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DIE GLETSCHER DES DOLOMITEN UNESCO WELTERBES

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Dolomiti Patrimonio Mondiale

Die Gletscher der Dolomiten Artikel von Prof. Alberto Carton, Geomorphologe an der Universität Padua und Mitglied des Netzwerks Geologisches Erbe der Stiftung Dolomiten UNESCO, geschrieben anlässlich des ersten Welttages der Gletscher (21. März 2025).

Kurze Geschichte der Vergletscherung der Dolomiten Wer die Beziehungen zwischen der Dolomitenlandschaft und den Gletschern verstehen will, muss etwa 20.000 Jahre in die Vergangenheit blicken, als die Gletscher sämtliche Alpentäler bedeckten, also auch jene der Dolomiten. Damals erreichten die Eismassen oft Mächtigkeiten von über 1500 m, in der Gegend von Bozen sogar bis zu 2000 m. Chronologisch befinden wir uns im sogenannten letzten eiszeitlichen Maximum, als die Gletscher ihre größte Ausdehnung hatten. Nur die höchsten Gipfel ragten aus diesem „Eismeer“ als isolierte Spitzen (nunatak) hervor. Die Gletscher der großen Dolomitengruppen verbanden sich zu einem weit verzweigten Netz, das sich von einem Tal zum anderen erstreckte. Einige Gletscher flossen über die heutigen Dolomitenpässe hinweg, die damals als natürliche Übergänge dienten. Die besondere Vielfalt und Verteilung der Gesteine in den Dolomiten hat es ermöglicht, die Bewegungsrichtung der Gletscher genauer zu bestimmen. Durchgeführt wurden spezielle Analysen, die nicht nur die Geländemorphologie berücksichtigen, sondern auch die Verteilung von mitgeführten Gesteinsablagerungen, sowohl innerhalb der Täler als auch über deren Grenzen hinweg. So konnten einige Transfluenzen identifiziert werden, etwa vom Etsch- in das Piave-Becken über das Grödner Joch und den San-Pellegrino-Pass. Die deutlichsten Spuren der glazialen Morphogenese, die bis heute sichtbar sind, stammen vor allem aus den späteren Phasen des Gletscherrückzugs und zeitweise auch aus erneuten Vorstößen der Eismassen. Diese Prozesse verliefen über Jahrtausende hinweg schubweise und nicht kontinuierlich während der Späteiszeit (late glacial), die vor rund 17.000 Jahren begann. Typisch für den allmählichen Rückzug der Gletscherzungen in den Dolomiten sind Moränenwälle, Geländestufen, Trogtäler, Hängetäler, Rundhöcker, scharfkantige Felsgrate und Gletscherkessel. Letztere kommen besonders häufig in den oberen Talbereichen von acht der neun Dolomitenteilgebiete vor, die heute zum Welterbe gehören. Genau dort

1 www.dolomitiunesco.info


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