02/2020
Umsatzsteuerrecht: Für welche Therapieformen gelten Ermäßigung oder Befreiung?
Fachartikel: Erfolgsfaktoren für den Selbstzahlerbereich
Studioporträt: Nachhaltige Gesundheitslösungen im TZ Eggenfelden
medical fitness and healthcare
SCAN HERE
NEU: VERTIKALE BEINPRESSE! Die neue PURE KRAFT Vertikale Beinpresse der plate loaded Serie von gym80 ist extrem stabil. Zwei Führungsachsen auf jeder Seite, vierfach kugelgelagerte Fußplatte, automatisch abklappende Bremse, 5-fache Einstellungsmöglichkeiten der Safetys und perfekt positionierte Griffe für maximalen Halt im Gerät. Das sorgt für ein optimales Trainingserlebnis mit perfekter Bewegungsamplitude sowie ein sicheres Training für jeden Körpertyp. Jetzt informieren!
gym80international
EUR 9,-
www.gym80.de
www.fitnessmanagement.de
EUR 9,-
CHF 14,-
MILON Q EINFACH, SICHER, EFFEKTIV Die Kraft- und Ausdauergeräte der milon Q Serie bieten optimale Lösungen für therapeutische und medizinische Einrichtungen mit allen Vorteilen von elektronisch gesteuerten Trainingsgeräten. Alle Produkte der MED-Serie entsprechen den Anforderungen des Medizinproduktegesetzes MPG.
edical
Vereinbaren Sie Ihren persönlichen Beratungstermin unter milon.com/kontakt
Foto: Klaudia Lech
3
Birgit Schwarze Chefredakteurin
Erfolgsmodelle in der Praxis
M
essen und Kongresse können coronabedingt zurzeit nicht als Face-to-Face-Events stattfinden. Die Fachmessen und Kongresse der Fitness- und Gesundheitsbranche im Herbst 2020 wurden deshalb digitalisiert. Wie die FIBO@business gelaufen ist, welche Themen der „Aufstiegskongress ONLINE ONLY“ behandelt (noch bis zum 31. Dezember 2020 online abrufbar), wie die digitale Premiere der MEDICA aufgestellt sein wird und was für die TheraPro Stuttgart und die therapie LEIPZIG im kommenden Jahr geplant ist, lesen Sie ab Seite 20. Im TZ Therapie und Trainingszentrum Eggenfelden haben die Betreiber erfolgreich Strukturen geschaffen, die es ihren Therapeuten und Trainern erleichtern, Patienten aus der Therapie als Kunden dauerhaft in Bewegung zu halten. Unser Studioporträt über das Erfolgsmodell des TZ Eggenfelden finden Sie ab Seite 14. Was Sie beachten sollten, wenn Sie einen Selbstzahlerbereich planen, und auf welche Erfolgsfaktoren es in der Praxis ankommt, führt Sascha Tetzlaff in seinem Fachartikel ab Seite 40 aus. Mini-, Midijobs und kurzfristige Beschäftigungen bieten Physiotherapiepraxen eine große Flexibilität. Nach deutschem Recht sind diese geringfügigen Beschäftigungsverhältnisse in der gesetzlichen Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung nicht in vollem Umfang versicherungspflichtig. Auf den Seiten 34 und 35 erläutert DSSV-Jurist Ernst Stilke die Änderungen der gesetzlichen Regelungen der vergangenen zwei Jahre. Aufgrund der Dynamik des Fitness- und Gesundheitsmarktes kommen kontinuierlich neue Therapieformen auf den Markt. Gesundheitsanbieter müssen sich über die umsatzsteuerrechtliche Einordnung ihrer Leistungen mit ihrem Finanzamt auseinandersetzen. Anhand von Beispielen aus der Praxis erläutert Werner Kündgen, welche therapeutischen oder präventiven Leistungen von Gesundheitsdienstleistern von der Umsatzsteuer befreit sind (S. 36 ff.). Körperliches Training hat bei richtiger Dosierung zahlreiche gesundheitsfördernde Effekte. Anika Dornberg fasst in ihrem Beitrag die aktuelle Studienlage zur koronaren Herzkrankheit zusammen und gibt Empfehlungen für die Prävention in der Praxis (S. 48 ff.). Prof. Dr. Markus Wanjek stellt in seinem Artikel ab Seite 52 vor, welche neuen Empfehlungen es aus der Wissenschaft für individualisiertes Fitnesstraining von Krebsbetroffenen nach Abschluss der Therapie gibt. Viel Spaß beim Lesen!
02/2020 | medical fitness and healthcare
INHALT 02/20 Foto: TZ Eggenfelden
Branche
8 Aktuelles aus der Fitness- und Gesundheitsbranche 14 Studioporträt: TZ Therapie und Trainingszentrum Eggenfelden
20 FIBO@business – die Premiere der digitalen Fachmesse
22 „Aufstiegskongress ONLINE ONLY“
24 Ausblick auf MEDICA, TheraPro Stuttgart und therapie LEIPZIG
28 Fachkunde-Nachweispflicht gilt für alle EMS-Anbieter 30 miha bodytec: der Physiotherapeut als EMS-Kompetenzpartner
32 Kolumne Thomas Kämmerling: Selbstzahlerleistungen
34 Minijob, Midijob und kurzfristige Beschäftigung
36 Für welche Therapieformen gelten Ermäßigung oder Befreiung?
14
Studioporträt: TZ Therapie und Trainingszentrum Eggenfelden
36
Umsatzsteuerrecht: Für welche Therapieformen gelten Ermäßigung oder Befreiung?
Fotos: pixelaway, Andrey Popov – stock.adobe.com
Fachartikel
40 Zwischen Therapie und Training: Praxistipps für die Umsetzung
44 Recruiting in der Gesundheitsbranche
48 Prävention der koronaren Herzkrankheit
52 Neue Trainingsempfehlungen für Krebsbetroffene
56 Yoga als Therapie
58 DHfPG/BSA Aktuell: Studium – Weiterbildung – Qualität
60 milon: Richtig trainieren mit Kniearthrosepatienten
62 five: Faszien & Mobility Week 2020 by five & milon
64 Neues duales Studium B. Sc. Sport-/Gesundheitsinformatik
66 Technogym: mywellness App 5.0
68 Galileo Vibrationstraining: Interview mit Gerhard Büssemaker
70 CoGap: Übergewicht als Risikofaktor für schweren COVID-19-Verlauf
72 BODYMEDIA: MEET THE TOP Physio – Netzwerken unter Palmen
74 EGYM: Myokine „tanken“ mit EGYM Immunity Boost
Sascha Tetzlaff
40
Zwischen Therapie und Training: Praxistipps für die Umsetzung
Foto: Robert Kneschke – stock.adobe.com | Foto: DHfPG/BSA
Industrie
Impressum
medical fitness and healthcare Herausgeber und Verlag
Vertrieb und Anzeigen
Druck
ClimatePartner ID
fitness MANAGEMENT – eine Marke der PIPG GmbH Privates Institut für Prävention und Gesundheitsmanagement GmbH Beutnerring 9, D-21077 Hamburg
Refit Kamberovic, Alisha Dittmer
Prospektus Druckerei Tartu Str. 6 H-8200 Veszprem
11266-2002-1001
Geschäftsführer
Satz und Gestaltung
Janosch Marx, Johannes Marx
Birgit Schwarze
Klaudia Lech, Lars Marschalek, Kimberly Piersdorf, Stefanie Reifschneider
Redaktionelle Mitarbeit
Kontakt
Anna Colbus, Anika Dornberg, Karl Drack, Werner Kündgen, Uschi Moriabadi, Anke Sörensen, Ernst Stilke, Sascha Tetzlaff, Prof. Dr. Markus Wanjek, Jürgen Wolff
Telefon: +49 (0) 40 - 300 945 - 0 Telefax: +49 (0) 40 - 300 969 - 90 E-Mail: info@fitnessmanagement.de www.fitnessmanagement.de/mfhc
Chefredaktion
Art Direction
Lieferbedingungen
Klaudia Lech
Urheber- und Verlagsrechte Alle in diesem Magazin veröffentlichten Beiträge sind urheber rechtlich geschützt. Das gilt auch für die veröffentlichten Anzei gen sowie redaktionellen Anzeigen (Advertorials). Kein Teil dieses Magazins darf außerhalb der engen Grenzen des Urheberrechts gesetzes ohne schriftliche Genehmigung des Verlags in irgend einer Form vervielfältigt, verbreitet oder öffentlich wiedergegeben oder zugänglich gemacht, in Datenbanken aufgenommen, auf
Einzelheftpreis Jahresabonnement Inland Jahresabonnement Ausland *inkl. Versandkosten
9,- EUR* 14,- EUR* 18,- EUR*
Registereintragungen Amtsgericht Hamburg HRB 147152
VerpackG-Registrierungsnummer DE5601912575515
Wissenschaftlicher Beirat Prof. Dr. Bernhard Allmann Mitglied Gesundheitsausschuss DSSV e. V., Professor an der Deutschen Hochschule für Prä vention und Gesundheitsmanagement (DHfPG), Präventionsbeauftragter der IKK Südwest Tobias Niemann Mitglied Gesundheitsausschuss DSSV e. V., Mit glied der Bundesfachkommission, Sozialpolitik des Wirtschaftsrates, Geschäftsführer for me do
elektronischen Datenträgern gespeichert oder in sonstiger Weise elektronisch vervielfältigt, verbreitet oder verwertet werden. Zu widerhandlungen sind strafbar.
zeichnete Artikel sowie Beiträge, die mit dem Begriff „Anzeige“ gekennzeichnet sind, geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder.
Hinweis
Haftung für Internetadressen
Für unverlangt eingesandte Manuskripte und Bilder wird nicht gehaftet. Sie können nur zurückgeschickt werden, wenn der Sen dung Rückporto beigefügt ist. Änderungen und Kürzungen der Manuskripte behält sich die Redaktion vor. Namentlich gekenn
Diese Publikation enthält Internetadressen zu externen Webseiten Dritter, auf deren Inhalte die PIPG GmbH keinen Einfluss hat. Des halb wird für diese fremden Inhalte kein Gewähr übernommen und eine Haftung seitens der PIPG GmbH ausgeschlossen.
FREIE STUDIENPLÄTZE – JETZT DUAL STUDIERENDE AUSBILDEN! Bachelor-Studiengänge ■ ■ ■ ■ ■ ■
Fitnessökonomie Sportökonomie Gesundheitsmanagement Fitnesstraining Ernährungsberatung Sport-/Gesundheitsinformatik
NEU
Deutsche Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement
dhfpg.de/mfhc
University of Applied Sciences
Aktuelles | Anzeige
Foto: Jonathan Borba – unsplash.com
Branche
8
Hinweis zu den Inhalten dieser Ausgabe der medical fitness and healthcare
Einfluss von Muskelmasse und Körperfett auf unser Immunsystem
Die dargestellten Meldungen und Artikel in dieser Ausgabe der mfhc wurden entsprechend des Kenntnis- und Informationsstandes zum Zeitpunkt des Redaktionsschlusses verfasst. Aufgrund der Corona-Pandemie und den damit einhergehenden Maßnahmen kann es sein, dass die dargestellten Informationen zum Erscheinungszeitpunkt der Ausgabe nicht mehr aktuell sind. Beachten Sie daher auch die Meldungen auf unserer Website.
Auf dem „Aufstiegskongress ONLINE ONLY“, dessen Programm noch bis zum 31. Dezember 2020 kostenlos abrufbar ist, erläutert Prof. Dr. Daniel Kaptain, welche Einflussfaktoren dazu beitragen, dass das Immunsystem störungsfrei sein Potenzial entfalten kann. Dazu gehören Bewegung (Schwerpunkt auf Kraft- und Ausdauertraining), eine ausgewogene Ernährung und ausreichend Regeneration/Schlaf, aber auch die Körperkomposition als aussagekräftiger Parameter.
fitnessmanagement.de
bit.ly/kaptain-immunsystem
Foto: DHfPG/BSA
Foto: barameefotolia – stock.adobe.com
„Corporate Health Management: Gesundheit im Unternehmen – weitergedacht“
DHfPG und BSA-Akademie – Vom BBGM erfolgreich rezertifiziert
Der aktuelle Marktreport von Roland Berger Consulting zeigt, welche aktuellen und zukünftigen Herausforderungen es im Rahmen des Corporate Health Managements gibt und welche Handlungsempfehlungen sich daraus ergeben. Wie das BGM der Zukunft aussehen könnte und welche Vorteile es mit sich bringen wird, erläutert die fM Infografik kurz und prägnant anhand der wichtigsten Kennzahlen. Vier Zukunftsthesen bieten einen Ausblick, wohin die „Reise“ gehen sollte.
Die Deutsche Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement (DHfPG) und die BSA-Akademie wurden vom Bundesverband Betriebliches Gesundheitsmanagement (BBGM) als Ausbildungsinstitutionen erfolgreich rezertifiziert. Im DHfPG-Studienschwerpunkt sowie in den BSA-Lehrgängen zum Thema Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) werden die empfohlenen Inhalte nach den Standards des BBGM für die jeweilige Ausbildung berücksichtigt.
bit.ly/infografik-bgm
dhfpg.de/news
Foto: Bojan – stock.adobe.com
„SafeACTiVE-Studie“ liefert unabhängige Zahlen zum Infektionsrisiko im Studio Im Rahmen des digitalen European Health & Fitness Forums 2020 (EHFF) hat EuropeActive erstmals Ergebnisse des Pilotprojekts „SafeACTiVE“ vorgestellt, das unabhängige Zahlen zur Gefahr des COVID-19-Infektionsrisikos in Europas Fitness- und Gesundheitsstudios liefern soll. Angesichts der ersten Ergebnisse gehen die Studienverantwortlichen davon aus, dass das Infektionsrisiko in den Studios deutlich niedriger ist, als aktuell diskutiert wird. Ende Oktober folgt der vollständige Bericht. bit.ly/safeactive-studie
02/2020 | medical fitness and healthcare
EMS-HEALTHCARE
IMPULSE FÜR PRÄVENTION UND THERAPIE
Lernen Sie medizinisches EMS-Training als Ergänzung zur Therapie in Ihrer Praxis kennen. Individuell. Wirkungsvoll. Zeitsparend. Therapeutischer Mehrwert durch fachgerechte Anwendung der EMS-Technologie. Früher Einsatz in der Immobilisationsphase. Umsetzung im Rahmen der üblichen Behandlungszeiten. Funktionelles Training auf 8 m2. Jetzt kostenfrei Informationen anfordern:
www.praxis-mit-hertz.de
Aktuelles | Anzeige
Foto: DHfPG/BSA
Foto: Gorodenkoff – stock.adobe.com
Branche
10
Mit Training und Entspannung gezielt die Widerstandskräfte stärken
BSA-Lehrgänge ERGO bietet Lehrgangsversicherung an
Die Forschungsergebnisse des groß angelegten USamerikanischen „Common Cold Projects“ legen nahe: Ein aktiver Lebensstil und eine ausgeglichene Psyche schützen vor Erkältungen und grippalen Infekten. Regelmäßiges Training und körperliche Fitness helfen, die Infektionsrisiken zu senken und Krankheitsverläufe zu mildern. Präventives Training gilt als der beste Schutz vor Infektionen, wohingegen Schlafmangel und übermäßiger Alkoholkonsum die Widerstandkräfte schwächen.
Weil immer etwas Unvorhergesehenes passieren kann: Lehrgangsteilnehmende der BSA-Akademie können sich für den Fall einer kurzfristigen Umbuchung, Stornierung oder eines Abbruchs ihrer Weiterbildung (z. B. aus gesundheitlichen Gründen) mit der Seminar-Versicherung der ERGO absichern. Auch Mehrkosten (An- oder Rückreise; Kosten für Verpflegung/Unterkunft), die durch eine mehr als zweistündige Verspätung eines Verkehrsmittels entstehen, werden übernommen.
bit.ly/starke-widerstandskraefte
bsa-akademie.de/lehrgangsversicherung
Fotos: DHfPG/BSA
Foto: Mongkolchon – stock.adobe.com
„European Fitness market and the impact of COVID-19 crisis“
Neuer fM Podcast: Folge vier behandelt das Thema BGM
Wie robust zeigt sich der europäische Fitnessmarkt nach dem Neustart und wie beurteilen Betreiber die kurz-, mittel- und langfristigen Folgen der Corona-Krise? Mit diesen Fragen beschäftigte sich das European Health & Fitness Forum (EHFF) 2020. Die Deloitte-Studie "European Fitness market and the impact of COVID-19 crisis" liefert zahlreiche Antworten, deckt Auswirkungen und zukünftige Herausforderungen auf und gibt Anlass zu vorsichtigem Optimismus.
Warum ist Betriebliches Gesundheitsmanagement, kurz BGM, so wichtig und gewinnt immer mehr an Bedeutung? Gibt es Empfehlungen und einfache Praxisbeispiele, die jedes Unternehmen umsetzen kann? Welche wirtschaftlichen Benefits resultieren daraus und welche Rolle spielt die Digitalisierung dabei? Diese und viele weitere Fragen rund um BGM beantworten Sarah Staut und Michael Folz in Folge vier des fitness MANAGEMENT Podcasts „Fitness im Ohr“.
bit.ly/covid19-impact-study
bit.ly/bgm-im-ohr
Foto: Technogym
Technogym und Crown Consultancy weiten Partnerschaft auf Deutschland aus Das italienische Fitness- und Wellnessunternehmen Technogym tritt nun auch in Deutschland in Kooperation mit dem niederländischen Dienstleister Crown Consultancy am Markt auf. Im Rahmen der Zusammenarbeit wird Crown Consultancy Technogym bei der Vermarktung des Zirkeltrainingsformats BIOCIRCUIT unterstützen. Durch eine hohe Auslastung und Upselling-Möglichkeiten bietet dieser Zirkel ein enormes Umsatzpotenzial für Studios. bit.ly/technogym-crown-consultancy
02/2020 | medical fitness and healthcare
Aktuelles | Anzeige
Foto: DHfPG/BSA
Foto: fitness MANAGEMENT
Branche
12
milon und five Netzwerktreffen: „Ein beweglicher Körper trainiert besser!“
DHfPG unterstützt Unternehmen Kostenfreie Online-Jobbörse
Unter dem Motto „milon und five erleben“ zeigten Mitgeschäftsführer der milon Holding Wolf Harwath und Vertriebsleiter Andreas Kreil bei neun regionalen Netzwerktreffen im September 2020, wo die gemeinsame „Reise“ der beiden Marken hingeht. Ein neuer Markenauftritt, der wärmer und herzlicher wirkt und noch stärker die trainierenden Menschen in den Mittelpunkt stellt, sowie der verstärkte Fokus auf die Kernkompetenz als Gerätebauer sollen die milon Gruppe zukünftig prägen.
Die Deutsche Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement (DHfPG) unterstützt Unternehmen bei der Suche nach Studierenden mit der Online-Jobbörse aufstiegsjobs.de. Stellenangebote können kostenfrei geschaltet werden und sind allen Jobsuchenden frei zugänglich. Registrierte Arbeitgeber haben ebenso kostenfreien Zugriff auf Stellengesuche. Tipp: Für das Wintersemester 2020 können weiterhin Studierende angemeldet werden.
bit.ly/netzwerktreffen-2020
aufstiegsjobs.de
terra sports ist Testsieger bei Stiftung Warentest
Die Deutsche Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement (DHfPG) und die Kieser Training AG haben erfolgreich ihr gemeinsames Forschungsprojekt abgeschlossen und den Projektbericht zur „PREBACK-Studie“ veröffentlicht. Die neuen Ergebnisse liefern weitere wichtige Ansatzpunkte im Kampf gegen die Volkskrankheit Rückenschmerz und unterstreichen die Effektivität des maschinengestützten Krafttrainings nach Kieser im Rahmen der Prävention und Therapie.
Die EMS-Kette terra sports betreibt alle Filialen in Eigenregie und ist damit sehr erfolgreich. Nun wurde sie von der Stiftung Warentest als „Beste EMS-Kette“ bewertet. Überzeugend waren besonders die Probetrainings und dass in allen Beratungen der Fitnesszustand zuerst mit einer Körperanalyse „gecheckt“ wurde. Die hohe Qualität wurde bereits vorher durch eine unabhängige Zertifizierung nach Teil 5 der offiziellen DIN-Norm 33961 durch die BSA-Zert neutral bestätigt.
bit.ly/forschung-kieser-dhfpg
bit.ly/terra-sports-testsieger
Gesundes Arbeiten – egal ob im Büro oder zu Hause
Die IHRSA International Convention & Trade Show bringt die Fitnessbranche seit Jahrzehnten zusammen. Die IHRSA ist ein Ereignis, auf das sich Betreiber von Fitnessstudios, IHRSA-Mitarbeiter, Zulieferer der Branche, Industrie und Handel gleichermaßen freuen. Jahr für Jahr versammelt sie die gemeinsame Energie und Leidenschaft für Fitness an einem Ort. Seit der Corona-Pandemie ist jedoch alles anders. 2020 musste die IHRSA ausfallen, im Jubiläumsjahr 2021 soll sie wieder stattfinden.
Die vermehrte Arbeitsverlagerung vom Büro ins Homeoffice ist kein vorübergehender Trend, sondern für viele Unternehmen bereits Teil der „neuen Normalität”. Die Studie „Gesundes Homeoffice” zeigt, dass sich gerade junge Angestellte mehr Unterstützung für einen produktiven und gesunden Arbeitsalltag in den eigenen vier Wänden wünschen. Gleichzeitig sucht knapp ein Drittel der 18- bis 34-Jährigen nach mehr Unterstützung u. a. in Sachen Arbeitsorganisation und Zeitmanagement.
bit.ly/ihrsa-verschoben
bit.ly/gesundes-homeoffice
02/2020 | medical fitness and healthcare
Foto: Trendsetter Images – stock.adobe.com
Foto: IHRSA
IHRSA feiert 40. Geburtstag in Los Angeles erst im September 2021
Foto: innervisionpro – stock.adobe.com
Foto: Kieser Training AG
DHfPG und Kieser Training zeigen Effekte des tertiärpräventiven Krafttrainings
Branche
14
Studioporträt
Fotos: TZ Eggenfelden
TZ Therapie und Trainingszentrum Eggenfelden
„Wir bieten das beste ‚Produkt‘ der Welt: Gesundheit“ Nachhaltige Gesundheitslösungen – Patienten und Kunden mit individuellen Lösungen in Bewegung zu bringen und dafür zu sorgen, dass sie „am Ball“ bleiben, ist das Ziel der Betreiber des TZ Therapie und Trainingszentrums Eggenfelden. Das Erfolgsrezept von Gerhard Vilsmaier und Hans Stummer zeichnet sich durch wissenschaftlich fundierte Therapie und bestmögliche Fachkompetenz in der Betreuung aus. Text: Jürgen Wolff
D
er Impuls zur Eröffnung des TZ Therapie und Trainingszentrums Eggenfelden entstand 1991 aus Unzufriedenheit mit dem Therapieangebot, das damals üblich war. Ziel des Unternehmensgründers Gerhard Vilsmaier war, in der Physiotherapie der fortschrittlichste und beste Anbieter im niederbayerischen Umfeld zu werden. Die Entscheidung fiel auf die Kombination aus Therapie und Training. „Anfang der 1990er-Jahre war diese Verbindung unter einem Dach sehr neu. Es gab in der Bevölkerung noch kein Bewusstsein für den gesundheitserhaltenden Cha-
rakter von Training“, so Hans Stummer, heutiger Co-Inhaber des TZ. „Nur innerhalb der Therapie wusste man natürlich um den weit erhöhten rehabilitativen Effekt der Kombination aus Training und Physiotherapie gegenüber rein passiver Therapie.“
Kombination aus Therapie und Training Der Mut bzw. die Weitsicht, mit der seinerzeit innovativen Kombination aus Physiotherapie und Fitnesstraining ein Studio zu eröffnen, hat sich ausgezahlt. Das TZ Eggenfelden
15
ist heute Marktführer im niederbayerischen Landkreis RottalInn, der zwischen Landshut und Passau liegt. Dieser Erfolg beruht auf der Innovationsbereitschaft der Betreiber und der stetigen Weiterentwicklung des Konzeptes über die vergangenen fast 30 Jahre. Nachdem die Gründung zunächst in gemieteten Räumen erfolgt war, befindet sich das TZ bis heute in dem Gebäude, das 1999 neu gebaut wurde. Aber auch diese Anlage, die auf die Bedürfnisse von Therapie und Training zugeschnitten ist, wurde im Laufe der Jahre zu klein. Als im Jahr 2010 ein bestehendes Fitnessstudio im Ort schließen musste, entschieden sich Gerhard Vilsmaier und Hans Stummer zum Neubau eines reinen Fitnessstudios speziell für junge Kunden. „Dadurch konnten wir uns im Stammhaus wieder mehr auf unsere eigentliche Klientel konzentrieren: Menschen, die aufgrund unserer medizinischen Erfahrung zu uns kamen, also Rehabilitanden und gesundheitsorientierte Kunden“, sagt Hans Stummer. „Der Begriff ‚Medical Fitness‘ entstand zu dieser Zeit gerade.“ 2012 eröffnete im 20 Kilometer entfernten Gangkofen, dem Heimatort von Gerhard Vilsmaier, eine weitere Zweigstelle mit derselben Ausrichtung wie im Stammhaus in Eggenfelden.
te bestätigt uns, dass diese Strategie die richtige für unsere Zielgruppe ist.“ Für die Patienten in der Therapie gibt es bereits für die Zeit der Behandlung spezielle Trainingsangebote im Studio. Nach der ersten Behandlung wird den Patienten in einem Termin verdeutlicht, wie positiv es sich auf ihre Gesundheit auswirkt, wenn sie auch nach der Therapie in Bewegung bleiben. Den Kunden werden individuelle Lösungen für ihre gesundheitlichen Probleme angeboten. Therapeuten und Trainer stehen hierfür untereinander permanent im Austausch. Der komplexe Prozess, Patienten als Kunden dauerhaft zu binden, wird ständig geschult, reflektiert und optimiert. „Es braucht intensive und sensible Beratung, um Menschen, die es gewohnt sind, solche Leistungen vom Arzt verordnet zu bekommen, zu überzeugen, eigenes Geld für ihre Gesundheit auszugeben“, erklärt Hans Stummer. „Um unsere lokale Marktführerschaft zu untermauern, müssen wir die Fachkompetenz unserer Mitarbeiter hochhalten und unsere Philosophie ‚Wir bieten das beste ‚Produkt‘ der Welt: Gesundheit‘ konsequent und immer wieder neu in allen Details schulen.“
Mitarbeiter in der Schlüsselrolle Erfolgsgeheimnis: Fachkompetenz Das Alleinstellungsmerkmal des TZ ist laut Hans Stummer „eindeutig Medical Fitness und sehr gute physiotherapeutische Betreuung.“ Die Atmosphäre in der Anlage ist offen, freundlich und entgegenkommend. „Wir versuchen, durch viel Empathie und eine hohe Betreuungsqualität die Kunden dauerhaft an uns zu binden. Die geringe Kündigungsquo-
Den Mitarbeitern kommt als „Bindeglied“ zwischen Therapie und Training eine Schlüsselrolle zu. Dementsprechend anspruchsvoll sind Hans Stummer und Gerhard Vilsmaier bei der Auswahl von Mitarbeitern, da sie bei diesen ihre Patienten und Kunden in den besten Händen wissen wollen. Die Physiotherapeuten müssen über ihre therapeutischen Qualifikationen hinaus sportaffin sein und Bereit-
Branche
16
Studioporträt
Medical Fitness im milon Kraft-Ausdauer-Zirkel
Fotos: TZ Eggenfelden
schaft zeigen, Patienten in Bewegung zu bringen. Für ihre Tätigkeit in der Therapie ist ein gutes Verständnis Evidenzbasierter Medizin (EbM) und Evidenzbasierte Praxis (EbP) wichtig, sie müssen also die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse in der Therapie nutzen können. Trainer sollen – exzellente Qualifikation vorausgesetzt – über ein hohes Maß an sozialer Kompetenz verfügen und den Wert der besonderen Dienstleistung des TZ transportieren können. Der gesundheitsstiftende Effekt des Trainings soll bei jedem Mitarbeiter eine besondere individuelle Motivation für den Verkauf wecken. Um die Betreuungsqualität nachhaltig sicherzustellen, werden die Trainer wöchentlich hausintern vom Therapeutenteam geschult und fortgebildet. Darüber hinaus schätzen die Patienten sehr, dass die Therapeuten ständig im telefonischen Kontakt mit den verordnenden Ärzten stehen und die Probleme des jeweiligen Patienten besprechen – eine weitere Maßnahme, um die Behandlungsqualität hoch zu halten.
Zielgruppe? Ja, aber da geht noch mehr! Im TZ Therapie und Trainingszentrum trainieren mehr Männer (60 Prozent) als Frauen. 70 Prozent der Mitglieder sind über 40 Jahre alt. Die Kernzielgruppe sind Menschen mit dem Anspruch, etwas Gutes für ihre Gesundheit zu tun. Diese sind größtenteils über 40 Jahre alt, gebildet und im Allgemeinen in guter Verfassung. „Bei der Ansprache dieser Zielgruppe sind wir sehr erfolgreich“, sagt Hans Stummer. Als Gesundheitsdienstleister sieht er einen weiteren Auftrag in einer anderen Zielgruppe: „Wir müssten eigentlich die kranken oder von Krankheit bedrohten Menschen ansprechen, also genau die ‚Anderen‘. Leider haben wir es bis heute nicht geschafft, diese Menschen für das Gesundheitstraining zu gewinnen, obwohl sie am meisten davon profitieren würden. Man findet sie immer noch in keiner vergleichbaren Anlage. Hier ist im Sinne der Gesunderhaltung der Bevölkerung noch einiges zu tun, um eine Bewusstseinsveränderung auf breiter Basis zu bewirken.“
Auf den persönlichen Kontakt kommt es an Das TZ Eggenfelden ist durch sein fast 30-jähriges Bestehen und seine Größe in der Umgebung bekannt. Mit
Moderne und ganzheitliche Physiotherapie in stilvoll eingerichteten Behandlungsräumen
den Kunden und Patienten kommunizieren die Teams über Messenger oder E-Mail. Es hat sich gezeigt, dass die Kernzielgruppe des TZmit 40 plus weniger Social-Media-affin ist als die Jüngeren. „Wir sehen das an der organischen Reichweite, die sich im Vergleich zu unserem anderen Studio mit jüngerer Zielgruppe doch sehr unterscheidet“, erklärt Hans Stummer. Digitale Medien werden nur dort eingesetzt, wo sie Nutzen bringen. „Wir versuchen, jede digitale Kontaktaufnahme vonseiten des Kunden in ein persönliches oder telefonisches Gespräch umzuwandeln. Das ist und bleibt für beide Seiten immer die beste Kommunikationsform“, so der Co-Inhaber des TZ. „Aktuell überarbeiten wir unsere Homepage. Sie hat trotz ihres Alters erstaunlich hohe Zugriffszahlen. In der neuen Webpräsenz werden wir auch im Bereich Therapie unsere Inhalte ständig aktualisieren.“
Digitaler Support für Therapie und Training Der Trainingsbereich wird langsam papierlos. Inhaber Hans Stummer beschreibt die Weiterentwicklung: „Wir bieten Online-Mitgliedschaften, können über Tablets und eine Mitglieder-App digital Trainingspläne in Echtzeit erstellen und übermitteln.“ „In der Physiotherapie führen wir gerade einen digitalen Dokumentationsassistenten mit Spracherkennung ein, sodass die Therapeuten eigentlich nur noch diktieren müssen. Hier sind natürlich manche sehr aufgeschlossen, andere Kollegen haben Berührungsängste mit digitalen Medien.“ Die Abrechnung der Rezepte übernimmt ein externer Dienstleister. Der Check-in läuft noch über Magnetkarten.
BGM wird zu den Kunden „gebracht“ Ein Angebotsschwerpunkt des TZ Eggenfelden ist Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM). Auch hier ist das Angebot innovativ und trifft genau die Bedürfnisse der Kunden. „Wir haben stationäre und mobile Lösungen. Für erstere richten wir Gesundheitsräume in Unternehmen ein und betreuen diese. Für die mobile Variante kommen wir mit einem ausgebauten Sprinter zu den Unternehmen und veranstalten Gesundheitstage“, erklärt Hans Stummer. „Wir könnten diese Sparte auch unabhängig betreiben.“ Zwei 02/2020 | medical fitness and healthcare
D U
17
Die „test- und trainingsmobile“ bringen BGM zu den Unternehmen in der Region
Sprinter sind zu „test- und trainingsmobilen“ ausgebaut worden. An Bord befinden sich jeweils ein BackCheck® und ein cardioscan checkpoint, die bei Terminen in Unternehmen von je einem Mitarbeiter des TZ betreut werden. Bei diesen Terminen vor Ort können in 30 Minuten – 15 Minuten pro Analysestation – zwei Kunden diagnostiziert werden. Darüber hinaus baut das TZ gerade den Bereich Firmenfitness aus. Anboten werden Kompaktangebote für Firmen. Geplant ist, dass diese ihre gesamte Belegschaft zu einem Festpreis ins Training schicken dürfen.
Dort ermittelt das TZ-Team die relevanten Daten der Kunden und ermöglicht so zielgerichtetes Training
Nachhaltige Lösung für Patienten und Kunden Hinter dem Erfolg des TZ Therapie und Trainingszentrums steht vor allem der Erfolg von Patienten und Kunden. Inhaber Hans Stummer: „Mein Interesse galt immer den gesundheitlichen Aspekten des Trainings. Als Physiotherapeut versuche ich, unseren Patienten die bestmögliche Physiotherapie zukommen zu lassen. Als Fitnessanbieter motivieren mich natürlich am meisten die Erfolge unserer Mitglieder, egal, ob sie Gewicht abnehmen konnten oder ihre körperliche sowie mentale Gesundheit und natürlich auch ihre Fitness steigern konnten.“
Die Eckdaten des TZ Therapie und Trainingszentrum Eggenfelden Fläche und Ausstattung Fläche gesamt: 1.000 m2 Kraft und Ausdauer: 250 m2 milon Kraft-Ausdauer-Zirkel; itensic b-, s-, f-effect; Cybex Dual-Serie, Cybex Bravo Der Unternehmer hinter dem TZ Therapie und Trainingszentrum Eggenfelden Hans Stummer, Jahrgang 1971, entdeckte sein Interesse an der Physiotherapie durch einen studentischen Nebenjob in der Betreuung körperbehinderter junger Erwachsener. Dem physiotherapeutischen Staatsexamen 1997 folgten mehrere Abschlüsse in sportphysio- und manualtherapeutischen Konzepten. 2010 wechselte Hans Stummer aus dem Angestelltenverhältnis in die Inhaberschaft.
MATRIX (Crosstrainer, Sitz- und Liegeergometer, Armergometer) Functional: 50 m2 Freihantel, Kettlebells, Sling Trainer, Wonderwall, Minibands, Sprungboxen Testraum:
5 m2 Tonus, cardioscan
Physiotherapie: 300 m2 11 Behandlungsräume, Wartebereich, Rezeption, Sozialraum Wellness: 200 m2 2 Saunen, Ruheraum, Bewegungsbecken, Umkleiden, Duschen Mitarbeiter Physiotherapie: 17 Physiotherapeuten, überwiegend in Vollzeit
Gerhard Vilsmaier, Jahrgang 1968, ist seit 1989 Physiotherapeut. Nach mehreren Stationen in neurologischen Rehakliniken ist er mit dem TZ Eggenfelden seit 1994 selbstständig.
02/2020 | medical fitness and healthcare
Training: 1 Fitnessökonomin B. A. (DHfPG), 2 Studentinnen Fitnesstrainer B. A. (DHfPG), 1 Auszubildende Sport- und Fitnesskauffr., 1 Sport- und Fitnesskaufm. geringf. besch., 5 Rezeptionsmitarbeiter/-innen in Voll- und Teilzeit www.tz-eggenfelden.de
MUSKELN ZEIGEN
mit der Bioimpedanzanalyse von seca
seca mBCA 552 – Die nächste Generation der BIA + Einfache Mitglieder-Identifikation über RFID-Chip + Muskel- und Fettmasse medizinisch genau bestimmen in nur 24 Sekunden
+ Sichere Übertragung in die Cloud
+ Businessmodelle für eine schnelle Amortisierung
BIA-Messergebnisse direkt in Ihre Studiosoftware und Member App integrierbar
Jetzt bis zu
50%
fördern lassen*
* Die Investitionskosten für ein seca mBCA 552 inkl. der cloudbasierten Software-Lösung sind durch die Digitalisierungsfonds des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie in Deutschland mit bis zu 50% sowie in Österreich mit bis zu 14% förderfähig. Die Förderungsprogramme richten sich an KMU, die in digitale Technologien investieren, um sich zukunftssicher aufzustellen. Die Entscheidung zur Förderungshöhe eines Projekts wird nach Antragstellung durch das jeweilige Bundesland getroffen. Gern beraten wir Sie zu Ihrem individuellen Förderungsantrag.
seca.com/552
Branche
20
Fachmesse digital | Anzeige
Fotos: FIBO
Premiere der digitalen FIBO bringt Fitnessbranche zusammen
„Eine digitale FIBO? Ja, das geht!“ Herausforderung gemeistert: Die Premiere der digitalen FIBO, die in diesem Jahr als Online-Markt und Wissenshub an den Start ging, zählte fast 30.000 Besucher. Vom 30. September bis zum 3. Oktober präsentierte die FIBO zusammen mit ihren Ausstellern und Partnern ein spannendes, informatives und hochkarätiges Programm rund um die Fitnessbranche, live und on-demand.
D
ie Formate der digitalen FIBO 2020 boten hochkarätigen Content von Spitzenvertretern der Branche, Live-TV, Networking, Trends, Workouts und Innovationen. Dabei hat die FIBO gezeigt, dass auch virtuelle Messestände, Online-Meetings und Video-Chats neue Vertriebs-
chancen schaffen und die Möglichkeit bieten, Leads zu generieren. Mit der anschließenden FIBO Shopping Week, die vom 4. bis 11. Oktober stattfand, realisierte die FIBO insgesamt vier digitale Events, maßgeschneidert für die unterschiedlichen Bedürfnisse der Zielgruppe.
Innovationen, Trends und Best Practice
Silke Frank, Event Director der FIBO, eröffnete die FIBO@business live aus dem FIBO-TV-Studio
Hans-Joachim Erbel, CEO Reed Exhibitions Deutschland GmbH
„Eine digitale FIBO? Ja, das geht!“ so Hans-Joachim Erbel, CEO des FIBO-Veranstalters Reed Exhibitions Deutschland. „Das haben wir auf der FIBO@business-Plattform gesehen, im FIBOTV-Studio und in den sozialen Medien hautnah miterlebt.“ Über 4.500 Teilnehmer, darunter ein Viertel aus dem Ausland, nutzten das Angebot der FIBO@business und informierten sich über Innovationen, Trends und Branchen-Best-Practices. Bei der FIBO@home, die sich an Privatbesucher richtete, verfolgten 25.000 Zuschauer das Live-Programm. „Das ist eine gelungene Premiere der digitalen FIBO“, so Erbel weiter. 02/2020 | medical fitness and healthcare
21
„Es war eine ganz besondere Atmosphäre mit großer Wiedersehensfreude bei den Beteiligten, tollen Zuschauerzahlen und super Feedback auf allen Kanälen“, so Silke Frank, Event Director der FIBO. „Trotz der außergewöhnlichen Situation haben wir es gemeinsam mit unseren Partnern geschafft, eine tolle Veranstaltung auf die Beine zu stellen. Wir sind stolz auf das, was wir in kurzer Zeit erschaffen haben und sehen hier ein großes Potenzial für die Zukunft.“
Live aus dem FIBO-TV-Studio Allein die Live-Vorträge der FIBO@business wurden insgesamt weit über 1.000 Stunden lang angesehen. Ein besonderes Highlight der FIBO@business waren dabei die Live-Talks aus dem FIBO-TV-Studio. Hier trafen sich zahlreiche bekannte Köpfe der Branche, um sich über aktuelle Fragestellungen auszutauschen. Auch das European Health and Fitness Forum (EHHF), veranstaltet vom europäischen Verband EuropeActive, sendete in diesem Jahr aus dem Fernsehstudio und vereinte CEOs von weltmarktführenden Herstellern von Trainingsgeräten und international agierende Studiobetreiber.
Themen, die die Branche bewegen Die FIBO@business hat die Themen in den Fokus gerückt, die die Fitnessbranche in diesem Jahr bewegen. Die besonders gefragten Inhalte und Innovationen reichten von Marktanalysen, gesundheitsorientierten Themen, Betrieblichem Gesundheitsmanagement (BGM), Kundenbindung und Trainingsmethoden bis hin zu Digitalisierungsthemen von Connected- bis Gamified Fitness. Besonders erfolgreich waren die Sessions „Digitale Fitnessangebote können ergänzen, aber nicht ersetzen“, „Aktuelle Rechtsprechung im Fitnessbereich“ und „Digitale Schulungen in Gesundheitseinrichtungen“.
Digitale Kontaktpflege Ergänzt wurde das Angebot der FIBO@business vom matchmaking-Programm, das Aussteller und Besucher in VideoMeetings zusammenbrachte. „Die FIBO@business hat gezeigt, wie wichtig gerade jetzt neue Leads, der direkte Austausch und die Kontaktpflege für die Fitnessbranche sind. Dennoch bleiben persönliche Kontakte und haptische Produkterlebnisse unverzichtbar für den Aufbau langfristiger, vertrauensvoller Geschäftsbeziehungen. Wir setzen darum alles daran, im kommenden Jahr mit der Durchführung der FIBO der Fitnessbranche wieder ihren ‚Marktplatz‘ in Köln zu schaffen“, so Hans-Joachim Erbel.
(v. l. n. r.) Andreas Mayer (Managing Director TECHNOGYM GERMANY GmbH), Martin Seibold (CEO LifeFit Group GmbH), Herman Rutgers (FIBO Gobal Ambassador), Karsten Hollasch (Leiter Consumer Business Deloitte Deutschland GmbH)
„Für mich war es die erste Live-Aufnahme. Ich glaube bzw. hoffe, dass es den Zuschauern sehr gut gefallen hat. Dieses Format könnte man vielleicht auch in der Zukunft weiterführen, also auch, wenn wir uns wiedersehen können, um interessante Themen weiter zu vermarkten.“ Andreas Mayer, Managing Director TECHNOGYM GERMANY
„Es war eine Premiere für mich und es war großartig, erst der EHFF und dann FIBO TV. Es ist sehr wichtig, um neue Perspektiven und etwas Optimismus in die Branche zu bringen. Es hilft uns, über die nächsten Schritte nachzudenken.” Herman Rutgers, FIBO Ambassador, EuropeActive Board Member
„Ich habe einige bekannte Gesichter gesehen und eine sehr gute Diskussion gehabt. Der Austausch und das Information-Sharing sind sehr wertvoll und helfen im Moment allen.“ Christophe Collinet, Chief Commercial Officer LifeFit Group
FIBO 2021 Die kommende FIBO findet vom 8. bis 11. April 2021 auf dem Messegelände Köln statt.
Voller Erfolg der FIBO@home Für alle, die Fitness ohne Business betreiben, war die FIBO@home am 3. Oktober die erste Anlaufstelle. In einem einmaligen Projekt fand die FIBO für Privatbesucher auf Instagram statt. Aus einem Kölner Loft heraus sendete die FIBO in Zusammenarbeit mit gefragten Influencern, Bodybuildern und Experten ein abwechslungsreiches Programm. Rund 25.000 Zuschauer verfolgten live die Workouts, Talkrunden, Interviews und Cooking Sessions und interagierten mit ihren Stars. Die Themen Fitness, Bodybuilding, Healthy Nutrition, Fashion, Beauty und Lifestyle standen im Mittelpunkt der FIBO@home. Bis zum 11. Oktober fand die FIBO Shopping Week mit zahlreichen Angeboten rund um Fashion und Nutrition auf Instagram und Facebook statt.
02/2020 | medical fitness and healthcare
www.fibo.com
Branche
22
Veranstaltung | Anzeige
Fotos: DHfPG/BSA
„Aufstiegskongress ONLINE ONLY“
Jetzt digital teilnehmen! Ab sofort sind alle Vorträge des diesjährigen „Aufstiegskongress ONLINE ONLY“ digital und kostenfrei verfügbar. Die Deutsche Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement (DHfPG), die BSA-Akademie und die BSA-Zert als Veranstalter des Kongresses präsentieren auch in diesem Jahr ein abwechslungsreiches Programm mit vielen Top-Referenten. Teilnehmende können sich in Foren zu unterschiedlichsten Themen der Fitness- und Gesundheitsbranche über die neuesten Entwicklungen und Erkenntnisse, auch im Hinblick auf die anhaltende Corona-Krise, informieren.
A
ufgrund der derzeitigen Situation findet der Aufstiegskongress, DER Fachkongress für aktive Gesundheitsgestalter, erstmals als reine Online-Veranstaltung unter dem Namen „Aufstiegskongress ONLINE ONLY“ statt. Interessierte können sich auf der Webseite www.aufstiegskongress.de registrieren und noch bis zum 31. Dezember 2020 sämtliche Inhalte kostenfrei abrufen.
Vielfältiges Programm zu hochaktuellen Themen Auch in diesem Jahr widmen sich die Referenten z. B. im Forum „Corona“, Forum Management oder Forum Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) verschiedensten Themengebieten der Branche. In einigen Vorträgen werden
die Corona-Pandemie und deren bisherigen Auswirkungen auf die Fitness- und Gesundheitsbranche näher beleuchtet. Außerdem präsentiert Dr. Sarah Kobel die Ergebnisse ihrer Studie zum Trainingsverhalten von Mitgliedern vor, während und nach der coronabedingten Schließung der Fitnessstudios. Im Diskussionsforum „Lessons learned aus der CoronaKrise“ behandelt Moderator Roman Spitko (DHfPG) mit Henrik Gockel (PRIME TIME fitness), Stefan Lang (STEP SPORTS & SPA) sowie Monica Lanzendörfer (Fit in Haan) die Frage, was man aus der „Corona-Zeit“ lernen kann. Auch der bisherige wissenschaftliche Vorkongress „Up-to-date“ ist unter dem Namen „Forum Wissenschaft“ digital verfügbar. Professoren und Forscher der DHfPG sowie anderer Hoch02/2020 | medical fitness and healthcare
23
schulen präsentieren ihre Erkenntnisse und Forschungsergebnisse im Rahmen von fünf Kurzvorträgen aus den Themengebieten Prävention, Fitness, Sport und Gesundheit. Die Videos zu allen Vorträgen können nach erfolgreicher Registrierung bis zum 31. Dezember unbegrenzt abgerufen und angeschaut werden. Dadurch stehen die Inhalte zum
Beispiel auch für interne Schulungen zur Verfügung. Informieren Sie sich und Ihr Team über die neuesten Trends, Entwicklungen, aktuellste Forschungsergebnisse und Konzepte aus der Praxis für die Praxis. Hier finden Sie einen Auszug aus dem Programm des diesjährigen „Aufstiegskongress ONLINE ONLY“:
Forum Wissenschaft Prof. Dr. Christoph Eifler Effekte eines Krafttrainings nach dem Kieser Training-Konzept bei Rückenschmerzen
Diskussionsforum Lessons learned aus der Corona-Krise Roman Spitko (Moderator)
Carlo Dindorf Data Mining und Maschinelles Lernen in der Bewegungs- und Trainingswissenschaft
Henrik Gockel (PRIME TIME fitness)
Forum Management Niko Russ Wie Kunden zu Fans werden
Monica Lanzendörfer (Fit in Haan)
Dean Gröning Warum eine Finanzplanung für jeden (Fitness-)Unternehmer zu den Basisübungen gehört
Stefan Lang (STEP SPORTS & SPA)
Forum BGM Christoph Mundt Sinnstiftende Arbeit macht gesund und glücklich – Eine neue Perspektive im BGM
Forum „Corona“ Frederik Neust Influencer-Marketing in Krisenzeiten
Sarah Staut Next Level BGM dank Corona?!
Priv.-Doz. Dr. Andreas Schlattmann Nicht nur Corona ist gefährlich – Wie der Lockdown unsere Gesundheit belastet
Das vollständige Programm finden Sie unter aufstiegskongress.de/programm. Nutzen Sie das Online-Angebot und besuchen Sie die Plattform des „Aufstiegskongress ONLINE ONLY“!
02/2020 | medical fitness and healthcare
Branche
24
Veranstaltungen
Foto: Messe Düsseldorf / ctillmann
16. – 19. November:
MEDICA 2020 als „virtual.MEDICA” Die MEDICA 2020 wird als die weltweit führende Informations- und Kommunikationsplattform für die Medizintechnikbranche vom 16. bis 19. November komplett im virtuellen Format stattfinden. Im Rahmen der „virtual.MEDICA” erwartet die Entscheider aus allen Bereichen der Gesundheitswirtschaft dann auf www.virtual.MEDICA.de ein umfangreiches An-
gebot, bestehend aus den drei zentralen Bereichen: „Conference Area” (Konferenz- und Forenprogramm), „Exhibition Space” (Aussteller und Produktneuheiten) sowie „Networking Plaza” (Netzwerken/Matchmaking). Die Folgeveranstaltung MEDICA 2021 wird im nächsten Jahr als hybrides Konzept, bestehend aus der Kombination von Live-Plattformen für Fachbesucher auf dem Düsseldorfer Messegelände und digitalen Angeboten, durchgeführt. https://virtual.MEDICA.de
Fotos: Messe Stuttgart
9. Ausgabe der TheraPro Fachmesse + Kongress in Stuttgart:
TheraPro findet im Februar 2021 statt Vom 5. bis 7. Februar 2021 bietet die TheraPro neben einer umfassenden Produkt- und Dienstleistungspalette zudem Kongresse sowie zahlreiche kostenlose Vorträge, Seminare und Workshops. Durch den erfolgreichen Dreiklang aus Produktschau,
Kongress und Rahmenprogramm hat sich die TheraPro zur begehrten Fachmesse für Therapie, Rehabilitation und Prävention im süddeutschen Raum entwickelt.
Hygiene- und Sicherheitskonzept Bei der Durchführung der TheraPro legen die Veranstalter Wert auf ein den besonderen Gegebenheiten angepasstes Veranstaltungskonzept. „Die gegenwärtige Corona-Situation 02/2020 | medical fitness and healthcare
25
erfordert besondere Maßnahmen, denen wir mit allergrößter Sorgfalt nachkommen. Die TheraPro hat das gesamte ICS Internationale Congresscenter Stuttgart zur Verfügung. Das bedeutet mehr Platz, eine bessere Besucherverteilung und eine flexible, den Erfordernissen angepasste Raumgestaltung. Zudem überarbeitet die Messe Stuttgart mit den zuständigen Behörden fortlaufend ihr Hygiene- und Sicherheitskonzept, das sich stets den aktuellen Gegebenheiten anpasst“, so Andreas Wiesinger, Mitglied der Geschäftsleitung der Messe Stuttgart.
Bedarf nach Austausch und Information „Durch zahlreiche coronabedingte Veranstaltungsverschiebungen war die TheraPro zwischenzeitlich in den Januar 2021 verschoben worden. Wir freuen uns jetzt aber über
die Bestätigung, dass die TheraPro doch vom 5. bis 7. Februar stattfinden kann. Die Branche freut sich und nach monatelanger Krise sehen wir hohen Bedarf für Austausch“, so Rosi Haarer-Becker, die seitens des Georg Thieme Verlags das Programm des Physiokongresses gestaltet.
Das gesamte Spektrum für therapeutische Berufsgruppen Das Spektrum reicht von Therapie- und Fitnessgeräten bis hin zu kompletten Praxiseinrichtungen. Themen wie „Organisation und Verwaltung“, „Beratung und Weiterbildung“ werden vom vielfältigen Messeangebot gleicherweise abgedeckt. Das bewährte interdisziplinäre „Messeduo“, bestehend aus der Verknüpfung der TheraPro mit der MEDIZIN, findet erst im Jahr 2022 wieder statt. www.therapro-messe.de
Fotos: Leipziger Messe GmbH / Tom Schulze
11. bis 13. März 2021:
therapie LEIPZIG Die therapie LEIPZIG bietet als größte Fachmesse mit Kongress für Therapie, Medizinische Rehabilitation und Prävention in Deutschland einen kompletten Marktüberblick. 2019 zeigten 371 Aussteller den 16.800 Messebesuchern ihre Innovationen und aktuelle Branchentrends auf der Leipziger Messe. Den Kongress mit mehr als 200 Symposien, Seminaren und Workshops nutzten rund 3.000 Physio- und Ergotherapeuten, Masseure, Ärzte, Sportwissenschaftler und Sporttherapeuten sowie Führungskräfte von ambulanten Rehazentren, Akut- und Reha-Kliniken zur Fort- und Weiterbildung.
Die nächste therapie LEIPZIG findet vom 11. bis 13. März 2021 auf dem Leipziger Messegelände statt.
Leipzig, Düsseldorf, Hamburg Mit der therapie DÜSSELDORF und der therapie HAMBURG bringt die Leipziger Messe das Veranstaltungsangebot noch näher an die therapeutischen Berufsgruppen im Westen und im Norden Deutschlands. Die therapie DÜSSELDORF 2021 ist als physisches Event mit digitalen Angeboten geplant und findet parallel zur internationalen Fachmesse REHACARE am 8. und 9. Oktober 2021 statt. Die therapie HAMBURG wird in diesem Jahr coronabedingt nicht stattfinden und sticht erst 2021 wieder „in See“: Neuer Termin für die zweite Auflage ist der 22. und 23. Oktober 2021. www.therapie-leipzig.de/wir-sind-therapie/
02/2020 | medical fitness and healthcare
UNSER SERVICE RECHTSBERATUNG Spezialisierte Juristen bieten umfangreiche Beratung u. a. im Studiovertragsrecht, Arbeitsrecht und Datenschutz.
BETRIEBSWIRTSCHAFTLICHE BERATUNG Steuer- & betriebswirtschaftliche Entscheidungen legen den Grundstein für Ihren Erfolg.
DSSV-VORTEILSCLUB Im DSSV-Vorteilsclub von einer Vielzahl an Sonderkonditionen profitieren, u. a. von 20 % auf GEMA- und VG Media-Tarife.
VIELFÄLTIGER SERVICE Umfangreiche Betreuung rund um den Studioalltag, Marketing, Expansion und Konzepte, über 300 hilfreiche Tools und Dokumente.
noch mehr Vorteile nutzen!
www.dssv.de
>>
>> Jetzt Mitglied werden und
>> Wir sind seit über 30 Jahren mit allen unseren Studios Mitglied im DSSV, weil unsere Branche eine starke Stimme braucht.
>>
FERDINAND, MARC UND JOHANNES LINZENICH Inhaber der Linzenich Fitnessgruppe OHG
Branche
28
Strahlenschutz | Anzeige
Fachkunde-Nachweispflicht gilt für alle EMS-Anbieter
Zeit zu handeln – jetzt! Foto: DHfPG/BSA
Die Strahlenschutzverordnung greift durch: Aufgrund der strengeren EMS-Bestimmungen ist es künftig verboten, dass Personen EMS-Training einsetzen, die nicht die geforderte „Fachkunde EMF“ (EMF = Elektromagnetische Felder) nachweisen können! Für EMS-Anbieter kann dies existenzbedrohend werden. Deshalb geht es jetzt darum, kein Risiko einzugehen und die eigenen Mitarbeiter frühestmöglich nach den gesetzlichen Vorgaben zu qualifizieren.
D
as Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit veröffentlichte im März dieses Jahres die neuen Anforderungen u. a. an den Erwerb der „Fachkunde EMF“. Nach Artikel 4 § 4 der Verordnung zum Schutz vor schädlichen Wirkungen nichtionisierender Strahlung bei der Anwendung am Menschen (NiSV) müssen die Betreiber einer Anlage bis spätestens Ende nächsten Jahres nachweisen, dass alle Mitarbeiter, die EMSTraining am Kunden anwenden, ausnahmslos die gesetzlich geforderte Fachkunde besitzen.
Neuer Fachkundenachweis soll Sicherheit erhöhen Wichtigstes Ziel der neu geregelten Fachkunde ist es, sich im Umgang mit nichtionisierender Strahlung am Menschen abzusichern und die Sicherheit zu erhöhen. Hierzu gehört insbesondere die fachgerechte Bedienung der verwendeten Anlagen (Geräte, Einrichtungen oder Quellen) und die Vermeidung der mit den Anwendungen verbundenen Risiken. Die Fachkunde kann durch die Teilnahme an einer geeigneten Schulung erworben und durch den erfolgreichen Abschluss einer Prüfung belegt werden (lt. Anlage 3 der NiSV).
Fortbildung mindestens alle fünf Jahre vorgeschrieben Damit die Fachkunde stets dem aktuellsten Stand entspricht, ist nach § 4 Absatz 3 NiSV mindestens alle fünf Jahre die Teilnahme an einer geeigneten Fortbildung notwendig. Hierin werden unter anderem die für den Anwendungsbereich geltenden Strahlenschutzaspekte, neue technische Entwicklungen und wissenschaftliche Erkenntnisse thematisiert.
Steigende Anforderungen an Bildungsanbieter Mit Inkrafttreten von Artikel 4 der NiSV erhöhen sich auch die Bedingungen für das Lehrpersonal in den Schulungsbetrieben. Neben der fachlichen und didaktischen Qualifikation zur Vermittlung der spezifischen Lerninhalte müssen die Lehrkräfte für den Bereich EMS-Training künftig über eine mindestens einjährige praktische Anwendungserfahrung verfügen, um Übungen an EMS-Anlagen anleiten zu dürfen. Eine weitere neue Voraussetzung betrifft die Anwesenheit von fachärztlichem Personal: Laut Strahlenschutzverordnung dürfen praktische Übungen bei Schulungen zum EMS-Training künftig nur noch unter fachärztlicher Aufsicht erfolgen, was langfristig zu einer weiteren Professionalisierung des Ausbildungssystems beitragen soll.
Jetzt Verantwortung übernehmen und Zukunft des Betriebes schützen! Um den Kunden auch in Zukunft ein sicheres Training zu garantieren, ist es für Betreiber zwingend geboten, so früh wie möglich dafür zu sorgen, dass alle Mitarbeiter nachweislich entsprechend der gesetzlich vorgeschriebenen Anforderungen qualifiziert sind. Mit dem zweitägigen Lehrgang „EMS-Trainer/in“ der BSA-Akademie zum Erwerb der Fachkundekompetenz sind Sie auf der sicheren Seite. Der gesetzlich geforderte Nachweis zur „Fachkunde EMF“ kann anschließend über eine Zertifizierungsprüfung bei der BSA-Zert erworben werden. Nur durch entsprechend qualifiziertes Personal mit dem Nachweis der erforderlichen „Fachkunde EMF“ darf EMSTraining angeboten werden. Handeln Sie jetzt! 02/2020 | medical fitness and healthcare
STRAHLENSCHUTZVERORDNUNG – JETZT FORTBESTAND IHRES BETRIEBES SICHERN
Gesetzlich gefordert: Fachkundekompetenz für alle Mitarbeiter! Qualifikationsmöglichkeit: ■ 2-tägiger Lehrgang EMS-Trainer/in
BSA-Akademie bsa-akademie.de/ems
Prävention, Fitness, Gesundheit
School for Health Management
Branche
30
EMS-Training | Anzeige
Foto: reel
Muskelstabilisation durch medizinisches EMS-Training
Der Physiotherapeut als EMS-Kompetenzpartner „Wir Physiotherapeuten sind als Bewegungs- und Rehabilitationsexperten bestens ausgebildet und sollten dies auch entsprechend rüberbringen“, so in etwa lauteten die Worte eines befreundeten Physiotherapeuten, als wir während der akuten Corona-Krise über die Bedeutung von körperlichem Training diskutierten. „Als Therapeuten und anerkannte Gesundheitsdienstleister sollten wir weit mehr als bisher schon die Chance nutzen, unser Angebot im Bereich Muskelkräftigung bekannt zu machen und zu erweitern.“ Sonderstatus EMS-Training „Im Vergleich zu den klassischen Fitnessstudios hatten Anbieter von EMS-Training während des Corona-Lockdowns einen Sonderstatus: Per Gerichtsbeschluss und Sonderge-
nehmigung konnte EMS-Training in vielen Bundesländern weiter durchgeführt bzw. früher wieder gestartet werden. Die Tatsache, dass diese krisensichere Position auch in Zukunft erhalten bleibt, macht EMS-Training zu einer absolut 02/2020 | medical fitness and healthcare
31
sicheren Investition.“ (fitness MANAGEMENT international 5/2020)
EMS mit langer Tradition im Reha-Bereich „Ihren Ursprung hat die Trainingsmethode in der medizinischen Rehabilitation. Dort wird elektrische Muskelstimulation seit Jahrzehnten therapeutisch eingesetzt, etwa um nach Verletzungen oder Operationen Muskelschwund zu kompensieren oder – mit niedrigerer Stromfrequenz – Schmerz zu lindern,“ schreibt die Stiftung Warentest in ihrer jüngsten Oktober-Ausgabe.
Rückenschmerz – Wissenschaft gibt Sicherheit „In unserer eigenen Untersuchung konnten wir zeigen, dass durch eine medizinische EMS-Behandlung Rückenschmerzen erfolgreich bekämpft werden konnten,“ resümiert PD Dr. Bernd Wegener, Oberarzt an der Ludwig-Maximilians-Universität in München, seine jüngste Studie. „Wir haben 85 Rückenschmerz-Patienten mit EMS-Behandlungen einer weit verbreiteten multimodalen Therapie (gilt als Goldstandard) gegenübergestellt, wobei wir die Studie auf den Aspekt Schmerz und Lebensqualität fokussiert haben. Unsere Kernaussage lautet: Wir haben bei den betreuten Patienten eine signifikante Schmerzlinderung und damit einhergehend eine deutliche Verbesserung der Lebensqualität bewirken können.“
Physiotherapeuten – bestens qualifiziert für funktionelles EMS-Training Um ein dem Rückenschmerz und anderen Krankheitsbildern angemessenes und funktionelles EMS-Training durchführen zu können, bedarf es medizinischer und elektrotherapeutischer Kenntnisse. Physiotherapeuten sind mit orthopädischen und traumatologischen Indikationen bestens vertraut. Sie können sehr gut einschätzen, welche Bewegung
und welche Belastung einem kranken und/oder verletzten Menschen zugemutet werden kann, ohne ihn zu schädigen. Sie verfügen somit dank ihrer Fachkompetenzen über beste Voraussetzungen, um ein wirksames medizinisches Ganzkörper-EMS-Training in ihren Praxen durchführen zu können.
Mit richtiger Positionierung zu neuen Zielgruppen Mehr und mehr Physiotherapeuten nutzen bereits die zahlreichen Vorteile des medizinischen EMS-Trainings und positionieren sich mit funktionellem Muskeltraining auf kleiner Fläche als fortschrittliche Gesundheitsdienstleister. So auch der Physiotherapeut Ole Nauert aus Düsseldorf, der zum überzeugten EMS-Anbieter wurde. „Insbesondere Schmerzpatienten mit eingeschränkter Bewegungsfähigkeit (z. B. Bandscheibenvorfall, Knie-TEP, Beckenbodeninsuffizienz) profitieren vom Training mit miha bodytec. Hier spreche ich aus eigener Erfahrung. Nach einem BSV L4/L5 war ich bewegungsunfähig. Mit der Unterstützung der EMS-Therapie konnte ich ohne größere Belastung meine Rumpfmuskulatur stärken und kam dadurch um eine OP herum“, fasst er seine positiven Erfahrungen zusammen.
EMS-Training in der Therapie – quo vadis? Für alle Beteiligten muss es das Ziel sein, die positiven Erfahrungen aus der Orthopädie auch auf andere Indikationen zu übertragen und mit Studien wissenschaftlich zu evaluieren. Ob in der Onkologie, Neurologie, Kardiologie oder Psychiatrie – nur die wissenschaftliche Evidenz schafft Sicherheit und steigert langfristig die Akzeptanz des medizinischen EMS-Trainings im Gesundheitsmarkt. Darüber hinaus müssen die gewonnenen Erkenntnisse Eingang in die medizinische und therapeutische Ausbildung finden, um das Potenzial der Behandlung hinsichtlich Prävention und Therapie nutzen zu können.
Fotos: miha bodytec GmbH
Burkhard M. Peters Diplom Sportwissenschaftler mit Schwerpunkt Sportmedizin und Trainingslehre Leitung miha bodytec healthcare E-Mail: bp@miha-bodytec.de
02/2020 | medical fitness and healthcare
Branche
32
Marketing | Anzeige
Physiotherapeuten und die Selbstzahlerleistungen
Traum oder doch Wirklichkeit?
Foto: Photographee.eu – stock.adobe.com
E
s klingt erst einmal wie ein Traum: Die systematische Vermittlung von zusätzlicher Behandlungszeit als Selbstzahlerleistung durch Ihre Therapeuten und der anschließende Transfer von Patienten in Ihren Trainingsbereich und somit in eine selbstzahlende Mitgliedschaft wäre zu schön! So könnten die Rahmenbedingungen der Therapeuten verbessert (z. B. durch eine 40-Minuten-Taktung oder leistungsgemäße Bezahlung), könnte die Gesundheit der Patienten (nachhaltig) gefördert und auch die finanzielle Situation der gesamten Praxis gesteigert werden. Doch leider schafft das noch kaum eine Therapie und der Traum von dieser Winwin-win-Situation bleibt ein Traum … Doch muss das sein? Auf keinen Fall! Es gilt, erst einmal zu analysieren, wo es genau bei dieser Wunschvorstellung in vielen Therapiepraxen „hakt“. Und das ist schnell auf den Punkt gebracht: Ein Physiotherapeut lernt in seiner Ausbildung nicht, seine Leistung klar und strukturiert zu empfehlen, sprich, zu verkaufen. Er ist somit darin ungeübt und fühlt sich unsicher. Das bringt wiederum ein Gefühl von Angst mit sich, davor, nicht richtig verstanden zu werden und somit auch vor einer Verneinung seitens des Patienten. Was also fehlt, ist das Wie und somit die kommunikative Fähigkeit bei der Empfehlung. Doch genauso wie Sie und ich Fahrradfahren gelernt haben, kann jeder Mensch auch diese kommunikative Fähigkeit des Empfehlens erlernen. Also verzweifeln Sie nicht! Denn für Ihren Traum einer besseren (Arbeits-)Welt gibt es Lösungen und ein aus der Praxis erprobtes System. Dieses beinhaltet eine speziell entwickelte Empfehlungspsychologie für Physiotherapeuten, die die Kommunikation mit dem Patienten leicht, zielführend und erfolgreich macht. Durch ein Schulungskonzept und digitale Hilfsmittel wird diese Fähigkeit leicht erlernt
Foto: Volker Beushausen
Thomas Kämmerling Physiotherapeut, Sachverständiger für Gesundheitsanbieter des DSSV, Physio-Spezialist der Experten Allianz für Gesundheit e.V., Internationaler Referent zum Thema Leistungskommunikation, Geschäftsführer KWS GmbH E-Mail: kontakt@kws-schwerte.de
und außerdem mit einem einheitlichen Arbeitsprozess versehen. Dieser Prozess ist ehrlich und transparent, ganz auf den Nutzen des Patienten ausgerichtet und sorgt gleichzeitig für eine Erhöhung der Rentabilität Ihrer Therapie. Erfolg spricht für sich. Mit einem so gestalteten Empfehlungssystem für Physiotherapeuten werden aus einem „Sechser-Rezept“ durchschnittlich 60 Prozent selbstzahlende Behandlungszeit generiert und bis zu 35 Prozent selbstzahlende Patienten für den Bewegungsbereich gewonnen. Wir sprechen hier von Mitgliedschaften mit einer Laufzeit von 24 Monaten und einem Beitrag von 70 bis 80 EUR pro Monat. Auch Ihre Therapeuten sind dazu in der Lage, wenn Sie bereit sind, in Ihre Mitarbeiter zu investieren und erneut an sie zu glauben. Wenn Sie etwas verändern wollen, dann müssen Sie umdenken, nur dann ergeben sich Chancen. Mein Rat: Haben Sie Mut zur Veränderung.
Checkliste für die erfolgreiche Vermittlung von Selbstzahlerleistungen: - Empfehlungsaussprache bereits nach der ersten Behandlung. Nach abgeschlossener Behandlung ist der Leidensdruck (kurzfristig) verschwunden und die Notwendigkeit für Selbstzahlung (Behandlung, Training etc.) fehlt. Die Empfehlung muss im Erstgespräch erfolgen. - Schriftlich fixierter Ablauf bei Ersttermin mit Neupatienten. Ohne feste Strukturen überlassen Sie den Erfolg dem Zufall. - Digitalisiertes Selbsterkenntnisgespräch des Patienten. Der Bedarf und Nutzen für „mehr Leistung“ wird erkannt, gefestigt und automatisch festgehalten. Es darf sich dabei nicht um eine plumpe Anamnese handeln. - Einheitliche Leistungskommunikation der Therapeuten. Hier gibt es viele spezielle Schlüsselsätze. Lassen Sie sich von Spezialisten helfen und greifen Sie auch hier auf Digitalisierung zurück, um es den Therapeuten einfacher zu machen. - Regelmäßige Schulung des Systems mit den Therapeuten. Wie bei jedem Profisportler gilt: Nur regelmäßiges Training mit dem Spezialisten/Coach verhilft Ihnen zu Höchstleistungen. 02/2020 | medical fitness and healthcare
HARDWARE
SOFTWARE
SERVICES
CONCEPTS
MILON Q EINFACH, SICHER, EFFEKTIV Die Kraft- und Ausdauergeräte der milon Q Serie bieten optimale Lösungen für therapeutische und medizinische Einrichtungen mit allen Vorteilen von elektronisch gesteuerten Trainingsgeräten. Alle Produkte der MED-Serie entsprechen den Anforderungen des Medizinproduktegesetzes MPG.
edical
Vereinbaren Sie Ihren persönlichen Beratungstermin unter milon.com/kontakt
Der Einsatz der milon Q Geräte in Rehakliniken, Physiotherapien und modernen Fitnessund Gesundheitseinrichtungen erleichtert dem Patienten die einfache Weiterführung des Trainings aus der Rehabilitation heraus in eine ihm bereits bekannte Systematik des gesundheitsorientierten Trainings. Diese Symbiose aus dem ersten und zweiten Gesundheitsmarkt schafft ein nachhaltiges und effektives Trainingsangebot für jeden Menschen.
Branche
34
Recht
Geringfügige Beschäftigung – mit den Änderungen seit 2019
Minijob, Midijob und kurzfristige Beschäftigung
Foto: Fokussiert – stock.adobe.com
Text: Ernst Stilke
Geringfügige Beschäftigungsverhältnisse sind sowohl für Arbeitgeber als auch für Arbeitnehmer attraktiv: Diese Minijobs bieten gerade für unterschiedlich stark frequentierte Physiotherapiepraxen eine große Flexibilität und sind nach deutschem Recht in der gesetzlichen Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung nicht in vollem Umfang versicherungspflichtig.
E
s lohnt sich für Praxisbetreiber, sich mit der Rechtslage rund um Minijobs zu beschäftigen, wenn sie einen Mitarbeiter möglichst kostengünstig und rechtssicher in Teilzeit beschäftigen möchten. In diesem Artikel sollen die folgenden Möglichkeiten erläutert werden: 1. Der Minijob oder 450-Euro-Job mit einem Arbeitsentgelt von monatlich bis 450 EUR 2. Der Midijob – Arbeitsentgelt derzeit zwischen monatlich 450,01 und 1.300 EUR 3. Die sogenannte kurzfristige Beschäftigung für drei Monate oder 70 Arbeitstage All diese Beschäftigungsformen sind verpflichtend bei der Minijob-Zentrale anzumelden (www.minijob-zentrale.de). Für Praxisinhaber sind hier die Unterschiede zwischen den Beschäftigungsformen hinsichtlich der verminderten Arbeitnehmerbeiträge nach den sozial- und steuerrechtlichen Anforderungen zu beachten. Arbeitsrechtlich haben die Arbeitnehmer die gleichen Rechte und Pflichten wie ein in Vollzeit beschäftigter Mitarbeiter. Hierzu gehören nicht nur der Kündigungsschutz und die Entgeltfortzahlung im Fall der Arbeitsunfähigkeit, sondern auch der Anspruch auf bezahlten Erholungsurlaub von mindestens vier Wochen (§ 3 BurlG).
Minijob Für Beschäftigungsverhältnisse aus der Kategorie „Minijob“ sind von dem Arbeitgeber in der Regel Pauschalbeiträge entsprechend des Arbeitsentgelts (bis 450,00 EUR) in Höhe von 13 Prozent zur Krankenversicherung – soweit ansonsten schon eine Mitgliedschaft in der gesetzlichen Krankenversicherung vorliegt – und 15 Prozent zur Rentenversicherung sowie regelmäßig zwei Prozent pauschale Lohnsteuer zu entrichten, falls nicht die individuellen Besteuerungsmerkmale heranzuziehen sind. Die Kosten für den Inhaber können sich dabei – unter Hinzufügung von anteiligen Umlagen und Beiträgen zur Unfallversicherung – zu einem Arbeitgeberbruttobetrag von circa 590 EUR summieren. Der Arbeitnehmer kann daneben aus seinem Entgelt einen Anteil von derzeit 3,9 Prozent in seine Rentenversicherung einzahlen, um die damit verbundenen Vorteile auf Ansprüche aus der Rentenversicherung zu nutzen. Will der Arbeitnehmer das nicht, muss er schriftlich einen (von der Praxis zur Verfügung gestellten) Befreiungsantrag stellen, der ebenfalls an die Minijob-Zentrale weitergeleitet werden muss. Ein Arbeitnehmer kann mehrere Minijobs zugleich ausüben. Da diese zusammengerechnet werden, dürfen sie in der Summe den Betrag von regelmäßig 450 EUR monatlich 02/2020 | medical fitness and healthcare
35
nicht überschreiten. So darf im Jahresmittel der Höchstbetrag von 5.400 EUR nicht überschritten werden. Auf der Website der Minijob-Zentrale sind hierzu weitergehende Informationen und ein Berechnungstool zu finden.
Besonderheiten bei Abrufarbeitsverhältnissen Eine Verschärfung beim Teilzeit- und Befristungsgesetz hat der Gesetzgeber für die Minijobs auf Abruf vorgenommen. Schon vorher sollte im Arbeitsvertrag für den Arbeitnehmer eine Arbeitsleistung entsprechend des erwarteten Arbeitsanfalls vereinbart werden. Es ist also eine bestimmte Dauer der wöchentlichen und täglichen Arbeitszeit festzulegen und schriftlich zu vereinbaren. Wurde das nicht im Vorhinein schriftlich niedergelegt, unterstellt die Sozialversicherung (Betriebsprüfer!) eine regelmäßige wöchentliche Arbeitszeit von mindestens zehn Stunden. Seit dem 1. Januar 2019 gilt jedoch – ohne schriftliche Vereinbarung – eine Arbeitszeit von 20 Stunden wöchentlich als vereinbart! Eine schriftliche Festlegung der Arbeitszeit ist daher dringend anzuraten. Wird die tägliche Arbeitszeit in einem Abrufarbeitsverhältnis nicht festgelegt, ist der Arbeitnehmer jeweils für mindestens drei zusammenhängende Stunden in Anspruch zu nehmen. Darüber hinaus sind noch die Erhöhungsgrenzen in Abweichung von der Vereinbarung oder die Unterschreitungsgrenzen sowie die Benachrichtigung für den Abruf vier Tage zuvor zu beachten. Bei falscher oder unterlassener Eingrenzung ist schnell mit Nachforderungen der Sozialversicherung in fünfstelliger Höhe (!) zu rechnen, z. B. rückwirkend für drei Jahre. Für Nachforderungen wird der sogenannte Phantomlohn für berechnete, aber nicht geleistete Arbeitszeit zugrunde gelegt. Dieser überschreitet oft nicht nur die Geringverdienstgrenze, es entstehen auch Sozialversicherungspflicht und Steuern in erheblicher Höhe (20 Stunden wöchentlich x mindestens 9,35 EUR Mindestlohn x 4,33 als monatliche Berechnungsgröße). Hinzuzufügen ist der Entgeltanspruch des Arbeitnehmers für diese Zeit.
1,2 Prozent und die Beiträge zur Unfallversicherung sowie die pauschale Lohnsteuer – je nach Fall 25 oder 20 Prozent, hier an das Betriebsstättenfinanzamt und nicht an die Minijob-Zentrale – zu leisten. Dieses Arbeitsmodell war zunächst bis Ende 2018 befristet und ursprünglich für Saisonarbeiter, Schüler, Studenten und kurzfristige Vertretungen gedacht. Diese zeitliche Befristung wurde 2019 aufgehoben. Auch bei der geringfügigen Beschäftigung ist die Entgeltgeringfügigkeitsgrenze von 450 EUR monatlich wieder relevant. Diese Grenze gilt allerdings nur bei berufsmäßiger Beschäftigung, d. h., wenn der Job für die in Betracht kommende Person nicht von untergeordneter wirtschaftlicher Bedeutung ist, ansonsten ist das Entgelt in der Höhe nicht beschränkt. Das Problem ist ausgeschlossen, wenn neben diesem Job eine Hauptbeschäftigung ausgeführt wird, die den Lebensunterhalt sichert. Bei der kurzfristigen Beschäftigung kann das Arbeitsentgelt brutto gleich netto an den Beschäftigten ausgezahlt werden, da bei diesem Arbeitsverhältnis keine Sozialabgaben und kein Lohnsteuerabzug zu berechnen sind und der Arbeitgeber nur mit einem Pauschalbetrag von 25 Prozent belastet wird. Der Arbeitnehmer muss ausdrücklich erklären, dass keine Beiträge an die Rentenversicherung abgeführt werden sollen. Das ist möglich, wenn Rentenbeitragszahlungen aus einem anderen Arbeitsverhältnis, aus Freiwilligkeit oder eine Befreiung vorliegen.
BDA-Checkliste für DSSV-Mitglieder Für die hier dargestellten Minijobs wurde von der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände e. V. (BDA) eine hilfreiche Checkliste entwickelt, die auch auf der Seite der Minijob-Zentrale oder der Website des DSSV von Mitgliedern heruntergeladen werden kann. Jede Praxis, die einen Minijob vergeben will, sollte mit dieser Checkliste die Prüfung der sozialversicherungsrechtlichen Voraussetzungen für den bestimmten Arbeitnehmer beginnen und das Ergebnis dann von diesem unterzeichnen lassen.
Midijob
Kurzfristige Beschäftigung Bei der kurzfristigen Beschäftigung, die auf drei Monate oder 70 Arbeitstage pro Kalenderjahr begrenzt ist, muss der Arbeitgeber keine pauschalen Sozialabgaben zahlen, da die Pflicht hierzu nur für die Entgeltgeringfügigkeit gilt. Allerdings sind trotzdem die Umlagen U1 (Krankheit), U2 (Mutterschutz) und U3 (Insolvenzgeld) von zusammen regelmäßig 02/2020 | medical fitness and healthcare
Foto: Klaudia Lech
Als Midijobs werden Arbeitsverhältnisse mit einem erzielten Arbeitsentgelt von monatlich 450,01 EUR bis 1.300 EUR bezeichnet. In dem als „Übergangszone“ benannten Entgeltbereich übernimmt der Arbeitgeber die Sozialversicherungsbeiträge in voller Höhe und der Arbeitnehmer einen verminderten Beitrag entsprechend des gleitenden Entgelts von vier Prozent bei 450,01 EUR bis zum vollen Beitrag ansteigend. Der Arbeitnehmer hat dabei den umfassenden Anspruch auf alle Leistungen der Sozialversicherung. Durch dieses Konstrukt soll der Übergang von einem 450-EuroMinijob zu umfangreicherer Beschäftigung abgefedert werden. In der Rentenversicherung werden Entgeltpunkte nach Maßgabe der Beiträge ermittelt.
Ernst Stilke, DSSV-Jurist Zu allen rechtlichen Fragen rund um den Studioalltag bietet die Rechtsabteilung des DSSV im Rahmen einer bestehenden Mitgliedschaft die Möglichkeit, eine kostenlose rechtliche Erstberatung mit Einschätzung der Rechtslage zu erhalten, beispielsweise nach Erhalt einer Attestkündigung, zur Überprüfung von Vertragsklauseln oder zu arbeitsrechtlichen Themen. www.dssv.de
Branche
36
Umsatzsteuerrecht
Fotos: pixelaway, Andrey Popov – stock.adobe.com
Physios & Fitnessstudios – welche Leistungen sind umsatzsteuerpflichtig
Umsatzsteuer: die medizinische Indikation entscheidet Text: Werner Kündgen
Für Umsätze aus Heilbehandlungen und Pflegeleistungen sind bei der Besteuerung Befreiungen vorgesehen. Aufgrund der Dynamik des Fitness- und Gesundheitsmarktes kommen kontinuierlich neue Therapieformen auf den Markt, über deren umsatzsteuerrechtliche Einordnung Unternehmer sich mit ihrem Finanzamt auseinandersetzen müssen. Für welche therapeutischen oder präventiven Leistungen von Gesundheitsdienstleistern aus welchen Gründen der ermäßigte Umsatzsteuersatz anzuwenden ist oder eine Umsatzsteuerbefreiung vorliegt, erläutert Werner Kündgen anhand von Beispielen aus der Praxis.
D
ie folgende Erklärung ist ein Auszug aus einem Betriebsprüfungsbericht des Finanzamtes, mit dem die Steuerbehörden die Umsatzsteuerbefreiung für Gesundheitsleistungen ablehnen: „Die Steuerbefreiung nach § 4,14 UStG [Umsatzsteuergesetz] für die Erlöse aus so genannten „Dornmassagen“ und des „BackChecks“ wurde mit der Begründung versagt, dass der Steuerpflichtige gem. § 124,2 SGB V von den zuständigen Stellen der gesetzlichen Krankenkassen weder zugelassen sei noch über den entsprechenden Befähigungsnachweis verfüge oder die von ihm verabreichten Leistungen in dem Leistungskatalog des § 92 SGB V enthalten seien.”
Befreiungsvorschrift des EU-Gemeinschaftsrechts ABER: Diese Auffassung der Steuerbehörden entspricht nicht den Anforderungen des EU-Gemeinschaftsrechts, die die Eu-
ropäische Gemeinschaft zur Umsetzung der 6. EG-Richtlinie zur Harmonisierung des Umsatzsteuerrechts erheben. Nach Art. 13 Teil A Abs. 1 Buchst. c der Richtlinie 77/388 EWG befreien die Mitgliedstaaten die Heilbehandlungen im Bereich der Humanmedizin von der Umsatzsteuer, die im Rahmen der Ausübung der ärztlichen und arztähnlichen Berufe erbracht werden. Diese Berufe werden von den betreffenden Mitgliedstaaten definiert. Unter den Begriff der Heilbehandlung fallen alle Leistungen, die der Vorbeugung der Behandlung und, soweit möglich, der Heilung von Krankheiten oder Gesundheitsstörungen dienen. An erster Stelle ist entscheidend, dass die jeweilige Tätigkeit Teil eines konkreten, individuellen Leistungskonzeptes ist, mit dem ein therapeutischer Zweck verfolgt wird. Der zweite Teil der Befreiungsvorschrift bestimmt, dass nur Träger eines ärztlichen bzw. arztähnlichen Berufes als 02/2020 | medical fitness and healthcare
37
Leistungserbringer fungieren dürfen. Die Definition hierüber obliegt den einzelnen Mitgliedstaaten – allerdings nur im Rahmen eines pflichtgemäßen Ermessens dahingehend, dass die Ziele der 6. EG Richtlinie oder die Grundsätze des Gemeinschaftsrechtes nicht verfehlt werden. Insbesondere darf nicht gegen den Grundsatz der Gleichbehandlung von Leistungserbringern verstoßen werden, der im Bereich der Mehrwertsteuer als Maßgabe der steuerlichen Neutralität von zu befreienden Leistungen zum Ausdruck kommt. Das heißt, dass die steuerliche Neutralität es verbietet, gleichartige und damit im Wettbewerb stehende Dienstleistungen – hier: Heilbehandlungen im Bereich der Humanmedizin – hinsichtlich der Mehrwertsteuer unterschiedlich zu behandeln. Wenn also der Träger eines arztähnlichen Berufes, z. B. ein staatlich anerkannter Trainer für Sportrehabilitation gemäß § 4 Nr. 14 Satz 1 UStG, eine auf die zu behandelnde Person (Patient) abgestimmte und damit individuelle Rückenbehandlung durchführt, die entweder zur Vorbeugung oder zur Behandlung eines Rückenleidens (z. B. Skoliose) dient, dann ist dieses Rückentraining von der Umsatzsteuer zu befreien! Diese Vorschrift greift auch für Personen, die eine „ähnliche heilberufliche Tätigkeit“ im Sinne des § 18 Abs. 1 Nr. 1 EStG (Einkommensteuergesetz) ausüben.
Regelungen der beruflichen Befähigungen Gemäß der Rechtsprechung des Gerichtshofes der Europäischen Union (EuGH) müssen die Heilbehandlungen einen therapeutischen Zweck haben. Daraus folgt aber nicht, dass die therapeutische Zweckbestimmung in einem besonders engen Sinne zu verstehen ist. Insoweit sind auch Leistungen, die zum Zweck der Vorbeugung erbracht werden, von der Umsatzsteuer zu befreien. Selbst wenn sich herausstellen sollte, dass die betreffenden Personen an keiner Krankheit oder Gesundheitsstörung leiden, steht die Einbeziehung solcher vorbeugenden Leistungen in den Begriff „Heilbehandlungen im Bereich der Humanmedizin“ dennoch im Einklang mit dem Zweck, die Kosten „ärztlicher Heilbehandlung“ zu senken und damit für den Einzelnen zugänglicher zu machen (BFH v. 10.3. 05, V R 54/04 und 11.11.04, V R 34/02). Diese Rechtsgrundsätze wurden durch höchstrichterliche Rechtsprechung herausgearbeitet, z. B. vom Bundesverwaltungsgericht (BVG v. 29.10.99, II BvR 1264/90, BStBl. II 2000,155 sowie 10.11.99, BvR 1820/92, BStBl. II 2000,158) und vom Bundesfinanzhof (BFH v. 12.8.04, V R 18/02 und 11.11.04, V R 34/02). Demnach ist völlig unerheblich, ob überhaupt berufsrechtliche Regelungen vorhanden sind oder – wenn solche vorhanden sind – ob diese mit den zugrunde liegenden berufsrechtlichen Regelungen eines Katalogberufes des § 4,14 UStG vergleichbar sind (BFH v. 12.8.04, V R 18/02). Wenn an der beruflichen Befähigung des Leistungserbringers, wie im hier zu beurteilenden Fall, keine Zweifel bestehen, kommt es auf die Frage, ob die erbrachten Dienstleistungen in dem Heilmittel-Richtlinien-Katalog des § 92 Abs. 1 SGB V enthalten sind, nicht mehr an (Finanzgericht Rheinland-Pfalz (FG Rhl.-Pfalz) v. 30.08.2005, 2 K 1393/01). Insbesondere in diesem Urteil, in dem die bis dato entwickelten Rechtsgrundsätze zusammengefasst sind, heißt es im Absatz 6 der Entscheidungsgründe eindeutig: 02/2020 | medical fitness and healthcare
„Unerheblich ist auch, ob die zu Grunde liegenden berufsrechtlichen Regelungen des Katalogberufes mit denen des zu beurteilenden Berufes vergleichbar sind, bzw. ob für den Vergleichsberuf überhaupt berufsrechtliche Regelungen existieren“ (FG Rhl.-Pfalz v. 30.08.2005, 2 K 1393/01).
Leistungen als Heilbehandlungen qualifiziert Das Fehlen einer berufsrechtlichen Regelung ist für sich allein genommen kein Hinderungsgrund für die Befreiung von der Umsatzsteuer. Gemäß § 26 Abs. 2 des SGB IX umfassen die Leistungen zur medizinischen Rehabilitation vor allem die Behandlung durch Ärzte, Zahnärzte und durch Angehörige anderer Heilberufe, soweit deren Leistungen unter ärztlicher Aufsicht oder auf ärztliche Anordnung ausgeführt werden. Für die Umsatzsteuerbefreiung ist allein entscheidend, ob die jeweilige Tätigkeit Teil eines konkreten, individuellen therapeutischen Leistungskonzeptes ist (NWB Nr. 36 v. 04.09.2006 S 3017). Soweit die erbrachten Leistungen als Heilbehandlungen qualifiziert werden können und sich nicht als Hilfen im Bereich der allgemeinen Lebensführung darstellen, sind sie von der Umsatzsteuer zu befreien. Davon ist immer dann auszugehen, wenn die verabreichten Maßnahmen an der Krankheit und deren Ursachen ansetzen und eben nicht nur darauf abzielen, die Auswirkungen der Erkrankung auf die Lebensgestaltung aufzufangen oder abzumildern (BFH v. 01.02.2007 V R 64/05). Insoweit sind lediglich Maßnahmen im Bereich der Primärprävention (am gesunden Menschen) umsatzsteuerpflichtig. Maßnahmen der Sekundär- und Tertiärprävention (bei vorhandenen medizinischen Indikationen) sind als Maßnahmen im Bereich der Humanmedizin zur Vorbeugung und Behandlung von Gesundheitsstörungen anzusehen und somit umsatzsteuerfrei. Umsatzsteuerbefreiung im vorliegenden Fall Kommen wir zurück zu der Erklärung aus dem Betriebsprüfungsbericht des Finanzamtes, mit dem die Steuerbehörden die Umsatzsteuerbefreiung für Dornmassagen und den BackCheck zunächst abgelehnt hatten. Die Dornbehandlung gehört als manuelle therapeutische Maßnahme zu den physikalischen Therapien und muss in Verbindung mit der Breuß-Massage unter Punkt 17. A1.7.1 der Heilmittel-Richtlinien gem. § 92 SGB V, III. A subsumiert werden. Insbesondere sind solche Behandlungen im Leistungsangebot vieler Heilpraktiker enthalten und werden von den privaten Krankenkassen erstattet. Ebenso verhält es sich mit den Leistungen aus dem BackCheck, mit dem nicht ein gezieltes Rückentraining verbunden ist – obwohl auch dies eindeutig als Heilbehandlung zu qualifizieren wäre –, sondern es handelt sich hierbei um das Feststellen (Diagnostizieren) von Gesundheitsstörungen im Rückenbereich. Die dabei gewonnenen Messergebnisse werden ausgewertet, um daraufhin ein gezieltes Rückentrainingsprogramm für den Patienten zu entwickeln. Derart isolierte Erlöse unterliegen nicht der Umsatzsteuer. Entscheidend ist vielmehr, dass die Mitglieder der Gruppen der Heilhilfsberufe in ihrem jeweiligen Teilbereich der Heilkunde als Helfer des Arztes eingesetzt sind (BFH v. 29.1.1998 V R 3/96 Entscheidungsgründe III Nr. 4 b letzter Satz).
Branche
38
Umsatzsteuerrecht
Foto: aumnat, Andrey Popov – stock.adobe.com
Dies ist auch dann gegeben, wenn man z. B. nicht staatlich anerkannter Masseur ist, weil die Umsatzsteuerbefreiung für die ärztlich verordneten Tätigkeiten gefordert wird.
Die Einordnung von Heilbädern
Behandlung zum Schutz der menschlichen Gesundheit Einem Urteil des BFH vom 28. August 2014 (V R 24/13, BStBl II 2015, 194) entsprechend, muss ein Heilbad (dazu zählnen
Foto: privat
Ein Artikel in den NWB – Fachinformationen zum Steuerund Wirtschaftsrecht und zum Rechnungswesen des NWB Verlages (Nr. 51 v. 19.12.2011) nennt weitere ärztlich verordnete Tätigkeiten. Danach gehören zu den Heilbädern im Sinne des § 12 Abs. 2 Nr. 9 UStG, für die ein ermäßigter Umsatzsteuersatz von sieben bzw. fünf Prozent gilt, auch z. B. Physio- oder Elektrotherapie bzw. Heilgymnastik und Behandlungen in pneumatischen Kammern sowie Glühlicht, also nicht nur typische Massage- und Therapieleistungen. Lediglich reine Wellnessbehandlungen sind ausgenommen. Im Sinne von § 4 der Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses über die Verordnung von Heilmitteln in der vertragsärztlichen Versorgung (Heilmittel-Richtlinie/ HeilM-RL) wird in Verbindung mit dem sogenannten Heilmittelkatalog festgelegt, welche Heilmittel in Deutschland verordnungsfähig sind. Die Heilmittel-Richtlinie und der Katalog verordnungsfähiger Heilmittel nach § 92 Abs. 6 SGB V (Zweiter Teil der Heilmittel-Richtlinie) sind auf der Internetseite des Gemeinsamen Bundesausschusses unter „Richtlinien“ (https://www.g-ba.de/ richtlinien/12/) zum Herunterladen verfügbar (s. Abschn. 12.11 Abs. 3 Satz 3 Umsatzsteuer-Anwendungserlass (UStAE)). Die Verabreichung des Heilbades nach diesen Vorschriften ist als Heilmittel verordnungsfähig, unabhängig davon, ob eine ärztliche Verordnung tatsächlich vorliegt (Abschn. 12.11 Abs. 3 UStAE i. d. F. des BMF-Schreibens vom 28.10.2014, BStBl I 2014, 1439 ab 1.7.2015). Als verordnungsfähig anerkannt sind danach beispielsweise Peloidbäder und -packungen, Inhalationen, Elektrotherapie, Heilmassage, Heilgymnastik und Unterwasserdruckstrahl-Massagen. Für diese Maßnahmen kommt eine Steuerermäßigung nach § 12 Abs. 2 Nr. 9 UStG in Betracht, sofern sie im Einzelfall nicht nach § 4 Nr. 14 UStG steuerfrei sind.
auch Elektrotherapie und Heilgymnastik) zweckbestimmt der Behandlung einer Krankheit oder einer anderen Gesundheitsstörung dienen. Die Bezeichnung „Heilbad“ im Sinne der nationalen Norm ist richtlinienkonform im Sinne des Begriffs „Thermalbehandlung“ in Kategorie 17 des Anhangs III der Mehrwertsteuersystemrichtlinie (MwStSystRL) auszulegen. Die Thermalbehandlung muss bei gebotener enger Auslegung im Rahmen einer medizinischen Heilbehandlung erfolgen und damit Heilzwecken dienen. Dies folgt aus der Zusammensetzung von „thermal” und „Behandlung” und aus deren Gleichsetzung mit „medizinischen Versorgungsleistungen“ und „zahnärztlichen Leistungen“ in Kategorie 17 des Anhangs III der MwStSystRL. Dementsprechend muss auch die Verabreichung eines Heilbades der Behandlung einer Krankheit oder einer anderen Gesundheitsstörung und damit dem Schutz der menschlichen Gesundheit dienen (BFH Urteil vom 12.5.2005, V R 54/02, BStBl II 2007, 283). Wird die Verabreichung eines Bades nicht zu Heilzwecken durchgeführt, sondern erfolgt sie aus anderen Gründen, insbesondere zum Zwecke der Erholung oder des Wohlbefindens, liegt keine Verabreichung eines Heilbades vor. Diese Abgrenzung kann zur Anwendung unterschiedlicher Steuersätze führen, wenn der Unternehmer das Heilbad zu therapeutischen Zwecken einerseits und zu Erholungszwecken andererseits verabreicht.
Werner Kündgen • Vizepräsident des DSSV und des Bildungs-Institutes Deutscher Sportstudio Verband e. V. • Steuerberater • Vereidigter und öffentlich bestellter Sachverständiger • Leiter der Steuerabteilung und politischer Sprecher des DSSV www.dssv.de
02/2020 | medical fitness and healthcare
MITARBEITER QUALIFIZIEREN – UNTERNEHMEN STÄRKEN! Vertrauen Sie auf das BSA-Lehrgangssystem ■
■
■
■
Mehr als 70 nebenberufliche Lehrgänge in 11 Fachbereichen Schrittweise Qualifizierung bis zum Fachwirt für Prävention und Gesundheitsförderung (IHK) Kompakte Präsenzphasen an Lehrgangszentren in Deutschland und Österreich Start jederzeit möglich
BSA-Akademie bsa-akademie.de/mfhc
Prävention, Fitness, Gesundheit
School for Health Management
Fachartikel
40
Zweiter Gesundheitsmarkt
Zwischen Therapie und Training: Praxistipps für die Umsetzung
Selbstzahlerbereiche als Erfolgsmodell Foto: Robert Kneschke – stock.adobe.com
Text: Sascha Tetzlaff
Die Unternehmensfinanzierung im Gesundheitssystem und der Fachkräftemangel sind nur zwei von vielen Herausforderungen für niedergelassene Physiotherapeuten in der heutigen Zeit. Da scheint eine Erweiterung des Angebots hinsichtlich des seit Jahren wachsenden zweiten Gesundheitsmarkts für viele eine attraktive Option. Doch der Eintritt bringt oft einen zeitlichen Mehraufwand und finanzielle Risiken mit sich: Was Sie bei der Planung beachten sollten und auf welche Erfolgsfaktoren es in der Praxis ankommt, erfahren Sie hier.
T
rotz erster Weiterentwicklungen in der Berufsausbildung, neuer Tätigkeitsfelder und verschiedener Reformen sieht sich der Berufsstand der Physiotherapeuten bereits seit einigen Jahren wachsenden Problemen und Veränderungen im ersten Gesundheitsmarkt gegenüber. Neben gesetzlich veränderten Rahmenbedingungen, der Abhängigkeit vom gesetzlichen Kassensystem und der ärztlichen Verordnungspraxis sind das vor allem die Finanzierung
und der allgegenwärtige Fachkräftemangel. Laut der „Wirtschaftlichkeitsanalyse ambulanter Therapiepraxen“ (kurz: WAT-Gutachten) ist langfristig nur mit einer deutlich erhöhten Vergütung (je nach Heilmittelbereich 42 bis 92 %) der Behandlung gesetzlich versicherter Patienten eine wirtschaftliche Praxisführung möglich (IFK, 2020). Dazu stellt vor allem auch der Fachkräftemangel die über 38.000 in Deutschland niedergelassenen Physiotherapeuten bzw. Physiotherapiepraxen vor Herausforderungen. Die Bundesagentur für Arbeit nahm Physiotherapeuten in ihre „Fachkräfteengpassanalyse“ bereits 2016 als Berufsgruppe mit einem erheblichen Fachkräftemangel auf. Durch die knappe Ressource „Mitarbeiter“ sind die Wachstumsmöglichkeiten für das Geschäftsmodell der „klassischen“ Physiotherapie oftmals stark limitiert.
Steigende Nachfrage nach Gesundheitsangeboten Dem gegenüber steht durch verstärkte mediale Aufmerksamkeit und ein zunehmendes Gesundheitsbewusstsein eine gestiegene Nachfrage nach Dienstleistungen im zweiten Gesundheitsmarkt. Seit Jahren ist Fitness- und Gesundheitstraining als mitgliederstärkste Trainingsform in Deutschland etabliert und zeigt ein stetiges Wachstum (DSSV, 2020). Durch die immer umfangreichere Studienlage zur positiven Indikation von Muskeltraining als Prävention und Behandlung einer Vielzahl von Erkrankungen zeichnet sich schon lange ein Trend zum ganzheitlich orientierten Gesundheitstraining ab. Dabei wird die Schnittstelle zwischen Rehabilitation, Prävention und Gesundheitstraining immer fließender und zunehmend interessieren sich Physiotherapeuten und Praxisbetreiber für einen gesonderten Selbstzahlerbereich und somit für den unternehmerischen Einstieg in den zwei02/2020 | medical fitness and healthcare
ten Gesundheitsmarkt. Dabei bringen der Eintritt in einen neuen Markt und die Entscheidung für die Erweiterung der Geschäftstätigkeit häufig erhebliche zeitliche und finanzielle Aufwendungen mit sich, wodurch nicht selten ein existenzielles Risiko eingegangen wird. Aufgrund der natürlicherweise beschränkten Ressourcen ist es deshalb von elementarer Bedeutung, die Faktoren für eine erfolgreiche Umsetzung zu kennen und zu berücksichtigen. Doch worauf kommt es an? Bei der Analyse von über 30 Einrichtungen wurden verschiedene Erfolgsfaktoren identifiziert und folgenden fünf elementaren Bereichen zugeordnet (Tetzlaff, 2017):
PERSONAL Menschen gehen zu Menschen Sowohl der qualitativen als auch der quantitativen Betreuung der Mitglieder im Trainingsbereich kommt eine große Bedeutung zu. Neben der fachlichen Kompetenz müssen ausreichende Betreuungszeiten für die Ansprüche der Zielgruppe vorhanden sein. Der gesundheitsorientierte Trainierende möchte eher Feedback von Menschen als von Maschinen. Das Personal sollte nicht als Kosten-, sondern als Leistungsträger angesehen werden. Aufgrund des Personalmangels haben sich die Qualifizierung und der Zugang von nichttherapeutischen Mitarbeitern für den Trainingsbereich als ein Erfolg versprechender Weg erwiesen. Interdisziplinäre Teams ergänzen sich, zum Mehrwert für Unternehmen und Kunden. Des Weiteren kann ein Trainingsbereich auch die Arbeitgeberattraktivität durch neue Entwicklungs- und Entfaltungsmöglichkeiten für eine neue Generation von Therapeuten steigern. Praxistipp 1: Sorgen Sie für mehr Vernetzung und Kommunikation. Fester Bestandteil von Mitarbeitermeetings sollte der Austausch von Physiotherapeuten und Trainingspersonal sein. Das fördert die interdisziplinäre Fachkompetenz und steigert die Akzeptanz des Trainingsbereichs bei den Therapeuten.
VERKAUF Ganzheitliche Betrachtung Einen weiteren elementaren Baustein stellt der Verkauf dar. Hierbei muss herausgestellt werden, dass der komplette Prozess und nicht nur das letztendlich daraus resultierende Verkaufsgespräch von großer Relevanz ist. Verschiedene Expertenstatements und Praxiserfahrungen verdeutlichen, dass in diesem Bereich weiterer Unterstützungsbedarf seitens der Unternehmer besteht, da der professionelle Verkauf bisher oft kein klassischer Bestandteil der Therapeutenausbildung ist. Dies wurde durch die Ergebnisse der Untersuchung nochmals bekräftigt. So wirkten sich gut definierte Verkaufsprozesse proportional auf die Mitgliedszahlen und minimierend auf die Marketingaufwände aus. Ebenfalls zeigte die konsequente Förderung von aktiven Weiterempfehlungen als fester Bestandteil des Verkaufsprozesses zahlreiche Vorteile. Dagegen wurden nur geringe bis keine Auswirkungen auf den Unternehmenserfolg durch die Teilnahme der Therapeuten an reinen Verkaufsschulungen deutlich. In der Praxis zeigt sich häufig, dass Therapeuten eben nicht zu Verkäufern werden, sich aber durchaus mit der Empfehlung sinnhafter Maßnahmen arrangieren können. Das unterstreicht die Bedeutung der Analyse und Definition der kompletten 02/2020 | medical fitness and healthcare
Fachartikel
42
Zweiter Gesundheitsmarkt
Handlungskette des Verkaufsprozesses sowie des Einsatzes des „richtigen“ Personals an der richtigen Stelle. Praxistipp 2: Für den Verkauf sollten Sie, wenn möglich, geschulte Gesundheitsberater einsetzen und nicht Therapeuten „zwanghaft“ zu Verkäufern transformieren. Dennoch lohnt es sich hier, gezielt und kontinuierlich auch diese weiterzuentwickeln bzw. zu sensibilisieren. Zusätzlich sollten Sie die wichtigsten Kennzahlen des Verkaufsprozesses erfassen und in regelmäßigen Abständen auswerten.
Schnittstellen erkennen und sinnvoll nutzen Überschneidend mit dem Thema Verkauf stellt die Verknüpfung zwischen Therapie- und Trainingsbereich einen der wichtigsten unternehmerischen Prozesse dar. Betrachtet man sich die Mitbewerber aus der Fitnessbranche, so lässt sich schnell der potenzielle Vorteil erkennen, dass sich die primäre Zielgruppe – Patienten – bereits in einer Therapieeinrichtung befindet. Dieser Vorteil wird jedoch nur dann zum Tragen kommen, wenn er mit einer guten Vernetzung, einem durchdachten Konzept und einer klaren Nutzenkommunikation einhergeht. Die Auswertungen bestätigen, dass die Einrichtungen, die ein klares Konzept zur Überführung von Patienten in den Trainingsbereich konsequent umsetzen, deutlich bessere Betriebsergebnisse vorweisen können als Einrichtungen, die dies nicht tun. In der Praxis zeigt sich jedoch immer wieder, dass eine der größten Herausforderungen in diesem Zusammenhang die unterschiedliche Betrachtungsweise von Inhabern und Therapeuten ist.
Verknüpft man diese vier Erfolgsbausteine miteinander, so ergibt sich ein übergeordneter fünfter Bereich, nämlich der des innovativen und kundenorientierten Unternehmers. Hier ist Umdenken gefragt: Therapeuten sollten sich vom reinen „Behandler“ zum Unternehmer weiterentwickeln und die eigene Einrichtung auch so führen. Ziel muss es sein, langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben und auch neue Geschäftsfelder zu erschließen. Sich für diese Aufgaben die nötige Zeit zu nehmen und aus dem Arbeitsalltag herauszuziehen, fällt vielen in der Praxis schwer. Ziel muss es aber sein, nicht nur operativ im Unternehmen, sondern auch strategisch an der Weiterentwicklung des Unternehmens kontinuierlich zu arbeiten. Praxistipp 5: Blocken Sie sich jede Woche an einem Tag oder an zwei ein festes Zeitbudget für ausschließlich unternehmerische Aufgaben. So schwer es fällt: Informieren Sie alle Mitarbeiter, dass Sie währenddessen für keine Behandlungstermine zur Verfügung stehen. Nutzen Sie dieses zusätzliche Zeitfenster, um gezielt an der Weiterentwicklung und damit an dem langfristigen Geschäftserfolg zu arbeiten.
Fazit Letztendlich sind eine klare Fokussierung auf die Kernkompetenzen und Zielgruppen, ein gut durchdachtes Konzept, eine nutzerorientierte, zeitgemäße Kommunikation und motivierte Mitarbeiter der Schlüssel, um in der Praxis einen Selbstzahlerbereich zu realisieren. Durch diesen ergänzenden Geschäftsbereich können Zusatzeinnahmen generiert werden und gleichzeitig finden Kunden nachhaltige Unterstützung für mehr Lebensqualität.
Foto: DHfPG/BSA
Praxistipp 3: Neben der Implementierung Ihres durchdachten Konzepts müssen Sie unbedingt die Mitarbeiter von Anfang an „mitnehmen“. Sie müssen Ihre Vision und Ihre Ziele, die Sie mit der Erweiterung verfolgen, aufzeigen und den Nutzen sowie die Vorteile für Patienten, das Team und die Einrichtung klar kommunizieren.
UNTERNEHMERTUM Weiterentwicklung forcieren
AUSSENDARSTELLUNG Das Auge trainiert mit Der Bereich „Außendarstellung“ ist ebenfalls wichtig. Dabei umfasst die Außendarstellung neben den Kriterien zur Außenwahrnehmung auch den immer wichtiger werdenden digitalen Marketingauftritt (Website, Facebook usw.) und subjektive Eindrücke innerhalb der Einrichtung. So zeigt sich z. B. die Wichtigkeit des ersten Eindrucks des Trainingsbereichs und der Räumlichkeiten. Menschen, die ihre Freizeit „opfern“, möchten sich in der Einrichtung wohlfühlen. Hier ist klar zwischen einer medizinisch-funktionalen Ausstattung im Therapiebereich und einer Förderung des Wohlbefindens sowie der Community im Trainingsbereich, der große Bedeutung zukommt, zu unterscheiden. Zum Beispiel können schon durch eine optisch ansprechende Trainingsfläche mit additiver „Kaffee-Ecke“ neue Möglichkeiten geschaffen und das Zugehörigkeitsgefühl der Mitglieder gefördert werden. Praxistipp 4: Schaffen Sie einen attraktiven Trainingsbereich und die entsprechenden Räumlichkeiten und setzen Sie dieses neue Zusatzangebot auch in der Außendarstellung und Vermarktung optimal in Szene.
Sascha Tetzlaff Sascha Tetzlaff, M. A. Prävention und Gesundheitsmanagement, verfügt über langjährige Branchenerfahrung im zweiten Gesundheitsmarkt in den Bereichen Fitness und Physiotherapie. Er arbeitet als pädagogischer Mitarbeiter und Dozent an der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement (DHfPG) im Fachbereich Management. www.dhfpg-bsa.de
Auszug aus der Literaturliste DSSV e. V. – Arbeitgeberverband Deutscher Fitness- und Gesundheits-Anlagen (2020). Eckdaten 2020 der deutschen Fitness-Wirtschaft. Hamburg: Hrsg. Geraedts, P. (2019). Die Geschichte der Physiotherapie. Von der antiken Heilgymnastik zum modernen Gesundheitsberuf. Wiesbaden: Springer Gabler. Für eine vollständige Literaturliste kontaktieren Sie bitte marketing@dhfpg-bsa.de.
02/2020 | medical fitness and healthcare
Fachartikel
44
Mitarbeiterführung
Foto: sebra – stock.adobe.com
Recruiting in der Gesundheitsbranche
Warum Employer Branding immer wichtiger wird Text: Anna Colbus und Karl Drack
Das Thema Fachkräftemangel ist nicht neu und fordert branchenübergreifend alle Unternehmen. Kaum ein Wirtschaftssektor ist von dem zunehmenden „War for Talents“ jedoch so betroffen wie das Gesundheitswesen. Vor welchen Herausforderungen Gesundheitseinrichtungen und Physiotherapiepraxen stehen und warum Maßnahmen zur Steigerung der Arbeitgeberattraktivität heute deshalb immer wichtiger werden, erfahren Sie in diesem Artikel.
D
er Fachkräftemangel in Gesundheitsberufen ist ein politisches Dauerthema. In vielen Einrichtungen fehlt Personal. Der Grund dafür: Viele Stellen gelten als eher unattraktiv. Die stetige Arbeitsverdichtung im Zuge des demografischen Wandels führt dazu, dass immer mehr Patienten in kürzerer Zeit von immer weniger Fachpersonal behandelt werden müssen.
„Employer of Choice“ als zentrale Herausforderung In weiten Teilen des Gesundheitswesens herrschen Fachkräfteengpässe, die sich immer stärker zu einem deutlichen bis akuten Fachkräftemangel entwickeln. So besteht etwa in der Berufsgruppe der Physiotherapeuten laut der aktuellen Fachkräfteanalyse der Bundesagentur für Arbeit vom Juni 02/2020 | medical fitness and healthcare
45
2019 in 12 von 16 Bundesländern ein akuter Fachkräftemangel (Bundesagentur für Arbeit, 2019). In einem zunehmenden Kampf um die besten Fachkräfte wird die richtige Positionierung als Arbeitgebermarke (engl.: employer brand) immer wichtiger, um bei den talentiertesten Arbeitnehmern der „Employer of Choice“ zu sein.
Markenpositionierung im Gesundheitswesen Die deutsche Gesundheitswirtschaft gilt als Wachstumstreiber und Jobmotor zugleich. Das Gesundheitswesen ist von einer anderen gesellschaftlichen Verantwortung geprägt als viele sonstige Bereiche. In dieser dienstleistungsintensiven Branche kann mangelndes Personal volkswirtschaftlichen und zugleich gesellschaftlichen Schaden hervorrufen. Obwohl im gesamten Gesundheitswesen mehr Mitarbeiter eingestellt wurden, reicht ihre Zahl bei Weitem nicht aus, um die steigende Arbeitsverdichtung zu kompensieren. Dem Binden und Finden von Mitarbeitern kommt folglich eine zentrale Bedeutung zu. Aufgrund der komplexen Beziehungen zwischen Kunden (Patienten) und Leistungserbringern sind bei der richtigen Positionierung als Arbeitgebermarke einige Besonderheiten zu beachten, die speziell im ersten Gesundheitsmarkt vorherrschen: 1. Meist keine freiwillige Inanspruchnahme von Gesund heitsdienstleistungen und -produkten 2. Gesundheit als sensibles Vertrauensgut: hohe Kosten und irreversible Folgen (lebenslange Behinderung oder Tod) 3. Eingeschränkte Werbemöglichkeiten durch gesetz liche Vorschriften zur Verhinderung einer unethischen Vermarktung von Gesundheit 4. Unzureichende Professionalisierung des Marketings aufgrund personeller Beschränkungen und noch weniger Erfahrungswerte
kommt das Employer Branding (kurz: EB; dt.: Arbeitgebermarkenbildung) ins Spiel. Employer Branding im Kampf gegen den Fachkräftemangel Nach Trost (2013) umfasst EB „die Positionierung und Kommunikation als attraktiver Arbeitgeber.“ Dadurch wird das Unternehmen als gefragt dargestellt und positioniert sich gegenüber anderen Wettbewerbern besser im Kampf um junge Nachwuchskräfte. Laut Prof. Dr. Reinhard Lenz (2018) sind die Gründe für die steigende Relevanz des Themas EB insbesondere fehlendes Fachpersonal, der verschärfte Wettbewerb um Talente, eine sich verändernde Altersstruktur der Arbeitnehmerschaft sowie der wachsende Einfluss neuer Medien, die auf das Image des Unternehmens einwirken können. Diejenigen mit einer starken Arbeitgebermarke profitieren in vielerlei Hinsicht und haben einen Wettbewerbsvorteil gegenüber anderen. Ziele der Employer-Branding-Strategie • Aufwertung des Unternehmensimages • Nachhaltige Optimierung der Mitarbeitergewinnung (z. B. optimalere „Bewerber-Passung“, schnellere Besetzung von Vakanzen) • Verringerung der Mitarbeiterfluktuation • Verbesserung der Zufriedenheit und der Identifikation mit den Zielen und Werten des Unternehmens • Größere Loyalität gegenüber dem Arbeitgeber • Optimierung der Leistungsbereitschaft, der Arbeits ergebnisse und der Produktivität • Steigerung des Geschäftsergebnisses sowie des Markenwerts des Unternehmens
Interne und externe Ansatzpunkte kombinieren Weiterhin verlangen die zahlreichen gesundheitspolitischen Reformen (z. B. das sogenannte E-Health-Gesetz oder das Pflegestärkungsgesetz) zunehmende Flexibilität der Leistungserbringer und konfrontieren, trotz ohnehin schon vorhandener Arbeitsverdichtung, mit erheblich komplexeren Prozess- und Arbeitsabläufen. All das macht den Berufsalltag weder leichter noch attraktiver. Die Investition in Personal (zzgl. Aus-, Fort- und Weiterbildung) sowie in zeitgemäßes Personalmanagement inklusive einer starken Arbeitgebermarke werden somit zur zentralen Zukunftsaufgabe. Wer in diesem Kontext im Wettbewerb hervorstechen möchte, muss intern wie extern auf sich aufmerksam machen und beweisen, warum er als Arbeitgeber besser geeignet ist als andere. Genau hier
Beim EB geht es nicht nur darum, „eine Organisation als attraktiven Arbeitgeber zu vermarkten, sondern auch darum, die Grundlagen zu legen, ein solcher Arbeitgeber zu werden“ (Kanning, 2017). EB hat somit immer eine interne und externe Seite, denn es kann und soll nichts nach außen kommuniziert werden, was im unternehmerischen Alltag nicht tatsächlich auch so gelebt wird (vgl. Abb. 1). Das interne EB befasst sich mit der Mitarbeiterbindung von allen derzeit Beschäftigten durch die Gestaltung der Arbeitswelt, der Personalentwicklung und eines adäquateren Führungsstils. Das externe EB richtet sich an potenzielle Mitarbeiter und verfolgt das Ziel, durch den Einsatz kommunikativer Maßnahmen geeignete zu gewinnen.
Kommunikation & Kreativkonzept
Arbeitgeberauftritt
Externes Employer Branding (z. B. Aktivitäten des Personalmarketings oder Touchpoints im Recrutingprozess)
Interne Implementierung
Internes Employer Branding (HR-Strukturen und -Prozesse, Führung, interne Kommunikation, Gestaltung der Arbeitswelt)
Umsetzung der Employer Brand Abb. 1: Interne und externe Umsetzung auf dem Weg zur Employer Brand (leicht modifiziert nach Pett, 2008) 02/2020 | medical fitness and healthcare
Fachartikel
46
Mitarbeiterführung
Tipps für eine erfolgreiche Umsetzung
wendigkeit eines generationsbezogenen EB, denn je nach Generation existieren völlig andere Bedürfnisse und Erwartungen an Arbeitsinhalte, Führung und Organisation. Mehr denn je gilt es deshalb, den Nutzen und die Sinnhaftigkeit der Arbeit klar herauszustellen und gezielt die Emotionen der potenziellen Bewerber anzusprechen bzw. auf den richtigen Kanälen aktiv zu sein. Die Entscheidung für einen Beruf im Gesundheitswesen ist oftmals emotional begründet. Die tägliche Arbeit vieler Personen ist darauf ausgerichtet, anderen Menschen zu helfen und sich um die Belange von Kranken und Älteren zu kümmern. Gehen Sie in EB-Botschaften auf die soziale Verantwortung ein, die diese Personen tragen und stellen Sie heraus, mit welchen Aspekten Ihre Einrichtung die ideale Behandlung und Pflege der Patienten ermöglicht.
Die Entwicklung einer erfolgreichen EB-Strategie ist ein langfristiger, unternehmensspezifischer Prozess. Wir geben Ihnen Tipps zur erfolgreichen Etablierung: Status-quo-Analyse: Im ersten Schritt ist es wichtig, den aktuellen Stand des Unternehmensimages und der Arbeitgeberattraktivität im Unternehmen zu beleuchten. Dabei sind Fragen zu klären wie: Was hebt unsere Praxis, unser Team, unsere Kultur, unseren Umgang miteinander und mit Patienten von anderen Arbeitgebern der Branche ab? Denkbar wären z. B. eine familiäre Umgebung oder eine überdurchschnittliche Vergütung. Nur wenn der Status quo bekannt ist, können dauerhafte Handlungsempfehlungen abgeleitet und eine nachhaltige Arbeitgebermarke etabliert werden. Externe und interne Umsetzung: Eine wirkungsvolle EB-Strategie besteht aus externen und internen Maßnahmen. Nur wenn Ihre Mitarbeiter glücklich und zufrieden in ihrem Job sind, werden sie dies als sogenannte Markenbotschafter auch nach außen tragen. Als interne Maßnahmen gelten z. B.: • Förderung von Feedbackkultur und offener Kommunikation • Entwicklungs- und Weiterbildungsmöglichkeiten • Betriebliche Gesundheitsförderung: u. a. Optimierung der Arbeitsbedingungen, Unterstützung bei Sportaktivitäten
Fazit Ein gezieltes Employer Branding erhöht die Wahrscheinlichkeit, von Bewerbern als Wunscharbeitgeber wahrgenommen zu werden und nachhaltig qualifizierte Fachkräfte für das eigene Unternehmen zu begeistern und langfristig zu binden. Einer zielgruppenspezifischen Ansprache unter Berücksichtigung der jeweiligen Bedürfnisse und Erwartungen potenzieller Bewerber kommt dabei eine zentrale Bedeutung zu. Gerade jetzt, da wir als Unternehmen und Arbeitgeber durch die Corona-Pandemie herausgefordert werden, kommt es darauf an, solche Employer-BrandingMaßnahmen nicht zu vernachlässigen. Denn in Phasen großer Verunsicherung bieten starke Marken Halt und die notwendige Orientierung. Wer jetzt dafür sorgt, dass sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wohlfühlen, bindet diese langfristig ans Unternehmen und kann mit einer starken Arbeitgebermarke aus der Krise hervorgehen.
Zu den externen Maßnahmen zählen bspw.: • Professioneller Online-Auftritt auf eigener Website, auf Social-Media-Kanälen und Arbeitgeber-Bewertungsportalen • Zusammenarbeit mit gemeinnützigen Organisationen und soziales Engagement Dies sind nur einige mögliche Maßnahmen, die in einer EB-Strategie Anwendung finden. Entwickeln und testen Sie spezifische EB-Maßnahmen deshalb am besten. Letztendlich bildet die Summe aus externen und internen Maßnahmen die Grundlage dafür, dass Sie sich vielseitig und positiv von anderen Unternehmen abheben.
Auszug aus der Literaturliste Kanning, U. P. (2017). Personalmarketing, Employer Branding und Mitarbeiterbindung. Berlin, Heidelberg: Springer. Sommer, S. & Garic, J. (2020). Und wie hätten Sie es gern? Fünf Fragen zu zentralen Themen der Arbeitswelt. brand eins (03), 62–64.
Zielgruppenspezifische Ansprache ist ein Muss Derzeit arbeiten erstmals vier Generationen auf dem deutschen Arbeitsmarkt zusammen. Hieraus ergibt sich die Not-
Für eine vollständige Literaturliste kontaktieren Sie bitte marketing@dhfpg-bsa.de.
Foto: DHfPG/BSA
Foto: DHfPG/BSA
Anna Colbus
Karl Drack
Anna Colbus, M. A. Betriebswirtschaftslehre mit Schwerpunkt Gesundheitsmanagement, ist pädagogische Mitarbeiterin und Dozentin an der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement (DHfPG) und der BSA-Akademie. Praktische Erfahrung sammelte sie bereits in namhaften Gesundheitseinrichtungen sowie als Trainerin in der Fitness- und Gesundheitsbranche. www.dhfpg-bsa.de
Karl Drack, Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler M. A., war langjähriger Betriebsleiter im Gesundheitsbereich. Er ist als Coach bzw. Unternehmensberater im strategischen Kompetenzmanagement spezialisiert. Außerdem arbeitet er als Dozent, Autor und Tutor an der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement (DHfPG) und der BSA-Akademie. www.dhfpg-bsa.de
02/2020 | medical fitness and healthcare
IHR PARTNER IN ZERTIFIZIERUNGSFRAGEN ■
Studiozertifizierung nach DIN EN 17229 und DIN 33961 Personenzertifizierung nach UV-Schutz-Verordnung
■
Hygienezertifizierung NEU für Dienstleistungsunternehmen
■
bsa-zert.de/mfhc
Fachartikel
48
Herzgesundheit
Warum Ernährung und Bewegung wichtig sind
Prävention der koronaren Herzkrankheit Zu den Ursachen einer koronaren Herzerkrankung zählen neben Rauchen, Bluthochdruck, hohen Blutfettwerten oder genetischer Prädisposition auch Bewegungsmangel, Stress, Übergewicht und schlechte Ernährungsgewohnheiten. Wer seinen Lebensstil ändert, trägt viel zum Behandlungserfolg und zur Prävention der Erkrankung bei. Der folgende Artikel fasst die aktuelle Studienlage zusammen und gibt Empfehlungen für die Prävention der koronaren Herzkrankheit in der Praxis. Foto: New Africa – stock.adobe.com
Text: Anika Dornberg
K
oronare Herzkrankheit (KHK) bezeichnet eine schwerwiegende Erkrankung des Herzens, bei der es zu einer Durchblutungsstörung des Herzmuskels kommt. Grund dafür sind durch Verkalkungen (Arteriosklerose) verengte Koronararterien. Diese Arterien sind Blutgefäße, die den Herzmuskel kranzförmig umgeben und ihn mit sauerstoffreichem Blut und energieliefernden Nährstoffen versorgen. Entstehen durch die Arteriosklerose Engstellen oder Verschlüsse in den Herzkranzgefäßen, kann der für die Versorgung mit Sauerstoff notwendige Blutfluss behindert werden. Dies führt unter Umständen zu starken Schmerzen in der Herzgegend, die in andere Körperteile ausstrahlen können (vgl. Abb. 1). Langfristig gesehen wird das Herz durch diese Unterversorgung geschädigt und es kann zu schwerwiegenden Folgen wie Herzschwäche, Herzrhythmusstörungen, Herzinfarkt und plötzlichem Herztod kommen.
RISIKOFAKTOREN
EPIDEMIOLOGIE
Jeder Risikofaktor für sich hat negative Auswirkungen auf die Gesundheit, aber eine Kombination mehrerer erhöht z. B. ein Infarktrisiko um ein Vielfaches.
Seit Jahrzehnten wird das Krankheitsspektrum in Deutschland von den Herz-Kreislauf-Erkrankungen dominiert. Kardiovaskuläre Erkrankungen sind die Todesursache Nummer eins. Jeder sechste Deutsche (16 %) zwischen 40 und 79 Jahren erkrankt an einer der fünf häufigsten Herz-KreislaufErkrankungen: Hirnschlag, KHK, Herzinfarkt, Herzinsuffizienz und periphere arterielle Verschlusskrankheit. Laut einer im Rahmen des Gesundheitsmonitorings des Robert Koch-Instituts (RKI) durchgeführten Studie litten von den 40- bis 79-Jährigen 9,3 Prozent der Deutschen bereits einmal an einer KHK. Frauen erkranken deutlich seltener daran als Männer (Gößwald et al., 2013).
Bei der Entstehung von KHK spielen sowohl beeinflussbare wie auch nicht beeinflussbare Risikofaktoren eine Rolle (BÄK et al., 2019). Zu den nicht beeinflussbaren Risikofaktoren zählen: • Lebensalter (Männer > 45 Jahre, Frauen > 55 Jahre) • Geschlechtsspezifische Prädisposition (männlich) • Genetische Veranlagung Als beeinflussbare Risikofaktoren gelten: • Rauchen und Alkoholabusus • Übergewicht und Adipositas • Bluthochdruck • Fettstoffwechselstörungen • Diabetes mellitus • Bewegungsmangel • Psychosoziale Faktoren
Rauchen und Alkoholmissbrauch Rauchen erhöht das Risiko von kardiovaskulären Erkrankungen maßgeblich. Umso problematischer ist der hohe Anteil an Rauchern in Deutschland: Etwa jeder dritte Erwachsene raucht. Im Gegensatz zum Rauchen ist ein moderater Alkoholgenuss nicht per se ungesund. Die Leitlinien für KHK sowie die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) befürworten einen Alkoholkonsum von weniger als 20 Gramm pro Tag bei Männern und weniger als 10 Gramm am Tag bei Frauen, 02/2020 | medical fitness and healthcare
49
STARKE SCHMERZEN in der Herzgegend, die ausstrahlen können in ...
Engstelle
... linke Gesichtshälfte ... Kiefer ... Hals
... Rücken
... linken Arm bis in die Hand
... rechten Arm
Blutfluss vermindert Herzkranzgefäße ... Oberbauch
Abb. 1: KHK und mögliche Beschwerden (©DHfPG/BSA)
wobei diese Angaben nicht als Aufforderung verstanden werden dürfen, täglich Alkohol zu konsumieren (DGE, 2018). Übergewicht und Adipositas Auch bauchbetontes Übergewicht und Adipositas beeinflussen die Entstehung einer KHK. Übergewicht steigert aufgrund seines Einflusses auf den Blutdruck und Cholesterinspiegel das KHK-Risiko um circa 45 Prozent (Bogers et al., 2007). In Deutschland sind 53 Prozent der Frauen und 67 Prozent der Männer übergewichtig oder adipös, wobei diese Angaben mit zunehmendem Alter ansteigen. Fettstoffwechselstörungen und Diabetes mellitus Fettstoffwechselstörungen sind ebenfalls weit verbreitet und ein wichtiger Risikofaktor für Arteriosklerose und ihre Folgeerkrankungen, insbesondere für die KHK. Die Verbindung zwischen einer erhöhten LDL-Cholesterin-Konzentration (LDL = Low-Density-Lipoprotein) und dem steigenden Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen ist durch viele Studien belegt. Auch gilt die Potenzierung des Risikos durch CoRisikofaktoren wie Alter, Geschlecht, Übergewicht, Bewegungsmangel und eine familiäre Prädisposition als gesichert. Erhöhte Blutzuckerkonzentrationen über einen längeren Zeitraum gehen mit einem erhöhten Risiko für arteriosklerotische Gefäßerkrankungen einher. Bundesweit leiden 4,6 Millionen der 18- bis 79-Jährigen unter einem Diabetes mellitus. Das sind 7,2 Prozent der Erwachsenen (7,4 % der Frauen, 7,0 % der Männer). Das Vorkommen steigt mit zunehmendem Alter deutlich an (Heidemann et al., 2013). 02/2020 | medical fitness and healthcare
Bewegungsmangel und psychosoziale Faktoren Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stuft Bewegungsmangel insgesamt als den viertwichtigsten Risikofaktor für Mortalität ein (WHO, 2011; Rütten & Pfeifer, 2016). Die Mindestanforderungen (2,5 Stunden pro Woche) werden allerdings Untersuchungen zufolge bei etwa vier Fünfteln der Deutschen nicht erfüllt (Krug, 2013). Männer erreichen dabei das empfohlene Aktivitätsniveau häufiger als Frauen, wobei in den letzten Jahren ein höheres Aktivitätsniveau bei den über 60-Jährigen zu verzeichnen ist. Im Hinblick auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen hat sich gezeigt, dass regelmäßige Bewegung das Risiko von KHK deutlich reduziert. Für psychosoziale Faktoren wie psychische Belastung am Arbeitsplatz oder in der Familie, zunehmende soziale Isolation, Depressionen oder negative Emotionen wie Feindseligkeit und Neigung zu Ärger ist nachgewiesen worden, dass sie maßgeblich Einfluss auf das Gesundheitsverhalten haben und das Risiko einer KHK erhöhen (Albus und Siegrist, 2005).
MASSNAHMEN ZUR PRÄVENTION UND BEGLEITEND ZUR THERAPIE Die Behandlung von KHK verfolgt zwei Ziele: Beschwerden lindern und ersten Folgen wie Herzinfarkt vorbeugen. Wichtig hierbei ist ein gesunder Lebensstil mit ausgewogener Ernährung, viel Bewegung und dem Verzicht auf Rauchen. Doch wie muss eine herzgesunde Ernährung aussehen? Welche Empfehlungen sind wissenschaftlich belegt? Mente stellte 2009 ein systematisches Review zusammen, in dem er den Einfluss von Ernährungsgewohnheiten auf
Fotos: Good Job, lazuin – stock.adobe.com
KHK UND MÖGLICHE BESCHWERDEN
Fachartikel
50
Herzgesundheit
die Entstehung, Vermeidung und den Verlauf von Herz-Kreislauf-Erkrankungen untersuchte. Der Wissenschaftler konnte eine hohe Evidenz für die protektiven Effekte einer gesunden Ernährung durch beispielsweise einen erhöhten Verzehr von Gemüse, Nüssen und einem mediterranen Ernährungsmuster aufzeigen. Für Folsäure, Vollkornprodukte, Vitamin E und C in Nahrungsmitteln, Beta-Carotin, Obst und Getreide ließ sich eine – wenn auch etwas niedrigere – Evidenz für die positiven Wirkungen bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen feststellen. Die in dem Review untersuchten Studien zeigten darüber hinaus eine Evidenz für den negativen Einfluss von Transfettsäuren sowie einer Ernährung mit hohem glykämischen Index bzw. hoher glykämischer Last auf die Herzgesundheit. Auch andere Autoren untersuchten den Einfluss von Ernährung bzw. Nährstoffen auf die Kardioprotektion. So kamen Zyriax und Windler (2018) zu dem Ergebnis, dass die Ernährung und der Lebensstil eine herausragende Rolle bei der Entstehung kardiovaskulärer Risikofaktoren sowie bei der Manifestation und Prognose der KHK spielen. Demzufolge verspricht eine strikte Ernährungs- und Lebensstilintervention die Möglichkeit einer kurativen Therapie. Friedrichsen (2019) kam zu dem Schluss, dass Ernährung bzw. Nährstoffe ein großes Potenzial für die Prävention und Therapie von Herz-Kreislauf-Erkrankungen haben. Dieser Zusammenhang gilt sowohl für verschiedene Ernährungsformen und einzelne Lebensmittelgruppen wie Nüsse, Olivenöl und Fisch als auch für einzelne Nährstoffe, beispielsweise Omega-3-Fettsäuren, Magnesium und Vitamin D. Auch Schmiedel (2020) bestätigte die Wirksamkeit von Omega-3-Fettsäuren bei KHK.
PRAXISEMPFEHLUNGEN
Bewegung (modifiziert nach BÄK et al., 2019): 1. Stressfaktoren mittels Sport, körperlicher Aktivität, Lesen eines Buches etc. bewältigen 2. Körperliche Aktivität auch im Alltag steigern, zum Beispiel Treppen statt Aufzüge nutzen, im Garten arbeiten und kürzere Strecken zu Fuß oder mit dem Rad zurücklegen 3. Bei körperlicher Belastung und vorliegender KHK können auch Beschwerden auftreten, daher Art und Umfang des Trainings an die eigene Belastungsfähigkeit anpassen 4. Mindestens zwei Stunden Ausdauertraining pro Woche sind – nach ärtzlicher Absprache – empfehlenswert (z. B. Radfahren, Schwimmen, Nordic Walking, Gymnastik, Tanzen oder Aerobic) – die Aktivität sollte Spaß machen, damit man sie langfristig ausübt 5. Nach ärztlicher Absprache ist auch ein intensiveres Training oder Krafttraining möglich; Anstrengung sollte vorhanden sein, aber keine Beschwerden spürbar, die Atmung sollte etwas schneller als normal, aber eine Unterhaltung in ganzen Sätzen möglich sein
Fazit Durch eine Ernährungsumstellung mit mehr Obst und Gemüse sowie hochwertigen Fetten und weniger Zucker kann das Risiko für eine KHK gesenkt werden. Daneben sollte die körperliche Aktivität im Alltag gesteigert und das Stresslevel reduziert werden. So wird sowohl die Prävention als auch der Verlauf einer KHK positiv beeinflusst.
Foto: DHfPG/BSA
Ernährung (modifiziert nach BÄK, 2016): 1. Mehr Gemüse und Obst essen – statt „5 am Tag“, Gerichte mit ausschließlich/überwiegend Gemüse, hochwertigen Fetten, Hülsenfrüchten und Vollkorngetreideprodukten zusammenstellen 2. Hochwertige Speisefette/Öle, z. B. Kokosfett, Oliven-, Raps- sowie Lein- und Walnussöl, einsetzen; Heiß-/Kaltanwendung beachten: zum Braten/Backen Kokosfett (210 °C), raffiniertes/natives Olivenöl (180 °C), raffiniertes Rapsöl (< 140 °C); für Salate, Joghurts etc. natives Oliven-/ Rapsöl sowie Lein-/Walnussöl 3. 30 Gramm ungesalzene Nüsse/Samen pro Tag verzehren (gesundheitsfördernde Wirkungen auf das Herz-Kreislauf-System) 4. Fetthaltige Speisen (auch Transfette) selten und in kleinen Mengen zu sich nehmen (z. B. fettes Fleisch, fette Fertigprodukte, Sahne, fette Süß- und Backwaren) 5. Zweimal pro Woche fettreichen Fisch wie Hering, Lachs oder Makrele genießen (positiver Effekt auf Herz und Gefäße durch hohen Gehalt an Omega-3-Fettsäuren) 6. Zuckerhaltige Getränke wie Fruchtsäfte oder Limonaden vermeiden, stattdessen reichlich Wasser und ungesüßte Tees konsumieren 7. Alkohol nur in Maßen genießen– nicht mehr als ein bis zwei kleine Gläser pro Tag (Männer: 20g; Frauen: 10g); variiert je nach Alkoholgehalt des Getränks 8. Gesunde – abwechslungsreiche und kaloriengerechte – Speisen zu sich nehmen zur Vermeidung einer Gewichtszunahme
9. Rauchen und Passivrauchen vermeiden, um die Mortalität zu senken
Anika Dornberg Anika Dornberg, Ökotrophologin, hat mehrjährige Berufserfahrung u. a. am Institut für Humanernährung und Lebensmittelkunde (Kieler Adipositas Präventionsstudie, KOPS) gesammelt. Sie ist Dozentin, Autorin und Tutorin an der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement (DHfPG) und der BSA-Akademie. www.dhfpg-bsa.de
Auszug aus der Literaturliste Friedrichsen, H.-P. (2019). Kardioprotektion durch Ernährung bzw. Nährstoffe. Zeitschrift für Orthomolekulare Medizin, 17 (03), 11–19. Schmiedel, V. (2020). Omega-3-Fettsäuren und KHK – völlig nutzlos oder evidenzbasiert wirksam? Erfahrungsheilkunde, 69 (01), 6–14. Für eine vollständige Literaturliste kontaktieren Sie bitte marketing@dhfpg-bsa.de.
02/2020 | medical fitness and healthcare
Fachartikel
52
Krebsnachsorge
Gesundheit durch die richtige Trainingsdosis
Neue Trainingsempfehlungen für Krebsbetroffene Fotos: karandaev, WindyNight – stock.adobe.com
Text: Prof. Dr. Markus Wanjek
Körperliches Training besitzt bei richtiger Dosierung zahlreiche gesundheitsförderliche Effekte. Dies trifft auch bei Krebserkrankungen zu. Die Kenntnis darüber, welche Art von Training mit welcher Häufigkeit, Dauer und Intensität die besten Gesundheitseffekte bewirkt, ist für Fitnesstrainer und Physiotherapeuten, die mit Krebsbetroffenen arbeiten, wichtig. Auch Ärzte sollten die evidenzbasierten Trainingsempfehlungen kennen.
E
twa jeder zweite Mann und jede zweite Frau in Deutschland muss im Laufe des Lebens damit rechnen, an Krebs zu erkranken. Pro Jahr gibt es etwa 500.000 neu diagnostizierte Fälle. Die häufigsten Arten sind Brust-, Prostata-, Darm- und Lungenkrebs (RKI & GEKID, 2019). Erfreulicherweise haben sich die Heilungschancen verbessert. So liegt die durchschnittliche Überlebensrate über alle Krebsarten hinweg bei circa 55 Prozent. Bedingt durch diese positive Entwicklung steigt die Anzahl der Krebsüberlebenden. Derzeit gibt es in Deutschland schätzungsweise vier Millionen Menschen, die eine solche Erkrankung überstanden haben oder chronisch mit ihr leben (Arndt, 2019; RKI & GEKID, 2019).
Folgen einer Krebserkrankung Viele Betroffene leiden auch nach Abschluss der Behandlung noch über Jahre hinweg an den Folgen der Erkrankung und den Nebenwirkungen der Therapie. Häufige Langzeit- und Spätfolgen sind z. B. Fatigue, Schmerzen, Neuropathie, körperliche Funktionseinschränkungen, Depressivität, Angstzustände und eine verminderte Lebensqualität (ESMO, 2017;
Mehnert & Johansen, 2019). Darüber hinaus weisen viele Krebsbetroffene begleitend zu ihrer Grunderkrankung auch weitere chronische Erkrankungen wie z. B. Diabetes oder Hypertonie auf (Heins et al., 2013). Eine Krebserkrankung verändert auch das Bewegungsverhalten vieler Betroffener. Schonung und körperliche Inaktivität sind nach einer Krebsdiagnose häufig zu beobachten (Fassier et al., 2016). Anhaltender Bewegungsmangel kann bestehende krebsassoziierte Gesundheitsprobleme jedoch verschlechtern und die Entstehung von anderen Erkrankungen begünstigen.
Gesundheitseffekte von Training Viele Krankheits- und Behandlungsfolgen können durch körperliches Training positiv beeinflusst werden. Inzwischen liegen mehr als 700 randomisierte, kontrollierte Studien vor, die positive Effekte von Training bei Krebsbetroffenen belegen. Es ist mit überzeugender Evidenz nachgewiesen, dass durch strukturierte Trainingsprogramme die folgenden körperlichen und psychischen Gesundheitsprobleme verbessert werden: Fatigue, Depressivität, Angstzustände, Lymphödeme, körper02/2020 | medical fitness and healthcare
53
liche Funktionseinschränkungen und Lebensqualität (Campbell et a., 2019). Positive Effekte finden sich auch für weitere Langzeitfolgen, wie z. B. Polyneuropathie, Schmerzen und Schlafstörungen. Zudem zeigen zahlreiche Beobachtungsstudien, dass Training das Wiedererkrankungs- und das Sterberisiko reduziert und zu einer längeren Gesamtüberlebenszeit führt (Cormie et al., 2017; Patel et al., 2019). Die hier genannten Effekte wurden primär für Brust-, Prostata- und Darmkrebs sowie für hämatologische Krebserkrankungen nachgewiesen. Die Auswirkungen scheinen jedoch auch auf andere Krebserkrankungen übertragbar zu sein (Campbell et al., 2019). Tab. 1: Evidenzbasierte Effekte von Kraft- und Ausdauertraining bei krebsbezogenen Langzeitfolgen (Campbell et al., 2019)
Verbesserung von: Funktionellen Einschränkungen Fatigue Angstzuständen Depressivität Lebensqualität Arm-Lymphödemen* (Brustkrebs) *gilt nur für Krafttraining
Trainingsempfehlungen für Betroffene Basierend auf der aktuellen wissenschaftlichen Datenlage wurden vom American College of Sports Medicine (ACSM) Ende 2019 neue Trainingsempfehlungen für Krebsbetroffene veröffentlicht (Campbell et al., 2019). Diese beinhalten erstmals konkrete Belastungsvorgaben bezüglich Art, Häufigkeit, Intensität und Dauer des Trainings, wodurch oft vorkommende Langzeitfolgen wirksam gemindert werden können (vgl. Tab. 1). Krebsbetroffenen wird nach Abschluss der Therapie ein kombiniertes Kraft- und Ausdauertraining unter qualifizierter Betreuung empfohlen. Das Ausdauertraining sollte dreimal pro Woche für mindestens 30 Minuten bei einer moderaten Intensität durchgeführt werden. Ergänzend dazu sollte zweimal pro Woche ein Krafttraining mit zwei Sätzen pro Übung und 8 bis 15 Wiederholungen bei einer Intensität von 60 bis 85 Prozent des 1-RM (One-Repetition-Maximum) absolviert werden (vgl. Tab. 2). Diese Trainingsempfehlungen sind mit dem größten gesundheitlichen Nutzen für die Betroffenen verbunden. Bereits nach acht bis zwölf Wochen sind signifikante Gesundheitseffekte erreichbar. Von den positiven Auswirkungen eines regelmäßigen Fitnesstrainings profitieren insbesondere Personen, die seit der Krebsdiagnose körperlich inaktiv waren.
Anzeige
TRAINER/IN FÜR FITNESSTRAINING IN DER KREBSNACHSORGE
Lehrgangsinhalte u. a. ■ Medizinische Grundlagen ■ Gestaltung von Fitnesstraining mit ehemaligen Krebsbetroffenen ■ Besonderheiten bei der Trainingsbetreuung ■ Fallbeispiele und Übungen
BSA-Akademie Prävention, Fitness, Gesundheit
bsa-akademie.de/trftkn
School for Health Management
Fachartikel
54
Krebsnachsorge
Tab. 2: Evidenzbasierte Trainingsempfehlungen für Krebsbetroffene (Campbell et al., 2019)
Art des Trainings
Ausdauertraining
Krafttraining
Intensität
60 – 85 % HFmax , 11 – 15 RPE*
60 – 85 % 1-RM, 12 – 15 RPE*
Häufigkeit
3 x pro Woche
2 x pro Woche
Dauer
≥ 30 Min.
2 Sätze, 8 – 15 WH
Programmdauer
> 8 – 12 Wochen
> 8 – 12 Wochen
*subjektives Anstrengungsempfinden nach Borg, Skala von 6 – 20
chung zu empfehlen. Mögliche Kontraindikationen können dadurch ausgeschlossen werden. Etablierte Fitnesstests (Ausdauer, Kraft etc.) sollten auch mit Krebsbetroffenen durchgeführt werden, um deren Leistungszustand zu beurteilen. Ebenso empfiehlt sich die Bestimmung der Körperzusammensetzung (z. B. Fettmasse, Muskelmasse). In Verbindung mit einer ausführlichen Anamnese ermöglicht dies eine individualisierte und bedarfsgerechte Trainingsplanung. Typische Krankheits- und Behandlungsfolgen müssen bekannt sein und beachtet werden. Sie können die Belastungstoleranz reduzieren, sodass Trainingsmodifikationen erforderlich sind. Diese können sich sowohl auf die Belastungsgestaltung als auch auf die Übungsauswahl und -durchführung beziehen. Je nach Ausgangssituation sollte das Training behutsam aufgebaut und sich langsam an die Trainingsempfehlungen herangetastet werden. Es ist daher empfehlenswert, dass das Training unter qualifizierter Anleitung erfolgt.
Die ACSM-Empfehlungen beinhalten auch den eindringlichen Hinweis, dass körperliche Inaktivität zu vermeiden ist. Zudem wird hervorgehoben, dass körperliches Training für Krebsbetroffene sicher und gut verträglich ist. Dies gilt auch für die Durchführung von etablierten Fitnesstests (Schmitz et al., 2010; Campbell et al., 2019).
Umsetzungsaspekte beim Training Um im Sinne der ACSM-Empfehlungen ein sicheres und effektives Training für Krebsbetroffene in Fitness- und Gesundheitseinrichtungen zu gewährleisten, sind von Trainern verschiedene Umsetzungsaspekte zu beachten (Campbell et al, 2019; Hayes et al. 2019): Viele Krebsbetroffene weisen aufgrund der Krankheitsgeschichte und des meist fortgeschrittenen Alters ein erhöhtes Gesundheitsrisiko und eine eingeschränkte körperliche Leistungsfähigkeit auf. Bevor ein Trainingsprogramm begonnen wird, ist daher eine ärztliche Sporttauglichkeitsuntersu-
Foto: DHfPG/BSA
Prof. Dr. Markus Wanjek Prof. Dr. Markus Wanjek ist stellvertretender Fachbereichsleiter Gesundheitswissenschaften und Dozent bzw. Referent an der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement (DHfPG) und der BSA-Akademie. Er verfügt über eine 20-jährige praktische Berufserfahrung im Fitness- und Gesundheitsbereich. Der promovierte Sportwissenschaftler ist u. a. Mitinitiator der Trainerfortbildung "Trainer/in für Fitnesstraining in der Krebsnachsorge".
Fazit Individualisiertes Fitnesstraining kann den Gesundheitszustand und die Lebensqualität sowie die Langzeitprognose von Krebsbetroffenen maßgeblich verbessern. Von daher ist Krebsbetroffenen nach Abschluss der Therapie ein regelmäßiges Fitnesstraining unter qualifizierter Anleitung dringend zu empfehlen. Sowohl Ärzte als auch Bewegungsfachkräfte haben in dieser Hinsicht eine wichtige Beratungs- und Motivationsfunktion. Fitness- und Gesundheitseinrichtungen sind dazu angehalten, spezifische Trainingsangebote für Krebsbetroffene zu schaffen und diese transparent darzustellen (Schmitz et al., 2019). Eine gute Kommunikationsmöglichkeit bietet z. B. das Netzwerk OnkoAktiv (Wiskemann, Köppel & Biazeck, 2019). Zur sachgerechten Umsetzung der evidenzbasierten Trainingsempfehlungen werden im Bereich „Fitnesstraining in der Krebsnachsorge“ spezifisch qualifizierte Trainer benötigt.
www.dhfpg-bsa.de
Auszug aus der Literaturliste Campbell, K. L., Winters-Stone, K. M., Wiskemann, J., May, A. M., Schwartz, A. L., Courneya, K. S. et al. (2019). Exercise Guidelines for Cancer Survivors: Consensus Statement from International Multidisciplinary Roundtable. Medicine & Science in Sports & Exercise, 51 (11), 2375–2390. Patel, A. V., Friedenreich, C. M., Moore, S. C., Hayes, S. C., Silver, J. K., Campbell, K. L. et al. (2019). American College of Sports Medicine Roundtable Report on Physical Activity, Sedentary Behavior, and Cancer Prevention and Control. Medicine & Science in Sports & Exercise, 51 (11), 2391–2402. Für eine vollständige Literaturliste kontaktieren Sie bitte marketing@dhfpg-bsa.de.
02/2020 | medical fitness and healthcare
Starke Muskeln für ein starkes Immunsystem. Mit dem Immunity Boost Trainingsprogramm machst du deine Muskeln zum Immun-Booster! Starte noch heute in deinem Studio.
Mehr unter: egym.com/de/blog/egym-immunityboost-trainingsprogramm
EGYM GmbH I Einsteinstraße 172 I 81677 München I sales@egym.com
Fachartikel
56
Yoga
Yoga als Therapie
Kann Yoga die Heilung unterstützen? Text: Uschi Moriabadi
Die Zahlen in den verschiedensten Marktanalysen (z. B. BDY, DSSV) zeigen immer wieder, dass das Interesse an Yoga beständig bleibt und sogar wächst. Die Teilnehmenden spüren den positiven Trainingseffekt, die wohltuende Entspannung für Körper sowie Geist und es wird auch von positiven Veränderungen im Heilungsprozess bei chronischen Erkrankungen berichtet.
J
oachim Koch schrieb im Deutschen Ärzteblatt (2014) zum Thema „Yoga: Die positive Kraft des Yoga“: „Staunend kann die Popularität und weltweite Verbreitung von Yoga festgestellt werden.“ So haben sich in den letzten Jahren in der westlichen Welt immer mehr Wissenschaftler mit den Wirkungen von Yoga, einer aus Indien stammenden Lebensphilosophie, beschäftigt. Gibt man den Suchbegriff „Yoga Therapy“ bei der medizinischen Datenbank pubmed ein, werden 5.683 Treffer angezeigt. Die Forschungsarbeiten beschäftigen sich in der Breite damit, dass Yoga in seiner vielfältigen Ausprägung sowohl direkten Einfluss auf die Heilung haben kann, als auch den Heilungsprozess durch eine Verbesserung des psychisch-emotionalen Wohlbefindens positiv unterstützen kann. Dabei muss man allerdings die verschiedenen Bereiche des Yoga differenziert betrachten. Eine allgemeingültige Aussage über die Heilung durch Yoga, wie man sie immer mal wieder in den verschiedenen Medien hören und lesen kann, ist schwer möglich.
Bereiche des Yoga In den klassischen Texten des indischen Gelehrten Patanjali (lebte zwischen 200 v. Chr. – 200 n. Chr.), den Yoga-Sutren, werden die verschiedenen Bereiche des Yoga beschrieben. Um das Ziel der Befreiung des Selbst zu erreichen oder, modern ausgedrückt, zur Selbsterkenntnis zu kommen, empfiehlt Patanjali seinen Schülern, den sogenannten achtgliedrigen Pfad (vgl. Abb. 1) zu beschreiten. Die einzelnen Stufen des Pfades müssen weder nacheinander beschritten noch vollständig beendet werden. Jeder Schüler soll auf seinem Pfad seine individuelle Linie gehen, die ihn zum Ziel führt (Moriabadi, 2007).
Eins-Sein (Samadhi) Meditation (Dhyana) Konzentration (Dharana) Zurückziehen der Sinne (Pratyahara) Atem-Achtsamkeit (Pranayama) Körperhaltungen (Asana) Umgang mit sich selbst (Niyama) Umgang mit der Welt (Yama)
Abb. 1: Der achtgliedrige Pfad nach Patanjali (©BSA/DHfPG)
Foto: DHfPG/BSA
Auch ohne große Yoga-Erfahrung kann man diesen Pfad mit seinen einzelnen Stufen nachvollziehen. So spielt ein versöhnlicher Umgang mit der Umwelt (Yama) und das verantwortungsvolle Kümmern um sich selbst (Niyama) bei einem Patienten eine große Rolle. Denn lebt er in ständigem Aufbegehren gegenüber seinem Umfeld und vernachlässigt seine eigene Person, wird dies nicht förderlich für den Heilungsprozess sein. Geht man den Pfad weiter, werden sich im Heilungsprozess das Praktizieren von angepassten Körperübungen (Asana), das bewusste Wahrnehmen und Trainieren der Atmung (Pranayama), das zeitweise Zurückziehen der Sinne (Pratyahara) sowie die Konzentration auf sich selbst 02/2020 | medical fitness and healthcare
57
(Dharana) positiv auswirken. Finden die Betroffenen nach einiger Zeit der Übung sogar zu einer regelmäßigen Meditationspraxis, können sie möglicherweise Momente des „EinsSein“ (Samadhi) mit sich und der Welt erfahren. Man sieht, dass der vor langer Zeit von Patanjali vorgeschlagene Yoga-Weg durchaus in unser heutiges Leben übertragen werden kann.
Positive Wirkungen bei Stress
Yoga in der Therapie Einige Wissenschaftler aus den USA, darunter Marlysa B. Sullivan (Maryland University of Integrative Health) und Laura Schmalzl (Southern California University of Health Sciences), definieren Yoga als ein „System der Selbstregulierung“, das dem Menschen hilft, eine Einheit zwischen Körper, Geist und Umwelt zu spüren und damit mehr Wohlbefinden und eine erhöhte Widerstandsfähigkeit (Resilienz) zu entwickeln. Beides wirkt sich bei Patienten mit chronischen Erkrankungen positiv auf den Heilungsprozess aus. Dr. Suzanne Danhauer von der Wake Forest School of Medicine in Winston-Salem und Kollegen haben z. B. die aktuelle Datenlage zum Thema „Yoga und Krebs“ in einem
Fazit Abschließend kann festgestellt werden, dass das allgemeine Interesse vieler Menschen, aber auch der Wissenschaftler an Yoga und seinen positiven Wirkungen von Jahr zu Jahr größer wird. Wie bereits im Text beispielhaft dargestellt, scheint sich auch die schon vor tausenden von Jahren beschriebene positive Wirkung einer regelmäßig durchgeführten Yoga-Praxis auf den gesamten Organismus immer mehr zu bestätigen. So könnte eine gezielt eingesetzte Yoga-Praxis in der Zukunft als begleitende Maßnahme einer Therapie durchaus zum Heilungsprozess der Patienten beitragen.
Foto: DHfPG/BSA
Der Hauptaspekt bei der Betrachtung der positiven Wirkung von Yoga ist die Minderung von Stress auf physischer und psychischer Ebene, wobei Stress als „Ungleichgewicht zwischen Anforderungen und dem auf eine Person einwirkenden Druck auf der einen Seite und deren Wissen und Fähigkeiten auf der anderen Seite“ (Leka, Griffith & Cox, 2004) definiert wird. Dieses Ungleichgewicht kann sich sowohl im Arbeits- als auch im Privatleben aufbauen, aber auch durch Erkrankungen wie z. B. chronische Schmerzen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder psychischen Belastungen entstehen. Bei einer Übersichtsarbeit von DP Dr. Holger Cramer (2017) stand diese Erkenntnis im Fokus. Hierbei wurden 300 randomisierte Studien näher betrachtet, die nachweisen konnten, • dass durch eine ganzheitliche Yoga-Praxis eine Schmerzlinderung sowie eine verbesserte Wahrnehmung der Gelenkstellung und in der Folge eine verbesserte Haltung eintrat, wobei die positive Wirkung im Bereich Nacken- und Rückenschmerzen dabei besonders hervortrat (Cramer, S. 1926), • dass bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Adipositas und Hyperlipidämie eine regelmäßige Anwendung von Atemund Meditationsübungen zu einer Verbesserung der Krankheitsbilder führen kann, was durch das Auflösen eines Ungleichgewichts im vegetativen Nervensystem (VNS) hervorgerufen wird (Cramer, S. 1926), • dass vor allem Atem- und Meditationsübungen psychische Belastungen und Depressionen durch die Beruhigung des Geistes lindern können (Cramer, S. 1927).
Review zusammengefasst (Danhauer et al., 2019) und stellten dabei fest, dass „mithilfe von Yoga krankheits- und therapiebedingte Symptome bei Krebspatienten verringert werden können“ (Starostzik, 2019). Die allgemeine Lebensqualität verbessert sich nach Aussagen vieler Studien, Schlafprobleme nehmen ab und das Stressempfinden sinkt. So wird von Dr. Christine Starostzik (2019) eine Empfehlung für die Integration von Yoga-Programmen in die Krebstherapie ausgesprochen.
Uschi Moriabadi Uschi Moriabadi erwarb ihren Abschluss zur DiplomSportlehrerin mit dem Studienschwerpunkt Leistungssport an der TU München und ist seit vielen Jahren als Dozentin, Autorin und Tutorin für die Deutsche Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement (DHfPG) und die BSA-Akademie tätig. Sie ist eine gefragte Autorin zu den Themen Yoga, Pilates, Fitness und Gesundheit. www.dhfpg-bsa.de
Auszug aus der Literaturliste Skuban, R. (2018): Pranayama, Die heilsame Kraft des Atems. Grafing: Aquamarin Verlag. Ott, U. (2018): Gesund durch Atmen. Ein Neurowissenschaftler erklärt die Heilkraft der bewussten Yoga-Atmung. München: O. W. Barth. Für eine vollständige Literaturliste kontaktieren Sie bitte marketing@dhfpg-bsa.de.
Anzeige
NUTZEN SIE JETZT IHRE CHANCE! Weiterbildung zum/zur „Yoga-Trainer/in-B-Lizenz“ Im neu entwickelten Lehrgang „Yoga-Trainer/in-B-Lizenz“ der BSA-Akademie werden Ihre Mitarbeiter dazu qualifiziert, Kunden in Fitness- und Gesundheitsstudios mit unterschiedlichen Trainingszielen und körperlichen Voraussetzungen für die Yoga-Praxis zu begeistern und verantwortungsvoll zu betreuen. Nutzen Sie diese Chance und sichern Sie sich ein besonderes Qualitätsmerkmal. bsa-akademie.de/yoga 02/2020 | medical fitness and healthcare
Industrie
58
Bildung | Anzeige
Studium – Weiterbildung – Qualität Informationen/Neuigkeiten der BSA-Akademie, der BSA-Zert und der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement
Wettbewerbsvorteile sichern Jetzt noch Studierende für das WS 2020 anmelden! Die Deutsche Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement (DHfPG) bietet u. a. die dualen B. A.-Studiengänge Fitnessökonomie, Gesundheitsmanagement und Fitnesstraining sowie erstmals den dualen interdisziplinären B. Sc.-Studiengang Sport-/ Gesundheitsinformatik. Zum Beispiel werden Studierende des neuen Studiengangs dazu qualifiziert, das Themengebiet der individuellen Gesundheitsförderung mit Kommunikations- und Informationstechnologien zu vernetzen. Werden Sie zum Vorreiter und melden Sie noch im WS 2020 Studierende für einen der sechs dualen Bachelor-Studiengänge an. dhfpg.de/bsgi Foto: DHfPG/BSA
Prävention und Rehabilitation Mitarbeiter mit BSA-Lehrgängen weiterbilden Qualifizieren Sie Ihre Mitarbeiter mit Lehrgängen der BSA-Akademie zu Fachkräften in Prävention und Rehabilitation. Beispielsweise erfahren Teilnehmende im Lehrgang „Trainer/in für präventives Rückentraining“, wie sie spezifische Krafttrainingsprogramme für ein präventives Rückentraining erstellen. Wie Kunden nach Abschluss einer Heilbehandlung z. B. nach einer Verletzung mithilfe eines indikationsspezifischen, muskulären Aufbautrainings dabei unterstützt werden, ihre bisher erreichten Erfolge zu stabilisieren, lernen Teilnehmende des Lehrgangs „Trainer/in für Sportrehabilitation“. Beide Lehrgänge sind u. a. Teil der Profiqualifikation „Lehrer/in für präventives und rehabilitatives Training“.
bsa-akademie.de/fitness Foto: DHfPG/BSA
Infoveranstaltungen BSA-Akademie und DHfPG
DHfPG
Die BSA-Akademie und die DHfPG bieten regelmäßig Infoveranstaltungen an ihren bundesweiten Lehrgangs- sowie Studienzentren an.
18.11.2020 Köln 20.11.2020 Berlin
26.11.2020 Leipzig 10.12.2020 München
BSA-Akademie Jetzt kostenfrei zu einem der nächsten Termine anmelden! >> dhfpg.de/events
>> bsa-akademie.de/events
25.11.2020 Köln 01.12.2020 München
11.12.2020 Berlin 15.12.2020 Düsseldorf
02/2020 | medical fitness and healthcare
59
Hygiene als sichtbarer Qualitätsfaktor Neues Zertifizierungsprogramm der BSA-Zert Die BSA-Zert hat ein neues Zertifizierungsprogramm für Unternehmen im Bereich Hygiene entwickelt. Dazu wurde eine eigene Hygienenorm definiert, um in Fitness-, EMS- und Sonnenstudios sowie Physiotherapiepraxen hygienisch einwandfreie Bedingungen sicherzustellen. Zur neuen Dienstleistungszertifizierung der BSA-Zert gehört auch die Ernennung einer für die Hygiene beauftragten Person im Betrieb. Diese muss über das gültige Zertifikat „Hygienebeauftragte/r (BSA)“ der BSA-Akademie oder eine entsprechend gleichwertige Qualifikation verfügen. Mit dem ausgestellten Hygienesiegel können Sie in Ihrer Kundenkommunikation neue Zeichen setzen. bsa-zert.de/hygiene Foto: goodluz – stock.adobe.com
Sport- und Bewegungstherapeut DVGS Zusätzlicher Abschluss im Master-Studium möglich Die Deutsche Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement (DHfPG) bietet in Kooperation mit dem Deutschen Verband für Gesundheitssport und Sporttherapie e. V. (DVGS) im Rahmen des M. A. Prävention und Gesundheitsmanagement Studienschwerpunkte in der Sport- und Bewegungstherapie, die auch als Hochschulweiterbildung absolviert werden können. Dadurch ist es möglich, die zusätzliche Berufsbezeichnung „Sport- und Bewegungstherapeut DVGS“ zu erwerben und das eigene Tätigkeitsfeld um abrechnungsfähige Leistungen in Prävention und Therapie zu erweitern. dhfpg.de/therapie Foto: DHfPG/BSA
DIN EN 17229 und DIN 33961 Mit Qualität überzeugen Die BSA-Zert bietet die Möglichkeit, sich nach der Europäischen Norm DIN EN 17229, die im Oktober 2019 den Teil 1 der DINNorm 33961 abgelöst hat, oder in Kombination mit den Teilen 2 bis 5 der DIN-Norm 33961 zertifizieren zu lassen. Die DIN EN-Norm sowie die DIN-Norm regeln die Anforderungen an die Ausstattung und den Betrieb von Fitness- und EMS-Studios. Die Zertifizierung bestätigt dem Unternehmen umfassend, neutral und unabhängig dessen Qualität in den jeweiligen Anforderungsbereichen. Fordern Sie heute noch ein unverbindliches Angebot über die Website der BSA-Zert an. bsa-zert.de Foto: DHfPG/BSA
Studiengänge >> dhfpg.de
Lehrgänge >> bsa-akademie.de
Zertifizierung >> bsa-zert.de
Mehr Infos zu dualem Bachelor- und Master-Studium, BSA-Lehrgängen oder zur Zertifizierung unter: Tel. +49 681 6855 143
02/2020 | medical fitness and healthcare
Industrie
60
Gonarthrosetherapie | Anzeige
Beweglichkeits- und Krafttraining in der Gonarthrosetherapie
Richtig trainieren mit Kniearthrosepatienten Arthrose ist die weltweit häufigste Gelenkkrankheit und tritt besonders an stark beanspruchten Gelenken wie dem Knie auf. Liegt eine Kniearthrose vor, spricht man auch von einer Gonarthrose. Die Betroffenen haben oft Schmerzen beim Belasten des Knies, zusätzlich können Beschwerden wie steife Gelenke hinzukommen. Patienten neigen daher oft dazu, das betroffene Gelenk zu schonen, doch Bewegung ist die zentrale Maßnahme unter den nichtmedikamentösen Therapieformen.
B
ei einer Arthrose verschleißt der Knorpel an den Gelenken, der als Schutzschicht zwischen den Gelenken dient, sodass irgendwann die Knochen ungeschützt aufeinander reiben und bei den Betroffenen starke Schmerzen verursachen. Jedoch ist bei einer Kniearthrose häufig nicht der Verschleiß oder die Überbelastung das Problem, sondern genau das Gegenteil, nämlich eine mangelnde Belastung. Durch langes Sitzen wird das Knie nur wenig und einseitig belastet. Weiterhin fehlt im Alltag eine richtige Belastung, da die Menschen immer seltener während der Arbeit aufstehen und häufig zu wenig Sport machen oder kaum Bewegungen ausführen, bei denen sie ihre Gelenke über die komplette Range of Motion belasten.
Die Ursache der Schmerzen bei einer Kniearthrose Wird das weiße Knorpelgewebe im Kniegelenk nicht ausreichend über Blutgefäße mit Nährstoffen versorgt, holt es sich diese selbst aus der Gelenkflüssigkeit, der sogenannten Synovialflüssigkeit. Dieser Knorpelstoffwechsel funktioniert allerdings allein mithilfe von Belastung. Nur wenn der Knorpel belastet wird, kann er sich mit Nährstoffen „vollsaugen“, ähnlich wie ein Schwamm. Wenn dies nicht passiert, wird der Knorpel früher oder später degenerieren, er verhungert sozusagen. Doch der Schmerz bei einer Arthrose entsteht meiner Ansicht nach nicht durch den Schaden an sich, also beispielsweise durch den Abrieb am Knorpel, durch Absprengungen oder eine niedrige Gelenkflächenhöhe. Es gibt viele Fälle, bei denen die Leute mit diesen Diagnosen völlig schmerzfrei sind. Ich sehe die Schmerzursache viel mehr in den Strukturen, die das Knie umgeben, also bei den Muskeln, Faszien und Muskelschlingen rund um das Gelenk. Werden diese Strukturen zu eng oder baut sich zu viel Spannung auf, entsteht ein Schmerz als körperlicher Schutzmechanismus.
Therapie- und Trainingsplan in mehreren Stufen Daher empfehle ich Kniearthrosepatienten einen Therapieund Trainingsplan, der aus mehreren Stufen besteht: Zunächst wird das Gewebe mit Tools aus dem Faszienbereich 02/2020 | medical fitness and healthcare
61
präpariert, um die verschiedenen Strukturen rund ums Knie weich zu machen. Anschließend werden mit dem Patienten Beweglichkeitsübungen durchgeführt, um die Funktion des Knies wiederherzustellen. Der letzte Schritt besteht aus einem angemessenen Krafttraining, um das Knie langsam wieder an eine gesunde Belastung zu gewöhnen.
Faszien- und Beweglichkeitstraining für weiche Strukturen
Funktion vor Kraft Grundsätzlich muss es beim Training mit Kniearthrosepatienten immer heißen: Funktion vor Kraft. Es gilt, zunächst die Mobilität und Funktion des Gelenks wiederherzustellen, den Tonus zu regulieren und die Spannung rauszunehmen. Dann kann man mit dem Patienten im nächsten Schritt wieder ins Krafttraining einsteigen. Wichtig ist hier die richtige Intensität: Die Belastung darf nicht zu hoch sein, aber die Muskeln müssen einen ausreichend hohen Kraftreiz erhalten. So kann der Knorpel wieder „ernährt“ werden, damit die Arthrose sich nicht verschlimmert, sondern sich vielleicht sogar etwas verbessert. Dies ist aus meiner Sicht die beste Herangehensweise, mit der ich seit Jahren erfolgreich mit Patienten arbeite. Daneben ist natürlich der Faktor Ernährung auch noch sehr wichtig und sollte unbedingt mit einbezogen werden. In Kombination mit der richtigen Therapie und angemessenem Training kann man so erreichen, dass der Patient ohne Operation möglichst lange gesund und intensiv leben kann. Fotos: milon / five
Als vorbereitende Maßnahme sollte der Patient damit beginnen, mit five Feet die Füße „durchzuarbeiten“. Wir bei five denken immer in Muskelketten. Das bedeutet: Wenn die Füße nicht in Ordnung sind, ist es schwierig, das Knieproblem zu lösen. Die aktiven Strukturen unserer Füße sind oft sehr schwach. Das führt dazu, dass die passiven Strukturen, z. B. die Plantarfaszie, sehr hart sind. Diese werden zu Beginn der Therapie mit Feet gelockert. five Ischio eignet sich anschließend für ein aktives Längentraining der gesamten hinteren Muskelkette, um wieder eine Überstreckung in den Knien zu erreichen. Denn gerade die Streckung und Beugung des Knies ist bei Patienten mit Gonarthrose oft stark eingeschränkt. Mit dem Faszienstimulator können wir anschließend alle Strukturen und Muskelschlingen, die um das Knie gehen, sehr schön bearbeiten, Spannung rausnehmen und weich machen, zum Beispiel die Wade, die Adduktoren und den Quadrizeps sowie den Rectus Femoris. Das Gerät ist für Patienten sehr einfach zu nutzen, denn gerade älteren Menschen fällt das Faszientraining auf dem Boden schwer. Um nun die Kniestreckung wiederherzustellen, ist der five Spagat mit seinem weich weggleitenden Schlitten sehr gut geeignet. Mit diesem Gerät führt der Patient ein aktives Längentraining der vorderen und hinteren Muskelkette durch. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der ischiocruralen und der hüftbeugenden Muskulatur. five Hip ist anschließend ein guter Einstieg, um die Kniebeugung wieder zu forcieren und die hüftbeugende Muskulatur wird in die Hüftstreckung trainiert. Es ist wichtig, dass das Knie nicht nur lokal lernt, sich wieder zu beugen, sondern dass dies auch mit der Funktion einhergeht, also mit der gleichzeitigen Hüftstreckung. Als fortgeschrittene Übung zur Verbesserung der Kniebeugung kann der Patient weiterhin mit Gummibändern an der Sprossenwand trainieren, indem er sich auf den Knien mit gestreckter Hüfte zurücklehnt. Zum Schluss macht das Training mit dem five Adductor die Adduktoren wieder weich und geschmeidig. Dies wird oft vergessen, aber die Adduktoren spielen ebenfalls bei Knieschmerzen eine wichtige Rolle.
Kraftgeräte für Kniearthrosepatienten. Physiotherapeuten und Trainer profitieren von den elektronisch gesteuerten milon Q-Geräten, die verschiedene Trainingsarten bieten. Empfehlenswert für Patienten mit Kniearthrose ist das isokinetische Training, bei dem während der Bewegungsausführung eine gleichbleibende Geschwindigkeit gewährleistet wird. Die Intensität ist dabei variabel. Das bedeutet, dass das Gerät immer nur so viel Widerstand zurückgibt, wie der Trainierende auch tatsächlich aktiv bewegt. Bei der Beinpresse kann der Patient so in der Winkelstellung, in der er Schmerzen hat, nur ganz leicht drücken und bei der restlichen Übung mehr Druck reingeben. Dies gibt Therapeuten die Möglichkeit, mit Patienten über die gesamte Range of Motion zu arbeiten. Darüber hinaus lässt sich bei den milon Geräten über die milon CARE Software die individuelle Range of Motion für den Patienten einstellen. Grundsätzlich ist es empfehlenswert, eine große Range of Motion zu nutzen. Der Teil, der für den Patienten noch schmerzhaft ist, sollte dabei nicht weggelassen werden, damit der Knorpel belastet wird – wenn auch zu Beginn nur sehr leicht. Weitere isokinetische Programme sind im milon Trainingssystem für die Arbeit mit Schmerzpatienten hinterlegt, beispielsweise eine Therapiesperre, sodass der Patient nicht in Bereiche drückt, die ihm nicht guttun. Früher war diese Art von präzisem, auf Schmerzpatienten abgestimmtem Training nicht möglich.
Individuell angepasstes Krafttraining Wenn die Funktion des Knies durch die Faszien- und Beweglichkeitsübungen wieder einigermaßen hergestellt ist und das Schmerzlevel gesunken ist, kann der Patient beginnen, das Knie wieder sinnvoll zu belasten. Hier reicht allerdings Ausdauertraining wie Fahrradfahren trotz allgemeiner Empfehlung nicht aus. Der Schmerz soll zwar während des Trainings möglichst vermieden werden, aber der Knorpel benötigt eine angemessene Belastung in der richtigen Range of Motion, damit er Nährstoffe aufnehmen kann. Um wieder Kraft im Knie aufzubauen, sind die Beinpresse, der Beinstrecker und der Beinbeuger die drei wichtigsten 02/2020 | medical fitness and healthcare
Wolf Harwath Wolf Harwarth ist Mobility Coach, seit über zehn Jahren Physiotherapeut und Fitnesstrainer, Mitbegründer des FiveKonzepts und Mitgeschäftsführer der Firma milon.
Industrie
62
Schulung | Anzeige
a Club Fuerteventura
Aldian 14. – 21. November –
K E E W Y T I L I B O M FASZIEN & N O L I M & E V I F Y 2020 B
02/2020 | medical fitness and healthcare
63
Zum ersten Mal gemeinsam von five und milon
DIE FASZIEN & MOBILITY WEEK 2020 FINDET STATT!
• Verbringt mit uns eine abwechslungsreiche Schulungswoche auf der kanarischen Insel Fuerteventura. • Profitiert vom Know-how der Experten in intensiven five und milon Coachings. • Bildet euch weiter in verschiedenen Schulungen, Vorträgen und Kursen von five, milon, 4D PRO® und SHENTISPORTS®. • Genießt eine Woche All-inclusive-Cluburlaub im Aldiana Club Fuerteventura. Ihr zahlt nur die Reise, für die Seminare und Workshops fallen keine zusätzlichen Kosten an! • Tauscht euch mit Branchenkollegen aus und sammelt Fortbildungspunkte. • Trainiert gemeinsam mit uns beim täglichen Sportprogramm bei mildem Klima auf den Kanaren.
WAS PASSIERT IM FALL EINER REISEWARNUNG ODER EINES ZWEITEN LOCKDOWNS MIT MEINER BUCHUNG? Im Fall einer Reisewarnung oder eines zweiten Lockdowns und einer Absage der Reise durch Aldiana werden alle Reisen kostenfrei storniert und eventuell bereits gezahlte Beiträge erstattet. Dies gilt sowohl für Hotelbuchungen mit eigener Anreise als auch für Pauschalreisen. Es gelten die allgemeinen Reise- und Zahlungsbedingungen von Aldiana, die Interessenten bei unserem Reisepartner Sambaole erhalten. Bei Fragen wendet euch an Verena Hall: events@five-konzept.de
Fotos: five
Jetzt anmelden – Wir freuen uns auf euch! Infos & Anmeldung: Telefon: +49 771 92941230 | E-Mail: events@five-konzept.de 02/2020 | medical fitness and healthcare
Industrie
64
Bildung | Anzeige
Fotos: DHfPG/BSA
Neues duales Studium B. Sc. Sport-/Gesundheitsinformatik
Die Zukunft der Branche: Interdisziplinäre Fachkräfte Menschlicher Kontakt und Austausch bleiben zwar elementar, jedoch wird seit einigen Monaten das Potenzial von digitalen Zusatzangeboten deutlich sichtbar. Mit Studierenden des neuen dualen Studiengangs B. Sc. Sport-/Gesundheitsinformatik der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement (DHfPG) können Betriebe und Unternehmen ab sofort die Digitalisierung nutzen, um u. a. die Verbindung zu Kunden und Mitgliedern zu vertiefen und auszubauen.
Z
unehmend mehr Unternehmen der Sport-, Fitnessund Gesundheitsbranche wie Physiotherapiepraxen und Fitnessstudios setzen beispielsweise für eine verbesserte Kundenbindung und eine ganzheitliche Betreuung auf digitale Lösungen ergänzend zu den Vor-Ort-Angeboten. Durch die intensivere Beschäftigung mit dem Thema „Digitalisierung in der Sport-, Fitness- und Gesundheitsbranche“
tritt immer deutlicher hervor, dass Fachkräfte benötigt werden, die interdisziplinäre Kenntnisse der Gesundheits- und Sportwissenschaft sowie der Informatik besitzen. Absolventen des neuen dualen Studiengangs B. Sc. Sport-/Gesundheitsinformatik der DHfPG verfügen über fächerübergreifende Kompetenzen und werden dadurch essenziell für den zukünftigen Sport-, Fitness- und Gesundheitsmarkt. 02/2020 | medical fitness and healthcare
65
Informatik, Gesundheit, Sport – eine bewährte „Symbiose“ Die Verknüpfung der Gesundheits- und Sportwissenschaft mit der Informatik hat sich bereits bewährt. Besonders in der Prävention von beispielsweise Verletzungen werden Systeme verwendet, in denen diese Verbindung genutzt wird: Fortschrittliche kamerabasierte Bewegungssensoren wie zum Beispiel Microsoft XBox Kinect oder Intel® RealSense benötigen keine Marker (= an bestimmten Körperstellen befestigte visuelle Trigger, z. B. QR-Codes oder Reflektoren, die von Kamerasystemen erkannt werden können). Sie nutzen Algorithmen und Infrarot-Punktwolken, um eine Tiefe im Raum als Parameter zu gewinnen und Körpersegmente (z. B. Kopf, Schulter, Gelenke) zu erkennen. Fehlhaltungen der menschlichen Physiognomie über einen längeren Zeitraum können so einfach erfasst und gegebenenfalls auch automatisch analysiert werden, was besonders bei älteren Menschen in Pflegeeinrichtungen präventiv zum Einsatz kommen kann, zum Beispiel zur Sturzerkennung oder Registrierung von ungewöhnlichem Bewegungsverhalten. Auch das Thema Telemedizin – dieser Begriff war in der Vergangenheit sehr umstritten – hat vor allem durch die Corona-Pandemie einen neuen Schub erhalten. Die Telemedizin umfasst neben einfachen Beratungen auch eine erste Diagnostik und sogar Therapien, trotz räumlicher oder auch zeitlicher Distanz zwischen Arzt, Therapeut, Apotheker und Patient oder zwischen zwei sich konsultierenden Ärzten.
Fortschritt durch interdisziplinäre Fachkräfte Es sind bereits Systeme auf dem Markt verfügbar, die eine Digitalisierung des Angebots von z. B. Physiotherapiepraxen sowie Fitness- und Gesundheitsanlagen möglich machen. Aber was passiert, wenn das digitale System nicht mit den Unternehmensstrukturen und dem Dienstleistungsangebot harmoniert? Soll diese „Lücke“ geschlossen werden, braucht man Mitarbeiter mit Kompetenzen in Informatik sowie Gesundheits- bzw. Sportwissenschaft. Ab sofort bietet die DHfPG den neuen dualen Studiengang B. Sc. Sport-/ Gesundheitsinformatik an: Der Studiengang kombiniert das Fachgebiet Informatik mit Inhalten aus den Fachbereichen Trainings- und Bewegungswissenschaft, Ökonomie sowie fachbereichsübergreifende Inhalte zum wissenschaftlichen Arbeiten. Studierende haben die Wahl zwischen den zwei Studienschwerpunkten „Gesundheit“ und „Sport“. Beispielsweise werden Studierende mit Spezialisierung auf „Gesund-
heit“ dazu qualifiziert, den Aufbau und die grundlegende Funktionsweise des deutschen Gesundheitswesens und die Wirkungen von Maßnahmen zur Gesundheitsförderung und Prävention zu verstehen. Sie lernen, kreative technische Lösungen für das Gesundheitssystem und alle beteiligten Akteure sowie IT-Systeme für den Bereich der Prävention und Gesundheitsförderung zu entwickeln. Die Absolventen sind in der Lage, Leistungen der Gesundheitsversorgung und Präventionsmaßnahmen im Sinne einer optimierten Versorgungskette zu koordinieren bzw. zu vernetzen. Folgende Projekte könnten von Gesundheitsinformatikern beispielsweise umgesetzt werden: Entwicklung von GesundheitsApps sowie digitalen Konzepten im Bereich der Prävention und Gesundheitsförderung (E-Health, Coach@Home), Auswertung und Aufbereitung erfasster Kundendaten sowie Digitalisierung von Buchungssystemen (z. B. Anmeldung zu Kursen, Terminbuchungen).
Berufsfelder für Sport-/Gesundheitsinformatiker Für Unternehmen eröffnet sich ein großes Feld an Einsatzmöglichkeiten von dual Studierenden dieses Studiengangs. Sie können beispielsweise in wirtschaftsorientierten Einrichtungen wie Fitness- und Gesundheitsunternehmen eingesetzt oder auch in traditionellen Betrieben des Gesundheitswesens wie Arzt- oder Physiotherapiepraxen und Krankenkassen angestellt werden. Genauso sind sie von besonderem Interesse für Unternehmen, die sich auf die Softwareentwicklung oder die Beratung und den Vertrieb von Produkten für Einrichtungen des Gesundheitswesens spezialisiert haben.
B. Sc. Sport-/Gesundheitsinformatik – ein entscheidender Schritt in die Zukunft Der Sport- und Gesundheitssektor in Verbindung mit dem IT-Sektor sind wichtige Märkte für Wachstum und Beschäftigung geworden und deren wirtschaftliche Bedeutung wird im Hinblick auf die Digitalisierung (z. B. elektronische Gesundheitsakten, IT-gestützte Infrastrukturen oder virtuelle 3D-Trainingsumgebungen) weiter zunehmen. Neben dem traditionellen, überwiegend analogen Gesundheitswesen steht auch die Sportwissenschaft am Beginn einer digitalen Evolution. Studierende des dualen Studiengangs B. Sc. Sport-/Gesundheitsinformatik tragen einen wesentlichen Teil zu diesem Fortschritt bei und bieten Unternehmen aus unterschiedlichsten Bereichen der Sport-, Fitness- und Gesundheitsbranche große Entwicklungschancen.
Jetzt noch Studierende für das WS 2020 anmelden! Melden Sie jetzt noch Studierende für den neuen dualen Studiengang B. Sc. Sport-/ Gesundheitsinformatik an und profitieren Sie von der Digitalisierung. Informationen zum neuen Studiengang erhalten Sie unter dhfpg.de/bsgi. Oder besuchen Sie online den kostenfreien „Aufstiegskongress ONLINE ONLY“ und erfahren Sie mehr über den B. Sc. Sport-/Gesundheitsinformatik. Weitere Infos unter: aufstiegskongress.de
02/2020 | medical fitness and healthcare
Industrie
66
Betreuung | Anzeige
Bleiben Sie 365 Tage im Jahr mit Ihren Kunden in Kontakt
mywellness App 5.0: Betreuung auch außerhalb der Einrichtung Foto: Technogym Germany GmbH
M
it der neuen mywellness App 5.0 können Betreiber jederzeit und an jedem Ort ein ganzheitliches Bewegungsprogramm anbieten und ab sofort eigene Videoinhalte auf die Plattform hochladen und ihren Patienten zu Hause oder unterwegs Kurse und Coaching-Services zur Verfügung stellen.
LIVE-KURSE Trainer und Therapeuten können über die „mywellness for Professionals“-Website ihren Kunden Live-Kurse anbieten und diese streamen, um ihre Patienten auch zu Hause motivieren zu können.
ON-DEMAND-KURSE Betreiber können die mywellness App mit On-Demand-Inhalten füllen und diese bewerben. Die App-Nutzer können somit aus einer Vielzahl von Trainingsprogrammen auswählen, indem sie festlegen, an welcher Art von Training sie teilnehmen möchten, welcher Trainer/Therapeut und welche Zeit ihnen am besten passt.
TECHNOGYM VIRTUAL CLASSES Direkt einsatzbereite und qualitativ hochwertige Inhalte von Technogym können für einen schnellen Start des On-Demand- und Live-Service direkt in die eigene Bibliothek integriert werden. NEUE GESCHÄFTSMÖGLICHKEIT FÜR EINRICHTUNGEN Die neue Funktion erweitert nicht nur das Angebot der Gesundheitseinrichtungen, sodass Mitglieder auf virtuelle Trainingseinheiten zugreifen können, sondern bietet zudem einen ergänzenden Service für bereits bestehende Verträge.
Ein weiterer Vorteil ist die Neukundenakquise direkt über die mywellness App, um neue Umsätze, unabhängig von Ort und Zeit, generieren zu können.
WEITERE INFORMATIONEN ZU MYWELLNESS Innovation war schon immer ein wichtiger Bestandteil der Technogym-DNA: 1996 hat Technogym das erste Softwaresystem für das Training im Fitnessstudio eingeführt, 2003 den ersten in ein Fitnessgerät integrierten Screen, 2007 das erste Online-Fitnessequipment und im Jahr 2012 die erste Cloud in der Fitnesswelt. Dank mywellness hat Technogym heutzutage die Art und Weise, wie Menschen auf Wellness und Gesundheit zugreifen können, neu erfunden. mywellness ist die umfassendste Technologie, die Fitnessgeräte, Apps, Equipment und Menschen miteinander verbindet, und ist somit die erste Cloud-Computing-Technologie der Branche. Nutzer können ihren persönlichen Lebensstil nahtlos an jedem Ort und zu jeder Zeit verwalten und einen neuen Ansatz für das persönliche Gesundheitsmanagement einführen. Sie möchten gerne mehr über die mywellness App 5.0 erfahren? Kontaktieren Sie uns gerne jederzeit.
Technogym Germany GmbH Frankfurter Straße 211 | 63263 Neu-Isenburg E-Mail: info_d@technogym.com | Tel.: 0800 0 55 66 33
02/2020 | medical fitness and healthcare
Industrie
68
Vibrationstherapie | Anzeige
Interview mit Gerhard Büssemaker, Physiotherapeut und Osteopath
„Galileo ist aus meiner täglichen Arbeit nicht mehr wegzudenken“
„Galileo Therapie bzw. Training ist für mich ein ganz wichtiger Bestandteil und Baustein für das tägliche Arbeiten mit meinen Patienten geworden. Meine Patienten und ich möchten das Galileo System nicht mehr missen. Für mich persönlich war es die absolut richtige Entscheidung, die ich jedem Berufskollegen nur wärmstens empfehlen kann.“ Foto: Gerhard Büssemaker
02/2020 | medical fitness and healthcare
69
Gerhard Büssemaker ist seit 26 Jahren Physiotherapeut und seit einigen Jahren selbstständig mit seiner eigenen Praxis in Kassel. Neben dem umfangreichen Angebot von Therapie- und Selbstzahlerleistung bietet er seit dem Frühjahr 2020 auch das Galileo Vibrationstraining in seiner Praxis an. Im Interview mit der medical fitness and healthcare (mfhc) erläutert er, warum er sich für die Galileo Vibrationstherapie entschieden hat. mfhc: Herr Büssemaker, wie sah Ihr erster Kontakt zum "Thema" Galileo mit der for me do GmbH aus? Gerhard Büssemaker: Seit einigen Jahren, eigentlich schon seit Beginn meiner physiotherapeutischen Ausbildung, bin ich immer wieder mit dem Thema Vibrationstherapie – insbesondere mit dem Galileo Vibrationstraining – in Berührung gekommen. Viele meiner Kollegen nutzen dieses bereits intensiv für die begleitende aktive Therapie und für neue Trainings- und Therapieansätze. Immer wieder spielte ich mit dem Gedanken, mehr als nur die reine Kassenleistung in meiner Praxis anzubieten. Mir war klar, dass nur eine begleitende Trainingstherapie eine Verbesserung beim Patienten bewirkt. Bei einem Netzwerktreffen begegnete ich Marcus Neugebauer, Fitness- und Gesundheitsexperte der for me do, der dort als Aussteller mit dem Galileo Therapiegerät war. Nach einem kurzen und intensiven Austausch über die Möglichkeiten und Einsatzgebiete von Galileo vereinbarten wir einen Beratungstermin bei mir vor Ort in der Praxis. Von da an war mir klar: Das brauche ich, unbedingt! mfhc: Das klingt spannend. Was hat Sie so überzeugt? Gerhard Büssemaker: Ich kannte das Galileo Vibrationstrainingsgerät ja bereits und fand es schon vor der Präsentation interessant für mich. Welche Möglichkeiten der Therapie- und des Trainingsanreizes es in der täglichen Praxis für meine Patienten gibt, zeigte mir Marcus Neugebauer bei dem Vor-Ort-Termin ganz explizit. Das hat mich schlichtweg überzeugt. Ich entschied mich bewusst für das System mit integrierter Chipkarte, denn so kann ich jedem meiner Patienten einen individuellen Therapie- und Trainingsplan konfigurieren und ein eigenständiges Training ermöglichen. mfhc: Wie sah die Unterstützung vonseiten der for me do GmbH aus? Gerhard Büssemaker: Neben der umfangreichen Schulung am Anfang findet ein reger Austausch zwischen meinem Berater und mir statt, auch die regelmäßigen Netzwerktreffen nutzen wir, um uns auszutauschen. Die individuelle Beratung zu den Themen Preisgestaltung, Marketing und Umsetzung erfolgte im engen Dialog. mfhc: In welcher Form bieten Sie das Galileo Training an? Gerhard Büssemaker: Derzeit bieten wir das Galileo Training als Zehnerkarte zum Festpreis von 250 EUR für unsere 02/2020 | medical fitness and healthcare
Patienten an. Selbstverständlich erhält jeder Patient eine individuelle Einweisung, damit das Training die maximale Wirkung entfalten kann. mfhc: Wie ist die Resonanz der Kunden? Gerhard Büssemaker: Meine Kunden sind begeistert. Selten hat eins der therapeutischen Geräte ein solch positives Patientenecho erhalten. Galileo Vibrationstraining schafft es, die Bewegungs- und Funktionsfähigkeit ihres Körpers wiederherzustellen oder zu verbessern.
Ein Gerät – viele Möglichkeiten Galileo kann die Muskulatur lockern, die muskuläre Leistungsfähigkeit steigern sowie die Balance und Beweglichkeit verbessern. Mit Galileo sprechen Sie eine breite Zielgruppe an und erreichen damit schnell ein positives Kosten-Nutzen-Verhältnis. Die seitenalternierende Bewegungsform verhindert schmerzhafte Halswirbelbelastungen bei Ihren Kunden. Ihre Kunden werden sich auf dem Galileo wohlfühlen. Durch die stufenlos veränderbare Amplitude und Frequenz ist Galileo individuell auf die jeweilige Situation Ihres Kunden einzustellen. Das Galileo System ist seit mehr als 20 Jahren am Markt und mit über hundert rezensierten Studien in seiner Wirkungsweise belegt. Sie können sicher sein, mit Galileo Training bieten Sie Ihren Kunden etwas ganz Besonderes. Es ist auch bei Ärzten und Physiotherapeuten akzeptiert. Qualität „Made in Germany“ zeichnet die Galileo Systeme aus. Hohe Funktionalität und extrem lange Haltbarkeit schaffen Planungssicherheit – eine Investition, die sich für Sie lohnt.
for me do GmbH Schloßbergstr. 28 38315 Hornburg Tel.: 0 53 34 - 94 86 16 info@formedo.de www.formedo.de
Industrie
70
COVID-19 | Anzeige
Fotos: Proxima Studio, Robert Kneschke – stock.adobe.com
Studienlage zu Übergewicht
Risikofaktor für schweren Verlauf von COVID-19 Hohes Körpergewicht ist ein Risikofaktor, der sich erheblich auf den Krankheitsverlauf einer Corona-Infektion auswirken kann. Mehrere aktuelle Studien zeigen erhöhte Risiken für Krankenhausaufenthalte, invasive Beatmungen und die Mortalität. Abhilfe kann eine Gewichtsabnahme durch gesunde Ernährung und körperliche Aktivität schaffen.
S
eit Anfang des Jahres bestimmt das neuartige Coronavirus mit dem Namen SARS-CoV-2 weltweit den Alltag vieler Menschen. Die Krankheit COVID-19 selbst kann einen schweren Verlauf mit Atemproblemen und Lungenentzündungen haben. Dabei sind die Unterschiede im Krankheitsverlauf zwischen Jung und Alt sehr groß, was sich auch in den Todeszahlen eindeutig widerspiegelt. Zur Risikogruppe gehören überwiegend ältere Menschen sowie Personen mit verschiedenen Vorerkrankungen. Dazu zählt das Robert Koch-Institut (RKI) beispielsweise Herz-KreislaufErkrankungen, Diabetes, Erkrankungen des Atmungssystems, der Leber, der Nieren, Krebserkrankungen und Adipositas (= starkes Übergewicht).
Schwere Krankheitsverläufe bei Übergewicht Schon 2018 konnten amerikanische Forscher der University of Michigan einen Zusammenhang zwischen der Ausscheidungsdauer von Influenza-A-Viren und hohem Körpergewicht erkennen. Adipöse Probanden schieden diesen Virenstamm auch bei asymptomatischen Krankheitsverläufen 42 Mal länger aus als Normalgewichtige und waren demnach länger infektiös. Entscheidend ist auch, dass der Krankheitsverlauf während einer Virusinfektion bei übergewichtigen Personen
schwerwiegender war als bei Normalgewichtigen. Zusätzlich konnte die Studie zeigen, dass bei an Influenza erkrankten Patienten mit Übergewicht ein deutlich erhöhtes Risiko für einen Krankenhausaufenthalt besteht.[1] Diese Erkenntnisse von damals werden jetzt auch bei Corona-Untersuchungen bestätigt. Eine aktuelle Studie mit 3.615 auf das Coronavirus positiv getesteten Probanden aus New York zeigt bei unter 60-jährigen Patienten mit Adipositas Grad I im Vergleich zu Normalgewichtigen ein doppelt so hohes Risiko für eine Behandlung auf der Intensivstation. Personen mit Adipositas Grad II im Alter von unter 60 Jahren haben sogar ein 3,6fach höheres Risiko.[2] Unabhängig vom Alter nimmt Übergewicht also einen signifikanten Einfluss auf den Krankheitsverlauf, sodass auch jüngere Personen zur Risikogruppe gehören können. Eine französische Forschergruppe zeigte außerdem, dass die Häufigkeit der invasiven Beatmung mit steigendem BMI zunimmt. Bei einem BMI von mehr als 35 kg/m2 benötigten bis zu 85 Prozent der Patienten ein Beatmungsgerät.[3] Die Gründe für diese schwerwiegenden Krankheitsverläufe sind unterschiedlicher Natur. Fettzellen produzieren Botenstoffe, die eine entzündungsfördernde Wirkung haben können. Besonders das viszerale Fettgewebe spielt hierbei 02/2020 | medical fitness and healthcare
71
eine Rolle.[4] Das Immunsystem wird durch diese erzeugten Entzündungen in Anspruch genommen, sodass weniger freie Kapazitäten zur Bekämpfung der Viren zur Verfügung stehen. Übergewicht begünstigt außerdem die Entstehung reaktiver Sauerstoffspezies, die zu Veränderungen im Körper führen. Größe und Funktion der Mitochondrien nehmen ab und das Altern des Thymus wird beschleunigt. Dies hat zur Folge, dass die Reifung der T-Lymphozyten beeinträchtigt wird und nicht genügend naive T-Zellen im Blut zirkulieren. Folglich wird die Bekämpfung eindringender Krankheitserreger erschwert.[5] Speziell im Falle des Virus SARS-CoV-2 spielt die (Vor-) Belastung der Atemwege eine große Rolle. Die schlechte Belüftung dieser sowie Fettablagerungen führen dazu, dass sich Atemwegserkrankungen häufig schwerwiegend entwickeln. Daher stellt in solchen Fällen auch die Benutzung von Beatmungsgeräten auf Intensivstationen keine Seltenheit dar.[6]
Referenzen Maier, Hannah E., Lopez, Roger, Sanchez, Nery, Ng, Sophia, Gresh, Lionel, Ojeda, Sergio, Burger-Calderon, Raquel, Kuan, Guillermina, Harris, Eva, Balmaseda, Angel & Gordon, Aubree (2018). Obesity increases the duration of influenza A virus shedding in adults. The Journal of Infectious Diseases, 218(9), 1378-1382. doi: 10.1093/infdis/jiy370
[1]
Lighter, Jennifer, Phillips, Michael, Hochman, Sarah, Sterling, Stephanie, Johnson, Diane, Francois, Fritz & Stachel, Anna (2020). Obesity in patients younger than 60 years is a risk factor for COVID-19 hospital admission. Clinical Infectious Diseases, 71(15), 896-897. doi: 10.1093/cid/ciaa415
[2]
Simonnet, Arthur, Chetboun, Mikael, Poissy, Julien, Raverdy, Violeta, Noulette, Jerome, Duhamel, Alain, Labreuche, Julien, Mathieu, Daniel, Pattou, Francois & Jourdain, Merce (2020). High prevalence of obesity in severe acute respiratory syndrome coronavirus-2 (SARS-CoV-2) requiring invasive mechanical ventilation. Obesity, 28(7), 1195-1199. doi: 10.1002/oby.22831
[3]
Fontana, Luigi, Eagon, J. Christopher, Trujillo, Maria E., Scherer, Philipp E. & Klein, Samuel (2007). Visceral fat adipokine secretion is associated with systemic inflammation in obese humans. Diabetes, 56(4), 1010-1013. doi: 10.2337/db06-1656
[4]
[5] Tam, Bjorn T., Morais, Jose A. & Santosa, Sylvia (2020). Obesity and ageing: Two sides of the same coin. Obesity Reviews, 21(4). doi: 10.1111/obr.12991
Kalligeros, Markos, Shehadeh, Fadi, Mylona, Evangelia K., Benitez, Gregorio, Beckwith, Curt G., Chan, Philip A. & Mylonakis, Eleftherios (2020). Association of obesity with disease severity among patients with coronavirus disease 2019. Obesity, 28(7), 1200-1204. doi: 10.1002/oby.22859
[6]
Helsingen, Lise M., Løberg, Magnus, Refsum, Erle, Gjøstein, Dagrun Kyte, Wieszczy, Paulina, Olsvik, Ørjan, Juul, Frederik E., Barua, Ishita, Jodal, Henriette C., Herfindal, Magnhild, Mori, Yuichi, Jore, Solveig, Lund-Johansen, Fridtjof, Fretheim, Atle, Bretthauer, Michael & Kalager, Mette (2020). Randomized re-opening of training facilities during the Covid-19 pandemic. TRAin study group. doi: 10.1101/2020.06.24.20138768
[7]
Ernährung und Fitness sind wichtige Faktoren
Foto: Kristina Seltenreich
Übergewicht stellt aufgrund der Vielzahl von Begleiterkrankungen somit eine ganz klare Belastung für den menschlichen Körper dar. Eine Gewichtsreduktion ist für Personen mit einem BMI von mehr als 30 kg/m2 daher enorm wichtig, um das eigene Immunsystem zu entlasten. Durch eine gezielte Ernährungsumstellung verbessern sich das allgemeine Wohlbefinden sowie zahlreiche Begleiterkrankungen. Die Gen-Diät MetaCheck®, die von einer Vielzahl an Fitnessstudios angeboten wird, ermittelt mithilfe einer genetischen Analyse die optimale individuelle Makronährstoffverteilung und die für die Fettverbrennung effektivste Sportart. Somit kann für jeden Menschen ein persönliches Vorgehen mit dem Ziel einer Gewichtsabnahme erarbeitet und das Immunsystem dadurch nach und nach entlastet und unterstützt werden. Neben einer individuell angepassten Ernährungsumstellung kann auch der Besuch von Fitnessstudios und Sportkursen eine wichtige Hilfestellung sein.
Kristina Seltenreich Kristina Seltenreich hat ihr Bachelorstudium an der Universität Hohenheim im Bereich Ernährungsmanagement und Diätetik erfolgreich abgeschlossen. Mittlerweile ist sie bei der CoGAP GmbH als Ernährungswissenschaftlerin tätig und ist u. a. für Rezeptentwicklungen und Ernährungsberatungen zuständig. Foto: Dr. Orhan Özüak
Fitnessstudios können aufatmen Der Abbau von überschüssigem Körperfett und die Steigerung der körperlichen Fitness haben eine Vielzahl positiver Einflüsse auf den menschlichen Körper. So kann regelmäßiges Training das frühzeitige Altern und das Absterben der Zellen verhindern und die Belastung der Atemwege nimmt ab. Laut des norwegischen Wissenschaftlerteams um Lise M. Helsingen können Fitnessstudios im Hinblick auf die Infektionsgefahr zudem bedenkenlos geöffnet bleiben.[7] Im Rahmen ihrer Studie (insgesamt 3.764 Probanden) konnte nach zwei Wochen nur ein positiver von bis dato 3.106 durchgeführten Corona-Tests festgestellt werden. Dieser positive Test stammte jedoch von einer Probandin, die dem Angebot, im Rahmen der Studie das Fitnessstudio zu besuchen, nicht nachgegangen war. Die Studie und die Bedeutung ihrer Ergebnisse werden aktuell noch evaluiert und müssen in den Gesamtkontext der Pandemie eingeordnet werden. Doch schon jetzt schlussfolgern die norwegischen Wissenschaftler, dass in Fitnessstudios und Trainingsräumen unter Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln keine erhöhte Infektionsgefahr besteht. 02/2020 | medical fitness and healthcare
Dr. Orhan Özüak Dr. Orhan Özüak ist promovierter Genetiker mit den Schwerpunkten Molekulargenetik und Entwicklungsbiologie. Er ist spezialisiert auf genetische und epigenetische Prozesse der Selbstorganisation von Zellen auf der Basis ererbter Genregulationsnetzwerke. Nach seiner langjährigen Forschungstätigkeit an der Universität zu Köln wechselte er 2014 zur CoGAP GmbH als Leiter der Abteilung Forschung und Entwicklung. Seitdem ist er mit seiner Arbeit maßgeblich an der Neuentwicklung von Analysen im Bereich der Nutrigenetik und der Fitnessoptimierung beteiligt. CoGAP GmbH | info@cogap.de | +49 (221) 630 607 010
Industrie
72
Event | Anzeige
Premiumtreffen der Physio- und Gesundheitsbranche
MEET THE TOP Physio: Netzwerken unter Palmen Wie kaum ein anderes Event in der Physio- und Gesundheitsbranche steht MEET THE TOP für produktive Gespräche, effektives Netzwerken, hochkarätige Teilnehmer und luxuriöses Ambiente. Vom 25. bis 28. Februar 2021 findet das Premiumtreffen auf Mallorca statt.
„Q ualitativ hochwertige Kontakte“, „sehr angenehmes Ambiente“, „gut selektierte Geschäftspartner“ und „hervorragende Organisation“ – das sind die Kommentare der Teilnehmer von MEET THE TOP aus den letzten Jahren. Wer neue Kontakte knüpfen oder alte Geschäftsbeziehungen pflegen möchte, trifft hier auf das Who’s who der Physio- und Gesundheitsbranche.
Das Konzept Hauptbestandteil des Events sind die effizienten und intensiven Eins-zu-eins-Meetings an zwei Tagen. Wer auf wen trifft, wird bereits im Vorfeld der Veranstaltung durch die Teilnehmer aus der Industrie via Online-Wahl bestimmt. Seit einigen Jahren können die Betreiber auch Meetingwünsche angeben, sodass die Termine noch produktiver 02/2020 | medical fitness and healthcare
73
Fotos: Bodymedia
werden. Das Freizeit- und Sportprogramm am Nachmittag lädt dazu ein, Business und Spaß zu verbinden. Als Highlight des Rahmenprogramms werden in Zusammenarbeit mit der Deutschen Akademie für angewandte Sportmedizin (DAASM) unter der Leitung von Dr. med Dr. disc. pol. Homayun Gharavi Fachvorträge von verschiedenen Experten angeboten, die der Weiterbildung von Führungskräften in unterschiedlichen Bereichen dienen und bei denen Fortbildungspunkte erworben werden können. Für den passenden Rahmen des Events sorgt erneut die Destination Mallorca. Angefangen bei den Zimmern über das Essen bis hin zu den Meetingräumen, dem SPA und der großzügigen Bar schafft das Hotel ein exklusives und schönes Ambiente für das Event.
Was bietet das Premiumtreffen? Auf kaum einer anderen Veranstaltung lassen sich mehr Produkte und Dienstleistungen in dieser Ausführlichkeit kennenlernen. Zudem bietet MEET THE TOP die Möglichkeit, neue Kontakte zu knüpfen, sein Firmennetzwerk zu erweitern und sich mit Branchenkollegen auszutauschen. Als Betreiber können Sie das Event kostenfrei besuchen. Nur für den Flug, eventuelle Verlängerungsnächte sowie für Begleitpersonen fallen Extrakosten an. Das MEET THE TOP Eventteam freut sich auf Ihre Bewerbung für MEET THE TOP Physio! Um die Abstands- und Hygieneregeln vor Ort einhalten zu können, wird die Teilnehmerzahl für nächstes Jahr stärker 02/2020 | medical fitness and healthcare
beschränkt. Damit wird sichergestellt, dass MEET THE TOP Physio reibungslos ablaufen kann. Das Hygienekonzept wurde in enger Zusammenarbeit mit dem Hotel auf Mallorca erarbeitet und speziell an die Bedürfnisse bei einer Netzwerkveranstaltung angepasst.
MEET THE TOP Teilnahme –
Die Vorteile für Betreiber Hochwertige Kontakte knüpfen Luxuriöses Ambiente im Hotel auf Mallorca Top Organisation Leckere und vielfältige Küche Unterschiedliche Freizeitangebote Informative Fachvorträge Hervorragende Erreichbarkeit
Kontakt MEET THE TOP GmbH & Co. KG Tel.: +49 (0) 7253 - 987 571 0 anmeldung@meet-the-top.de
Jetzt anmelden!
Industrie
74
Trainingsprogramm | Anzeige
Neues Trainingsprogramm EGYM „Immunity Boost“
Myokine tanken in der Physiopraxis
C
OVID-19 hat die Bedürfnisse von Patienten bzw. Kunden massiv verändert: Sie wollen mehr Sicherheit, bessere Hygiene und natürlich ein spezielles Produkt, das ihnen hilft, gesundheitsorientiert zu trainieren. Dafür haben die Sportwissenschaftler von EGYM das Trainingsprogramm Immunity Boost entwickelt. Es bietet ein kontrolliertes, progressives und genau dosiertes Training, das Überbelastung und damit die Erhöhung des Infektionsrisikos vermeidet. Während des Trainings produzieren die Muskeln Botenstoffe, die sogenannten Myokine. Sie schützen vor Krankheiten und sind sinnbildlich die Ladestation des Immunsystems. Das Immunity Boost Trainingsprogramm von EGYM besitzt eine einzigartige Intensität, um die Freisetzung der Myokine zu unterstützen. Während des Aufwärmens regt das Muskellängentraining den Lymphfluss an und vertieft die Atmung. Damit wird das Immunsystem optimal auf das folgende Krafttraining vorbereitet. Dieses ist so gestaltet, dass es die Ausschüttung von Myokinen maximiert, ohne dabei den Patienten zu überlasten. Für die Kunden ist es sehr einfach, dem Programm zu folgen, denn die korrekte Ausführung wird durch Live-Feedback per EGYM Kurve kontrolliert. Das macht das Training für alle Nutzergruppen und speziell für Ihre 50plus-Nutzer besonders motivierend und interessant. Immunity Boost funktioniert natürlich auf allen EGYM Geräten! Erfahren Sie hier mehr:
Kontakt Einsteinstraße 172 81677 München
Tel. +49 89 9213 105 100 egym.com sales@egym.com
Foto: EGYM.com
Preiswert voll vernetzt: EGYM Refurbished Machines Das Refurbished-Machines-Programm ist der preislich attraktive Einstieg in die Welt der voll vernetzten Geräte von EGYM und eignet sich ideal für den Aufbau eines wirtschaftlich erfolgreichen Selbstzahlerbereichs. Vom EGYM Engineering Team generalüberholte und neu aufbereitete Maschinen für ein interaktives und motivierendes Trainingserlebnis gibt es bereits ab 999 EUR pro Monat, z. B. für sieben Refurbished Machines. Dieses Angebot ist auch mit anderen EGYM Produkten kombinierbar. Alle Geräte entsprechen dem EGYM Qualitätsstandard und sind mit sämtlichem EGYM Equipment kompatibel, wie z. B. der EGYM Trainer App und der EGYM Branded Member App. D. h. alle Trainingsfortschritte sind in den Apps für Patient und Therapeut jederzeit einsehbar dokumentiert.
EGYM Premium wird zu EGYM+ Höherer Kundenmehrwert – höherer Umsatz EGYM+ bietet Ihren Patienten durch personalisierte Trainingsprogramme einen echten Mehrwert – intuitiv und unkompliziert. Nach Auswahl des persönlichen Trainingsziels passen die EGYM Smart Strength Geräte alle Parameter, wie z. B. Trainingsmethode, Periodisierung, Wiederholungen und Gewicht automatisch an Ziel und Trainingszustand an. Sie schalten die EGYM+ Trainingsprogramme individuell für jedes einzelne Mitglied frei. Entscheiden Sie selbst, wie Sie EGYM+ in Ihre Mitgliedschaftstypen integrieren: für alle, gemeinsam mit der Nutzung der EGYM Smart Strength Geräte oder sogar in einer separaten, höherwertigen Mitgliedschaft. Möchten Sie EGYM+ für Ihre Praxis freischalten lassen? Melden Sie sich hier an: 02/2020 | medical fitness and healthcare
MILON Q EINFACH, SICHER, EFFEKTIV Die Kraft- und Ausdauergeräte der milon Q Serie bieten optimale Lösungen für therapeutische und medizinische Einrichtungen mit allen Vorteilen von elektronisch gesteuerten Trainingsgeräten. Alle Produkte der MED-Serie entsprechen den Anforderungen des Medizinproduktegesetzes MPG.
edical
Vereinbaren Sie Ihren persönlichen Beratungstermin unter milon.com/kontakt
02/2020
Umsatzsteuerrecht: Für welche Therapieformen gelten Ermäßigung oder Befreiung?
Fachartikel: Erfolgsfaktoren für den Selbstzahlerbereich
Studioporträt: Nachhaltige Gesundheitslösungen im TZ Eggenfelden
medical fitness and healthcare
SCAN HERE
NEU: VERTIKALE BEINPRESSE! Die neue PURE KRAFT Vertikale Beinpresse der plate loaded Serie von gym80 ist extrem stabil. Zwei Führungsachsen auf jeder Seite, vierfach kugelgelagerte Fußplatte, automatisch abklappende Bremse, 5-fache Einstellungsmöglichkeiten der Safetys und perfekt positionierte Griffe für maximalen Halt im Gerät. Das sorgt für ein optimales Trainingserlebnis mit perfekter Bewegungsamplitude sowie ein sicheres Training für jeden Körpertyp. Jetzt informieren!
gym80international
EUR 9,-
www.gym80.de
www.fitnessmanagement.de
EUR 9,-
CHF 14,-