


![]()



Selten war die Diskrepanz zwischen gesundheitspolitischem Anspruch und gelebter Realität so groß: Während Bewegungsmangel, chronische Erkrankungen und der demografische Wandel zunehmen, bleibt das Gesundheitssystem weiterhin primär auf Kuration statt auf Prävention ausgerichtet. Dabei liegen die Lösungen längst auf der Hand. Über zwölf Millionen Menschen trainieren in deutschen Fitness- und Gesundheitsanlagen, investieren eigenverantwortlich in ihre Gesundheit und entlasten perspektivisch das System. Fitness ist damit kein Randthema mehr, sondern ein zentraler Baustein moderner Gesundheitsstrategien. Und doch wird dieses Potenzial politisch bislang nicht konsequent genutzt.
Die aktuellen Forderungen des GKV-Spitzenverbandes setzen hier ein wichtiges Signal. Insbesondere die steuerliche Förderung präventiver Maßnahmen wie Fitnesstraining weist in die richtige Richtung: Prävention muss systemisch verankert werden.
Überragende Besucherzahlen der FIBO untermauern die Nachfrage
Ein Blick auf die diesjährige FIBO in Köln mit über 175.000 Besuchern zeigt eindrucksvoll, wie dynamisch sich die Branche bereits entwickelt. Als weltweit größte Leitmesse für Fitness, Gesundheit und Prävention ist sie nicht nur Schaufenster für Innovationen, sondern auch Impulsgeber für neue Geschäftsmodelle und Versorgungsansätze. Die Vielzahl an Konzepten rund um Medical Fitness, digitale Trainingssteuerung und vernetzte Gesundheitslösungen verdeutlicht: Die Branche ist bereit, Verantwortung im Gesundheitssystem zu übernehmen. In unserem Nachbericht ab Seite 28 ordnen wir diese Entwicklungen ein und zeigen, welche Trends für Betreiber und Therapeuten besonders relevant sind.
Wie Gesundheitstrends neu genutzt werden können
Aus politischer Perspektive wird Fitness bis heute als reines Lifestyleangebot begriffen. Tatsächlich aber ist die Fitnessbranche heterogener denn je. Genau darin liegt, richtig genutzt, der Schlüssel zu ihrer politischen Überzeugungskraft. Ein bedeutender Teil der Anlagen hat Gesundheit bereits fest im Markenkern verankert –und kann so zu einem politischen Perspektivwechsel beitragen. Diese Chance verlangt jedoch klare strategische Weichenstellungen: Entscheidend ist Klarheit – im Markenkern und im tatsächlichen Angebot sowie Transparenz in der Qualität, die dieses Angebot trägt. So werden integrierte Gesundheitslösungen sichtbar, die weit über klassisches Training hinausgehen.
Genau hier setzt der Themenschwerpunkt ab Seite 18 dieser Ausgabe an. Die Stimmen aus Politik und Gesundheitswesen unterstreichen die Dringlichkeit: Gefordert wird ein grundlegender Systemwechsel –weg von Kuration, hin zu Prävention. Vor allem gilt es, die Menschen zu erreichen, die bislang nicht aktiv sind. Beide Perspektiven machen deutlich: Die Fitnessbranche ist längst Teil der Lösung – sie muss nur konsequent als solche anerkannt werden. Und sie muss ihren eigenen Beitrag dazu leisten.
Für Betreiber und Physiotherapeuten bedeutet das: Die Zukunft gehört denjenigen, die Gesundheit ganzheitlich denken, Training, Therapie und Prävention intelligent verknüpfen und ihre Angebote klar sowie evidenzbasiert positionieren. Die Infrastruktur ist vorhanden. Die Innovationen sind sichtbar. Die FIBO hat es einmal mehr gezeigt. Was jetzt folgt, ist eine Frage des politischen Willens – und der unternehmerischen Authentizität.
Janosch Marx Herausgeber der medical fitness and healthcare


8 Aktuelles aus der Fitness- und Gesundheitsbranche
12 Vier Säulen, ein Ziel – das Zentrum für Physiotherapie (ZFP) in Bielefeld im Unternehmensporträt
18 Wie Anbieter Gesundheitstrends erfolgreich nutzen –Medical Fitness neu gedacht
28 FIBO 2026 mit Rekordzahlen: mehr Vielfalt, mehr Besucher
33 FIBO Congress 2026 – ein voller Erfolg
34 „Eckdaten der deutschen Fitnesswirtschaft 2026“
38 Aufstiegskongress 2026: Identität mit Wirkung
40 Vom Perspektivwechsel zur Berufung –duale Stärke im Klinikalltag
42 DHfPG-Science-Lab: Zukunft des ambulanten Herzsports
46 EGYM: Longevity Medical Campus Jungfernsee in Potsdam
48 Neuer Master Spor t- und Bewegungstherapie –Zukunft gestalten in Therapie und Training
50 miha bodytec: EMS-Training zwischen Fitness und Gesundheit
52 fithera 2026: Der Business-Kongress für Fitness und Therapie
54 DSSV e. V.: Mutterschutz und Elternzeit in der Praxis
56 Von der Analyse zur Belastbarkeit mit milon YOU
58 DHfPG/BSA Aktuell: Studium – Weiterbildung – Qualität
60 Longevity: Partner für gesundes Altern
64 Spielerei oder effizientes Werkzeug?
Digitale Diagnostik in der Therapie
68 Erfolgreiche Gewichtsreduktion mit der Abnehmspritze
72 Achtsamkeit in der Ernährung – Mind full oder mindful?
medical fitness and healthcare
Verlag und Herausgeber
fitness MANAGEMENT –
Privates Institut für Prävention und Gesundheitsmanagement GmbH Beutnerring 9, D-21077 Hamburg
Geschäftsführer
Janosch Marx, Johannes Marx
Redaktionelle Mitarbeit
Dr. Andreas Barz, Alisha Dittmer, Anika Dornberg, Adam Hecher, Johannes Hell, Fabian Pelzer, Florian Schmidt, Anke Sörensen, Prof. Dr. Markus Wanjek, Jürgen Wolff, Alexander Wulf
Gendergerechte Sprache
Lektorat
Carolin Blank, Karolina Dickmann, Lena Henning, Moritz Scheidel
Vertrieb und Anzeigen
Alisha Dittmer, Lara Hahn
Satz und Gestaltung
Lars Marschalek, Katharina Mühlenberg, Stefanie Reifschneider
Kontakt
Telefon: +49 (0) 40 - 300 945 - 0
E-Mail: info@fitnessmanagement.de www.fitnessmanagement.de
Urheber- und Verlagsrechte

18
Wie Anbieter Gesundheitstrends erfolgreich nutzen – Medical Fitness neu gedacht

28
Mehr Vielfalt, mehr Besucher, mehr Highlights: FIBO 2026 setzt neue Maßstäbe

34
Fitnessmarkt 2026: Wachstum, Professionalisierung und Differenzierung


Produktion
Meinders & Elstermann GmbH & Co. KG Weberstraße 7 | 49191 Belm
Lieferbedingungen
Einzelheftpreis 9 EUR*
Jahresabonnement Inland 14 EUR*
Jahresabonnement Ausland 18 EUR*
*inkl. MwSt. und Versandkosten
Kündigungsfrist
1 Monat vor Ablauf des Bezugsjahres
Registereintragungen
Amtsgericht Hamburg | HRB 147152
VerpackG-Registrierungsnummer DE5601912575515
Hinweis
ClimatePartner ID
Wissenschaftlicher Beirat
Prof. Dr. Bernhard Allmann
Mitglied Gesundheitsausschuss DSSV e. V., Professor an der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement (DHfPG), Präventionsbeauftragter der IKK Südwest
Prof. Dr. Sarah Kobel
Mitglied Gesundheitsausschuss DSSV e. V., Professorin an der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement (DHfPG), Leitung des Bereichs Wissenschaft und Forschung.
Als Fachverlag, der das Leitmagazin einer offenen und bunten Zukunftsbranche herausgibt, sehen wir uns in einer Vorbildfunktion. Dazu gehört auch eine klare Haltung bzgl. Gleichbehandlung und gegenüber Diskriminierung jeglicher Art. Bei allen Bezeichnungen in unseren Publikationen, die sich auf Personen beziehen, sind mit der gewählten Formulierung alle Geschlechter gemeint, auch wenn aus Gründen der leichteren Lesbarkeit teilweise nur das generische Maskulinum oder die weibliche Form verwendet wird.
Alle in diesem Magazin veröffentlichten Beiträge sind urheberrechtlich geschützt. Das gilt auch für die veröffentlichten Anzeigen sowie redaktionellen Anzeigen (Advertorials). Kein Teil dieses Magazins darf außerhalb der engen Grenzen des Urheberrechtsgesetzes ohne schriftliche Genehmigung des Verlags in irgendeiner Form vervielfältigt, verbreitet oder öffentlich wiedergegeben oder zugänglich gemacht, in Datenbanken aufgenommen, auf elektronischen Datenträgern gespeichert oder in sonstiger Weise elektronisch vervielfältigt, verbreitet oder verwertet werden. Zuwiderhandlungen sind strafbar.
Namentlich gekennzeichnete Artikel sowie Beiträge, die mit dem Begriff „Anzeige“ versehen sind, geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder. Zudem übernimmt die Redaktion keine Garantie für die Berücksichtigung des aktuellen wissenschaftlichen Kenntnisstandes oder die fachliche Korrektheit.
Haftung und Internetadressen
Diese Publikation enthält Internetadressen zu externen Webseiten Dritter, auf deren Inhalte die PIPG GmbH keinen Einfluss hat. Deshalb wird für diese fremden Inhalte kein Gewähr übernommen und eine Haftung seitens der PIPG GmbH ausgeschlossen.






Die Trainingsgeräte MED80 powered by gym80 stehen für höchste Qualität und Innovation in Klinik-, Reha- und Physiotherapie-Bereichen. Sie werden unter einem nach EN ISO 13485 zertifizierten Qualitätsmanagementsystem entwickelt und erfüllen die Anforderungen der EU-Medizinprodukteverordnung (MDR) für maximale Sicherheit und Leistung. Exzellente Biomechanik, robuste Bauweise und digitale Integration vereinen „Made in Germany“Qualität mit moderner Rehabilitation. Besuche unseren Showroom und erlebe die MED80-Geräte live.




DSSV fordert steuerliche Förderung von Fitnessstudiotraining zur Prävention
Der DSSV – Arbeitgeberverband deutscher Fitnessund Gesundheits-Anlagen – unterstützt Forderungen des GKV-Spitzenverbandes nach steuerlicher Förderung von Fitnessstudiotraining. Der Verband fordert eine klare politische Stärkung von Prävention und Bewegungsförderung. Ziel ist es, Prävention zu stärken und Angebote im Studio als wirksame und niedrigschwellige Maßnahme zur Gesundheitsföderung in die Gesundheitsversorgung einzubinden.
fmi.news/dssv-gkv-praevention

fM und DSSV auf der FIBO 2026: Austausch, Netzwerken und beste Stimmung
Die FIBO 2026 machte Köln vom 16. bis 19. April erneut zum globalen Treffpunkt der Fitness-, Gesundheits- und Wellnessbranche. Die neuen Themenwelten der internationalen Leitmesse umfassten Longevity, Tech & Therapy. Der FIBO Congress, der Longevity in Hospitality Summit und der Women’s Leadership Summit boten Entscheidungsträgerinnen und -trägern internationales Fachwissen und starke Netzwerke.
fmi.news/fibo-2026

Drei Branchenakteure starten Spendenprojekt „Zwei Gipfel für kleine Helden“
Die Aktion „Zwei Gipfel für kleine Helden“ kombiniert Bergsport und Ausdauerleistung mit einer Spendeninitiative. Drei Unternehmer aus der Fitnessbranche sammeln für die Deutsche KinderKrebshilfe und binden Unternehmen und Studios aktiv ein. Die Challenge: In drei Tagen werden Watzmann, 200 Kilometer Rad und Zugspitze absolviert. Direktspenden, Sponsoring und Studioaktionen bieten die Möglichkeit, sich zu beteiligen.
fmi.news/zwei-gipfel


United let’s move.: Die größte Fitnessbewegung in Deutschland und Österreich
Auch in 2026 wird die erfolgreiche Brancheninitiative „United let’s move.“ unter dem Motto #BEACTIVE fortgesetzt. In diesem Jahr übernimmt Fitness First die Schirmherrschaft von all inclusive Fitness und führt die Organisation aus dem vergangenen Jahr weiter. Neben dem DSSV e. V. unterstützt auch erstmalig der Fachverband Freizeit- und Sportbetriebe in der Wirtschaftskammer Österreich (WKO) die Initiative. Jetzt teilnehmen und die Initiative unterstützen.
www.dssv.de/ulm

Verkürzte Studienzeit für ausgebildete Physiotherapeuten
Für Personen mit abgeschlossener Ausbildung zum Physiotherapeuten oder einem Studium im Bereich Physiotherapie verkürzt sich die Studienzeit für das duale Bachelor-Studium an der DHfPG von sieben auf fünf Semester. Dies gilt für alle sieben Bachelor-Studiengänge. Je nach Inhalt der Ausbildung/des Studiums, Anbieter und gewähltem Studiengang können verschiedene Studienmodule anerkannt werden, sodass sie nicht mehr im Studium absolviert werden müssen.
www.dhfpg.de

EGYM zeigt auf der FIBO 2026 ein integriertes System für Training und Betrieb
EGYM präsentierte auf der FIBO 2026 ein vernetztes System, das Training, Daten und Studiobetrieb zusammenführt. Im Fokus standen die Smart Strength Series 3 und der Ausbau zum offenen Betriebssystem für Fitness und Wellbeing. Auf einer Standfläche von mehr als 1.000 Quadratmetern zeigten die rund 190 EGYM Mitarbeiter den mehr als 6.200 vorab registrierten und den spontanen Besuchern das Zusammenspiel aller Systemkomponenten.
www.egym.com/de




Muskelaufbau messbar machen.
Mit der Körperanalyse von seca begeisterst Du Trainierende mit medizinisch validierten Daten zum Trainingsfortschritt.
Erfahre, wie die seca TRU
Deinen Selbstzahler-Bereich noch attraktiver macht.
Jetzt Beratungstermin buchen!





Master-Talk: Einblick in den neuen Master Sport- und Bewegungstherapie
Aus der Reihe „Master-Talk“ findet am 20. Mai 2026 um 17:00 Uhr ein Webinar zum neuen M. A.-Studiengang Sport- und Bewegungstherapie statt. Interessierte erhalten einen Überblick über Inhalte, Studienaufbau und berufliche Perspektiven. Zudem besteht die Möglichkeit, individuelle Fragen zu stellen und mehr über Zugangsvoraussetzungen sowie den Studienstart im Sommersemester 2026 zu erfahren. Um Anmeldung wird gebeten:
www.dhfpg.de/mastertalk

DSSV kritisiert Referentenentwurf zur „neuen Selbstständigkeit“ des BMAS deutlich
Der DSSV e. V. kritisiert den Referentenentwurf des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) zur „neuen Selbstständigkeit“ und fordert gemeinsam mit der BDA Änderungen. Hauptkritikpunkt ist die Verknüpfung von Rechtssicherheit mit einer zusätzlichen Rentenversicherungspflicht. Der Verband warnt vor einer Zweiklassenselbstständigkeit und anhaltender Rechtsunsicherheit, von der insbesondere die Fitnessbranche betroffen wäre.
fmi.news/dssv-kritik-selbststaendigkeit-bmas

Martin Seibold erhält Global Leader Award 2026 der HFA
Martin Seibold, CEO der LifeFit Group, ist im Rahmen der „The HFA Show 2026“ in San Diego mit dem Global Leader Award der Health & Fitness Association ausgezeichnet worden. Mit dieser Ehrung wird sein Beitrag zur internationalen Zusammenarbeit sowie seine Führungsarbeit bei der LifeFit Group gewürdigt. Das Unternehmen betrachtet diese Auszeichnung als wichtigen Meilenstein für das gesamte Team.
fmi.news/seibold-award

Technogym erzielt 2025 erstmals mehr als eine Milliarde Euro Umsatz
Der italienische Fitnessgerätehersteller Technogym überschreitet im Jahr 2025 erstmals die Umsatzmarke von einer Milliarde Euro. Das Wachstum kommt vor allem aus dem B2B-Segment und den internationalen Märkten. Gleichzeitig treibt das Unternehmen Innovation und Nachhaltigkeit voran. Vor allem in den Bereichen Prävention, Healthy Longevity und Krafttraining sieht das Unternehmen weiteres Wachstumspotenzial.
fmi.news/technogym-milliarde

EHFF war Treffpunkt der führenden Köpfe der Fitnessbranche
Das European Health & Fitness Forum (EHFF) kehrte am 15. April 2026 für sein 13. Event nach Köln zurück, um den Ton für die FIBO-Woche und für die gesamte europäische Fitness- und Bewegungsbranche anzugeben. EHFF hat sich zu einem der wichtigsten jährlichen Treffpunkte für Führungskräfte entwickelt, die verstehen wollen, wohin sich die Branche entwickelt und wie sie ihre Organisationen auf die Zukunft ausrichten können.
fmi.news/ehff-2026

Studieren ohne Abitur: Zugang zum Bachelor an der DHfPG
Auch ohne Abi ist ein Bachelor-Studium an der DHfPG möglich. Voraussetzung sind ein mittlerer Bildungsabschluss und eine qualifizierte Abschlussprüfung in einem anerkannten Ausbildungsberuf mit min. drei Jahren Dauer. Bewerbungen als „beruflich besonders qualifizierte Person“ sind je bis 1. Januar oder 1. Juli möglich. Nach einem Probestudium und anschließender Eignungsfeststellung kann die fachgebundene Studienberechtigung erteilt werden.
www.dhfpg.de/studieren-ohne-abitur


Mit der neuen EGYM Smart Strength Series 3
Effizient Patienten betreuen. Smart und zielgerichtet therapieren. Langfristig Mitglieder binden.




ZFP Bielefeld
Text: Anke Sörensen und Jürgen Wolff
Im Zentrum für Physiotherapie (ZFP) in Bielefeld wird Gesundheit konsequent weitergedacht: von einer fundierten therapeutischen Basis mit ambulanter Reha hin zu einem modernen, interdisziplinären Gesundheitsangebot mit medizinischem Training. Nach dem Motto: „Bewegung ist Leben“ werden hier seit über drei Jahrzehnten Patienten, Breiten- und Leistungssportler umfassend betreut.
Das ZFP wurde 1992 als Physiotherapiepraxis gegründet. „Unsere wichtigste Säule ist und bleibt die ambulante Rehabilitation. Das ist unsere Basis, aus der sich alles andere entwickelt hat“, sagt Geschäftsführer Dr. Christian Peiler, der 2004 ins Unternehmen eintrat und es heute gemeinsam mit Tim Steffans leitet. Diese Haltung prägt das Selbstverständnis des Hauses.
Auch wenn das ZFP heute ein breites Leistungsspektrum mit Gesundheitskursen, Medical Fitness, BGM und Sportbetreuung bietet, definiert sich das Unterneh -
men klar über seine therapeutische Kompetenz. Erweiterte ambulante Physiotherapie (EAP) und die gesamte Bandbreite physiotherapeutischer Leistungen bilden das Kerngeschäft. Bei dieser Kompetenz ist das ZFP jedoch nicht stehen geblieben, sondern hat ein erweitertes Versorgungssystem mit Angeboten für Selbstzahler entwickelt. Früh wurde erkannt, dass nachhaltige Gesundheit nicht an der Liege enden sollte. „Unser Ziel ist es, Patienten aus dem Verordnungsbereich in die Eigenverantwortung und ins selbstständige Training zu bringen“, erläutert der Geschäftsführer.
Von der Therapie ins Training
Im ZFP wird der Übergang von Therapie ins Training fließend organisiert – immer ausgerichtet an der Indikation oder den individuellen Bedürfnissen der Patienten und Mitglieder. Trainingstherapeutische Angebote bilden den Übergang zwischen Therapie, Reha und eigenständigem Training. Daraus hat sich ein freier Trainingsbereich entwickelt, der mit einem Selbstzahlerbereich als Fortsetzung der Therapie gedacht ist. Dieser Perspektivwechsel ist entscheidend. Die Herausforderung liegt nicht im Behandeln, sondern vor allem darin, nach Ende der Verordnung dranzubleiben.
Der Übergang ins Training wird über Aufklärung, Beziehung und Vertrauen gesteuert. Dabei spielt die Patientenedukation eine zentrale Rolle: Patienten sollen verstehen, warum sie trainieren. „Wir haben für den Übergang keine klassischen Verkaufsprozesse dokumentiert, aber wir verbringen viel Zeit mit unseren Patienten“, so Dr. Christian Peiler. „Im besten Fall können wir sie

motivieren, präventiv selbst etwas für sich zu tun.“ Es geht also nicht nur um die Behandlung von Beschwerden, sondern um die Begleitung eines langfristigen Gesundheitsprozesses mit Therapie als Einstieg und Training als Fortsetzung.
Diversifikation schafft Resilienz Das ZFP ist bewusst breit aufgestellt. Neben der Rehabilitation existieren mehrere gleichwertige Leistungsbereiche, die ineinandergreifen und sich stabilisieren. Dazu gehören die Medizinische Trainingstherapie, der freie Trainingsbereich, Präventionskurse, Rehasport, T-RENA, Leistungsdiagnostik sowie das Betriebliche Gesundheitsmanagement. „Wir haben unser Unternehmen immer auf verschiedene Säulen gestellt, damit wir Schwankungen in einzelnen Bereichen ausgleichen können und gleichzeitig ein möglichst breites Klientel ansprechen.“




Diese strategische Diversifikation ist nicht nur wirtschaftlich sinnvoll, sondern auch fachlich konsequent. Unterschiedliche Zielgruppen benötigen unterschiedliche Zugänge zur Bewegung – vom postoperativen Patienten über den chronisch Erkrankten bis hin zum ambitionierten Freizeit- oder Leistungssportler. Der Fokus liegt dabei auf der Qualität der Leistung: „Wir verstehen uns als Gesundheitsstudio. Es geht hier weder um Wellness noch um Lifestyle.“
Haltung statt Hype
Trends werden zwar beobachtet, jedoch nicht unreflektiert übernommen.
„Nicht jeder Trend passt zu unserer Philosophie, aber wir gehen mit der Zeit“, so Dr. Christian Peiler. Funktionelles, alltagsorientiertes Training steht im

Fokus. Dabei kommen klassische Geräte zum Einsatz, gerade in der frühen Phase oder bei unsicheren Patienten, die erstmal lernen müssen, ihren Körper zu spüren und Übungen korrekt auszuführen. Gleichzeitig wird der Übergang in freies, funktionelles Training aktiv gefördert, der Trainingsplan individuell an Zielgruppe und Trainingsstand angepasst. Das macht die Trainingsgestaltung nicht nur für Patienten, sondern auch für die Therapeuten abwechslungsreich und interessant.
Interdisziplinarität als echter Wettbewerbsvorteil Mit rund 35 Mitarbeitenden ist das ZFP breit aufgestellt. Physiotherapeuten, Sportwissenschaftler, Masseure, Gymnastiklehrer und dual Studierende arbeiten hier eng zusammen. Viele Mitarbeitende sind mehrfach qualifiziert, beispielsweise als Sportwissenschaftler, Physiotherapeut und Heilpraktiker. Diese unterschiedlichen Qualifikationen ermöglichen es, flexibel auf Anforderungen zu reagieren – sei es im BGM, im Leistungssport oder in der geriatrischen Therapie.
Das ZFP investiert stark in die eigene Nachwuchsentwicklung. „Wir bilden sowohl Kaufleute im Gesundheitswesen, Büromanagement als auch in Sport und Fitness aus“, sagt der Geschäftsführer. „Das ist sehr erfolgreich. Unsere erste Auszubildende ist heute die rechte Hand der Geschäftsführung.“ Sehr gute Erfahrungen macht er auch mit seinen dual Studierenden und mit Physiotherapeuten, die während der Ausbildung ein Praktikum machen: „Sie bringen einen theoretischen Background mit und sammeln hier gleich Praxiserfahrung.“ Aus -
bildung, duale Studiengänge und die frühe Einbindung in die Praxis sind entscheidende Faktoren im War for Talents, um Mitarbeitende zu gewinnen und zu halten.
Atmosphäre: flache Hierarchien, klare Haltung Wichtig für den Erfolg ist die Unternehmenskultur. Das ZFP wird familiär geführt und setzt auf flache Hierarchien. Mitarbeitende arbeiten sowohl untereinander als auch mit den Patientinnen und Patienten auf Augenhöhe. Das ist in einem interdisziplinären Setting entscheidend, denn wenn mehrere Fachbereiche mit einem Patienten arbeiten, braucht es eine offene Kommunikation und gegenseitiges Vertrauen.
Wichtig ist dem Geschäftsführer, dass die Mitarbeitenden sich wohlfühlen: „Mir macht es großen Spaß, mit jüngeren Menschen zusammenzuarbeiten und sie dabei zu unterstützen, sich zu entwickeln.“ Das Team ist neuen Mitarbeitenden gegenüber offen und unterstützt sie dabei, sich schnell zu integrieren. Dabei hilft zusätzlich ein Mentorensystem.
Zielgruppe: vom Spitzensport bis zur Pflege Mit seinem Angebot deckt das ZFP ein breites Spektrum ab: „Vom Kleinkind bis zum Rentner sind bei uns alle vertreten“, sagt Dr. Christian Peiler. Die Range erstreckt sich von Leistungsdiagnostik und regelmäßiger Betreuung von Spitzensportlern über die temporäre Behandlung orthopädischer und neurologischer Patienten bis hin zur Unterstützung geriatrischer Patienten am Rollator. Diese Vielfalt erfordert flexible Konzepte, differenzierte Betreuung und ein hohes Maß an Fachkompe -

tenz, macht die Arbeit aber auch für die Mitarbeitenden interessant und abwechslungsreich.
Digitale Trainingspläne, Dokumentation via iPad, Appbasierte Betreuung und interne Kommunikation über Plattformen wie Microsoft Teams unterstützen das Team bei der täglichen Arbeit. Aktuell arbeitet das Zentrum an KI-gestützten Lösungen für Diagnostik und Befundung. Der Ansatz ist pragmatisch: Technologie wird nur dann eingesetzt, wenn sie Prozesse verbessert.


Die Unternehmer
Dr. rer. nat. Christian Peiler ist seit über 25 Jahren in der Therapie und Betreuung von Leistungs- und Spitzensportlern tätig. Nach seiner Ausbildung zum Physiotherapeuten (2000) absolvierte er ein Studium der Sportwissenschaften mit Schwerpunkt Rehabilitation und Prävention, das er 2004 als Diplom-Sportwissenschaftler abschloss. 2009 promovierte er in den Sportwissenschaften. Er ist zudem Sportphysiotherapeut (DOSB), Heilpraktiker und seit 2019 auch Osteopath. Seine umfassende Expertise bringt er unter anderem in der Arbeit mit Bundeskadern im Voltigieren, im Reitsport sowie mit Vereinen und Athleten aus Fußball, Tennis und Handball ein.
Tim Steffans ist seit 2007 als Physiotherapeut tätig und verfügt über langjährige praktische Erfahrungen in der Patientenbehandlung. Seit 2011 hat er einen Bachelor of Science im Bereich Health Communication. Er ist als Heilpraktiker auf dem Gebiet der Physiotherapie zugelassen und verbindet schulmedizinische Ansätze mit ganzheitlichen Methoden. Im Jahr 2019 hat er seine Qualifikation als Osteopath erworben und sein Behandlungsspektrum erweitert. Seine Arbeit zeichnet sich durch eine interdisziplinäre Herangehensweise und den Fokus auf nachhaltige Gesundheit aus.
Qualität vor Inszenierung
In der Außendarstellung hält sich das ZFP zurück, bespielt zwar S ocial-Media-Kanäle, doch die meisten Patienten kommen über Mund-zu-Mund-Propaganda. Kontinuität und Qualität sind die entscheidenden Werte, durch verlässliche Arbeit hat sich das Unternehmen bei den Krankenkassen, Ärzten und Global Playern der Region einen hervorragenden Ruf erarbeitet. „Unsere Philosophie ist, dass wir eine solide, gute Arbeit leisten und die Unternehmen damit zufrieden sind. Im Best Case entwickeln sich daraus Anschlussprojekte“, sagt Dr. Christian Peiler.
Seit J ahrzehnten f ührt d as ZF P B GM-Maßnahmen f ür in Ostwestfalen ansässige Global Player aber auch kleinere Unternehmen durch. Das Gleiche gilt für den Sportbereich, in dem beispielsweise lange Jahre A rminia B ielefeld u nd s eit 2 0 J ahren N ationalmannschaften d es D eutschen O lympiade-Komitees f ür Reiterei (DOKR) betreut werden. Auch die Zusammenarbeit mit Athleten und Verbänden basiert auf Vertrauen.
Das ZFP Bielefeld zeigt exemplarisch, wie sich Physiotherapie, Rehabilitation und Medical Fitness sinnvoll verbinden lassen. Nicht als lose Kombination, sondern als durchdachtes System. Die Erfolgsfaktoren sind dabei eine starke therapeutische Basis, die konsequente Verzahnung von Therapie und Training, ein interdisziplinäres Team, strategische Diversifikation u nd der Fokus auf Qualität statt kurzfristigem Wachstum.

Das ZFP zeigt, dass Medical Fitness dann besonders gut funktioniert, wenn es als logische Weiterentwicklung der Therapie gesehen wird. Denn Gesundheit endet nicht mit der letzten Verordnung, sie beginnt dort erst richtig.
Das ZFP Bielefeld in Zahlen
Fläche gesamt: 1.300 m2
Diagnostik und Behandlung: 300 m2
Rehasport/Kurse: 70 m²
Medizinische Trainingstherapie: 200 m²
Osteopathie: 30 m²
Ausstattung:
Kraft: FREI medical, proxomed®, Metha, Keiser, Dr. WOLFF, gym80
Cardio: WOODWAY, proxomed®, emotion fitness, Johnson Health Tech.
Beweglichkeit: proxomed®, Dr. WOLFF
Kurse: Aquagymnastik, funktionelle Beckenbodengymnastik, Gymnastik bei Osteoporose, Nordic Walking, Rückenschule, Wirbelsäulengymnastik, präventives Herz-Kreislauf-Training, Multifunktionstraining (MFT®), Online-Kurse, Rehasport, T-RENA
Mitarbeitende:
35 gesamt, darunter 2 geschäftsführende Gesellschafter, 15 Physiotherapeuten, 2 Masseure, 3 Sportwissenschaftler, 4 duale Studierende, 2 Gymnastiklehrerinnen, 7 Verwaltung/Rezeption, 1 Reinigungskraft
ZFP Bielefeld
Zentrum für Physiotherapie GmbH
Eckendorfer Str. 91-93 33609 Bielefeld

www.zfp-bielefeld.de






Präzise Gesundheitsdaten bilden die Grundlage für individuelle Therapie und machen Fortschritte sichtbar.
Mit 30 Jahren Erfahrung in der Körperzusammensetzungsanalyse liefert InBody verlässliche Analysen für fundierte Entscheidungen in Physiotherapie und Medical Fitness.

Jetzt Beratungstermin vereinbaren

Wie Anbieter Gesundheitstrends erfolgreich nutzen
Text: Anke Sörensen
Therapie, Prävention und Fitness sind zunehmend miteinander verbunden. Vor wenigen Jahren noch ergänzendes Angebot im Studio, hat sich Medical Fitness heute zu einem eigenständigen, dynamischen Bereich entwickelt. Für Physiotherapeuten und Anbieter gesundheitsorientierter Trainingskonzepte eröffnet sich damit nicht nur ein wachsender Markt, sondern auch die Notwendigkeit, bestehende Strukturen zu überdenken und mit qualifizierten Mitarbeitenden und fundierten Konzepten zu punkten. Die mfhc hat Prof. Dr. Jörg Loth, Vorstand der IKK Südwest und Annie Unkrig, Sport- und Gesundheitsmanagerin im Sport- & Reha-Zentrum Dr. Unkrig, zur Bedeutung von Medical Fitness befragt.
So populär der Begriff „Medical Fitness“ ist, er ist weder gesetzlich definiert noch innerhalb des deutschen Gesundheitswesens rechtlich geschützt. Grundsätzlich kann also jedes Studio bzw. jeder Anbieter diesen Begriff verwenden. In der Regel versteht man unter Medical Fitness jedoch ein strukturiertes, evidenzbasiertes Trainings- und Betreuungskonzept an der Schnittstelle zwischen Therapie und Fitness. Ziel ist es, durch individuell angepasste Bewegungsprogramme unter fachlicher Anleitung die Gesundheit, Funktionalität und Lebensqualität der Trainierenden nachhaltig zu verbessern – und zwar präventiv und/oder rehabilitativ. Häufig handelt es sich bei dem gesundheitsorientierten Training um eine Ergänzung oder Fortführung physio-

therapeutischer Maßnahmen im angeschlossenen Trainingsbereich einer Praxis oder im Fitnessstudio.
Vom Zusatzangebot zum Versorgungskonzept Während Medical Fitness früher eher mit Reha oder Nachsorge assoziiert wurde, hat sie sich zu einem integrativen Bestandteil der Gesundheitsversorgung entwickelt. Entscheidend ist dabei die Verschiebung vom gerätegestützten Training hin zu ganzheitlichen Konzepten. Im Fokus stehen nicht mehr isolierte Maßnahmen, sondern individuelle Versorgungspfade – von der Akutphase über die Rehabilitation bis hin zur nachhaltigen Bindung an körperliche Aktivität und Training. Krankenkassen übernehmen beispielsweise anteilig die Kosten für zertifi-
zierte Präventionskurse nach Paragraf 20 SGB V sowie für ärztlich verordneten Rehabilitationssport und Funktionstraining nach Paragraf 64 SGB IX oder gewähren Zuschüsse für die regelmäßige Teilnahme an Patientenschulungen nach Paragraf 43 Abs. 1 SGB V oder Boni für die Mitgliedschaft im Fitnessstudio.
Neue Zielgruppen und veränderte Bedarfe Neben klassischen (Sport-)Verletzungen rücken auch Rehapatienten mit chronischen Erkrankungen, metabolischen Risikofaktoren oder stressbedingten Beschwerden in den Fokus. Gleichzeitig wächst das Gesundheitsbewusstsein für präventive Maßnahmen in der breiten Bevölkerung. Medical Fitness wird auch für jüngere Zielgruppen relevant, die frühzeitig in ihre Gesundheit investieren wollen. Angebote müssen entsprechend angepasst werden: weg von standardisierten Programmen, hin zu modularen, lebensphasenorientierten Konzepten.
Individualisierung durch Daten und Diagnostik Studios und Gesundheitsanbieter, die sich im MedicalFitness-Bereich positionieren, übernehmen zunehmend strukturierte Anamnesen, funktionelle Screenings sowie evidenzbasierte Trainingsplanung. Die Zusammenarbeit mit Ärzten, Therapeuten und weiteren Gesundheitsberufen wird dabei zum Erfolgsfaktor.
Ein wesentlicher Trend ist die zunehmende Nutzung von Diagnostik und datenbasierten Entscheidungen. Moderne Screening-Tools, Bewegungsanalysen und digitale Assessments ermöglichen eine präzisere Einschätzung des Gesundheitszustands und damit eine deutlich individuellere Trainingssteuerung.
Für Physiotherapeuten und qualifizierte Trainer bedeutet das: Sie werden zu Gesundheitsmanagern, die Training nicht nur anleiten, sondern gezielt steuern und evaluieren. Gleichzeitig steigt die Erwartungshaltung der Kunden, nachvollziehbare Ergebnisse und messbare Fortschritte zu sehen.
Studienlage zeigt Relevanz
Die „Eckdaten der deutschen Fitnesswirtschaft 2026“ untermauern, dass die Gesundheit einer der wesentlichen Treiber für die Anmeldung in Fitness- und Gesundheitsanlagen ist. „39,5 Prozent der Anlagen ordnen sich diesem Schwerpunkt zu. Zugleich zeichnet sich ab, dass eine gesundheitsorientierte Ausrichtung zunehmend an fachliche und strukturelle Voraussetzungen geknüpft ist und damit differenzierter im Markt verankert wird.“ (Capelan, 2026)
Ebenso wichtig wie die Positionierung des Angebots ist es, dass Patientinnen und Patienten ebenso wie Mitglieder dauerhaft zum Training bewegt werden. Das deutsche Gesundheitssystem ist bisher sehr krankheitsorientiert. Patienten werden meist kurzzeitig mit physiotherapeutischen Maßnahmen betreut, um sie zu behandeln. Ziel sollte es aber sein, sie dauerhaft zu einem gesundheitsbewussteren Leben und zu langfris-
tigen Bewegungs- und Lebensstilinterventionen zu bewegen. Studien zeigen jedoch, wie schwierig das ist:
Die Non-Adhärenz bei physiotherapeutischen Rehabilitationsprogrammen liegt teilweise bei 70 Prozent (Essery et al., 2017). Auch wenn die Anmeldung in einem Fitnessstudio erfolgt ist, besteht die Gefahr, dass die durchschnittliche Trainingshäufigkeit von Neumitgliedern im Monat innerhalb des ersten Jahres der Mitgliedschaft rapide abnimmt (Rand et al., 2020).
Sport- und Bewegungstherapie adressiert neue Zielgruppen
Um hier Abhilfe zu schaffen, ist qualifiziertes Personal nötig. Eine interessante Entwicklung für Medical Fitness ist ein neuer Studiengang:
Die Sport- und Bewegungstherapie hält weiter Einzug in die Fitness- und Gesundheitsbranche und bildet zunehmend eine Schnittstelle zwischen klassischem Fitnesstraining und den präventiven sowie therapeutischen Effekten regelmäßiger Bewegung und körperlichen Trainings. Sportund Bewegungstherapeuten sind in der Lage, abrechnungsfähige Bewegungsangebote in der Primär-, Sekundär- und Tertiärprävention durchzuführen und besitzen die notwendigen Kompetenzen, um gesundheitsbezogenes Wissen zu vermitteln und die praktische Umsetzung gesundheitssportlicher Aktivitäten anzuleiten. Aktuell investieren etwas mehr als 20 Prozent der Anlagen in entsprechende Weiterbildungen ihrer Mitarbeitenden. (Capelan, 2026)
Schließlich sind Prävention und Rehabilitation attraktive Geschäftsfelder.
Qualität, Standards und Positionierung „Medical Fitness neu gedacht“ heißt also, die eigene Rolle im Gesundheitsmarkt aktiv zu gestalten. Die Zukunft gehört integrierten Konzepten, die Prävention, Training und Therapie miteinander verbinden. Für Physiotherapeuten und Anbieter im Fitnessstudio liegt darin eine große Chance: als kompetente Partner im Gesundheitssystem sichtbar zu werden und nachhaltige Mehrwerte für ihre Zielgruppen zu schaffen.
Welches Potenzial die Fitness- und Gesundheitsbranche als Partner aus Sicht der Krankenkassen bietet, erläutert Prof. Dr. Jörg Loth, Vorstand der IKK Südwest. Annie Unkrig, Sport- und Gesundheitsmanagerin im Sport- & Reha-Zentrum Dr. Unkrig, zeigt, wie Medical Fitness in ihren Unternehmen gelebt wird.
Literaturliste
Capelan, R. (2026). Kommentar DSSV. In DSSV e. V. – Arbeitgeberverband Deutscher Fitness- und Gesundheits-Anlagen (Hrsg.), Eckdaten der deutschen Fitnesswirtschaft 2026 (S. 8–11). Hamburg: Hrsg. Essery, R., Kirby, S., Geraghty, A. W. A. & Yardley, L. (2017). Older adults’ experiences of internet-based vestibular rehabilitation for dizziness: A longitudinal study. Psychology & Health, 32 (11), 1327–1347. Rand, M., Goyder, E., Norman, P. & Womack, R. (2020). Why do new members stop attending health and fitness venues? The importance of developing frequent and stable attendance behaviour. Psychology of Sport and Exercise, 51, 101771.

Wie Anbieter Gesundheitstrends erfolgreich nutzen
Interview mit Prof. Dr. Jörg Loth, Vorstandsvorsitzender IKK Südwest
mfhc: Die IKK Südwest positioniert sich stark im Bereich Prävention und betriebliche Gesundheit.
Welche strategische Rolle spielt Medical Fitness in der Gesamtstrategie der Krankenkasse?
Prof. Dr. Jörg Loth: Medical Fitness spielt für uns eine wichtige strategische Rolle, weil sie genau an der Schnittstelle ansetzt, die für eine moderne Krankenkasse immer relevanter wird: zwischen klassischer Prävention, Betrieblicher Gesundheitsförderung und einer alltagsnahen, eigenverantwortlichen Gesundheitskompetenz. Als IKK Südwest verstehen wir Prävention und Gesundheitsförderung ausdrücklich als Kernthemen unseres Handelns, sozusagen als unsere DNA.
Gerade deshalb ist Medical Fitness für uns kein Randthema, sondern ein ganz zentrales praktisches Instrument, um Menschen frühzeitig in Bewegung zu bringen, Beschwerden vorzubeugen und ihre Gesundheitschancen nachhaltig zu verbessern. Die IKK Südwest betont diesen Präventionsfokus auch in ihrer Außendarstellung und unterstützt Arbeitgeber mit BGF-, BGM- und BEMAngeboten gemeinsam mit ihren Gesundheitsberatern, die eine Topexpertise und Ausbildung in diesen Bereichen mitbringen.
Vorstandsvorsitzender der IKK Südwest
Nach einem Studium der Betriebswirtschaft promovierte Prof. Dr. Jörg Loth zum Doktor der Wirtschaftswissenschaften am Lehrstuhl für Medizinmanagement der Universität DuisburgEssen. Nach mehreren Jahren in verantwortungsvollen Positionen bei der gesetzlichen Krankenversicherung ist er seit 2014 Vorstand der IKK Südwest. Darüber hinaus hat er eine Professur für Ökonomie an der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement/BSA-Akademie in Saarbrücken inne. Er ist Dozent, Autor und Tutor sowie Herausgeber zahlreicher gesundheitsökonomischer Publikationen.
Ist Medical Fitness in der Prävention eher eine Ergänzung oder ein integraler Bestandteil der gesundheitlichen Versorgungskette?
Ich verstehe unseren Auftrag als IKK Südwest derart, dass wir alles dafür tun, damit Menschen erst später oder idealerweise gar nicht erkranken. Daher ist es notwendig, den Fokus weg von der nahezu ausschließlich betrachteten Kuration hin zur Prävention, also der Krankheitsvermeidung, zu lenken.
Für mich ist Medical Fitness daher ein integraler Bestand-
teil einer zeitgemäßen Versorgungskette. Gute Versorgung beginnt nicht erst dann, wenn Krankheit eingetreten ist. Sie beginnt früher: bei Bewegung, aber auch Ernährung – und der Fähigkeit, gesundheitsförderliches Verhalten dauerhaft in den Alltag zu integrieren. Genau hier kann Medical Fitness einen entscheidenden Beitrag leisten. Sie kann präventiv wirken, sie kann nach ersten Beschwerden stabilisieren und sie kann nach medizinischer Behandlung helfen, Rückfälle oder Chronifizierungen zu vermeiden. In diesem Sinne ist Medical Fitness für mich eine Brücke zwischen Versorgung, Prävention und Selbstmanagement.
Welche Anforderungen stellt die IKK Südwest in Bezug auf förderfähige Angebote an die Evidenz von Medical-Fitness-Angeboten? Für förderfähige Angebote ist entscheidend, dass sie sich an den geltenden Qualitäts- und Evidenzstandards der gesetzlichen Krankenversicherung orientieren. Dieser Trend wird auch durch die zur Stabilisierung der GKV-Beiträge eingesetzte Finanzkommission bekräftigt.
Ein zentrales Beispiel für evidenzbasierte MedicalFitness-Angebote ist unser Programm „IKK Rückenstark“, das wir als indikationsbezogenes, sekundärpräventives Angebot nach Paragraf 43 Sozialgesetzbuch V einordnen. Es richtet sich an Versicherte mit Rückenbeschwerden und zielt durch konkrete Trainingsinterventionen auf eine Verbesserung der Funktionsfähigkeit sowie die Vermeidung von Chronifizierung ab. Das Programm ist evaluiert und zeigt nachweisbar positive Effekte auf die Gesundheit unserer Versicherten. Entscheidend sind eine klare medizinische Indikation, ein strukturierter Aufbau und die Durchführung durch qualifizierte Fachkräfte, etwa aus Physiotherapie oder Sportwissenschaft. Diese Qualität sichern wir durch ein überdurchschnittliches finanzielles Engagement, mit dem wir die Teilnahme unserer Versicherten gezielt unterstützen.
Ergänzend spielen zertifizierte Präventionskurse nach Paragraf 20 Sozialgesetzbuch V eine wichtige Rolle. Grundlage ist der „Leitfaden Prävention“ des GKV-Spitzenverbandes. Die Prüfung erfolgt über die Zentrale Prüfstelle Prävention mit definierten Anforderungen an Qualifikation, Kurskonzept und Evaluation.
Die Versichertenstruktur der IKK Südwest ist durch berufstätige Menschen geprägt. Wie erreichen Sie gerade diejenigen, die bisher wenig Berührung mit Fitnessangeboten haben?
Eher unabhängig von ihrem Erwerbsstatus erreichen wir diejenigen nicht wirklich gut, die keine Affinität für ihre Gesundheit aufweisen und nur über eine eingeschränkte Gesundheitskompetenz verfügen. Gerade diese Zielgruppe versuchen wir nicht nur über Appelle, sondern über niedrigschwellige, lebensnahe Zugänge anzusprechen.
Berufstätige Menschen brauchen natürlich Angebote, die in ihren Alltag passen: wohnortnah, zeitlich flexibel,
verständlich kommuniziert und möglichst ohne hohe Einstiegshürden. Deshalb setzen wir auf Betriebliche Gesundheitsförderung, auf Formate direkt im Arbeitsumfeld, auf Gesundheitstage, Screenings, Coachings und konkrete Programme zur Bewegungsförderung. Wichtig ist hierbei, dass die Betriebe, die sich systematisch und ganz spezifisch um die Gesundheit ihrer Mitarbeitenden kümmern, stärker als bisher dabei unterstützt werden –auch durch verbesserte steuerliche Anreize.
Ein Beispiel für unser Engagement ist das Aktivmobil, mit dem wir Menschen direkt vor Ort im Betrieb motivieren wollen, mit der Verbesserung ihrer individuellen gesundheitlichen Situation zu starten. Zudem bieten wir Gesundheitskurse in den Handlungsfeldern Bewegung, Ernährung, Stressbewältigung und Suchtmittelkonsum an und bezuschussen diese.
Auch unser Bonusprogramm setzt Anreize, etwa für zertifizierte Gesundheitskurse oder eine aktive Fitnessstudiomitgliedschaft mit regelmäßigen Trainingseinheiten. Ganz aktuell haben wir auch in unserem neuen Programm „IKK Cashletics“ die finanzielle Unterstützung von Training in den Gesundheits- und Fitnesseinrichtungen als wesentlichen Bestandteil aufgenommen.
Wie kann man dauerhafte Verhaltensänderung fördern statt kurzfristiger Teilnahme? Welche langfristigen Ziele verfolgt die IKK im Bereich bewegungsbasierter Gesundheitsangebote?
Dauerhafte Verhaltensänderung gelingt nur dann, wenn Menschen nicht nur kurzfristig teilnehmen, sondern einen persönlichen Sinn in ihrem Verhalten erkennen und Erfolgserlebnisse spüren. Hierfür ist eine gute und breite Gesundheitskompetenz in der Bevölkerung außerordentlich hilfreich. Deshalb benötigen wir mehr als einzelne Kurse. Notwendig sind aufeinander aufbauende Angebote, realistische Ziele, regelmäßige Rückmeldung und eine Begleitung, die Motivation stabilisiert.
Langfristig geht es uns darum, Bewegung als selbstverständlichen Bestandteil des Alltags zu verankern, Arbeitsfähigkeit zu erhalten, Beschwerden des Bewegungsapparats zu reduzieren und Chronifizierungen vorzubeugen. Unser Anspruch ist nicht die kurzfristige Aktivierung, sondern nachhaltige Gesundheitskompetenz.
Unter Medical Fitness lassen sich eine Fülle verschiedener Dienstleistungen von Präventionskursen und RV Fit bis hin zu Selbstzahlerkursen zusammenfassen. Wie kann eine optimale Verzahnung aussehen, damit Patienten und Mitglieder kontinuierlich am Ball bleiben und durch ihr Training langfristig in ihre Gesundheit investieren? Zunächst ist die Einsicht, für seinen Körper und Geist verantwortlich zu sein und hierfür etwas tun zu wollen, von elementarer Bedeutung. Für eine gute Verzahnung ist eine klare Steuerung entlang der individuellen Situation erforderlich. Wer erste Risikofaktoren oder leichte Beschwerden hat, sollte niedrigschwellig in zertifizierte Präventionsangebote einsteigen
können. Wer stärker arbeitsbezogen belastet ist, sollte passgenau über Betriebliche Gesundheitsförderung, Rückenprogramme oder arbeitsplatznahe Formate abgeholt werden. Hier bieten Programme wie RV Fit oder das Rückenkolleg der BG BAU gute Ansätze, da sie gezielt an den individuellen und beruflichen Belastungen ansetzen. Und wo andere Sozialleistungsträger zuständig sind, muss es saubere Übergänge geben. RV Fit ist dafür ein gutes Beispiel: Das Programm der Deutschen Rentenversicherung ist kostenfrei, von Ärzten entwickelt und speziell auf Berufstätige ausgerichtet; es verbindet Bewegung, Ernährung und Stressbewältigung. Ein weiteres Beispiel ist das Rückenkolleg der BG BAU, das gezielt an arbeitsbedingten Belastungen ansetzt und funktionelles Training mit ergonomischen Inhalten für den Arbeitsalltag verbindet.
Entscheidend ist, dass solche Programme nicht isoliert bleiben, sondern durch Anschlussangebote ergänzt werden — etwa durch weiterführendes Training, digitale Begleitung, Bonusanreize und Empfehlungen aus dem betrieblichen oder ärztlichen Umfeld.
Wie lässt sich Medical Fitness unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten bewerten; kann sie helfen, Kosten langfristig zu senken?
Da möchte ich bereits deutlich vorher ansetzen: Prävention ist in der Lage, langfristig schwerwiegende Erkrankungen zu vermeiden, die mit teils sehr hohen direkten und indirekten Kosten die Beitragszahlenden Jahr für Jahr finanziell belasten. Mehr als 80 Prozent der Krankheitslast in Deutschland gehen auf vermeidbare Zivilisationserkrankungen wie Typ-2-Diabetes und Adipositas zurück.
Fitness als Gesundheitsdienstleistung –welche Veränderungen lassen sich am Markt in Bezug auf Positionierung und Image der Fitnessbranche beobachten?
Die Fitnessbranche hat in den vergangenen Jahren eine deutlich sicht- und spürbare Professionalisierung durchlaufen. Gerade bei der Qualifizierung des Personals sowie der Ausstattung der Anlagen ist ein echter Quantensprung erlebbar. Viele Anbieter positionieren sich heute nicht mehr nur über Ästhetik oder Lifestyle, sondern deutlich stärker über Gesundheit, Funktionalität, Prävention und qualitätsgesicherte Betreuung. Das ist aus meiner Sicht eine sehr positive Entwicklung. Je stärker Studios und Anbieter ihre gesundheitsorientierte Kompetenz belegen, qualifiziertes Personal einsetzen und sich in regionale Versorgungsstrukturen einfügen, desto authentischer werden sie als Partner im Gesundheitswesen wahrgenommen.
Entscheidend ist allerdings, dass gesundheitsbezogene Versprechen auch tatsächlich mit Qualität, Dokumentation und nachweisbaren Standards hinterlegt sind – auch für uns als Krankenkasse.
„Medical Fitness ist für uns kein Randthema, sondern ein ganz zentrales praktisches Instrument.“
Medical Fitness kann demnach wirtschaftlich hochrelevant sein, wenn sie qualitätsgesichert eingesetzt wird und dort ansetzt, wo Bewegungsmangel, muskuläre Disbalancen, Stress und beginnende Beschwerden sonst zu längeren Ausfallzeiten oder später zu aufwendigeren und kostspieligen Behandlungen führen.
Gerade im betrieblichen Kontext sehen wir, wie wichtig der Erhalt von Arbeitsfähigkeit ist. Die IKK Südwest beschreibt als Ziel ihrer BGF- und BEM-Angebote, Erkrankungen am Arbeitsplatz vorzubeugen, Wohlbefinden zu verbessern und Arbeitsunfähigkeitszeiten zu verringern. Wenn das gelingt, profitieren Versicherte, Arbeitgeber und das Solidarsystem gleichermaßen.
Einer Umfrage zufolge fordern 93,5 Prozent der Betreiber eine politische bzw. ärztliche/kassenseitige Empfehlung von Fitnesstraining. Sollte der Gesetzgeber Fitnessanbieter stärker als Teil des Gesundheitssystems anerkennen?
Ja, aber die Anerkennung muss an klare Voraussetzungen geknüpft sein. Nicht jeder Fitnessanbieter ist automatisch ein gesundheitlicher Leistungserbringer.
Wo jedoch qualitätsgesicherte, evidenzbasierte und zielgruppengerechte Angebote mit entsprechend qualifiziertem Personal einhergehen, sollte der Gesetzgeber den Beitrag dieser Anbieter zur Prävention und zur gesundheitsorientierten Versorgung anerkennen. Ich bin zum Nutzen von „Training auf Rezept“ klar positioniert. Und ich möchte auch an dieser Stelle betonen, dass mit solch einem Instrument, gerade vor dem Hintergrund eines bundesweit flächendeckenden Bestands von qualifizierten Gesundheits- und Fitnessanlagen, die große Chance besteht, tatsächlich weite Bevölkerungsteile für Gesundheit und Prävention zu erreichen.
Damit kann die Branche einen außerordentlich großen Beitrag leisten, damit der notwendige Wandel weg von der ausschließlichen Fokussierung auf die Kuration hin zur Prävention gelingen kann. Natürlich sind gerade für eine solche Erweiterung besondere Anforderungen an
Kompetenz und Strukturqualität zu erfüllen. Dass das aber möglich ist und positive Effekte erreicht werden können, zeigt uns ein Blick in die EU-Nachbarländer.
Viele aktuelle Leistungen werden bereits von den Kassen übernommen. Was fehlt in der Gesundheitsversorgung noch? Welche gesetzlichen Anpassungen wären notwendig, damit Medical Fitness stärker in die Versorgung integriert werden kann? Ich bin fest überzeugt, dass wir die Elemente des Healthin-All-Policies-Ansatzes sowohl formal im Rechtsrahmen unserer Gesundheitsversorgung als auch in den Köpfen der Menschen verankern müssen. Denn in der Gesundheitsversorgung fehlt der klare Fokus auf das, was Prävention zu leisten im Stande ist. Langfristig ist ein elementares Umdenken und damit auch Umbauen unseres Gesundheitssystems zwingend erforderlich. Die Vermeidung von Krankheiten muss dabei klar im Fokus des Handelns stehen. Nur dann gelingt es uns langfristig und tatsächlich, unser Gesundheitssystem fit für die Zukunft zu machen. Denn schließlich müssen wir auch dafür sorgen, dass unser umfangreich finanziertes System dauerhaft bezahlbar bleibt und vor allem die Belastungen für die Wirtschaft in Form der sogenannten Lohnnebenkosten sowie die Belastungen für die Versicherten nicht noch weiter steigen.
Wenn wir eine echte Präventionskultur schaffen, fällt es auch leichter, Angebote besser strukturell zu verzahnen. Sinnvoll wären klarere gesetzliche Rahmenbedingungen für anschlussfähige Bewegungspfade: also Übergänge von Beratung und Prävention in betreute Trainingsangebote, stärkere Verknüpfungen mit Betrieblicher Gesundheitsförderung und bessere Möglichkeiten, qualitätsgesicherte, bewegungsbezogene Interventionen systematisch in regionale Versorgungsstrukturen einzubinden.
Kursleitungen, handlungsfeldbezogene Aus- oder Studienabschlüsse, definierte fachpraktische Kompetenzen und leitfadengerechte Konzepte. Für GKV-förderfähige, verhaltensbezogene Präventionsangebote ist die Zertifizierung über die Zentrale Prüfstelle Prävention zentral. Dort ist auch festgelegt, dass etwa im Handlungsfeld Bewegungsgewohnheiten fachpraktische Kompetenzen im Präsenzunterricht erworben worden sein müssen. Hinzu kommen Anforderungen an Datenschutz, Qualitätskontrolle, Evaluation und die wissenschaftliche Begründung der Maßnahmen. Die Fitness- und Gesundheitsbranche ist auf dem besten Weg, den Wandel hin zur qualitätsgesicherten Ausrichtung sowie als starker Partner der Krankenkassen erfolgreich weiterzugehen. Denn bereits heute steht in den Einrichtungen hochqualifiziertes Personal, sehr häufig auch auf akademischem Bachelorund Master-Niveau, für die Kunden und Patienten als wertvoller Ansprechpartner zur Verfügung. Und dabei nehmen wir in Deutschland international betrachtet einen sehr guten Platz ein.
„Unser Anspruch ist nicht die kurzfristige Aktivierung, sondern nachhaltige Gesundheitskompetenz.“
Es geht nicht darum, das System beliebig zu erweitern, sondern wirksame Angebote dort regelhafter anzuschließen, wo sie Versorgung sinnvoll ergänzen und Menschen nachweislich erreichen – das muss aber politisch gewollt sein.
Welche Voraussetzungen, wie Qualifikationen oder Zertifikate, müssen dafür erfüllt werden?
Die Anforderungen sind aus meiner Sicht eindeutig: Wer Teil einer stärker integrierten, gesundheitsorientierten Versorgung sein will, muss überprüfbare Qualität und Kompetenz nachweisen. Dazu gehören qualifizierte
Wo sehen Sie Potenzial für die Zukunft? Welche Trends sollten Einzug ins gesundheitsorientierte Training halten?
Das größte Potenzial sehe ich in individualisierten, niedrigschwelligen und gut vernetzten Angeboten. Zukunftsfähig sind aus meiner Sicht Medical-FitnessKonzepte dann, wenn sie analog und digital sinnvoll verbinden, Trainingsdaten zur Motivation und Steuerung nutzen und unterschiedliche Lebenslagen mitdenken — vom Berufstätigen mit Rückenschmerz über den pflegenden Angehörigen bis hin zum älteren Menschen mit Mobilitätsverlust.
Wichtig werden außerdem stärker alltagsorientierte Trainingsansätze, bewegungsbezogene Programme für spezifische Zielgruppen, gute hybride Formate und eine engere Anbindung an Betriebe, Kommunen und nicht zuletzt an Kitas und Schulen.
Kurz gesagt: Die Zukunft gehört nicht allein dem isolierten Training, sondern dem gesundheitsorientierten, qualitätsgesicherten Angebot im „echten“ Leben. Damit wird es auch möglich sein, das große Potenzial der Menschen zu erschließen, die aktuell noch nichts, wenig oder nur unsystematisch etwas für ihre Gesundheit tun. Deshalb müssen wir alle gemeinsam daran arbeiten, die Gesundheitskompetenz in Deutschland konsequent zu erweitern und damit die Bereitschaft und Fähigkeit, die eigene Gesundheit aktiv zu steuern.

Wie Anbieter Gesundheitstrends erfolgreich nutzen
aktiv gestalten“
mfhc: Das Sport- & Reha-Zentrum Dr. Unkrig bietet an zwei Standorten Beratung, Behandlung und Training unter einem Dach. Wie kam es zu dieser interdisziplinären Positionierung?
Praxismanagerin Sport- & Reha-Zentrum GmbH
Annie Unkrig: Die interdisziplinäre Positionierung ist im Grunde aus der Praxis heraus entstanden. Wir haben früh gesehen, dass Patient:innen und Kund:innen nicht in „Silos“ denken. Sie kommen mit einem Problem und erwarten eine ganzheitliche Lösung. Die klassische Trennung zwischen Therapie, Training und Beratung wird diesem Bedarf oft nicht gerecht. Gerade im Rehabilitations- und Präventionsbereich zeigt sich, dass nachhaltige Erfolge nur dann entstehen, wenn Diagnostik, Behandlung und anschließendes Training eng verzahnt sind. Daraus hat sich Schritt für Schritt unser Ansatz entwickelt, alle relevanten Kompetenzen unter einem Dach zu bündeln. Hinzu kommt, dass die Übergänge zwischen medizinischer Notwendigkeit und präventivem Training heute fließender sind als früher. Unser Ziel war es daher, eine Struktur zu schaffen, die diese Übergänge aktiv gestaltet, statt sie dem Zufall zu überlassen. Die zwei Standorte sind letztlich Ausdruck dieses Anspruchs: wohnortnah, vernetzt und interdisziplinär. Mit dem klaren Fokus auf langfristige Gesundheit statt auf kurzfristige Maßnahmen.
Seit 2019 verantwortet Annie Unkrig die Leitung des Praxismanagements im Sport- & Reha-Zentrum Dr. Unkrig. Ihr akademischer Werdegang begann mit einem Bachelor of Arts im Gesundheitsmanagement an der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement (DHfPG). Derzeit befindet sie sich im letzten Semester ihres Master of Business Administration mit dem Schwerpunkt Sport- und Gesundheitsmanagement. In ihrer beruflichen Tätigkeit legt sie besonderen Wert auf Professionalität, Lösungsorientierung sowie Empathie. Diese Werte prägen ihren Führungsstil ebenso wie ihre tägliche Arbeit.
Wie lässt sich der Begriff Medical Fitness für Ihr Angebot definieren?
Für uns bedeutet Medical Fitness weit mehr als gesundheitsorientiertes Training. Wir verstehen darunter einen strukturierten, evidenzbasierten Ansatz, der medizinische Diagnostik, therapeutische Intervention und individuell gesteuertes Training nahtlos miteinander verbindet. Im Zentrum steht dabei nicht die kurzfristige Leistungssteigerung, sondern die nach-
haltige Verbesserung von Funktion, Belastbarkeit und Lebensqualität. Medical Fitness beginnt für uns nicht auf der Trainingsfläche, sondern mit einer fundierten Bedarfsanalyse und endet auch nicht nach einer Therapie, sondern geht in ein langfristiges, begleitetes Training über. Entscheidend ist die enge Verzahnung unserer Fachbereiche: Therapie, Training und Beratung arbeiten nicht nebeneinander, sondern in einem gemeinsamen Konzept. So können wir sowohl Patient:innen nach einer Behandlung als auch präventiv orientierte Kund:innen individuell und zielgerichtet betreuen. Kurz gesagt: Medical Fitness ist für uns der systematische Weg von der Einschränkung zur nachhaltigen Gesundheit – begleitet, messbar und interdisziplinär umgesetzt.
Welche Trends beobachten Sie in der Medical Fitness? 80 Prozent der aktuellen Trends im Medical Fitness sind gar nicht neu, sie werden jetzt nur konsequenter umgesetzt und anders vermarktet. Prävention, Krafttraining oder die Verbindung von Therapie und Training gibt es seit Jahrzehnten. Der Unterschied ist: Heute passiert es strukturierter, datenbasierter und mit einem klaren Gesundheitsfokus. Was sich wirklich verändert hat, ist die Perspektive. Fitness entwickelt sich weg vom Lifestyleprodukt hin zu einem ernst zu nehmenden Bestandteil der Gesundheitsversorgung. Themen wie Longevity, Schmerzfreiheit und funktionelle Leistungsfähigkeit rücken stärker in den Mittelpunkt als reine Ästhetik. Gleichzeitig beobachten wir eine enorme Professionalisierung: Training wird individueller, messbarer und stärker an medizinischen Parametern ausgerichtet. Auch die Verzahnung von Therapie, Training und Beratung wird enger. Genau das ist aus unserer Sicht der entscheidende Hebel. Insofern sind die Trends weniger eine Revolution als eine überfällige Weiterentwicklung. Oder anders gesagt: Es ist tatsächlich oft „alter Wein in neuen Schläuchen“, jedoch endlich in einer Qualität und Konsequenz, die seinem Anspruch gerecht wird.
Welche Trends sind für Ihr Unternehmen relevant? Werden Themen wie Longevity, „Krafttraining als Jungbrunnen“ oder funktionelles Training vermehrt nachgefragt und in der Außenkommunikation thematisiert? Für uns sind Trends immer dann relevant, wenn sie einen echten Mehrwert für die Gesundheit unserer Patient:innen und Kund:innen bieten – und nicht, weil sie gerade stark vermarktet werden. In diesem Sinne greifen wir viele der aktuellen Entwicklungen auf und übersetzen sie in ein strukturiertes, medizinisch fundiertes Konzept. Themen wie Longevity oder „Krafttraining als Jungbrunnen“ spiegeln im Kern genau das wider, was wir seit Jahren umsetzen: den Erhalt von Muskulatur, Funktion und Selbstständigkeit über die gesamte Lebensspanne. Dies begleiten wir mit persönlicher Betreuung und Empathie. Wir beobachten hier definitiv eine steigende Nachfrage, vor allem bei einer älter werdenden, aber gleichzeitig gesundheitsbewussteren Zielgruppe. Auch funktionelles Training ist für uns kein Trend im klassischen Sinne, sondern fester Bestandteil unserer Arbeit. Die Verbesserung alltagsrelevanter Bewegungsmuster und Belast-
barkeit steht im Zentrum – unabhängig davon, wie es gerade genannt wird. Was sich allerdings verändert hat, ist die Wahrnehmung auf Kundenseite: Begriffe wie Longevity oder gesunde Langlebigkeit schaffen Aufmerksamkeit und erleichtern den Zugang zu diesen Themen. Deshalb greifen wir sie auch in der Außenkommunikation auf, jedoch immer mit dem Anspruch, Inhalte zu erklären und nicht nur Schlagworte zu bedienen. Unser Ansatz ist: Wir nutzen Trends als Türöffner, aber die Umsetzung bleibt evidenzbasiert, individuell und interdisziplinär. Oder anders gesagt: Wir kommunizieren Trends – aber wir arbeiten nicht nach Trends, sondern nach Konzept.
Welche Qualifikationen braucht das Personal, um neuen Anforderungen an die Betreuungsqualität zu genügen, wenn es um Medical Fitness geht?
Welche Ausbildungen sind relevant?
Die Anforderungen an das Personal im Medical Fitness sind in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Es reicht heute nicht mehr aus, „nur“ Trainingspläne zu erstellen. Gefragt ist ein tiefes Verständnis für gesundheitliche Zusammenhänge, sowie die Komplexität der Multimorbidität der alternden Gesellschaft. Zusätzlich benötigt das Personal die Fähigkeit, Menschen individuell und langfristig zu begleiten. Auf fachlicher Ebene sind für uns fundierte Qualifikationen entscheidend. Dazu gehören vor allem Ausbildungen und Studiengänge in Bereichen wie Physiotherapie, Sportwissenschaft oder Gesundheitsmanagement. Besonders gute Erfahrungen machen wir mit Mitarbeitenden, die sowohl therapeutisches als auch trainingswissenschaftliches Know-how mitbringen oder bereit sind, sich in diese Richtung weiterzuentwickeln.
Gleichzeitig werden Soft Skills oft unterschätzt. Diese sind in der Praxis mindestens genauso wichtig. Empathie, Kommunikationsfähigkeit und die Fähigkeit, komplexe Inhalte verständlich zu vermitteln, sind entscheidend, um Vertrauen aufzubauen und Verhaltensänderungen nachhaltig zu begleiten. Dabei legen wir viel Wert auf eine patientenorientierte Sprache und Kommunikation. Im Medical Fitness arbeiten wir häufig mit Menschen, die Schmerzen, Unsicherheiten oder auch längere Krankheitsverläufe mitbringen. Hier braucht es neben Fachkompetenz ein hohes Maß an Empathie, Lösungsorientierung und Professionalität. Unser Ansatz ist, interdisziplinäre Teams aufzubauen und kontinuierlich weiterzubilden. Die Kombination aus Qualifikation, Erfahrung und Persönlichkeit macht letztlich den Unterschied in der Betreuungsqualität.
Ist die Kombination aus Therapie und Training ein Vorteil beim Recruiting und im „War for Talents“? Ja, absolut. Aus unserer Sicht wird dieser Vorteil im „War for Talents“ sogar noch größer. Die Kombination aus Therapie und Training macht ein Arbeitsumfeld deutlich attraktiver, weil sie fachlich breiter, abwechslungsreicher und sinnstiftender ist als rein monothematische Strukturen. Gerade für gut ausgebildete Fachkräfte – ob aus der Physiotherapie oder den Sportwissenschaften
ist es spannend, nicht nur in ihrem eigenen Bereich zu arbeiten, sondern den gesamten Prozess begleiten zu können: von der Befundung über die Therapie bis hin zum Training und zur langfristigen Betreuung. Das schafft Entwicklungsmöglichkeiten, die klassische Strukturen oft nicht bieten.
Hinzu kommt, dass viele Fachkräfte heute gezielt nach interdisziplinären Teams suchen. Der Austausch mit anderen Professionen, das gemeinsame Arbeiten an einem Fall und die Möglichkeit, voneinander zu lernen, sind starke Argumente im Recruiting. Aus diesem Grund entwickeln wir unser Angebot weiter und analysieren den Bedarf im Gesundheitswesen, um Versorgungslücken zu schließen. Gleichzeitig dürfen wir nicht unterschätzen: Die Kombination allein reicht nicht. Entscheidend ist, dass wir klare Strukturen, Entwicklungsperspektiven und eine hohe fachliche Qualität bieten. Nur dann wird aus einem attraktiven Konzept auch ein überzeugender Arbeitgeber. Insofern ist die Verzahnung von Therapie und Training definitiv ein Vorteil, aber sie entfaltet ihre Wirkung erst dann voll, wenn sie auch im Arbeitsalltag konsequent gelebt wird.
Die Nachfrage nach abrechnungsfähigen Leistungen wie Rehasport und T-RENA ist stark gestiegen. Wurde das bestehende Angebot angepasst? Ja, wir beobachten diese Entwicklung sehr deutlich und haben unser Angebot entsprechend weiterentwickelt. Allerdings mit einer klaren Haltung: Wir richten uns nicht ausschließlich nach Abrechnungsfähigkeit, sondern nach dem tatsächlichen Bedarf unserer Patient:innen. Programme wie Rehasport oder T-RENA sind wichtige Bausteine, weil sie vielen Menschen überhaupt erst den Zugang zu Bewegung und strukturiertem Training ermöglichen. Deshalb haben wir unsere Kapazitäten in diesen Bereichen gezielt ausgebaut und organisatorisch stärker integriert. Gleichzeitig sehen wir diese Leistungen bewusst nicht als Endpunkt, sondern als Einstieg. Unser Ziel ist es, Patient:innen nach einer Maßnahme nicht zu entlassen, sondern sie in ein weiterführendes, individuell gesteuertes Training zu überführen. Genau hier spielt unser interdisziplinärer Ansatz seine Stärke aus. Insofern haben wir unser Angebot eher im Sinn einer sinnvollen Erweiterung als einer strategischen Neuausrichtung angepasst. Die Nachfrage bestätigt den Bedarf, aber unser Anspruch bleibt: nachhaltige Betreuung statt kurzfristiger Maßnahmen. Oder anders gesagt:
Abrechnungsfähige Leistungen sind für uns ein Türöffner; die eigentliche Arbeit beginnt danach.
Lassen sich Patienten durch ambulante Nachsorgeleistungen dauerhaft zu einem gesünderen Leben bewegen? Wie oft werden Patienten zu Mitgliedern?
Ambulante Nachsorgeleistungen sind ein enorm wichtiger Baustein, aber sie sind kein Selbstläufer. Sie schaffen einen strukturierten Rahmen und einen guten Einstieg; die eigentliche Herausforderung ist die langfristige Verhaltensänderung. Ob Menschen dauerhaft ein bewegtes, gesundheitsbewusstes Leben führen, hängt stark von der Qualität der Betreuung und der anschließenden Begleitung ab. Genau hier setzen wir an: Wir versuchen, die Nachsorge nicht als isolierte Maßnahme zu verstehen, sondern als Übergangsphase in ein eigenständiges und weiterhin betreutes Training.
„Die Kombination aus Qualifikation, Erfahrung und Persönlichkeit macht letztlich den Unterschied.“
Was die Konversion angeht, sehen wir gute Quoten –allerdings nicht pauschal bei allen. Besonders hoch ist die Bereitschaft bei denjenigen, die während der Maßnahme echte Fortschritte erleben, Vertrauen aufbauen und den Mehrwert für ihren Alltag spüren. Entscheidend ist, dass wir frühzeitig Perspektiven aufzeigen und individuelle Anschlusslösungen anbieten. Wenn Patient:innen verstehen, dass Training kein Projekt auf Zeit ist, sondern ein langfristiger Bestandteil ihrer Gesundheit, steigt auch die Bereitschaft, dabeizubleiben. Unser Ziel ist es nicht, möglichst viele Mitglieder zu generieren, sondern möglichst viele Menschen nachhaltig in Bewegung zu bringen. Wenn daraus eine Mitgliedschaft entsteht, ist das die logische Konsequenz.
Mentale Gesundheit ist ein Schwerpunkt Ihres Portfolios. In Kooperation mit dem Reha-Sport-Verein Borken e. V. bieten Sie Rehasport für Menschen mit psychischen Erkrankungen an. Warum ist dieses Angebot heute so wichtig; ist der Bedarf gewachsen? Mentale Gesundheit ist längst kein Nischenthema mehr und gerade in Kombination mit Bewegung enorm wirksam. Psychische Erkrankungen wie Depressionen, Angststörungen oder Burn-outs nehmen in unserer Gesellschaft zu und viele Betroffene brauchen niedrigschwellige, strukturierte Angebote, die sie Schritt für Schritt in Bewegung bringen. Bisher findet Bewegung in der Behandlung von psychisch erkrankten Patient:innen (z. B. in der Psychotherapie) nahezu nicht statt. Die Kooperation mit dem Reha-Sport-Verein Borken e. V. ermöglicht es uns, genau diese Lücke zu schließen. Wir verbinden dabei medizinische Expertise, therapeutische
Begleitung und gezieltes Training. Ein Ansatz, der sowohl die körperliche als auch die psychische Gesundheit stärkt.
Der Bedarf ist deutlich gewachsen. Immer mehr Menschen suchen nach Angeboten, die nicht nur Symptome behandeln, sondern aktiv Lebensqualität, Alltagsfähigkeit und Resilienz fördern. Sportliche Bewegung wird dabei immer stärker als integraler Bestandteil der Therapie wahrgenommen. Nicht als zusätzliche Belastung, sondern als Chance, wieder Vertrauen in den eigenen Körper und Alltag zu gewinnen. Aus unserer Sicht ist dieses Angebot heute wichtiger denn je: Es leistet einen Beitrag zur Prävention, zur nachhaltigen Genesung und unterstützt Menschen dabei, langfristig selbstbestimmt und aktiv zu bleiben.
Gibt es auch Angebote für mentale Gesundheit im Bereich der Prävention?
Ja, auch im präventiven Bereich spielen mentale Gesundheit und Stressregulation eine zentrale Rolle. Wir bieten Angebote an, die Bewegung, Entspannung und Achtsamkeit gezielt kombinieren, um psychische Belastungen frühzeitig zu reduzieren und Resilienz aufzubauen. Dabei geht es nicht nur um kurzfristige Entlastung, sondern um nachhaltige Strategien, die Menschen befähigen, selbstbestimmt mit Stress umzugehen und ihre mentale sowie körperliche Gesundheit langfristig zu stabilisieren.
Ihre Salzgrotte und Solevernebelung sind Alleinstellungsmerkmale. Inwieweit ist dieser ganzheitliche Ansatz für Sie wichtig?
den Anspruch von Medical Fitness erlebbar machen –und zwar über alle Sinne. In der Salzgrotte haben wir die Möglichkeit unseren Kund:innen im Rahmen unserer Klangzeit eine strukturierte Auszeit in einem atmosphärischen Raum anzubieten. Hierbei gilt auch: Die Umgebung allein macht den Nutzen des Angebots nicht aus. Die besondere Atmosphäre der Salzgrotte bildet einen unterstützenden Rahmen, doch der eigentliche Mehrwert entsteht durch die gezielte Gestaltung der Klangzeit. Erst durch strukturierte Abläufe, achtsame Impulse und eine bewusste Hinführung zur Wahrnehmung wird aus dem Aufenthalt eine nachhaltige Auszeit, die über das reine Verweilen im Raum hinausgeht.
Sind Patienten und Mitglieder heute bereit, mehr Geld in ihre Gesundheit zu investieren?
Patient:innen und Mitglieder sind grundsätzlich bereit, in ihre Gesundheit zu investieren, sofern der persönliche Nutzen nachvollziehbar ist und ein eigenverantwortlicher Umgang mit der eigenen Gesundheit besteht. Dennoch beobachten wir, dass langfristige Investitionen häufig zugunsten kurzfristiger Lösungen zurückgestellt werden. Insbesondere dann, wenn diese durch Krankenkassen finanziell unterstützt werden.
„Sportliche Bewegung wird immer stärker als integraler Bestandteil der Therapie wahrgenommen.“
Angebote wie die Salzgrotte oder die Solevernebelung sind für uns mehr als dekoratives Beiwerk; sie sind Ausdruck unseres ganzheitlichen Ansatzes. Sie unterstützen die Gesundheit unserer Kund:innen auf respiratorischer und mentaler Ebene und ergänzen Training und Therapie ideal – gerade in der Prävention und bei chronischen Erkrankungen. Zweifellos verursachen solche Leistungen höhere Fixkosten, aber ihr Wert liegt in der Differenzierung und im zusätzlichen Nutzen für unsere Kund:innen. Sie machen unser Portfolio einzigartig und bieten Kund:innen Anreize, längerfristig bei uns zu bleiben.
Für uns ist der ganzheitliche Ansatz entscheidend, weil er unsere Philosophie verkörpert: Gesundheit funktioniert nicht isoliert, sondern in einem Zusammenspiel von körperlicher Aktivität, Therapie, mentaler Entspannung und Wohlbefinden. Angebote wie die Salzgrotte oder die Solevernebelung sind somit strategisch sinnvoll, weil sie
Wie sind Therapie und Training vernetzt und wie profitieren sie voneinander?
Therapie und Training sind eng miteinander vernetzt –nicht nur räumlich, sondern vor allem konzeptionell.
Jede Maßnahme beginnt mit einer fundierten Bedarfsanalyse: Therapeutische Befunde fließen direkt in das anschließende Training mit ein, Fortschritte aus dem Training werden in die Therapie zurückgespiegelt. Beide Bereiche profitieren dadurch enorm voneinander. Therapie liefert präzise Informationen über Einschränkungen, Bewegungsmuster und Beschwerden, die das Training gezielt adressieren kann. Gleichzeitig erhöht regelmäßiges, individuelles Training die Wirksamkeit therapeutischer Maßnahmen und sorgt dafür, dass Erfolge nachhaltig erhalten bleiben. Durch die enge Verzahnung entsteht ein kontinuierlicher Lern- und Anpassungsprozess zum Vorteil für die Patient:innen und als Qualitätsmerkmal unseres Portfolios. Eine zentrale Rolle spielen dabei Kommunikation und Empathie. Diese sind entscheidend im Umgang mit den Patient:innen ebenso wie in der Zusammenarbeit zwischen Praxismanagement, Trainer:innen und Physiotherapeut:innen. Sie bilden die Grundlage dafür, den Nutzen des Angebots verständlich zu vermitteln, Vertrauen aufzubauen und eine nachhaltige Bindung zu fördern.

FIBO 2026
Text: Anke Sörensen und Alexander Wulf
Die Branche wächst – und mit ihr auch die weltweit führende Messe für Gesundheit, Fitness und Wellness in Köln. Mit neuem Besucherrekord stellt die FIBO 2026 eindrucksvoll unter Beweis, dass sich die Fitnessbranche zu einer tragenden Säule der globalen Gesundheitswirtschaft entwickelt. Vier Tage lang wurde Köln erneut zum internationalen Treffpunkt der Branche. Mit 175.173 Besucherinnen und Besuchern aus 136 Ländern sowie über 1.000 Ausstellern und Partnern bestätigte die Weltleitmesse ihre herausragende Bedeutung als Plattform für Innovation, Austausch und Geschäftsentwicklung.

CEO-Breakfast zum Auftakt mit rund 70 Führungskräften aus 50 Unternehmen

OXMOXMOXMOXMXOMXOMX
Messerundgang mit Kölner Oberbürgermeister (v. l. n. r.: Janosch Marx, Torsten Burmester, Jürgen Aschauer, Michael Köhler)
Im Zentrum der FIBO 2026 stand insbesondere die fortschreitende Digitalisierung der Fitness- und Gesundheitsbranche. Vernetzte Trainingssysteme, datenbasierte Anwendungen und der Einsatz von Künstlicher Intelligenz prägen zunehmend die Angebote von Studios und Anbietern. Die Verbindung von Training, Gesundheitsdaten und individualisierten Lösungen eröffnet neue Möglichkeiten in Prävention, Betreuung und Trainingserlebnis.
Die FIBO fungiert dabei nicht nur als internationaler Marktplatz für Produkte und Dienstleistungen, sondern vor allem als Innovationsplattform, die technologische Entwicklungen sichtbar macht und deren Bedeutung für die zukünftige Ausrichtung der Branche unterstreicht.
Branche im Wandel: Innovation, Digitalisierung und neue Zielgruppen
Die FIBO 2026 zeigte deutlich, wie sich die Branche weiterentwickelt: Neben klassischen Trainingsformen gewinnen neue Formate, digitale Lösungen und individualisierte Angebote zunehmend an Bedeutung. Technologien wie KI-gestützte Trainingssteuerung, Biohacking-Anwendungen und vernetzte Gesundheitsplattformen prägen das Bild der Messe. Gleichzeitig


Event Director, FIBO
Die Resonanz auf die FIBO ist durchweg super. Sowohl von Ausstellern als auch von Besuchern haben wir ausschließlich positives Feedback erhalten. Mit über 1.000 Ausstellern und Partnern sowie mehr als 175.000 Besuchern aus 136 Ländern konnten wir die Ergebnisse der Vorjahre deutlich übertreffen. Das CEOBreakfast zum Auftakt war mit 70 Vertretern aus 50 Unternehmen ein großer Erfolg und ein starkes Zeichen für die Zusammenarbeit mit DSSV, DHfPG, BSA-Akademie und IFAA. Auch die Confex Halle mit dem Future Forum rund um KI-basierte Lösungen fand großen Zuspruch. Insgesamt sind wir mit dem Messeverlauf sehr glücklich.

1. Vorsitzender, DSSV e. V.
Die Fitnessbranche entwickelt sich sehr positiv; den Ausstellern, Herstellern, Betreibern und dem DSSV geht es gut. Alle profitieren vom Wachstum und sind bereit für neue Aufgaben und Investitionen. Dieser Aufschwung ist auf der FIBO deutlich zu spüren. Hier herrscht eine gute Atmosphäre, eine Aufbruchstimmung mit vielen neuen Ideen und Innovationen. Als DSSV stehen wir unseren Mitgliedern beratend zur Seite, insbesondere in Marketing- und Rechtsfragen. Viele Studiobetreiber haben Gesundheit als zentrales Thema für Marketing und Vertrieb erkannt. Wir unterstützen sie dabei, Training und Gesundheit sinnvoll zu verbinden und erfolgreich auf lokaler Ebene umzusetzen.

Country Manager Sales & Marketing medical Fitness seca
MedTech und Fitness machen einfach Spaß. Auf der FIBO herrscht ein besonderer Spirit: Alle wollen Neuheiten entdecken – die Energie ist spürbar. Unsere Innovation seca Bridge verbindet die Medical- mit der Fitnesswelt. Über die Software kann ein Mediziner direkt Leads an Fitnessstudios senden; das ist zukunftsweisend und bekommt hervorragendes Feedback. Die Digitalisierung wird den Gesundheitsmarkt stark verändern: Menschen wollen mehr tracken, ihre Gesundheit verstehen und Entwicklungen nachvollziehen. Auch GLP-1 ist ein großes Thema, für das wir Lösungen bieten, denn mit seca TRU messen wir den Istzustand, zeigen Veränderungen und machen Fortschritte sichtbar.

Geschäftsführer milongroup
Die FIBO hat gezeigt, wohin sich Training entwickelt – und wir gestalten diese Entwicklung aktiv mit. Mit milon Velocity Based Training® heben wir Trainingssteuerung auf ein neues Niveau: Besucher konnten selbst erleben, was tagesformabhängiges Training wirklich bedeutet und wie individuell und präzise es dadurch wird. Auch mit five next gehen wir den nächsten Schritt: Erstmals wird sichtbar, was bisher nur gefühlt wurde – die echte Muskelaktivität in der Länge. So entsteht Trainingsqualität, die messbar, verständlich und reproduzierbar ist. Unsere Lösungen geben Orientierung und Sicherheit, der Mensch gibt dem Training Bedeutung.

OXMOXMOXMOXMXOMXOMX
Reger Andrang bei den über 1.000 Ausstellern und Partnern

OXMOXMOXMOXMXOMXOMX
Pressekonferenz mit Denise Schindler, Silke Frank und Prof. Dr. Thomas Wessinghage


entstehen neue Zielgruppen – von leistungsorientierten Athletinnen und Athleten bis hin zu älteren Menschen, die gezielt ihre Lebensqualität verbessern möchten.
Auch der Trend zur Personalisierung setzt sich fort. Fitness wird immer stärker zum integralen Bestandteil eines gesundheitsbewussten Lebensstils und begleitet Menschen individuell durch alle Lebensphasen. Damit entwickelt sich die Branche weg vom standardisierten Angebot hin zu maßgeschneiderten Lösungen.
Neues Format: CEO-Breakfast –Schulterschluss der Branche
Ein besonderes Highlight zum Auftakt der Messe war das CEO-Breakfast. Rund 70 Führungskräfte aus etwa 50 Fitnessunternehmen kamen zusammen, um sich über zentrale Zukunftsthemen auszutauschen und gemeinsame Strategien zu entwickeln.
Im Fokus stand dabei insbesondere die Initiative „United let’s move.“, die im Rahmen der Europäischen Woche des Sports umgesetzt wird und ein starkes Zeichen für mehr Bewegung und gesellschaftliche Verantwortung setzt. Über 2.000 Studios und Kettenbetriebe wollen sich daran beteiligen.
Pressekonferenz und starke
Persönlichkeiten
Bereits die Eröffnungspressekonferenz setzte zentrale inhaltliche Impulse und spiegelte die aktuellen Entwicklungen der Branche wider. Mit Prof. Dr. Thomas Wessinghage, Ralf Möller, Silke Frank, Denise Schindler und Douglas Gremmen diskutierten hochkarätige Vertreter und Vertreterinnen aus der Praxis und Öffentlichkeit über die Zukunft von Fitness und Gesundheit.
Ein besonderer Schwerpunkt lag auf dem Thema Longevity, das sich als einer der Trends der Branche etabliert hat. Die Diskussion machte deutlich, dass Fitness zunehmend als entscheidender Faktor für ein langes, gesundes und selbstbestimmtes Leben verstanden wird. Gleichzeitig wurde die dynamische Entwicklung der Branche hervorgehoben, die sich immer stärker als Bestandteil der Gesundheitsversorgung positioniert. Ein weiteres zentrales Thema war die wachsende Marktdurchdringung: Immer mehr Menschen in Deutschland integrieren regelmäßiges Training in ihren Alltag. Dennoch besteht weiterhin erhebliches Potenzial und ein zunehmender Bedarf. Ralf Möller formulierte treffend: „Es ist ein Riesenerfolg, dass über 12 Millionen Menschen in Deutschland regelmäßig trainieren – 70 Millionen aber eben noch nicht.“

Bob Cicherillo, bekannt als „The Voice of Bodybuilding“, im Interview
Politik und Branche im Dialog
Ein weiterer zentraler Aspekt der FIBO 2026 war der intensive Austausch zwischen Branche und Politik. Zahlreiche politische Vertreter nutzten die Messe, um sich über aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen zu informieren – darunter auch der Oberbürgermeister der Stadt Köln, Torsten Burmester. In diesem Kontext spielte auch der DSSV eine wichtige Rolle: Gemeinsam mit Branchenvertretern wie Janosch Marx, 2. Vorsitzender des DSSV, sowie Vertretern der FIBO wurden während eines Messerundgangs zentrale Anliegen der Fitnesswirtschaft adressiert und die Bedeutung der Branche für Prävention, Gesundheitsversorgung und Wirtschaft hervorgehoben. Die FIBO etablierte sich damit erneut als zusätzliche Schnittstelle zwischen Wirtschaft, Gesellschaft und Politik. Für den DSSV stand insbesondere der persönliche Austausch im Mittelpunkt der Messe. Gespräche mit Unternehmen, Studiobetreibern und Partnern waren geprägt von Innovationsgeist und dem gemeinsamen Ziel, die Branche nachhaltig weiterzuentwickeln.
Die FIBO 2026 zeigte dabei einmal mehr, dass sie weit über eine klassische Fachmesse hinausgeht: Sie ist Treffpunkt, Netzwerkplattform und Impulsgeber zugleich.


VP Sales DACH, EGYM
Unsere Mission ist es, die Gesundheitsbranche zu verändern: Weg von der Reparatur hin zur Prävention. Wir sind stolz auf 6.200 registrierte Besucher und über 1.000 Walk-ins. Unsere FIBO Highlights: erstens eine Evolution der kompletten Gerätelinie Series 3, mit neuem Design und verbesserter Ergonomie. Zweitens das EGYM Betriebssystem, das die Komplexität im Studioalltag reduziert, damit sich Betreiber auf das Wichtigste konzentrieren: ihre Mitglieder. Im Sommer präsentieren wir dann das LongevityTrainingsprogramm, das Mitglieder langfristig bindet und neue Zielgruppen für das Fitness- und Muskeltraining begeistert – denn bei einer Reaktionsquote von 14,8 Prozent sollte man nicht aufhören.

Country Manager, InBody Deutschland
Der Ansturm an Interessenten auf dieser FIBO hat bei uns deutlich zugenommen. Das zeigt, wie stark das Interesse an Analyse und wie attraktiv das Tracking eigener Messdaten geworden ist. Alle sprechen über Gesundheitsoptimierung und Longevity, doch beides beginnt immer mit einer fundierten Zustandsanalyse, um individuelle Risiken und gesundheitliche Probleme frühzeitig zu erkennen und präventiv anzugehen. Das ist unsere Key Message, und technologisch sind wir hier sehr weit. Darüber hinaus erfassen wir nicht nur die Körperzusammensetzung, sondern bewerten jetzt auch die Qualität der Muskulatur, etwa in der Therapie neurologischer Patienten – ein doppelter Mehrwert für die Anwender.

Head of Communications, gym80
Die FIBO läuft super. 2026 hat uns erneut bestätigt, dass wir ganz viel richtig machen. Wir haben zwölf neue Geräte mitgebracht und bestehende Modelle gezielt weiterentwickelt und optimiert. Unsere Kooperationspartner sind großartig, erstmals präsentieren wir außerdem die LEGACY COLLECTION. Krafttraining ist schon immer unsere Kernkompetenz und im Hinblick auf Longevity gerade extrem populär. In den vergangenen Jahren haben wir die MED80Serie konsequent ausgebaut – speziell für Kliniken, Rehazentren und Physiopraxen, damit auch ältere oder bewegungseingeschränkte Menschen sicher trainieren und wieder fit werden können.

Global Head of Communication and Content Strategy, Technogym Als europäisches Unternehmen freuen wir uns, hier Kunden aus Deutschland, den Niederlanden, Frankreich und Spanien zu treffen. Der Fitnessmarkt boomt derzeit, in den Studios und im medizinischen Sektor. Gesundheit und Longevity sind ein Riesentrend. Technogym hat ein einzigartiges Ökosystem aufgebaut, das nun von Google AI unterstützt wird. Mit dem Technogym Checkup haben wir Zugriff auf alle individuellen körperlichen, kognitiven und funktionellen Daten und können das Trainingserlebnis für Nutzer in den Bereichen Fitness, Sport und Gesundheit vollständig personalisieren sowie den Betreibern dabei helfen, ihr Geschäft anzukurbeln.

OXMOXMOXMOXMXOMXOMX
Das Team von BSA-Akademie. DHfPG, DSSV e. V. und fMi am gemeinsamen Stand. #OneTeam freut sich auf die

Paracycling-Weltmeisterin
Der FIBO Congress bietet eine hervorragende Gelegenheit, neue Impulse zu gewinnen, Inspiration zu finden und sich intensiv mit anderen auszutauschen. Diese Verbindungen und Denkanstöße sind entscheidend für die persönliche und fachliche Weiterentwicklung. Hier entsteht ein Umfeld, in dem man auf hohem Niveau voneinander lernen und sich gegenseitig motivieren kann. Besonders beeindruckend ist die Offenheit vieler Teilnehmender, die aktiv nach Wissen streben und sich weiterentwickeln möchten. Der Kongress eröffnet neue Perspektiven, fördert klare Zielsetzungen und hinterlässt einen nachhaltigen Eindruck.


DR. DZMITRY KOMAR
CEO und Co-Founder, Scaneca
Für uns ist interessant, dass der Fokus auf der FIBO so stark auf dem Thema Gesundheit liegt, was perfekt zu unserem Produkt passt. Wir kombinieren eine Haltungsanalyse mit der präzisen Messung der Körperwerte, alles schnell und effizient in einem Durchgang. SCANECA erfasst somit sowohl interne als auch externe Werte, körperliche Veränderungen lassen sich klar nachvollziehen. Unser neues Softwaredesign ermöglicht es, die Daten direkt an Fitnessstudios und Physiopraxen zu übertragen, um Auffälligkeiten gezielt zu behandeln. Viele Besucher sind von diesem Angebot fasziniert – das freut uns als Entwickler und Produzenten besonders.
Sportliche Highlights: Wettkampf, Community und Liveerlebnis
Neben Business, Networking und Innovation bot die FIBO 2026 auch zahlreiche sportliche Highlights, die die Messe zu einem echten Erlebnis machten. Besonders im Fokus stand das globale Fitnessevent HYROX, das erneut Teil der FIBO war und Athletinnen und Athleten aus aller Welt nach Köln zog. Tausende Teilnehmer machten die Hallen zu einer Bühne für Leistung, Wettkampf und Gemeinschaftsgeist.
Das HYROX-Event, das über vier Tage hinweg stattfand, verband Ausdauer- und Kraftdisziplinen und entwickelte sich einmal mehr zu einem Besuchermagneten. Gleichzeitig unterstrichen zahlreiche weitere Wettbewerbe –darunter Strongman-Formate und klassische Bodybuildingcontests – die sportliche Vielfalt der FIBO und ihre Wurzeln im Kraft- und Leistungssport.
Fitness ist weiterhin eine Zukunftsbranche
Die FIBO 2026 hat einmal mehr gezeigt, wie wichtig Fitness und Gesundheit für unsere Gesellschaft geworden sind. Die Branche wächst weiter – und gewinnt gleichzeitig immer mehr an Bedeutung für Prävention und Lebensqualität. Als internationale Leitmesse bringt die FIBO die wichtigsten Akteure zusammen, zeigt neue Entwicklungen und gibt Impulse für die Zukunft. Sie bleibt damit ein zentraler Treffpunkt für alle, die die Fitnessbranche aktiv mitgestalten.

FIBO Congress 2026
Praxisnahe Impulse für den Arbeitsalltag, zukunftsweisende Themen wie KI, Longevity und moderne Führung sowie inspirierende Keynotes: Der FIBO Congress am 16. und 17. April 2026 bot dem Fachpublikum eine gelungene Verbindung aus Wissen, Praxis und Networking. Im Fokus stand vor allem eines: Inhalte mit Mehrwert für den Berufsalltag.
Der FIBO Congress 2026, organisiert von DHfPG und BSA-Akademie unter Federführung der FIBO, versammelte am 16. und 17. April die Fitnessund Gesundheitsbranche in Köln. Die Besucherinnen und Besucher zeigten sich auch in diesem Jahr mehr als begeistert. Sie nahmen wertvolle Impulse für die Praxis aus dem renommierten Fachkongress im Confex der Koelnmesse mit.
In rund 40 Fachvorträgen sprachen Expertinnen und Experten zu zentralen Zukunftsthemen der Branche: von KI und Longevity über Abnehmspritzen und Recovery bis hin zu moderner Führung und zyklusbasiertem Training. Der Anspruch: praxisorientiert und wissenschaftlich fundiert. Und das mit Erfolg. Das Fazit der Teilnehmenden fiel entsprechend deutlich aus: durchweg positiv.
Keynotes als Inspirationsquelle
Ich nehme viel Hands-onErfahrung und verständliche Informationen mit, die man gut umsetzen kann. Ich habe definitiv nur positive Erfahrungen auf dem FIBO Congress gesammelt.
Lea Naaijer, Personal Trainerin, Shape yourself GmbH
Der FIBO Congress bietet eine hervorragende Gelegenheit, neue Impulse zu gewinnen, Inspiration zu finden und sich intensiv mit anderen auszutauschen. Denise Schindler, Paracycling-Weltmeisterin, Keynote Speakerin
Auch die Keynotes von Paracycling-Weltmeisterin Denise Schindler und Weltrekord-Apnoetaucher Christian Redl begeisterten das Publikum und setzten besondere Impulse. Der Applaus im Anschluss sprach für sich.
Denise Schindler zeigte eindrucksvoll, wie man trotz Rückschlägen erfolgreich sein kann. Christian Redl verdeutlichte, wie mentale Stärke dabei hilft, persönliche Leistungsgrenzen zu verschieben.
FIBO Congress: Austausch und Netzwerken
Darüber hinaus bot der FIBO Congress auch in diesem Jahr Raum für Austausch und strategische Standortbestimmungen in angenehmer und konstruktiver Atmosphäre. So ermöglichte die Speakers Corner vertiefende Gespräche mit den Referierenden, während die KongressLounge vielfältige Möglichkeiten zum Netzwerken bot.
Die Themenvielfalt reichte von Herausforderungen über Entwicklungen bis hin zu Trends. Auch hier fiel das Fazit der Teilnehmenden einhellig aus: Der direkte Austausch bot einen echten Mehrwert, sowohl in der Speakers Corner als auch in der Kongress-Lounge. Damit wurde der FIBO Congress seinem Ruf als zentrale Netzwerkplattform erneut gerecht.
Bilder und weitere Stimmen der Teilnehmenden finden Sie hier: www.fibo-congress.com
Save the date – jetzt schon vormerken!
Mit dem Aufstiegskongress 2026 in Mannheim am 9. und 10. Oktober 2026 steht bereits das nächste Branchenevent mit praxisnahen Einblicken und wertvollen Impulsen bevor. Jetzt Tickets sichern – bis zum 10. August 2026 zum EarlyBird-Preis von 49 Euro.

Fitnessmarkt 2026: Wachstum, Professionalisierung und Differenzierung
Text: Jürgen Wolff
Die Fitness- und Gesundheitsbranche in Deutschland gewinnt weiter an gesellschaftlicher sowie wirtschaftlicher Bedeutung: Erstmals trainieren mehr als 12 Millionen Menschen in deutschen Fitnessanlagen, der Branchenumsatz erreicht mit mehr als sechs Milliarden Euro ein neues Rekordniveau. Auch die Zahl der Fitnessanlagen im Bundesgebiet wächst. Gleichzeitig gehen diese Entwicklungen mit strukturellen Veränderungen im Markt einher, die, richtig genutzt, erhebliches Potenzial für weiteres Wachstum eröffnen. Ein präziser Blick auf die Marktstruktur ist vor diesem Hintergrund wichtiger denn je. Die empirische Basis hierfür liefern die „Eckdaten der deutschen Fitnesswirtschaft 2026“, die im März in Düsseldorf präsentiert wurden.
Die „Eckdaten der deutschen Fitnesswirtschaft“ gelten als Visitenkarte der deutschen Fitnessund Gesundheitsbranche. Die Studie ermittelt seit über 40 Jahren relevante Branchenkennzahlen und macht dadurch die ökonomische Entwicklung der Branche sichtbar.
Die diesjährige Studie weist das wirtschaftlich stärkste Ergebnis seit Beginn der Marktanalyse auf: Anlagen-, Mitglieder- und Umsatzzahlen wachsen weiter, die Zahl der Trainierenden und der Branchenumsatz erreichen neue Höchstwerte.
Gleichzeitig prägen intensiver Wettbewerbsdruck und strukturelle Veränderungen den Markt. Die anhaltende Konsolidierung verschiebt Machtverhältnisse, während die wachsende Zahl an Smart-Gyms das Angebot von Fitness als Dienstleistung verändert und den Wettbewerb um neue Mitglieder verschärft.
Mitgliederzahlen belegen steigenden
Stellenwert von Fitnesstraining
Zum Stichtag 31.12.2025 verzeichneten die Fitness- und Gesundheitsanlagen in Deutschland insgesamt 12,36 Millionen Mitglieder. Immer mehr Menschen entscheiden sich für das Training im Fitnessstudio und leisten damit einen aktiven Beitrag zu ihrer Gesundheit.
Im Vergleich zum Vorjahr stieg der Anteil der Gesamtbevölkerung, der Mitglied in Fitness- und Gesundheitsanlagen ist (Reaktionsquote), um 1,0 Prozentpunkte auf 14,8 Prozent der deutschen Bevölkerung (83,58 Millionen; Statistisches Bundesamt Wiesbaden, 2025; DSSV, 2026).
Betrachtet man die branchenrelevante Zielgruppe der ab 15-Jährigen, so trainieren 17,1 Prozent der Deutschen in Fitness- und Gesundheitsanlagen.
Abb. 1: Mitgliederentwicklung (in Mio.)
der Altersgruppen 30 bis unter 40 und 40 bis unter 50 sind leicht rückläufig (DSSV, 2026).
Mitgliedschaften bei Aggregatoren sind ein Faktor
Die Eckdatenstudie erfasst separat Menschen, die nicht über Verträge mit Fitnessanlagen verfügen, aber über Mitgliedschaften bei Aggregatoren in den Anlagen trainieren. Diese 1,47 Millionen Trainierenden mit inbegriffen, zählt die Branche im Jahr 2025 insgesamt 13,83 Millionen Trainierende.

„Die Fitnessbranche ist ein Wirtschaftsfaktor, ein Faktor im Sport und zunehmend auch ein Faktor im Gesundheitsbereich.“
Zuwachs bei jüngeren und älteren Mitgliedern Im Rahmen der Befragung haben die Betreiberinnen und Betreiber deutscher Fitnessanlagen ihre Mitglieder bestimmten Altersgruppen zugeordnet. Für den Gesamtmarkt ist im Betrachtungsjahr die Altersgruppe der 20- bis unter 30-Jährigen mit 22,1 Prozent am stärksten vertreten, gefolgt von den Altersgruppen der 30- bis unter 40-Jährigen (21,2 %) sowie der 40- bis unter 50-Jährigen (20,2 %). Insgesamt sind demnach rund zwei Drittel der Mitglieder zwischen 20 und 50 Jahre alt.
Andrea Milz, Staatssekretärin für Sport und Ehrenamt des Landes Nordrhein-Westfalen
Mitgliederzuwächse sind im Vergleich zum Vorjahr in den Altersgruppen der unter 20-Jährigen (+ 1,0 Prozentpunkte), der 20- bis unter 30-Jährigen (+ 0,2 Prozentpunkte) sowie der ab 60-Jährigen zu beobachten. Die Anteile
Diese Entwicklungen sind Zeichen dafür, dass die gesellschaftliche Akzeptanz des Fitnesstrainings immer stärker zunimmt und langfristig die gesundheitspositiven Wirkungen eines regelmäßigen Fitnesstrainings in der Bevölkerung anerkannt werden (Kobel, Sörensen, Wolff, 2026).
Preisentwicklung unterstreicht Akzeptanz des Trainings
Der Branche gelingt es zunehmend, den Nutzen ihrer Angebote zu vermitteln und dadurch auch eine entsprechende Zahlungsbereitschaft hervorzurufen. Ein steigendes Preisniveau ist Beleg dafür. Über alle Anlagen hinweg steigt der durchschnittliche Monatsbeitrag von 46,95 Euro (brutto) im Vorjahr auf 48,55 Euro (brutto) im Betrachtungsjahr 2025. Sowohl im Einzel- als auch im Kettensegment steigen die Monatsbeiträge für eine zwölfmonatige Standardmitgliedschaft gegenüber dem Vorjahr. In den Einzelstudios liegt der Durchschnittsbeitrag bei 59,24 Euro (+1,39 EUR), bei den Kettenbetrieben bei 40,54 Euro (+2,10 EUR) (DSSV, 2026).
Abb. 2: Umsatzentwicklung (in Mrd. EUR, netto)
Rekordumsatz und steigende Beschäftigtenzahlen
Steigende Mitgliederzahlen, eine steigende Anzahl der Anlagen und Preisanpassungen führen zu einem neuen Umsatzhöchstwert der Branche: Im Betrachtungsjahr 2025 erwirtschaftet die Fitness- und Gesundheitsbranche einen Gesamtumsatz von 6,25 Milliarden Euro (netto). Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein Plus von 7,4 Prozent.
Gleichzeitig steigt auch die Zahl der Beschäftigten: Im Betrachtungsjahr 2025 waren insgesamt 167.100 Mitarbeitende in der Fitness- und Gesundheitsbranche beschäftigt (Vorjahr: 157.700).
Heterogenität in der Positionierung
Das Ziel, Menschen in Bewegung zu bringen und sie zu regelmäßigem Training zu motivieren, verfolgen alle Betreiberinnen und Betreiber von Fitness- und Gesundheitsanlagen gemeinsam. Die inhaltliche und strategische Positionierung der einzelnen Betriebe wird dabei jedoch immer vielfältiger (DSSV, 2026). Der Begriff „Fitness“ beinhaltet sowohl gesundheitsorientierte Konzepte als auch leistungsorientierte Trainingsangebote, Formate mit starker Lifestyleorientierung sowie auch weitgehend automatisierte Trainingsräume, sogenannte SmartGyms (DSSV, 2026).
Diese Entwicklung macht strukturelle Veränderungen im Markt sichtbar. Neue Angebotsformate bedienen spezifische Zielsetzungen und setzen vielfältige Schwerpunkte in ihrer Positionierung. Gleichzeitig verdeutlicht diese Entwicklung das breite inhaltliche Spektrum der Branche.
Die vielfältige Nachfrage der Mitglieder sowie der potenziellen Mitglieder entsprechend ihrer individuellen Ziele –Gesundheit, Leistungsfähigkeit, ästhetische Motive oder persönliches Wohlbefinden –, findet innerhalb des Marktes entsprechende Angebote. Diese Heterogenität der Positionierungen ist damit als Indikator einer strukturell zunehmend ausdifferenzierten Branche zu verstehen, die unterschiedliche Bedürfnisse adressiert und breiten Bevölkerungsschichten einen Zugang zum Training eröffnet (DSSV, 2026).
Qualifikation ist ein Faktor
Die Qualifizierung der Mitarbeitenden wird in diesem Marktumfeld zu einem entscheidenden Faktor. Eine aktuelle Studie des DSSV und der DHfPG (Marx & Kobel, 2025) zeigt, dass mehr als die Hälfte der Menschen, die nicht Mitglied in einer Fitness- und Gesundheitsanlage sind, negative oder ambivalente Assoziationen zu Fitnesstraining haben. Ein häufig angegebener Grund für diese Einschätzung ist mangelndes Vertrauen in die fachliche Kompetenz der Branche. Ein Vertrauen, das sowohl in der öffentlichen als auch internen Wahrnehmung der Fitness- und Gesundheitsbranche maßgeblich an die Qualifikation des Personals geknüpft ist. Das Bild der Branche ist bei einem großen Teil der Menschen jedoch durch stereotype Vorstellungen geprägt (DSSV, 2026).

„Der demografische Wandel führt zusätzlich zu steigender Nachfrage nach Gesundheitsdienstleistungen.“
Prof. Dr. Michael Hüther, Direktor und Mitglied des Präsidiums, Institut der deutschen Wirtschaft
Dementsprechend muss die Branche zuerst auf einer übergeordneten Ebene den Zugang zur Bevölkerung schaffen, damit diese die gesundheitspositiven Aspekte des Trainings besser wahrnimmt, wenn sie eine nachhaltige Marktdurchdringung auf höherem Niveau erreichen möchte (DSSV, 2026). Erst danach sollten Faktoren der Studiowahl, wie z. B. Erreichbarkeit, Ausstattung oder Kursangebote, in den Vordergrund treten. Dieser Zugang entsteht durch nachweisbare Struktur- und Betreuungsqualität sowie hohe Qualifikationsstandards des Personals (DSSV, 2026).
In der aktuellen Eckdatenstudie bleibt „Gesundheit“ relativ betrachtet die häufigste Form der Marktpositionierung (39,3 Prozent der Anlagen). Parallel dazu gewinnen andere Profile an Bedeutung: 33,5 Prozent der Anlagen positionieren sich primär im Bereich „Training“, 21,9 Prozent im Bereich „Lifestyle“ (DSSV, 2026).
Weiterbildungsquote verzeichnet starkes Plus Im Betrachtungsjahr 2025 steigt die Weiterbildungsquote von 89,8 Prozent in 2024 auf 95,3 Prozent. Diese Entwicklung stärkt sowohl die interne Dienstleistungsqualität als auch die externe Wahrnehmung der Branche.
Der Fokus der Anlagen richtet sich verstärkt auf das Kerngeschäft: 72,1 Prozent der Anlagen bilden ihre Mit-
arbeitenden im gerätegestützten Krafttraining weiter, 55,2 Prozent im gerätegestützten Herz-KreislaufTraining. Im Vorjahresvergleich gewinnen zudem die Fachgebiete BGM/BGF, Mentale Fitness sowie Sportund Bewegungstherapie an Bedeutung.
Geschäftsfelder Prävention und Rehabilitation Für Anlagen, die sich im Markt klar als Gesundheitsdienstleister positionieren, gewinnen neben präventiven zunehmend auch rehabilitative Angebote an Bedeutung. Sport- und Bewegungstherapeuten sind in der Lage, abrechnungsfähige Bewegungsangebote in der Primär-, Sekundär- und Tertiärprävention durchzuführen und besitzen die notwendigen Kompetenzen, um gesundheitsbezogenes Wissen zu vermitteln und die praktische Umsetzung gesundheitssportlicher Aktivitäten anzuleiten.
Aktuell investieren etwas mehr als 20 Prozent der Anlagen in entsprechende Weiterbildungen ihrer Mitarbeitenden. Die Integration entsprechender Qualifikationen stärkt die fachliche Glaubwürdigkeit als Gesundheitsdienstleister und eröffnet zugleich zusätzliche wirtschaftliche Entwicklungsperspektiven durch die Ansprache bisher nicht adressierter oder nicht erreichter Zielgruppen (DSSV, 2026).
Digitalisierung stärkt Service und Prozesse
Die Digitalisierung wird zunehmend als Instrument zur Optimierung betrieblicher Abläufe und zur Erweiterung des Serviceangebots genutzt. 72,3 Prozent der Kettenund 58,9 Prozent der Einzelanlagen bieten digitale Zusatzleistungen an; insbesondere im Einzelsegment ist ein deutlicher Zuwachs zu beobachten.
Schwerpunkte sind hier insbesondere die Unterstützung der Customer Journey und der Trainingssteuerung. Digitale Schnittstellen ermöglichen die systematische Erfassung und Analyse von Trainingsdaten und schaffen eine datenbasierte Grundlage für individuelle Trainingsplanung.
Hohe Investitionstätigkeit stärkt Angebots- und Qualitätsstruktur
Im Jahr 2025 investierten 91,9 Prozent der Betriebe und damit deutlich mehr als im Vorjahr (82,2 %). Das Investitionsvolumen der Branche steigt auf 798 Millionen Euro (Vorjahr: 762 Mio. EUR).
Der Schwerpunkt liegt weiterhin auf der Trainingsinfrastruktur: 57,5 Prozent der Anlagen investieren in Krafttrainingsgeräte (Vorjahr: 53,9 %), 45,2 Prozent in Geräte für das Herz-Kreislauf-Training (Vorjahr: 40,5 %). Auch Kleingeräte, etwa für Functional oder Personal Training, gewinnen an Bedeutung. Hier steigt der Anteil investierender Betriebe auf 40,2 Prozent.
Darüber hinaus investieren 11,8 Prozent der Anlagen in Angebote wie Yoga oder Pilates, 12,8 Prozent in Ernährungsberatung. 30,1 Prozent tätigen Investitionen in
Die vollständige Studie „Eckdaten der deutschen Fitnesswirtschaft 2026“ ist jetzt erhältlich!
Preis: 99,– EUR (zzgl. Versand)
50 Prozent Ermäßigung für Schüler und Studierende bei Vorlage einer gültigen Bescheinigung, dafür info@fitnessmanagement.de kontaktieren.
Für DSSV-Mitglieder, Fördermitglieder und Studierende der DHfPG ist die Studie kostenfrei erhältlich.
www.dssv.de

Diagnostikgeräte und stärken damit ihre Möglichkeiten zur differenzierten Trainings- und Gesundheitsanalyse.
Branche blickt mit hoher Investitionsbereitschaft auf 2026
Für die kommenden zwölf Monate überwiegt der Optimismus. Im Gesamtmarkt gehen 64,6 Prozent der Anlagen von einer positiven Entwicklung ihrer wirtschaftlichen Situation aus, 29,7 Prozent erwarten ein stabiles Niveau und 5,7 Prozent eine Verschlechterung. Besonders zuversichtlich zeigen sich Kettenbetriebe (70,4 %).
Die positive Erwartungshaltung spiegelt sich in der Investitionsplanung wider: 80,0 Prozent der Anlagen beabsichtigen, 2026 zu investieren. Das geplante Investitionsvolumen liegt mit 1.060 Millionen Euro (netto) erstmals über einer Milliarde Euro.
Fazit
Die „Eckdaten der deutschen Fitnesswirtschaft 2026“ dokumentieren eine Branche mit hoher gesellschaftlicher Reichweite und wachsender ökonomischer Bedeutung. Mit 12,36 Millionen Mitgliedern erreicht Fitnesstraining immer mehr Menschen in Deutschland. Die Branche erwirtschaftet 6,25 Milliarden Euro Umsatz und sichert über 167.000 Arbeitsplätze. Damit ist sie sowohl Bestandteil präventiver Gesundheitsstrukturen als auch ein signifikanter Wirtschaftsfaktor.
Steigende Beiträge, hohe Investitionsquoten und eine ausgeweitete Weiterbildungstätigkeit sind Belege für eine fortschreitende Professionalisierung des Marktes. Die zunehmende strukturelle Differenzierung erfordert klare Positionierungen und geschärfte Leistungsprofile und resultiert in einer wachsenden Marktreife. Die dargestellten Entwicklungen unterstreichen, dass die Fitnessund Gesundheitsbranche bei gesundheitspolitischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Fragestellungen zunehmend Berücksichtigung finden muss.
Literaturliste
Kobel, S., Sörensen, A., Wolff, J. (2026). Was prägt den Fitnessmarkt 2026?. fitness MANAGEMENT international, 2 (184), 26–30.
DSSV e. V. – Arbeitgeberverband deutscher Fitness- und Gesundheits-Anlagen (Hrsg.). (2026). Eckdaten der deutschen Fitnesswirtschaft 2026. Hamburg: Hrsg.

Branchentreff für Fitness und Gesundheit
Am 9. und 10. Oktober 2026 wird Mannheim erneut zum Treffpunkt der Fitness- und Gesundheitsbranche: Der Aufstiegskongress verbindet aktuelle Erkenntnisse, starke Praxisimpulse und wertvolles Networking in inspirierender Atmosphäre. Unter dem Motto „IDENTITY: HUMAN. SMART. STRONG. – Insights to Impact“ zeigt das Event, wie aus klarer Positionierung, fundiertem Wissen und professioneller Qualität konkrete Wirkung entsteht.
Der Aufstiegskongress 2026 von DHfPG und BSA-Akademie lädt Fach- und Führungskräfte, Unternehmerinnen und Unternehmer, Mitarbeitende und Studierende sowie alle aktiven Gesundheitsgestalter nach Mannheim ein. Im m:con Congress Center Rosengarten erwartet die Teilnehmenden an zwei Tagen ein hochwertiges Programm mit aktuellen Themen, praxisnahen Vorträgen und viel Raum für Austausch. Seit Jahren ist der Kongress ein fester Termin für alle, die die Zukunft der Fitness- und Gesundheitsbranche aktiv mitgestalten wollen. Neben fachlichem Input gehören Networking, direkte Gespräche mit Referierenden sowie die Partner-Ausstellung zum bewährten Rahmen. Anlässlich der 20. Ausgabe startet der Freitagabend mit einem gemeinsamen Buffet, gefolgt von der großen Jubiläumsparty mit DJ.
Identität als Erfolgsfaktor
Das diesjährige Motto „IDENTITY: HUMAN. SMART. STRONG. – Insights to Impact“ bringt auf den Punkt, worauf es in einem dynamischen Markt ankommt: eine klare Identität. Denn wo Angebote und Technologien vergleichbar sind, ist entscheidend, wofür ein Unternehmen steht und wie es Vertrauen schafft. HUMAN stellt den Menschen in den Mittelpunkt, SMART steht für den fundierten Einsatz von Wissen und Technologie, STRONG für professionelle Leistung und messbare Wirkung.
„Insights to Impact“ unterstreicht den Anspruch, Erkenntnisse in konkrete Praxis zu überführen und damit echten Mehrwert im Berufsalltag zu schaffen.
Starke Impulse auf der Bühne Auch 2026 erwartet die Teilnehmenden hochkarätige Keynote Speaker: Boris Grundl, Experte für Leadership, zeigt, wie Führung und Verantwortung wirksam gelebt werden können. Niko Kappel, Paralympicssieger und Weltmeister im Kugelstoßen, inspiriert mit seiner Perspektive auf mentale Stärke und die Überwindung scheinbarer Grenzen. David Baumgartner gibt Einblicke, wie er aus einer Idee die Marke „dean&david“ entwickelte und erfolgreich etablierte. Zudem werden aktuelle Forschungsergebnisse vorgestellt, unter anderem zum Konsumentenverhalten und zur „Generation Ü“, die wertvolle Impulse für die Praxis liefern. Ergänzt wird das Programm durch Topvorträge u. a. aus den Bereichen Management, Training, Ernährung, BGM und Mentale Fitness/Coaching. Weitere Infos zum Programm folgen zeitnah unter www.aufstiegskongress.de
Jetzt Ticket sichern!
Dabei sein lohnt sich: Das Early-BirdTicket ist aktuell für 49 Euro erhältlich!



Technogym Reform wurde zusammen mit internationalen Top-Trainern entwickelt und revolutioniert die Welt des Pilates durch die Einführung von Design und Qualität. Eine Komplettlösung für Personal Training und Kurse mit schnellen und intuitiven Einstellungen und Video-on-Demand-Workouts.
Mehr entdecken
Rufen Sie uns an unter +49 800 0556633 (DE) oder besuchen Sie uns auf technogym.com

Text: Anika Dornberg
Zeitdruck und Multitasking fördern automatisiertes Essverhalten mit Folgen für Therapieerfolg und Gesundheit. Mindful Eating bietet einen niedrigschwelligen Ansatz, um Patienten in der Praxis von Gesundheitseinrichtungen zu mehr Selbstwahrnehmung, besserer Verhaltenssteuerung und nachhaltiger Veränderung zu befähigen.
Der Alltag vieler Menschen ist durch permanente Erreichbarkeit, Zeitdruck oder auch durch Multitasking geprägt. Essen geschieht häufig nebenbei – sowohl körperlich als auch mental. Während die Gedanken bereits beim nächsten Meeting sind, wird die Kaffeemaschine bedient oder das Frühstück während der Autofahrt oder beim Checken von E-Mails gegessen. Solche Routinen laufen oft automatisiert ab und erfordern kaum noch Aufmerksamkeit. Darüber hinaus gibt es zahlreiche Außenreize, die zum Essen animieren, unabhängig von Hunger und Sättigung: leicht erreichbare Süßigkeiten, der mitgebrachte Kuchen eines Kollegen, die duftenden Teilchen der Bäckerei um die Ecke oder die Darstellung von Lebensmitteln in der Werbung (Kirk-Mechtel, Jähnig, Larisch & Zovko, 2025b). Mindful Eating, also achtsames Essen, steht diesem unbewussten Ernährungsverhalten als Gegenentwurf gegenüber.
Achtsames Essen – mehr als langsames Kauen Achtsamkeit wird als bewusste, nicht wertende Aufmerksamkeit für den gegenwärtigen Moment beschrieben, also ein bewusstes Wahrnehmen des Hier und Jetzt (Bundeszentrum für Ernährung [BZfE], 2023). Durch Achtsamkeit entsteht eine direkte und unmittelbare Teilhabe an den Erfahrungen des Augenblicks (Balaban, 2023). Ursprünglich in der buddhistischen Lehre verankert, wird sie heute in verschiedenen Bereichen, so auch in der Gesundheitsförderung und Ernährungsberatung, eingesetzt (Kirk-Mechtel et al., 2025b). Mindful Eating ist dabei mehr als ein Ernährungskonzept: Es adressiert zentrale Einflussfaktoren vieler Therapieverläufe, wie Stress, Gewohnheiten, Selbstregulation und Körperwahrnehmung, und bietet damit direkte Anknüpfungspunkte für physiotherapeutische, rehabilitative und präventive Maßnahmen.
Achtsames Essen umfasst verschiedene Ansätze, die jedoch gemeinsam haben, die Aufmerksamkeit bewusst auf die Mahlzeit zu lenken, mit allen Sinnen präsent zu sein und Hunger- sowie Sättigungssignale differenziert wahrzunehmen. Diese Fähigkeiten können gezielt in der Ernährungsberatung oder im Ernährungscoaching vermittelt werden und so einen wichtigen Beitrag zur Unterstützung von Therapieprozessen in Gesundheitseinrichtungen leisten. Die Förderung von Selbstwahrnehmung und Eigenverantwortung kann dabei die langfristige Wirksamkeit therapeutischer Maßnahmen entscheidend unterstützen.
In der Praxis lässt sich achtsames Essen durch einfache Übungen direkt in die Beratung integrieren: So kann die Fokussierung auf die Speise trainiert werden, etwa durch das bewusste Wahrnehmen von Farben, Geruch und Geschmack, das Identifizieren von Gewürzen, das Spüren der Textur oder durch gründliches Kauen. Ziel ist es, die Mahlzeit nicht automatisiert, sondern bewusst im gegenwärtigen Moment zu erleben. Dies kann auch gut in einem Genusstraining, z. B. als Verkostung innerhalb eines Ernährungscoachings sowohl in Einzel- als auch Gruppenberatung integriert werden. Ein Stück Schokolade oder eine Rosine bewusst zu verkosten kann die Sinne sensibilisieren und einen neuen und wohltuenden Zugang zu achtsamem Essen eröffnen (Kirk-Mechtel et al., 2025). Zur Förderung der Wahrnehmung von Hunger- und Sättigungssignalen kann es hilfreich sein, zwischen den Bissen das Besteck abzulegen. Dies verlangsamt das Esstempo und erleichtert die Körperwahrnehmung (BZfE, 2023).
In der physiotherapeutischen oder rehabilitativen Beratung können mit dem Patienten kurze Atemübungen vor den Mahlzeiten trainiert werden, die mit einer ruhigen und medienfreien Essumgebung unterstützend im Therapieprozess wirken können. Die bewusste Sinneswahrnehmung fördert zudem die Genussfähigkeit, da Genuss eng mit ungeteilter Aufmerksamkeit verknüpft ist (BZfE, 2023).
Diese leicht umsetzbaren Strategien bieten Therapeutinnen und Therapeuten die Möglichkeit, das Ernährungsverhalten ihrer Patientinnen und Patienten nachhaltig zu beeinflussen und gesundheitsförderliche Routinen alltagsnah zu verankern.
Selbstbeobachtung als Schlüssel zu achtsamem Essen
Ein zentraler Bestandteil von Mindful Eating ist die bewusste Selbstbeobachtung des Essverhaltens. Für Ernährungsberatende besteht die Aufgabe darin, Patientinnen und Patienten gezielt dabei zu unterstützen,
Gewohnheiten, Prägungen sowie situative Einflüsse wahrzunehmen und zu reflektieren (BZfE, 2023). Eine hilfreiche Unterstützung kann dabei der Einsatz eines Achtsamkeitstagebuchs sein, das analog zu dem klassischen Ernährungsprotokoll geführt werden kann (vgl. Abb. 1). Ernährungsberaterinnen und -berater können ihre Patienten dazu anleiten, kurze Notizen zu Esssituationen, Gedanken, Gefühlen und körperlichen Empfindungen festzuhalten. So fördern sie eine intensivere Auseinandersetzung mit dem eigenen Essverhalten. Für Beratende bieten diese Aufzeichnungen eine Grundlage, um wiederkehrende Muster zu erkennen und gemeinsam Ansatzpunkte für Veränderungen zu entwickeln (Kirk-Mechtel et al., 2025b).
Diese Selbstbeobachtungen können in der Ernährungsberatung helfen, zu unterscheiden, ob aus körperlichem Hunger oder eher aus Appetit, Gewohnheit oder situativen Einflüssen gegessen wird. Hunger beschreibt das physiologische Bedürfnis nach Energie und Nährstoffen und kann sich beispielsweise durch Magenknurren, kalte Hände oder nachlassende Konzentration äußern. Tatsächlich wird jedoch häufig aus anderen Gründen gegessen. Essverhalten entsteht aus einem komplexen Zusammenspiel körperlicher Signale, emotionaler Zustände, sozialer Situationen und erlernter Routinen (BZfE, 2023). Durch die angeleitete achtsame Beobachtung können die Patientinnen und Patienten zunehmend wahrnehmen, wie sich Hunger und Sättigung im eigenen Körper anfühlen und welche Rolle äußere Umstände spielen. So kann deutlich werden, ob gegessen wird, weil tatsächlich Hunger besteht oder weil eine angenehme soziale Situation dazu einlädt. Auch früh erlernte Muster können sichtbar werden – etwa der Anspruch, den Teller immer aufzuessen, oder die Anpassung an soziale Erwartungen, wie sich nebenbei zu unterhalten. Im Kontext der Ernährungsberatung ist dabei entscheidend, eine wohlwollende Haltung gegenüber den eigenen Beobachtungen der Patienten zu fördern. Es geht nicht um Bewertung, sondern um ein verständnisvolles Wahrnehmen des eigenen Verhaltens (Kirk-Mechtel et al., 2025b).
In diesem Zusammenhang sollten Ernährungsberater auch emotionales Essen in den Blick nehmen. Darunter wird eine Nahrungsaufnahme verstanden, die nicht durch körperliche Hungersignale ausgelöst wird, sondern durch Emotionen (Fiechtl, 2024). Essen kann beispielsweise Trost spenden, als Belohnung dienen oder von Sorgen, Langeweile oder Einsamkeit ablenken. In der Ernährungsberatung können Patientinnen und Patienten dabei unterstützt werden, solche Situationen achtsam zu reflektieren, um zu erkennen, welches Bedürfnis tatsächlich hinter dem Essimpuls steht und welche alternativen Wege es gibt, diesem zu begegnen (Kirk-Mechtel et al., 2025b).
Es handelt sich um ein sensibles Themenfeld, das ein achtsames Vorgehen seitens des Beraters erfordert.
Veränderungen im Essverhalten benötigen Zeit und Geduld. Für Ernährungsberatende ist es daher wichtig, diese Perspektive in der Beratung zu vermitteln und realistische Erwartungen zu fördern. Gewohnheiten entstehen über viele Jahre hinweg und sind in Erfahrungen und Emotionen eingebettet – seit der frühesten Kindheit. Achtsamkeit zu erlernen lässt sich daher mit einem Training vergleichen: Wie beim Muskelaufbau braucht es regelmäßige Übung, Aufmerksamkeit und Ausdauer. Eine kontinuierliche Begleitung durch eine Ernährungsfachkraft kann diesen Prozess unterstützen und dabei helfen, neue Verhaltensweisen langfristig zu etablieren (Kirk-Mechtel et al., 2025a).
Wie sehen die Studienergebnisse aus?
Mehrere Studien zeigen, dass Mindful Eating positive Effekte auf Essverhalten und Gewichtskontrolle haben kann, besonders im therapeutischen Kontext. Eine Studie von Muñoz-Mireles, Mantzios, Schellinger, Messiah und Marroquín (2023) untersuchte achtsames Essen bei Menschen mit Diabetes und zeigt, dass Mindful Eating die Wahrnehmung von Hunger- und Sättigungssignalen verbessern und automatisiertes Essverhalten reduzieren kann. Dadurch kann es die Gewichtsregulation unterstützen und möglicherweise auch zu einer besseren Blutzuckerkontrolle beitragen. Die Autoren bewerten Mindful Eating daher als vielversprechenden ergänzenden Ansatz in der Diabetesprävention und -therapie, betonen jedoch den Bedarf weiterer Forschung. Weitere Untersuchungen deuten darauf hin, dass bereits kurze Achtsamkeitsübungen vor oder während des Essens helfen können, ungesunde Essentscheidungen zu reduzieren und maladaptive Essmuster zu verändern (Hussain, Egan, Keyte & Mantzios, 2021; Peitz & Warschburger, 2023). Insgesamt spricht die derzeitige Studienlage dafür, dass Mindful Eating ein vielversprechender, niedrigschwelliger Ansatz zur Unterstützung eines gesundheitsförderlichen Essverhaltens sein kann.
Handlungsempfehlungen für die Ernährungsberatung
Moderne Ernährungsberatung umfasst weit mehr als Wissensvermittlung und Aufklärung. Sie beinhaltet Kompetenzaufbau, Förderung der intrinsischen Motivation zur Verhaltensänderung, Stärkung der Selbstwirksamkeit, eine empathische Begleitung sowie praxistaugliche Strategien für den Alltag (Wilkens et al., 2025).
Vor diesem Hintergrund kann die qualifizierte Ernährungsfachkraft ihr methodisches Repertoire erweitern und Programme entwickeln, die achtsames Essen praxisnah vermitteln. Dazu gehören beispielsweise Wahrnehmungsübungen, achtsamer Genuss, Selbstbeobachtung sowie das bewusste Wahrnehmen und Beschreiben von Körperempfindungen. Auch Themen wie emotionales Essen oder die Bedeutung der Essumgebung können dabei aufgegriffen werden (Macht & Vo-
gel 2022). Für ein gesundes Essverhalten ist es zudem zentral, dass Menschen einen positiven und genussvollen Zugang zu Ernährung und Essen entwickeln. In der Praxis zeigt sich jedoch häufig das Gegenteil: Viele Personen erleben Ernährung eher als belastend oder mit Druck verbunden (Fiechtl, 2024). Neben der bedarfsgerechten Aufnahme von Energie und Nährstoffen spielt daher auch die individuelle Esskultur im soziokulturellen Kontext, z. B. im Arbeitsalltag, eine wichtige Rolle (KirkMechtel et al., 2025a). Ziel kann es sein, im Rahmen der Ernährungsberatung die Esskultur im Alltag bewusster zu gestalten und praktische Hilfestellungen zu geben, beispielsweise durch vorausschauende Mahlzeitenplanung wie Meal Prepping.
Die Ökotrophologin hat mehrjährige Berufserfahrung u. a. am Institut für Humanernährung und Lebensmittelkunde (im Rahmen der Kieler Adipositas-Präventionsstudie, KOPS) gesammelt. Sie ist Dozentin, Autorin und Tutorin an der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement (DHfPG) und der BSA-Akademie. Fazit
Mindful Eating muss weder kompliziert noch zeitaufwendig sein. Ernährungsberater können vermitteln, dass schon kleine Momente bewusster Aufmerksamkeit helfen können, automatisierte Essgewohnheiten zu unterbrechen. Entscheidend ist Präsenz statt Perfektion. So können Ernährungsberaterinnen und -berater dazu anregen, Mahlzeiten im Alltag als kurze Phasen der Regeneration zu nutzen. Für die Ernährungsberatung bietet Mindful Eating damit einen praxisnahen und interdisziplinären Ansatz zur Förderung von Selbstwahrnehmung, Stressregulation und nachhaltigen Verhaltensänderungen.

Anika Dornberg
Auszug aus der Literaturliste Bundeszentrum für Ernährung. (2023). Essen & Trinken. bewusst & achtsam. Verfügbar unter https://www.ble-medienservice.de/0531-1-dl-essen-trinkenbewusst-achtsam.html
Kirk-Mechtel, M., Jähnig, B., Larisch, V. & Zovko, E. (2025b): Mindful eatingachtsam essen. In: A. Flothow, S. Lichtenstein und A. Feller (Hrsg.), Betriebliche Gesundheitsförderung für Ernährungsfachkräfte. Gesund genießen am Arbeitsplatz (S. 177-186). Berlin: Springer.. Peitz, D. & Warschburger, P. (2023). What Are You Hungry for? The 9 Hunger Mindful Eating Online Randomized Controlled Trial. Mindfulness, 14 (12), 2868–2879.
Für eine vollständige Literaturliste kontaktieren Sie bitte: literatur@fitnessmanagement.de
BSA-Akademie
Prävention, Fitness, Gesundheit
School for Health Management
BEWEGUNGSEXPERTE PRÄVENTION
Deine Vorteile:
• ZPP-anerkannte Anbieterqualifikation als Kursleitung nach § 20 SGB V (Präventionsprinzip 1+2)
• 4 ZPP-zertifizierte Präventionsprogramme inklusive
• 8 Trainerlizenzen der BSA-Akademie inkludiert (Anerkennung von bereits absolvierten Trainerlizenzen möglich)
• Zusatzeinnahmen durch Krankenkassenerstattung

Jetzt individuellen Qualifikationscheck buchen und anrechenbare BSA-Lehrgänge prüfen lassen:
