Frau mit Haube, nach links blickend. Radierung. 6,5 x 5,8 cm. Unbeschrieben.
4.000 €
Der jung verstorbene Willem Drost gilt heute als einer der begabtesten Rembrandt-Schüler. Sein Leben und Werk sind erst seit den 1980er Jahren eingehender erforscht worden. Drost war zwischen 1648 und 1654 Schüler von Rembrandt. Nach Abschluss seiner Lehre reiste der Künstler nach Italien, wo er in Rom den deutschen Maler Johann Carl Loth kennenlernte, dem er nach Venedig folgte. Drost schuf eine kleine Gruppe von Radierungen, die sehr spontan und skizzenhaft behandelt sind. In jüngster Zeit ist dieses nicht sehr umfangreiche Œuvre um einige Drost zugeschriebene Radierungen erweitert, die u.a. im Rijksprentenkabinet, Amsterdam, und im British Museum, London, verwahrt werden. Das vorliegende eindringliche und außerordentlich seltene Bildnis einer alten Frau befindet sich ebenfalls in beiden Sammlungen. Sowohl das Amsterdamer wie auch das Londoner Exemplar sind vergleichbar leicht geätzt und zeigen eine identische leichte, silbrige Druckhaltung, die vermuten lässt, dass es sich um einen ersten Versuch des Künstlers im Medium der Radierung handeln dürfte. Mit feinem Rändchen. Minimale Altersspuren, sonst sehr gut erhalten.


Albrecht Dürer (1471–1528, Nürnberg)
5059 Christus vor Kaiphas. Kupferstich aus der Kupferstichpassion, wie auch die folgenden vier Losnummern. 11,6 x 7,3 cm. 1512. B. 6, Meder 6 a-b (von c).
2.400 €
Blatt 4 der Folge. Ganz ausgezeichneter, noch kontrastreicher Abzug an drei Seiten knapp an die Plattenkante geschnitten, unten knapp in die Darstellung. Etwas angestaubt, rechts zwei winzige Randläsuren, dünne Papierstellen, verso kleine Montierungsreste, sonst sehr schön erhalten. Aus der Sammlung J. E. Wetterauer (Lugt 3183).
5060 Die Dornenkrönung. Kupferstich. 11,6 x 7,4 cm. 1512. B. 9, Meder 9 a (von c).
3.000 €
Blatt 7 der Folge. Prachtvoller Abzug mit sehr prägnantem Druckrelief, der Plattenton wirkungsvoll gewischt. Mit sehr feinem, regelmäßigem Rändchen um die Facette. In vorzüglicher Erhaltung.
5060
5059


Albrecht Dürer
5061 Die Schaustellung (Ecce homo). Kupferstich. 11,6 x 7,4 cm. 1512. B. 10, Meder 10 a-b (von d).
2.400 €
Blatt 8 der Folge. Noch vor den horizontalen Wischspuren. Ganz ausgezeichneter, kräftiger Abzug, auf bzw. knapp an die Plattenkante geschnitten. Etwas angestaubt, ganz schwach fleckig, winzige oberflächliche Bereibungen auf dem Mantel Christi, sonst in sehr schöner Erhaltung.
5062 Die Grablegung. Kupferstich. 11,8 x 7,4 cm. 1512. B. 15, Meder 15 a-b (von e).
4.000 €
Blatt 13 der Folge. Ganz ausgezeichneter, kräftiger Druck mit der vollen Darstellung, rechts minimal in diese geschnitten. Etwas angestaubt, leicht fingerfleckig, dünne Papierstellen, die oberen Ecken hinterfasert, zwei kleine obeflächlich beriebene bzw. dünne Stellen am rechten Rand mit dezenter Federretusche, am Unterrand die Darstellung minimal retuschiert, sonst in schöner Erhaltung.
5062
5061


Albrecht Dürer
5063 Die Auferstehung Christi. Kupferstich. 11,7 x 7,4 cm. 1512. B. 17, Meder 17 c (von d). Wz. Kleiner Reichsapfel (?).
6.000 €
Blatt 15 der Folge. Mit dem vertikalen Kratzer auf dem Oberschenkel. Prachtvoller, herrlich markanter und dabei feinzeichnender Druck mit bis zu 2,3 cm breitem Rand. Schwach angestaubt, kleine Klebereste in den Ecken und entlang der äußeren Ränder verso, der Leim in den linken Ecken leicht nach recto durchschlagend, sonst in sehr schöner Erhaltung. Aus den Sammlungen von Siegfried Barden (Lugt 218) und der Hamburger Kunsthalle (Lugt 1328, mit deren Doublettenstempel Lugt 1235) sowie mit einer alten Colnaghi-Lagernummer.
5064 Maria auf der Rasenbank, das Kind säugend. Kupferstich. 11,3 x 7 cm. 1503. B. 34, Meder 31 d (von e).
6.000 €
Ausgezeichneter, leicht toniger Druck mit schmalem Rand (8-9 mm) um die markante Facette. Geringfügig fleckig, kleine Ausbesserungen in den weißen Ecken, die obere rechte Spitze ergänzt, ein geschlossener Randeinriss oben bis in die Darstellung, Nadellöchlein neben den Facettenecken, nadelkopfgroßes geschlossenes sowie zart retuschiertes Löchlein links in den dunklen Draperien, kleine hinterfaserte Stellen oben im Himmel, weitere unauffällige Alters- und Gebrauchsspuren, sonst schönes Exemplar.
5063
5064

Albrecht Dürer
5065 Die Jungfrau, von zwei Engeln gekrönt. Kupferstich. 14,7 x 10 cm. 1518. B. 39, Meder 38 c (von e).
12.000 €
Mit der langen Schräge rechts oben, aber vor den bräunlichen Drucken. Prachtvoller, leuchtender und klarer Druck mit schmalem Rändchen um die Facette. Nur unbedeutend fleckig sowie kleine Montierungsund Klebereste verso, sonst in tadelloser und selten schöner Erhaltung. Aus den Sammlungen des British Museum, London (Lugt 300 und 305), Edgar F. Paltzer und Elizabeth Charlotte Paltzer-Boker (Lugt 4262) und deren Sohn Dr. Edgar H. Paltzer und dessen Frau Gabriele M. Paltzer-Lang (Lugt 4264) sowie mit den Lagernummern von Colnaghi „23330“ und Knoedler „9304“.
5065
Albrecht Dürer
5066 Die hl. Anna und Maria mit dem Kinde, stehend. Kupferstich. 11,5 x 7,1 cm. Um 1500. B. 29, Meder 43 a-b (von c).
4.000 €
Ganz ausgezeichneter Druck vor dem Kratzer über Marias Kopf, an bzw. auf die nur vereinzelt sichtbare Plattenkante geschnitten. Schwach fleckig, winzige ausgebesserte Läsuren im linken Rand außen, untere linke Eckspitze unauffällig ergänzt, dort mit feiner Retusche, weitere unmerkliche beriebene und wohl ausgebesserte Stellen nahe der Ränder, sonst wunderbar erhaltenes Exemplar. Aus der Sammlung Peter Gellatly (Lugt 1185).


Albrecht Dürer
5067 Der Apostel Bartholomäus. Kupferstich. 11,9 x 7,4 cm. 1523. B. 47, Meder 45 d.
3.000 €
Ausgezeichneter, gleichmäßiger Druck mit feinem Rändchen um die Plattenkante, unten knapp an diese geschnitten. Angestaubt, winzige Stockfleckchen, die linke untere Ecke sorgsam wieder angefügt und mit dezenter Federretusche, die rechte untere sowie linke obere Ecke ebenfalls mit kleinen Ergänzungen und Retuschen, weitere kleine ausgedünnte Stellen im rechten Rand und auf dem Mantel mittig hinterfasert, sonst im Gesamteindruck sehr schön.
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5067

Albrecht Dürer
5068 Der Apostel Paulus. Kupferstich. 11,7 x 7,4 cm. 1514. B. 50, Meder 47 II a (von d).
7.500 €
Vor dem schrägen Kratzer über der Mauer. Da es sich bei dem verzeichneten Meder I-Zustand „vor der Mauer und der Seelandschaft“ um ein nur im Kupferstichkabinett Berlin existierendes Unikat handelt, ist der vorliegende Zustand der früheste im Handel erreichbare. Brillanter, warmtoniger Druck mit Spuren eines Rändchens bzw. partiell auf die Plattenkante geschnitten. Unten mittig sorgsam und unmerkliche Ausbesserung, sonst in ganz vorzüglicher Erhaltung. Aus den Sammlungen Pierre Mariette II, 1670 (Lugt 1790), Dr. Albert W. Blum (Lugt 79b) sowie mit einer weiteren Sammlermarke „Paris 1775“ (nicht bei Lugt).
Albrecht Dürer
5069 Der Apostel Simon. Kupferstich. 11,6 x 7,4 cm. 1523. B. 49, Meder 49 b (von d).
4.000 €
Mit den Kritzeln rechts von der Ärmeldraperie. Ganz ausgezeichneter, prägnanter und dabei klarer Druck, der Plattenton die dunklen Stellen akzentuierend. Unten und rechts mit sehr feinem Rändchen um die Plattenkante, oben und links bis an bzw. auf diese beschnitten. Kaum merkliche Gebrauchsspuren, ein leichter Diagonalknick rechts, ein kleiner (Leim?)fleck in den Falten im rechten Ellenbogen, die Eckenspitze oben links unscheinbar ergänzt, die anderen Ecken kaum merklich hinterfasert, weitere Faserspuren, sonst in sehr schöner Erhaltung.

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5070 Der hl. Christophorus, nach rechts schauend. Kupferstich. 11,7 x 7,3 cm. 1521. B. 52, Meder 52 a-b (von d).
4.500 €
Ganz ausgezeichneter, filigraner Abzug mit zartem Plattenton bis an die Facette geschnitten, diese wie bei Meder für a-Zustände beschrieben gratig druckend. Minimale Alters- und Gebrauchsspuren, winzige Randausbesserung links, verso entlang der Ränder geringe Leim- und Montierungsrestchen, sonst in tadelloser Erhaltung. Aus der Sammlung Bernhard Keller (Lugt 384), dessen Auktion bei H. G. Gutekunst, Stuttgart, am 24. Mai 1871, Los 1164 oder 1165 sowie mit den Doublettenstempeln der Heremitage, St. Petersburg (Lugt 2681a, 5184 und 5185).
5070
Albrecht Dürer

Albrecht Dürer
5071 Der hl. Hieronymus in der Wüste. Kupferstich. 31,8 x 22,2 cm. Um 1497. B. 61, Meder 57 f (von g). Wz. Bischöfliches Wappen.
6.000 €
Ausgezeichneter, kräftiger, wenn auch teils überschwärzter Abzug knapp bis an die Plattenkante geschnitten, mit Spuren eines sehr feinen Rändchens. Horizontale Mittelfalte, diese teils gebrochen und hinterlegt, rechts weitere verso geglättete vertikale Faltspur, zwei winzige Rostfleckchen mit Löchlein, oben links winziges hinterlegtes Risschen, entlang des Randes partiell etwas ausgedünnt, rechts unten zartes vertikales Quetschfältchen vom Druck, insgesamt leicht angestaubt und minimal fingerfleckig, sonst im Gesamteindruck schön erhalten.
5072 Das Meerwunder (Der Raub der Amymone). Kupferstich. 25,1 x 18,6 cm. Um 1497/98. B. 71, Meder 66 k. Wz. Traube mit AP (Meder 130, um 1570).
9.000 €
Dürer selbst betitelte das Blatt mit der Darstellung der Entführung einer nackten jungen Frau durch ein Seeungeheuer im Tagebuch seiner Reise durch die Niederlande als „Meerwunder“. Das Motiv des Frauenraubs lässt an die Illustration eines mythologischen Themas denken, doch entzieht sich das enigmatische Blatt bis zum heutigen Tag einer eindeutigen ikonographischen Deutung. Die Darstellung der grazil lagernden Frau - die 300 Jahre vor Ingres‘ Odaliske wohl das Modellstudium antiker Vorbilder thematisiert - illustriert vermutlich weniger eine bestimmte literarische Vorlage, sondern zeigt eine flüchtige, traumähnliche Vision, in der sich Orient und Okzident scheinbar begegnen. Ganz ausgezeichneter, harmonischer und in Teilen noch kräftiger Druck, partiell mit sehr feinem Rändchen um die Facette, oben knapp innerhalb dieser geschnitten. Insgesamt etwas angestaubt, ausgebesserte Stellen im Mittelgrund bei den Figuren, dort links ein geschlossener Randeinriss, umlaufend weitere verschiedene, jedoch sehr unauffällig ausgebesserte bzw. hinterfaserte Randschäden, weitere meist nur unmerkliche und punktuell ausgebesserte Erhaltungsmängel, Hand-habungs- und leichte Knitterspuren, im Gesamteindruck gleichwohl sehr schön. Aus der Sammlung Ernst Georg Harzen (Lugt 1244).
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5072

Albrecht Dürer
5073 Die Nemesis oder: Das große Glück. Kupferstich. 33,1 x 22,9 cm. Um 1501-02. B. 77, Meder 72 II c (von f). Wz. Krüglein (Meder 158, um 1525).
35.000 €
Wurde das programmatische und gesuchte Blatt, das in seinen Abmessungen lediglich vom „Hl. Eustachius“ übertroffen wird, von Bartsch und Heller noch mit dem Titel „Das Große Glück“ versehen, konnte Bernhard Hausmann den Zusammenhang zu der von Dürer in seinen Schriften erwähnten Darstellung der „Nemesis“ herstellen. Der Künstler gab ihr „die Gestalt eines nackten, geflügelten Weibes von mächtiger Statur und Körperfülle, das weltbeherrschend hoch über der Erde schwebt. In strenger Profilansicht steht die Rächerin mit ausgebreiteten Schwingen und im Wind flatternden Gewandzipfeln auf einer Kugel. (...) Die Attribute bezeichnen die ausgleichenden Eigenschaften der
Göttin der Vergeltung, die den Menschen Strafe und Lohn im rechten Maß zuteilt.“ (Schoch/Mende/Scherbaum, S. 97). Die Landschaft zeigt die Stadt Klausen in Tirol am Zusammenfluss von Eisack und Tinnebach. Dürer machte hier Station auf seiner Reise nach Italien, die ihn zuvor über den Brennerpass geführt hatte. Ganz ausgezeichneter, harmonischer und gleichmäßiger Druck mit sehr feinem Rändchen um die Facette, unten auf die Darstellung geschnitten. Geringfügig fleckig, weiteres zartes Fleckchen unten im linken Mittelgrund der Landschaft, verso geglättete horizontale Mittelfalte, geglättete diagonale Knickspur verso, entlang des unteren Randes sehr sorgsam angerändert, weitere unmerkliche und meist punktuelle Ausbesserungen in den äußeren Rändern, in all diesen Stellen vereinzelt sehr dezente und versierte Federretuschen, ausgebesserte Stelle zwischen Scham und Geschirr, sonst insgesamt wunder-bares Exemplar.
Albrecht Dürer
5074 Die Sonne der Gerechtigkeit (sol iustitiae). Kupferstich. 10,7 x 7,6 cm. (1500). B. 79, Meder 73 wohl b (von d).
3.500 €
Vor den Kratzern. Ausgezeichneter Abzug auf die Plattenkante geschnitten. Minimal gegilbt, schwach angestaubt, zwei winzige Rostfleckchen, unten im rechten Fuß sorgsam geschlossener kleiner Randeinriss, verso kleine Montierungsreste, sonst sehr schön. Aus der Sammlung des Kupferstichkabinetts, Kunstmuseum Basel (Stempel recto und verso, Lugt 222a und 222b).

5074


Albrecht Dürer
5075 Der junge Bauer und seine Frau. Kupferstich. 10,6 x 7,6 cm. Um 1497. B. 83, Meder 86 wohl c (von f).
3.500 €
Ganz ausgezeichneter, klarer und kräftiger Druck mit sehr feinem Rändchen um die Plattenkante, links oben auf diese geschnitten. Geringfügig fleckig, die linke untere Ecke ergänzt und die Darstellung mit Feder retuschiert, die untere rechte Eckspitze ebenfalls ergänzt, oben rechts Federnummerierung, der Sammlerstempel schwach durchscheinend, verso kleine Montierungsspuren, sonst sehr schön erhalten. Aus einer wohl bisher unbekannten Sammlung „R.F“ (nicht in Lugt).
5076 Die Kanone. Eisenradierung. 21,9 x 32,2 cm. 1518. B. 99, Meder 96, mit den Rostflecken wohl f (von g).
6.500 €
Ganz ausgezeichneter, teils nur klarer Druck, mit einigen Rostflecken über die ganze Fläche, jedoch noch sehr schön in der Wirkung. Schwache geglättete Mittelfalte verso, geringfügig fleckig vornehmlich verso, kleine ergänzte Fehlstelle über dem Monogramm, kurzer geschlossener Randeinriss oben rechts, kleines geschlossenes bzw. hinterfasertes Löchlein links vom Vieh auf dem Feld, dünne Stellen, weitere Gebrauchsspuren, sonst gleichwohl sehr schön. Aus der Sammlung der Hamburger Kunsthalle, mit deren Doublettenstempel (Lugt 1328 und 1235).

Albrecht Dürer
5077 Willibald Pirkheimer. Kupferstich. 18,1 x 11,5 cm. 1524. B. 106, Meder 103 I c (von II b). Wz. Kleines Nürnberger Wappen (Meder 210).
6.000 €
Ausgezeichneter Druck vor dem Aufstechen der Schattenpartien, an drei Seiten bis an die Plattenkante beschnitten, teils mit Spuren eines Rändchens, links minimal knapp innerhalb. Ebenda die Einfassung partiell ergänzt, leicht vergilbt, blasser Fleck rechts vom Kopf, rechts oben im äußersten Rand minimale fachmännische Ausbesserung, in der linken Plattenkante unten ein ca. 15 mm langer Schnitt, unmerklich hinterfasert, sonst sehr gut erhalten.
Albrecht Dürer
5078 Philipp Melanchton. Kupferstich. 17,4 x 12,7 cm. 1526. B. 105, Meder 104 e (von f).
4.500 €
Die Wolken leicht ungleich. Ausgezeichneter Druck meist mit sehr feinem Rändchen um die Plattenkante. Nur vereinzelt und schwach stockfleckig, jeweils in den oberen Eckenspitzen kleine Ausbesserungen, oben links zusätzlich minimal bestoßen, sonst vorzüglich erhalten.

5077
5078

Albrecht Dürer
5079 Titelblatt mit dem Schmerzensmann. Holzschnitt aus der Großen Holzschnittpassion, wie auch die folgenden drei Losnummern. 35,6 x 22,1 cm. (1511).
B. 4, Meder 113, lateinische Textausgabe von 1511. Wz. Dreieck mit sechsteiliger Blume (Meder 127).
6.000 €
Das Titelblatt der Folge. Ganz ausgezeichneter Druck mit schmalem Rand um die Darstellung und den Text. Fleckig und angestaubt, schwach lichtrandig, dünne Papierstellen, diese vereinzelt hinterfasert, rechts unten kleiner geschlossener Riss, entlang des linken Randes verso dünner Papierstreifen, sonst schön. 5079
Druckgraphik des 15. bis 17. Jahrhunderts

Albrecht Dürer
5081 Christus in der Vorhölle. Holzschnitt, mit altem Kolorit. 39,4 x 27,6 cm. B. 14, Meder 121, lateinische Textausgabe von 1511.
3.000 €
Blatt 9 der Folge. Ausgezeichneter Druck mit der Einfassung. Vereinzelt kleine Randläsuren, horizontale Quetschfältchen, wohl durch das Aufziehen auf ein dickeres späteres Büttenpapier, das Kolorit stellenweise leicht berieben, verso etwas fleckig, sonst im Gesamteindruck schön. Aus der Sammlung Christian Hammer, 19. Jh. (Lugt 1238).
Albrecht Dürer
5080 Die Geißelung Christi. Holzschnitt. 38,8 x 27,6 cm. Um 1497-1500. B. 8, Meder 117, lateinische Textausgabe von 1511.
7.500 €
Blatt 4 der Folge. Ganz ausgezeichneter, wunderbar kräftiger Druck mit feinem Rändchen um die Einfassunglinie. Einzelne minimale Flecken, etwa neben dem Monogramm unten, sehr zarte Quetschfältchen oben rechts im Vorhang, im Lendenschurz Christi und dessen Schienbeinen, nadelkopfgroßes Wurmlöchlein unten im Zweigbündel, Montierungs reste verso am linken Rand, weitere schwache Handhabungsspuren, sonst in schöner Erhaltung.

5081
5080

Albrecht Dürer
5082 Die Grablegung. Holzschnitt. 38,1 x 27,5 cm. Um 1497-1500. B. 12, Meder 123, lateinische Textausgabe von 1511. Wz. Bekrönter Turm.
7.500 €
Blatt 11 der Folge. Ganz ausgezeichneter, wunderbar kräftiger Druck mit der Einfassungslinie, teils Spuren eines weißen Rändchens. Vornehmlich verso minimal angestaubt, unauffällige horizontale Quetschfältchen mittig, Rostflecken oben neben den Zweigen, ein Wurmlöchlein im rechten Unterarm Christi, minimale Randbestoßungen rechts, Montierungsrückstände an der linken Kante verso, weitere minimale Gebrauchsspuren, sonst in schöner Erhaltung.
5082
des 15. bis 17.

5083
Albrecht Dürer
5084 Die Vertreibung der Händler. Holzschnitt. 12,5 x 9,7 cm. Um 1509-11. B. 23, Meder 131, lateinische Textausgabe von 1511.
3.500 €
Blatt 7 der Folge. Ganz ausgezeichneter, wenngleich überschwärzter Abzug auf die Einfassung geschnitten, oben minimal in die Darstellung. Geringfügig gebrauchsspurig, unauffällig und sorgsame Ausbesserung in der linken unteren Eckspitze, die oberen Ecken verso hinterfasert, sonst in sehr schöner Erhaltung.
Albrecht Dürer
5083* Die Verkündigung. Holzschnitt aus der Kleinen Holzschnittpassion, wie auch die folgenden acht Losnummern. 12,8 x 9,8 cm. Um 1510. B. 19, Meder 128, italienische Ausgabe von 1612.
3.500 €
Blatt 4 der Folge mit der Kustode. Prachtvoller, klarer Druck mit regelmäßigem, 13 mm breitem Rand. Spuren eines blassen Lichtrandes, kleines Fleckchen im linken Rand, weitere minimale Gebrauchsspuren, sonst tadellos.

5084


Albrecht Dürer
5084a Christus am Ölberg. Holzschnitt. 12,6 x 9,7 cm. Um 1509-11. B. 26, Meder 135, lateinische Textausgabe 1511, a (von b).
3.000 €
Blatt 11 der Folge. Die Einfassung ohne Lücken. Prachtvoller, wenngleich wie bei Meder beschrieben stellenweise überschwärzter Abzug mit sehr feinem Rändchen um die Einfassung. Minimale Gebrauchsspuren, der Rock des rechts Schlafenden schwach fleckig, weitere Flecken verso, sonst in vorzüglicher Erhaltung.
5085 Christus vor Herodes. Holzschnitt. 12,7 x 9,7 cm. 1509. B. 32, Meder 141, vor dem Text. Wz. undeutlich (Fragment Ochsenkopf?).
3.500 €
Blatt 17 der Folge. Prachtvoller Abzug mit leichtem Druckrelief verso und sehr feinem Rändchen um die Einfassung. Unbedeutend angestaubt, in der unteren linken Ecke eine Federeinzeichnung in der Einfassung, sehr feiner und kurzer Schnitt im oberen rechten weißen Rändchen, unmerkliche Anfaserungen verso am Oberrand, sonst in tadellos schöner Erhaltung.
5085
5084a


Albrecht Dürer
5086 Geißelung Christi. Holzschnitt. 12,6 x 9,7 cm. Um 1509-11. B. 33, Meder 142, lateinische Textausgabe von 1511. Wz. Hohe Krone (Fragment, Meder 20).
3.500 €
Blatt 18 der Folge. Die Randlücke unter dem linken Fuß Christi noch nicht sichtbar. Prachtvoller, markanter Druck an bzw. partiell auf die Einfassung geschnitten. Lediglich geringfügige Alters- und Gebrauchsspuren, sonst vollkommen und tadellos schön erhaltenes Exemplar. Aus den Sammlungen Adalbert Freiherr von Lanna (Lugt 2779) und Bernhard Keller (Lugt 384).
5087 Christus wird ans Kreuz genagelt. Holzschnitt. 12,8 x 9,7 cm. Um 1509-11. B. 39, Meder 148, vor dem Text.
3.500 €
Blatt 24 der Folge. Ganz ausgezeichneter, in allen Details präziser Frühdruck vor der lateinischen Textausgabe von 1511 mit gleichmäßig feinem Rändchen um die Einfassung. Nur leicht und vornehlmich verso stockfleckig, minimal angestaubt, kleine, unmerkliche Montierungsreste verso, sonst in sehr schöner Erhaltung.
5087
5086


Albrecht Dürer
5088 Christus am Kreuz. Holzschnitt. 12,8 x 9,7 cm. Um 1509-1511. B. 40, Meder 149, vor dem Text. 3.500 €
Blatt 25 der Folge. Ganz ausgezeichneter, kräftiger und klarer Druck mit der Einfassung. Schwach fleckig, leicht angestaubt, in der oberen rechten Eckspitze kleine sehr unauffällige Ausbesserung mit dezenter Retusche, entlang des linken Randes verso Montierungsband, sonst sehr schön erhalten. Aus der Sammlung Heinrich Anton Cornilld‘Orville (Lugt 529).
5089 Christus in der Vorhölle. Holzschnitt. 12,5 x 9,7 cm. Um 1509-11. B. 41, Meder 150, vor dem Text. 3.500 €
Blatt 26 der Folge. Ausgezeichneter Druck auf die Einfassung geschnitten. Leicht fleckig, angestaubt, im Unterrand stellenweise kleine Anfaserungen, die rechte Eckspitze minimal und sorgsam ausgebessert, verso etwas fleckig sowie schwache Federannotationen, sonst sehr schön. Aus einer bisher wohl nicht identifizierten Sammlung (nicht in Lugt).
5088
5089

Albrecht Dürer
5090 Die Grablegung. Holzschnitt. 12,7 x 9,7 cm. (1511). B. 44, Meder 153, vor dem Text.
3.500 €
Blatt 29 der Folge. Mit den Lücken in der rechten Einfassung am Grabstein und der unteren Ecke. Ganz ausgezeichneter, minimal trockener Frühdruck bis an die Einfassung beschnitten. Die äußersten Kanten verso unmerklich hinterfasert, Leimfleckchen ebenda, sonst in ganz vorzüglicher Erhaltung.
5090

Albrecht Dürer
5091 Eröffnung des sechsten Siegels. Holzschnitt aus der Apokalypse, wie auch die folgenden beiden Losnummern. 39,3 x 28,2 cm. Um 1496-1498. B. 65, Meder 168, lateinische Ausgabe von 1511.
12.000 €
Blatt 6 der Folge. Ganz ausgezeichneter, schön kräftiger Abzug mit winzigem weißen Rändchen um die Einfassung, nur links partiell an bzw. unten minimal knapp innerhalb geschnitten. Winziges Wurmlöchlein unten links neben dem stehenden Kind, verso ein Papierstreifen entlang des linken Randes, dort teils mit gezeichneter Einfassung in Braun, vereinzelte Fleckchen, sonst in sehr schöner Erhaltung.
5092 Das Sonnenweib und der siebenköpfige Drachen. Holzschnitt. 39,1 x 27,8 cm. Um 1496-1498. B. 71, Meder 173, lateinische Ausgabe von 1511. Wz. Blume mit Dreieck (Meder 127).
12.000 €
Blatt 11 der Folge. Ganz ausgezeichneter und leuchtender Druck teils mit Spuren eines weißen Rändchens um die Einfassung. Nur geringfügig und vereinzelt fleckig, winziges Fleckchen im Flügel der Mondsichelfrau, kleine unauffällige Randausbesserungen, oben links der Mitte geschlossene Randläsur, die untere rechte Ecke ausgebessert, dort teils unmerkliche Federretuschen, oberhalb des Drachenkopfes in den Wolken ausgebesserte Stelle mit zarten Federretuschen, verso kleine Montierungs- bzw. Kleberückstände in den Ecken, in der Gesamtwirkung schönes Exemplar.
5091


Albrecht Dürer
5093 Der Engel mit dem Schlüssel zum Abgrund. Holzschnitt. 38,9 x 28,1 cm. Um 1496/1498. B. 75, Meder 178, Urausgabe oder Lateinische Ausgabe 1511. 7.500 €
Das Schlussblatt der Folge, wie immer ohne rückseitigen Text. Ganz ausgezeichneter, überwiegend kräftig schwarzer Druck, nur gelegentlich minimal ungleich. Mit der Einfassung, links partiell auf dieselbe geschnitten. Geringe Alters- und Gebrauchsspuren, das Papier in der Mitte wellig, der linke Rand schwach gebräunt, Leimflecken und Montierungsreste verso, entlang der äußersten Kanten auf eine Albumseite montiert, sonst in guter Erhaltung.
5093

Albrecht Dürer
5094 Mariens Tempelgang. Holzschnitt aus dem Marienleben, wie auch die folgenden sechs Losnummern 29,9 x 20,9 cm. Um 1504/05. B. 88, Meder 193, lateinische Textausgabe von 1511. Wz. Dreieck mit Blume (Meder 127).
7.500 €
Blatt 6 der Folge. Ganz ausgezeichneter, klarer Druck mit ungewöhnlich breitem Rand um die Einfassung. Insgesamt nur geringfügig fleckig
bzw. im weißen Rand schwach lichtrandig, Klebe- und Gebrauchsspuren verso entlang des linken Randes, dort teils nur minimal dünne Stellen, zwei unmerkliche Ausbesserungen im oberen weißen Rand rechts, weitere unbedeutende Altersspuren, sonst im Gesamteindruck vorzügliches Exemplar. Aus den Sammlungen Karl Ferdinand Friedrich von Nagler (Lugt 2529), des Kupferstichkabinetts der Staatliche Museen zu Berlin (Lugt 1606, mit dem Tilgungsstempel Lugt 2398), Gian-Carlo Rossi (Lugt 2212), Dr. Gottfried Eissler (Lugt 805b) sowie mit zwei bisher wohl unbekannten Sammlerstempeln, u.a. „KD“ (jeweils nicht bei Lugt).
5094


Albrecht Dürer
5095 Die Verkündigung. Holzschnitt. 29,7 x 20,9 cm. Um 1503. B. 83, Meder 195, lateinische Textausgabe von 1511.
4.500 €
Blatt 8 der Folge. Ausgezeichneter, transparenter Druck oben mit schmalem Rand, sonst mit teils feinem Rändchen um die Einfassung. Die horizontale Mittelfalte nur verso sichtbar, ebenda geringfügig angeschmutzt, unauffällige Papierverfärbung unterhalb von Judith, weitere minimale Gebrauchsspuren und Flecken, sonst in sehr schöner Erhaltung. Beigegeben von Mommard eine Kopie nach dem „Schmerzensmann“ (vgl. B. 21).
5096 Die Heimsuchung. Holzschnitt. 29,6 x 20,5 cm. Um 1503. B. 84, Meder 196, lateinische Textausgabe von 1511.
6.000 €
Blatt 9 der Folge. Ganz ausgezeichneter Druck mit Spuren eines Rändchens um die Einfassung, teils an bzw. auf dieselbe geschnitten. Etwas angestaubt, Gebrauchsspuren, winzige Ausbesserung nahe des Burgturms, einzelne nur unmerkliche Randausbesserungen, die untere linke Eckenspitze sorgsam ergänzt, weitere Handhabungsspuren, sonst schön.
5095
5096


Albrecht Dürer
5097 Die Beschneidung Christi. Holzschnitt. 29,4 x 20,6 cm. Um 1505. B. 86, Meder 198, lateinische Ausgabe von 1511. Wz. Turm (Meder 259).
6.000 €
Blatt 11 der Folge. Ganz ausgezeichneter, kontrastreicher, wenngleich in Stellen leicht trockener Druck mit feinem Rändchen um die Einfassung. Schwach stockfleckig, horizontale Mittelfalte, diese links und rechts gebrochen und geschlossen, weitere kleine sehr sorgsam geschlossene Risschen mit dezenter Federretusche, wie im Schulterbereich des Kerzenträgers links, dem Türbogen sowie den Ornamenten darüber, im Bereich des Wasserzeichens, und im unteren Rand, diese alle sehr unauffällig, im Gesamteindruck sehr schön.
5098 Der Tod Mariens. Holzschnitt. 29,3 x 20,4 cm. 1510. B. 93, Meder 205, lateinische Textausgabe von 1511.
6.000 €
Blatt 18 der Folge. Ganz ausgezeichneter Druck knapp bis an die Einfassung geschnitten. Minimale Handhabungsspuren, schwach fleckig, sonst tadellos.
5097
5098

Albrecht Dürer
5099 Mariae Himmelfahrt und Krönung. Holzschnitt. 29 x 20,3 cm. 1510. B. 94, Meder 206, lateinische Ausgabe von 1511. Wz. Bekrönter Turm.
2.400 €
Blatt 19 der Folge. Prachtvoller, stellenweise minimal überschwärzter Druck an drei Seiten mit Rändchen um die Einfassungslinie, rechts bis an diese beschnitten. Horizontale Mittelfalte, diese links mit kurzem geschlossenen Bruch und kleiner Retusche, Federnummerierung in der weißen Ecke unten links, blasser Fleck unter Christi rechter Hand, weitere minimale Flecken, verso schwach angeschmutzt, sonst sehr schönes Exemplar.
5100 Mariens Verehrung. Holzschnitt. 29,8 x 21,1 cm. B. 95, Meder 207, lateinische Buchausgabe von 1511. Wz. Blume mit Dreieck (Meder 127).
6.500 €
Blatt 20 der Folge. Wie üblich und bei Meder beschrieben verso ohne Text, mit dem beginnenden Sprung links von Moses. Ausgezeichneter, leicht trockener Druck mit sehr feinem Rändchen um die Einfassung, unten mit der Verlegeradresse. Schwache Altersspuren, winziges Fleckchen rechts mittig, weiterhin leicht fleckig vornehmlich verso, un-merkliche Ausbesserungen in den unteren Eckenspitzen, weitere Gebrauchsspuren, sonst in schöner Erhaltung.
5099


5101 Die Hl. Familie mit Joachim und Anna unter dem Baum. Holzschnitt. 23,4 x 15,8 cm. 1511. B. 96, Meder 215 b-c (von e). Wz. Ochsenkopf mit JZ (Meder 70).
3.500 €
Ganz ausgezeichneter, klarer Druck, die Einfassung partiell noch vorhanden. Minimale Alters- und Gebrauchsspuren, im Bereich um Annas Kopf sowie unten links kaum merklich gebräunt, Montierungsreste verso, sonst in schöner Erhaltung. Provenienz: Antiquariat M. Edelmann, 1971.
Albrecht Dürer
5101

Albrecht Dürer
5103 Die Heiligen Bischöfe Nikolaus, Ulrich und Erasmus. Holzschnitt. 21,2 x 14,2 cm. Um 1508. B. 118, Meder 233 c (von e).
3.500 €
Vor der Lücke über dem Schiffchen. Prachtvoller, kräftiger Abzug mit der Einfassung. Vereinzelt schwache Fleckchen, verso etwas fleckiger und Spuren alter Montierung, sonst in sehr schöner Erhaltung.
Albrecht Dürer
5102 Der hl. Hieronymus in der Felsgrotte. Holzschnitt. 17,1 x 12,3 cm. 1512. B. 113, Meder 229 I b-c (von II c).
4.500 €
Mit dem eingestoßenen Rand rechts, aber vor den weiteren Lücken. Ganz ausgezeichneter, überschwärzter Druck mit der Einfassung. Leicht angestaubt, rechte untere Ecke mit kleinem geschlossenem Randeinriss, entlang des Randes vereinzelt kleine Hinterfaserungen, sonst sehr schön.

5103
5102


Albrecht Dürer
5104 Bildnis Ulrich Varnbülers. Clairobscur-Holzschnitt von drei Blöcken in Ocker, Braun und Schwarz. 43,3 x 32,8 cm. 1522. B. 155, Meder 256 III b. Wz. Kreis mit Mondsichel.
18.000 €
Ganz ausgezeichneter, kräftiger und durchaus klarer Druck teils mit sehr feinem Rändchen um die Einfassung. Vereinzelt ausgebesserte und geschlossene Randschäden und Randeinrisse, diese teils ergänzt bzw. hinterlegt wie oben rechts, die beiden linken Ecken fachmännisch und teilweise großflächig ergänzt, Ausbesserung unterhalb der Hutkrempe links des Dargestellten, geglättete Mittelfalte, dort verso ebenfalls unmerkliche Ausbesserungen, weitere ausgebesserte Erhaltungsmängel, leichte Altersspuren, im Gesamteindruck gleichwohl gut.
5105 Das Männerbad. Holzschnitt. 39,2 x 28,3 cm. Um 1498. B. 128, Meder 266 d (von f). Wz. Augsburger Kelch (Meder 180).
18.000 €
Vor den Wurmlöchern im Schutzdach. Prachtvoller, überwiegend prägnanter Druck an die Einfassung geschnitten, teils mit den Spuren eines weißen Rändchens. Nur sehr schwach fleckig, jeweils zwei winzige Wurmlöchlein oben links sowie im Haar des Mannes rechts vom Flötenspieler, einzelne kleine Randschäden und Randeinrisschen, diese vereinzelt hinterlegt, vereinzelt winzige Fehlstellen in der Einfassung, oben in der rechten Eckenspitze kleine Ausbesserung, die untere rechte Ecke ergänzt und mit feinen Federretuschen, weitere Alters- und Gebrauchsspuren, sonst sehr schön.
Abbildung Seite 79
5106 Der Vasenzeichner. Holzschnitt. 8,2 x 21,7 cm. (1525). B. 148, Meder 270, Einzelblatt.
4.500 €
Das Blatt wurde erst 10 Jahre nach Dürers Tod aufgenommen und abgedruckt, erschien erstmals in der zweiten deutschen Ausgabe der „Underweysung der Messung“ um 1538. Hier kommt es jedoch als Einzelblatt ohne rückseitigen Text. Prachtvoller, kräftiger Druck an die Einfassung geschnitten. Minimale Altersspuren, geringe Leimspuren verso, sonst tadellos. Selten
5106


Albrecht Dürer
5107 Das Wappen des Reichs und von Nürnberg. Holzschnitt. 24,2 x 16,5 cm. 1521. B. 162, Meder 285, Einzelblätter ohne Text wohl a-c (von c). Wz. Fragment (undeutlich).
3.500 €
Der seltene Holzschnitt in einem ganz ausgezeichneten, klaren Druck mit feinem Rändchen um die Einfassungslinie. Minimal fleckig, diagonale Quetschfalte durch den linken Wappenträger und das Reichswappen, Hinterfaserungen, sonst schönes Exemplar.
5108 Der hl. Sebaldus in der Nische. Holzschnitt. 30 x 21,1 cm. 1518. B. (Springinklee) VII, S. 180, 21, Meder S. 196, mit dem Sprung, b, Schoch/Mende/ Scherbaum 251. Wz. Gekröntes, viergeteiltes Wappen mit schreitenden Löwen und Kronen sowie mit Herzschild mit Lilie (Meder 196).
3.500 €
Das ehemals Hans Springinklee zugeschriebene Blatt, das Meder als Dürer-Schule führt, wird neuerdings dem Nürnberger Meister selbst zugeschrieben. Der hl. Sebald dürfte eine wichtige Rolle für den religiösen Dürer gespielt haben. Dürer lebte von jeher im Viertel um die Nürnberger Sebalduskirche, in der er getauft und vermählt wurde, seine Eltern und früh verstorbene Geschwister fanden auf dem Friedhof ihre letzte Ruhe. Ganz ausgezeichneter, klarer Druck mit der Einfassung. Minimal angestaubt, unten im Rand ausgebesserte Stelle, die Einfassung partiell nachgetuscht, unten der Sammlungsstempel schwach durchschlagend, verso kleine Montierungsreste, sonst sehr schön erhalten. Aus der Sammlung des Waldburg Wolfegg‘schen Kupferstichkabinetts (Lugt 2542) sowie einer bisher nicht identifizierten Sammlung „K.K.“ (nicht in Lugt).
5108
5107


Girolamo Fagiuoli
(tätig in Bologna und Rom, ca. 1530–1574)
5109 Der Tod des Meleager. Kupferstich nach Francesco Salviati. 30,9 x 41,8 cm. 1543. B. XV, S. 260, 41, Robert-Dumesnil IX (Beatrizet), S. 152, 32 I (von III), B. Barryte (Hrsg.): Myth, Allegory, Faith. The Kirk Edward Long Collection of Mannerist Prints, Stanford 2015, S. 428, Nr. 71. Wz. Lilie im Kreis.
1.800 €
Bartsch führte das Blatt unter der Raimondi-Schule, traditionell wurde es Nicolas Beatrizet zugeschrieben, so auch bei Robert-Dumesnil. Suzanne Boorsch brachte das Blatt aufgrund stilistischer Übereinstimmungen überzeugend mit Girolamo Fagiuoli in Verbindung (vgl. „Salviati and Prints: The Question of Girolamo Fagiuoli“, in: Francesco Salviati e la bella maniera, Rom 2001, S. 515f). Fagiuoli war in Rom tätig, stach nach Francesco Salviati. Seine Kupferstiche wurden sowohl von Antonio Salamanca als auch von Antonio Lafreri verlegt. Prachtvoller Druck mit feinem bzw. an den Seiten mit schmalem Rand. Schwach fingerfleckig, leichte vertikale Mittelfalte mit zarten Trockenfältchen verso, oben Spuren alter Albumbindung sowie an drei Kanten mit Goldschnitt, unten mittig winzige Knickspur in der Kante, winziges Löchlein unten rechts, im Schriftrand einige Federkorrekturen, links alte Federpaginierung „25“, sonst in sehr schöner und orignaler Erhaltung.
5110 zugeschrieben. Apoll und Marsyas. Kupferstich. 39,4 x 26,6 cm. Luisa Mortari: Francesco Salviati, Rom 1992, S. 300, Kat. 26, Suzanne Boorsch: „Salviati and Prints: The Question of Girolamo Fagiuoli“, in: Francesco Salviati e la bella maniera, Rom 2001, S. 499ff, A. Alberti: L‘Indice di Antonio Lafrery, 2009, 143 II, Rubach 159 III. Wz. Kreis (?).
3.500 €
Hermann Voss schrieb die Invention 1912 Francesco Salviati und den Kupferstich mit zwei weiteren Blättern Girolamo Fagiuoli zu. Dabei bezog er sich auf Vasari, der von der Übergabe einiger Zeichnungen durch Salviati an Fagiuoli berichtet, mit dem Auftrag, diese nachzustechen. Suzanne Boorsch verwarf beide Zuschreibungen und nahm als Autor der Vorlage Perino del Vaga an (Boorsch 2001, S. 512f.; zu den älteren Lehrmeinungen s. Mortari, Salviati, 26 und Rubach 159). Ungeachtet der Frage der Zuschreibung beeindruckt das Blatt durch sein manieristisches Pathos und den bestechenden visuellen Reiz der Komposition. Ganz ausgezeichneter Abzug mit delikatem Plattenton und mit breitem Rand um die deutlich zeichnende Plattenkante. Geglättete Mittelfalte, minimale Altersspuren, sonst tadellos.
5109


Jeremias Falck (um 1619–1677, Danzig)
5111 Die heilige Jungfrau mit dem Kind und der hl. Anna. Kupferstich nach Andrea del Sarto. 40 x 29,2 cm. Hollstein 9, Bock 9 I (von II). Wz. Straßburger Lilienwappen mit Anhänger und Nebenmarke.
750 €
Vor aller Schrift, aus der Folge „Variarum imaginum a celeberrimis artificibus pictarum Caelaturae“ des Cabinet Reynst. Die Bildfindung wurde ursprünglich Giulio Romano zugesprochen, doch die Inschrift des zweiten Zustandes identifiziert eindeutig Andrea del Sarto als Urheber der Darstellung. Brillanter, präziser Druck mit schmalem Rand. Verso geglättete Mittelfalte, minimalst fingerfleckig, sonst tadellos schön.
Gaudenzio Ferrari (1471 Valduggia – 1546 Mailand)
5112 nach. Der Raub der Persephone. Radierung und Kupferstich. 20,2 x 14,4 cm. Unbeschrieben.
3.500 €
Die Invention dieses enigmatischen und seltenen Blattes wurde ehemals Leonardo da Vinci zugeschrieben. Es handelt sich um ein inzwischen verloren gegangenes Gemälde, das bei dem Tode des Meisters 1519 auf Château d‘Amboise gemeinsam mit anderen Werken seiner Hand vom König François I. erworben und später dem oberitalienischen Maler und Bildhauer Gaudenzio Ferrari zugeschrieben wurde. Ausgezeichneter, gleichmäßiger Druck mit feinem Rändchen um die teils gratige Plattenkante. Geringfügige Altersspuren, sonst sehr gutes Exemplar.

5112

Giovanni Battista Franco (1498–1561, Venedig)
5113 Moses, Wasser aus dem Felsen schlagend. Radierung und Kupferstich. 37 x 51,2 cm. B. 2. Wz. Stern (vgl. Woodward 149, Rom 1557).
750 €
Die figurenreiche Komposition zählt zu den Hauptblättern Francos. Prachtvoller, toniger und harmonischer Druck mit gleichmäßigem Rand. Geringfügige Alters- und Gebrauchsspuren, verso vereinzelte Montierungsreste, sonst sehr schönes Exemplar.
Cornelis Galle I (1576–1650, Antwerpen)
5114 Die Madonna in einer Nische, von Engeln mit Ziergirlanden verehrt. Kupferstich nach Peter Paul Rubens. 55,5 x 40,7 cm. Wurzbach 48, Le Blanc 7, Hollstein 106.
750 €
Der vorliegende, großformatige Kupferstich ist ein unbestrittenes Meisterwerk der Rubensgraphik. Cornelis Galle I und sein Bruder Theodoor waren die ersten Stecher, die Rubens zur Vervielfältigung seiner Kompositionen heranzog. Mit erstaunlicher Virtuosität sind die üppigen Fruchtgirlanden wiedergegeben, welche die Nische umrahmen. Ganz ausgezeichneter, gleichmäßiger Druck mit feinem Rändchen. Minimale Erhaltungsmängel, sonst vorzügliches Exemplar.

5113
5114

Jacques de Gheyn II (1565 Antwerpen – 1629 Den Haag)
5115 Der große Löwe. Kupferstich. 26,5 x 34,3 cm. Um 1590. Hollstein 298, Filedt Kok (New Hollstein) 170 II.
3.500 €
Der sogenannte Große Löwe von Jacques de Gheyn besticht durch die detaillierte und naturgetreue Wiedergabe des stolzen Tieres. Dieser Realismus schmälert jedoch nicht den symbolischen und propagandistischen Gehalt des eindrucksvollen und visuell einprägsamen Blattes, das zu einem entscheidenden Moment des Krieges zwischen der jungen holländischen Republik und Spanien entstand. Der Löwe stand für
Mut und Wehrhaftigkeit der vereinigten Niederlande. Auch die lateinische Inschrift von Heyman Jacobi preist die edlen Eigenschaften des Löwen: seine Wachsamkeit und Furchtlosigkeit. Jacobus (oder Jacques) de Gheyn unterhielt enge Beziehungen zu führenden Vertretern der regierenden holländischen Oberschicht und wurde von Prinz Maurits von Oranien protegiert. Der politisch-symbolische Charakter der markanten Tierdarstellung ist daher offenkundig. Ganz ausgezeichneter, scharfer und nuancierter Druck mit der stellenweise noch sichtbaren Einfassungslinie. Die rechte untere Ecke unmerklich ergänzt, minimale Altersspuren, sonst in vorzüglicher Erhaltung. Auf einem alten Albumblatt.
5115
Jacques de Gheyn II
5116 nach. Eine Frau an der Hand von einem Musiker geführt, dieser hält eine Fackel. Kupferstich wohl von Zacharias Dolendo. 24 x 17 cm. (1595/96). Filedt Kok/ Leesberg (New Hollstein) 168. Wz. Basler Stab (vgl. Heawood Nr. 1182, Holland ca. 1583).
900 €
Blatt 9 der Folge „Les Masquerades“. Ganz ausgezeichneter, klarer Frühdruck mit breitem Rand (bis ca. 7,8 cm). Insgesamt leicht angestaubt, kleine horizontale Trockenfältchen, links Spur einer alten Albummontage, winziger geschlossener Randeinriss rechts, Nadellöchlein, unbedeutende Läsuren in den äußersten Rändern, sonst sehr schönes Exemplar.
Hendrick Goltzius (1558 Muhlbrecht bei Venlo – 1617 Haarlem)
5117 Pietà. Kupferstich. 17,8 x 12,6 cm. 1596. B. 41, Hollstein 50, Leesberg (New Hollstein) 31 II. Wz. Bekröntes Lilienwappen.
4.000 €
Prachtvoller, warmtoniger und atmosphärischer Abzug mit sehr feinem Rändchen um die Einfassungslinie. Geringfügige Altersspuren, schwaches Braunfleckchen in der Aureole rechts, im linken äußeren Rand unauffällig ausgebesserte Stellen sowie ein sorgsam geschlossener Randeinriss, schwache Gebrauchsspuren mit kleinen Bleistiftannotationen verso, sonst sehr schönes Exemplar. Aus der Sammlung Arkady Nicolayevitch Alferoff (Lugt 1727). Abbildung Seite 86

Hendrick Goltzius
5118 Ein Infanteriehauptmann, nach links schreitend. Kupferstich. 28,6 x 19,6 cm. 1587. B. 126, Hollstein 254, Leesberg (New Hollstein) 287. Wz. Bekröntes Wappen mit Basler Stab.
1.200 €
Prachtvoller, silbrig schimmernder Druck mit Rändchen. Unauffällige geglättete horizontale Knickfalte, vereinzelte Fleckchen, leichte Altersund Gebrauchsspuren, sonst in vorzüglicher Erhaltung. Aus den Sammlungen Jules Michelin (Lugt 1490) und E. Fabricius (Lugt 847a und 919bis).

5118
5116

5117

Jan Gossaert
(gen. Mabuse, 1478 Schloss Wijk bei Utrecht – um 1535 Middelburg )
5119 Die Jungfrau mit dem Kind am Fuße eines Baumes. Kupferstich. 12 x 8,5 cm. 1522. B. VII, S. 546, 1, Hollstein 2.
15.000 €
Das im Baum auf einem Schild angebrachte Monogramm IMS steht für „Iohannes Malbodius sculpsit“. Bartsch kannte den Künstler noch nicht und führte seine Arbeiten unter dem Monogrammisten ISM. Über die frühen Jahre von Jan Gossaert ist wenig bekannt, er muss jedoch in seiner Zeit eine große Bekanntheit genossen haben. Einer seiner ersten Biographen, Karel van Mander, führte an, er stamme aus einer kleinen Stadt in Artois oder Henegouwen (Grafschaft Hennegau) namens Maubeuge, oder auch Maubuse, daher sein Rufname. Andere Gelehrte
gingen davon aus, dass er der Sohn eines Buchbinders war und seine Ausbildung in der Abtei Maubeuge absolvierte, während das RKD wiederum Hinweise darauf gibt, dass er auf Schloss Duurstede geboren wurde. 1503 ist er in der Antwerpener Lukasgilde nachgewiesen. Ganz ausgezeichneter, feinzeichnender und transparent wirkender Druck, meist an die Plattenkante bzw. die Darstellung geschnitten, unten rechts minimal knapp. Nur unbedeutende Altersspuren, oben, rechts sowie unten teils ergänzend und sehr sorgsam angerändert, dort sowie auch partiell links mit sehr dezenten Federeinzeichnungen entlang der Ränder, links vom Kopf der Jungfrau unauffällig ausgebesserte Stelle, winzige Montierungsreste verso, sonst in vorzüglicher Erhaltung. Sehr selten. Aus der Sammlung Otto Schäfer, Schweinfurt (Lugt 5881, dessen Versteigerung bei Kornefld 1992, Meisterwerke der Graphik von 1425 bis 1925, Los 105).
5119

Hendrik Goudt (1585–1630, Utrecht)
5120 Tobias und der Engel (Der „kleine“ Tobias).
Kupferstich nach Adam Elsheimer. 13,1 x 19 cm. 1608. B. 1, Dutuit 1, Hollstein 1 II (von III).
900 €
Vor den Arbeiten von Mariette. Ganz ausgezeichneter, differenzierter Abzug mit Rändchen. Verso drei geglättete vertikale Faltspuren, rechts oben diagonale Knickspur, kleine punktell ausgebesserte Stelle auf dem Engel, verstärkte Stelle verso im Bereich der Kühe, in den Rändern sehr sorgsam geschlossene Risschen bzw. Läsuren, links im Textrand kleines geschlossenes Löchlein, insgesamt leicht angestaubt, nur vereinzelte winzige Fleckchen, im Gesamteindruck schön.
Gerard de Groeningen (tätig in Antwerpen 1561 – um 1575/76)
5121 nach. Die vier stärksten Mächte. 4 Kupferstiche von Philips Galle. Je ca. 19,2 x 26,4 cm. Um 1574. Schuckman (New Hollstein, Groeningen) 154 III (von V), 155-157 je I (von II), Sellink/Leesberg (New Hollstein, Galle) 273 III (von V), 274-276, je I (von II). Wz. Bekrönter Doppelkopfadler.
1.800 €
Die Macht von Wein, des Königs, der Frauen und der Wahrheit wird hier in humanistischen Allegorien behandelt. Die komplette Suite in
prachtvollen, zarttonigen Drucken mit Rand und vor den Titeln. Schwach fleckig sowie geringe Altersspuren, schwache vertikale Mittelfalte, links alte Heftspuren entlang des linken Randes, dort mit partiellen Fehlstellen, nur leichte Handhabungsspuren in den äußeren Rändern, sonst in einheitlicher und sehr schöner Erhaltung.
Maerten van Heemskerck (1498 Heemskerck – 1574 Haarlem)
5122 nach. Der Kreislauf der Wechselfälle menschlicher Angelegenheiten. 9 Kupferstiche von Cornelis Cort. Je ca. 22,4 x 29,4 cm. 1564. Veldman (New Hollstein, Heemskerck) 482-485, je II (von III), 486-487, je I (von II), 488-490, je II (von III). Wz. undeutlich.
1.200 €
Die ehemals Coornhert zugeschriebene Serie folgt den zwischen 1562 und 1563 entstandenen Vorlagen von Heemskerck. Die Zeichnungen befinden sich heute in Kopenhagen. Aus der zweiten Auflage von Theodoor Galle. Ganz ausgezeichnete bis prachtvolle Drucke mit wunderbarem Plattenton und schmalem Rand um die Plattenkanten. Geglättete vertikale Mittelfalten, vor allem zu den Rändern hin leicht fleckig, vereinzelte kleine Rostfleckchen, Veldman 482 mit kleinem hinterlegten Randeinriss oben, Veldman 488 und 489 mit je einem kleinen Löchlein, sämtlich mit den Spuren alter Heftbindung links, sonst in sehr schöner Erhaltung. Die Suite ist vollständig selten
5120


5121
5122

Augustin Hirschvogel (1503 Nürnberg – 1553 Wien)
5123 Ansicht mit dem Innenhof eines Schlosses. Radierung nach Wolf Huber. 14,1 x 21,4 cm. 1546. B. IX, S. 190, 71, Nagler 56a, Hollstein 44.
3.500 €
Wohl aus einer sechsteiligen Folge, die Darstellung nach einer Zeichnung von Wolf Huber; der Baum rechts wiederholt einen Baum aus Albrecht Dürers Eisenradierung „Christus am Ölberg“. Ganz ausgezeichneter Druck an die sichtbare Plattenkante geschnitten, teils minimal knapp innerhalb. Etwas angestaubt und altersspurig, winziges Rostfleckchen unten am dritten Stein von links, unmerkliche Ausbesserung an einer Kettenlinie im Bereich des Himmels von verso, weitere winzige Ausbesserungen unten links sowie im Baum rechts oben, dort dezente Federretuschen, sonst jedoch im Gesamteindruck tadelloses Exemplar. Selten
5123

Wenzel Hollar (1607 Prag – 1677 London)
5124 Paedopaegnion (Die Folge der Kinderspiele).
11 (von 12) Radierungen nach Pieter van Avont.
Je ca. 12,6 x 20,7 cm. 1646. Pennington 492-496, 498, 501, 502, 504-506, 516, Turner (New Hollstein) 849 II (von III), 850-859 (ohne 857), je I (von II), 560 II (von V). Wz. Fünfzackige Schellenkappe, Nebenmarke Buchstaben PR.
1.200 €
Die fast komplette Folge vor den Nummern, das Schlussblatt vor der Adresse von de Wit. Ausgezeichnete, teils zart tonige Drucke mit schmalem Rändchen bis breiterem Rand. Etwas angeschmutzt und griffspurig, je geglättete Mittelfalte, Knickspuren, NH 550 mit leichter Bleistiftquadrierung links in der Darstellung, bei NH 853 die Eckenspitzen unten fehlend, die oberen mit Einrisschen, NH 855 mit Stockflecken, NH 859 und 860 mit blassen Wasserflecken in den Ecken, bei ersterem eine Fehlstelle im weißen Rand rechts, Montierungsspuren verso, weitere Gebauchsspuren, sonst in guter Erhaltung. Beigegeben von demselben zwei Blatt aus der verwandten Serie mit Putti und Satyren (NH 934 und 937) sowie die von Pennington als drittes Titelblatt der Serie verzeichnete Radierung mit dem Bildnis Pieter van Avonts (NH 1164). Sämtlich aus der Sammlung George Ambrose Cardew (Lugt 1134) sowie mit zwei weiteren bisher nicht identifizierten Sammlermarken „HB“ (Lugt 4333) und „Dr. CB“ (Lugt 4217).

5125
5124


Wenzel Hollar
5125 Kopf eines muskulösen Mannes im Profil mit fliegenden Haaren. Radierung nach Leonardo da Vinci 7 x 5,3 cm. Pennington 1579A,Turner (New Hollstein) 1251.
750 €
Prachtvoller, harmonischer Abzug mit Rändchen um die deutlich sichtbare Plattenkante. Nur vereinzelte winzige Fleckchen, verso kleine Klebereste, sonst tadellos. Aus der Sammlung Friedrich Quiring (Lugt 1041c). Beigegeben von demselben drei Radierungen „Ein Esel“ (P. 2090), „Bildnis Richard Bernard“ (P. 1363) und „Bildnis Jacob Franquart“ (P. 1406). Abbildung Seite 91
Hendrick Hondius (1573 Duffel – 1650 Den Haag)
5126 Lastkahn bei Mondschein. Kupferstich und Radierung. 20,7 x 15,7 cm. 1644. Orenstein (New Hollstein) 57.
600 €
Ganz ausgezeichneter, die Nachtstimmung atmosphärisch wiedergebender Druck mit delikatem Plattenton und sehr feinem Rändchen um die Facette. Vereinzelt stockfleckig, oben eine kaum merkliche horizontale Bugfalte, an den oberen Ecken montiert, sonst schön erhalten. Selten
5127 Kühe am Wasser. Kupferstich und Radierung. 20,6 x 15,5 cm. 1644. Orenstein (New Hollstein) 58.
600 €
Ganz ausgezeichneter, zarttoniger Druck, die Facette an zwei Seiten noch sichtbar, sonst mit feinem Rändchen um die Einfassung. Schwach stockfleckig, an den oberen Ecken montiert, sonst schön erhalten. Selten
5127
5126

Daniel Hopfer (um 1470 Kaufbeuren – 1536 Augsburg)
5128 Thronende Ecclesia. Eisenradierung. 22,9 x 15,6 cm. B. 45, Hollstein 52, Metzger 31 III (von IV).
600 €
Beinahe einhellig ging die bisherige Forschung davon aus, dass es sich aufgrund des präsentierten Kelchs bei der Dargestellten um die hl. Barbara handelt. In einem Hinweis von Marianne Elsen um 1935 wird die Darstellung als „Ecclesia“ bezeichnet. Diese Deutung scheint, gerade im Vergleich mit anderen Darstellungen (auch Barbaras), die einleuchtendste zu sein. Die Personifikation der christlichen Kirche wurde bereits frühchristlich als „Ecclesia triumphans“ wie eine machtvolle Königin, also weiblich, gekrönt und nimbiert dargestellt, und präsentiert dabei den Kelch mit dem göttlichen Blut (vgl. Metzger S. 351). Ausgezeichneter, toniger Druck mit der Funck-Nummer und mit sehr feinem Rändchen um die Plattenkante. Etwas alters- und gebrauchsspurig, minimal gegilbt, Montierungs- und Klebereste verso, sonst sehr gut. Selten. Aus der Sammlung des großherzoglichen Museums, Schwerin (mit deren Tilgungsstempel, Lugt 2273 und 1079).
Daniel Hopfer
5129 Ein Landsknecht umarmt eine Frau. Eisenradierung. 22,3 x 15,2 cm. B. 70, Hollstein 78 II, Metzger 83 III. Wz. Schriftband.
750 €
Metzger ordnet das Blatt, wie auch die Arbeit „Frau Venus“ (Metzger 82), als Pendants dem Themengebiet „Weibermacht und Weiberlist“ zu. Identisch sind nicht nur die Maße und das Monogramm, sondern auch beide Protagonistinnen tragen den sog. „Liebesknoten“ um den Hals. Ganz augszeichneter Druck mit der Funck-Nummer und mit einigem Plattenton sowie akzentuierenden Wischspuren, meist an die Plattenkante geschnitten, teils mit weißem Rändchen. Etwas fleckig vornehmlich oben sowie vereinzelt auch stockfleckig, Montierungsreste verso, geringe Gebrauchsspuren, sonst sehr gut erhalten.

5129
5128

Hieronymus Hopfer (um 1500 Augsburg – 1563 Nürnberg)
5130 Die Reiterschlacht. Eisenradierung nach Domenico Campagnolo. 24,3 x 21,8 cm. Hollstein 49 II.
2.400 €
Prachtvoller, toniger und gegensatzreicher Druck mit feinem Rändchen um die Plattenkante. Minimale Altersspuren, sonst vorzüglich erhalten.
5130

Italienisch
5131 um 1540-50. Die Beweinung Christi. Holzschnitt. 17,8 x 15,8 cm. Nagler, Die Monogrammisten, I, 1068, 5, Oberhuber 1963, S. 70, Nr. 192, Francesca Buonincontri, in: I Campi, 1985, S. 321. 2.400 €
Der eindrucksvolle und höchst expressive Holzschnitt galt lange als ein Werk des Cremoneser Künstlers Antonio Campi. Oberhuber vermutete hingegen einen venezianischen Holzschneider aus dem Umkreis des Andrea Schiavone. Die Darstellung zeichnet sich durch ihre kompositorische Dichte und emotionalen Stimmungsgehalt aus. Die Auffassung des Leichnams Christi übernimmt Elemente von Parmigianinos Radie-
rung des gleichen Bildthemas, jedoch ist der Zeichenduktus kantiger, ungestümer und archaischer. Der verantwortliche Formschneider bleibt vorerst anonym, jedoch sind Anklänge an die Kunst Francesco Salviatis oder Giorgio Vasaris unübersehbar. Der Holzschnitt ist von eminenter Seltenheit. Wir konnten lediglich ein weiteres Exemplar in der Gra-phischen Sammlung der ETH Zürich nachweisen. Die Wurmlöcher auf unserem Abzug weisen bereits auf eine gewisse Abnutzung des Holzstockes hin, ein inhärentes Phänomen, das sich auch bei zahlreichen venezianischen Formschnitten der Epoche bemerkbar macht (siehe Kat. Italienische Holzschnitte der Renaissance und des Barock, bearb. M. Matile, Basel 2003, Nr. 29, S. 87-88). Ausgezeichneter Druck mit feinem Rändchen. Geringfügige Altersspuren, der Gesamteindruck jedoch sehr schön. Aus der Sammlung Giuseppe Storck (Lugt 2318).
5131

Italienisch
5132 um 1570. Spechio dal Fin della nostra vita humana. Radierung. 39,8 x 50,2 cm. Unbeschrieben.
4.500 €
Außerordentlich seltene, wohl in Venedig entstandene Allegorie, welche christliche Dogmen visualisiert. Die irdische Existenz ist mühselig und entbehrungsreich, dem Tod kann kein Sterblicher entkommen. Auf Sünder warten höllische Qualen, selig sind diejenigen, die zum Himmelreich aufsteigen. Eine weitere Version im Gegensinn, die vom venezianischen Verleger Ferrando Bertelli herausgegeben wurde, ist lediglich in zwei Exemplaren bekannt (vgl. G. J. van der Sman: De eeuw van Titiaan. Venetiaanse prenten uit de Renaissance, Maastricht-Brugge 2002, S. 200-201). Ein weiteres, jedoch beschädigtes Exemplar unseres Blattes ist verzeichnet in: Bibliotheca Magica, Antiquariat Ludwig Rosenthal, Katalog 83, München 1895, S. 94, Nr. 1364. Ausgezeichneter Druck mit der Einfassungslinie. Leichte Alters- und Gebrauchsspuren, etwas gebräunt, sonst sehr gutes Exemplar.
5133 16. Jh. Martha führt Maria Magdalena in den Tempel. Clair-obscur-Holzschnitt von zwei Blöcken in Schwarz und Ocker nach Marcantonio Raimondi. 25,2 x 36,1 cm. B. XII, S. 37, 12, Strauss 7, Hollstein 7 I (von II), Takahatake 77. Wz. undeutlich (Wappen unter sechszackigem Stern?).
1.200 €
Schrieb Bartsch die Arbeit aufgrund des Monogrammes noch vorsichtig dem nahezu unbekannten Georg Matheus zu, gilt sie in der neueren Forschung als das Werk eines unbekannten italienischen Meisters. Vor Löschung des Monogramms. Ganz ausgezeichneter, im Ockerton etwas ungleichmäßiger Druck, mit sehr prägnantem Druckrelief verso. Vertikale Mittelfalte sowie zarte vertikale Quetschfalten, Wurmlöcher und -gänge in den Druckstöcken ockerfaben bzw. vereinzelt auch schwarz retuschiert, kleine Randläsuren, in brauner Feder eingefasst, Montierungsreste verso in den Ecken, weitere Gebrauchsspuren, sonst in guter Erhaltung. Aus einer bislang unidentifizierten Sammlung (Lugt 3757) sowie mit unbekannter Sammlermarke (nicht bei Lugt). Selten
5132


Christoffel Jegher (1596–1652, Antwerpen)
5134 Susanna und die beiden Alten. Holzschnitt nach Peter Paul Rubens. 43,7 x 57 cm. Wurzbach 3, Dutuit 36 I (von II), Hollstein 1 I (von II). Wz. Buchstaben NG mit Nummer 4.
1.800 €
Jegher begann 1625 seine Tätigkeit als Illustrator für Plantijn, mit dem er bis 1643 in Verbindung blieb. Seine epochemachende Bedeutung liegt jedoch nicht in diesen Buchholzschnitten, sondern in den großen
nach Rubens ausgeführten Einzelblättern. Insgesamt schnitt Jegher in den 1630er Jahren neun Folioblätter nach Rubens; auf mehreren von ihnen bezeichnete sich Rubens außer als Zeichner auch als Verleger und verschiedene Blätter schützte er mit seinen Privilegien. Vor Tilgung des Privilegs von Rubens. Ausgezeichneter Druck mit der Einfassung. Etwas fleckig bzw. schwach stockfleckig, zwei geglättete vertikale sowie unten eine horizontale Faltspur, entlang der unteren Faltspur sowie des Randes hinterfasert und kleine ausgebesserte Stellen, die weißen Ränder mit kleinen Läsuren, diese hinterfasert, rechts unten kleines hinterlegtes Löchlein, sonst gut erhalten.
5133
5134

Pierre Landry
(Verleger, 1630–1701, Paris)
5135* L‘operateur menteur - Beim Chirurgen. Kupferstich nach Thedooor Rombouts. 42 x 72,6 cm. Nicht in Nagler und Le Blanc. Wz. Malteserkreuz im Rosenkranz mit Gegenmarke.
1.800 €
Mit Entsetzen, Staunen und Bewunderung drängen sich die Schaulustigen und verfolgen die Handlung des Quacksalbers, der seinem Patienten harsch und mit grober Gewalt die Zähne zieht, seine Hand mit einem Instrument in den Mund des unglücklichen, wohl einen Schrei unterdrückenden Patienten schiebt. Auf dem Tisch liegen durcheinander furchteinflößende, zahnärztliche Instrumente aus Metall, zweifelhafte Zertifikate und Diplome mit Siegeln. Der freilich überzeugendste Beweis für das fachliche Können ist jedoch zweifelsohne die Zahnkette, dieser Quacksalber mit Stolz trägt. Der von Pierre Landry verlegte Kupferstich geht zurück auf das um 1620-1625 entstandene Gemälde „Der Zahnzieher“ des flämischen Malers und Zeichners Theoodor Rombouts, das sich heute im Museo del Prado in Madrid be-
findet. Es zählt zu den herausragenden Beispielen flämischer Genremalerei des Caravaggismus nach 1600. Die Handlung des Bildes traf offenbar den Nerv der Zeit und provozierte einige Wiederholungen. So etwa eine druckgraphische Variante von Andreas Pauli aus dem frühen 18. Jahrhundert, die dem Original beinahe gänzlich folgt. Anders unser Beispiel, das nicht nur früher entstanden sein dürfte - Pierre Landry verlegte in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts in Paris -, sondern die dem Vorbild folgende Komposition der Figurengruppe in ein kurioses Chriurgenkabinett einbettet. Zahlreiche Gläser und Gefäße mit allerlei Flüssigkeiten, Tinkturen und Merkwürdigkeiten gemahnen der universellen Fähigkeiten des Scharlatans.
Prachtvoller, markanter und wirkungsreicher Druck mit Rand um die Facette. Vertikale Mittelfalte, dort verso kleine Ausbesserungen mit hinterfaserten Stellen und unten mit geschlossenem Sprung, einzelne hinterlegte bzw. geschlossene Randläsuren, dünne Stellen und winzige Löchlein, oben links schwaches Braunfleckchen im weißen Rand, weitere unbedeutende Gebrauchsspuren, sonst sehr schön und original erhalten. Selten

5136
Hanns Lautensack (1524 Bamberg – um 1566 Wien)
5136 Die Landschaft mit dem Felsentor. Eisenradierung. 13,4 x 18,8 cm. 1544. Nicht bei Bartsch und Nagler, Hollstein 8.
4.500 €
Die seltene, frühe Darstellung des gerade 20-jährigen Lautensack, ohne dessen Signet, ist in der älteren Literatur unbeschrieben, und wird im Hollstein in nur zwei Exemplaren nachgewiesen (Berlin und München).
Ausgezeichneter Druck, rechts sowie teils unten mit sehr feinem Rändchen um die Plattenkante, links an die Darstellung geschnitten. Leicht fleckig und geringfügig altersspurig, unten links kurzer geschlossener Randeinriss, oben sowie links mit Spuren einer alten Federrahmung, weitere geringe Gebrauchsspuren, sonst gut erhaltenes Exemplar. Von großer Seltenheit


5138
5137

Hanns Lautensack
5137 Christus verflucht den Feigenbaum. Radierung. 15,5 x 21,8 cm. 1554. B. IX, S. 225, 50, Nagler 51, Hollstein 39 I (von II). Wz. Anker (?) im Kreis.
1.500 €
Das Blatt, hier noch mit dem frühen Datum 1554, zählt zu einer Suite mit fünf, eventuell sechs Landschaften mit biblischen Darstellungen. Ganz ausgezeichneter, in Teilen harmonischer und kräftiger Druck meist knapp innerhalb der Einfassungslinie bzw. der Plattenkante geschnitten, oben minimal knapp. Minimale Altersspuren, feine vertikale Quetschspur vom Druck, diese teils hinterlegt, zwei weitere zarte diagonale Quetschspuren oben und unten, links winziges Löchlein nahe des Randes, sonst sehr gut erhaltenes Exemplar. Selten. Aus der Sammlung Richard Jung (Lugt 3791).
5138 Tobias mit dem Engel an einem Fluss (Der Donaustrudel). Radierung. 19,1 x 29,2 cm. (1571). B. 44, Hollstein 44 wohl I (von III). Wz. Krone (?) im Kreis mit Kreuz darüber.
1.200 €
Wohl noch vor der Überarbeitung der Platte und vor der späteren Schrift, die im dritten Zustand ins Wasser geschrieben wird: „DER.
STRVDL / AVF DER THONNAW / 1572“. Ausgezeichneter, gleichmäßiger Frühdruck des seltenen Blattes, an bzw. rechts oben links partiell innerhalb der Einfassungslinie geschnitten. Insgesamt etwas fleckig, zwei vertikale feine Quetschspuren vom Druck, unten rechts unauffällige Diagonalfalte verso, oben rechts kleine ausgebesserte Stelle, dort mit zarter Federretusche, geringe Montierungsreste verso, sonst sehr schön. Beigegeben von demselben die Radierung „Landschaft mit einer Burg auf einem Felsen“ (Hollstein 15).
Lucas van Leyden (1494–1533, Leiden)
5139 Lot und seine Töchter. Kupferstich. 18,9 x 24,7 cm. 1530. B. 16, Hollstein 16, Filedt Kok (New Hollstein) 16 I (von III). Wz. Krüglein mit Lilie.
3.000 €
Ausgezeichneter, klarer Druck mit der vollen Darstellung, rechts partiell sehr knapp innerhalb dieser. Nur geringfügig angestaubt, winziges Löchlein im rechten Schienbein der rechts sitzenden Tochter, minimale Gebrauchsspuren, sonst vollkommen erhalten. Aus der Sammlung Mathias F. Hans (Lugt 5924).
5139


5142
5140

Lucas van Leyden
5140 Joseph und Potiphars Weib. Kupferstich. 12,4 x 16,2 cm. 1512. B. 20, Hollstein 20, Filedt Kok (New Hollstein) 20 Ib (von III).
1.200 €
Aus der Folge „Die Geschichte des Joseph“. Vor der Adresse von Petri. Ausgezeichneter, gleichmäßiger Druck mit der Einfassungslinie, partiell auf diese geschnitten. Minimal gebrauchsspurig, sonst in sehr schöner Erhaltung. Aus der Sammlung Pierre Sentuc (Lugt 3608).
5141 Golgotha. Kupferstich. 28,7 x 41,2 cm. 1517. B. 74, Hollstein 74, Filedt Kok (New Hollstein) 74 II (von VI).
2.400 €
Vor der Adresse Petris. Ganz ausgezeichneter, klarer und differenzierter Druck mit sehr feinem Rändchen um die Einfassungslinie. Minimal angestaubt und nur ganz vereinzelt fleckig, geglättete vertikale Mittelfalte, diverse kleine, sehr sorgsame geschlossene Risschen mit dezenter Federretusche in der Darstellung als auch am Rand, geschlossener unauffälliger Randeinriss von unten links bis in die sitzende Gruppe am Fuße des Kreuzes Jesu, hinterfasert, im Gesamteindruck jedoch sehr schön.
5142 Die Rückkehr des verlorenen Sohnes. Kupferstich. 17,9 x 24,4 cm. B. 78, Volbehr 78, Filedt Kok (New Hollstein) 78 II (von III). Wz. Kleines Wappen mit Fleur-de-lis (Fragment).
1.200 €
Ausgezeichneter, toniger Druck minimal knapp innerhalb der Darstellung beschnitten, partiell Spuren der Einfassungslinie. Unbedeutende Gebrauchsspuren, vereinzelt dünne Stellen, sonst tadelloses Exemplar.
5141

Lucas van Leyden
5143 Die Jungfrau mit dem Kind unter einem Baum. Kupferstich. 8,6 x 11,1 cm. 1514. B. 83, Hollstein 83, Filedt Kok (New Hollstein) 83 a (von b). Wz. undeutlich.
1.800 €

Ganz ausgezeichneter, zart silbriger Druck mit lebendigen Wischkratzern und Plattenton, meist mit der Einfassungslinie, sonst mit der vollen Darstellung. Von verso durchschlagend zwei blasse Streifen brauner Flecken durch die Figuren Mariens und links, vereinzelt weitere Flecken, die obere rechte Ecke minimal lädiert, Randeinrisschen unten, dünne Stellen, sonst in sehr gutem Zustand. Mit schwer leserlicher Sammlermarke (womöglich Lugt 2695, unidentifizierte Sammlung).
5144 Der hl. Hieronymus in einer Landschaft. Kupferstich. 8,5 x 10,7 cm. 1513. B. 112, Hollstein 112, Filedt Kok (New Hollstein) 112 a (von b).
750 €
Ganz ausgezeichneter Druck knapp bis an die Darstellung geschnitten. Vereinzelt kleine Fleckchen, leicht angestaubt, links oben winzige Randläsur, verso kleine Montierungsreste sowie Bleistiftannotationen, sonst sehr schön. Aus der Sammlung des Kupferstichkabinetts, Staatliche Museen zu Berlin (Lugt 1606, 2398) sowie der Sammlung Karl Ferdinand Friedrich von Nagler (Lugt 2529).
5143

Lucas van Leyden
5145 Der hl. Franz von Assisi erhält die Stigmata. Kupferstich. 10,1 x 8,4 cm. Um 1514. B. 120, Hollstein 120, Filedt Kok (New Hollstein) 120 b (von c).
750 €
Ganz ausgezeichneter Abzug bis an die Einfassungslinie geschnitten, unten knapp in die Darstellung geschnitten. Etwas angestaubt, minimal fleckig, in der linken oberen Ecke mit kleiner Anfaserung, dünne Papierstellen, teils hinterfasert, unten ca. 4 mm angerändert und die Darstellung mit Feder in Schwarz sorgsam ergänzt, im Gesamteindruck sehr schön. Aus den Sammlungen E. Fabricius (Lugt 847a und 919bis) und Kurt Klemperer (Lugt 5268).
Claude Lorrain (eigentl. Claude Gellée, um 1600 Chamagne – 1682 Rom)
5146 Le Pont de Bois (Rebekka und Eliezer). Radie-rung. 13 x 19,4 cm. Um 1638-41. Robert-Dumesnil 14, Manocci 38 IV C (von VII).
1.500 €
Vor der polierten Stelle im Himmel oben links. Ganz ausgezeichneter, meist klarer Druck mit regelmäßigem Rändchen um die teils distinkte Facette. Minimal angestaubt, unmerkliche Stockfleckchen, geglättete Mittelfalte verso, Montierungsreste ebenda, sonst in sehr schöner Erhaltung. Aus der Sammlung Benjamin Petzold (Lugt 2025). 5145

5146

Giovanni Andrea Maglioli
(Ornamentstecher, tätig in Neapel zwischen 1580 und 1610)
5147 Vexierbild aus Männerköpfen und einem Pferdekopf. Kupferstich. 13,5 x 9,7 cm. Berliner Ornamentstichkat. aus 5.
1.200 €
Wie die folgende Losnummer einer der seltenen Kupferstiche des Künstlers. Laut Peter Fuhring war der Künstler nicht, wie bislang angenommen, in Rom sondern in Neapel tätig, wie aus dem Titelblatt seiner Serie mit großen Seemonstern und Putten hervorgeht. Ganz ausgezeichneter, toniger Druck mit sehr feinem Rändchen um die Plattenkante. Minimal gegilbt und angestaubt, zwei feine diagonale Quetschfalten rechts, drei Nadellöchlein links, Leimflecken verso, sonst in sehr guter Erhaltung.
Giovanni Andrea Maglioli
5148 Vexierbild aus den Köpfen von zwei Männern, einer Ziege und einem Pferd. Kupferstich. 13,5 x 9,6 cm. Berliner Ornamentstichkat. aus 5.
1.200 €
Die faszinierende Komposition zeigt vier miteinander verschmolzene menschliche und tierische Köpfe, die von allen Seiten betrachtet werden können, ohne dass sich eine Hauptansicht ergäbe. Prachtvoller, toniger Druck mit feinem Rändchen um die gratige Facette. Minimal angestaubt und mit kaum merklichen Stockflecken, verso blasse Leimflecken, sonst in schöner Erhaltung.

5148
5147

Andrea Mantegna (1431 Isola di Cartura – 1506 Padua)
5149 Humani Generis Redemptori: Die Grablegung Jesu. Kupferstich. 30,1 x 43,4 cm. Um 1470. B. XIII, S. 229, 3, Hind V, 2, Levenson/Oberhuber/Sheehan: Early Italian engravings from the National Gallery of Art, Washington 1973, Nr. 70, TIB (Commentary) .001 S4, G. Metze (Hrsg.): Ars Nova. Frühe Kupferstiche aus Italien, Ausst.Kat. Dresden 2013, S. 118, Nr. 66. Wz. Bekröntes Wäppchen mit Monogramm PS (vgl. Briquet 9667, Arras, Paris, ab 1539).
25.000 €
Mantegna wählt mit der Grablegung Jesu ein traditionelles Motiv aus der christlichen Ikonographie und erzählt das Thema emotional und pathosreich. Mittig ist es dem „Retter der Menschheit“ gewidmet. Die Grablegung wird in der jüngeren Literatur übereinstimmend als eine der frühesten druckgraphischen Arbeiten Mantegnas eingeordnet. Fletcher beobachtete 2011, dass Mantegna hier frei geführte Konturen und alternierend zarte und kräftige Parallelschraffuren erprobte, und setzte es deshalb an die zweite Stelle nach dem Kupferstich „Der auferstandene Christus“. Für die genaue Datierung bleibt eine erhebliche Spanne; Landau, Matile und Aldovini schlugen die frühen 1470er Jahre vor. Ursprünglich wurden vier Druckzustände für den Kupferstich unterschieden, doch konnte nachgewiesen werden, dass die Unterschiede lediglich auf Erhaltungszustände oder nachträgliche Überarbeitungen der untersuchten Exemplare gründeten. Die zahlreichen, auch späteren Abzüge zeugen von der großen Beliebtheit der Komposition (vgl. Ars Nova, Ausst.Kat. Dresden 2013, S. 67). Prachtvoller, überwiegend kräftiger Abzug wohl mit der vollen Darstellung. Verso geglättete Mittelfalte, weitere geglättete Knickspuren, umlaufend eine minimal verblasste Federrahmung, vereinzelt winzige Wurmlöchlein, dünne Stellen unten, dort partielle Ausbesserungen, sonst vollkommen und ungewöhnlich schön erhaltenes Exemplar. Zeitgenössische Abzüge dürften nach dem Chatsworth-Exemplar nicht mehr auf dem Kunstmarkt vorhanden sein. Auch posthume Drucke sind von größter Seltenheit. Das vorliegende Exemplar wurde offensichtlich während der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts in Frankreich (oder Italien) gedruckt. Das Wasserzeichen kommt ähnlich auf Blättern der Meister der Schule von Fontainebleau vor.
Abbildung Seite 107
5150 Die Madonna mit Kind. Kupferstich. 22,6 x 23,5 cm. Um 1450-55. B. XIII, S. 232, 8, Hind V, 10, 1 II, Kristeller 3, Levenson/Oberhuber/Sheehan: Early Italian engravings from the National Gallery of Art, Washington 1973, Nr. 77 II, TIB (Commentary) 88, 3 S2, Kat. Dresden: Ars Nova. Frühe Kupferstiche aus Italien, Petersberg 2013, S. 118, Nr. 71f. II.
25.000 €
Die anrührende Darstellung Mariens, das Kind liebkosend, folgt dem Bildtypus der Madonna dell‘umiltà, der überlicherweise für die Privatandacht geläufig war. Hind folgend gehörte die Komposition der „Madonna mit Kind“ stilistisch Mantegnas früher Schaffenszeit um 145055 an, gleichwohl wird heute vom Gegenteil ausgegangen. In jüngerer Zeit wurde das Blatt in die 1480er Jahre datiert, von Suzanne Boorsch gar in die 1490er Jahre, da es von einem reifen, freieren Duktus zeugt (vgl. Kat. Dresden, Ars Nova, 2013, S. 125). Das Blatt gehört zu den seltensten Kupferstichen Mantegnas und liegt hier im zweiten Druckzustand vor, bei dem Maria mit einem Nimbus versehen wurde; es sind nur wenige Exemplare bekannt ohne (vgl. BM 1856,0712.1072). Ausgezeichneter, ungewöhnlich kräftiger Druck mit der vollen Darstellung, oben sowie rechts die Schraffuren minimal angeschnitten. Geringfügig angestaubt und griffspurig, schwach fleckig, in den dunklen Schatten zart laviert, leicht geglättete Horizontalspur verso, unmerkliche diagonale Quetschspur unten, winziges Braunfleckchen im Nimbus, weiterhin unbedeutend griffspurig, sonst herrliches Exemplar. Mit dem Sammlerstempel von Marseille Holloway (Lugt 1875).


Jacob Matham (1571–1631, Haarlem)
5151 Die drei Grazien. Kupferstich nach Hendrick Goltzius. 30 x 21,1 cm. (1588). B. 285, Hollstein 273, Widerkehr (New Hollstein, Matham) 355 I (von II), Leesberg (New Hollstein, Goltzius) 648 I (von II). Wz. Gekröntes Wappen.
1.200 €
Blatt 8 der Folge der „Allegorischen und Mythologischen Szenen“. Prachtvoller und gleichmäßiger Druck mit der Einfassungslinie, vor der Nummer. Minimale Altersspuren, sonst tadellos erhalten. Aus der Sammlung Adalbert Freiherr von Lanna (Lugt 2773). Beigegeben von demselben das „Bildnis Cavaliere d‘Arpino“ (New Hollstein 236) sowie von Jan Saenredam „Adam, die Tiere benennend“ (Hollstein 1 I von V).
Meister der E-Serie (der sogenannten Tarocchi-Karten, Ferrara, um 1465)
5152 Loica (Logik). Kupferstich, mit altem Goldkolorit
18,1 x 10,2 cm. Um 1465. B. XIII, S. 134, 39, Hind E.I. 22.a, TIB (Commentary 3) .022a, Levenson/Oberhuber/ Sheehan: Early Italian engravings from the National Gallery of Art, Washington 1973, Nr. 36.
25.000 €
Die sogenannten ‚Tarocchi-Karten‘, früher als ‚Tarocchi-Karten des Mantegna‘ bezeichnet, umfassen als komplettes Spiel insgeamt 50 Blatt. Sie entstanden wohl nicht später als 1467 in Norditalien, mutmaßlich in Ferrara, einem bedeutenden Zentrum des frühen Kupferstichs.
Bereits Galichon zweifelte an der Autorschaft Mantegnas, seit Hind wird diese einhellig abgelehnt. Die Interpretation als Tarocchi-Karten scheint überdies kaum korrekt, eher handelt es sich um ein Spiel wohl für Männer höheren Bildungsstandes im Sinne der damals vor allem in und um Florenz populären „neuplatonischen Philosophie“.
Die vollständige Suite umfasst die Folgen: E 1-10: Sozialstufen der Menschheit, D 11-20: Apollo und die neun Musen, C 21-30: Kunst und Wissenschaft, B 31-40: Grundsätze des Kosmos und A 41-50: Planeten und Sphären.
Loica gehört zur dritten Folge „Kunst und Wissenschaft“ bzw. die Freien Künste mit dem Letter C; die Sequenz illustriert Zweige der mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Gelehrsamkeit. Ikonographie und Anordnung gehen auf „De Nuptiis Mercurii et Philologia“ (Hochzeit von Merkur und Philologie) zurück, eine allegorischen Abhandlung des nordafrikanischen Autors Martianus Capella aus dem 5. Jahrhundert. Seine Unterteilung wurde hier von sieben auf zehn erhöht.
Ausgezeichneter, äußerst feinzeichnender Druck meist knapp innerhalb der Facette geschnitten, diese partiell und vor allem links sichtbar. Das Kolorit zart und noch leicht schimmernd erhalten. Nur wenig angestaubt sowie geringfügig fleckig, der Rand rechts leicht bestoßen, rechts unten unauffällig geschlossener Randeinriss, unbedeutende Altersspuren, sonst in schöner und originaler Erhaltung. Von großer Seltenheit Provenienz: British Museum, London (Lugt 301, mit dem Doublettenstempel Lugt 305), Tomás Harris (Lugt 4921), Kornfeld Auktion 1986, Sammlung Samuel Josefowitz, seither Privatsammlung.


Meister der Enthauptung des Johannes (tätig ca. 1510–20 in Oberitalien, wohl Mailand)
5153 Gift und Gegengift oder: Allegorie mit kämpfenden Tieren und einem Mann mit Spiegel, das Sonnenlicht reflektierend. Kupferstich nach Leonardo da Vinci 18,7 x 29,3 cm. B. VII (Duvet), S. 255, 44, RobertDumesnil (Duvet) 61, Hind 2, TIB (Commentary) 2415.002.
1.200 €
Die Hauptelemente dieser enigmatischen Darstellung basieren auf einer kleinen Zeichnung von Leonardo da Vinci (Louvre, Inv. 2247). Das Motiv wurde unterschiedlich interpretiert, Hind zufolge ist es womöglich als politische Allegorie zu verstehen. Wies Bartsch das Blatt noch Jean Duvet zu, wird es heute einhellig dem bislang nur vier Blatt zählenden Corpus eines norditalienischen Stechers zugeordnet, der in Verbindung mit Leonardo und seiner Schule in Mailand gesehen wird. Ganz ausgezeichneter, kräftiger Druck in die Darstellung geschnitten, entlang des oberen Randes unter Darstellungsverlust beschnitten. Dort sorgsam der weiße Bereich und die Darstellung mit der Feder ergänzt, etwas angestaubt, dünne Stellen, horizontale Knickspur oben, weitere kleine Erhaltungsmängel, sonst noch schön im Gesamteindruck. Aus der Sammlung der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, Kupferstich-Kabinett (Lugt 1518 und 1616, sowie mit dem Veräußerungsstempel Lugt 5593).
5153


Andrea Meldolla (gen. Schiavone, um 1510/15 Zara – 1563 Venedig)
5154 Hl. Bartholomäus. Radierung. 21,1 x 10,5 cm. B. 44, Richardson 44.
2.400 €
Aus der Folge „Christus und die Apostel“ (B. XVI, 38-49), wie auch die folgende Losnummer. Ausgezeichneter, toniger, wenngleich etwas ungleicher Druck, oben und rechts mit der vollen Darstellung, dabei rechts mit Spuren der Plattenkante, unten und links unter leichtem Darstellungverlust beschnitten. Schwach fleckig, eine kleine Ausbesserung in der Stirn des Heiligen sowie unterhalb der Schwertspitze, weitere geringe Gebrauchsspuren, sonst ein gutes Exemplar.
5155 Hl. Matthäus. Radierung. 20,8 x 11,3 cm. B. 45, Richardson 45. Wz. Nebenmarke (Fragment).
2.400 €
Ausgezeichneter, toniger, wenngleich etwas ungleicher Druck mit der vollen Darstellung, nur oben minimal knapp geschnitten. Schwache Flecken, kleine Ausbesserungen mit rückseitigen Anfaserungen im Hintergrund oben rechts, eine im Druck ungleiche Stelle rechts mittig auf Höhe des Oberschenkels dezent abgemindert, winzige, teils ausgebesserte Randmängel rechts, sonst in guter Erhaltung.
5154
5155



5156
5157
5158
Claude Mellan (1598 Abbeville – 1688 Paris)
5156 Psyche beobachtet den schlafenden Amor. Kupferstich nach Simon Vouet. 19,2 x 22,6 cm. Montaiglon 120, IFF 131. Wz. Zweizeiliger Schriftzug.
600 €
Ausgezeichneter Druck mit schmalem Rand um die distinkte Plattenkante. Etwas gebräunt und stockfleckig, oben zwei Randeinrisse, einer geschlossen bis in die Darstellung, der andere diese knapp berührend, links ein Papierstreifen angestückt, Faserpuren verso, sonst in guter Erhaltung. Sehr selten

Matthäus Merian d. Ä. (1593 Basel – 1650 Schwalbach)
5157 Caspar; Balthasar. 2 Radierungen nach Jacques Bellange. Je ca. 28,5 x 18,3 cm. Um 1615. Walch (Bellange) nach 26 und 20, Griffiths-Hartley 29b und 30, Hollstein (Merian) 19 und 20, jeweils II. Wz. Greif mit angehängten Initialen (vgl. Briquet 2096); kleiner Doppelkopfadler.
600 €
Merian war 23 Jahre alt und noch in Basel tätig als er die Wiederholungen nach Bellange schuf. Gleichzeitig ist es ein Beleg für die frühe Verbreitung des graphischen Werkes von Jacques Bellange. Ganz ausgezeichnete, klare Drucke mit sehr feinem Rändchen. Minimal angestaubt, vereinzelte ausgebesserte Randschäden und teils ergänzte Fehlstellen etwa in den Ecken, Caspar mit je einem geschlossenen Randeinriss rechts sowie links mittig, weitere ausgebesserte Erhaltungsmängel, Balthasar mit zwei kleinen ausgebesserten Stellen im Gewand links, sonst jedoch im Gesamteindruck schöne Exemplare. Laut Auskunft des Vorbesitzers aus der Sammlung Samuel Josefowitz.
Matthäus Merian d. Ä.
5158 Mendicus Mendico invidet - Zwei raufende Bettler (Der Leierspieler einen Pilger angreifend). Radierung nach Jacques Bellange. Um 1615. Walch (Bellange) nach 18, Griffiths-Hartley vgl. 37, Hollstein (Merian) 461. Wz. Wappen mit Schlangenstab.
750 €
Die Wiederholung von Merian nach der seltenen Darstellung Bellanges in einem prachtvollen, in seiner markanten Wirkung außerst kräftiger Abzug an die Darstellung geschnitten, die Einfassungslinie teils sichtbar. Verso schwache geglättete Mittelfalte, entlang der Ränder minimal und äußerst unauffällig ausgebesserte Läsuren, sonst vollkommenes und vorzügliches Exemplar. Selten. Laut Auskunft des Vorbesitzers aus der Sammlung Samuel Josefowitz.
5160
Monogrammist AG
(tätig im letzten Drittel des 15. Jh. am Oberrhain und in Franken)
5159 Christus am Kreuz mit Maria und Johannes. Kupferstich auf Pergament, Spuren alten Kolorits. 24,8 x 16 cm. Um 1480/90. Lehrs VI, S. 94, 3.
3.500 €
Die Darstellung war bestimmt als Kanonblatt für die liturgischen Druckwerke aus der Offizin von Georg Reyser in Würzburg und stammt aus der Frühzeit des Künstlers. Wie das ganze Missale üblicherweise auf Pergament gedruckt, aus den Druckwerken herausgeschnitten. Ganz ausgezeichneter, zarter, jedoch überwiegend gleichmäßiger Druck, vereinzelt knapp in die überwiegend sichtbare Einfassungslinie geschnitten, materialbedingt die Ränder etwas unregelmäßig. Das alte Kolorit in Rot in Spuren erhalten, in der Darstellung einige versierte Federeinzeichnungen. Insgesamt etwas fleckig und angeschmutzt, materialbedingte Knitterfalten (wohl vom Druck), vornehmlich verso sichtbare horizontale und vertikale Falzspuren, in der linken oberen Ecke hinterlegter Wurmgang, oben mittig und am Halse Johannes‘ eine Ausbesserung, weitere geringe Erhaltungsmägel, sonst jedoch insgesamt noch gut. Selten Abbildung Seite 116
Monogrammist AS (wohl tätig in Deutschland Mitte 17. Jh.)
5160 Fortuna. Kupferstich im Rund. D. ca. 5,9 cm. 1540. B. IX, S. 50, 1, Nagler, Die Monogrammisten, I, 1223, 1.
600 €
Ausgezeichneter Druck teils mit Spuren eines Rändchens. Schwach angestaubt, kleine Gebrauchsspuren und verso Bleistiftannotationen, sonst in sehr guter Erhaltung. Aus der Sammlung der Albertina, Wien (mit deren Doublettenstempel, Lugt 5e und 5h) und Katrin und Ulrich Schulz (nicht bei Lugt).


2.400 € 5161
Michelangelo
(eigentl. Michelangelo Buonarroti, 1475 Caprese – 1564 Rom)
5161 nach. Il sogno - Der Traum des menschlichen Lebens. Kupferstich. 43,4 x 29,7 cm. Passavant (Beatrizet) VI, 20, Nagler, Die Monogrammisten IV, 2322, 18 vor I (von II), A. Alberti (La fortuna di Michelangelo nelle stampe del cinquecento, Mailand 2015) 244 I (von III). Wz. Anker im Kreis mit sechszackigem Stern darüber (ähnlich Woodward 158, datiert 1566).
Der Stich, ehemals Nicolas Beatrizet zugesprochen, folgt seitengleich und nahezu in gleicher Größe einer 1533 ausgeführten Zeichnung Michelangelos, die heute im Courtauld Institute in London aufbewahrt wird (siehe Ausst. Kat. Michelangelo‘s Dream, hrsg. von Stephanie Buck, London 2010). Der Titel stammt von Giorgio Vasari, der die Zeichnung 1568 erstmals so bezeichnete. Noch immer gilt die Interpretation der Komposition von Erwin Panofsky als moralische Allegorie der menschlichen Seele, die vom Laster zur Tugend erwacht, als allgemein anerkannt. Prachtvoller, kräftiger Frühdruck noch vor der Adresse von Antonio Salamanca, meist an die noch sichtbare und gratig zeichnende Facette geschnitten.

Jan Harmensz. Muller (1571–1628, Amsterdam)
5162 Dies IIII - Der vierte Tag: Die Erschaffung der Gestirne. Kupferstich im Rund nach Hendrick Goltzius. D. 27 cm. (1590). B. 39, Hollstein (Goltzius) 5, Hollstein (Muller) 5, Filedt Kok (New Hollstein, Muller) 39 II. Wz. Bekröntes Wappen (Fragment).
1.500 €
Aus der siebenteiligen Folge der „Schöpfung“. Prachtvoller Druck mit feinem, in den Ecken mit breiterem Rand um die runde Plattenkante. Minimal fleckig, winzige Rostfleckchen, montierungsbedingt dünne Stellen in den weißen Ecken, oben links kleine teils geschlossene Randläsuren, verso leichte geglättete Mittelfalten, sonst in sehr schöner Erhaltung.
Ornamentstiche


Heinrich Aldegrever (1502 Paderborn – 1555/62 Soest)
5163 Ornamentaler Entwurf mit Tritonin und Kind. Kupferstich. 5,6 x 8,1 cm. B. 202, Hollstein 202, Mielke (New Hollstein) 202.
600 €
Ausgezeichneter Druck mit sehr feinem Rändchen um die Facette. Minimal nur fleckig, verso montierungsbedingt im oberen Bereich und in den oberen Eckenspitzen dünne Stellen, links oben geschlossener Randeinriss, Bleistiftannotationen verso, sonst sehr gut. Aus der Sammlung Katrin und Ulrich Schulz (nicht bei Lugt).
Heinrich Aldegrever
5164 Ornamentaler Entwurf mit Brustharnisch zwischen Maske und Tierschädel. Kupferstich. 3,1 x 8,4 cm. B. 203, Hollstein 203, Mielke (New Hollstein) 203. 450 €
Der Brustharnisch folgt einer Vorlage Georg Penczs. Ganz ausgezeichneter harmonischer Abzug mit feinem Rändchen um die Plattenkante. Lediglich kleine Montierungsreste verso oben, sonst in tadellos schöner Erhaltung.
5163
5164


5165
Heinrich Aldegrever
5165 Ornamentaler Entwurf mit Masken, zwei Füllhörnern mit Früchten und zwei Sphinxen. Kupferstich. 14,4 x 5,2 cm. 1552. B, 286, Hollstein 286, Mielke (New Hollstein) 286.
400 €
Ausgezeicheneter Druck mit Plattenton und einigen Wischspuren, teilweise mit Spuren eines weißen Rändchens, partiell knapp an bzw. oben in die Darstellung geschnitten. Minimale Altersspuren, verso geglättete Mittel- und Knickspuren, beriebene Stellen, verso mittig sowie in den seitlichen Rändern und der oberen rechten Ecke mit einigen, meist sorgsamen und unauffälligen Ausbesserungen, wohl teils auch mit zarter Federretusche, sonst gut erhalten. Aus der Sammlung Katrin und Ulrich Schulz (nicht bei Lugt).

Heinrich Aldegrever
5166* Umkreis. Entwurf für eine Dolchscheide, oben mit zwei Kindern. Kupferstich. 26,7 x 3,1 cm. B. App. 8, Mielke (New Hollstein) rejected engravings, b, S. 237. 400 €
Ganz ausgezeichneter Druck mit feinem Rändchen um die Einfassungslinie. Minimal angeschmutzt, die Ecken sowie punktuell die Ränder mit dünnen Stellen, die Eckenspitze unten links sorgsam ergänzt und mit retuschierter Einfassung, die obere linke mit unauffälliger Läsur, aufgezogen, im Gesamteindruck schön. Doublette der Albertina, Wien (Lugt 5e, 5h). Beigegeben nach Albrecht Dürer ein Kupferstich „Das ungleiche Paar“ (gegenseitig nach Meder 77, aus der Sammlung Raffaele Alianello, Lugt 5k).
Jacques Androuet du Cerceau (um 1520–1585/86, Paris)
5167 Grandes Grotesques, oder: Livre de Grotesques (Decken- und Wanddekorationen mit Grotesken). 19 (von 37) Radierungen. Je ca. 16 x 22,4 bzw. 25,5 x 16,6 cm. (1566). Geymüller 1887, S. 317, Berliner Ornamentstichkat. aus 303, IFF, S. 67, Fuhring (in: Jacques Androuet du Cerceau: „un des plus grands architectes..., Ausst.Kat. Paris 2010) S. 317, LG. Wz. Kleines bekröntes Wappen mit Initial B über Schriftband.
1.200 €
Sehr gute bis ausgezeichnete, gelegentlich minimal ungleiche Drucke mit sehr feinem Rändchen um die Einfassungslinien. Leicht angeschmutzt und griffspurig, einzelne Flecken, schwache Leimspuren verso, bei einem Blatt die rechte Seite wieder angefügt, weitere Altersspuren, sonst in guter Erhaltung.
5167



Hans Collaert I (1566–1628, Antwerpen)
5168 nach. Entwürfe für Anhänger mit Figuren und Arabesken (Zwei Folgen). 20 Kupferstiche. 4,6 x 10 cm bis 14,1 x 8,9 cm. Vor 1573. Leesberg (New Hollstein), 1624-1633, 1634-1643, jeweils nach dem letzten Zustand. Wz. Schellenkappe (Fragment).
1.800 €
Die beiden vollständigen Suiten mit den architektonischen Entwürfen für Schmuckanhänger in einer unverzeichneten Auflage mit der Adresse von Johannes Galle und einer neuen Nummerierung von 1-20; die Titelblätter umgetauscht. Ausgezeichnete bis ganz ausgezeichnete Abzüge, mit lebendigem Plattenschmutz druckend und mit schmalem Rand. Lediglich unbedeutende Alters- und Gebrauchsspuren, sonst in vorzüglicher und einheitlicher Erhaltung. Selten
5169
5168
Étienne
Delaune (1518/19–1563, Paris)
5169 Allegorien der Wissenschaften mit Grotesken (Geometrie, Arithmetik, Musik, Perspektive, Architektur, Astrologie). 6 Kupferstiche. Je ca. 8,3 x 6,5 cm. Robert-Dumesnil 410-415. Wz. Stern (Fragment).
900 €
Die komplette Folge in ausgezeichneten, tonigen Drucken mit Rand um die distinkt zeichnenden Facetten. Schwach nur angestaubt und fleckig, die Außenkanten partiell geringfügig wellig, der Sammlerstempel bei der „Musik“ unten minimal durchschlagend, weitere minimale Gebrauchsspuren, sonst schöne Exemplare. Aus den Sammlungen Jan Hendrik Jurriaanse (Lugt 1403b) und der Kunstbibliothek Berlin, mit deren Veräußerungsstempel (Lugt 5996). Vollständig selten
Italienisch
5170 um 1573. Folge mit dreizehn Roll- und Bandelwerkkartuschen. 13 Kupferstiche nach Hans Vredeman de Vries. Je ca. 18,4 x 13,5 cm. Vgl. Hollstein (Vredeman de Vries) 14-26, copies, I (von IV), Elizabeth Miller (16th-century Italian Ornament Prints in the Victoria and Albert Museum, London 1999) Nr. 5, Rubach 409. Wz. Wappenschild mit Stern.
1.800 €
Die vorliegende Folge wird in der Literatur bisweilen noch immer als ein Werk von Hans Vredeman de Vries geführt, wahrscheinlicher ist jedoch, dass es sich um einen bisher unbekannten Kupferstecher aus Italien handelt, der in den 60er und 70er Jahren des 16. Jahrhunderts gewirkt hat. Die Tatsache, dass Antonio Lafreri die Folge 1572 erstmals gemeinsam mit anderen Ornament- und Architekturstichen verlegte und sie in seiner Lagerliste „Libro di diversi compartimenti“ geführt wird, stützt diese Annahme. Nichtsdestotrotz stehen die Blätter mit einer 1555 von Frans Huys nach Vredeman de Vries gestochenen Folge „Variarum protractionum“ in Zusammenhang, deren Kartuschen sie im Gegensinn mit überzeugenden Variationen und eigener nummerischer Abfolge wiedergeben. In dem Versteigerungskatalog zur Sammlung J. A. Fredericks in Amsterdam 1908 heißt es über unsere Folge: „Belles copies françaises ou italiennes en contre-sens [...] excessivement rare“ (Hollstein, S. 40). Ganz ausgezeichnete bis prachtvolle Drucke vor der Adresse Jacomo Marcuccis. Mit gleichmäßig schmalem Rändchen um die Plattenkante. Minimal fleckig, der Sammlerstempel vereinzelt minimal durchschlagend, Blatt 10 mit dünnen Quetschfältchen, minimale Montierungsreste verso, sonst einheitlich und sehr gut erhalten. Mit der Federsignatur von Charles Naudet, 1810 (Lugt 1937) sowie aus der Sammlung des Musée d‘art et d‘industrie à Lyon (mit einer Variante des Stempels, vgl. Lugt 1699).
Daniel Hopfer (um 1470 Kaufbeuren – 1536 Augsburg)
5171 Ornamentales Tableau mit vier Zwickeln und halbem Mittelmedaillon, darüber Ornamentfries. Eisenradierung. 15,2 x 22,3 cm. B. 109, Hollstein 120, Metzger 125 II (von III).
450 €
Ganz ausgezeichneter Druck mit leichten Wischspuren und schmalem Rändchen um die Plattenkante. Verso kleine Montierungs- und Klebereste, sonst in tadellos schöner Erhaltung. Aus der Sammlung Peter Dobler, Kaufbeuren sowie Katrin und Ulrich Schulz (jeweils nicht bei Lugt). Beigegeben von demselben die Eisenradierung „Sechzehn ornamentale Felder in vier Reihen II“ (Metzger 132). Abbildung Seite 124




5171
5173 5174
Johann Hogenberg (um 1594–1614 tätig in Köln)
5172 Herbst. Radierung. 18,3 x 14,5 cm. RobertDumesnil (Marc Duval) 10 vor II, Le Blanc (Franz Hogenberg), aus 34-37, IFF aus 6-9.
450 €
Aus einer Jahreszeiten-Serie mit äußerst feinen Groteskendarstellungen in der Art der Schule von Fontainebleau. Das Verhältnis dieser Suite zu zwei weiteren identischen Folgen ist noch nicht restlos geklärt. Laut Peter Fuhring wurden die Originale von Marc Duval gestochen. Ihm zufolge wurde Duvals Serie zwei Mal kopiert; die erste Wiederholung eines anonymen Stechers wurde früher vielfach als die Ursprungsfolge bezeichnet (mit mittlerweile verworfener Zuschreibung an René Boyvin). Die andere Kopien-Folge, zu der vorliegendes Blatt gehört, stammt von Jean Hogenberg. Die in früheren Zuständen vorhandene Schrift „Lautomne“ scheint hier getilgt worden zu sein. Ausgezeichneter, feinzeichnender Druck bis auf die partiell noch sichtbare Facette beschnitten. Ein Fleck unten links neben dem Arm des Satyrs, weitere schwache Flecken, alt auf ein Albumblatt aufgezogen, dieses etwas alters- und gebrauchsspurig, sonst in guter und unberührter Erhaltung. Beigegeben zwei weitere Ornamentstiche mit Doppelpokalentwürfen, womöglich aus der Matthias Zündt zugeschriebenen Serie „Ein new Kunstbuch darjnnen kunstreiche contra fect und bildnus vom allerley Trinckgeschirrn, Credenzen und Becherm“ (vgl. Berliner Ornamentstichkat. 610).

Michel Le Blon (1587 Frankfurt a. M. – 1656 Amsterdam)
5173 Friese mit Tieren und Ranken. 5 (von 6) Kupferstiche. Je ca. 6,7 x 11,6 cm. Nagler 34, Berliner Ornamentstichkat. 742 (2), van der Kellen, aus 66-71, Hollstein, aus 66-71, Fuhring (Ornament Prints in the Rijksmuseum, 17th c.), 12032-12037, ohne 12036.
1.200 €
„Die Blätter dieses Meisters sind mit unvergleichlicher Zartheit und Kühnheit gestochen. Die meisten gehören zu den Seltenheiten, besonders die Goldschmiedemuster in ganzen Folgen“ (Nagler). Die bis auf Nr. 5 komplette Serie in ausgezeichneten Drucken bis auf bzw. minimal knapp innerhalb der Plattenkanten geschnitten. Geringfügig gegilbt, drei Blatt punktuell oben montiert, weitere minimale Gebrauchsspuren, sonst in sehr guter und einheitlicher Erhaltung. Selten. Provenienz: C.G. Boerner Düsseldorf, Dezember 1961.
Matthäus Merian d. Ä. (1593 Basel – 1650 Schwalbach)
5174 Grotesken mit geistlichen und weltlichen Symbolen. 12 (von 17) Kupferstiche. Je ca. 7,5 x 9,3 cm. 1616. Berliner Ornamentstichkat. 38, Wüthrich, aus 117-133, Hollstein, aus 627,1-627,17, jeweils letzter Zustand. Wz. Schlangenstab über Wappen mit Buchstaben PK (Fragment).
600 €
Ausgezeichnete bis ganz ausgezeichnete Drucke mit breitem Rand. Ebenda leicht angestaubt und fleckig bzw. stockfleckig, einzelne Blatt zudem unten rechts fingerfleckig, teils mit zwei Löchlein von alter Bindung an der Oberkante, sechs Blatt mit blasser Federnummerierung neben der unteren rechten Facettenecke, Montierungsspuren an einer Seite verso, weitere Gebrauchsspuren, sonst in sehr guter und unberührter Erhaltung.
5172



5179
5175
5176
Adriaen van Ostade (1610–1684, Haarlem)
5175* Der Messerkampf. Radierung. 11,4 x 14,5 cm. 1653. B. 18, Dutuit II-III (von V), Davidsohn, Godefroy, Hollstein 18 III (von VIII), Giordani/Rutgers (New Hollstein) 33 IV (von VIII).
1.200 €
Vor der durchgehenden Linie im rechten Rahmen des linken Fensters. Prachtvoller, zeitgenössischer Druck mit feinem Rändchen um die Einfassungslinie. Unbedeutend angestaubt, das ganze Blatt sehr zart hinterfasert und mit dünnen Stellen entlang der Ränder, weitere minimale Gebrauchsspuren, sonst schön.
5176 Die Sänger am Fenster. Radierung. 24,2 x 19,2 cm. Um 1667. B. 19, Dutuit, Davidsohn, Godefroy, Hollstein 19 IV, Giordani/Rutgers (New Hollstein) 36 V (von VI). Wz. Straßburger Lilienwappen.
1.200 €
Vor dem Kratzer auf der Nase des Mannes und den feinen Kreuzschraffuren. Ganz ausgezeichneter, kräftiger Druck knapp bis an die Einfassungslinie und die Signatur unten geschnitten. Etwas angestaubt, schwach stockfleckig, die Ränder leicht bestoßen, die linke untere Ecke mit kleinen Läsuren, verso Reste alter Montierung, sonst schön. Aus den Sammlungen Adalbert Freiherr von Lanna (Lugt 2773), Fr. Lehmann (Lugt 1025) und Martin Wigand (Lugt 2623).

Ganz ausgezeichneter, kräftiger Druck mit der vollen Darstellung. Leicht fleckig und angestaubt, schwache diagonale und horizontale Faltspuren, dünne Papierstellen, verso kleine Montierungsspuren, sonst schön erhalten. Aus der Sammlung K. E. Liphart (Lugt 1687).
5177 Bauer mit gekrümmtem Rücken. Radierung. 7,8 x 6,2 cm. Um 1653. B. 20, Dutuit 20, Davidson, Godefroy, Hollstein 20 IV (von VI), Giordani/Rutgers (New Hollstein) 42 III (von IV).
900 €
Mit der verstärkten Einfassungslinie, vor den letzten Arbeiten. Ganz ausgezeichneter, kräftiger Abzug mit breitem Rand um die markante Plattenkante. Im weißen Rand schwache Fleckchen, wohl bedingt durch eine alte Montierung verso, hier Spuren derselben, sonst sehr schön erhalten.
Abbildung online
5178 Das wandernde Bauernpaar. Radierung. 7,6 x 6 cm. B. 24, Dutuit, Davidson, Godefroy und Hollstein 24 V, Giordani/Rutgers (New Hollstein) 7 I-II (von III).
1.200 €
5179 Das Tischgebet. Radierung. 15,6 x 13,1 cm. 1653. B. 34, Dutuit IV, Davidsohn V, Godefroy VI, Hollstein 34 VII, Giordani/Rutgers (New Hollstein) 35 VII.
1.200 €
Ganz ausgezeichneter, kräftiger Druck mit meist schmalem Rändchen, links mit sehr feinem Rändchen um die Einfassungslinie. Minimal gebräunt und schwache Braunfleckchen unten links, oben sowie links einzelne Randläsuren sowie oben rechts ergänzte Fehlstelle, Montierungs- und Klebereste verso, sonst noch gut. Aus den Sammlungen Friedrich Kalle (Lugt 1021) und Karl Scheffler (Lugt 1644).
5180 Das Schweineschlachten. Radierung. 11,8 x 11,8 cm. Um 1652. B. 41, Dutuit V, Davidsohn, Godefroy, Hollstein 41 VIII, Giordano/Rutgers (New Hollstein) 30 VIII.
600 €
Ganz ausgezeichneter, kräftiger Druck mit schmalem Rändchen um die deutlich zeichnende Plattenkante. Horizontale Quetschspur, die recto nicht in Erscheinung tritt, kleine Montierungsreste in den Ecken verso, sonst tadellos und vollkommen erhalten.
Abbildung online
5178

Adriaen van Ostade
5181 Die Bezahlung der Zeche. Radierung. 10,4 x 8,7 cm. 10,5 x 8,8 cm. Um 1652. B. 42, Dutuit V (von IX), Davidsohn V (von IX), Godefroy VI (von XII), Hollstein 42 VII (von XIV), Giordani/Rutgers (New Hollstein) 22 III (von XI).
12.000 €
Vor den dünnen Horizontalen am Kaminsims. Prachtvoller, warmtoniger und herrlich differenzierter Frühdruck mit dezentem Plattenton und sehr feinem Rändchen um die gratig und scharf zeichnende Facette, mit einigen Wischkritzeln im weißen Plattenrand um die Darstellung. Geringe Gebrauchsspuren, unbedeutende Klebespuren verso, verso oben links dünne Stelle zart hinterfasert, sonst vollkommenes und tadellos schönes Exemplar. In dieser frühen atmosphärischen Druckhaltung von großer Seltenheit
Aus den Sammlungen Henry Brodhurst (Lugt 1296), Richard Gutekunst (Lugt 2213a, dessen Versteigerung bei Klipstein&Kornfeld am 23. Mai 1962, Los 276) und Paolo Giordani (Lugt 3688), schließlich das private Exemplar von Eduard Trautscholdt (nicht bei Lugt).
5181

Adriaen van Ostade
5182 Das graphische Werk - „‘t‘ Werck complet van den vermaarde Schilder Adriaan van Ostade“. KupferstichTitel und 53 Radierungen, darunter das vorangestellte Schabkunst-Potrait Ostades von Jacob Gole, sowie zwei Kopien, teils gemeinsam gedruckt auf 19 Seiten, in einem grünen Pappband wohl des 19. Jhs. (Ecken und Kanten beschabt, Rücken teils zerschlissen). Folio. B., Dutuit, Davidsohn, Godefroy, Hollstein 1-24a, 25-28, 28 Kopie, 29-34, 36-50, Giordani/Rutgers (New Hollstein) 1-34, 36-50, jeweils letzter (bzw. teils wohl vorletzter) Zustand, Godefroy p. 1, Godefroy B, Hollstein (Gole) 103. 3.000 €
Das beinahe vollständige graphische Werk Ostades mit dem Titel der Ausgabe des Gesamtwerks von Bernard Picart im zweiten Zustand. Überwiegend ausgezeichnete bis ganz ausgezeichnete Drucke mit meist breitem Rand, nur die letzte Radierung etwas knapper. Minimale Gebrauchsspuren und minimal fleckig, sonst einheitlich und in sehr schöner, originaler Erhaltung.

5182
5182


Bartolomeo Passarotti (1526–1592, Bologna)
5183 Die Heimsuchung. Radierung. Kupferstich nach Francesco Salviati. 31 x 48,4 cm. B. 2. Ferrara/Bertelà 313. Wz. Nebenmarke Buchstaben.
1.200 €
Das Blatt gibt im Gegensinn ein Wandgemälde des Francesco Salviati von 1538 wieder, das sich im Oratorium der Kirche San Giovanni Decollato in Rom befindet. Ausgezeichneter, toniger, wie üblich in der Druckhaltung etwas auslassender und ungleichmäßiger Abzug, mit der Einfassung, teils minimal knapp. Geringe Gebrauchsspuren, geglättete Mittelfalte, vertikale Quetschfalte in der Mitte sowie weitere Vertikalfalte links, vereinzelte Randausbesserungen, schwache Knickspuren in der Ecke unten links, sonst in schöner Erhaltung.
Georg Pencz (1500 Nürnberg – 1550 Leipzig)
5184 Grammatica. Kupferstich. 7,3 x 5 cm. B. 110, Hollstein 82.
350 €
Aus der Folge der Sieben Freien Künste. Prachtvoller Druck mit sehr feinem Rändchen an allen Seiten. Lediglich minimal fleckig, geringe Gebrauchsspuren, sonst tadellos schön erhaltenes Exemplar. Aus den Sammmlungen Carl Benjamin Brüsaber (vgl. Lugt 309-311) und Katrin und Ulrich Schulz sowie mit einer unbekannten Sammlermarke (jeweils nicht bei Lugt).
5184
5183
Georg Pencz
5185* Vier römische Helden. 4 Kupferstiche. Je ca. 11,7 x 7,4 cm. 1535. B. 74-77, Landau 82-85, Hollstein 126-129.
900 €
Die vollständige Folge in ausgezeichneten bis ganz ausgezeichneten, leicht tonigen Drucken, B. 74 wie bei Hollstein beschrieben mit dem Plattenton früher Abzüge. B. 74-76 an die gratigen Plattenkanten beschnitten, nur ein Blatt oben minimal knapp, B. 77 mit feinem Rändchen um dieselbe. Minimal stockfleckig und angestaubt, B. 74 mit vertikaler Knickspur, B. 78 mit Leimspuren verso, weitere minimale Gebrauchsspuren, sonst sehr schöne Exemplare. Zwei Blatt mit der Signatur von Pierre Mariette II, 1676 und 1677 (Lugt 1788) sowie sämtlich aus der Sammlung d‘Arenberg (Lugt 567).
5186 Die Geschichte des Magier Virgil: Virgil im Korb; Die Kurtisane auf der Feuersäule. 2 Kupferstiche. Je ca. 5,8 x 8,2 cm. B. 87-88, Landau 94-95, Hollstein 136 und 137, wohl je II (von IV bzw. III).
450 €
Die beiden Pendants in ausgezeichneten bis ganz ausgezeichneten Drucken meist an die Plattenkante geschnitten, teils mit sehr feinem Rändchen. Etwas fleckig und mit leichten Gebrauchsspuren, Hollstein 136 wohl aufgezogen und mit Klebe- und Montierungsresten verso, Hollstein137 mit kleinen Montierungsspuren verso, sonst sehr gut. Jeweils aus der Sammlung Katrin und Ulrich Schulz (nicht bei Lugt), Hollstein 137 zusätzlich aus der Sammlung Dr. Otto Wedekind (Lugt 2595a). Beigegeben von demselben der Kupferstich „Judith mit dem Haupt des Holofernes“ (B. 25).

5187 Umkreis. Der Tod der Dido. Kupferstich. 9,7 x 6,6 cm. B. 85, Landau 154, Hollstein S. 225, o.Nr. 350 €
Der früher stets unter Pencz geführte, von Landau jedoch nicht anerkannte Stich, hier in einem ganz ausgezeichneten Druck mit der vollen Darstellung. Geringfügig fleckig, vor allem mittig, dünne Stellen, Montierungs- und Klebereste verso, unmerklich ausgebesserte Erhaltungsmängel, sonst sehr gut. Aus den Sammlungen d‘Arenberg (Lugt 567), Alexandre-Pierre-François Robert-Dumesnil (Lugt 2200) sowie Katrin und Ulrich Schulz (nicht bei Lugt).
Abbildung Seite 132

5185
5186


Domenico Peruzzini
(geb. 1602 in Urbania bei Pesaro, tätig zwischen 1631–1661)
5188 Die hl. Maria Magdalena in der Einöde. Radierung. 10 x 8,2 cm. 1635. TIB (Commentary) .015. 1.200 €
Wie Paolo Bellini im Kommentarband des Illustrated Bartsch einleuch a erstens autographe Blätter rar sind und diese häufig mit Radierungen Domenico Piolas verwechselt werden. Gleichwohl gelang es Bellini, das von Adam von Bartsch erfasste Œuvre von 11 Radierungen um mehrere Blätter zu erweitern, sodass sein Werkkatalog nunmehr 29 Nummern enthält. Die vorliegende Darstellung der hl. Maria Magdalena in der Einöde war der bisherigen kritischen Literatur gänzlich unbekannt und ist in einer leichten, spirituellen, von dem Vorbild Cantarinis geprägten Radiertechnik behandelt. Die kleine, verfeinerte Radierung ist von größter Seltenheit. Bellini war lediglich ein weiteres Exemplar bekannt, das in der Bibliothèque Nationale in Paris aufbewahrt wird. Ausgezeichneter, delikater und toniger Druck mit feinem Rändchen. Vorzüglich erhalten.
Giovanni Andrea Podestà (Maler und Radierer in Genua, gest. vor 1674)
5189 Allegorie mit Cupido und Putten. Radierung. 26,1 x 39,2 cm. 1640. B. 5, TIB (Commentary) .005 S1 (von S4). Wz. Christusmonogramm im Kreis.
600 €
Unterhaltsam geschilderte Versammlung von Putten, die mit verschiedenen Attributen an die Vergänglichkeit des Menschen gemahnen. Das Guido Reni zugeeignete Blatt in einem ganz ausgezeichneten, zarttonigen Druck vor der Adresse von Rossi und mit sehr feinem Rändchen um die Plattenkante. Etwas angestaubt, vertikale Mittelfalte verso, dünne Stellen und vereinzelte winzige Löchlein, etwa in der Scham des Gitarre spielenden Puttos, Montierungsreste verso, kleine Gebrauchsspuren, sonst gut erhalten.
Girolamo Porro (1520 Padua – nach 1604)
5190 Landschaft mit Ruinen. Radierung nach Domenico Campagnola. 24,1 x 38 cm. Moschini S. 34-37. Wz. Fleurs-de-lis im Kreis.
750 €
Girolamo Porro war Schüler von Enea Vico und Mitarbeiter von Giovanni Battista Franco. Ausgezeichneter Druck mit schmalem Rand. Vertikale Mittelfalte, diese unten mit geschlossenem Einriss, leicht stockfleckig, diagonale Knickfalte unten rechts, Spuren von Bleistiftannotationen im weißen Rand unten links, weitere geringe Knitter- und Handhabungsspuren, sonst in guter Erhaltung. Selten.
5188


5189
5190

5191 Die Ruhe auf der Flucht nach Ägypten. Radierung. 22,4 x 27,7 cm. B. XVIII, S. 20, 3, TIB (Commentary) .002 S2.
1.200 €
Ganz ausgezeichneter, scharfer und toniger Druck mit gleichmäßigem Rändchen um die Plattenkante. Minimale Altersspuren, sonst sehr gutes Exemplar.
Camillo Procaccini (um 1555 Bologna – 1629 Mailand)
5191

Marcantonio Raimondi (1480 Argini – 1527/34 Bologna)
5192 Der Bethlehemitische Kindermord („avec le chicot“). Kupferstich nach Raffael. 27,6 x 43,3 cm. Um 1511/12. B. XIV, S. 21, 20 II, Delaborde 8, Shoemaker 26, Aldovini/Ghedin (in: L‘idea incisa: la „Strage degli Innocenti“ di Raffaello nella matrice di Marcantonio Raimondi dei Musei Civici di Pavia, Ausst.Kat. Pavia 2022), „con falcetta“ III (von IV).
2.400 €
Das Vorhandensein zweier fast identischer Versionen dieser Komposition mit und ohne den Bäumchen in der Ecke oben rechts („avec“ oder „sans le chicot“) wurde lange kontrovers diskutiert. Mittlerweile herrscht Konsens darüber, dass Raimondi für beide Platten verantwortlich zeichnete und die hier vorliegende Version mit der Fichte als erste um 1511/12 stach. Die zweite Version ist graphisch ökonomischer und wird auf ca. 1513/15 datiert. Ungeklärt bleibt indes weshalb Raimondi zwei Fassungen desselben Motivs schuf. Überzeugender als Überlegungen, wonach die schnelle Abnutzung der Platte die Fertigung einer zweiten notwendig machte, ist der Vorschlag, dass der Grund in den bis heute ungeklärten Geschäftsverhältnissen zwischen Raimondi und
Raffael zu suchen sei. Landau/Parshall gehen davon aus, dass Raimondi keinen Zugriff mehr auf die erste Platte gehabt haben könnte, womöglich weil Raffaels Agent Il Baviera diese einbehielt. Das für die Geschichte der Druckgraphik bedeutende Blatt in der ersten Version mit der Fichte („avec le chicot“) mit dem Monogramm und noch vor den deutlichen Abnutzungsspuren späterer Abzüge; von dem von Bartsch beschriebenen Erstzustand vor der Schrift bzw. dem Monogramm auf dem Sockel links sind nur zwei Exemplare in Wien und London bekannt. Ausgezeichneter, gleichmäßiger Druck mit der vollständigen Darstellung und Spuren der Einfassung. Insgesamt etwas lädiert und fleckig, mehrere, überwiegend unauffällig ausgebesserte Papierschäden, vor allem in der rechten Blatthälfte, eine horizontale und vertikale Mittelfalte je gesprungen und mit kleineren Fehlstellen, diese geschlossen und ergänzend retuschiert, weitere Ausbesserungen und Ergänzungen entlang der Ränder, geschlossene Läsuren mit Retuschen rechts im Mann mit erhobenem Säbel und der vor ihm knienden Frau, in der Hüfte dieses Mannes eine größere sehr versiert ergänzte Fehlstelle, weitere Ausbesserungen in der Stadtkulisse oben rechts und links in der am Boden sitzenden Frau, verso eine Gewandstudie in schwarzem Stift, vollständig hinterfasert, weitere Alters- und Gebrauchsspuren, im Gesamteindruck gleichwohl gutes Exemplar des seltenen Druckes.
5192

5193 Die Hl. Familie mit dem Johannesknaben (La Vierge à la longue cuisse - Die Madonna mit dem langen Schenkel). Kupferstich. 40 x 26,7 cm. B. XIV, S. 65/66, 57, Shoemaker 59. Wz. Trauben.
1.800 €
Prachtvoller, leuchtender Druck auf die teilweise sichtbare Plattenkante geschnitten, partiell minimal knapp. Verso geglättete Mittelfalte, weitere leichte geglättete Knickspuren, winzige und unmerkliche Ausbesserungen auf der Brust, an der linken Hand der Madonna sowie oben mittig an der Mauerecke, einzelne Nadellöchlein, leichte Randläsuren, Spuren alter Montierung, sonst sehr schönes Exemplar. Abbildung
Seite 136
5193
Marcantonio Raimondi

Rembrandt Harmensz. van Rijn (1606 Leiden – 1669 Amsterdam)
5195 Selbstbildnis mit federgeschmücktem Barett. Radierung. 13,6 x 10,6 cm. 1638. B. 20, White/Boon (Hollstein) 20, Nowell-Usticke 20 II (von III), Hinterding/Rutgers (New Hollstein) 170 III (von IV). Wz. Traube (?, Fragment).
7.500 €
Vor der Verstärkung der Signatur. Ausgezeichneter Druck mit feinem Rändchen um die Plattenkante. Etwas angestaubt, kleine Stockfleckchen, links oben zarte vertikale Knickfältchen, die rechte obere Eckspitze minimal ausgedünnt und hinterfasert, links winzige Randläsuren, am linken Rand verso dünner Papierstreifen, sonst sehr schön erhalten.
5195

Rembrandt Harmensz. van Rijn
5196 Die Flucht nach Ägypten, Nachtstück. Radierung. 12,6 x 11,1 cm. 1651. B. 53, White/Boon 53, NowellUsticke 53, Hinterding/Rutgers (New Hollstein) 262 IV-V (von X). Wz. Wappen (?, Fragment).
4.000 €
Vor den Kreuzschraffuren auf der Schnauze des Esels sowie auf Josephs Hand. Ganz ausgezeichneter, kräftiger Druck mit feinem Rändchen um die Plattenkante. Ganz schwach fleckig, obere rechte Eckspitze ausgedünnt, in der rechten unteren Ecke zwei nadellochkleine Druckstellen, eine mit dezenter Retusche, verso kleine Montierungsreste, sonst tadellos.
5196

Rembrandt Harmensz. van Rijn
5197 Die Ruhe auf der Flucht. Radierung. 13,1 x 11,6 cm. 1645. B. 58, White/Boon (Hollstein) 58, Nowell-Usticke 58, Hinterding/Rutgers (New Hollstein) 227. Wz. Schellenkappe (Fragment).
6.000 €
Nowell-Usticke: „RRR- A very rare, lightly etched plate“. Ausgezeichneter, zarter und gleichmäßiger Frühdruck mit feinem Rändchen um die Plattenkante, hier mit schönem Plattenschmutz. Der zarte Ton kommt vermutlich durch die Verwendung einer grauen Druckerfarbe. In Kombination mit der leichten Radier- und Kaltnadeltechnik ergibt sich ein wunderbar leichtes und sich zart darstellendes Bild der intimen Familienszene. Leicht angestaubt, nur ganz minimal fleckig, rechte untere Eckspitze leicht bestoßen und hinterfasert, entlang des linken Randes verso teils hinterfasert, verso alte Montierungsreste, sonst sehr schön erhalten. Selten. Aus der Sammlung Heneage Finch Earl of Aylesford (Lugt 58).
5197

Rembrandt Harmensz. van Rijn
5198 Christus und die Samariterin. Radierung. 12,4 x 16,2 cm. 1658. B. 70, White/Boon (Hollstein) 70 III, Nowell-Usticke 70 IV (von V), Hinterding/Rutgers (New Hollstein) 302 IV (von V).
3.500 €
Vor den letzten Überarbeitungen. Ganz ausgezeichneter, kräftiger Abzug knapp an bzw. auf die Plattenkante geschnitten, unten mit feinem Rändchen um dieselbe. Nur schwach angestaubt, obere linke Eckspitze ausgedünnt, linke untere Eckspitze wintziger Papierverlust, sonst in sehr schöner Erhaltung.
5199 Christus in Emmaus (Große Platte). Radierung. 21,1 x 16 cm. 1634. B. 87, White/Boon (Hollstein) 87 II (von III), Nowell-Usticke 87, Hinterding/Rutgers (New Hollstein) 283 II-III (von V).
7.500 €
Prachtvoller, leuchtender Druck vor den beiden Punkten in der oberen linken Ecke, mit schönem Grat und Spuren der Kaltnadel im Vorhang und im Hut rechts, mit gleichmäßig schmalem Rand um die Facette. Nur schwach fleckig, die untere rechte weiße Eckspitze fehlt, in der oberen linken Ecke wohl montierungsbedingt dünne Stelle mit winzigem Löchlein, sonst jedoch sehr schön und vorzüglich erhalten.
5198


Rembrandt Harmensz. van Rijn
5200 Der Tod Mariens. Radierung auf feinem Japan (?). 41,2 x 31,6 cm. 1639. B. 99, White/Boon (Hollstein) 99 III, Nowell-Usticke 99 IV (von V), Hinterding/Rutgers (New Hollstein) 173 IV (von V).
7.500 €
Vor den letzten Überarbeitungen. Prachtvoller Druck bis auf die Plattenkante geschnitten, links knapp bis an die Einfassung geschnitten, rechts mit Rändchen um dieselbe. Minimal gegilbt, etwas fleckig, linke und rechte Ecke sorgsam wiederangefügt, in den Rändern etwas wellig, oben links Knick- bzw. Faltspuren, verso weitere, am linken Rand oben kleine ausgebesserte Stelle sowie entlang des linken Randes zarter Papierstreifen montiert, sonst schön.
5201 Das Lob der Schifffahrt. Radierung. 11,1 x 16,7 cm. 1634. B. 111, White/Boon (Hollstein) 111, Nowell-Usticke 111, Hinterding/Rutgers (New Hollstein) 123 II.
6.000 €
Das Blatt diente 1634 zur Illustration von Elias Herckmans „Der ZeeVaert Lof“. Prachtvoller, differenzierter und zeitgenössischer Abzug mit sehr feinem Rändchen um die Plattenkante, partiell bis an diese geschnitten. Schwach fleckig, oben am Rand mittig kleine ausgebesserte Stelle, die oberen Eckspitzen ebenfalls mit winzigen Ausbesserungen, unten rechts kleine dünne Papierstelle, an den äußeren Rändern teils Spuren einer Einfassung in Feder, sonst sehr schön. Aus der Sammlung der Albertina, Wien (Lugt 5g), C.G. Boerner, Auktion 146, 25./27. Mai 1925, Los 1097. Abbildungen Seite 144
5200

Vor den Horizontalen im Gesicht der Jungfrau. Das gesuchte Nachtstück in einem prachtvollen, kräftigen und das Chiaroscuro in seinem feinen Ausdruck kraftvoll wiedergebender Frühdruck, mit gleichmäßig feinem Rändchen an allen vier Seiten. Oben mittig unauffällig hinterlegter Randeinriss, rechts davon sowie rechts im äußerten weißen Rändchen minimale Läsuren und dünne Stellen, unten links winziges ausgebessertes Löchlein, kleine Montierungsreste verso, geringfügige Knitterspuren, sonst herrliches Beispiel dieses frühen, zeitgenössischen Exemplars. Aus den Sammlungen Adam Gottlieb Thiermann (Lugt 2434), Peter Gellatly (Lugt 1185) und des Kupferstichkabinett der Staatlichen Museen zu Berlin, (Lugt 1633, mit deren Doublettenstempel Lugt 2482), sowie mit einer Colnaghi-Lagernummer. 5202
Rembrandt Harmensz. van Rijn
5202 Dreikönigsabend: ein Nachtstück. Radierung. 9,4 x 14,3 cm. Um 1651. B. 113, White/Boon (Hollstein) 113, Nowell-Usticke 113, Hinterding/Rutgers (New Hollstein) 263 I (von IV).
18.000 €


5204
5201

Rembrandt Harmensz. van Rijn
5203 Das schlafende Schwein. Radierung. 14,2 x 18,3 cm. 1643. B. 157, White/Boon (Hollstein) 157, NowellUsticke 157 II (von III), Hinterding/Rutgers (New Hollstein) 215 II.
12.000 €
Nowell-Usticke: „C1+. A rather uncommon plate“. Vor den Kreuzschraffuren auf der Backe des Jungen. Ganz ausgezeichneter Druck mit feinem Rändchen um die Plattenkante an drei Seiten, links bis an diese geschnitten, auf feinem zeitgenössischen Bütten. Nur sehr vereinzelt winzige Stockfleckchen, nur punktuell dünne Stellen, oben mittig unauffällige Ausbesserung mit kurzem geschlossenem Randeinriss, in der linken oberen Eckpartie geschlossener Einriss diagonal hinter dem Mann verlaufend und nach links zum Rand hin, untere rechte Ecke wieder angesetzt, darüber kurze diagonale geglättete Knickspur, am Kopf sowie teils in den Konturen und im Körper des Schweins mit zarten Lavierungen, weitere minimale Gebrauchsspuren und nur kleine Montierungsreste verso oben, im Gesamteindruck gleichwohl sehr schönes Exemplar.
5204 Der Zeichner nach dem Modell. Radierung. 23,1 x 18,2 cm. Um 1646. B. 192, White/Boon (Hollstein) 192 II, Nowell-Usticke 192 I (l) (von II), Hinterding/Rutgers (New Hollstein) 176 wohl III (von IV).
6.000 €
Mit der Akzentuierung des Übergangs von Weiß zu Schwarz oben links. Ganz ausgezeichneter Druck mit Rändchen um die Plattenkante. Minimal angestaubt, ganz vereinzelte schwache Fleckchen, unten sowie oben horizontale Quetschfältchen vom Druck, verso Montierungsreste, sonst in sehr schöner Erhaltung. Aus der Sammlung der Kunsthalle Hamburg, mit deren Doublettenstempel (Lugt 1233, 686).


Rembrandt Harmensz. van Rijn
5205 Liegende nackte Frau. Radierung. 8,1 x 15,9 cm. 1658. B. 205, White/Boon (Hollstein) 205 III, NowellUsticke 205, Hinterding/Rutgers (New Hollstein) 308 V (von VI).
7.500 €
Vor den letzten Überarbeitungen. Ganz ausgezeichneter, kräftiger Druck mit feinem Rändchen um die Plattenkante, partiell auf diese geschnitten. Leicht angestaubt, oben dünne Papierstellen, rechte untere Eckspitze minimal ausgedünnt, verso Montierungsspuren, sonst in sehr schöner Erhaltung.
5206 Alter Mann mit gespaltener Pelzmütze. Radierung. 15,2 x 13,9 cm. 1640. B. 265, White/Boon (Hollstein) 265 II, Nowell-Usticke 265 II (von III), Hinterding/Rutgers (New Hollstein) 182 I (von II).
12.000 €
Mit dem Kratzer. Ausgezeichneter Druck mit Rändchen um die Plattenkante. Geringfügig fleckig, links zarte unauffällige Faltspur, linker Rand etwas ausgedünnt, verso Montierungsreste in den Ecken, sonst tadellos.
5205

Rembrandt Harmensz. van Rijn
5207 Gelehrter in seiner Stube, genannt: Faust. Radierung. 20,9 x 16 cm. Um 1652. B. 270, White/Boon (Hollstein) 270, Nowell-Usticke 270 VII, Hinterding/ Rutgers (New Hollstein) 270.
4.000 €
Vor der Teilung des Lichtstrahls und der Verjüngung des Faust. Ganz ausgezeichneter Druck mit der vollen Darstellung, unten mit feinem Rand. Insgesamt etwas altersspurig und angestaubt, einzelne ausgebesserte Stellen etwa in der Kopfbedeckung, dem Lichtstrahl und dem Strahlenkranz rechts, im Fenster, im unteren Rand einige Randausbesserungen, die untere linke Ecke ergänzt und mit Federretusche, rechts unten in Höhe der Bücher geschlossener Randeinriss, weitere ausgebesserte Erhaltungsmängel, der Gesamteindruck gleichwohl gut.
5207

Rembrandt Harmensz. van Rijn
5208 Studienblatt mit sechs Frauenköpfen. Radierung auf sehr feinem Bütten. 15,2 x 12,7 cm. 1636. B. 365, White/Boon (Hollstein) 365, Nowell-Usticke 365 II, Hinterding/Rutgers (New Hollstein) 157 I (von II).
7.500 €
Mit den Kratzern zwischen dem Turban der Frau oben links und Saskias Haaren. Ganz ausgezeichneter, transparenter Druck auf zeitgenössischem Papier mit feinem Rändchen. Das feine Papier leicht knitter- und knickfaltig, die äußerste Eckenspitze unten links mit Abriss, darüber im weißen Rand eine winzige Ausbesserung, durchschlagender Leimfleck oben, ebenda Montierungsreste verso, Federnummerierung unten rechts, punktuell dünne Stellen, sonst in sehr guter und insgesamt harmonischer Erhaltung.
5208



Rembrandt Harmensz. van Rijn
5209 und Werkstatt. Niederblickender Kahlkopf. Radierung. 6,8 x 5,7 cm. Um 1631. B. 298, White/Boon (Hollstein) 298 IV, Nowell-Usticke 298 III, Hinterding/ Rutgers (New Hollstein) 100w VII.
1.200 €
Ganz ausgezeichneter, überwiegend markanter Druck mit delikatem Plattenton und sehr feinem Rändchen um die gratig druckende Facette. Geringe Gebrauchsspuren, schwacher Knick rechts, dünne Stellen links, ein Sammlerstempel durchschlagend, Montierungsreste verso, sonst in sehr guter Erhaltung. Aus den Sammlungen Joseph Daniel Böhm (Lugt 271, 1442), Franz Pokorny (Lugt 788), Johann Carl Dietrich Hebich (Lugt 1250), Marsden Jasael Perry (Lugt 1880) und Galleri Nordqvist, Malmö (Annotation auf beiliegendem Untersatz).
5210 Schule. Der Engel befreit Petrus. Radierung. 12,1 x 9,5 cm. 1625 (oder 1652). Rovinski, Sp. 57, 13, White/Boon (Hollstein) El 13.
1.200 €
Prachtvoller Druck bis an die Darstellung beschnitten, partiell mit Spuren der Plattenkante. Minimal angestaubt, kleine dunkelgraue Farbflecken oben, winziges Löchlein in der linken Schulter des Engels, dünne Stellen, Bleistiftannotationen verso, weitere geringe Gebrauchsspuren, sonst schön. Selten
5209
5210

5212
Jusepe de Ribera (gen. lo Spagnoletto, 1591 Játiba – 1652 Neapel)
5211 Die Buße des hl. Petrus. Radierung. 31,4 x 23,8 cm. 1621. B. 17, Brown 6 I (von II). Wz. Anker im Kreis. 750 €
Ausgezeichneter, toniger Frühdruck mit Rändchen um die Einfassungslinie, vor der Adresse von Frans Wyngaerde. Vereinzelte, nicht störende kleine dünne Papierstellen, der Gesamteindruck jedoch sehr gut.
5212 nach. Der hl. Januarius tritt unversehrt aus einem glühenden Ofen. Radierung von Sebastiano Marcotti. 42,2 x 31 cm. 1665. Nagler 1. Wz. Lilie im Kreis. 1.200 €
Prachtvoller, toniger Druck mit schmalem Rand um die markant und scharf zeichnende Plattenkante. Verso leichte geglättete Mittelfalten, minimal stockfleckig, unten links sowie oben rechts marginale Knickund Knitterspuren, oben rechts im weißen Rand ausgebesserte Randläsur, sonst in sehr schöner und originaler Erhaltung. Selten, wie schon bei Nagler erwähnt.
Druckgraphik des 15. bis 17. Jahrhunderts

Giulio Romano (auch Giulio Pippi, 1499 Rom – 1546 Mantua)
5213 nach. Psyche empfängt von Proserpina in der Unterwelt das mit Schönheit gefüllte Gefäß. Radierung. 21,1 x 42 cm. Jenkins, vgl. Anon. 1. Wz. Bekröntes Straßburger Lilienwappen.
600 €
Von einer französischen Hand des 17. Jahrhunderts nach der Erfindung von Giulio Romano für eine der Lünetten an der Westwand in der Sala di Psiche im Palazzo del Te, Mantua. Laut Oberhuber entstanden die Zeichnungen um 1526, spätestens 1527. Der Druck entspricht weitgehend Giulios fertigem Modell, das im Louvre, Paris (Inv.-Nr. 3492) verwahrt wird. Zwei weitere, frühere Varianten der Darstellung stammen vom Meister IQV und einem anonymen Meister der Schule von Fontainebleau. Jenkins verweist darauf, dass unsere vorliegende, als dritte Variation der Darstellung geltende Radierung von Herbet dem französischen Künstler Louis Ferdinand Elle, le père zugesprochen wurde (vgl. Jenkins 2017, Anon. 1, S. 202, Anm. 3). Prachtvoller Druck mit sehr feinem Rändchen um die deutlich zeichnende Plattenkante. Minimal angestaubt, verso geglättete Mittelfalte sowie eine geglättete vertikale Quetschspur, jeweils winzige Ausbesserung bzw. links kleine ergänzte Stelle in den Ecken, sonst sehr schön. Sehr selten Abbildung Seite 154
Salvator Rosa (1615 Arenella – 1673 Rom)
5214 Das graphische Œuvre des Künstlers. 85 Radierungen auf 34 Bögen, davon 4 gefaltete Doppelblatt, gebunden in einem marmorierten HLeder-Band wohl des 18. Jhs. (etwas lädiert und beschabt, Läsuren am Rücken) mit goldgeprägtem Rückenschild „Salvator Rosa“. Folio. B. 1-86 (ohne 22), Bozzolato 4-11, 13-66, 69-74, 80-96, Wallace 6, 9-14,16, 21, 24-27, 29-30, 32-33, 35-37, 3941,44, 46-55, 57-60, 62-64, 65b-71, 73-84, 86-87, 91, 93-97, 99-104, 108-118, jeweils einziger oder letzter Zustand. Wz. Fleur-de-lis im Doppelkreis mit angehängten Buchstaben.
12.000 €
Salvator Rosa behielt zeitlebens verlegerische Kontrolle über sein radiertes Werk. Dieses bestand abgesehen von frühen bzw. experimentellen Drucken außerhalb der Auflage aus 85 Blättern, die der Künstler und seine Nachfahren bevorzugt in Form von Alben in Umlauf brachten. Die 85 Kupferplatten verblieben in Familienbesitz und wurden erst im 18. Jahrhundert als geschlossene Gruppe an die Calcografia in Rom verkauft. Antony Griffiths geht davon aus, dass die überwiegende Mehrheit der heute zirkulierenden Einzelblätter aus Alben wie dem vorliegenden stammen (vgl. A. Griffiths: „On some Albums of Etchings by Salvator Rosa“, in: Print Quarterly, IX (1992), Nr. 3, S. 251-259). Deren Zusammenstellung umfasste wie hier: die 62-teilige Folge der „Figurine“ (B. 25-86), die 6 Motive mit Tritonen und Flussgöttern (B. 11-16) sowie die 17 großen Historiendarstellungen, darunter der gesuchte „Sturz der Giganten“ (B. 21). Überwiegend ausgezeichnete, teils tonige und nur vereinzelt minimal auslassende Drucke auf den vollen Albumseiten. Vor allem die ersten Seiten leicht stockfleckig sowie unten fingerfleckig, weitere geringe Flecken sowie Alters- und Gebrauchsspuren, sonst in sehr guter und originaler Erhaltung. Aus der Cholmondeley Library (Exlibris im Innendeckel).
Louis Rouhier (geb. in Dijon und tätig um 1655 in Rom)
5215 La cavalcata con le sue cermonie del Pontefice nuovo quando piglia il possesso a Santo Giovanni Laterano. Radierung. 34 x 47 cm. Um 1655. Le Blanc 2, Nagler 1327. Wz. Fleur-de-lis im Kreis mit Krone.
600 €
Ganz ausgezeichneter, kräftiger Druck mit Rändchen. Vertikale sowie horizontale Faltspuren, in der Faltung winziges Löchlein, links unten Quetschfältchen wohl vom Druck, vereinzelte kleine geschlossene Randeinrisse, insgesamt leicht angeschmutzt, im Gesamteindruck schön.
Abbildung Seite 154



5213
5215
Jacob van Ruisdael (1628/29 Haarlem – 1682 Amsterdam)
5216 Die kleine Brücke. Radierung. 19,3 x 27,6 cm. Um 1650. B. 1, Hollstein 1 II.
750 €
Ganz ausgezeichneter, kräftiger Abzug mit Rändchen um die Einfassungslinie. Leicht angestaubt, geringfügige Handhabungsspuren, sonst sehr schön.
Aegidius Sadeler (um 1570 Antwerpen – 1629 Prag)
5217 Diana und Aktaion. Kupferstich nach Joseph Heintz. 38,3 x 51,1 cm. Wurzbach 62, Hollstein 105. Wz. Zweigeteiltes Wappen.
1.800 €
In den Ovid‘schen Metamorphosen wird geschildert, wie Aktaion die Jagdgöttin Diana mit ihren Nymphen im Bade überraschte. Als Strafe verwandelte sie ihn in einen Hirsch, der schließlich von seinen eigenen Hunden gejagt und zerfleischt wurde. Verglichen mit den gesuchten Figurenposen der Malerkollegen Bartholomäus Spranger und Hans von Aachen zeigen die Akte von Joseph Heintz eine stärker natürliche Auffassung. Und doch zählt die Darstellung zu den Höhepunkten des Rudolfinischen Manierismus, das Gemälde befindet sich heute im Kunsthistorischen Museum, Wien. Die kongeniale Wiederholung von

Aegidius Sadeler weicht nur in wenigen Details vom Original ab. Prachtvoller, silbrig schimmernder und äußerst klarer Abzug auf die meist sichtbare Plattenkante geschnitten, partiell minimal knapp. Leicht angestaubt, links mittig winziges Braunfleckchen, verso zarte geglättete Mittelfalte, dort oben und unten nahezu unsichtbar geschlossene Sprünge, oben sowie unten rechts der Mitte sorgsam und unauffällig geschlossene Randeinrisse, weitere äußerst sorgsam ausgebesserte Randläsuren, schwache Leimspuren entlang der äußeren Ränder verso, sonst in vorzüglicher Erhaltung.

5216
5217

Johannes Sadeler I (1550 Brüssel – um 1600 Venedig)
5218 Der Karneval (oder der verlorene Sohn). Kupferstich nach Joos van Winghe. 37,4 x 45,7 cm. 1588. Hollstein 559. Wz. Wappenschild Kreuz auf Dreiberg. 3.000 €
Das üppig ausstaffierte Fest bei nächtlichem Kerzenschein mit Musik und Tanz, Wein und Spiel dient Sadeler als Ausgangspunkt für ein graphisches Meisterstück des flämischen Manierismus, das durch seinen Detailreichtum und seine ikonographische Vielfalt besticht. Der Kupferstich entstand in Zusammenarbeit von Sadeler mit Joos van Winghe. Die beiden flämischen Künstler arbeiteten um 1588 gemein-
sam in Frankfurt, wohin sie beide aus religiösen Gründen geflohen waren und kurzweilig Zuflucht fanden. Die Vorzeichnung von van Winghe befindet sich im Herzog Anton Ulrich-Museum in Braunschweig. Das seltene Blatt in einem ganz ausgezeichneten, leuchtenden und klaren Druck, meist an die Darstellung geschnitten, links unten minimal knapp, unten an den Schriftrand geschnitten. Verso geglättete Mittelfalten, dort partielle Ausbesserungen, oben zwei längere, jedoch unauffällig geschlossene Randeinrisse, weitere geschlossene bzw. ausgebesserte Randschäden und -einrisse, in diesen Stellen teils sorgsame und dezente Federretuschen, weitere ausgebesserte Erhaltungsmängel, im Gesamteindruck gleichwohl schönes Exemplar.
5218

5219 Ein Brunnen in Florenz. Kupferstich nach Johannes Stradanus. 32,5 x 20,6 cm. Hollstein 562. Wz. Narrenkappe mit angehängter Ziffer 4 und drei Kugeln.
1.200 €
Das phantasievolle und fein durchgeführte Architekturcapriccio zeigt einen prachtvollen Brunnen in einer Straße von Florenz. Die starke perspektivische Verkürzung verleiht der Darstellung den Charakter eines Bühnenbildentwurfs. Selten. Hollstein erwähnt Abzüge in Amsterdam und Brüssel. Ausgezeichneter, harmonischer Abzug mit leichtem Plattenton und gleichmäßigem Rändchen. Geglättete horizontale Mittelfalte, dort mit leichter Quetschspur, minimal fleckig, winzige Federannotation im weißen Rand unten mittig, Montierungsspuren verso, sonst vorzüglich erhalten.
Jan Saenredam (um 1565 Zaandam – 1607 Assendelft)
5220 Die Geschichte von Adam und Eva. 6 Kupferstiche nach Abraham Bloemaert. Je ca. 27,2 x 19,8 cm. 1604. B. 13-18, Hollstein 1-6, jeweils erster Zustand. Wz. Wappen mit Querbalken und angehängten Buchstaben.
1.500 €
Die vollständige Folge vor den Adressen in ganz ausgezeichneten bis prachtvollen Drucken, meist mit feinem bis sehr feinem Rändchen um die Einfassung, unten mit dem Schriftrand, partiell mit Spuren der Plattenkanten. Je mit geglätteten Horizontalfalten verso, an den linken Ecken montiert, verso Montierungsspuren bzw. -reste, vereinzelt nur Stockfleckchen, H. 1 mit kleinem Fleckchen im Pfauenschwanz, H. 4 mit Braunfleckchen sowie ausgebesserter Fehlstelle unter Evas Füßen, H. 6 mit marginalem Einrisschen links unten, weitere unerhebliche Gebrauchsspuren, sonst in einheitlicher und tadelloser Erhaltung.

5219
5220
Johannes Sadeler I




5221
5222

5223
Jan Saenredam
5221 Lycurgius im Gespräch über die Beziehung von Gott und Teufel. Kupferstich. 21,4 x 27,5 cm. 1596. B. 7, Hollstein 115. Wz. Wappen von Baden Hochberg.
750 €
Humanistisch geprägte und stilistisch von Hendrick Goltzius beeinflusste Darstellung in einem prachtvollen, harmonischen Frühdruck mit sehr feinem Rändchen um die teils schön und markant zeichnende Plattenkante, teils an diese geschnitten. Verso schwache vertikale Mittelfalte, geringe Gebrauchsspuren und verso kleine Montierungsreste, sonst vollkommen und tadellos schön erhalten. Selten
Herman Saftleven (1609 Rotterdam – 1685 Utrecht)
5222 Liefde; Luisseuanger; Gorttentelder. 3 Radierungen auf einem Bogen. Je ca. 4,8 x 3,7 cm. B. 8, 11, 13, Hollstein 8, 11, 13. Wz. Sieben Provinzen.
800 €
Ausgezeichnete, stellenweise leicht auslassende Abzüge mit teils schöner Facettenschwärze und mit breitem Rand. Ganz schwach fleckig, zarte Trockenfältchen, sonst tadellos. Sehr selten
Luigi Scaramuccia
(genannt Perugino, 1616 Perugia – 1680 Mailand)
5223 Venus und Adonis. Radierung nach Annibale Carracci. 26,3 x 29,2 cm. 1655. B. 4 II.
3.500 €
Der Maler, Radierer und Kunstschriftsteller Luigi Scaramuccia war Schüler seines Vaters Giovanni Antonio und Guido Renis und wurde von Guercino beeinflusst. Der Künstler war abwechselnd in Rom, Perugia, Bologna und Mailand tätig. Das druckgraphische Œuvre Scaramuccias zählt lediglich vier Radierungen, die allesamt selten sind. Ganz ausgezeichneter, kontrastreicher und lebendiger Druck mit der Einfassungslinie und dem Schriftrand unten. Die Hilfslinien für die Schrift noch deutlich druckend. Geringfügie Alters- und Gebrauchsspuren, sonst sehr gut erhalten. Aus den Sammlungen Dr. C. A. Widstrand (Lugt 2630a) und Frank Bensow (Lugt 982 c).

Johann Heinrich Schönfeld (1609 Biberach a. Riß – 1682/83 Augsburg)
5224* nach. Vanitas vanitatum et omnia vanitas. Radierung von Gabriel Ehinger. 42 x 31,4 cm. Hollstein (Ehinger) 10, Krapf 31, Pée (Johann Heinrich Schönfeld - Die Gemälde, Berlin 1971) NS 27. Wz. Schlange um Säule.
1.800 €
Ausgezeichneter, stellenweise etwas auslassender Druck mit feinem Rändchen um die Einfassungslinie. Horizontale Mittelfalte, diese links und rechts gesprungen und sehr sorgsam geschlossen, zwei weitere horizontale Faltspuren, weitere vertikale Mittelfalte, diese geglättet und punktuell mit winzigen ausgebesserten Stellen unten, kleine Randläsuren, insgesamt etwas angestaubt und fingerfleckig, sonst sehr schön.
Martin Schongauer (um 1430 Colmar – 1491 Breisach)
5225 Der hl. Martin. Kupferstich. 15,5 x 10,5 cm. Um 1480. B. 57, Lehrs 62, Hollstein 62. Wz. Ochsenkopf mit Stange und Herz.
12.000 €
Wurzbach datiert das Blatt in die dritte Periode des Schongauer‘schen Werks und rechnete es zu einer Suite mit größeren Heiligen. Ganz ausgezeichneter Druck knapp innerhalb der Einfassungslinie geschnitten, rechts sowie unten diese teils sichtbar, entlang des oberen Randes leicht in die Darstellung geschnitten. Minimal angestaubt und leicht altersspurig, entlang des oberen Randes sehr sorgfältig und unauffällig angerändert, weitere Ausbesserung entlang der äußeren Ränder, unten sowie links mit Spuren von Feder in der Einfassungslinie sowie auch oben teils nahe des Randes und im äußersten Kopf des Heiligen, weitere Gebrauchsspuren, sonst gleichwohl sehr gut. Aus der Sammlung Friedrich August II von Sachsen (Lugt 971).
5224

5225

Martin Schongauer
5226 nach. Die Flucht nach Ägypten (Die Hl. Familie unter einer Dattelpalme). Kupferstich vom Monogrammisten i.e. 24,6 x 16,6 cm. B. VI, S. 123, 7 copie, Lehrs V, S. 65, 7c, Lehrs VI, S. 25, 3, Hollstein (Schongauer) 7 copy c. Wz. Katharinenrad mit drei fünfteiligen Blumen (Briquet 13362).
1.500 €
Der Monogrammist i.e., der auch unter dem Notnamen „Meister des Katharinenrades“ erscheint, da sich das Wasserzeichen auf zahlreichen seiner Arbeiten findet, hat beinahe ausschließlich nach Martin Schongauer gearbeitet, meist im Gegensinn. Lehrs vermutete ihn in der Nähe Schongauers, möglicherweise war er Mitarbeiter in dessen Werkstatt in Colmar. Ganz ausgezeichneter, kräftiger und prägnanter Druck an die Einfassungslinie geschnitten, rechts mit sehr feinem Rändchen um dieselbe, unten knapp in die Darstellung geschnitten. Etwas gebräunt, verso leichte horizontale Mittelfalte, vertikale Falzspur, die mittig teils gebrochen ist, dort verso hinterlegt, unten rechts kleine Quetschspur zum Eselhuf hoch, oben hinterlegter Randeinriss, vereinzelt weitere kleine Randläsuren, unten mittig kleine Fehlstelle im Rand mit unmerklicher Ergänzung, der Gesamteindruck gut. Sehr selten

5226 5227

Giovanni Battista Scultori (gen. Mantovano, 1503–1575, Mantua)
5227 Der Kerker mit den Gefangenen. Kupferstich nach Giulio Romano. 27,8 x 41,9 cm. B. (Ghisi) 66, Lewis/Lewis R 8 II (von V), Bellini F 13 II (von V). Wz. Krone im Kreis (ähnlich Briquet 4871: 1579).
800 €
Das Blatt wurde in Vergangenheit Giorgio Ghisi und versuchsweise Georg Pencz zugeschrieben, wird heute aber als eine Arbeit von Giovanni Battista Scultori angesehen. Mit dem Monogramm, aber vor aller Schrift unten. Ganz ausgezeichneter, prägnanter Druck mit Plattenton und der Einfassungslinie, diese nur links nachgezogen, teils Spuren eines weißen Rändchens. Geglättete Mittelfalte, partiell sehr sorgsam angerändert, versiert ausgebesserter Riss durch die Füße unten mittig, geschlossene Läsur am linken Rand unterhalb der Kette, montierungsbedingt dünne Stellen vornehmlich entlang der Ränder sowie knitterspurige Eckenspitzen, im Gesamteindruck dennoch sehr schön. Mit bislang unidentifizierter Sammlermarke (Lugt 501b).
Elisabetta Sirani (1638–1665, Bologna)
5228 Die trauernde Jungfrau Radierung. 29,8 x 22,2 cm. 1657. B. 7, Bellini (1976) 7 II. Wz. Kreuz im Kreis.
3.500 €
Das druckgraphische Werk der Elisabetta, die als weibliches Mitglied in die renommierte Accademia di San Luca aufgenommen wurde, zählt lediglich zehn Radierungen. In Bezug auf das vorliegende Blatt schrieb Bartsch: „On ne peut qu‘admirer le goût du dessin et la manière légère et spirituelle, avec laquelle cette estampe rare est exécutée“ (B. XIX, S. 156). Ausgezeichneter, leicht toniger Druck mit feinem Rändchen um die Einfassungslinie. Geringfügige Altersspuren, sonst sehr gut erhalten.
5228

Peter Snijers (1681–1752, Antwerpen)
5229 Brustbild eines jungen Mannes mit Hut. Radierung. 8,1 x 7,2 cm. Wurzbach 1, nicht in Hollstein.
1.200 €
Neben seinem gemalten Werk hinterließ Peter Snijers auch eine kleine, noch unerforschte Gruppe radierter Arbeiten. Aufgrund der Seltenheit sowie dem einfühlsamen Charakter der bekannten Blätter liegt die Vermutung nahe, dass die im leichten, zeichnerischen Duktus ausgeführten Radierungen für private Zwecke entstanden. Ausgezeichneter, transparenter Druck mit feinem bis sehr feinem Rändchen um die leicht gratige Facette. Schwach angeschmutzt, winziges Löchlein links neben dem Hut, sonst in sehr schöner Erhaltung. Aus der Sammlung Thomas Graf (Lugt 1092b). Von allergrößter Seltenheit, uns sind lediglich zwei weitere Exemplare bekannt.
Die Darstellung folgt einer verlorenen Zeichung Heinrich Aldegrevers. Ganz ausgezeichneter, klarer Druck mit sehr feinem Rändchen um die Einfassungslinie. Etwas fleckig, die Ränder bestoßen, vereinzelt kleine Randläsuren, altersspurig, verso geglättete horizontale Mittelfalte, leichte Knitter- und Gebrauchsspuren, sonst insgesamt sehr schönes Exemplar. Selten 5229
Virgil
Solis (1514–1562, Nürnberg)
5230 Das öffentliche Bad, oder: Das Bad der Wiedertäufer. Kupferstich nach Heinrich Aldegrever. 33,1 x 28,2 cm. B. 265, Hollstein 205. Wz. Gotisches P.
3.000 €

5230



5232
5231
5234
Philippe de Soye (gen. Sericus, 1538 Soye, Limburg – tätig 1566/72 in Rom)
5231 Die Hl. Familie mit dem Johannesknaben. Kupferstich nach Michelangelo. 39,9 x 27,9 cm. Hollstein 5 II, A. Alberti (La fortuna di Michelangelo nelle stampe del cinquecento, Mailand 2015) 279 II (von III). Wz. Pilger im Wappenschild.
750 €
Bei dem vorliegenden Kupferstich handelt es sich um eine künstlerisch überzeugende Paraphrase auf Michelangelos Madonna del Silenzio. Vom ersten Zustand vor aller Schrift ist nur ein Exemplar im British Museum in London bekannt. Prachtvoller, metallisch wirkender Druck meist mit der Spur eines Rändchens, sonst auf oder gerade innerhalb der Plattenkante geschnitten. Unauffällige geglättete Mittelfalte, kaum wahrnehmbarer geschlossener Einriss im linken unteren Rand, leichte Gebrauchsspuren, sonst in vorzüglicher Erhaltung.
Lambert Suavius (eigentl. Zutman, um 1510 Lüttich – zwischen 1574–76 Frankfurt)
5232 Die Grablegung. Kupferstich. 17,8 x 20,3 cm. 1548. Wurzbach 2, Hollstein 4.
1.200 €
Ausgezeichneter, gleichmäßiger und dabei zarttoniger Druck auf die Darstellung geschnitten, teils minimal knapp, rechts sowie unten partiell die Facette sichtbar. Minimal angestaubt, verso unauffällig geglättete Mittelfalte, in den äußeren Rändern, jedoch vornehmlich oben, sehr sorgsam ausgebesserte Randläsuren, oben sorgfältig ausgebesserte Quetschspur, dort und an anderen Stellen mit sehr partiellen und dezenten Federretuschen, im Gesamteindruck gleichwohl sehr schönes Exemplar.
Lambert Suavius
5233 Der Apostel Paul. Kupferstich. 19,7 x 9,1 cm (1548). Wurzbach 14, Hollstein 18. Wz. Krüglein mit Krone und Vierblatt.
600 €
Aus der Folge ‚Christus und die zwölf Apostel‘. Mit der Nummer 10 unten mittig. Ganz ausgezeichneter, klarer Druck an die Darstellung oben und unten mit der Plattenkante. Minimale Altersspuren, unten mittig kurze haarfeine Quetschspur, sonst vollkommen erhalten. Beigegeben aus derselben Folge „Der Apostel Matthias“ (Hollstein 21, aus der Sammlung Leroy Kirwin Burket, Lugt 3389).


Pietro Testa (1612 Lucca – 1650 Rom)
5234 Die Anbetung der Heiligen Drei Könige. Radierung. 42,6 x 35,6 cm. Um 1636-38. B. 3, TIB (Commentary) .003 S2 (von S3), Bellini 16 II (von III). Wz. Lilie über Dreiberg im Kreis.
750 €
Laut Nagler „eines der besten Blätter des Meisters“. Vor der Hinzufügung der Adresse von G. G. de Rossi. Ganz ausgezeichneter, lebendiger und dabei zarttoniger Abzug mit schmalem Rand um die Plattenkante. Schwache horizontale Mittelfalte, dort an den Seiten ausgebesserte bzw. kleine ergänzte Stellen, weitere, teils ausgebesserte Randläsuren, vor allem unten rechts etwas fleckig, im oberen Bereich einige Quetschfalten vom Druck, weitere Knitter- und Gebrauchsspuren, sonst insgesamt schön und original erhalten. Aus der Sammlung Pierre Mariette I, 1679 (recto, Lugt 1786b).
Abbildung Seite 166
5235 Die Allegorie des Winters. Radierung. 47,5 x 72,3 cm. 1644. B. 39, Bellini 28 II (von III), TIB (Commentary) .039 S2.
3.500 €
Diese enigmatische Radierung ist eines der großformatigen Hauptblätter des jung verstorbenen Künstlers. Testas ungezügelte schöpferische Phantasie schafft hier ein Meisterwerk an Originalität der Invention und ikonographischer Vielfalt. Die Allegorie zeigt links oben die Personifizierung des Mondes, welche die Sonne verdrängt. Eine eindrucksvolle und höchst eigenwillige Schar von Protagonisten belebt die Szenerie: Die Personifizierungen der Tugend, der Zeit, des Neides und der Unsterblichkeit und weitere Figuren fügen sich zusammen zu einer virtuosen Komposition von höchster Komplexität und visueller Prägnanz. Ein humorvolles Detail ist eine lebendige Pyramide von AffenSymbol der Torheit -, die einen Baumstamm hochklettern um eine oben hängende Weinflasche und einen Brotlaib zu erbeuten. Testas Biographie ist durch eine tiefe Melancholie gekennzeichnet. Im toskanischen Lucca geboren, brach Testa in sechzehnjährigem Alter nach Rom auf, wo er bei Domenichino in die Lehre ging. Als Maler hatte der Künstler wiederholt mit Misserfolgen und mangelnder Wertschätzung zu kämpfen, so dass er sich seit den frühen 1630er Jahren verstärkt dem Medium Radierung zuwandte. Von Schwermut geplagt, beendete Testa sein Leben 1650 im Tiber. Ganz ausgezeichneter, harmonischer und lebendiger Druck mit der Einfassungslinie. Geringfügige Altersspuren verso, sonst vorzüglich erhalten.
5235
Theodoor van Thulden (1606–1669, ’s-Hertogenbosch)
5236 Le Travaux d‘Ulysse. Handschriftl. Titel, gezeichnetes Widmungsblatt mit Wappen in brauner Feder, typogr. Titel, „Advertissement“, sowie 3 doppelseitige Blatt Inhaltsverz., 58 Kupferstiche. Sämtlich alt montiert in einem Lederbd. d. Z. (stärker berieben und beschabt; etwas bestoßen) mit Fileten- und Rückenvergoldung, goldgeprägtem Rückenschild sowie Goldschnitt. Folio. Paris 1640. Wurzbach 6. 900 €
Theodoor van Thulden war Schüler von Rubens und wurde 1626 Freimeister der Lukasgilde. Er zeichnete und stach die im vorliegenden Band vereinigten Fresken Niccolò dell‘Abates im Schloss von Fontainebleau. Überwiegend prachtvolle Drucke mit Rändchen um die Einfassungslinie, sämtlich alt montiert. Teils etwas fleckig und stockfleckig, sonst in sehr guter Erhaltung. Aus der Sammlung Alfred Ritter von Pfeiffer (mit dessen Exlibris; s. C. G. Boerner: Kupferstichsammelwerke und Skizzenbücher aus der Bibliothek Alfred Ritter von Pfeiffer, Wien, Auktion am 7. Mai 1914, Los 103).

Antonio da Trento (um 1500 Trient – um 1555)
5237 Sitzender männlicher Akt, von der Rückseite her gesehen (Narziss). Clairobscur-Holzschnitt von zwei Blöcken in Schwarz und Grün nach Parmigianino. 28,4 x 17,9 cm. (1527-1530). B. XII, S. 148, 13, Gnann 84, Takahatake 29. Wz. Gekreuzte Pfeile.
1.200 €
Die schon von Bartsch wegen der Virtuosität und Leichtigkeit der Zeichnung gepriesene Darstellung, bei der Parmigianino sogar selbst an der Vorzeichnung auf dem Holzblock beteiligt gewesen sein soll (ein Detailentwurf für den großen Baumstamm im Rijksprentenkabinet zu Amsterdam). Das Blatt gilt zugleich als hervorragender Beleg für die kongeniale Zusammenarbeit Antonio da Trentos mit Parmigianino. Ganz ausgezeichneter Druck mit den Spuren eines Rändchens um die Einfassung, diese teils gebrochen. Verso horizontale Mittelfalte mit zarter Quetschspur, insgesamt leicht gebräunt sowie schwach fleckig, verso oben Montierungsreste, weitere geringe Gebrauchsspuren, sonst tadellos schön.

5236
5237

Jan van de Velde II (1593 Delft – 1641 Enkhuizen)
5238 Die Backgammon-Spieler. Radierung. 21 x 26,4 cm. Franken/van der Kellen 112, Hollstein 151. Wz. Wappen (undeutlich).
750 €
Prachtvoller, herrlich gratiger Druck ringsum minimal beschnitten. Geglättete Mittelfalte, schwache vertikale Trockenfältchen, leichte Quetschfalte vom Druck unten links, sonst in selten schöner und unberührter Erhaltung. Selten.
5239 Die Folge der Landschaften und Ruinen. 18 Radierungen. Je ca. 12 x 31 cm. 1615. Franken/van der Kellen 217-234, Hollstein 178 II (von IV), 179-185, je II, 186 II (von III), 187-195, je II. 1.800 €
Die vollständige Folge in ganz ausgezeichneten, tonigen und teils kräftig schwarzen Drucken, mit sehr feinen bis breiteren Rändchen um die Facetten, fünf Blatt mit sehr feinen Rändchen um die Einfassungslinien. Insgesamt etwas angestaubt und vereinzelt fleckig, geglättete Trockenfältchen, am Oberrand punktuell auf festem Büttenpapier montiert, dort einzelne zarte Knitterfalten, Nr. 9 aufgezogen und mit Löchlein rechts, bei Nr. 17 und 18 die Zahlen weggeschabt und in Bleistift ergänzt, weitere Gebrauchsspuren, sonst in guter bis meist sehr guter Erhaltung. Selten Aus einer bislang unidentifizierten Sammlung, wohl Franz Friedrich Anton, Herzog von Sachsen-Coburg-Saalfeld (Lugt 962 und 691).

5238

Niccolò Vicentino (tätig um 1540–1550 in Vicenza)
5240 Fides. Clairobscur-Holzschnitt von drei Blöcken in Grüngrau und Schwarz nach Perino del Vaga. 14,2 x 9,6 cm. B. XII, S. 128, 1, Mussini/De Rubeis 102 (als anonym), Gnann 106, Takahatake vgl. 59f. 1.800 €
Der seltene Holzschnitt gehört einer Folge von sechs Blatt mit Darstellungen der christlichen Tugenden an, von der bislang angenommen wurde, dass sie auf Vorzeichnungen Parmigianinos zurückgehen. Dabei wurden die Holzschnitte in der Vergangenheit unterschiedlichen Formschneidern zugeschrieben, die im 16. Jahrhundert an der Umsetzung von Parmigianinos Vorlagen in die Chiaroscuro-Technik beteiligt waren, unter ihnen Ugo da Carpi, Antonio da Trento und Niccolò Vicentino. Neuere Forschungen jedoch stellen die Verbindung der Holzschnitte mit Parmigianino in Frage. Achim Gnann verweist auf eine im Louvre aufbewahrte Federzeichnung, die eindeutig als Vorlage für einen der sechs Holzschnitte diente. Sie wurde früher der Raffael-Schule zugeordnet, gilt heute jedoch als Werk von Perino del Vaga, einer der Künstler, nach deren Vorlagen Vicentino nachweislich arbeitete. Ausgezeichneter Druck mit feinem Rand um die Einfassung. Etwas stockfleckig, leicht angestaubt, unten im weißen Rand Federannotation, verso Montierungsspuren, sonst schön erhalten.
Niccolò Vicentino
5241 Caritas. Clairobscur-Holzschnitt von drei Blöcken in Braun und Beige, nach Perino del Vaga. 14,3 x 9,9 cm. B. XII, S. 128, 3, Gnann 108, Takahatake vgl. 59f.
1.800 €
Ausgezeichneter Druck mit der Einfassung. Schwach fleckig, die obere linke Ecke mit kleiner Ausbesserung und unauffälligen Retuschen, rechts winzige Randläsur, verso kleine Montierungsreste, sonst schön erhalten.

5240
5241

Niccolò Vicentino
5242 Cloelia flüchtet aus dem Lager Porsennas. Clairobscur-Holzschnitt von drei Blöcken in Schwarz, Ocker und Grau, nach Maturino da Firenze. 27,8 x 41,4 cm. Um 1540. B. XII, S. 96, 5 I (von II), Gnann 104, nicht bei Takahatake.
1.800 €
Noch mit den Namen der beiden Künstler unten links. Ganz ausgezeichneter Druck knapp in die Darstellung geschnitten. Insgesamt etwas fleckig, leichte geglättete Mittelfalte verso, kleines geschlossenes Löchlein an der Stromschnelle mit unmerklicher Farbretusche, kleine Bleistiftannotationen verso, minimale Alters- und Gebrauchsspuren, sonst sehr schön erhaltenes Exemplar. Selten
5243 Christus heilt die Pestkranken. Clairobscur-Holzschnitt von drei Stöcken in Schwarz, und zwei Grüntönen nach Parmigianino. 29 x 40,9 cm. Um 1540. B. XII, S. 39, 15 I (von II), Takahatake 42-44. 750 €
Ausgezeichneter, wohl zeitgenössischer Abzug vor der Adresse von Andrea Andreani knapp an die Einfassung bzw. Darstellung geschnitten, teils minimal knapp. Knitter- und Falzspuren, Randeinrisse, teils mit kleineren Fehlstellen, die obere linke Ecke ergänzt, Klebe- und Montierungsreste verso, weitere Erhaltungsmängel, sonst noch gut. Abbildung online
5242

Cornelis Visscher (1628/29–1658, Haarlem)
5244 Athena. Kupferstich nach Francesco Parmigianino 39,5 x 26,4 cm. Hollstein 38 I (von IV), Mussini/de Rubeis 161. Wz. Bekröntes Lilienwappen mit Nebenmarke.
600 €
Eines der schönsten Blätter des Meisters in einem ganz ausgezeichneten, kräftigen und gleichmäßigen Frühdruck vor aller Schrift und mit sehr feinem Rändchen um die deutlich sichtbare Plattenkante, partiell an diese geschnitten. Schwach angestaubt, schwaches Fleckchen auf der Brust, leichte geglättete Mittelfalte, verso einzelne Bleistift- und Federannotationen sowie Montierungsreste, weitere leichte Handhabungsspuren, sonst jedoch sehr schönes Exemplar.
Johannes Visscher (1633 Haarlem – nach 1692 Amsterdam)
5245 Der verliebte Bauer. Radierung mit Kupferstich nach Adrian van Ostade. 34,8 x 26,8 cm. Hollstein 16 I (von IV). Wz. Amsterdamer Stadtwappen mit Nebenmarke.
600 €
Vor der Schrift. Prachtvoller Druck mit schmalem, unten mit feinem Rand. Verso geglättete horizontale Mittelfalte, weitere schwache diagonale Faltspur, oben rechts zartes vertikales Quetschfältchen, rechts unten entlang der Plattenkante gebrochen und stellenweise hinterfasert bzw. geschlossen, insgesamt nur minimal angestaubt, verso kleine Montierungsspuren, sonst schön.

5245
5244

Martin Weigel
(tätig 2. Hälfte 16. Jh. in Augsburg und Nürnberg)
5246 Die Bekehrung des Saulus. Holzschnitt. 35,9 x 26,1 cm. Um 1600. B. IX, S. 435, 1, Strauss 9, Nagler, Die Monogrammisten IV, 2256, 14. 600 €
Linker Teil eines Triptychons und laut Strauss basiert der hier vorliegende erste Holzschnitt auf einem Entwurf Sebald Behams und Baldung Griens. Prachtvoller Druck mit feinem Rändchen um die Einfassung, möglicherweise Derschau-Abzug, die Monogrammtafel getilgt. Die Ränder minimal bestoßen und mit leichten Handhabungsspuren, horizontale Mittelfalte, dort mittig geschlossener Einriss sowie von rechts hinterlegter Randeinriss bis zur Mitte, sonst im Gesamteindruck herrliches Exemplar. Selten. Aus der Sammlung Katrin und Ulrich Schulz (nicht bei Lugt).
Hieronymus Wierix (um 1553–1619, Antwerpen)
5247 Die vier Alter des Menschen und der Tod mit dem Jüngsten Gericht. 5 Kupferstiche nach Ambrosius Frankken. 22,1 x 30,5 cm. Vor 1619. Mauquoy-Hendrickx 1550-1554, Hollstein 1982 IV (von VII), 1983 II, 1984 III, 1985-1986, je II. Wz. Basilisk (?).
1.200 €
Die triumphale Prozession mit der Darstellung der Vier Zeitalter des Menschen und dem Tod vor dem Jüngsten Gericht vereint zusätzlich die Ikonographie der vier Tageszeiten sowie der vier Jahreszeiten mit den Tierkreiszeichen und wird zum allegorisch aufgeladenen Mementomori-Zyklus. Mit den Namen von Hieronymus Wierix und Theodor Galle. Ganz ausgezeichnete bis prachtvolle, äußerst klare Drucke teils mit zartem Plattenton und mit schmalem Rand um die Plattenkante. Lediglich minimal altersspurig und schwach fleckig zu den Rändern hin, links alte Heftspuren im weißen Rand, das fünfte Blatt mit kurzem Randeinschnitt rechts mittig, sonst einheitlich und original erhalten.
5246

Thomas Wyck (um 1616 Beverwijk – 1677 Haarlem)
5248 Die Kartenspieler. Radierung. 7,2 x 5,6 cm. B. 2, Wurzbach 2, Dutuit 2, Hollstein 2 wohl III (von IV).
450 €
Ganz ausgezeichneter Druck mit schönem Plattenschmutz und feinem Rändchen. Minimal angestaubt, im weißen Rand teils minimal ausgedünnt, verso Bleistiftannotationen, verso kleine Montierungsreste, sonst in sehr schöner Erhaltung. Beigegeben von Willem van Lande die vollständige Folge von sechs Radierungen „Reiterschlacht“ (B. 82-87), aus der Sammlung Friedrich August II von Sachsen, auf dessen Untersatz (Lugt 971).

5247
5248



Druckgraphik des 18. Jahrhunderts
Cristoforo Dall’Acqua (1734–1787, Vicenza)
5249 Vier allegorische und satirische Darstellungen auf den Lauf der Welt: Mundi vetus, recens hinc posterum universale systema; Asylum morale; Satyra Vestalis; Vita mundi et oeconomia. 4 Radierungen mit Grabstichel. Je ca. 70 x 48 cm. 1772-76. Meyers Allgem. KünstlerLexikon 33-36.
4.000 €
Der aus Vicenza stammende Cristoforo dall‘Acqua gilt als der bedeutendste Vicentiner Kupferstecher des 18. Jahrhunderts. Ab 1757 ist seine Zusammenarbeit mit dem einflussreichen Kupferstichverlag der Remondini in Bassano dokumentiert, anschließend war Dall‘Acqua in Venedig für den berühmten Verlag des Joseph Wagner tätig. Der vorliegende seltene, allegorische Zyklus ist zweifellos Dall‘Acquas
chef d‘oeuvre. Die Folge ist unter dem Titel Tabula Riveriana bekannt. Es handelt sich um vier Reproduktionsstiche in Folioformat nach Gemälden des Veroneser Malers Felice Boscarati, die letzterer 1773 für den dort ansässigen freimaurerischen Gelehrten und Mediziner Lazzaro Riviera ausgeführt hat. Boscaratis gemaltes Ensemble diente dem Zweck, Rivieras weltanschauliche und pädagogische Theorien in Bildform zu visualisieren. Um die einzelnen Details seines hochkomplexen Bildprogramms einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen, veröffentlichte Riviera 1773 eine erläuternde Broschüre mit dem Titel La educazione virile; Dall‘Acquas Reproduktionsstiche dienten als Illustrationen zu diesem kleinen philosophischen Traktat. Ausgezeichnete, harmonische Abzüge von homogener Druckqualität, mit dem vollen Rand. Leichte Alters- und Gebrauchsspuren, geringfügige Erhaltungsmängel, etwas stockfleckig, verso angestaubt, der Gesamteindruck jedoch sehr gut.
5249
5249

Jacopo Amigoni (1675 Venedig – 1752 Madrid)
5250 Narcissus Radierung. 9,5 x 7 cm. „Amigoni“. Heller-Andresen 5, Meyers Allgem. Künstler-Lexikon 7. 1.200 €
Während die Zahl der Reproduktionsstiche nach Erfindungen Amigonis sehr umfangreich ist, hat der Künstler nur ein sehr kleines, eigenhändiges druckgraphisches Werk hinterlassen. Bartsch beschrieb insgesamt drei Blatt, von späteren Autoren wurde das Œuvre auf insgesamt sieben druckgraphische Arbeiten erweitert. Die vorliegende Darstellung des Narcissus wurde erst im späteren 19. Jahrhundert von W. Schmidt und J. E. Wessely Amigoni zugeordnet. Das anmutige, sehr leicht und spirituell behandelte Blättchen, das von großer Seltenheit ist, zeigt den jungen Narcissus, der sich selbstverliebt über das Wasser beugt und sein Spiegelbild betrachtet. Das intime Format und die zeichnerische Freiheit der Ausführung verleihen der Arbeit einen betont informellen Charakter, als hätte der Künstler zum rein privaten Vergnügen mit der Radiernadel hantiert. Ausgezeichneter, nuancierter Druck mit gleichmäßigem Rändchen um die Plattenkante, ohne die Bezeichnung „fecit“ nach dem Künstlernamen. Minimale Altersspuren, sonst sehr gut erhalten.
Johann Friedrich Bause (1738 Halle – 1814 Weimar)
5251 Der Totenkopf eines sieben Monate alten Kindes. Radierung nach Adam Friedrich Oeser, in Eisenrot gedruckt. 12,5 x 18,7 cm. 1791. Keil 22, Meyers Allgem. Künstler-Lexikon 22 II.
3.500 €
Mit liebevoller Aufmerksamkeit und großer graphischer Delikatesse hat Johann Friedrich Bause den Schädel eines sieben Monate alten Kindes dargestellt. Durch die wirkungsvolle mise-en-page vor einem leeren Hintergrund atmet die Darstellung eine stille, feierliche Kraft. Im übertragenen Sinne ist der kleine Totenkopf eine Metapher der Unwägbarkeit des Lebens. Bause verneigt sich vor dieser philosophischen Erkenntnis und erinnert an ein neugeborenes Wesen, das über Nacht aus dem Leben weggerafft wurde. Neben der vorliegenden Fassung sind Varianten in Braun und mehrfarbige Abdrucke in Purpurrot und Gelb bekannt. Prachtvoller Druck mit breitem Rand. Ganz leicht stockfleckig, sonst in vorzüglicher und originaler Erhaltung. Von großer Seltenheit 5251


5252 Gegend bey Weimar. Aquatintaradierung nach Adam Friedrich Oeser. 32,6 x 26 cm. 1777. Le Blanc 259 II, Keil 109 II.
750 €
Obwohl Johann Friedrich Bause hauptsächlich für seine meisterlich ausgeführten Porträtstiche bekannt geworden ist, umfasst sein druckgraphisches Œuvre auch mehrere Blätter mit allegorischen, mythologischen oder biblischen Motiven, sowie einige wenige Landschaftsdarstellungen. Die 1777 datierte Radierung ist ein sehr frühes Beispiel der Aquatintatechnik in Deutschland, deren Verfahren Ende der 1760er Jahre von Jean Baptiste Le Prince vorangetrieben wurde. Gewidmet hat Bause das Blatt seinem Künstlerkollegen Anton Graff, den er erstmals während seiner Studienjahre im Atelier von Johann Jakob Haid in Augsburg kennenlernte und mit dem ihn zeit seines Lebens eine enge Freundschaft verband. Ganz ausgezeichneter, nuancierter Druck mit dem vollen Rand. Geringfügige Alters- und Gebrauchsspuren, sonst sehr gut erhalten. Aus der Sammlung Johann Nepomuk Seiler (Lugt 3976).

Johann Friedrich Bause
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Johann Beheim (tätig von 1762–70, in Wien, Mailand, Rom)
5253 Der Abschied der hll. Apostel Petrus und Paulus („Congedo delli S.S. Apostoli Pietro e Paolo“). Radierung nach Franz Anton Maulbertsch. 40,1 x 27,8 cm. „Ant. Maulbersch l‘ha dipinto. Gioani Beheim scolpito sotto la diretione di Giao Schmutzer.“. Meyers Allgem. KünstlerLexikon 6, Garas Fig. 4, S. 39, Ausst.Kat. Franz Anton Maulbertsch und sein Schwäbischer Umkreis, Langenargen 1996, A 22.
750 €
Die wenigen Radierungen Beheims, nach Meyer elf, von dessen Werdegang man nur sehr wenig weiß, sind von allergrößter Seltenheit Ausgezeichneter Druck rechts und links mit ganz schmalem Rändchen, oben knapp innerhalb der Einfassungslinie geschnitten, unten mit dem Textrand. Unauffällige geglättete Mittelfalte, kleiner geschlossener Einriss im linken Rand, etwas angestaubt, sonst schönes Exemplar. Abbildung Seite 179
Daniel Nikolaus Chodowiecki (1726 Danzig – 1801 Berlin)
5254 Eine stehende Dame (Demoiselle Quantin). Radierung auf kräftigem Bütten, wohl eigenhändig mit Aquarell überarbeitet. 17,8 x 13,8 cm. 1758. Engelmann 5.
3.500 €
Das vorliegende charmante Blatt entstammt Chodowieckis allerersten Anfängen als Radierer und zeigt Mademoiselle Quantin, eine Hausfreundin der Familie, die mehrfach in Chodowieckis Darstellungen zu sehen ist. Das in einem verfeinerten und bewegten Duktus radierte Blatt ist vom Künstler selbst leicht und filigran aquarelliert, was den Reiz des delikaten Blattes steigert. Ausgezeichneter, scharfer Druck mit feinem Rändchen um die deutlich zeichnende Plattenkante, links und unten an diese geschnitten. Minimal gebräunt, sonst sehr schön. Aus der Sammlung Wolfgang von Dallwitz (Lugt 2656).
5255 Die Gleichheit aller Stände im Grab. Radierung. 18 x 22,8 cm. (1770). Engelmann 60. 450 €
Ausgezeichneter Druck mit Rand, dieser links voll. Leicht angeschmutzt und stockfleckig, vereinzelte Randeinrisschen, Diagonalknick in der Ecke oben rechts, weitere Handhabungsspuren, sonst in sehr guter, unberührter Erhaltung. Beigegeben von demselben „Berlins Allegorie auf die Einäscherung Ruppins“ (Engelmann 589).


Daniel Nikolaus Chodowiecki
5256 Eine kleine Landschaft (in Pankow bei Berlin aufgenommen). Radierung. 2 x 8 cm. (1795). Engelmann 786 II.
400 €
Ausgezeichneter Druck mit schmalem Rändchen. Minimale Handhabungsspuren, unter anderem zwei Fingerflecken im Rand, sonst in schöner Erhaltung. Aus der Sammlung E. Fabricius (847a) und Ernst Behre (Lugt 2807b, dessen Sammlung bei C.G. Boerner, Neue Lagerliste Nr. 5, Chodowiecki-Sammlung E. Behre, Düsseldorf 1952, Nr. 365).
Selten. Beigegeben von demselben die kleinformatigen Radierungen „Carricaturen I/II“ (Engelmann 136 und 137, auf einem Bogen) und „Studien von Figuren“ (Engelmann 80) sowie von Maria Anna von Österreich „Flusslandschaft mit zwei Pappeln“ (Nagler, Monogrammisten, Nr. 1688).
Daniel Nikolaus Chodowiecki
5257 Blätter zur Geschichte Katharinas II. Radierung mit 8 Darstellungen. Je ca. 8 x 5 cm (Darstellungen); 23,5 x 27,6 cm (Plattenrand). (1798). Engelmann 846 I (von II).
450 €
Die vollständige Folge mit 8 Motiven auf dem unzerschnittenen Bogen in einem ausgezeichneten Druck mit den charmanten Randeinfällen und vor aller Schrift. Mit Rand um die markant zeichnende Plattenkante, dieser an zwei Seiten schmal. Stockfleckig, horizontale und vertikale Mittelfalte, winziges Wurmlöchlein im weißen Rand, zwei kleine Wasserflecken unten links, alte Sammlerbezeichnungen in Bleistift, sonst in guter und originaler Erhaltung. Beigegeben von Chodowiecki die komplette Folge „12 Blätter zu Shakespeare‘s Coriolan“ (Engelmann 571).
5256
5257

Giovanni David (1743 Cabella Ligure – 1790 Genua)
5258 Isabella und Rodomonte. Radierung. 30,2 x 21,7 cm. 1775. Schleier/Grasso 118 I (von II).
2.400 €
Die mit barockem Pathos geschilderte Szene gibt den moment suprême der Geschichte von Isabella und Rodomonte aus Ariosts Orlando Furioso (Buch 28 und 29) wieder. In ikonographischer Hinsicht zählt das selten dargestellte Thema zu den kuriosesten Inventionen Davids. Isabella, eine Königstochter aus Galizien, wurde von Rodomonte, dem König von Sarzen und Algier und Anführer der sarazenischen Armee entführt und wird von dem liebestollen Verehrer bedrängt. Um seinen Avancen zu entkommen, bedient Isabella sich einer List und gibt vor, ein
Elixier getrunken zu haben, das sie unverwundbar macht. Rodomonte stellt sie daraufhin auf die Probe und ist untröstlich, als er ihren Kopf vom Leibe trennt. Die Szene spielt sich in einem düsteren Kerkergewölbe ab, das vom Schein eines Holzfeuers erhellt wird. Die Waffen, Trophäen und das große Banner hinter Isabella verleihen der Darstellung einen stark dekorativen und theatralischen Charakter und erinnern an die Inszenierung einer Opera seria, wie diese zur Zeit Giovannis Davids in Italien en vogue waren. Die seltene Radierung entstand während der venezianischen Schaffenszeit des Künstlers und liegt hier in einem Frühdruck vor der Adresse des Verlegers Viero vor. Ausgezeichneter, kontrastreicher Druck mit gleichmäßigem Rand. Kleine Oberflächenläsur rechts im weißen Rand, geringe weitere Altersspuren, sonst sehr gut erhalten.
5258

Philibert Louis Debucourt (1755–1832, Paris)
5259 Le compliment, ou: La matinée du jour de l‘an; Les bouquets, ou: La fête de la grand-maman. 2 Farbradierungen mit Aquatinta. Je ca. 36,8 x 28,2 cm; 38,6 x 28,8 cm. 1787; 1788. Fenaille 15 V, 16 III (von IV).
1.500 €
Ausgezeichnete bis ganz ausgezeichnete Drucke mit schmalem Rand, teils mit dem vollen Schöpfrand. Minimal angestaubt sowie insgesamt etwas fleckig, „Le compliment“ mit geschlossenen Randeinrissen und diagonaler Quetschspur unten rechts, entlang der unteren Plattenkante mit Falzspur, „Les bouquets“ mit teils ausgebesserten Randläsuren, die gefalzte bzw. partiell gebrochene Plattenkante beinahe umlaufend hinterfasert, weitere Altersspuren, sonst gut erhalten.
Louis Desplaces (1682 – vor 1739, Paris)
5260 Der hl. Bruno von Köln im Gebet. Kupferstich nach Jean Jouvenet. 41,6 x 33,1 cm. IFF 20 II.
1.800 €
Der Altar trägt an der Seite das Wappen von François-Robert Secousse (1660-1736), Doktor der Theologie und Pfarrer von St. Eustache in Paris. Möglicherweise hat er den Kupferstich in Auftrag gegeben. Prachtvoller Druck mit schmalem Rand um die distinkt zeichnende Plattenkante. Geringfügig angestaubt und nur minimale Altersund Gebrauchsspuren, schwach vergilbt, sonst sehr schön und in original unberührter Erhaltung. Aus der Sammlung der Albertina, Wien (Lugt 5f).
Joseph Fratrel (1730 Épinal – 1783 Mannheim)
5261 Die Personifizierungen der Kunst und der Wissenschaft huldigen Carl Theodor von der Pfalz. Radierung und Kaltnadel. 45,2 x 26 cm. 1777. Baudicour II, 196, 11 I (von II), Perrin Stein, Artists and Amateurs: Etching in 18th-Century France, New Haven-London 2013, S. 57-58, 190, Nr. 30.
400 €
Als Vorlage diente ein eigenhändiges Grisaillegemälde aus dem Jahre 1773, das nur unwesentlich größer ist als die druckgraphische Wiederholung und sich heute in der Alten Pinakothek in München befindet (Inv. Nr. 1634). Prachtvoller, kontrastreicher Druck, bis auf die Plattenkante beschnitten. Laut Baudicour ist das Blatt selten im ersten Druckzustand. Minimale Gebrauchsspuren, vereinzelte Klebereste verso, sonst vorzüglich erhalten. Beigegeben ein Abzug des zweiten Druckzustandes mit der veränderten Inschrift. Die Statue rechts vom Obelisken ist gelöscht und mit Laubwerk zugedeckt. Die Platte wurde an zahlreichen Stellen überarbeitet und ist transparenter und heller in der Druckhaltung.
Abbildung Seite 186

5260



Domenico Maria Fratta (1696–1763, Bologna)
5262 Die Zauberin Circe. Radierung nach Donato Creti. 28,5 x 21,8 cm. Unter der Darstellung in schwarzer Kreide handschriftlich bezeichnet „Donato Creti invento e pinx. / Dom. Mar. Fratta scolpi e disegno“. 900 €
Schon früh verlegte sich Domenico Maria Fratta vom Stechen ausschließlich auf das Zeichnen, da er aufgrund einer Augenerkrankung die Reflexionen der Kupferplatten nicht ertrug. Entsprechend klein ist sein druckgraphisches Werk und Radierungen von seiner Hand sind außerordentlich selten. Von unserem Blatt nach Creti ist uns nur ein Abzug im British Museum, London, nachweisbar. Mit der Verlegeradresse von Luigi Guidotti, Bologna. Ausgezeichneter, gleichmäßiger und präziser Druck mit schmalem Rändchen um die Plattenkante. Zwei braune Flecken in der rechten oberen Ecke, wenige weitere, winzige Fleckchen vor allem unten rechts, etwas angestaubt und knittrig, verso an drei Ecken mit Resten einer alten Montierung, weitere unbedeutende Altersspuren, sonst sehr schönes Exemplar.
5262
5261
Gaetano Gandolfi (1734 Matteo della Decima bei Bologna – 1802 Bologna)
5263 Weibliche Figur mit Köcher (Diana?). Radierung. 7,3 x 2,4 cm. De Vesme 14.
300 €
Wunderbares Kleinod in einem ganz ausgezeichneten Druck mit breitem Rand. Dieser leicht fleckig, Knitter- und Gebrauchsspuren, rechts unten geschlossener Randeinriss, sonst jedoch sehr gut. Selten
Jacques Fabien Gautier d‘Agoty (1716 Marseille – 1785 Paris)
5264 Saturn und Philyra. Farbiges Schabkunstblatt von vier Platten in Rot, Blau, Gelb und Schwarz nach Rosso Fiorentino. 31 x 23,9 cm. Um 1741. IFF 23, Singer 231, de Laborde S. 385.
3.500 €
Der französische Maler und Graphiker Jacques Fabien d‘Agoty zählt zu den wichtigsten Erfindern und Verbreitern des frühen Farbdrucks, indem er die von Jakob Christoph Le Blon um 1710 entwickelte Technik des Dreifarbendrucks in Blau, Gelb und Rot weiterentwickelte und um die Farbe Schwarz erweiterte. Le Blon hatte 1737 in Paris für sein Verfahren ein Privileg erhalten; in der Folgezeit musste Gautier seine verfeinerte Methodik gegen den von den Erben Le Blons geäußerten Vorwurf des Plagiats verteidigen, bis auch er 1741 ein auf dreißig Jahre begrenztes Privileg erhielt. Die einzelnen Abzüge unserer Darstellung in London (British Museum), Paris (Bibliothèque Nationale de France) und Dijon (Bibliothèque Municipale) zeigen leichte Farbunterschiede und abweichende Nuancierungen. Ein delikates Sfumato verleiht der Komposition eine betont malerische Qualität. Ausgezeichneter, farbfrischer Druck mit gleichmäßigem Rand. Minimale Erhaltungsmängel, verso vereinzelte Klebereste, sonst vorzügliches Exemplar. Selten. Abbildung Seite 176
Claude Gillot (1673 Langres – 1722 Paris)
5265 nach. Bildnis Claude Gillots im ovalen Bildnisausschnitt. Kupferstich von Jean Aubert. 37,1 x 24,6 cm. IFF (Aubert) 7 I (von II). Wz. Initialen in einer Schrifttafel.
450 €
Versiert ausgeführter Kupferstich nach dem heute verschollenen Gemälde Claude Gillots, der in der Inschrift des hier vorliegenden, ersten Druckzustandes fälschlicherweise noch als ‚Charles‘ bezeichnet wird. Ganz ausgezeichneter Druck vor der Korrektur des Namens, mit schmalem Rand. Die Korrektur wird im IFF nicht explizit beschrieben. Geringfügig fleckig und minimal vergilbt, die Ecken etwas bestoßen und mit kleinen Läsuren, Gebrauchsspuren, sonst sehr gut. Beigegeben eine Radierung nach einer Zeichnung Antoine Watteaus, heute im Rijksmuseum Amsterdam: „Ein Abbé beobachtet die Toilette einer Dame, wohl Rosalba Carriera“, von einem anonymen Künstler für Figures de différents caractères, Nr. 263.

5265

Francisco de Goya (1746 Fuendetodos – 1828 Bordeaux)
5266 Vieja Columbiándose. Radierung mit Aquatinta auf festem, schwerem Bütten. 18,6 x 12,1 cm. Um 1824-1828. Delteil 26, Harris 33 III (von IV).
2.400 €
Das Einzelblatt entstand zwischen 1824 und 1828 in Bordeaux, wo Goya seine letzten Jahre im Exil verbrachte. Prachtvoller, differenzierter und ausdrucksstarker Druck mit Rand aus der für John Lumley 1859 angefertigten Auflage. Harris: „The issue [Lumley-Ausgabe] appears to have been very small“. Lediglich schwache Gebrauchsspuren, minimal stockfleckig und im Passepartout-Ausschnitt leicht lichtrandig, kurze Quetschspur oben rechts, kleine Montierungs- und Klebereste verso, sonst tadellos erhalten. Selten. Aus der Sammlung Tomás Harris (Lugt 4921).
5267 Ni mas ni menos. Radierung mit Aquatinta in Sepia auf Bütten, aus der Folge Los Caprichos, wie auch die folgenden fünf Losnummern. 19,8 x 14,9 cm (Plattenrand); 27,7 x 18,3 cm (Blattgröße). (1799). Delteil 78, Harris 76 III, 1. Ausgabe (von 12).
3.000 €
Blatt 41 der Folge. Prachtvoller, differenzierter Druck mit schön zeichnendem Korn, an drei Seiten mit schmalem bis sehr schmalem Rand, rechts mit schmalem Rändchen. Schwach stockfleckig und in der weißen Ecke unten rechts fingerfleckig, geschlossener Riss im weißen Rand links, die obere Blattkante minimal gebräunt, sonst in schöner Erhaltung.
5267




Francisco de Goya
5268 El Sueño de la Razon produce Monstruos. Radierung mit Aquatinta in Sepia auf Bütten. 21,4 x 15,1 cm (Plattenrand); 27,7 x 18,5 cm (Blattgröße). (1799). Delteil 80, Harris 78 III, 1. Ausgabe (von 12).
15.000 €
Das enigmatische und zugleich programmatisch bedeutende Hauptblatt innerhalb von Goyas einflussreichster graphischer Folge „Los Caprichos“ in einem Abzug vor Abschrägung der Plattenkante aus der ersten, 1799 vom Künstler selbst auf Büttenpapier besorgten Ausgabe. Ganz ausgezeichneter, gegensatzreicher Abzug mit sehr schmalem Rand bzw. Rändchen rechts. Leicht stockfleckig und minimal angestaubt, die äußersten Blattkanten oben und unten schwach gebräunt, sonst in schöner Erhaltung.
5269 Donde vá mamà?. Radierung mit Aquatinta in Sepia auf Bütten. 20,6 x 16,5 cm (Plattenrand); 27,7 x 18,3 cm (Blattgröße). (1799). Delteil 102, Harris 100 III, 1. Ausgabe (von 12).
2.400 €
Blatt 65 der Folge. Ganz ausgezeichneter Druck mit schmalem bis sehr schmalem Rand an drei Seiten, rechts an bzw. teils minimal knapp innerhalb der Plattenkante beschnitten. Einzelne Stockflecken, geringe Knickspuren unten, ebenda und rechts kleine Wasserränder, Fingerflecken in der weißen Ecke unten rechts, die Blattkante oben schwach gebräunt, sonst in sehr guter Erhaltung.
5270 Devota profesion. Radierung mit Aquatinta in Sepia auf Bütten. 20,7 x 16,3 cm (Plattenrand); 27,6 x 18,3 cm (Blattgröße). (1799). Delteil 107, Harris 105 III, 1. Ausgabe (von 12).
1.500 €
Blatt 70 der Folge. Ausgezeichneter Druck mit Rand an drei Seiten, dieser oben und links sehr schmal, rechts bis an bzw. teils minimal knapp innerhalb der Plattenkante beschnitten. Geringfügig stockfleckig und fleckig, schwache Knickspuren unten rechts, ein blasser Wasserfleck am unteren Rand, Bleistifteinzeichnungen etwa im Hintergrund links der Geistlichen, in deren Ohren und Hüten, weiterhin im Rücken und der Kontur des rechten Beines der unten sitzenden Figur, weitere geringe Gebrauchsspuren, sonst in guter Erhaltung.
5269
5270


Francisco de Goya
5271 Unos à otros. Radierung mit Aquatinta in Sepia auf Bütten. 21,5 x 15,1 cm (Plattenrand); 27,7 x 18,2 cm (Blattgröße). (1799). Delteil 114, Harris 112 III, 1. Ausgabe (von 12).
1.500 €
Blatt 77 der Folge. Ganz ausgezeichneter, feinkörniger Abzug mit schmalem bzw. sehr schmalem Rand an drei Seiten, rechts mit schmalem Rändchen. Wasserflecken am rechten und unteren Rand, vereinzelte Stockflecken, unten rechts minimal fingerfleckig, die äußerste Kante oben minimal gebräunt, sonst in sehr guter Erhaltung.
5272 Despacha, que dispiértan. Radierung mit Aquatinta auf Bütten. 21,2 x 15 cm (Plattenrand), 31,5 x 22,3, cm (Blattgröße). (1799). Delteil 115, Harris 13 III, 1. Ausgabe (von 12).
3.000 €
Blatt 78 der Folge. Ausgezeichneter Druck mit dem bei Harris erwähnten zarten, feinkörnigen Aquatintaton der ersten Auflage von 1799. Mit Rand, rechts sowie unten mit dem vollen Schöpfrand. Geringfügig fleckig vornehmlich im weißen Rand, links winzige und unauffällig geschlossene Löchlein, rechts oben geschlossener Randeinriss sowie in der oberen rechten Ecke diagonale Knickspur, Montierungsreste verso, nur geringe Knitter- und Handhabungsspuren, sonst sehr schönes Exemplar.
5273 Tristes presentimientos de lo que ha de acontecer. Radierung mit Aquatinta auf Velin, aus der Folge Los Desastres de la Guerra, wie auch die folgenden beiden Losnummern. 17,6 x 21,8 cm (Plattenrand); 24,8 x 34,5 cm (Blattgröße). Delteil 120, Harris 121 III 1. Ausgabe (von 7).
750 €
Das erste Blatt der Folge. Ausgezeichneter Druck mit Rand um die Plattenkante. Schwach fleckig und gegilbt, einzelne Stockfleckchen, links Spuren alter Fadenheftung, dort winzige Fehlstellen, rechts oben im weißen Rand kleine Läsur etwas braunfleckig, zwei winzige Löchlein, sonst sehr gut erhalten. Abbildung online
5274 Las mugeres dan valor. Radierung mit Aquatinta auf Velin. 15,2 x 20,7 cm (Plattenrand); 24,9 x 34,5 cm (Blattgröße). Delteil 123, Harris 124 III 1. Ausgabe (von 7).
800 €
Blatt 4 der Folge. Ganz ausgezeichneter Druck, der Aquatintaton noch sehr kräftig. Schwach vergilbt, rechts oben am weißen Rand kleine, minimal gebräunte Läsur, links Spuren alter Fadenheftung mit winzigen Randfehlstellen, unten rechts kurze Quetschfalte, sonst sehr schön erhaltenes Exemplar.


Francisco de Goya
5275 Tambien esto. Radierung mit Aquatinta auf Velin. 16,2 x 23,3 cm (Plattenrand); 24,8 x 34,4 cm (Blattgröße). Delteil 162, Harris 163 III 1. Ausgabe (von 7). Wz. Monogramm JGO (Fragment).
800 €
Blatt 25 der Folge. Ganz ausgezeichneter Druck mit kräftigem braunem Aquatintaton und mit Rand. Dieser links mit Spuren alter Fadenheftung, geringfügig fleckig und unten rechts fingerfleckig, sonst tadellos erhalten.
5276 Disparate de Bestia (Otras leyes por el pueblo). Radierung mit Aquatinta auf Bütten. 24,6 x 35,6 cm. Delteil 222 II (von III), Harris 268 III.
1.200 €
Blatt 3 der zusätzlichen vier Blätter zur Folge Los Proverbios, vor der bei Delteil beschriebenen Löschung des Textes. Prachtvoller, kräftiger Abzug mit Rand. Angestaubt, lichtrandig, kleine Randläsuren, links oben im weißen Rand geschlossener Einriss, verso gebräunt, sonst schön. Abbildung Seite 194



Francisco de Goya
5277 Los Proverbios: Disparate de Tontos (Lluvia de Toros); Disparate Conocido (¡Que Guerrero!); Disparate Puntual (Una Reina del Circo); Disparate de Bestia (Otras Leyes por el Pueblo). 4 Radierungen mit Aquatinta auf Bütten. Je ca. 24,2 x 35,5 cm (Plattenrand); 29,3 x 42,7 cm (Blattgröße). Delteil 220-223, Harris 265-268 III.
4.800 €
Alle vier ergänzenden Radierungen zu den Proverbios, welche 1877 posthum erstmals von François Liénard in Paris gedruckt und in der Zeitschrift „L‘Art“ veröffentlicht wurden. Ausgezeichnete bis ganz ausgezeichnete Drucke mit schmalem Rand. Vereinzelt minimal fleckig, oben Klebereste und alte Heftspuren, Delteil 221 und 222 je mit leicht gestauchter Ecke unten links, bei Delteil 222 dort die Spitze fehlend, sonst in schöner Erhaltung.
Christian Haldenwang (1770 Durlach – 1831 Bad Rippoldsau)
5278 Das Chinesische Haus zu Oranienbaum. Aquatinta und Radierung in Braun nach Heinrich Theodor Wehle. 26 x 33,6 cm. 1800. Nicht bei Heller-Andresen, Michels (Ausst. Kat. Die Chalcographische Gesellschaft Dessau, Weimar 1996), Verlagsverzeichnis Nr. 143. 600 €
Zwischen 1793 und 1797 wurde der Inselgarten des barocken Parks in Oranienbaum als englisch-chinesischer Garten umgestaltet. Dieses Ensemble blieb weitgehend erhalten und besitzt heute eine herausragende gartenkünstlerische Bedeutung. Architektonische Akzente setzen darin die durch den Engländer Sir William Chambers inspirierte Pagode und das Chinesische Haus. Ganz ausgezeichneter Druck mit Rand, dieser an zwei Seiten voll. Schwach angestaubt und vereinzelt stockfleckig, punktuelle Randmängel, etwa links eine kleine Läsur, Knickfalten in den unteren Ecken, weitere Alters- und Gebrauchsspuren, sonst in sehr guter, unberührter Erhaltung.


Angelika Kauffmann (1741 Chur – 1807 Rom)
5279 Der bärtige Greis. Radierung und Schabkunst. 12,6 x 8,9 cm. „A. M. Kauffmann fec 1762.“. Andresen 22, Nagler 27.
600 €
Vor der Adresse „J. B. exc.“. Ganz ausgezeichneter Druck der eigenhändigen Arbeit mit breitem Rand. Dieser mit leichtem Lichtrand, verso entlang der äußeren Ränder Klebestreifen, weiterhin nur minimal gebrauchsspurig, sonst tadellos. Selten
Carl Wilhelm Kolbe (1757 Berlin – 1835 Dresden)
5280 Sechs Aktfiguren. Radierung. 19 x 26,2 cm. Martens 35 I (von II). Wz. Anker mit Kleeblatt und Kreuz und den Buchstaben HD.
400 €
Ganz ausgezeichneter Frühdruck vor der Nummer oben rechts, mit breitem Rand um die teils noch gratige Plattenkante, auf dem vollen Bogen mit den originalen Schöpfrändern ringsum. Etwas stockfleckig, vereinzelte Quetschfalten vom Druck, geringe Randschäden, leicht angestaubt und fleckig, sonst in guter und originaler Erhaltung.

5281 Die Löwenjagd: Zwei nackte Frauen und sechs Männer, zum Teil beritten, im Kampf mit zwei Löwen. Radierung. 53,1 x 67,6 cm. Um 1800. Martens 39 III (von IV), Carey/Griffiths: German Printmaking in the Age of Goethe, London 1994, Nr. 70. 12.000 €
Diese Radierung sowie „Fall der Verdammten“ sind die einzigen beiden großen Platten, die Kolbe mit figürlichen Motiven schuf. Das Thema der Löwenjagd ist eine klare Reminiszenz an Rubens, der einige berühmte Gemälde zu diesem Thema malte. Die Komposition findet jedoch keine exakte Vorlage bei Rubens, ebenso wenig wie die bizarre Mischung aus männlichen und weiblichen Aktfiguren, die an diesem Ereignis teilnehmen (Griffiths/Carey, Nr. 70). Zeitlich ist die Radierung um 1800 zu datieren, darauf gibt die Zueignung an den Radierer
Johann Wilhelm Meil (1733-1805) Aufschluss, die in späteren Druckzuständen gemeinsam mit dem Titel hinzugefügt wird; Meil war 1798 Vizedirektor der Berliner Akademie geworden, und trat 1801 die Nachfolge Daniel Chodowieckis als Direktor an. Prachtvoller, äußerst kräftiger und wirkungsreicher Frühdruck bereits mit der Bewölkung, jedoch vor aller Schrift. Mit schmalem, unten mit breiterem Rand um die Einfassungslinie. Geringfügig angestaubt, in den äußeren Rändern vereinzelt einige geschlossene Randeinrisse und ausgebesserte Randschäden, oben sowie unten rechts der Mitte jeweils eine Quetschfalte vom Druck, diese vereinzelt leicht ausgebessert, weitere geringe Altersspuren, im Gesamteindruck vorzügliches Exemplar. Von großer Seltenheit, zumal als früher Abzug. Wir konnten lediglich zwei weitere Exemplare finden, eines ebenfalls in Schwarz gedruckt in der Sammlung des British Museums, London, sowie ein in Braun gedrucktes Exemplar, vgl. Galerie Bassenge, Auktion 119, 1. Juni 2022, Los 5259.
Carl Wilhelm Kolbe


5282 Waldlandschaft mit zwei großen Eichen. Radierung auf gewalztem China. 40 x 50,2 cm. Martens 271 III.
600 €
Ganz ausgezeichneter, kontrastreicher Abzug mit schmalem Rand. Leicht fingerfleckig und minimal gebräunt im äußeren Rand, vereinzelte winzige Randläsuren, oben rechts leicht bestoßen, sonst schön. Beigegeben von demselben die Radierung „Eichenwald mit Wasserloch“ (Martens 231).
5283 Le Bosquet: Waldinneres mit Pansherme und tanzenden sowie musizierenden Nymphen mit Jüngling und Faun. Radierung auf Velin nach Salomon Gessner 46,9 x 37,8 cm. Martens 296 II.
600 €
Brillanter, leuchtender Druck mit schmalem Rand. Vereinzelte Stockfleckchen, kleine Knickfalten, zwei winzige Nadellöchlein im oberen Rand links, weitere geringe Gebrauchsspuren, sonst schön.
Carl Wilhelm Kolbe
5282


5284
5284

Francesco Londonio (1723–1783, Mailand)
5284 Die Folge der zwölf Pastoralen für Lord Exeter 12 Radierungen, weiß gehöht auf graugrünem Bütten. Je ca. 21,5 x 28,5 cm. 1763-64. Nagler 35-46, Scola 53-57 je I (von II bzw. III) 58 II (von IV), 59-64, je I (von II). 2.400 €
Der komplette, 1764 in Neapel entstandene Zyklus - von Nagler zutreffend als „Kapitalfolge“ bezeichnet - zeigt die Vorzüge der Radierkunst Francesco Londonios auf anschauliche Weise. Mensch und Tier sind feinsinnig und mit einem besonderen Blick für ihre ganz spezifischen Eigenheiten charakterisiert. Londonio ist ein Meister in der Wiedergabe von alltäglichen Begebenheiten, seine Schafe, Ziegen und Rinder sind unvergleichlich lebendig getroffen. Kein menschliches Detail entgeht seiner Aufmerksamkeit und so gelingt Londonio eine vollkommene Evokation pastoralen Lebens. In dieser Hinsicht erweist sich der Künstler zutiefst von der Radierkunst der holländischen Italianisanten des 17. Jahrhunderts beeinflusst und auch das graphische Œuvre des Johann Heinrich Roos dürfte zweifellos stilbildend gewirkt haben. Die subtil applizierten Weißhöhungen und das farbige Papier verleihen den in einer feinen, filigranen Radiertechnik behandelten Szenen einen ganz besonderen Schmelz. Ausgezeichnete, nuancierte Drucke der ersten Auflage, mit breitem Rand. Vor der Auflage von Antonio Franchetti. Vereinzelte leichte Alters- und Gebrauchsspuren, sonst in vorzüglich schöner Erhaltung.
Abbildungen Seite 199
Michele Marieschi (1696–1743, Venedig)
5285 Prospekt eines Innenhofes mit phantastischer Palastarchitektur. Radierung mit separater Textplatte. 31,1 x 47,1 cm; 1,9 x 46,5 cm (Textplatte). Succi 1 II, Succi (2013) 1 I (von II). Wz. Bogen.
900 €
Vor der Nummer in der Textplatte. Prachtvoller, differenzierter Druck bis auf die partiell sichtbare Plattenkante geschnitten. Unauffällige, geglättete vertikale Mittelfalte, entlang dieser sorgsame Ausbesserungen und Anfaserungen sowohl recto als auch verso, geschlossene Fehlstelle mit kaum merklich in Feder ergänzter Darstellung im Boden links unterhalb der Treppe, weitere minimale Gebrauchsspuren, sonst in schöner Erhaltung.

5286
Franz Anton Maulbertsch
(1724 Langenargen – 1796 Wien)
5286 Jesus reicht den Gläubigen das Abendmahl, rechts der hl. Petrus. Radierung. 42,8 x 32 cm. Um 1765. Nagler 2.
2.400 €
Obwohl sich Maulbertsch, der größte Maler des Spätrokoko in Österreich, zeit seines Lebens für die Radierungen begeistert, und sich während seiner gesamten Laufbahn um die Herstellung von Drucken nach seinen Gemälden kümmert, sind nur zwölf eigenhändige Radierungen bekannt. Alle stammen aus den letzten zwanzig Jahren seines Lebens. Sein Schwiegervater ist der erste Direktor der Wiener Kupferstecherakademie, Jakob Schmutzer. Dieser fertigt selbst eine Reihe von Radierungen nach Maulbertsch an. Schmutzer wird jedoch in Paris unter Johann Georg Wille zum neoklassizistischen Linienstecher und wird nach
seiner Rückkehr 1766 nie wieder eine Radierung nach Maulbertsch anfertigen, dessen Werk ihm nun hoffnungslos veraltet erscheint. Dies mag ein Grund dafür gewesen sein, dass Maulbertsch beschloss, in späteren Jahren eigene Drucke anzufertigen. Das vorliegende Blatt ist ein frühes Werk, das stilistisch Mitte der 1760er datiert wird und kein Gemälde zur Vorlage hat. Die außergewöhnlichen Gesichtstypen, die bizarren Gesten und extremen Maßstabsverzerrungen in der Komposition werden durch die starke Schrägbeleuchtung von rechts zusammengehalten. Das Blatt zählt zu den Schlüsselwerken der Radierkunst des 18. Jahrhunderts nördlich der Alpen. Ganz ausgezeichneter Druck mit der Plattenkante, teils mit feinem Rändchen. Winziger Einriss im rechten Rand, weiterer kleiner geschlossener Einriss ebenda und im linken Rand, winzige Fehlstelle im unteren Rand, etwas stockfleckig und geringe Altersspuren, sonst in sehr guter Erhaltung.


Jean-Pierre Norblin de la Gourdaine (1745 Misy-faut-Yonne – 1830 Paris)
5287 Selbstbildnis am Radiertisch. Radierung. 13,6 x 14,9 cm. Hillemacher 1 III.
800 €
Das suggestive Selbstbildnis Norblins erreicht in seiner differenzierten Tonalität und Abstufung beinahe die malerische Qualität eines Mezzotints. Ausgezeichneter Druck mit samtener Wirkung und sehr feinem Rändchen um die Plattenkante. Etwas fleckig, links ein winziges Löchlein, oben zwei kurze Randeinrisschen, rechts unten kleiner Einriss, in den Ecken auf einen Untersatz montiert, verso auf dem Untersatzpapier mit einer alten Zuschreibung an „Plonsky“, sonst gut erhalten. Beigegeben von demselben die Radierung „Zaccharias im Tempel“ nach Jan Lievens.
Johann Anton de Peters (1725–1795, Köln)
5288 Die Jungfrau mit dem Kind. Radierung. 9,3 x 6 cm. 1760. Heller-Andresen 2.
750 €
Das druckgraphische Œuvre des in Köln tätigen Malers und Graphikers Johann Anton de Peters zählt lediglich fünf Radierungen, von denen vier Blatt Reproduktionsstiche nach Zeichnungen François Bouchers sind. Die vorliegende, 1760 geschaffene Radierung geht auf eine eigenhändige Invention des Künstlers zurück und ist von größter Seltenheit. Es dürfte sich um seinen ersten Versuch in der Radiertechnik handeln. Ausgezeichneter, nuancierter Abzug mit gleichmäßigem Rand. Minimale Altersspuren, sonst vorzüglich erhalten.
Marco Alvise Pitteri (1702–1786, Venedig)
5289 Ego sum Pastor Bonus - Christus als guter Hirte. Radierung. 34,5 x 25,8 cm. Le Blanc 7.
400 €
Ausgezeichneter, gleichmäßiger Druck mit feinem Rändchen. Insgesamt leicht angestaubt sowie minimal fleckig, geschlossene Randeinrisse links sowie oben links, weitere Alters- und Gebrauchsspuren, sonst noch gut. Beigegeben von Filippo Passarini der Kupferstich „Allegorie auf den Triumph der Kirche“.
Abbildung online


Giovanni Battista Piranesi (1720 Venedig – 1778 Rom)
5290 Frontispiz mit der Statue der Minerva. 2 Radierungen von einer Platte, jeweils linke und rechte Hälfte, auf zwei separaten Bögen. 49,7 x 32,2 cm bzw. 49,5 x 34,1 cm. Um 1748. Hind 2 I (von VII). Wz. Lilie im Kreis (undeutlich).
4.500 €
Ursprünglich dienten die beiden Drucke als Frontispiz für die Vedute di Roma. Vor der Überarbeitung der Platte, vor der Adresse und dem Preis, sowie vor den Nummern. Die beiden Blätter stellen jedoch mehr
als Probedrucke dar: Sie drücken sowohl die Experimentierfreude Piranesis als auch die variable Nutzung seiner Architekturcapricci aus. Piranesi deckte jeweils eine Hälfte der Platte ab, um separate Bögen zu drucken. Infolgedessen konnte er die Blätter nicht nur als Frontispiz, sondern auch einzeln in seinen Opere Varie di Architettura verwenden. Prachtvolle, wunderbar silbrige, nuancierte und klare Drucke auf dem wohl vollen Bogen. Beide Blätter weisen eine horizontale Falz in der Mitte auf, dort verso mit Spuren einer Albumbindung, in diesem Bereich außerdem leicht fleckig und stellenweise berieben, weiterhin nur geringfügig fleckig, Montierungs- und Klebereste verso, sonst tadellos und original erhalten. Äußerst selten
5290
5290


5291
5292

Giovanni Battista Piranesi
5291 Veduta del Mausoleo d‘Elio Adriano (ora chiamato Castello S. Angelo). Radierung, aus der Folge Vedute di Roma, wie auch die folgende Losnummer 43,6 x 55,4 cm. (1754). Hind 30 I (von IV). Wz. Fleur-de-lis im Doppelkreis mit Initialen.
1.200 €
Vor Tilgung des Preises. Ganz ausgezeichneter Druck mit Rand. Dieser etwas altersspurig und minimal fleckig, vertikale Mittelfalte, kurze Quetschfalte im weißen Rand oben, verso kleine Montierungsreste verso oben, sonst sehr gut.
5293 mit Jean-Laurent Legeay, Philothee-Francois Duflos, Jérome Charles Bellicard u.a. „Raccolte di varie vedute di Roma si antica che moderna intagliate ... dal celebre Gianbattista Piranesi e da altri incisori“. Typogr. Titel mit Vignette, 82 Radierungen, davon 47 von Piranesi, je paarweise auf einem Blatt. 8vo. Späterer Leinenband (berieben, einzelne Bestoßungen). Rom, Giovanni Bouchard, 1752. Vgl. Focillon 72-119, Hind S. 76. Wz. Lilie im Kreis mit angehängtem F. 1.800 €
5292 Teatro di Marcello. Radierung. 40,2 x 54,7 cm. (1757). Hind 33 III (von VII). Wz. Fleur-de-lis im Doppelkreis mit angehängten Buchstaben.
1.200 €
Vor dem zusätzlichen Schatten unter der vorgebeugten Figur mittig im Vordergrund und vor Tilgung des Preises. Ganz ausgezeichneter, nuancierter Druck mit zartem Plattenton und breitem Rand. Geglättete vertikale Mittelfalz, zwei kurze Einrisschen unten, die äußerste Eckenspitze unten links mit Abriss, minimal angestaubt und fleckig, sonst in schöner Erhaltung.
Piranesis erste römische Veduten entstanden für den Verleger Fausto Amidei, der sie ab 1745 mit gleichformatigen Darstellungen anderer Künstler als lose Sammlung unter dem Titel Varie Vedute di Roma Antica e Moderna vertrieb. Die Druckplatten wurden wenige Jahre darauf von Giovanni Bouchard angekauft, wohl für seine 1751 erstmals besorgte Auflage von Piranesis Gesamtwerk (Le magnificenze di Roma). Bouchard veröffentliche die kleinformatigen Romveduten zudem ebenfalls als lose angelegtes Kompendium mit neuem Titelblatt. Der Umfang und die Zusammenstellung der überlieferten Exemplare ist daher sehr unterschiedlich. Hier vorliegend eine Ausgabe von Bouchard mit dem Titelblatt von 1752. Ausgezeichnete bis ganz ausgezeichnete, teils tonige Abzüge mit markant zeichnenden Plattenkanten und mit Schöpfrändern an drei Seiten. Leicht stockfleckig bzw. fleckig sowie angestaubt, vier Blatt hinten mit kleinem Wasserrand unten rechts, weitere geringe Handhabungsspuren, sonst in wunderbar originaler, unberührter Erhaltung.

5294
Edmé Quenedey (1756 Riceys-le-Haut – 1830 Paris)
5295 Bildnis des Joseph Haydn. Radierung und Aquatinta auf Velin. 24,7 x 18 cm. Portalis/Beraldi, III, S. 365, René Hennequin: Edme Quenedey: Portraitiste au physionotrace Seconde partie: son oeuvre (1788-1829), Troyes 1927, S. 126f.
750 €
Der Bildniszeichner und Radierer Edmé Quenedey arbeitete zunächst in Paris als Porträtminiaturist und trat im April 1788 in die Werkstatt des Gilles-Louis Chrétien (1754-1811) ein. Chrétien hatte 1786 in Versailles das Verfahren der „Physionotrace“ entwickelt, bei der ähnlich wie bei einem Silhouettierstuhl ein Apparat zur rationalisierten Herstellung von Profilporträts verwendet wurde. Quénedey war im Atelier zunächst für die Anfertigung der Porträtzeichnungen zuständig, die später von Chrétien radiert wurden. Nach Unstimmigkeiten zwischen den beiden Künstlern machte Quénedey sich jedoch Ende 1789 mit einer eigenen Werkstatt als Physionotracist in Paris selbstständig. Zwischen 1808 und 1813 gab er eine Serie mit Bildnissen bedeutender Komponisten heraus, zu der auch das vorliegende Porträt Haydns gehört. Das Blatt ist selten. Ein weiterer Abzug befindet sich im Musée Carnevalet, Paris (Inv. Nr. G 19210). Ausgezeichneter, gleichmäßiger Druck mit Rand.
Cornelis Ploos van Amstel (1726 Weesp – 1798 Amsterdam)
5294 Blumenstillleben mit Rosen und Wildblumen. Farbradierung nach Jan van Huysum, mit reichem zeitgenössischem Kolorit, wohl von Oswald Wijnen (1736 Heusden - 1790 Amsterdam). mit Gold eingefasst. 24,6 x 16,8 cm. Mit brauner Feder annotiert: „Jan van Huysum fecit 1735“. Laurentius 66.
800 €
Ploos van Amstel etablierte neue Techniken in der Reproduktionsgraphik und schuf die Gattung der „prenttekening“. Das opulente Blumenstillleben ist Beispiel für diese seltenen Farbradierungen von seiner Hand, hier nach Vorlage Jan van Huysums. Das Blatt kommt häufig mit einer akzentuierenden und prägnanten Handkolorierung, die sehr wahrscheinlich von Oswald Wijnen ausgeführt wurde (vgl. das Exemplar im British Museum, London). Ausgezeichneter Druck mit der vollen Darstellung, reich und frisch koloriert, entlang des äußeren Randes mit feiner, goldgehöhter Rahmung. Schwache Alters- und Gebrauchsspuren, recto entlang der äußeren Kanten mit Montierungs- und Kleberückständen, sonst insgesamt gut. Selten. Verso mit der Wappenkartusche von Ploos van Amstel (Variante zu Lugt 2725).

5295
Druckgraphik des 18. Jahrhunderts

Pieter Schenck (Verleger, 1660 Elberfeld – 1713 Amsterdam)
5297 Bildnis der Christiane Theresia von SachsenWeißenfels, geb. Löwenstein, mit Blume. Farbradierung à la poupée. 25,2 x 18,2 cm. „Pieter Schenck exc.“. Nicht bei Hollstein (Johannes Teyler and Dutch Color Prints).
800 €
Ausgezeichneter Druck mit Rändchen. Schwache Knitterspuren am oberen Rand, sonst schönes Exemplar. Beigegeben aus dem Umkreis von Johann Teyler die Farbradierung „Edeldame mit Dreizack auf einem Delphin reitend“ sowie eine weitere Farbradierung „Bauernpaar“, beide jeweils „à la poupée“ sowie ca. 68 Blatt mit Vignetten von Salomon Gessner.
Augustin de Saint-Aubin (auch Auguste, 1736–1807, Paris)
5296 Der Künstler und seine Frau: Au moins soyez discrets; Comptez sur mes serments. 2 Kupferstiche. Je ca. 36,4 x 26,2 cm. (1789). Le Blanc 162-163 I (von III). Wz. Schriftzug.
600 €
Charmante Pendantbildnisse des Künstlers selbst und seiner Gemahlin, Louise-Nicole Godeau, vor aller Schrift und der Adresse unten. Ganz ausgezeichnete, gleichmäßige und klare Frühdrucke jeweils mit breitem Rand. Verso schwach stockfleckig, insgesamt minimal angestaubt und gebrauchsspurig, sonst einheitlich und sehr gut erhalten. Beigegeben vier Portraitstiche, ein Kupferstich von Edelink „Jacques Blanchard“, von Robert Nanteuil „Henri de Mesmes“ sowie zwei Blätter von Pierre Drevet.

5296
5297

Georg Friedrich Schmidt (1712 Schönerlinde bei Berlin – 1775 Berlin)
5298 Des Künstlers Frau, nähend. Radierung. 12 x 9,5 cm. (1753). Wessely 105 II.
400 €
Das intime Portrait der nähenden Dorothée Louise Viedebrandt, der Frau des Künstlers, in einem ganz ausgezeichneten Druck mit breitem Rand. Im weißen Rand unbedeutend stockfleckig, sonst in sehr schöner Erhaltung. Aus der Sammlung François Heugel (Lugt 3373).
Martin Johann Schmidt (gen. Kremser-Schmidt, 1718 Grafenwörth – 1801 Stein a.d. Donau)
5299 Die Erziehung von Satyrkindern. Radierung. 13,4 x 8,7 cm. 1771. Garzarolli/Thurnlackh 20, Feuchtmüller 21.
400 €
Ausgezeichneter Druck mit Rand. Etwas stockfleckig, durchschlagende Leimspuren an den Ecken, unauffällige geglättete horizontale Falte, weitere leichte Altersspuren, sonst in guter Erhaltung. Aus einer unbekannten Sammlung „F mit Krone im Oval“ (nicht bei Lugt).

5298
5299

Georg Friedrich Schmoll
(tätig um 1774 in Ludwigsburg – 1785 Urdorf)
5300 nach. Bildnis des jungen Johann Wolfgang von Goethe im Profil nach rechts. Radierung. 11,2 x 9,5 cm. Um 1774. Nicht bei Nagler, Schulte-Strahaus, Die Bildnisse Goethes, 15 (vor der Rahmung).
1.200 €
Das Bildnis wurde in Band 3 von Johann Caspar Lavaters „Physiognomische Fragmente“ von 1777 auf S. 222 verwendet, wo es Schilderungen zu Goethes Künstlerpersönlichkeit begleitet: „Hier endlich einmal Göthe - zwar nur so wahr, als wahr ein Gesicht, wie das seinige, auf Kupfer zu bringen möglich ist - Nein! auch das nicht, denn zu kraftlos unbestimmt ist doch der Schatten am Backenbeine; um ein Haar zu
kleinlich das Aug und der Mund - und dennoch so wahr, als irgend ein Porträt von ihm, oder von irgend einem interessanten Kopf in Kupfer gebracht worden ist.“
Das Bildnis des 25-jährigen Goethe folgt einer wohl im Sommer 1774 entstandenen Zeichnung Georg Friedrich Schmolls, der möglicherweise selbst auch Urheber der Radierung gewesen sein könnte; im selben Jahr erschien der bedeutende Briefroman „Die Leiden des jungen Werthers“, der den Ruhm des großen deutschen Dichters mitbegründete. Ganz ausgezeichneter, klarer, wohl Probedruck separat von der Buchauflage gedruckt und vor der zusätzlichen, radierten Rahmung. Minimale Alters- und Gebrauchsspuren, sonst tadellos erhalten. Beigegeben ein Kupferstich von Moritz Steinla nach Ferdinand Jagemann „Bildnis der Anna Amalia mit weißem Tuch“.
5300

Christian Gottfried Schultze (1749–1819, Dresden)
5302 Porträt von Johann Georg Palitzsch. Kupferstich. 35,6 x 26,4 cm. Le Blanc 26 I (von II), Nagler 4. 450 €
Vor der Schrift. Prachtvoller, differenzierter Druck mit schmalem bzw. breitem Rand. Etwas angestaubt und fingerfleckig, im weißen Rand unten Bleistiftannotationen, sonst tadellos. In diesem Druckzustand außerordentlich selten
Jakob Matthias Schmutzer (1733–1811, Wien)
5301 Das Martyrium des hl. Nepomuk. Radierung nach Franz Anton Maulbertsch. 36 x 25,4 cm. (1767). Nicht bei Nagler, Le Blanc, aus 7-12. Wz. Wappen. 400 €
Aus der 6-teiligen Folge mit Szenen aus dem Leben des hl. Nepomuk, die im Auftrag der Nepomukbruderschaft bei den Piaristen entstand. Ausgezeichneter Druck wohl mit der vollen Darstellung nach einer Ölskizze Maulbertschs (ehemals Slg. Anton Schmid Wien, s. Haberditzl: Franz Anton Maulbertsch, Wien 2006, S. 161, Abb. 130).
Kleine ausgebesserte Stelle über den gebundenen Händen Nepomuks, leichte Altersspuren, sonst in sehr guter Erhaltung. Aus einer unbekannten Sammlung CD (nicht bei Lugt).

5302
5301
Druckgraphik des 18. Jahrhunderts

Franz Sigrist (1727 Altbreisach – 1803 Wien)
5303 Tobias heilt seinen Vater mit der Fischgalle. Radierung. 24,1 x 17,2 cm. Um 1752. Nagler 1. 1.500 €
Sigrist radierte insgesamt nur drei Blätter, deren Seltenheit bereits Nagler feststellte. Ausgezeichneter Druck teils mit feinem Rändchen, sonst mit Rändchen um die Einfassungslinie. Kleine Ausbesserung an der linken oberen Ecke, geringfügig fleckig, vereinzelte schwache Knickfalten, leichte Quetschfalte am oberen Rand, sonst in vorzüglicher Erhaltung.
5304 Job auf dem Misthaufen von seiner Frau und den Freunden verspottet. Radierung. 24,1 x 19,7 cm. Nagler 2. Wz. Posthorn mit Buchstaben „LH“ (?).
1.200 €
Ausgezeichneter Druck mit Rändchen um die Einfassungslinie, teils um die Plattenkante. Vereinzelte Fleckchen, unauffällige geglättete Knickfalten, Montierungsreste verso, sonst tadellos. Sehr selten. 5304

Franz Sigrist
5303

John Skippe (1742 Ledbury, Herefordshire – 1811 Overbury)
5305 Lesende Sibylle. Holzschnitt nach Michelangelo, auf blauem Papier. 38,5 x 24,7 cm. 1782. Le Blanc 14. 750 €
Ausgezeichneter Druck mit der vollen Darstellung, unten mit dem separat gedruckten Schriftrand mit der Zueignung an John Baptist Malchair. Auf dem originalen Untersatzpapier montiert, dort mit Feder eingefasst. Lediglich schwache Gebrauchsspuren, das Untersatzpapier bestoßen und mit kleinen Randläsuren, sonst sehr schön erhalten.
Pierre Subleyras (1699 Uzès – 1749 Rom)
5306 Das Gastmahl im Hause des Simon. Radierung. 24,6 x 60,8 cm. 1738. Robert-Dumesnil 3, Ausst. Kat. Subleyras 1699-1749, hrsg. v. P. Rosenberg, O. Michel, Paris, Musée du Luxembourg, 1987, S. 200, IV (von V). Wz. Fleur-de-lis und Schriftzug.
1.200 €
Das großformatige, sehr sorgfältig und anspruchsvoll ausgeführte Blatt gilt als das druckgraphische Hauptwerk des Künstlers („sans nul doute le chef-d‘œuvre du maître“, Robert-Dumesnil) und reproduziert das 1737 in Rom entstandene Gemälde, das Subleyras‘ Ruf als Maler endgültig etablieren sollte. Das enorme, annähernd sieben Meter breite Gemälde war bestimmt für das Refektorium des Klosters Santa Maria Nuova in Asti und befindet sich heute im Musée du Louvre in Paris. Bereits ältere Autoren wie Portalis und Beraldi haben auf die große Seltenheit der Radierung hingewiesen („les pièces gravées par Subleyras sont d‘une extrême rareté“, Les graveurs du Dix-huitième siècle, Bd. III, Paris 1882, S. 574). Die Radierung liegt hier im seltenen vierten Druckzustand vor dem zusätzlichen Schriftzug am unteren Bildrand und den weiteren finalen Überarbeitungen vor. Prachtvoller, harmonischer und gegensatzreicher Druck mit breitem Rand um die deutlich zeichnende Plattenkante. Minimale Altersspuren, sonst vorzügliches Exemplar. Aus der Sammlung François Heugel (Lugt 3373).

Pierre-Louis Surugue (1717–1771, Paris)
5307 L‘Antiquaire. Kupferstich und Radierung nach Jean-Baptiste Siméon Chardin. 31,5 x 24,4 cm. Le Blanc 18. Wz. Schriftzug im Kreis. 400 €
Die sogenannten Singerien, Affen, die menschliche Handlungen imitieren, entstammten der flämischen Malerei des Barock und erfreuten sich im französischen Rokoko besonderer Beliebtheit. Chardins gemalte Pendants L‘Antiquaire und Le Peintre, befinden sich heute im Musée des Beaux Arts Chartres (Inv. 6596 und 6597). Surugue stach beide mit begleitenden Bildunterschriften nach, die die künstlerische Nachahmung der Natur sowie die kunstgeschichtliche Gelehrsamkeit mit ironischem Unterton kommentieren. Prachtvoller Abzug mit schmalem Rand um die deutlich zeichnende Plattenkante. Vorzüglich erhalten.
Giovanni Battista Tiepolo (1696 Venedig – 1770 Madrid)
5308 Filosofo in piedi con gran Libro - Der stehende Philosoph mit dem großem Buch und zwei weitere Figuren. Radierung. 13,5 x 17,4 cm. De Vesme 8, Rizzi (1970) 33, Rizzi (1972) 34, Succi 46. 900 €
Ganz ausgezeichneter, kräftiger Druck mit Rand. Dieser unten etwas fleckig, Spuren alter Fadenheftung im linken weißen Rand, weitere Alters- und Gebrauchsspuren, sonst sehr gut.


5307
5308



Giovanni Battista Tiepolo
5309 Cavaliere presso il suo Cavallo - Der Kavalier bei seinem Pferd stehend. Radierung. 14 x 17,8 cm.
De Vesme 12, Rizzi (1970) 37, Rizzi (1971) 38, Succi 50. 1.200 €
Prachtvoller, klarer Druck mit Rand, an einer Seite mit schmalem Rand um die Plattenkante. Etwas fleckig vornehmlich verso, die untere linke weiße Ecke abgerissen, Leimspuren verso, diese unten links leicht durchschlagend, kleine Montierungsreste verso, sonst in guter Erhaltung.
Giovanni Domenico Tiepolo (1727–1804, Venedig)
5310 Johannes der Täufer predigend. Radierung und Grabstichel nach Giovanni Battista Tiepolo 21,1 x 27,8 cm. De Vesme 31, Rizzi (1970) 104 I (von II), Rizzi (1971) 108 I (von II), Succi 81 I (von II).
1.200 €
Ganz ausgezeichneter, kontrastreicher Druck mit breitem Rand, vor der Nummer. Geringfügige Altersspuren, minimal fleckig und gebräunt, recto mit einer verblassten Sammlermarke, sonst gut erhalten.
5311 Die Taufe Christi. Radierung und Grabstichel nach Giovanni Battista Tiepolo. 23,9 x 30,5 cm. De Vesme 32, Ricci (1970) 106, Ricci (1971) 110, Succi 82 II (von III).
1.200 €
Ganz ausgezeichneter, kontrastreicher Druck mit breitem Rand, an drei Seiten mit dem Schöpfrand, vor der Nummer. Geringfügige Altersspuren, minimal fleckig und gebräunt, die Ränder schwach knitterfaltig und ein Risschen rechts, recto mit einer verblassten Sammlermarke, sonst gut erhalten.
5309

Giovanni Domenico Tiepolo
5312 Der hl. Gaetano (Kajetan) von Thiene. Radierung nach Giovanni Battista Tiepolo. 36,9 x 22 cm. De Vesme 62, Rizzi (1970) 127 II, Rizzi (1971) 131 II, Succi 93 III. Wz. Tre Lune.
1.500 €
Prachtvoller, gegensatzreicher und dabei nuancierter Druck mit gleichmäßig schmalem Rändchen um die markant und teils gratig zeichnende Plattenkante. Schwach stockfleckig, winziges Fleckchen auf dem Revers des Heiligen, kleine Randläsur unten links, verso entlang des oberen Randes sowie in den unteren beiden äußeren Ecken kleine Rückstände einer alten Montierung, sonst in tadelloser und sehr schöner Erhaltung.
Giovanni Domenico Tiepolo
5313 Dreiviertel-Portrait eines Alten mit Bart. Radierung nach Giovanni Battista Tiepolo. 12,4 x 9,3 cm. Um 1772-73. De Vesme 164, Rizzi (1970) 204 I (von II), Rizzi (1971) 208 I (von II), Succi 143 I (von II). Wz. Krone.
1.800 €
Giovanni Battista Tiepolos Sohn Domenico stach die Serie der Raccolta di Teste nach den Vorlagen seines Vaters in zwei Etappen, wobei die ersten 27 Radierungen um 1757 entstanden. Nach dem Tod seines Vaters 1770 fertigte Domenico weitere 33 Porträts von Philosophen an und veröffentlichte alle Radierungen in zwei Alben, die jeweils 30 Tafeln und ein Titelblatt enthielten. Der hier dargestellte Kopf entspricht jenem des in einem leuchtenden Gelb gekleideten Orientalen auf Giambattistas Gemälde Das Bankett der Kleopatra (1743-44) in der National Gallery of Victoria in Melbourne. Ganz ausgezeichneter, teils gratiger Frühdruck mit Rand um die deutlich zeichnende Plattenkante. In vorzüglicher Erhaltung.

5313
5312
Johann Georg Trautmann (1713 Zweibrücken – 1769 Frankfurt a. M.)
5314 Orientale mit Turban. Radierung. 8,3 x 7,3 cm. Nagler (Nothnagel) 47, Nagler 5.
400 €
Prachtvoller, harmonischer Abzug mit der vollen Darstellung, partiell mit Spuren der Plattenkante. Ganz schwach angestaubt, verso in den Ecken montiert, sonst tadellos. Sehr selten. Aus der Sammlung der Fürsten zu Liechtenstein, auf deren Untersatz.
Paul Troger (1698 Welsberg – 1762 Wien)
5315 Seifenblasender Putto unter antiken Fragmenten (Allegorie auf die Vergänglichkeit). Radierung. 9,2 x 12,1 cm. Nagler 17, Aschenbrenner/Schweighofer 297.
400 €
Ausgezeichneter Druck mit zartem Ton meist an die Plattenkante geschnitten, unten rechts minimal knapp auf diese. Nur ganz geringe Alters- und Gebrauchsspuren, jeweils eine winzige Ausbesserung über dem Kopf des Putto und am Griff des Kraters, sonst gut erhalten. Beigegeben von Christian von Mechel die Radierung „Tombeau de Madame Langhans“ (Nagler 14).


5314


5316 Landschaft mit einem ruhenden Esel und einem Ochsen. Radierung. 9,1 x 12,1 cm. Nagler 22, Aschenbrenner/Schweighofer 300.
750 €
Eines der beiden Viehstücke Trogers, die Nagler zufolge nur sehr selten vorkommen. Ganz ausgezeichneter, kräftiger Druck mit zartem Plattenton, mit schmalem Rändchen. Montierungsreste verso, leicht angestaubt, sonst tadellos.
Francisco Vieira de Matos (1699–1783, Lissabon)
5317 Minerva schützt Koronis vor dem liebesentbrannten Neptun. Radierung nach Benedetto Luti. 29 x 21,8 cm. 1724. Nagler 4. 750 €
Unsere Radierung, die Nagler als Vieiras Hauptblatt bezeichnet, schildert eine weniger bekannte Episode aus dem zweiten Buch von Ovids Metamorphosen. Der schönen Koronis, Tochter des lykischen Königs Koroneus, wird während eines Spaziergangs am Meer von dem liebesentbrannten Neptun nachgestellt. Minerva eilt dem jungen Mädchen zu Hilfe und verwandelt sie in einen Vogel, damit sie dem lüsternen Gott entfliehen kann. Ausgezeichneter Druck mit Rand um die Plattenkante. Insgesamt etwas angestaubt, größere dünne Stelle im Bereich der Minerva und ihrem Schild, verso leichte Klebespuren, sonst sehr schön und original erhalten. Verso mit einer bisher unidentifizierten Sammlermarke (Lugt 5464).
Paul Troger

Antonio Visentini (1688–1782, Venedig)
5318 Campo di San Salvatore e Scuola di San Teodoro. Radierung. 27,5 x 43,1 cm. (1742). Nagler, aus 4, Succi 35 I (von III), Romanelli 31 I (von IV). Wz. Nebenmarke „AS“.
600 €
Vor dem bilingualen Titel. Ganz ausgezeichneter Druck mit schmalem Rand um die Plattenkante. Geringfügige Alters- und Gebrauchsspuren, sonst in sehr schöner und originaler Erhaltung.
Bernhard Vogel (1683 Nürnberg – 1737 Augsburg)
5319 Hl. Bartholomaeus. Schabkunstblatt. 34,7 x 25 cm. 1735. Nicht bei Nagler, Le Blanc 98, Safarik (1923) 13 I (von II).
600 €
Vor dem Privileg und der Nummer. Ganz ausgezeichneter, samtiger Abzug mit schmalem, unten mit breitem Rand. Verso geglättete horizontale Mittelfalte, etwas angestaubt und leicht fingerfleckig im weißen Rand, zarte Quetschfältchen, die äußeren Kanten minimal gebräunt, sonst in sehr schöner Erhaltung. Sehr selten

5319
5318


Anton Maria Zanetti (1680–1767, Venedig)
5320* Eine Gruppe Männer und Frauen. ClairobscurHolzschnitt von zwei Blöcken in Grün und Schwarz, nach Parmigianino, separate Textplatte. 21,9 x 17,2 cm. 1741. B. 62. Wz. Tre Lune (Untersatzpapier).
750 €
Die Zeichnung Parmigianinos befindet sich im Szépmüvészeti Múzeum, Budapest (Inv. 1888). Prachtvoller, farbsatter Druck bis auf die Einfassung beschnitten. Auf zeitgenössischer, wohl originaler Montierung mit Heftspuren links, diese minimal wellig, sonst in vorzüglicher Erhaltung.
5321* Die Israeliten durchqueren das Rote Meer. Clairobscur-Holzschnitt von drei Blöcken in Gelb, hellem und dunklem Olivgrün nach Raffael. 22,3 x 34,9 cm. 1740. B. 71. Wz. Tre Lune (Untersatzpapier)
600 €
Das Original Raffaels ist verloren, Zanetti arbeitete wohl nach einer heute Luca Penni zugeschriebenen Kopie im Louvre (Inv. 3850). Prachtvoller, farblich schön abgestimmter Druck an drei Seiten mit feinem Rändchen um die Einfassung, rechts bis an diese beschnitten. Auf zeitgenössischer, wohl originaler Montierung mit Heftspuren oben, ein Fleck im Oberrand, sonst in vorzüglicher Erhaltung. Beigegeben von Zanetti nach Parmigianino „Die Darbringung im Tempel“ (B. 64).
5320
5321

Adrian Zingg (1734 St. Gallen – 1816 Leipzig)
5322 Blick auf Briesnitz an der Elbe. Umrissradierung in Braun mit eigenhändiger Kolorierung, in schwarzer Feder eingefasst, original auf Bütten aufgezogen. 31,7 x 45,2 cm (Einfassungslinie), 38 x 46,5 cm (mit originalem Untersatz). Rechts unterhalb der Darstellung in brauner Feder signiert „A. Zingg“, unterhalb der Darstellung betitelt „Vue de Priesnitz sur l‘Elbe près de Dresde“.
1.500 €
Ganz ausgezeichneter Druck mit wirkungsreich differenziertem Kolorit und der vollen Darstellung. Geringfügig gegilbt und stockfleckig, oberflächliche Schramme am Oberrand mittig, Reste von Montageband recto entlang der Außenkanten des Untersatzpapieres, weitere Altersund Gebrauchsspuren, sonst in sehr guter und originaler Erhaltung.
5322


Papierantiquitäten

5323 Alpenländisch, 18. Jh. Fêtes Galantes. Collage aus silhouettierten, kolorierten Kupferstichen, Stickund Webarbeiten mit Kupferplättchen und Silberfaden. 19,4 x 29,5 cm (lichtes Maß). Unter Glas gerahmt.
1.500 €
5324 Deutsch, 18. Jh. Jagdgesellschaft vor einer Stadt. Papiercollage aus kolorierten, silhouettierten Kupferstichen. 20,2 x 29,5 cm. Unter Glas gerahmt.
1.500 €
5325 Deutsch, 18. Jh. Ca. 58 silhouettierte Darstellungen: Kartuschen, Figuren, Tiere, Pflanzen. Kolorierte, silhouettierte Kupferstiche. Unterschiedliche Formate. 600 €
Teils mit einer Stecknadel auf einem Büttenpapier montiert.
5325


5328
5326


5326 Deutsch, 18. Jh. Ca. 85 silhouettierte Darstellungen: Figuren, Tiere, Pflanzen. Kolorierte, silhouettierte Kupferstiche. Unterschiedliche Formate.
750 €
Teils mit einer Stecknadel auf einem Büttenpapier montiert.
5327 Jean Jacques Leveau (1729 Rouen - 1786 Paris) und René Gaillard (1719-1790, Frankreich). Les Bergers Romains; Le Moineau Apprivoisé. 2 Kupferstiche, mit einer umlaufend angebrachten, getrennt gedruckten, oktogonalen Rahmenleiste. Je ca. 34 x 40,5 cm (Darstellung); je ca. 39 x 45 cm (Rahmenleiste). Le Blanc (Leveau) 31, (Gaillard) 45.
450 €
Offensichtlich zur Anbringung an der Wand eines Grafikkabinetts zeitgenössisch mit einer gedruckten Rahmung versehen. Ganz ausgezeichnete Drucke, auf die Darstellung geschnitten bzw. die Ecken diagonal abgeschrägt. Etwas gebrauchsspurig, Le Blanc 31 mit kleinen, weiß gehöhten Risschen im Bereich des Ruinensockels, je aufgezogen und montiert, sonst schön.
5328 Norditalien, um 1800. Remondini-Papiere. Kattunpapiere. 3 Blatt. Farbige Kleisterfarben auf Büttenpapier bzw. Velin. Folio.
300 €
1. und 2. Durchgehende Musterung mit klassizistischen Blumenvasen und Rankenumrahmung in Gelb, Blau, Hell- und Dunkelrosa auf gelatiniertem Büttenpapier. Vier üppige Blumenfriese geteilt durch tornierte Bänder in Gelb, Blau Hell- und Dunkelrosa auf Velin, mit dem Trockenstempel Remondinis. Sämtlich auf den vollen Bögen, meist mit Schöpfrändern. Geringe Alters- und Gebrauchsspuren, zwei Blatt mit leichter Falzspur oben, sonst in schöner und originaler Erhaltung. Beigegeben zwei kolorierte Stiche aus Remondinis Werkstatt mit den Personifikationen der Elemente Wasser und Feuer.
5327
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5329
Druckgraphik des 19. Jahrhunderts
Luigi Ademollo (1764 Mailand – 1849 Florenz)
5329
Eine Naumachie. Radierung mit Aquatinta aus Gli spettacoli della antica Roma. 44,5 x 60,5 cm. 1837. Meyers Allgem. Künstler-Lexikon, aus 7.
600 €
In Zusammenarbeit mit seinem Sohn Agostino schuf der Luigi Ademollo 81 großformatige Tafeln zu römischen Theater- und Festveranstaltungen. In dem Text Gli spettacoli della antica Roma beschrieb Agostino Ademollo die Orte und ephemeren Elemente der antiken Inszenierungen und benannte die einzelnen von seinem Vater ausgeführten Tafeln. Vorliegendes Blatt, bei dem es sich um Tafel V der siebten Lieferung handeln könnte, zeigt eine Naumachie, ein Seespektakel in einem römischen Theater (vgl. Agostino Ademollo, Gli spettacoli dell‘Antica Roma, descrizione istorica, Firenze 1838, S. 193). Prachtvoller Abzug mit schmalem Rand um die deutlich zeichnende Plattenkante. Ein ergänzter Ausriss am unteren Rand rechts, weitere sorgfältig ausgebesserte Risse im unteren Rand, geglättete vertikale Mittelfalte, leichte Altersspuren, sonst in guter Erhaltung.

Hyacinthe Victor Jean-Baptiste Aubry-Lecomte (1787 Nice – 1858 Paris)
5330 Agandecca, Guerrier Français, Starno; Starno. 2 Lithographien auf Velin nach Anne-Louis Girodet de Roussy-Trioson. 54 x 35,5 cm. 1821. IFF Après 1800, S. 213.
1.200 €
Im Jahr 1800 wurde Girodet damit beauftragt, den salon doré im Château de Malmaison bei Paris auszustatten. Girodets monumentales Werk stellt den legendären schottischen Barden Ossian und seine Anhänger dar, die französische Kriegshelden im Paradies willkommen heißen. Als Girodet seinen Lehrer Jacques-Louis David einlud, das Gemälde in seinem Atelier zu betrachten, rief David aus: „Il est fou Girodet ! Ou je n’entends plus rien à l’art de la peinture. Ce sont des personnages de cristal qu’il nous a faits là !“
Die vorliegenden Lithographien Nummer 5 und 6 sind Teil einer insgesamt 16 Blatt umfassenden Folge mit Details zu einem großformatigen Gemälde Girodets. Nummer 5 fängt einen besonders spannungsgeladenen Moment ein: Ossians Feind Starno, rechts angedeutet, packt Ossians Tochter Agandecca am Haar, als diese versucht, die siegreichen französischen Soldaten zu erreichen. Der Soldat in der Mitte wehrt Starnos ausgestreckte Klinge ab und sticht ihm ins Auge; das zweite Blatt zeigt noch einmal das Detail Starnos in größer. Prachtvolle Drucke mit dem wohl vollen Rand. Etwas angestaubt, Starno zusätzlich leicht stockfleckig, die Ränder teils bestoßen und mit ausgebesserten Randläsuren, sonst insbesondere die Darstellungen in sehr schöner Erhaltung. Jeweils mit dem Trockenstempel von AnneLouis Girodet de Roussy Trioson (Lugt 5272).
Ferdinand Berthold (1799 Meissen – 1838 Dresden)
5331 Sonntag. Gedicht in sechs Gesängen von Ludwig Bechstein, erfunden und radiert von Ferdinand Berthold. 6 Radierungen, passepartouriert und lose in einem elegnaten, modernen Halbleder-Pappband. Je ca. 23 x 32,7 cm. Leipzig, Verlag C. G. Boerner, (1832). Meyers Allgem. Künstler-Lexikon 2-7, Andresen 2-7, je IV, John Ittman: The Enchanted World of German Romantic Prints 1770-1850, Philadelphia 2017, S. 72, Abb. 52. 3.000 €
Ferdinand Berthold war Schüler an der Dresdener Akademie, wo er unter Franz Gerhard von Kügelgen studierte. Eine frühzeitige Krankheit fesselte den Künstler beständig an sein Zimmer, so dass er in erster Linie Autodidakt war, weshalb es nur sehr wenige Arbeiten von ihm gibt. Sein Hauptwerk ist zweifelsohne der Graphikzyklus „Sonntag“, der in Anlehnung an die Faustillustrationen von Peter Cornelius entstanden ist und zu dem der Dichter und Altertumsforscher Ludwig Bechstein (1801-1860) erklärende Lieder verfasste. Andresen beschrieb die Folge 1866 ganz im Vokabular des 19. Jahrhunderts als „reiche, schöne und edle Darstellungen aus dem Sonntagsleben einer wohlhabenden, bürgerlichen Familie vom frühen Kirchengang bis zum Abendsegen, im Stil des 16. Jahrhunderts, ebenso wahr charakterisiert als warm, lebendig und poetisch aufgefasst“ (Andresen, Bd. I, S. 61f.). Unbestritten handelt es sich um ein druckgraphisches Meisterwerk der deutschen Frühromantik. Prachtvolle, klare und markante Abzüge mit Rand. Nur vereinzelt schwach stockfleckig, sonst in einheitlich vollkommener und unberührt schöner Erhaltung.


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Antonio Bramati (1799 Vaprio – 1875 Mailand)
5332 mit Luigi (1801-1860) und Giuseppe Bramati (1795-1871). Der Mailänder Dom. Radierung und Aquatinta alt koloriert und gouachiert, mit Einfassungslinie in Schwarz sowie braun gouachiertem Rand. 52,5 x 72,5 cm (Darstellung), 60,4 x 80 cm (Blattgröße).
1.200 €
Die Brüder, Zeichner und Kupferstecher Bramati, tätig in Mailand in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, gelten als die fruchtbarsten auf dem Gebiet der Architekturansichten ihrer Zeit. Aufgrund ihrer gemeinsamen Tätigkeit und einer gewissen Einheitlichkeit in ihrer künstlerischen Ausrichtung und den behandelten Motiven aus der Mailänder Umgebung ist es nicht leicht, den Anteil jedes Einzelnen zu bestimmen. Prachtvoller Druck mit Rand von gemäldehafter Wirkung und in prächtigem zeitgenössischem Kolorit. Kleine Farbverluste am gouachierten Rand und minimal fleckig, sonst in sehr guter, farbfrischer Erhaltung. Mit dem Stempel des Mailänder Graphikhandels Genevresi e Vallenzasca, Via Rastrelli Nr. 4906.
Rodolphe Bresdin (1825 Ingrande – 1885 Sèvres)
5333 Le ruisseau des gorges (Der Fluss in der Felsenschlucht). Lithographie auf chamoisfarbenem, gewalztem China. 11,2 x 14,7 cm. 1871. Van Gelder 130 (report sur pierre).
600 €
Ausgezeichneter Druck der ersten Auflage mit Rand der auf den Stein übertragenen Komposition. Vornehmlich der weiße Rand minimal stockfleckig sowie leicht angeschmutzt, sonst gut.
5332

Rodolphe Bresdin
5334 Mon rêve (II. Version). Radierung auf gewalztem China. 21,9 x 13,7 cm. 1883. Signiert. Van Gelder 150 II.
2.400 €
Prachtvoller, kräftiger Probedruck des zweiten Zustandes vor aller Schrift im Unterrand, vor der Auflage in „L‘Art Moderne“, mit breitem Rand. Minimale Fleckchen, Spuren alter Montierung verso und entlang des linken Randes, minimale Handhabungsspuren, sonst in sehr schöner Erhaltung.

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Johan Christian Clausen Dahl (1788 Bergen – 1857 Dresden)
5335 Norwegische Seeküste während eines Sturmes. Radierung. 11,6 x 14,9 cm. 1819. Andresen 3.
1.500 €
Die Radierung ist nach dem Gemälde „Morgen nach einem Sturm“ (heute Neue Pinakothek, München) aus dem Jahr 1819 entstanden, als Dahl seinen ersten vielbeachteten, öffentlichen Auftritt als Landschaftsmaler in Dresden hatte. Das druckgraphische Schaffen des Johan Christian Dahl zählt lediglich drei Radierungen, von denen das vorliegende, seltene Blatt den frühesten Versuch auf diesem Gebiet darstellt. Ganz ausgezeichneter, gleichmäßiger Druck mit breitem Rand. Minimal vergilbt und stockfleckig, leicht angestaubt, sonst sehr schönes Exemplar. Aus der Sammlung Walter Bauer, Fulda (mit dessen Sammlungsnummer in Bleistift am unteren Rand).
5335
Johan Christian Clausen Dahl
5336 Die Bauernhütte am Tannenwald. Radierung auf Velin. 14,5 x 19,5 cm. 1828. Andresen 4 II.
900 €
Ganz ausgezeichneter Druck mit breitem Rand, unten mit dem Schöpfrand. Etwas stockfleckig, kleine Randläsuren sowie im weißen Rand vereinzelt leichte Knitterspuren, unten kleine Bleistiftannotation, verso kleine Montierungsreste, sonst schön erhalten.

Honoré Daumier (1808 Marseille – 1879 Valmonte)
5337 „Mon cher, je vous félicite...“. Lithographie sur blanc, mit zeitgenöss. Kolorit. 24,5 x 32,7 cm. (1836). Delteil 471 II.
300 €
Blatt 6 aus der Serie „Croquis d‘expression“. Ganz ausgezeichneter Abzug mit zeitgenössischem Kolorit, oben minimal in die Darstellung geschnitten, unten mit dem Text. Minimal fleckig, ganz schwach vergilbt, vornehmlich zu den Rändern hin, oben Heftspuren sowie verso schwache Knickspuren, sonst schön erhalten.

Eugène Delacroix (1798 Charenton-Saint-Maurice – 1863 Paris)
5338 Liegender Löwe in der Wüste. Radierung auf gewalztem China. 9,2 x 13,5 cm. (1846). Delteil 25 IV (von VI).
450 €
Vor Löschung der Adresse von Picot. Ausgezeichneter Druck mit ungewöhnlich lebhaftem Plattenton und mit schmalem Rand. Leicht angeschmutzt und vereinzelte Fleckchen, stockfleckig, weitere geringe Erhaltungsmängel. Beigegeben von Thomas Doesburgh die Radierung „Tanger“ (Hollstein (Allard), aus 53).

5337
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Julie Gräfin von Egloffstein (1792 Erlangen – 1869 Marienroda bei Straubing)
5339 Reise-Skizzen. 11 Lithographien, lose Blatt in einer Ledermappe d. Z. mit goldgeprägtem Titel (etwas berieben). Folio. „Gezeichnet u. litho. von Julie Gräfin von Egloffstein“. Nicht bei Winkler.
900 €
Die junge Gräfin erhielt ihre erste Ausbildung bei Johann Heinrich Ramberg in Hannover und Haller von Hallerstein, bevor sie sich seit 1816 der Förderung Goethes erfreute. In dieser Zeit entstanden zahlreiche Aquarelle in biedermeierlichem Stil. Nach einem Gastaufenthalt an der Dresdner Akademie 1819, wurde sie 1824 Hofdame in Weimar und verfügte dort über ein eigenes Atelier im Fürstenhaus. Zwischen 1829 und 1832 verweilte sie in Italien. Die italianisanten Darstellungen geben verschiedene, genrehafte Szenen wieder. Ganz ausgezeichnete Drucke mit weißem Rändchen um die Darstellungen. Teils etwas stärker stockfleckig, einheitlich auf feste Untersatzpapiere aufgezogen, weitere Gebrauchsspuren, sonst in sehr guter und originaler Erhaltung. Beiliegend ein handschriftliches Inhaltsverzeichnis in Versform verfasst von Auguste von Egloffstein, Schwester der Künstlerin. Aus herzoglichem Besitz, Coburg (laut Auskunft der Vorbesitzer).
Joseph von Führich (1800 Kratzau – 1876 Wien)
5340 nach. Jesus nimmt das Kreuz entgegen. Originale Kupferdruckplatte von Alois Petrak. 31,8 x 24,5 cm. (1856). Vgl. Joseph Führich - Die Kartons zum Wiener Kreuzweg, Ausst. Kat. Wien 2005, S. 55.
600 €
Kupferplatte zum Stich der II. Station der Folge „Der heil. Kreuzweg in 14 Stationen“ nach Joseph Führichs Kreuzwegfresken in der Pfarrkirche St. Johann Nepomuk in Wien, erschienen 1856 in zweiter Auflage bei G. J. Manz in Regensburg; die Schrift unterhalb der Darstellung ausgeschliffen. Alois Petrak, ein hervorragender Stecher aus dem Kreis der Nazarener, der mehrfach Kompositionen Führichs stach, arbeitet hier wohl direkt nach den Kartons, erhalten in der Wiener Albertina. Kratzer, vereinzelt Oxidationsflecken, sonst in guter Erhaltung. 5340 5339



5342
Théodore Géricault (1791 Rouen – 1824 Paris)
5341 Horses going to a fair. Lithographie auf Velin. 27 x 35,4 cm. 1821. Delteil 32 II. Wz. Schriftzug „Whatman 1821“.
1.200 €
Prachtvoller Druck auf einem Bogen aus dem Jahr der Entstehung, mit Rand. Im weißen Rand schwach stockfleckig und unten rechts ein Fleck, unten links leichte diagonale Knickspur, weitere geringe Gebrauchsspuren, sonst sehr schön erhaltenes Exemplar.
5342 A French Farrier. Lithographie, zart koloriert. 24,8 x 35,7 cm. „C. Hullmandel‘s Lithography“. (1821). Delteil 41 II. 900 €
Ausgezeichneter Druck mit Rand, der Abdruck der Kanten des Lithographiesteins teils sichtbar. Schwach vergilbt und stockfleckig, geschlossene und geweißelte Randeinrisse oben, die weiße Ecke rechts oben ergänzt und ebenso mit weißer Farbe übergangen, geglätteter horizontaler und vertikaler Falz im weißen Rand links bzw. oben, dieser verso verstärkt, vollständig mit Japanpapier hinterlegt, sonst in guter Erhaltung.
5341

Wilhelm Friedrich Gmelin (1745 Badenweiler – 1820 Rom)
5343 nach. Veduta generale della città di Roma presa dal Monte Aventino (Panorama von Rom, vom Aventin aus gesehen). Radierung und Grabstichel von drei Platten von Wilhelm Noack und Agostino Penna, mit aufwändigem Kolorit und Gouache, auf drei zusammengefügten Bögen. Ca. 191 x 42 cm. Nicht bei Heller-Andresen, Bevilacqua (in: Roma veduta: Disegni e stampe panoramiche della città dal XV al XIX secolo, Ausst. Kat. Rom 2001) Nr. 5.
3.000 €
Das monumentale Rompanorama basiert maßgeblich auf Studien, die Wilhelm Friedrich Gmelin vom Garten seines eigenen Hauses in Rom aus machte. Er residierte auf dem Aventin, dem südlichsten der römischen Hügel, von wo aus man einen unverstellten Blick nach Norden hatte. Nach Gmelins Ableben gelangten 1829 viele seiner späten Zeichnungen in den Besitz eines erst kürzlich in Rom eingetroffenen Künstlers, dem damals noch jungen Wilhelm Noack. Daraus wollte dieser ein
grandioses Panorama der Stadt schaffen. Doch waren 1833, als Noack unerwartet starb, nur zwei Platten vollendet. Das Projekt geriet in Vergessenheit bis Agostino Penna es wieder aufgegriff und 1846 vollendete. Auf dem linken Paneel kann man den Verlauf des Tibers vom Porto di Ripa am Fuße des Hügels bis zum Ponte Palatino verfolgen; das mittlere Paneel erstreckt sich vom Vesta-Tempel bis zur Kirche S. Anastasia; das dritte vom Palatin bis zu den Caracalla-Thermen, die Albaner Berge in der Ferne. Hier vorliegend alle drei Paneele auf zusammengefügten Bögen mit prachtvollem Kolorit und schmalem Rändchen. Insgesamt etwas altersspurig, vor allem im Himmel, dort Bereibungen mit Pigmentabplatzungen und losen Farbschollen, diese teils retuschiert, im rechten Paneel eine kleine ausgebesserte Läsur, weiterhin ausgebesserte Randschäden rechts, die Blattkanten außerhalb des Plattenrandes mit weißer Farbe übergangen, weitere Gebrauchsspuren und kleine Mängel, angesichts der Abmessungen im Gesamteindruck gleichwohl schön und überwiegend frisch. Im Rahmen beschrieben. Außerordentlich selten, wir konnten nur ein weiteres vollständiges und koloriertes Exemplar nachweisen (University of Melbourne, Ian Potter Museum of Art, Inv. 1978.0025).

Ludwig Emil Grimm (1790 Hanau – 1863 Kassel)
5344 „Bettine“: Bettina Brentano, fast ganze Figur, in einem Sessel (Bildnis Bettina von Arnim vor dem Entwurf für ein Goethedenkmal). Radierung auf Velin. 27,7 x 22,2 cm. 1838. Stoll 52 II. 350 €
Bettina von Arnim, geb. Brentano (1785-1859) schuf um 1824 einen visionären Entwurf für ein Goethe-Denkmal. Vorliegende Radierung ist Zeugnis dieser Vision. Das Denkmal ist ein Ausdruck ihrer intensiven, idealisierten Verehrung für Johann Wolfgang von Goethe, literarisch in „Goethes Briefwechsel mit einem Kinde“ von 1835 verarbeitet. Das vollendete Denkmal befindet sich heute, bekannt als „Goethe und Psyche“ im Treppenhaus des Neuen Museums Weimar. Prachtvoller, feinzeichnender Druck mit schmalem Rand. Leicht und vornehmlich zum Rand hin stockfleckig, in den Ecken verso alte Montierungsreste, sonst sehr schön und original erhalten.

5344

Ludwig Emil Grimm
5345 „Das Preusje von Schlüchtern. nix ze bestelle nach Schlüchtern ? Ke Haasebälkge? nix wo Waar?“. Radierung auf Velin. 14,3 x 10,4 cm. 1815. Stoll 95 wohl I (von III).
600 €
Als Ludwig Emil Grimm im Sommer 1815 das Städtchen Steinau besuchte, begegnete er dem jüdischen Kleinwarenhändler Mordechai Löb, der im Volksmund das „Preusje“ genannt wurde. Grimm fertigte zwei Porträtzeichnungen an, die als Modell u.a. für die vorliegende Radierung dienten. Grimm selbst schrieb in einem Brief an seine Geschwister: „Das Preusje Mordechai Löb, jetzt zweiundsiebzig Jahre, läuft aber noch die Woche Jahr ein Jahr aus zweimal nach Steinau ... Ein wahres Bedürfnis für Steinau, weil es Zitronen und dergleichen dahinschleppt, alle Leute haben es gern, und ich habe es gezeichnet und sehr ähnlich.“ Als Mordechai Löb sein Konterfei sah, soll er ausgerufen haben: „Is es meglich in der Welt, so was mache zu kenne“ (Stoll, S. 560 f). Ausgezeichneter, Druck vor der Nummer. Minimale Altersspuren, insgesamt etwas stockfleckig, sonst sehr gut erhalten.
Ludwig Emil Grimm
5346 Drei Mädchen, in bergiger Landschaft sitzend. Radierung. 15,8 x 16,9 cm. 1824. Stoll 138.
450 €
Aufgrund des Stundenglases in der Mitte wird angenommen, dass die drei Mädchen über die Vergänglichkeit des Lebens sinnieren. Ausgezeichneter Druck mit schmalem Rand. Etwas stockfleckig und altersspurig, sonst gut. Beigegeben von demselben die drei Radierungen „Der junge Drahtbinder“, „Landschaft mit der Martersäule“ und „Entwurf mit dem Hund“ (Stoll 169, 200 und 232).


Ludwig Emil Grimm
5347 Friederike Grimm, etwa 6-jährig, zweimal dargestellt, von hinten und vorn mit aufgelöstem Haar und Häschen. Radierung auf Velin. 16,3 x 15,4 cm. Stoll 144. 450 €
Charmante Darstellung der sechsjährigen Tochter Grimms, von der Seite mit Hasen auf dem Arm gesehen, sowie von hinten das wellig fallende Haar detailliert dargestellt. Ganz ausgezeichneter, feinzeichnender und zarttoniger Druck mit breitem Rand. Insgesamt etwas stockfleckig, alters- und gebrauchsspurig, sonst sehr gut. Beigegeben von demselben die Radierungen „Marie Grimm, ihrem Kind zu trinken reichend“ und „Lotte Hassenpflug mit ihren beiden älteren Kindern“ (Stoll 142 und 150, gemeinsam auf einem Bogen gedruckt).
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Friedrich Wilhelm Gubitz (1786 Leipzig – 1870 Berlin)
5348 „Sophie Wilhelmine Charlotte Marie, Gräfin von Voß, geborne von Dannewitz, Oberhofmeisterin der höchstseeligen Königin Louise von Preußen“. Farbholzschnitt von 8 Blöcken, im Oval, die Schrift von einer separaten Platte gedruckt. 54,5 x 40,7 cm. (Blattgröße). Nagler V, S. 417, Drugulin 22205, Thieme-Becker XV, S. 184.
350 €
Ganz ausgezeichneter Druck mit breitem Rand und mit teils sehr schönem und prägnantem Druckrelief. Etwas angestaubt und altersspurig, im Passepartout-Ausschnitt schwach lichtrandig, links horizontale Quetschfalte, sonst gutes Exemplar. Abbildung online
Christian August Günther (1759 Pirna – 1824 Dresden)
5349 Baumstudien sowie verschiedene Pflanzenstudien. 14 Radierungen mit Aquatinta in Braun. Je ca. 16,5 x 13 cm, teils original montiert. Wohl um 1809. Vgl. Nagler, S. 176.
600 €
Der aus Pirna gebürtige Günther war acht Jahre in der Werkstatt von Adrian Zingg an der Dresdner Akademie und erlernte bei ihm die Kunst der Landschaftsdarstellung. Vermutlich stammen die Blätter alle oder zumindest teilweise aus der Folge „Charakteristische Darstellung der meisten deutschen Hölzer als Lektionsblätter für Landschaftszeichner“ bzw. eine weiteren, ebenfalls 1809 entstandenen Suite „Landschaftszeichenschule“. Die Arbeiten Günthers sind von großer Seltenheit. Bis auf ein Blatt sämtlich original und alt montiert, auf den bräunlichen Untersatzbögen mit Federrahmung, drei Blatt mit den aufmontierten Titeln: Buche, Erle, Linde. Prachtvolle, kräftige und teils leuchtende Drucke meist mit feinem Rändchen um die Einfassungslinie. Lediglich geringe Alters- und Gebrauchsspuren, alt montiert, auf der Montierung einige Gebrauchsspuren, ein Blatt ohne Montierung, sonst überwiegend einheitlich und sehr schön erhalten. Sämtlich aus der Sammlung Friedrich August II von Sachsen (Lugt 971).
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5349

Sir Francis Seymour Haden (1818 London – 1910 Bramdean)
5350 Fulham. Kaltnadelradierung auf Bütten. 11,2 x 27,4 cm. Schneiderman 22, Harrington 19.
400 €
Prachtvoller, atmosphärischer Druck auf dem vollen Bogen. Leicht stockfleckig, sonst tadellos. Beigegeben vom demselben die Radierung „Egham Lock“ (Schneiderman 21, Harrington 16).
Peter Ilsted (1861 Saxkobing – 1933 Kopenhagen)
5351 Eine junge Frau Pfifferlinge sortierend (Canthareller). Radierung auf Van Gelder ZonenBütten. 19,7 x 14,8 cm. (1893). Olufsen-Svensson (Radierungen) 19. Wz. Schrift.
600 €
Prachtvoller, kontrastreicher Druck mit den vollen Rändern. Geringe Gebrauchsspuren im weißen Rand, die Oberkante sowie verso im Darstellungsbereich schwach gebräunt, isolierte Stockfleckchen, kleine Bleistiftnummer unten rechts, sonst in sehr schöner Erhaltung.

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Peter Ilsted
5352 Bildnis von Vilhelm Hammershøi. Radierung auf blauem Bütten. 13 x 10,2 cm. Signiert. (1900). OlufsenSvensson (Radierungen) 44. Wz. Stehende Figur.
2.400 €
Ganz ausgezeichneter, sehr markanter Druck mit Rand. Minimal angestaubt und vor allem zu den Außenkanten hin leicht gegilbt, vereinzelt blass stockfleckig, unten links schwach fingerfleckig, Bleichflecken (?) rechts, sonst in sehr guter Erhaltung. 5352


5353 Zwei spielende Mädchen. Farbiges Schabkunstblatt auf hellbraunem, gewalztem China. 47,3 x 44,7 cm. Auflage 150 num. Ex. Signiert. (1911). Olufsen-Svensson 9. 900 €
Ausgezeichneter, nuancierter Druck mit Rändchen. Lichtrandig, unauffällige Wasserflecken links außerhalb der Darstellung, die äußersten Blattkanten teils mit Falzspuren, sonst in sehr guter Erhaltung.
5354 Herbstliche Blüten (Norwegisches Ruhrkraut). Farbiges Schabkunstblatt auf festem Velin. 13 x 23,3 cm. Signiert. (1914). Olufsen-Svensson 30. 450 €
Ausgezeichneter Druck mit schmalem Rand. Schwach gebräunt, kleine Fleckchen im weißen Rand, die Eckspitzen minimal bestoßen, verso kleine Montierungsreste, sonst in sehr schöner Erhaltung.
Peter Ilsted
5353
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Peter Ilsted
5355 Mädchen mit Tablett. Farbiges Schabkunstblatt auf gewalztem China. 49,3 x 40,2 cm. Signiert. (1915). Olufsen-Svensson 33. 750 €
Ilsted schuf dieses Motiv für den DDRF (Den Danske Radeerforening).
Ganz ausgezeichneter, nuancierter Druck mit schmalem bzw. seitlich sehr schmalem Rand, oben und unten minimal unregelmäßig beschnitten. Schwach angestaubt, das China sich stellenweise ablösend sowie mit unauffällig ausgebesserten Rissen auf der Tür unten und in der Ecke oben rechts, weiterhin je ein geschlossener und geweißelter Riss im weißen Rand links sowie rechts, letzterer überwiegend entlang der Plattenkante, minimal gebräunt, im Gesamteindruck jedoch sehr gut.
5356 Das alte Apartment. Schabkunstblatt auf festem Velin. 41,4 x 37,9 cm. Signiert (stärker berieben) und wohl eigenh. nummeriert „No 25“. (1920). OlufsenSvensson 40.
600 €
Ausgezeichneter, nuancierter Druck mit schmalem Rand oben und unten sowie Rändchen rechts und links. Angestaubt, die Ränder stellenweise gering bestoßen, leicht gebräunt, in Gesamteindruck sonst sehr gutes Exemplar.

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5357 Landschaft bei Fredensborg. Farbiges Schabkunstblatt auf Velin. 31 x 43,1 cm. Unten rechts bezeichnet „Peter Ilsted“. (1930). Olufsen-Svensson 65.
800 €
Ganz ausgezeichneter, harmonischer Druck mit breitem Rand. Minimal angestaubt, winzige vornehmlich verso sichtbare Rostfleckchen, sonst tadellos.
5358 Landschaft bei Maglemose. Farbiges Schabkunstblatt auf gewalztem China. 25,2 x 28,9 cm. Signiert. (1930). Olufsen-Svensson 66.
750 €
Ausgezeichneter, in der gedämpften Farbigkeit schön abgestimmter Druck mit breitem Rand. Dieser etwas knickfaltig und stockfleckig, zwei hinterlegte Randeinrisschen unten, ebenda ein winziges Löchlein, Bleistiftannotation unten links, angestaubt, insgesamt von guter und harmonischer Wirkung. Selten
Peter Ilsted


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Peter Ilsted
5359 Ein Junge und ein Mädchen mit einem Holzpferd spielend (Et køretøj). Farbiges Schabkunstblatt auf festem van Gelder Zonen-Velinkarton. 21,4 x 27,4 cm. Wohl signiert und nummeriert. (1932). Olufsen-Svensson 73. 450 €
Ganz ausgezeichneter Druck mit Rand. Etwas verbräunt, verso stärker, kleiner Wasserrand unten, der Gesamteindruck sonst schön.
Jean-Auguste-Dominique Ingres (1780 Montauban – 1867 Paris)
5360 Vier Bildnisse: Katherine Anne (North) Lady Glenbervie; Sylvester (Douglas) Lord Glenbervie; Frederic Sylvester Douglas; Frederic (North) Earl of Guildford. Lithographie mit 4 Darstellungen auf dem unzerschnittenen Bogen. 61,4 x 44,6 cm (Papiergröße). „C. Hullmandel‘s Lithography“. Um 1820. Delteil 2, 3, 4, 5, IFF 2.
1.200 €
Selten vorkommendes Exemplar der vier Bildnisse auf dem unzerschnittenen Bogen. Prachtvoller Druck auf dem vollen Bogen mit Schöpfrändern an drei Seiten, die Kanten des Lithographiesteins sich leicht abzeichnend. Minimal angestaubt, geringe Knickspuren, eine bogenförmige unten, kurzes Randeinrisschen oben links, weitere minimale Gebrauchsspuren, sonst in schöner Erhaltung.
Domenico Marchetti (1780/1781 Rom – um 1844 Venedig)
5361 Der triumphierende Perseus. Kupferstich auf Velin nach Antonio Canova. 63,5 x 45,5 cm. 1813. Le Blanc 14, Ausst.Kat. Canova e l’incisione, Bassano del Grappa 1993, S. 136, Nr. XXX I (von II).
400 €
Domenico Marchettis Kupferstich zeigt Antonio Canovas berühmte, in den Vatikanischen Museen befindliche Skulptur des triumphierenden Perseus mit dem Haupte der Medusa. Als Vorlage diente Marchetti eine Zeichnung von Giovanni Tognoli. Ganz ausgezeichneter, scharfer und leuchtender Druck vor der Löschung der Widmung an Bossi, mit dem vollen Rand. Minimale Handhabungsspuren, sonst in tadelloser Erhaltung.



Eugen Napoleon Neureuther (1806–1882, München)
5362 „heute roth, morgen tod.“ Radierung auf Velin. 38 x 27,6 cm. (1839). Heller-Andresen 12, Boetticher 11.
400 €
Das als Memento Mori zu verstehende Blatt in einem ganz ausgezeichneten, differenzierten Druck mit schmalem Rändchen um die zart zeichnende Plattenkante. Teils leicht fleckig und stockfleckig, vor allem verso, unten rechts kurzes geschlossenes Randeinrisschen, leichte Gebrauchsspuren entlang der Ränder, sonst sehr gut erhalten.
Friedrich Overbeck (1789 Lübeck – 1869 Rom)
5363 Der hl. Philippus Neri mit Buch und Kreuz. Radierung auf gewalztem China. 14 x 8,3 cm. Nach 1820. Nagler 2.
450 €
Ganz ausgezeichneter Druck mit breitem Rand. Ganz minimal stockfleckig, im weißen Rand rechts unten kleine oberflächliche Bereibung, sonst in sehr schöner Erhaltung. Aus der Sammlung Karl Jacob Mayer (Lugt 5100).
5361
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Johann Nepomuk Passini (1798 Wien – 1874 Graz)
5364 Profilbildnis des Johann Christoph Erhard. Radierung nach Johann Adam Klein. 14,8 x 11,5 cm. Geller 266 (Abb. 91), Jahn (Kopien) 55.
300 €
Ganz ausgezeichneter Druck auf die Plattenkante geschnitten. Minimal angestaubt, unscheinbares Braunfleckchen, ansonsten in guter Erhaltung. Provenienz: Galerie Bassenge, Auktion 41, Dezember 1983, Los 5266. Beigegeben ebenfalls von Johann Nepomuk Passini nach Klein die Radierung „Friedrich Kaiser, Akadem. Kupferstecher“ (Jahn Kopien 56). Des Weiteren von Johann Adam Klein selbst noch die beiden Radierungen „Bancokassier Kammerhuber in Wien“ und „Des Metallwarenfabrikanten Joseph Feil Ehefrau“ (Jahn 149 und 159).
Joseph Pennell (1857 Philadelphia – 1926 New York)
5365 The Alleyway, Philadelphia. Kaltnadelradierung auf festem Kupferdruckpapier. 13,3 x 14 cm. Signiert, im unteren weißen Rand von fremder Hand in Bleistift betitelt. 1884. Wuerth 91.
450 €
Ausgezeichneter Druck mit breitem Rand. Nur schwach stockfleckig, kleinere Randschäden am unteren Papierrand, sonst in guter Erhaltung. 1910 in der Galerie Commeter erworben und seither in Hamburger Privatbesitz.
5366 Gate of Zocodovar, Toledo. Kaltnadelradierung in Braun auf Bütten. 25,1 x 20 cm. Unten mittig signiert, im weißen Rand von fremder Hand in Bleistift betitelt „Moorish Gate Toledo“. Auflage wohl 15 Ex. (1904). Wuerth 321.
450 €
Ganz ausgezeichneter, gegensatzreicher Druck mit Rand. Geringfügig stockfleckig, kleinere Schäden am unteren Papierrand, sonst in guter Erhaltung. 1906 in der Galerie Commeter erworben und seither in Hamburger Privatbesitz.
5367 Pittsburg NO II. Kaltnadelradierung auf Bütten. 21,4 x 30,2 cm. Unten mittig signiert. Auflage wohl 30 Ex. (1909). Wuerth 518.
450 €
Aus der „Neuen amerikanischen Folge“, wie auch die folgenden zwei Blatt. Prachtvoller, herrlich toniger Druck mit Rand. Geringfügig stockfleckig, sonst in hervorragender Erhaltung. 1909 in der Galerie Commeter erworben und seither in Hamburger Privatbesitz.



5366
5367
5368

5368 Main Street, Mahanoy City. Kaltnadelradierung auf Bütten. 28,1 x 21,7 cm. Unten mittig signiert, im weißen Rand von fremder Hand in Bleistift betitelt. Auflage wohl 50 Ex. (1909). Wuerth 523.
450 €
Aus der „Neuen amerikanische Folge“. Prachtvoller Druck mit Rändchen. Leichte Spuren von Druckerschwärze im weißen Rand, verso vereinzelte Fleckchen, sonst sehr schönes Exemplar. 1909 in der Galerie Commeter erworben und seither in Hamburger Privatbesitz. Abbildung Seite 249
5369 The Things that Tower: Collieries. Kaltnadelradierung auf Bütten. 20,3 x 28 cm. Unten mittig signiert, im weißen Rand von fremder Hand in Bleistift bez. „Coal Towering Breaker Tamaga“. Auflage wohl 50 Ex. (1909). Wuerth 527.
450 €
Aus der „Neuen amerikanischen Folge“. Ganz ausgezeichneter, gegensatzreicher Druck mit Rand. Geringfügig stockfleckig, bräunlicher Wasserrand im linken und im oberen weißen Rand, sonst in guter Erhaltung. 1909 in der Galerie Commeter erworben und seither in Hamburger Privatbesitz.
Pierre Paul Prud‘hon (1758 Cluny – 1823 Paris)
5370 Der Raub der Europa. Radierung auf Velin. 13,4 x 19 cm. Goncourt 3 I-II.
400 €
Ganz ausgezeichneter Druck mit schmalem Rand an den Seiten und sehr feinem Rändchen oben und unten. Geringfügig fleckig, geglättete horizontale Knickfalte, kleine Gebrauchsspuren verso, sonst in sehr schöner Erhaltung.
Abbildung Seite 254
Joseph Pennell
5369

Lorenzo Quaglio (1793–1869, München)
5371 Bildnis des Aloys Senefelder, Erfinder der Lithographie. Kreidelithographie mit ockerfarbener Tonplatte auf Velin. 36,3 x 26,8 cm. 1818. Winkler 15 II (von III).
1.200 €
Das einnehmende und einfühlsam eingefangene Bildnis geht auf eine gezeichnete Porträtstudie Quaglios zurück. Aloys Senefelder ist sitzend, in Dreiviertelfigur dargestellt und schaut den Betrachter mit wachem, eindringlichen Blick an. In seiner rechten Hand hält er stolz sein eigenes Traktat über das von ihm erfundene lithographische Druckverfahren –
basierend auf der natürlichen Abstoßung von Fett und Wasser wurde es zunächst als kostengünstiges Mittel zur Reproduktion von Noten entwickelt. Senefelder war zum Zeitpunkt der Entstehung der Lithographie siebenundvierzig Jahre alt, wirkt jedoch wesentlich jünger. Das schön geformte Gesicht mit dem energischen Kinn, der prononcierten Nase und den unwirschen Haaren verrät Intelligenz und Willenskraft. Prachtvoller, fein abgestufter Druck mit Rand. Insgesamt leicht fleckig, horizontale Mittelfalte, diese leicht berieben und rechts im Rand hinterlegt, unten links der Mitte geschlossener Randeinriss, weitere geringfügige Alters- und Handhabungsspuren, sonst jedoch sehr schön erhalten. Selten
5371

Johann Anton Ramboux (1790 Trier – 1866 Köln)
5372 Doppelportrait der Brüder Konrad und Franz Eberhard. Kreidelithographie auf Velin. 31,6 x 34,2 cm. 1822. Dussler 1, Winkler 648.2, Norbert Suhr, Unter Glas und Rahmen. Druckgraphik der Romantik aus den Beständen des Landesmuseums Mainz und aus Privatbesitz, Mainz 1993, S. 33, Nr. 10, Giulia Bartrum, Wahlverwandtschaften. Eine englische Privatsammlung zur Kunst der Goethezeit, London 2013, S. 176, Nr. 43, Mitchell B. Frank: „Portrait Prints, 1770-1850: Friends and Family“, in: The Enchanted World of German Romantic Prints 1770-1850, Philadelphia 2017, S. 193, Abb. 161. 25.000 €
Johann Anton Ramboux verbrachte die Jahre zwischen 1816 und 1822 in Rom, wo er im Kreise der Nazarener auch Bekanntschaft mit dem Bildhauer und Maler Konrad Eberhard und dessen ebenfalls als Bildhauer tätigen Bruder Franz machte. Noch in Rom fertigte Ramboux 1822 ein kleines Doppelportrait der Geschwister in Öl an, das sich heute im Wallraf-Richartz-Museum in Köln befindet. Im selben Jahr zogen die drei Künstler gemeinsam gen Norden. Auf dieser Reise entstand also nach dem Ölbild die nahezu maßgleiche Lithographie, die in München angekommen von Johann Anton Selb in einer sehr kleinen Auflage von nur wenigen Exemplaren verlegt wurde. Winkler konnte 1975 nur zehn Abzüge in deutschen Museen nachweisen, seitdem sind nur etwas mehr als ein Dutzend Blätter in musealen und privaten Sammlungen hinzugekommen.
Das Doppelbildnis der Brüder Konrad und Franz Eberhard gilt als eines der herausragenden Freundschaftsbilder der deutschen Romantik. In der Epoche der Gefühle kam Freundschaftsbeziehungen eine ganz neue, zentrale Bedeutung zu. In Künstlerkreisen drückte man diese Verbundenheit durch Portraits voneinander aus. Johann Anton Ramboux erfasst Franz im Dreiviertelprofil und Eberhard mit uns zugewandtem Konterfei dicht aneinandergerückt als knapp angeschnittene Büsten gestaffelt vor neutralem Hintergrund. Durch die Nahansichtigkeit und den Verzicht auf jegliche Attribute gewinnen die strengen Züge ungemein an Präsenz. Ramboux‘ Portrait legt dabei nicht nur Zeugnis von der Zuneigung zwischen Künstler und Dargestellten ab, sondern auch von der innigen Beziehung des Geschwisterpaares, das zeitlebens eng zusammenarbeitete. Auch in technischer Hinsicht ist das Doppelbildnis eine Meisterleistung. Eindrucksvoll werden die Möglichkeiten des vergleichsweise neuen Mediums der Kreidelithographie genutzt, um tonale Abstufungen in ihrer malerischen Komplexität nuanciert wiederzugeben.
Das gesuchte Blatt in einem ganz ausgezeichneten Abzug, dessen tonale Valeurs schön differenziert zur Geltung kommen. Das weiße Rändchen regelmäßig um die Darstellung. Ganz vereinzelte Stockflecken, blasse Flecken verso, diese recto kaum wahrnehmbar in Kinn und Kragen des Franz Eberhard sowie unten links im Bereich der Signatur, eine kaum merkliche Ausbesserung mit Faserspuren im weißen Rand unterhalb der Signatur, weitere unbedeutende Gebrauchsspuren, sonst sehr schönes Exemplar von insgesamt wunderbar harmonischer Wirkung.

5370

5376
Josef Rebell (1787 Wien – 1828 Dresden)
5373 Heroische Landschaft mit Schäfer und Schafherde. Radierung, auf graugetöntem Papier. 25,5 x 36 cm. Nagler 6, Le Blanc 4, Andresen I (von II).
600 €
Vor der Schrift. Prachtvoller Abzug mit schmalem Rand, stellenweise mit Weißhöhungen. Leicht angestaubt, vereinzelte schwache Knickspuren im weißen Rand, unten Bleistiftannotationen, sonst sehr schön. Aus der Sammlung Friedrich Schindler (Lugt 2351).
Alfred Rethel (1816 Aachen – 1859 Düsseldorf)
5374 Ein Totentanz. 6 Holzschnitte zzgl. Titel und Gedicht auf Velin. Quer-4to. Im modernen Pappumschlag (minimal bestoßen), Leipzig, Georg Wigand‘s Verlag (1848). Zoege von Manteuffel 14-19, 4. Auflage (von 7).
300 €
Ganz ausgezeichnete Drucke mit dem vollen Rand. Etwas stockfleckig, kleine Gebrauchs- und Altersspuren, Titel und Gedicht gebräunt und teils mit geschlossenen Rissen, sonst sehr schön. Abbildung online

Carl August Richter
(1770 Wachau b. Dresden – 1848 Dresden)
5375 Ansicht von Prag aus der Hasenburg von Südwest. Koloriere Radierung teils in Punktiermanier, nach Vincenc Morstadt. 34,4 x 50,3 cm. (1829/30). Nicht bei Nagler.
600 €
Aus einer 8-teiligen Serie „Malerische Darstellungen von Prag“. Ganz ausgezeichneter Druck mit reich differenziertem Kolorit, an drei Seiten minimal knapp an die Darstellung geschnitten, unten noch mit ca. 5 mm breitem Schriftrand. Leicht vergilbt, Braunflecken in den oberen Ecken, kurzes Randeinrisschen unten, unbedeutende Knickspuren, sonst in schöner, farbfrischer Erhaltung. Im Rahmen begutachtet.

Martinus Christian Wedseltoft Rørbye (1803 Drammen – 1848 Kopenhagen)
5376 Strandgaden i Thisted (Fischer am Strand von Thisted). Radierung. 21,5 x 25,3 cm. 1830. Styhr, Danske grafik, S. 50.
400 €
Rørbye gehört zu den bahnbrechenden Vertretern des Eckersberg-Kreises. Besonders seine frühen Landschaftsstudien verraten eine Frische der Naturbeobachtung und einen treffsicheren Instinkt für die Wiedergabe von Licht und Atmosphäre, die kennzeichnend sind für die Malerei des dänischen Goldenen Zeitalters. Die vorliegende Radierung gibt ein Gemälde des Künstlers aus dem Jahre 1830 wieder. Ausgezeichneter, gleichmäßiger Druck mit breitem Rand. Leichte Altersspuren, sonst sehr gut erhalten.
5375


Luigi Rossini (1790 Ravenna – 1857 Rom)
5377 Ansichten von Rom. 10 Radierungen auf Velin. Folio. 1819, 1822, 1823. Le Blanc, wohl aus 6 bzw. 8. 600 €
Vorhanden sind: Interno del Pronao del Tempio di Vesta in Roma; Veduta degl‘ Avanzi della Rupe Tarpeja; Veduta del Castello dell‘Acqua Giulia; Veduta del Monumento del Condotto delle Acque Claudia; di Fianco dei Portico d‘Ottavia; Veduta dello scavo della Colonna di Foca; Veduta della Piramide di C. Cestio; Veduta del Ponte Molle sul Tevere; Veduta del Gran Sepolcro volgarmente detto di Nerone sowie Veduta dello scavo del Foro Trajano. Sämtlich prachtvolle, kräftige Drucke mit schmalem bzw. breitem Rand. Minimal fleckig und leicht angestaubt, einzelne ausgebesserte bzw. geschlossene Randläsuren, Gebrauchsspuren, sonst sehr schön erhalten.
Wilhelm Friedrich Rothe (1783–1846, Dresden)
5378 Ansicht des Sprudels und der neuen HygeaQuelle in Karlsbad. Kolorierte Umrissradierung nach Johann Gottfried Jentsch. 32,8 x 48,8 cm.
400 €
Ausgezeichneter Druck mit ansprechendem Kolorit und Rand. Das Papier insgesamt verbräunt, die Außenkanten brüchig und mit kleinen Fehlstellen und Läsuren, weitere Mängel, sonst in ordentlicher Erhaltung.
Luigi Sabatelli (1772 Florenz – 1850 Mailand)
5379 Die Vision Daniels. Radierung auf Velin. 45,5 x 64,3 cm. 1809. Nicht bei Nagler, Le Blanc und Heller-Andresen, Kat. Luigi Sabatelli: Disegni e Incisioni, Florenz 1978, Nr. 61.
750 €
Die bewegte und fulminant inszenierte Darstellung in einem prachtvollen Druck mit den vollen Rändern um die deutlich zeichnende Plattenkante. Vor allem in den weißen Rändern etwas stockfleckig, verschiedenen Falz- und Knickspuren sowie leichte Fehlstellen vor allem im linken Rand, weitere Gebrauchsspuren, sonst insbesondere die Darstellung in sehr schöner Erhaltung.
5377
5381


Luigi Sabatelli
5380 L‘Apocalisse: Christus als Richter mit der Sichel auf einer Wolke; Das babylonische Weib; Der Engel der Apocalypse erscheint Johannes. 3 (von 6) Radierungen. Je ca. 64,5 x 45,5 cm. 1809/10. Kat. Luigi Sabatelli: Disegni e Incisioni, Florenz 1978, Nrn. 63, 66-67. 600 €
Drei Darstellungen aus der sechsteiligen Folge von Radierungen mit Motiven zur Apokalypse nach der Johannesoffenbarung, die Sabatelli um 1809/10 in Mailand schuf und sein Hauptwerk bildet. Die Motive 2, 5 und 6 der Folge in ganz ausgezeichneten bis prachtvollen Drucken mit teils breiten, teils den vollen Rändern um die deutlich zeichnenden Plattenkanten. Die Ränder meist leicht fleckig, teilweise zarte Wasserränder, umlaufend bestoßen und mit einigen Fehlstellen und Randläsuren im weißen Rand, Blatt 2 mit teils geschlossenen Randeinrissen, weitere Alters- und Gebrauchsspuren, sonst jedoch einheitlich und gut. Abbildung Seite 226
5378
5379

Karl Stauffer-Bern (1857 Trubschachen – 1891 Florenz)
5381 Porträt Ludwig Kühn. Radierung mit Kaltnadel und Roulette auf Van Gelder-Zonen-Bütten. 25 x 14 cm. (18)86. Lehrs 24 V.
350 €
Ganz ausgezeichneter, gegensatzreicher Druck mit dem vollen Rand. Etwas fleckig und gebräunt, kleine Randeinrisse teils hinterlegt, verso kleine Beschriftung in brauner Tinte, diese im linken Rand recto leicht durchschlagend, weitere geringe Alters- und Gebrauchsspuren, sonst schön. Mit einem undeutlichen Sammlerstempel und laut einer Bleistiftbeschriftung verso aus der Sammlung Stauffer. Abbildung Seite 256
Horace Vernet (1789–1863, Paris)
5382 Carle Vernet, im Stehen zeichnend. Lithographie. 34,6 x 26 cm. 1818. Béraldi 4.
1.200 €
geschickt auf die Bedeutung hin angelegtes Künstlerbildnis. Ganz ausgezeichneter Abzug, oben und unten mit Rand, seitlich knapp innerhalb der Kante des Steins geschnitten. Einige Stockfleckchen und schwache horizontale Knitterfalten, geringfügig gebräunt, sonst in sehr schöner Erhaltung. Selten
Anders Zorn (1860 Utmeland – 1920 Mora)
5383 Zorn mit seiner Frau (Zorn och hans hustru). Radierung auf Similijapan. 31,6 x 21,3 cm. Unterhalb der Darstellung signiert „Zorn“. 1890. Asplund 43, Delteil 42, Lidbeck ZG43 II.
2.400 €
Mit der gepunkteten Krawatte. Der finale Zustand ist etwa in 40-50 Exemplaren gedruckt worden, vom ersten Druckzustand ist lediglich ein Abzug bekannt. Ganz ausgezeichneter Druck mit Rand um die Plattenkante. Insgesamt minimal altersspurig, im Passepartout-Ausschnitt schwach lichtrandig, entlang der Seiten vertikale Falzspuren, Montierungsreste verso, in den Ecken auf ein Untersatzpapier montiert, im unteren Rand jeweils von fremder Hand in französischer und englischer Sprache betitelt, sonst sehr schön erhalten. Ehemals Sammlung J. G. Guildal, Kopenhagen (laut Auskunft des Vorbesitzers).
5384 Ein Ring. Radierung. 21,3 x 15,9 cm. Unterhalb der Darstellung signiert „Zorn“. 1906. Asplund 208, Delteil 206, Lidbeck ZG 208 II.
600 €
Ausgezeichneter, toniger Druck mit Rand um die deutlich zeichnende Plattenkante. Verbräunt und teils in den Rändern und Ecken lichtrandig, weitere Altersspuren, sonst gut.
5385 Drei Schwestern. Radierung und Kaltnadel auf van Gelder Zonen-Bütten. 24,5 x 17,5 cm. Signiert. 1913. Asplund 258, nicht in Delteil, Lidbeck ZG 258 III. Wz. Bekröntes Lilienwappen.
600 €
Ausgezeichneter Druck mit dem vollen Rand um die deutlich sichtbare Facette. Gebräunt, zwei kurze Randeinrisse rechts, helle Flecken, weitere Altersspuren, sonst in guter Erhaltung.
5386 Mädchen mit Seetang. Radierung und Kaltnadel in Braun auf van Gelder Zonen-Bütten. 12,5 x 8,7 cm. Unterhalb der Darstellung signiert. (1914). Asplund 267, nicht in Delteil, Lidbeck ZG 267. Wz. Schrift.
800 €
Lidbeck: „very rare“. Ausgezeichneter Druck mit dem vollen Rand. Lichtrandig, minimal angestaubt und vereinzelt stockfleckig, Montierungsreste verso, sonst in sehr guter Erhaltung. 5382
Vorliegendes Bildnis von Carle Vernet ist ein sprechendes Zeugnis der familiären und künstlerischen Verbindung zwischen Vater und Sohn, Mentor und Eleve. Scheinbar flüchtig hingeworfen, ist es doch ein




5383
5384
5385
5386

Druckgraphik des Fin de siècle
Norbertine Bresslern-Roth (1891–1978, Graz)
5387 Pfefferfresser (Sechs Tukane). Farblinolschnitt von sechs Platten auf chamoisfarbenem Velin. 26,9 x 23,1 cm. Um 1929.
600 €
Aus der Jahresmappe 1929 der Gesellschaft für vervielfältigende Kunst, Wien. Prachtvoller Druck mit Rand auf der Orig.-Montierung. Tadellos.
August Brömse (1873 Franzensbad – 1925 Prag)
5388 „Eine Todte“. Radierung und Kaltnadel auf blauem, gewalztem China. 13,1 x 29,8 cm. Bezeichnet „August Brömse“. (1902/03).
350 €
Mit dem Trockenstempel der Gesellschaft für vervielfältigende Kunst, Wien. Ganz ausgezeichneter, feinzeichnender Druck auf dem vollen Bogen. Im weißen Rand stockfleckig, weitere minimale Gebrauchsspuren, sonst in guter Erhaltung.


5387 5388


Alfred Coßmann (1870 Graz – 1951 Wien)
5389 Epitaphium - Toter Maulwurf. Radierung auf festem Velin. 10 x 12,6 cm. Signiert.
350 €
„Nun liegt er da der arme Wulff / Und möchte gern, doch kann er nicht /denn hinterlich wie überall / ist hier der eigne Todesfall. Wilhelm Busch“. Ganz ausgezeichneter, toniger Druck mit feinem Rand. Geringfügig fleckig, kleiner Randeinriss rechts, geringe Gebrauchsspuren, sonst sehr schön erhalten. Beigegeben von demselben vier weitere Radierungen und Kupferstiche, darunter „Die Schwalbe des Teufels“ und „Der Agitator“.
Stefan Eggeler (1894–1969, Wien)
5390 Die Herzen der Könige. 6 Radierungen. Je ca. 16,1 x 13,1 cm. Um 1922.
600 €
Die Radierungen entstanden in Zusammenhang mit der Publikation von Hanns Heinz Ewers Novelle „Die Herzen der Könige“ von 1922. Die vollständige Folge in ganz ausgezeichneten Drucken mit Rand. Etwas stockfleckig, teils gebräunt, weitere kleine Handhabungsspuren, sonst in guter Erhaltung.
5390
5389

5391 Fidus
(eigentl. Hugo Höppener, 1868 Lübeck – 1948 Berlin)
5391 Schau- und klangechte Tanzhalle. Photomechanische Reproduktion nach einer von Fidus 1921 entworfenen und 1924 von Ernting gezeichneten Architektur. 72 x 100 cm. Verso von Fidus in Bleistift bez. „Tanzhalle verfehlter Druck“ und „Tanzhalle, schlecht“.
600 €
Guter Druck mit Rand. Zwei Einrisse im linken weißen Rand, weitere geringe Knickspuren und Randschäden, entlang des oberen Randes verso Montierungsreste, sonst jedoch - auch in Anbetracht der Blattgröße - in guter Erhaltung. Selten.
Otto Greiner (1869 Leipzig – 1916 München)
5392 Nannina (Bildnis der Gattin des Künstlers).
Lithographie auf festem Similijapan. 42,8 x 26 cm (Darstellung); 57,1 x 40,1 cm (Blattgröße). Signiert und nummeriert „O. Gr. Rom Nr. 14“. 1905. Vogel 88.
400 €
Ausgezeichneter Druck mit breitem Rand. Schwach lichtrandig, das Papier links minimal gewellt, Montagereste verso entlang des linken Randes, am Oberrand in ein Passepartout fixiert, sonst in schöner Erhaltung. Beigegeben von demselben die Lithographie „Cenzi“ (Vogel 61).

5392

Otto Greiner
5393 Die Zeit geht hin. Kaltnadel auf Similijapan. 13,3 x 9,5 cm. Unterhalb der Darstellung von der Witwe des Künstlers bezeichnet „Aus dem Nachlass von Otto Greiner / Nannina Greiner / Rom 5.11.36.XV“. (1906). Vogel 89 I (von II).
750 €
Das Blatt ist eine sehr persönliche Arbeit Greiners, die 1906 aus Anlass einer Erkrankung entstand, die den Künstler erstmals ernsthaft um sein Leben fürchten ließ. Die zart geätzte Darstellung zeigt oben ein Selbstbildnis am Arbeitstisch, umgeben von Memento-Mori-Symbolen; darunter die später getilgte Remarque mit dem Porträt der Frau Nannina, die ihn in dieser Zeit pflegte. Ganz ausgezeichneter, zarter Druck mit breitem Rand. Minimale Gebrauchsspuren, recto an der oberen Blattkante mit einem sehr schmalen Streifen Montageband in ein Passepartout fixiert, sonst in vorzüglicher Erhaltung. Selten
5394 Gäa, zweite Probeplatte. Radierung auf Similijapan. 16,5 x 24 cm. Unterhalb der Darstellung mit der Nachlassnotiz der Witwe des Künstlers „Aus dem Nachlass von Otto Greiner - Nannina Greiner“. (1908). Vogel 93 A (zweite größere Platte) III.
600 €
Bevor Greiner seine großformatige Darstellung der Gäa mit zahlreichen Figuren und Landschaft entwirft - es gibt von der großen Platte nicht weniger als 19 verschiedende Druckzustände - entstehen zunächst auch zwei kleinere Probeplatten, von denen die vorliegende die weitaus seltenere darstellt. Mit den Wellenlinien auf dem rechten Oberschenkel Gäas, die wohl als Strichproben dienten. Ausgezeichneter Druck mit breitem Rand. Schwache Alters- und Handhabungsspuren, vereinzelt unmerkliche Knickspuren, sonst sehr schön.


Paul Herrmann (eigentl. Henri Héran, 1864 München – 1946 Berlin)
5396 Spielendes Meerweib. Farbholzschnitt und Lithographie in vier Farben auf festem Velin. 29,2 x 20,5 cm. Links bez. (oder signiert?) „Henri Héran“. 1897. Söhn HdO 52804-4.
400 €
Erschienen in: PAN III 4., 1898. Ausgezeichneter Druck des von vier Farbplatten gedruckten Blattes mit Rand. Mit dem gestempelten Monogramm links neben der Darstellung. Schwache Alters- und Gebrauchsspuren, schwache Wasserränder im weißen Rand, sonst jedoch tadellos.
Wilhelm Heise (1892 Wiesbaden– 1965 München)
5395 „Moosiger Baumstumpf“. Lithographie auf Chinabütten. 36,4 x 26 cm. Unten links betitelt, bez. „Moosiger Baumstumpf (Steinstich)“ und unten rechts signiert „Wilhelm Heise“.
400 €
Prachtvoller Druck mit Rand, unten mit dem vollen Schöpfrand. Leichte Knitterspuren, minimal altersspurig und schwach fleckig, kleine Montierungsreste verso oben, sonst tadellos. Beigegeben von demselben eine weitere Lithographie „Zinnien“, ebenfalls eigenhändig betitelt, bezeichnet und signiert.

5396

Ludwig von Hofmann (1861 Darmstadt – 1945 Pillnitz b. Dresden)
5397 Perseus befreit Andromeda. Lithographie auf graubraunem Velin. 27,3 x 39,3 cm (Darstellung), 36,6 x 49,8 cm (Blattgröße). Signiert.
300 €
Ganz ausgezeichneter Druck mit breitem Rand. Sehr geringe Gebrauchsspuren, verso kleine Montierungsreste, sonst tadellos. Beigegeben von demselben eine weitere Lithographie „Springende Mädchen“ aus der Folge „Tänze“.
5398 „Festlicher Empfang“. Lithographie eigenhändig mit Wachskreide und Kohle überarbeitet auf Similijapan, aus der 12-teiligen Folge „Tänze“. 29,3 x 41,3 cm. Signiert und eigenh. als „Handkolorierter Probedruck“ bez. (1905).
1.200 €
Aus der 12-teiligen Folge „Tänze“, erschienen 1905 im Insel Verlag, Leipzig. Ausgezeichneter Druck, differenziert überarbeitet mit Wachskreide in Blau, Orange, Rosa und Weiß, mit Rand, teils mit dem originalen Schöpfrand. Im Passepartoutausschnitt leicht gebräunt, Bleistiftannotationen im weißen Rand, marginale Altersspuren, sonst in sehr guter Erhaltung. In dieser Form wohl Unikum

Arthur Illies (1870 Hamburg – 1953 Lüneburg)
5399 Alpenprimeln. Hochätzung in Grün, Violett und Rosa auf Japan. 17,2 x 12,4 cm. Signiert, verso von der Tochter bezeichnet „Druck von / Helga Illies / Hamburg“. (1897). Schiefler 51, Graphikwerkverzeichnis (online) 55.
400 €
Ausgezeichneter Druck mit Rand, dieser an zwei Seiten voll. Etwas knitterfaltig, die Außenkanten schwach gebräunt und oben mit kleinem Ausriss, weitere geringe Gebrauchsspuren, sonst sehr gut. Beigegeben von Arthur Illies jeweils signiert „Jelängerjelieber“, „Jelängerjelieber (Doppelblüte)“, „Rote Tulpen“ und „Himmelsschlüssel“ (GWV 27a, 29b, 51a und 117) sowie aus dem Nachlass des Künstlers „Kapuzinerkresse“ (GWV 25) und zwei weitere Abzüge „Rote Tulpen“, insgesamt 8 Blatt
Georg Jahn (1869 Meißen – 1941 Dresden-Loschwitz)
5400 Die Frau des Künstlers. Schabkunst und Roulette. 23,5 x 29,5 cm. Signiert und datiert „Georg Jahn [19]08“.
450 €
Ganz ausgezeichneter, samtiger Druck mit Rand. Dieser geringfügig angestaubt und fleckig, Knickspur in der Eckenspitze unten links, entlang der Oberkante hinter ein Passepartout montiert, sonst in schöner Erhaltung.


5399



Rudolf Jettmar (1869 Zawodzie, Galizien – 1939 Wien)
5401 Der Fischer (Fischer und Nixen). Aquatintaradierung in Blau auf chamoisfarbenem Velin. 14,8 x 21,8 cm. Hofstaetter RW 34.
400 €
Ganz ausgezeichneter, statter Druck mit dem vollen Rand. Vereinzelte Stockfleckchen im weißen Rand, insgesamt leicht angestaubt, kleine Randläsuren, sonst schön erhalten. Mit dem Stempel „Hannov. Künstlerverein“. Beigegeben von demselben die Radierung „Felsschlucht“ (Hofstaetter RW 49) sowie „Bau der Höllenbrücke“ (Hofstaetter RW 31).
5402 Felsschlucht. Radierung auf Similijapan. 40,3 x 26,7 cm. Signiert. 1902. Hofstaetter RW 49. 900 €
Aus der Jahresmappe 1906 der Gesellschaft für vervielfältigende Kunst in Wien sowie Teil der vierteiligen Folge „Felslandschaften“. Prachtvoller Druck auf dem wohl vollen Bogen. Minimale Gebrauchsspuren an der Blattoberkante, Spuren einer Bleistiftannotation in der Ecke unten rechts, sonst vorzüglich. Beigegeben von der Gesellschaft für vervielfältigende Kunst die Jahresmappe 1906 mit den restlichen fünf Drucken von Réjot, Danilowatz, Kollwitz, Leheutre und von Rapacki sowie die 6 vollständigen Mappen der Jahrgänge 1900, 1904, 1909, 1910, 1911 und 1913 mit vielfach signierten Werken u.a. von Bossert, Conz, East, Graf, Holroyd, Huard, Kampmann, Kasimir, Luntz, Jahn, Jungnickel, Laing, van der Loo, Lux, Otto, Pennell , Pollack, Schmutzer, Simon, Suppantschitsch, Thiemann, Wolfsfeld, Zeising. Insgesamt 32 Blatt
5403

Rudolf Jettmar
5403 Nacht und Träume. Radierung in Sepia auf blauem Papier. 17,7 x 25,4 cm. Signiert. (1904). Hofstaetter RW 59 I (von II).
450 €
Aus der Folge „Stunden der Nacht“, vor der Schrift. Ganz ausgezeichneter Druck mit Rändchen, unten innerhalb der Plattenkante beschnitten. Minimale Gebrauchsspuren, kleine Bleistiftnummerierung in der Eckenspitze oben rechts, sonst tadellos. Beigegeben vom demselben die Radierung „Der Fischer (Fischer und Nixen)“ (Hofstaetter RW 34).
Max Klinger
(1857 Leipzig – 1920 Großjena b. Naumburg)
5404 Intermezzi - Opus IV. 12 Radierungen, meist mit Aquatinta auf gewalztem China. Folio. Lose Blatt in der OHLwd-Mappe mit typographischem Titel und Inhaltsverzeichnis (leicht beschabt, nur minimal fleckig). Nürnberg, Theo. Stroefer (1881). Singer 52-63, je letzter Zustand.
1.200 €
Mit Nummern und dem Namen. Die vollständige Folge in ganz ausgezeichneten und kräftigen Drucken mit dem vollen Rand. Vereinzelt mit kleinen Stockfleckchen, die Ränder teils minimal bestoßen bzw. mit geringfügigen Läsuren, sonst in sehr schöner Erhaltung. Aus der Sammlung Bukowski (nicht in Lugt, Stempel in Mappe).
Max Klinger
5405 Amor und Psyche, Opus V a und Opus V b. 15
Radierungen (Mappe I) sowie 9 Blatt mit 32 Vignetten (Mappe II) auf gewalztem China. 4to. Lose Blatt in OHLwd-Mappen mit typographischem Titel und graphischer Bordüre (Deckel berieben, Kanten leicht bestoßen, Mappe I etwas fleckiger und der Rücken teils gebrochen). Nürnberg, Th. Stroefer, (1880). Singer 64-110, jeweils letzter Zustand.
600 €
Die illustrierte Textausgabe zu Apulejus‘ Märchen „Amor und Psyche“ erschien 1880. Sie blieb Klingers einzige Illustration eines literarischen Textes. Noch im gleichen Jahr wurde auch eine Ausgabe ohne Text im Großformat als zweiteiliges Mappenwerk publiziert, die Abzüge erfolgten von den gleichen Druckplatten, jedoch auf größerem Papier (das Buchformat hatte eine Blattgröße von nur 36 x 26,5 cm).
Ganz ausgezeichnete bis prachtvoll kräftige Abzüge auf dem vollen Bogen. Insgesamt leicht angestaubt, die Blätter der Mappe I oben teils leicht gewellt sowie schwach gebräunt, die Ränder minimal bestoßen, die Blätter der Mappe II vereinzelt etwas fleckig, vornehmlich im weißen Rand, die Ränder ebenfalls leicht bestoßen, sonst sehr schön.


5405
Max Klinger
5406 Mondnacht. Radierungen mit Aquatinta. 35,6 x 54,5 cm. (1883). Singer 125 IV.
600 €
Blatt 3 der Folge „Vier Landschaften“. Ganz ausgezeichneter, harmonischer Druck auf dem vollen Bogen. Leicht angestaubt, im weißen Rand links kleiner hinterfaserter Einriss, ganz vereinzelt kleine Fleckchen sowie rechts kleine oberflächliche Bereibungen, sonst sehr schön.
5407 Erste Begegnung. Radierung und Aquatinta auf Japan. 44,9 x 27 cm. (1887). Singer 158 II (von VII).
800 €
Aus der Folge „Eine Liebe, Opus X“. Mit dem Einfall im Unterrand, vor den senkrechten Strichen im Gesicht der Dame. Prachtvoller, gegensatzreicher Druck mit dem vollen Rand. Geringfügig angestaubt, im linken Rand zarte horizontale Quetsch- bzw. Knitterfältchen, sonst tadellos.
5408 Tod. Radierung mit Aquatinta. 31,4 x 45,5 cm. (1887). Singer 166 IX.
450 €
Aus der Folge „Eine Liebe, Opus X“. Prachtvoller, differenzierter Abzug mit dem vollen Rand. Leicht angestaubt, entlang des unteren weißen Randes horizontale Knickspur, die Ecken teils leicht bestoßen, sonst sehr schön erhalten.


5407

Max Klinger
5409 Brahms-Fantasie. Opus XII. 27 Blatt inkl. Titel, Inhaltsverzeichnis und Respekttitelblatt sowie weiteren 24 Blatt mit insgesamt 41 (davon 9 blattgr.) Illustrationen in Kupferstich, Aquatinta, Schabkunst, Radierung und Lithographie (tlw. farbig) auf Kaiserlich-Japan. Je ca. 37,3 x 44 cm (Blattgröße). Lose Blatt in OKalbslederFlügelmappe in Braun (etwas fleckig und berieben) mit goldgeprägtem Deckeltitel und Vignette. Auflage 150 Ex. Auf dem Titelblatt von Max Klinger signiert und datiert „M. Klinger 17. Dez. 1900“. Berlin, Amsler & Ruthardt, 1894. Singer 183-223, je letzter Zustand, Winkler 136-147.
9.000 €
Eins von 150 Exemplaren der zweiten Ausgabe, mit der Verlegeradresse von Amsler & Ruthardt im Titelblatt und dem zusätzlichen Respekttitelblatt. Die vollständige Folge in ganz ausgezeichneten, teils gratigen Drucken sämtlich mit dem vollen Rand. Zwei Blatt mit diagonaler Knickfalte an einer Ecke im weißen Rand, die Eckspitzen teils ganz leicht bestoßen, ein Blatt teils etwas gebräunt, das Titelblatt etwas angestaubt und vereinzelt fleckig sowie mit geringen Handhabungsspuren, weitere marginale Altersspuren, insgesamt in sehr guter und originaler Erhaltung.
5410 An die Schönheit. Radierung auf Velin. 41,2 x 31,8 cm. Unten rechts bez. „Max Klinger“. Singer 241 III (von IV).
450 €
Blatt 12 aus der Folge „Vom Tode - Zweiter Teil“. Mit der Künstlersignatur, aber ohne die Verlegeradresse und den für die zweite Ausgabe charakteristischen Trockenstempel. Ausgezeichneter, kontrastreicher Druck mit breitem Rand. Minimale Gebrauchsspuren, sonst tadellos. Beigegeben ist eine Reproduktion des Blattes, unten bez. „Verlag von Anselm & Ruthardt, Berlin W.64.“.

5411 Frühlingstag (Die drei Lebensalter, Große Landschaft). Radierung mit Aquatinta, nach Arnold Böcklin. 61,5 x 77,5 cm. 1890. Singer 328 IX.
350 €
Ganz ausgezeichneter Druck mit feinem Rändchen um die Darstellung. Leichte Stock- und Feuchtigkeitsflecken vornehmlich in der oberen Hälfte, verso schwach gebräunt, weitere Gebrauchsspuren, sonst sehr gutes Exemplar.




Max Klinger
5412 Sechs Blatt Ex Libris. Radierungen, teils mit Aquatinta. 16mo-12mo.
450 €
Ex Libris von: 2 x Eduard Arnhold (Singer 297, je III), Eduard und Johanna Arnhold (Singer 299), Walter Giesecke (Singer 304 III), Oscar Leuschner (nicht in Singer) und Dr. med. Schirren (nicht in Singer). Ganz ausgezeichnete Drucke mit schmalem bzw. breitem Rand. Geringfügige Handhabungs- bzw. Altersspuren, sonst sehr schön.
Maximilian Kurzweil (1867 Bisenz – 1916 Wien)
5413 Der Polster (Martha Kurzweil, die Frau des Künstlers auf dem Diwan sitzend). Farbholzschnitt auf Japanbütten. 28,6 x 26 cm (Einfassung); 38,7 x 30,5 cm (Blattgröße). Um 1903. Novotny/Adolph 428.
750 €
Erschienen in der „Jahresmappe der Gesellschaft für vervielfältigende Kunst, Wien“. Prachtvoller Druck mit schmalem Rand, rechts mit dem vollen Schöpfrand. Nur schwache Gebrauchsspuren, entlang des oberen Randes original auf den Untersatz der Jahresmappe montiert (der Papierrand oben umgeschlagen, der graubraune Untersatz wohl etwas beschnittenm, die typographischen Titel verso montiert), sonst in tadellos schöner und original unberührter Erhaltung.
5413
5412
Sigmund Lipinsky (1873 Graudenz – 1940 Rom)
5414 Pandora. Radierung und Kaltnadel auf chamoisfarbenem Similijapan. 34,2 x 18,4 cm. Signiert „S. Lipinsky Rom“. Grochala 12.
600 €
Ganz ausgezeichneter Druck mit Rändchen. Minimal angestaubt, Spuren einer Bleistiftannotation unten, sonst schön.


Paczka-Wagner (1864 Göttingen – nach 1930)
5415 Die Parze. Algraphie in Rot auf Similijapan. 39,5 x 25,5 cm. Signiert.
450 €
Mit dem Trockenstempel der Gesellschaft für vervielfältigende Kunst, Wien. Ganz ausgezeichneter Druck mit Rand. Tadellos erhalten. Beigegeben von derselben die signierte Algraphie in Rot „Italienerin mit Kind“.
Cornelia
5415
5414


Walter Rehn (1884–1951, Dresden)
5416 Mein Weg mit dem Weib. 18 Kaltnadelradierungen auf Velin. Je ca. 25 x 16,9 cm. Sämtlich signiert und betitelt. Auflage 25 num. Ex. Sämtlich unter OPassepartout in OLeder-Flügelmappe mit Reptilprägung und goldgeprägtem Deckeltitel (die Kartonflügel teils lädiert). Im vorderen Innenspiegel mit handschriftlichem signierten Auflagenvermerk von Rehn. (Dresden, 1919).
2.400 €
Die komplette Folge in prachtvollen, experimentell wirkenden Abzügen mit breiten Rändern, teils mit den originalen Schöpfrändern. Entlang der Plattenkanten oft mit überschüssiger Druckfarbe, im weißen Rand mit Fingerabdrücken, die wohl während der Herstellung der Abzüge entstanden sind. Marginale Gebrauchsspuren, sonst in selten schöner und originaler Erhaltung. Als komplette Suite von allergrößter Seltenheit. Anliegend ein Verzeichnis der Mappensonette von Rehns Hand auf einem Briefbogen mit seiner gedruckten Adresse, eine Abschrift von fremder Hand auf 15 Blatt mit 90 Sonetten zu „Mein Weg mit dem Weib“ sowie ca. 110 Blatt Kopien auf Durchschlagpapier mit Sonetten von Rehns Hand.
Karl Schmoll von Eisenwerth (1879 Wien – 1947 Stuttgart)
5417 Eine Frau mit Hund unter einer Baumkrone. Farbholzschnitt auf Bütten. 18 x 17 cm (Darstellung), 27,5 x 22,7 cm (Blattgröße). Signiert und unten links eigenhändig bezeichnet „Or.-Holzschn. Mädchen u. Hund“. Wz. Fragment.
400 €
Ganz ausgezeichneter Druck, an den Seiten mit schmalem, oben und unten mit breitem Rand. Minimal fleckig, verso mit Montierungsresten in den oberen Ecken, weitere minimale Handhabungsspuren, sonst in sehr schöner Erhaltung. Aus der Sammlung Albin Woldemar von Dietel (Lugt 2722b). Beigegeben von demselben sechs weitere Farbholzschnitte und Algraphien.
Hans Otto Schönleber (1889 Karlsruhe – 1930 Stuttgart)
5418 „Der blinde Faust vor seinem Grabe“. Kupferstich auf Velin. 25,4 x 20 cm. 1923. Signiert und betitelt sowie bezeichnet „Original Kupferstich“, „aus Faust II. Teil“ und „Vom Lager auf, ihr Knechte, Mann für Mann!“.
300 €
Aus dem Mappenwerk „Zehn Stiche über den II. Teil des Faust“. Begleitet von einem Zitat aus Johann Wolfgang von Goethes Faust. Der Tragödie zweiter Teil, 1832, 5. Akt. Ganz ausgezeichneter Druck mit schmalem Rand. Kleiner Randeinriss unten, minimale Gebrauchsspuren, sonst in sehr guter Erhaltung.

Fritz Schwimbeck (1889 München – Friedberg/Augsburg 1972)
5419 Poseidontempel. Radierung mit Aquatinta. 48,7 x 54,5 cm. Eigenh. bezeichnet „Poseidontempel“ und signiert.
600 €
Ganz ausgezeichneter Druck mit breitem bzw. schmalem Rand. Gebräunt und vornehmlich in den Rändern fleckig sowie angestaubt, die Ränder mit Knickspuren, Randeinrissen, diese teils hinterlegt, und mit kleinen Papierverlusten, sonst gut. Sehr selten
5420 „Glück u. Friede“: Glückwunschkarte. Radierung in Schwarz mit Aquatinta in Grün. 11,7 x 8,6 cm. 1918. Signiert.
250 €
Prachtvoller Abzug mit dem wohl vollen Rand. Tadellos. Abbildung Seite 280

5418
5419

Gottardo Segantini (1882 Pusiano – 1974 Majola)
5421 Entwurf für ein Menü. Radierung und Kaltnadel. 30,3 x 22,6 cm. Unterhalb der Darstellung signiert und datiert „Berlin 3 V [1]905 Giovanni Segantini fec. Leipzigerstr. 120III“, im leeren Textfeld eigenh. bez. „II Probedruck zu einer Menu Karte“, ebenda bewidmet „Zum Andenken an den kleinen Italiener“ sowie mit Verszeilen, im weißen Rand weitere Bez. einer wohl zweiten Hand „G.S. + L. M. Mein Sommernachtstraum“ sowie unten ein Gedicht ortsbezeichnet und datiert „Hannover 29.6.[19]05“.
600 €
Früher, wohl unverzeichneter Radierversuch des jungen Gottardo Segantini, der 1904-05 in Berlin bei Emil Orlik Unterricht nahm. Die zahlreichen Bezeichnungen des Künstlers weisen den Druck als persönliches Andenken aus, die empfangende Person versah das Blatt mit eigenen Erinnerungsnotizen. Ausgezeichneter Druck mit Rand. Dieser stärker lädiert, angestaubt und fleckig, weitere Alters- und Gebrauchsspuren, sonst in ordentlicher Erhaltung. Beigegeben von demselben der Probedruck einer weiteren Menukarte mit den gleichen eigenhändigen Bezeichnungen sowie Verszeilen.
5421

Ferdinand Staeger (1880 Trebitsch, Mähren – 1976 Waldkraiburg, Bayern)
5422 Der Wanderer. Radierung auf Velin. 29 x 32,8 cm. Signiert und bezeichnet „Heimat!“. 400 €
Ganz ausgezeichneter Druck mit breitem Rand. Die Ränder geringfügig fleckig sowie partiell etwas bestoßen und mit teils geschlossenen Einrissen, geringe Knickfalten, sonst in schöner Erhaltung. Beigegeben zehn weitere, signierte Radierungen des Künstlers.
Carl Thiemann (1881 Karlsbad – 1966 Dachau)
5423 Bach im Winter. Farbholzschnitt auf Similijapan. 24,7 x 19,8 cm. Signiert. (1915). Merx 265. 300 €
Ausgezeichneter Druck mit schmalem, an zwei Seiten gleichwohl dem vollen Rand. Minimal angestaubt, Bleistiftannotationen unten, sonst in sehr guter Erhaltung.

5422
5423

Hans Thoma (1839 Bernau im Schwarzwald – 1924 Karlsruhe)
5424 Wundervögel V. Radierung auf festem Kupferdruckpapier, vom Künstler selbst koloriert. 20,1 x 25 cm. Unten links monogrammiert und datiert 1911. Beringer 106 wohl I (von II).
1.800 €
Durch die delikate und wohldosiert eingesetzte Kolorierung gewinnt die Darstellung der „Wundervögel“ hier geradezu gemäldeartigen Charakter, zahlreiche Atelierspuren im weißen Rand zeugen vom Entstehungsprozess. Möglicherweise bereitete Hans Thoma damit bereits eines seiner Gemälde zu den Wundervögeln vor. Die Wundervögel sind bei Thoma Sinnbild der Freiheit; Freiheit gegenüber allen Bedingtheiten und die Sehnsucht nach Freiheit strebende schöpferische, raumgestaltende Kraft (vgl. Behringer, S, XIV). Die fantastischen Flugwesen in weiter Landschaft thematisieren aber auch das Fliegen als Ausdruck von Befreiung und Naturverbundenheit; wie auch bei „Der Wonne des Fliegens“ möglicherweise beeinflusst durch das Wissen um die beginnende Luftfahrttechnik.
Ganz ausgezeichneter Druck mit schmalem Rand um die äußerst kräftig und markant zeichnende Facette, das Kolorit mit Gouache deckend und frisch erhalten. Im weißen Rand geringfügige Farbflecken und Fingerspuren, schwache Bereibungen ebenda, kleine Montierungsreste verso, sonst in vorzüglicher Erhaltung.
Abbildung Seite 260
Hans Thoma
5425 37 Blatt aus dem Œuvre des Künstlers. Verschiedene Techniken. 12mo - Gr.Folio.
750 €
Wunderbarer Querschnitt aus dem druckgraphischen Œuvre Hans Thomas, teils signiert, darunter: Beringer 16, 17, 23, 34, 35, 36, 40, 43, 48, 54, 59, 76, 86, 103, 115, 117, 118, 123, 124, 125, 126, 127, 2x134, 145, 315, 324, 545, 546, 555, 579, 582, 591, 603, auf einem Bogen: 866, 869-871, 895-924, nicht in Beringer „Johannes d. Täufer“ (1921) und „Bildnis Ekkhart“ (1920). Beigegeben von Hans Thoma und Henry Tode: Federspiele, II. Auflage, 1902.
Ohne Abbildung
Joseph Uhl (1877 New York – 1945 Bergen bei Traunstein)
5426 Der Führer enthüllt sich als der Ehrgeiz (Scheingrößen). Radierung, Kaltnadel und Aquatinta in Sepia. 42,5 x 39,7 cm. Unterhalb der Darstellung signiert sowie eigenh. bez. „Vierter Zustand 3/15 VIII Scheingrößen“. (1921). Matuszak 4674.
400 €
Ganz ausgezeichneter Druck mit Rand. Etwas knitterspurig, rechts mit Klebestreifen geschlossene Randeinrisse, weitere kleine Randmängel, Bleistiftbezeichnung oben rechts, weitere Gebrauchsspuren, sonst in guter Erhaltung.
Joseph Uhl
5427 Selbstbildnis. Kaltnadel auf Japan. 16,6 x 11 cm. Signiert.
300 €
Ausgezeichneter, gratiger Druck mit schmalem Rand, an zwei Seiten mit Schöpfrand. Blasse Stockflecken, einzelne Quetschspuren im Außenrand, minimal angestaubt, sonst schön.
Hermann Wöhler (1897–1961, Hannover)
5428 Zauberwald (An Arnold Rühle). Radierung mit Aquatinta in Blaugrün auf festem Velin. 24 x 17,5 cm (Plattenkante), 30 x 28 cm (Blattgröße).
900 €
Ganz ausgezeichneter, experimenteller Druck mit deutlich ausgeprägter Facette, und Spuren von Druckfarbe im weißen Rand. Etwas stockfleckig, leicht vergilbt und angestaubt, sonst in schöner und originaler Erhaltung. Laut Annotation auf dem Passepartout handelt es sich um einen Probedruck. Aus dem Nachlass des Künstlers. Sehr selten



5426
5427
5428

Miscellaneen und Trouvaillen der Druckgraphik des 15. bis 18. Jahrhunderts
Heinrich Aldegrever (1502 Paderborn – 1555/62 Soest)
5429 Mars. Kupferstich. 9,8 x 6,4 cm. 1529. B. 76, Mielke (New Hollstein) 76.
350 €
Aus der Folge der „Sieben Planeten“. Ausgezeichneter Druck, auf die sichtbare Plattenkante geschnitten. Geringfügig stockfleckig, sonst tadellos. Aus den Sammlungen Dr. Karl Max Osthof, Aussig (Lugt 4810), Hugo Ahne, Aussig (Lugt 4813), Katrin und Ulrich Schulz sowie mit einer Sammlermarke „Kubus im Kreis“ (beide nicht bei Lugt). Beigegeben aus derselben Folge „Merkur“ (B. 77).
5430 Vier Taten des Herkules. 4 Kupferstiche. Je ca. 10,7 x 6,6 cm. 1550. B. 85, 89, 91, 95, Mielke (New Hollstein) 85, 89, 91, 95.
600 €
Ausgezeichnete, teils zart tonige Drucke, B. 85 und 89 überwiegend mit der Facette, B. 91 und 95 minimal knapp innerhalb. Leicht angestaubt


und vereinzelte Stockflecken, geglättete Faltspuren, bei B. 91 die untere linke Eckenspitze kaum merklich ergänzt, Montierungsreste und Faserspuren verso, sonst in sehr guter Erhaltung. Sämtlich aus der Sammlung Loening (Lugt 4807) sowie mit unidentifizierbarer Sammlermarke, ein Blatt aus der Sammlung P. Gervaise (Lugt 1078), ein anderes mit undeutlicher Marke (vgl. Lugt 4314). Beigegeben von Jacob Cornelisz van Oostsanen der Holzschnitt „Die Auferstehung Christi“ (Hollstein 57).
Albrecht Altdorfer (um 1480–1538, Regensburg)
5431 „Die schöne Jungfrau von Regensburg“ - Maria mit dem Kind auf dem Thron umgeben von musizierenden Engeln. Kupferstich. 6 x 4 cm. B. 13, Winzinger 137, Mielke (New Hollstein) e.14.
400 €
Ausgezeichneter Druck auf die Darstellung geschnitten. Beriebene Stellen, auch in den unteren Ecken, Anfaserungen, leichte Randmängel, verso Bleistiftnummerierungen, weitere Gebrauchsspuren, sonst noch gut. Abbildung Seite 284
5429



Albrecht Altdorfer
5432 Joachims Opfer wird vom Hohenpriester zurückgewiesen; Die Verkündigung an Joachim; Die Darstellung im Tempel; Die Transfiguration; Die Gefangennahme Christi; Christus vor Kaiphas; Die Dornenkrönung; Die Handwaschung Pilatus; Die Kreuzaufrichtung. 9 Holzschnitte. Je ca. 7,2 x 4,8 cm. Um 1513. B. 3, 4, 12, 15, 20, 21, 24, 26, 29, Mielke (New Hollstein) w.3, w.4, w.12, w.15, w.20, w.21, w.24, w.26, w.29.
1.200 €
Aus der Folge „Der Sündenfall und Erlösung des Menschengeschlechts“. Überwiegend ganz ausgezeichnete Drucke meist auf die Einfassung geschnitten, nur teilweise partiell knapp, „Die Verkündigung an Joachim“ mit sehr feinem Rändchen. Etwas angestaubt, Gebrauchsspuren und teils kleine Bleistiftannotationen sowie rote Nummerierung verso, sonst sehr gut erhalten.
Francesco Amato (um 1590 Neapel – 1615)
5433 Der hl. Christophorus mit dem Kinde. Radierung. 24,6 x 18,4 cm. B. 4 I (von II), TIB 4 I (von II), Bertelà 2 I (von II). Wz. Anker im Kreis unter Stern.
450 €
Noch vor der Schrift. Ganz ausgezeichneter Druck knapp bis an die Plattenkante geschnitten, partiell auf diese, in einer Fenstermontage. Mit geglätteter Horizontalfalte verso, recto nicht wahrnehmbar, fleckig bzw. stockfleckig, die rechte obere Eckspitze montierungsbedingt minimal dünn, die linke obere Ecke leicht knittrig, sonst gut erhalten.
5431
5432 5433
Jost Amman (1539 Zürich – 1591 Nürnberg)
5434 Bildnis des Hugenottenführers Gaspard de Coligny. Kupferstich. B. 17, Andresen 2, Seelig (New Hollstein) e134 II. Wz. Kleines bekröntes Wappen.
400 €
Ganz ausgezeichneter Druck mit zarten Wischkritzeln und mit Rändchen um die Einfassungslinie. Geglättete vertikale und horizontale Faltspuren, diese teils gebrochen und hinterfasert, partiell mit zarten Federretuschen, insgesamt leicht stockfleckig, entlang des weißen Randes etwas fleckiger bzw. gebräunt, winziges Rostfleckchen, verso stockfleckig sowie kleine Montierungsreste, sonst schön.
Hans Baldung (gen. Grien, 1476 Weyersheim b. Straßburg – 1545 Straßburg)
5435 Die Entrückung der hl. Maria Magdalena. Holzschnitt. 12,7 x 8,6 cm. Hollstein 137.
450 €
Ausgezeichneter Druck mit breiterem Rand. Stockfleckig und insgesamt etwas verbräunt, die Spitzen der weißen Ecken oben rechts und unten links fehlend, weitere Gebrauchsspuren, sonst gut. Beigeben vier Blatt: von Hans Weiditz der Buchholzschnitt „ Die Malerwerkstatt“ (Dodgson 62), nach Jan Sadeler I. der Kupferstich „Bildnis Siegmund Feyerabend“ (vgl. H. 596), nach Israhel van Meckenem ein Kupferstich „Die Kirchgänger“ (vgl. B. 176) und von Franz Isaac Bruun (?) der Kupferstich „Ein Landsknecht“ (nicht bei Nagler, Hollstein). Abbildung online
Pietro Santi Bartoli (um 1636 Perugia – 1700 Rom)
5436 Colonna Traiana. 125 Radierungen. Quer-Folio. Um 1673. Meyers Allgem. Künstler-Lexikon, aus 353-380.
600 €
Die aufwendig gestaltete Folge bildet die Trajanssäule in Rom in ihrer Gesamtheit, ab ferner ihren Grundriss, Durchmesser und im Detail die

Miscellaneen und Trouvaillen der Druckgraphik des 15. bis 18.

5434
Sockelzone. Vorhanden sind die 125 Radierungen von Bartoli, es fehlen das Titelblatt und die zwei Widmungsseiten sowie die lateinische Beschreibung der Säule des Alphonsus Ciacconius und der Index. Sämtlich prachtvolle Drucke mit breitem Rand, links mit den originalen Heftspuren. Die Ränder etwas angestoßen, fleckig und gebräunt sowie vereinzelt mit Rissen, gleichwohl sehr guter Gesamteindruck. Abbildung online
5436a Die Erhebung des Kardinals Giovanni de’ Medici zu Papst Leo X. 14 Kupferstiche zzgl. Titelblatt nach Raffael, in einem marmorierten HLeder-Band wohl des 18. Jhs. (etwas lädiert und beschabt, Läsuren am Rücken). QuerFolio. Meyers Allgem. Künstler-Lexikon, 1056-1069.
750 €
Die komplette Folge in prachtvollen Drucken mit schönem Plattenton und breitem Rand um die deutlich ausgeprägte Facette. In den Rändern etwas fleckig und angeschmutzt, vereinzelte geringe Knick- und Quetschfältchen, weitere unbedeutende Alters- und Gebrauchsspuren, sonst in sehr schöner Erhaltung.
5436a



Nicolas Beatrizet (um 1507/15 in Lothringen – nach 1577 Rom)
5437 Schlachtenrelief mit römischen Soldaten im Kampf gegen die Dacier. Kupferstich. 28,5 x 45,4 cm. (1553).
B. XV, S. 266, 94, Huelsen 16, Rubach 273 II-III (von III). Wz. Rovere-Baum im Kreis unter sechszackigem Stern.
400 €
Nach einem Relief auf dem Konstantinsbogen. Prachtvoller, akzentuierter und äußerst harmonischer Abzug wohl vor der Adresse Orlandis, auf die Darstellung geschnitten, unten die Zeile mit Lafreris Adresse und dem Datum beschnitten. Verso schwache geglättete Mittelfalte, umlaufend sorgsam angerändert und in der äußersten Darstellung mit zarten Federretuschen, unauffällige Randläsuren, teils sehr sorgsam geschlossene Randeinrisse, weitere geringe Erhaltungsmängel, sonst gleichwohl sehr schöner Gesamteindruck. Aus der Sammlung Joseph Grünling (Lugt 1462).
Cornelis Bega (1620–1664, Haarlem)
5438 Die junge Mutter. Radierung. 13,6 x 11,2 cm. B. 30, Dutuit, Hollstein 30 II.
400 €
Ganz ausgezeichneter, kräftiger Druck knapp an die Einfassungslinie geschnitten, partiell Spuren eines feinen Rändchens. Schwach fleckig, die Ecken etwas dünn und mit zarten Hinterfaserungen, rechts unten mit winzigen dezenten Federretuschen in der Einfassungslinie, sonst in sehr schöner Erhaltung. Aus der Sammlung Johann Martin Friedrich Geissler (Lugt 1072) und eine weitere unleserliche Sammlersignatur. Beigegeben von demselben zwei Radierungen „Sitzende Frau mit Krug“ (B. 12) und „Die drei Trinker“ (B. 29).
Sebald Beham (1500 Nürnberg – 1550 Frankfurt a. M.)
5439 Die Vertreibung aus dem Paradies. Kupferstich. 8,1 x 5,5 cm. 1543. B. 7, Pauli 8, Hollstein 8, Röver-Kann (New Hollstein) 8 wohl II (von III).
750 €
Ganz ausgezeichneter, gegensatzreicher und teils minimal undeutlicher Abzug vor den Vertikalen zwischen Evas Beinen und mit schmalem Rändchen um die Facette. Nur schwache Gebrauchsspuren, winziges schwaches Fleckchen an der Hand Adams verso, sonst tadellos. Aus der Sammlung Katrin und Ulrich Schulz (nicht bei Lugt).
Sebald Beham
5440 Der Narr mit zwei badenden Weibern. Kupferstich 4,5 x 7 cm. 1541. B. 214, Pauli 216, Hollstein 216 IV, Röver-Kann (New Hollstein) 219 III.
600 €
Ganz ausgezeichneter, kräftiger Druck mit sehr feinem Rändchen um die Einfassungslinie, links minimal knapp. Schwach fleckig, oben mittig unauffällige Ausbesserung, untere linke Ecke dünn, in den Eckenspitzen winzige Nadellöchlein, Montierungsreste verso, sonst sehr schön.
Stefano della Bella (1610–1664, Florenz)
5441 Der Tod zu Pferd. Radierung. 18,9 x 15,1 cm. De Vesme/Massari 87 II (von III).
750 €
Aus der Folge „Les cinq Morts“, vor der Adresse von Vincent. Ausgezeichneter Druck mit feinem Rändchen um die Plattenkante. Etwas fleckig, vor allem unten rechts, und insgesamt leicht angestaubt, dünne Stellen, rechts teils auf ein Untersatzpapier montiert, sonst noch gut. Beigegeben aus derselben Folge drei weitere Radierungen: „Der Tod entführt das Kind auf seinen Schultern“ (De Vesme 89 II-III von III, teils in die Darstellung geschnitten, weshalb sich der Druckzustand nicht eindeutig ermitteln lässt), „Der Tod mit einer Frau über der Schulter“ (De Vemse 90 III) sowie „Der Tod, der Greis und die Zeit“ (De Vesme 91 II von III, innerhalb der Plattenkante zum Oktogon geschnitten, angestaubt). De Vesme 89 und 91 jeweils mit der Federannotation von Charles Naudet, Paris (Lugt 1937).

Miscellaneen und Trouvaillen der Druckgraphik des 15. bis 18. Jahrhunderts

5441
Stefano della Bella
5442 Die Ruine des Concordia Tempels auf dem Forum Romanum. Radierung. 29,5 x 27,4 cm. De Vesme/Massari 835 II. Wz. Bekröntes Lilienwappen mit Schriftzug, Nebenmarke Schrift.
400 €
Ganz ausgezeichneter, nuancierter Druck mit sehr feinem Rändchen um die Facette an drei Seiten, unten minimal knapp innerhalb. Unbedeutende Knitterspuren, Nadellöchlein in den oberen Ecken, sonst tadellos. Abbildung Seite 289
Jakob Binck (um 1500 Köln – 1569 Königsberg)
5443 Mythologische Göttinnen und Götter. 10 (von 20) Kupferstichen nach Jacopo Caraglio. Je ca. 18,7 x 8,2 cm bzw. 20,4 x 10,7 cm. B. 26, 29, 30, 33, 36, 37, 39, 41, 43, 45, Hollstein 75 ,78, 79, 82, 85, 86, 88, 90, 92, 94. Wz. Geteiltes bekröntes Wappen mit Fleur-de-lis.
1.500 €
Ganz ausgezeichnete Drucke meist bis in die Darstellung bzw. bis innerhalb der Nische geschnitten und ohne den Text unten. Minimal nur angestaubt, ganz vereinzelt schwache Fleckchen sowie verso kleine Anfaserungen, sonst schön erhalten. Beigegeben von Jacopo Caraglio der Kupferstich „Jupiter“ (B. 26).
Abbildung Seite 288
Miscellaneen und Trouvaillen der Druckgraphik des 15. bis 18. Jahrhunderts


Jean Jacques de Boissieu (1736–1810, Lyon)
5444 Ca. 35 Blatt des Künstlers. 8vo - 4to.
600 €
Schöner Querschnitt durch das vielseitige Œuvre des Künstlers, darunter: 10 Studienblätter mit Köpfen, ferner Boissieu 63 („Les grands Charlatans“), 64, 68, 69, 72, 86 („L‘Écrivain publique“), 87 („Les grands Tonneliers“), 92, 97, 98 („L‘Hiver“), 114 und 127.
Ohne Abbildung
Ferdinand Bol (1616 Dordrecht – 1680 Amsterdam)
5445 Die Frau mit der Birne. Radierung. 14,5 x 11,7 cm. 1651. B. 14, Dutuit 16 IV, Hollstein 15 IV.
800 €
Ganz ausgezeichneter Druck mit schmalem Rand. Etwas angestaubt, lichtrandig bzw. schwach gebräunt, kleines Tintenfleckchen auf ihrer linken Schulter, verso schwache Knickspuren sowie kleine Montierungsreste, sonst schön.
Hans Bol (1534 Mechelen – 1593 Amsterdam)
5446 nach. Landschaft mit Blick auf ein Dorf, im Vordergrund ein Fuhrwerk mit zwei Pferden. Kupferstich von Johannes und Lucas van Doetecum. 22,7 x 32,2 cm. Hollstein 14 II, Mielke (New Hollstein) 22. Wz. Krüglein mit Halbmond.
600 €
Aus der zwölfteiligen Folge der Landschaften mit Dorfansichten. Ausgezeichneter Druck auf die Einfassungslinie bzw. die Darstellung geschnitten, verso mit deutlichem Gegendruck. Die Ecken leicht gerundet, die Mittelfalte verso hinterfasert, zwei kleine geschlossene Einrisse unten rechts, sonst schönes Exemplar.
Cornelis Bos (1506–1510 ‚s-Hertogenbosch – 1556 Groningen)
5447 Die Kreuzabnahme. Kupferstich. 40,8 x 31,5 cm. 1545. Schèle 30, Hollstein 33. Wz. Gekrönter Doppeladler (vgl. Briquet 304).
1.200 €
Wesentliche Zeitspannen der Biographie des niederländischen Kupferstechers Cornelis Bos sind bisher ungeklärt, obwohl der Künstler in den 1540er Jahren als einer der Hauptmeister des Ornamentstiches, des sogenannten Floris-Stiles galt. 1540 erhielt Bos das Bürgerrecht der Stadt Antwerpen und wurde im gleichen Jahr in die dortige Lukasgilde aufgenommen, jedoch vier Jahre später aufgrund seiner Zugehörigkeit zur Libertijnen-Sekte aus der Stadt verbannt. Bos wanderte in die nördlichen Niederlande aus, hielt sich vermutlich zuerst in Haarlem auf und dürfte sich um 1550 in Groningen niedergelassen haben. Der vielfiguri-


ge, anspruchsvoll komponierte Kupferstich geht auf eine Invention des flämischen Romanisten Lambert Lombard (1505-1566, Lüttich) zurück. Ausgezeichneter, gleichmäßiger Druck mit der Einfassungslinie, stellenweise minimal knapp. Etwas angestaubt, geglättete Faltspuren, geringfügige Bereibungen, der Gesamteindruck jedoch gut.
Elias van den Bossche (auch Bos, tätig 1607–1620, in Köln)
5448 Ecce Homo. Kupferstich wohl nach Cornelis Cort, nach Étienne Dupérac. 27,8 x 18 cm. Nicht in Hollstein und Wurzbach, vgl. Sellink (New Hollstein, Cort) 60.
350 €
Von van der Bossche sind fünf Blätter zur Passion Christi nach Christoph Schwarz bekannt, doch dieses folgt gleichseitig einem Kupferstich Cornelis Corts, der auf Étienne Dupérac zurückgeht. Die Figurengruppen stimmen in Details überein, verändert wurde der Hintergrund. Vorliegende Wiederholung wird nicht unter den Kopien im Hollstein geführt. Prachtvoller, kräftiger Druck an den Seiten an die Darstellung geschnitten, oben mit feinem Rändchen, unten mit dem Schriftrand. Horizontale Quetschspuren, leicht fleckig, oben mittig ausgebesserte Stelle mit dezenten Federretuschen, sonst gut. Selten. Beigegeben eine Radierung nach Vespasiano Strada „Ecce Home“ (vgl. B. 2) sowie von Cornelis Galle I der Kupferstich „Das Bad des Seneca“ (Hollstein 279). Abbildung online

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Miscellaneen und Trouvaillen der Druckgraphik des 15. bis 18. Jahrhunderts


Abraham Bosse (1604 Tours – 1676 Paris)
5449 L‘enfance - Die Kindheit. Kupferstich. 26,8 x 33,8 cm. Blum 152. Wz. Traube über Lilie, dazwischen Initialen CB.
600 €
Aus der Folge „Die vier Zeitalter des Menschen“. Ganz ausgezeichneter, prägnanter Druck mit breitem Rand. Dort etwas fleckig und altersspurig, vertikale Mittelfalte mit verso ausgebesserten Risschen, unten dort geschlossener Randeinriss, weitere geringe meist ausgebesserte Randschäden, Gebrauchsspuren, sonst gut.
Pierre Brebiette (um 1598 Mantes – 1650 Paris)
5450 Diffusa est gratia in labys tuis - Die Hl. Familie mit dem Johannesknaben. Radierung nach Andrea del Sarto. 22,9 x 18,4 cm. Nicht bei Le Blanc, IFF 12.
450 €
Prachtvoller, satter Druck mit zarten Wischspuren und feinem Rändchen um die Einfassungslinie, unten ohne den Schriftrand. Unbedeutende Gebrauchsspuren, sonst in sehr guter Erhaltung. Beigegeben von Claude Vignon die Radierung „Christus heilt die Schwiegermutter Simon Petri“ (Robert-Dumesnil 7).
5451 Fortuna von Jupiter gekrönt, mit Pluto und Neptun. Radierung nach Claude Vignon. 26,2 x 20,6 cm. 1624. Le Blanc 62, IFF 174.
450 €
Brebiettes wunderbar leicht und spirituell behandeltes Blatt gibt ein verloren gegangenes Gemälde von Claude Vignon wieder. Bereits in Italien, wo Brebiette bis 1625 verblieb, pflegte der Künstler eine enge Arbeitsgemeinschaft mit Vignon und dem Verleger François Langlois, genannt Ciartres, welche sich nach der Rückkehr Brebiettes nach Frankreich fortsetzte. Der geistreiche, sehr lebendige Radierstil des Ersteren erwies sich als ein äußerst geeignetes Instrument um die tonalen Werte und das effektvolle Clairobscur der Malerei Vignons kongenial in das Medium der Druckgraphik umzusetzen. Ganz ausgezeichneter, gegensatzreicher und zarttoniger Abzug mit feinem Rändchen um die Plattenkante, teilweise jedoch unregelmäßig innerhalb dieser geschnitten. Oben, jedoch vor allem rechts im Rand kleine hinterlegte Fehlstellen, horizontale Mittelfalte verso, diese an den Seiten teils unauffällig gesprungen, geglättete Quetschspuren im oberen Bereich, vollständig hinterfasert, weitere Alters- und Gebrauchsspuren, sonst gleichwohl sehr gut.
und Trouvaillen der Druckgraphik des 15.

Pieter Bruegel d. Ä. (um 1525–1569 Brüssel)
5452 nach. Prudentia. Kupferstich von Philips Galle.
22,2 x 29,5 cm. Bastelaer 136, Hollstein 136, Orenstein (New Hollstein, Bruegel) 17 I (von II), Leesberg/Sellink (New Hollstein, Galle) 313 I (von II), Bassens/Grieken 13e. 1.200 €
Blatt 5 der Folge der Tugenden. Vor den Veränderungen im Text. Ausgezeichneter, gleichmäßiger Druck auf die Plattenkante geschnitten, teils minimal knapp innerhalb. Vertikale Mittelfalte, schwache Leimspuren verso, zwei kleine Wurmlöchlein unten links, vor allem im oberen Rand einige Randschäden sowie mittig in den Eckspitzen mit Fehlstellen, leichte Alters- und Gebrauchsspuren, sonst gleichwohl insgesamt noch gut.

5454 nach. Alpine Landschaft mit tiefem Tal. Radierung und Kupferstich von Johannes und Lucas van Doetecum. 31,5 x 42,3 cm. Um 1555-1557. Bastelaer 9, Hollstein (nach Bruegel) 6, Orenstein (New Hollstein, Bruegel) 52, Bassens/Grieken 2d, wohl II.
400 €
Aus der Folge der Großen Landschaften. Ganz ausgezeichneter, kräftiger Druck mit der Einfassungslinie bzw. teils mit Rändchen um dieselbe Unauffällig hinterfasert, geglättete Mittelfalte, verschiedene geschlossene Einrisse und Fehlstellen meistens oben rechts, Federretuschen entlang der Einfassungslinie und vereinzelt auch innerhalb der Darstellung, teils wohl angerändert, weitere kleine Ausbesserungen.

5449
5452


Johann Theodore de Bry (1561Straßburg – 1623 Bad Schwalbach)
5455 Die Dorfkirchweih. Kupferstich nach Sebald Beham. 10,5 x 28 cm. Pauli (Beham) 1245b, Hollstein (de Bry) 12, Röver-Kann (New Hollstein, Beham) 499 copy b.
350 €
Ausgezeichneter, gleichmäßiger Druck mit Rändchen um die Plattenkante. Verso geglättete vertikale Mittelfalte, schwach stockfleckig und etwas angestaubt, winzige Randläsuren, verso Montierungsreste sowie winzige Rostfleckchen, sonst schön. Beigegeben von Christoph Stimmer „Seckenheim. Das Mahl zu Heidelberg“ (Nagler 366; aus der Sammlung Ambroise Firmin-Didot, Lugt 119 sowie einer bisher nicht identifizierten Sammlung Lugt 3044), zwei Kupferstiche von Jan Luyken „Aufstand während einer Prozession in einem Vorort von Paris, 1671“ und „Aufstand gegen den Bischof von Nîmes, 1650“ (Van Eeghen 1537 und 1540).
Giuseppe Caletti (gen. Cremonese, um 1600 Ferrara – 1660 Cremona)
5456 David mit dem Haupt des Goliath. Radierung. 25,3 x 15,5 cm. B. XX, S. 313, 3. Wz. Tre Lune (Fragment).
600 €
Ausgezeichneter, toniger Druck mit sehr feinem Rändchen um die Plattenkante, punktuell an diese geschnitten. Leicht angestaubt und fleckig, Spur geglätteter Diagonalfalte verso, ebenda Klebe- und Montagerückstände am linken Rand, sonst in schöner Erhaltung. Aus einer bislang unidentifizierten Sammlung (Lugt 2641b).

Jacques Callot (1592–1635, Nancy)
5457 Exercices Militaires. 12 Radierungen zzgl. Titel. 6,2 x 8,2 cm. 1635. Meaume 582-583, 588-591, 593594, Lieure 1320-1332, jeweils II.
600 €
Die komplette Folge mit den Nummern in ausgezeichneten Drucken bis an die überwiegend sichtbaren Plattenkanten beschnitten. Unbedeutend fleckig, dünne, hinterfaserte Stellen, weitere geringe Gebrauchsspuren, sonst schön und einheitlich. Beigegeben von Callot die drei Radierungen „Die Reparatur des Aquädukts von Pisa“ (Lieure 151 I/II), „Die kleine Ansicht von Paris“ (Lieure 369) und „Die Kreuztragung“ (Lieure 286).
5458 Les Grands Misères de la guerre. 18 Radierungen inkl. Titel. Je ca. 8,1 x 18,6 cm. 1633. Meaume 564-581, Lieure 1339-1355, je letzter Zustand.
1.200 €
Die bedeutendste Folge Callots hier in einem vollständigen Exemplar. Ausgezeichnete, in den dunklen Partien kräftige Abzüge mit Rändchen um die Plattenkanten, nur das Titelblatt bis an bzw. minimal knapp innerhalb geschnitten. Schwach nur altersspurig, die Ecken meist dünn und punktuell mit montierungsbedingten, geschlossenen Läsuren, etwa bei Nr. 2, 13 und 14, wenige weitere sorgsame Randausbesserungen, Nr. 2 und 9 mit Braunflecken, sonst in schöner und einheitlicher Erhaltung.
5459 Das Marienleben. 14 Radierungen inkl. Titel, jeweils montiert auf einen Passepartoutausschnitt in einem mod. Lederalbum mit goldgeprägtem Rückentitel und Goldschnitt im Pappschuber. Je ca. 7,2 x 4,1 cm. (1633). Meaume 76-89, Lieure 1357 II, 1358-1370 II (von III).
900 €
Die vollständige Folge in dem frühesten erreichbaren Zustand, vor der Durchnummerierung der Folge. Prachtvolle, kontrastreiche Drucke mit feinem Rändchen. Partiell mit unauffälligen, fachmännischen Ausbesserungen bzw. kleinen Hinterfaserungen, verso vereinzelte Montierungsrestchen und minimale Gebrauchsspuren, sonst in sehr schöner, gleichmäßiger Erhaltung.


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Miscellaneen und Trouvaillen der Druckgraphik des 15. bis 18. Jahrhunderts


Canaletto
(eigentl. Antonio Canal, 1697–1768, Venedig)
5460 Das Bischofsgrab. Radierung. 22 x 13 cm. De Vesme 29, Bromberg 15, Montecuccoli degli Erri 30 I (von II).
900 €
Eines von drei Fragmenten, die ursprünglich eine Platte bildeten, von der jedoch keine Abzüge vor der Teilung gemacht wurden. Vor den Kratzern oben. Ganz ausgezeichneter, klarer Druck unten mit der Plattenkante, sonst mit Spuren derselben bzw. minimal knapp innerhalb. Sehr schwach nur angestaubt, unmerkliche Trockenfältchen mittig, oben montiert, Leimreste verso entlang der Ränder, sonst schönes Exemplar.
Luca Carlevarijs
(1665 Udine – 1731 Venedig)
5461 Venezianische Ansichten. 11 Radierungen. Je ca. 20,8 x 29,1 cm. (1703). Le Blanc, aus 2-101, Succi (2013) 9, 32, 34, 42, 43, 47, 65, 93, 96, 99, 102, jeweils erster Zustand. Wz. Tre Lune.
800 €
Aus der Folge „Le Fabriche e Vedute di Venezia“ vor den Nummern. Ganz ausgezeichnete bis prachtvolle Drucke mit feinem Rändchen bis schmalem Rand um die gratigen Plattenkanten, nur Succi 102 unten bis an die Facette. Leichte Alters- und Gebrauchsspuren, jeweils geglättete Vertikalfalte rechts, zwei Blatt dort mit hinterlegter Bruchstelle, einzelne Blatt mit kleinen Randbestoßungen und -einrisschen, „Facciata della scuola di S. Fantino“ mit diagonale Schramme durch die Darstellung, der obere Facettenrand von „Procuratie nove in Piazza di S. Marco“ gebrochen und sorgfältig geschlossen, vereinzelt stockfleckig, die Außenkanten partiell gebräunt, nur bei Succi 102 etwas stärker, dieses Blatt unten angerändert, Bleistiftannotationen, sonst in guter Erhaltung. Mit dem Stempel der „Westminster Libraries“ (nicht bei Lugt).
Ugo da Carpi (um 1480 Carpi – 1525 Rom)
5462 Die Kreuzabnahme. Clair-Obscur-Holzschnitt von drei Blöcken in Schwarz, Braun und Ocker nach Raffael. 35,5 x 28,3 cm. (1518). B. 22, Takahatake 14 II. Wz. Kreis (undeutlich).
750 €
Ausgezeichneter, wenngleich späterer Abzug mit der Einfassung. Flekkig, diverse horizontale und vertikale Faltspuren sowie Risse, diese geschlossen bzw. hinterlegt, ebenfalls hinterlegte Fehlstellen, darunter eine größere unten links, diverse kleine Löchlein, weitere Erhaltungsmängel, sonst in ordentlicher Erhaltung. Beigegeben zwei Clair-ObscurHolzschnitte von Antonio da Trento nach Parmigianino „Die Madonna mit dem Jesuskind und dem Johannesknaben“ (B. 12) und „Mucius Scaevola, seine Hand ins Feuer haltend“ (B. 21), weiterhin eine radierte Kopie nach Niccolò Vicentino „Herkules und der nemeische Löwe“ (nach B. 17).
Abbildung online

Agostino Carracci (1557 Bologna – 1602 Parma)
5463 Bildnis Tizians. Kupferstich. 33 x 23,6 cm. 1587. B. 154, Bohlin 145 III (von IV), TIB (Commentary) 151 S3 (von S4). Wz. Meerjungfrau im Kreis (vgl. Briquet 13894).
600 €
Vor den letzten Überarbeitungen. Der wohl bekannteste Kupferstich Agostino Carraccis in einem ausgezeichneten, wenngleich teils etwas auslassenden Druck, teils mit sehr feinem Rändchen, teils auf die Plattenkante geschnitten, im rechten Rand mit feinem Rändchen um die Einfassungslinie. Geglättete Mittelfalte, sorgsam geschlossener Riss in der oberen rechten Ecke, links zarte Quetschfältchen vom Druck, insgesamt leicht angestaubt und fingerfleckig, im oberen Rand kleine hinterfaserte Randläsuren, sonst gutes Exemplar.
Asmus Jacob Carstens (1754 St. Jürgen – 1798 Rom)
5464 nach. Das goldene Zeitalter. Radierung, von W. Müller. 24,2 x 33,7 cm.
350 €
Im Jahre 1798 fertigte Carstens die Komposition „Das goldene Zeitalter“ nach Hesiod und Ovid an, zu welchem sich Kopien von Koch und Thorvaldsen erhalten haben. Prachtvoller, nuancierter und fein abgestufter Druck mit breitem Rand. Leicht gebräunt im äußeren Rand, vereinzelt und besonders im weißen Rand etwas stockfleckig, leichte Faltspur in der weißen Ecke unten links, sonst in guter Erhaltung. Beigegeben eine Aquatintaradierung von Ludwig Hess „Waldpartie mit Aussicht auf einen See, vorne ein Jäger mit Mädchen rastend“ (Nagler 70). Abbildung online

5465

Giovanni Benedetto Castiglione (1616 Genua – 1670 Mantua)
5465 Diogenes sucht einen ehrenhaften Mann. Radierung. 21,3 x 30 cm. Um 1645. B. 16 II, Bellini 22, TIB (Commentary) .021 S2. Wz. Stern über Krone.
900 €


Ganz ausgezeichneter Druck mit sehr feinem Rändchen um die Einfassung. Minimale Gebrauchsspuren, schwacher Fleck im Bereich des linken Armes, kurzer geschlossener Randeinriss unten, kleines geschlossenes Löchlein mit ergänztem Text rechts in der ersten Zeile, Gegendruck mit Rankenornament verso, sonst in schöner Erhaltung. Beigegeben drei Kopien nach Castiglione.
Abbildung Seite 295
5466 Die Allegorie der Vergänglichkeit (Temporalis Aeternitas). Radierung. 18,1 x 26 cm. B. 27, Bellini 63, TIB (Commentary) .027 S3 (von S5).
450 €
Die Linie in Arm und Brust des Kindes rechts noch sichtbar. Ausgezeichneter, wenngleich minimal grauer Druck mit sehr feinem Rändchen um die Plattenkante. Schwach angestaubt und fleckig, unten rechts im Rand ein bogenförmiger Bereich wieder angefügt, geglättete Mittelfalte verso, ebenda geringe Leimspuren, weitere Griffspuren, sonst in guter Erhaltung.
Giovanni Battista de‘ Cavalieri (um 1525 Villa Lagarina bei Trento – 1601 Rom)
5467 Susanna im Bade. Radierung nach Tizian. 31,5 x 46,2 cm. 1566. Le Blanc 2, Scorsetti 4 I (von II). Wz. Fleur-de-lis im Kreis.
750 €
Vor der Inschrift auf dem Brunnen. Ganz ausgezeichneter, gleichmäßiger Druck mit Plattenton und der vollen Darstellung, gelegentlich mit Spuren der Einfassung. Vertikale Mittelfalte, diese unten mit hinterlegtem Bruch, einzelne Randmängel und Retuschen unten, die Außenkanten verso umlaufend mit schmalem Papierstreifen alt hinterlegt, zwei bräunliche Flecken links der Grotte, Rötelspur zwischen den Baumkronen oben, weitere Flecken und Gebrauchsspuren, zarte Knitter- und Quetschspuren, sonst in guter Erhaltung. Selten. Aus einer unbekannten Sammlung „G+W D im Kreis“ (nicht bei Lugt).
5468
5466
Allaert Claesz. (um 1508 Amsterdam, tätig 1520–55 in Utrecht und Amsterdam)
5468 zugeschrieben. Ornament mit reitenden Soldaten, die eine Frau entführen. Kupferstich. 4,1 x 9,9 cm. Nicht in Hollstein.
400 €
Ganz ausgezeichneter, teils kräftiger Druck meist an die Darstellung geschnitten, partiell mit Spuren der Facette. Minimal fleckig und gebrauchsspurig, unten kurzer Randeinriss, aufgezogen, sonst gut.
Miscellaneen und Trouvaillen der Druckgraphik des 15. bis 18.
Cornelis Cort (1533 Hoon o. Edam – 1578 Rom)
5469 Der hl. Hieronymus in der Wüste, lesend. Kupferstich nach Tizian Vecellio. 31 x 27,3 cm. 1565. Hollstein 134, Sellink (New Hollstein) 120 II (von VII). Wz. Wappen mit sechszackigem Stern darüber.
400 €
Mit dem Privileg, vor dem Namen Corts. Ganz ausgezeichneter, kräftiger und zarttoniger Frühdruck mit feinem bzw. schmalem Rändchen an drei Seiten um die Plattenkante, in den unteren Schriftrand geschnitten. Geringfügig angestaubt, geglättete horizontale Mittelfalten, dort weitere Knickspur, die unteren Ecke abgerissen und ergänzt, sonst gleichwohl gut erhalten.

5470 Justizia weist die Reichtümer zurück. Kupferstich nach Federico Zuccaro. 25,9 x 30,6 cm. 1566. Bierens de Haan 223, Hollstein 223, Sellink (New Hollstein) 156 I (von II), Rubach I ( von II). Wz. Stern über Blume im Wappen.
400 €
Mit der Adresse Antonio Lafreris. Prachtvoller, klarer Frühdruck mit mehreren markanten Wischkritzeln, knapp in die Darstellung geschnitten. Minimal und nur schwach stockfleckig sowie unten rechts fleckig, winzige Bestoßung auf dem Knie der Justizia, in den Ecken und Rändern auf ein Untersatzpapier montiert, dort teils knitter- und falzspurig, sonst gut. Beigegeben von demselben nach Frans Floris der Kupferstich „Visus“ (NH 208). Abbildung online

5469
5471


Jean Couvay (um 1605 Arles – 1663 Paris)
5471 Die sieben Weisen Griechenlands. 7 Kupferstiche mit Radierung nach Claude Vignon. Je ca. 35,7 x 21,8 cm. Le Blanc 90-96, IFF 61-67. Wz. Traube im ovalen Schriftrahmen.
600 €
Die komplette Folge in ganz ausgezeichneten, sehr markanten Drucken mit zartem Plattenton und feinem Rändchen, nur oben vereinzelt minimal knapp innerhalb bzw. bis an die Darstellung beschnitten. Minimale Alters- und Gebrauchsspuren, vereinzelt blass stockfleckig, Periander mit hinterlegtem Randeinriss unten, am linken Rand alt auf Bütten montiert, sonst in schöner und einheitlicher Erhaltung. Selten Abbildung Seite 297
Antoine Coypel (1661–1722, Paris)
5472 Deus fecit virtutem in Israel - Judith mit dem Haupt des Holofernes. Kupferstich, fertiggestellt von Charles Simonneau. 25,8 x 19,5 cm. 1694. RobertDumesnil 2 II, Le Blanc 2 II.
600 €
Ganz ausgezeichneter, gleichmäßiger Druck mit schmalem Rand. Geringfügig vergilbt und nur schwach gebrauchsspurig, sonst sehr schön und original erhalten.
Dietrich Crüger (auch Theodor Crüger, 1575 Hamburg – 1624 Rom)
5473 Die vier Jahreszeiten. 4 Kupferstiche nach Gabriel Weyer (?). Je ca. 19,3 x 15 cm. 1613. Nicht bei Hollstein. Wz. Wappen mit Augsburger Kelch und Initial M.
750 €
Die vollständige, nicht bei Hollstein verzeichnete Folge in ganz ausgezeichneten bis prachtvollen Drucken mit feinem Rändchen an drei Seiten, links mit feinem Rändchen um die Einfassungslinie. Links entlang des Randes mit Spuren alter Heftung bzw. Montierungsreste, minimal nur fleckig, zarte Knitter- und Quetschspuren, Blatt 4 mit geschlossenem Randeinriss links oben, Blatt 1 die weibliche Figur geweißelt, weitere Altersspuren, sonst gleichwohl sehr gut. Selten. Beigegeben ein Kupferstich aus der Werkstatt von Hendrick Goltzius nach seiner Vorlage „Die Heilige Familie mit dem Johannesknaben“ (NH 446), drei Kupferstiche von Raphael Sadeler nach Jacopo Bassano, Paul Bril bzw. nach Pieter Stevens „Die Anbetung der Könige“, „Weite Landschaft mit Blick in einen Hafen“ und „Landschaft mit Ruinen und einem Reiter“ (Hollstein 14, 216 und 221) sowie ein Kupferstich nach Maarten de Vos „Der hl. Petrus aus dem Gefägnis befreit (NH, Jode, 504).
Dominicus Custos (1559/60 Antwerpen – 1615 Augsburg)
5474 Die vier Kirchenväter: Gregorius; Ambrosius; Augustinus; Hieronymus. 4 Kupferstiche nach Peter Candid. Je ca. 14,4 x 10,4 cm. Vgl. Hollstein (Sadeler) 99-102 (copies), Diefenbacher (New Hollstein) 173-176, I (von II). Wz. Augsburger Wappen (?).
450 €
Ganz ausgezeichnete, klare Drucke auf die Plattenkante geschnitten, partiell knapp innerhalb dieser. Allesamt etwas angestaubt und knitterfaltig, teils mit Randläsuren bzw. ergänzten Fehlstellen, verso alte Klebereste, sonst in guter bis schöner Erhaltung. Sehr selten. Aus der Sammlung Richard Jung (Lugt 3791). Abbildung online
Leon Davent
(Meister L. D., tätig ca. 1540–1556 in Fontainebleau und Paris)
5475 Herkules im Bett mit Omphale. Kupferstich nach Primaticcio. Um 1540-1545. 21,8 x 40,8 cm. B. 50, Zerner LD 9.
400 €
Herkules überrascht Faunus, der ihn für Omphale gehalten hat; die beiden Liebenden tragen die Kleidung des jeweils anderen und erwachen, als Faunus versucht, sich der Königin zu nähern. Der Stich zeigt eine von zwei Kompositionen, die auf die Seitenwände des Portikus der Porte Dorée in Fontainebleau gemalt wurden, der während der Regierungszeit von Franz I. als Haupteingang zum Schloss diente. Das zweite Fresko, „Herkules als Frau verkleidet“, wurde ebenfalls von Davent sowie von Fantuzzi radiert. Beide Gemälde sind noch an ihrem ursprünglichen Ort erhalten, wurden jedoch stark restauriert. Guter, teils etwas grauer Druck, mit Spuren eines Rändchens um die Darstellung, teils auf diese geschnitten. Geglätteter diagonaler Knick links oben und unten, geglättete vertikale Knicke mittig, geschlossene Einrisse vor allem am oberen Rand, dort auch vereinzelt mit kleinen Federretuschen, kleines Nadellöchlein im Oberarm Amors, etwas fleckig und berieben. Auf festerem Papier aufgezogen, auf dünnerem Papier am oberen und unteren Rand montiert, sonst gut.
Giovanni David (1749 Cabella Ligure – 1790 Genua)
5476 Vino pellite curas: Bacchanal mit einer schlafenden Mänade. Radierung. 29,1 x 20,5 cm. (1775). Schleier/Grasso 16 I-II (von II).
750 €
Das Blatt stammt aus einer Folge von sechs Darstellungen, die jeweils ein literarisches Zitat illustrieren. Ganz ausgezeichneter Druck mit der Einfassung und ohne den Schriftrand unten. Minimal angestaubt, alt aufgezogen, sonst in sehr guter Erhaltung.
und




Baron Dominique-Vivant Denon (1747 Chalon-sur-Saône – 1826 Paris)
5477 Die Schachspielerinnen. Radierung nach Sofonisba Anguissola. 10,8 x 16 cm. Le Blanc 84, IFF 279.
300 €
Ganz ausgezeichneter, lebendiger Druck mit Rand. Etwas stockfleckig, Bleistiftannotationen im weißen Rand, sonst schönes Exemplar. Beigegeben ein zweites Exemplar derselben Radierung in einem etwas späteren Abzug.
Abbildung Seite 282
Marco Dente
(auch Marco da Ravenna, um 1493 Ravenna – 1527 Rom)
5478 Die Geburt der Venus. Kupferstich nach Raffael bzw. Giulio Romano. 26,2 x 17,3 cm. B. XIV, S. 243, 323 I (von II). Wz. Anker im Kreis.
600 €
Vor der Adresse von Salamanca. Ausgezeichneter Druck unten mit sehr feinem Rändchen um die Plattenkante, rechts um die Einfassung, sonst bis an bzw. minimal knapp innerhalb dieser beschnitten. Insgesamt etwas angeschmutzt und gebrauchsspurig, drei geschlossene Randeinrisse links, eine kleine hinterlegte Fehlstelle an der oberen Blattkante neben der Krone des Uranus, weitere Ausbesserungen, Leim und Fasern verso, sonst in guter Erhaltung. 5479
Miscellaneen und Trouvaillen der Druckgraphik des 15. bis 18.

Deutsch
5479 um 1600. Diogenes. Monotypie. 15,6 x 23,2 cm. Wohl unbeschrieben.
450 €
Drucktechnisch interessantes Blatt, das zusätzlich zum monotypischen Verfahren, mit Feder und schwarzem Stift (Graphit?) überarbeitet wurde. Ausgezeichneter, aufgrund der Technik teils nicht ganz einheitlicher Abzug, auf die Darstellung geschnitten. Alters- und Gebrauchsspuren, fleckig (wohl teils ölhaltig?), Randläsuren und kleine Fehlstellen, diese teils hinterlegt, sonst gleichwohl gut. Aus der Sammlung Mathias F. Hans (Lugt 5924).
Albrecht Dürer (1471–1528, Nürnberg)
5480 Der verlorene Sohn. Kupferstich. 23,8 x 18,4 cm. Um 1496. B. 28, Meder 28 wohl f (von h).
3.500 €
Die Schweineschramme noch sichtbar. Ganz ausgezeichneter, klarer und teils noch gratiger Druck an allen Seiten unter minimalem Darstellungsverlust beschnitten, etwa unten bis an das Monogramm und oben bis zur Höhe des horizontalen Giebels links. Leicht angestaubt sowie partiell fleckig, zwei Braunfleckchen im Mittelgrund rechts, vereinzelt schwach berieben, oben mehrere und unten rechts ein geschlossener Randeinriss, die obere rechte Eckenspitze ergänzt, die untere linke Eckenspitze ausgedünnt und dort mit partiellen Retuschen auf dem Untersatz, aufgezogen und alt montiert, sonst gleichwohl gut erhalten. Aus der Sammlung Peter Vischer, wohl in dessen Montierung (Lugt 2115).
5480

Albrecht Dürer
5481 Maria mit dem Kinde am Baum. Kupferstich.
11,7 x 7,4 cm. 1513. B. 35, Meder 34 e.
1.500 €
Sehr guter, etwas auslassender Druck mit feinem Rändchen um die Plattenkante, links oben teils an diese geschnitten. Leicht angestaubt und einzelne verblasste Braunfleckchen, links in Höhe des oberen Zaunpfostens ausgebesserte Läsur mit dünner Stelle, diese dünn hinterfasert, unten horizontale geschlossene Einrisse, verso entlang der Ränder Spuren alter Montierung, dort teils dünn und recto marginal berieben, sonst noch gut. Doublette aus der Sammlung des Martin von Wagner Museum der Universität Würzburg (Lugt 2541c). Beigegeben zwei Wiederholungen unbekannter Künstler nach Vorlagen Dürers „Satyr und Nymphe“ und „Der Dudelsackpfeifer“ (vgl. B. 69 und 91). Abbildung online
5483 Der hl. Hubertus, auch Eustachius genannt. Kupferstich. 35,1 x 25,5 cm. Um 1501. B. 57, Meder 60 g-k (von k).
4.500 €
Ausgezeichneter, noch präziser, wenngleich etwas grauer Druck umlaufend bis 5 mm in die Darstellung beschnitten. Aufgezogen und insgesamt etwas griffspurig, Fehlstellen in der Ecke oben links, im Wasser links des Heiligen sowie in der Eckenspitze unten links, diese mit Stichfragmenten ergänzt, in diesen Bereichen leicht braunfleckig, weitere kleinere Löchlein ebenso ergänzend hinterlegt, etwa im Rücken des nach rechts schauenden Hundes sowie im Kopf des aufrecht sitzenden, im Ohr des Hirsches sowie in den Bäumen am Fuße des Hügels, weiterhin ein Riss durch die Gebäude rechts unterhalb der Burg sowie im Rücken des vorne mittig liegenden Hundes, weitere Erhaltungsmängel, im Gesamteindruck gleichwohl ordentlich.
5483

Miscellaneen und Trouvaillen der Druckgraphik des 15. bis 18. Jahrhunderts
Albrecht Dürer
5484 Der Koch und sein Weib. Kupferstich. 10,8 x 7,7 cm. Um 1496/97. B. 84, Meder 85 d-e (von e).
1.800 €
Ganz ausgezeichneter, kräftiger und gratiger Druck mit der vollen Darstellung, unten die Einfassungslinie sichtbar. Etwas angestaubt und fleckig, dünne Stellen, rechts am und im Schultertuch der Frau geschlossener und auch hinterlegter Randeinriss, die oberen beiden Ecken angeschrägt und ergänzt, Ausbesserungen im Beinkleid der Frau sowie in den unteren Ecken, weitere Erhaltungsmängel, sonst gut.
Albrecht Dürer
5485 Wappen mit dem Totenkopf. Kupferstich. 21,2 x 15,5 cm. 1503. B. 101, Meder 98 II a (von d).
3.500 €
Mit dem schrägen Strich auf dem Leib der Frau. Ganz ausgezeichneter, klarer Druck mit der vollen Darstellung. Schwach stockfleckig und etwas angestaubt, diverse sorgsam ausgebesserte Risschen und Stellen, wie im oberen Teil um die Köpfe, zwischen dem Band und den Federn, dem Schild oder auch am rechten Rand, diese vereinzelt mit sehr feinen Federretuschen, kleine ergänzte Papierverluste an drei Ecken, angerändert und die Plattenkante in Feder teils imitiert, sonst im Gesamteindruck noch schön.

5484
5485

Albrecht Dürer
5487 Willibald Pirkheimer. Kupferstich. 18,1 x 11,3 cm. 1524. B. 106, Meder 103 I f (von II b). Wz. Wappen von Pfalz-Neuburg, Doppelwappen mit den Buchstaben MC (Meder 197).
1.200 €
Vor der Aufätzung. Guter Abzug mit der Einfassungslinie, oben bis an die Darstellung geschnitten. Fleckig, im Passepartoutausschnitt gebräunt, zwei kleine ausgebesserte Papierverluste mit Federretuschen, unten kleine Randläsuren, verso gebräunt sowie kleine Montierungsreste, sonst noch gut.
Albrecht Dürer
5486 Friedrich der Weise. Kupferstich. 18,9 x 12,4 cm. 1524. B. 104, Meder 102, I. Zustand wohl c-e (von e bzw. von II).
1.200 €
Ausgezeichneter, gleichmäßiger und noch präziser Druck an die Darstellung bzw. die Einfassungslinie geschnitten, teils mit Spuren eines Rändchens, ohne den Textrand. Die Textpartie einer Wiederholung unten angesetzt. Entlang der äußeren Ränder und entlang der Verbindungsnaht schwach fleckig, verschiedene, nur unauffällige Ausbesserungen links des rechten Auges, im Bart rechts sowie unten links über der Texttafel am Rand, in diesen Stellen teils mit zarter Retusche, weitere geringe Alters- und Gebrauchsspuren, sonst im Gesamteindruck harmonisches Exemplar.

5486
5487

Albrecht Dürer
5488 Samson tötet den Löwen. Holzschnitt. 38,1 x 27,8 cm. Um 1496-97. B. 2, Meder 107, nach g.
1.500 €
Ausgezeichneter, klarer und teils kräftiger, wenngleich später Druck an die Einfassung geschnitten. Minimal fleckig und leicht wellig, montierungsbedingt dünne Stellen und Bereibungen verso sowie Klebe- und Montierungsreste, in den dünnen Stellen teils ausgebessert und mittig ein geschlossenes Löchlein, untere rechte Eckenspitze fehlt, weitere kleine Erhaltungsmängel und Handhabungsspuren, sonst gut.
Abbildung Seite 306 5488
5489 Die Grablegung Christi. Holzschnitt aus der Großen Holzschnittpassion, wie auch die folgende Losnummer. 38,4 x 27,7 cm. Um 1497-1500. B. 13, Meder 123, Ausgaben nach dem Text von 1511 e (von g). Wz. Wappen mit S und Kreuz (Meder 311).
800 €
Blatt 11 der Folge. Mit dem langen Sprung durch den mittleren Träger sowie dem Wurmloch in dessen linken Fuß, aber noch vor dem Wurmloch auf dem Gürtel des ganz linken Trägers. Ausgezeichneter, stellenweise auslassender und verklebter Druck, mit schmalem Rand. Verso geglättete horizontale Mittelfalte, etwas stockfleckig, leicht angeschmutzt, am unteren Rand kleine Läsuren, verso kleine Montierungsreste sowie an einzelnen Stellen das Papier verstärkt, sonst in guter Erhaltung.




5489
5490
5492
5493
Albrecht Dürer
5490 Die Auferstehung Christi. Holzschnitt. 38,7 x 27,7 cm. 1510. B. 15, Meder 124, Ausgaben nach 1511, ohne Text wohl nach d. Wz. Wappen mit Initialen G und H.
2.400 €
Blatt 12 der Folge. Ausgezeichneter, leicht trockener und minimal auslassender Druck an die Einfassung geschnitten, partiell mit Spuren eines Rändchens. Geglättete Mittelfalte verso, entlang dieser mit einigen unauffälligen Ausbesserungen, angestaubt und verso minimal angeschmutzt, dünne Stelle, einzelne Ausbessserungen, Alters- und Gebrauchsspuren, sonst gut.
5492 Christus vor Herodes. Holzschnittaus der Kleinen Holzschnittpassion, wie auch die folgenden beiden Losnummern. 12,6 x 9,6 cm. 1509. B. 32, Meder 141, vor dem Text.
1.800 €
Blatt 17 der Folge. Ganz ausgezeichneter, kräftiger Abzug knapp bis an die Einfassung geschnitten bzw. partiell bis knapp in die Darstellung. Minimal angestaubt, zwei kleine Rostfleckchen, im Bereich der Füße des Herodes unauffälliges geschlossenes Risschen mit dezenten Federretuschen, aufgezogen, sonst sehr schön.

und Trouvaillen

Albrecht Dürer
5493 Die Kreuzabnahme. Holzschnitt. 12,7 x 9,8 cm. Um 1509-11. B. 42, Meder 151, italienische Ausgabe von 1612.
1.200 €
Blatt 27 der Folge. Ganz ausgezeichneter Druck mit breitem Rand. Vornehmlich im weißen Rand leicht gegilbt und schwach fleckig, die unteren Eckspitzen ausgedünnt, rechts ergänzt, Federnummerierung, verso Spuren alter Montierung, sonst sehr schön.
5494 Sendung des heiligen Geistes. Holzschnitt. 12,6 x 9,8 cm. 1509-1511. B. 51, Meder 160, ohne Text b.
1.800 €
Blatt 36 der Folge. Ausgezeichneter, etwas ungleichmäßiger Druck mit der Einfassung. Minimal angestaubt, die oberen Eckspitzen ergänzt und die Darstellung in Feder retuschiert, dünne Papierstellen, teils angefasert, sonst schön erhalten.
5494
5495

Albrecht Dürer
5495 Marter des Evangelisten Johannes. Holzschnitt. 38,9 x 28,1 cm. (1498). B. 61, Meder 164, deutsche Urausgabe von 1498.
1.500 €
Blatt 10 der Folge der Apokalypse. Ganz ausgezeichneter, klarer Druck mit der Einfassungslinie. Geglättete horizontale Mittelfalte, entlang dieser kleine ausgebesserte Risschen, weitere horizontale Faltspur unten, sorgfältig geschlossene und hinterfaserte Risschen in den Rändern und in der Darstellung, insgesamt leicht angestaubt und vereinzelte Braunfleckchen, sonst im Gesamteindruck schön. Abbildung Seite 307
5496 Das letzte Abendmahl. Holzschnitt. 21,1 x 29,9 cm. 1523. B. 53, Meder 184 b (von e). Wz. Hohe Krone.
2.400 €
Mit der Lücke links am Kleidersaum des sitzenden Apostels, diese hier retuschiert. Ausgezeichneter, toniger und wie selbst für frühe Drucke üblich leicht grauer Abzug, bis in die Einfassung beschnitten, links und unten partiell minimal knapp innerhalb. Geringfügig angestaubt, vertikale Mittelfalte teils gebrochen und sorgsam hinterfasert, dezente Ausbesserungen mit einzelnen Retuschen vornehmlich entlang der Ränder, die Ecke unten rechts sowie eine größere Stelle oben mittig am Rand wieder angefügt, geschlossene Läsur in der runden Fensteröffnung, weitere kleinere Ausbesserungen und Gebrauchsspuren, sonst in guter Erhaltung.
5497 Marter der Zehntausend von Nikomedien. Holzschnitt. 39,1 x 28,6 cm. (1497). B. 117, Meder 218 d (von g). Wz. Name Jesu im Schild (Meder 306).
1.500 €
Mit der Lücke in der linken Schulter des Geköpften. Ausgezeichneter Druck bis auf die Einfassung beschnitten. Schwach gebräunt, Bruchstellen entlang des oberen und rechten Randes, Stockfleckchen, Feuchtigkeitsfleck oben rechts, aufgezogen, weitere Alters- und Handhabungsspuren, im Gesamteindruck gleichwohl gutes Exemplar.
5498 Die Hl. Familie mit den Hasen. Holzschnitt. 39,8 x 27,6 cm. Um 1498. B. 102, Meder 212 i. Wz. Schriftzug „Archettes“.
1.500 €
Ausgezeichneter, wenngleich späterer Druck vom Stock mit den Sprüngen und Schäden, mit Rändchen um die Einfassung. In tadelloser Erhaltung.


Albrecht Dürer
5499 Die Messe des hl. Gregor. Holzschnitt. 29,9 x 20,7 cm. 1511. B. 123, Meder 226 f (von h). Wz. Kleines Stadtwappen (Meder 272).
1.200 €
Ausgezeichneter, teils leicht unregelmäßiger Druck an bzw. auf die Einfassung geschnitten. Leichte geglättete Mittel- bzw. Quetschspur, etwas fleckig insgesamt, einzelne Randschäden und kurze Randeinrisse, oben links geschlossene Stelle und unten links am Tischtuch ausgebesserte Stelle mit Bereibung, einzelne punktuelle Ausbesserung an der Wange Christi, weitere Alters- und Gebrauchsspuren, sonst gut erhalten.
5500 Enthauptung Johannes des Täufers. Holzschnitt. 19,6 x 13,5 cm. 1510. B. 125, Meder 231 k.
2.400 €
Ganz ausgezeichneter, nur minimal trockener Abzug mit gleichmäßig schmalem Rändchen um die Einfassung. Geringfügig fleckig, links sowie links unten kleine Wasserränder (vor allem verso sichtbar), teils verschiedene Federeinzeichnungen, etwa in der Haube der Frau links, im Rand rechts, in den bei Meder beschriebenen Ausbrüchen, Montierungsreste verso sowie weitere Handhabungs- und Altersspuren, sonst sehr gut erhalten.
Abbildung Seite 310

5497
5498
5499
Miscellaneen und Trouvaillen der Druckgraphik des 15. bis 18. Jahrhunderts




5500
5502
5503
5504
Albrecht Dürer
5501 nach. Der hl. Hieronymus im Gehäus. Kupferstich. 24,7 x 18,8 cm. Vgl. B. 60, vgl. Meder 59. 750 €
Seitenverkehrte Wiederholung nach Dürers Meisterstich. Ausgezeichneter Druck an die Einfassungslinie geschnitten, unten mit sehr feinem Rändchen. Etwas alters- und gebrauchsspurig, rechts Federlinie entlang des Randes, schwach stockfleckig, kleine bzw. eine größere dünne Stellen, sonst sehr gut erhalten. Beigegeben drei Darstellungen nach Dürers Marienleben: „Die Geburt Christi“, „Die Beschneidung“ und „Der 12jährige Jesu im Tempel“ (vgl. Meder 197, 198 und 203) sowie eine Wiederholung nach Dürers „Maria als Königin der Engel“ (vgl. Meder 211). Abbildung online
5502 nach. Der hl. Hubertus, auch Eustachius genannt. Kupferstich von Monogrammist GH (tätig um 1609 in Nürnberg). 35,5 x 26,5 cm. 1579. B. (Dürer) 57, Kopie A, nach Meder 60. Wz. Adler (?).
600 €
Im weißen Rand rechts noch mit zahlreichen Stichelproben und vor Hinzufügung des Monogramms GH auf dem Täfelchen mit den Initialen Dürers. Ausgezeichneter Druck dieses seltenen Blattes mit Rändchen um die Einfassungslinie, teils mit der Plattenkante. Etwas fleckig, Leimspuren verso, verschiedene Ausbesserungen und Ergänzungen, teils mit Federretuschen, geglättete horizontale Knickfalte, im Gesamteindruck jedoch gut.
5503 nach. Nemesis oder: Das große Glück. Kupferstich von Hieronymus oder Johannes Wierix. 33,2 x 23 cm. Nach Meder 72, Hollstein (The Wierix Family) 1899.
750 €
Die versierte Wiederholung folgt Dürers kongenialem Motiv und wird heute den Wierix-Brüdern zugeschrieben, wobei nicht eindeutig zu bestimmen scheint, ob Hieronymus oder Johannes ausführender Künstler war. Ganz ausgezeichneter, kräftiger und gegensatzreicher Druck teils mit den Spuren eines Rändchens um die Facette. Alters- und Gebrauchsspuren, verso geglättete Mittel- und Horizontalfalten, Spuren alter Montierung in den äußeren Rändern und Ecken, dort teilweise dünne Stellen, die oberen beiden Ecken ausgebessert, schwach stockfleckig, einzelne winzige ausgebesserte Stellen, weitere Gebrauchsspuren, sonst gut erhalten. Selten
5504 nach. Ritter, Tod und Teufel. Kupferstich. 24 x 18,3 cm. Meder, nach 74. Wz. bekrönte Kartusche mit Bandenwappen und angehängten Initialen AP.
750 €
Ganz ausgezeichneter, kräftiger und etwas überschwärzter Abzug auf die Darstellung geschnitten, teils wohl minimal knapp. Geringe Altersspuren, minimal verbräunt, montierungsbedingt dünne Stellen in den Ecken, verso schwach wellig, sonst sehr gut erhalten.
Miscellaneen und Trouvaillen der Druckgraphik des 15. bis 18.

5506
Cornelis Dusart (1660–1704, Haarlem)
5505 De Vermaarde Schoenmaaker. Radierung. 25,1 x 17,9 cm. B. 14, Dutuit 15, Hollstein 14 III (von IV). Wz. undeutlich.
450 €
Ganz ausgezeichneter, kräftig und klar druckender Abzug vor Tilgung der Adresse von Gole mit delikatem Plattenton und 12-14 mm breitem Rand. Leicht angestaubt und fleckig, vertikale Quetschfalte im weißen Rand links, sehr sorgsam und dünn hinterfasert, weitere Gebrauchsspuren, sonst in guter Erhaltung. Beigegeben drei Radierungen mit Tavernenszenen von Quirin Boel (Hollstein 25) und Pieter Nolpe (Hollstein 290) und nach Adriaen van Ostade „Das Konzert“ (nach Hollstein 30). Abbildung online


Anthony van Dyck (1599 Antwerpen – 1641 London)
5506 Bildnis des Jan Snellinck. Radierung. 24,4 x 15,4 cm. Hollstein 10, Turner (New Hollstein) 9 VI (von VII). Wz. undeutlich.
350 €
Vor den finalen Änderungen. Prachtvoller Druck mit breitem Rand. Etwas fleckig und angeschmutzt, sehr kleiner Randeinriss unten, vereinzelte Fleckchen und Quetschfältchen, kleine Montierungsreste verso, geringfügige Handhabungsspuren, sonst schön. Beigegeben von demselben die Bildnisse von Frans Snyders (Turner 10) und Jan van den Wouwer (Turner 47), sowie nach van Dyck von Pieter de Jode das Bildnis Jan Snellinck (Turner 92), und von Wenzel Hollar das Bildnis der Maria Stuart (Turner 161).
Abbildung Seite 311
Allaert van Everdingen (1621 Alkmaar – 1675 Amsterdam)
5507 Blick durch den durchlöcherten Felsen; Zwei Männer in der Tür einer Hütte stehend. 2 Radierungen. 10,1 x 14,6 cm; 10 x 13,7 cm. Hollstein 47, 48, je III.
450 €
Ganz ausgezeichnete, harmonische Abzüge, H. 47 mit feinem Rändchen, H. 48 mit Rändchen um die Plattenkante. Minimal gebrauchsspurig, sonst tadellos. Beide aus der Sammlung J. Burleigh James (Lugt 1425), H. 47 zudem aus der Sammlung William Sharp (Lugt 2650). Beigegeben von demselben sechs weitere Landschaftsradierungen (Hollstein 82-85).
Girolamo Fagiuoli (tätig in Bologna und Rom, ca. 1530–1574)
5508 zugeschrieben. Adam und Eva beweinen den Tod Abels. Kupferstich nach Francesco Salviati. 38 x 26,3 cm. Le Blanc (Soye) 4 III, Nagler (Soye) 3 III, Ausst. Kat. Rom/Paris 1998, Francesco Salviati o la Bella Maniera, S. 308, Nr. 127, Rubach 2 III. Wz. Krone mit Stern (?).
600 €
Vorliegendes, seltenes Blatt wurde zusammen mit zwei anderen, stilistisch vergleichbaren Blättern („Adam und Eva mit dem Knaben Abel“ und „Die Schindung des Marsyas“) erstmals 1912 von Hermann Voss dem bolognesischen Kupferstecher und Goldschmied Girolamo Fagiuoli zugeordnet. Ausgezeichneter, wenngleich später Abzug mit Rändchen um die Plattenkante. Verso geglättete horizontale Mittelfalte, angestaubt und fleckig, im linken Rand kleine Papierverluste außerhalb der Plattenkante, verso Montierungsspuren sowie rote Fleckchen, sonst gut erhalten.


Paolo Farinati (1524–1606, Verona)
5509 Der trunkene Satyr, von Putti gestützt von einer Ziege fallend. Radierung. 13,1 x 39,5 cm. B. 9 II. Wz. Doppeladler mit Krone.
300 €
Von der Hand des Veroneser Malers und äußerst produktiven Zeichners Paolo in einem ausgezeichneten, teils etwas zarten Druck mit Fehlätzungen in den oberen Ecken und Plattenton in den unteren, mit schmalen Rändchen an den Längsseiten sowie breiten Rändern unten und oben. Zwei geglättete vertikale Falten, die linke alt hinterlegt, sowie eine Diagonalfalte in der linken unteren Ecke. Außerhalb der Darstellung in den weißen Rändern drei Wurmlöchlein, oben rechts Quetschfalten vom Druck, etwas fleckig, die fehlende linke untere Ecke alt ergänzt, alle vier Ecken verso hinterlegt. Insgesamt in guter Erhaltung. Selten. Aus dem Nachlass von Tilman Falk, Neusäss.

Florentinisch
5510 um 1490 (?). Inferno - Das Höllenfresko im Camposanto in Pisa. Kupferstich nach Buonamico Buffalmacco, auf hellblauem Bütten. 22,2 x 28,4 cm. „Questo Elinferno del Chaposan To +di Pisa+“. Hind A.I.20, TIB (Commentary) .028. Wz. Wappen mit Initialen.
600 €
Das Blatt zeigt ein Detail aus dem Fresko „Das Jüngste Gericht und die Hölle“ im Camposanto in Pisa, das ursprünglich Andrea di Cione, genannt Orcagna, zugeschrieben wurde, heute aber als ein Meisterwerk des Florentiners Buonamico Buffalmacco gilt. Der Kupferstecher unseres Blattes, wohl ein florentinischer Künstler, bleibt indes unbekannt, dürfte jedoch aus dem näheren Umfeld von Baccio Baldini stammen. Ganz ausgezeichneter, prägnanter und klarer Druck wohl des späten 18. Jahrhunderts, der durch das blassblaue Papier belebt wird, mit schmalem Rändchen. Verschiedene Falzspuren vornehmlich verso wahrnehmbar, verso schwache Stockfleckchen, sonst sehr gut erhalten. Selten

5509
5510
5511 5515
Miscellaneen und Trouvaillen der Druckgraphik des 15. bis 18. Jahrhunderts
Giovanni Battista Fontana (um 1524 Verona – 1587 Innsbruck)
5511 Die Vision des Ezechiel. Radierung und Kupferstich. 37,6 x 51,7 cm. 1579. B. XVI, S. 215, 1. Wz. Dreiberg im Kreis mit sechszackigem Stern darüber (ähnlich Woodward 146, Rom 1575).
1.200 €
Eines der Hauptblätter des Künstlers in einem ausgezeichneten, lebendigen und teils minimal ungleichmäßigen Druck meist an die teils sichtbare Einfassungslinie geschnitten. Leicht angestaubt und vereinzelt fleckig, verso vertikale Mittelfalte und weitere Faltspuren, dort vereinzelte Ausbesserungen, geschlossene Randeinrisse und Randschäden, einzelne ergänzte Stellen in den äußeren Rändern und den beschriebenen Stellen, beriebene Stellen, weitere Erhaltungsmängel, sonst noch gut. Beigegeben von Luca Bertelli „Der hl. Hieronymus mit dem Löwen“ (nicht in Meyers Allgem. Künstler-Lexikon).
Abbildung Seite 313


Cornelis Galle I (1576–1650, Antwerpen)
5512 Adam und Eva. Kupferstich nach Giovanni Battista Paggi. 35,8 x 26,2 cm. Hollstein 2.
600 €
Ganz ausgezeichneter, klarer Druck knapp bis an bzw. auf die Plattenkante geschnitten. Geglättete horizontale Mittelfalte, unten minimal knitterfaltig, vereinzelt dünne Papierstellen, verso mittig beriebene Stelle, insgesamt nur schwach angestaubt und winzige Fleckchen, sonst sehr schön erhalten.
5513 Gloria et Honor Christi (Das Christuskind bezwingt den Tod). Kupferstich wohl nach Erasmus Quellinius. 24,2 x 14,1 cm. Wohl unbeschrieben. Wz. Buchstaben II.
450 €
Ganz ausgezeichneter Druck mit feinem Rändchen um die Einfassungslinie, unten mit der Plattenkante. Geringfügig angestaubt und fleckig, ganz minimal gegilbt, oben rechts schwache Knitter- bzw. Quetschfältchen, verso Bleistiftannotationen, sonst sehr schön.
5512


Philips Galle (1537 Haarlem – 1612 Antwerpen)
5514 Apoll und Artemis töten die Niobiden. Kupferstich nach Giulio Romano. 29,6 x 43. Sellink/Leesberg (New Hollstein) 399 II (von III).
750 €
Zu den frühen Blättern Galles, die er für Hieronymus Cock ausführte, zählt der vorliegende Stich nach Giulio Romano, der die Ermordung der Niobe und ihrer Kinder zum Thema hat. Niobe wird für ihre Hybris bestraft, sich aufgrund ihrer zahlreichen Kinder über die Göttin Leto erheben zu wollen. Apoll und Artemis auf einer Wolke strecken sie mit ihren Pfeilen nieder, Niobe selbst liegt ganz links am Boden, neben den Körpern ihrer Töchter und Söhne, einige noch lebende bitten um Gnade oder klagen über die Toten. Ganz ausgezeichneter, scharfer und toniger Abzug des zweiten Zustands vor der Änderung der Adresse. Bis auf die Einfassungslinie, stellenweise minimal knapp beschnitten. Verso fleckig und mit Altersspuren, einzelne Federretuschen und Ausbesserungen im Rand, der Gesamteindruck jedoch gut.
Giorgio Ghisi
(gen. Mantovano, 1512 – 1582, Mantua)
5515 Sinon täuscht die Tojaner. Kupferstich nach Giovanni Battista Scultori. 35,9 x 47, 3 cm. B. 28, Bellini 8 II (von V), Lewis/Lewis 7 III (von V). Wz. Anker im Kreis.
800 €
Mit der Adresse von Antonio Lafreri. Ganz ausgezeichneter Druck mit der vollen Darstellung, partiell knapp in diese geschnitten. Verso geglättete vertikale Faltspur, diese unten und oben gesprungen und hinterlegt, weitere geglättete vertikale Knickspuren verso, dünne Stellen partiell hinterfasert, rechts hinterlegter Randeinriss, in der linken unteren Ecke Quetschfalte, entlang des linken Randes kleine hinterlegte bzw. hinterfaserte Randläsuren, insgesamt nur leicht angestaubt und marginal fleckig, verso kleine Montierungsspuren, sonst im Gesamteindruck sehr schön. Verso unbekannte Sammlerparaphe. Abbildung Seite 313
Luca Giordano (1634–1705, Neapel)
5516 Das Opfer des Elias. Radierung. 36,2 x 50,4 cm. Um 1653. B. XXI, S. 174, 1, TIB (Commentary) .001 S2. Wz. Osterlamm im Kreis.
1.800 €
Paolo Bellini verzeichnet im Kommentarband des Illustrated Bartsch nur wenige Exemplare. Ausgezeichneter, leicht auslassender und dabei toniger Druck, mit der Adresse von Francesco Palmiero, an die teils sichtbare Plattenkante geschnitten, partiell mit winzigem Rändchen. Vereinzelt etwas fleckig, vertikale Mittelfalte verso, oben einzelne kurze Knickspuren im Rand, beriebene Stellen, weitere Knitter- und Gebrauchsspuren, verso Spuren von Rötel und einer Bleistiftzeichnung, sonst in guter Erhaltung. Aus der Sammlung des Grafen Franz Jozef von Enzenberg (Lugt 845, doppelt in blau und schwarz).
Hendrick Goltzius
(1558 Muhlbrecht bei Venlo – 1617 Haarlem)
5517 Sechs Musen: Thalia, Clio, Terpsichore, Euterpe, Erato, Urania. 6 (von 9) Kupferstiche. Je ca. 24,9 x 16,7 cm. (1592). B. 147, 149-152, 154, Hollstein 149, 151-154, 156, Leesberg (New Hollstein) 130 III, 132 II, 133 III, 134 II, 135 III, 137 III.
750 €
Ausgezeichnete Drucke mit breitem bzw. schmalem Rand. Angestaubt, Fleckchen bzw. Stockfleckchen, etwas gebräunt, verso kleine Montierungsreste, teils zarte Trockenfältchen im weißen Rand, sonst in guter Erhaltung. Aus der Sammlung Croschen (nicht in Lugt).
Abbildung Seite 316
5516
5514


Hendrik Goudt (1585–1630, Utrecht)
5518 Ceres sucht ihre Tochter. Kupferstich nach Adam Elsheimer. 31,6 x 24,2 cm. 1610. B. 5, Wurzbach 5, Hollstein 5. Wz. Straßburger Fleur-de-lis Wappen.
600 €

Ausgezeichneter Druck mit Rändchen um die Darstellung und den Textrand unten. Leicht fleckig, vornehmlich im Textrand unten, das weiße Rändchen mit schwarz getuschter Einfassungslinie versehen, an der oberen linke Ecke eine kleine Fehlstelle ergänzt und die Darstellung in Feder retuschiert, links hinterlegter Randeinriss, verso geglättete horizontale Mittelfalte, sonst schön.
5519 Jupiter und Merkur in der Hütte von Philemon und Baucis. Kupferstich nach Adam Elsheimer. 21 x 23,1 cm. 1612. B. 6, Wurzbach 6, Dutuit 6, Hollstein 6 II. Wz. Bekröntes Lilienwappen (Fragment).
350 €
Ausgezeichneter Druck meist knapp innerhalb der Plattenkante beschnitten, diese stellenweise sichtbar. Geringfügig stockfleckig und angestaubt, verso geglättete Diagonalfalte, geschlossenes Löchlein unten links neben der Schrift, Montagereste in den Ecken verso, weitere geringe Gebrauchsspuren, sonst in guter Erhaltung.
5517
5518
Francisco de Goya (1746 Fuendetodos – 1828 Bordeaux)
5520 Isabel de Borbon. Radierung auf Velin nach Diego Velázquez. 37 x 31,5 cm. 1778. Delteil 9, Harris 8 III, wohl 3. Ausgabe (von 4).
600 €
Ausgezeichneter Druck mit breitem Rand. Vor allem in den Rändern etwas stockfleckig, geringe Knickfältchen, die Ränder partiell gering bestoßen, sonst sehr gut erhalten. Mit einem Stempel der Associazione Artistica Internazionale Roma (nicht bei Lugt).
Miscellaneen und Trouvaillen der Druckgraphik des 15. bis 18.
5521 Un Enano (El Primo). Radierung nach Diego Velázquez. 21,5 x 15,5 cm. 1778. Delteil 19, Harris 16 III, 2. Ausgabe (von 3).
600 €
Vor Abschrägung der Plattenkante. Ausgezeichneter Druck mit breitem Rand. Etwas angestaubt und vereinzelt fleckig, horizontale Falz unten, geglättete Trockenfalte am rechten Außenrand, isolierte Randeinrisschen, Reste weißen Montagebandes am Oberrand, weitere Gebrauchsspuren, sonst gutes Exemplar. Provenienz: Craddock & Barnard, Tunbridge Wells, 1960 (lt. Bleistiftannotation).

5522 Tantalo. Radierung und Aquatinta auf Velin, aus Los Caprichos, wie auch die folgenden beiden Losnummern. 20,8 x 14,8 cm (Plattenrand); 33,5 x 24 cm (Blattgröße). Delteil 46, Harris 44 III, 4.-12. Auflage (von 12).
600 €
Ausgezeichneter Druck mit Rand. Leicht fleckig, die Ränder schwach gebräunt oben unregelmäßige Kante, sonst sehr gut. Beigegeben von demselben ebenfalls aus Los Caprichos die Aquatintaradierung „Mala Noche“ (Harris 71) sowie „Aguarda que te unten“ (Harris 102).
Abbildung online
5523 Hilan delgado. Radierung mit Aquatinta auf Velin. 21,8 x 15,2 (Plattenrand); 33,6 x 24 cm (Blattgröße). (1799). Delteil 81, Harris 79 III, 4.-12. Auflage (von 12).
400 €
Blatt 44 der Folge. Ganz ausgezeichneter Druck mit Rand. Dort außen marginal gebräunt, im weißen Rand sowie verso leicht fleckig und der obere Rand mit kleinen Fehlstellen, sonst sehr gut. Beigegeben von demselben „Porque esconderlos?“ (Harris 53).
Abbildung Seite 318

5521
5520


Francisco de Goya
5524 Soplones. Radierung mit Aquatinta auf Velin.
20,7 x 14,9 cm (Plattenrand); 34,1 x 23,9 cm (Blattgröße). Delteil 85, Harris 83 III, 4.-9. Ausgabe (von 12).
450 €
Blatt 48 der Folge. Ganz ausgezeichneter Druck mit Rand. Das Papier etwas gegilbt und schwach lichtrandig, Heftspuren an der Oberkante, diese teils sorgsam hinterlegt, weitere Gebrauchsspuren, sonst in sehr guter Erhaltung. Beigegeben aus derselben Folge „Que se la llevaron“ (Harris 43).
5525 Acht Blatt aus der „Tauromaquia“. 8 Radierungen mit Aquatinta auf MBM- bzw. Van Gelder Zonen-Bütten. Je ca. 24 x 35,5 cm. Delteil 224, 225, 236, 244, 245, 247, 253, 265, Harris 204, 205, 216, 224, 225, 227, 233, 236, je III, 4. Ausgabe (von 7).
1.800 €
Die Blätter 1, 2, 13, 21, 22, 24, 30 und 33 der Folge. Aus der Auflage von Pérez Agua, die nur in 100 Exemplaren erschien und nach Harris als die
bestgedruckte Ausgabe der Tauromaquia nach der 1. Auflage gilt. Ganz ausgezeichnete bis prachtvolle, teils gratige Drucke mit dem vollen bzw. mit breitem Rand. In den äußersten weißen Rändern partiell leicht fingerfleckig und geringfügig gebräunt, minimale weitere Gebrauchsspuren, sonst in sehr schöner Erhaltung. Fünf Blatt aus der Sammlung Luciana Simonetti (Lugt 3616), drei Blatt mit dem Trockenstempel der Libreria Prandi.
5526 Fünf Blatt aus der „Tauromaquia“ 5 Radierungen mit Aquatinta auf MBM- bzw. Van Gelder Zonen-Bütten. Je ca. 25 x 35,3 cm. Delteil 257, 258, 259, 260, 262, Harris 237, 238, 239, 240, 242, je III, 4. Ausgabe (von 7).
1.200 €
Fünf der sieben erstmals 1876 zusätzlich veröffentlichten Darstellungen zur Tauromaquia. Prachtvolle Drucke mit breitem bzw. dem vollen Rand. Im weißen Rand teils minimal angestaubt und fleckig, geringe Gebrauchsspuren, sonst sehr gut bis vorzüglich erhalten. Drei Blatt aus der Sammlung Luciana Simonetti (Lugt 3616), drei Blatt mit dem Trockenstempel der Libreria Prandi.
Abbildung Seite 320
5523
5524
und Trouvaillen der Druckgraphik des 15.

Graphik
5527 Ca. 77 Blatt des 14.-16. Jh., beinahe sämtlich Holzschnitte altdeutscher Meister.
750 €
Einzelblätter sowie überwiegend Buchillustrationen des späten 15. und vor allem 16. Jhs., vielfach Vignetten und Frontispize, mehrheitlich mit Text, die Darstellungen u.a. von und nach: Dürer, Grünwald, Hopfer, Lautensack, Solis, Springinklee, Weiditz, darunter zahlreiche Holzschnitte aus einer Edition der Luther-Bibel.
5528 Ca. 519 Blatt des 15.-16. Jh., meist Buchholzschnitte, teils alt koloriert.
1.200 €
Eine repräsentative Auswahl früher deutscher Buchgraphik, darunter: Petrarca-Meister, Weiditz sowie 191 Illustrationen zu Vergils Opera, Grieninger 1502. Aus altem deutschen Adelsbesitz.
5529 Ca. 102 Blatt des 15.-18. Jh.
600 €
Darunter von und nach: Beck, Beham, Bella, Bérain, Borgiani, Chodowiecki, Daumont, Dietterlin, Dürer, Eppler, Foin, Giroux, Leyden, Menabuoni, ein kleines Heft mit Formentwürfen sowie einzelne Buchholzschnitte und Ausschnitte, u.a. aus der Scheldel‘schen Weltchronik.
5530 Ca. 31 Blatt des 15.-19. Jh.
1.500 €
Darunter von und nach: Boissieu, Callot, Dietricy, Dujardin, Goltzius, Meil, Ploos van Amstel, Schinkel, Suyderhoef, van Uden, van de Velde, Vogel, H. Wierix, sowie eine kolorierte Holzschnitt-Inkunabel und eine Landkarte von Johann Baptist Homann „Cucatus Meklenburgh [... ] Mare Balthicum“.
5531 Ca. 38 Blatt des 15.-19. Jh.
400 €
Darunter von und nach: Audran, Callot, Courtry, Dürer, Earlom, Flinck, Hogarth, Janinet, Lefevre, Luyken, Miller, Palma, Ridinger, Wicht, Wouwerman.
5532 Ca. 80 Blatt des 15.-19. Jh.
750 €
Darunter von und nach: de Antoine, Barbault, Berchem, Bloemaert, Bril, Bock, Boel, Callot, Cheesman, David, Debucourt, Dürer, van Dyck, Earlom, Friedrich, Girardet, Graf, Greiner, Goya, de la Hire, Lorrain, Neer, Ostade, Palma, Piloty, Raffael, Rosa, Ridinger, Rout, Sadeler, Saint-Non, Silvestre, Sustris, Veneziano, Veronese, Visscher.
5525
Miscellaneen und Trouvaillen der Druckgraphik des 15. bis 18.

Graphik
5533 Ca. 15 Blatt des 16.-17. Jh., vorwiegend Hendrick Goltzius Schule.
750 €
Darunter unter anderem von und nach: Conrad Goltzius, Hendrick Goltzius, Jan Sanredam. Teils aus der Sammlung Croschen (nicht in Lugt).
5534* Ca. 72 Blatt des 16.-18. Jh.
1.200 €
Darunter von und nach: Almeloveen, Bartolozzi, Bartsch, Basan, Beham, Berchem, Callot, Chodowiecki, van Dalen, Doetecum, Hemery, Kilian, Lasinio, Mortimer, Ploos van Amstel, Ponce, Preissler, Rembrandt, Reynolds, Rosa, Saveur, Schellenberg, Schenk, Smith, Snayers, Suyderhoef, Thomassin, Verbruggen, Visscher und Zeller.
5535 Ca. 96 Blatt des 16.-18. Jh.
1.800 €
Darunter von und nach: van Abel, Andreani, Bemmel, Boissieu, Boldrini, Clock, Dürer, Ellenrieder, Gheyn, Goltzius, Heemskerck, Hirschvogel, Kolbe, Leyden, Mauperché, Merian, Procaccini, Ratti, Reni, Saenredam, Saftleven, Schut, Seghers, Suavius, Suyderhoef, Testa, Wierix.
5536 Ca. 110 Blatt des 16.-18. Jh.
2.400 €
Darunter von und nach: Bella, Berchem, Berendrecht, Bergmüller, Brouwer, Both, de Bruyn, Callot, Dürer, Edelinck, Galle, Goltzius, Guercino, Hackert, Hooghe, Jeger, Kobell, Lande, Lautensack, Lorrain, Matham, Perrier, Poussin, Primavera, Rodermond, Sadeler, Saenredam, Soutman, Spranger, Stock, Tempesta, Troger, Thomassin, Velde.
5537 Ca. 140 Blatt des 16.-18. Jh.
900 €
Darunter von und nach: Bella, Berchem, Carracci, Castiglione, Cranach, Collaert, Custos, Drost, Dujardin, Dürer, Freudenberg, Frey, Gessner, Goltzius, Heemskerck, Kager, Langlois, Leyden, Norblin, Potter, Rembrandt, Sadeler, Stradanus, Tempesta, Valegius, Vos, Wierix.
5538 Ca. 17 Blatt des 16.-19. Jh.
1.200 €
Darunter von und nach: Aken, Almeloven, Baldung, Bega, Boucher, Boyvin, Engelmann, Fellner, Norblin, Silber.
5539 Ca. 39 Blatt des 16.-19. Jh.
450 €
Darunter von und nach: Campiglia, Dietzsch, Erhard, Faure, Kuesel, Merian, Millet, Parrocel, F. Robert, Rode, Thurneysen, Valck, Vittinghoff, J. Wierix.
5540 Ca. 81 Blatt des 16.-20. Jh.
1.200 €
Darunter von und nach: Aldegrever, Barboult, Beauvarlet, Bruegel, Callot, Canacci, Chaponnier, Debocourt, Derain, Huchtenburg, Ottaviani, Piazzetta, Ricci, Sadeler, Silvestre, Stevens, Volterrano. Beigegeben eine Zeichnung von Edward H. Fryer „Italienische Stadtansicht mit Tor“.
Miscellaneen und Trouvaillen der Druckgraphik des 15. bis 18.
Graphik
5541 Ca. 12 Blatt des 17. Jh., niederländische Künstler.
750 €
Darunter von und nach: Coryn Boel, Pieter Nolpe, Pieter Quast, David Teniers, Jan van de Velde II.
5542 Ca. 60 Blatt des 17.-19. Jh.
750 €
Darunter von und nach: Carracci, le Clerc, Clouwet, Delauney, van Dyck, Frey, Goltzius, Huysum, van Kessel, van Leyden, Meyering, Pasqualini, Pontius, Ramberg, Rode, del Sarto, Savery, Schirmer, Serz, Swanevelt, da Vinci.
5543 Ca. 218 Blatt des 17.-19. Jh., ausschließlich Portraits.
600 €
Darunter: Amling, Aumiller, Bernigeroth, Böcklin, Bouttats, Dürr, van Haften, Haid, Kilian, Kleinschmidt, Küsell, Lichtensteger, Sandrart, Sysang, Windter, Wolfgang.

5544 Ca. 12 Blatt des 18. Jh.
750 €
Darunter von und nach: Augustin de Saint-Aubin, Jean-Jacques Boissieu, Cornelis Galle, Jean-Michel Liotard, Fransesco Maggiotto, Hubertus Quellinius, Peter Paulus Rubens.
5545* Ca. 72 Blatt des 17.-19. Jh.
600 €
Darunter von und nach: Boissieu, Bossetti, le Brun, Busse, Dies, Dorigny, Dupré, van Eycken, Fischer, Gregori, Koch, Molitor, Mortimer, Parboni, Quaglio, Roos, Schäufelein, Vermeulen, Vigneron, Wierix, Watelé, Young und Zuccarelli. Vielfach auf den Untersätzen der Sammlung der Fürsten zu Liechtenstein montiert.
5547 Ca. 15 Blatt des 19.-20. Jh.
1.200 €
Darunter von: Josef von Divérkey, Ernst Moritz Geyger, Otto Greiner, Ludwig von Hoffmann, Max Klinger, Alois Kolb, Josef Danilowatz, Maximilian Luce, Georg Lührig, Felician Myrbach, Richard Müller, Max Pietschmann, Stauffer-Bern.
Johann Jakob Haid (1704 Kleineislingen – 1767 Augsburg)
5546 Ca. 18 Blatt des 19. Jh., sämtlich Lithographien.
350 €
Darunter von und nach: Horace Vernet, Charles De Laysterie, NicolasToussaint Charlet, August-Denis Raffet, Jean Henri Marlet.
5548 Selbstbildnis Johann Kupetzky. Schabkunstblatt nach Johann Kupetzky. 40 x 26,6 cm. 1740. Le Blanc 84, Safarik (1928) 106 II, Nyári 4.
400 €
Ausgezeichneter Druck mit schmalem Rand. Geringfügig altersspurig, sonst in sehr schöner Erhaltung.
5548
Graphik

Pierre-François Hugues d‘ Hancarville (1719 Nancy – 1805 Padua)
5549 Antike Vasenmalereien aus der Sammlung William Hamilton. 5 Radierungen mit terrakottafarbenem Kolorit, weiß gehöht. 8vo bis 4to. Wz. undeutlich.
600 €
Aus dem von d‘Hancarville verantworteten Kompendium Antiquités Etrusques, Grecques Et Romains, Tirées Du Cabinet De M. Hamilton, das zwischen 1767 und 1776 in vier Bänden publiziert wurde. Die Folge gilt als eine der einflussreichsten Veröffentlichungen früher Altertumsforschung und versammelt fast ausschließlich Beispiele griechischer Vasenmalerei, die unter anderem Josiah Wedgwood in seiner Manufaktur als Vorlagen dienten. Ausgezeichnete Drucke mit überwiegend sattem Kolorit und markantem Druckrelief verso. Mit schmalem bis breitem Rand. Etwas angeschmutzt und fleckig bzw. stockfleckig, vereinzelt berieben, ein Blatt leicht gebräunt und mit Bleistiftquadrierung, ein weiteres mit diagonalen Knickfalten unten rechts, dieses und ein weiteres mit vertikaler Mittelfalz, gelegentlich kleine Randmängel, weitere Knick- und Handhabungssspuren, sonst in guter Erhaltung.
Benoît Louis Henriquez (1732–1806, Paris)
5550 La Malade et le Médecin. Kupferstich und Radierung nach Gabriel Metsu. 55 x 39,1 cm. 1774. Le Blanc 29.
250 €
Ausgezeichneter Druck mit schmalem bis sehr schmalem Rand. Schwach angestaubt und stockfleckig, die Plattenkante unten gebrochen und hinterlegt, einzelne Randbestoßungen und Knickfalten, ein hinterlegtes und retuschiertes Loch im unteren Kleidersaum des Arztes, weitere Gebrauchsspuren, sonst in guter Erhaltung. Mit dem Stempel von Giuseppe Fietta (Lugt 3879). Beigegeben von Jacques-Firmin Beauvarlet nach Jean Baptiste Greuze „La Marchande de Marrons“. Abbildung online
William Hogarth (1697–1764, London)
5551 The Four Times of the Day: Morning, Noon, Evening, Night. 4 Radierungen mit Kupferstich auf Velin. Je ca. 48,7 x 40,6 cm. (1738). Paulson 146-149, je letzter Zustand.
600 €
Ganz ausgezeichnete Drucke mit breitem bzw. schmalem Rand. Im weißen Rand vereinzelt kleine Stockfleckchen sowie schwache Knickspuren, die äußeren Ränder lichtrandig, sonst schön. Beigegeben vom demselben die vollständige Serie mit „A Harlot‘s Progress“ (Paulson 121-126) und „A Rake‘s Progress“ (Paulson 132-139), die Radierungen „Beer Street“ (Paulson 185) sowie „The March to Finchley“ (Paulson 184).
Wenzel Hollar (1607 Prag – 1677 London)
5552 Zwei verzerrte Köpfe. Radierung nach Leonardo da Vinci. 7,8 x 12 cm. Pennington 1595, Turner (New Hollstein) 748 II. Wz. Fragment.
350 €
Ausgezeichneter, minimal grauer Druck mit Rändchen um die Plattenkante. Schwach angestaubt und fleckig, Nadellöchlein in den Eckenspitzen der Facette, weitere minimale Gebrauchsspuren, sonst in sehr guter Erhaltung. Beigegeben von demselben „David und Goliath“ (NH 254). Abbildung online
5549
Miscellaneen und Trouvaillen der Druckgraphik des 15.


Jacob Hoolaart (auch Holaart, 1713–1789, Dordrecht)
5553 Zwei rauchende und trinkende Männer. Schabkunstblatt. 13,6 x 13,1 cm. Nicht in Wurzbach und Hollstein.
400 €
Ganz ausgezeichneter Druck mit schmalem Rändchen um die Plattenkante. Winzige Bestoßung auf der Jacke des Linken, oben links Initialen in Feder „J. M. M.“ (Jan Miense Molenear?), sonst vollkommen und tadellos schön erhalten.
Hieronymus Hopfer (um 1500 Augsburg – 1563 Nürnberg)
5554 Bildnis des Erasmus von Rotterdam. Eisenradierung nach Quentin Matsys (?). 21,7 x 15,7 cm. B. 62, Hollstein 67 III.
450 €
Ganz ausgezeichneter, harmonischer Druck mit sehr feinem Rändchen. Geringfügig fleckig, rechts kleines Fleckchen unter dem Monogramm, dünne Stellen in den Ecken, unten links berieben, Montierungsreste und Bleistiftannotationen verso, sonst sehr gut erhalten. Aus der Sammlung Frederic Robert Halsey (Lugt 1308).

5551
5553
5554
Miscellaneen und Trouvaillen der Druckgraphik des 15. bis 18. Jahrhunderts

Lambrecht Hopfer (auch Lambert, um 1497/1503 – wohl vor 1535, Augsburg)
5555 Der Schmerzensmann an der Säule. Eisenradierung nach Albrecht Dürer. 15,4 x 8,9 cm. B. 2, Hollstein 2 I (von III). Wz. undeutlich.
1.200 €
Vor der Funck-Nummer. Prachtvoller Druck mit Spuren eines Rändchens um die Plattenkante, sonst auf diese geschnitten. Minimal fleckig und lichtrandig, dünne Stellen, entlang des linken Randes mit einem Papierscharnier auf ein Untersatzpapier montiert, sonst sehr gut. Aus den Sammlungen George Ambrose Cardew (Lugt 1134) und Falkeisen & Huber (Lugt 1008). Beigegeben von demselben, ebenfalls aus der Folge der Kupferstichpassion nach Albrecht Dürer: Ecce Homo, Beweinung, Grablegung (Hollstein 9, 13 und 14) sowie drei Darstellungen im Rund, auseinandergeschnitten: Zwei Paare in der Landschaft, Das Parisurteil und der hl. Hieronymus betend (vgl. Hollstein 25) sowie von Hieronymus Hopfer eine Eisenradierung „Der hl. Christopherus“ (Hollstein 15 II).
Grégoire Huret (1606 Lyon – 1670 Paris)
5556 Sic me mea facta decorant - Allegorie mit Minerva, drei Männer angreifend. Kupferstich. 33,2 x 45,1 cm. Nicht in Le Blanc. Wz. Traube.
450 €
Prachtvoller Druck mit sehr feinem Rändchen um die Plattenkante, rechts knapp innerhalb dieser geschnitten. Schwache vertikale Mittelfalte verso, die beiden oberen Ecken minimal bestoßen, winzige Nadellöchlein, sonst tadellos. Beigegeben von Nicolas de Larmessin „Die vier Elemente“ sowie von Johann Friedrich Bause nach Adam Friedrich Oeser zwölf kleine Blatt mit „Erfindungen“ (die Beigaben jeweils aus der Sammlung Liechtenstein, in deren Montierung).

Miscellaneen und Trouvaillen der Druckgraphik des 15.


Laurent de la Hyre (1606–1656, Paris)
5557 Kinderbacchanal: Die Landschaft mit den vier Knaben. Radierung. 7,1 x 10,1 cm. Robert-Dumesnil 20, Rosenberg / Thuillier 24.
300 €
Aus der Folge der Kinderbacchanalen. Am linken unteren Rand außerhalb der Darstellung mit Bleistift nummeriert „20“. Ganz ausgezeichneter Druck mit winzigem Rändchen um die linke und untere Plattenkante, oben und rechts auf diese geschnitten. Minimal angestaubt, Reste alter Montierungen in den Ecken verso, ansonsten in sehr guter Erhaltung. Aus der Sammlung Alexandre-Pierre-François Robert-Dumesnil (Lugt 2200).
Italienisch
5558 um 1550. Büste des Julius Caesar. Kupferstich. 31,5 x 25,4 cm. „Ant. Sal. exc.“. Wz. wohl Armbrust im Kreis.
750 €
Der anonyme Stich erschien 1550 im Verlag des Antonio Salamanca und war u.a. im venezianischen Album von Johann Georg I Zobel von Giebelstadt enthalten. Ganz ausgezeichneter Druck mit leichtem Plattenton und breitem Rand um die oben abgerundete Plattenkante. Etwas fleckig und angeschmutzt, vereinzelte Knickfalten, Spuren einer alten Bindung links, Spuren brauner Feder im Oberrand und über dem Kopf des Dargestellten, verso mit kleinen Montierungsresten, sonst in schöner Erhaltung. Verso ein Abklatsch eines anderen bei Salamanca erschienenen Druckes mit der Darstellung eines ionischen Kapitells.

Gerard de Jode (1509 Nijmegen – 1591 Antwerpen)
5559 Die Verlobung der hl. Katharina. Radierung nach Tizian. 25,7 x 30 cm. Wurzbach 7, Hollstein 64.
400 €
Prachtvoller, satter Druck mit Rändchen um die Plattenkante, unten knapp innerhalb dieser geschnitten. Geringfügige Alters- und Handhabungsspuren, sonst in sehr schöner Erhaltung. Selten. Aus der Sammlung Ture Lundh (Lugt 6063).
5557
5558
5559
Miscellaneen und Trouvaillen der Druckgraphik des 15. bis 18. Jahrhunderts



Dirk Koedyck (geb. 1681 Zaandam)
5560 Die Heringsverkäuferin. Schabkunstblatt nach Gabriel Metsu. 29 x 21,6 cm. 1731. Hollstein 3 II.
300 €
Ganz ausgezeichneter, samtiger Druck, auf die Darstellung geschnitten. Zwei kurze Randeinrisse oben mittig, winzige ausgebesserte Stellen im Hut der Frau, Montierungsreste und Klebespuren verso, sonst sehr schön erhalten.
Abbildung online
Carl Wilhelm Kolbe (1757 Berlin – 1835 Dresden)
5561 Waldgegend mit großen Weiden, links vorn zwei sitzende Männer. Radierung. 30,2 x 41,5 cm. Martens 216 IV.
350 €
Ausgezeichneter Druck mit breitem Rand. Etwas angestaubt und fleckig, schwach lichtrandig, vereinzelt Knickfalten in den Rändern, unten links Quetschfältchen, verso Montierungsreste, sonst in guter Erhaltung. Beigegeben von demselben die Radierungen „Landschaft mit einer Eichengruppe und einem Schäfer“ (Martens 161) und „Kleiner Teich mit Waldufer“ (Martens 144).
5562 Landschaft mit Gruppen hoher Eichen, im Vordergrund drei Spaziergänger im Gespräch. Radierung auf Velin. 32,8 x 43 cm. Martens 222 II.
450 €
Die Stichproben links noch leicht sichtbar. Ausgezeichneter, gleichmäßiger Druck mit schmalem Rändchen um die Plattenkante. Etwas angestaubt, vereinzelte kleine Randeinrisse, kleine Ausbesserungen in den Ecken und entlang des Randes oben, weitere geringe Alters- und Gebrauchsspuren, sonst gut erhalten. Aus der Sammlung des Nationalmuseum Stockholm, mit dessen Doublettenstempel (Lugt1982). Beigegeben von demselben eine weitere Landschaftsradierung „Die heimkehrende Herde“ (Martens 275).
5563 Le pêcheur. Radierung auf Imhof-Real-Velin nach Salomon Gessner. 32,9 x 42,9 cm. Martens 282 II. Wz. Schriftzug.
350 €
Ausgezeichneter Druck auf dem vollen Bogen. Insgesamt etwas angestaubt und minimal stockfleckig, die Ränder schwach bestoßen, links unten kurze Knickspur, weitere Knitter- und Handhabungsspuren, sonst sehr gut.
Franz Anton von Leitensdorfer (1721 Reutte, Tirol – 1795 Mannheim)
5564 Stehender männlicher Akt, im Hintergrund römische Ruinen. Radierung. 35,4 x 26,1 cm. Nagler 2, Le Blanc 2.
400 €
Eine von nur drei für Leitensdorfer belegten Radierungen in einem ausgezeichneten Druck mit schmalem Rändchen. Etwas vergilbt und stockfleckig, kleine Randschäden, alter Tintenfleck links und blasse Fleckchen in den Ecken, sonst gut.
Jean-Baptiste Le Prince (1734 Metz – 1781 Saint-Denis-du-Port)
5565 Sieben Blatt zum russischen Volksleben. 7 Radierungen. Je ca. 22,2 x 17,4 cm. 1764, 1765. Hédou 9, 10, 11, 12, 14, 16, 17. Wz. T. Dupuy Auvergne (Fragment).
450 €
Vier Blatt aus der 6-teiligen Folge „Suite de divers Habillements des Peuples du Nord“, drei Blatt aus der 6-teiligen Folge „Divers ajustements et usages de Russie“. Ausgezeichnete Drucke mit meist sehr schmalem Rand. Angestaubt, punktuelle Stockflecken, nur ein Blatt stärker, einzelne Blattkanten gebräunt, drei Blatt mit schmalen Montageresten am rechten Außenrand, weitere Gebrauchsspuren, sonst in guter Erhaltung. Beigegeben von demselben ein weiteres Exemplar von Hédou 9, vier weitere russischen Sujets (Hédou 39, 86, 95, 96) sowie 4 Aquatintaradierungen verschiedenen Sujets (Hédou 122, 132, 140 und 154 „La Nourrice“), insgesamt 16 Blatt
Lucas van Leyden (1494–1533, Leiden)
5566 Die Heimsuchung. Kupferstich. 11 x 8,3 cm. B. 36, Hollstein 36, Filedt Kok (New Hollstein) 36 b.
450 €
Ganz ausgezeichneter Druck bis an die Plattenkante geschnitten, partiell auf diese. Etwas angestaubt, links unten zwei winzige hinterlegte Randeinrisse, schwache diagonale Knickspuren, die obere rechte Eckspitze etwas ausgedünnt und mit kleinen Anfaserungen, verso Bleistiftannotationen und kleine Montierungsspuren, sonst schön. Aus einer bisher wohl unbekannten Sammlung (nicht in Lugt).
Abbildung Seite 328
5567 Die Taufe Christi im Jordan. Kupferstich. 14,2 x 18 cm. Um 1510. B. 40, Hollstein 40, Filedt Kok (New Hollstein) 40 II.
1.200 €
Ganz ausgezeichneter, kräftiger Druck knapp bis an die Einfassungslinie geschnitten. Etwas angeschmutzt, an den oberen Ecken verso montiert, in der unteren linken Ecke kleine ergänzte Stelle mit Federretusche, rechte untere Eckspitze minimal ausgedünnt, sonst in schöner Erhaltung.
Abbildung Seite 329
Miscellaneen und Trouvaillen der Druckgraphik des 15. bis 18. Jahrhunderts

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Miscellaneen und Trouvaillen der Druckgraphik des 15. bis 18. Jahrhunderts




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Lucas van Leyden
5568 Die Versuchung Christi. Kupferstich. 17,1 x 13,2 cm. 1518. B. 41, Hollstein 41, Filedt Kok (New Hollstein) 41 II b. Wz. Bekrönter Doppelkopfadler.
1.200 €
Ausgezeichneter Druck auf die Einfassung geschnitten. Leicht gebräunt und fleckig, horizontale Mittelfalte verso, hinterlegte Läsuren im Gestein unterhalb des Monogrammes, ebenda ein blasser Wasserfleck, durchschlagende Sammlerannotationen auf Höhe des Kopfes des Teufels, verso umlaufend Reste alter Montierung, weitere Alters- und Gebrauchsspuren, sonst in guter Erhaltung. Aus einer bislang unidentifizierten Sammlung (Lugt 5050). Beigegeben nach Lucas van Leyden „Bildnis Kaiser Maximlian II.“ (gegenseitig nach B. 172).
Miscellaneen und Trouvaillen der Druckgraphik des 15. bis 18.

5569 Das letzte Abendmahl; Die Dornenkrönung.
2 Kupferstiche. Je ca. 11,4 x 7,4 cm. B. 43, 49, Hollstein 43, 49, Filedt Kok (New Hollstein) 43, 49, je I (von III).
600 €
Vor der Adresse von Petri. Ausgezeichnete, etwas blasse Drucke knapp bis an die Plattenkante geschnitten, partiell innerhalb dieser. Insgesamt nur schwach fleckig und gering gebrauchsspurig, verso Montierungsspuren, sonst schön erhalten. Beide aus der Sammlung Pierre Sentuc (Lugt 3608).
5570 Die Kreuztragung. Kupferstich. 11,6 x 7,6 cm. 1521. B. 51, Hollstein 51, Filedt Kok (New Hollstein) 51 Ib (von III).
600 €
Aus der Passionsfolge, vor der Adresse von Petri. Ausgezeichneter Abzug mit der vollen Darstellung, partiell Spuren der Plattenkante. Schwach fleckig, aufgezogen, sonst schön erhalten. Beigegeben von demselben der Kupferstich „Die Geißelung Christi“ (B. 48), ein Kupferstich nach Maarten de Vos „Hl. Hieronymus“ sowie ein Kupferstich nach Albrecht Dürer „Petrus und Johannes heilen den Lahmen“ (vgl. B. 18).
5571 Die Dornenkrönung. Kupferstich. 10,9 x 8,2 cm. B. 68, Hollstein 68, Filedt Kok (New Hollstein) 68 b (von c).
400 €
Ausgezeichneter Druck mit Rändchen um die Einfassungslinie. Geringfügige Alters- und Handhabungsspuren, sonst sehr schön. Aus der Sammlung Pierre Sentuc (Lugt 3608). Beigegeben von demselben der Kupferstich „Die Kreuztragung“ (B. 72), ebenfalls aus der Sammlung Pierre Sentuc (Lugt 3608).
Abbildung online

5567
5572


Lucas van Leyden
5572 Die Kreuzigung. Kupferstich. 11,8 x 8,2 cm. 1516. B. 75, Volbehr 70, Hollstein 75, Filedt Kok (New Hollstein) 75 b (von c). Wz. Gotisches P.
400 €
Ausgezeichneter Druck mit der vollen Darstellung. Leicht angestaubt, kleine Fleckchen, horizontale schwache Faltspuren bzw. Knitterspuren, verso Montierungsreste, sonst schön. Aus der Sammlung Pierre Sentuc (Lugt 3608).
Abbildung Seite 329
5573 Der hl. Hieronymus in der Wüste. Kupferstich. 15,2 x 13,6 cm. 1516. B. 113, Volbehr 110, Hollstein 113, Filedt Kok (New Hollstein) 113 b (von c). Wz. Hund (New Hollstein, Watermarks, S. 283).
600 €
Ausgezeichneter, zarter und wie bei New Hollstein für diesen Zustand beschrieben etwas grauer Druck umlaufend mit ca. 5 mm breitem Rändchen. Leicht gegilbt und fleckig, einzelne Randmängel, die Eckenspitze oben links unter Verlust der Einfassungslinie beschabt, weitere Gebrauchsspuren, sonst in guter Erhaltung.
5573

Lucas van Leyden
5574 Pyramus und Thisbe. Kupferstich. 12 x 16 cm. 1514. B. 135, Hollstein 135, Fildet Kok (New Hollstein) 135 a (von b).
600 €
Ausgezeichneter Druck mit der vollen Darstellung, partiell minimal in diese geschnitten. Etwas gebräunt, leicht gewellt, auf einen dünnen Sammlerkarton aufgezogen, sonst in guter Erhaltung. Aus der Sammlung Pierre Sentuc (Lugt 3608).
5575 Der Mann mit den Weintrauben. Kupferstich. 10,4 x 8,2 cm. Um 1523. B. 151, Hollstein 151, Filedt Kok (New Hollstein) 151 wohl a-b (von c). Wz. Vierblatt (Fragment).
750 €
Ganz ausgezeichneter Druck links mit der Plattenkante, unten sowie rechts auf die Darstellung, oben unter leichtem Darstellungsverlust beschnitten, aber mit dem Monogramm. Etwas fleckig und altersspurig, dünne Stelle im Hut, weitere Gebrauchsspuren, sonst gleichwohl gut.
Teodoro Filippo di Liagno (d.i. Felipe de Liaño, gen. El Pequeño Tiziano, gest. 1625 Madrid)
5576 Ein nach links schreitender Soldat, seinen Federhut haltend. Radierung. 11,8 x 8,9 cm. B. XVII, S. 201, 4.
600 €
Der womöglich aus Madrid stammende Künstler hatte den Beinamen El Pequeño Tiziano (Der kleine Tizian). Er war Schüler von Alonso Sanchez de Coello. Dieser bedeutende spanische Künstler, der zu seiner Zeit vor allem für Portraits berühmt war, ist nicht zu verwechseln mit
und

Filippo Teodoro di Liagno aus Rom, genannt Philippo d‘Angeli oder Il Napoletano. Ganz ausgzeeichneter Druck mit Spuren eienes Rändchens um die Factete. Minimal fleckig, unten links geschlossener Randeinriss, winziges Braunfleckchen und leichte diagonale Knickspur oben rechts, sonst sehr schön. Abbildung online
Lorenzo Loli (1612–1691, Bologna)
5577 Der hl. Hieronymus. Radierung nach Guido Reni. 17 x 14,2 cm. B. XIX, S. 172, 13.
800 €
Der Maler und Radierer Lorenzo Loli war ein Schüler von Guido Reni und Andrea Sirani. Mehrere Altarbilder seiner Hand und Gemälde mit religiösen Sujets haben sich in seiner Geburtsstadt Bologna erhalten. Loli ist ein charakteristischer Vertreter der Emilianischen Barockmalerei und zählt zudem zu den besten bolognesischen Malerradierern des Seicento. Die vorliegende Darstellung des in Kontemplation versunkenen hl. Hieronymus geht auf eine Komposition Guido Renis zurück. Prachtvoller, gegensatzreicher und toniger Druck mit feinem Rändchen um die distinkt und gratig zeichnende Plattenkante. Oben links geschlossener Randeinriss, kleine Ausbesserungen unten links, dünne Stellen, hinterfasert, unten mittig mit kleinem Federmonogramm „G. R.“, sonst im Gesamteindruck gleichwohl sehr schönes Exemplar. Selten. Beigegeben von Giovanni Battista Franco der Kupferstich „Herkules erschlägt die Hydra“ (B. 39).
5574
5577

5579
Lorenzo Loli
5578 Die hl. Maria Magdalena. Radierung. 18,2 x 13,5 cm. B. XIX, S. 172, 15.
300 €
Ausgezeichneter, toniger und nur leicht auslassender Druck mit Spuren der Fehlätzung, wie von Bartsch beschrieben. Mit feinem Rändchen um die Einfassungslinie. Unbedeutend altersspurig, auf ein Untersatzpapier montiert, sonst tadellos erhalten.
Abbildung online
Claude Lorrain (eigentl. Claude Gellée, um 1600 Chamagne – 1682 Rom)
5579 Ca. 30 Blatt des Künstlers.
2.400 €

Repräsentativer Querschnitt durch Claude Lorrains radiertes Werk, vorwiegend spätere Abzüge. Enthalten sind u.a. „Le Naufrage“ (Mannocci 35, 2x), „La Fuite en Égypte“ (Mannocci 9) und „Scène de brigards“ (Manocci 11) sowie Manocci 3 (2x), 4, 6 (2x), 8 (2x), 10, 12 (3x), 14, 15, 17, 18, 19, 37 (2x), 39, 41 (2x), 43 (2x), 44.
Melchior Meier
(tätig in der Toskana, Schweiz und Deutschland ca. 1572–1582)
5580* Die Schindung des Marsyas. Kupferstich. 23,1 x 31,4 cm. 1581. B. (Martin Rota) XVI, S. 246-247, Passavant III, S. 475, 5, Hollstein 7 II.
400 €
Die Darstellung der Schindung des Marsyas durch Apoll wurde in früherer Literatur häufig Martino Rota bzw. Martin Martini zugeschrieben. Ganz ausgezeichneter und gleichmäßiger, wenngleich späterer Druck mit feinem Rändchen. Verso geglättete horizontale Faltspur, vereinzelt schwach stockfleckig, geringfügig gebrauchsspurig, sonst tadellos.
Meister IB (dt. Künstler, tätig um 1530)
5581 Bildnis Philipp Melanchton. Radierung und Kupferstich. 8,9 x 6,6 cm. 1530. B. VIII, 303, 10, Nagler, Die Monogrammisten III, 1950, 19.
400 €
Ganz ausgezeichneter Abzug mit der vollen Darstellung, partiell Spuren der Plattenkante. Minimal angestaubt, unten dünne Stellen, sonst sehr schön. Aus der Sammlung Alexandre Borisovitch Lobanoff-Rostovsky (Lugt 2005). Beigegeben von Sebald Beham vier Tugenden (Hollstein 129, 131, 132 und 136) und zwei Montasdarstellungen (Hollstein 156, 158).


Andrea Meldolla
(gen. Schiavone, um 1510/15 Zara – 1563 Venedig)
5582 Die Dornenkrönung. Holzschnitt nach Tizian 32,8 x 22,4 cm. Nagler, Die Monogrammisten I, 907, Richardson 13, Dreyer 22, Muraro/Rosand 98.
1.200 €
Die Komposition wurde angeregt von Tizians Gemälde für die Kirche Santa Maria delle Grazie in Mailand, das sich heute im Louvre in Paris befindet. Von den älteren Autoren bis dahin als die Schöpfung eines anonymen Meisters beschrieben, wurde das Blatt von Francis L. Richardson in den 1960er Jahren zum ersten Mal mit Andrea Meldolla in Verbindung gebracht. Der Holzschnitt gehört zu einer Gruppe von vier Blättern Meldollas in dieser Technik, die in der früheren Literatur als anonyme Formschnitte nach Parmigianino galten, und ist darüber hinaus das einzige Blatt, das mit seinem Monogramm gezeichnet ist. Stilistisch gehört der Holzschnitt der späteren Schaffensphase Meldollas an. Das Blatt ist in einer verfeinerten, technisch versierten Holzschnitttechnik ausgeführt. Formale Elemente wie die Figurenauffassung, die Physiognomien der Soldaten und die bewegte, fließende Behandlung der Draperien sind charakteristisch für Meldollas Stil der 1550er Jahre und machen die Zuschreibung an ihn überzeugend. Ausgezeichneter Druck mit feinem Rändchen um die Einfassung. Verso geglättete Hängefalten, die horizontale hinterlegt und mit weiterem hinterlegtem Einriss nach oben, etwas fleckig und altersspurig, die obere linke Ecke fehlt, dort ein Randeinriss, weitere Alters- und Handhabungsspuren, sonst sehr schönes Exemplar. Selten
Pierre Milan (tätig zwischen 1542–60 in Paris)
5583 Jupiter im Kreise der Olympier. Kupferstich nach Primaticcio. 48,3 x 39,1 cm. Robert-Dumesnil 33, Zerner P.M. 5 II. Wz. Adler im Kreis unter kleiner Krone (ähnlich Woodward, Nr. 55).
800 €
Mit den vier abgeschrägten Ecken. Ausgezeichneter, etwas blasser Abzug, knapp innerhalb der Plattenkante geschnitten, partiell mit Spuren derselben, links teils an die Darstellung geschnitten. Drei vertikale Faltspuren, die mittlere verso mit einer alten Albummontierung, darüber hinaus weitere kleine Knick- bzw. Knitterspuren, insgesamt etwas angestaubt und fleckig, winziges Wurmlöchlein mittig, am linken Rand kleinere Läsuren sowie unten ein schwacher Wasserrand, dieser vornehmlich verso, die Ränder verso durch einen Papierstreifen verstärkt, sonst noch gut erhalten. Abbildung Seite 335
5581
5582

5584
Jean-Baptiste Monnoyer (1636 Lille – 1699 London)

5584 nach. Blumenbouquet in Flechtkorb. Kupferstich. 24,4 x 34,3 cm. Nicht bei Robert-Dumesnil. Wz. Kreis mit Buchstaben (?) und Nebenmarke.
400 €
Die Folge, aus der dieser Blumenkorb nach Jean-Baptiste Monnoyer stammt, wurde von Jean Mariette verlegt. Ganz ausgezeichneter Druck mit Rand. Etwas schräg auf den Bogen gedruckt, im weißen Rand leicht stockfleckig, Knitterfalten in den Ecken, in der Platte minimal wellig, verso Montierungsspuren, sonst schön erhalten.
Christoph Murer (1558 Zürich – 1614 Winterthur)
5585 Die Hirschjagd. Radierung im Rund. D. 21,4 cm. 1610. Hollstein 36.
400 €
Das Einzelblatt in einem ganz ausgezeichneten, kräftigen und wie bei Hollstein erwähnt wohl späten Abzug mit breitem Rand um die runde Plattenkante. Geringfügige Gebrauchsspuren und vereinzelt etwas fleckig, horizontale Mittelfalten, links zwei Nadellöchlein, verso Klebeund Montierungsreste, sonst jedoch gut. Selten
Johann Andreas Nothnagel (1729 Buch – 1804 Frankfurt a.M.)
5586 Bildnis eines Orientalen. Radierung. 18,2 x 14,5 cm. Nagler 48.
450 €
Ganz ausgezeichneter, kräftiger Druck mit Rändchen um die Plattenkante. Leicht angestaubt, schwach lichtrandig, in der unteren rechten Ecke kleine hinterlegte Fehlstelle sowie dünne Stellen, diese hinterfasert, linke untere Eckspitze sorgsam ergänzt, sonst im Gesamteindruck schön. Beigegeben von demselben zwei weitere Radierungen „Frau mit Buch“ und „Mann mit Pfeife“, sowie von Johannes de Frey, Cornelis Danckerts und Francesco Novelli je eine Radierung nach Rembrandt und von Jan Gillisz. van Vliet die Radierung „Die Familie“. Abbildung online
Miscellaneen und Trouvaillen der Druckgraphik des 15. bis 18.
Adriaen van Ostade (1610–1684, Haarlem)
5587 Der lachende Bauer. Radierung. 6,8 x 5,5 cm. Um 1653. B. 4, Dutuit, Davidsohn VIII, Godefroy, Hollstein 4 IX, Giordani/Rutgers (New Hollstein) 43 VIII.
400 €
Ausgezeichneter Druck bis auf bzw. minimal knapp innerhalb der Einfassung beschnitten. Am Oberrand montiert, Stockflecken, die Ecke oben rechts knitterfaltig und mit kleiner Läsur, sonst gutes Exemplar. Beigegeben von demselben die zwei Radierungen „Mann und Frau in Unterhaltung“ (B. 12) und „Eine Frau und ein Mann im Gespräch“ (B. 37). Sämtlich aus der Sammlung Reinhard van Hauen (nicht bei Lugt) sowie mit wohl unbekannter Sammlersignatur „Schleisner“. Abbildung online

Adriaen van Ostade
5589 Die Mutter mit zwei Kindern. Radierung. 8,9 x 7 cm. Um 1675. B. 14, Dutuit, Davidson, Godefroy, Hollstein 14, Giordani/Rutgers (New Hollstein) 46 V.
450 €
5588 Der Leiermann. Radierung. 11 x 9,5 cm. 1647. B. 8, Dutuit, Davidsohn, Godefroy, Hollstein 8 V, Giordani/Rutgers (New Hollstein) 10 VIII. 400 €
Ausgezeichneter Druck unten mit Rändchen, sonst bis an bzw. auf die Plattenkante beschnitten. Minimal angestaubt und fleckig, die obere linke Eckenspitze montierungsbedingt dünn, sonst sehr gut. Aus der Sammlung Reinhard van Hauen (nicht bei Lugt) sowie mit wohl unbekannter Sammlersignatur „Schleisner“. Beigegeben von demselben „Büste eines Bauern mit spitzer Mütze“ (Hollstein 3) und „Der Messerkampf“ (B. 18), aus den Sammlungen Wilhelm Eduard Drugulin (Lugt 2612) sowie ebenfalls van Hauen und Schleisner, weiterhin nach Ostade „Drei groteske Figuren“ (NHD, copy h) sowie von Hans Bol „Sitzender alter Mann mit einem Kleeblatt“ (Hollstein 24).
Abbildung Seite 336
Ausgezeichneter Druck mit schmalem Rand. Ganz schwach gebräunt und minimal angestaubt, verso kleine Montierungsreste, sonst schön. Beigegeben von demselben die Radierung „Der Bauer in der Haustür“ (B. 9) sowie Ostade zugeschrieben die Radierung „Der pissende Bauer“ (Hollstein, attributed to Ostade, B III).
Abbildung online
5590 Der Maler. Radierung. 23,6 x 17,4 cm. Um 1647. B. 32, Dutuit X, Davidsohn X, Godefroy XII, Hollstein 32 XII, Giordani/Rutgers (New Hollstein) 3 XIV. Wz. Nebenmarke.
750 €
Das gesuchte Blatt in einem ganz ausgezeichneten, wenngleich späteren Druck mit Rändchen um die scharf zeichnende Plattenkante. In schöner Erhaltung.
Abbildung Seite 336
5583
Miscellaneen und Trouvaillen der Druckgraphik des 15. bis 18. Jahrhunderts




5590
5592
5593
5588
Adriaen van Ostade
5591 Die wandernden Musikanten. Radierung. 10,2 x 8,7 cm. Um 1653. B. 38, Dutuit, Davidsohn, Godefroy, Hollstein 38, Giordani/Rutgers (New Hollstein) 37 V.
350 €
Ausgezeichneter, teils minimal überschwärzter Druck mit sehr feinem Rändchen um die Plattenkante. Kleines Rostfleckchen links der halb geöffneten Tür, kleiner Papiereinschluss im unteren Rand mittig, geringfügige Gebrauchsspuren, verso Montierungsreste, sonst in guter Erhaltung.
Abbildung online
5592 Die Gevatterinnen. Radierung. 10,2 x 8,9 cm. Um 1652. B. 40, Dutuit 40, Davidsohn, Godefroy, Hollstein 40 III (von V), Giordani/Rutgers (New Hollstein) 31 II (von III).
800 €
Vor der zweiten Umrisslinie am linken Ellbogen der rechten Frau. Ganz ausgezeichneter, kräftiger, zeitgenössischer Abzug mit winzigem Rändchen um die Einfassungslinie. Verso ringsum in einer Fenstermontage, deren Leim an den Rändern recto leicht durchschlagend, minimal angestaubt und partiell sehr schwach gebräunt, unmerkliche Diagonalfalte am rechten Rand, sonst schön.
Miscellaneen und Trouvaillen der Druckgraphik des 15. bis 18.

5593 Der Quacksalber. Radierung. 14,8 x 12,2 cm. 1648. B. 43, Dutuit, Davidson VIII, Godefroy IX, Hollstein 43 X, Giordani/Rutgers (New Hollstein) 18 X.
450 €
Ausgezeichneter Druck mit Rändchen um die scharfe Plattenkante, oben mit Rand. Leicht fleckig, minimal griffknickig an den Ecken, ansonsten in schöner Erhaltung.
5594 Der Tanz unter der Laube. Radierung. 12,8 x 17,4 cm. Um 1652. B. 47, Dutuit VI, Davidsohn VI, Godefroy VII, Hollstein 47 VII, Giordani/Rutgers (New Hollstein) 28 VI. Wz. Fragment Traube.
400 €
Ausgezeichneter Druck mit schmalem Rand um die Plattenkante. Minimal angestaubt, vertikale, geglättete Fältchen oben und unten links, linke Eckspitze angesetzt, ansonsten in guter Erhaltung.

5594 5595
Miscellaneen und Trouvaillen der Druckgraphik des 15. bis 18. Jahrhunderts



Adriaen van Ostade
5595 nach. Brustbildnis eines lachenden Bauern im Fenster. Radierung von Captain William Baillie, in Schwarz und Braun à la poupée. 15 x 11,3 cm. Meyers Allgem. Künstler-Lexikon 66.
400 €
Ganz ausgezeichneter, harmonischer Druck an bzw. knapp innerhalb der Facette geschnitten. Geringfügig fleckig und unbedeutende Gebrauchsspuren, schwache vertikale Knickspur verso und kleine Montierungsreste ebenda in den Ecken, sonst tadellos. Abbildung Seite 337
Crispijn de Passe d. Ä. (1564 Arnemuiden – 1637 Utrecht)
5596 Landschaft mit Blick auf eine Stadt; Landschaft mit Fuhrwagen und Reisendem. 2 Kupferstiche nach Jan Brueghel. Je ca. 21,4 x 31,5 cm. Hollstein 653 und 654. Wz. Wappen mit Doppelkopfadler.
450 €
Aus einer vierteiligen Folge mit Landschaftsdarstellungen. Ganz ausgezeichneter Druck mit zartem Plattenton und schmalem Rand. Vertikale Mittelfalte, geringfügig fleckig, im weißen Rand partiell schwach gebräunt sowie links winzige Nadellöchlein, unten zarte vertikale Quetschfältchen, rechte untere Eckspitze mit schwacher Knickspur, sonst sehr schön erhalten.
Giovanni Battista Piranesi (1720 Venedig – 1778 Rom)
5597 Der Pfeiler mit der Lampe. Radierung auf festem Velin. 41,3 x 55,3 cm. (1749-50). Focillon 41, Hind 15, Robison 41 VII. Wz. Fabriano.
900 €
Piranesis spektakuläre Folge der Carceri d‘Invenzione sind bildgewaltige Architekturphantasien, imaginierte Bühnenbildentwürfe, die den Betrachter mitnehmen auf eine Reise, auf der er sich zwischen dem Gefühl der Einsamkeit und dem Eindruck der Monumentalität verlieren kann. Mit der arabischen Nummer 363. Prachtvoller, gegensatzreicher, wenngleich später Abzug mit Rand um die Plattenkante. Leichte Gebrauchsspuren, die Ränder minimal bestoßen, unten kleine Bleistiftannotationen, sonst sehr gut. Beigegeben von demselben das Titelblatt „Alcune Vedute di Archi Trionfali“ (Hind S. 75-76, Wilton-Ely, C.III.).
5598 Titelblatt zu den „Vedute di Roma“. Radierung, aus der Folge Vedute di Roma, wie auch die folgenden sechs Losnummern. 40,6 x 55 cm. (1748). Hind 1 III (von V). Wz. Fleur-de-lis im Doppelkreis.
600 €
Vor Löschung des Preises. Ganz ausgezeichneter, kräftiger Druck mit breitem bzw. unten dem Schöpfrand, oben mit schmalen Rand. Geglät-
Miscellaneen und Trouvaillen der Druckgraphik des

tete vertikale Mittelfalte, diese minimal brüchig, links weitere geglättete vertikale Faltspur, vereinzelt kleine Randläsuren, oben im weißen Rand kleine ausgebesserte Stelle, angestaubt und fingerfleckig, verso in den Rändern kleine Leimspuren, sonst schön.
5599 Veduta della Piazza di Monte Cavallo. Radierung. 39 x 54,4 cm. (1750). Hind 15 IV (von VI). Wz. Fleur-delis im Doppelkreis.
600 €
Mit dem Preis. Ganz ausgezeichneter Druck mit schmalem Rand, die Ecke oben links abgerundet. Vertikale Mittelfalz, leichte Stockflecken, weitere Gebrauchsspuren, sonst gutes Exemplar. Abbildung online
5600 Veduta degli avanzi del Foro di Nerva. Radierung. 40,3 x 61 cm. (1757). Hind 42 IV (von VII). Wz. Lilie im Doppelkreis mit angehängten Buchstaben.
600 €
Vor der Tilgung des Preises. Ausgezeichneter Druck mit sehr schmalem Rand. Geringfügig angestaubt, Stockflecken vornehmlich zu den Rändern hin, geglättete Mittelfalz, Bleistiftannotationen in den weißen Rändern, Papierstreifen von vormaliger Montage verso entlang der Kanten und der Mittelfalte, sonst in sehr guter Erhaltung. Beigegeben von demselben „Veduta del Tempio delle Camene“ (Hind 106 I/IV).
5601 Veduta del Tempio della Fortuna Virile. Radierung. 37,7 x 58,7 cm. (1758). Hind 46 II (von VII). Wz. Fleur-de-lis im Doppelkreis.
600 €
Noch mit der Adresse von Bouchard et Gravier. Ganz ausgezeichneter, klarer Druck mit sehr breiten Rändern. Schwacher Lichtrand, leicht gebräunte Mittelfalz mit rückseitigen Rückständen alter Albumbindung, vereinzelte Knickfalten im weißen Rand, die weiße Eckenspitze unten rechts fehlend, geringfügig angestaubt und fleckig, weitere Gebrauchsspuren, sonst in guter Erhaltung.
5602 Colonna Trajana. Radierung. 54,9 x 41 cm. (1758). Hind 51 VI (von VII). Wz. Kreuz auf Hügel.
800 €
Der Preis gelöscht, vor der dreistelligen Nummer von Firmin-Didot. Ausgezeichneter, gleichmäßiger Druck mit schmalem Rand. Mit der üblichen, hier horizontalen Mittelfalz, diese rechts im Rand hinterlegt, ein weiterer Einriss in der Säule unterhalb der Mitte, zwei Kratzer im Bereich des Kirchenportals, etwas angestaubt und leicht fleckig sowie außerhalb der Plattenkante etwas verbräunt, sonst noch gut erhalten. Abbildung Seite 340

5601



Giovanni Battista Piranesi
5603 Colonna Antonina. Radierung. 54,1 x 40 cm. (1758). Hind 52 III-IV (von VII). Wz. Fleur-de-lis im Doppelkreis mit angehängten Buchstaben.
800 €
Mit der Adresse und dem Preis. Ganz ausgezeichneter kräftiger Druck mit dem vollen Rand. Mit einer horizontalen Mittelfalz, dort kleiner Einriss im äußeren rechten Rand, das linke Drittel etwas bräunlich verfärbt, Wasserfleck mittig im unteren Viertel, kleine dünne Stelle unterhalb des Titels, im weißen Rand etwas lichtrandig, leicht angestaubt und minimal fleckig, sonst schönes Exemplar.
5604 Veduta dell‘Arco di Tito. Radierung. 47,4 x 70,8 cm. (1760). Hind 98 II (von IV). Wz. Schriftzug T DUPUY AUVERGNE.
750 €
Mit der Nummer in der Kartusche, jedoch vor den Nummern oben rechts. Ganz ausgezeichneter, kräftiger Druck mit schmalem Rändchen an drei Seiten, rechts bis an die Plattenkante beschnitten. Leicht angestaubt und vereinzelt stockfleckig, vor allem die Außenkanten etwas gebräunt, ebenda ausgebesserte Schäden wie geschlossene Randeinrisse und eine wiederangefügte Stelle im linken weißen Rand, die obere rechte Eckenspitze ergänzt und retuschiert, zarte vertikale Quetschfältchen im Himmel, rechts ein nur verso sichtbarer Diagonalknick, das gesamte Blatt sehr dünn hinterlegt, weitere Alters- und Gebrauchsspuren, im Gesamteindruck sonst gutes Exemplar.
5602
5604
Miscellaneen und Trouvaillen der Druckgraphik des 15.

Marcantonio Raimondi (1480 Argini – 1527/34 Bologna)
5605 Martha führt Maria Magdalena in den Tempel (Notre dame à l‘escalier). Kupferstich nach Giulio Romano. 23,2 x 34 cm. B. XIV, S. 51, 45, Delaborde 15, Shoemaker 56. Wz. Armbrust im Kreis.
750 €
Ausgezeichneter, gleichmäßiger Druck mit sehr feinem Rändchen um die Einfassung. Die vertikale Mittelfalte mit kleinen Ausbesserungen, unten mit geschlossenem Riss und Federretusche, die Eckenspitze unten rechts ergänzt, sorgsam geschlossener Riss rechts durch den ganz rechts Sitzenden, ausgebesserte Läsuren im weißen Bereich der vorderen Säule hinter Christi, Hinterfaserungen, weitere versierte Ausbesserungen vor allem entlang der Ränder, Skizzen in grauer Feder verso, der Gesamteindruck gleichwohl schön. Aus der Sammlung Antonio Cesare Poggi (Lugt 617).
5605a nach. Galathea. Kupferstich. 40,2 x 28,6 cm. B. XIV, S. 262, 50, Kopie a. Wz. Krone mit Stern.
900 €
Stich eines anonymen Meisters nach dem seltenen Hauptblatt Raimondis, das Raffaels berühmtes Fresko in der Villa Farnesina wiedergibt. Prachtvoller, kräftiger Abzug mit feinem Rändchen um die Einfassungslinie. Geglättete horizontale Mittelfalte, minimal angestaubt, unten rechts winzige Randläsuren, sonst tadellos.

5605a
5605
und

Buonincontro da Reggio (tätig 2. Häfte 15. Jh. in Reggio/Emilia)
5606 Verkündigung. Niello-Druck. 34 x 32 cm. Nagler Bd. XIV, S. 55-56, William Hughes Willshire: A descriptive catalogue of early prints in the British Museum, London 1879, S. 326, E.13, Alexandre Zanetti: Le Premier Siecle de la Calcographie [...] du Cabinet du feu M. le Comte Leopold Cicognara, Venedig, 1837, S. 142, Nr. 189. Wz. Buchstaben PM im Kreis.
400 €
Ausgezeichneter, wenngleich späterer Abzug mit Rändchen. Stockflekkig und angestaubt, die Ecken lädiert, bedingt durch die Montierung auf den Untersatz, Randläsuren bzw. -risse, teils hinterlegt, sonst noch gut. Provenienz: C.G. Boerner, Leipzig (Schreiben vom Februar 1918 im Original beiliegend).
Rembrandt Harmensz. van Rijn (1606 Leiden – 1669 Amsterdam)
5607 Die Flucht nach Ägypten, Nachtstück. Radierung. 12,6 x 10,8 cm. 1651. B. 53, White/Boon (Hollstein) 53 VI, Nowell-Usticke 53 VI (von IX), Hinterding/Rutgers (New Hollstein) 262 VII (von X).
1.200 €
Vor den Schattierungen in den hellen Partien von Mariens Mantel und Josephs Wange. Ausgezeichneter, gleichmäßiger Druck mit feinem Rändchen. Leicht vergilbt, verso etwas stärker, vertikales Quetschfältchen verso, ebenda kleine Montierungsrestchen, sonst gut.
5608 Die Ruhe auf der Flucht, Nachtstück. Radierung. 9,2 x 6 cm. Um 1644. B. 57, White/Boon (Hollstein) 57 IV, Nowell-Usticke 57, Hinterding/Rutgers (New Hollstein) 216 IX.
800 €
Ausgezeichneter, partiell toniger Druck mit regelmäßig schmalem Rändchen um die markant druckende Facette. Minimal gegilbt, schwache Knickspuren verso, ebenda Leimflecken in den Ecken, sonst in sehr guter Erhaltung.
5609 Jesus unter den Schriftgelehrten sitzend. Radierung. 9,3 x 14,3 cm. B. 64, White/Boon (Hollstein) 64, NowellUsticke 64 II, Hinterding/Rutgers (New Hollstein) 281.
1.500 €
Ausgezeichneter Druck mit schmalem Rand. Vereinzelt ganz schwache Fleckchen, oben im weißen Rand Rostfleckchen, Sammlerstempel links schwach durchscheinend, sonst in sehr schöner Erhaltung. Aus der Sammlung Dr. W. Schumacher (nicht bei Lugt) sowie der Sammlung Pierre Sentuc (Lugt 3608).
5610 Christus und die Samariterin zwischen Ruinen. Radierung. 12 x 10,4 cm. 1634. B. 71, White/Boon (Hollstein) 71 II, Nowell-Usticke 71 II (von IV), Hinterding/ Rutgers (New Hollstein) 127 III (von V).
1.500 €
Vor den horizontalen Schraffuren im Holzbogen des Flaschenzugs. Ganz ausgezeichneter Druck mit der vollen Darstellung, links minimal in diese geschnitten. Angestaubt, kleine Stockfleckchen, leicht gewellt, die rechte obere Ecke mit unauffälligen Ausbesserungen, weitere kleine Altersspuren, sonst gut erhalten. Aus der Sammlung Pierre Sentuc (Lugt 3608). Abbildung Seite 344
5611 Christus am Kreuze (kleine Platte). Radierung. 9,6 x 6,7 cm. Um 1635. B. 80, White/Boon (Hollstein) 80, Nowell-Usticke 80 IV, Hinterding/Rutgers (New Hollstein) 143 III.
1.800 €
Ausgezeichneter, toniger, aber später Druck mit schmalem Rändchen. Dünne Papierstellen, winziges Rostfleckchen, sonst tadellos. Abbildung Seite 344
5612 Die Rückkehr des verlorenen Sohnes. Radierung. 15,7 x 13,5 cm. 1636. B. 91, White/Boon (Hollstein) 91, Nowell-Usticke 91 I (von IV), Hinterding/Rutgers (New Hollstein) 159 I (von III). Wz. undeutlich (Fragment?).
4.500 €
Vor allen späteren Arbeiten, etwa den Parallelen links auf der unteren Stufe. Ausgezeichneter Druck mit kräftigem Plattenton und feinem Rändchen. Minimale Gebrauchsspuren, winzige Ausbesserung oben im weißen Rand, isolierte Faserspuren, Leimreste verso, sonst in schöner Erhaltung. Mit schwer leserlicher Sammlersignatur, wohl nicht bei Lugt Abbildung Seite 344
5606
Miscellaneen und Trouvaillen der Druckgraphik des 15.



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Miscellaneen und Trouvaillen der Druckgraphik des 15. bis 18. Jahrhunderts




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Miscellaneen und Trouvaillen der Druckgraphik des 15. bis 18.
Rembrandt Harmensz. van Rijn
5613 Die Enthauptung Johannes des Täufers. Radierung. 12,7 x 10,2 cm. 1640. B. 92, White/Boon (Hollstein) 92 II, Nowell-Usticke 92 III (von IV), Hinterding/ Rutgers (New Hollstein) 183 II (von III).
1.800 €
Vor den finalen Überarbeitungen wie den neuen Diagonalen in der Frau hinter Johannes. Ausgezeichneter Druck mit feinem Rändchen um die Plattenkante. Minimal angestaubt, die Eckspitzen leicht ausgedünnt, die unteren hinterlegt, sonst in sehr schöner Erhaltung.
5614 Der hl. Hieronymus im Gebet. Radierung. 11,6 x 8,1 cm. (1635). B. 102, White/Boon (Hollstein) 102, Nowell-Usticke 102 II-III (von III), Hinterding/Rutgers (New Hollstein) 142 II.
2.400 €
Das „R“ von Rembrandt noch leicht erkennbar. Ausgezeichneter Druck mit schmalem Rändchen um die Plattenkante. Insgesamt leicht stockfleckig sowie partiell angestaubt, an den rechten Plattenecken minimale Quetschspuren, sonst sehr schön erhalten. Aus der Sammlung Raffaele Alianello (Lugt 5k).

5615 Die wandernden Musikanten. Radierung. 4,2 x 11,7 cm. Um 1635. B. 119, White/Boon (Hollstein) 119 II, Nowell-Usticke 119 II (von III), Hinterding/Rutgers (New Hollstein) 141 II (von III).
2.400 €
Vor den Vertikalen unter der rechten Hand des Musikanten. Ausgezeichneter Druck mit schmalem Rand um die Plattenkante. Winzige Montierungsreste und Bleistiftnummer verso, nur schwache Altersspuren, sonst tadelloses Exemplar.
5616 Der Bauer mit Weib und Kind auf der Reise. Radierung. 11,5 x 9,3 cm. Um 1652. B. 131, White/Boon (Hollstein) 131 II, Nowell-Usticke 131 III (von IV), Hinterding/Rutgers (New Hollstein) 266 II (von III).
1.800 €
Vor der durchgehenden Linie in der Kopfbedeckung der Frau. Ausgezeichneter Druck mit schmalem Rändchen um die Plattenkante. Zwei winzige Fleckchen, schwach lichtrandig, unten rechts im weißen Rand alte Federpaginierung, sonst tadellos. Abbildung Seite 346

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Miscellaneen und Trouvaillen der Druckgraphik des 15. bis 18. Jahrhunderts


Rembrandt Harmensz. van Rijn
5617 Bauer mit hoher Mütze, auf einen Stock gelehnt. Radierung. 8,4 x 4,3 cm. 1639. B. 133, White/Boon (Hollstein) 133, Nowell-Usticke 133, Hinterding/Rutgers (New Hollstein) 178 II.
1.200 €
Ausgezeichneter Druck mit Rändchen um die Plattenkante. Gebräunt, die untere rechte Ecke wieder angefügt, die linke Ecke mit winzigem Risschen, verso Montierungsreste, sonst gut.
5618 Der Perser. Radierung. 10,7 x 7,8 cm. 1632. B. 152, White/Boon (Hollstein) 152, Nowell-Usticke 152 I (von IV), Hinterding/Rutgers (New Hollstein) 110 I-II (von III).
3.200 €
Nowell-Usticke „C1+ A rather uncommon print“. Vor Verstärkung der Außenlinie des Stockes. Leicht angestaubt, drei Eckspitzen etwas ausgedünnt, die rechte obere Eckspitze wiederangefügt, rechts winzige Randläsuren, sonst schön erhalten.
5619 Die Alte mit der Kürbisflasche. Radierung. 10,3 x 4,7 cm. Um 1629. B. 168, White/Boon (Hollstein) 168, Nowell-Usticke 168, Hinterding/Rutgers (New Hollstein) 40 II.
1.200 €
Nowell-Usticke C1+ : „Not common“ Ganz ausgezeichneter, kräftiger wenngleich später Druck mit Rändchen. Minimal angestaubt, sonst tadellos. Aus der der Sammlung Pierre Sentuc (Lugt 3608).
5620 Der Stelzfuß. Radierung. 11,2 x 6,5 cm. Um 1630. B. 179, White/Boon (Hollstein) 179 III, Nowell-Usticke 179 III, Hinterding/Rutgers (New Hollstein) 49 IV.
1.500 €
Ganz ausgezeichneter Druck mit Rändchen. Leicht angestaubt, am Ober- und Unterrand etwas braunfleckig, bedingt durch eine alte Montierung verso, hier Spuren alter Leimmontierung, sonst sehr schön.
5621 Zwei männliche Akte („Het Rolwagentje“). Radierung. 19,5 x 12,7 cm. Um 1646. B. 194, White/Boon (Hollstein) 194 III, Nowell-Usticke 194 V (von VII), Hinterding/Rutgers (New Hollstein) 233 VII (von VIII).
1.800 €
Ausgezeichneter, toniger Druck mit Rändchen um die gratig druckende Facette. Das Papier minimal gegilbt und angestaubt, weitere geringe Gebrauchsspuren, sonst schön.


Miscellaneen und Trouvaillen der Druckgraphik des 15. bis 18.


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Rembrandt Harmensz. van Rijn
5622 Bildnis Jan Cornelis Sylvius. Radierung. 16,5 x 14,2 cm. (1633). B. 266, White/Boon (Hollstein) 266 II, Nowell-Usticke 266 III, Hinterding/Rutgers (New Hollstein) 124 III. Wz. Lothringerkreuz (?).
1.500 €
Ganz ausgezeichneter, kräftiger Druck mit Rändchen um die Plattenkante. Geringfügig angestaubt, die untere rechte Ecke wiederangefügt und mit dezenten Federretuschen, in ein Fensterpassepartout montiert, sonst in sehr schöner Erhaltung. Aus der Sammlung Jan Reinier Voûte (Lugt 4450).
Abbildung online
5623 Bildnis des Jan Uijtenbogaert. Radierung. 22,4 x 17,8 cm. 1635. B. 279, White/Boon (Hollstein) 279 VI, Nowell-Usticke 279, Hinterding/Rutgers (New Hollstein) 153 VII (von IX).
2.400 €
Ausgezeichneter Druck mit der vollen Darstellung und meist Spuren der ovalen Einfassungslinie, oben minimal knapp innerhalb, unten bis an die Schrift beschnitten. Unauffällige Gebrauchsspuren, die Außenränder sorgsam hinterfasert, dort vereinzelte Ausbesserungen mit dezent gesetzten Retuschen, der Unterrand sowie punktuell die Schrift ergänzt, Stockflecken verso, sonst in schöner Erhaltung.
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Rembrandt Harmensz. van Rijn
5624 Rembrandts Mutter, mit der Hand auf der Brust. Radierung. 9,4 x 6,6 cm. 1631. B. 349, White/Boon (Hollstein) 349 II, Nowell-Usticke 349 V (von VII), Hinterding/Rutgers (New Hollstein) 87 IV (von VI).
1.200 €
Vor den feinen Linien über ihren Augen und den Schraffuren im Hintergrund. Ausgezeichneter, später Abzug mit Rändchen. Kleine Altersspuren, sonst tadellos.
5625 Drei Frauenköpfe, die eine Frau schlafend. Radierung. 13,9 x 9,5 cm. 1657. B. 368, White/Boon (Hollstein) 368, Nowell-Usticke 368, Hinterding/Rutgers (New Hollstein) 161 III.
1.500 €
Ausgezeichneter, zarttoniger Druck mit schmalem Rändchen um die Plattenkante, oben knapp innerhalb dieser geschnitten. Etwas gebräunt, Montierungsreste verso, sonst sehr gut.
Miscellaneen und Trouvaillen der Druckgraphik des 15. bis 18.
5626 Schule. Rembrandts Mutter mit dunklen Handschuhen. Radierung. 13,3 x 11,4 cm. Um 1632. B. 344, White/Boon (Hollstein, Rembrandt Schule) 344, NowellUsticke 344, Hinterding/Rutgers (New Hollstein) 91 copy a.
750 €
Die wohl von einem Werkstattmitarbeiter Rembrandts stammende Arbeit, welche in der älteren Literatur verschiedentlich Rembrandt selbst, Ferdinand Bol oder Karel van der Pluym zugeschrieben wurde, in einem ganz ausgezeichneten, kräftigen Druck an drei Seiten mit der vollen Darstellung, oben ca. 1 cm in diese geschnitten. Etwas angestaubt, am linken Rand kleine Quetschspuren, mittig kleine ausgebesserte Stelle mit zarten Anfaserungen, verso alte Montierungsreste, sonst in guter Erhaltung. Abbildung online

Jusepe de Ribera (gen. lo Spagnoletto, 1591 Játiba – 1652 Neapel)
5627 Der hl. Hieronymus, lesend. Radierung. 18,9 x 23,6 cm. (1624). B. 3, Brown 13. Wz. Bekröntes Lilienwappen.
800 €
Ganz ausgezeichneter, atmosphärischer Abzug mit zarten Wischkritzeln, an drei Seiten mit der vollen Darstellung, oben partiell minimal in diese geschnitten, links ca. 1,3 cm in die Darstellung beschnitten. Nur minimal angestaubt, ganz schwach fleckig, verso kleine Montierungsreste, sonst tadellos.

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5627
Miscellaneen und Trouvaillen der Druckgraphik des 15. bis 18. Jahrhunderts

Michel Ribestein (1539–1565 in Berlin nachweisbar)
5629 Bildnis Kaiser Ferdinand I. Holzschnitt auf Velin. 31,4 x 25,2 cm. 1547. Geisberg 943, Hollstein (Lorck) 22, Hollstein (Ribestein) 2 II.
400 €
Im Hollstein werden aufgrund des in frühen Zuständen vorhandenen Monogrammes „MR“ dieser und zwei weitere Holzschnitte Michel Ribestein zugewiesen, einem weitgehend unerforschtem Künstler, der als Hofmaler von Kurfürsten Joachim II. vor allem in Berlin und Brandenburg wirkte. Ganz ausgezeichneter, leuchtender, wenngleich später Derschau-Abzug mit Rändchen bzw. Rand rechts. Stockfleckig, Knickfalten in den weißen Rändern, die obere linke Eckenspitze fehlend, blasser Wasserfleck oben rechts in der Ecke, weitere Gebrauchsspuren, sonst in sehr guter Erhaltung. Beigegeben ein Holzschnitt der Schule Lucas Cranach d. Ä. „Martin Luther und Jan Hus reichen den sächsischen Kurfürsten das Abendmahl“ (B. VII, S. 300, 152), ebenfalls spät, ein Blatt von Leonard Beck aus dem „Weisskunig“ sowie drei Buchholzschnitte des 16. Jhs., insgesamt 6 Blatt Abbildung online
Johann Elias Ridinger (1698 Ulm – 1767 Augsburg)
5630 Indianischer Wolf. Radierung und Kupferstich. 36,6 x 27,4 cm. (1768). Thienemann 279.
350 €
Der sog. „Indianische Wolf“ ist eine damals zeitgenössiche Bezeichnung für eine Hyäne. Wie Ridinger selbst schreibt, habe er das Tier 1744 nach dem Leben in der großherzoglichen Menagerie zu Florenz gezeichnet. Blatt 37 aus „Genaue und richtige Vorstellung der wundersamsten Hirschen […]“. Ganz ausgezeichneter Druck links mit schmalem Rand, an drei Seiten mit breitem Rand. Etwas fleckig, vornehmlich zum oberen und unteren Rand, hier je eine horizontale Knickfalte, oben rechts im weißen Rand winziges geschlossenes Risschen, sonst schön. Beigegeben von demselben drei Radierungen „Vogelfaenger mit dem Schuhu“ (Thienemann 132), „Anno 1736 im Walde bey Stahrenberg“ (Thienemann 293) und „Luchs“ (Thienemann 283).
Jusepe de Ribera
5628 Die Buße des hl. Petrus. Radierung. 32,2 x 24,5 cm. 1621. B. 17, Brown 6 II. Wz. Fünfzackige Schellenkappe mit angehängten Kugeln.
900 €
Ganz ausgezeichneter, klarer Druck mit leichtem Plattenton und feinem bis sehr feinem Rändchen um die Einfassung, die Facette stellenweise noch sichtbar. Kaum merkliche, geglättete horizontale Trockenfalte, isolierte Stockflecken, vornehmlich verso minimal angestaubt, sonst in schöner Erhaltung. Beigegeben zwei Kopien nach Ribera „Der hl. Hieronymus, lesend“ (nach B. 3) und „Das Martyrium des hl. Bartholomäus“ von Pierre Brebiette (nach B. 6) sowie ebenfalls nach Ribera von Joseph Prenner „Heiliger in Mönchskutte“.
Abbildung Seite 349
Christian Bernhard Rode (1725–1797, Berlin)
5631 Portrait des Schwiegervaters. Radierung. 14,8 x 9,4 cm. Späte 1750er Jahre. Jacobs 237.
300 €
Ausgezeichneter Druck mit zahlreichen Wischkritzeln im Hintergrund, mit Rand. Zwei Randeinrisse, etwas angestaubt, unten links kleine Federannotation, sonst in guter Erhaltung. Beigegeben 9 weitere Radierungen des Künstlers, darunter Jacobs 244, 253 und 254 (Felsen am Wege nach Stohnsdorf).
Abbildung online
5630
Salvator Rosa (1615 Arenella – 1673 Rom)
5632 Der Tod des Attilius Regulus. Radierung. 46,7 x 73,6 cm. Um 1662. B. 9, Bozzolato 92, Wallace 110 II. Wz. Fleur-de-lis im Kreis, Nebenmarke Schrift.
600 €
Ausgezeichneter Druck mit Rändchen um die Plattenkante. Stockflekkig, vertikale Mittelfalz, diese verso hinterlegt sowie unten und oben gebrochen, kürzere Randeinrisschen, leicht angestaubt, weitere Handhabungsspuren, sonst in guter Erhaltung.
5633 Glaucus und Scylla. Radierung. 35,8 x 23,7 cm. B. 20, Bozzolato 86, Wallace 101 III. Wz. Lilie im Doppelkreis.
400 €
Ausgezeichneter, gleichmäßiger Druck bis an die Plattenkante beschnitten. Minimal angestaubt, horizontale Trockenfältchen mittig, Nadellöchlein in Glaucus‘ rechtem Unterarm, dünne Stellen und winzige Randläsuren links, ebenda rückseitige Klebe- und Montierungsreste, weitere minimale Gebrauchsspuren, sonst sehr gut. Abbildung online
Aegidius Sadeler (um 1570 Antwerpen – 1629 Prag)
5634 Gondeln auf einem Kanal. Kupferstich nach Pieter Stevens. 23,5 x 36,5 cm. Hollstein 250 II (von III).
400 €
Aus der Folge der „Böhmischen Landschaften“, vor der Löschung der Adresse von Marco Sadeler. Prachtvoller, tiefschwarzer Frühdruck mit den noch deutlich sichtbaren Schriftlinien, auf die Darstellung geschnitten, unten mit dem Schriftrand. Alt auf Bütten aufgezogen, minimale Oberflächenbereibung oben links. Beigegeben von demselben zwei weitere Landschaften aus anderen Folgen böhmischer Landschaften nach P. Stevens (Hollstein 262 und 264) sowie acht Radierungen mit Landschaftsansichten auf rosa getöntem Papier von Johann Balzer d. Ä.
5635 Landschaft mit Brücke aus Baumstämmen. Kupferstich nach Pieter Stevens. 17,1 x 25,6 cm. Hollstein 263 I (von II). Wz. Stadttor.
450 €
Aus der Folge der „Böhmischen Landschaften“, vor der Adresse von Marco Sadeler. Ganz ausgezeichneter Druck mit schmalem bis sehr schmalem Rand. Ebenda leichte Gebrauchsspuren und Knitterfalten sowie Flecken, geglättete vertikale Mittelfalte, Randeinrisschen oben, schwacher Feuchtigkeitsfleck unten rechts, weitere Altersspuren, sonst in sehr guter Erhaltung. Beigegeben von demselben eine weitere Landschaft (Hollstein 231) und die bis auf ein Blatt komplette Serie der „Tiroler Landschaften“ (Hollstein 219-224, ohne 222) sowie von Johannes Sadeler nach Hans Bol „Landschaft mit der Versuchung Christi“ (Hollstein 570), insgesamt 8 Blatt
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Johannes Sadeler I (1550 Brüssel – um 1600 Venedig)
5636 Die Jungfrau mit dem Kind und einem Engel. Kupferstich im Rund nach Annibale Carracci. D. 11,7 cm. B. 7, Hollstein 290. Wz. Salzfass im Schild.
450 €
Ausgezeichneter Druck an die runde Einfassungslinie geschnitten. Etwas fleckig, dünne Stellen, vereinzelt berieben und unauffällig ausgebesserte Stellen nahe des Randes, kleine Montierungsreste, sonst sehr gut. Beigegeben sieben Blatt nach den Vorlagen von Hendrick Goltzius aus den Folgen der Todsünden und Tugenden, darunter drei Blatt von Jacob Matham, sowie von Christoph Weigel ein Kupferstich „Fides“, ebenfalls nach dem Haarlemer Meister.
5637 Die Landschaft mit dem ungleichen Paar, das vom Tod bedroht wird. Kupferstich nach Pieter Stevens. 22,2 x 27,3 cm. Hollstein 584.
1.200 €
Ausgezeichneter Druck mit gleichmäßigem Rand. Minimale Gebrauchsspuren, sehr gut erhalten.
Raphael Sadeler I (1560 Antwerpen – 1628 Venedig oder 1632 München)
5638 Die Heilige Familie mit den hll. Katharina und Sebastian (Die mystische Vermählung der hl. Katharina). Kupferstich nach Hendrick Goltzius. 18,2 x 24 cm. Hollstein 78, Leesberg (New Hollstein, Goltzius) 463 I (von II). Wz. Kreis (undeutlich).
400 €
Vor der Adresse von Mariette. Prachtvoller, kräftiger und wunderbar toniger Frühdruck, auf die Plattenkante geschnitten, oben minimal knapp. Vereinzelt etwas fleckig, oben rechts ein sehr kleines Stück der Ecke wieder angesetzt, Klebespuren verso, minimale weitere Handhabungsspuren, sonst sehr schön erhalten. Beigegeben von Adriaen Collaert nach Hendrick Goltzius der seltene Kupferstich „Die Verkündigung an Maria“ aus der Folge der Biblischen Verkündigungen (Leesberg 418).
Miscellaneen und Trouvaillen der Druckgraphik des 15. bis 18.

5639 Samson und Delila: Samsons Haare werden abgeschnitten. Kupferstich nach Joos van Winghe. 22,5 x 28,7 cm. 1589. Hollstein 180, TIB (Commentary) .163 S1 (von S2). Wz. undeutlich.
450 €
Das erste Blatt aus einer vierteiligen Folge „Die Macht der Frauen“. Ganz ausgezeichneter, wirkungsreicher Druck noch mit der Adresse Sadelers, mit sehr feinem Rändchen um die Einfassungslinie, unten knapp an den Schriftrand geschnitten. Geringfügig fleckig, verso leichte geglättete Mittelfalte, geglättete Knickspuren, unten unauffällig geschlossene Randeinrisse, weitere unbedeutende Gebrauchsspuren, sonst gleichwohl sehr schönes Exemplar.
Jan Saenredam (um 1565 Zaandam – 1607 Assendelft)
5640 Der Sündenfall. Kupferstich nach Hendrick Goltzius. 21,6 x 13,4 cm. B. 40, Hollstein 8 II (von IV), Leesberg (New Hollstein, Goltzius) II (von IV). Wz. Doppelkopfadler.
450 €
Ausgezeichneter Druck mit der vollen Darstellung. Geglättete horizontale Faltspur, etwas angestaubt, schwach fleckig, die unteren Eckspitzen leicht ausgedünnt, verso Rötelfleck, unten dünne Stellen, sonst schön. Aus einer bisher nicht identifizierten Sammlung „EK“ (Lugt 4289). Beigegeben von demselben nach Goltzius „Salvator Mundi“ (NH 449) und Goltzius nach Stradanus „Christus mit dem Johannesknaben und Elisabeth“ (NH 346), je aus der Sammlung Croschen (nicht in Lugt).

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Miscellaneen und Trouvaillen der Druckgraphik des 15. bis 18. Jahrhunderts


Jean-Claude-Richard Abbé de Saint-Non (1727–1791, Paris)
5641 Drei pastorale Landschaften. 3 Radierungen im Oval nach Jean Baptiste Le Prince. Je ca. 9,4 x 7,2 cm. Nicht bei Le Blanc, J. Cayeux: „Catalogue des griffonis de Saint-Non“, in: Bulletin de la société de l‘histoire de l‘art français, 1963/64, aus Nr. 21-26.
450 €
Aus einer 6-teiligen Folge. Ganz ausgezeichnete Drucke mit feinem Rändchen um die ovalen Facetten. Geringfügig angestaubt und fleckig, ein Blatt mit braunen Tintenflecken, weitere Gebrauchsspuren, sonst in guter Erhaltung. Beigegeben von demselben 17 weitere Radierungen nach Boucher, Fragonard, Le Prince und Robert sowie eine Landschaftsradierung von Carl Guttemberg nach Robert, insgesamt 22 Blatt
Giulio Sanuto (tätig in Venedig um 1550–1575)
5642 Die Madonna mit dem Kind, der hl. Elisabeth und dem Johannesknaben, genannt „La Perla“. Kupferstich nach Raffael. 55,6 x 41,4 cm. Nicht in Bartsch, nicht in Bury. Wz. Sechszackiger Stern in Raute umgeben von vier Sternen im Kreis.
750 €
Der Kupferstich wurde von Michael Bury erst im Jahr 2000 Giulio Sanuto zugeschrieben und ist daher nicht in seinem Katalog von 1990 gelistet. Guter, wenn auch etwas unscharfer Druck. Auf die Plattenkante geschnitten, die Einfassungslinie teils sichtbar. Minimal fleckig und altersspurig, weitere leichte Erhaltungsmängel, sonst insgesamt gut. Aus der Sammlung Luciana Simonetti (Lugt 3616). Beigegeben vom Nicolas Beatrizet zwei Kupferstiche „Kampf der Römer gegen die Daker“ sowie „Der Flussgott Tiber“ (B. 94 und 96).
Orazio Scarabelli (tätig um 1580–1600 in Florenz)
5643 und wohl Cherubino Alberti (1553 Borgo Sansepolcro - 1615 Rom). Umzugswägen für die Hochzeit von Francesco I. de‘ Medici und Christine von Lothringen. 2 Radierungen mit Grabstichel nach Bernardo Buontalenti. Je ca. 14,8 x 22 cm. (1589). James Saslow: The Medici Wedding of 1589, New Haven 1996, Nr. 76 und 85. Wz. Pilger im Kreis.
750 €
Aus einer mindestens 14-teiligen Folge, die die ephemere, künstlerische Ausstattung für die Feierlichkeiten zu Ehren der Hochzeit von Francesco I. de‘ Medici mit Christine von Lothringen im Jahre 1589 dokumentiert. Ausgezeichnete, tonige Drucke mit zahlreichen Wischkritzeln, bis an bzw. teils auf die Plattenkanten beschnitten. Leicht fleckig und altersspurig, vor allem Saslow 76 in den weißen Papierbereichen
Miscellaneen und Trouvaillen der Druckgraphik des 15.

mit kleinen Beschabungen, diese unauffällig abmindernd retuschiert, dieses Blatt mit kleinen Fehlstellen im Unterrand sowie in der Ecke oben rechts, Saslow 85 mit ausgebesserter Läsur oben mittig, weitere Ausbesserungen, beide mit zartem Japanpapier hinterlegt, sonst gleichwohl gute Exemplare. Selten
Jakob Matthias Schmutzer (1733–1811, Wien)
5644 Der hl. Johann von Nepomuk als Fürsprecher der Armen und Kranken. Radierung nach Franz Anton Maulbertsch. 39,1 x 30,4. Nagler 28, Le Blanc 12. Wz. Schriftzug.
400 €
Von Nagler unrichtig als „Johann von Nepomuk in der Glorie vom Volke verehrt“ beschrieben. Ausgezeichneter Druck oben und unten mit Rändchen, rechts und links auf die Plattenkante beschnitten. Unauffällige horizontale Trockenfältchen, leicht stockfleckig, Montierungsreste verso, vereinzelte Fleckchen, sonst tadellos. Aus dem Museum der Stadt Ulm (mit dessen Stempel recto unten links und verso, sowie dem Tilgungsstempel) sowie Galerie Bassenge, Auktion 52 (1988), Los 4794.

5644
5643
Miscellaneen und Trouvaillen der Druckgraphik des 15. bis 18. Jahrhunderts
Erhard Schön (um 1491–1542, Nürnberg)
5645 Bildnis Albrecht Dürer im Profil. Holzschnitt. 29,1 x 25,2 cm. 1527. Geisberg 1295, Meder (Dürer Schule) S. 241, letzte Ausgabe ohne Text, Hollstein (Erhard) 156 II. Wz. Handschuh (?).
750 €
Als Vorlage für Albrecht Dürers Konterfei diente eine Medaille von Matthes Gebel. Der Holzschnitt wurde wahrscheinlich kurz nach Dürers Tod als Antwort auf die Forderung nach Porträts zuerst vom Verleger Hans Wolff Glaser, später von Wolfgang Drechsel herausgegeben. Mit dem eingesetzten Monogramm und der Jahreszahl 1527. Ausgezeichneter Druck mit der Einfassung, minimal unregelmäßig geschnitten. Geglättete horizontale Mittelfalte, entlang dieser zarte Trockenfältchen. Minimal angestaubt, oben rechts winziger Randeinriss, sonst tadellos.
Cornelis Schut (1597–1655, Antwerpen)
5646 Die Verkündigung. Radierung. 14,7 x 11,2 cm. Nagler 6, Hollstein 5 II-III (von III).
400 €
Ganz ausgezeichneter, lebendiger Abzug, knapp innerhalb der Plattenkante geschnitten, unten mit Rändchen um die Einfassungslinie, ohne den weißen Rand. Minimal angestaubt, sonst tadellos.


5645
Cornelis Schut
5647 Adam und Eva knien vor der Jungfrau. Radierung. 16,2 x 12,3 cm. Nagler 6, Hollstein 92 I-II (von II).
Wz. Wappen im Kreis.
450 €
Ausgezeichneter, feinzeichnender Druck mit winzigem Rändchen um die Einfassung. Minimal angestaubt und fleckig, an den oberen Ecken alt montiert, sonst sehr schön. Aus einer Sammlung Busche (alte Bezeichnung auf dem Untersatzpapier „Vente Busche à Paris, 1857. No 884“). Beigegeben von Nicolaes de Bruyn „Die Beschneidung“ (Hollstein 59).
Abbildung online
Adamo Scultori (gen. Mantovano, um 1530 Mantua – 1585 wohl Mantua)
5648 Junger sitzender Mann mit Girlande über seiner rechten Schulter. Kupferstich nach Michelangelo. 14,2 x 10,6 cm. B. XV, S. 426, 36, Bellini 30.
400 €
Aus der Folge mit Studien nach den Figuren von Michelangelos Fresken in der Capella Sistina. Prachtvoller, satter Druck mit einigen Wischkritzeln, auf die teils sichtbare Einfassungslinie geschnitten. Minimal fleckig, auf ein Untersatzpapier montiert, sonst tadellos. Beigegeben von demselben der Kupferstich „Herkules mit der Keule und dem Löwenfell“ (Massari 45 II).

Christoffel van Sichem II (1577 Basel – 1658 Amsterdam)
5649 Die Anbetung der Hirten. Holzschnitt nach Hendrick Goltzius. 19,1 x 15,1 cm. 1629. Hollstein 20. Wz. Lilie im Kreis (?, undeutlich).
400 €
Blatt 4 der Folge „Die Kindheit Christi und die Aussendung des Heiligen Geistes“. Ganz ausgezeichneter Druck mit sehr feinem Rändchen um die Einfassungslinie. Alters- und Gebrauchsspuren, in den Rändern einzelne Ausbesserungen, links unten kleine Ergänzung, sonst sehr gut.
Elisabetta Sirani (1638–1665, Bologna)
5650 Die Hl. Familie mit dem Johannesknaben. Radierung. 16,8 x 13,8 cm. (1659). B. 3 II, Bellini (1976) 3 II (von III).
900 €
Ausgezeichneter, toniger Druck bis an bzw. auf die Plattenkante beschnitten. Insgesamt etwas fleckig und knitterfaltig, geglättete Horizontalfalte verso, oben eine kleine Stauchung mit zwei kurzen Randeinrissen, zwei Löchlein unten an der ovalen Einfassung, Faserspuren, die Eckenspitzen montierungsbedingt hinterlegt, weitere Gebrauchsspuren, sonst in guter Erhaltung. Aus der Sammlung Franz Jozef von Enzenberg (Lugt 845).
Miscellaneen und Trouvaillen der Druckgraphik des 15.


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Johannes Stradanus (eigentl. van der Straet, 1523 Brügge – 1605 Florenz)
5651 nach. Die vier Jahreszeiten. 4 Kupferstiche von Philips Galle. Je ca. 21,7 x 30,2 cm. Hollstein 410-413, TIB .087.2-5, Leesberg (New Hollstein) 386 I (von III), 387 I (von II), 388 I (von II), 389 I (von II). Wz. Krüglein.
1.200 €
Die gesamte Folge, jedoch ohne das Titelblatt. Ausgezeichnete, gleichmäßige Frühdrucke mit schmalem Rand. Leicht angeschmutzt, teils schwache Knickspuren, Randläsuren und -risschen, diese teils geschlossen, Ver mit winzigen Quetschfältchen in der Darstellung, diese berieben und teils ausgedünnt und eine Stelle rechts im ornamentalen Rahmen mit Feder dezent retuschiert, Aestas auf dem Baumstamm mittig winzige Ausbesserung, Hiems und Aestas verso mit Figurenzeichnung, Federannotationen im weißen Rand, weitere kleine Altersspuren, sonst allesamt schön.
Herman van Swanevelt (um 1600 Woerden – 1655 Paris)
5652 Geschichte des Adonis. 6 Radierungen. Je ca. 25,5 x 33,5 cm. B. 101-106, Hollstein 18 I (von IV), 19 II (von IV), 20 I (von III), 21 II (von III), 22 I (von III), 23 I (von III). Wz. Gekrönter Buchstabe T (H. 21) bzw. Sonne im Doppelkreis mit Nebenmarke DD.
900 €
Die vollständige Folge in ausgezeichneten, teils tonigen Frühdrucken, zumeist vor der Löschung des Zusatzes „et Excudit“, mit feinem Rand um die Plattenkanten. Teils etwas fleckig und stockfleckig, vereinzelt sehr kleine Randeinrisse, ein Blatt mit Löchlein im Rand unten rechts, weitere geringe Handhabungsspuren, sonst sehr schön. Beigegeben von demselben fünf weitere Exemplare aus derselben Folge sowie acht weitere Radierungen aus diversen Folgen (Hollstein 8, 14, 16, 17, 52, 54, 55, 62) und 10 Blatt Kopien nach Swanevelt, insgesamt 30 Blatt
5653 Landschaften mit Satyrn. 4 Radierungen. Je ca. 11,7 x 16,8 cm. B. 49-52, Hollstein 26 II (von III), 27 I (von II), 28 II (von III), 29 II (von IV). Wz. u.a. Krüglein; Medici-Wappen.
900 €
Die vollständige Folge in ausgezeichneten, teils tonigen Frühdrucken, vor der Adresse von Bonnart, mit gleichmäßig feinem Rand um die Plattenkanten. Teils etwas fleckig und stockfleckig, ein Blatt mit zwei winzigen Randeinrissen, dünne Papierstellen in den linken Ecken, Montierungsspuren verso, weitere geringe Gebrauchsspuren, sonst sehr schön. Beigegeben von demselben 28 weitere Radierungen aus diversen Folgen (Hollstein 87-97, 99-102 (vollständig), 104, 106, 108), insgesamt 32 Blatt

Ferdinando Tacca (1619–1686, Florenz)
5654 nach. Ercole in Tebe. 4 Radierungen. Je ca. 18,7 x 25,6 cm. Berliner Ornamentstichkat. aus 4124. Wz. Griechisches Kreuz im Kreis, Nebenmarke Buchstabe.
800 €
Aus einer 13-teiligen Folge mit Illustrationen nach einer von Ferdinando Tacca inszenierten Aufführung aus Anlass der Hochzeit Cosimos III. mit Marguerite Louise d‘Orleans 1661 in Florenz. Tacca zeichnete sich vermutlich auch für die Vorlagen zur gedruckten Suite verantwortlich, die von Valerio Spada und anderen Stechern ausgeführt wurden (vgl. Massar, in: Print Quartely, Bd. 4, Nr. 1, S. 36). Ausgezeichnete bis ganz ausgezeichnete, tonige Drucke mit Rand, dieser rechts und links breit. Jeweils eine vertikale Mittelfalte, diese bei einem Blatt unten mit kurzem Einriss, vornehmlich in den weißen Rändern fleckig und etwas griffspurig, ebenda vereinzelt knitterfaltig, die äußersten Kanten teils gebräunt, zwei Blatt mit einem kurzen geschlossenen Randeinriss unten, Bleistiftannotationen, weitere Altersspuren, sonst in guter und einheitlicher Erhaltung.
Giovanni
Battista Tiepolo (1696 Venedig – 1770 Madrid)
5655 Nymphe mit zwei Kindern umgeben von vier Männern. Radierung. 22,3 x 17,5 cm. De Vesme 15, Rizzi (1970) 5 I (von II), Rizzi (1971) 6 I (von II), Succi 64. 600 €
Blatt 3 aus der Folge der „Scherzi di Fantasia“, vor der Nummer. Ausgezeichneter Druck mit feinem Rand um die Plattenkante. Vereinzelt etwas braunfleckig, dünne Stellen, diese teils hinterfasert, unten links der weiße Rand bis knapp innerhalb der Plattenkante fehlend, weitere unauffällige Ausbesserungen, geringfügige Erhaltungsmängel, sonst gut erhalten.

5654
5655
Miscellaneen und Trouvaillen der Druckgraphik des 15. bis 18. Jahrhunderts

Giovanni Domenico Tiepolo (1727–1804, Venedig)
5656 Die Jungfrau mit den hll. Antonius und Georg. Radierung nach Giovanni Battista Tiepolo. 25,1 x 12,1 cm. De Vesme 55, Rizzi (1970) 122, Rizzi (1971) 126, Succi 28.
600 €
Ganz ausgezeichneter, klarer und kontrastreicher Druck links und rechts mit Rändchen um die Einfassungslinie, oben und unten mit der Plattenkante. Am rechten Rand zwei schwache Braunfleckchen, insgesamt leicht angestaubt, wie in den oberen weißen Ecken, verso kleine Montierungsreste, sonst in sehr schöner Erhaltung.
Giovanni Domenico Tiepolo
5657 Das Martyrium des hl. Johann Nepomuk. Radierung nach Giovanni Battista Tiepolo. 20 x 10,1 cm. De Vesme 64, Rizzi (1970) 57, Rizzi (1971) 60, Succi 76.
600 €
Ganz ausgezeichneter, kontrastreicher Abzug knapp bis an die Einfassungslinie geschnitten, links unten minimal in die Schrift. Lediglich schwach angestaubt, die linke obere Eckspitze ausgedünnt, verso Montierungsreste, sonst in sehr schöner Erhaltung.

5656
5657
Miscellaneen und Trouvaillen der Druckgraphik des 15. bis 18. Jahrhunderts


Heinrich Tischbein d. Ä. (1722 Hayna – 1789 Kassel)
5658 Drei Frauen im Bade. Radierung auf Velin. 19 x 13,4 cm. Um 1780/85. Nagler 10.
300 €
Prachtvoller, gegensatzreicher Druck mit breitem Rand. Minimal flekkig und angestaubt, ansonsten in vorzüglicher Erhaltung.
Jonas Umbach (um 1624–1693, Augsburg)
5659 Putti, den Bacchuszug nachahmend; Putti, mit einer Ziege spielend. 2 Radierungen. 8,2 x 12,5 cm bzw. 7,9 x 11,9 cm. Haas 162, 174, Beaujean (New Hollstein) 178, 219.
400 €
Ausgezeichnete bzw. ganz ausgezeichnete Drucke, NH 178 tonig, je mit feinem Rändchen. Jeweils minimal fleckig, NH 178 mit kleinem Leimfleck unten links, NH 219 mit ausgedünnter Eckenspitze oben rechts, dort mit winziger Läsur, sonst in schöner Erhaltung. Beigegeben vom demselben zwei weitere bacchantische Motive mit Putten, Bacchus und Faunen (NH 180 und 200).
5660 Ziegenhirten am Wasser. Radierung. 8,1 x 10,5 cm. Haas 218, Beaujean (New Hollstein) 251 II.
400 €
Ganz ausgezeichneter, leuchtender Druck mit delikatem Plattenton und regelmäßig schmalem Rändchen. Minimale Gebrauchsspuren, ein Rötelfleck mittig im Unterrand, die weiße Ecke oben links mit Diagonalknick, winzige Papierinklusion oben, Montierungsrestchen verso, sonst sehr schönes Exemplar. Aus der Sammlung C. W. von Blücher (Lugt 2710). Beigegeben von demselben die drei Radierungen „Ruhender Hirt mit der Schalmei“ (NH 146), „Felsige Flusslandschaft“ (NH 243) und „Flusslandschaft mit Fischern“ (NH 250, ebenfalls aus der Sammlung Blücher).

5658
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5660
Johann
Miscellaneen und Trouvaillen der Druckgraphik des 15. bis 18. Jahrhunderts




5661
5663
5663
5664
Moyses van Uytenbroeck (eigentl. Wtenbrouck, um 1590–1648, Den Haag)
5661 Landschaft mit dem „Torre delle Militie“ und zwei Obelisken. Radierung und Kupferstich. 12,3 x 18,7 cm. B. 53, Hollstein 50 II. Wz. Nebenmarke „CP“.
400 €
Ausgezeichneter, atmosphärischer und wie für diesen Zustand typisch partiell ungleichmäßiger Druck mit schmalem Rändchen um die teils gratig zeichnende Plattenkante. Geringe Montierungsreste verso, sonst in tadelloser und ganz vorzüglicher Erhaltung. Beigegeben von demselben die Radierung „Landschaft mit einer Herde, eine Brücke überquerend“ (Hollstein 53), aus den Sammlungen Alexandre-Pierre-François Robert-Dumesnil (Lugt 220) und Thomas Graf (Lugt 1092a, der Sammlerstempel recto mittig durchschlagend).
Miscellaneen und Trouvaillen der Druckgraphik des 15. bis 18.
5662 Landschaft mit dem Tempel der Vesta (Tobias und der Engel?). Radierung. 13 x 18,2 cm. B. 58, Hollstein 55 II (von IV). Wz. Narrenkappe und Dreiberg.
350 €
Vor der Änderung der Adresse. Ausgezeichneter Druck mit feinem Rändchen. Etwas fleckig und gebräunt, kleine dünne Papierstellen, partiell winzige Randeinrisse, geringe weitere Gebrauchsspuren, aufgezogen, sonst schön erhalten. Beigegeben von demselben zwei weitere Radierungen „Hirtenpaar in einer idyllischen Landschaft“ (Hollstein 30 II/IV), sowie „Apoll bewacht seine Herde“ (Hollstein 41 III). Abbildung online

5665
Giuseppe Vasi (1710 Corleone – 1782 Rom)
5663 Blick auf das Forum Romanum; Blick auf S. Maria Maggiore und die Piazza Quattro Fontane. 2 Radierungen mit Grabstichel, auf je drei zusammengefügten Bögen. Je ca. 100 x 68,5 cm. (1765, 1771). Le Blanc, aus 6. 900 €
Vasi ergänzte seine monumentale Romansicht in den Jahren 1765 und 1771 um vier gleichformatige, große Veduten antiker und moderner magnificenze, die das Forum Romanum, den Vatikan sowie die Basiliken von S. Maria Maggiore und S. Lorenzo Fuori le Mura zeigen. Vorliegend zwei der Ansichten in ausgezeichneten, jedoch späteren Drucken der Calcographia di Roma mit breitem Rand. Insgesamt etwas angestaubt und verbräunt, die Plattenkanten teils gebrochen, geschlossene Randeinrisse, das Forum oben mit einem Riss bis zum Kolosseum reichend, dort mit Retuschen, links mit ergänzter Fehlstelle im Rand. S. Maria Maggiore unten ebenso mit einem geschlossenen Einriss bis in die Darstellung. Weitere Gebrauchsspuren, sonst angesichts der Größe in guter Erhaltung.
Jan van de Velde II (1593 Delft – 1641 Enkhuizen)
5664 Aestas (Sommer); Hymes (Winter). 2 Radierungen. Je ca. 26,6 x 35,7 cm. 1617. Francken/van der Kellen 142, 147, Hollstein 31 II, 33 I (von II). Wz. Pro Patria mit Nebenmarke.
750 €
Aus der Folge der Vier Jahreszeiten. Jeweils mit der Adresse Visschers. Ganz ausgezeichnete, teils kräftige Drucke, H. 31 mit Rändchen um die Einfassungslinie und den Textrand, H. 33 knapp an die Plattenkante geschnitten. Je verso mit geglätteter Mittelfalte, je etwas angestaubt und vereinzelte Rostfleckchen, H. 33 mit drei winzigen Löchlein, weitere kleine Handhabungsspuren, sonst in schöner Erhaltung. Beigegeben von demselben die Radierung „Ver“ (Hollstein 26).

Jan van de Velde II
5665 Der Dreikönigsabend. Radierung nach Pieter Molyn. 20,8 x 15 cm. Francken/van der Kellen 110, Hollstein 149 II (von IV). Wz. Greif (?).
600 €
Vor der Adresse Visschers. Prachtvoller, gegensatzreicher und dabei fein differenzierter Druck mit feinem Rändchen an drei Seiten, links knapp in die Darstellung geschnitten. Leichte Gebrauchsspuren, verso schwache geglättete Mittelfalte, links sorgsam angerändert und die Darstellung partiell mit der Feder ergänzt, dort mittig kleine zusätzliche, jedoch unmerkliche Ausbesserung, der Gesamteindruck gleichwohl vorzüglich. Aus einer unbekannten Sammlung „LD“ (?, nicht bei Lugt). Abbildung Seite 363
Antonio Visentini (1688–1782, Venedig)
5666 Hinc ab Aedibus Publicis Rivoalti [...]. Radierung nach Canaletto. 27,9 x 43,5 cm. Nagler, aus 5, Succi 10 II (von V). Wz. IHS-Monogramm.
400 €
Blatt 8 aus der Folge der Ansichten von Venedig. Ganz ausgezeichneter, klarer Druck mit Rand. Im weißen Rand leicht fingerfleckig sowie vereinzelte schwache Knickspuren, unten kaum merklicher kleiner geschlossener Randeinriss, verso kleine Bleistiftannotationen, sonst sehr schön. Abbildung online

5668
Johannes Jorisz. van Vliet (tätig um 1628–1637 in Leiden)
5667 Die Bauernmahlzeit. Radierung. 20,8 x 29 cm. B. 18, Hollstein 17 VI. Wz. Wappen von Amsterdam.
750 €
Ganz ausgezeichneter Druck mit feinem Rändchen um die Plattenkante. Verso geglättete vertikale Mittelfalte, nur schwach fleckig, verso kleine Montierungsreste, sonst sehr schön. Sehr selten. Aus der Sammlung Fritz Rumpf (Lugt 2161). Beigegeben von Jan de Visscher die Radierung „Der Raucher“ (Wurzbach 39), von Cornelis Visscher die Radierung „Wirtshaus mit Gesellschaft vor einem Kamin“ (Hollstein 53) und von Johannes Visscher „Die tanzenden Bauern“ (Hollstein 23).
Anthonie Waterloo (1610 Lille – 1690 Utrecht)
5668 Folge der großen, hochrechteckigen Landschaften. 6 Radierungen. Je ca. 29,1 x 23,7 cm. B. 119-124, Hollstein 119 II, 120 II, 121 II-III (von III), 122 III, 123, 124 wohl II (von III). Wz. Traube; Siebenzackige Schellenkappe; Wappen von Amsterdam; Bekröntes Wappen.
600 €
Die vollständige Folge in sehr guten bis ganz ausgezeichneten Drucken mit Rändchen um die Plattenkante, teils bis an diese, ein Blatt mit Rändchen um die Einfassung, eines bis an diese beschnitten. Je geglättete Mittelfalte, einzelne Flecken, sorgsam ausgebesserte Randläsuren mit punktuellen Retuschen, B. 124 mit Quetschfältchen unten, die Mittelfalte rechts gebrochen und hinterlegt sowie mit restaurierter und retuschierter Läsur links oben in den Baumkronen und dem Himmel, sonst gute Exemplare. Beigegeben von Allaert van Everdingen zwei Landschaften (Hollstein 9 und 54).

Miscellaneen und Trouvaillen der Druckgraphik des 15. bis 18.

Anthonie Waterloo
5669 Ca. 37 Blatt des Künstlers.
800 €
Schöner Querschnitt durch das radierte Œuvre des flämischen Künstlers. Enthalten sind Hollstein 3, 6 (I von IV), 15, 22, 26-28 (I von II), 31-32, 36 (I von II), 49, 50, 59, 63, 65-67, 70, 76-77, 89, 92 (2x), 94 (I von II), 96, 98 (I von II), 101-103, 105, 113, 120-121, 124 (2x), 127-128. Abbildung online
Bartholomäus Ignaz Weiss (1730–1815, München)
5670 Bildnis eines jungen, niederblickenden Knaben. Radierung. 15,6 x 12,2 cm. Nagler, wohl aus 35.
450 €
Ausgezeichneter Druck mit feinem bzw. schmalem Rand. Oben links im weißen Rand kleine Fehlstelle, minimal stockfleckig, verso kleine Montierungsreste und leichte diagonale Knickspuren, sonst gut. Beigegeben von demselben vier Radierungen, darunter „Bildnis eines Mannes mit Kappe“ nach Anthonie van Dyck, „Bildnis eines Mannes mit lockigem Haar“ wohl nach Rembrandt, „Antlitz Christ mit Strahlenkranz“, „Bildnis eines Orientalen“ wohl nach Tiepolo, „Bildnis eines nach oben blickenden Mädchens mit Haarschleife“, im Oval (Nagler wohl u.a. 12, 27 und 78).
5670

Bartholomäus Ignaz Weiss
5671 Psyche den Amor mit einer Lampe beleuchtend. Radierung. 8,1 x 6,2 cm. Nagler 103.
400 €
Ganz ausgezeichneter, lebendiger und kräftiger Abzug mit Rändchen. Geringfügig angestaubt und ganz schwach fleckig, links zarte kaum merkliche diagonale Quetschfalte vom Druck, sonst sehr schön erhalten. Beigegeben von demselben drei weitere Radierungen „Frau mit entblößter Brust“ (nicht in Nagler), „Mann mit Federhut“ (nicht in Nagler) und „Brustbild eines Eremiten“ (Nagler 23).
Abbildung Seite 365
Johannes Wierix (1549 Antwerpen – um 1618 Brüssel)
5672 Die Melancholie (Melencolia I.). Kupferstich nach Albrecht Dürer. 34,4 x 18,7 cm. 1602. Alvin 1576, Mauquoy-Hendrickx 1556, Hollstein 2000.
600 €
Ganz ausgezeichneter Druck mit feinem Rändchen um die Einfassungslinie, partiell auf diese geschnitten, oben Spuren der Plattenkante. Geringfügig fleckig und angestaubt, verso Montierungsreste, sonst sehr schön. Aus einer wohl bisher nicht identifizierten Sammlung „Eule mit Buchstaben VHZ“ (nicht in Lugt).
5672
REGISTER
A
Acqua, Cristoforo Dall‘ 5249
Ademollo, Luigi 5329
Aldegrever, Heinrich 5000, 5163-5166, 5429-5430
Altdorfer, Albrecht 5001-5002, 5431-5432
Amato, Francesco 5433
Amigoni, Jacopo 5250
Amman, Jost 5003, 5434
Androuet du Cerceau, Jacques 5167
Angolo, Giovanni
Battista d’ 5004-5005
Aubry-Lecomte, Hyacinthe Victor Jean-Baptiste 5330
B
Baldung, Hans 5006, 5435
Bartoli, Pietro Santi 5436-5436a
Bause, Johann Friedrich 5251-5252
Beatrizet, Nicolas 5437
Bega, Cornelis 5438
Beham, Barthel 5008-5010
Beham, Sebald 5011-5016, 5439-5440
Beheim, Johann 5253
Bella, Stefano della 5017, 5441-5442
Bellange, Jacques 5018
Berchem, Nicolaes Pietersz. 5019
Berendrecht, Johannes Pietersz. 5020
Berthold, Ferdinand 5331
Binck, Jakob 5443
Biscaino, Bartolomeo 5021
Bloemaert, Frederik 5022
Bockstorffer, Christoffel 5023
Boissieu, Jean Jacques de 5444
Bol, Ferdinand 5445
Bol, Hans 5024, 5446
Boldrini, Nicolò 5025-5026
Bolognesisch 5027
Bonasone, Giulio 5028
Bononi, Carlo 5029
Bos, Cornelis 5447
Bossche, Elias van den 5448
Bosse, Abraham 5030, 5449
Boyvin, René 5031
Bramati, Antonio 5332
Brebiette, Pierre 5450-5451
Bresdin, Rodolphe 5333-5334
Bresslern-Roth, Norbertine 5387
Brömse, August 5388
Brosamer, Hans 5032
Bruegel d. Ä., Pieter 5033-5039, 5452, 5454
Bry, Johann Theodore de 5455
C
Caletti, Giuseppe 5456
Callot, Jacques 5040-5043, 5457-5459
Campi, Antonio 5044
Canaletto 5460
Caraglio, Jacopo 5045
Carlevarijs, Luca 5461
Carpi, Ugo da 5462
Carracci, Agostino 5463
Carracci, Annibale 5046-5047
Carstens, Asmus Jacob 5464
Castiglione, Giovanni Benedetto 5048-5050, 5465-5466
Cavalieri, Giovanni B. de‘ 5467
Chodowiecki, Daniel Nikolaus
5254-5257
Claesz., Allaert 5468
Cock, Hieronymus 5051
Collaert I, Hans 5052, 5168
Cort, Cornelis 5053, 5469-5470
Coßmann, Alfred 5389
Couvay, Jean 5471
Coypel, Antoine 5472
Crüger, Dietrich 5054, 5473
Cruyl, Lievin 5055
Custos, Dominicus 5474
D
Dahl, Johan Chr. C. 5335-5336
Daumier, Honoré 5337
Davent, Leon 5475
David, Giovanni 5258, 5476
Debucourt, Philibert Louis 5259
Delacroix, Eugène 5338
Delaune, Étienne 5169
Denon, Baron
Dominique-Vivant 5477
Dente, Marco 5478
Desplaces, Louis 5260
Deutsch 5056, 5479
Diamantini, Giuseppe 5057
Drost, Willem 5058
Dürer, Albrecht 5059-5108, 54805481, 5483-5490, 5492-5504
Dusart, Cornelis 5505
Dyck, Anthony van 5506
E
Eggeler, Stefan 5390
Egloffstein, Julie Gräfin von 5339
Everdingen, Allaert van 5507
F
Fagiuoli, Girolamo 5109-5110, 5508
Falck, Jeremias 5111
Farinati, Paolo 5509
Ferrari, Gaudenzio 5112
Fidus 5391
Florentinisch 5510
Fontana, Giovanni Battista 5511
Franco, Giovanni Battista 5113
Fratrel, Joseph 5261
Fratta, Domenico Maria 5262
Führich, Joseph von 5340
G
Galle, Philips 5514
Galle I, Cornelis 5114, 5512-5513
Gandolfi, Gaetano 5263
Gautier d‘Agoty, Jacques F. 5264
Géricault, Théodore 5341-5342
Gheyn II, Jacques de 5115-5116
Ghisi, Giorgio 5515
Gillot, Claude 5265
Giordano, Luca 5516
Gmelin, Wilhelm Friedrich 5343
Goltzius, Hendrick 5117-5118, 5517
Gossaert, Jan 5119
Goudt, Hendrik 5120, 5518-5519
Goya, Francisco de 5266-5277, 5520-5526
Graphik 5527-5547
Greiner, Otto 5392-5394
Grimm, Ludwig Emil 5344-5347
Groeningen, Gerard de 5121
Gubitz, Friedrich Wilhelm 5348
Günther, Christian August 5349
H
Haden, Sir Francis Seymour 5350
Haid, Johann Jakob 5548
Haldenwang, Christian 5278
Hancarville, Pierre-François
Hugues d‘ 5549
Heemskerck, Maerten van 5122
Heise, Wilhelm 5395
Henriquez, Benoît Louis 5550
Herrmann, Paul 5396
Hirschvogel, Augustin 5123
Hofmann, Ludwig von 5397-5398
Hogarth, William 5551
Hogenberg, Johann 5172
Hollar, Wenzel 5124-5125, 5552
Hondius, Hendrick 5126-5127
Hoolaart, Jacob 5553
Hopfer, Daniel 5128-5129, 5171
Hopfer, Hieronymus 5130, 5554
Hopfer, Lambrecht 5555
Huret, Grégoire 5556
Hyre, Laurent de la 5557
I
Illies, Arthur 5399
Ilsted, Peter 5351-5359
Ingres, Jean-AugusteDominique 5360
Italienisch 5131-5133, 5170, 5558
J
Jahn, Georg 5400
Jegher, Christoffel 5134
Jettmar, Rudolf 5401-5403
Jode, Gerard de 5559
K
Kauffmann, Angelika 5279
Klinger, Max 5404-5412
Koedyck, Dirk 5560
Kolbe, Carl Wilhelm 5280-5283, 5561-5563
Konvolut 5527-5547
Kurzweil, Maximilian 5413
L
Landry, Pierre 5135
Lautensack, Hanns 5136-5138
Le Prince, Jean-Baptiste 5565
Le Blon, Michel 5173
Leitensdorfer, Franz A. von 5564
Leyden, Lucas van 5139-5145, 5566-5575
Liagno, Teodoro Filippo di 5576
Lipinsky, Sigmund 5414
Loli, Lorenzo 5577-5578
Londonio, Francesco 5284
Lorrain, Claude 5146, 5579
M
Maglioli, Giovanni Andrea 5147-5148
Mantegna, Andrea 5149-5150
Marchetti, Domenico 5361
Marieschi, Michele 5285
Matham, Jacob 5151
Maulbertsch, Franz Anton 5286
Meier, Melchior 5580
Meister der Enthauptung des Johannes 5153
Meister der E-Serie 5152
Meister IB 5581
Meldolla, Andrea 5154-5155, 5582
Mellan, Claude 5156
Merian d. Ä., Matthäus 51575158, 5174
Michelangelo 5161
Milan, Pierre 5583
Monnoyer, Jean-Baptiste 5584
Monogrammist AG 5159
Monogrammist AS 5160
Muller, Jan Harmensz. 5162
Murer, Christoph 5585
Neureuther, Eugen Napoleon 5362
Norblin de la Gourdaine, Jean-Pierre 5287
Nothnagel, Johann Andreas 5586
O
Ornamentstiche 5163-5174
Ostade, Adriaen van 5175-5182, 5587-5595
Overbeck, Friedrich 5363
P
Paczka-Wagner, Cornelia 5415
Papierantiquitäten 5323-5328
Passarotti, Bartolomeo 5183
Passe d. Ä., Crispijn de 5596
Passini, Johann Nepomuk 5364
Pencz, Georg 5184-5187
Pennell, Joseph 5365-5369
Peruzzini, Domenico 5188
Peters, Johann Anton de 5288
Piranesi, Giovanni Battista 52905293, 5597-5604
Pitteri, Marco Alvise 5289
Ploos van Amstel, Cornelis 5294
Podestà, Giovanni Andrea 5189
Porro, Girolamo 5190
Procaccini, Camillo 5191
Prud‘hon, Pierre Paul 5370
Q
Quaglio, Lorenzo 5371
Quenedey, Edmé 5295
R
Raimondi, Marcantonio 5192-5193, 5605-5605a
Ramboux, Johann Anton 5372
Rebell, Josef 5373
Reggio, Buonincontro da 5606
Rehn, Walter 5416
Rembrandt Harmensz. van Rijn
5195-5210, 5607-5626
Rethel, Alfred 5374
Ribera, Jusepe de 5211-5212, 5627-5628
Ribestein, Michel 5629
Richter, Carl August 5375
Ridinger, Johann Elias 5630
Rode, Christian Bernhard 5631
Romano, Giulio 5213
Rørbye, Martinus Christian Wedseltoft 5376
Rosa, Salvator 5214, 5632-5633
Rossini, Luigi 5377
Rothe, Wilhelm Friedrich 5378
Rouhier, Louis 5215
Ruisdael, Jacob van 5216
SSabatelli, Luigi 5379-5380
Sadeler, Aegidius 5217, 5634-5635
Sadeler I, Johannes 5218-5219, 5636-5637
Sadeler I, Raphael 5638-5639
Saenredam, Jan 5220-5221, 5640
Saftleven, Herman 5222
Saint-Aubin, Augustin de 5296
Saint-Non, Jean-Claude-Richard
Abbé de 5641
Sanuto, Giulio 5642
Scarabelli, Orazio 5643
Scaramuccia, Luigi 5223
Schenck, Pieter 5297
Schmidt, Georg Friedrich 5298
Schmidt, Martin Johann 5299
Schmoll, Georg Friedrich 5300
Schmoll von Eisenwerth, Karl 5417
Schmutzer, Jakob M.5301, 5644
Schön, Erhard 5645
Schönfeld, Johann Heinrich 5224
Schongauer, Martin 5225-5226
Schönleber, Hans Otto 5418
Schultze, Christian G. 5302
Schut, Cornelis 5646-5647
Schwimbeck, Fritz 5419-5420
Scultori, Adamo 5648
Scultori, Giovanni Battista 5227
Segantini, Gottardo 5421
Sichem II, Christoffel van 5649
Sigrist, Franz 5303-5304
Sirani, Elisabetta 5228, 5650
Skippe, John 5305
Snijers, Peter 5229
Solis, Virgil 5230
Soye, Philippe de 5231
Staeger, Ferdinand 5422
Stauffer-Bern, Karl 5381
Stradanus, Johannes 5651
Suavius, Lambert 5232-5233
Subleyras, Pierre 5306
Surugue, Pierre-Louis 5307
Swanevelt, Herman van 5652-5653
T
Tacca, Ferdinando 5654
Testa, Pietro 5234-5235
Thiemann, Carl 5423
Thoma, Hans 5424-5425
Thulden, Theodoor van 5236
Tiepolo, Giovanni Battista 5308-5309, 5655
Tiepolo, Giovanni Domenico 5310-5313, 5656-5657
Tischbein d. Ä., Johann Heinrich 5658
Trautmann, Johann Georg 5314
Trento, Antonio da 5237
Troger, Paul 5315-5316
U
Uhl, Joseph 5426-5427
Umbach, Jonas 5659-5660
Uytenbroeck, Moyses van 5661-5662
V
Vasi, Giuseppe 5663
Velde II, Jan van de 5238-5239, 5664-5665
Vernet, Horace 5382
Vicentino, Niccolò 5240-5243
Vieira de Matos, Francisco 5317
Visentini, Antonio 5318, 5666
Visscher, Cornelis 5244
Visscher, Johannes 5245
Vliet, Johannes Jorisz. van 5667
Vogel, Bernhard 5319
W Waterloo, Anthonie 5668-5669
Weigel, Martin 5246
Weiss, Bartholomäus Ignaz 5670-5671
Wierix, Hieronymus 5247
Wierix, Johannes 5672
Wöhler, Hermann 5428
Wyck, Thomas 5248
Z
Zanetti, Anton Maria 5320-5321
Zingg, Adrian 5322
Zorn, Anders 5383-5386
BASSENGE

Albrecht Dürer. Der Orientale und sein Weib (Die Türkenfamilie) Kupferstich. 10,8 x 7,9 cm. Um 1496. B. 85, Meder 80, wohl b (von d).
Horizonte – Zauber ferner Welten Auktion 4. Juni 2026
GALERIE BASSENGE · ERDENER STRASSE 5A · 14193 BERLIN
Telefon: (030) 893 80 29-0 Fax: (030) 891 80 25 E-Mail: art@bassenge.com Kataloge online: www.bassenge.com
BASSENGE

Moderne und Zeitgenössische Kunst Auktion 5. und 6. Juni 2026
GALERIE BASSENGE · ERDENER STRASSE 5A · 14193 BERLIN
Telefon: (030) 893 80 29-0 Fax: (030) 891 80 25 E-Mail: art@bassenge.com Kataloge online: www.bassenge.com
Hermann Max Pechstein. Abend in Leba („Abend am Lebaausfluss“). Öl auf Leinwand. 60 x 91 cm. 1933.
BASSENGE

Arnulf Rainer
„Mein Atelier ist verwaist“ – Gerettete Werke aus der Haasgasse
Auktion 5. Juni 2026
GALERIE BASSENGE · ERDENER STRASSE 5A · 14193 BERLIN
Telefon: (030) 893 80 29-0 Fax: (030) 891 80 25 E-Mail: art@bassenge.com Kataloge online: www.bassenge.com
Arnulf Rainer. Getier. Bleistift auf bräunlichem Velin. 44,7 x 63,4 cm. Ende 1940er Jahre.
VERSTEIGERUNGS-BEDINGUNGEN
1. Die Galerie Gerda Bassenge KG, nachfolgend Versteigerer genannt, versteigert als Kommissionärin im eigenen Namen und für Rechnung ihrer Auftraggeber (Kommittenten), die unbenannt bleiben. Die Versteigerung ist freiwillig und öffentlich im Sinne des § 383 III BGB.
2. Der Versteigerer behält sich das Recht vor, Nummern des Kataloges zu vereinen, zu trennen, außerhalb der Reihenfolge anzubieten oder zurückzuziehen.
3. Sämtliche zur Versteigerung kommenden Gegenstände können vor der Ver steigerung besichtigt und geprüft werden. Die Sachen sind gebraucht. Erhaltungszustände der einzelnen angebotenen Arbeiten bleiben im Katalog in der Regel unerwähnt. Die Katalogbeschreibungen sind keine Garantien im Rechtssinne und keine vertraglich vereinbarten Beschaffenheitsangaben. Gleiches gilt für individuell angeforderte Zustandsberichte. Sie bringen nur die subjektive Einschätzung des Versteigerers zum Ausdruck und dienen lediglich der unverbindlichen Orientierung. Alle Gegenstände werden in dem Erhaltungszustand veräußert, in dem sie sich bei Erteilung des Zuschlages befinden. Soweit nicht in der Katalogbeschreibung explizit erwähnt, sind Rahmungen nicht bindender Bestandteil des Angebots. Der Käufer kann den Versteigerer nicht wegen Sachmängeln in Anspruch nehmen, wenn dieser seine Sorgfaltspflichten erfüllt hat. Der Versteigerer verpflichtet sich jedoch, wegen rechtzeitig vorgetragener, begründeter Mängelrügen innerhalb der Verjährungsfrist von 12 Monaten ab dem Zeitpunkt des Zuschlags seine Ansprüche gegenüber dem Einlieferer (Auftraggeber) geltend zu machen. Im Falle erfolgreicher Inanspruchnahme des Einlieferers erstattet der Versteigerer dem Erwerber den Kaufpreis samt Aufgeld. Die Haftung des Versteigerers auf Schadensersatz für Vermögensschäden – gleich aus welchem Grund – ist ausgeschlossen, es sei denn, dem Versteigerer fiele Vorsatz oder grobe Fahrlässigkeit zur Last. Die Haftung bei Verletzung von Leben, Körper und Gesundheit bleibt unberührt.
4. Der Zuschlag erfolgt nach dreimaligem Aufruf an den Höchstbietenden. Der Versteigerer kann den Zuschlag verweigern oder unter Vorbehalt erteilen. Wenn mehrere Personen dasselbe Gebot abgeben und nach dreimaligem Aufruf kein höheres Gebot erfolgt, entscheidet das Los. Der Versteigerer kann den Zuschlag zurücknehmen und die Sachen erneut ausbieten, wenn irrtümlich ein rechtzeitig abgegebenes höheres Gebot übersehen worden ist oder wenn der Höchstbietende sein Gebot nicht gelten lassen will oder sonst Zweifel über den Zuschlag bestehen.
5. Im Falle eines schriftlichen Gebotes beauftragt der Interessent den Versteigerer für ihn während der Versteigerung Gebote abzugeben. In schriftlichen Aufträgen ist bei Differenzen zwischen Nummer und Kennwort das Kennwort maßgebend.
6. Telefonische Gebote und Online-Direkt-Gebote über das Internet bedürfen der vorherigen Anmeldung beim Versteigerer und dessen Zustimmung. Für die Bearbeitung übernimmt der
Versteigerer jedoch keine Gewähr. Telefonische und OnlineGebote werden nur akzeptiert, wenn der Bieter bereit ist, den ihm zuvor mitgeteilten Mindestpreis des jeweiligen Loses zu bieten. Auch bei Nichtzustandekommen einer Verbindung gilt, dass für den Auktionator dieses Gebot in Höhe des Mindestpreises verbindlich ist. Für das Zustandekommen einer entsprechenden Telefon- oder Onlineverbindung übernimmt der Versteigerer keine Gewähr. Das Widerrufs- und Rückgaberecht bei Fernabsatzverträgen findet auf solche Gebote keine Anwendung (§ 312g Abs. 2 Nr. 10 BGB).
7. Mit der Erteilung des Zuschlages geht die Gefahr für nicht zu vertretende Verluste und Beschädigung auf den Ersteigerer über. Das Eigentum an den ersteigerten Sachen geht erst mit vollständigem Zahlungseingang an den Erwerber über.
8. Auf den Zuschlagspreis ist ein Aufgeld von 30% zu entrichten, in dem die Umsatzsteuer ohne separaten Ausweis enthalten ist (Differenzbesteuerung) oder ein Aufgeld von 25% auf den Zuschlag zzgl. der Umsatzsteuer (Regelbesteuerung) von z.Zt. 7% (Gemälde, Zeichnungen, Skulpturen, Graphiken, Bücher etc.) bzw. 19% (Handschriften, Autographen, Kunstgewerbliche Gegenstände, Siebdrucke, Offsets, Fotografien, etc.). Die im Katalog mit einem * gekennzeichneten Objekte unterliegen in jedem Fall der Regelbesteuerung (Aufgeld von 25% auf den Zuschlag zzgl. der Umsatzsteuer von z.Zt. 7% bzw. 19%). Bei den im Katalog mit einem ^ gekennzeichneten Objekten ist Einfuhrumsatz steuer angefallen. In diesen Fällen wird zusätzlich zu einem Aufgeld von 27% (Differenzbesteuerung) die verauslagte Einfuhrumsatzsteuer in Höhe von z.Zt. 7% auf den Zuschlag erhoben. Für bundesdeutsche Kunsthändler und Antiquare, die zum Vor steuer abzug berechtigt sind, kann die Gesamt rech nung auf Wunsch, wie bisher nach der Regelbesteuerung ausgestellt werden. Von der Umsatzsteuer befreit sind Ausfuhrlieferungen in Drittländer (außerhalb der EU) und – bei Angabe ihrer USt.-Identifikations-Nr. bei Auftragserteilung als Nachweis der Berechtigung zum Bezug steuerfreier innergemeinschaftlicher Lieferungen –auch an Unternehmen in anderen EU-Mitgliedsstaaten, unter der Voraussetzung, dass sie für gewerblichen Gebrauch einkaufen. Eine Korrektur nach Rechnungsstellung ist nicht möglich. Alle anderen Käufe aus EU-Ländern unterliegen der Umsatzsteuer. Ausländischen Käufern außerhalb der Europäischen Union wird die Umsatzsteuer erstattet, wenn binnen 4 Wochen nach der Auktion der deutsche zollamtliche Ausfuhrnachweis und der zollamtliche Einfuhrnachweis des entsprechenden Importlandes erbracht werden. Bei Versand durch uns gilt der Ausfuhrnachweis als gegeben. Bei Online-Live-Geboten über Internetplattformen erhöht sich das Aufgeld um die dort anfallende Transaktionsgebühr (i. d. R. 3-5%). Während oder unmittelbar nach der Auktion ausgestellte Rechnungen bedür fen einer besonderen Nachprüfung und eventueller Berichtigung; Irrtum vorbehalten. Katalog- und Zusatzabbildungen dürfen nicht ohne Genehmigung verwendet werden. Reproduktionsrechte und digitale Dateien der Abbildungen können gegen Gebühr erworben werden. Gegebenen-
falls noch bestehende Urheberrechte Dritter bleiben davon unberührt und müssen u.U. gesondert eingeholt werden.
9. Die Auslieferung der ersteigerten Stücke erfolgt in unseren Geschäftsräumen gegen Bezahlung. Kreditkarten (Mastercard, VISA, American Express), Schecks sowie andere unbare Zahlungen werden nur erfüllungshalber angenommen. Bankspesen/ Transaktionsgebühren bzw. Kursverluste können zu Lasten des Käufers gehen. Die Auf bewahrung erfolgt auf Rechnung und Gefahr des Käufers. Der Versand wird gegen Vorabrechnung des Rechnungsbetrages ausgeführt. Die Versandspesen sowie die Kosten für Versicherung gegen Verlust und Beschädigung gehen zu Lasten des Käufers. Übersteigen die tatsäch lichen Versandkosten die vorab berechnete Pauschale, so wird die Differenz dem Käufer nachträglich in Rechnung gestellt.
10. Bei der Ausfuhr von Kulturgütern ist gem. der EG-Verordnung Nr. 116/2009 bzw. § 24 KGSG abhängig von Kategorie und Wert des Objekts ggf. eine Ausfuhrgenehmigung erforderlich. Aus Gründen des Artenschutzes können Objekte aus bestimmten, geschützten Materialien (u.a. Elfenbein, Schildpatt, Perlmutt und einige Korallenarten) besonderen Im- und Exportbeschränkungen unterliegen. Zum Zwecke des Exports (insbesondere außerhalb der Europäischen Union) kann hierfür eine spezielle Ausfuhrgenehmigung gemäß der Verordnung (EG) Nr. 338/97 erforderlich sein. Entsprechende Ausfuhrgenehmigungen können nur unter strengen Bedingungen erteilt und ggf. auch gar nicht erlangt werden, auch kann der Import dieser Gegenstände in manche Staaten eingeschränkt oder untersagt sein. Der Käufer ist selbst dafür verantwortlich, sich über etwaige Im- und Exportbeschränkungen zu informieren. Export und Import entsprechender Objekte erfolgen allein auf Rechnung und Gefahr des Käufers.
11. Der Zuschlag verpflichtet zur Abnahme. Der Kaufpreis ist mit dem Zuschlag fällig. Der Versteigerer ist berechtigt, falls nicht innerhalb von zwei Wochen nach der Versteigerung Zahlung geleistet ist, den durch den Zuschlag zustande gekommenen Kaufvertrag ohne weitere Fristsetzung zu annullieren, Verzugszinsen in
banküblicher Höhe – mindestens jedoch 1 % auf den Bruttopreis je angebrochenen Monat – zu berechnen und von dem Ersteigerer wegen Nichterfüllung Schadenersatz zu verlangen. Der Schadenersatz kann in diesem Falle auch so berechnet werden, dass die Sache in einer neuen Auktion nochmals versteigert wird und der säumige Käufer für einen Mindererlös gegenüber der vorangegangenen Versteigerung einschließlich der Gebühren des Auktionshauses aufzukommen hat. Zu einem Gebot wird er nicht zugelassen, auf einen etwaigen Mehrerlös hat er keinen Anspruch.
12. Erfüllungsort und Gerichtsstand im vollkaufmännischen Verkehr ist Berlin. Es gilt ausschließlich deutsches Recht. Das UNAbkommen über Verträge des internationalen Warenkaufs (CISG) findet keine Anwendung.
13. Die im Katalog aufgeführten Preise sind Schätzpreise, keine Limite.
14. Der Nachverkauf ist Teil der Versteigerung, bei der der Interessent entweder telefonisch oder schriftlich (im Sinne der Ziffern 5 und 6) den Auftrag zur Gebotsabgabe mit einem bestimmten Betrag erteilt. Entsprechende Gebote behalten ihre Gültigkeit für 4 Wochen nach Abgabe.
15. Die Abgabe eines Gebotes in jeglicher Form bedeutet die Anerkennung dieser Versteigerungsbedingungen. Der Versteigerer nimmt Gebote nur aufgrund der vorstehenden Versteigerungsbedingungen entgegen und erteilt dementsprechend Zuschläge. Kommissionäre haften für die Käufe ihrer Auftraggeber.
16. Sollte eine der vorstehenden Bestimmungen ganz oder teilweise unwirksam sein, so bleibt die Gültigkeit der übrigen davon unberührt.
David Bassenge, Geschäftsführer und Auktionator
Dr. Markus Brandis, öffentlich bestellter u. vereidigter Auktionator

Stand: Mai 2026
CONDITIONS OF SALE
1. The Galerie Gerda Bassenge KG, subsequently called “the auctioneer” carries on business as commission-agent in its own name on behalf of its voluntary consignors. This auction sale is a public one in the sense of § 383 III BGB.
2. The auctioneer reserves the right to combine, to split, to change or to withdraw lots before the actual final sale.
3. All objects put up for auction can be viewed and examined prior to the sale at the times made known in the catalogue. The items are used and sold as is. As long as not explicitly mentioned in the catalogue description, framing is not an inherent part of the offer. As a rule, the condition of the individual work is not given in the catalogue. Catalogue descriptions are made with as much care as possible, but the descriptions do not fall under the statutory paragraph for guaranteed legal characteristics. The same applies for individually requested condition reports. These also offer no legal guarantee and only represent the subjective assessment of the auctioneer while serv ing as a non-binding orientation. The liability for damage to life, body or health shall remain unaffected. In case of a justified claim, however, he will accept the responsibility to make a claim for restitution on behalf of the buyer against the consignor within a period of 12 months, running from the fall of the hammer. In the event of a successful claim the auctioneer will refund the hammerprice plus premium.
4. The highest bidder acknowledged by the auctioneer shall be deemed the buyer. In case of identical bids the buyer will be determined by drawing lots. In the event of a dispute the auctioneer has the absolute discretion to reoffer and resell the lot in dispute. He may also knock down lots conditionally.
5. In the case of a written bid the bidder commissions the auctioneer to place bids on his behalf during the auction. In cases where there is a discrepancy between number and title in a written bid the title shall prevail.
6. Telephone and direct online bidding via the internet must be approved in advance by the auctioneer. The auctioneer cannot be held liable for faulty connections or transmission failure. In such a case the bidder agrees to bid the reserve price of the corresponding lot. For such bidding the regulations of long distance contracts do not apply (Fernabsatzverträge) [cf § 312g II,10 BGB].
7. On the fall of the auctioneer’s hammer title to the offered lot will pass to the acknowledged bidder. The successful buyer is obliged to accept and pay for the lot. Ownership only passes to the buyer when full payment has been received. The buyer, however, immediately assumes all risks when the goods are knocked down to him.
8. A premium of 30% of the hammer price will be levied in which the VAT is included (marginal tax scheme) or a premium of 25% of the hammer price plus the VAT of 7% (paintings, drawings, sculptures, prints, books, etc.) or 19% (manuscripts, autographs letters, applied arts, screen prints, offset prints, photographs, etc.) of the invoice sum will be levied (regular tax scheme). Buyers from countries of the European Union are subject to German VAT. Items marked with an * are subject to the regular tax scheme (premium of 25% of the hammer price plus the current VAT of 19%). Items marked with an ^ are subject to import duty. In these cases in addition to a premium of 27% (marginal tax scheme), the charged import tax of currently 7% will be added to the hammer price.
Exempted from these rules are only dealers from EU-countries, who are entitled, under their notification of their VAT ID-Number, to buy on the basis of VAT-free delivery within the European Union. Notification of VAT ID-Numbers must be given to the auctioneer before the sale.
For buyers from non EU-countries a premium of 25% will be levied. VAT will be exempted or refunded on production of evidence of exportation within 4 weeks of the auction, or, if appropriate, importation to another country. This is taken as given when the dispatch is effected by us.
Live bidding through online platforms entails a transaction fee stipulated by the platform and will be added to the premium (usually 3-5% of the hammer price).
Due to the work overload of the accounting department during auctions, invoices generated during or directly after an auction require careful revision and possible correction; errors excepted. Catalogue images may not be used without permission. Reproduction rights and digital files can be acquired for a fee. Any copyrights of third parties that may still exist remain unaffected by this and may have to be obtained separately.
9. Auction lots will, without exception, only be handed over after pay ment has been made. Credit cards (VISA, Mastercard, American Express), checks and any other form of non-cash payment are accepted only on account of performance. Exchange rate risk and bank charges may be applicable. Storage and dispatch are at the expense and risk of the buyer. If the shipping costs exceed the lump sum on the invoice the outstanding amount will be billed separately.
10. According to regulation (EC) No. 116/2009 resp. § 24 KGSG, export license may be necessary when exporting cultural goods depending on the type or value of the object in question. For the purposes of wildlife conservation, it is necessary to obtain an export license according to regulation (EC) No. 338/97 when exporting objects made from certain protected materials (incl. ivory, tortoiseshell, mother-of-pearl and certain corals) out of the territory of the European Community. Export licenses for objects made of protected
materials are only granted under strict conditions or may not be granted at all. The import of such objects may be restricted or prohibited by certain countries. It is the buyer’s responsibility to inform himself, whether an object is subject to such restrictions. Export and import of such objects are at the expense and risk of the buyer.
11. The buyer is liable for acceptance of the goods and for payment. The purchase price shall be due for payment upon the lot being knocked down to the buyer. In case of a delayed payment (two weeks after the sale) the purchaser will be held responsible for all resultant damages, in particular interest and exchange losses. In case of payment default the auctioneer will charge interest on the outstanding amount at a rate of 1% to the gross price per month or part of month. In such an event the auctioneer reserves the right to annul the purchase contract without further notice, and to claim damages from the buyer for non-fulfilment, accordingly he can reauction the goods at the buyer’s expense. In this case the buyer is liable for any loss incurred, the buyer shall have no claim if a higher price has been achieved. He will not be permitted to bid.
12. The place of fulfillment and jurisdiction is Berlin. German law applies exclusively; the UN-Treaty (CISG) is explicitly excluded.
13. The prices quoted after each lot are estimates, not reserves.
14. The after-sales is part of the auction in which the bidder places either by telephone or in written form (as stated in number 5 and 6) the order to bid a set amount. Corresponding bids are binding for 4 weeks after submission.
15. By making a bid, either verbally in the auction, by telephone, written by letter, by fax, or through the internet the bidder confirms that he has taken notice of these terms of sale by auction and accepts them. Agents who act on behalf of a third party are jointly and separately liable for the fulfillment of contract on behalf of their principals.
16. Should one or the other of the above terms of sale become wholly or partly ineffective, the validity of the remainder is not affected. In the event of a dispute the German version of the above conditions of sale is valid.
David
Bassenge, auctioneer Dr. Markus Brandis, attested public auctioneer

As of May 2026
Katalogbearbeitung
Dr. Ruth Baljöhr
Eva Dalvai
Lea Kellhuber
Reproduktionen
Ana Briceño
Philipp Dörrie
Torben Höke
Clara Schmiedek

Nadine Keul
Harald Weinhold
Gestaltung & Satz
Stefanie Löhr

ERDENER STRASSE 5A · 14193 BERLIN
GALERIE BASSENGE