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Zwischen Imagination und Wirklichkeit
Donnerstag, 30. Mai 2019
Galerie Bassenge . Erdener Straße 5a . 14193 Berlin
Telefon: 030-893 80 29-0 . E-Mail: art@bassenge.com . www.bassenge.com
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Wir bitten darum, Zustandsberichte zu den gewünschten Losnummern zu erfragen, da Angaben zum Erhaltungszustand nur in Ausnahmefällen im Katalog notiert sind.
Dr. Ruth Baljöhr +49 (0)30 - 893 80 29 22 r.baljoehr@bassenge.com
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Lea Kellhuber +49 (0)30 - 893 80 29 20 l.kellhuber@bassenge.com
Nadine Keul +49 (0)30 - 893 80 29 21 n.keul@bassenge.com
Harald Weinhold +49 (0)30 - 893 80 29 13 h.weinhold@bassenge.com

Die Galerie Bassenge ist Mitglied bei Eindeutig identifizierbare Werke mit einem Schätzpreis von mindestens 2500 Euro werden vor der Auktion mit dem Art Loss Register abgeglichen.
MITTWOCH, 29. Mai 2019
Vormittag 10.00 Uhr
Nachmittag 15.00 Uhr
DONNERSTAG, 30. Mai 2019
Vormittag 11.00 Uhr
Nachmittag 14.30 Uhr
Druckgraphik des 15. bis 17. Jahrhunderts Nr. 5000-5287
Druckgraphik des 18. Jahrhunderts Nr. 5288-5382
Druckgraphik des 19. Jahrhunderts und des Fin de Siècle Nr. 5383-5463
Miscellaneen und Trouvaillen der Druckgraphik Nr. 5464-5701 des 15. bis 18. Jahrhunderts
Gemälde Alter und Neuerer Meister Nr. 6000-6233
Creatures - Zwischen Imagination und Wirklichkeit Nr. 6250-6409 17.00 Uhr
FREITAG, 31. Mai 2019
Vormittag 11.00 Uhr
Nachmittag 15.00 Uhr
SONNABEND, 1. Juni 2019
Vormittag 11.00 Uhr
Nachmittag 15.00 Uhr
Portraitminiaturen Nr. 6451-6580
Zeichnungen des 16. bis 19. Jahrhunderts Nr. 6600-6917
Discoveries (nur als Online-Katalog verfügbar) Nr. 6920-6964
Moderne Kunst Teil II Nr. 7000-7482
Vergessene Moderne Nr. 8000-8119 Meistergraphik deutscher Klassiker Nr. 8200-8239
Moderne Kunst Teil I
Nr. 8300-8579
VORBESICHTIGUNGEN
Druckgraphik, Gemälde, Zeichnungen des 15. bis 19. Jahrhunderts, Portraitminiaturen, Creatures, Discoveries: Erdener Straße 5A, 14193 Berlin
Donnerstag, 23. Mai bis Montag, 27. Mai, 10.00–18.00 Uhr,
Dienstag, 28. Mai, 10.00–17.00 Uhr (nur für auswärtige Besucher)
Moderne Kunst Teil I und II: Rankestraße 24, 10789 Berlin
Donnerstag, 23. bis Donnerstag, 30. Mai, 10.00–18.00 Uhr, Freitag, 31. Mai, 10.00—16.00 Uhr
Schutzgebühr für die Kataloge
Druckgraphik des 15. bis 19. Jahrhunderts
Gemälde Alter und Neuerer Meister
€ 20,–
€ 20,–Creatures - Zwischen Imagination und Wirklichkeit
Zeichnungen des 15. bis 19. Jahrhunderts
Portraitminiaturen
Moderne Kunst Teil I
Sonderkatalog Vergessene Moderne
Sonderkatalog Meistergraphik deutscher Klassiker
Moderne Kunst Teil II
€ 20,–
€ 20,–
€ 15,–
€ 20,–
€ 15,–
€ 15,–
€ 15,–
Dem Fotografen des Kurortes
Wir leben nicht in Zeiten, in denen das Blitzlicht mindestens eine halbe Minute lang zum Ziel rast, um sich mit seinem weißen Licht nüchtern über die drei um den ausgestopften Bären herum gruppierten Freunde zu ergießen und auszuharren bis zum Tod.
Istvan Kemény
Creatures – der Titel dieses Kataloges verweist auf einen Ursprung, dessen Begriff verloren gegangen ist. Längst ist das Schöpferische in der Kreatur zur Disposition gestellt und gehört zu jenem „Ungefähr, das die Menschenwelt leitet“ (Paul Valéry). Geblieben ist das Staunen, das Befremdliche, die Irritation angesichts einer weitgehend beherrschten Natur, der man das Geheimnisvolle nicht abzusprechen wagt. Davon erzählen die hier versammelten Objekte. Alle Stadien der betrachtenden, zeigenden und sammelnden Naturaneignung seit der Frühen Neuzeit finden dabei in Beispielen ihren Platz.
Zu den Erscheinungen der Natur zählten in den Anfängen Gegebenheiten im umfassenden Sinn, auch jene vom Hörensagen, die dem Reich der Phantasie und der Halbwahrheiten entstammen: Fabelwesen, Monstren, Ungeheuerliches und Mystisches, Dämonen, Hybridwesen und ähnliche Hirngespinste. Der heterogene Gegenstandsbereich einer anfangs enzyklopädisch ausgerichteten, alles Erzählte und Benannte aufnehmenden Naturgeschichte erfuhr im Laufe des 18. Jahrhunderts eine zunehmende Ausdifferenzierung. Spezialgebiete entstanden, etwa die Disziplinen Vergleichende Anatomie, Entomologie oder Petrographie. Die Entwicklung, die schließlich von der Naturgeschichte zur Geschichte der Natur und damit zur weiteren Verwissenschaftlichung der Naturbetrachtung führte, schuf eigene Praktiken des Sammelns, Ordnens und Präsentierens, etwa in Schaukästen oder in virtuos gehandhabten Techniken der Konservierung, Tierpräparation und der bildgebenden, photographi
schen Dokumentation. Doch die Kreatur, das Tierische, war immer mehr als nur ein Objekt der Begierde, das man vornehmlich in Naturalienkabinetten, Wunderkammern und Tiergehegen neugierigen Blicken aussetzte. Die Projektion menschlicher Befindlichkeiten und Gemütslagen, von Ängsten und Hoffnungen auf die belebte Natur war bis ins 19. Jahrhundert wesentlich auch für die Beziehung von Mensch und Tier. In der Satire geriet das Tier gar zum Verkünder politischer Botschaften und in der Utopie (oder Dystopie) zum Akteur in einer die Weltläufte bestimmenden Mission.
Creatures – die Gelegenheit zu einem gedanklichen Experiment? Auch das. Betrachten wir den Katalog in anderer Perspektive, im wortwörtlich tierischen Hinblick, mit „gesundem Thierverstand“ (Friedrich Nietzsche). In wohlgeordneten Sequenzen kommt dabei ein Bilderbuch des Tierischen, manchmal Allzutierischen zum Vorschein: die Schönheit der Proportion und des Ornaments, die Anmut der Form und Gestalt, die Kunst der Verwandlung und die Farbenpracht, das Bizarre in den Physiognomien, die Eleganz der Erscheinung und die Majestät in Haltung und gebieterischem Habitus. Die Tierwelt, so wie sie hier auftritt, kann mit Stolz auf sich blicken. Und sie kann sich auf diesem Tableau ihrer Geschichte in der Gewissheit wiegen, unverletzbar zu sein. Selbst in Szenen des Kampfes fließt kein Blut. Die drastische Darstellung eines sezierten Feuersalamanders ist unsentimental wie ein Anatomielehrbuch aus der Häschenschule. Keines der Portraits steht der Anwendung des schmeichelhaften Begriffs „tierisches Antlitz“ im Wege. Allein in diesem

Zusammenhang irritierend: die KünstlerPhotographien von menschlichtierischen Mischwesen, die eine reziproke Beziehung beschreiben. Halb Mensch, halb Tier, sind sie für jede Spezies als Wunderwesen signifikant. Am Schluss der tierischen Betrachtung des kreatürlich Phänomenalen stehen präparierte Köpfe auf Schneiderbüsten. Der auf die Spitze getriebene Anthropomorphismus ist der einzige Stachel in diesem Panoptikum. Der Gesamteindruck bleibt jedoch davon unberührt, und er gilt für die tierische wie menschliche Wahrnehmung: die Realitäten und Irrealitäten des Lebens sind der Stoff für gute Unterhaltung, für Belehrung und Belustigung.
In seinem faszinierenden Essay aus den siebziger Jahren „Warum sehen wir Tiere an?“ umriss der englische Kunstkritiker John Berger die Beziehung von Mensch und Tier anhand der visuellen Erfahrung. Einen „schmalen Abgrund des NichtVerstehens“ überwindend, nimmt das Tier demnach den Menschen in den Blick. Dieser erwidert den Blick und interpretiert ihn als ein Zeichen des Vertrauens, das allerdings ins Leere läuft, da es keine gemeinsame Sprache gibt. Das Schweigen des Tieres verleiht ihm ein Geheimnis, das „sich in besonderer Weise an den Menschen wendet“. Der Blick des Tieres trifft auf die Einzigartigkeit des Menschen, das Tier wird so zum „Vermittler zwischen dem Menschen und seinem Ursprung“, seiner evolutionären Geschichte. Diese jahrtausendealte, von Symbolen geprägte Beziehung des Menschen zum Tier kommt mit René Descartes in eine Krise, in deren Verlauf das seelenlose Tier einer Maschine
gleichgesetzt wird. Das Tier entschwindet allmählich den Blicken und wird den beiden Kategorien Familie (als Haustier) und Schauobjekt (in den im frühen 19. Jahrhundert entstehenden Zoos und in der Photographie) zugeordnet. Tiere werden zu „Randfiguren“ in einem künstlichen, naturfernen Raum, der sie gegenüber Begegnungen „immunisiert“. Die „letzte Konsequenz ihrer Verdrängung“ liegt in der Auslöschung des Blickes zwischen Mensch und Tier.
Mit John Berger ist Creatures auch eine Studie über den tierischen Blick. Das schwer zu entdeckende, getarnte Auge des Kraken, die Pupillen des Kabeljaus und Seewolfes, der eingetrübte Blick eines Schafbocks, der gebrochene eines toten Maulwurfes und der durchdringende eines allegorisch verfremdeten Affen, der schwarze Oculus eines missgebildeten Kalbes, das professoral wirkende Mustern eines Schuhschnabels, die Knopfaugen eines Plüschtieres und die Tieraugenrepliken für den Präparator, das aufgerissene Augenpaar eines Wolfes, schreckgeweitete Augen eines Brüllaffen und der gleichmütige Blick eines Rhinozeros, eines Elefanten und eines Gürteltieres – die Ausdrucksweisen des Sehens und Erkanntwerdens sind in diesem Katalog so vielgestaltig wie die Kreaturen selbst. Und wir kommen dabei zu einem bündigen Schluss: Creatures – wir nehmen sie in den Blick, und Tiere sehen uns an.
Stephan Schurr

Johann Michael Bossard (1874 Zug, Schweiz – 1950 Jesteburg)
6250 Meeresmensch auf einem Fisch liegend und andere mythologische Figuren: „Leitwort“. Farblithographie auf Velin. 28,3 x 25,3 cm. (19)04. Signiert und unten links eigenh. als „Subskripts. Expl.“ bezeichnet. Lebelt ( Johann Bossard: Werkverzeichnis der Druckgraphik, hrsg von Gudula Mayr, in: Schriften der Kunststätte Bossard. Bd. 15) Nr. D 1.8, Druck in schwarz, rot, braun, grau und grün.
750 €
Aus dem aus 53 Blättern bestehenden Zyklus Das Jahr. Der Zyklus beschreibt den sich stetig wiederholenden Kreislauf von Werden und Vergehen. Die Basis bilden die vier Jahreszeiten und die dazugehörigen Arbeiten und Tätigkeiten im Jahreslauf. Johann Bossard behandelt in den von ihm selbst verfassten Texten sowie in Form von mythologischen oder symbolischen Figuren und Personifikationen auch philosophische und religiöse Themen. Diese stellen den eigentlichen Sinngehalt des anspruchsvollen grafischen Bilderzyklus dar. Stilistisch reichen die Darstellungen von Formen des Jugendstil und Klassizismus über den Symbolismus bis hin zum Expressionismus. – Prachtvoller Druck mit Rand. In vorzüglicher Erhaltung.
Edwin Hermann Henel (1883 Breslau – 1953 GarmischPartenkirchen)
6251 Der Orchideengarten.
Feder in Schwarz und Aquarell auf Velin. 36,3 x 26,4 cm. Unten rechts in schwarzer Feder signiert „Edwin Henel“. Wohl 1919.
1.500 €
Phantastischskurrile Entwurfszeichnung für den Umschlag der Jugendstilzeitschrift. Der „Orchideengarten“ (Nebentitel: „Phantastische Blätter“) war eine Zeitschrift, die sich der Phantastik und der Erotik in Literatur und bildender Kunst widmete. Sie erschien zwischen Januar 1919 und November 1921 im Dreiländerverlag in München. Ihre Leitidee wurde in der Probenummer 1918 so umrissen: „Heute, da es unleugbar deutlich wird, daß alles Leben phantastisch sich vollendet, bewegt sich alle Kunst auf einer geraden Linie dem absolut Phantastischen zu. Auf dem Wege, den sie seit ihren Uranfängen ging, denn alle Kunst ist phantastik, weil sie uferlos und unbegreiflich ist. Und unbegreiflich, uferlos und phantastisch ist eins... Alle Phantastik, Groteske und künstlerische Moritat, Grauen, Spannung, Spuk und Abenteuer werden einander [...] im Orchideengarten ein verwunderliches Stelldichein geben.“ (zit. nach Wikipedia, 13.3.2019).
Diesen Worten kommt Henels Zeichnung motivisch und stilistisch wunderbar nach. Bereits der Umschlagentwurf für Heft 1 der Zeitschrift „Orchideengarten“, erschienen 1919, stammte von Edwin Henel. Er studierte an der Akademie in Breslau und an der Kunstakademie München und arbeitete anschließend als Gebrauchsgraphiker in München für bekannte Münchner Firmen wie Lodenfrey oder das Sporthaus Schuster und spezialisierte sich dann auf Graphik für die Wintersportwerbung. Es folgten Umzüge nach Oberstdorf und ab 1934 nach GarmischPartenkirchen. In GarmischPartenkirchen gestaltete Edwin Henel etliche Plakate für die Touristenwerbung des Werdenfelser Landes; darunter das offizielle für die Olympischen Winterspiele 1940 in GarmischPartenkirchen. Sein graphischer Werbestil prägte lange den touristischen Blick auf die Alpenregion.


Niederländisch
6252 18. Jh. Studienblatt mit Muscheln und Meeresschnecken.
Aquarell. 21,2 x 33,5 cm.
1.800 €
Josef Fleischmann (1867 Oberndorf – 1925 Wien)
6253 Wassermolche und Unken in einem Teich. Aquarell auf festem Velin. 19,9 x 13 cm (Darstellung); 23,9 x 17 cm (Blattgröße). Unten rechts signiert „Jos. Fleischmann n d L [nach dem Leben]“, verso mit dem Atelierstempel des Künstlers sowie mit der handschriftl. Legende zu den dargestellten Wasserlebewesen.
1.200 €
Entwurf für eine Tafel in Brehms Tierleben (1911). Fleischmann arbeitete als Illustrator für naturhistorische Publikationen zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Wien.

6254 Großer Ammonit.
Ca. 25 x 21 cm. 7,2 kg. 400 €
Provenienz: Aus alter deutscher Privatsammlung. Ammoniten im weitesten Sinn bilden eine große Gruppe von mehr als zehntausend Arten ausgestorbener Kopffüßer mit vier Kiemen und äußerer Schale. Eine erste Erwähnung finden sie bereits beim römischen Philosophen und Naturforscher Plinius d. Älteren (25 bis 79). Ihn erinnerte die gedrehte, spiralförmige Form an die Widderhörner des ägyptischen Gottes Ammon. Die wissenschaftliche Systematisierung der Ammonidae stammt von dem deutsche Geologen und Paläontologen Karl Alfred von Ritter (1839 bis 1904). Die Größe der einstigen Meeresbewohner, die vor 65 bis 48 Millionen Jahren lebten (Unterdevon bis Ende der Kreidezeit) und deren Versteinerungen man weltweit finden kann, liegt in der Regel zwischen einem und 30 cm. Der bis jetzt weltweit größte bekannte Ammonit, Parapuzosia seppenradensis allerdings, 2008 in NordrheinWestfalen entdeckt, hat einen Durchmesser von 1,80 m und ein Gewicht von 3,5 t.

Martin Wittfooth (geb. 1981 in Toronto, lebt in New York City) 6255 “Lowerworld”. Öl auf Leinwand. 71 x 61 cm. 2016.
7.500 €
Ein Perlboot, so der deutsche Name für den Nautilus, hat sich ein geschütztes Plätzchen unter einer Baumwurzel gesucht. Fast schwerelos treibt er über einer Wiese von Korallen und Ackerwinden. „Lowerworld“, was je nach Kontext das Irdische im Gegensatz zum Himmlischen oder aber die Unterwelt, also Hades, bedeuten kann, ist bei Martin Wittfooth eine märchenhafte, surreale Welt, in der die Unterwasserwelt eine magische Verbindung mit dem Leben auf dem Land eingeht. Im Betrachter werden Erinnungen etwa an die sagenhafte Stadt Atlantis oder an Kapitän Nemo 20.000 Meilen unter dem Meer wach. Wittfooths „Lowerworld“ ist ein unerreichbarer Sehnsuchtsort.


Arianna Fioratti Loreto (geb. 1967 in New York City)
6256 „Crocodile Eye“. Feder in Schwarz auf Papier. 24 x 33 cm. Verso signiert und datiert „Arianna Fioratti Loreto, 2017“. 600 €
Gilles Lorin (geb. 1973 in Aix enProvence)
6257 Microcosmus Marinus (Kraken). Palladium Abzug auf Gampi, mit Blattgold hinterlegt. 40,2 x 26,9 cm (43,3 x 29,7 cm). Auflage 7 num. Ex. 2010, Abzug von 2016. In Bleistift signiert und numeriert „2/7“.
2.400 €




Hans Rudolf Manuel Deutsch (1525 Erlach – 1571 Morsee)
6258 Darstellung verschiedener Seeungeheuer oder „Etlich Seltzame Mörwunder vnd auch andre thier/ wie die im Mitnechtigen mör vnd auch auff dem land gefunden werden“. Holzschnitt. 25,7 x 34,6 cm. Um 1550. B. 19, Nagler, Monogrammisten III, 1438, 3, Le Blanc 20, Hollstein 28.
300 €
Im Jahre 1550 erschien in Basel in der dritten Auflage von Sebastian Münsters (1488–1552) „Cosmographei oder beschreibung aller länder/ herschafften/ fürnemsten stetten/ geschichten/ gebreüchen/ hantierungen etc.“ in Buch 4 zum ersten Mal die vom Monogrammisten MHF geschnittene Darstellung verschiedener Meeresungeheuer, wie sie schon in Olaus‘ »Carta Marina« beschrieben und dargestellt wurden. Allerdings sind die Monstren hier delokalisiert und alle zusammen in einer Darstellung präsentiert. Die einzelnen Wesen sind jeweils mit einer Legende versehen unter der sie in Münsters Werk auf den folgenden Seiten näher beschrieben werden. Aufgrund ihrer großen Beliebtheit wurde die Darstellung schon 1557 auch in Conrad Lycosthenes Werk „Prodigiorum ac ostentorum [...]“ verwendet. – Ausgezeichneter Druck mit Rand um die Einfassungslinie und den Schrift rand; mit dem rückseitigen Text. Erhaltungsmängel. – Beigegeben weitere 5 Buchholzschnitte mit Beschreibungen und Darstellungen phantastischer Wesen.
Johannes Stradanus – nach (eigentl. van der Straet, 1523 Brügge – 1605 Florenz)
6259 Eine Waljagd in Ostia zu Kaiser Claudius’ Zeiten. Kupferstich von Adriaen Colleart. 19,9 x 26,5 cm. Leesberg (New Hollstein, Stradanus) 484 I (von IV).
450 €
Vor Entfernung der arabischen Nummer unten links. Aus der Folge der Jagd und Tierszenen. Prachtvoller, klarer und gratiger Frühdruck mit feinem Rändchen um die Plattenkante. An den Ecken auf einen Untersatz montiert, dort rechts unten leichte Knitterspur, kaum sichtbare, geglättete Mittelfalz, vereinzelte Fleckchen, sonst vorzüglich erhalten. – Beigegeben zwei weitere Blatt der Folge „Schiff von Seeungeheuern umzingelt“ (NH 510) und „Gefangennahme eines Drachen mit einem Netz“ (NH 496).
William Baillie (1723 Killbride – 1793 London)
6260 “Cone Shell” – Kegelmuschel. Radierung. 10 x 12,7 cm. 1761. Le BLanc 29. 400 €
Captain William Baillie hatte ein Faible für den großen niederländischen Meister Rembrandt. So entwirft er hier eine eigene Variante der berühmten Kegelmuschel. Die dargestellte Cone Shell verdankt ihren Namen der kegelartigen Form und wird meist von kleinen Schnecken bewohnt, den sog. Kegelschnecken, die sich in tropischen Gewässern aufgrund ihrer extrem giftigen Harpune viel Respekt verschafft haben. Das Besondere an dieser Muschelart ist ihr ansprechendes Äußeres mit dem vereinzelten dreieckigen Ornament, welches keinem Sammlerauge entgeht. Ausgezeichneter Druck mit schmalem Rand um die Plattenkante. Minimal stockfleckig, kleine Gebrauchsspuren, sonst wunderbares Exemplar. Beigegeben von demselben zwei Raderungen „Admiral“ und „Pfauenauge“ (jeweils nicht in Le Blanc).

6261 Jenny Haniver.
Präparat eines Rochens. Höhe 46,5 cm. In Holzkasten, 53 x 26,6 cm. 21. Jh.
250 €
Schon seit der Antike wird in Geschichten und Fabeln über viele Arten von Seeungeheuern spekuliert. In der 1558 in Zürich erschienenen Historiae animalium libri IIII. Qui est de piscum & aquatilium animantium natura des Conrad Gesner findet sich eine erste Erwähnung einer Meerjungfrau, der sogenannten Jenny Haniver. In seinem Kapitel über die Knorpelfische weist Gesner allerdings darauf hin, dass es sich bei diesen Figuren um präparierte Rochen handelt, die vornehmlich von Antwerpener Seeleuten zu Teufeln, Engeln, Drachen und Monstern umgeformt wurden. Häufig wurden sie auch für tote Basilisken geha lten, Fabelwesen, deren Anblick versteinert oder tötet. Es konnte also niemand von sich behaupten, je einen lebend gesehen zu haben. Die Seeleute dürften sich jedenfalls bei Gutgläubigen mit diesem Ulk ein gutes Zubrot verdient haben. Wahrscheinlich leitet sich der Name
Jenny Haniver vom französischen jeune d’Anvers (Mädchen aus Antwerpen) ab, der von britischen Seeleuten missdeutet wurde. Eine sehr frühe Darstellung einer Jenny Haniver, ebenfalls mit Hinweis auf deren RochenNatur, findet sich, neben anderen Ungeheuern, als Holzschnit t im Kapitel Draco ex Raia effictus in den 1640 in Bologna erschienenen Opera omnia. X: Serpentum et draconum historiae libri duo von Ulysse Aldrovandi. Trotz des Wissens über ihre wahre Natur fanden immer wieder Exemplare Aufnahme in die Naturaliensammlung vieler Kunstkammern. In manchen südamerikanischen Ländern werden sie in der Schamanenkultur genutzt. In Japan kennt man bereits seit dem 16. Jahrhundert angeblich mumifizierte Meerjungfrauen, Wassermänner und Ningyos, bei denen es sich jedoch tatsächlich um aus unterschiedlichen Tierteilen und Materialien zusammengesetzte Präparate handelt.

Albert Flamen (1620 Brügge – nach 1669 Paris)
6262* Diverses Especes de Poissons de Mer; Diverses Especes de Poissons d’eau douces; Diverses Especes de Poissons tant de Mer.
25 Radierungen inkl. 3 Titelblätter. Je ca. 10,2 x 17,2 cm. Aus B. 1, 21, 27, 29, 30–33, 35–43, 46, 51, 61–66.
750 €
Provenienz: Acht Blatt aus der Sammlung Ludwig Puttrich (Lugt 2064), sämtlich aus der Sammlung Friedrich August II. von Sachsen (Lugt 971), in deren Sammlermontage.
Detailreiche, anatomisch genaue Darstellungen verschiedener Fischarten aus unterschiedlichen Folgen. – Ausgezeichnete Drucke mit feinem Rand bzw. knapp an die Plattenkante geschnitten. Minimale Alters und Gebrauchspuren, sonst sehr gut erhalten.


Hans Bernd Lindemann (geb. 1946 in Marburg an der Lahn)
6263 “Oannes”.
Merging Photography. Archival PigmentPrint – 2019. 20,5 x 30 cm (26,5 x 35,8 cm). Verso signiert, datiert, betitelt und bezeichnet „E.A. III/VI“. 2006.
700 €
Oannes, ein Mischwesen aus Fisch und Mensch, galt den Chaldäern und Babyloniern als Kulturbringer. Allmorgendlich entstieg Oannes dem Roten Meer und ging nach Babylon, wo er den Menschen die Schrift, die Wissenschaft und die Künste nahebrachte. Abends kehrte das Wesen in der Meer zurück. – Aus der Serie „Masquerade“.
Niels Peter Rasmussen (1847 Odense – 1918 Kopenhagen)
6264* Kabeljau mit geöffnetem Maul. Öl auf Malkarton. 17,3 x 33,1 cm. Unten monogrammiert und datiert „11/5 (18)76 NPR (ligiert)“.
600 €


Arianna Fioratti Loreto (geb. 1967 in New York City)
6265 „Kraken“.
Feder in Schwarz auf Papier. 145 x 95 cm. Verso signiert und datiert „Arianna Fioratti Loreto, 2018“.
7.500 €
Die in Manhattan geborene Künstlerin studiert zunächst Kunstgeschichte in Harvard. Ihre Doktorarbeit an der Princeton University über romanische Skulptur entlang der Pilgerroute Via Francigena wird 1992 ausgezeichnet. Von 1993 bis 1997 arbeitet Arianna Fioratti Loreto als Textildesignerin in New York. Dort hat sie 1999 auch ihre erste Einzelausstellung, es folgen weitere Einzelausstellungen 2011 und 2013 in New York City, 2015 in Atlanta, Georgia und zuletzt 2017 im Naturkundemuseum La Specola in Florenz. Als künstlerisches Schlüsselerlebnis schildert sie die „Entdeckung“ des Dürer’schen Nashorns: „It is this very image, the heavily armored, graphically powerful, if not quite anatomically accurate, rhinoceros that inspired my first animal drawings more than twenty years ago.“ (vgl Los 6354 in diesem Katalog) In ihrem zeichnerischen Œuvre verbindet sich die Liebe zum Lichtund Schattenspiel, zu Mustern und Strukturen mit derjenigen sowohl zu den Bestiarien der romanischen Kunst als auch zu der realen Tierwelt: „I found that animals had the most interesting patterns in nature. An owl’s feathers, a boar’s fur or an insect’s wing are all fascinating examples of patterns.“ Arianna Fioratti Loreto lebt und arbeitet heute auf dem Familiengut bei Fiesole.
Jacobus Gerardus Veldheer (1866 Haarlem – 1954 Blaricum)
6266 Im Wasser treibender Hecht.
Holzschnitt auf Chinabütten. 29,8 x 39,5 cm. Unten rechts signiert „J. G. Veldheer“ sowie unten links bez. „Veldheer“. Um 1915.
200 €
Veldheer, dessen Vater ebenfalls Maler war, erhielt seine Ausbildung an der Akademie in Den Haag (1881–1891). Er bereiste Belgien, besuchte wiederholt Frankreich und Deutschland und lebte kurzzeitig in der Schweiz. Er konzentrierte sich bald auf die Druckgraphik, in der das Medium des Holzschnitts seine bevorzugte Technik wurde. In seinen dekorativen und eleganten Linien kommt der Einfluss des Jugendstils um 1900 ebenso zum Tragen wie die Tradition des japanischen Holzschnittes. Veldheer hat sich stark für die Kunst der Graphik eingesetzt und gründete 1911 gemeinsam mit Simon Moulijn die Association for Promotion of Graphic Art, die bald zur einflussreichsten Organisation für Belange der Graphiker in den Niederlanden avancierte und deren erster Vorsitzender er wurde. Prachtvoller, in den fein abgestuften Blautönen herrlich wirkungsreicher Druck mit Rand. An drei Seiten mit dem vollen Schöpfrand. Leichte Alters und Gebrauchsspuren, sonst herrliches Exemplar.

Norbertine Bresslern-Roth (1891–1978, Graz)
6267 Kampf. Krake und Hummer im Zweikampf. Farblinolschnitt auf chamoisfarbenem Velin. 22 x 22 cm. Um 1923.
350 €
Erschienen im Verlag der Gesellschaft für vervielfältigende Kunst, Wien. Brillanter, farbprächtiger Druck mit dem vollen Rand. In tadelloser Erhaltung.
Kiriken Masayo (d.i. Masayo Fukuda, geb. 1973 in Chiba/Japan)
6268 Oktopus.
Scherenschnitt aus Tanto Papier, hinter Glas gerahmt. 72 x 54 cm. 2018.
7.500 €
Die Kunst des kiri e, wörtlich übersetzt „Schnittbild“, hat eine jahrhundertealte Tradition. Nachdem die chinesische Erfindung der Papier
herstellung um das Jahr 625 nach Japan gelangt war, wurde sie hier in kurzer Zeit entscheidend weiterentwickelt und kommerzialisiert. Bereits Ende des 8. Jahrhunderts hatte sich das Papier im gesamten Land verbreitet. Parallel hierzu entstanden Papierschneidetechniken, die der Fertigung von Tempelgaben dienten und die man für die Herstellung von Schablonen für Stoffmuster und Keramikbemalungen nutzte. Seit dem 17. Jahrhundert gilt der Scherenschnitt in Japan als eigenständige Kunstform. Typischerweise wird dabei das weiße Papier auf schwarzem Untergrund präsentiert, um die Darstellung im Kontrast hervorzuheben.
Auf den ersten Blick glaubt man, Fukudas Oktopus sei mit der Feder gezeichnet. Bei näherer Betrachtung jedoch zeigt sich die komplexe, technisch hochentwickelte Schnittechnik. Die kunstvollen Ornamente lassen das Papier wie eine fein gearbeitete durchbrochene Garnarbeit, wie Spitze wirken. Umso mehr erstaunt es, dass dieses filigrane Werk, ganz der Tradition verpflichtet, aus einem einzigen Stück Papier gefertigt ist.
Masayo Fukuda begann bereits als Teenager damit, Scherenschnitte zu entwerfen. Ihre lebendig wirkenden, einzigartigen Papierarbeiten werden mittlerweile international ausgestellt und gesammelt.


Jizai Okimono
6269 Modell einer Krabbe mit beweglichen Gliedmaßen und Augen.
Bronze. Körper ca. 6,5 x 6 cm; mit ausgestreckten Beinen ca. 24 x 11 cm. Gewicht: 806 gr. Japan, Meiji (1868–1912).
750 €
Jizai Okimono sind realistische Skulpturen von Tieren, insbesondere von Fischen, Schlangen, Hummern, Krabben, Insekten aber auch von phantastischen Tieren wie Drachen oder Seemonstern. Der Körper und die Extremitäten sind durch „Gelenke“ verbunden, sodass der Bewegungsapparat wie bei einem realen Tier funktioniert. Diese kunstvollen Modelle wurden in der Meiji Periode oft exportiert und lösten durch die unerwarteten frappanten Bewegungen eine Begeisterung bei den westlichen Kunstliebhabern aus.
Jules Sebastian Cesar Dumont d’Urville (1790 CondésurNoireau – 1842 Meudon)
6270 Voyage de la corvette l‘Astrolabe exécuté par ordre du Roi pendant les années 1826–1827–1828–1829. 10 Textbände in zusammen 25 Teilbänden in Quarto bzw. Großquarto sowie 4 Tafelbände in Folio bzw. Großfolio. Mit zusammen 2 Stahlstichtiteln mit Vignette, lithographischem Portrait, 396 lithographischen Tafeln (von 442; davon 201 koloriert) und 51 Stahlstichtafeln (davon 1 flächenkoloriert und 26 doppelblattgroß). 26 x 16,5 bzw. 31,5 x 25,5 bzw. 53 x 36 bzw. 66,5 x 50 cm. OPappbände (21; lädiert und mit starken Gebrauchsspuren, Rücken lose oder fehlend), OBroschuren (4; mit Gebrauchsspuren, Rücken fehlend; Band IV ohne OUmschlag und die ersten 168 Seiten), HLeder d. Z. (3; berieben, ein Band abweichend gebunden) mit RVergoldung und goldgeprägtem RTitel sowie Halbleder d. Z. (1; mit Schabspuren, Rücken teils restauriert, vorderes Gelenk unten angeplatzt). Paris, J. Tastu, 1830–1835.
6.500 €
Literatur: Nissen 1199. Bagnall 1687. Ferguson 1341. Sabin 21210. Henze II, 107ff. Brunet II, 881 („Grand ouvrage“).
Erste Ausgabe der monumentalen Publikation über die erste Expedition der Astrolabe, dessen Entdeckungsfahrt in den Jahren 1826 bis 1829 unter dem Kommando des Botanikers JulesSébastien César Dumont d’Urville (1790–1842) in den Südpazifik führte. Die Route ging von Toulon aus über Teneriffa nach Australien, Neuseeland, Neu Guinea und Ozeanien, wo Dumont d‘Urville u. a. die Fidschis, die Molukken und die Salomonen erkundete. „Die Reise zählt zu den ergiebigsten wissenschaftlichen Unternehmungen in der Erschließungsgeschichte Ozeaniens... ein Markstein in der Erforschung des pazifischen Raumes“ (Henze). Die prachtvoll gestochenen bzw. lithographischen Tafeln zeigen zahlreiche Ansichten, ferner Schmetterlinge, Vögel, Fische, Säuger, Fledermäuse, Schnecken, Muscheln, Weichtiere, Pflanzen, Gebräuche der indigenen Bevölkerung sowie viel Kartenmaterial der bereisten Region. Vorhanden sind folgende Text und Tafelbände: I. Histoire du voyage. 5 Bände in 10 Teilbänden. 18301833 (komplett) – II. Botanique. 2 Bände. 1832–1834 (komplett). – III. Faune entomologique de l‘océan pacifique. 2 Bände. 1832–1835 (komplett). –IV. Observations nautiques et de physique. 4 Bände. 1833–1835 (Band IV ohne die ersten 168 Seiten, sonst komplett). – V. Philologie. 2 Bände. 1833–1834 (komplett). – VI. Zoologie. Bände II, III und IV in 5 Teilbänden. 1832–1835 (ohne Band I). – Atlas Voyage (1833) in 2 Teilbänden: Mit Stahlstichtitel mit Vignette, lithographischem Portrait, 236 lithographischen Tafeln (statt 247; davon 53 koloriert; inkl. 2 gestochenen Aquatintatafeln Nrn 109 und 211 innerhalb der Nummerierung) sowie 8 Stahlstichkarten (davon 1 flächenkoloriert und 6 doppelblattgroß). Mit 2 typographischen Bl. Index am Schluss. – Atlas Zoologie: 4 typographische Bl. Index. Mit 157 lithographischen Tafeln (statt 192; davon 145 koloriert). – Atlas Hydrographique (1833): 1 typographisches Bl. Index, 25 S. Mit 43 Stahlstichkarten und –plänen (davon 20 doppelblattgroß) und 3 teilkolorierte lithographische Tafeln.


Präparat
6271 Seewolfkopf.
Montiert auf Holzscheibe, Höhe 34 cm. Länge des Kopfes 23 cm, Breite auf Höhe der Brustflossen 26 cm. 20. Jh. 500 €
Seewölfe (Anarhichadidae, (aus dem Griechischen, übersetzt „Zertrümmerer“) bewohnen den Meeresgrund des NordAtlantik und des nördlichen Pazifik. Sie haben einen im Vergleich zum Rumpf sehr massigen Kopf mit starken Kiefern, die im Vorderteil mit konischen, starken Fangzähnen und hinten mit einer oder zwei Reihen starker Mahlzähne besetzt sind. Dieses imposante Gebiss ermöglicht ihnen das Zermahlen von hartschaligen Weichtieren, Hummern, Krebsen, Seeigeln und anderen Stachelhäutern. Der Seewolf ändert seine Ernährungsgewohnheiten von Saison zu Saison, da ihm jedes Jahr zwischen Oktober und Mai neue Zähne nachwachsen.

Travis Louie (geb. 1964 in New York City)
6272 „The Grumpy Angler“ – Der griesgrämige Anglerfisch.
Acryl auf Malpappe. 25,4 x 20,3 cm. Rechts unten signiert „Travis“; verso auf der Rahmung mit Stift bezeichnet und mit einem Klebeetikett mit einer englischsprachigen Beschreibung versehen.
2.800 €
Travis Louie wurde weniger als eine halbe Meile entfernt von der Weltausstellung in Flushing Meadows 1964 geboren. Schon in seiner Kindheit entwickelte er eine Faszination für die ScienceFiction und HorrorFilme der 1950er Jahre und begann das Zeichnen mit Darstellungen von Charakteren aus Ray HarryhausenProduktionen. Nach einer Ausbildung am Pratt Institute in Brooklyn, New York arbeitete

er zunächst als Illustrator, bevor er sich nach einigen vielbeachteten Ausstellungen ganz seiner Künstlerkarriere widmete. Seinen Stil beschreibt er selbst als stark vom deutschen Expressionismus, von viktorianischen Portraits und dem Film Noir inspiriert, insbesondere auch von Regisseuren wie F. W. Murnau, Fritz Lang und Orson Welles. Die Ideen für seine Motive hält er dabei in der Regel zunächst in kurzen Einträgen in einem Tagebuch fest. So entsteht eine fantastische Welt an kurzen, meist im Viktorianischen oder Edwardianischen Zeitalter angesiedelten Geschichten, welche später die Hintergrundgeschichten seiner charmanten Charaktere und mystischen Wesen bilden. Diese hält er dann in sehr persönlichen Portraits fest und gibt
ihnen so einen Platz in unserer Welt. Laut der verso angebrachten englischen Legende ist der übelgelaunte Anglerfisch, auch als „Hey!Fisch“ bekannt, erst im Jahre 1927 im Nordatlantik entdeckt worden. Charakteristisch für ihn sind die prominenten Fühler am Maul, die wie ein falscher Schnurbart aussehen und ihr Volumen um das mehr als Dreifache vergrößern können, wenn sich der Anglerfisch bedroht fühlt. In einer Gefahrensituation sondern diese zudem einen Schallstoß aus, der sogar Muscheln zerstören kann und an der Meeresoberfläche über viele Meilen weit zu hören ist. Es wird berichtet, dass sich dieses Geräusch anhört, als habe jemand entnervt „Hey!“ gerufen, was dem häufig missverstandenem Wesen seinen Namen eingebracht hat.

6273 Flügelschnecken – Cochlides semialatae. Aquarell, teils mit Gum Arabicum übergangen, auf HonigBütten.51,2 x 36 cm. Am Oberrand eigenh. bez. „Halbe Flügelschnecken Cochlides semialatae“, die einzelnen Schnecken teils nummeriert, oben rechts mit alter Paginierung. Wz. Straßburger Lilienwappen mit Schriftzug Honig. 3.500 € 6273
Franz Anton von Scheidel (1731–1801, Wien)


Hana Stepan
(geb. 1934 in Prag, lebt in München)
6274 Corals in Love.
Fotografie, collagiert auf Farblichtdruck. 20 x 12,8 cm. 1960er Jahre.
120 €
Literatur: vgl. Bohumil Stepans Familienalbum Collagen. München 1971.
Aufrecht stehen die riesigen Korallenkörper mit Menschenköpfen in der skurrilen Unterwasserwelt der zoologischen Illustration. Muränen und Quallen umgeben das seltsame Pärchen. Herrlich humorvolles Beispiel für Stepans phantasievollsurreale Arbeiten. – Verso in den oberen Ecken Montierungsrestchen, etwas wellig, sonst sehr schön.
6275 Languste und Matrose.
Fotografie, collagiert auf Farblichtdruck. 20 x 12,8 cm. 1960er Jahre.
120 €
Quer über die Schulter des Matrosen spaziert eine Languste, Korallen und bunte Fische beleben die Szenerie. Stepans satirische Photocollage zeigt sich inspiriert von Dada und Surrealismus. Die collagierte Porträtfotografie des Besatzungsmitgliedes der S.M.S. Radetzky, entstanden wohl um 1910, kombiniert die Künstlerin mit einer naturgeschichtlich zoologischen Illustration von Comingio Merculiano. – Verso montierte Pappstreifen, in den oberen Ecken Montierungsrestchen, etwas wellig, sonst sehr schön.
Joseph Landais
(1800 La Celle Guénand (Indre etLoire) – 1883 Tours)
6276 zugeschrieben. Zierplatte mit Kröte, Fischen, Schlange, Eidechsen und Muscheln nach der Natur. Tonware, glasiert. 38 x 47,5 cm. Unter dem Kopf der Eidechse Marke „L“ im Kreis.
3.000 €
Die ovale Platte folgt dem Stil des berühmten Töpfers Bernard Palissy (ca. 1510–1589/90), der einen originellen Typ von Irdenware erfand, indem er neuartige Glasuren entwickelte und nach dem Leben abgeformte Tiere und Pflanzen einsetzte, um naturalistische Szenerien zu erschaffen. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts erlebte sein Werk eine Renaissance. Zentrum der Wiedergeburt wurde Tours, wo Charles Jean Avisseau 1843 nach langem Studieren die Wiederentdeckung von Palissys Technik für sich beanspruchte. Zu den begabtesten PalissyNachfolgern gehört sein Schwager Joseph Landais, dessen unverkennbarer Kompositions und Glasurstil sowie wieder

kehrende Farbpalette auch in unserer Platte zum Tragen kommt (vgl. London, Victoria and Albert Museum, Inv.nr. 4068–1901 und 2815–1856). Im Zentrum des hervorragend erhaltenen und technisch virtuos glasierten Werks sitzt ein Frosch auf einem Stein, ihn umgeben drei Fische und Schalentiere. Die Komposition des Dekors folgte dem für Landais typischen Schema mit einem isolierten Tier in der Mitte des Spiegels, der als Wasserfläche gestaltet ist, und einem blätterbesetzten Rand mit kunstvoll arrangierten Kleintieren, hier eine Schlange und zwei Eidechsen.

Franz Anton von Scheidel (1731–1801, Wien)
6277 Die Reifnatter (Coluber doliatus) und andere Schlangen.
Aquarell, teils mit Gum Arabicum übergangen, auf Honig & Zonen Bütten. 36,5 x 51,5 cm. Teils bez. mit den lateinischen und deutschen Namen. Wz. JHonig & Zoonen.
2.400 €
Oberitalienisch
6278 Mitte 16. Jh. Eidechse und Frosch im Kampf. Bronze mit dunkelbrauner Patina, Naturabguss. Höhe
10,9 cm.
8.000 €
Provenienz: Sammlung Hermann Lockner, Würzburg. Privatsammlung Berlin.
Als wollten sie nach einer saftigen Fliege schnappen, recken ein Frosch und eine Zauneidechse ihre geöffneten Mäuler nach oben. In der detaillierten Wiedergabe der Schwimmhäute des Frosches und der fein geschuppten Haut der Eidechse mit den kleinen Falten dort, wo sich ihr Leib biegt, offenbart sich unverkennbar ein Naturabguss. Die Kunst, Plastiken nach leibhaftigen Naturvorlagen zu formen, wa r schon in der römischen Antike bekannt und wurde ab dem 15. Jahrhundert, ausgehend von Padua und Ferrara, in Oberitalien wieder aufgegriffen. Vorlage für die lebensnahen Kleinplastiken waren frisch erlegte Kleintiere wie Insekten, Reptilien, Amphibien oder andere Naturalien. Sie wurden in Formsand abgedruckt; in den so entstandenen Hohlraum der meist zweiteiligen Form goss man anschließend

das flüssige Metall. Dieses direkte Verfahren erzeugte einen vollplastischen Guss getreu der Vorlage. Zum Gießen von dünnwandigen Hohlformen, wie sie hier beim Frosch vorliegt, wandte man ein indirektes Verfahren an. Dabei wurde in die Form mit dem Tierabdruck eine dünne Wachsschicht eingegossen. Den Hohlraum füllte man anschließend mit einem Kern aus brennfestem Material. Nachdem die Form versiegelt wurde, schmolz man das Wachs über eigens angelegte Kanäle aus und goss stattdessen das flüssige Metall ein. Frosch und Eidechse scheinen hier gemeinsam arrangiert aus einem Guss geformt zu sein, was auf einen technisch versierten Hersteller schließen lässt. Ihre ringenden Figuren sind für ihre Funktion als Schreibtischgarnitur zurechtgebogen: Während im breitem Maul des Frosches die Tinte schwamm, diente der Rachen der Eidechse als Halter für das Schreibwerkzeug.
Naturabgüsse waren in der Renaissance weit mehr als veristische Dekorationsobjekte. Als Ausdruck für das aufkeimende Interesse an der Natur stellten sie sinnfällig die menschliche Fähigkeit unter Beweis diese zu imitieren. Ihre Bedeutung war folglich eng mit dem für die Herstellung notwendigen Verständnis von Naturprozessen verknüpft Das Verfahren beschrieb erstmals Cennino Cennini in seinem Libro dell’Arte, das er am Ende des 14. Jahrhunderts am Hofe der Carrara in Padua verfasste. Padua war in jener Zeit mit seiner Universität zu
einem Zentrum der Wiedergeburt des Naturstudiums basierend auf der aristotelischen Nachahmungslehre geworden. Aristoteles Maxime wonach die Kunst Nachahmerin der Natur zu sein habe, da Nachahmung Verständnis voraussetze und folglich in Erkenntnis münde, diente als theoretische Grundlage, um die Kunst vom Handwerk zu emanzipieren. Durch Naturtreue konnte die Kunst nämlich für sich beanspruchen, das adäquate Ausdrucksmedium für den vorherrschenden humanistischen Diskurs der Autonomie alles Irdischen zu sein. Aristoteles entlehnt war im 15. Jahrhundert auch die Forderung unliebsame Tiere wie Insekten nachzuformen. Denn die Überlegenheit des Schöpfers zeige sich gerade in dessen Fähigkeit durch Nachahmung Schönheit in ihrem Gegenteil offenzulegen: „Naturnachahmung in der Kunst und insbesondere Naturabgüsse unerfreulicher Insekten sind die greifbaren Emanationen einer auf die Autorität des Aristoteles gegründeten Revolution der Geisteswissenschaften, in der die Kunst das letzte Glied der von den Fakultäten zur Politik und zur Literatur führenden Emanzipationsbewegung bildet.“ (Norberto Gramaccini: „Das genaue Abbild der Natur Riccios Tiere und die Theorie des Naturabgusses seit Cennino Cennini, in: Natur und Antike in der Renaissance, Ausst. Kat. Frankfurt a. M. 1986, S. 198–225, hier S. 218).
Während im 15. Jahrhundert einfache, modellhafte Abgüsse vorherrschend waren, traten ab dem 16. Jahrhundert immer aufwändigere Dispositionen miteinander ringender Tiere auf. Sie dienten oft als Halter für Schreibwerkzeug in den Studioli humanistischer Gelehrter. Mit der Durchsetzung von Albertis Kunstkanon, der eine verbesserte Nachahmung der Natur durch Übersteigerung forderte, begann in Oberitalien der Niedergang des Naturabgusses. Er erlebte jedoch nördlich der Alpen bei Wenzel Jamnitzer in Nürnberg und Bernard Palissy in Paris als Kunstkammerobjekt eine zweite Blütezeit.
Lorenz Oken
(eigentl. Lorenz Okenfuß, 1779 Bohlsbach – 1851 Zürich)
6279 Abbildungen zu Okens allgemeiner Naturgeschichte (für alle Stände).
1 Bl.; 25 Bl.; 1 Bl., 22 S., 39 Bl., 26 S., 7 Bl. Mit illustriertem lithographiertem Titel von P. C. Geisler zusammen 164 (131 kolorierten) lithographischen Tafeln. 34 x 28,5 cm. Halbleder d. Z. (mit starken Gebrauchsspuren, Rücken fehlt). Stuttgart, Hoffmann, 1843.
250 €
Literatur: Vgl. Nissen, Zoolog. Illustr. 3006. Engelmann I 114. Anker 376.
Das Werk erschien in Lieferungen und ist mit 164 Tafeln vollständig. Die Abbildungen zur Naturgeschichte enthalten: Mineralogie (6), Botanik (21 von 22), Naturgeschichte IV. Anatomie (Mensch) (13); Naturgesch. V–VII. Zoologie (Infusions Thierchen, Muscheln, Schnecken, etc.) (21) sowie die SupplementTafeln 2–4, 7, 9, 14, 16, 18, 21–23, 25, 28, 29, 32 ferner Mücken. Die Tafeln nach Vorlagen aus anderen Werken wie Daubentons „Planches enluminées“, Levaillant, Temminck, Wilson etc. Die Art der Darstellung geht auf vergleichbare Sachbücher zurück und steht noch in der Tradition von Sammlerkabinetten. – Leicht gebräunt, stellenweise etwas braun und stockfleckig und feuchtrandig. Bindung geschwächt.




6280 Zwei Schaukästen: 15 Käfer, 3 Zikaden und eine Wanze und: 13 Käfer, 2 Zikaden, ein Hautflügler und eine Wanze.
Mit Marmorpapier beklebte Holzkästen. Je 20 x 35 cm. 350 €
Der erste Schaukasten enthält ein männliches und ein weibliches Exemplar des Fünfhornkäfers (Eupatorus gracilicornis), als weitere Vertreter der Nashornkäfer Trichogomphus martabani, Oryctis rhinocerus und Xylotrupes gideon, drei Bockkäfer (Dorysthenes walkeri, Paraleprodera crueifera und Pachyteria dimidiata), drei Prachtkäfer (Catoxantha opulenta, Sternocera aeguisignata, Chrysochroa saundersii), zwei Schröter der Gattung Odontolabis, einen Rosenkäfer (Torynorrhina flammea), einen Rüsselkäfer (Cyrtotrachelus dux), drei Zikaden (Tosena Fasciata, Fulgora candelaria und Cicadicae sp.) und eine Wanze (Rhetulus sp.).
Der zweite Kasten enthält ebenfalls Nashornkäfer, das männliche
Exemplar des Fünfhornkäfers mit gespreizten Flügeln (Eupatorus gracilicornis) und Trichogomphus martabani als Päarchen, außerdem von den drei Prachtkäfern ein Exemplar Chrysochroa rajah, zwei Schröter (Lucanus formosanus und Odontolabis elegans) und einen Hautflügler aus der Familie der Apidae. Gebrauchsspuren.
6281 um 1600. Studienblatt mit Feuersalamander, Skarabäus, Libelle, Schnecken, Eidechsen und weiteren Insekten. Aquarell, Feder in Grau. 24,8 x 17,8 cm. Wz. Doppelköpfiger Adler.
3.500 €
Provenienz: Aus der Sammlung Carel Emil Duits (Luft 533a).

Niederländisch

6282 18. Jh. Gespenstschrecken und Heuschrecken. 5 kolorierte Radierungen. Je ca. 30,2 x 23,6 cm.
350 €
Aus Caspar Stoll: Représentation exactement colorée d’après nature des Spectres, des Mantes, des Sauterelles, des Grillons, des Criquets et des Blattes, qui se trouvent dans les quatre parties du monde, l’Europe, l‘Asie, l’Afriques et l’Amérique, Amsterdam: Sepp 1787, 1790, 1815, wie auch die folgenden vier Losnummern.
6283 18. Jh. Gottesanbeterin und weitere Insekten. 5 kolorierte Radierungen. Je ca. 30,2 x 23,6 cm.
450 €
6284 18. Jh. Grashüpfer
3 kolorierte Radierungen. Je ca. 30,2 x 23,6 cm.
350 €
6285 18. Jh. Grashüpfer und Zikaden.
5 kolorierte Radierungen. Je ca. 30,2 x 23,6 cm.
450 €
6286 18. Jh. Gespenstschrecken.
5 kolorierte Radierungen. Je ca. 30,2 x 23,6 cm.
600 €





Martin Schongauer (um 1430 Colmar – 1491 Breisach)
6288 nach. Der hl. Antonius von Dämonen gepeinigt. Radierung von Monogrammist i.e. 27,7 x 21,9 cm. B. VI, S. 140, 47 copie 2, Lehrs (Schongauer) 54 d, Lehrs (Monogrammist ie) 36, TIB Commentary 0801.054 C4, Hollstein 54 copy d. Wz. Katharinenrad mit drei Blumen.
1.200 €
Provenienz: Aus der Graphischen Sammlung der Albertina in Wien, mit deren Dublettenstempel (Lugt 5e und 5h).
Der heilige Einsiedler wird von neun Dämonen in die Luft gehoben und von allen Seiten gezogen und gepeinigt. Der Monogrammist i.e., der auch unter dem Notnamen „Meister des Katharinenrades“ erscheint, da sich das Wasserzeichen auf zahlreichen seiner Arbeiten findet, hat beinahe ausschließlich nach Martin Schongauer gearbeitet. Lehrs vermutete ihn in der Nähe Schongauers, möglicherweise war er Mitarbeiter in dessen Werkstatt in Colmar. Die vorliegende Darstellung
Michael Wohlgemuth (1434–1519, Nürnberg)
6287 Die Predigt des Antichristen. Holzschnitt. 36,2 x 22,6 cm. (1493).
400 €
Eine von insgesamt 31 Buchillustrationen, die Michael Wohlgemuth für Hartmann Schedels „Liber Chronicarum“ illustrierte, welches 1493 in Nürnberg verlegt wurde. Ausgezeichneter Druck mit Rand, oben mit dem Titel und verso mit dem altdeutschen Text. Leichte Gebrauchsspuren sowie etwas fleckig, winziger Wurmgänge, unten geschlossener bzw. hinterlegter horizontaler Riss, kleinere ausgebesserte Läsuren und Ergänzungen in den äußeren Rändern, sonst noch gut.
folgt sodann im Gegensinn einem der frühesten Kupferstiche Martin Schongauers, etwa um 1470–75 entstanden. Die Darstellung, ungewöhnlich in ihrem vergleichsweise großen Format, dürfte eine Auftragsarbeit gewesen sein und war auch sehr früh in Italien bekannt. Sowohl Vasari als auch Michelangelos Biograph Condivi berichten, dass Michelangelo ein Exemplar des Blattes besessen hat. Condivi zufolge hat der italienische Meister das Blatt sogar mit zum Fischmarkt genommen, um die Schongauer‘schen von der Meereswelt inspirierten Figuren mit dem Marktgut zu vergleichen. – Ganz ausgezeichneter, meist klarer Druck, zu den Seiten leicht beschnitten, oben unter nur geringem Darstellungsverlust der beiden Flügel des obersten Dämons beschnitten. Minimal fleckig, kleine Ausbesserung oberhalb des Kopfes, zu den Seiten sowie entlang des oberen Randes sehr sorgfältig angerändert und mit sehr feiner und unauffälliger Federretusche die Darstellung ergänzt. Im Gesamteindruck sehr gutes Exemplar. Von großer Seltenheit


Hans Bernd Lindemann (geb. 1946 in Marburg an der Lahn)
6289 „Black Satyr“.
Merging Photography. Archival PigmentPrint – 2019. 29,5 x 39,5 cm (33 x 48 cm). Verso signiert, datiert, betitelt und bezeichnet „E. A. II/VI“. 2006.
900 €
Aus der Serie „Masquerade“.
Albrecht Dürer (1471–1527, Nürnberg)
6290* Das Tier mit den Lammshörnern. Holzschnitt. 38,5 x 27,9 cm. cm. (1496–1498). B. 74, Meder 175, vor dem Text. Wz. Reichsapfel (Meder 53).
18.000 €
Dürer illustriert hier das dreizehnte Kapitel der Offenbarung des Johannes, in der es zu Beginn heißt: „Und ich sah ein Tier aus dem Meer steigen, das hatte zehn Hörner und sieben Häupter und auf seinen Hörnern zehn Kronen und auf seinen Häuptern lästerliche Namen. Und das Tier, das ich sah, war gleich einem Panther und seine Füße wie Bärenfüße und sein Rachen wie ein Löwenrachen. Und der Drache gab ihm seine Kraft und seinen Thron und große Macht [...]“ (Offb 13,1–11). Das gesuchte Blatt zählt zu den selteneren Darstellungen aus dem Zyklus der Apokalypse. Prachtvoller, klarer und dabei leuchtender Druck vor der deutschen Urausgabe, an bzw. partiell knapp innerhalb der Einfassung geschnitten. Nur minimal fleckig, verso leichte horizontale Mittelfalte mit zarten Trockenfältchen, wi nzige Nadellöchlein mittig, unmerkliche Ausbesserung in den Strahlen rechts der Krone oben, schwache Leimspuren verso, sonst sehr schönes Exemplar. Aus einer bisher nicht identifizierten Sammlung „ER im Kreis“ (Lugt 899).



Matt Hall
(geb. 1978 in Klamath Falls, lebt in Portland)
6291 „Hostage“.
Hirschkalbskelett, getrocknete Blumen, mixed media. Höhe 90 cm; Durchmesser 50 cm. 2016/17.
4.500 €
Ausstellung : Antler Gallery, Portland, Oregon. Roq la Rue / Creatura House, Seattle, Washington.
Ein Tier, das für immer verstrickt ist in den Wurzeln der Vergangenheit, in einer Glasglocke gefangen und als „Geisel“ jeglicher Perspektive auf Wachstum und Veränderung beraubt. Unsichtbare Kräfte haben seine Bestimmung über den Tod hinaus festgelegt. Das Skelett gemahnt an den Verlust, erinnert an das, was nicht mehr ist. Unwiederbringlich haben sich Vergangenheit und Gegenwart getrennt. Tod, Erinnerung und Vergänglichkeit sind die zentralen Themen in Matt Halls Werk. Im Prozess des Zerlegens und Wiederzusammenbauens von Tierskeletten setzt sich der Künstler mit der Frage auseinander, was über das Lebensende hinaus von der Existenz eines Wesens übrig bleibt. Seine Assemblagen gleichen naturhistorischen Dioramen oder Artefakten in einer Wunderkammer. Sie sind eine Anspielung auf die Kuriosität von Reliquiaren und spirituellen Praktiken animistischer Religionen. Der Künstler arbeitet an der Schnittstelle unserer Vorstellungen von Wissenschaft, Pseudo Wissenschaft, Religion und Scharlatanerie.
In einem mehrere Monate dauernden Verfahren zerlegt Hall die im Wald oder auf der Straße aufgefundenen Tierkadaver. Parallel dazu fertigt er in seinem Atelier Skizzen an und bereitet seine Arbeit in Aufzeichnungen vor. Anschließend setzt er die Skelette in minutiöser Handarbeit wieder zusammen, um sie mit anderen gefundenen und
bearbeiteten Gegenständen zu verbinden und in einen neuen Kontext zu stellen. In seinem Versuch, durch den schöpferischen Prozess vergangenes Leben zu würdigen, erzählt er eine eigene Geschichte und erschafft damit ein Objekt mit mythologischem Gehalt.
Sein Interesse an Taxidermie, an wissenschaftlichen Phänomenen und naturhistorischen Museen rührt aus der Kindheit. Er wuchs auf einer kleinen Farm im Süden Oregons auf, wo er schon früh Tod und Sterben aus nächster Nähe erlebte und den Zerfall beobachten konnte, aus dem Neues entsteht. Inspirationsquellen fand er unter anderem in den Wachsmodellsammlungen des Museums La Specola in Florenz und des Palazzo Poggi in Bologna. Hall hat am Pacific Northwest College of Art Malerei studiert. Er lebt in Portland, Oregon.
Claus Dietrich Hentschel (1937 Berlin – 2012 Konstanz am Bodensee)
6292 Apokalyptische Tiere in surrealer Landschaft. Acryl auf Hartfaserplatte. 50 x 60 cm. Signiert und datiert verso „ClausD. Hentschel / 2.1962“.
600 €
Hentschel studierte von 1956 bis 1962 an der Hochschule für Bildende Künste Berlin bei Fritz Kuhr und Mac Zimmerman. Nach abstrakten Anfängen wendet sich Hentschel nach seinen eigenen Worten „[...] wieder den Gegenständen zu; aber nicht, um sie im naturalistischen Sinn zu reproduzieren. Ich sehe Gegenstände (‚Umwelt‘, ‚Natur‘) als Träger von Bedeutungen, die sie zwar objektiv nicht haben, aber in mir auszulösen vermögen.“ Hentschel ist auf zahlreichen Einzel und Gruppenausstellungen im In und Ausland vertreten. In den späten 1980er Jahren beauftragt ihn der Fischer Taschenbuchverlag mit der Gestaltung aller Titelbilder „Bibliothek der phantastischen Abenteuer“.


Martin Wittfooth (geb. 1981 in Toronto, lebt in New York City)
6293 „Herald“. Öl und Blattgold auf Leinwand. 101 x 71 cm. 2016. 9.000 €
Nach einer ersten Tätigkeit als Illustrator studierte Martin Wittfoot h an der School of Visual Arts in New York. Schon zu Beginn seiner Ausbildung widmeten ihm zahlreiche Galerien Einzelausstellungen. In seinen altmeisterlich präzisen Ölgemälden verbindet er das klassische und repräsentative Medium der Ölmalerei auf meisterhafte Weise mit aktuellen und ganz persönlich aufgefassten Themen, die sich oft in surreal anmutenden Szenerien präsentieren. Meist sind Tiere die Protagonisten seiner Arbeiten – fantastische Wesen in einer vom Menschen zerstörten und verlassenen Welt. Dabei versteht er seine Gemälde als emotionale Selbstportraits, die wie die Ölgemälde alter Meister in einer Art Zeitkapsel verschiedene unsere Zeit umtreibende Aspekte und Stimmungen einfangen, sie anderen Menschen zu einem späteren
Zeitpunkt wieder zugänglich machen und so in Kommunikation mit dem Betrachter treten oder wie Wittfooth selbst sagt, in einer gewissen Art Botschaften in die Zukunft senden. Wittfooth praktiziert diese archaische und zugleich zutiefst ursprüngliche Form der Kommunikation in seinen Gemälden stets in einem feinen Spiel aus altmeisterlich technischer Finesse und fantastisch surrealen Bildwelten.
Tibetisch
6294 20. Jh. Ritualschädel. Präparierter Schafschädel mit eingesetzten Glasaugen und Montierungen aus Messing und Kupferblech, aufwendig getrieben, Altersspuren, Länge 25 cm.
150 €

Luigi Sabatelli (1772 Florenz – 1850 Mailand)
6295 Die Vision Daniels. Radierung auf Velin. 45,4 x 64,5 cm. 1809. Nicht bei Nagler, Le Blanc und HellerAndresen, Kat. Luigi Sabatelli: Disegni e Incisioni, Uffizi, Florenz 1978, Nr. 61. 3.500 €
Der Maler und Radierer Luigi Sabatelli zählt zu den markantesten Vertretern des Neoklassizismus in Italien. Nach dem Kunststudium in seiner Geburtsstadt Florenz lebte und arbeitete Sabatelli zwischen 1789 und 1794 in Rom, wo er mit der neoklassischen Formenwelt vertraut wurde. Insbesondere wurde er von dem Klassizismus Davids angeregt. Die Auffassung des Sublimen, die im Schaffen zeitgenössischer englischer Künstler wie Flaxman und Runciman eine dominierende Rolle spielt, sollte auch Sabatellis Werk grundlegend prägen. Charakteristisch für Sabatellis Zeit ist seine eklektisch gefärbte Themenwahl, die aus Themen der Bibel, der Legende, der antiken Mythologie und der alten griechischen und römischen Geschichte ihre Inspiration schöpft. Die meisterhaft ausgeführte Darstellung der Vision
Daniels ist ein charakteristisches Beispiel dieser neuen, stark romantisch gefärbten Attitude. In einer hochindividuellen, dramatisch bewegten Inszenierung schildert Sabatelli die Erscheinung des alttestamentarischen Weissagers (Buch Daniel 7 : 1–28), in der vier apokalyptische Tiere aus dem Meer heraufsteigen. Mit seiner detaillierten Schilderung der angsterregenden Fabeltiere folgt Sabatelli dem Urtext des Propheten sehr genau. – Prachtvoller, leuchtender und dabei gleichmäßiger Druck auf dem vollen Bogen. Leicht angestaubt, im linken weißen Rand kleine Spuren alter Fadenheftung, leichte vertikale Mittelfalte, oben rechts diagonale Knickspur, weitere nur geringe Alters und Handhabungsspuren, sonst in sehr schöner und originaler Erhaltung.


Christoph Jamnitzer (1563–1618, Nürnberg)
6296 Drei groteske Reiter auf Fabelwesen; Vier Genien im Oval, auf phantastischen Meerestieren.
2 Radierungen. 14,5 x 19,1 cm. (1610). Andresen 15 und 61, Hollstein, aus 1.
1.200 €
Ganz ausgezeichnete, kräftige und satte Abzüge teils mit sehr feinem Wischton und mit schmalem Rand um die in den Ecken abgerundete Plattenkante. Etwas fleckig und angestaubt, sowie teils leicht gebräunt, ein Blatt mit winzigen Heftlöchlein im linken weißen Rand, sonst gut.
6297 Phantastischer Kopf mit thronendem Elefanten; Zwei phantastische Gebilde mit einem Ochsen mit Malerutensilien.
2 Radierungen. Je ca. 14,5 x 18,7 cm. (1610). Andresen 5 und 35, Hollstein, aus 1.
1.200 €
Aus „New Grotteßken Buch / Inventirt gravirt und verlegt / Durch / Christoph Jamnitzer [...]“, um 1610, wie die folgende Losnummer. Ganz ausgezeichnete, kräftige Drucke mit leichtem Wischton und mit schmalem Rand um die in den Ecken angerundete Plattenkante. Etwas fleckig sowie leichte Wasserränder entlang der äußeren weißen Ränder, vereinzelt minimal stockfleckig, sonst gut erhalten.


6298 Fabelwesen und Grotesken.
2 Radierungen. Je ca. 14,2 x 18,1 cm. (1610). Hollstein, aus 1. 1.200 €
Prachtvolle, kontrastreiche Drucke mit Rand. Etwas fleckig und mit Altersspuren, ein Blatt verso mit einer Bleistiftskizze, der Gesamteindruck jedoch sehr gut.
6299 Fabelwesen und Grotesken.
2 Radierungen. Je ca. 14,2 x 18,1 cm. (1610). Hollstein, aus 1. 1.200 €
Prachtvolle, kontrastreiche Drucke mit Rand. Etwas fleckig und mit Altersspuren, der Gesamteindruck jedoch sehr gut.

Brillanter, tiefschwarzer und toniger Abzug mit dem vollen Rand. Geringfügige Altersspuren, sonst vorzüglich erhalten. Selten 6300
Giovanni Andrea Maglioli (Ornamentstecher, tätig in Neapel zwischen 1580 und 1610)
6300 Vexierbild aus Männerköpfen und einem Pferdekopf. Radierung. 13,6 x 9,7 cm.
1.800 €

Giulio Campagnola (um 1482 Padua – um 1516)
6301 nach. Der Astrologe. Kupferstich. 9,6 x 15,2 cm. Nach B. 8, TIB (Commentary).011 C4, Hind 9b.
1.200 €
Zeitgenössische, qualitätvolle Wiederholung nach dem Stich Giulio Campagnolas mit dreizehn anstatt der vierzehn Fenster am Gebäude mit den Kolonnaden. Das seltene, lediglich 22 Blatt zählende Œuvre Campagnolas stellt eine Synthese zwischen den technischstilistischen Neuerungen Dürers und der druckgraphischen Rezeption von Entwicklungen in der venezianischen Malerei des frühen 16. Jahrhunderts dar. Feine tonale Abstufungen erreichte Campagnola durch die Kombination von Kreuzschraffuren und erstmals extensiv eingesetztem Punktierstich, die der technisch versierte Kopist auch im vorliegenden Blatt wiedergibt. Der Erfolg dieses ikonographisch rätselhaften Werkes mit dem liegenden Gelehrten und dem kriechenden Höllentier zeigt sich nicht zuletzt in den fünf überlieferten Kopien aus dem 16. Jahrhundert. – Ganz ausgezeichneter Druck mit breitem Rand um die Plattenkante. Mit leichten Alters und Gebrauchsspuren, eine dünne Papierstelle unten mittig im weißen Rand, sonst in vorzüglicher Erhaltung.
Jan Harmensz. Muller (1571–1628, Amsterdam)
6302 Herkules, die Hydra erschlagend. Kupferstich nach Adriaen de Vries. 49,5 x 36,3 cm. Um 1602. B. 87, Filedt Kok (New Hollstein) 87 IV. Wz. Straßburger Bandenwappen.
4.500 €
Prachtvoller, plastisch modellierender und prägnanter Druck, überwiegend auf die Plattenkante geschnitten, partiell mit der vollen Darstellung. Minimale Altersspuren und Erhaltungsmängel, sonst vorzügliches, unbehandeltes Exemplar.


Agostino Veneziano (eigentl. Agostino dei Musi, um 1490 Venedig – nach 1536 Rom)
6303 La carcasse (la sorcellerie, le spectre oder lo stregozzo).
Kupferstich. 29 x 63,5 cm. B. (Raimondi) XIV, 426 wohl II. 6.500 €
Die Autorschaft des vorliegenden Kupferstiches wird in der neuesten Forschung allein Veneziano zugeschrieben (siehe Norberto Gramaccini / Hans Jakob Meier: Die Kunst der Interpretation. Italienische Reproduktionsgraphik 1485–1600, Berlin/München 2009, S. 162, Nr. 84), entgegen der Annahme, dass Raimondi den Kupferstich angefertigt hat bzw. nach dessen Tod Veneziano die Platte mit seinem Monogramm versehen und den Kupferstich publizierte. Obwohl der Erfinder des modelli, nach welchem Veneziano gestochen hat, wahrscheinlich nie zweifelsfrei identifiziert werden wird (es wurden Michelangelo, Raffael, Bandinelli oder Giulio Romano vorgeschlagen), gehört die Komposition zu den „hinreissendsten Bizarrerien im Kupferstich des 16. Jahrhunderts“. Das mögliche Monogramm überklebt, und mit einer brau
nen Federmarke „RV“ überschrieben, weshalb sich der Druckzustand nicht zweifelsfrei ermitteln lässt. Ausgezeichneter, gleichmäßiger und überwiegend präziser Druck, knapp in die Darstellung geschnitten. Etwas fleckig und teils angeschmutzt, kleinere Randschäden, diese teils ausgebesserte, die obere rechte Ecke ergänzt und mit feiner Federretusche, die teils gesprungene vertikale Mittelfalte mittig unauffällig ausgebessert und geschlossen, weitere ausgebesserte Erhaltungsmängel, aufgezogen. Selten.
Turin
6304 2. Hälfte 18. Jh. Geharnischtes Tier mit Schuppenpanzer, Stacheln und Entenfüßen sowie ein Insekt mit langem Rüssel. Aquarell auf Bütten, verso zwei Figuren mit Stachelhauben in orientalischen Gewändern. 34 x 22,4 cm.
4.500 €



Laurie Hogin
(geb. 1963 in Chicago, lebt in Mahomet, Illinois)
6305 „American Trilogy #1. A Jingo Monkey About to Devour His Cake (Thinking he can have his cake and eat it, too)“.
Öl auf Birkenholz. 45,7 x 45,7 cm. Verso mit schwarzem Stift signiert, datiert und betitelt. 2018.
5.000 €
Laurie Hogins Kreatur ist ein überzeugend bösartiges und aggressives Wesen. Dabei trägt sie durchaus menschliche Züge. Die grell giftigen Farben des Pelzes erinnern an ein billiges Plüschtier aus den Greifautomaten in Autobahnraststätten – eine Abart, die nicht mehr harmlos, niedlich und liebenswürdig ist, sondern manisch, böse und gefäh rlich wie ein in die Enge getriebenes Raubtier. Hogins allegorische Tierdarstellungen sind zwischen Ironie und Sarkasmus schwankende Kommentare zur aktuellen kulturellen und politischen Situation in den USA: Hurrapatriotismus, Maßlosigkeit, Entfremdung von der Natur, eine Gesellschaft, die sich am Überfluss vergiftet. Ein kreischen
der Affe taugt gegenwärtig sogar als Sinnbild für die Besetzung des höchsten Staatsamtes. Die Künstlerin verbindet Elemente aus Werbung und Popkultur mit Merkmalen holländischer Altmeisterporträts und schafft Werke, die in ihrer Schönheit und ihrem Horror gleichermaßen anziehend und abstoßend sind. Bevor sie am School of the Art Institute in Chicago studierte, schloss Hogin an der Cornell University das Studium der Kunst und der Kulturanthropologie ab. Ihre Werke werden heute international ausgestellt und befinden sich u.a. in den Sammlungen der New York Public Library, der MacArthur Foundation und der Addison Gallery of American Art
6306 American Trilogy #2. A Jingo Monkey Surprises Himself.
Öl auf Birkenholz. 45,7 x 45,7 cm. Verso mit schwarzem Stift signiert, datiert und betitelt. 2018.
5.000 €

6307 American Trilogy #3. A Jingo Monkey Beating on the Skull of a Patriot. Öl auf Birkenholz. 45,7 x 45,7 cm. Verso mit schwarzem Stift signiert, datiert und betitelt. 2018.
5.000 €

Johann Michael Frey (1750 Biberach – nach 1818 Augsburg)
6308 Das Affenkonzert. Radierung nach Gottlieb Heß. 17,9 x 23,5 cm. Le Blanc 4. 1.200 €
In ihrer Leichtigkeit und ihrem humorvollen Esprit ist die Darstellung des „Affenkonzerts“ ein charakteristisches Beispiel für die Augsburger Graphikproduktion des Rokoko. Das exotische Ensemble, bestehend aus einem Cembalospieler, Streichern, einem Flötisten sowie einem Fagottisten und einem Trommler begleitet zwei Sängerinnen, welche die aufgeschlagene Partitur auf ihrem Schoß halten. Vorne liegt ein Notenblatt mit dem Namen des Komponisten, eines gewissen „Sig. Cucurucu“. Mit leichtem Strich hat Frey die Kleidung der Musikanten und pittoreske Details, wie Allongeperücken, Spitzenhäubchen und Federmützen beschwingt und treffsicher charakterisiert. – Ausgezeichneter, gegensatzreicher Druck mit Rand. Geringfügige Altersspuren, sonst vorzüglich erhalten.

Pieter van der Borcht (1535/45 Mecheln – 1608 Antwerpen)
6309 Kragenatelier (Zimmer mit Affen beim Reinigen und Reparieren von Halskragen).
Kupferstich und Radierung. 21,1 x 28,2 cm. Nicht in Hollstein, Mielke (New Hollstein) 192 II. Wz. Reichsapfel (?).
1.800 €
Aus einer insgesamt 18 teiligen Folge mit verschiedenen genrehaften und alltäglichen Szenen des Lebens dargestellt durch Affen, einige der Darstellungen sind von Pieter Brueghel inspiriert. Prachtvoller, äußerst prägnanter und klarer Abzug, meist mit sehr feinem Rändchen um die Plattenkante, sonst auf diese geschnitten, unten der Schrif trand teils angeschnitten. Geringe Gebrauchsspuren, winziges Rostfleckchen, sonst tadellos schön erhalten.

6310 2. Hälfte 18. Jh. Hyäne auf einem Grasstück. Aquarell und Gouache auf Bütten, verso in schwarzem Stift eine Amphore. 33,1 x 22,2 cm.
4.500 €

Agostino Veneziano
(eigentl. Agostino dei Musi, geb. um 1490 in Venedig)
6311 Der chimärische Drache und die Biene. Kupferstich nach Marcantonio Raimondi. 8,1 x 12,5 cm. B. XIV, S. 307, 406.
800 €
Prachtvoller Druck an die Einfassungslinie geschnitten, oben links minimal knapp. Geringe Altersspuren, dünne Stellen hinterfasert, sonst sehr schönes Exemplar. Sehr selten
Italien
6312 wohl 19. Jh. Türknauf in Form eines Drachen. Eisenguss. Höhe ca. 6 cm, Breite 7 cm. Am Sockel mit der Bezeichnung und Modellnummer „F.T. 384“.
450 €


Luigi Sabatelli – nach (1772 Florenz – 1850 Mailand)
6313 „Homines ratione destituti“ – Eine Sphinx von wilden Kreaturen umgeben.
Radierung von Damiano Pernati (1769–1841). 27,6 x 22,5 cm 1794. Katalog Luigi Sabatelli Disegni e Incisioni, Florenz 1978, S. 33, 3058.
1.800 €
Nach einem Motto des Humanisten Erasmus von Rotterdam. Ausgezeichneter Druck mit breitem Rand. Leichte Altersspuren, sonst sehr gut erhalten. Selten.
Cornelis Floris II (1514–1575, Antwerpen)
6314 nach. Groteskenornament mit Flussgott und phantastischen Wasserlebewesen.
Kupferstich von Johannes und Lucas van Doetecum. 30,5 x 20,7 cm. 1556–57. Hollstein, aus 1441, Nalis (New Hollstein: Doetecum) 39. Wz. Schlangenstab (?).
800 €
Aus der Folge von 16 Blatt mit Dekorationen und Grotesken. Prachtvoller, tiefschwarzer Druck mit Rand. Entlang des oberen Randes der Darstellung Falte von alter Bindung, minimal fleckig und leicht angestaubt, sonst noch sehr gut erhalten.


Josef Mocker (1835 Cítoliby, Böhmen – 1899 Prag)
6315 Modell für einen Wasserspeier in Form eines Ebers. Gipsmodell. 15 cm (Höhe ) x 21 cm (Breite) x 56 cm (Tiefe).
Auf dem Sockel mit der gemalten Ziffer „1[...]“ (getilgt). Um 1885.
2.400 €
Der Bau des Prager Veitsdoms begann im 14. Jahrhundert unter Matthias von Arras und Peter Parler und nahm in der Folge beinahe 600 Jahre in Anspruch. 1872 wurde der außergewöhnlich talentierte Absolvent der Wiener Akademie Josef Mocker mit dessen Fertigstellung betraut. Mocker zählt zu den bedeutendsten Vertretern der Neogotik und vertrat eine rigorose und puristische Auslegung der architektonischen Normen der französischen und mitteleuropäischen Hochgotik. Während seiner zwanzigjährigen Arbeit am Dom ergänzte er unter anderem die noch vorhandene gotische Bauplastik, darunter die an der Außenseite angebrachten Wasserspeier. Die noch auf von Arras und den Parlern zurückgehenden Gargoyles waren Teil eines komplizierten Systems zum Ableiten von Regenwasser. Darüber hinaus traute man den dämonischen Fratzen und Wesen einen geheimen Abwehrzauber zu, der das Böse vom Inneren des Domes fernhalten sollte. Jedoch hatten nur wenige der als Monstren, Pflanzen, Tiere

und Menschen gestalteten Plastiken bis ins 19. Jahrhundert überdauert. Diese ergänzte Mocker ab 1885 um rund 60 Figuren. Die Modelle für die mannshohen Wasserspeier aus Sandstein schuf er zunächst in verkleinertem Maßstab als Gipsmodelle. Drei dieser Vorlagen – sämtlich heute noch in der ausgeführten Version am Dom erhalten – liegen hier als Beispiel für Mockers Arbeit im Sinne gotischer „Stilklarheit“ vor.
6316 Modell für einen Wasserspeier in Form einer Chimäre.
Gipsmodell. 15 cm (Höhe) x 25 cm (Breite) x 55 cm (Tiefe).
Auf dem Sockel mit der gemalten Ziffer „3“. Um 1885.
2.400 €
6317 Modell für einen Wasserspeier in Form eines Greifs.
Gipsmodell. 15 cm (Höhe) x 26 cm (Breite) x 57 cm (Tiefe).
Auf dem Sockel mit geritzter Ziffer „8“. Um 1885.
2.400 €


Niederländisch
6318 1655. Slowakischer Zyklop mit Menschenkopf. Aquarell über schwarzer Kreide. 29,2 x 40 cm. Am Oberrand bezeichnet „Factum in Pago Jahodnik in sito ad oppidum Szent Marton in Co(mi)t(a)tum Thurocoemsi Anno 1655 die 30 April“. Wz. Doppelkopfadler.
3.500 €
Am 30. April 1655 beobachtete unser Zeichner in dem kleinen slowakischen Dorf Jahodnik nahe der Stadt Turz SanktMartin eine Laune der Natur, die ein seltsames, fremdartiges Tier hervorbrachte. Es hat die Statur eines Kalbes, nur der Kopf und das Gesicht sind andersartig geformt. Der Kopf hat einen Auswuchs, eine Art Horn, dessen Ende das Gesicht eines Menschen ziert und anstelle zweier Augen hat das Tier lediglich eines („oculus“). Sehr wahrscheinlich handelt es sich hier um ein missgebildetes Kalb, das mit seiner abnormalen Gestalt die Menschen in Unruhe versetzt haben muss – galten solche von der Norm abweichenden Erscheinungen doch bereits seit dem Mittelalter als schlimmes Omen oder Zorn Gottes. Diese Monstra, wie missgebildete Föten in der Frühen Neuzeit genannt wurden, wirkten sowohl abschreckend als auch faszinierend (siehe Rosemarie Zeller: Monstren in der frühen Neuzeit Warnzeichen und naturwissenschaftliche
Kuriosität, als Vorauspublikation im Rahmen der Tagung „Spinnenfuss und Krötenbauch“ - Teratologie und Symbolik der Mischwesen von der Antike bis ins 21. Jahrhundert am 8. Oktober 2005 in Zürich, Onlinepublikation, S. 1–17). Seit dem 16. Jahrhundert werden die Nachrichten über Monstren auch auf Flugblättern und in Schriften verbreitet und sind Gegenstand von unterhaltenden Erzählungen oder moralischtheologischen Diskursen (op. cit. S. 2). Eine ganze Reihe an berühmten Monstren hat es in die Literatur und auf Flugblätter geschafft, wie die Piemonteser Missgeburt oder das Monstrum von Navarra (um 1578) – das wie unser Monster nur ein Auge hatte (op. cit. S. 3–5, 7). Viele dieser Flugblätter gehen einher mit der allgemeinen Ermahnung zum moralisch richtigen Leben und dass Gott mit diesen Sonderheiten eine Warnung sendet. Rosemarie Zeller schreibt in ihrem Aufsatz über die Monstren der Frühen Neuzeit, dass „die tierischen Aspekte des Monstrums [...] auf die sündhafte Natur des Menschen, auf seine tierischen Seiten, aber auch auf Laster wie Geiz und Bosheit“ verweisen und „[d]as eine Auge auf der Stirn des Navarreser Monstrums wird als Zyklopenauge gedeutet und die Zyklopen wiederum als Menschenfresser“ (op. cit. S. 5). Die Dokumentation dieses slowakischen Zyklopen ist in Anbetracht der vielen Diskussionen um die Bedeutung solcher Monstra und deren Verbreitung durch Schriften und Flugblätter im 17. Jahrhundert keine Sonderheit, sondern trifft den Nerv der Zeit.
Albrecht Dürer (1471–1528, Nürnberg)
6319 Die Missgeburt eines Schweines. Kupferstich. 11,9 x 12,8 cm. Um 1496. B. 95, Meder 82 h. Wz. Kleines Stadtwappen.
900 €
Provenienz: Aus einer unbekannten Sammlung H.S. in Hamburg oder Heidelberg (Lugt 1372a).
Ausgezeichneter Druck mit der vollen Darstellung. Das Papier etwas vergilbt, ein teils geschlossener Einriss oben links, ergänzte Stelle am oberen Rand, vereinzelte Federretuschen am linken Rand, weitere geringe Alters und Gebrauchsspuren.
Italienisch
6320 17. Jh. Die doppelköpfige und die vierbeinige Gans. Radierung. 9,7 x 13,7 cm.
300 €
Wiederholung nach den Tafeln auf S. 564 und 626 aus „Monstrorum Historia“ von Ulyssis Aldrovandi, Bologna 1642. Prachtvoller Druck mit Rand. In sehr guter Erhaltung.
Deutsch
6321 16. Jh. Das Mönchskalb zu Freiberg. Holzschnitt nach Lucas Cranach. 14,5 x 9,4 cm.
450 €
Ausgezeichneter Druck mit schmalem Rand, oben mit dem typographischen Titel. Geringe Alters und Gebrauchsspuren, schwache Mittelfalte verso, sonst gut.



Franz Anton von Scheidel (1731–1801, Wien)
6322 Studien zu einer Fledermaus: Die Herznase und die Trichternase.
Aquarell über schwarzem Stift. 33 x 48 cm. Oben rechts und unten links jeweils in schwarzer Feder eigenhändig bezeichnet „Vesp: Spectrum“ sowie „Vesp: Spasma. Der Ratze.“. 4.800 €
Guillaume Duvivier (tätig in Liège vor 1666)
6323 Die Versuchung des hl. Antonius. Kupferstich nach Anton van Heuvel. 31,5 x 24,7 cm. HellerAndresen 3, RobertDumesnil 3. 800 €
„Cette composition amplement ornée de démons sous toutes sortes de formes, est d‘une savante exécution et très curieuse“, so die begeisterte Beschreibung RobertDumesnils, der insgesamt nur acht Blatt dieses flämischen Künstlers verzeichnet. Das seltene Blatt in einem ganz ausgezeichneten, gleichmäßigen und klaren Abzug mit feinem bzw. schmalem Rand um die klar zeichnende Plattenkante. Geringe Alters und Gebrauchsspuren, sonst tadellos schön.



Félix Hilaire Buhot (1847 Valognes – 1898 Paris)
6324 Le peintre de marine ou Le jour du terme. Radierung mit Kaltnadel auf feinem Japanbütten. 13 x 20,8 cm. Boucard Goodfriend 146 IV.
800 €
Prachtvoller, atmosphärischer Druck mit feinem Plattenton und mit schmalem Rand. Dort rechts oben unbedeutend fleckig, sonst tadellos schön erhaltenes Exemplar. Unten mittig mit dem großen, roten Stempel Buhots, den der Künstler auf seinen großen Blättern als Garantie anbrachte (Lugt 977).
6325 um 1920. „Wilde Fahrt“ – Der Tod mit dem Alp im Nacken.
Aquarell. 22,8 x 21 cm.
400 €
Der Tod paddelt um sein Leben. Im Nacken sitzt ihm der Alp: Der Seesack ist zu einem Wesen mutiert mit vorgestülpten Augen, die Lederriemen geben die fliegenden Haare. Der Tod bemerkt den phantastischen Beifahrer nicht und rast mit ihm ins Verderben.

Kley (1863 Karlsruhe – 1945 München)
6326 Spukgestalten. Gouache und Tusche auf Karton. 17,8 x 12 cm. Um 1910.
2.400 €
Provenienz: Aus dem Nachlass des Künstlers. Privatsammlung Süddeutschland.

Edmund Steppes (1873 Burghausen – 1968 Deggendorf)
6327 „Ungetüm“ (Zerborstener Weidenstumpf).
Feder in Braun auf Bütten. 25,6 x 18,4 cm. Unten rechts monogrammiert und datiert „Edm. St. 1922“. 1.500 €
Zeugnisse für den künstlerischen Willen in Bäumen, Wolken, Steinformationen und anderen Gebilden der Natur Gesichter oder gar ganze Wesen zu sehen, kommen in der Kunst der Neuzeit seit dem 15. Jahrhundert vor. Von Leonardo und Dürer über die Romantiker bis hin zu den Surrealisten wie Max Ernst haben die Künstler immer
wieder Menschliches oder Kreatürliches in Naturformationen hineingedeutet. In dieser Tradition steht auch das BaumUngetüm von Steppes, das an das Unterbewußte des Betrachters appelliert. Dieser erahnt in den kahlen Äste mal Schneckenfühler mit Augen, mal greifende Arme einer fallenden Figur.

Rodolphe Bresdin (1825 Ingrande – 1885 Sèvres)
6328 Le bon Samaritain. Lithographie auf doppelt gewalztem China. 56,6 x 44,6 cm. (1861). Van Gelder 100, II.–III. Auflage (von V) von 1867. 4.500 €
Ein undurchdringliches Dickicht aus Büschen und Bäumen, Palmblättern, kahlen Ästen knorriger Eichen, hohen Farnen und stacheligen Disteln füllt das großformatige Blatt aus. Affen, Eulen, Fledermäuse und andere Lebewesen, die der Phantasie des Künstlers entsprungen sind, bevölkern den unheimlichen Wald, aus dem zahlreiche Augen den Betrachter anzublicken scheinen. Bresdin nimmt
mit dieser zwischen Traum und Alptraum oszillierenden Bildschöpfung die am Phantastischen orientierte Kunst der Surrealisten vorweg. – Prachtvoller, gegensatzreicher Druck auf doppelt gewalztem China und mit den typischen Merkmalen der zweiten bzw. dritten Auflage: das blind gedruckte Blatt unterhalb der Lanze und die vogelartige Fehlstelle unten im Schilf am Wasser, jedoch noch vor weiteren Schraffuren auf der Hand des Liegenden. Vereinzelt minimal (weiß )fleckig sowie geringfügig vergilbt, unauffällig und säuberlich ausgebesserte Läsuren vornehmlich im unteren weißen Rand, teils leicht wellig, das doppeltgewalzte China vereinzelt leicht abgelöst und neu auf ein modernes WinsorNewtonPapier aufgebracht, im Gesamteindruck jedoch sehr gut.

Johann Heinrich Füssli
(auch Henry Fuseli, 1741 Zürich – 1825 Putney Hill bei London)
6329 nach. Der Nachtmahr – Der Alp drückt eine schlafende Frau.
Radierung in Punktiermanier von Laurede. 23,5 x 26 cm. Wz. Schrift.
400 €
Johann Heinrich Füssli thematisierte in seinem Werk immer wieder die Welt der Träume und Visionen, oft des Grauens, und er wurde dabei von englischen Gespenstergeschichten inspiriert. In seinen Bi ldern verliert die konkrete Welt des Äusseren an Faszination gegenüber der Welt des Subjekts. – Ganz ausgezeichneter Druck auf bzw. knapp innerhalb der Plattenkante geschnitten. Leicht stockfleckig und mit nur leichten Gebrauchsspuren, auf ein Fensterpassepartout einer Albumseite montiert, sonst sehr gut. Beigegeben nach Guido Reni „L‘instruction satirique“ (auf dieselbe Albumseite montiert).
Julius Diez
(1870 Nürnberg – 1957 München)
6330 „Es spukt“.
Farbkreiden auf Leinwand, mit festem Papier hinterlegt und auf Keilrahmen aufgezogen. 100 x 70 cm. Signiert und datiert in schwarzer Kreide unten rechts „IVI / Diez / 1902“ und betitelt in weißer Kreide „Es spukt“.
4.000 €
Achtzehn vermummte, nonnenartige Gestalten mit klauenartigen Füßen ziehen mit Kerzen in der Hand in einem gespenstischen Zug zu einem spitzbogigen Portal. Eine Tür wird von der Anführerin einen Spalt geöffnet und man erahnt ein gleissendes Licht im Inneren. Hinter ihr tragen zwei Prozessionsteilnehmer ein sargähnliches Gebilde, gefolgt von einer jungen, nackten Rothaarigen. Sie presst ihr Gesicht schamvoll in die linke Hand. Nur eine Gestalt am Ende des Zuges hebt ihren Blick Richtung Tür und deren Gesicht ist im Profil zu sehen. Der vielfach talentierte Julius Diez studiert 1888–1894 an der Münchener Akademie. Mitte der 1890er wird er Mitarbeiter bei den Zeitschri ften Pan, Jugend und Simplicissimus. 1907 wird er zum Professor an der Kunstgewerbeschule München, ab 1923 zum Professor für Plakatkunst an der dortigen Akademie ernannt. Diez findet frühzeitig zu einem eigenen Stil. Teils mit grotesken, teils mit ganz modernen Formen findet er eine sehr eigene Verbindung von Mythos und Allegorie, bleibt aber, wie in vorliegendem Fall, auch gerne im völ lig rätselhaften und überläßt dem Betrachter das Fortspinnen des Gesehenen.

Kawanabe Kyosai (1831 Koga – 1889 Tokio)

6331 „Widerstand ist zwecklos“ (Nagai mono ni wa makarero).
Farbholzschnitt (Koban). 18 x 11,8 cm. 1863–66. 600 €
Aus der Serie „Kyosai hyakuzu“ (100 Bilder des Kyosai). Im japanischen Volksglauben existieren eine Vielzahl von Geistern oder Monstren, genannt Yokai oder Mononoke, die von harmloseren Quälgeistern bis zu grauenerregenden gefährlichen Wesen reichen. Das hier dargestellte Monster erinnert in seiner Gestalt an einen Oktopus mit roter,
lanzenförmiger Zunge und zwei Köpfen. Es ist im Begriff, dass in seinen Tentakeln befindliche Opfer zu verspeisen. Der Titel in Form eines japanischen Sprichwortes bedeutet in diesem Fall soviel wie „Widerstand ist zwecklos“. – Ausgezeichneter, farbfrischer Druck mit Rändchen.

6332
Alfred Kubin
(1877 Leitmeritz/Böhmen – 1959 Wernstein)
6332 Facsimiledrucke nach Kunstblättern. Hrsg. von Hans von Weber. Vorwort von H. Holzschuher. Titel, 1 Bl. (Text) und 15 Bl. Facsimiles. 46 x 36 cm. Lose Blatt in OHalbleinenMappe (etwas lichtrandig). Auflage 1000 Ex. München, Hans von Weber, (1903). Raabe 8. Horodisch 223.
1.500 €
In der nach Kubins Freund und Verleger Hans von Weber benannten Mappe finden sich Motive des Grauens und des Alptraums. Exemplar der Normalausgabe mit der faksimilierten Signatur nebst Bildunterschrift des Künstlers. Erste selbstständige Veröffentlichung des Künstlers. „Mit den vorliegenden Blättern tritt der junge, österreichische Künstlerphilosoph Alfred Kubin, dessen verschiedene Ausstellungen in Berlin, München etc. berechtigtes Aufsehen erregten, zum ersten Male vor eine breitere Öffentlichkeit“ (Vorwort Hanns Holzschuher). – Gering gebräunt; sehr gutes Exemplar, hier mit dem oft fehlenden typographischen Titelblatt.

6332

Niederländisch
6333 18. Jh. Album mit Darstellungen von Käfern, Spinnen, Schmetterlingen, Heuschrecken, Libellen, Raupen und weiteren Insekten.
Ca. 64 Blatt, einseitig bezeichnet, Aquarell und Gouache, teils über Spuren von schwarzer Kreide, wohl von anderer Hand das Wappen der Grafen zu Königsegg, dieses bezeichnet „Karl Hillmayer fecit“. Grüner Pappband des 19. Jh. mit MoiréePrägung (leicht fleckig, bestoßen und berieben).
Quer4to. Wz. C & I Honig mit Nebenmarke VI.
8.000 €
Äußerst qualitätvolle, detaillierte und naturgetreue Studien in der Tradition der flämischen Maler Joris und Jacob Hoefnagel sowie Jan van Kessel d. Ä.




Niederländisch
6334 19. Jh. Käfer mit schwarz weiß geflecktem Panzer. Aquarell. 7,9 x 9,3 cm. Auf dem Untersatzkarton von alter Hand bez. „Door J B v: Drelen te Utrecht“.
600 €

Japanisch
6335 Vase mit Käfer.
Bronze. Höhe 21 cm. Signiert am Boden mit drei kalligraphischen KanjiZeichen, wohl „Shin Taiha“. Japan, Meiji (1868–1912).
300 €
Der Künstlername deutet möglicherweise auf eine buddhistische Künstlergemeinschaft.
Peter Withoos (1654 Amersfoort – 1693 Amsterdam)
6336 Studienblatt mit vier Insekten und einer Spinne. Aquarell. 16,9 x 23,5 cm. Wz. Siebenzackige Schellenkappe.
4.500 €
Provenienz: Aus der Sammlung Jacques und Galila Hollander, Belgien.
Niederländisch
6337 um 1800. Studienblatt mit fünf Käfern.
Aquarell, teils mit Gummi arabicum, auf Velin. 21,5 x 27,3 cm.
2.400 €



Alois Auer (1813 Wels – 1869 Wien)
6338 „Mikrotypie (Mikrofotografie) einer FöhrenSpinne, 3000 Mal vergrößert“.
Salzpapierfotografie (24,5 x 19 cm) aufgezogen auf dünnen Orig. Karton mit den typographischen Angaben zum Objekt. 1853. Aus „Faust. Poligrafischillustrirte Zeitschrift für Kunst, Wissenschaft, Industrie und geselliges Leben“. Wien 1857.
1.200 €
Leichte Aussilberungen im oberen und unteren Rand, sonst sehr gut erhalten.
Deutsch
6339 19. Jh. „Was ist doch das? Ein Floh gesehen durch ein Vergrößerungsglas.“
Feder und Pinsel in Braun. 16 x 18,1 cm. Eigen. bez. in brauner Feder „Was ist doch das? Ein Floh, Herr Petter und Frau Caas, gezeichnet durchs Vergrößrungsglas“.
300 €
6340 2. Hälfte 19. Jh. Brennnesselblattlaus (Ch. Urticae, le Faux-puceron de l’Ortie).
Deck und Wasserfarben auf Bütten. 33,6 x 42,7 cm. Oben rechts in Feder nummeriert „79“ sowie unten rechts mit wohl eigenhändiger ausführlicher Beschreibung in brauner Feder. Wz. „F. DELMORO. 1862“.
900 €
„[D]er haarigte Körper macht diese Nymphe sehr eckelhaft“. Nicht gerade nett beschreibt der anonyme Autor dieser Legende die winzige „Nymphe des Neßelblattsäugers“ (Ch. Urticae, le Faux-puceron de l’Ortie), die unter dem Mikroskop jedoch höchst „abenteuerlich“ auszusehen scheint. Beigegeben eine weitere Zeichnung mit der Darstellung eines BlaukopfSchmetterlings „Le double Omega“, oben rechts mit der Nummer „78“ und mit einer handschriftlichen Legende. Zwei weitere Zeichnungen mit wunderlichen Tieren von der Hand desselben Zeichners haben wir im Jahr 2017 (Auktion 109) unter den Losnummern 6687 und 6688 angeboten.



Präparat
6341 „ Agathe“. Vogelspinne (Theraphosidae). Präparat, montiert in einen Schaukasten. 16,5 cm (größte Ausdehnung); 25,3 x 25,3 cm (Schaukasten). 21. Jh.
300 €

Rochus van Veen (um 1660–1693 Beverwijk)
6342 Studie eines Gelbbauchgirlitz (Crithagra flaviventris), auf einem dürren Ast stehend, mit Spinne. Aquarell. 19 x 22,5 cm. Unten links mit dem Fragment einer eigenh. Bezeichnung und Datierung „..usie/ [1]667.“ Wz. Siebenzackige Schellenkappe mit Anhänger Dreiberg. 2.800 €

Jan van Kessel (1626–1679, Antwerpen)
6343 Umkreis. Studienblatt mit Vögeln und Fischen. Gouache und Aquarell auf Pergament, aufgezogen. 23 x 31,8 cm.
2.400 €
Hans Hoffmann (1530 Nürnberg – um 1591/92)
6344^ Blauralle.
Gouache, silhouettiert und auf ein altes Bütten montiert. 15,5 x 20 cm. Unten rechts von fremder Hand bez. „Hondecoeter.“, oben links nummeriert „24“.
2.800 €
Provenienz: Düsseldorf, Privatsammlung.
Dorotheum, Wien, Auktion am 4. November 2010, Los 197 (mit Abb.).
Bei dieser wie auch der folgenden Gouache handelt es sich nach Einschätzung von Dr. Rainer Stüwe um hervorragende Werke des Prager Hofmalers Hans Hoffmann aus dessen Nürnberger Zeit von etwa 1580 85, bevor der Künstler dem Ruf Kaiser Rudolf II. an den Hof
nach Prag folgte. Stilistisch vergleichbar sind etwa die signierten Tierzeichnungen Hoffmanns mit Darstellungen eines Frosches, eines Pirols, eines Kronenkranichs, Buchfinks oder eines Pfaues (Rainer Stüwe: Dürer in Kopie - Die Gemälde und Graphiken der Nürnberger Dürer-Kopisten des 16. und 17. Jahrhunderts, Heidelberg 1997, S. 66–99, Kat. Nr. 70–76). Die äußerst detaillierte Strichführung und Farbwahl gepaart mit dem wachen Blick des Tieres findet sich sowohl auf unseren Zeichnungen wie auch bei den genannten signierten Werken. Charakteristisch für diese Schaffensphase ist auch die subtile Schattierung um die Vogelkrallen, die diese gekonnt mit dem Untergrund verbinden.
Hans Hoffmann
6345^ Kuckuck.
Gouache, silhouettiert und auf ein altes Bütten montiert. 16 x 20 cm. Unten rechts von fremder Hand bez. „Hondecoeter.“, oben links nummeriert „22“.
2.800 €
Provenienz: Wie bei Los 6343.



Thomas Ringel (1961 Berlin – lebt und arbeitet ebenda)
6346 Archaeopteryx.
Bronzerelief. 45,8 x 37,5 cm. [2017]. Auf der Unterseite monogrammiert und nummeriert „T.R. I/XII“. Mit dem Stempel der Bronzegießerei Frank Herweg, Berlin. 1.800 €
Der Archaeopteryx lebte vor ungefähr 150 Millionen Jahren in einer subtropischen, von einem flachen Meer bedeckten Landschaft im heutigen Bayern. Mehreren Fossilienfunden aus dem Altmühltal verdanken wir unser heutiges Wissen. Er hatte Federn und Flügel, einen Reptilienkopf und zähne und einen langen Schwanz mit Wirbeln. Der Urvogel gilt als ein Bindeglied zwischen Sauriern und Vögeln. Der erste Skelettfund eines Archaeopteryx („Londoner Exemplar“) gelang 1861 bei Solnhofen, zwei Jahre nachdem Charles Darwin seine Evolutionstheorie „Über den Ursprung der Arten“ (On the Origin of Species) veröffentlichte. Bereits wenige Monate nach dem Fund erwarb das Londoner Natural History Museum das Fossil auf Betreiben von Richard Owen, einem erklärten Gegner der Theorien Darwins.
Damit wollte er verhindern, dass dessen Theorie durch den Urvogel gestützt wird. So blieb das Exemplar lange unter Verschluss und erste Untersuchungsergebnisse wurden nur zögerlich veröffentlicht. 1876 wurde bei Eichstätt ein zweiter Archaeopteryx gefunden. Dieses „Berliner Exemplar“ gilt mit seinen Federabdrücken und dem sich deutlich abzeichnenden Schädel als das bis heute schönste und am besten erhaltene Stück. Der Finder Jakob Niemeyer tauschte den Fund für eine Kuh ein. Nach mehreren Besitzerwechseln konnte es 1879 mit Hilfe des Industriellen Werner von Siemens für die ungeheuere Summe von 20 000 Goldmark für das Mineralogische Museum der HumboldtUniversität zu Berlin erworben werden. Die Universität konnte dem Leihgeber zwei Jahre später die Kaufsumme erstatten. Seitdem gehört es dem Museum für Naturkunde in Berlin und ist dort seit 2007 dauerhaft ausgestellt. Bis zum heutigen Tag konnten zehn weitere Exemplare des Archaeopteryx gefunden werden, zuletzt 2010 in einem Erlebnissteinbruch in Schamhaupten im Landkreis Eichstätt. Thomas Ringel, der sich nach eigenen Worten bereits als Kind für den Urvogel begeistert hatte, gelingt, mithilfe des Mediums Bronze, eine beeindruckend minutiöse und detailgetreue Umsetzung der Berliner Vorlage.

Richard Müller (1874 Tschirnitz, Böhmen – 1954 Dresden)
6347 Die Gegner. Radierung auf festem Kupferdruckpapier. 21,4 x 41 cm. 1915. Signiert unten rechts „Rich. Müller“. Günther 76.
300 €
Prachtvoller, gratiger und sehr feiner Druck mit zartem Plattenton, feinen Wischkritzeln und breitem Rand. Leichte Alters und Gebrauchsspuren, minimale Verbräunung an den äußeren Rändern, kleiner Wasserfleck am unteren weißen Rand, sonst in guter Erhaltung.
Kurt Meyer-Eberhardt (1895 Leipzig – 1977 München)
6348 Die Adjutanten: Drei Marabus in der afrikanischen Steppe.
Schwarze Kreide und Gouache auf Karton. 60,6 x 48,3 cm. Unten links signiert „MeyEberhardt“.
600 €


Arianna Fioratti Loreto (geb. 1967 in New York City)
6349 „Guinea Fowl“ – Helmperlhuhn im Profil nach rechts. Feder in Schwarz auf festem, genarbtem Papier. 70 x 50 cm. Verso signiert und datiert „Arianna Fioratti Loreto, 2018“.
2.400 €
Das Helmperlhuhn (Numida meleagris) ist ein ursprünglich ausschließlich in Afrika verbreiteter Vogel, der sowohl in Savannen als auch in Wäldern lebt. Es ernährt sich zu fast 90 % pflanzlich, es finden sich aber auch Termiten, Grashüpfer, Schnecken, Tausendfüßer und Zecken auf seinem Speiseplan. Das Perlhuhn gehört zu den ersten Vögeln, die vom Menschen domestiziert wurden.

Arianna Fioratti Loreto
6350 „Shoebill“ – Schuhschnabel en face. Feder in Schwarz auf festem, genarbtem Papier. 70 x 50 cm. Verso signiert und datiert „Arianna Fioratti Loreto, 2018“. 2.400 €
Der tagaktive Einzelgänger verharrt oft lange Zeit bewegungslos im Sumpf oder am Seeufer. Lediglich im Moment des Beutefangs legt er eine größere Aktivität an den Tag, sonst ist sein Verhalten von langsamen und bedächtigen Bewegungen geprägt. Obwohl er problemlos fliegen kann, nutzt er diese Fähigkeit nur selten. Sein Schnabel ist in der gesamten Tierwelt ohne Vergleich.

Paul Neuenborn (1866 Stolberg – 1913 München)
6351 „Nimmersatte“: Störche beim Tümpeln. Öl auf Leinwand. 58,6 x 42,7 cm. Unten links „PNeuenborn“, verso auf dem Keilrahmen ein altes Klebeetikett mit dem Namen des Künstlers, dem Titel „Nim[mersatte]“, dem Besitzvermerk „P. Neuenborn“ sowie dem Preis „500 Mark“.
1.500 €
Der Nimmersatt, der zur Gattung der Störche (Ciconiidae) gehört, ist ein großer, langbeiniger, langhalsiger Vogel. Auffallend ist vor allem sein leuchtend orangeroter Schnabel. Die Heimat des Nimmersatt ist Afrika. Aber auch auf Madagaskar ist der Vogel beheimatet. Er lebt häufig in flachen Küsten und Binnengewässern, wo er auf Sandbänken und im Flachwasser nach Nahrung sucht. Bei der Nahrungsaufnahme zählt der Nimmersatt nicht gerade zu den aktivsten Jägern: Seine Jagdstrategie besteht darin, langsam durch seichtes Wasser zu waten und dabei seinen geöffneten Schnabel ins Wasser zu halten, diesen
dabei hin und her zu bewegen und zu warten, ob etwas Fressbares vorbeischwimmt. Sein langer Schnabel ist an der Spitze mit Tastsinneszellen ausgestattet, diese bewirken ein reflexartiges Zuschnappen sobald ein Beutetier den Schnabel streift. Wie der Vogel, der im Engl ischen Yellow-billed Stork (Gelbschnabelstorch) heißt, zu seinem deutschen Beinamen „Nimmersatt“ gekommen ist, ist nicht ganz klar. Vielleicht erhielt er den Namen aufgrund seines ehemaligen Gattungsnamens Tantalus. Der griechische König Tantalus wurde zur Strafe für seinen Hochmut von den Göttern in die Unterwelt verbannt, wo er hungern und dürsten musste. Die Früchte und das Wasser, die ihn umgaben, wichen zurück sobald er danach griff. So hungerte Tantalus und wurde nimmer satt. Möglicherweise erinnerte sich der frühe Naturforscher an diesen altgriechischen Mythos, als er den Vogel benennen sollte, der mit stets geöffnetem Schnabel im Wasser einherschritt und scheinbar vergeblich auf Beute hoffte.
6352 18. Jh. „The Adjutant from the East Indies“ –SundaMarabu im Profil nach links.
Aquarell auf Velin. 26,8 x 20 cm. Am unteren Rand eigenhändig in englischer Sprache betitelt.
1.200 €
Der SundaMarabu, genannt kleiner Adjutant, ist ein Tropenvogel von 110 120 cm Höhe und einer Flügelspannweite von 210 Zentimetern. Der kahle Kopf mit dem mächtigen Schnabel sitzt auf einem langen gelblichen Hals an dem ein Kropfsack hängt. Er bewohnt die Küstenmangroven, Salzsümpfe und Überschwemmungsflächen an Seen in Asien vom südlichen China bis nach Indien und Java. Das elegante Tier meidet die Nähe von Menschen.


Norbertine Bresslern-Roth (1891–1978, Graz)
6353 Pfefferfresser (Sechs Tukane).
Farblinolschnitt von sechs Platten auf chamoisfarbenem Velin. 26,7 x 23 cm. Um 1929.
350 €
Aus der Jahresmappe 1929 der Gesellschaft für vervielfältigende Kunst, Wien. Prachtvoller Druck mit Rand auf der Orig.Montierung.


Svenja Schüffler (geb. 1972 in Kassel, lebt in Berlin)
6354 Schrödinger’s Bird /8 (Weißer Kakadu). Pastellkreide auf Papier. 49 x 40 cm (Blattgröße), 46,5 x 55,5 cm (Rahmenmaße). (2017).
1.800 €
Unbeschwert balanciert der weiße Kakadu auf der Spitze eines abgebrochenen Betonstücks und blickt keck zum Betrachter. Die extrem feine Zeichentechnik mit besonderem Augenmerk auf der Textur der Federn steht in Kontrast zu dem sich dahinter verbergenden Thema der Künstlerin. Die Zeichnung gehört zu einer Folge von Arbeiten auf Papier mit dem Titel „ An Experiment on a Bird “, die sich mit seismischen Risiken und deren fatalen Folgen hier speziell für den Vogel – auseinandersetzt.
Henri Verstijnen (1882 Sukabumi, Indonesien – 1940 Scheveningen )
6355 „In the mood“ – Truthahn im Balzkleid. Lithographie in Rotbraun auf chamoisfarbenem Velin. 34,5 x 28 cm. Signiert.
250 €
Prachtvoller Druck auf dem vollen Bogen. Geringe Altersspuren, sonst tadellos schön.
Christoph Löffler (geb. 1966 in Jena, lebt in Berlin)
6356 „Patrick XL“.
Öl auf Leinwand. 125 x 130 cm. Unten rechts mit Pinsel in Blau monogrammiert „L“ und datiert, verso auf dem Keilrahmen nochmals signiert und betitelt. 2015/16.
15.000 €
Seit gut einem Jahrzehnt widmet sich Christoph Löffler der Darstellung kleiner Plüschtiere. Altmeisterlich in vielen übereinandergelegten Lasuren gemalt verwandelt der Künstler diese oft billig hergestellten Spielzeuge in veritable Persönlichkeiten mit ausgeprägtem Charakter.


Eun Nim Ro (geb. 1946 in Conju/Südkorea, lebt in Hamburg)
6357 Augentier. Schwarze Tusche auf Japan. 29 x 38,3 cm. Unten links mit Bleistift signiert und datiert „Eun Nim Ro [19]98“.
500 €
Die Südkoreanerin Eun Nim Ro studiert von 1973 bis 1979 Malerei bei Hans Thielmann und Kai Sudek an der Hamburger Hochschule für Bildende Künste. Hier entwickelt sie einen intuitiven Malstil, der die Tradition koreanischer Tuschpinselmalerei mit dem Expressiven der westlichen Kunst verbindet. Ihre Nähe zur Natur und deren Material spiegelt sich auch in der Wahl ihrer Motive wider, die sie aus den
Märchen und der mythologischen Welt Koreas entnimmt. Seit 1990 ist sie Professorin an der Fachhochschule Hamburg und leitet dort seit 1994 die jährlich stattfindende internationale Sommerakademie „Pentiment“. Eun Nim Ros Werk beschränkt sich nicht nur auf das Bild, sondern greift auf andere künstlerische Ausdrucksmedien wie Skulpturen, Keramiken, Performances und Installationen über. Ende der 90er Jahre entstehen Arbeiten im öffentlichen Raum, u.a. 1997 Entwürfe für die Glasfenster der Hamburger St. Johannis Kirche und 1998/99 Leuchtwände für Verwaltungsgebäude in Seoul. Eun Nim Ro lebt und arbeitet in Hamburg und Michelstadt.

Walter Schels
(geb. 1936 in Landshut)
6358 Hund, Hamburg.
Gelatinesilberabzug 2001. 40,5 x 30,7 cm. Vom Fotografen mit Bleistift verso signiert, beschriftet und datiert. 1991.
900 €
Ecken leicht bestoßen, im oberen und unteren Rand leicht wellig, kleine Retusche mittig rechts, sonst in sehr gutem Zustand.

„Funkelaugen“
6359 Augenkasten: Künstliche Glasaugen von Säugetieren, Vögeln und Fischen.
126 Glasaugen, hergestellt von Anton Greiner Vetter, Lauscha in Thüringen, im orig. Holzkasten mit Leder überzogen, innen mit Samt ausgekleidet. 31 x 35,5 cm (Kastenmaß). Beigegeben zwei orig. Werbebroschüren sowie eine Werbeanzeige des Fabrikanten Greiner Vetter. Um 1910/20.
1.800 €
„Mit Gegenwärtigem gestatte ich mir, Ihnen meine Firma zur Anfertigung von künstlichen Augen für Säugetiere, Vögel usw. ergebenst zu empfehlen. Durch jahrzehntelange Erfahrung, die ich mir in diesem Spezialfache erworben habe, bin ich in der Lage, wirklich tadellose Ware zu liefern. In Ihrem eigenen Interesse und zu Ihrem eigenen Vorteil wird es sein, wenn Sie sich in Zukunft bevor Sie Ihre Aufträge auf künstliche Augen für Säugetiere usw. anderweitig erteilen, erst
von der Güte und Preiswürdigkeit meiner Fabrikate überzeugen. […]“ – mit diesen einleitenden Worten beginnt der Werbetext des Glasaugenfabrikanten Anton Greiner Vetter aus Lauscha, den er – den internationalen Markt fest im Blick gleich in zwei weiteren Sprachen, Englisch und Französisch, verfasste. Öffnet man den flachen Kasten funkeln dem Betrachter 126 Augen verschiedenster Säugetiere, Vögel und Fische an. Die Augen sollten Präparatoren dazu dienen, die Tiere möglichst lebendig und authentisch aussehen zu lassen, denn „[a]uch beim Tier ist das Auge der Spiegel der Seele“. Greiner Vetter ist es, so schreibt er in seiner Broschüre, „nach langen Versuchen gelungen Säugetieraugen mit Emailleecken zu konstruieren, die absolut in der Konstruktion mit der Natur übereinstimmen“. Die Firma Greiner Vetter, die neben Tieraugen auch menschliche Augenrepliken fertigte, zählte zu den bekanntesten Herstellern auf diesem Gebiet und hatte sich die „Funkelaugen“, wie die Tieraugen auch genannt wurden, 1930 urheberrechtlich schützen lassen.



Svenja Schüffler (geb. 1972 in Kassel, lebt in Berlin)
6360 Five Eyes (Caligo).
Pastellkreide auf Papier, silhouettiert und in einen Schaukasten montiert. 17,5 x 11 cm (Papiergrösse); 32,4 x 32,4 cm (Außenmaße Schaukasten). Unten rechts signiert und datier t „S. Schüffler 2015“.
1.200 €
Zwei Bananenfalter aus der Familie der Edelfalter hängen regungslos in einem Kasten. Erst auf den zweiten Blick wird man ihrer papierenen Natur gewahr: Die Pastelle erwecken den Eindruck von Schmetterlingsstaub, das zerfaserte Papier den von feinbehaarten Leibern.
Svenja Schüffler spielt mit naturwissenschaftlichen Darstellungsmodi – der Gedanke an Präparate und Dioramen liegt nicht fern – und legt dabei subtil deren Ambiguität an der Schnittstelle von Kunst zu Wissenschaft offen. Ein Augenpaar erwidert aus den Flügeln unseren Blick, das scheinbar Leblose starrt und der Betrachter wird zum Betrachteten.
Ladislav Postupa (geb. 1929 in Náchod/Tschechien)
6361 „Bojácny“ (furchtsam).
Silbergelatineabzug. 41 x 30,5 cm. Verso mit Bleistift signiert, betitelt und datiert. 1969 / Abzug 1980er Jahre. 600 €
Ladislav Postuba gehört zur den Erben der tschechischen Tradition surrealer Fotografie, die teils als „Surrealer Existenzialismus“ bezeichnet werden. In seinen Arbeiten greift er oft auf zufällig gefundene Objekte zurück, die er durch seinen fotografischen Blick in äußerst sensibler Weise surreal auffasst. Dadurch entstehen faszinierende, magischpoetische Wesen, die häufig auch mit einer Prise feinen Humors zu verstehen sind und in seinen Augen die Ungewissheiten unserer realen Welt verkörpern sollen. Geringfügige Gebrauchsspuren, leichte Knitterspuren in den Ecken, sonst sehr gut erhalten.


Walter Schels (geb. 1936 in Landshut)
6362 Elefant.
Gelatinesilberabzug 2000. 49,8 x 41 cm. Vom Fotografen mit Bleistift verso signiert, beschriftet und datiert. 1993. 1.200 €
Ecken leicht bestoßen, sonst sehr gut erhalten.
Francisco de Goya (1746 Fuendetodos – 1828 Bordeaux)
6363* Disparate de Bestia (Otras leyes por el pueblo).
Aquatintaradierung auf Bütten. 24,4 x 35,8 cm. Delteil 222 II (von III), Harris 268 III. 2.200 €
Vor der bei Delteil beschriebenen Löschung des Textes. 1877 posthum veröffentlicht in der Zeitschrift „L‘Art“ unter dem Titel „Otras leyes por el pueblo“ (Andere Gesetze für das Volk) steht die surreal
anmutende und sicherlich politisch zu verstehende Szene im Zusammenhang mit dem spanischen Sprichwort „Poner el cascabel al gato“, also ungefähr „Der Katze die Glöckchen anlegen“. Harris führt sie daher unter dem Titel „Qien se pondrá el cascabel al gato?“ Nach Harris steht der katzenbuckelnde, aber friedliche Elefant für das große und mächtige Volk, dem von einer verängstigt im Schatten stehenden Gruppe von Orientalen, die die herrschenden Eliten darstellen, ein neues Gesetz vorgeschrieben und damit das entmachtende und zähmende Glöckchenhalsband angelegt werden soll. Harris erwähnt zudem, dass sich Goya ebenfalls an Äsops Fabeln orientierte, seinerzeit eine populäre Geschichte des spanischen Autors Félix Maria Samaniego mit dem Titel „Der Kongress der Mäuse“, in dem sich die Mäuse zusammentun, um der mörderischen Katze ein warnendes Glöckchenhalsband umzulegen, was die Interpretation der Szene quasi ins Gegenteil verkehren würde. Die Situation scheint also bewusst ambivalent gehalten, wobei nicht klar ist, wer für wen die größere Gefahr darstellt. Blatt 3 der Folge Los Proverbios in einem prachtvollen und prägnanten Abzug mit Rand um die Plattenkante. Geringfügig angestaubt, schwaches Stockfleckchen unten, winzige dünne Stelle, sonst tadellos erhaltenes Exemplar.

Conrad Gesner (1516–1565, Zürich)
6364 Historiae animalium Lib. I. de quadrupedibus viviparis.
Band I (von 5). 20 Bl., 1104 S., 6 Bl. Mit TitelWappenholzschnitt und 82 Textholzschnitten. 39,5 x 24,5 cm. Blindgeprägtes Schweinsleder d. Z. (leicht berieben, gering fleckig) über Holzdeckeln (ohne die vier Schließbeschläge und die beiden Schließen). Zürich, Christoph Froschauer d. Ä., 1551.
2.800 €
Literatur: VD16 G 1723. Wellisch A 23.1. PPM 77. Nissen 1549.
Erste Ausgabe des ersten Teils der fünfbändigen Historia animalium „Die Zeichnungen sind zumeist wissenschaftlichnaturalistisch geha lten [...] So entstand in Gesners Tierbüchern ein typo und xylographisch, wie wissenschaftlich hochbedeutendes Monumentalwerk“ (Leemannv. Elck). „His History of animals, is an encyclopedia of contemporary knowledge, intended to replace not only medieval compilations but even Aristotele‘s work of the same title. Like any modern encyclopaedist Gesner drew upon the best sources of information available to him, and also borrowing a great deal from his predecesors [...] Gesner‘s encyclopedia was enriched by crude but often lively woodcuts. Most were prepared specially for this work“ (PMM). –Titel mit hs. Besitzvermerk. Im Rand stellenweise mit hs. Anmerkungen, leicht gebräunt, sonst wohlerhalten.



Albrecht Dürer (1471–1528, Nürnberg)
6365 Das Rhinozeros.
Holzschnitt. 21,2 x 29,5 cm. 1515. B. 136, Meder 273, 4.–5. Ausgabe (von 8). Wz. Lilienwappen mit angehängtem WR und drei Perlen im Kronenreif, Meder 121. 15.000 €
Im Jahre 1515 traf ein portugiesisches, aus dem indischen Goa kommendes Schiff im Hafen von Lissabon mit einem in Europa seit der Antike nicht mehr gesehenen Tier an Bord ein – einem indischen Panzernashorn, lateinisch auch Rhinoceros unicornis. Das exotische Tier war zuvor ein Geschenk des Sultans Mustafar von Gujarat an den portugiesischen Gouverneur von Goa Alfonso de Albuquerque gewesen, welcher es wiederum König Manuel I. von Portugal schenkte. Die Nachricht von diesem bisher in Europa nur durch antike Schriften bekannten, fremdartigen Tier verbreitete sich schnell über den ganzen Kontinent. Valentin Ferdinand, ein aus Mähren stammender und
in Lissabon lebender Buchdrucker und Nachrichtenagent, schrieb den mit ihm verbundenen Nürnberger Kaufleuten einen ausführlichen Bericht über das Ereignis, der große Beachtung fand. Dieser Brief und eine wohl beigelegte Zeichnung dienten vermutlich auch Dürer als Vorlage für seine ikonische Darstellung. Dürers Holzschnitt traf bei seinen Zeitgenossen auf größtes Interesse und prägte bis ins 18. Jahrhundert hinein in ganz Europa und sogar bis in die amerikanischen Kolonien maßgeblich die Vorstellungen vom Aussehen des exot ischen Tieres (vgl. Schoch/Mende/Scherbaum, Albrecht Dürer, Das druckgraphische Werk, München 2002, Bd. II, S.424). – Das gesuchte Blatt mit dem Wasserzeichen der 4. Ausgabe, aber dem Sprung durch beide Hinterbeine, in einem ausgezeichneten, nur rechts und unten etwas trockenem Druck, mit der Einfassungslinie. – Links oben eine Quetschfalte, aufgezogen, entlang der Mittelfalte fein säuberliche Ausbesserungen, mittig winziges Nadellöchlein, links oben ein Fleckchen, leicht gebräunt, sonst sehr gut erhalten. Selten

Salvador Dalí (1904–1989, Figueras)
6366 „Rhinocéros habillé en dentelles“, Rhinozeros mit goldenem Seeigel.
Bronze mit blaugrünlicher Patina, auf Bronzeplinthe montiert. 9,8 x 15 x 7 cm (mit Plinthe 11,4 x 16,2 x 9 cm). (1981). Auf der Plinthe signiert „Salvador Dalí“, sowie seitlich an der Plinthe mit dem Gießerstempel „AIRAINDOR“.
2.600 €
Salvador Dalí hatte zeitlebens viele Obsessionen; unter anderem war er besessen von der monumentalen Gestalt des Rhinozeros‘. Dalí selbst beschreibt dies in dem von Louis Pauwels herausgegeben Band Salvador Dali – Meine Leidenschaften (Gütersloh 1969) folgendermaßen: „Das Rhinozeros ist der Panzerschrank der Erkenntnis auf animalischer Ebene, ein massiver Panzerschrank, stärker gemeißelt und bearbeitet
als eine Bronzeplatte. Das Horn, glatt und gekrümmt, langsam geformt, umschließt eine erhebliche innere Energie. Ich neige durchaus zu der Ansicht, dass es alchimistische Kräfte besitzt.“ (S. 166f). Dali schuf in seinem Werk zwei Versionen eines Nashorns, wobei Dürers ikonische Darstellung ihm stets als Vorbild galt. Sein Kosmisches Rhinozeros, mit langen Spinnenbeinen und einem Obelisken aus Seeigeln auf dem Rücken entstand bereits 1956 als Gegenstück zu einem, vom Elefanten des Poliphil inspirierten, „Eléphant Spatial“ und sollte nach seiner Vorstellung, falls die Stadt Paris ihm jemals ein Denkmal setzen würde, als monumentale Statue über dem Trocadéro thronen. Weiterhin entstand ebenfalls 1956 die Monumentalskulptur „Rhinocéros habillé en dentelles“, welche heute in Marbella in Spanien steht und für die vorliegende Bronze als Vorlage galt, welche in mehreren Auflagen ab 1981 erschien.

Arianna Fioratti Loreto (geb. 1967 in New York City)
6367 „Armadillo“ – Gürteltier nach rechts. Feder in Schwarz auf weißem Papier. 51 x 70 cm. Verso signiert und datiert „Arianna Fioratti Loreto, 2016“.
2.400 €
Literatur: Kat. Ausst. Biophilia. Opere di Arianna Fioratti Loreto, Museo La Specola Florenz 2017, Florenz 2017, S. 38 (Abb.).

6368* Schaukasten mit Armadillo, Vögeln, Insekten, Schmetterlingen, einer Schlange in naturalistischer Umgebung.
Holzkasten mit Glas, Innenflächen farbig gefasst. 58,5 x 82 cm. Deutsch, um 1900.
1.200 €
Im Fokus dieses Schaukastens steht das kleine Gürteltier (Dasypoda). Mit seinem dicken Schuppenpanzer bildet es einen starken Kontrast zu den leichten, bunten Federkleidern der Vögel und den filigranen Gliedmaßen der kleinen Insekten. Der Armadillo (der Gepanzerte), wie er im Spanischen heißt, hat seine Herkunft in Südamerika und wurde Anfang des 16. Jahrhunderts mit der Eroberung Amerikas durch
die spanischen Conquistadoren in Europa bekannt. Der Conquistador Francisco Hernández de Córdoba, der 1517 die Halbinsel Yucatán entdeckte, benutzte als Bezeichnung für das Tier den aztekischen Namen Azotochtli, was übersetzt „Schildkrötenhase“ bedeutet (siehe Superina, Mariella: Biologie und Haltung von Gürteltieren (Dasypodidae), Diss. 2000, S. 12).

6369 Schaukasten mit dreizehn Wandelnden Blättern (Phylliidae).
Holzkasten. 49,9 x 39,9 cm.
300 €
Wandelnde Blätter gehören zur Familie der Gespenstschrecken. Sie haben eine Körperform, die der von Blättern ähnelt. Aber nicht nur äußerlich ahmen Wandelnde Blätter ihre Umgebung nach – die nachtaktiven Tiere verharren tagsüber stundenlang völlig regungslos oder
imitieren durch schaukelnde Bewegungen ein sich im Wind bewegendes Blatt. Wie erfolgreich die Strategie der möglichst perfekten Blattmimese ist zeigt ein 47 Millionen Jahre altes fossiles Wandelndes Blatt, welches 2005 in Hessen (Grube Messel) gefunden wurde. Im Kasten enthalten sind u.a. Exemplare von Pyllium jacobsoni (Weibchen. Fundort WestJava, Mount Halimun, Indonesien, 2017), Phyllium Bioculatum Pulchrifolium (Weibchen. Fundort WestJava, Mount Halimun, Indonesien, 2016), Phyllium Westwoodii (Fundort Phrae, NordThailand, 2017).

Josef Fleischmann (1867 Oberndorf – 1925 Wien)
6370 Käfer und Larven. Aquarell auf festem Velin, das Papier „wabenförmig“ geschnitten und auf einen Untersatz geklebt. 20,8 x 14,5 cm. Unten signiert „J. Fleischmann n L (nach Leben)“, verso mit dem Atelierstempel des Künstlers sowie mit montiertem Zettel mit handschriftlicher Legende zu den dargestellten Tieren.
1.800 €
Entwurf für eine Tafel in Brehms Tierleben (1911).


Josef Fleischmann
6371 Schmetterlinge, Raupen und Motten. 2 Aquarelle. Je ca. 22,7 x 16,3 cm. Ein Blatt monogrammiert, beide Blätter mit eigenhändigen Numerierungen der Tiere.
2.400 €
Provenienz: Aus dem Nachlass des Künstlers (ein Blatt mit dem Nachlassstempel verso).
Entwürfe für zwei Tafeln in Brehms Tierleben (1911). Fleischmann arbeitete als Illustrator für naturhistorische Publikationen zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Wien.

6372 zugeschrieben. Murmeltiere. Öl auf Leinwand, doubliert. 45,5 x 59 cm.
9.000 €

Johann Heinrich Wilhelm Tischbein (der „GoetheTischbein“, 1751 Haina – 1829 Eutin)
6373^ Nach links schreitender Tiger, den Kopf zurückgewandt.
Schwarze Kreide. 23 x 19,2 cm. Unterhalb der Darstellung eigenh. bez. „Bei dem Auftreten gehen die Zehen auseinander“ und unten links „Der Rachen muss sich freier öfnen. der letzte Fusz etwas breiter.“.
1.200 €
Wie die auf der Zeichnung in Bleistift notierten Beobachtungen nahelegen, dürfte Tischbein diesen Tiger direkt nach dem lebenden Modell gezeichnet haben. Möglicherweise handelt es sich bei dem Tiger um
ein Exemplar aus der berühmten Menagerie des Landgrafen Friedrich II. von Hessen Kassel, die von 1764 bis 1785 existierte und zu der Tischbein während seiner Kasseler Lehrzeit bei seinem Onkel Johann Heinrich Zugang hatte. Die Menagerie wurde im Auftrag des Landgrafen auch für wissenschaftliche Untersuchungen in der Anatomie verwendet, die von dem Anatomieprofessor Samuel Thomas Soemmering geleitet wurden. Die verstorbenen Tiere wurden von Soemmering seziert und anschließend als Präparate im Naturalienkabinett des Museums Fridericianums gezeigt. Für das Jahr 1779 sind anatomische Untersuchungen an einem Leoparden, einem Kamel, einem Kasuar und einem Tiger belegt. Tischbein wohnte diesen Sektionen bei und hat sich sogar für Anschauungszwecke eine eigene Sammlung präparierter Tiere zugelegt.
Präparat
6374 Roter Brüllaffe (Mycetus seniculus Xutl = Alouatta seniculus).
Präparat mit Glasaugen, in bewegter Haltung, montiert auf Holzsockel und Baumast. Höhe inkl. Sockel 96 cm. Am Boden Reste des originalen Etiketts einer Wiener Lehrmittelhandlung (wohl Pichlers Witwe & Sohn). Spätes 19. Jh.
1.200 €

Max Ferguson (geb. 1959 in New York City)
6375 „Deyrolle“.
Öl auf Platte. 40 x 60 cm. Signiert links auf der Tischkante „Max Ferguson“, verso diverse eigenh. Kommentare sowie montierte Photos und Texte. 2019. 20.000 €
Max Fergusons Gemälde führt uns in die Räume des Pariser Naturalienhändlers Deyrolle, einen jener wie in einer Zeitkapsel eingeschlossenen magischen Orte, die den New Yorker Künstler faszinieren und die er in seinen altmeisterlichen, in vielen Malschichten aufgebauten Ölgemälden für die Nachwelt festhält. Das beinahe Vergangene für die Zukunft zu bewahren – diesen Anspruch verfolgt Max Ferguson auch bei diesem Interieur des weithin berühmten Handelshauses, das sich seit der Eröffnung im Jahr 1831 dem Aufbewahren, Konservieren und Präparieren widmet. Bereits der Firmengründer, der Entomologe Émile Deyrolle, und besonders dessen Sohn Achille erweiterte das Angebot von exotischen und einheimischen Säugetieren, Vögeln, Insekten, Muscheln und Krustentieren um eine florierende Editionstätigkeit, die auch wissenschaftliches Lehrmaterial mit einschloss. Berühmt sind etwa die pädagogischen Tafeln und anatomischen Modelle, die in Lehranstalten weltweit Einzug fanden. 1888 bezog das mittlerweile zu einer festen Institution avancierte Etablissement die bis heute genutzten Räumlichkeiten an der Rue du Bac im Herzen des siebten Arrondissements. Die edle Einrichtung mit illuminierten Vitrinen, Schaukästen, Schubladenschränken und Galerien in eleganten, teils getäfelten, teils farbig gefassten Räumen spiegeln den illustren Geschmack einer vergangenen Epoche wider. Die hier präsentierten Tiere und Naturalien versetzen den Besucher in die Kunst und Wunderkammern früherer Jahrhunderte. Es überrascht daher kaum, dass der wundersame Ort schon lange vor Max Ferguson Künstler wie André Breton, Salvador Dalí und Jean Debuffet faszinierte und auch heute noch ein Magnet ist für Liebhaber, Sammler, Wissenschaftler und Dekorateure, die nach Anregungen suchen. Auch staunende Kinder lassen sich von Deyrolle verzaubern.
Das Gemälde von Max Ferguson zeigt einen der zentralen Räume der Naturalienhandlung im ersten Stock des Stadtpalais aus dem späten 17. Jahrhundert. In einem Kabinett, das von ausgestopften exotischen Tieren bevölkert wird, steht eine Frau an einer geöffneten Lade eines Sammlungsschrankes und betrachtet die darin liegenden Objekte. Es ist eine stille Szene, die sich fernab des Lärms der Großstadt abspielt. Meist erscheinen die Figuren von Ferguson allein, doch anders als bei dem häufig für Vergleiche herangezogenen Edward Hopper, sind sie nicht einsam. Ihre Einsamkeit ist kontemplativ, die Aufmerksamkeit wird von der Arbeit absorbiert und lässt Hingabe und Konzentration vermuten. Ferguson identifiziert sich mit den Berufen, die er ins Bild setzt, denn er selbst versteht seine Arbeit als ein Handwerk. Der Künstler, der zunächst Filmanimation an der New York University studierte, setzte sich während eines Auslandsaufenthaltes in Amsterdam mit der holländischen Malerei des Goldenen Zeitalters auseinander. Mehr noch als die technische Virtuosität der Alten Meister bewunderte er deren Fähigkeit, mit den Mitteln der Malerei Alltägliches semantisch aufzuladen, dem Profanen gar „Sakramentales“ zu verleihen. Seine Herangehensweise wurzelt in traditionellen Techniken und seine Werke entstehen über Monate hinweg in einem geduldigen und sorgfältigen Prozess. Die Bezeichnung Fotorealismus mag, wenn man sie allein auf das Technische bezieht, zutreffend sein, greift aber für Fergusons künstlerischen Anspruch zu kurz. Denn neben der ästhetischvisuellen Qualität seiner Werke ist die Empathie für das Dargestellte von zentraler Bedeutsamkeit.


Österreichisch
6376 Ende 18. Jh. Schakal in einer Palmenlandschaft. Öl auf Holz. 18,6 x 27 cm.
1.500 €

Österreichisch
6377 Ende 18. Jh. Leopard vor einer Felsenhöhle. Öl auf Holz. 18,6 x 26,9 cm. Verso Bild und Rahmen in schwarzer Feder jeweils mit der Nummer „8“, sowie alter Klebezettel bezeichnet „No: 19“
1.500 €

Jacques de Gheyn II (1565 Antwerpen – 1629 Den Haag)
6378 Der große Löwe. Kupferstich. 26,6 x 34,6 cm. Um 1590. Filedt Kok (New Hollstein) 170 I (von II). Wz. Bekröntes Wappen.
1.200 €
Ganz ausgezeichneter, gleichmäßiger Frühdruck vor der Adresse von Visscher, an drei Seiten mit der Einfassungslinie, rechts mit Rändchen um die Darstellung. Vertikale Quetschfalte vom Druck, unauffällige diagonale Knickspur verso, kaum merkliche Ausbesserung am oberen Rand mittig und an der linken unteren Ecke, sonst in sehr schöner Erhaltung.

Edme Bouchardon (1698 Chaumont enBassigny – 1762 Paris)
6379 Umkreis. Ägyptischer Löwe, liegend. Rötel auf kräftigem Bütten. 32 x 48 cm. Wz. „JKool“.
600 €
Edme Bouchardon wurde im Jahr 1722 mit dem von der Académie royale de peinture et de sculpture vergebenen Prix de Rome ausgezeichnet, der mit einem königlichen Stipendium und einem mehrjährigen Studienaufenthalt in Rom verbunden war. Er verbrachte zehn Jahre in der Ewigen Stadt, wo er unzählige Kopien nach antiken Skulpturen anfertigte. Unsere Zeichnung entstand nach einer der Löwenfiguren aus Basalt am Fuße des Kapitols in Rom.

Angelo Caroselli (1585–1653, Rom)
6380 Kämpfende Löwen und Leoparden. Öl auf Leinwand, doubliert. 35 x 45 cm.
12.000 €
Literatur: Daniela Semprebene: Angelo Caroselli. 1585–1652. Un Pittore Irreverente. Rom 2011, S. 172 173 mit Abb.

6381 Löwe trachtet dem Leoparden nach der Beute. Öl auf Leinwand, doubliert. 35 x 45 cm.
12.000 €
Literatur: Daniela Semprebene: Angelo Caroselli. 1585–1652. Un Pittore Irreverente. Rom 2011, S. 172 173 mit Abb.

6383
Wenzel Hollar (1607 Prag – 1677 London)
6383 Kopf einer Katze (kleine Version). Radierung. 9,4 x 8,4 cm. 1646. Pennington 2108, Turner (New Hollstein) 909 I (von II).
3.500 €
Die sehr seltene Radierung mit dem Antlitz einer Katze stellt eine kleinere und damit vielleicht attraktivere Version derjenigen Katze dar (Pennington 2109, Turner (New Hollstein) 910), die laut Inschrift eine gute Katze sei, da sie nicht nascht. Vor der Adresse von Winter. Ganz ausgezeichneter Druck mit breitem Rand. Minimale Altersspuren, entlang des oberen weißen Randes alt montiert, sonst original und sehr schön erhalten.
Johann Heinrich Wilhelm Tischbein (der „GoetheTischbein“, 1751 Haina – 1829 Eutin)
6382^ Baum mit zwei Tigerkatzen und einem Vogelnest Aquarell über schwarzer Feder und Graphit, weiß gehöht. 22,5 x 18 cm.
4.500 €
„... ein trefflicher Tierkenner und Zeichner“ so apostrophiert Goethe seinen treuen Reisegefährten Tischbein in seiner „Italienischen Reise“ am 7. März 1787. Diese Einschätzung Goethes bezieht sich auf Tischbeins ausgeprägte Vorliebe für Tierdarstellungen. Neben einer Reihe von „Charakterköpfen“, also Tierporträts, inspiriert von den physiognomischen Studien Johann Kaspar Lavaters aus Zürich, fertigte Tischbein unnachahmliche, einer gewissen Komik nicht entbehrende Darstellungen wilder und gezähmter Tiere an.
Gottfried Mind (1768–1814, Bern)
6384^ Ruhende Katze. Schwarze Kreide, Pinsel in Grau und einer Spur Rot. 7 x 7,1 cm.
900 €



Cornelis Visscher (1628/29 – 1658, Haarlem)
6385^ Die große Katze, mit einer Maus zur Linken. Kupferstich. 14,5 x 18,2 cm. Um 1657. Hollstein 42 II. 1.800 €
Ausgezeichneter, gleichmäßiger Druck, auf die Plattenkante geschnitten. Minimal angestaubt, sorgsam ausgebesserte Stelle zwischen Auge und Ohr der Katze, Tintenspuren mit Faserrückständen links im Fell, winzige unmerkliche Ausbesserung am Fensterkreuz, vereinzelt winzige Ausbesserungen im äußersten Rand, sonst noch sehr gut erhalten.
Henry Le Roy (1579 – nach 1651, Frankreich)
6386 Eule mit erbeuteter Maus sowie weitere Vögel zu Wasser, zu Lande und in der Luft. Kupferstich. 9,5 x 19,5 cm. In der Darstellung betitelt „DVC“. Le Blanc (wohl) aus 1–14.
200 €
Provenienz: Sammlung Friedrich August II. von Sachsen, Dresden (Lugt 971).
Ausgezeichneter Druck, auf die Darstellung geschnitten. Kleines braunes Fleckchen, weitere minimale Gebrauchsspuren, sonst in schöner Erhaltung. Beigegeben zwei weitere Radierungen des französischen Ornamentstechers mit verschiedenen Vogeldarstellungen in frühen Abzügen vor den Nummern. Ebenfalls aus der Sammlung Friedrich August II., König von Sachsen (Lugt 971).
Albert Schindler (1805 Engelsberg, ÖsterreichischSchlesien – 1861 Wien)
6387 Maus mit Nuss und weitere Nager. Bleistift auf Velin. 18,9 x 14,9 cm.
250 €
Provenienz: Aus dem Nachlass des Künstlers (mit dessen Nachlassstempel).



Fabelwesen
6388 Wolpertinger
Präparat auf Holzbrett. Brett 40,8 x 22,7 cm, Höhe des Präparates 36,5 cm, Breite 48 cm, Länge 60 cm. 21. Jh. 600 €
Niemand hat ihn jemals lebendig gesehen. Der Wolpertinger ist ein bayerisches Fabelwesen unbekannten Ursprungs. Laut einer über 200 Jahre alten Legende ist er aus der Liebelei eines Hasen und eines Rehbocks hervorgegangen. Ihre Jungen hatten einen Hasenkopf und körper und ein Rehbockgeweih. Bald darauf paarten sich auch die anderen Waldbewohner untereinander. So kamen Fuchs und Ente, Marder und Fasan zusammen und deren Junge paarten sich ebenfalls wieder untereinander. Dies ist der Grund weswegen kein Wolpertinger wie der Andere aussieht. Bereits die Brüder Grimm berichteten in ihrer Deutschen Sagensammlung von einem geheimnisvollen
Wesen, das 1753 Kreißl genannt wurde. Der Schriftsteller Ludwig Ganghofer bezeichnete das Wesen als Hirschbockbirkfuchsauergams. Mittenwald beherbergt ein eigenes WolpertingerMuseum, und auch die Stadt München präsentiert im Deutschen Jagd und Fischereimuseum eine beeindruckende Wolpertingerparade. Der Wolpertinger soll ein Raubtier sein und kleinere Tiere fressen, aber auch Kräuter und Wurzeln. Laut Angaben des Münchner Jagd und Fischereimuseums ernährt er sich jedoch ausschließlich von preußischen Weichschädeln. Beigegeben: M. Heim und H. Reiser, Mit dem Wolpertinger leben. Ein Verhaltensratgeber, München 1983.
Franz Blaschek (1787–1868, Wien)
6389 H imalaja oder Russenkaninchen mit blauschwarzen Ohren.
Aquarell und Deckweiß auf Velin. 37,9 x 13,2 cm.
400 €
Provenienz: Aus dem Nachlass der Künstlers. 6389


6390
Carl Steffeck
(1818 Berlin – 1890 Königsberg i. Pr.)
6390 Mopsdame mit zwei Welpen im Korb. Öl auf Leinwand. 53 x 63,5 cm. Unten links signiert „C. Steffeck“.
5.000 €
Phyllis Herfield (geb. 1947 in New York)
6391 Diptychon: Margaret, die Möpsin und Pierre, die französische Bulldogge. 2 Gemälde, je Öl auf Holz über Graphit. Je ca. 15 x 15 cm. Je verso signiert und datiert „2016 / Phyllis Herfield“ sowie mit montiertem Schild mit Namensangabe der Hunde.
1.200 €
Wenzel Hollar (1607 Prag – 1677 London)
6392 Das Bologneserhündchen
Radierung nach Adriaen Jacobsz. Matham. 7,8 x 12,3 cm. 1649. Parthey 2097, Turner (New Hollstein) 1073.
1.200 €
Die während der Renaissance vor allem in Frankreich und Italien verbreiteten Bologneser galten insbesondere in höfischen Kreisen als hochgeschätzte Geschenke. Mit liebevoller Aufmerksamkeit und in einer verfeinerten Radiertechnik hat Wenzel Hollar das anmutige Geschöpf mit den langen Locken hier dargestellt. Die Radierung entstand 1649, während der Antwerpener Periode des Künstlers und geht auf eine Vorlage des Adriaen Jacobsz. Matham zurück. Ausgezeichneter, gleichmäßiger Druck mit auf die Plattenkante beschnitten, teils mit Spuren derselben. Minimal fleckig und mit Montierungsspuren verso, sonst sehr gut erhalten.





Pieter Willem van Baarsel (1879 Delft – 1949 Amsterdam)
6393 Stillleben mit Büchern und den Schädeln eines Tigers, eines Menschen und eines Vogels. Öl auf Leinwand. 50 x 70 cm. Unten rechts signiert „P.W.v. Baarsel“.
1.200 €
Der niederländische Maler, Graphiker und Glasmaler Pieter van Baarsel studierte an der Akademie für Bildende Künste in Den Haag bei Frederik Johannes Jansen und an der Technischen Hochschule in Delft bei Johannes Lourens Schouten.

Peter Christian Thamsen Skovgaard (1817 Hammershus bei Ringsted, Seeland – 1875 Kopenhagen)
6394 Schädel eines Auerochsen.
Grauer Stift auf Velin. 21 x 27 cm. Unten rechts bezeichnet und datiert „Aagerup d. 4. August 1842“.
1.200 €
Bei dem Schädel handelt es sich um den Schädel eines prähistorischen Tieres, der bei einer archäologischen Ausgrabung entdeckt wurde. Beigegeben 5 weitere Blatt des Skizzenbuchs.
Hans Bernd Lindemann (geb. 1946 in Marburg an der Lahn)
6395 „Black Amun“. Merging Photography. Archival PigmentPrint – 2019. 29,5 x 39,5 cm (33 x 48 cm). Verso signiert, datiert, betitelt und bezeichnet „E. A.II/VI“. 2006.
900 €
Aus der Serie „Masquerade“.


Wenzel Hollar (1607 Prag – 1677 London)
6396* Der tote Maulwurf. Radierung. 7 x 13,9 cm. 1646. Parthey 2106, Turner (New Hollstein) 908.
12.000 €
Provenienz: Sammlung Dr. Julius Hofmann (Lugt 1264). Sammlung Pieter Willem van Doorne (Lugt 4731).
„A mole can symbolize literal or figurative „blindness“. It also stands for gullibility. In Hollar‘s case, however, the matter was mainly a question of portraying the animal‘s pelt“ (J. Burgers). Hollar setzt diese Absicht in vorliegender, sehr gesuchten Radierung auf vortrefflichste Art und Weise um und demonstriert seine Meisterschaft im Medium der Radierung. Das überaus fein gearbeitete und komplexe Liniengefüge des Pelzes des Maulwurfs erlaubte dabei wohl nur wenige, voll befriedigende Abzüge wie vorliegendes Exemplar. – Prachtvoller, gleichmäßiger, die feine Weichheit des Maulwurffells wiedergebender Druck mit schönem feinem Rändchen um die Plattenkante. Nur vereinzelt schwach stockfleckig, verso geringe Bleistiftannotationen, sonst tadellos schön und vollkommen erhalten. 6396
Matt Hall (geb. 1978 Klamath Falls, lebt in Portland)
6397 „Digger“. Maulwurfskelett, mumifizierter Maulwurf, Wespe, Teil eines Wespennestes, Erde, mixed media. Höhe 29 x 10,5 cm x 8 cm. 2017.
1.500 €
Ausstellung : Antler Gallery, Portland, Oregon. Roq la Rue / Creatura House, Seattle, Washington.
Mors certa, hora incerta. Auf dem Weg zu einem sicheren Quartier endete plötzlich, während es seiner grabenden Tätigkeit im Erdreich nachging, die Existenz dieses Lebewesens. Die im Tod erstarrte Bewegung ist am Skelett noch abzulesen, die Barriere, welche das Tier von seiner einstigen natürlichen Umgebung trennt, ist unsichtbar. Auch das Insekt im oberen Teil des Gehäuses ist ein im Moment des Erstarrens konservierter, von der Welt isolierter Körper. Das Arrangement entbehrt jeglicher Sentimentalität. Der Tod kennt keine Empfindsamkeit und kein Zuhause.
Halls Objekt steht in der Tradition des Memento mori. Darüber hinaus weckt es Assoziationen an die Methodik der Wissenschaft: Schauen und Betrachten, Erforschen, Graben, Ausloten, Aufwerfen und Aufwühlen, Freilegen und Ordnen im Dienste der Erkenntnis. Der Schaukasten macht dies geradezu räumlich erfahrbar. Hält man ihn im entsprechenden Winkel, fällt Licht ins Innere. Im übertragenen Sinn erfährt man hier den pathetischen Moment, in dem Einsicht den Geist erhellt, ihm buchstäblich ein Licht aufsetzt.

Paulus Knogh (1732–1802, Dordrecht)
6398 Kröte: Zwei Studien in Auf und Untersicht: „Bonte PAD.Variegata.“.
Aquarell auf Bütten. Je ca 14,7 x 13,5 cm. Ein Blatt verso mit aufgeklebtem Papierstreifen, darauf in Feder signiert „P: Knogh delin= ad viv m“. Wz. Straßburger Lilienwappen (Fragment).
2.500 €


Jacob Matham (1571–1631, Haarlem)
6399 nach. Der gestrandete Pottwal nahe Berkhey am 3. Februar 1598 zwischen Katwyk und Scheveningen. Kupferstich von Willem van der Gouwen (tätig 1669–1720).
27,2 x 33,9 cm. Hollstein (Gouwen) 1, Widerkehr (New Hollstein, Matham) 203, copies e II (von III), Leesberg (New Hollstein: after Goltzius) 632 copy a II. Wz. Posthorn.
900 €
Seit dem 16. Jahrhundert gibt es immer wieder Berichte über gestrandete Wale an der holländischen Küste. Bildlich überliefert wurden diese Ereignisse insbesonders in Flugblättern, Holzschnitten, Kupferstichen und Radierungen. Auch während Albrecht Dürers Aufenthalt in den Niederlanden 1520 strandete ein Wal an der Küste Zeelands. Er vermerkt in seinem Tagebuch: „Item es ist ein Walfisch zu Zürche in Seland mit einer großen Fortuna und Sturmwind an Land kummen, der ist viel mehr als hundert Klafter lang. Und lebt niemand in Seeland, der ein gesehen hat, der ein Drittheil von der Läng gehabt, und der Fisch kann nit von Land […]“(Zitat in Werner Timm: “Der Gestrandete Wal, Eine motivkundliche Studie,” in: Forschungen und Berichte, Bd. 3, 1961, S. 82). Dürer macht sich schließlich auf den Weg nach Zeeland, doch zu seinem Bedauern hat die Flut den Wal zurück ins Meer gespült: „Wollt den grossen Fisch gesehen haben, da hätt ihn die Fortuna wieder weggeführt“ (op. cit. S. 82). Nüchtern und
sachlich beschreibt Dürer das Vorkommnis, auf die Bevölkerung jedoch wirkten die ungeheuren „Fische“ bedrohlich und surreal. Die gestrandeten Walfische wurden daher als unheilvolles Omen interpretiert. So schrieb bereits Luther über den 1522 in Haarlem gestrandeten Wal: „Bei Haarlem ist ein Seeungeheuer an Land getrieben, ein Walfisch von 70 Fuß Länge und 35 Fuß Breite. Dies Wunder gilt nach alten Beispielen für ein sicheres Anzeichen göttlichen Zorns. Der Herr erbarme sich Ihrer und unser“ (Zitat in: op. cit. S. 82). In vorliegendem Kupferstich zeigt van der Gouwen den am 3. Februar 1598 angeschwemmten Pottwal am Strand von Berkheij, der die gesamte Komposition einnimmt. Die riesigen Walfische zogen zahlreiche Neugierige an, die das „Seemonster“ mit eigenen Augen begutachten wol lten, es genau inspizierten und Maß nahmen (op. cit. S. 82–87). Der Kupferstich von van der Gouwen, der Mathams Kupferstich folgt, geht auf eine Zeichnung des Hendrick Goltzius zurück, die sich heute im Teylers Museum in Haarlem befindet (Inv.Nr. N 80). – Ganz ausgezeichneter, präziser und kräftiger Druck. Mit der üblichen Mittelfalte, entlang dieser mit Ausbesserungen, im oberen Rand mit bis leicht in die Darstellung reichendem, geschlossenem Einriss, winziges Rostfleckchen, im weißen Rand nur minimal fleckig, vereinzelt win zige Randläsuren, rechts unten mit winziger leistiftnummerierung, vereinzelt schwache Quetschspuren, sonst sehr gut erhalten.

6400 Versteinerung des Innenohres eines Wals (Cetolith der Bulla ossea).
Fossil auf gedrechseltem Holzständer. Höhe des Fossils 14 cm, insgesamt 33 cm. Montierung, schwedisch, 19. Jh.
1.500 €
Provenienz: Aus einer schwedischen Privatsammlung.
Als „Bulla ossea“ werden die für Wale typischen Verschmelzungen der Gehörkapsel von Felsenbein und Paukenbein bezeichnet, die als blasenförmige Knochenauftreibung („Gehörblase“) mit dem Schädel selbst nur locker durch Bänder verbunden und in Binde und Fettgewebe eingebettet sind. Sie spielen eine Rolle bei der Schallleitung im Gehör der Wale. Nach dem Tod können sich diese Bullae lösen und werden als Cetolithen fossiliert. Entsprechend werden sie als isolierte Knochenreste gefunden.

Alfred Coßmann (1870 Graz – 1951 Wien)
6401 Epitaphium – Toter Maulwurf. Radierung. 20,4 x 27,9 cm. Unten rechts signiert „Alf. Coßmann“.
200 €
„Nun liegt er da der arme Wulff / Und möchte gern, doch kann er nicht /denn hinterlich wie überall / ist hier der eigne Todesfall“. Ausgezeichneter Druck mit breitem Rand.
August Johann Rösel von Rosenhof (1705 bei Arnstadt – 1759 Nürnberg)
6402 Die Sektion eines Feuersalamanders.
Aquarell auf Bütten. 34,4 x 21,9 cm. Unten rechts signiert „A: J: Rösel fecit et exc.“.
4.500 €
Im Anschluss an seine berühmte, im Jahr 1758 erschienene Publikation der Historia naturalis ranarum nostratium (Die natürliche Historie der
Frösche hiesigen Landes) plante der Künstler und Naturforscher Rösel von Rosenhof ein Werk über Eidechsen und Salamander, das er aber vor seinem Tod nicht mehr vollenden konnte. Ziel Rösels war es, dem Ursprung der Lebewesen genau auf den Grund zu gehen. Zur Untersuchung derselben entwickelte er daher selbstgebaute Sonnenmikroskope, die ihn in die Lage versetzten, die Tiere zu zergliedern oder selbst mikroskopisch kleine Details der Organe zu zeichnen. Wie Rösel bei der Sektion vorgeht, beschreibt er am Beispiel eines Frosches: „[...] wenn der Frosch, den ich lebendig öffne, mit seinen vier Füssen, vermittelts der vier Zwecke auf einem dazu bereiteten kleinen Bret vest gemachet worden, am ersten von mit entzwey geschnitten unt mit Nadeln an den Seiten befestiget wird“. Dieses Vorgehen wird er auch auf den hier dargestellten Feuersalamander angewandt haben. Dieser erscheint auf dieser Darstellung trompel‘œilhaft mit Stecknadeln auf einer Unterlage fixiert, die Haut sorgfältig zur Darstellung der inneren Organe durchtrennt. Da sich Rösels Interesse vor allem auf die Fortpflanzung der Amphibien richtete, stellt er hier die Eierstöcke nochmals separat vergrößert da. Was die Exaktheit der anatomischen Details sowie die Ästhetik der Präsentation angeht zählen die Aquarelle Rösels zu den besten ihrer Art.


Jean Labourdette (auch genannt Turf One; geb. 1976 in Paris, lebt in Montreal)
6403 „Dead Fly Theater“. Acryl auf Malpappe. D. 5,6 cm im Rund. Verso mit Bleistift auf Abdeckpappe signiert, betitelt und datiert. „Dead Fly Theater. Jean Labourdette. TurfOne. 2019“. 750 €
Als Sohn eines Künstlers besuchte Jean Labourdette schon als Kind häufig mit seinem Vater die Pariser Flohmärkte, auf denen er schnell eine Faszination für Antiquitäten sowie eine große Sammelleidenschaft entwickelte. Ende der 1980er Jahre etablierte er sich zunächst als GraffitiKünstler unter dem Pseudonym Turf One, bevor er im Jahre 2001 nach Montreal übersiedelte. Dort war er als Illustrator, ComicZeichner und Filmemacher tätig, bis er sich ab 2004 verstärkt der Malerei widmete. Seine Werke sind inspiriert von so unterschiedlichen Einflüssen wie Altmeistergemälden, russischen Ikonen, viktorianischen Kuriositäten, sowie der Jahrmarktkultur und auf Flohmärkten und in Antiquitätengeschäften gefundenen Objekten, die er häufig als Objet trouvé in seine Kunstwerke miteinbezieht. Fasziniert vom dynamischen Verhältnis scheinbarer Gegensätze ergründet Labourdette im Spiel mit Symbolen, Archetypen und Artefakten in seinen mit altmeisterlicher Präzision geschaffenen, phantastischen Bildwelten unterbewußte Strömungen, transzendiert die Erfahrungen von Zeit und Tod und evoziert so das Schöne im vermeintlich Hässlichen, das
Licht aus der Dunkelheit. Dabei versucht er in seinen dem Thema der Vergänglichkeit gewidmeten Arbeiten, die Grenze zur Zeitlichkeit seiner Motive, zwischen Leben und Tod zu überschreiten und dadurch unsere begrenzte und von Schrecken erfüllte Vorstellung des Todes als Ende des Lebens zu überwinden und in eine positive, bewußte Wertschätzung des Lebens und seiner Eigenheiten zu wenden.
Jacob Hoefnagel (1575 Antwerpen – um 1630 Holland)
6404 Sieben Studienblätter mit Insekten, Käfern, Echsen, Mäusen, Blumen und Pflanzen.
7 Kupferstiche nach Georg Hoefnagel. Je ca. 15,7 x 21,4 cm. Aus Hollstein 17 64. Wz. Handschuh mit Blume.
1.500 €
Aus der Folge „Archetypa Studiaque patris Georghi Hoefnagelii [...]“. – Ausgezeichnete bis ganz ausgezeichnete Drucke mit teils sehr schönem Plattenton und mit breitem bzw. dem vollen Rand um die klar zeichnende Plattenkante. Insgesamt minimal nur vergilbt sowie leicht fingerfleckig, links Spuren einer alten Albumbindung, ein Blatt mit hinterlegtem Einriss im weißen Rand oben, drei Blatt mit teils hinterlegten Läsuren oben, weitere geringe Alters und Gebrauchsspuren, sonst insgesamt einheitlich und gut erhalten.



Präparate
6405 Schaukasten mit sechs Riesenheuschrecken (Orthoptera).
Holzkasten. 39,9 x 49,9 cm.
120 €
Jeweils drei weibliche Exemplare der Riesenheuschrecken Tropidacris
Dux (orange Hinterflügel) und Titanacris albipes (lila Hinterflügel) aus Peru. Die Weibchen gehören mit einer Länge von bis zu 12 cm und einer Flügelspannweite von bis zu 23 cm zu den größten Heuschreckenarten.
Walther Gasch (1886 Leipzig – 1962 NentershausenDens bei Bebra)
6406 Motten und Schmetterlinge.
6 Zeichnungen, Deckfarben auf farbigem Papier, je mit goldfarbener Einfassungslinie. Quer8vo. Ein Blatt (Pfauenauge) mit dem Künstlersignet in Gold und der Datierung „1959“, sämtlich verso wohl signiert und mit der Bezeichnung der dargestellten Insekten, zwei Blatt verso nochmals datiert 1958 und 1959.
800 €







Richard Müller (1874 Tschirnitz, Böhmen – 1954 Dresden)
6407 Zebrastute mit ihrem Fohlen. Kohlezeichnung. 15,6 x 22,7 cm. Signiert und datiert unten rechts „Rich. Müller 1935“. 500 €
Studio Deyrolle
6408 „Aurélie“.
Mannequin: Präparat des Kopfes eines Springbocks, montiert auf einer Schneiderbüste mit Gliederarmen aus hellem Holz, auf einem Holzfuss. Höhe ca. 195 cm (justierbar).
Paris, Deyrolle ca. 2012.
1.500 €
Provenienz: Westdeutsche Privatsammlung
6409 „Jules“.
Mannequin: Präparat eines Impalakopfes, montiert auf einer Schneiderbüste mit Gliederarmen aus hellem Holz, auf einem Holzfuss. Höhe ca. 195 cm (justierbar). Paris, Deyrolle ca. 2012.
1.500 €
Provenienz: Westdeutsche Privatsammlung

A
Auer, Alois 6338
Augen 6359
B
Baarsel, Pieter Willem van 6393
Baillie, William 6260
Blaschek, Franz 6389
Borcht, Pieter van der 6309
Bossard, Johann Michael 6250
Bouchardon, Edme 6379
Bresdin, Rodolphe 6328
BresslernRoth, N. 6267, 6353
Buhot, Félix Hilaire 6324
C
Campagnola, Giulio 6301
Caroselli, Angelo 6380 6381
Cassana, Giovanni A. 6372
Coßmann, Alfred 6401
D
Dalí, Salvador 6366
Deutsch 6281, 6321, 6325, 6339 6340
Deutsch, Hans Rudolf M. 6258
Diez, Julius 6330
Dumont d‘Urville, J. S. C. 6270
Dürer, Albrecht 6290, 6319, 6365
Duvivier, Guillaume 6323
E
Englisch 6352
F Ferguson, Max 6375
Fioratti Loreto, Arianna 6256, 6265, 6349 6350, 6367
Flamen, Albert 6262
Fleischmann, Josef 6253, 6370 6371
Floris II, Cornelis 6314
Frey, Johann Michael 6308
Füssli, Johann Heinrich 6329
G
Gasch, Walther 6406
Gesner, Conrad 6364
Gheyn II, Jacques de 6378
Goya, Francisco de 6363
H
Hall, Matt 6291, 6397
Henel, Edwin Hermann 6251
Hentschel, Claus Dietrich 6292
Herfield, Phyllis 6391
Hoefnagel, Jacob 6404
Hoffmann, Hans 6344 6345
Hogin, Laurie 6305 6307
Hollar, Wenzel 6383, 6392, 6396
I
Insektenkasten 6369, 6405
Italienisch 6312, 6320
J
Jamnitzer, Christoph 6296 6299
Japanisch 6335
Jizai Okimono 6269
K
Kessel, Jan van 6343
Kiriken Masayo 6268
Kley, Heinrich 6326
Knogh, Paulus 6398
Kubin, Alfred 6332
Kyosai, Kawanabe 6331
L
Labourdette, Jean 6403
Landais, Joseph 6276
Le Roy, Henry 6386
Lindemann, Hans Bernd 6263, 6289, 6395
Löffler, Christoph 6356
Lorin, Gilles 6257
Louie, Travis 6272
M
Maglioli, Giovanni Andrea 6300
Matham, Jacob 6399
MeyerEberhardt, Kurt 6348
Mind, Gottfried 6384
Mocker, Josef 6315 6317
Muller, Jan Harmensz. 6302
Müller, Richard 6347, 6407
N
Neuenborn, Paul 6351
Niederländisch 6252, 62826286, 6318, 6333 6334, 6337
Nim Ro, Eun 6357
O
Oberitalienisch 6278
Oken, Lorenz 6279
Österreichisch 6376 6377
P
Postupa, Ladislav 6361
Präparat 6341, 6374
R
Rasmussen, Niels Peter 6264
Ringel, Thomas 6346
Rösel von Rosenhof, August Johann 6402
S
Sabatelli, Luigi 6295, 6313
Scheidel, Franz Anton von 6273, 6277, 6322
Schels, Walter 6358, 6362
Schindler, Albert 6387
Schongauer, Martin 6288
Schüffler, Svenja 6354, 6360
Schwedisch 6400
Skovgaard, Peter Christian Thamsen 6394
Steffeck, Carl 6390
Stepan, Hana 6274 6275
Steppes, Edmund 6327
Stradanus, Johannes 6259
Studio Deyrolle 6408 6409
T
Tibetisch 6294
Tischbein, Johann Heinrich Wilhelm 6373, 6382
Turin 6304, 6310
V
Veen, Rochus van 6342
Veldheer, Jacobus Gerardus 6266
Veneziano, Agostino 6303, 6311
Verstijnen, Henri 6355
Visscher, Cornelis 6385
W
Withoos, Peter 6336
Wittfooth, Martin 6255, 6293
Wohlgemuth, Michael 6287
1: 6406. 2: 6253, 6282, 6283, 6284, 6285, 6286, 6370, 6371, 6372, 6390. 3: 6262, 6290, 6363, 6396. 4: 6319, 6354. 5: 6303, 6402. 6: 6365, 6366. 7: 6331, 6378. 8: 6327, 6383, 6386. 9: 6261, 6271, 6292, 6294, 6335, 6357, 6369, 6388, 6393, 6405. 10: 6375. 11: 6340. 12: 6339. 13: 6270. 14: 6298, 6299, 6302, 6308, 6392. 15: 6344, 6345, 6373, 6382, 6384, 6385. 16: 6404. 17: 6272. 18: 6326. 19: 6320. 20: 6389. 21: 6264, 6368. 22: 6356. 23: 6347, 6407. 24: 6311, 6323. 25: 6300, 6313. 26: 6287. 27: 6254, 6276, 6278, 6280, 6312, 6376, 6377, 6400. 28: 6315, 6316, 6317, 6374. 29: 6258, 6259. 30: 6399. 31: 6394. 32: 6348, 6351. 33: 6325. 34: 6301. 35: 6251. 36: 6361. 37: 6328. 38: 6250. 39: 6403. 40: 6257. 41: 6387. 42: 6260, 6266, 6324, 6355. 43: 6252, 6281, 6334, 6336, 6337, 6342, 6343, 6398. 44: 6295. 45: 6309, 6321. 46: 6341. 47: 6296, 6297. 48: 6391. 49: 6346. 50: 6273, 6277, 6352. 51: 6330, 6332. 52: 6401. 53: 6314. 54: 6360. 55: 6279. 56: 6267, 6353, 6379. 57: 6269. 58: 6304, 6310, 6380, 6381. 59: 6274, 6275. 60: 6329. 61: 6318, 6333, 6359. 62: 6305, 6306, 6307. 63: 6322. 64: 6291, 6397. 65: 6288. 66: 6408, 6409. 67: 6256, 6265, 6349, 6350, 6367. 68: 6364. 69: 6358, 6362. 70: 6338. 71: 6263, 6289, 6395. 72: 6255, 6293. 73: 6268.
Katalogbearbeitung
Jennifer Augustyniak
Dr. Ruth Baljöhr
David Bassenge
Eva Dalvai
Simone Herrmann
Lea Kellhuber
Nadine Keul
Stefanie Löhr
Stephan Schurr
Harald Weinhold

Gestaltung & Satz
Stefanie Löhr
Abbildung aus Los 6270
Fotografie / Reproduktionen
Christoph Anzeneder
Maria Benkendorf
Jochen Flad
Annette Stübinger

1. Juni 2019 Los 8569. Zhang Xiaogang. My big family. Farblithographie auf Velin. 2003.

clemens kalischer. Under the El, New York. 1947. Vintage gelatin silver print. 25 x 20 cm.
gallery & previews | Rankestr. 24, 10789 Berlin auctions | Erdener Straße 5a, 14193 Berlin photoauktionen gbr photography auction june 5 , 2019
1. Die Galerie Gerda Bassenge KG, nachfolgend Versteigerer genannt, versteigert als Kommissionärin im eigenen Namen und für Rechnung ihrer Auftraggeber (Kommittenten), die unbenannt bleiben. Die Versteigerung ist freiwillig und öffentlich im Sinne des § 383 III BGB.
2. Der Versteigerer behält sich das Recht vor, Nummern des Kataloges zu vereinen, zu trennen, außerhalb der Reihenfolge anzubieten oder zurückzuziehen.
3. Sämtliche zur Versteigerung kommenden Gegenstände können vor der Versteigerung besichtigt und geprüft werden. Die Sachen sind gebraucht. Erhaltungszustände der einzelnen angebotenen Arbeiten bleiben im Katalog in der Regel unerwähnt. Die Katalogbeschreibungen sind keine Garantien im Rechtssinne und keine vertraglich vereinbarten Beschaffenheitsangaben. Gleiches gilt für individuell angeforderte Zustandsberichte. Sie bringen nur die subjektive Einschätzung des Versteigerers zum Ausdruck und dienen lediglich der unverbindlichen Orientierung. Alle Gegenstände werden in dem Erhaltungszustand veräußert, in dem sie sich bei Erteilung des Zuschlages befinden. Soweit nicht in der Katalogbeschreibung explizit erwähnt, sind Rahmungen nicht bindender Bestandteil des Angebots. Der Käufer kann den Versteigerer nicht wegen Sachmängeln in Anspruch nehmen, wenn dieser seine Sorgfaltspflichten erfüllt hat. Der Versteigerer verpflichtet sich jedoch, wegen rechtzeitig vorgetragener, begründeter Mängelrügen innerhalb der Verjährungsfrist von 12 Monaten ab dem Zeitpunkt des Zuschlags seine Ansprüche gegenüber dem Einlieferer (Auftraggeber) geltend zu machen. Im Falle erfolgreicher Inanspruchnahme des Einlieferers erstattet der Versteigerer dem Erwerber den Kaufpreis samt Aufgeld. Die Haftung des Versteigerers auf Schadensersatz für Vermögensschäden – gleich aus welchem Grund – ist ausgeschlossen, es sei denn, dem Versteigerer fiele Vorsatz oder grobe Fahrlässigkeit zur Last. Die Haftung bei Verletzung von Leben, Körper und Gesundheit bleibt unberührt.
4. Der Zuschlag erfolgt nach dreimaligem Aufruf an den Höchstbietenden. Der Versteigerer kann den Zuschlag verweigern oder unter Vorbehalt erteilen. Wenn mehrere Personen dasselbe Gebot abgeben und nach dreimaligem Aufruf kein höheres Gebot erfolgt, entscheidet das Los. Der Versteigerer kann den Zuschlag zurücknehmen und die Sachen erneut ausbieten, wenn irrtümlich ein rechtzeitig abgegebenes höheres Gebot übersehen worden ist oder wenn der Höchstbietende sein Gebot nicht gelten lassen will oder sonst Zweifel über den Zuschlag bestehen.
5. Im Falle eines schriftlichen Gebotes beauftragt der Interessent den Versteigerer für ihn während der Versteigerung Gebote abzugeben. In schriftlichen Aufträgen ist bei Differenzen zwischen Nummer und Kennwort das Kennwort maßgebend.
6. Telefonische Gebote und Online-Direkt-Gebote über das Internet bedürfen der vorherigen Anmeldung beim Versteigerer und dessen Zustimmung. Für die Bearbeitung übernimmt der
Versteigerer jedoch keine Gewähr. Telefonische und OnlineGebote werden nur akzeptiert, wenn der Bieter bereit ist, den ihm zuvor mitgeteilten Mindestpreis des jeweiligen Loses zu bieten. Auch bei Nichtzustandekommen einer Verbindung gilt, dass für den Auktionator dieses Gebot in Höhe des Mindestpreises verbindlich ist. Für das Zustandekommen einer entsprechenden Telefon- oder Onlineverbindung übernimmt der Versteigerer keine Gewähr. Das Widerrufs- und Rückgaberecht bei Fernabsatzverträgen findet auf solche Gebote keine Anwendung (§ 312d Abs. 4 Nr. 5 BGB).
7. Mit der Erteilung des Zuschlages geht die Gefahr für nicht zu vertretende Verluste und Beschädigung auf den Ersteigerer über. Das Eigentum an den ersteigerten Sachen geht erst mit vollständigem Zahlungseingang an den Erwerber über.
8. Auf den Zuschlagspreis ist ein Aufgeld von 28% zu entrichten, in dem die Umsatzsteuer ohne separaten Ausweis enthalten ist (Differenzbesteuerung) oder ein Aufgeld von 23% auf den Zuschlag zzgl. der USt von z.Zt. 19% (Regelbesteuerung), bei Büchern beträgt die Umsatzsteuer 7% (Regelbesteuerung).Die im Katalog mit einem * gekennzeichneten Objekte unterliegen in jedem Fall der Regelbesteuerung (Aufgeld von 23% auf den Zuschlag zzgl. der USt von z.Zt. 19%). Bei den im Katalog mit einem ^ gekennzeichneten Objekten ist Einfuhrumsatzsteuer angefallen. In diesen Fällen wird zusätzlich zu einem Aufgeld von 25% (Differenzbesteuerung) die verauslagte Einfuhrumsatzsteuer in Höhe von z.Zt. 7% auf den Zuschlag erhoben.
Für bundesdeutsche Kunsthändler und Antiquare, die zum Vor steuer abzug berechtigt sind, kann die Gesamt rech nung auf Wunsch, wie bisher nach der Regelbesteuerung ausgestellt werden. Von der Umsatzsteuer befreit sind Ausfuhrlieferungen in Drittländer (außerhalb der EU) und – bei Angabe ihrer USt.-Identifikations-Nr. bei Auftragserteilung als Nachweis der Berechtigung zum Bezug steuerfreier innergemeinschaftlicher Lieferungen –auch an Unternehmen in anderen EU-Mitgliedsstaaten, unter der Voraussetzung, dass sie für gewerblichen Gebrauch einkaufen. Eine Korrektur nach Rechnungsstellung ist nicht möglich.
Alle anderen Käufe aus EU-Ländern unterliegen der Umsatzsteuer. Ausländischen Käufern außerhalb der Europäischen Union wird die Umsatzsteuer erstattet, wenn binnen 4 Wochen nach der Auktion der deutsche zollamtliche Ausfuhrnachweis und der zollamtliche Einfuhrnachweis des entsprechenden Importlandes erbracht werden. Bei Versand durch uns gilt der Ausfuhrnachweis als gegeben. Bei Online-Live-Geboten über externe Internetplattformen erhöht sich das Aufgeld um die dort anfallende Transaktionsgebühr. Während oder unmittelbar nach der Auktion ausgestellte Rechnungen bedür fen einer besonderen Nachprüfung und eventueller Berichtigung; Irrtum vorbehalten.
9. Die Auslieferung der ersteigerten Stücke erfolgt in unseren Geschäftsräumen gegen Bezahlung. Kreditkarten (Mastercard, VISA, American Express), Schecks sowie andere unbare Zahlungen werden nur erfüllungshalber angenommen. Bankspesen/
Transaktionsgebühren bzw. Kursverluste können zu Lasten des Käufers gehen. Die Auf bewahrung erfolgt auf Rechnung und Gefahr des Käufers. Der Versand wird gegen Vorabrechnung des Rechnungsbetrages ausgeführt. Die Versandspesen sowie die Kosten für Versicherung gegen Verlust und Beschädigung gehen zu Lasten des Käufers. Übersteigen die tatsäch lichen Versandkosten die vorab berechnete Pauschale, so wird die Differenz dem Käufer nachträglich in Rechnung gestellt.
10. Bei der Ausfuhr von Kulturgütern aus dem Gemeinschaftsgebiet der EG ist gem. der EG-Verordnung Nr. 116/2009 abhängig von Kategorie und Wert des Objekts ggf. eine Ausfuhrgenehmigung erforderlich. Aus Gründen des Artenschutzes können Objekte aus bestimmten, geschützten Materialien (u.a. Elfenbein, Schildpatt, Perlmutt und einige Korallenarten) besonderen Im- und Exportbeschränkungen unterliegen. Zum Zwecke des Exports (insbesondere außerhalb der Europäischen Union) kann hierfür eine spezielle Ausfuhrgenehmigung gemäß der Verordnung (EG) Nr. 338/97 erforderlich sein. Entsprechende Ausfuhrgenehmigungen können nur unter strengen Bedingungen erteilt und ggf. auch gar nicht erlangt werden, auch kann der Import dieser Gegenstände in manche Staaten eingeschränkt oder untersagt sein. Der Käufer ist selbst dafür verantwortlich, sich über etwaige Im- und Exportbeschränkungen zu informieren. Export und Import entsprechender Objekte erfolgen allein auf Rechnung und Gefahr des Käufers.
11. Der Zuschlag verpflichtet zur Abnahme. Der Kaufpreis ist mit dem Zuschlag fällig. Der Versteigerer ist berechtigt, falls nicht innerhalb von zwei Wochen nach der Versteigerung Zahlung geleistet ist, den durch den Zuschlag zustande gekommenen Kaufvertrag ohne weitere Fristsetzung zu annullieren, Verzugszinsen in banküblicher Höhe – mindestens jedoch 1 % auf den Bruttopreis je angebrochenen Monat – zu berechnen und von dem Ersteigerer
wegen Nichterfüllung Schadenersatz zu verlangen. Der Schadenersatz kann in diesem Falle auch so berechnet werden, dass die Sache in einer neuen Auktion nochmals versteigert wird und der säumige Käufer für einen Mindererlös gegenüber der vorangegangenen Versteigerung einschließlich der Gebühren des Auktionshauses aufzukommen hat. Zu einem Gebot wird er nicht zugelassen, auf einen etwaigen Mehrerlös hat er keinen Anspruch.
12. Erfüllungsort und Gerichtsstand im vollkaufmännischen Verkehr ist Berlin. Es gilt ausschließlich deutsches Recht. Das UNAbkommen über Verträge des internationalen Warenkaufs (CISG) findet keine Anwendung.
13. Die im Katalog aufgeführten Preise sind Schätzpreise, keine Limite.
14. Der Nachverkauf ist Teil der Versteigerung, bei der der Interessent entweder telefonisch oder schriftlich (im Sinne der Ziffern 5 und 6) den Auftrag zur Gebotsabgabe mit einem bestimmten Betrag erteilt.
15. Die Abgabe eines Gebotes in jeglicher Form bedeutet die Anerkennung dieser Versteigerungsbedingungen. Der Versteigerer nimmt Gebote nur aufgrund der vorstehenden Versteigerungsbedingungen entgegen und erteilt dementsprechend Zuschläge. Kommissionäre haften für die Käufe ihrer Auftraggeber.
16. Sollte eine der vorstehenden Bestimmungen ganz oder teilweise unwirksam sein, so bleibt die Gültigkeit der übrigen davon unberührt.
David Bassenge Geschäftsführer

Stand: Mai 2019
1. The Galerie Gerda Bassenge KG, subsequently called “the auctioneer” carries on business as commission-agent in its own name on behalf of its voluntary consignors. This auction sale is a public one in the sense of § 383 III BGB.
2. The auctioneer reserves the right to combine, to split, to change or to withdraw lots before the actual final sale.
3. All objects put up for auction can be viewed and examined prior to the sale at the times made known in the catalogue. The items are used and sold as is. As long as not explicitly mentioned in the catalogue description, framing is not an inherent part of the offer. As a rule, the condition of the individual work is not given in the catalogue. Catalogue descriptions are made with as much care as possible, but the descriptions do not fall under the statutory paragraph for guaranteed legal characteristics. The same applies for individually requested condition reports. These also offer no legal guarantee and only represent the subjective assessment of the auctioneer while serv ing as a non-binding orientation. The liability for damage to life, body or health shall remain unaffected. In case of a justified claim, however, he will accept the responsibility to make a claim for restitution on behalf of the buyer against the consignor within a period of 12 months, running from the fall of the hammer. In the event of a successful claim the auctioneer will refund the hammerprice plus premium.
4. The highest bidder acknowledged by the auctioneer shall be deemed the buyer. In case of identical bids the buyer will be determined by drawing lots. In the event of a dispute the auctioneer has the absolute discretion to reoffer and resell the lot in dispute. He may also knock down lots conditionally.
5. In the case of a written bid the bidder commissions the auctioneer to place bids on his behalf during the auction. In cases where there is a discrepancy between number and title in a written bid the title shall prevail.
6. Telephone and direct online bidding via the internet must be approved in advance by the auctioneer. The auctioneer cannot be held liable for faulty connections or transmission failure. In such a case the bidder agrees to bid the reserve price of the corresponding lot. For such bidding the regulations of long distance contracts do not apply (Fernabsatzverträge) [cf § 312d IV,5 BGB].
7. On the fall of the auctioneer’s hammer title to the offered lot will pass to the acknowledged bidder. The successful buyer is obliged to accept and pay for the lot. Ownership only passes to the buyer when full payment has been received. The buyer, however, immediately assumes all risks when the goods are knocked down to him.
8. A premium of 28% of the hammer price will be levied in which the VAT is included (marginal tax scheme) or a premium of 23% of the hammer price plus the VAT of 19% of the invoice sum will be levied [books: 7%] (regular tax scheme). Buyers from countries of the European Union are subject to German VAT.
Items marked with an * are subject to the regular tax scheme (premium of 23% of the hammer price plus the current VAT of 19%). Items marked with an ^ are subject to import duty. In these cases in addition to a premium of 25% (marginal tax scheme), the charged import tax of currently 7% will be added to the hammer price. Exempted from these rules are only dealers from EU-countries, who are entitled, under their notification of their VAT ID-Number, to buy on the basis of VAT-free delivery within the European Union. Notification of VAT ID-Numbers must be given to the auctioneer before the sale.
For buyers from non EU-countries a premium of 23% will be levied. VAT will be exempted or refunded on production of evidence of exportation within 4 weeks of the auction, or, if appropriate, importation to another country. This is taken as given when the dispatch is effected by us.
Live bidding through external online platforms entails a transaction fee stipulated by the platform and will be added to the premium. Due to the work overload of the accounting department during auctions, invoices generated during or directly after an auction require careful revision and possible correction; errors excepted.
9. Auction lots will, without exception, only be handed over after pay ment has been made. Credit cards (VISA, Mastercard, American Express), checks and any other form of non-cash payment are accepted only on account of performance. Exchange rate risk and bank charges may be applicable. Storage and dispatch are at the expense and risk of the buyer. If the shipping costs exceed the lump sum on the invoice the outstanding amount will be billed separately.
10. According to regulation (EC) No. 116/2009, an export license is necessary when exporting cultural goods out of European Community territory, depending on the type or value of the object in question. For the purposes of wildlife conservation, it is necessary to obtain an export license according to regulation (EC) No. 338/97 when exporting objects made from certain protected materials (incl. ivory, tortoiseshell, mother-of-pearl and certain corals) out of the territory of the European Community. Export licenses for objects made of protected materials are only granted under strict conditions or may not be granted at all. The import of such objects may be restricted or prohibited by certain countries. It is the buyer’s responsibility to inform himself, whether an object is subject to such restrictions. Export and import of such objects are at the expense and risk of the buyer.
11. The buyer is liable for acceptance of the goods and for payment. The purchase price shall be due for payment upon the lot being knocked down to the buyer. In case of a delayed payment (two weeks after the sale) the purchaser will be held responsible for all resultant damages, in particular interest and exchange losses. In case of payment default the auctioneer will charge interest on the outstanding amount at a rate of 1% to the gross price per month or part of month. In such an event the auctioneer reserves the right to annul the purchase contract without further notice, and to claim damages from the buyer for non-fulfilment, accordingly he can reauction the goods at the buyer’s expense. In this case the buyer is liable for any loss incurred, the buyer shall have no claim if a higher price has been achieved. He will not be permitted to bid.
12. The place of fulfillment and jurisdiction is Berlin. German law applies exclusively; the UN-Treaty (CISG) is explicitly excluded.
13. The prices quoted after each lot are estimates, not reserves.
14. The after-sales is part of the auction in which the bidder places either by telephone or in written form (as stated in number 5 and 6) the order to bid a set amount.
15. By making a bid, either verbally in the auction, by telephone, written by letter, by fax, or through the internet the bidder confirms that he has taken notice of these terms of sale by auction and accepts them. Agents who act on behalf of a third party are jointly and separately liable for the fulfillment of contract on behalf of their principals.
16. Should one or the other of the above terms of sale become wholly or partly ineffective, the validity of the remainder is not affected. In the event of a dispute the German version of the above conditions of sale is valid.
David Bassenge
As of May 2019

Geschäftsführung | Management
Kunstabteilung | Art Department
Leitung 15. bis 19. Jahrhundert
David Bassenge
Dr. Ruth Baljöhr
+49 (0)30-893 80 29-17 david@bassenge.com
+49 (0)30-893 80 29-22
Head of Department 15th to 19th Century r.baljoehr@bassenge.com Graphik und Handzeichnungen des
David Bassenge +49 (0)30-893 80 29-17 15.–19. Jahrhunderts, Gemälde david@bassenge.com
Prints and Drawings 15th to 19th Century, Paintings
Lea Kellhuber +49 (0)30-893 80 29-20 l.kellhuber@bassenge.com
Nadine Keul +49 (0)30-893 80 29-21 n.keul@bassenge.com
Harald Weinhold +49 (0)30-893 80 29-13 h.weinhold@bassenge.com
Leitung Moderne und Zeitgenössische Kunst
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Simone Herrmann +49 (0)30-88 91 07 93 s.herrmann@bassenge.com
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Photographie | Photography
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Buchabteilung, Autographen | Books, Autographs
Leitung | Head of Department
Autographen | Autographs
Logistik Management | Logistics
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Rheinland
Dänemark
Italien
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