Skip to main content

Bulletin 75 - Januar 2024 - DE

Page 1

°75

© FFL/ T. Winn

NEWSLETTER

AM 28. JANUAR 2024 ist der 71. Welttag der Leprakranken

LEPRA GIBT ES IMMER NOCH, LÖSUNGEN AUCH. Wissen heißt handeln.

DIE STIFTUNG UNTERSTÜTZEN

204, route d’Arlon L-8010 Strassen

(+352)44 66 06-1

info@ffl.lu

www.ffl.lu


INHALTSVERZEICHNIS 4

Wussten Sie schon?

6

4 Fragen an Dr. Goumané

7

Erkennen können

8

Von der Theorie zur Praxis

Sie möchten uns unterstützen?

IBAN LU38 0019 1100 2081 3000 (BCEELULL)

WWW.FFL.LU

10 Unser Impakt 11 Drei gute Neuigkeiten 12 Danke Sie haben gespendet? Herzlichen dank! Wussten Sie, dass jede Spende steuerlich absetzbar ist?

204, route d’Arlon L-8010 Strassen

Sie erhalten eine Spendenbescheinigung, die Sie als Nachweis in Ihrer Steuererklärung verwenden können. Für weitere Fragen: finances@ffl.lu | 44 66 06-52

Tel.: 44 66 06-1 Email: info@ffl.lu

www.ffl.lu Druck: Print Solutions Zustellung: Post Luxembourg

« Weil jeder Spender das Recht hat zu wissen, wie sein Geld ausgegeben wird und ob es gut verwaltet wird. »

TEAM Conny Reichling (Direktorin), Laila Agouni, Lara Beauguerlange, Aurélie Costantini, Naristé Grün-Sonunbekova, Liz Hof und Elisa Molina. VERWALTUNGSRAT (von links nach rechts) Jean Hilger (Präsident), Jean-Luc Pauly, Marie-Thérèse Ney, Jean Smit, Georges Keipes, Julio Nerin (Vizepräsident), Anne Majerus, Brigitte Bontemps-Loschetter und Paul-Marie Majerus.


EDITORIAL

Lepra verbreitet sich nicht mehr überall auf der Welt. Man findet sie nicht mehr in allen Arztpraxen. Lepra, Buruli Ulkus, Frambösie und all die anderen vernachlässigten tropischen Krankheiten (NTDs, Neglected Tropical Diseases) betreffen Bevölkerungsgruppen, die oft wenig sichtbar sind, die die Welt gerne vergessen würde, die in den sozialen Netzwerken oder in den Medien nicht so stark im Vordergrund stehen.

“

NIEMAND BRAUCHT SO SEHR EIN LÄCHELN WIE JEMAND, DER ANDEREN KEINES SCHENKEN KANN. Raoul Follereau

Lepra ist eine Krankheit der Armut, der Ausgrenzung, der fehlenden Infrastruktur und des fehlenden Zugangs zur Gesundheitsversorgung. Sie wirkt dort, wo andere vergessen zu handeln, und dort, wo Handeln jedoch von entscheidender Bedeutung ist. Im Rahmen unseres Projektes in Waldguinea behandelt Dr. Goumané die Bevölkerung in besonders abgelegenen Gebieten, die für manche Ärzte nicht erreichbar sind. Dr. Goumané sagt jedoch selbst, dass die Menschen sonst "weiterhin mit denselben Gesundheitsproblemen konfrontiert sind". Es ist von entscheidender Bedeutung, unsere Arbeit auf nicht abgedeckte Gebiete auszuweiten und mit zusätzlichen Aktivitäten zu ergänzen. In Benin ist die Behandlung für die Patienten mit NTDs kostenlos. Aber wenn die Bevölkerung nicht informiert ist, wie kann sie dann davon profitieren?

sorgung zu ermöglichen, um diese Schattenkrankheiten auszulöschen.

Ein Pilotprojekt der Stiftung untersucht die Häufigkeit und insbesondere den Rückgang der erkannten Fälle. Vielleicht können wir so Gebiete erfassen, in denen es diese Krankheiten endlich nicht mehr gibt und unsere Projekte und Aktionen ausweiten.

Deshalb bitten wir Sie, mit unserer ganzen Entschlossenheit, Lepra nicht zu ignorieren, sondern mehr über sie und die anderen NTDs zu erfahren, um diese Krankheiten weiterhin zu bekämpfen.

In Allada (Benin) ist der Zugang zu Gesundheitsversorgung eine große Herausforderung. Die Gemeindevertreter und das medizinische Personal begeben sich daher direkt in die umliegenden Dörfer, um die Menschen zu erreichen, die am dringendsten eine medizinische Hilfe benötigen. All dies dient einem Zweck: allen Menschen Zugang zu einer lokalen Gesundheitsver-

Die kleinen Siege machen den Unterschied. Sie sind der Motor unseres Engagements.

Man kann sie nicht immer mit bloßem Auge sehen und sie sind nicht mehr überall anzutreffen, aber das ist kein Grund, sie zu ignorieren und es dabei zu belassen. Lassen Sie uns weiterhin darüber sprechen, damit wir etwas dagegen tun können. Jean HILGER Präsident des Verwaltungsrates


ENTDECKEN

WUSSTEN SIE SCHON?

SDG 3: Ein gesundes Leben für alle Menschen jeden Alters gewährleisten und ihr Wohlergehen fördern. Agenda 2030, Vereinte Nationen

Seit einigen Jahren kennen Sie wahrscheinlich der Pangolin, das kleine Schuppentier, das die Welt in Aufruhr versetzt und weltweit für Schlagzeilen gesorgt hat. Vielleicht haben Sie es aber trotz seiner Bekanntheit oft mit einem anderen ähnlichen Tier verwechselt: □ Gürteltier. □ Fledermaus. □ Pinguin. Beide sind jedoch zwei sehr unterschiedliche Tiere und taxonomisch nicht miteinander verwandt, aber sie haben eine gemeinsame Besonderheit: eine Art Panzer, der bei keinem anderen Säugetier zu finden ist und mit dem sie sich vor den Zähnen ihrer Fressfeinde schützen können. Praktisch, nicht wahr? Stellen Sie sich vor, Ihre Haut könnte Sie wie eine Rüstung vor allem schützen, auch vor Krankheiten. Auch wenn der Pangolin sehr leicht mit Covid in Verbindung gebracht wird, wussten Sie, dass die Geschichte des Gürteltieres verbunden ist mit

□ Grippe? □ Cholera ? □ Lepra?

Dank dem langjährigen kontinuierlichen Einsatz der Fondation Follereau Luxembourg gibt es zwar nicht mehr so viele Fälle wie früher, aber unser Arbeit hört nicht auf. ...

Wussten Sie, dass weltweit immer noch alle

□ 3 Minuten □ 13 Minuten □ 30 Minuten ... ein Mensch an Lepra erkrankt?

Dies ist immer noch zu häufig für eine Krankheit, die behandelbar ist. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat im Jahr 1982 eine Kombinationstherapie mit drei Medikamenten eingeführt, wobei zwei Medikamente einmal im Monat und das dritte täglich eingenommen werden. Diese Therapie stoppt das Fortschreiten der Krankheit und ihre Ansteckung, ermöglicht die Heilung und bewahrt die Betroffenen vor möglichen Behinderungen. Warum gibt es diese Krankheit immer noch?

Es handelt sich nämlich um eines der wenigen Säugetiere, die diese Krankheit, genannt auch Hansen-Krankheit, übertragen können. Warum erzählen wir Ihnen im Jahr 2024 immer noch von dieser Krankheit? Weil sie noch existiert, obwohl es auch Lösungen gibt, zum Beispiel darüber zu sprechen.

• Weil ihre Inkubationszeit, also die Zeit zwischen der Ansteckung und dem Auftreten der ersten Symptome, extrem lang ist. Bevor die ersten Krankheitssymptome sich zeigen, vergehen zwischen 2 und ...

© FFL/ T. Winn (Waldguinea)

-4-

□ 10 Jahre.

□ 20 Jahre. □ 30 Jahre.


“

WISSEN, DASS ES LÖSUNGEN GIBT, BEDEUTET DARÜBER SPRECHEN ZU KÖNNEN UND ETWAS ZU TUN FÜR DIEJENIGEN, DIE NICHT BESCHEID WISSEN.

• Die Wissenschaftler selbst wissen immer noch nicht genau, wie sich diese Krankheit ausbreitet. Es ist allgemein bekannt, dass die Lepra beim Husten oder Niesen durch Tröpfchen übertragen wird, wie das bereits erwähnte Covid, aber auch andere Übertragungswege sind möglich, wie ...

□ Haut. □ Haare. □ Vererbung.

Sie werden übrigens als vernachlässigt bezeichnet, weil sie auf globaler Ebene kaum im Vordergrund stehen, während die betroffenen Bevölkerungsgruppen stigmatisiert und sozial ausgegrenzt werden. Viele Leprakranke haben beispielsweise immer noch Schwierigkeiten, eine Arbeit zu finden. Die Krankheit erschwert ihnen den Zugang zu Gesundheitsversorgung und Bildung. Eine der Prioritäten unserer Stiftung im Einsatz für bessere Gesundheitsversorgung von schutzbedürftigen Menschen bleibt die Bekämpfung der vernachlässigten Tropenkrankheiten mit Hautgeschwüren.

Was wir wissen ist, dass Lepra und alle anderen vernachlässigten Tropenkrankheiten, z.B. Buruli Ulkus, Frambösie, Skabiose (Krätze) usw, sich nicht überall auf der Welt gleich verbreiten. Sie betreffen Bevölkerungsgruppen, die oft kaum sichtbar

?

ANTWORTEN:

• Darüber hinaus bleibt die Diagnose schwierig und kostspielig: Die medizinischen Möglichkeiten sind nicht überall gleich. Die Durchführung einer Biopsie mag einfach erscheinen, erfordert jedoch ein Labor und technische Expertise, die in einigen ländlichen Gebieten der Welt nicht zur Verfügung stehen.

sind, "vor allem in ländlichen Gebieten, in Konfliktgebieten und in schwer zugänglichen Regionen, wo sauberes Wasser und sanitäre Einrichtungen knapp sind und wo der Klimawandel diese Situation noch verschlimmert" (Quelle: WHO).

Gürteltier, Lepra, 3 Minuten, 20 Jahre, Haut.

Inzwischen kann der Betroffene die Infektion nicht nur auf andere übertragen, sondern er riskiert durch eine späte Diagnose, dass die Behandlung weniger wirksam ist und Behinderungen eintreten können, wenn die Nerven- und Hautläsionen bereits vorhanden sind.

Stellen Sie eine Verbesserung bei den Fällen von vernachlässigten Tropenkrankheiten fest?

"Wir haben jedes Jahr immer weniger Fälle von Buruli Ulkus (UB) (18 Fälle im Jahr 2019, 12 Fälle im Jahr 2020 und 12 Fälle im Jahr 2021), aber ziemlich viele Fälle von Skabiose, die pro Quartal erkannt werden (173 Fälle im ersten Quartal 2022). " Hector AISSI, Dermato-Lepra-Krankenpfleger und Cyr GOUDALO, Direktor des CDTUB in Allada. Projekt zur Erkennung und Behandlung von Hautgeschwüren (Benin) -5-


VERSTEHEN

4 FRAGEN AN DOKTOR GOUMANÉ Im September letzten Jahres hat Dr. Aboubacar Goumané, Arzt, Chirurg und Vorsitzender von APROSCO (Association pour la promotion de la santé communautaire) mit Sitz in N'Zérékoré, Waldguinea, die Fondation Follereau Luxembourg besucht. Eine gute Gelegenheit, über das Projekt zur Bekämpfung von tropischen Hautgeschwüren, seiner Wichtigkeit und Ziele zu diskutieren.

1

2

3

Worum geht es bei dem Projekt zur Behandlung von dermatologischen Erkrankungen?

Was sind die gesundheitlichen Herausforderungen in Waldguinea?

Wie gestaltet sich ein Aufklärungstag in N'Zérékoré ?

Das Projekt zur Früherkennung und Behandlung von tropischen Hautgeschwüren in der Region Waldguinea ist ein medizinisches Projekt mit dem Ziel, so nahe wie möglich an der lokalen Bevölkerung zu arbeiten und eine adäquate Lösung für ihre gesundheitlichen Probleme, insbesondere für Dermatosen und chronische Wunden, zu finden. Das Projekt gewährleistet die Versorgung von Kranken, die an vernachlässigten Tropenkrankheiten (NTDs) oder anderen Infektionen leiden.

4

Während meiner Besuche in abgelegenen Regionen habe ich festgestellt, dass Hygienestandards im Allgemeinen nicht beachtet werden, es muss stärker sensibilisiert werden. Beispielsweise verbringt ein Dorfbewohner den ganzen Tag auf dem Feld, wenn er nach Hause kommt, wäscht er sich nicht bis zum nächsten Tag. Wenn die Hygienemaßnahmen eingehalten werden, kann die Übertragung von Krankheiten innerhalb der Familie und somit innerhalb der Bevölkerung verhindert werden. Wir intervenieren zu diesen Themen und setzen uns vor allem für die Verstärkung der Aufklärung ein, die grundlegend für den Fortschritt ist.

Die Sensibilisierungstage werden im Voraus und in Koordination mit allen Akteuren (Leiter der Gesundheitszentren, Unterpräfekte, Bürgermeister, religiöse Leader usw) geplant. Das medizinische Team reist dann vor Ort, um die lokale Bevölkerung über diese Krankheiten zu informieren und aufzuklären. Eine zweiter Besuch findet einige Zeit danach statt und wir stellen oft eine deutliche Verbesserung fest, die Krankheitsfälle gehen zurück und die Hygienemaßnahmen werden rigoroser angewendet.

Welche Perspektive gibt es für das Projekt?

© FFL/ T. Winn

Es gibt einen großen Bedarf. Das Ziel wäre, das Projekt auszuweiten, damit mehr Menschen in anderen Ortschaften und Gebieten mit dem Projekt erreicht und betreut werden können, und die Aufklärungsarbeit fortzusetzen, die von entscheidender Bedeutung ist. Ohne Aufklärung bleiben die Menschen mit denselben Gesundheitsproblemen konfrontiert.

-6-


© FFL/ T. Winn

ERKENNEN KÖNNEN SDG 6: Verfügbarkeit und nachhaltige Bewirtschaftung von Wasser und Sanitärversorgung für alle gewährleisten.

© FFL/ T. Winn

Agenda 2030, Vereinte Nationen

Auch wenn es zweifellos von entscheidender Bedeutung ist, die Forschung und das politische Engagement in Bezug auf die vernachlässigten Tropenkrankheiten (NTDs) weiterzubringen, wie kann man in der Zwischenzeit gegen Krankheiten, die unüberwindlich scheinen, konkret vorgehen? Die weltweite Strategie von der WHO 2021-2030 zur Bekämpfung der Lepra (Hansen-Krankheit) unterstreicht diesbezüglich insbesondere: • Die Stärkung der Prävention parallel zur aktiven Früherkennung von Leprafällen • Die Behandlung von Lepra und ihren Folgen und Komplikationen, sowie die Vermeidung neuer Behinderungen (Früherkennung von Fällen, genaue Diagnose und schnelle Behandlung, Nachsorge, Begleitung und Ausbildung zur Selbsthilfebetreuung)

© FFL/ P. Garrigos

Die Liste lässt sich noch weiter fortsetzen. Aber diese Punkte sind ausschlaggebend für die Fondation Follereau Luxembourg, für die es von entscheidender Bedeutung ist, diese Krankheiten zu thematisieren, um besser handeln zu können. Auch wenn diese Krankheit weit entfernt scheint oder nicht immer mit dem bloßen Auge zu sehen ist, darf man sie nicht ignorieren. Mit ihren Projekten bringt die Fondation Follereau Luxembourg gemeinsam mit ihren Partnern den Zugang zu Gesundheitsstrukturen so nahe wie möglich an die lokale Bevölkerung, um sich dem Ziel "Null Lepra Fälle" zu nähern. Wissen bedeutet erkennen können. -7-


VORBEUGEN

VON DER THEORIE ZUR PRAXIS Ein integrierter und multi-sektorieller Ansatz für eine ganzheitliche Betreuung der Patienten, die von vernachlässigten Tropenkrankheiten (NTDs) mit Hautgeschwüren betroffen sind.

SDG 9: Eine widerstandsfähige Infrastruktur aufbauen, breitenwirksame und nachhaltige Industrialisierung fördern und Innovation unterstützen. Agenda 2030, Vereinte Nationen

Die neuen Leitlinien zur Bekämpfung von vernachlässigten Tropenkrankheiten basieren auf einem integrierten und sektorübergreifenden Ansatz. Eine angemessene Antwort auf die Komplexität der Behandlung dieser Krankheiten, die eine Vielzahl von Aktionen umfasst; vom internationalen Programm WASH (Water, Sanitation and Hygiene) bis zur Entstigmatisierung von verschiedenen Erkrankungen. So wurden drei dieser Krankheiten (Lepra, Frambösie und Buruli Ulkus) auf allen Ebenen in das Gesundheitssystem in Benin integriert. Immer weiter, immer näher Um die Übertragungskette zu unterbrechen, sind Früherkennung und Behandlung nach wie vor die beste Strategie. Daher hat die Fondation Follereau Luxembourg das Einsatzgebiet im Jahr 2023 über das „Département de l‘Atlantique“ auf das „Département de l‘Ouémé“ ausgeweitet. Ein einjähriges Pilotprojekt soll zeigen, ob die sinkenden Prävalenzzahlen sich empirisch bestätigen oder ob der Rückgang auf einen Mangel an Vorsorgeuntersuchungen zurückzuführen ist. Von den ersten 575 untersuchten Personen in diesem Gebiet wurde bisher keine einzige Person positiv auf Buruli Ulkus oder Lepra getestet. Bei 41% der untersuchten Personen wurde allerdings eine Skabiose diagnostiziert. Die Endergebnisse dieses Projekts werden abgewartet, um endgültige Schlussfolgerungen zu ziehen. Über die Vorsorgeuntersuchungen hinaus hat dieses Pilotprojekt auch Aufklärungskampagnen mit Radiospots in drei verschiedenen lokalen Sprachen, Wem, Goun und Tori, ausgestrahlt. Diese Spots wurden insgesamt 656 Mal innerhalb von 4 Monaten im Radio ausgestrahlt. -8-

Dezentralisieren Währenddessen setzen die lokalen Teams ihre Bemühungen weiterhin im „Département de l‘Atlantique“ fort, wo sich insbesondere Sumpfgebiete, Täler der Hauptflüsse und Küstenbecken, als Endemiegebiet für 10 andere vernachlässigte Tropenkrankheiten charakterisieren. Dazu zählen auch Lepra, Frambösie und Buruli Ulkus. Seit 1999 unterstützt die Fondation Follereau Luxembourg ein Projekt zur Sensibilisierung, Früherkennung und Behandlung von vernachlässigten Tropenkrankheiten mit Hautgeschwüren. Kernstück des Projektes ist das Krankenhaus CDTUB, ursprünglich spezialisiert auf Buruli Ulkus, im Zentrum der Stadt Allada im Süden von Benin. Dieses Gesundheitszentrum für Früherkennung und Behandlung von NTDs, das seit 2012 als Fachkrankenhaus für Buruli-Ulkus und andere chronische Hautgeschwüre klassifiziert ist, spielt eine entscheidende Rolle im Nationalen Programm zur Bekämpfung von Lepra und Buruli Ulkus (PNLLUB) in Benin. Die seit einigen Jahren allgemein sinkende Prävalenzrate von Buruli Ulkus und Lepra hat es dem CDTUB in Allada ermöglicht, seine Aktivitäten auszuweiten. Das Zentrum beschränkt sich somit nicht mehr nur auf Buruli Ulkus, sondern auch auf die Verpflegung von Patienten mit chronischen Geschwüren oder vernachlässigten Tropenkrankheiten mit Hautgeschwüren. Da der Zugang zu Gesundheitsstrukturen eine Herausforderung in diesem Gebiet bleibt, organisiert das Zentrum seit einigen Jahren eine dezentralisierte Strategie mit Gemeinschaftsvermittlern und medizinischem Personal, die umliegende Dörfer besuchen.


© FFL (Auf dem Weg nach Savalou)

Lebenserwartung (2020)

FRÜHERKENNUNG UND BEHANDLUNG VON HAUTGESCHWÜREN (BENIN)

0

73%

HDI* (2020)

59,8 Jahre

166/191

50

NIGER

100 150km

BURKINA FASO

Zugang zu sauberem Trinkwasser in ländlichen Gebieten (gegenüber 42% im Jahr 2017)

BENIN

Zielgebiete:

DÉPARTEMENT DE L'ATLANTIQUE DÉPARTEMENT DE OUÉMÉ

TOGO NIGERIA

GHANA

WAS IST DAS ZIEL? FRÜHERKENNUNG FÜR EINE SCHNELLE BEHANDLUNG

ALLADA OUÉMÉ ATLANTIQUE

PORTO-NOVO

VON JULI BIS SEPTEMBER 2023

6

professionelle Weiterbildungen für medizinisches Personal

150

SETZEN SIE SICH AN UNSERER SEITE EIN

Teilnehmer**

gegen vernachlässigte Tropenkrankheiten mit Hautgeschwüren in Benin !

BEHANDELTE THEMEN:

IBAN LU38 0019 1100 2081 3000 (BCEELULL)

Vernachlässigte Tropenkrankheiten, Symptome, Techniken zur Sensibilisierung, Stigmatisierung, kostenlose medikamentöse Behandlung…

150€ finanzieren teilweise das medizinische Material für eine chirurgische Behandlung von besonders schweren Fällen für ein Jahr

* HDI: Human Development Index ** Lehrkräfte, Gemeinschaftsvermittler, Mitglieder von Verwaltungsräten von Gesundheitszentren, Personal aus dem Gesundheitssektor Quellen: Banque Mondiale, R-FFL -9-


INFRASTRUKTUR AUFKLÄRUNGSARBEIT

Von 2002 bis 2023

Sensibilisierung von Lehrern und Mitgliedern von Elternvereinigungen zur Entstigmatisierung von NTDs und von körperlichen Behinderungen, die durch diese Krankheiten verursacht werden können. Förderung der wissenschaftlichen Forschung über Buruli Ulkus. Schulung von Gemeinschaftsakteuren, Gesundheitshelfern und -personal. Aufklärungsarbeit im Rahmen des internationalen Programms WASH (Water, Sanitation and Hygiene).

VERSORGUNG

UNSER IMPAKT

Aufbau des CDTUB in Allada mit mehreren Maßnahmen zur Verbessrung der Einrichtungen (Wohnung des Chirurgen, Operationssaal, Sanierungen...). Versorgung mit Medikamenten, medizinischem Verbrauchsmaterial und Reagenzien. Verstärkung des Personals im Gesundheitszentrum.

Psychosoziale Behandlung, physische Rehabilitation und soziale Wiedereingliederung. Unterstützung für hospitalisierte bedürftige Personen (Verpflegung, Übernahme der Pflegekosten). Früherkennung von Krankheiten. Vorbeugung von Behinderungen und physische Rehabilitation. Chirurgische, traumatologische, orthopädische Versorgung und Wiederherstellungschirurgie für Patienten.

UNSERE ZIELE FÜR 2024

HANDELN

2.600 Menschen in Benin über die Erkennung und kostenlose Behandlung von NTDs aufklären. 600 frühe Stadien von NTDs und Hautgeschwüren erkennen, um eine schnelle Behandlung zu ermöglichen. Weniger als 25% Fälle von BU* der Kategorie 3 haben. 120 Menschen ausbilden (Gesundheitspersonal, Gemeinschaftsakteure und andere Professionelle vor Ort für die aktive Früherkennung). 4 Leistungsverträge unterzeichnen (Chirurg, Traumatologe, Orthopädietechniker, Endokrinologe). 50 Patienten versorgen und in die Gemeinschaft wiedereingliedern.

*Die Krankheit wurde je nach Schweregrad in drei Kategorien eingeteilt: Kategorie 1: eine einzelne kleine Hautveränderung mit einem Durchmesser von weniger als 5 cm. Kategorie 2: ein nicht geschwürartiger oder geschwürartiger Fleck oder eine entzündete Stelle mit einer Größe zwischen 5 und 15 cm. Kategorie 3: Wunden mit einem Durchmesser von mehr als 15 cm, einschließlich Knochenmarkentzündung oder Gelenkbefall und Wunden an kritischen Stellen (Kopf, Brust, Genitalien). (Quelle: IAHO) - 10 -


3 GUTE NEUIGKEITEN • Im Februar 2022 schloss sich die Novartis Stiftung, die sich bereits im Kampf gegen Lepra engagiert, "mit Fiocruz für eine Studie zusammen, die künstliche Intelligenz nutzt, um die Diagnose von Lepra zu beschleunigen" (Quelle: BBC). Auch wenn sich die Studie noch in einem frühen Stadium befindet, scheint die KI im Mittelpunkt der Zukunftsmedizin zu stehen und verspricht, eines Tages ein ermutigendes Werkzeug zur schnelleren Diagnose und Behandlung seltener Krankheiten zu werden. • "Bei Gürteltieren verjüngt Lepra die Leberzellen" (Quelle: Le Monde). Es ist zwar noch nicht bekannt, ob diese Effekte auch beim Menschen zu beobachten wären, doch eine aktuelle Studie von Wissensc.haftlern der Universität Edinburgh in Schottland hat eine bemerkenswerte Eigenschaft der für die Lepra verantwortliche Bakterie aufgedeckt: es kann das gesunde Wachstum von Körpergewebe anregen, was als "biologische Alchemie" bezeichnet wird.

© FFL

• Obwohl es noch Herausforderungen im Kampf gegen Lepra und andere vernachlässigte Tropenkrankheiten gibt, wurde 2023 in Benin als Jahr der Ausrottung von Trachom, einer weiteren Form von NTD, gefeiert (Quelle: UN).

- 11 -


SICH ENGAGIEREN

© FFL/ T. Winn

Vielen Dank, dass Sie diese Publikation nicht ignoriert haben.

DANKE SDG 17: Die Mittel zur Umsetzung der Globalen Entwicklungspartnerschaft stärken und sie neu beleben.

“

Agenda 2030, Vereinte Nationen

Wir drücken unsere tiefe Dankbarkeit gegenüber allen Personen aus, die die Aktivitäten der Fondation Follereau Luxembourg im Jahr 2023 unterstützt haben, darunter zahlreiche Spender sowie Vereine, Schulen, Institutionen und Unternehmen. Diese Menschen aus allen Ecken der Welt teilen ein gemeinsames Anliegen: die menschliche Solidarität. Wir möchten an dieser Stelle all jene ehren, die durch ihr Engagement einen bedeutenden Beitrag zu unserer täglichen Arbeit an unserer Seite und der unserer Partnerorganisationen leisten. Danke, dass Sie unseren Aktionen Ausdruck verleihen!

AUCH SIE KÖNNEN HANDELN, INDEM SIE SPENDEN : 1. Online auf www.ffl.lu 2. Über Payconiq indem Sie diesen QR-Code scannen: 3. Per Banküberweisung auf das Konto LU38 0019 1100 2081 3000 (BCEELULL) Kommunikation: Bulletin JML 2024

- 12 -

• • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • •

ACFL Hamm Aktiv Fraen a Mammen Miersch Ambitus Amis des Lépreux de Rodange asbl ANNAPURNA Asbl Erzbistum Luxemburg Atoz Luxembourg Bazar International asbl Bonn Steichen & Partners S.C.S Gemeinde Bascharage Gemeinde Bertrange Gemeinde Bettendorf Gemeinde Contern Gemeinde Flaxweiler Gemeinde Junglinster Gemeinde Rambrouch Gemeinde Schuttrange Gemeinde Wiltz Cuore Mio Sàrl Ecole Privée Fieldgen und ihre Schüler Fidunord Foyer Assurances G.E.I. Hôpitaux Robert Schuman Imprimerie Ossa LU-CIX MS Gestion Print Solutions Syniverse Stadt Luxemburg Zonta Club Multiculturel


Turn static files into dynamic content formats.

Create a flipbook
Bulletin 75 - Januar 2024 - DE by Fondation Follereau Luxembourg - Issuu