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Das neue Erfolgspaket
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Das neue Erfolgspaket
Mitte September erhielten wir einen alarmierenden Bericht von der Euro päischen Kommission aus Brüssel: 45 Prozent der Europäerinnen und Europäer treiben derzeit keinen Sport. Zu diesem Ergebnis kommt die fünfte Eurobarometer-Umfrage zu Sport und körperlicher Aktivität, bei der 26.580 Personen aus allen 27 EU-Mitgliedstaaten befragt wurden. Zeitmangel (41 %) und fehlende Motivation (25 %) werden als Hauptursachen genannt. Die Studienergebnisse zeigen auch, dass während der COVID-19-Pandemie die Hälfte der Menschen ihr Aktivitätsniveau reduzierten oder sogar ganz aufhörten, sich sportlich zu betätigen.
Führt man sich vor Augen, welche gesundheitspositiven Einflüsse eine regelmäßige körperliche Betätigung mit sich bringt, kann nur eine Schlussfolgerung gezogen werden: Es besteht dringender Handlungsbedarf. Dieser Meinung sind auch Margaritis Schinas, Vizepräsident der Europäischen Kommission, und EU-Kommissarin für Bildung und Kultur Marija Gabriel. Beide betonen, dass es von entscheidender Bedeutung sei, die Unterstützung für die Förderung von körperlicher Aktivität und gesunder Lebensweise zu erhöhen.
Die Studie stellt auch interessante Ansatzpunkte heraus. Diejenigen, die regelmäßig Sport treiben oder einer körper lichen Aktivität nachgehen, tun dies primär, um ihre Gesundheit zu verbessern (54 %). Andere Motive wie „Spaß“ (27 %) oder „Ästhetik“ (21 %) sind dabei zweitrangig. Als Fazit kann mitgenommen werden, dass sich Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, mit Ihrer Arbeit in den Praxen und Gesundheitsstudios hier eine willkommene Gelegenheit bietet, die Sie nutzen sollten. Denn Ihr Angebot umfasst die Verbesserung der Gesundheit, nach welcher die Nachfrage steigt.
In diesem Zusammenhang möchte ich auf ein neues Studienangebot im Bereich der Sport- und Bewegungstherapie hinweisen. Das diesbezügliche hohe Potenzial ist durch die Tatsache begründet, dass für die präventiven und the rapeutischen Effekte eines körperlichen Trainings überzeugende wissenschaftliche Belege vorliegen. Angefangen bei Trainingsmaßnahmen zum Gesundheitserhalt, über krankenkassengeförderte Präventionsangebote zur Besei tigung von Gesundheitsrisiken, bis hin zur Arbeit mit Patienten in der medizinischen Rehabilitation sind Sport- und Bewegungstherapeuten für die gesamte Versorgungskette in diesem Tätigkeitsbereich qualifiziert. Gerade auch für Unternehmen der Fitness- und Gesundheitsbranche bietet sich so die Möglichkeit, das eigene Personal mit einer sporttherapeutischen Schwerpunktsetzung akademisch zu qualifizieren. Die Deutsche Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement (DHfPG) bietet ab dem kommenden Semester den dualen Bachelor of Arts Sport- und Bewegungstherapie an. Mehr dazu erfahren Sie auf S. 42.
In dieser Ausgabe der medical fitness and healthcare beschäftigen wir uns zudem mit dem Thema „digitales Praxismanagement“ und haben hierzu verschiedene Physiotherapeuten interviewt (S. 22). Im Zuge der Digitalisierung gibt es auch rechtliche Aspekte zu beachten, wie z. B. die digitale Patientenakte. Die Juristen des DSSV e. V. –Arbeitgeberverband deutscher Fitness- und Gesundheits-Anlagen haben die wichtigsten Fakten zu diesem Thema für Sie zusammengefasst (S. 58).
Ein besonderes Anliegen ist es uns, Ihnen von einem Branchenhighlight Anfang Oktober zu berichten. Der Aufstiegskongress als größter deutscher Fachkongress für aktive Gesundheitsgestalter hat endlich wieder als Präsenzveranstal tung stattgefunden. Einen ausführlichen Nachbericht zu dieser renommierten Veranstaltung lesen Sie auf Seite 34.
Viel Spaß beim Lesen und beste Grüße aus Hamburg
der medical fitness and healthcare
For a strong and
medical fitness and healthcare
Verlag und Herausgeber
fitness MANAGEMENT –
Privates Institut für Prävention und Gesundheitsmanagement GmbH Beutnerring 9, D-21077 Hamburg
Janosch Marx, Johannes Marx
Redaktionelle Mitarbeit
Patrick Berndt, Gülizar Cihan, Annika Dornberg, Lena Henning, Florian Kündgen, Tobias Mischo, Christoph Mundt, Ronja Reuber, Nikolai Rolli, Lara Sauck, Carolin Schmidt, Florian Schmidt, Anke Sörensen, Sophie Wild, Jürgen Wolff
Lena Henning, Carolin Schmidt, Sophie Wild
Vertrieb und Anzeigen
Refit Kamberovic, Alisha Dittmer, Cara Jedamski
Satz und Gestaltung
Lars Marschalek, Katharina Mühlenberg Lara-Chantal Müller, Stefanie Reifschneider
Kontakt
Telefon: +49 (0) 40 - 300 945 - 0 E-Mail: info@fitnessmanagement.de www.fitnessmanagement.de
Als Fachverlag, der das Leitmagazin einer offenen und bunten Zukunftsbranche herausgibt, sehen wir uns in einer Vorbild funktion. Dazu gehört auch eine klare Haltung bzgl. Gleichbe handlung und gegenüber Diskriminierung jeglicher Art. Bei allen Bezeichnungen in unseren Publikationen, die sich auf Personen beziehen, sind mit der gewählten Formulierung alle Geschlech ter gemeint, auch wenn aus Gründen der leichteren Lesbarkeit teilweise nur das generische Maskulinum oder die weibliche Form verwendet wird.
Prospektus
Lieferbedingungen
ClimatePartner ID
Wissenschaftlicher Beirat
Prof. Dr. Bernhard Allmann
Mitglied Gesundheitsausschuss DSSV e. V., Pro fessor an der Deutschen Hochschule für Prä
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FAQ zum Fachkundenachweis –Handlungsbedarf für EMS-Studios
Das EMS-Segment der Fitness- und Gesundheits branche in Deutschland sieht sich jüngst mit neuen Anforderungen an die Betriebe konfrontiert. Viele Anfragen bezüglich der novellierten Strahlenschutz verordnung (NiSV) sind beim DSSV e. V. eingegan gen. Welche Maßnahmen die EMS-Betriebe jetzt umsetzen müssen und wie das Bußgeld von bis zu 50.000 Euro vermieden werden kann, erklärt DSSVJuristin Iris Borrmann in einem FAQ.
Physiotherapiepraxen: So können Sie Ihr Leistungsportfolio erweitern
Auf S. 42 erfahren Sie, wie physiotherapeutische Einrichtungen mit dem dualen Bachelor-Studien gang Sport- und Bewegungstherapie ihr Dienstleis tungsangebot erweitern können, um ein Betreuungs konzept anzubieten, das über die Therapiephase hinausgeht. Patienten werden so langfristig an die Einrichtung gebunden. Zudem können durch die Er weiterung des Portfolios abrechnungsfähige Leis tungen angeboten werden.
#SeeWhatYouAreMadeOf: Mit dem InBody-Konzept zum sichtbaren Erfolg
Körperanalysen haben mittlerweile einen festen Platz in den Gesundheitseinrichtungen eingenom men. Die große Mehrzahl aller qualitätsorientier ten Anlagen verfügt über ein oder sogar mehrere Check-up-Instrumente. Aber wie vermitteln Sie die Ergebnisse Ihrer Kundschaft richtig? Dabei hilft die einzigartige InBody C-I-D-Darstellung, das Verhält nis zu analysieren, die richtigen Schlüsse aus dem Ergebnis zu ziehen und es übersichtlich darzulegen.
Stadiontour 2022: milongroup begeistert in fünf deutschen Fußballarenen
Wertvolles Expertenwissen mit Wow-Effekt und jeder Menge Motivation – das ist der einhellige Tenor nach der ersten Stadiontour, die milon und five in Kooperation mit movement concepts im September 2022 absolvierten. Professionals aus mehr als 320 Fitness- und Gesundheitseinrich tungen nutzten die Gelegenheit, in den fünf außer gewöhnlichen Locations mehr über das Training der Zukunft zu erfahren und es live zu testen.
Seit 2022: Natürliche CBD-RecoveryProdukte vom Kölner Start-up feels.like
feels.like stellt CBD-Premiumprodukte speziell für Trainierende. Bei der Entwicklung wird auf wissen schaftliche Evidenz für eine bestmögliche Wirkung gesetzt. Durch den Verzicht auf Füllmittel (einzig artig am Markt) sind hochwirksame Produkte ent standen, die mit erlesenen Pflanzenextrakten und hochwertigem CBD die geballte Kraft der Natur in sich vereinen. Mehr Informationen zu CBD und den Angebot von feels.like lesen Sie ab Seite 64.
Podcast der BSA-Akademie liefert Einblicke
Die BSA-Akademie stellt in ihrem Podcast „Mach dein Hobby zum Beruf“ mit interessanten Gästen ihr nebenberufliches Lehrgangssystem sowie die ver schiedenen Fachbereiche vor. In ca. 20-minütigen Folgen kommen Menschen zu Wort, die in der Zu kunftsbranche Prävention, Fitness und Gesundheit tätig sind und selbst BSA-Lehrgänge absolviert ha ben. Der Podcast ist auf der Website der BSA-Akade mie sowie auf Spotify, Deezer und Podimo abrufbar.
Politische und branchenspezifische Projekte des DSSV e. V.
Bei der Arbeit des DSSV e. V. müssen die Verbands mitarbeitenden sich parallel um verschiedene poli tische Themen bemühen. Besonderen Wert legt der Verband derzeit auf die Energiekampagne der Fitnessbranche sowie coronabezogene Entschei dungen der Politik. Aber auch in anderen Bereichen vertritt der Verband die Interessen der Betreiber von Fitness- und Gesundheitsanlagen. Einen Überblick der Aktivitäten gibt es auf der DSSV-Homepage.
Studium an der DHfPG auch ohne Abitur möglich
„Beruflich besonders qualifizierte Personen“ können auch ohne Hochschulzugangsberechtigung ein Ba chelor-Studium an der DHfPG absolvieren. Voraus setzung: Ein einschlägig anerkannter Ausbildungs beruf (mindestens zweijährige Berufsausbildung mit qualifiziertem Abschlussprüfungsergebnis) so wie eine zweijährige Tätigkeit in diesem oder einem verwandten Beruf müssen nachgewiesen werden können. Der Studienbeginn ist jederzeit möglich.
Jugend braucht mehr denn je Vorbilder und gezielte Prävention
Aktuelle Studien zum Gesundheitsverhalten von Kin dern und Jugendlichen zeigen, dass es in Sachen Präventionsbedarf – mit und ohne Corona – noch viel zu tun gibt. Insbesondere die Eltern haben hier eine Vorbildfunktion. Damit unsere Kinder gesund aufwachsen können, sind wir gemeinsam gefor dert, innovative Bewegungs-, Ernährungs- und Prä ventionskonzepte zu liefern und als Vorbilder für die Heranwachsenden zu fungieren.
Erstes IDIAG Atem-Symposium im November in Hamburg
Erstmalig wird im Rahmen des 6. Norddeutschen Symposiums für Sportmedizin das IDIAG AtemSymposium präsentiert. Am 5. November 2022 wer den in Hamburg Inhalte zur verbesserten Atmung und zum Atemtraining vorgestellt. Im vielfältigen Programm treten hochkarätige Speaker auf. Work shops bieten zusätzlich die Möglichkeit, das Gehör te gleich auszuprobieren. Außerdem ist viel Raum für fächerübergreifendes Netzwerken.
Preisvorteil: 80 Prozent auf alle LES MILLS Ausbildungen für DHfPG-Studierende
Qualifizierte und motivierte Mitarbeitende sind der zentrale Punkt in der Beziehung zu Mitgliedern. Um dies zu fördern und die Branche als arbeitgebende Instanz zu stärken, bietet LES MILLS allen Studieren den der DHfPG einen Preisnachlass von 80 Prozent auf alle LES MILLS Aus- und Fortbildungen. Hier durch will der Groupfitness-Anbieter neue Gesichter als Instruktor:innen gewinnen und zusätzlich dem Fachkräftemangel in den Studios entgegenwirken.
Namenswandel: qualitrain wird zu EGYM Wellpass
Nachdem EGYM im Jahr 2020 zum zehnjährigen Firmenjubiläum seinen neuen Markenauftritt prä sentierte, zieht der zum Unternehmen gehörende Firmenfitness-Anbieter qualitrain jetzt nach. „Mit dem Rebranding von qualitrain zu EGYM Wellpass wächst jetzt auch als Marke zusammen, was seit Jahren zu sammengehört. 2018 haben wir den FirmenfitnessAnbieter qualitrain in unsere EGYM Familie integriert“, sagt EGYM CEO Philipp Roesch-Schlanderer.
www.bit.ly/qualitrain-neuer-name
Krafttraining: Geringeres Risiko für nicht übertragbare Krankheiten?
Kardiorespiratorische Fitness schützt vor Alzheimer und verwandten Krankheiten
Wie das British Journal of Sports Medicine berichtet, sollen muskelstärkende Aktivitäten mit einem geringe ren Risiko und einer niedrigeren Sterblichkeit bei den häufigsten nicht übertragbaren Krankheiten in Ver bindung gebracht werden. Schon 30 bis 60 Minuten Krafttraining pro Woche können das Entstehungsrisi ko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs oder Dia betes signifikant senken. Die Studie unterstreicht ein mal mehr, wie wichtig präventives Fitnesstraining ist. www.bit.ly/studie-alzheimer-fitnesswww.bit.ly/studie-krafttraining
Mit InBody WEB, einer cloudbasierten Datenmanagement software, InBody App und InBody TOUCH geht InBody den nächsten Schritt Richtung vernetzter Trainingsfläche. Mit den neuen digitalen Lösungen von InBody lassen sich die Arbeitsabläufe effizienter gestalten. Sie bieten Ihren Kunden eine innovative, von modernen Technologien gestützte Leistung bei geringerem Personalbedarf, ganz ohne Einbußen in der Betreuungsqualität.
Hier gibt‘s mehr Infos zum digitalen InBody Check-Up
In einem Vortrag auf dem 74. Meeting der American Academy of Neurology stellten Dr. Edward Zamrini und sein Team erste ausgewählte Ergebnisse ihrer Studie zum Zusammenhang zwischen kardiorespiratorischer Fitness und dem Alzheimerrisiko vor. Die Studie zeigt: Je höher das Fitnesslevel, umso niedriger das Alzhei merrisiko. Die Gruppe mit dem höchsten Level wies ein um 33 Prozent geringeres Risiko auf als die Vergleichs gruppe mit dem niedrigsten Fitnessstatus.
Die Anfänge der Vitova Gruppe liegen in der Physiotherapie auf der einen und im Fitnessbereich auf der anderen Seite. Beide starteten 2008 getrennt voneinander. Seitdem ist das Unternehmen kontinuierlich gewachsen. Ein gesundheitsorientiertes Trainingsangebot ist die Schnittstelle, die von der Vitova Gruppe mit viel Kreativität und unter nehmerischem Denken ausgestaltet wird. Die Geschäftsführer Tobias Labermeier und Tobias Würth sind seit ihrer Kindheit befreundet.
Der Name „Vitova“ ist eine Abkürzung von „Vita nova“ und steht für „neues Leben“. An sieben Standorten im Rhein-Main-Gebiet betreibt die Vitova Gruppe Gesundheitsanlagen mit unterschiedlicher Ausrichtung: die vier klassischen Physiotherapiepraxen Vitova Physio mit Kassenzu lassung und therapeutischem Angebot, zwei Vitova Medifits für Gesundheitstraining und das Fitnessstudio Vitova Fitness.
Die beiden Vitova Medifits bieten weiterführendes Ge sundheitstraining auf Selbstzahlerbasis. Dort werden die Kunden von Physiotherapeuten und Sportwissen schaftlern betreut und trainieren nach einem Therapie plan. In den Studios gibt es milon Zirkel, five, Kinesis Stations und Dr. Wolff. Vitova Fitness dagegen ist ein klassischer Lifestyleclub, der mit einem großen Kurs angebot und Freihantelbereich die gesamte Bandbreite des gesundheitsorientierten Fitnesstrainings abdeckt.
Die Vitova-Geschäftsführer Tobias Labermeier und Tobias Würth wohnten als Kinder in der gleichen Straße, wuchsen gemeinsam auf, trieben viel Sport und feierten. Nach der Schule begann Tobias Würth ein Sportstudium, Tobias Labermeier ein Studium zum Physiotherapeuten.
Tobias Würth machte sich 2008 mit Vitova Fitness selbstständig und stieg als Gesellschafter in ein be stehendes Studio ein. Das erste Vitova Medifit eröffnete er 2013 in Wiesbaden-Niedernhausen. Sein Geschäfts partner Tobias Labermeier wagte ebenfalls 2008 den Sprung in die Selbstständigkeit und eröffnete gemein sam mit seiner Partnerin Christina Dolfus seine erste eigene Physiotherapiepraxis. 2016 entstand die Idee zu einem gemeinsamen Projekt: Als Geschäftspartner er öffneten beide ein Medifit und Tobias Labermeier seine zweite Physiotherapiepraxis im gleichen Gebäude.
Ziel war es, ein Angebot zu entwickeln, das sich vom Fit nessangebot unterscheidet, wo Physiotherapeuten und
Sportwissenschaftler arbeiten, die sich mit Krankheits bildern auskennen und ganz gezielt mit medizinischem Training nach der Physiotherapie ansetzen.
Das Trainings- und Betreuungskonzept hinter Vitova Medifit entwickelte Tobias Würth bereits vor rund zehn Jahren. „Die Idee wurde ursprünglich geboren, weil wir im Vitova Fitness 2011/12 einen enormen Mitgliederzu wachs hatten. Wir waren ein klassisches Fitnessstudio und bekamen immer mehr Anfragen von Menschen mit gesundheitlichen Problemen. Dieser Nachfrage konnten wir weder räumlich noch personell wirklich gerecht wer den. Daher lag die Entscheidung auf der Hand, im glei chen Ort einen zweiten Club zu eröffnen, der eine klar medizinische Ausrichtung hat.“
„Wir leben überall die gleiche Philosophie“, sagt Tobias Würth. „Die Physiotherapie sollte nur ein Bereich der Be handlung sein, der über Rezept und Verordnung läuft. Unsere Überzeugung ist, dass die Gesunderhaltung der Menschen über eine aktive Therapie funktioniert. Die Patienten können ja nicht ein Leben lang behan delt werden, sondern müssen in die Aktivität gebracht werden.“ Durch die Medifit-Studios ist die Vitova Grup pe breiter aufgestellt. Das gilt sowohl für das Angebot des gesundheitsorientierten Trainings als auch für die ökonomische Basis des Unternehmens. Hier können in tegrierte Versorgungsverträge wie die FPZ Therapie an geboten werden sowie auch Angebote für Kleingruppen und Gruppentherapien.
Konzept gegen den Fachkräftemangel Der Fachkräftemangel macht sich auch für die Vitova Gruppe bemerkbar – insbesondere in der Physiothera pie. „Durch die Größe unseres Unternehmens und die Art, wie wir uns aufgestellt haben, sind wir in der Lage, frei werdende Stellen immer schnell wieder zu besetzen, weil unser Recruiting mittlerweile sehr professionell ist. Außerdem betreiben wir ganzjährig, über verschiedens te Kanäle, Marketing für Mitarbeitende“, sagt Tobias Würth. „Wir arbeiten permanent daran, unsere Mitarbei terinnen und Mitarbeiter lange an uns zu binden. Durch unser Teamführungskonzept schaffen wir es, dass sich unsere Mitarbeitenden bei uns wohlfühlen, eine Pers pektive haben, sich entwickeln und fortbilden können.“
Tobias Labermeier und Tobias Würth haben für die Vi tova Gruppe ein klares Teamführungskonzept etabliert. Mit jedem Mitarbeitenden wird jährlich ein Entwick lungsgespräch geführt. Mindestens alle 14 Tage gibt es ein Meeting, in dessen Rahmen im Team an der För derung des Einzelnen gearbeitet wird. „Das ist ein ganz wichtiger Punkt“, erklärt Tobias Würth. „Wertschätzung ist ein weiterer wichtiger Punkt. Wir machen die gute Leistung der Mitarbeitenden sichtbar. Wir melden uns nicht nur, wenn etwas nicht gut funktioniert, sondern lo ben gezielt und heben positive Dinge hervor. Darüber
hinaus präsentieren wir uns sowohl intern als auch ex tern als werteorientiertes Unternehmen. Wir haben kla re Wertvorstellungen davon, wie wir uns untereinander verhalten, die wir leben und umsetzen. Als Team wollen wir professionell und empathisch auftreten und unsere Dienstleistung mit einer Servicequalität erbringen. Dafür ist es wichtig, eine herzliche Atmosphäre zu schaffen, in der sich Mitglieder, Patientinnen und Patienten sowie auch Mitarbeitende zu jeder Zeit wohlfühlen.“
Um sicherzustellen, dass in allen Einrichtungen der Gruppe diese Servicequalität gelebt wird, setzen Tobias Labermeier und Tobias Würth auf situative Führung. „Wir haben alle Aufgaben für die Mitarbeitenden defi niert. An jedem Standort haben wir eine Studio- oder Praxisleitung sowie eine Stellvertretung, in deren Auf gabenprofil und Zeitbudget berücksichtigt ist, dass sie sich um die Umsetzung der Servicequalität küm mern müssen“, erklärt Tobias Würth. „Bei Vitova gibt es außerdem keinen klassischen Leitfaden für die Ge sprächsführung. Wir haben den Servicegedanken um gedreht, indem wir fragen, welches Gefühl bei Patien ten und Kunden im Gespräch entstehen soll. Das ist die sogenannte situative Führung, bei der Führungskräfte das Verhalten beobachten und Mitarbeitende hospitie ren und trainiert werden.
Ein Beispiel: Kommt ein Patient das erste Mal zu uns und ist unsicher, muss er, um sich wohlzufühlen, ein Ge fühl von Sicherheit vermittelt bekommen. Die Führungs kraft beobachtet das Verhalten des Mitarbeitenden im Gespräch, weitere Mitarbeitende hospitieren. Im Nach gang besprechen alle gemeinsam, ob das Gefühl bei dem Patienten angekommen ist und überlegen, was beim nächsten Mal verbessert werden kann.“ In der Vito va Gruppe werden Mitarbeitende nie allgemein, sondern immer in Bezug auf einzelne Aufgaben und Situationen bewertet und geführt.
Lohnenswerter Aufwand für mehr Authentizität „Regelmäßige Schulungen mit jeweils anderen Schwer punkten machen wir im Fitnessbereich, im MedifitBereich und im Physiotherapiebereich. So schaffen wir eine hohe Dienstleistungsqualität und – das ist das Besondere an diesem Prinzip – ermöglichen, dass die Mitarbeitenden ihre Persönlichkeit einbringen können. Dadurch wird die Art, wie wir mit den Kunden kommu nizieren, authentisch. Wir sagen nicht, wie etwas zu sagen ist, sondern nur, was beim Patienten ankommen soll. Situativ und individuell auf den einzelnen Mitarbei ter bezogen ist das ein bisschen aufwendiger, als einen Leitfaden für alle zu entwickeln, aber es trägt mehr zur Zufriedenheit bei. Mitarbeiter haben ja keine Lust, nur wie ein Roboter gewisse Sachen abzuspulen. Gerade, weil wir in der Physiotherapie einen Fachkräftemangel haben, geht es uns darum, es zu schaffen, dass unse re Mitarbeitenden das Verhalten zeigen, das wir gerne sehen, aber sich dabei wohlfühlen und wirklich lange bei uns bleiben.
Fotos: Vitova Gruppe
Kunden spüren, ob ich einen Leitfaden ‚runterrattere‘, oder wirklich dahinterstehe und authentisch bin. Das funktioniert durch Hospitieren, Coaching und sofortiges Feedback. Außerdem hat sich durch diese Methode im Unternehmen eine hohe Leistungsorientierung mit einer hohen positiven Dynamik entwickelt. Die positiven Er gebnisse und die tolle Entwicklung aller Teammitglieder bestätigen, dass sich der Mehraufwand lohnt.“
Die Unternehmensgruppe Vitova ist mit der Physiothera pie und Medifit als Schwerpunkt klar im gesundheitsorien tierten, medizinischen Bereich positioniert. „Vitova Fitness hat eine andere Zielgruppe, aber auch das gesundheits orientierte Training hat einen großen Stellenwert. Wir sind dort offen für ganz normale Sportler, Leute, die etwas für ihre Figur machen wollen und sehr viel breiter aufgestellt. Auch die Außendarstellung und das Interieur haben wir anders gestaltet“, erläutert Tobias Würth.
Inwiefern profitieren die einzelnen Unternehmensbe reiche voneinander? „Zum einen kommen aus unserer Physiotherapie ganz viele Patienten, die danach in den Medifits trainieren. Sie haben festgestellt: ‚Okay, mir geht es jetzt besser, ich bin aus der Akutsituation raus, aber ich möchte und muss mehr machen‘. Das klassische Fitnessstudio ist in der Regel noch nicht der richtige Weg für dieses Kundensegment. Die Medifits sind dafür sehr gut geeignet und viele ehemalige Patienten bleiben dauerhaft. Es besteht eine sehr enge Verbindung“, sagt Tobias Würth. „Von den Medifits zurück zu den Physio therapiepraxen gibt es auch eine hohe Schnittmenge, weil wir viele chronisch Kranke haben. Wer Rücken schmerzen hat, ist ja nicht für immer geheilt, wenn er einmal in der Physiotherapie war.
Wir haben sehr gute Kommunikationswege zwischen den Physiotherapeuten und den Therapeuten in den Me difits. Wenn der Kunde es wünscht, können sich beide über interne Kanäle intensiv austauschen und Training und Therapie optimal aufeinander abstimmen. Das ist ein echter Mehrwert.“
Die Unternehmensführung will, dass die Menschen ge sund werden und keine Schmerzen mehr haben. „Unser Ziel ist, dass die Menschen wieder ihren Lieblingssport machen und auch wieder richtig ins Fitnessstudio ge hen können. Dementsprechend ist das Vitova Fitness eine sinnvolle Ergänzung für ehemalige Patienten, um in einer Atmosphäre trainieren zu können, die von medi zinischen Hintergründen losgelöst ist. Auch der Fitness bereich profitiert vom Kompetenztransfer, weil wir na türlich mit vielen Ärztinnen und Ärzten in Kontakt sind, noch eine Privatklinik physiotherapeutisch betreuen, interne Fortbildungen durchführen und eine hohe Be treuungsqualität gewährleisten können.“
Zielgruppengerechtes Marketing Marketingtechnisch muss die Vitova Gruppe in der
Region ihre Kompetenz für ihre Physiotherapien nicht betonen, es werden nur für das Recruiting gezielt Mar ketingmaßnahmen durchgeführt. Mit Ärztinnen und Ärz ten bestehen in vielen Bereichen Kooperationen, z. B. in Form von Fortbildungen: „Ärzte schulen unsere Mitarbei tenden, indem sie z. B. die Art und Weise einer Operation und die Behandlung erläutern und dann im Nachgang Empfehlungen für ein optimales Training geben. Der Austausch ist sehr eng“, verdeutlicht Geschäftsführer Würth. „Zudem führen wir die FPZ Therapie sehr inten siv durch und haben bei uns in der Region durchaus ein Alleinstellungsmerkmal.“
Im Fitnessbereich setzt das Unternehmen dagegen auf klassische, themenbezogene Marketingmaßnahmen, wobei die Homepages von Medifit und Vitova sich leicht im Look unterscheiden, ausgerichtet auf die feinen Un terschiede in den jeweiligen Zielgruppen.
Wettbewerb: Medifit macht den Unterschied „Wir sind mit unseren Clubs und Praxen nicht in der In nenstadt, sondern im direkten Umland von Wiesbaden vertreten. In der Physiotherapie gibt es stärkeren Wett bewerb, aber wegen der großen Nachfrage ist das bis her kein Problem“, sagt Tobias Würth. „Bei den Medifits haben wir keinen Wettbewerb, weil wir da eine sehr spit ze Positionierung haben, mit der wir uns klar abgrenzen.
Für unser Vitova Fitness ist die Wettbewerbssituation eine andere, da stehen wir im Wettbewerb mit klassi schen Fitnessstudios. Aber wir haben uns über die Jah re einen guten Namen erarbeitet, sind gut positioniert und kommen zurecht“, so Geschäftsführer Würth. „Un sere Fitnessanlage profitiert vom Image der Gruppe im Bereich Gesundheit. Wir haben zum Beispiel gemeinsa me Facebook- und Instagram-Kanäle, auf denen wir uns immer als Gruppe darstellen und natürlich die Themen Kompetenz, Physiotherapie und medizinisches Training in den Fokus rücken.“
Für die Überführung der Patienten aus der Physiothera pie als Kunden in die Medifits oder das Vitova Fitness arbeitet das Unternehmen mit zwei Tools: Patienten mit Diagnosen zu Rücken-, Hüft- oder Knieproblemen wird die FPZ Therapie angeboten. „Auf Wunsch stellen wir bei der Krankenkasse einen Antrag für die Therapie. Diese Überleitung führt nur in den therapeutischen Bereich.“
Zum anderen können alle Patienten von Vitova Physio die Fitnessclubs – Medifit oder Fitness – vier Wochen lang kostenfrei testen. „Dass die Patienten einfach mal ‚reinschnuppern‘ und sich dann auch von der Qualität überzeugen können, funktioniert sehr gut“, sagt Tobias Würth. „Der Schwerpunkt liegt zu 98 Prozent bei Über führungen in ein Medifit, weil das meist besser passt. Jüngere Sportler, deren Verletzung austherapiert ist, ent scheiden sich häufig für Vitova Fitness.“
Die Umwandlung vom Patienten zum Kunden läuft bei Vitova über den Empfang. Die Mitarbeitenden dort spre chen die Patienten beim ersten oder letzten Termin an: „Wir haben einen Prozess festgelegt, sodass die Patien ten mit gewissen Infos zum Therapeuten kommen. Die ser entscheidet dann, welche Übung sie machen dürfen. So haben wir sichergestellt, dass jeder Kunde ein Ange bot bekommt“, erklärt Tobias Würth. „Unsere Empfangs mitarbeiterinnen und -mitarbeiter sind in klar definierten, erfolgsrelevanten Einzelaufgaben individuell gecoacht. Wir können sagen, dass 20 Prozent der Aufgaben für 80 Prozent des Ergebnisses sorgen.“
Die Vitova Gruppe setzt auf digitale Unterstützung. Über eine eigene Mitarbeiter-App wird die gesamte interne Kommunikation geregelt, ebenso wie erfolgsrelevante Einzelaufgaben. Hier sind auch alle einrichtungsüber greifende Prozesse abgebildet. Das Unternehmen ist an allen Standorten bargeldlos. „Man kann sich bei
uns online anmelden und eine Terminanfrage senden“, sagt Tobias Würth. „Wir haben eine eigene App für die Physiotherapie entwickelt, mit der wir ein Rezept direkt einscannen und in der Patienten Termine anfragen oder eine Zusatzleistung buchen können.“ Auch in den Me difits findet die Anmeldung digital über die Homepage oder das iPad im Studio statt.
Software – Not macht erfinderisch „Ein Problem ist momentan noch, dass die Physiothe rapie-Software und die Fitness-Software im klassischen Einsatz getrennt sind. Eine gute Fitness-Software hat nicht zwingend einen guten Physioanteil oder umge kehrt. Das heißt, wir haben da zwei Parts, die nicht opti mal miteinander harmonieren“, meint Tobias Würth.
Weil es bisher keine Software gab, die den Bedarf der Gruppe abdeckt, wurde selbst eine Lösung entwickelt: „Im Prinzip müssen wir die fehlenden Schnittstellen über unsere interne Kommunikation überbrücken und die wichtigen Informationen dort weitergeben“, erläutert Tobias Würth. „Das machen wir über unsere Praxisma nagement-App. Wir haben diese App zweckentfremdet. Sie wurde ursprünglich entwickelt, um Bäckereifilialbe triebe aus der Zentrale heraus zu steuern. Wir haben sie jetzt weiterentwickelt und für den Physiotherapie- und Fitnessbereich umfunktioniert, sind mit dem Herstel ler oder dem Programmierer im engen Austausch und passen die App ein Stück weit an die Bedürfnisse der Branche an.“
Nach ihrer Ausbildung zur Physiotherapeutin an „Die Schule“ in Koblenz war Christina Dolfus von 1999 bis 2008 als Physiotherapeutin in einer neu rologischen Rehabilitationsklinik tätig und sammelte Erfahrungen sowohl im stationären wie auch im ambulanten Bereich. In dieser Zeit behandelte sie diverse neurologische und orthopädische Krankheitsbilder und sorg te für die Nachbehandlung von chirurgischen Eingriffen aller Art. Im Jahr 2008 eröffnete sie gemeinsam mit Tobias Labermeier ihre eigene Physio therapiepraxis in Wallau. 2016 erfolgte die Eröffnung des zweiten Stand ortes in Nordenstadt, die physiotherapeutische Betreuung in der privaten LILIUM Klinik sowie die Eröffnung des Medifit in Nordenstadt. Im Herbst 2018 folgte die Eröffnung der Physiotherapie in Idstein.
Hauptverantwortungsbereich: Vitova Physio und Position Physio GmbH www.vitova-physio.de; www.position-physio.de
Die Vitova Gruppe
Vitova Physio
Standorte: Idstein, Wiesbaden-Nordenstadt, Wallau, Hochheim
Größe: 150 – 200 m2 je 5 Behandlungsräume plus je ein Raum für KGG
Ausstattung: Schupp GmbH, Ludwig Artzt GmbH www.vitova-physio.de
Vitova Medifit
Standorte: Niedernhausen, Wiesbaden-Nordenstadt
Größe: 450 – 500 m2
Ausstattung Kraft: Technogym Selection Line, milon, Technogym Kinesis Stations
Cardio: Technogym, milon Kraft-Ausdauer-Zirkel
Beweglichkeit: five
Therapie: Dr. Wolff
FPZ: DAVID www.vitova-medifit.de
Vitova Fitness
Standort: Niedernhausen
Größe: 850 m2
Ausstattung Kraft: Technogym Selection Line, milon, Technogym Kinesis Stations
Cardio: Technogym, milon Kraft-Ausdauer-Zirkel
Beweglichkeit: five
Therapie: Dr. Wolff
Kurse: Indoor Cycling Group, bellicon www.vitova-fitness.de
Tobias Labermeier Tobias Labermeier hat sein Studium als Physiotherapeut Bachelor of Health an der Europafachhochschule Fresenius in Idstein absolviert. Von 2004 bis 2015 betreute er die SG Wallau u. a. in der 2. Handball-Bundes liga, sowie 2009/2010 HSG Frankfurt Rhein-Main in der 2. Handball-Bun desliga. Zusätzlich betreute er Breiten- und Spitzensportler verschiedener Sportarten, u. a. auch die Profifußballer des 1. FSV Mainz 05 und SV We hen/Wiesbaden. Er behandelte orthopädische Erkrankungen und sorgte für die Nachbehandlungen von chirurgischen Eingriffen aller Art in einem ambulanten Rehabilitationszentrum in Mainz. Im Jahr 2008 eröffnete er gemeinsam mit Christina Dolfus seine eigene Physiotherapiepraxis in Wal lau. 2016 erfolgte die Eröffnung des zweiten Standortes in Nordenstadt, die physiotherapeutische Betreuung in der privaten LILIUM Klinik sowie die Eröffnung des Medifit in Nordenstadt. Im Herbst 2018 folgte die Eröffnung der Physiotherapie in Idstein.
Hauptverantwortungsbereich: Vitova Physio, Position Physio GmbH und Vitova BGM www.vitova-physio.de; www.vitova-medifit.de; www.position-physio.de
Nach seinem Studium der Sportwissenschaften mit Schwerpunkt Reha bilitation und Prävention an der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz übernahm Tobias Würth von 2005 an die Trainings- und Studioleitung des damaligen Vitalis Sports in Niedernhausen. Er führte das Studio durch eine qualitativ hochwertige und nachhaltige Betreuung zum regionalen Markt führer im Bereich Fitness- und Gesundheitstraining. 2008 stieg er dort als Gesellschafter ein und eröffnete 2013 mit dem Medifit das erste reine Ge sundheitsstudio in Niedernhausen. Im Jahr 2016 folgte die Eröffnung des zweiten Medifits in Nordenstadt sowie im Herbst 2018 die Eröffnung einer Physiotherapiepraxis in Idstein. Hauptverantwortungsbereich: Vitova Fitness, Vitova Medifit und Vitova BGM www.vitova-fitness.de; www.vitova-medifit.de
Christina Dolfus
Digitalisierung ist ein Topthema unserer Zeit. Doch inwiefern braucht eine körpernahe Branche wie die Physiotherapie digitale Tools? Wie kann die Digitalisierung Physiopraxen voranbringen? Um das zu beantworten, haben wir mit einem Unternehmensberater und drei Physiotherapeuten gesprochen: Thomas Kämmerling erläutert den branchenspezifischen Bedarf und die Vielzahl der Möglichkeiten; Benni Held, Christopher Pfeiffer und Andreas Lutter zeigen Beispiele aus ihrer täglichen Praxis.
Der ausgebildete Physiotherapeut Thomas Kämmerling ist als „Kind dieser Branche“ seit 1983 im Bereich Therapie und Fitness tätig. Gemeinsam mit seinem Team der KWS GmbH berät und begleitet er rund 150 Therapieeinrichtungen und Fitnessstudios, die die Transformation zu Gesund heitszentren vollzogen haben. Darüber hinaus ist er in verschiedenen Branchen ein international gefragter Experte für das Thema Leistungs kommunikation in der Therapie. Thomas Kämmerling ist Sachverständiger für Gesundheitsanbieter beim Arbeitgeberverband deutscher Fitness- und Gesundheits-Anlagen (DSSV e. V.).
mfhc: Die KWS GmbH ist als Unternehmensberatung auf Physiotherapiepraxen und Gesundheitsstudios spezialisiert. Ihre Experten kennen die Engpässe in Therapieeinrichtungen und erarbeiten individuelle Lösungen. Inwieweit und auf welchen Ebenen kann die Digitalisierung diese Probleme erleichtern oder sogar beseitigen?
Thomas Kämmerling: Die Digitalisierung setzt dort an, wo man sie braucht. Sie sorgt für Erleichterung im Bereich der Mitarbeitenden, im Bereich der Patienten, im Bereich der Kommunikation – insbesondere mit den Krankenkassen oder auch der Ärzteschaft. Digitalisie rung vereinfacht Prozesse, übernimmt vor allen Dingen monotone Aufgaben und automatisiert Abläufe. Das Ziel sollte es sein, dadurch mehr Zeit für die Patienten zu schaffen und die Behandlung effektiver zu gestalten.
Auch die Leistungskommunikation mit den Patienten kann digital erheblich effizienter gestaltet werden, z. B. im Empfehlungsprozess, wo durch kommunikative Hilfs mittel sichergestellt werden kann, dass alle Mitarbei tenden standardisiert auf dem gleichen Niveau beraten können. Die Patientenaufnahme kann ähnlich wie am Flughafen schon an einem Terminal durchgeführt werden, ohne dass Arbeitskraft benötigt wird.
Man darf aber nicht die Vorteile einer Vermarktungs strategie durch eine externe digitale Leistungskommu nikation vergessen. Die Potenziale von Website und Social Media müssen voll ausgeschöpft werden. Eine Online-Vermarktungsstrategie ist heute unabdingbar –ob zur Mitarbeitergewinnung oder um sich als ganz heitlicher Lösungsanbieter gut sichtbar zu machen. Es geht auch für Therapeutinnen und Therapeuten heute darum, mit ihrem Angebot von Ärzten, Patienten und Kunden gesucht und gefunden zu werden.
Wie digital ist die Gesundheitsbranche bisher aufgestellt? Wo profitiert sie vom digitalen Wandel und in welchen Bereichen besteht Ihrer Einschätzung nach noch Nachholbedarf?
Im Bereich Verwaltung, sprich Front- und Backoffice, ist die Branche schon gut aufgestellt. Das digitale Termin buch gibt es fast überall und es arbeitet kaum noch je mand auf Papier. Bei der Patientendokumentation wer den die Praxen auch immer digitaler, weil es inzwischen ein entsprechendes Softwareangebot gibt.
Extremen Nachholbedarf sehe ich bei der Leistungs kommunikation sowie bei Prozessen für Empfehlungen. Das beginnt mit Leitfäden für Gespräche oder Telefonate mit Patientinnen und Patienten, z. B. für das Einholen von Ausfallhonoraren oder das Einhalten von Spielregeln. Empfehlungsprozesse oder Verkaufsprozesse fühlen sich für viele Therapeuten noch befremdlich an. Verständlicherweise, weil es eben nicht standardisiert zum Geschäftsmodell gehört.
Was hemmt Physios und Gesundheitsanbieter dabei, den digitalen Wandel in ihrem Betrieb effektiv zu nutzen und aktiv zu gestalten?
Viele Physiotherapeuten sehen sich als Heilmittelerbringer und weniger als Geschäftsleute. Das Erbringen von Heilmitteln ist ja auch ihr Kerngeschäft. Es gibt aber Abhängigkeiten: Als Physiotherapeut bestimmen Ärzte und Kassen über mich. Wie viel ich für meine erbrachte Leistung bekomme, bestimmt die Kasse, und ob ich im Zuge einer Verordnung diese Leistung überhaupt umsetzen darf, das bestimmt wiederum der Arzt oder die Ärztin.
Wenn ich mich unabhängiger machen möchte, muss ich mein Geschäftsmodell neu denken, wobei digitale Tools und Prozesse eine große Rolle spielen. Es geht darum, den Preis für die Leistung, die ich erbringe, selbst be stimmen zu können. Das ist z. B. bei einem Training in meinem Selbstzahlerbereich der Fall, aber auch dann, wenn ich Patienten mit Rezept empfehle, die verordnete Behandlungszeit auf eigene Kosten zu verlängern. Niemand wird überredet, aber alle Patientinnen und Patienten sind informiert und können auch später auf dieses Angebot zurückkommen. Sie müssen nur wissen, dass sie diese Option haben. Der Schlüssel zum Erfolg sind fest hinterlegte standardisierte Prozesse, die mithilfe von Gesprächsleitfäden und digitalen Tools sehr leicht einzuüben und umzusetzen sind.
In vielen Praxen, die wir beraten, werden solche Prozesse der Leistungskommunikation sehr erfolgreich umgesetzt. Rund 60 Prozent der Akutpatienten buchen zusätzliche Behandlungszeit dazu – und zwar aus allen sozialen Schichten.
Wie unterstützen Sie die Betreiber von Therapieeinrichtungen und Physiotherapiepraxen dabei, sich zukunftssicher aufzustellen und unternehmerisch zu denken?
Die Zusammenarbeit beginnt in der Regel mit zwei Strategietagen vor Ort. Wir erarbeiten einen Maßnah menkatalog und eine Jahreszielplanung, wobei alle Engpässe und Bedürfnisse der Praxen individuell be sprochen und sofort mit Maßnahmen versehen werden. Das dient uns dann als Plan für die Umsetzung. Anders gesagt: Zuerst schaffen wir gemeinsam mit unseren Partnern Ordnung, indem wir jeden Stein umdrehen. Darauf aufbauend entwickeln wir gemeinsam passende und zeitgemäße Organisationsstrukturen. Ein Hauptan liegen ist aber die kontinuierliche Arbeit in Form eines Mentoringprogramms, innerhalb dessen wir die Ent
wicklung der Persönlichkeit unserer Kunden zur Füh rungskraft begleiten. Hintergrund dieser Maßnahme ist, dass viele Therapeuten fachlich top sind, aber zu wenig Kenntnisse haben, wenn es um Unternehmensführung geht. Das fliegt ihnen natürlich spätestens dann um die Ohren, wenn sie Mitarbeitende haben und ihr Betrieb eine gewisse Größenordnung hat. Dazu kommt, dass eigentlich alle Therapeuten ihren Job lieben und deshalb schnell mal 60 Stunden pro Woche an der Liege stehen. Das ist eine wertvolle Arbeit im Maschinenraum, aber wer steht auf der Brücke und lenkt das Schiff?
Wir helfen Physiotherapeuten bei der Entwicklung zu Physiounternehmern und Führungskräften. Das ge schieht in Form von Schulungen, Strategie- und Quartals meetings sowie täglichem Kontakt, telefonisch oder in Online-Meetings, in denen wir auch die Mitarbeitenden weiterentwickeln. Wir bauen zum Teil auch eine zweite Führungsebene auf, damit die Betreiber sich auch mal dem Tagesgeschäft entziehen können, um dann den unternehmerischen Tätigkeiten nachgehen zu können.
Und ganz wichtig: Aufbau und Entwicklung einer OnlineVermarktungsstrategie – um als Arbeitgebermarke erkennbar und für Patienten sichtbar zu werden, um Mitarbeitende zu gewinnen oder einfach darzustellen, welchen sozialen Beitrag die Therapeuten für die Gesund erhaltung der Menschen leisten, um eben nicht bloß als Rezepteinlöser abgestempelt zu werden. Dafür muss ich Vermarktung zulassen.
Inwieweit können digitale Optionen dazu beitragen, Patientinnen und Patienten in den Zweiten Gesundheitsmarkt zu transferieren und einen lukrativen Selbstzahlerbereich aufzubauen?
Ohne digitale Hilfsmittel wird es schwer. Man braucht sie in der Leistungskommunikation, sonst funktioniert die Schnittstelle zwischen Patient und Kunde nicht systematisch und auch nicht verlässlich, weil der Erfolg an den Mitarbeitenden und deren Tagesform hängt.
Wenn es darum geht, aus Patienten Kunden zu machen, ist die Kommunikation der Mitarbeitenden der Schlüssel. Ein digitaler Gesprächsleitfaden – hier ist der aus schlaggebende Vorteil, dass er immer, überall und für das gesamte Team verfügbar ist – ermöglicht jedem Teammitglied, unabhängig von Ausbildung und Einarbeitungsstatus, mit Patienten ein strukturiertes, zielorientiertes Gespräch zu führen, weil er oder sie einfach ablesen kann.
Wenn ich das siebenmal gemacht habe, dann habe ich es gelernt und zwar bei der Arbeit – das ist etwas anderes, als wenn ich sage: „Hier hast du einen Zettel, lerne bitte jetzt, wie du mit Patienten kommunizieren sollst.“ Für das Team wird eine Struktur geschaffen, die – und das ist ein zweiter Vorteil – nicht nur meine Top-Leute verinnerlichen können, sondern jedes Team mitglied. Für digital hinterlegte Strukturen und Prozesse braucht es keine außergewöhnlichen Fähigkeiten.
Wenn Patienten bei uns anrufen und einen Termin ver einbaren, führen wir mit ihnen ein kurzes Telefonat und stellen Fragen, die digital hinterlegt sind, und notieren digital die Antworten. Kommen die Patienten dann in die Praxis und füllen am Terminal die Patientenverein barung aus, fragen wir sie standardmäßig erneut nach möglichem Interesse an ergänzender Behandlung und Nachsorgeoptionen. Im Rahmen der digitalen Leis tungskommunikation kläre ich meine Kundschaft auf, informiere über unser Leistungsportfolio und kann ge zielt Empfehlungen für Nachsorgeprogramme geben. Kunden werden erinnert und gezielt gefragt – und es wird nicht vergessen, weil parallel gerade der Paketbote reinschneit. Ängste, Bedenken oder sogar Stress fallen bei diesem Empfehlungsprozess ebenfalls hinten runter.
In welchem Maß können digitale Tools den Fachkräftemangel in der Branche kompensieren?
Auch das Personalmanagement ist letztlich eine Frage der Ressourcen. Jede Verschlankung der administrati ven Dinge ist eine Befreiung.
An dieser Stelle möchte ich wieder die Metapher mit dem Schiff bemühen: Viele Therapeuten stehen 60 Stunden in der Woche an der Bank, kommen abends um 20.00 Uhr nach Hause und machen dann noch die Ab rechnungen. Ihr Kerngeschäft läuft. Aber: Sie managen den Maschinenraum ihres Schiffes und stehen nicht auf der Brücke, wo sie eigentlich sein sollten, um es zu len ken. Es fehlt ihnen neben der Zeit meist auch das techni sche Know-how, diese Tools einzuführen oder zu bedie nen. Bei Facebook wurde vor elf Monaten zuletzt etwas gepostet, bei Instagram sind sie nicht. Sie haben über haupt nicht die Ressourcen, um sich um ein Marketing konzept zu kümmern, ihre Website auf dem Laufenden zu halten oder sich mit Tools wie Google My Business und Google AdWords auseinanderzusetzen.
Diese Physiopraxen sind für junge, interessierte Nach wuchskräfte gar nicht sichtbar. In der digitalen Welt, wo die jungen Leute unterwegs sind und nach Jobs suchen, existieren diese Praxen praktisch nicht. Und wenn sie gefunden werden, geben sie oft nicht das Bild eines attraktiven Arbeitgebers ab.
Die Digitalisierung kann diesen Therapeuten in zweifacher Hinsicht helfen, den Fachkräftemangel zu kom pensieren. Zum einen kann die Zeitersparnis durch standardisierte digitale Prozesse die Ressourcen frei setzen, die es braucht, um das Unternehmen zu lenken und auch kontinuierlich an einer besseren Sichtbarkeit zu arbeiten. Das würde das Recruiting von neuen Team
mitgliedern beschleunigen und vereinfachen. Zum anderen kann über eine digital strukturierte Leistungs kommunikation ein verordnungsunabhängiger Geschäfts bereich für Selbstzahler etabliert werden, der z. B. von Fitnessökonomen, Gesundheitsmanagern oder B. A.s in Sport- und Bewegungstherapie betreut werden kann. Die Therapeuten hätten dann wieder freie Ressourcen für ihr Kerngeschäft.
An der DHfPG werden zukunftsgerichtete Studiengänge angeboten, darunter der B. Sc. Sport-/Gesundheitsinformatik und der neue B. A. Sport- und Bewegungstherapie. Kommt dieses Bildungsangebot zur richtigen Zeit? Wie wird die Branche vom Fachwissen dieser neuen Berufsbilder profitieren?
Für mich sind die DHfPG-Studierenden mit ihren Fähig keiten – auch durch die neuen Studiengänge – das Puzzleteil, das bisher gefehlt hat. Das sehe ich explizit für Therapiepraxen, die eine Trainingsfläche integrieren und jemanden brauchen, der dort die Verantwortung übernimmt. Dieses Angebot kommt gerade jetzt zur richtigen Zeit. Die Branche kann von dem Fachwissen der Bachelor-Studierenden profitieren, da es genau die Lücke füllt, die in vielen Praxen noch besteht.
Welche Entwicklung erwarten Sie in den kommenden Jahren für die Märkte Physiotherapie und Gesundheitstraining?
Davon ausgehend, dass sich die äußeren Umstände nicht noch verschlimmern: Ich bin fest davon überzeugt, dass die Kombination aus Therapie und Training das erfolgreichste Geschäftsmodell für die nächsten Jahre ist – auch gesellschaftspolitisch gesehen. Der demo grafische Wandel mit immer mehr älteren Menschen, die versorgt werden müssen; der Arbeitskräftemangel, der daraus resultiert; der allgemeine Bewegungsmangel, auch bei jüngeren Menschen – all das sind Faktoren, die der Physiobranche aktuell und auch langfristig in die Karten spielen.
Daneben wird die Eigenverantwortung der Menschen für ihre Gesundheit größer, weil die Kosten für medi zinische Behandlungen steigen werden und drohende Versorgungslücken sowie Personalmangel Dienstleis tungen im Gesundheitsbereich verknappen werden. Aus unternehmerischer Perspektive brauche ich in Zukunft mehrere Umsatzquellen für meinen Gesamtum satz, weil ich weiterhin steigende Löhne und steigende Betriebskosten haben werde. Parallel wird die Bereit schaft, ein selbstbezahltes Training aufzunehmen, zwangsläufig größer werden, weil die Menschen Leidens druck haben.
der
Benni Held, PHIVE Gesundheitszentrum
Prozessen vertraut zu machen. Das ist eine optimale Voraussetzung, um diese Prozesse auch gemeinsam weiterzuentwickeln. Vor allem im Bereich Social Media bringen sich die jungen Mitarbeiter gerne ein.
An der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement (DHfPG) werden zukunftsgerichtete Studiengänge angeboten: So bildet der B. A. Sport- und Bewegungstherapie gezielt Fachpersonal für sporttherapeutische Tätigkeiten in Rehabilitation und Prävention aus. Im B. Sc. Sport-/ Gesundheitsinformatik werden Fachleute für die technische Entwicklung von digitalen Trainings-, Assistenz- und Datenverarbeitungssystemen im Fitness- und Gesundheitsbereich ausgebildet.
Benni Held: Nach seinem Studium zum Fitnessökonom an der Deut schen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement (DHfPG) gründete Benni Held 2014 PHIVE Fitness & Gesundheit in Nürtingen. 2016 eröffnete er einen zweiten Standort in Neckartenzlingen. 2021 erweiterte er das Unternehmen durch eine Physiotherapie und weitere Angebote zu einem Gesundheitszentrum.
www.phive-gesundheitszentrum.de
mfhc: Von welchen digitalen Optionen profitiert Ihr Unternehmen am meisten?
Benni Held: Neben der digitalen Anamnese und Doku mentation spart auch die digitale Patientenaufnahme Zeit. Hier nutzen unsere Patienten z. B. die Möglichkeit, ihr Rezept direkt über unsere Homepage einzureichen. Digitale Behandlungsverträge sparen uns dabei viel Papierkram. Über digitale Feedbackbögen erhalten wir ein Stimmungsbild über die Zufriedenheit unserer Patienten mit der Behandlung.
Durch das Standardisieren und Vereinfachen mittels digitaler Prozesse ist es uns gelungen, dass im Prinzip jeder Mitarbeiter – auch Minijobber im Fitnessbereich –von einer vollständigen Patientenaufnahme bis hin zu einer korrekten Durchterminierung alles durchführen kann.
Für die Zukunft planen wir, ein Terminierungssystem zu integrieren, in dem die Patienten selbst die Möglichkeit haben, Behandlungstermine zu buchen. Es wird möglich sein, auch mehrere Standorte mit lediglich einer Rezep tion betreuen zu können.
Konnten Sie bei der Umstellung auf digitale Tools vom Know-how und Engagement Ihrer Mitarbeitenden profitieren? In welchen Bereichen hat es sich am stärksten bemerkbar gemacht?
Dadurch, dass wir ein sehr junges Team beschäftigen, fällt es den Mitarbeitern relativ leicht, sich mit den digitalen
Kommt dieses Bildungsangebot zur richtigen Zeit? Wie wird die Branche vom Fachwissen dieser neuen Berufsbilder profitieren?
Wir bilden eine Studentin im Studiengang Gesundheits informatik aus und versprechen uns hiervon einen Benefit. Für die weiter voranschreitende Digitalisierung in unserer Branche sind das genau die richtigen Studien schwerpunkte.
Wie können digitale Tools dabei helfen, den Fachkräftemangel in den Unternehmen der Branche zu kompensieren?
Ich denke, es muss sich in unserem Gesundheitssystem insgesamt einiges tun. Die einzige Chance, allen thera piebedürftigen Menschen auch eine adäquate Behand lung anbieten zu können, ist, wenn diese Menschen in Eigenverantwortung handeln. Damit meine ich die Mög lichkeit, an einer aktiven Trainingstherapie teilzunehmen, egal ob diese dann off- oder online genutzt wird. Ein The rapeut kann in der aktiven Trainingstherapie schließlich mehrere Patienten gleichzeitig therapieren, während die Physiotherapie im klassischen Sinne eins zu eins durch geführt wird.
Inwieweit erwarten Patienten in Therapieeinrichtungen heute digitale Optionen, weil sie diese mittlerweile z. B. aus dem Fitnessstudio gewohnt sind? Die Patienten begrüßen es sicher, wenn sie auch digitale Möglichkeiten nutzen können. Während der Corona-Zeit haben wir ein wenig Erfahrung mit Trainingstherapie per Videoschalte gesammelt. Bis die Patienten in relevantem Umfang hier so weit sind, wird sicher noch einige Zeit vergehen. Bei der Trainingstherapie in der Einrichtung selbst wird es wahrscheinlich vonseiten der Patienten erwartet, zum Teil an digitalisierten Ge räten zu trainieren.
mfhc: Von welchen digitalen Optionen profitiert Ihr Unternehmen am meisten? Welche weiteren Potenziale bietet die Digitalisierung für Ihr Praxismanagement, Ihre Zeitersparnis, Kundenbindung und die individuelle Betreuung von Patientinnen und Patienten?
Christopher Pfeiffer: In der Physiotherapie arbeiten wir seit Beginn mit THEORG, einer Software, die unsere Therapiepläne erstellt. Die Therapeuten geben ihre Be funde per Tablet ein. Das ist ein erheblicher Fortschritt und erleichtert die Struktur: Abläufe, Behandlungspläne, Dokumentation und Befunde sind digitalisiert. Für den Anmeldeprozess von Patienten nutzen wir seit Anfang des Jahres FitCalc von KWS, registrieren hier das Ein verständnis zur Datenverarbeitung, zusätzlicher Behand lungszeit, Gesundheitsberatung und Ausfallpauschale. Alles, was früher unübersichtlich über Papier lief, ist hier gebündelt. Trainer und Therapeuten haben Zugriff auf alle Informationen. Wir sehen sofort, was ein Patient möchte und sprechen eine einheitliche Sprache.
Kundenbindung bedeutet für uns auch der Übergang in den Selbstzahlerbereich. Jeder Patient erhält dank FitCalc automatisch nach sechs Behandlungsterminen einen siebten Termin zur Gesundheitsberatung. Dort geht es mit Beweglichkeitsmessung im EGYM Hub und Kraft messungen über EGYM-Geräte um die Beschwerdeursachen. Wir zeigen, was wir durch Training verbessern können und binden die Patienten so langfristig. Über FitCalc kann man individuell auf Gesundheitsprobleme eingehen und z. B. ein Arthroseprogramm erstellen.
Vor welche Herausforderungen – finanziell und im Bereich Know-how – hat Sie die Implementierung digitaler Systeme gestellt?
Da THEORG modular aufgebaut ist und einzelne Module hinzugebucht werden können, habe ich relativ geringe Kosten. 2018 baute ich zusätzlich einen Selbstzahler bereich auf. Dort waren EGYM Hub und Flex natürlich größere Investitionen, aber EGYM hat uns bei der Implementierung sehr unterstützt, sodass wir sehr schnell den Break-even erreichten. Die Herausforderung besteht eher darin, die Patienten als Kunden in den Selbstzahlerbereich zu überführen. Das funktioniert sehr gut: Wir haben kaum externe Mitglieder, aber achtzig bis neunzig Prozent waren früher unsere Patienten in der Therapie.
Wie haben digitale Möglichkeiten die interne und externe Leistungskommunikation verändert? Die interne Kommunikation mit den Patienten läuft über die Gesundheitsberatung, die im Wartebereich über TVBildschirme beworben wird. Die externe Kommunikation läuft über Facebook. Über KWS schalten wir alle drei
Christopher Pfeiffer: Als Fußballspieler bei Wacker Burghausen und dem 1. FC Schweinfurt entdeckte Christopher Pfeiffer seine Leiden schaft für die Physiotherapie und ließ sich zum Therapeuten ausbilden. 2016 gründete er mit seiner Frau das PhysioPlus in Lichtenau. 2018 stockte er das Gebäude um ein Stockwerk auf und richtete auf etwa 160 Quadratmetern einen Trainingsbereich ein, der komplett digitalisiert ist. www.physioplus-lichtenau.de
Tage Facebookwerbung und zeigen in Kampagnen, dass wir Gesundheitsanbieter sind und Gesundheitstraining anbieten. Auf der Internetseite bieten wir außerdem eine Bedarfsanalyse an. Je nach gesundheitlichen Be schwerden wie z. B. Rückenschmerzen findet man das passende Programm und wird auf Wunsch kontaktiert.
In welchem Maß können digitale Tools dazu beitragen, Patienten in den Zweiten Gesundheitsmarkt, also in den Selbstzahlerbereich, zu transferieren? Therapeuten sind nicht die besten Verkäufer. Durch die integrierte Gesundheitsberatung nehmen wir ihnen den Zugzwang. Sie müssen nichts „weiterempfehlen“ oder „verkaufen“. Schon bei der Anmeldung wird ein neu er Patient über den Sinn der Gesundheitsberatung in formiert. Im Anschluss an die Therapie kontaktiert ihn dann ein Trainer. Als einfache Schnittstelle hat uns die Digitalisierung sehr geholfen, niemand geht verloren und Fehlerquellen werden ausgeschaltet. Für den Mehrwert, dass wir durch die Gesundheitsberatung im Monat bis zu acht neue Mitglieder für den Trainingsbereich gene rieren, sind die Kosten überschaubar.
Konnten Sie bei der Umstellung auf digitale Tools vom Engagement Ihrer Mitarbeitenden profitieren? Wir sind eine junge Praxis und recht medienaffin. Natür lich müssen sich alle einarbeiten, aber die individuelle Beratung hat gewonnen und die Trainer und Thera peuten nutzen die digitalen Angebote gern.
Vor welche Herausforderungen – finanziell und im Bereich Know-how – hat Sie die Implementierung digitaler Systeme gestellt? Wie haben Sie diese gemeistert? Finanziell ist es für mich eine Investition in die Zu kunft, um langfristig ein attraktiver, zeitgemäßer Arbeit geber und Dienstleister zu sein. Eine Herausforderung war es eigentlich nicht, weil alle digitalen Schritte nach und nach dazu kamen. Vor jedem Schritt habe ich mich selbstverständlich umfangreich informiert und ausführlich beraten lassen, aber bisher war es jede Investition wert.
Von welchen digitalen Optionen profitiert Ihr Unternehmen am meisten? Welche weiteren Potenziale bietet die Digitalisierung für Ihr Praxismanagement, die Zeitersparnis, Kundenbindung und vor allem die individuelle Betreuung von Patientinnen und Patienten?
Andreas Lutter: Der Inhaber der LUTTER Physiotherapie und Gesund heitsstudios in Golßen, Luckau und Lübben im Spreewald ist verheiratet und hat vier Kinder. In seinen drei Gesundheitszentren arbeitet ein Team von über 40 Angestellten. Dort werden Physiotherapie, EMS-Training, Ge sundheitstraining, Rehasport und werteorientierter Selbstbehauptungs unterricht für Kinder (Junior Heroes) angeboten. www.lutter-physiotherapie.de
mfhc: Seit wann und in welchen Bereichen nutzen Sie digitale Prozesse und Tools in Ihren Praxen?
Andreas Lutter: Seit der Praxisgründung 2007 nutze ich THEORG – bis heute in allen drei Gesundheitszentren.
Am Anfang habe ich nur den digitalen Terminplaner, das digitale Kassenbuch und das Rechnungswesen ge nutzt. Nach und nach kamen weitere Module dazu, wie Terminversand per E-Mail oder Terminerinnerungen per SMS und jüngst das digitale Klemmbrett. Das legen wir den Patient:innen für das Unterzeichnen der Honorar vereinbarung oder des Behandlungsvertrages vor.
Die Anschaffung von EC-Cash-Geräten hat vieles ver einfacht. Unsere Physiotherapeut:innen arbeiten bei der Befundaufnahme mit einem Laptop. Auch der Behand lungsverlauf wird digital in THEORG per App aufgezeichnet und hinterlegt. Zur internen Kommunikation nutzen wir die Telefon-App 3CX. Sie ermöglicht es, auch während der Hausbesuche die Patient:innen mit der Praxisnummer anzurufen statt mit der privaten Handynummer.
Auch im Gesundheitsstudio, das an jede der drei Physiotherapiepraxen angegliedert ist, sind wir digital. Ich habe mich für den Marktführer im digitalisierten Training ent schieden: Das Angebot von EGYM reicht von der digi talen Visualisierung des Trainings bis hin zur digitalen Auswertung des Traingserfolges über den EGYM Hub oder privat über die lutterPhysio App. Die Eingabe der Kundendaten und die Trainingskontrolle funktioniert über ein iPad mit der Trainer App von EGYM.
Wir profitieren am meisten von THEORG und EGYM –THEORG in der Therapie und EGYM im Training. Beide sind einfach genial. Als nächsten wichtigen Schritt wollen wir den Rehabilitationssport digitalisieren. Den bearbeiten wir bisher noch altmodisch in Papierform. Den richtigen Partner haben wir schon gefunden und arbeiten gerade am Umstellungsprozess. Damit wird sich eine enorme Zeitersparnis einerseits für meine Verwaltungsangestellten und andererseits für meine Kursleiter:innen ergeben, sodass sie dann wieder mehr Zeit für das Rehatraining bzw. für die Betreuung der Patient:innen haben.
Wie haben digitale Möglichkeiten die interne sowie die externe Leistungskommunikation Ihres Betriebes verändert? Inwiefern profitieren Sie heute davon?
Die interne Kommunikation wird zum einen durch das E-Learning sichergestellt und zum anderen über unsere 3CX-App, worüber wir auch per Chat auf kurzem Weg Anliegen intern klären können. Die externe Kommunikation findet über Facebook, Instagram, Google und unsere Website statt. Von beiden Kommunikationsmöglichkei ten profitiere ich. Extern machen wir neue potenzielle Mitarbeiter:innen, aber auch Kund:innen oder Patient:in nen auf uns aufmerksam und bieten ihnen einen kurzen Weg, um uns von überall aus kontaktieren zu können.
Welche Maßnahmen haben Sie ergriffen, um Ihre Mitarbeitenden beim digitalen Wandel mitzunehmen?
Die Mitarbeiter:innen erhalten regelmäßig externe und interne Schulungen. In sehr vielen Prozessen steht uns unser großartiger Partner KWS zur Seite. Zur Weiterbildung habe ich das E-Learning von KWS mit dem Ziel implementiert, dass alle Mitarbeitenden die gleiche Sprache sprechen und auch neue Mitarbeitende unsere Abläufe schneller verstehen. Das vereinfacht die Ein arbeitung.
Als eine der führenden Marketingagenturen der Fitness- und Gesund heitsbranche ist FACEFORCE seit Jahren für innovative Technologien und kreative Ansätze bekannt. Seit 2020 entwickelt die Agentur auch voll automatisierte Marketinglösungen für die Branchenwelt Physiotherapie. Wir haben mit Pascal Braun, CFO & Co-Founder der FACEFORCE GmbH, darüber gesprochen, warum die Digitalisierung in der Physiotherapie dringend notwendig ist und in welchen Bereichen Nachholbedarf besteht.
mfhc: FACEFORCE hat das Portfolio um praxiserprobte Online-Marketingstrategien für Physiotherapiepraxen erweitert. Wie kam es zu diesem Schritt?
Pascal Braun: Der Fokus unserer Arbeit lag schon im mer auf dem Premiumgesundheitsmarkt: Menschen dazu bewegen, sich selbst zu bewegen. Durch das ste tige Zusammenrücken von Premiumfitness und The rapie kam das eine zum anderen. Der Bedarf an ziel gerichtetem Marketing ist auch in der Therapiebranche groß und so traten Physiotherapieeinrichtungen an uns heran, um für sich die passenden Maßnahmen zu finden. Die Abläufe in der Therapiepraxis sind anders als im Fitnessstudio und doch sind die Engpässe oft mals gleich. Insbesondere im Bereich der Personal beschaffung merkten wir schon vor drei Jahren, wie
wir diesen Flaschenhals beseitigen können. Denn die geeigneten Online-Marketingstrategien konnten wir be reits in anderen Branchen, nicht nur im Fitnessmarkt, evaluieren. Dennoch war uns das nicht genug: Wenn wir die Herausforderungen einer Branche besser verstehen und optimal lösen wollen, schreiben wir neben unseren klassischen Marktanalysen auch dem intensiven Aus tausch mit erfahrenen Branchenexperten einen hohen Stellenwert zu. Insbesondere mit Praxisbetreibenden, welche bereits über den Tellerrand des Therapieall tags hinausblicken. Diese können aus unserer Sicht einen Wandel aktiv von innen heraus in ihrer Branche einleiten. Mit ihnen gemeinsam haben wir an den pas senden Onlinestrategien gearbeitet. Der regelmäßige Austausch mit erfolgreichen Experten aus der Therapie
wie z. B. Morten Krause oder Tobias Labermeier, die ich sehr schätze, macht die Feinheiten unserer Kam pagnenentwicklungen und Strategien, speziell für die Anforderungen in der Therapie, aus.
Welchen Wettbewerbsvorteil gegenüber der Konkurrenz bringt die Digitalisierung den Physiotherapeut:innen? Warum ist Ihr Angebot gerade für diese Branche so wichtig?
Die Therapiebranche ist hart umkämpft. Nicht so sehr in Bezug auf Kunden- bzw. Patientengewinnung, wie in der Fitnessbranche, dafür umso mehr, wenn es um die Personalbeschaffung geht. Es gibt einen enormen Fach kräftemangel und zu wenig neue Therapeuten kommen nach, um den Bedarf zu decken. Um mir einen Vorteil im Markt zu verschaffen, muss ich einfach besser sein. Nicht bei der manuellen Dienstleistung in der Praxis, sondern im Auftritt und der Außenwahrnehmung.
Heute können sich Praxisbetreibende einen Vorteil verschaffen, wenn sie die Basics des digitalen Unter nehmensauftritts umsetzen, wie z. B. Smartphoneoptimierte Websites und aktive Social-Media-Kanä le. Es ist nur eine Frage der Zeit. Auch hier fressen die Schnellen die Langsamen, eine ähnliche Entwicklung, wie wir sie vor zehn Jahren im Fitnessmarkt sahen. Diese Basics werden in den kleineren, „traditionellen“ Marktgebieten bald nicht mehr ausreichen. In Mittelund Großstädten schon jetzt nicht mehr. Es ist keine Frage des Wollens, sondern des Müssens, sonst bin ich früher oder später nicht mehr existent. Die Maßnah men, die wir entwickelt haben, verfolgen genau das: Sie sorgen dafür, dass Physioeinrichtungen besser aufge stellt sind als ihr Marktumfeld.
In welchen Bereichen sehen Sie für Physiotherapeut:innen im Onlinemarketing und in der Onlinepräsenz den größten Handlungsbedarf?
Aus meiner Sicht ist zunächst entscheidend, dass sich Therapeut:innen dem digitalen Marketing öffnen, eben so wie bei der Digitalisierung der Praxis, ihrer Abläufe und Arbeitsmittel selbst. Diese Bereitschaft muss kon sequent gelebt werden, sonst helfen die besten Online-
Tools nichts. Oft ist Zeit ein ausschlaggebender Faktor. Wenn ich als Therapeut oder Praxisinhaber 24/7 an der Behandlungsbank stehe, fehlt die Zeit, am Unter nehmen zu arbeiten. Wenn ich mich dann noch um den Onlineauftritt meiner Praxis kümmern soll, resignieren viele Therapeut:innen. Hier setzen wir den Hebel an, zum einen durch gezielte Onlinemarketingkampagnen, welche auf das „Sichtbarkeits- und Nachfragekonto“ der Praxis einzahlen. Zum anderen durch coachende und begleitende Maßnahmen der Inhaber:innen und Mitarbeitenden, um sich der Digitalisierung ihrer Mar ketingaktivitäten annehmen zu können. Wir sprechen also sowohl von kurzfristigen Maßnahmen als auch von einem nachhaltigen Aufbau.
Dauerhaft erfolgreiches Onlinemarketing ist kein Sprint, sondern ein Marathon, das wissen erfolgreiche Unter nehmende. Natürlich muss ich beim Start gut wegkom men, aber wenn ich mich zu Beginn zu sehr verausgabe, werde ich schnell von den anderen Mitstreitenden einge holt. Beides ist wichtig, um erfolgreich ins Ziel zu kom men. Unsere Strategien sorgen dafür, dass es Ihnen mit dem geringstmöglichen Zeitaufwand gelingt, sodass Sie sich auf Ihre Kernkompetenzen, die Arbeit am und im Unternehmen, konzentrieren können.
Welche Tools und Kampagnen haben Sie speziell zur Unterstützung von Physiotherapeut:innen entwickelt? Neben einer Vielzahl an Einzellösungen, die einen aku ten Engpass kurzfristig auflösen können, schätzen die Praxen die Flexibilität der systematischen und nach haltigen Gesamtstrategien im Rahmen das Jahresmar ketings. Von beidem kann man sich bei uns online ein Bild machen. Dabei kommen insbesondere RecruitingKampagnen zur Mitarbeitergewinnung, Maßnahmen zur Positionierung und Ärzteansprache für regionale Ko operationen mit Arztpraxen und Arzthäusern zum Ein satz und last but not least die gezielte Gewinnung von themenspezifischen Patientengruppen – im Marketing genannt „Leads“ – , um als Physioeinrichtung im Um kreis als der Spezialist und Anlaufstelle für bestimmte Behandlungsgebiete wahrgenommen zu werden.
Der CFO und Co-Founder der FACEFORCE GmbH hat seinen Master of Arts (M. A.) Fitnessökonomie mit den Schwerpunkten Marketing/ Vertrieb und Coaching an der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement (DHfPG) gemacht und bereits seine Abschlussarbeit über die Evaluation von Social-Media-Marketing potenzialen in der Fitness- und Gesundheits branche geschrieben. Heute arbeitet er neben her als Dozent für Social Media Marketing in der Fitness- und Gesundheitsbranche. Gestartet hat er seine Karriere als Clubleiter von Fitnessanlagen in Rheinland-Pfalz und im Saarland. Weitere Informationen
Große Wiedersehensfreude, angeregter fachlicher Austausch sowie ein positiver Ausblick in die Zukunft der Fitness- und Gesundheitsbranche – das war der Aufstiegskongress am 7. und 8. Oktober 2022 in Mannheim. Nach zwei Jahren „online only“ haben sowohl die Veranstalter – die Deutsche Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement (DHfPG), die BSA-Akademie und die BSA-Zert – als auch die Teilnehmenden, die Partner sowie die Speaker eins ganz klar gezeigt: Die Branche ist bestens gerüstet, um sich innerhalb der Gesellschaft, der Politik sowie bei Investoren als aktiver Gesundheitsgestalter und damit als relevanter Dienstleister am Gesundheitsmarkt zu etablieren.
K napp 600 motivierte Branchenmitglieder reisten für den zweitägigen Kongress nach Mannheim an, um sich dort in hochinteressanten Fachvor trägen sowie spannenden Gesprächsrunden über die neuesten Themen und Trends der Branche zu informieren. Nach zwei „Corona-Jahren“ bot der Aufstiegskongress endlich wieder die Chance, persönlich miteinander in Kontakt zu treten, was „alte Bekannte“ wieder zusam menführte und so zu einer warmen, fast schon familiären Atmosphäre beitrug. Der Fachkongress machte das Netzwerken endlich wieder live erlebbar – das freute die Teilnehmenden wie die Partner des Kongresses glei chermaßen. So wollen auch im nächsten Jahr viele der Partner aufs Neue dabei sein, um auch dann wieder von den Möglichkeiten des Aufstiegskongresses zu profitieren.
Die Branchenexpertinnen und -experten griffen in ihren topaktuellen Vorträgen das Kongressmotto „Better & stronger“ auf, indem sie dem Fachpublikum wertvolle
Fakten, Erfahrungswerte und Anregungen zu den ver schiedenen Themenbereichen der Fitness- und Gesund heitsbranche vermittelten. Von aktuellsten Empfehlungen zur Trainingsgestaltung über Managementskills bis hin zu Marketingstipps war für alle individuellen Interessen schwerpunkte das Richtige dabei. Denn die Veranstalter des Aufstiegskongresses hatten sich mit den Themen der Fachvorträge breit aufgestellt, um den verschiedensten Ansprüchen der Teilnehmenden gerecht zu werden.
Die nützlichen Hinweise aus der Praxis für die Praxis wurden im Anschluss an die Vorträge in angeregten Gesprächen in der Speakers Corner dabattiert. In der Kongress-Lounge, an den Ständen der Partner-Ausstellung sowie beim Get Together freuten sich die Teilnehmenden des Aufstiegskongresses außerdem über inspirierende Unterhaltungen, fachlichen Austausch sowie das Knüpfen und die Vertiefung wertvoller neuer Kontakte. Auch die Pausen zwischen den Vorträgen waren lebhaft und pulsierend – die Begeisterung der Teilnehmenden war allgegenwärtig.
Mit großer Spannung wurde Keynote Speaker Samuel Koch zum Abschluss des ersten Kongresstages erwartet. Der seit einem Unfall in der TV-Sendung „Wetten, dass..?“ vom Hals abwärts gelähmte Schauspieler, Autor und Redner zog während seines Vortrags „Schwerelos – wie wir Ballast abwerfen und Kraft tanken“ die Besucherinnen und Besucher in seinen Bann. Er bot den emotionalen Höhepunkt des diesjährigen Aufstiegskongresses, als er auf intensive Weise seine Einsichten und Erkenntnisse mit dem Publikum teilte. Der Auftritt des Mutmachers, wie er sich selbst versteht, war aber auch sehr humor voll und mitreißend gestaltet und wurde abschließend mit minutenlangem Applaus honoriert.
Prof. Dr. Sarah Kobel präsentierte in ihrem Vortrag die Ergebnisse der erfolgreichen „Fitmach-Aktion“, die 1.000 Personen mit gemäßigtem Bewegungsverhalten Zu gang zu regelmäßigem Fitnesstraining ermöglichte. In ihrem Vortrag gab sie wertvolle Handlungsimpulse für
die praktische Umsetzung der aus der Aktion abgeleiteten Erkenntnisse. Im nachfolgenden Bericht auf S. 38 sind die wichtigsten Punkte ihres Vortrags zusammengefasst.
Save the date: Am 6. und 7. Oktober 2023 findet der Aufstiegskongress wieder in Mannheim statt. Tragen Sie am besten direkt dieses Datum in Ihren Kalender ein.
D as saarländische Gesundheitsministerium, die DHfPG, der PuGis e. V. und die gesetzlichen Kran kenkassen haben die Fitmach-Aktion ins Leben gerufen, um dem Bewegungsmangel entgegenzuwirken. Eine Zusammenarbeit, die sich bezahlt macht, denn die Menschen schenken den Fitnessanlagen ihr Vertrauen.
Am 7. Oktober stellte Prof. Dr. Sarah Kobel die Ergebnisse der Aktion beim Aufstiegskongress in Mannheim vor und zeigte, was Fitnessanlagen daraus lernen können.
Ziel war es, Menschen zu einem Bewegungsverhalten zu animieren, das den Empfehlungen der Weltgesund heitsorganisation (WHO) entspricht. Diese sehen wö chentlich 150 Minuten Ausdauertraining und zweimal ein Training zur Kräftigung der Muskulatur vor. Ein am bitioniertes Vorhaben, denn Zielgruppe der Aktion sind Menschen, die akut vom Bewegungsmangel betroffen sind. 93 Prozent der Teilnehmenden erfüllen vor Ak tionsbeginn die Bewegungsempfehlungen nicht. Etwa jeder Vierte davon hat noch nie ein regelmäßiges kör perliches Training betrieben.
Die Motivation der Teilnehmenden ist hoch – auf einer Skala von eins (sehr gering) bis fünf (sehr hoch) liegt diese bei M = 3,70. Dies gründet darauf, dass sie ihr körperliches Befinden als nur durchschnittlich bewerten (M = 2,90) und endlich etwas tun möchten. 96 Prozent stimmen zu, dass eine regelmäßige sportliche Aktivität gut für ihre Gesundheit ist. Die Menschen vertrauen der Aktion und dem positiven Effekt auf die Gesundheit. Damit geht einher, dass hauptsächlich gesundheitsbezogene Motive die Menschen zur Teilnahme bewegten (82,9 %).
Vor Projektbeginn schaffen es 76,7 Prozent nicht, 150 Minuten Ausdauertraining pro Woche zu betreiben.
Nach acht Wochen hingegen gelingt es 59,2 Prozent, die Bewegungsempfehlungen zum Ausdauertraining einzuhalten (+ 35,9 Prozentpunkte). Eine ähnliche Ent wicklung zeigt sich beim Krafttraining: Nach acht Wo chen Fitmach-Aktion betreiben 70,3 Prozent zweimal wöchentlich ein solches (+ 57,4 Prozentpunkte). Die Zahl derer, die die Bewegungsempfehlungen der WHO erfüllen, steigt von 6,1 auf 49,6 Prozent.
Motivverschiebung deutet auf langfristigen Charakter
Auch am Ende der Projektlaufzeit sind gesundheitliche Motive die primären Treiber des Trainings. Der Aspekt der Freude aber gewinnt über die Projektlaufzeit an Be deutung (22,4 %; + 7,9 Prozentpunkte).
Die Fitmach-Aktion zeigt, dass auch akut vom Bewe gungsmangel Betroffene bereit sind, ein regelmäßiges körperliches Training zu absolvieren. Häufig ist das Gesundheitsbewusstsein vorhanden. Damit diesem aber auch ein konkretes Tun, nämlich die Aufnahme eines Trainings, folgt, muss ein motivationaler Anstoß geboten werden. Bei der Fitmach-Aktion hat es sich etabliert, den subjektiven Wert eines Ziels (Gesundheit erlangen/erhalten) zu betonen und gleichzeitig die Er folgsaussichten kundzutun (positive Wirkung regel mäßigen Trainings auf die Gesundheit). Zudem sollte regelmäßig Feedback der Kunden eingeholt werden. Stellt sich wie bei der Fitmach-Aktion eine Freude am Training ein, gilt es, hier Verstärkereffekte zu nutzen und kleine Ziele mit den Trainierenden zu vereinbaren, um konstante Erfolgserlebnisse zu schaffen. Wesent lich für Betreibende und Personal ist es hierbei, die Per spektive ihrer Kundschaft einzunehmen, und ihr Trai ning fortlaufend bestmöglich auf deren Wünsche und Bedürfnisse zuzuschneiden.
Nach dem erfolgreichen Start der Neuauflage im vergangenen Jahr heißt es vom 13. bis 15. April 2023 wieder: FIBO Congress im Congress-Centrum Nord Koelnmesse. Der Kongress findet wie bereits 2022 im Rahmen der FIBO, der internationalen Leitmesse für Fitness, Wellness und Gesund heit, statt. Organisiert und durchgeführt wird die Veranstaltung erneut von der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement (DHfPG) und der BSA-Akademie unter Federführung der FIBO.
Fitnesstrends. Innovationen. Austausch. – Diese drei Worte beschreiben die FIBO, internationale Leitmesse für Fitness, Wellness und Gesund heit, sehr gut. Ergänzt wird dieses tolle Angebot an Aus stellern, Events und Networkingmöglichkeiten durch die zweite Auflage des FIBO Congress. Dieser wird vom 13. bis 15. April 2023 auf dem Kölner Messegelände veranstaltet.
DHfPG/BSA organisieren den Kongress Auch in diesem Jahr wird die Erfolgspartnerschaft fortgesetzt: Die DHfPG und BSA-Akademie verantworten als erfahrene Spezialisten mit fast 40-jähriger Erfahrung in den Bereichen Bildung und Kongresse die Organisation sowie die Durchführung des FIBO Congress unter Feder führung der FIBO.
Top-Programm zu verschiedenen Themen der Branche
An drei der vier Messetage wird Fachpublikum die Möglichkeit geboten, sich auf dem FIBO Congress weiterzubilden und gleichzeitig an der Messe, die vom 13. bis 16. April 2023 stattfindet, teilzunehmen. Wie im vergange nen Jahr dürfen sich die Besucher und Besucherinnen auf voraussichtlich mehr als 80 Vorträge aus den Themenbereichen Training, Ernährung, Men tal Coaching, Betriebliches Gesundheitsmanagement, Management sowie Existenzgründung freuen. Die Kongresstage werden ebenfalls wie im ver gangenen Jahr einzeln buchbar sein. Mehr Details dazu folgen in Kürze.
Weiterbilden heißt weiterkommen
Die Fitness- und Gesundheitsbranche ist maßgeblich darauf angewiesen, sich stetig zu qualifizieren. Daher ist auch das Thema Weiterbildung ein sehr wichtiger Baustein der FIBO und gewinnt mit dem FIBO Congress, der mit sei nem umfassenden Programm die wichtigsten Themen der Branche abbildet, immer weiter an Bedeutung. Von dieser Kooperation zwi schen der DHfPG/BSA-Akademie und der FIBO profitieren somit Partner, Aussteller sowie Besucher gleichermaßen.
Weitere Informationen zum Programm sowie zu den Tickets finden Sie bald unter:
Der Claim „For a strong and healthy society“ steht neben etablierten Angeboten der Fitnessindustrie ebenso für spannende medizinische und ganzheitliche Konzepte und Lösungen für ein gesundes Leben und Business.
G esundheit ist weltweit ein wichtiges zentrales Thema geworden; längst geht es nicht mehr darum, dass Aktivität und Bewegung ein „Niceto-do“ sind. Nein, Gesundheit ist zum absoluten „Needto-do“ geworden. Die Vision der FIBO ist eine starke und gesunde Gesellschaft, das Thema Gesundheit daher ein absolutes Fokusthema der Messe.
„Wir als FIBO bewegen und fördern einen aktiven Le bensstil. Denn eines haben wir – auch beschleunigt durch die Pandemie – gelernt: Es gibt nichts Wichtige res, als gesund und fit zu sein und zu bleiben. Gesund heit steht im Fokus unseres Handelns, denn sie ist unser aller höchstes Gut“, so Silke Frank (Event Director FIBO Global Fitness).
Erneut werden die Hallen 7 und 8 mit ihrem gesund heitlichen, medizinischen und therapeutischen Schwer punkt im kommenden Jahr DER Anlaufpunkt, um das Thema Gesundheit fokussiert zu transportieren. Hier werden Aussteller der Bereiche Gesundheitskonzepte & -lösungen, Physiotherapie, Ernährung, Trainingsgerä te & -equipment, Kraft- und Ausdauertraining, Digitali sierung & Technologie sowie Wellness & Spa zu finden sein. Daneben liefern unterschiedliche Education Areas spannende Branchen-Insights und Wissensimpulse. In Halle 8 ist u. a. der „Meeting Point Health“ als Herzstück
der Halle mit einem Vortragsforum und der Networking Area vertreten, zudem auch der eigens kreierte neue „Meeting Point Spa & Wellness“.
Key Player auf der FIBO 2023 vertreten Auch Hersteller von medizinischen Trainingsgeräten sind im April dabei, u. a. zeigen Noventi Healthcare, Opta Data, TUR, PINO, Dynostics, Knestel, Klafs, Starpool, Equimedden, Dr. Wolff, Schupp, crosscorpo, Heal 11 sowie Power Plate den Besuchern ihre Lösungen und neuesten Produktentwicklungen. Auch viele Partner und Initiativen sind auf der FIBO 2023 vertreten, um das Gesundheitsthema voranzutreiben, darunter europe ac tive, Exercise is medicine, der Arbeitgeberverband für Fitness- und Gesundheitsanlagen (DSSV e. V.), die Deut sche Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention e. V. (DGSP), der Deutsche Industrieverband für Fitness und Gesundheit e. V. (DIFG), der Freiburger Kreis, der Georg Thieme Verlag, der Landessportbund Nordrhein-West falen, der Deutsche Turner-Bund, die sportärztezeitung, Therapro, uvm.
Tickets für die FIBO 2023 sind ab Ende November er hältlich auf fibo.com
Um Patientinnen und Patienten nachhaltig und langfristig zu binden, benötigen physiotherapeutische Einrichtungen ein Betreuungskonzept, das über die Therapiephase hinausgeht. Qualifikationen im Bereich der Sport- und Bewegungstherapie bieten optimale Möglichkeiten, um das Leistungsportfolio in den Bereichen Gesundheitsförderung, Prävention und Rehabilitation zu erweitern.
ie Physiotherapie spielt als Heilmittel bei der Behandlung muskuloskelettaler Erkrankungen eine zentrale Rolle und vereint aktive und pas sive Therapieformen zur Heilung und Vorbeugung entsprechender Krankheiten. Gerade in frühen bzw. akuten Krankheitsphasen kommen häufig zunächst passive manuelle Therapie-, Mobilisations- und Massa getechniken zum Einsatz. Diese werden genutzt, um kurzfristig Schmerzen zu lindern und die Funktionsfä higkeit zu verbessern. Das ist auch der Grund, warum viele Patienten die „heilenden Hände“ von physiothe rapeutischem Fachpersonal besonders schätzen und entsprechende Behandlungsformen erwarten.
Die Evidenz für rein manualtherapeutische „Hands-on“Behandlungsstrategien ist allerdings begrenzt. Insofern sollten die Anfangserfolge manueller Techniken im Sinne einer Schmerz- und Funktionsverbesserung möglichst früh im therapeutischen Prozess mit aktiven „Hands-off“-Behandlungsstrategien kombiniert werden. Dabei stehen dann nicht mehr passive Manualtechniken oder die Fazilitation eines Bewegungsablaufs durch die Hände des therapeutischen Fachpersonals im Vordergrund, sondern das aktive repetitive Üben von Bewegungsaufgaben. Ein entsprechendes Vorgehen fördert die eigene Bewegungskompetenz und macht aus passiven Patienten aktive, was für die Krankheitsund Alltagsbewältigung von großer Bedeutung ist.
Als budgetiertes Heilmittel ist bei den meisten Diagnosen eine Dauerverordnung von Physiotherapie nicht vorgesehen bzw. nicht möglich. Die Erfolge einer phy siotherapeutischen Behandlung sollten daher nach Ab schluss bewusst genutzt werden, um die Patientinnen und Patienten in weiterführende bewegungs- bzw. trai ningstherapeutische Maßnahmen zu überführen. Ziel dabei ist es, mithilfe von geeigneten Mitteln des Sports und der Bewegung gestörte körperliche, psychische und soziale Funktionen zu kompensieren, Sekundär schäden vorzubeugen und gesundheitlich orientiertes Verhalten zu fördern.
Das Sozialgesetzbuch bietet in allen Präventionsbe reichen weitere Abrechnungsmöglichkeiten, die das Therapiekonzept physiotherapeutischer Einrichtungen sinnvoll ergänzen können. Hierzu zählen primärpräven tive Angebote im Handlungsfeld Bewegungsgewohn heiten nach Paragraf 20 SGB V, bewegungsbezogene Zusatzprogramme und Patientenschulungen im Rahmen von Disease-Management-Programmen oder auch in dikationsspezifischer Rehabilitationssport. Damit diese Leistungen über die Kostenträger finanziert werden können, müssen Bewegungsfachkräfte die hierfür erfor derlichen Anbietendenqualifikationen und Kompeten zen nachweisen.
Auch der Zweite Gesundheitsmarkt, also privat finan zierte Dienstleistungen und Behandlungen, denen keine ärztlichen Verordnungen oder sonstige Abrechnungsfä higkeiten zugrunde liegen, ist für physiotherapeutisches
Fachpersonal eine zunehmend wichtiger werdende Einnahmequelle. Ein ergänzender Trainingsbereich, in dem die Patienten nach Abschluss der Heilbehandlung ein individualisiertes, therapeutisch betreutes Gesund heitstraining auf Selbstzahlungsbasis absolvieren kön nen, ist daher eine erfolgversprechende Möglichkeit, das Portfolio zu vervollständigen.
Um präventive Bewegungsangebote bzw. individuali sierte Trainingskonzepte evidenzbasiert entwickeln und professionell umsetzen zu können, stellt eine zusätzli che Aus- bzw. Weiterbildung im Bereich der Sport- und Bewegungstherapie für physiotherapeutisches Fach personal eine wichtige Voraussetzung dar. Hierdurch können der eigene Kompetenzbereich und das Leis tungsportfolio qualitativ hochwertig erweitert werden.
Aus- und Weiterbildung im Bereich Sportund Bewegungstherapie
Die Deutsche Hochschule für Prävention und Gesund heitsmanagement (DHfPG) bietet für physiotherapeutisches Fachpersonal verschiedene Studien- und Weiterbildungsmöglichkeiten im Bereich der Sport- und Bewegungstherapie an. Unterstützt wird dieses Ange bot unter anderem durch eine Bildungspartnerschaft mit dem Deutschen Verband für Gesundheitssport und Sporttherapie e. V. (DVGS) und eine gemeinsame Qualifikationsstruktur im Bereich der Sport- und Bewe gungstherapie. Über die Ausbildung an der DHfPG ist es möglich, die Weiterbildungszertifikate und Fortbildungs lizenzen des DVGS zu erwerben und das eigene Tätig keitsfeld um weitere abrechnungsfähige Leistungen in Prävention und Therapie zu erweitern.
Hochschulweiterbildung „Sportpraxis“ Um die Zulassungskriterien für die Zusatzqualifikation „Sport- und Bewegungstherapeut/-in DVGS“ zu erfüllen, ist gemäß dem Stufenkonzept des DVGS zunächst ein sport- bzw. bewegungswissenschaftliches Studium oder auch ein staatlich anerkannter bewegungsbezo gener Ausbildungsabschluss mit mindestens zehn ECTS-Punkten Sportpraxis nachzuweisen. In der Regel können Physiotherapeuten aufgrund der Inhalte ihrer Ausbildung keinen ausreichenden Umfang an eigener Sportpraxis nachweisen. Die fehlenden ECTS-Punkte können allerdings über die zu diesem Zweck entwi ckelte und mit dem DVGS abgestimmte DHfPG-Hoch schulweiterbildung „Sportpraxis für das Tätigkeitsfeld Sport- und Bewegungstherapie“ erworben werden, um so die Zulassungsvoraussetzungen zu erfüllen. Auch Absolventinnen und Absolventen anderer bewegungs bezogener Studiengänge und Ausbildungen, die keinen ausreichenden Umfang an Sportpraxis nachweisen können, steht die Hochschulweiterbildung für eine Nach qualifikation zur Verfügung.
Studienschwerpunkte der Sport- und Bewegungs therapie als Hochschulweiterbildungen Sind die Zulassungsvoraussetzungen gemäß DVGS erfüllt, können Physiotherapeuten aufgrund ihrer
DHfPG – Studienschwerpunkte Sport- und Bewegungstherapie
Komplementärmodul „Neurologie”*
* Das Komplementärmodul „Neurologie”
DVGS – Zusatzqualifikationen
• Kardiologie
„Sport- und Bewegungstherapeut/-in DVGS – Internistische Erkrankungen”
„Sport- und Bewegungstherapeut/-in DVGS – Onkologie”
„Sport- und Bewegungstherapeut/-in DVGS – Orthopädie/ Rheumatologie/Traumatologie”
Gefäßerkrankungen
• Diabetes mellitus
• Adipositas
• Atemwegserkrankungen
Onkologie in Prävention und Nachsorge
• Entspannung
• Rückenschule
Osteoporose
• Sturzprävention
• Medical Nordic Walking
Kräftigungstraining/Grundlage der MTT
Abb. 1: DHfPG-Studienschwerpunkte und DVGS-Zusatzqualifikationen (eigene Darstellung)
Qualifikation zu den folgenden Hochschulweiterbildun gen der DHfPG im Bereich der Sport- und Bewegungs therapie zugelassen werden:
• Innere Erkrankungen
• Or thopädie/Rheumatologie/Traumatologie
• Onkologie
Nach erfolgreichem Abschluss der gewählten Stu dienschwerpunkte können die Absolventen die indika tionsspezifischen Weiterbildungszertifikate „Sport- und Bewegungstherapeut/-in DVGS“ sowie die entsprechen den Fortbildungslizenzen erwerben (vgl. Abb. 1). Mit dem Studienschwerpunkt „Sport- und Bewegungsthe rapie Onkologie“, der in Kooperation mit dem Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) entwickelt wur de, verfügt die DHfPG über das derzeit einzige Studien angebot, das zum Weiterbildungszertifikat „Sport- und Bewegungstherapeut/-in DVGS – Onkologie“ führt.
Neuer dualer Bachelor-Studiengang Sportund Bewegungstherapie Aktuell befindet sich der neue duale Studiengang der DHfPG – Bachelor of Arts Sport- und Bewegungstherapie – im Akkreditierungsverfahren. Er bietet phy siotherapeutischem Fachpersonal die Möglichkeit, sich akademisch zu qualifizieren und integriert die Qualifikation in den Indikationsbereichen Internistische Erkrankungen, Orthopädie/Rheumatologie/Traumatologie und Neurologie.
Nach erfolgreichem Bachelor-Abschluss an der DHfPG können die Absolventinnen und Absolventen ebenfalls die vom DVGS vergebenen Weiterbildungszertifikate und Fortbildungslizenzen in den entsprechenden Indi kationsbereichen erwerben.
Die Studien- und Weiterbildungsangebote der DHfPG im Bereich der Sport- und Bewegungstherapie bieten physiotherapeutischen Einrichtungen eine optimale Möglichkeit, ihr Angebotsportfolio neben der Heilmit telabrechnung um weitergehende, abrechnungsfähige Leistungen in allen Präventionsstufen wie auch im Selbstzahlendenbereich zu erweitern. Dadurch besteht die Chance, Patientinnen und Patienten im Anschluss an eine Heilbehandlung langfristig und nachhaltig an die eigene Einrichtung zu binden. Hiervon können sowohl die Einrichtungen selbst als auch Patienten im Sinne einer gesteigerten bewegungsbezogenen Gesundheitskompetenz maßgeblich profitieren.
Prof. Dr. Arne Morsch ist Fachbereichsleiter Gesund heitswissenschaften und Dozent an der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanage ment (DHfPG). Darüber hinaus leitet er den Fachbereich Gesundheitsförderung der BSA-Akademie.
www.dhfpg-bsa.de
Schneider erlitt in ihrer Jugend einen Kreuzbandriss und musste zur Physiotherapie. Die Verletzung und die damit einherge hende physiotherapeutische Behandlung sollten ein tiefgreifendes Schlüsselereignis für den späteren beruflichen Werdegang der Österreicherin sein!
Für die heute 25-Jährige stand schon zu Schulzei ten fest, dass sie einmal studieren würde. Wel cher Beruf es später einmal sein sollte, wusste Felizitas Schneider aber noch nicht. „Ich war schon im mer sportlich und spiele Fußball seit ich klein bin. Mit 15 erlitt ich dann einen Kreuzbandriss und musste zur Phy siotherapie. Da wusste ich plötzlich, was ich machen will.“
Nach ihrem Schulabschluss, der Matura, zog Felizitas Schneider nach München, um Physiotherapie zu studie ren. „Gesundheitsbedingt musste ich das Studium ab brechen, wollte aber trotzdem im Gesundheitsbereich bleiben.“ In der U-Bahn sah sie dann eines Tages ein Plakat der DHfPG und informierte sich näher über die Hochschule und das duale Studiensystem, das sich aus einem Fernstudium mit kompakten Lehrveran staltungen vor Ort und/oder digital und einem großen Teil an beruflicher Tätigkeit im Betrieb zusammen setzt. „Daraufhin habe ich entschieden, in München an der DHfPG zu studieren.“ Die Wahl der gebürtigen Wienerin fiel aufgrund der Studieninhalte auf den Stu diengang Gesundheitsmanagement. „Das Profil hat mich am meisten angesprochen, da es die Themenbe reiche Gesundheitswissenschaft, Naturwissenschaft, Trainingswissenschaft und Wirtschaftswissenschaft miteinander vereint und ich mich damit zu einer breit aufgestellten Expertin rund um Prävention und Gesund heitsförderung ausbilden lassen wollte.“
Bei schmerzFREI – Praxis für Physiotherapie und Trai ning in Holzkirchen absolvierte sie die betriebliche Aus bildung. „So konnte ich weiterhin in der Physiotherapie arbeiten und das machen, was ich immer wollte. Durch die hohen Anwesenheitszeiten in der Praxis war ich direkt in die Planungen und Abläufe integriert. Das Sys tem fand ich super!“ Die Studieninhalte konnte sie un mittelbar praktisch anwenden: „Wenn ich etwas Neues gelernt habe, konnte ich es direkt umsetzen. Auch der Austausch mit dem Kollegium war toll. Ich war ständig in Kontakt mit ärtzlichem und physiotherapeutischem Fachpersonal“, erzählt Felizitas Schneider.
„Meine Aufgaben bestanden zu Beginn u. a. darin, die Kundschaft an der Rezeption zu betreuen. Dann über nahm ich sie auch als Trainerin und war hauptverant wortlich für den milon Zirkel. Später kam medizinisches EMS-Training dazu und ich erstellte mit unserem phy siotherapeutischen Fachpersonal Trainingspläne für unsere Kundschaft.“ Die Weiterbildung „EMS-Trainer/ in“ machte sie an der BSA-Akademie. „Während mei nes Bachelor-Studiums habe ich dort zudem noch den Lehrgang ‚Leistungssport Body-Trainer/in‘ absolviert. Rückblickend sage ich: Das war der richtige Weg!“
Nach erfolgreichem Studienabschluss zog Felizitas Schneider wieder nach Österreich. „Über einen Bekann ten kam der Kontakt zu Gitti-City, einem Fitnessstudio in
Stockerau, zustande, wo ich aktuell als Trainerin arbeite. Dort trainieren alle Alters- und Zielgruppen – ob Gesund heitssport, Leistungssport oder Wettkampf.“
Zur Weiterqualifizierung entschied sich Felizitas Schnei der dafür, nebenberuflich das Master-Studium Präven tion und Gesundheitsmanagement zu absolvieren. „Ich habe die Schwerpunkte ‚Betriebliches Gesundheits management‘ und ‚Sport- und Bewegungstherapie Orthopädie‘ gewählt, weil mir zum einen BGM viel Spaß macht und mich sehr interessiert. Zum anderen wollte ich mich im Bereich Fitnesstraining mit Sportlerinnen und Sportlern weiterentwickeln.“
„Den Master habe ich bisher größtenteils digital ab solviert, aber es lohnt sich, zur Vor-Ort-Präsenzphase zu kommen. Der Austausch mit anderen Studierenden und Dozierenden ist sehr wichtig. Dafür bin ich in den letzten Monaten immer nach München gereist.“
Auch im Fitnessstudio hat Felizitas Schneider nun neue Aufgaben: „Aktuell habe ich sehr viele Personal Trai nings. Da geht es häufig darum, nach Verletzungen wieder Muskeln aufzubauen. Zusätzlich übernehme ich noch ein bis zwei Gesundheitsstunden in der CrossFit® Box von Bernhard Beidl, der auch Dozent an der DHfPG ist. Ich entwickle mich gerade stark weiter und lerne viel von ihm, insbesondere in Bezug auf Coaching.“
„Es lohnt sich immer, dranzubleiben und für seine Ziele zu kämpfen!“ Das trifft auch auf Felizitas Schneider zu: Sie arbeitet gerade an ihrer Selbstständigkeit. „Ich möch te mir im Rahmen von Return to Sport und Gesundheits training ein Standbein als Personal Trainerin aufbauen. Außerdem überlege ich, nach dem Master noch das Graduiertenprogramm der DHfPG anzuschließen.“
Aufbauend auf über 15-jähriger Erfahrung und in Zusammenarbeit mit namhaften For schern aus Gesundheits- und Sportwissen schaften sowie Therapeuten entwickelt und produziert das Unternehmen in Deutschland Ganzkörper-EMS-Technologie von höchster Qualität und vertreibt diese weltweit.
Das deutsche Unternehmen miha bodytec hat seit seiner Firmengründung 2007 die bis zu diesem Zeitpunkt weitgehend unbekannte Ganzkörper-Elektromyostimulation (EMS) als sichere, hocheffektive und zeitoptimierte Trainings- und Therapiemethode etabliert. Mit dem Nachweis der Wirksamkeit von Medizinischer EMS in zahlreichen Studien ist miha bodytec überzeugt, mit der EMS-Technologie, die bei ge ringem Zeitaufwand und persönlicher Betreuung einen hohen Wirkungsgrad verspricht, neue Lösungen im Ge sundheitsmarkt etablieren zu können. Mit dem zugelas senen Medizinprodukt miha bodytec medical existiert
seit über zehn Jahren das passende Equipment zur An wendung der Medizinischen EMS. Durch die von miha bodytec vorangetriebene Weiterentwicklung der EMSGeräte und die Einführung diverser technischer Innova tionen nimmt diese Technologie auch eine zunehmende Bedeutung im medizinischen Sektor ein.
miha bodytec betreibt neben ihrem Hauptsitz, der Pro duktion in Deutschland, weitere Niederlassungen in den USA und England. Mit der freiwilligen Zertifizierung nach dem Medical Device Single Audit Programm (MDSAP) dokumentiert die miha bodytec GmbH, dass sie die derzeit höchsten, weltweit gültigen Qualitätsstandards der Medizintechnikbranche einhält.
„Gesundheit neu denken – für einen starken, mobilen und gesunden Körper bis ins hohe Alter“ miha bodytec kombiniert die Erfahrungen der bewährten Elektrotherapie als passive Behandlungsmethode mit einer aktiven Komponente für den ganzen Körper und schafft so ein zeitgemäßes und nachhaltiges Anwen dungskonzept für Therapie und Prävention: die Medizi nische Elektromyostimulation.
Foto: miha bodytec GmbH
Damit wird den gesundheitlichen Herausforderungen einer immer älter werdenden Gesellschaft und einem zunehmend sitzenden Lebensstil begegnet. Mit Medi zinischer EMS erschließt sich dem Gesundheitssektor eine Methode, die von Jung bis Alt einen starken Präven tivansatz verfolgt und zugleich in vielen Therapiefeldern Einsatz findet. Neben dem nicht-spezifischen Rücken schmerz, der Sarkopenie und dem Muskelschwund im Alter erweitert sich kontinuierlich das Einsatzspektrum bei weiteren Indikationen.
Als marktführender Hersteller von Medizinprodukten für den Einsatz der Ganzkörper-Elektromyostimulation liegt miha bodytec eine sichere Anwendung und damit eine positive Verbreitung der Technologie besonders am Herzen! Daher arbeitet das Unternehmen partnerschaft lich mit einer Vielzahl von Agierenden des Gesund heitswesens zusammen und steht in engem Austausch mit Wissenschaft und Forschung sowie zahlreichen Anwendern aus der Praxis.
Auf Basis dieser Erfahrungen gelingt es, die Technologie der Medizinischen EMS für den wirksamen und sicheren Praxiseinsatz zur Verfügung zu stellen und täglich weiterzuentwickeln. Das Engagement dient der Gesund erhaltung einer zukunftsorientierten Gesellschaft – mit einem innovativen Ansatz, der für Effizienz, Sicherheit und Effektivität steht.
Alle Produkte von miha bodytec sind für den langfristi gen und wartungsarmen Dauerbetrieb im Gesundheits bereich konzipiert und als Medizinprodukte zertifiziert. Ebenfalls erfüllen die miha bodytec EMS-Systeme die Vorgaben der Safety-First-Leitlinien der Wissenschaft sowie der DIN-Norm 33961-5 für die EMS-Anwendung. Durch den obligatorischen Haltegriff, die aufwendige magnetische Drehregler-Technology und die konse quente Umsetzung einer Single-User-Bedienung wird dabei die maximale Anwendungssicherheit erreicht.
Das Unternehmen bietet maßgeschneiderte Lösungen, zugeschnitten auf die individuellen Bedürfnisse seiner Kundschaft. Alle Mitarbeitenden sind als Medizinpro dukteberater speziell ausgebildet und können fachliche Fragen kompetent beantworten. Die kostenlosen Erst beratungen vor Ort bieten Ihnen als Inhabende und Mit arbeitende die ideale Gelegenheit, die Technologie rund um die Medizinische EMS und ihre Einsatzmöglich keiten kennenzulernen und auf dem aktuellen Stand der Wissenschaft zu bleiben.
miha bodytec II medical –für den stationären Einsatz miha bodytec II medical vereint innovative Technologie, komfortable Bedienung und modernes Design zu einem einzigartigen System. Das updatefähige Steuergerät besteht aus Aluminium und ist fest auf einem stabilen Bodenständer mit Haltegriff montiert. Der miha bodytec II medical ist ein geprüftes Medizinprodukt und entspricht
darüber hinaus den hohen Anforderungen internationaler Zulassungsbehörden (FDA, Anvisa, SAA). Die Anbindung an das Elektrodensystem „i-body“ erfolgt bei miha bodytec II medical durch das innovative und selbstfindende mag netische Verbindungssystem „i-body connect“, das es wahlweise auch als „wireless“ Variante gibt.
Bei der Entwicklung des miha bodytec m.ove Systems standen maximale Flexibilität bei Anwendung und Transport an oberster Stelle. Die Anbindung an das Elek trodensystem „i-body“ erfolgt daher bei miha bodytec m.ove ausschließlich durch das kabellose Verbindungs system „i-body connect wireless“. Beim Verbindungs system wie auch beim Steuergerät sind hochwertige und weltweit zugelassene Batteriesysteme integriert, die einen langen netzunabhängigen Betrieb gewährleisten.
Als Transport- und Bodenständerlösungen stehen zwei Optionen zur Auswahl. Sowohl für die interne Anwen dung in verschiedenen Behandlungsräumen oder unter schiedlichen Etagen als auch für den externen Transport zu unterschiedlichen Einsatzorten gibt es für den miha bodytec m.ove innovative Lösungen.
Das miha bodytec m.ove System ist ein geprüftes Medi zinprodukt und entspricht allen regulatorischen Anfor derungen, die für ein funkbetriebenes Gerät zu erfüllen sind (RED, FCC).
Das für den Dauerbetrieb konzipierte und zum Patent angemeldete Elektrodensystem „i-body“ überzeugt durch optimale Passform. Über eine flexible Funktionsweste mit integrierten Elektroden können alle Muskelgruppen individuell aktiviert werden. Ergänzt wird die Weste um einzelne „i-body“ Elektrodengurte für Arme, Beine und Gesäß. Das gesamte Elektrodensystem ist waschbar und antibakteriell ausgerüstet.
Bei der Entwicklung der Trainingskleidung setzt miha bodytec neben nachhaltiger Produktion auf die Zusam menarbeit mit den führenden Herstellern von textilen Fasern und Ausrüstungsverfahren. Hauptbestandteil der Kleidungsserie ist die Faser TENCEL®, die außer gewöhnliche Eigenschaften mitbringt. TENCEL® über zeugt durch ein perfektes Feuchtigkeitsmanagement und mit einem besonders angenehmen Hautgefühl. Die Faser ist äußerst reißfest, saugfähiger als Baumwolle und bleicht auch nach mehrmaligem Waschen nicht aus. Die gesamte Trainingskleidung ist in SEAMLESS Technologie produziert und ausgerüstet mit SANITIZED ACTIFRESH. Dies verleiht ein längeres Frischegefühl, verhindert Schweißgeruch und unterdrückt aktiv die Vermehrung von Bakterien.
miha bodytec GmbH Siemensstr. 1, D-86368 Gersthofen www.miha-bodytec.com
Esme Coraggioso ist bereits seit 25 Jahren in der Fitness- und Gesundheitsbranche tätig. Nach ihrem Studium mit dem Abschluss Diplom-Wellnesstrainerin und ver schiedenen Stationen innerhalb der Branche gründete sie 2008 ihr eigenes Studio. Seitdem ist eini ges im feelfit – das Gesundheits loft in Mainz passiert, wie sie uns verraten hat.
S tillstand ist in diesem Studio ein Fremdwort: „In den vergangenen 14 Jahren habe ich unser Studiokonzept gemeinsam mit dem Team im mer weiter angepasst“, erzählt Geschäftsführerin Esme Coraggioso. Das feelfit ist auf Personal Training in Klein gruppen spezialisiert. „Wir sind kein klassisches Fitness studio. Wir haben hauptsächlich freie Geräte, an bzw. mit denen unsere Mitglieder trainieren können. Während ihres Trainings sind immer hochqualifizierte Trainerin nen und Trainer anwesend, die darauf achten, dass die Übungen korrekt ausgeführt werden.“
Zudem werden im feelfit verschiedenste Kurse angebo ten: Von Pilates und Yoga über Rehasport bis zu Jum ping Fitness ist für alle etwas dabei. Auch ihre persön liche Geschichte hat Esme Coraggioso zur Gestaltung ihres Kursangebots inspiriert: „Als ich Mutter geworden bin, war es mir wichtig, Kurse für Kinder anzubieten. Seitdem findet z. B. regelmäßig Eltern-Kind-Turnen oder Kampfsport für Kinder statt.“ So unterschiedlich die Kurse im Gesundheitsloft sind, so unterschiedlich sind auch die Menschen, die dort ihr Training absolvieren. „Bei uns kann man ganz individuell auf dem eigenen Leistungsniveau trainieren, ob jung oder alt. Durch das Training in kleinen Gruppen und die persönliche Betreu
Text: Ronja Reuber und Sophie Wild
ung sind unsere Mitglieder motiviert und fühlen sich ganzheitlich gut betreut“, so die Mainzerin.
Wesentliche Wohlfühlfaktoren im feelfit sind die The men Sicherheit und Hygiene. Um ihre hohen Standards in diesen Bereichen herauszustellen, haben sich Esme Coraggioso und ihr Team sowohl nach DIN 33961 als auch gemäß der Hygienenorm der BSA-Zert zertifizieren lassen. Auf diese Option wurde sie durch den damali gen dualen Studierenden im Betrieb aufmerksam, der schließlich auch die Erstzertifizierung durchgeführt hat.
„Ich finde es wichtig, dass sich die Fitnessbranche professionalisiert. Das war für uns auch der ausschlag gebende Grund für die Zertifizierung. Dadurch zeigen wir unserer Kundschaft, dass wir ein professionelles Gesundheitsdienstleistungsunternehmen sind, unseren Auftrag einer umfassenden und hochqualitativen Be treuung sehr ernst nehmen und damit zur Gesunderhal tung der Menschen beitragen.“
Während der Corona-Pandemie hat das Team die Hygienezertifizierung gemacht. „Wir wollten unserer Kund schaft zeigen, dass uns Hygiene und Gesundheit sehr wichtig sind. Durch die Zertifizierung haben sich auch einige interne Abläufe verbessert und uns wurde wieder ins Bewusstsein gerufen, wie zentral diese Punkte sind.“
Um die Hygienezertifizierung hat sich Trainer – und nun auch Hygienebeauftragter – Christian Rothermel geküm mert. „Ich habe bei der BSA-Zert Angebote eingeholt und
anschließend im Team besprochen, wer Lust hat und dazu motiviert ist, die neuen Pläne umzusetzen. Und die Resonanz war sehr positiv!“ Für die jährliche Doku mentenprüfung im Rahmen der Studiozertifizierung ist mittlerweile Trainingsleiter Lukas Kling verantwortlich.
„Wir halten unsere Mitglieder mit einem Newsletter so wie über unsere Social-Media-Kanäle auf dem Laufen den. So haben wir auch kommuniziert, dass wir über Zertifizierungen verfügen.“ Die Rückmeldungen dazu fielen sehr positiv aus. „Dadurch, dass wir so nah an der Kundschaft arbeiten, wussten unsere Mitglieder bereits, dass wir ohnehin sehr großen Wert auf Hygiene und Sicherheit legen. Mit den Zertifizierungen ist dies nun auch offiziell.“ Allgemein stellen gut ausgebildete Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für Esme Coraggioso einen zentralen Punkt dar: „So können wir im Team her vorragend diskutieren, wie wir unserer Kundschaft ganz individuell helfen können. Jedes Teammitglied bringt sein Wissen ein, ob Trainer bzw. Trainerin für Rehasport oder Sportwissenschaftler.“
Die Anforderungen der Zertifizierung umzusetzen, war für das Team gut machbar. Daher rät die Geschäftsfüh rerin allen Fitnessstudios und Vereinen, sich zertifizieren zu lassen. „Ich kann es nur jedem empfehlen, der im Fitness- und Gesundheitsbereich tätig ist. Das ist z. B. auch in der Zusammenarbeit mit Unternehmen im Rah men von Firmenfitness der ,springende Punkt‘. Generell kann die Kundschaft so klar erkennen, welche Fitness dienstleistungsunternehmen professionell sind.“
Sie interessieren sich für das Zertifizierungsangebot der BSA-Zert?
Dann kontaktieren Sie uns unter Tel.: +49 681 6855 330 oder besuchen Sie unsere Website: www.bsa-zert.de. Auf Wunsch erstellen wir Ihnen gern ein kostenfreies Angebot. www.bsa-zert.de/zertfit www.bsa-zert.de/hygiene
Geschäftsführerin Esme Coraggioso ist mit den Zertifizierungen der BSA-Zert sehr zufrieden Auch Hygienebeauftragter Christian Rothermel freut sich, das Hygienezertifikat in seinen Händen halten zu könnenmilon und five rücken den Aspekt des Trainingseinstiegs in den Fokus: Präzise Screenings und regelmäßige Tests sind essenziell für ein erfolg reiches Training! Ganz neue Möglichkeiten auf diesem Gebiet bietet die milongroup mit dem revolutionären Onboarding-Tool milon YOU.
Für ein effektives Training sind nicht nur mög lichst konkrete Ziele ausschlaggebend, son dern auch das Wissen über den spezifischen Ausgangspunkt. Nur wer seinen aktuellen Fitness- und Gesundheitszustand kennt und versteht, kann das richtige Training wählen und letztlich auch dauerhaft motiviert „am Ball“ bleiben. milon und five wissen, wie bedeutend dieser Zusammenhang ist, und haben ihm in ihrem Trai ningsweltenkonzept einen entsprechend großen Platz eingeräumt.
Die Analysephase bildet das Fundament des Konzepts. „Wir definieren hier gewissermaßen einen Raum der Er kenntnis“, erläutert Marc Wisner, Mitglied der milongroupVertriebsleitung. „Darin erfahren die Trainierenden etwas über sich, das sie vorher nicht wussten oder nur erahnt haben.“ Die Erkenntnismöglichkeiten sind sehr umfas send – von Informationen über allgemeine Kraft und Be weglichkeit bis hin zu konkreten Aussagen zum Beispiel über Bewegungseinschränkungen oder Fehlhaltungen. Auch Benchmarkvergleiche, bei denen beispielsweise die eigene Kraft mit der des Altersdurchschnitts verglichen wird, sorgen für wichtige Aha-Momente. Wisner fasst zu sammen: „Die Menschen verstehen zum ersten Mal ganz konkret, warum und wofür sie trainieren sollen.“
Als zentrale Erkenntnisquelle dient milon YOU: Der biometrische Bodyscanner der neuesten Generation vermisst den Körper und sorgt so für die exakte, auto matische Einstellung aller milon Trainingsgeräte. Darüber hinaus kann man mit milon YOU auch das Herz-Kreislauf-System checken und Schmerzpunkte erkennen. Das Gerät bietet zahlreiche Tests zu Kraft und Beweglichkeit, aber auch im Bereich der kognitiven Fähigkeiten. Screening und Testing erfolgen so schnell und einfach, dass man sie alle vier bis sechs Wochen wiederholen sollte. Mit regelmäßigen Rechecks des Gesundheitszustandes lassen sich dann Anpassungen vornehmen. Fortschritte werden sofort sichtbar, was wiederum der beste Booster für die Motivation ist.
Die Interaktion mit milon YOU findet in einer virtuellen 3D-Arena statt. Je nach Test befindet man sich mit seinem Avatar, dem digitalen Abbild des eigenen Ichs, in einem anderen Bereich. Derartige Gamingelemente verbindet milon YOU mit leicht verständlichen und an schaulichen Testauswertungen. So gelingt der spieleri sche und motivierende Einstieg in das Training. Gleiches gilt für die isokinetischen Muskelfunktionsanalysen, die sich mit den Geräten der milon Q-Serie durchführen lassen. Der ermittelte Istzustand der jeweiligen Muskel gruppe bildet die Grundlage für den idealen Trainings widerstand in Kombination mit dem zuvor gewählten Trainingsmotiv und -level.
Die Erkenntnisse über den eigenen Status quo sowie die individuellen Fortschritte sind ein wesentlicher Aspekt, der im „Raum der Erkenntnis“ vermittelt werden soll. Ein weiteres wichtiges Anliegen der milongroup ist es, das allgemeine Körper- und Gesundheitsbe wusstsein der Menschen zu schärfen. Denn die Konse
quenzen eines bewegungsarmen, bequemen Alltags im Sitzen werden gern verdrängt. Dabei baut der mensch liche Körper schon ab dem 25. Lebensjahr an musku lärer Leistungsfähigkeit ab, wenn man diesem Prozess nicht aktiv mit dem richtigen Training entgegensteuert.
Im Laufe der Jahre gewöhnen sich viele Menschen falsche Bewegungsmuster an, da sich bestimmte All tagshandlungen nur noch eingeschränkt ausführen lassen. Stress, falsche Ernährung und Bewegungs mangel haben zudem auch noch negative Auswirkun gen auf unsere kognitiven Fähigkeiten.
Kraft, Beweglichkeit, Gehirn –ein Dreiklang für mehr Lebensqualität Sind diese Zusammenhänge zwischen individuellem Gesundheitszustand und den Herausforderungen unserer modernen Zivilisationsgesellschaft einmal verstanden, ist der Weg zur Lösung nicht mehr weit. Er führt immer über einen Dreiklang aus Kraft, Beweglich keit und Gehirn! Diese Schlüsselfaktoren decken milon und five mit ihren neuen Trainingswelten umfassend ab. Das modular aufgebaute Konzept ist nach neuesten sportwissenschaftlichen und physiotherapeutischen Erkenntnissen ausgerichtet und bietet die Möglich keit, bestehende Konzepte und Techniken sinnvoll zu kombinieren und alle Zielgruppen zu adressieren – von Patient:innen bis hin zu Leistungssportler:innen. Mit der richtigen Kombination der Trainingswelten ergibt sich ein gezieltes, individuelles Training. Das ist die Grund lage für mehr Lebensqualität bis ins hohe Alter!
Neugierig geworden?
Weitere Informationen und Impressionen zum milon YOU gibt es unter www.milongroup.com
Steigende Energiekosten, coronabedingte Anpassungen und politische Ent scheidungen: Besondere Zeiten erfordern besonderes Engagement! Neben dem Austausch mit der Politik setzt sich der DSSV mit neuen Projekten auseinander und unterstützt seine Mitglieder in der aktuellen Lage. So wur de jüngst die DSSV-Energiekampagne zu Energie- und Kosteneinsparung erarbeitet. Weiterhin sind die #BEACTIVE-Kampagne sowie die Koopera tion mit Krankenkassen derzeit wichtige Themen in der Verbandsarbeit.
Die Fitness- und Gesundheitsbranche steht nicht still. Themen, die die Gesellschaft aktuell be schäftigen, haben auch Einfluss auf die Arbeit in den Fitness- und Gesundheitsanlagen, zu denen auch die Physiotherapiezentren mit Angeboten im Selbstzah lerbereich gehören. Als Arbeitgeberverband ist der DSSV e. V. bemüht, den Betreibenden in jeglicher Situation zur Seite zu stehen (DSSV, 2022a).
Gemeinsam die Corona-Krise meistern
Die Fitnesswirtschaft wurde in den vergangenen Jahren auf eine Belastungsprobe gestellt. Corona-Maßnahmen seitens der Politik zwangen die gesamte Fitness- und Gesundheitsbranche zu Einschränkungen und führten bei Betreibenden zu Unsicherheiten. Im Austausch mit den Mitgliedern klärt der Arbeitgeberverband offene Fra gen und informiert regelmäßig über Neuigkeiten rund um die Pandemie.
Je nach Verlauf des Infektionsgeschehens können aktuelle Beschlüsse zum Infektionsschutz wieder ver schärft werden und die Arbeit in den Fitness- und Ge sundheitsanlagen erneut einschränken. Derzeit spre chen einzelne Bundesländer lediglich Empfehlungen wie bspw. die Abstandsregelungen für die Fitness- und Gesundheitsbranche aus. Mit dem Ziel, Corona-Maß nahmen weiterhin gering zu halten und für die Betrei benden bestmögliche Rahmenbedingungen zu schaf fen, steht der Verband als Bindeglied der Branche im steten Austausch mit der Politik. Wirtschaftliche Be nachteiligung und Einbußen durch die Pandemie sollen auch in Zukunft weitestgehend verhindert werden, um die Fitness- und Gesundheitswirtschaft langfristig zu stärken. Alle aktuellen Informationen zur Lage leitet der Verband an die Branche weiter und bietet eine regel mäßig aktualisierte Übersicht über die Corona-Verord nungen der einzelnen Bundesländer.
Bedingt durch die Auswirkungen des Ukraine-Krieges machen steigende Energiekosten der Branche zusätz lich große Sorgen. Um den Betreibenden Maßnahmen zur Einsparung an die Hand zu geben und sie bestmög lich zu unterstützen, hat der DSSV e. V. speziell für die Gesundheitsbranche eine Energiekampagne entwickelt. Mehr dazu finden Sie auf den folgenden Seiten. Da das Thema Energiesparen die Branche momentan stark be einflusst und die gesamte Gesellschaft, ob privat oder geschäftlich, auch in Zukunft begleiten wird, bietet der Verband außerdem Online-Seminare rund um Energieund Kosteneinsparung an.
Fachseminare für die Gesundheitsbranche
Über das Jahr verteilt veranstaltet der Verband zu ak tuellen Themen der Fitness- und Gesundheitsbranche viele weitere Seminare, die DSSV-Mitglieder als zusätz liches Informationsangebot nutzen können.
Politischer Einsatz für die Branche
Im Hinblick auf die derzeitige Krisenlage erwarten Betrei bende neue Herausforderungen. Als Bindeglied tritt der Verband im Austausch mit politischen Entscheidungs trägern auch hier für die Fitness- und Gesundheitsbran che ein. So nahm der DSSV e. V. beispielsweise an poli tischen Veranstaltungen wie den Sitzungswochen im Herbst oder dem Deutschen Arbeitgebertag, an dem all jährlich die wichtigsten Spitzenverbände, Verbandsver treter und Politiker zusammenkommen, teil. Gemeinsam mit dem Deutschen Industrie- und Handelskammertag e. V. (DIHK) sowie der Bundesvereinigung Deutscher Arbeitgeberverbände e. V. (BDA), dem Ausrichter des Deutschen Arbeitgebertages, ist der DSSV e. V. als Mit glied der BDA dauerhaft aktiv, um die Fitness- und Ge sundheitsbranche zu stärken. Damit Unternehmen aktiv ihre eigenen Interessen durchsetzen, hilft der Verband zusätzlich bei der eigenständigen Kontaktaufnahme mit politischen Entscheidungstragenden und stellt Muster anschreiben zu Verfügung (DSSV, 2022b).
Die vergangenen Jahre führten sowohl bei Betreibenden als auch bei Mitgliedern zu Unsicherheiten. Obwohl die Themen Prävention und Gesundheit immer stärker an Bedeutung gewinnen, sind einige Menschen aufgrund von Ungewissheit und steigenden Kosten seither nicht mehr bereit, in ihre Gesundheit zu investieren. Und das, obwohl der Bewegungsmangel zu deutlichen gesund heitlichen Einschränkungen in der Gesellschaft führt. Das Ziel, Menschen für mehr Sport und Bewegung zu motivieren, ist gleichzeitig ein Anreiz für Gesundheits einrichtungen. Der DSSV e. V. unterstützt seine Mitglie der auch hierbei und arbeitet an der Entwicklung neuer Möglichkeiten:
Unter dem Motto „It’s time to #BEACTIVE“ wurden im Rahmen der Europäischen Woche des Sports vielfältige
sportliche Veranstaltungen geplant, um Menschen für mehr Bewegung zu motivieren. Seit diesem Jahr orga nisiert der DSSV e. V. die von der Europäischen Kommis sion ins Leben gerufene Initiative erstmalig gemeinsam mit dem Deutschen Turner-Bund e. V. Ziel des Verban des ist es, Fitness- und Gesundheitsanlagen noch stär ker in die Veranstaltungen zu integrieren. Um das Poten zial der Kampagne bestmöglich zu nutzen, bestehende Mitglieder zu halten sowie neue Kundinnen und Kunden zu gewinnen, steht der Verband seinen Mitgliedern von der Umsetzung eigener Events bis hin zur Bereitstellung von Marketingmaterialien zur Seite (DSSV, 2022c).
Bonusprogramme der Krankenkassen nutzen
Einen weiteren Anreiz für mehr Bewegung schaffen Krankenkassen durch die Bonifizierung von unter schiedlichen Gesundheitsmaßnahmen. Mitgliedschaf ten in Fitness- und Gesundheitsstudios sowie fachlich angeleitete Sportveranstaltungen werden zum Großteil im Rahmen der Bonusprogramme mit Prämien belohnt. Das ist nicht nur für die Sporttreibenden von Vorteil, auch die Fitness- und Gesundheitsanlagen können das Angebot nutzen, um neue Mitglieder zu gewinnen.
In einer Übersicht hat der DSSV zusammengefasst, wie die größten deutschen Krankenkassen gesundheitsför dernde Maßnahmen anrechnen und welche Bonuspro gramme sie bieten.
Prävention und Gesundheit in den Fokus nehmen Vor dem Hintergrund unserer alternden Bevölkerung so wie des Bewegungsmangels steht die Gesundheitsbran che in der Verantwortung, Prävention und Gesundheit stärker in den Blick zu nehmen und Sporttreibende bei der Ausführung gesundheitsfördernder Maßnahmen zu begleiten. Um Betreibende dabei zu unterstützen, bietet der Verband die DSSV-Gesundheitsprogramme an. Mit gliedsstudios können in diesem Rahmen eigene Präven tionskurse anbieten, die bereits von der Zentralen Prüf stelle Prävention (ZPP) geprüft sind und nach §20 mit den Krankenkassen abgerechnet werden können. Durch dieses Angebot möchte der DSSV e. V. die Gesundheits förderung in der Gesellschaft vorantreiben und gleichzei tig das Potenzial für die Gesundheitsbranche ausweiten.
Das letzte Jahr hat gezeigt: Die Fitness- und Gesundheits branche sieht politischen und wirtschaftlichen Herausfor derungen ins Auge. Als starker Partner der Branche stellt der DSSV e. V. die Weichen für die Zukunft und plant für das kommende Jahr viele interessante Projekte.
Auszug aus der Literaturliste
DSSV e. V. – Arbeitgeberverband Deutscher Fitness- und Gesundheits-Anlagen. (2022a). Politische und branchenspezifische Projekte. Zugriff am 14.09.2022. Verfügbar unter https://www.dssv.de/aktuelles/ DSSV e. V. – Arbeitgeberverband Deutscher Fitness- und Gesundheits-Anlagen. (2022b). Politik & Wirtschaft. Zugriff am 14.09.2022. Verfügbar unter https:// www.dssv.de/politische-arbeit/ DSSV e. V. – Arbeitgeberverband Deutscher Fitness- und Gesundheits-Anlagen. (2022c). Europäische Woche des Sports. It's time to #BEACTIVE. Zugriff am 14.09.2022. Verfügbar unter https://www.dssv.de/beactive/ Für eine vollständige Literaturliste kontaktieren Sie bitte dssv@dssv.de.
Florian Kündgen
Die noch nie dagewesenen Preissteigerungen für Strom und Gas zwingen Unternehmen sowie Privathaushalte zu Einsparmaßnahmen. Für einen energieeffizienteren Betrieb haben Branchenvertretungen diverser Wirtschaftszweige Energiekampagnen mit zielgerichteten Maßnahmen ins Leben gerufen. In kürzester Zeit hat ebenfalls der Arbeitgeberverband der deutschen Fitness- und Gesundheits-Anlagen (DSSV e. V.) eine Energiekampagne für die speziellen Anforderungen der Gesundheitsbranche geschaffen und diese wächst weiter.
Raumtemperatur senken, durch kürzere Dusch zeiten Warmwasser sparen, erst recht kein Voll bad nehmen und Wäscheständer statt Wäsche trockner benutzen, LED-Beleuchtung – Ideen, um im Privathaushalt kurz- und mittelfristig Energie zu sparen, haben wir in den vergangenen Wochen zur Genüge gehört und gelesen. Die rasant steigenden Energiekosten in den Griff zu bekommen, wird in den kommenden Monaten aber nicht nur eine Herkulesaufgabe im privaten, sondern vor allem auch im unternehmerischen Bereich. Der DSSV e. V. hat es sich zur Aufgabe gemacht, Ihnen mittels der Website www.energiekampagne-fitnessbranche.de Checklisten, Leit-fäden und Angebote an die Hand zu geben, mit denen Sie Ihren Betrieb energiekostensparend und effizient durch den Herbst und Winter bringen. So können liegengebliebene Energiesparpoten ziale aufgespürt und schnell ausgeschöpft werden. Denn jede gesparte Kilowattstunde Energie senkt Ihren Kostendruck!
Der industrielle Erdgasverbrauch hat einen Anteil von rund einem Viertel am gesamten deutschen Erdgas verbrauch. Das kurz- bis mittelfristige Potenzial für den Ersatz von Erdgas für industrielle Anwendungen be trägt acht Prozent. Ein Viertel des gesamten Energiever brauchs fällt für mechanische Energie in der Industrie, beispielsweise zum Betrieb von Motoren oder Maschi nen an. In diesem Bereich sind Einsparpotenziale von durchschnittlich 25 Prozent möglich. Auch im Sektor Gewerbe, Handel und Dienstleistungen dominieren Heiz vorgänge mit mehr als 60 Prozent den Endenergiever brauch. Hierbei ist die Raumwärme und Warmwasser bereitung für rund die Hälfte des Endenergieverbrauchs verantwortlich, wobei ebenfalls überwiegend Erdgas für die Wärmebereitstellung eingesetzt wird. 3,4 Millionen Unternehmen nutzen Erdgas zum Heizen und für die Warmwasserbereitung. Der Anteil erneuerbarer Energien für die Wärmeerzeugung beträgt in der Industrie bisher weniger als fünf Prozent und im Sektor Gewerbe, Handel, Dienstleistungen rund zehn Prozent.
Die Grundlage eines innovativen Energiemanagements wird durch das erfolgreiche Mitwirken aller Beteiligten geschaffen – Mitarbeitende, Mitglieder und Sie selbst als Betreiber einer Gesundheitsanlage oder physiotherapeu tischen Einrichtung. Bei allen Maßnahmen der Energie kampagne wurde auf eine Balance zwischen der Qualität des Angebotes und den Einsparungen geachtet – Ihr Service wird hiermit nur geringfügig angepasst und sollte bei offener Kommunikation gegenüber den Mitgliedern, Kunden und Patienten akzeptiert und unterstützt werden. Deswegen gilt: Bevor einzelne Energieeinsparungsmaß nahmen vorgenommen werden, sollten sowohl das Team als auch die Mitglieder/Kunden/Patienten über die An passung informiert werden. Da die Umsetzung in großen Teilen von den Mitarbeitenden der Einrichtung übernommen wird, gilt es, diese regelmäßig zu schulen und mithilfe vorgegebener Pläne anzuleiten. Ihre Kunden weisen Sie
z. B. mit Hinweisschildern, Newslettern und persönlichen Gesprächen auf die einzelnen Maßnahmen hin.
Strukturiertes Vorgehen –angepasst an Ihr Angebot
Um im Rahmen des Energiemanagements strukturiert zu verfahren, empfiehlt es sich, nach den jeweiligen Räumlichkeiten im Betrieb vorzugehen. Hierfür stellen wir Ihnen Checklisten zur Verfügung, die Sie individuell, je nach Ihren Bedürfnissen und denen Ihrer Kundschaft, nutzen und anpassen können. So haben wir sieben Checklisten für Sie erarbeitet – ob in der Sauna, im Wellness- und Schwimmbadbereich oder aber auf der Cardio- und Krafttrainingsfläche, selbst in den Fluren lässt sich leicht Energie sparen.
Ausgewählte und einfache Beispiele Haben Sie bereits LED-Leuchten angebracht? Mithilfe dieser Methode der Lichterzeugung können Sie gegen über klassischen Glühlampen über 90 Prozent des Stromverbrauchs einsparen. Die Investition in diese Technik amortisiert sich meist in wenigen Jahren. Oder haben Sie schon einen Schaltplan für die Lichtregulierung er stellt und verantwortliche Personen im Team benannt? Denn nicht zu jeder Zeit muss überall das Licht brennen. Auch einfachste Mittel, wie die Raumtemperatur um ein Grad Celsius zu senken, können Ihnen helfen, sechs Prozent Energie einzusparen. Am besten eignen sich elektronische Thermostate, die Sie je nach Bedarf zum Beispiel per App steuern können. Aber auch der Einsatz von „Behördenkappen“ kann Ihnen hier eine Menge Ärger und Geld ersparen, da Mitglieder die Heizungen nicht mehr manuell bedienen können.
Energiekostendämpfungsprogramm für die Dienstleistungsbranche?
Nach unermüdlichen Forderungen des DSSV e. V. kündigten Bundeskanzler Olaf Scholz und Bundeswirt schaftsminister Robert Habeck beim Arbeitgebertag in Berlin am 13. September 2022 an, das bisherige Energie kostendämpfungsprogramm anpassen zu wollen und für Dienstleistungsbranchen zugänglich zu machen. Bisher sind die Zuschüsse für Erdgas- und Stromkosten nur den energiekostenintensiven Produktionsunternehmen zu gänglich und laufen nach aktuellem Stand (26.09.2022) nur von Juni 2022 bis September 2022. Ob und wie die Unterstützung für andere Branchen ausgeweitet werden kann, ist noch nicht abschließend geklärt. Aktuelle Infor mationen finden Sie unter: www.energiekampagne-fitnessbranche.de
Wir arbeiten stetig und mit Hochdruck an weiteren Kosteneinsparungs- und Effizienzsteigerungsmöglich keiten. Mithilfe unserer Fördermitglieder stellen wir im mer weitere Maßnahmen und Tools für unsere Energie kampagne zusammen und erweitern das Angebot der Einsparungsmöglichkeiten. Darüber hinaus informieren wir über alle aktuellen Entwicklungen auf der Website der Kampagne.
Das Gesundheitssystem wird digital, wie so vieles in unserem Leben. Digital heißt nicht immer besser. Weshalb Digitalisierung im Gesund heitssystem aber ein Muss ist, wo auf der einen Seite die Vorteile liegen, aber auf der anderen auch die datenschutzrechtlichen Gefahren lauern, schildert DSSV-Juristin Gülizar Cihan.
Keine komplizierten Medikamentennamen und keine medizinischen Fachbegriffe mehr mer ken – in der Apotheke weiß die Fachkraft sofort, ob das neu verordnete Medikament mit der bisheri gen Medikation gut verträglich ist. Röntgenaufnah men, Blutwerte und vieles mehr stehen den Ärzten ohne weitere Erklärungen zur Verfügung. CD-ROM und Zettelkonglomerat, die vor allem bei chronisch kran ken Menschen ständige Begleiter sind, müssen nicht mehr mitgeführt werden.
Das sind einige der vielen Vorteile für Patienten und Pa tientinnen, die die elektronische Patientenakte nutzen.
Mediziner und seit 2022 auch Physiotherapeuten, Pflegekräfte und Hebammen können sich mit wenigen Klicks ein gutes Bild vom Gesundheitszustand ihrer Patienten machen. Das erspart langwierige Gespräche, die besser als Behandlungszeit genutzt werden können, und lässt vor allem keine Termine mehr wegen fehlen der Blutwerte o. Ä. ausfallen.
Tab. 1: Was bisher geschah und was noch kommt – in einer Übersicht (eigene Darstellung)
Seit 2022: Integration von medizinischen Informationsobjekten (MIO) wie:
2023 voraussichtlich:
Was bisher geschah … … und was noch kommt Bereits seit Januar 2021 haben Patienten das Recht auf eine nutzergeführte digitale Patientenakte. Die jeweili gen Krankenkassen bieten hierzu kostenlose Apps an. Gleichzeitig ist auch die Nutzung an einem PC mög lich – ein Smartphone oder Tablet ist keine zwingende Voraussetzung.
Laut Gesetz müssen Arztpraxen seit dem 01.07.2021 technisch so gerüstet sein, dass sie die ePA befüllen können (Paragraph 341 Abs. 6 Sozialgesetzbuch V). Krankenhäuser müssen die elektronische Patientenakte seit spätestens 01.01.2022 ebenfalls unterstützen.
Eine große Rolle spielt hier die sogenannte Telematikin frastruktur (TI). Telematik bedeutet Telekommunikation und Informatik, also ein Zusammenspiel von Informati ons- und Kommunikationstechnologien. Im Rahmen der Gesundheitstelematik gilt es, für eine stabile Vernetzung von Krankenhäusern, Arzt- und Zahnarztpraxen, Apothe ken sowie zwischenzeitlich auch Hebammen, Physio therapeuten und Pflegekräften zu sorgen. So erfolgt der Zugriff auf die ePA seitens der Fachleute stets über die Praxissoftware durch Nutzung vorgenannter Telematik infrastruktur. Der Patient selbst regelt aber – durch Ein lesenlassen der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) und Eingabe einer PIN oder über die App –, ob und wann Behandelnde die Daten einsehen können.
Das Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) schreibt allen Ärztinnen und Ärzten den elektronischen Versand der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (AU) seit 01.10.2021 verpflichtend vor. Eine Übergangsfrist für Praxen, die die technischen Voraussetzungen noch nicht erfüllen konnten, galt bis 30.06.2022.
Die AU wird grundsätzlich an die Krankenkasse und an den Arbeitgeber übermittelt. Seit dem 01.07.2022 ist die elektronische Übermittlung an die Krankenkas se verpflichtend. Ab dem 01.01.2023 wird die Über mittlung der eAU durch die Krankenkasse an den Ar beitgeber verbindlich. Die laufende Erprobungsphase wurde aktuell bis 31.12.2022 verlängert. Das bedeu tet, dass Patienten, die arbeitsunfähig erkranken, die AU bereits heute schon nicht mehr selbst der Kran kenkasse übermitteln und sich ab dem 01.01.2023 auch nicht mehr um die Übermittlung an den Arbeit geber sorgen müssen.
• Elektronischer Impfpass (eImpfpass)
• Elektronischer Mutterpass (eMutterpass)
• Elektronisches Zahnbonusheft (eZahnbonusheft)
• Elektronisches Untersuchungsheft für Kinder (eU-Heft)
Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU)
Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) hat die gesetzliche Pflicht zur Nutzung des eRezeptes, welche zum 01.01.2022 verbindlich sein sollte, vorerst aus gesetzt. Seit dem 01.09.2022 werden in einem Pilot projekt in Arztpraxen und Krankenhäusern lediglich in Westfalen-Lippe und bei Zahnärzten in Schleswig-Hol stein flächendeckend eRezepte ausgestellt.
Gleichzeitig müssen aber seit dem 01.09.2022 Apothe ken bundesweit in der Lage sein, eRezepte entgegen zunehmen und einzulösen. Im ersten Schritt können mit dem eRezept nur apothekenpflichtige Arzneimittel verordnet werden, die durch die gesetzlichen Kranken kassen abrechnungsfähig sind. In weiteren Schritten sollen Heil- und Hilfsmittel sowie Betäubungsmittel digi tal verschreibungsfähig sein und sogenannte T-Rezepte (Sonderrezepte, die Arzneimittel verschreiben, die die Wirkstoffe Lenalidomid, Pomalidomid oder Thalidomid enthalten) digital erstellt werden können. Auf Wunsch des Patienten kann das Rezept in der App verwaltet oder auf Papier ausgedruckt werden. Ausgelesen werden können diese Rezepte nur von Personen, die sich per elektronischem Heilberufsausweis anmelden oder sich als Apotheker ausweisen können. Wie ein eRezept dann beispielsweise aussehen könnte, zeigt Abbildung 1.
Die ePA muss sicher und verschlüsselt in dem elektroni schen Patientenaktensystem des Betreibers liegen. Wel cher das ist, hängt von der jeweiligen Krankenkasse
Seit 2021 können auf der ePA zentral abgelegt werden:Informationen zu Diagnosen, Befunde, Arztbriefe, Notfalldatensätze, Medikationspläneab, die dem Patienten die ePA zur Verfügung stellt. Die Server werden bundesweit gehostet und unterliegen den europäischen Datenschutzrichtlinien (EU-DSGVO).
Um die Sicherheitsstandards besonders hochzuhalten, bedarf jede Zulassung einer Prüfung durch die gematik (gematik GmbH – Nationale Agentur für Digitale Me dizin, www.gematik.de) sowie weiterer unabhängiger Gutachter. Die gematik ist gesamtverantwortlich für die zentrale Plattform der digitalen Anwendungen im deut schen Gesundheitswesen, also der Telematikinfrastruk tur (TI). Verantwortlich für die Datenverarbeitung in der TI ist außerdem die zuständige Krankenkasse.
Festzuhalten ist, dass weder die Krankenkasse noch der technische Dienstleister, der die Systeme betreut und verwaltet, Zugriff auf die Inhalte der ePA haben darf. Die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung macht gespeicherte Da ten außerdem nur beim Arzt, Physiotherapeuten oder Apotheker lesbar – oder eben beim Versicherten selbst.
Unerwähnt darf an dieser Stelle nicht bleiben, dass 2020 der Bundesbeauftragte für Datenschutz und Informa tionsfreiheit (BfDI) die im Patientendaten-Schutz-Gesetz (PDSG) normierte ePA als nicht datenschutz- und grund rechtskonform eingestuft hat. Dies basierte vor allem darauf, dass Patienten in der vorherigen Nutzervarian te der ePA nicht den Zugriff der Leistungserbringer auf verschiedene Dokumente und Befunde einschränken konnten. Sobald der Patient eine Berechtigung für den Zugriff erteilt hatte, konnte der Berechtigte uneinge schränkt alle Informationen der jeweiligen Kategorie der ePA einsehen. Das hat sich inzwischen geändert. Die Nutzer können genau bestimmen, welche Datensätze und Dokumente von wem eingesehen werden sollen.
Datenschutzrechtlich kritisch bewertet wurde auch, dass Menschen, die kein Endgerät wie PC, Tablet oder Smart phone haben oder nutzen wollen, die ePA nicht nutzen können und der Kreis der Nutzer insoweit beschränkt ist. Gefordert wurden für diese Nutzer Kassenterminals, die in den Geschäftsstellen der Krankenkassen zur Ver fügung gestellt werden könnten.
Bundesbeauftragter für den Datenschutz und die Informationsfreiheit (BfDI)
Datenschutzrechtliche Bedenken schwingen immer mit, sobald sensible persönliche Gesundheitsdaten digitalisiert werden sollen. Die Vorteile der ePA über wiegen in der Gesamtschau aber deutlich:
So wird durch den Zugriff auf die Gesundheitsdaten das Risiko von Fehlbehandlungen minimiert, Dop peluntersuchungen reduziert und die verschiedenen Leistungserbringenden können sich verbessert und fachübergreifender austauschen.
Neben dieser Effizienzsteigerung in der Behandlung, der höheren Therapiesicherheit und den kürzeren Wegen für den Patienten erleichtert es vor allem chronisch Kran ken, ihre meist komplexen Krankenhistorien inklusive Verfügbarkeit aller bildgebenden Speichermedien für alle Leistungserbringende parat zu halten.
Gleichzeitig kann der Patient entscheiden, welchem Behandelnden welche Daten angezeigt werden sol len. So muss beispielsweise der Zahnarzt nicht darüber in Kenntnis gesetzt werden, dass der Pa tient unter Depressionen leidet. Der Apotheker kann später zentral beurteilen, ob evtl. eingenommene Anti depressiva sich mit den vom Zahnarzt verordneten Schmerzmitteln vertragen.
Außerdem gilt: Die ePA ist lediglich ein Aufbewahrungs ort für die vom Patienten gewünschten Dokumente. Leistungserbringer sollen nur Dokumente lesen – selbst wenn alle freigegeben sind –, die für die Behandlung als erforderlich angesehen werden. Im Gespräch mit dem Patienten wird also weiterhin nach Vorbehandlungen und wichtigen Dokumenten gefragt werden.
Bundesministerium für Gesundheit (BMG)
Gülizar Cihan war jahrelang als selbstständige Rechts anwältin in verschiedenen Fachrichtungen tätig. Gleichzeitig war sie einige Zeit in einem mittelständischen Unternehmen rechtsberatend aktiv. Seit August 2021 gehört sie zur Rechtsabteilung des DSSV und berät die Mitglieder vor allem in verwaltungsrechtlichen und arbeitsrechtlichen Fragen.
Tel.: 040 - 766 24 00, E-Mail: jurist@dssv.de
„Smart Therapieren“ ist das innovative Wachstumskon zept von EGYM für physiotherapeutische Einrichtungen aller Art: ein völlig neuer Ansatz, Patienten beim nachhal tigen Erreichen ihrer Gesundheitsziele zu unterstützen und so eine erfolgreiche und unabhängige Trainingsthe rapie zu betreiben – von Physiotherapeuten für Physio therapeuten!
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CBD ist im Gegensatz zu seinem Verwandten Te trahydrocannabinol (THC) nicht berauschend, weist aber pharmakologische Eigenschaften auf, die für die medizinische Verwendung und ins besondere im Bereich der Physiotherapie interessant sind. Da die World-Anti-Doping-Agency (WADA) CBD im Jahr 2018 von der Liste der verbotenen Substanzen ge strichen hat, gewinnt CBD auch im Leistungssport im mer mehr an Beliebtheit. Das Kölner Start-up feels.like widmet sich als Deutschlands erste CBD-Sportmarke voll und ganz den Bedürfnissen von Freizeit- und Pro fisportler:innen und erhält mit seinen Produkten großen Zuspruch aus der Physiotherapie und Osteopathie. Im April 2022 ist das junge Unternehmen mit einem Sport gel, einem Wundbalsam und einem Mundspray an den Markt gegangen. Doch was sagt die Wissenschaft zu CBD und dessen Einsatz im Sport?
CBD ist eines der am häufigsten vorkommenden Phy tocannabinoide aus der Cannabispflanze und kann aus der Pflanze extrahiert oder synthetisch hergestellt wer den. Daneben existieren sogenannte Endocannabinoide, die im Gegensatz zu Phytocannabinoiden nicht pflanz lichen Ursprungs sind, sondern von unserem Körper selbst produziert werden. Sowohl die Phyto- als auch die Endocannabinoide entfalten ihre Wirkung durch die Stimulation des Endocannabinoid-Systems (ECS) – ein körpereigenes, weitverzweigtes System aus Cannabi noid-Rezeptoren (CB1 & CB2), die in unserem gesamten Körper vorhanden sind und vor allem im Nerven- und Immunsystem vorkommen.
CBD selbst hat nur eine geringe Bindungskraft zu den Cannabinoid-Rezeptoren CB1 und CB2, kann deren Akti vitäten jedoch modulieren, indem es entweder als nega tiver allosterischer Modulator wirkt und so die Wirkung anderer Cannabinoide an den Rezeptoren abschwächt oder die endogenen Spiegel des Endocannabinoids Anandamid (AEA) erhöht (Bisogno et al., 2001).
Das Spannende an CBD ist, dass es nicht nur im ECS seine Wirkung entfaltet. CBD besitzt ein komplexes pharmakologisches Profil, das mit verschiedenen mo lekularen Zielstrukturen interagieren kann, die nicht auf das ECS beschränkt sind. Als polypharmakologischer Wirkstoff wurde CBD für die Behandlung einer Vielzahl neurologischer und neuropsychiatrischer Erkrankun gen vorgeschlagen (z. B. Angstzustände, Epilepsie). Bisher wurden 65 Wirkungsorte von CBD im mensch lichen Körper entdeckt (Vitale, Iannotti & Amodeo, 2021).
Entzündungshemmende und schmerzlindernde Wirkungen von CBD Bereits in den 1980er Jahren wurden in Studien ent zündungshemmende und schmerzlindernde Eigen schaften von CBD festgestellt. CBD moduliert direkt oder indirekt an Entzündungen beteiligte Rezeptoren wie CB2, TRPV1 oder Adenosin (A2A), ein Rezeptor, der überaktive Immunzellen herunterregulieren kann. Außerdem senkt CBD verschiedene Entzündungsmar ker, die Produktion von freien Sauerstoffradikalen und reduziert Schwellungen.
CBD übt ebenfalls vielversprechende Effekte auf die Schmerzempfindlichkeit bei chronischen Schmerzen aus, indem es z. B. entzündungsfördernde Substanzen reguliert. Präklinische Studien deuten darauf hin, dass CBD ein therapeutisches Potenzial bei verschiedenen Arten von neuropathischen Schmerzen besitzt, in dem es auf Rezeptoren wirkt (z. B. TRPV1), die an den Schmerzbahnen beteiligt sind.
Sportler:innen können also von CBD profitieren, um Schmerzen, Entzündungen und verletzungsbedingte Schwellungen zu bekämpfen. CBD könnte somit eine sichere Alternative zu schmerz- und entzündungshem menden Medikamenten und Opioiden darstellen, welche häufig bei chronischen Schmerzen eingesetzt werden (Gamelin et al., 2020).
Bereits in den 1970er Jahren beobachteten einige Au toren, dass CBD den Schlaf beim Menschen beeinflus sen kann (Carlini & Cunha, 1981). Das ist wenig über raschend, da das ECS am Schlaf-Wach-Zyklus beteiligt ist (Vaughn et al., 2010). Tierstudien deuten bereits darauf hin, dass CBD eine sedierende Wirkung hat, die den Schlaf fördert (Chagas et al, 2013).
Schlafmangel ist bei Sportler:innen ein weit verbreite tes Problem. Training am späten Abend, Flutlicht, Über training sowie Leistungsdruck und Stress sind Fakto ren, die sich negativ auf die Schlafqualität auswirken können. Unzureichender Schlaf wirkt sich schließlich negativ auf die kognitiven und physiologischen Funk tionen aus, was wiederum die sportliche Leistung be einträchtigt. Obwohl die Mechanismen, die den CBDEigenschaften zugrunde liegen, noch geklärt werden müssen, weisen vorläufige Beobachtungen darauf hin, dass CBD ein potenzielles Mittel zur Behandlung Schlafstörungen bei Sportler:innen ist. So ist CBD in den USA bereits ein essenzieller Bestandteil der Re generationsroutine vieler Leistungs- und Freizeitsport ler:innen.
Die Marke feels.like bietet (Leistungs-)Sportler:innen hochwirksame und laborgeprüfte CBD-Premiumproduk te, um sich von körperlichen und mentalen Beschwer den effektiv zu befreien
Das „feels.like a comeback“-Sportgel beschleunigt die Regeneration von Muskulatur und Gelenken bei Schmerzen, Verspannungen und Überbeanspruchung. Das „feels.like a dream“-Mundspray hilft hingegen nach Tagen intensiver Anstrengung, Anspannung und Stress, die Energiereserven nachts durch erholsamen Schlaf wieder effektiv aufzufüllen, damit beim Training 100 Pro zent gegeben werden können. Der „feels.like a wonder“Wundbalsam pflegt und beruhigt durch das Training irritierte und verletzte Haut und beschleunigt die Zellre generation, damit Wunden den Trainingsplan nicht mehr unterbrechen.
Aufgrund ihrer hohen Wirksamkeit, welche u. a. durch den am Markt einzigartigen Verzicht auf Füllstoffe (z. B. Wasser, Alkohol) erreicht wird sowie der WADA-Kon formität und perfekten Griffigkeit bei Massagen und Faszientherapien setzen inzwischen mehrere DOSBPhysiotherapeut:innen und Leistungssportler:innen auf die feels.like-Produkte. Physiotherapeut:innen können die Produkte zu günstigen Konditionen erwerben und somit eine spannende Einnahmequelle für die Praxen schaffen.
Auszug aus der Literaturliste
Bisogno, T., Hanus, L., De Petrocellis, L., Tchilibon, S., Ponde, D. E., Brandi, I. et al. (2001). Molecular targets for cannabidiol and its synthetic analogues: effect on vanilloid VR1 receptors and on the cellular uptake and enzymatic hydrolysis of anandamide. British Journal of Pharmacology, 134(4), 845–852.
Für eine vollständige Literaturliste kontaktieren Sie info@fitnessmanagement.de
„feels.like a change: Für mich ein Wandel, der in dieser Form überraschend kam. Über raschende Qualität, überraschende Erfolge, überraschende Freude. Für mich ist es das bislang beste Sportgel zur Regeneration.“
Berengar Buschmann – AREHA Athletik & Rehazentrum (DOSB Sportphysiotherapeut, Sekt. Heilpraktiker, TOP PHYSIO, Sportphysio DOSB, wiss. Mitglied der Fascia Research Group, Betreuung von aktuellen Profi- und Kaderathleten in Fussball, Tennis, Triathlon u. v. m.)
„Die Produkte von feels.like sind eine un glaubliche Hilfe zur Unterstützung der therapeutischen Maßnahmen. Die Muskeln, das Gewebe von Narben können spürbar weicher werden. Wir arbeiten seit einiger Zeit in der Praxis mit feels.like und bekommen viele positive Rückmeldungen. Patient:innen und Sportler:innen können ihre Therapieerfolge nachhaltig unterstützen.“
Jan Frieling – Mitgründer der Praxis Fit Im Tal (DOSB Physio therapeut der Triathlonnationalmanschaft und von Spitzen sportlern aus den Bereichen Fußball, Tennis, Laufen, Handball und Volleyball)
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Die vielen positiven Effekte einer gut trainierten Atemmuskulatur und einer guten Atemtechnik werden oftmals unterschätzt. Nicht nur Patient:innen mit Atemwegserkrankungen profitieren von diesem Training. Auch in der Therapie von Rückenbeschwerden, Hypertonie, Schlafapnoe u. v. m. ist Atemmuskeltraining eine sinnvolle Ergänzung.
U nsere Atemmuskulatur kann genau wie jede an dere Skelettmuskulatur atrophieren, schnell er müden und verkleben. Dann kann es sowohl im Alltag als auch bei sportlicher Belastung zu Kurzatmigkeit, verminderter Leistungsfähigkeit oder weiteren Beschwer den kommen. Zudem ist insbesondere das Zwerchfell nicht nur der Hauptatemmuskel, sondern ein wichtiger Kreuzungspunkt jeglicher Rumpfbewegung und -stabilität. Deshalb sollte ihm im Rahmen des funktionellen Rumpf krafttrainings besondere Bedeutung geschenkt werden.
Atemmuskeltrainingsgeräte gibt es schon seit über zwanzig Jahren – diverse Studien belegen ihren Erfolg.
Die Firma IDIAG hat mit dem IDIAG P100 und einer da zugehörigen Trainingsstation das Atemmuskeltraining erfolgreich in den Schweizer Gesundheitsmarkt ein geführt. Das Konzept mit nur circa zehn Minuten Trai ningszeit kann im Anschluss an eine Behandlung selbst
Katharina Roer Verkaufsleitung Schweiz & Deutschland k.roer@idiag.chständig durchgeführt werden. Einfach und schnell kann therapeutisches Fachpersonal mithilfe eines Einstu fungstests Atemvolumen und -kraft der jeweiligen Test person analysieren und den passenden Trainingsplan erstellen. Im Anschluss daran trainieren die Patient:in nen hygienisch sicher mit einem eigenen Userset.
Atemmuskeltraining ist nicht nur für Personen mit Lun genproblemen geeignet. Die Zielgruppe erstreckt sich von jung bis alt, von Sportler:innen bis hin zu Asthmati ker:innen. Der Profi-Triathletin Laura Philipp hat es dabei geholfen, nach einer Covid-Infektion schnell wieder fit zu werden. Aber auch die Gruppe der sogenannten Best Ager profitiert immens von dem Training. Denn neben den be reits oben erwähnten Einsatzgebieten verbessert es die Schlafqualität (Reduktion von Schnarchen und Schlaf apnoe), kräftigt den Beckenboden, reduziert Stress, senkt den Blutdruck und hilft nicht nur Menschen mit Atem wegserkrankungen, ihre Kurzatmigkeit zu verringern.
Einen leichten Einstieg in das Atemmuskeltraining bietet der zertifizierte §20-Präventionskurs.
Sie möchten das Trainingskonzept genauer kennenlernen? Dann senden Sie uns Ihre Anfrage.
IDIAG RESPIRATION TOWER®: höhenverstellbar und digital gesteuert via smarter App-LösungLange Zeit galt Ausdauersport als das Mittel der Wahl, um die eigene Gesundheit zu fördern. Die Wichtigkeit von Krafttraining für den langfristigen Erhalt der Gesundheit rückt heute immer mehr ins Be wusstsein. Für viele stellt sich daher gar nicht mehr die Frage, ob sie ein Krafttraining machen sollen, sondern welches.
Ein Blick in die Wissenschaft zeigt, dass die sogenannte hoch intensive Krafttrainingsmethode mit sehr wenig Zeitaufwand erstaunliche Erfolge erzielt. Beim hoch in tensiven Krafttraining wird der Muskel bis zur kompletten Ermüdung ausbelastet. Diese tiefe Ermüdung zu er reichen ist schwer und laut AURUM mitunter sogar ein möglicher Grund dafür, dass hoch intensives Muskeltrai ning noch nicht den Einzug in die breite Masse gefunden hat. Mit dem Ziel, die Optimierung des Muskelaufbaus für jeden zu ermöglichen, stellte das Schweizer Unter nehmen eine Alternative zum Training mit Gewichten vor. AURUM setzt dabei auf eine neu entwickelte Biofeed back-Technologie, bei der ganz ohne Gewichte und mit adaptivem Widerstand einmal die Woche unter Anleitung eines Trainers (sechs Übungen über sechs Minuten lang) geschwitzt wird. So erfolgt ein kurzes Ganzkörpertrai ning, welches die größten Muskelgruppen in jedem Ge lenkwinkel optimal belastet und das Muskelversagen in kürzester Zeit erreicht. AURUM Training macht die Zahl der Wiederholungen obsolet, da es nur noch darum geht, die maximale Spannkraft über eine Minute aufrechtzu erhalten. Muskelversagen ist garantiert.
Es gibt viele Leute, die gerne mehrmals die Woche ins Fitnessstudio gehen oder über das Wissen verfügen, um allein ein Krafttraining durchzuführen. AURUM Training ist daher besonders interessant für Menschen, welche den geringen Zeitaufwand schätzen und beruflich wie privat ihre hohe Leistungsfähigkeit erhalten und ausbau en wollen. Bei selbstständigen Unternehmer:innen und Personen in Führungspositionen trifft dies besonders zu. „Sich einfach etwas Gutes zu tun“ steht hier im Vorder grund. Ziel ist eine attraktive Figur, tolles Körpergefühl und Leistungsfähigkeit trotz vollem Kalender. Es zählen aber auch medizinische Gründe. „Vor allem Menschen über 55 wollen Rückenschmerzen, Muskel- und Kno chenschwund entgegenwirken“, erzählt Julian Massler, Mitgründer und CEO. Diese schätzen die Betreuung wäh rend jeder Übung und die resultierende Sicherheit sehr. Letztlich können aber Menschen jeden Alters bei AURUM trainieren, die gezielt Muskelkraft und nicht Muskelvolu men aufbauen wollen. Etwa um nach einem Bandschei benvorfall oder einer Knieoperation die Rehabilitation zu komplettieren, oder um als ambitionierter Sportler in der Off-Season das nächste Level zu erreichen.
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In den vergangenen Monaten hat die for me do GmbH vermehrt die Rückmeldung erhalten, dass viele Fitnessstudios und Personal Trainer:innen die MetaCheck Gen-Diät gern anbieten, sich aber weder einen Lagerbestand aufbauen noch in Vorkasse treten möchten. Aus diesem Grund hat sich das Unternehmen zwei besondere Angebote überlegt, um seine Kund:innen bestmöglich zu unterstützen.
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Mit geeigneten Mitteln des Sports gestörte körperliche, psychi sche und soziale Funktionen kompensieren, Sekundärschäden vorbeugen und gesundheitlich orientiertes Verhalten fördern –das sind Ziele der Sport- und Bewegungstherapie. Um Bewe gungsangebote zu professionalisieren und somit Bewegungs fachkräfte im Gesundheitssystem zu etablieren, bietet die DHfPG ab dem Sommersemester 2023 den dualen Bachelor-Studien gang Sport- und Bewegungstherapie an. Absolventen sind dazu befähigt, u. a. abrechnungsfähige Leistungen im Bereich der Prä vention zu erbringen, was diesen Studiengang auch für physio therapeutische Einrichtungen besonders attraktiv macht.
Mehr über den neuen dualen Bachelor-Studiengang Sportund Bewegungstherapie erfahren Sie ab S. 42. www.dhfpg.de/bsbt
Mehr Patienten mit Sport- und Bewegungstherapie Exklusives Webinar für Physiotherapiepraxen
Am 14. November 2022 veranstaltet die DHfPG um 18:30 Uhr das Webinar „Mehr Patienten mit Sport- und Bewegungstherapie – Wie Sie Sport- und Bewegungstherapie gewinnbringend in der Physiotherapie einsetzen“. Das Webinar richtet sich exklusiv an Physiotherapiepraxen, um diese über die Möglichkeiten und Vorteile des neuen dualen Bachelor-Studiengangs Sport- und Bewegungstherapie zu informieren. Sie können durch die Ausbildung und Beschäftigung von Sport- und Bewegungstherapeuten mehr Patienten ansprechen.
Nutzen Sie die Möglichkeit, sich unverbindlich über den neuen Studiengang zu informieren und gezielt Fragen zu stellen.
Die kostenfreie Anmeldung erfolgt über die untenstehende Website.
www.dhfpg.de/physiotherapie
Die Frist für die von der NiSV geforderte „Fachkunde EMF“ zur Stimulation rückt immer näher. Die DHfPG unterstützt ihre Ausbildungsbetriebe mit EMS-Angebot dabei, ihre dual Stu dierenden für die ab dem 1. Januar 2023 notwendige Zertifi zierung „Fachkunde EMF“ zu qualifizieren. Studierende, die in Betrieben mit EMS-Angebot tätig sind, können kostenfrei am Lehrgang „EMS-Trainer/in“ bzw. „EMS-Trainer/in (hybrid)“ der BSA-Akademie teilnehmen (regulärer Preis: 398 Euro). Ledig lich die Gebühr für die Prüfung durch die unabhängige Zerti fizierungsstelle BSA-Zert ist zu entrichten.
Nähere Infos dazu erhalten Sie unter +49 681 6855 580. www.dhfpg.de/bachelor/fuer-unternehmen
Für die Sicherheit und das Wohlgefühl Ihrer Kunden In den vergangenen Jahren hat sich das Hygienebewusst sein Ihrer Kundschaft gesteigert. Um dem zu begegnen, bie tet die BSA-Zert ein Zertifizierungsprogramm an, mit dem Sie eine optimale Hygiene in Ihrem Betrieb sicherstellen kön nen. Hierfür wurde eine Hygienenorm definiert, die u. a. die Benennung und Weiterbildung eines Hygienebeauftragten (BSA-Lehrgang „Hygienebeauftrage/r (BSA)“) vorsieht. Nach erfolgreicher Zertifizierung erhalten Sie ein Hygienesiegel, das Sie zur öffentlichkeitswirksamen Außenkommunikation Ihrer hohen innerbetrieblichen Hygienestandards nutzen können. Weitere Infos bekommen Sie unter +49 681 6855 330. www.bsa-zert.de/hygiene
Die BSA-Akademie bietet seit Kurzem fachbereichsübergrei fende und fachbereichsinterne Lehrgangspakete an, wie z. B. das Paket „Lebenswelten im Gesundheitsmanagement“, das die Basisqualifikation „Fachkraft für Kommunales Gesund heitsmanagement“ und die Aufbauqualifikation „Gesundheits coach“ beinhaltet. Mit den Paketpreisen sparen Teilnehmende 20 Prozent im Vergleich zu Einzelbuchungen – beim oben genannten Paket ist das eine Ersparnis von 659 Euro! Außer dem können Lehrgangsteilnehmende in Kombination mit den Paketen von weiteren Rabatten profitieren. Auch DHfPGStudierende können sich über Extravergünstigungen freuen. www.bsa-akademie.de/paketpreis
Die DHfPG und die BSA-Akademie bieten Infoveranstaltungen vor Ort sowie kostenfrei abrufbare Infovideos auf ihren Websites an. Jeweils zwei Mal im Monat werden digitale Infoveranstaltungen zum Studium an der DHfPG bzw. zu den Lehrgängen der BSAAkademie angeboten. Beide Unternehmen sind regelmäßig auf digitalen Messen vertreten. Alle Termine finden Sie unter:
Der Fachkräftemangel in der Gesundheitsbranche hat sich durch die Corona-Pandemie weiter verschärft. Aktuelle Entwicklungen zeigen, dass immer mehr Branchenmitarbeitende darüber nachdenken, sich beruflich umzuorientieren. Die Unternehmen brauchen deshalb mehr denn je ganzheitliche und nachhaltige Strategien zur Gewinnung und Bindung von Mitarbeitenden.
D er Fachkräftemangel ist in der Gesundheits branche schon lange ein großes Problem (Kreis, 2021), welches sich durch die Corona-Pande mie weiter verschärft hat. In den letzten beiden Jahren hatten viele Unternehmen mit neuen Herausforderungen zu kämpfen. „The Great Resignation“ beschreibt das branchenübergreifende Phänomen, dass weltweit im mer mehr Beschäftigte ihren Arbeitsplatz zunehmend kritisch hinterfragen und nach alternativen Jobmöglich keiten suchen (Johnson, 2022). Diese wachsende Wech selbereitschaft der Mitarbeitenden macht insbesondere Physiotherapieeinrichtungen derzeit zu schaffen.
Durch diese Entwicklungen haben viele Praxen zu nehmend mit Personalengpässen zu kämpfen und können vakante Stellen nicht oder nur mit sehr viel Mühe und Aufwand besetzen. Gleichzeitig steigt die Nachfrage nach Therapie- bzw. Gesundheitsdienst leistungen und der organisatorische Aufwand im Praxismanagement nimmt stetig zu (Tetzlaff, 2020). Dieser Spagat ist für Unternehmen mit einer „dünnen Personaldecke“ eine große Belastungspro be, die allen Beteiligten in der täglichen Zusammen arbeit viel abverlangt.
Umso wichtiger ist es, diesen personellen und un ternehmerischen Herausforderungen mit ganzheit lichen Strategien und neuen Lösungsansätzen zu begegnen. Diese gliedern sich in zwei zentrale Be reiche, die eng miteinander verknüpft sind und des halb immer gemeinsam betrachtet werden sollten:
Der Personalmarkt hat sich von einem Arbeitgeber markt (es gibt mehr Bewerber als offene Stellen) hin zu einem Arbeitnehmermarkt (die Anzahl an offenen Stellen ist größer als die Auswahl an Fach kräften) gewandelt. Um im „War for Talents“ zu be stehen, müssen Unternehmen deshalb im Rahmen des „New Hiring“ neue Wege gehen.
1. Arbeitgeberattraktivität steigern und echte Mehrwerte bieten Wer Fachkräfte gewinnen möchte, muss mehr denn je aktiv auf sich und sein Unternehmen auf merksam machen und als attraktiver Arbeitgeber im Markt herausstechen. Das gelingt am besten durch attraktive, zeitgemäße Stellenanzeigen sowie ein glaubwürdiges internes/externes Employer
Branding (BMWi, 2012; Colbus & Drack, 2020). Ge nau an dieser Schnittstelle wird deutlich, warum diese Aspekte niemals isoliert voneinander betrach tet werden sollten – denn Jobsuchende informie ren sich häufig umfassend über ein potenziell in teressantes Unternehmen. Recruiting beginnt also nicht bei der Erstellung der Stellenanzeige, sondern bei der ehrlichen Stärken- und Schwächenanalyse des eigenen Unternehmens. Was Sie sich in diesem Zusammenhang fragen sollten:
Welche Werte werden im Unternehmen gelebt? Wie beschreiben Ihre Mitarbeitenden die Arbeits atmosphäre? Welches Image hat Ihr Unternehmen im Markt? Wie werden Ihre Führung und die interne Kommunikation von Ihrem Team beurteilt?
Tipp: In einem Workshop können Sie die zentralen Attraktivitätsmerkmale Ihres Unternehmens gemeinsam erarbeiten. Entscheidend ist hierbei, dass Sie sich gezielt von den anderen Unternehmen in Ihrem lokalen Markt abheben (durch Mehrwerte wie z. B. Altersvorsor ge, BGM-Angebote, flexiblere Arbeitszeitmodelle etc.). Darüber hinaus helfen gute Bewertungen auf Bewertungsportalen wie Kununu oder eine nachweislich positive Unternehmenskultur (bspw. über das Great-Place-to-Work®-Siegel) nachhaltig, ein positives Unternehmensimage aufzubauen. Ein professioneller (Web-)Auftritt, authentische Geschichten von Mitarbeitenden sowie die trans parente Kommunikation einer klaren Unterneh mensvision/-mission sind relevante Punkte, die positiven Einfluss auf Bewerber haben und die eigenen Erfolgschancen erhöhen.
2. Umdenken und neue Wege im Recruiting gehen Eine Geschichte aus meiner Arbeit als Geschäfts führer für ein deutschlandweit tätiges Physiothera pie-Lizenzkonzept im Zweiten Gesundheitsmarkt kann als Inspiration dienen, warum Sie in Sachen Personalgewinnung häufiger auch „out of the box“ denken sollten:
Ein Patient begann während seiner erfolgreichen Behandlung in dem angeschlossenen Selbstzahler bereich zu trainieren. Er war so begeistert von der Praxis und dem Training, dass er mehrere neue Mit glieder gewonnen hat und diese auch gern bei den ersten Einheiten unterstützte. Die Praxisinhabenden haben diesen „Fan“ irgendwann angesprochen und gefragt, ob er nicht Lust hätte, eine Trainerausbil dung zu absolvieren. Nach erfolgreichem Abschluss hat der ehemalige Patient dann als Trainer in Teilzeit in der Einrichtung begonnen und das Team fortan unterstützt.
Tipp: Durch begeisterte und motivierte Quereinsteigende sowie auch dual Stu dierende, die gern in der Branche erfolg reich Fuß fassen möchten, können Sie Ihr Team gezielt verstärken.
Die Wichtigkeit der bisher genannten Aspekte ist vie len Führungskräften durchaus bewusst, dennoch wer den diese Themen in der Praxis oft nur stiefmütterlich behandelt und so wertvolles Potenzial verschenkt. Ein zeitgemäßes Bewerbungs- und Personalmanagement braucht professionelle Strukturen, ausreichend Zeit und Budget sowie klare Verant wortlichkeiten (Kanning, 2017). Die eigenen Recrui ting- und Employer-Branding-Maßnahmen sollten regelmäßig evaluiert und weiter optimiert werden. Bei all diesen Maßnahmen stehen immer die Men schen im Mittelpunkt: Die Gleichung „Leistung gegen Gehalt“ reicht in der modernen Arbeitswelt definitiv nicht mehr aus. Nur wer aktuelle Bedürfnis se kennt und dafür individuelle Lösungen anbietet, wird langfristig erfolgreich bleiben (Capelan, 2019).
Besser binden statt ständig wieder neu zu suchen! Noch nie war es so wichtig, qualifizierte und moti vierte Mitarbeitende im Unternehmen zu halten und ihnen langfristig Perspektiven und Entwicklungs chancen zu bieten. Doch wie schafft man solch ein Arbeitsumfeld?
1. Teammitglieder stärkenorientiert einsetzen und langfristig motivieren Unter dem Titel „Ist es Liebe oder ein Job?“ liefert die Ausgabe 7/2022 des Harvard Business managers zu diesem Thema neue Erkenntnisse und Denk
anstöße. Für eine hohe Bindung und Leistungsbe reitschaft sind demnach nicht etwa die Bezahlung oder sympathische Kollegen am wichtigsten, son dern die positive Beantwortung der folgenden drei Fragen (Buckingham, 2022):
• War ich vergangene Woche jeden Tag mit Freude bei der Arbeit?
• Hatte ich jeden Tag die Möglichkeit, meine Stärken einzusetzen?
• Gibt mir die Arbeit die Gelegenheit, das zu tun, was ich liebe?
Tipp: Als Führungskraft kommt Ihnen hierbei eine besondere Rolle zu: Sie kön nen der Arbeit mit gemeinsamen Zielen, Visionen und der richtigen Führung nicht nur Sinn geben, sondern Ihrem Team gleichzeitig auch die nötige Unterstützung und optimale Rahmenbe dingungen bieten, um die Liebe und Berufung zur Arbeit zu finden bzw. zu stärken. Ein professionel les Onboarding (Schumann, 2021) und regelmä ßige Feedbackgespräche sind gerade mit neuen Mitarbeitenden besonders wichtig. Nur wenn Sie die individuellen Fähigkeiten, Leidenschaften und Bedürfnisse Ihrer Teammitglieder kennen und da rauf eingehen, werden Sie diese auch langfristig binden. Sie können bspw. Mitarbeitende noch stär kenorientierter einsetzen, um sie zu fordern und zu motivieren. Warum rufen Sie nicht kleine Projekte ins Leben, die Ihrem Team wirklich am Herzen lie gen? Vor allem Millennials und die Gen Z haben ein großes Interesse daran, zu wachsen und zu lernen. Entwicklungs- und Lernmöglichkeiten sind dement sprechend weitere „Stellschrauben“, um engagierte Mitarbeitende erfolgreich zu halten.
2. Kommunizieren und führen auf Augenhöhe Eine Unternehmenskultur des Vertrauens und der Transparenz begünstigt die Zufriedenheit der Mit arbeitenden und stärkt die Loyalität. Sie sollten sich deshalb die Fragen stellen, wie stark Ihnen Ihr Team vertraut und ob alle Mitarbeitenden bei Ihnen das Gefühl haben, offen und ehrlich ihre Meinung sagen bzw. kritische Themen ansprechen zu können. Nah barkeit, Berechenbarkeit und positive zwischen menschliche Beziehungen auf Augenhöhe sind für eine erfolgreiche Zusammenarbeit unabding bar (Zak, 2017). Eine aktuelle Befragung von 1.000 Beschäftigten ergab, dass Deutschlands WunschChef v. a. durch folgende drei zentrale Kernpunkte gekennzeichnet ist (Backovic, 2022):
Anerkennung zeigen Empathisches Zuhören
Tipp: Alle diese Fähigkeiten sind der emoti onalen Intelligenz zuzuordnen und können gezielt geschult und verbessert werden (Capgemini, 2019). Selbstreflexion beginnt da, wo Sie als Führungskraft einen Abgleich zwischen dem machen, wie Sie sich selbst sehen und dem, wie Sie die Mitarbeitenden sehen. Dies lässt sich über anonyme Befragungen o. Ä. realisieren. Anerkennung zeigen Sie am besten über ehrliches Lob, Feedback und Wertschätzung. Hören Sie aktiv zu und zeigen Sie in jedem Gespräch Präsenz, Nähe, Empathie so wie echtes Interesse am Gegenüber. So schaffen Sie eine nachhaltige und echte Verbindung zum Team und stärken zwischenmenschliche Beziehungen.
Fazit
Diese Ansatzpunkte liefern Ihnen wichtige Impulse, wie Sie wachsende Personalherausforderungen meistern. Kreative Lösungen, attraktivere Rahmenbedingungen und ein motivierendes Arbeitsumfeld mit Zukunftsper spektiven sind entscheidende Erfolgsfaktoren, um dem Fachkräftemangel aktiv zu begegnen und engagierte Mitarbeitende langfristig im Unternehmen zu halten.
Nicolai Rolli, Diplom-Sportwissenschaftler und Be triebswirt (IWW) ist Dozent an der Deutschen Hoch schule für Prävention und Gesundheitsmanagement (DHfPG) und Referent an der BSA-Akademie. Er ab solvierte nach seinem Studium eine Ausbildung zum Heilpraktiker sowie ein betriebswirtschaftliches Fern studium. Aktuell ist er als selbstständiger Coach und Unternehmensberater tätig.
Auszug aus der Literaturliste
Johnson, W. (2022). Die „Great Resignation“ – Das große Missverständnis. Harvard Business manager, 7/2022, 37–39.
Kanning, U. P. (2017). Personalmarketing, Employer Branding und Mitarbeiter bindung – Forschungsbefunde und Praxistipps aus der Personalpsychologie. Berlin/Heidelberg: Springer Verlag.
Kreis, M. (2021). Wachsende Anforderungen an das Praxismanagement: Kundenbindung und Mitarbeiterqualifikation im Fokus. medical fitness and healthcare, 02/2021, 62–63.
Zak, P. J. (2017). The Neuroscience of Trust: Management behaviors that foster employee engagement. Harvard Business Review, 1/2017, 84–90.
Für eine vollständige Literaturliste kontaktieren Sie bitte marketing@dhfpg-bsa.de.
Nicolai RolliMobilität stellt eine Grundvoraussetzung zur gesellschaftlichen Teilhabe sowie zur sozialen Interaktion dar und spielt eine große Rolle in der Bewältigung des Alltags. Daher wirken sich Mobilitätseinschränkungen maßgeblich negativ auf die Lebensqualität aus. Um bis ins hohe Alter eine bestmögliche Mobilität zu gewährleisten, ist ein angepasstes Fitnesstraining ein unverzichtbarer Bestandteil des Alterungsprozesses.
Das Thema Immobilität wird mit zunehmendem Alter immer relevanter. Hier spielen u. a. ver schiedene Krankheiten eine Rolle, mit denen zu meist eine Reduktion der Leistungsfähigkeit einhergeht. Dazu gehören verschiedene neurologische Erkrankun gen wie beispielsweise Morbus Parkinson sowie inter nistische Erkrankungen wie Herzinfarkte. Auch orthopädische Problematiken wie Arthrose in den unteren Extremitäten oder auch Osteoporose führen häufig zu einem reduzierten Bewegungsverhalten (Pinheiro et al., 2020, S. 2).
Die wohl bedeutendste Ursache für reduzierte Mobilität im Alter stellt die Sarkopenie dar. Als Sarkopenie defi niert man den Verlust von Muskelmasse und Muskel kraft bzw. Muskelfunktion im Kontext des Alterns (Drey, Maetzler & Ferrari, 2019, S. 70).
Psychische Faktoren wie die Angst vor Überlastung, aber auch die immer schwerer fallende Realisierung von alltäglichen Aufgaben wie Einkaufen oder Gartenarbeit führen häufig dazu, dass betroffene Personen sich im mer mehr zurückziehen.
Daraus resultiert eine größer werdende Einschränkung des Bewegungsverhaltens, wodurch der Abbau von Muskelgewebe bzw. die Verminderung der Leistungs fähigkeit weiter voranschreitet. Es kommt neben einer verringerten Belastbarkeit bzw. einer schnelleren Ermü dung zudem häufiger zu Gangunsicherheiten und in der Folge zu einem erhöhten Sturzrisiko. Etwa ein Drittel der Personen über 65 Jahre stürzt mindestens einmal pro Jahr (Kim, Choi & Xiong, S. 1).
Intervention durch körperliche Aktivität Um dies zu verhindern oder bei vorliegenden Einschrän kungen der Leistungsfähigkeit die Mobilität im Alter zu verbessern beziehungsweise zu erhalten, ist ein Min destmaß an körperlicher Aktivität notwendig. Zur Be handlung sowie zur Vorbeugung einer Sarkopenie stellt körperliche Aktivität einen essenziellen, wenn nicht so gar den bedeutendsten Faktor dar. Zudem ist belegt, dass körperliche Aktivität maßgeblich zur Sturzpräven tion beiträgt. Eine Metaanalyse basierend auf insgesamt 23.407 Testpersonen mit einem Durchschnittsalter von 76 Jahren zeigte auf, dass durch regelmäßige körper liche Aktivität die Anzahl der Stürze um 23 Prozent gesenkt werden konnte. Zudem wurde die Anzahl der durch Stürze entstehenden Frakturen um bis zu 15 Pro zent reduziert (Sherrington et al., 2019, S. 3).
Die bekanntesten Empfehlungen zur Trainingsgestal tung bei Menschen über 65 Jahre liefern die Physical Guidelines of Health and Human Services (PAGAC, 2018) sowie die Leitlinien der World Health Organisation (WHO) zu körperlicher Aktivität und sitzendem Verhal ten (2020). Empfohlen wird eine Kombination aus Aus dauer-, Kraft-, und Koordinationstraining.
Durch ein adäquates Ausdauertraining wird die Ermü dungswiderstandsfähigkeit sowie die Regenerations fähigkeit verbessert, was zu einer Reduktion des Sturz risikos führt.
Um nennenswerte gesundheitliche Effekte zu erzielen, empfiehlt sowohl die PAGAC als auch die WHO im Be reich des Ausdauertrainings einen Trainingsumfang von 150 bis 300 Minuten mit moderater oder aber 75 bis 150 Minuten mit erhöhter Intensität. Alternativ ist eine Kombination aus moderatem und intensivem Training möglich (PAGAC, 2018, S. 67–71; WHO, 2020, S. 43–45).
Moderates Training wird hier auf einer Skala von null bis zehn mit einem Wert von fünf bis sechs beschrie ben, intensives Training mit einem Wert von sieben bis acht. Der Wert null beschreibt hierbei den An strengungsgrad in sitzender Position ohne körperliche Aktivität, der Wert zehn hingegen die größtmögliche Anstrengung (U. S. Department of Health and Human Services, 2018, S. 72).
Geeignete Sportarten für ein Ausdauertraining älterer Menschen wären unter anderem Walking, Schwimmen, Fahrradfahren oder Jogging. Abhängig vom Gesund heitszustand eignen sich auch Rückschlagspiele oder andere Spielsportarten wie Basketball. Je nach Sportart sollten hier jedoch Anpassungen vorgenommen wer den, um eine adäquate Belastungsdosierung zu gewähr leisten und das Verletzungsrisiko zu minimieren.
Regelmäßiges Krafttraining trägt dazu bei, dem Abbau der Muskulatur entgegenzuwirken und erleichtert auf grund der gesteigerten Muskelkraft die Durchführung vieler Aktivitäten des täglichen Lebens. Außerdem wirkt es dem altersbedingten Knochenabbau entgegen.
Ein Krafttraining sollte mindestens zweimal pro Woche mit moderater Intensität absolviert werden und alle großen Muskelgruppen ansprechen, wobei je nach individu eller Leistungsfähigkeit der Trainierenden auch höhere Intensitäten möglich sind. Die Übungen sollten nach der Physical Activity Guidelines Advisory (2018, S. 72) bis zu dem Punkt ausgeführt werden, ab dem jede weitere Wiederholung schwierig wird.
Alternativ empfehlen Mayer et al. für eine Steigerung der Muskelmasse bei Älteren Krafttrainingsintensitäten von 60 – 85 Prozent der willkürlich erreichbaren Maximal kraft (2011, S. 359).
Optimalerweise sollten zwei bis drei Sätze absolviert werden. Im Laufe der Zeit empfiehlt sich eine stufenwei se Steigerung der Trainingsgewichte, um neue Reize zu setzen und so eine Verbesserung der Kraftleistung zu erzielen.
Insbesondere für Neulinge eignet sich ein maschinen gestütztes Krafttraining, da es hier zu weniger Fehler bildern kommt als beim Training am Seilzug oder mit freien Gewichten.
Besteht bereits etwas Erfahrung, so kann das Training am Seilzug oder mit verschiedenen Übungsbändern (Theraband, Deuserband etc.) durchgeführt werden.
Auch funktionsgymnastische Übungen sind sehr gut ge eignet. Sie haben wie das Training mit Übungsbändern den Vorteil, dass das Training nicht ortsgebunden ist; zudem sind sie häufig alltagsnäher.
Um ein optimales Zusammenspiel zwischen dem zen tralen Nervensystem und der Muskulatur sowie ver schiedener Muskeln untereinander zu erreichen, ist ein Koordinationstraining von zentraler Bedeutung. Eine ver besserte Koordination führt zu einer Erleichterung der Aktivitäten des täglichen Lebens sowie zu einer Reduk tion des Sturzrisikos.
Ein Training der koordinativen Fähigkeiten lässt sich auf viele Arten in einen bestehenden Trainingsplan integrie ren, z. B. durch ein isoliertes Koordinationstraining zu Beginn einer Trainingseinheit. Es sollte im ausgeruhten Zustand durchgeführt werden und eine Dauer von ca. zehn bis 15 Minuten haben. Der oder die Trainierende sollte mit als einfach empfundenen statischen Übungen beginnen. Im Verlauf des Trainings werden zunehmend komplexere und dynamische Übungen durchgeführt (Häfelinger & Schuba, 2007, S. 61).
Eine weitere Möglichkeit stellt die Integration von koordinativen Elementen im Krafttraining dar, z. B. durch Übungsausführungen wie Kniebeugen auf instabilem Untergrund.
Zudem lassen sich verschiedene Elemente des koordi nativen Trainings optimal in Aktivitäten des täglichen Lebens integrieren – beispielsweise die Zähne im Ein beinstand putzen – oder auch das Anwenden verschie dener Gangvariationen im Alltag (z. B. Zehenspitzen-/ Fersengang).
Die hier ausgesprochenen Empfehlungen, die auf den Angaben der Physical Guidelines of Health and Human Services sowie auf den Leitlinien zu körperlicher Aktivi tät der WHO basieren, sind relativ allgemein gehalten. Allerdings sollten zusätzlich zu den Trainingsempfeh lungen besonders im Seniorenalter verschiedene Aspek te besondere Beachtung finden:
Können die hier genannten Empfehlungen aus gesund heitlichen Gründen nicht umgesetzt werden, ist das Training so zu gestalten, dass die betroffenen Personen trotzdem so aktiv wie möglich sein können. Möglich ge macht wird dies beispielsweise durch kürzere, weniger intensive, dafür jedoch häufigere Trainingseinheiten. Grundsätzlich sollte eine Anpassung der Trainingsbe
lastung an den Gesundheitszustand erfolgen, um Über lastungen zu vermeiden und das Verletzungsrisiko zu reduzieren. In diesem Zusammenhang ist zudem eine regelmäßige ärztliche Kontrolle empfehlenswert.
Des Weiteren müssen potenzielle Komorbiditäten be achtet werden, da diese zu Einschränkungen der Be lastbarkeit führen können. Demnach empfiehlt sich, vor Beginn des Trainings eine Abfrage dieser Begleiterkran kungen vorzunehmen. Auch eine potenzielle Medika menteneinnahme sollte in die Anamnese aufgenommen werden. Beide Punkte sind für die weitere Trainingspla nung zu berücksichtigen, um eine sichere und effiziente Trainingsdurchführung zu gewährleisten.
Um die Mobilität auch im fortgeschrittenen Alter zu er halten und zu verbessern, ist ein körperliches Training mit den Schwerpunkten Ausdauer-, Kraft- und Koordi nation obligatorisch. Zur Orientierung bei der Trainings gestaltung dienen verschiedene Bewegungsempfehlun gen bzw. Leitlinien renommierter Institutionen (PAGAC, 2018; U. S. Department of Health and Human Services, 2018; WHO, 2020). Aufgrund der häufig vorliegenden Komorbiditäten sollte die Erstellung und Anleitung von Trainingsplänen mit älteren Menschen durch entspre chend ausgebildetes Personal erfolgen.
Tobias Mischo, M. A. Prävention und Gesundheitsma nagement, ist als wissenschaftlicher Mitarbeiter und Dozent im Fachbereich Trainings- und Bewegungswis senschaft an der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement (DHfPG) sowie als Re ferent der BSA-Akademie tätig. Durch seine langjährige Berufserfahrung im Bereich der Sport- und Bewegungs therapie verfügt er über umfassende Praxiserfahrung. www.dhfpg-bsa.de
Auszug aus der Literaturliste
Drey, M., Maetzler, W. & Ferrari, U. (2019). Sarkopenie. In W. Maetzler, R. Dodel & A. H. Jacobs (Hrsg.), Neurogeriatrie (S. 69–84). Berlin, Heidelberg: Springer Berlin Heidelberg.
U. S. Department of Health and Human Services (2018). Physical Activity Gui delines for Americans (2. Aufl.). Washington D. C.: U. S. Department of Health and Human Services.
World Health Organisation (Hrsg.) (2020). WHO guidelines on physical activity and sedentary behaviour. Geneva: Hrsg.
Für eine vollständige Literaturliste kontaktieren Sie bitte marketing@dhfpg-bsa.de.
Tobias Mischo
In den letzten Jahren sind zahlreiche Studien und Artikel veröffentlicht worden, welche die Funktionsweise des Darmmikrobioms sowie seine positiven Effekte auf die Gesundheit und Leistungsfähigkeit erläutern. Aber wie entsteht ein optimales Mikrobiom? Und kann man es durch einen spezifischen Lebensstil sowie spezielle Ernährung fördern?
Auf der langen Strecke vom Mund bis zum Darm ausgang ermöglicht uns der Darm eine effektive Verdauung und Aufnahme von Nährstoffen aus der Nahrung. Das Verdauungsorgan verfügt über ein eigenes Nervensystem (das sog. enterische Nerven system) und ein intestinales Immunsystem. Zudem be herbergt der Darm Bakterien, die unser Immunsystem, unseren Körperstoffwechsel und viele weitere Körper funktionen unterstützen. Das Mikrobiom beschreibt das gesamte Erbgut (Genom), welches die lokale Mikrobiota (z. B. Bakterien und Pilze, die an einem bestimmten Ort im Körper leben) mit einschließt.
Es ist wichtig, die genetische Ebene der Bakterien im mer mit zu betrachten – denn Gene sind in der Lage, bestimmte Aktivitäten des Stoffwechsels an- oder aus zuschalten. Die Mikrobiota des Darms wirkt auf viele Gewebe und Zellgruppen des menschlichen Körpers wie z. B. Nerven- und Immunzellen. So befinden sich unge fähr 70 Prozent der Nervenverbindungen und auch ca. 70 Prozent des Immunsystems in unserem Darm. Die Menge der dort lebenden Mikroorganismen nimmt bis zum unteren Darmabschnitt zu. Dabei hat die Mikrobio ta folgende Aufgaben (Bischoff, 2017; Hahn, Ströhle & Wolters, 2016; Haller & Hörmannsperger, 2015): verbessert die Nahrungsverwertung verringert die Überlebenschancen spezieller pathogener Keime neutralisiert manche Toxine und Mutagene verbessert Stoffwechselparameter unterstützt den Darm als Barriere zwischen Äußerem und Innerem des Körpers modulier t das Immunsystem fördert den Energiestoffwechsel
Die Mikrobiota ist alles andere als ein statisches System. Sie verändert sich natürlicherweise im Laufe des Lebens, vom Säuglingsalter bis ins hohe Alter (vgl. Tabelle 1).
Während die Darmmikrobiota bei Neugeborenen sehr variabel ist, wird sie mit zunehmendem Alter tenden ziell relativ stabil und geht mit einer geringeren Diversi tät und einem Verlust wichtiger Gene einher. Von einem solchen Verlust sind u. a. diejenigen Bakterien betrof fen, die kurzkettige, immunstimulierende Fettsäuren produzieren.
Altersbedingte einschränkende Veränderungen in der Darmmikrobiota sind teilweise durch einen ausgewoge nen Lebensstil vermeidbar, d. h. jeder Mensch kann sei ne „Bakterienwelt“ durch eine gesunde Ernährung und
einen aktiven Lebensstil pflegen. Zu den Ernährungs maßnahmen, die auf ein gut funktionierendes Darmmi krobiom abzielen, gehört der Einsatz von fermentierten Lebensmitteln, Pro- und Präbiotika:
Fermentierte Lebensmittel sind solche, bei denen bestimmte Stoffe durch Bakterien, Hefen oder Schimmelpilze vergärt werden.
Probiotische Lebensmittel enthalten lebende Mikro organismen, die, wenn sie in ausreichender Menge verzehrt werden, einen gesundheitlichen Nutzen für den Wirt haben.
Präbiotika sind die Substrate, die von den Mikroben des Darms selektiv verwertet werden (sozusagen das „Futter der Darmbakterien“).
Die Kernaussagen der Forschung besagen, dass das Darmmikrobiom eine hochkomplexe Gemeinschaft ist, die sich ein Leben lang entwickelt und an ihren Wirt an passt. Viele Umweltfaktoren und die Ernährungsweise beeinflussen diese Gemeinschaft. Die Zusammenset zung der Nahrung wird heute sogar als Schlüsselregu lator für den Einfluss der Ernährung auf das Darmmikro biom und die Gesundheit angesehen.
Das Gleichgewicht der im gesunden Darm des Men schen lebenden zahlreichen Mikroorganismen, die vor krankmachenden Keimen schützen und bei der Verdau ung helfen, wird als Eubiose bezeichnet; das Gegenteil ist die Dysbiose. Die Förder- und Hemmfaktoren der ge sundheitserhaltenden Darmmikrobiota sind in Tabelle 2 dargestellt.
Auch ein aktiver Lebensstil wirkt sich positiv auf die Di versität des Mikrobioms aus. Je mehr man körperlich aktiv ist, umso mehr Bakterien, die kurzkettige Fettsäu ren bilden, leben in der Darmflora. Sie fördern die Ge sundheit, weil sie die Darmschleimhaut nähren und re generieren sowie entzündungshemmend wirken.
In einer Studie haben Allen et al. (2017) die Auswirkun gen von Sport auf die Darmflora von Mäusen unter sucht. Ergebnis war, dass die „sportlichen“ Mäuse mit Zugang zu einem Hamsterrad deutlich mehr kurzkettige Fettsäuren produzierende Darmbakterien besaßen und daher auch über eine stabile Gesundheit verfügten. Gab man den Mäusen darmschädliche Substanzen, kam es bei den aktiven Mäusen im Gegensatz zu denen, die nicht zur Bewegung animiert wurden, kaum zu entzünd lichen Reaktionen im Darm. Stattdessen kam es zur Bil dung von Stoffen, die zu einer schnellen Regeneration der Darmschleimhaut führten.
nimmt ab, Stabilität nimmt
Eubiose fördern
möglichst viele Ballaststoffe (Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Präbiotika) zuführen (Pasolli et al., 2020; Timon et al., 2020; Luo et al., 2021)
häufig fermentierte Produkte (Sauerkraut, fermentierte Gemüsesäfte, Joghurt, Buttermilch) essen bzw. trinken (Garcia-Mantrana et al., 2018)
vermehrt probiotische Lebensmittel (Joghurt/-drinks) in den Speiseplan aufnehmen (Sanders et al., 2019)
zu hohe Energiedichte wie salzige Snacks, Süßwaren, hochkalorische Getränke oder Alkohol (Guo et al., 2017; Leclerq et al., 2019)
täglich tierische Lebensmittel und viel verarbeitetes rotes Fleisch (Zaramela et al., 2019; Zhu et al., 2020)
viel negativer Stress (Stressfaktor Cortisol-Ausschüttung) (Mörkl et al., 2020)
ständiges Sitzen, Stehen, Liegen (verringerte Darmbewegung) (Mohr et al., 2020) regelmäßig Präventionsangebote nutzen (z. B. Darmkrebsvorsorge)
Basisernährung: pflanzliche Lebensmittel, auch roh und frisch (Vitagione et al., 2015)
In einer weiteren Studie überprüften Allen et al. (2018), ob sich die beschriebenen Ergebnisse auch auf den Men schen übertragen lassen. Die Teilnehmenden (n = 32, 18 schlanke und 14 übergewichtige, überwiegend sitzende Tätigkeiten) nahmen an einem beaufsichtigten Sportpro gramm teil. Sechs Wochen lang wurde dreimal wöchent lich ein 30 bis 60-minütiges Ausdauerprogramm absol viert. Danach sollten die Teilnehmenden für weitere sechs Wochen wieder zu ihrem vorwiegend sitzenden Lebensstil übergehen. Sie ernährten sich wie zuvor, änderten also nichts an ihrer Ernährungsweise. Anhand von Stuhlpro ben wurde der Einfluss der Bewegung bzw. des sitzenden Lebensstils auf die Darmflora untersucht. Es zeigte sich, dass nach der Trainingsphase der Spiegel an kurzketti gen Fettsäuren hoch war, im Anschluss an die sitzende Phase war der Spiegel wieder abgesunken. Das Ergebnis verdeutlicht, dass körperliche Aktivität die Zahl der förder lichen Darmbakterien erhöhte. Bei Übergewichtigen war der Anstieg allerdings nur geringfügig (Allen et al., 2018).
Das Körpergewicht bzw. der BMI und Körperfettanteil haben demnach einen Einfluss darauf, wie die Darmmikrobiota auf körperliche Aktivität reagiert. Das bedeutet für übergewichtige Menschen, dass sie die Bewegung mit einer Ernährungsumstellung und der Einnahme von Probiotika kombinieren sollten, um ein normales Körpergewicht zu erzielen, welches wiederum Voraussetzung für ein gut besiedeltes Darmmikrobiom ist.
Ambitionierte Kraftsportler ergänzen ihre Ernährung meist mit einem Eiweißpräparat, um ihren erhöhten Eiweißbedarf decken zu können. Hier kann es vorkommen, dass größere Mengen an Zusatzstoffen oder Süßungsmitteln eingenommen werden. Diese stehen im Verdacht, die Diversität des Mikrobioms negativ zu beeinflussen (Shil & Chichger, 2021). Ein schlechtes Mikrobiom kann wiederum zu einer schlechteren Regeneration führen, was nicht zielführend für den Sportler bzw. die Sportlerin ist. Als Trainer in Fitness- und Gesundheitsanlagen sollte man den direkten Zusammenhang zwischen Ernährung und Regenerationsfähigkeit kennen und dieses Wissen an die Kundschaft weitergeben. Darüber hinaus kann der gut ausgebildete Trainer bzw. die gut ausgebildete Trainerin den Tipp geben, zu-
sätzlich zum Krafttraining ein Ausdauertraining zu absolvieren – denn die Studie von Allen et al. (2018) zeigt, dass ein Ausdauertraining (dreimal pro Woche) einen positiven Einfluss auf das Mikrobiom hat und somit die Regenerationsfähigkeit verbessern kann.
Wer sich an eine gesunde Ernährung für den Darm hält und in Bewegung bleibt, der tut auch dem restlichen Körper etwas Gutes. Empfehlenswert sind reichlich Gemüse, genügend Ballaststoffe, ein adäquater Wasserhaushalt sowie pro- und präbiotische Lebensmittel. Weißmehl, Zucker, Fast Food und Alkohol sollten dagegen weniger verzehrt werden.
Anika Dornberg, Ökotrophologin, hat mehrjährige Berufserfahrung u. a. am Institut für Humanernährung und Lebensmittelkunde (im Rahmen der Kieler Adipositas-Präventionsstudie, KOPS) gesammelt. Sie ist Dozentin, Autorin und Tutorin an der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement (DHfPG) und der BSA-Akademie. www.dhfpg-bsa.de
Auszug aus der Literaturliste Allen, J. M., Mailing, L. J., Niemiro, G. M., Moore, R., Cook, M. D., White, B. A. et al. (2018). Exercise Alters Gut Microbiota Composition and Function in Lean and Obese Humans. Medicine & Science in Sports & Exercise, 50(4), 747–757.
Garcia-Mantrana, I., Selma-Royo, M., Alcantara, C. & Collado, M. C. (2018). Shifts on Gut Microbiota Associated to Mediterranean Diet Adherence and Specific Dietary Intakes on General Adult Population. Frontiers in Mircobiology, 9, 890. Sanders, M. E., Merenstein, D., Reid, G., Gibson, G. R. & Rastall, R. A. (2019). Probiotics and prebiotics in intestinal health and disease: from biology to the clinic. Nature Reviews Gastroenterology & Hepatology, 16(10), 605–616.
Für eine vollständige Literaturliste kontaktieren Sie bitte marketing@dhfpg-bsa.de.
Arbeitgebende in der Physiotherapiebranche sind zunehmend gefordert, Tätigkeitsfelder abwechslungsreicher zu gestalten, um Fachkräfte langfristig zu binden. Das Betriebliche Gesundheitsmanagement als Portfolioerweiterung stellt in diesem Zuge eine sinnvolle Ergänzung zum Kerngeschäft, der Patientenbehandlung, dar.
Wollen physiotherapeutische Einrichtungen ergänzende, langfristige Perspektiven für Mitarbeitende aufbauen, so ist eine Erwei terung der Angebotsstruktur ein mögliches Mittel der Wahl. Dies setzt allerdings voraus, dass innerhalb der Unternehmen entsprechende personelle Qualifikatio nen vorhanden sind, um die neu generierten Tätigkeits felder mit Beschäftigten zu besetzen. Arbeitgebende können hierbei auf die Personalmanagementfelder der Organisations- und Personalentwicklung zugreifen. Strategisch lassen sich damit neue Einsatzfelder durch
erweiterte Angebotsstrukturen schaffen und gleich zeitig durch eine entsprechende Qualifikation von Mit arbeitenden fachlich optimal besetzen. Durch die per sönliche und fachliche Weiterentwicklung wird eine der wichtigsten Maßnahmen ergriffen, um Mitarbeitende langfristig an das Unternehmen zu binden und dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken.
Fachkräftemangel in der Physiotherapiebranche Wirft man einen Blick auf Daten des Bundesverbandes selbstständiger Physiotherapeuten – IFK e. V. (2020), so
ist der Fachkräftemangel innerhalb der Branche deutlich zu spüren. 2019 benötigte eine Praxis für Physiotherapie im Schnitt 189 Tage, um eine offene Stelle zu besetzen. Rechnerisch kamen im selben Jahr auf jede arbeitslos gemeldete Physiotherapeutin und jeden arbeitslos ge meldeten -therapeuten 3,5 offene Stellen (IFK e. V., 2020).
Betrachtet man das Engagement der Mitarbeitenden, so stellt Gallup in seinem aktuellen State of the Global Workplace Report (2022) heraus, dass in Europa nur ca. 14 Prozent der Mitarbeitenden ihre Arbeit nach eigener Aussage engagiert ausführen. 61 Prozent sind emotio nal nicht an das Unternehmen gebunden (Gallup, Inc., 2022). Gebundene Mitarbeitende sind allerdings selte ner krank und haben ein höheres Arbeitsengagement (Badura, Ducki, Schröder, Klose & Meyer, 2018).
Arbeitgebende der Fitness- und Gesundheitsbranche sind daher gefordert, sich auf die veränderten Bedürfnis
se der Mitarbeitenden einzustellen. Besonders in kleinen Unternehmen müssen praktikable Lösungsansätze ge funden werden, um Personal erfolgreich an das Unter nehmen zu binden und darüber hinaus das Engagement zu erhalten bzw. wieder zu fördern.
Mitarbeitendenbindung erfolgreich gestalten!
Maßnahmen zur Mitarbeitendenbindung lassen sich grob in drei Kategorien einteilen:
1. Grundlagen der Zusammenarbeit wie das Betriebs klima, der Standort oder auch die Führungskultur
2. Formale Regelungen wie Arbeitsvertrag, Arbeits zeitmodelle usw.
3. Die vom Arbeitgebenden gebotene Perspektive und damit die persönliche und fachliche Weiterentwick lung der Mitarbeitenden
Das Modell beruflicher Gratifikationskrisen (Work-EffortReward-Imbalance-Modell) von Siegrist (1996) wird in der Arbeitswissenschaft häufig für die Beschreibung der Entstehung von Stress und Unzufriedenheit sowie zur Erklärung der inneren Kündigung und des Stellenwech sels als Folgeerscheinungen genutzt. Siegrist (1996) spricht von Gratifikationskrisen, wenn eine als hoch erlebte Verausgabung nicht durch adäquate Belohnun gen anerkannt wird. Adäquate Belohnungen beziehen sich dabei nicht nur auf den gezahlten Lohn, sondern schließen auch die Aufstiegschancen bzw. beruflichen Weiterentwicklungsmöglichkeiten mit ein. Die berufliche Weiterqualifikation als Zeichen der Wertschätzung von seiten Arbeitgebender kann somit einen wichtigen Fak tor darstellen, um Fachkräfte zu binden und sich selbst als attraktiven Arbeitgeber zu positionieren.
Das Betriebliche Gesundheitsmanagement (BGM) stellt in diesem Zuge für die Physiotherapiebranche nicht nur eine aus Sicht der Organisationsentwicklung spannen de und zukunftsträchtige Dienstleistung und somit ge gebenenfalls eine sinnvolle Erweiterung des Geschäfts feldes dar. Es bietet auch für physiotherapeutisches Fachpersonal ein Entwicklungsfeld, welches einen inte ressanten Ausgleich zur Patientenbehandlung darstellt und – bei Bedarf – eine berufliche Perspektive.
Qualitätssicherung und Agierende im BGM
Der GKV-Leitfaden Prävention nach Paragraf 20b SGB V ist im BGM bzw. in der Betrieblichen Gesundheitsför derung (BGF) das verbindliche Planungs- und Umset zungsdokument für die gesetzlichen Krankenkassen. Der Leitfaden beschreibt neben den Handlungsfeldern und Präventionsprinzipien auch die zur Qualitätssiche rung notwendigen Qualifikationen der entsprechenden durchführenden Personen der BGM-Maßnahmen (GKVSpitzenverband, 2022).
Physiotherapeutinnen und -therapeuten haben die Möglichkeit, sich als kompetente „BGMler“, und Ein richtungen der Physiotherapie als regionale Dienst leistende in den entsprechenden Handlungsfeldern zu positionieren.
Im Arbeitsalltag aller Branchen gehören Muskel-SkelettErkrankungen zu den häufigsten Erkrankungsarten, die zudem für einen großen Teil der Arbeitsunfähigkeitstage verantwortlich sind (Badura et al., 2018). In der Regel landen betroffene Patienten irgendwann auch auf der Behandlungsliege einer Physiotherapiepraxis.
Ein erfolgreiches BGM kann hier die Kette der Prä ventionsstufen schließen. In Betrieben treffen bereits Erkrankte auf eine große Anzahl Gesunder bzw. Be schäftigter, die sich im Frühstadium einer Erkrankung befinden und für die Bewegungsmangel und Fehlbelas tungen zum Alltag gehören. (Physio-)Dienstleistende im BGM müssen die unterschiedlichen Bedürfnisse der Unternehmen erkennen und Maßnahmen zielgruppen spezifisch planen und umsetzen. Dafür sind erweiterte Kenntnisse aus den Arbeitswissenschaften und dem strategischen Aufbau eines Betrieblichen Gesundheits managements nötig. Genau hier liegt die große Chance, um fachliche Weiterentwicklung zu fördern und damit auch den Aufbau von Perspektiven für die eigenen Mitar beitenden zu gewährleisten sowie sich als BGM-Dienst leistungsunternehmen zu positionieren.
Die „Bewegte Pause“ ist ein Praxisbeispiel aus der BGF. Die Ausrichtung basiert auf der Frage, welche Aus gleichsübungen für die Zielgruppe besonders wichtig sind. Hier können Physiotherapeuten an ihre Erfahrun gen aus dem Praxisalltag anknüpfen.
Ein weiteres Thema, zu dem physiotherapeutisches Fachpersonal Betriebe unterstützen kann, sind Ergono mie-Coachings am Arbeitsplatz, in denen individualisier te Übungen direkt mit den Mitarbeitenden im Arbeits alltag trainiert werden (Mohokum & Dördelmann, 2018).
Qualifikation als Schlüssel zur erfolgreichen Mitarbeitendenbindung Wollen Arbeitgebende der Physiotherapiebranche Mit arbeitende nun über berufliche Perspektiven erfolg reich an ihr Unternehmen binden und gleichzeitig das spannende Feld des BGM in ihr Portfolio aufnehmen, ergeben sich folgende Schritte: Zu Beginn sollten die bereits vorliegenden Qualifikationen auf Konformität mit dem GKV-Leitfaden Prävention geprüft werden. Dieser kann auf der Website des GKV-Spitzenverbands eingesehen werden. Anschließend ist innerhalb der Personalentwicklung gezielt Kompetenz im BGM auf zubauen. Neben den handlungsfeldspezifischen Wei terbildungen ist es sinnvoll, sich auch Kenntnisse in der strategischen Planung und Umsetzung von BGM anzu eignen. Hier bieten sich z. B. spezifische Weiterbildun gen im Bereich BGM auf Basis der Kriterien des Bun desverbands Betriebliches Gesundheitsmanagement (BBGM) an. Grundsätzlich sind gerade Physiothera peutinnen und -therapeuten aufgrund ihrer Ausbildung bereits Fachleute für Prävention von Muskel-SkelettErkrankungen und können oft mit wenigen Zusatzquali-
fikationen in das Thema BGM einsteigen (Mohokum & Dördelmann, 2018).
Um den Schritt zum BGM-Dienstleistungsunternehmen für physiotherapeutische Einrichtungen niederschwellig zu gestalten, lohnt es sich, über eine Kooperation mit den gesetzlichen Krankenkassen nachzudenken.
Diese haben durch ihren gesetzlichen Auftrag innerhalb der BGF einen Bedarf an Dienstleistenden, die entspre chende Projekte innerhalb der Kooperationsunterneh men umsetzen. Arbeitgebende der Physiotherapiebran che können direkt bei den Krankenkassen selbst eine Listung als BGM-Dienstleistungsunternehmen vorneh men oder sich zunächst bei der für ihr Bundesland zu ständigen BGF-Koordinierungsstelle informieren.
Die Erweiterung des Portfolios um das Thema BGM/ BGF und damit die Schaffung von Berufsperspektiven für Mitarbeitende ist für physiotherapeutische Einrich tungen aufgrund der bereits vorhandenen Qualifika tionen und Erfahrungen niederschwellig und sinnvoll. Unternehmen wiederum benötigen im Aufbau und der Umsetzung von BGM-Maßnahmen Unterstützung durch Expertinnen und Experten. Physiotherapeut ist ein anerkannter und mit dem Thema Gesundheit ver bundener Berufsabschluss und bietet dadurch einen hervorragenden Zugang zur Zielgruppe – und für das physiotherapeutische Fachpersonal selbst kann über das BGM ein spannender Ausgleich zur Patientenbe handlung geschaffen werden.
Christoph Mundt (M. A./M. Sc.) ist Organisationsent wickler, freiberuflicher BGM-Berater, Dozent an der DHfPG sowie Referent der BSA-Akademie. Er unter stützt Unternehmen im Aufbau einer gesunden Unter nehmenskultur. An der BSA-Akademie ist er innerhalb des BGM-Teams in der Ausbildung von BGM-Multipli katoren aktiv.
Auszug aus der Literaturliste
BGF-Koordinierungsstellen (2021). Betriebliche Gesundheitsförderung erklärt –BGF Koordinierungsstelle. Zugriff am 07.08.2022. Verfügbar unter https://www. bgf-koordinierungsstelle.de/bgf-erklaert/ Gallup, Inc. (2022). State of the Global Workplace Report. Zugriff am 07.08.2022. Verfügbar unter https://www.gallup.com/workplace/349484/ state-of-the-global-workplace-2022-report.aspx
GKV-Spitzenverband (2022). Startseite – GKV-Spitzenverband. Zugriff am 07.08.2022. Verfügbar unter https://www.gkv-spitzenverband.de/ Für eine vollständige Literaturliste kontaktieren Sie bitte marketing@dhfpg-bsa.de.
Neu
B. A. Sport- und Bewegungstherapie Fernstudium mit kompakten Lehrveranstaltungen – vor Ort und/oder digital – plus betriebliche Tätigkeit bietet die Chance zur Kompetenzerweiterung im Bereich Sport- und Bewegungstherapie befähigt zur Erbringung von abrechnungsfähigen Leistungen in allen Präventionsbereichen ein Studienstart ist jederzeit möglich
Prävention
Gesundheitsmanagement