Qualität durch Qualifikation
Wie stark Know-how, Karriere und Unternehmenserfolg zusammenhängen
Energieeffizienter Studiobetrieb
Maßnahmen, Checklisten, Kommunikation: DSSV startet Kampagne für die Branche
Aufstiegskongress 2022 am 7. und 8. Oktober in Mannheim –Keynote-Speaker steht fest
www.fitnessmanagement.de
5/2022 Okt./Nov. Nr. 163
EUR 9/12 (D/INT) C 31071
WERDE DEIN:E EIGENE:R CHEF:IN MIT
UNSEREM EMS ERFOLGSKONZEPT
Nach dem Studium erfolgreich in die Selbstständigkeit
WEITERE INFOS
AUF S. 74
Sei frei, sei unabhängig, sei Dein:e eigene:r
#GLÜCKSFORMER:IN
Du möchtest Dir endlich den Traum von der Selbstständigkeit erfüllen und Dein eigenes Unternehmen gründen, aber leider fehlt bislang das nötige Startkapital? Dann werde Teil der Körperformen-Familie und sei zukünftig Dein:e eigene:r Chef:in! Wir unterstützen Dich in allen Belangen – sowohl finanziell als auch mit dem nötigen Know-how. Bei uns stehst Du als Partner:in und Deine Entwicklung im Fokus, denn Dein Erfolg ist auch unser Erfolg!
Deine Vorteile mit Körperformen als Partner an Deiner Seite
ü 0€ Eigenkapital notwendig
ü Geringe Investitionskosten
ü Umfangreiches Gründungskonzept & Vorbereitung auf die Existenzgründung
ü Laufende Betreuung & schneller Know-how-Transfer Mehr über KF:
VERE IN BA RE J E TZT DE IN BE RATUN GS GE SP RÄCH! ( 02241 932 33 50 | www.körperformen.com/lizenzpartner-werden
____
Starke Community, starke Branche
Der Begriff „Community“ beschreibt eine Gruppe von Menschen, die ein gemeinsames Ziel verfolgen, gemeinsame Interessen pflegen und sich gemeinsamen Wertvorstellungen verpflichtet fühlen. Die Fitness- und Gesundheitsbranche ist als Community in den letzten Jahrzehnten ständig gewachsen und hat sich von der Randerscheinung zur Massenbewegung entwickelt. In den vergangenen zweieinhalb Jahren der unverschuldeten Krise ist die Community zwar kleiner geworden, aber dennoch gewinnt die Branche weiter an Bedeutung und Akzeptanz.
Als offizielles Organ des Verbandes arbeiten wir sehr eng mit dem DSSV zusammen. Dabei erleben wir täglich, wie sowohl unsere mediale Tätigkeit als auch die Verbandsarbeit auf immer größere Resonanz in der Politik und der Gesellschaft stoßen. In der Hamburger Geschäftsstelle beschäftigen wir mittlerweile über 30 Mitarbeiter, die sich jeden Tag hochmotiviert für die Belange der Fitness- und Gesundheitsbranche einsetzen. All dies wäre ohne unsere Community von 20.000 Lesern und 3.000 DSSV-Mitgliedern nicht möglich. Und damit meine ich Sie, liebe Unternehmer, liebe Fachkräfte und liebe Studierende. Sie sind es, denen wir diese positive Entwicklung zu verdanken haben.
Der Erfolg unserer Branche ist jedoch kein Glück oder ein „Geschenk der Götter“, sondern das Ergebnis jahrelanger guter Arbeit und werteorientierter innerer Einstellung. Die Community lebt von der Handlung aller Beteiligten – Sie erinnern sich: „ein gemeinsames Ziel verfolgen“. Daher lade ich Sie herzlich ein, im Rahmen Ihrer Möglichkeiten selbst als aktiver Teil unserer Community zu agieren. Aber wie?
Hierfür hat unsere Redaktion in dieser Ausgabe wieder spannende Best-Practice-Beispiele für Sie zusammengetragen. So haben wir uns die DSSV-Initiative „Politische Arbeit vor Ort“ angeschaut: Studiobetreiber Ferdinand Linzenich erzählt in seinem Erfahrungsbericht ab Seite 58, wie er die Initiative in Nordrhein-Westfalen umgesetzt hat, welchen Hürden er begegnet ist und welche positiven Erlebnisse er gemacht hat. Wir möchten Ihnen an diesem Beispiel zeigen, dass jedes Fitnessstudio politisch aktiv werden und mit den richtigen Werkzeugen, wie beispielsweise dem DSSV-Konzeptleitfaden, auch Erfolge erzielen kann.
Doch Community fängt bereits im viel kleineren Kreis an – nämlich im Team. In unserer großen Interviewreihe zum Thema Mitarbeiterqualifikation haben wir verschiedene Branchenakteure dazu befragt, wie sie ihre Teams aufbauen, leiten und weiterbilden. Diese starke Community im Team selbst führt dazu, dass auch die Verbindung mit und zwischen den Kunden stärker wird. Mehr dazu lesen Sie ab Seite 24. Zudem erläutern wir in einem unserer Fachartikel die Bedeutung der Konsumverhaltensforschung, durch die Sie die Mitglieder-Community noch besser verstehen können (S. 50).
Übrigens steht am 7. und 8. Oktober wieder ein großes Community-Treffen bevor: der Aufstiegskongress 2022 – endlich wieder vor Ort in Mannheim (S. 35). Für mich ist diese Veranstaltung ein Höhepunkt des Jahres. Für unsere tägliche Arbeit gewinnen mein Team und ich hier immer wieder neue Erkenntnisse und Anregungen. Insbesondere die Begegnungen mit vielen inspirierenden Menschen sind für mich eine nachhaltige Bereicherung. Seien auch Sie live mit dabei und treffen Sie Freunde, Partner und Kollegen aus der Branche. Mein Team und ich freuen uns, Sie vor Ort begrüßen zu dürfen.
Werden Sie aktiver Teil einer wachsenden und starken Community. Dann ergibt sich automatisch auch der zweite Teil meiner Headline: eine starke Branche!
Janosch Marx Geschäftsführer fitness MANAGEMENT
EDITORIAL Foto: fitness MANAGEMENT
05/22 fitness MANAGEMENT international 3
OFFIZIELLER PARTNER 2022
For a strong andhealthy
13 – 16 APR 23 Exhibi
GLOBAL FITNESS tion Centre Cologne fibo.com andhealthy society.
35 24 Der Aufstiegskongress 2022 in Mannheim
Qualifikation: Know-how, Karriere, Unternehmenserfolg
INHALT 05/22
AKTUELLES
10 Aktuelles aus der Fitness- und Gesundheitsbranche
16 Studio des Monats: cityaktiv Erlangen
24 Know-how, Karriere, Unternehmenserfolg:
Qualität durch Qualifikation
32 Professionalisierung der Bewegungsförderung
35 Der Aufstiegskongress – 07.+ 08.10.2022 in Mannheim: Krisen besiegen, statt nur überwinden
39 TONiN® – Recharge yourself
40 „Fitmach-Aktion“ ist ein voller Erfolg!
44 Interdisziplinär: Qualifizierung von Fach- und Führungskräften
50 Die Bedeutung der Konsumverhaltensforschung
54 INKO feiert 40-jähriges Firmenjubiläum
DSSV
56 Kolumne Florian Kündgen: Energieeffizienter Betrieb
58 Ferdinand Linzenich im Dialog mit der Politik
60 Recht: Die Auswirkungen der EU-Richtlinie über
transparente und verlässliche Arbeitsbedingungen
62 Handlungsbedarf für EMS-Training
66 Aktuelle Themenfelder und neue Fördermitglieder
68 Kommentar Birgit Schwarze: Wieder durchstarten!
MANAGEMENT
70 Von der Hotelfachfrau zur Ernährungsberaterin: Bianca Dötsch
72 Eckdaten der Schweizer Fitness-Wirtschaft 2022
74 Körperformen: Erfolgreich selbstständig
76 LES MILLS: So kommen Mitglieder zurück ins Studio
78 ACISO: Der Traum von der Selbstständigkeit
80 Sportmühle Hilden mit EGYM Ökosystem auf Erfolgskurs
82 „ZertFit“ als Aushängeschild im Exclusiv Fit in Neugersdorf
84 AURUM Fitness „digitalisiert“ die Hantel
86 twentyfour gym in Ludwigsburg
88 FitnessConnected 2022: 28. bis 30.11. in München
INHALT
Jens Schulze Luke Kretzmann Jannis Traxel
Foto: ©
N. Ebert
FITNESS & GESUNDHEIT
92 Gamification in der Fitness- und Gesundheitsbranche
96 milon & five: Der Trainingseinstieg wird zum Aha-Erlebnis
98 seca: Muskelmasse so genau messen wie ein MRT
100 Evidenzbasierte Hypertrophie – „No pain, no gain?“
104 Panatta: Smith Machine Selectorized
106 IDIAG: Die Atemmuskulatur – eine vergessene Muskelgruppe
108 Concept2: Vernetztes Training mit dem Performance Monitor
110 Branchenkonzepte im Praxischeck:
Langhanteltraining und Gewichtheben
116 Ernährungstipps für ein belastbares Immunsystem
120 MetaCheck® Gen-Diät Lite
56 Energieeffizienter
Betrieb: Kampagne für die Fitnessbranche
www.fitnessmanagement.de
WISSENSCHAFT & PRAXIS
122 DHfPG/BSA Aktuell: Studium – Weiterbildung – Qualität
124 Kommentar Albert Busek: DER EINZIGE WEG – MITEINANDER!
126 Science News: Wissenschaft für die Studiopraxis
128 DHfPG-Science-Lab: HIIT bei Übergewicht und Adipositas
130 Partnerverband BfB: Ist Wachstum die einzige Alternative?
132 Buchtipp: Praxishandbuch
Betriebliches Gesundheitsmanagement
134 Kolumne Antonio e Silva: Der Vertragsabschluss allein ist nicht mehr so wichtig
Fachartikel der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement (DHfPG) und der BSA-Akademie
72
58
Ferdinand Linzenich im Dialog mit der Politik
Die erste repräsentative Studie zur Marktentwicklung in der Schweiz
Florian Kündgen
Ferdinand Linzenich
BS A-Akademie
Prävention, Fitness, Gesundheit
School for Health Management
NEUE LEHRGANGSPAKETE –
JETZT BUCHEN UND PREISVORTEIL SICHERN!
Jedes Lehrgangspaket umfasst zwei Lehrgänge, die sich optimal ergänzen und Ihre Mitarbeitenden auf das nächste Level bringen.
20 % ERSPARNIS im Vergleich zur Einzelbuchung
bsa-akademie.de/paketpreis
LES MILLS: Preisvorteil für DHfPG-Studierende
Qualifizierte und motivierte Mitarbeitende sind der zentrale Punkt in der Beziehung zu Mitgliedern. Um dies zu fördern und die Branche als arbeitgebende Instanz zu stärken, hat LES MILLS entschieden, allen Studierenden der DHfPG einen Preisnachlass von 80 Prozent auf alle LES MILLS Aus- und Fortbildungen zu geben. Hierdurch will der Groupfitness-Anbieter neue Gesichter als Instruktor:innen gewinnen und zusätzlich dem Fachkräftemangel in den Studios entgegenwirken.
www.bit.ly/lesmills-rabatt
Keynote Speaker bestätigt
Die Veranstalter des Aufstiegskongresses haben in diesem Jahr Samuel Koch als Keynote Speaker gewinnen können. Der durch die TV-Show „Wetten, dass..?“ bekannt gewordene Redner, Autor und Schauspieler widmet sich in seinem Vortrag der individuellen Bewältigung von Krisen und greift so das Kongressmotto „Better & stronger“ auf. Mehr zum Keynote sowie zu den weiteren Redebeiträgen erfahren Sie ab Seite 35.
www.aufstiegskongress.de
DSSV-Check: Bonusprogramme der Krankenkassen
Viele Krankenkassen bonifizieren seit Januar 2021 einzelne Maßnahmen durch sogenannte Bonusprogramme und belohnen einen aktiven Lebensstil der Versicherten. Die Krankenkassen loben als Prämien dafür Geldbeträge, Sachleistungen, Beitragserstattungen oder Gutschriften für Zusatzleistungen aus. Der DSSV e. V. hat in seiner Übersicht die Programme der größten deutschen Krankenkassen analysiert und alle wichtigen Inhalte zusammengefasst.
www.dssv.de/krankenkassen-bonusprogramme
Impulse und Erlebnisse: milon & five Stadiontour
Motivierende Vorträge, spannende Gerätedemonstrationen und Rundgänge durch die größten Fußballstadien der Republik: Besucher:innen der milon & five Stadiontour bekamen viel geboten. Unweit der „heiligen Rasen“ wurden in fünf deutschen Großstädten Einblicke ins Training der Zukunft gegeben. fitness MANAGEMENT und der DSSV e. V. waren beim Auftakt im Volksparkstadion in Hamburg live dabei und haben Impressionen und Stimmen gesammelt. www.bit.ly/milon-five-stadiontour
Vor-Ort-Präsenzphasen endlich wieder möglich
Studierende der DHfPG und Lehrgangsteilnehmende der BSAAkademie können die Präsenzphasen wieder vor Ort besuchen –sowohl an den Studiengangszentren der DACH-Region als auch an den Lehrgangszentren in Deutschland und Österreich. Somit können die Studierenden und Lehrgangsteilnehmenden wieder von den zahlreichen Vorteilen der Vor-Ort-Teilnahme profitieren, u. a. wird der Lernerfolg gefördert und ein konzentrierteres Arbeiten ermöglicht.
www.dhfpg-bsa.de
Foto: LES MILLS GERMANY GmbH
Foto: luismolinero – stock.adobe.com
Foto: © N. Ebert
Foto: fitness MANAGEMENT/David Köndgen
fitness MANAGEMENT international 05/22 10 AKTUELLES | ANZEIGE
Foto: DHfPG/BSA
Riegelkalender Aktion
ALLE JAHRE WIEDER DER GARANT FÜR STARKEN UMSATZ IM ADVENT!
Unsere Weihnachtsriegel
ALLES FÜR EINE ERFOLGREICHE VORWEIHNACHTSZEIT!
Auch dieses Jahr sind sie wieder da! Unsere leckeren Weihnachtsriegel. Mit unseren Riegelkalendern sorgen sie für Spannung bei ihren Kunden und für einen erfolgreichen Advent für Sie!
Jetzt gleich bei Ihrem INKO Außendienstmitarbeiter bestellen oder anrufen unter +49 (0) 91 71 80 33 00.
UNSERE
Unsere Produkte werden unter strengsten medizinischen Standards in Roth, Deutschland, produziert. AB 15.10.2022 NUR FÜR KURZE ZEIT! WWW.INKOSPOR.COM /INKOSPOR INKOSPOR_DEUTSCHLAND INKO Internationale Handelskontor GmbH | Am Espan 1-3 | D-91154 Roth INKO Diätkost- und Sportartikel Handelsgesellschaft mbH | A-2344 Maria Enzersdorf NEU 27% PROTEIN
Gerätehersteller TRX wechselt den Besitzer
TRX-Gründer Randy Hetrick kauft gemeinsam mit Finanzinvestor Jack Daly (JFXD Capital LLC) den angeschlagenen Gerätehersteller im Rahmen des Chapter-11-Verfahrens für 8,4 Millionen US-Dollar. Das Investorenduo will notwendige Umstrukturierungen vornehmen und dem Unternehmen zu alter Stärke verhelfen. Zukünftig wird Randy Hetrick als TRX-Vorsitzender fungieren, während Jack Daly als neuer CEO die Geschicke des Unternehmens leiten wird.
www.bit.ly/trx-uebernahme
An der DHfPG studieren ohne Abitur
Die DHfPG ermöglicht „beruflich besonders qualifizierten“ Personen ohne direkte Hochschulzugangsberechtigung ein Bachelor-Studium. Interessierte müssen dafür einen einschlägig anerkannten Ausbildungsberuf (mindestens zweijährige Berufsausbildung mit qualifiziertem Abschlussprüfungsergebnis) sowie eine zweijährige Tätigkeit in diesem oder einem verwandten Beruf nachweisen. Der Studienstart ist jederzeit möglich.
www.dhfpg.de/bachelor-interessierte
Peloton leidet unter Rückgang des Homefitnesstrends
Die Abnahme des Interesses an reinen Homefitnessangeboten bekommt Peloton Interactive massiv zu spüren. Der Aktienkurs sank nach seinem Höchststand von mehr als 140 Euro (Januar 2021) bereits und pendelt derzeit um 12 Euro. Nach der Ankündigung, Bikes und Laufbänder künftig in Taiwan produzieren zu lassen, entlässt Peloton nun 800 Mitarbeiter:innen. Auch Flagship-Stores sollen geschlossen werden und die Preise für die Geräte drastisch steigen. www.bit.ly/peloton-nachfragetief
EINZIGARTIGES GEWÖLBE IN BERLIN
mit ca. 3.500 qm Nutzfläche sucht einen Mieter/Pächter für ein Fitnesskonzept oder eine Fitness & Eventfactory
mit Sport, Indoor Playground, Soccergolf, Bistro u.v.m. Eröffnung in ca. 12 Monaten. Provisionsfrei.
Anfragen direkt an: klaus.brueggemann@berlin.de
Videoreihe „EGYM Experts“ gestartet
Studiovernetzung, Branchentrends und Mitgliederbindung: Über diese und weitere aktuelle Themen der Fitness- und Gesundheitsbranche haben sich Martin Seibold (CEO LifeFit Group) und EGYM CEO und Mitgründer Philipp Roesch-Schlanderer ausgetauscht. Das Gespräch ist Teil der neuen Reihe „EGYM Experts“. Die drei Videos (eins in deutscher Sprache und zwei weitere auf Englisch) sind auf YouTube abrufbar.
www.bit.ly/egym-experts
Natürliche CBD-Recovery-Produkte von feels.like
Das Kölner Start-up feels.like stellt CBD-Premiumprodukte speziell für Sportler:innen her und ist 2022 mit einem Sportgel, Mundspray und Wundbalsam auf den Markt gegangen. Bei der Entwicklung setzt das Start-up auf wissenschaftliche Evidenz für eine bestmögliche Wirkung. Durch den Verzicht auf Füllmittel (einzigartig am Markt) sind hochwirksame Produkte entstanden, die mit erlesenen Pflanzenextrakten und hochwertigem CBD die geballte Kraft der Natur in sich vereinen.
www.feelslike.organic
Foto: TRX
Foto: Peloton
Foto: OF Organic Future GmbH
Foto: DHfPG/BSA
Foto: EGYM GmbH
fitness MANAGEMENT international 05/22 12 AKTUELLES | ANZEIGE
Smart Strength statt Steckgewichte
Der neue Open Modus für EGYM Smart Strength begeistert Einsteiger, Fortgeschrittene und Experten. Ersetze Steckgewichte nahtlos und erschließe neue Umsatzpotenziale für dein Studio.
EGYM GmbH I Einsteinstraße 172 I 81677 München | egym.com | sales@egym.com Scanne den QR Code und erfahre wie.
ist perfekt, aber jeder einmalig“
„Gesundheit ist nicht alles, aber ohne Gesundheit ist alles nichts!“ Was Arthur Schopenhauer schon im 19. Jahrhundert wusste, gilt heute als Leitgedanke der Fitness- und Gesundheitsanlage cityaktiv Erlangen. Regina Ruf und ihr Sohn Felix leiten das Studio für gesundheitsorientierte Fitness gemeinsam. Ihr Anspruch: mit modernstem Equipment, familiärer Atmosphäre und individueller, professioneller Betreuung immer wieder „Magic Moments“ zu schaffen, in denen jedes Mitglied die ganz persönlichen Ziele erreicht.
Im Westen der mittelfränkischen Großstadt Erlangen liegt das cityaktiv. 2015 baute der Premiumanbieter gegenüber dem alten Studio auf 3.000 Quadratmetern neu und setzt seitdem Maßstäbe für gesundheitsorientierte Fitness. Gerade wurden Regina Ruf und ihr Ehemann Harald (Geschäftsführer am Standort Schwabach) von MEET THE TOP für ihr Engagement als „TOP Fitness- und Gesundheitsanbieter 2022“ ausgezeichnet. Das Konzept aus modernsten Geräten, umfangreichem Kursangebot und Wellness kommt an.
Menschlich gesehen
Im cityaktiv Erlangen zählt jedes einzelne Mitglied – mit den eigenen Stärken und Schwächen. „Die persönliche Betreuung ist für uns wichtiger als die stereotype Verfolgung eines Jugendlichkeitswahns. Vielleicht hat uns das so erfolgreich gemacht“, sagt Regina Ruf. „Bei uns trainieren Leute, denen ein Marathon noch zu kurz ist, und andere, die froh sind, nach einem Unfall wieder einige Schritte gehen zu können. Niemand ist perfekt, aber dafür ist jeder einmalig – mit einer eigenen Geschichte und einem eigenen Ziel.“
Neben dem hochqualifizierten Trainer:innenteam kümmern sich eine Physiotherapeutin und ein Osteopath um die Mitglieder. Ihre Trainingsempfehlungen fließen nach einer gründlichen Diagnose in die individuellen Trainingspläne ein, die via e-Member erstellt werden und per App einsehbar sind. Während des Trainings finden regelmäßig Rechecks und Trainingsplananpassungen statt. Wenn es Zeit für den nächsten Termin wird, bekommt das Mitglied automatisch einen
cityaktiv Erlangen
„Niemand
fitness MANAGEMENT international 05/22 16 AKTUELLES | STUDIO DES MONATS
Fotos: cityaktiv Erlangen
Reminder. Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) und Rehasport gehören ebenfalls zum Portfolio. Für die Diabetespatient:innen einer kooperierenden Arztpraxis bietet das Studio eine spezielle Trainingsgruppe an.
Die Mitglieder schätzen am cityaktiv Erlangen, dass hier kein Druck herrscht und die Trainer:innen extrem freundlich sind. Damit diese sich den Mitgliedern intensiv widmen können, ist das Tagesgeschäft (Gesundheitsangebot, Kursplan, Check-in, Abrechnung, Verwaltung etc.) komplett digitalisiert. Fitnesstraining wird als eine sanfte, aber anspruchsvolle Methode gesehen, um Kraft und Energie zu entwickeln und ein körperliches und seelisches Gleichgewicht zu erreichen. Niemand soll sich quälen. Im Gegenteil: „Wir setzen auf Wellness, auf ausgewogenes, schonendes, korrekt ausgeführtes Training und nicht auf dramatische Posen. So betrachten wir Sport, Fitnesstraining und Kurse als eine Bereicherung fürs Leben. Das ist die Power, die zählt“, erklärt Studioleiter Felix Ruf. „Damit das klappt, geht jeder Trainer bei uns auch gern mal die berühmte Extrameile.“
Zwei Generationen unter einem Dach
Mutter Regina Ruf ist im cityaktiv Erlangen Geschäftsführerin, ihr Mann Harald Ruf führt das cityaktiv im 40 Kilometer entfernten Schwabach. Der gemeinsame Sohn Felix Ruf fungiert als Leiter beider Studios und ist für den laufenden Betrieb zuständig, während die Eltern sich gemeinsam um Personal, Marketing, Haustechnik und Investitionen kümmern. In monatlichen Meetings stimmt sich die Familie über das Vorgehen ab.
Dabei war anfangs noch gar nicht klar, ob der Sohn ins Familienunternehmen einsteigen würde. „Ich habe vonseiten meiner Eltern nie Druck verspürt“, erzählt Felix Ruf. „Bei Praktika während der Schulzeit merkte ich allerdings schnell, dass ich überhaupt kein Typ für einen Bürojob bin. Stattdessen hat mir das Jobben an der Theke im Studio immer großen Spaß gemacht. Ich liebe es, mit Menschen zu arbeiten und brauche die Kommunikation.“ Folgerichtig wählte er den dualen Studiengang Fitnessökonomie an der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement (DHfPG) und absolvierte
05/22 fitness MANAGEMENT international 17
den betrieblichen Teil des Studiums bei PRIME TIME fitness in Frankfurt, bevor er 2016 als Mitarbeiter im cityaktiv Erlangen anfing. Dort stieg er vor vier Jahren zum Studioleiter auf.
Eine Win-win-Situation für alle Beteiligten: „Ich freue mich sehr, dass mein Sohn hier mitarbeitet. Er bringt ganz neue Ideen ein und hat eine andere Sichtweise als meine Generation“, so Regina Ruf. „Ich empfinde das als sehr bereichernd. Wir können uns blind aufeinander verlassen und wollen beide das Beste für das Unternehmen, das ist einfach perfekt.“ Denn als Mittzwanziger hat Felix Ruf auch die Bedürfnisse der jungen Mitglieder im Blick und erweitert für diese Zielgruppe, die auch Performance machen will, das Portfolio stetig um leistungsorientierte Angebote.
Digital kann nur ergänzen
Felix Ruf ist sehr offen für digitale Entwicklungen und testet gern aus, welche davon für das cityaktiv Sinn ergeben. „Digitale Angebote werden bleiben, aber das Training vor Ort nicht ersetzen, sondern nur ergänzen“, ist der Studioleiter überzeugt. „Es gibt kaum Menschen, die ihr Training über einen längeren Zeitraum nur vor einem Bildschirm abhalten wollen.“ Doch als Zusatzangebot dreht das Studio weiterhin Videos für seine Mitglieder – damit sie auch zu Hause oder auf Reisen mit ihren Lieblingstrainer:innen Sport machen können. Bei Bedarf werden dafür auch spezielle Trainingspläne erstellt. Für die interne Mitgliederkommunikation ist eine Festangestellte zuständig, veröffentlicht über Social Media (Facebook und Instagram) wöchentlich ein bis zwei Posts und schreibt einen Newsletter.
fitness MANAGEMENT international 05/22 18 AKTUELLES | STUDIO DES MONATS
Fotos: cityaktiv Erlangen
Vorbildlich im Umweltschutz
„Nachhaltigkeit und Umweltschutz liegen uns seit jeher sehr am Herzen“, betont Regina Ruf. Beide Aspekte waren bei der Planung und Umsetzung des Neubaus von zentraler Bedeutung. Auf dem 8.000 Quadratmeter großen Grundstück hat die Familie inmitten der städtischen Umgebung eine grüne Ruhezone geschaffen. Ursprünglich wuchs hier an der Ecke zwischen zwei vierspurigen Straßen ein reiner Kiefernwald, Heimat einer seltenen Eidechsenart. In Absprache mit dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e. V. (BUND) wurde diese Fläche zum großen, naturbelassenen Saunagarten umgestaltet – aber so, dass die Tiere dort weiterhin gern leben. Auch Fledermäuse haben auf dem Gelände einen Lebensraum gefunden; für sie wurden extra Nistkästen aufgehängt. Zusätzlich wurden einheimische Laubbäume und Sträucher angepflanzt. „Mitten in Erlangen ist so ein Naturbereich entstanden, eine Oase, um sich wohlzufühlen und in einer schönen Umgebung Sport zu treiben, Freunde zu treffen und sich zu entspannen“, so die Geschäftsführerin.
In puncto Energiemanagement hat das cityaktiv Erlangen ebenfalls Vorbildcharakter. Etwa 90 Prozent der für den Betrieb benötigten Energie gewinnt das Studio über eine eigene Photovoltaikanlage auf dem Dach. Für die restlichen zehn Prozent setzt Familie Ruf auf Ökostrom aus erneuerbaren Energien und Cardiogeräte, die ebenfalls Strom produzieren. Mit einer modernen, effizienten Lüftungsanlage wird zusätzlich Energie gespart. Ein integrierter CO2-Fühler überwacht permanent die Luftqualität und kann deren Austausch bei Bedarf anpassen. Gleichzeitig arbeitet die Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung, was bedeutet, dass die Abluft die Frischluft erwärmt und den Energieverbrauch niedrig hält. Kein Wunder, dass stromsparende LED-Beleuchtung das nachhaltige Konzept abrundet.
05/22 fitness MANAGEMENT international 19
„Mitten in Erlangen ist so ein Naturbereich entstanden, eine Oase, um sich wohlzufühlen und in einer schönen Umgebung Sport zu treiben, Freunde zu treffen und sich zu entspannen.“
Die Unternehmer:innen
Regina Ruf
Nach ihrem Lehramtsstudium arbeitete die Sportlehrerin ab 1988 gemeinsam mit ihrem Ehemann Harald Ruf zunächst nebenberuflich in einem kleinen Fitnessstudio in Schwabach. 2002 übernahmen beide ein insolventes Studio in Erlangen und Regina Ruf stieg hauptberuflich in die Fitnessbranche ein. 2015 konnten sie in unmittelbarer Nähe des Studios ein 8.000 Quadratmeter großes Grundstück erwerben, auf dem das cityaktiv Erlangen gebaut wurde, Seitdem ist sie hier Geschäftsführerin. Harald Ruf ist Geschäftsführer des cityaktiv Schwabach.
Felix Ruf
Bereits während seiner Abiturphase jobbte der Sohn von Regina und Harald Ruf im cityaktiv Schwabach. Dabei wurde ihm klar, dass ihm die Arbeit in der Fitnessbranche großen Spaß macht und er keinen Bürojob anstrebt. Nach dem dualen DHfPG-Studium Fitnessökonomie bei PRIME TIME fitness sowie einem Auslandsaufenthalt in Australien stieg er 2016 zunächst im Vertrieb des cityaktiv Erlangen ein. Seit 2018 ist er Studioleiter der beiden Standorte und pendelt zwischen ihnen hin und her.
Teambuilding und kollegiales Miteinander
Professionalität, Freundlichkeit und bedingungslose Serviceorientierung liegen dem Mutter-Sohn-Gespann besonders am Herzen. Zielorientierte Arbeit im Verkauf und eine sehr gute, regelmäßige und geplante Betreuung aller Mitglieder hat Priorität. Dementsprechend hat das Team einen hohen Stellenwert. Neue Mitarbeiter:innen werden so ausgewählt, dass sie mit dem Team harmonieren. „Wir beschäftigen viele Auszubildende und dual Studierende, mit denen wir sehr glücklich sind“, so Regina Ruf. „Unser Ziel ist es, sie fest zu übernehmen. Die Fluktuation ist bei uns gering.“
Wöchentliche Meetings sorgen im Arbeitsalltag dafür, dass alle gut informiert sind. Alle zwei bis drei Monate geht das gesamte Team an einem Freitagabend essen. Und im Sommer gibt es jedes Jahr ein größeres Event: „Wir waren schon Kanufahren und Klettern, in diesem Jahr haben wir gemeinsam die Bergkirchweih gefeiert“, erzählt Regina Ruf. Vor Corona hat das Team auch die FIBO und den Aufstiegskongress besucht. „Das schweißt uns wirklich zusammen und ist allen wichtig.“
Zurück zu Schopenhauer: „Gesundheit ist nicht alles, aber ohne Gesundheit ist alles nichts!“ Dieser Leitspruch wird im cityaktiv Erlangen auf allen Ebenen gelebt – im Angebot, aber auch im Umgang mit den Mitgliedern und im Team. Authentisch, freundlich, professionell und umweltbewusst – mit diesem Spirit kann sich das Familienunternehmen trotz großer Konkurrenz in Erlangen und Umgebung sehr gut behaupten und freut sich zu Recht über eine positive Entwicklung der Mitgliederzahlen.
Die Eckdaten des cityaktiv Erlangen
Fläche des Studios gesamt: 3.000 m2
Kraft- und Cardiobereich: 680 m2
Kurse: 400 m2
Beweglichkeit: 40 m2
Rehasport: 175 m2
Physiotherapie, Osteopathie: 50 m2
Wellness: 550 m2
Außenbereich: 2.000 m2
Ausstattung
Kraft: Eleiko, Life Fitness, Hammer Strength, Booty Builder, MAG® Grips
Cardio: Life Fitness, Concept2, WOODWAY, Indoor Cycling Group
Functional: TRX, Life Fitness SYNGRY360
Kurse: 41 Kurse pro Woche von Yoga bis Zumba®
Gesundheit: milon Q Kraft-Zirkel, Dr. WOLFF Rückenstraße, Sensopro, five-Beweglichkeitszirkel, Paragraf-20-Kurse für Bewegung und Ernährung, EMS, BGM
Krankengymnastik: Physiotherapie, Osteopathie
Diagnostik: InBody, Blutdruckmessung, FTP-Test, Beweglichkeitstestung
Wellness: finnische Sauna im Saunagar ten, Biosauna, Dampfgrotte, Solarium Ergoline, Hydrojet-Massageliege
Mitarbeitende: 25 Festangestellte, 10 freiberufliche Kursleiter:innen, 3 (Diplom-)Sportlehrer:innen, 1 Auszubildende, 4 dual Studierende, 1 Physiotherapeutin, 1 Osteopath in eigener Praxis, 1 Saunameister, 15 geringfügig Beschäftigte
cityaktiv Erlangen Frauenauracher Straße 66 | 91056 Erlangen | www.cityaktiv.com
Foto: cityaktiv Erlangen fitness MANAGEMENT international 05/22 20 AKTUELLES | STUDIO DES MONATS
Know-how, Karriere, Unternehmenserfolg Qualität
durch Qualifikation
Ein motiviertes, qualifiziertes Team ist einer der wesentlichen Erfolgsfaktoren in der Betreuung und Bindung der Kundschaft. Jedes einzelne Teammitglied dient Tag für Tag als Aushängeschild eines Fitnessstudios. Insbesondere in Zeiten des Fachkräftemangels ist es elementar für den Unternehmenserfolg, gute Mitarbeiter:innen zu finden und als attraktives Unternehmen langfristig an sich zu binden. Dazu tragen eine wertschätzende Arbeitsatmosphäre und ein Umfeld, in dem sich Talente frei entfalten können, ebenso bei wie qualifizierte Ausbildungen und fundierte Weiterbildungsmaßnahmen. Gerade in unserer Branche ist lebenslanges Lernen Teil des Jobs. Mit welchen unterschiedlichen Maßnahmen das gelingen kann und welche Ausbildungen sich wo am besten bewährt haben, zeigen Jannis Traxel, Talent Development Manager bei der FITSEVENELEVEN
GmbH, Jens Schulze, Head of Customer Experience LES MILLS Germany, und Luke Kretzmann, Personal Trainer, Gesundheitscoach und Yogalehrer.
Der Fachkräftemangel ist ein riesiges Thema in Deutschland. Neben vielen weiteren Wirtschaftszweigen betrifft er auch die Fitness- und Gesundheitsbranche. Durch die Corona-Pandemie und die behördlich angeordneten Lockdowns wurden viele Trainer:innen, Kursleiter:innen und Servicekräfte in Kurzarbeit geschickt oder sogar arbeitslos. Viele Arbeitskräfte orientierten sich um und fanden neue Tätigkeitsfelder. Durch diese Jobwechsel gingen der Branche dauerhaft qualifizierte Fachkräfte verloren, die nun neu rekrutiert oder zurückgewonnen werden müssen.
Die Pandemie hat das aktuelle Problem des Fachkräftemangels also verschärft. In Zukunft wird der Konkurrenzkampf der Unternehmen um qualifizierte Arbeitnehmer:innen weiter anziehen. Dafür sorgen die Überalterung der Gesellschaft und rückläufige Geburtenzahlen. So hat die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC festgestellt, dass dem deutschen Arbeitsmarkt aufgrund des demografischen Wandels bis zum Jahr 2030 rund 3,5 Millionen Arbeitskräfte weniger zur Verfügung stehen werden als heute (PwC, 2016).
Foto:
fitness MANAGEMENT international 05/22 24 AKTUELLES | QUALIFIKATION
Text: Anke Sörensen und Jürgen Wolff
Studio Romantic –stock.adobe.com
Imagewandel und Aufstiegschancen
Die Pandemie hat aber auch Entwicklungen ausgelöst, die für die Fitness- und Gesundheitsbranche neue Chancen eröffnen. In den vergangenen zwei Jahren ist das Bewusstsein für den hohen Gesundheitsnutzen eines regelmäßigen Fitnesstrainings in der Öffentlichkeit deutlich gestiegen. Die europäische Fitnessbranche erholt sich wieder, die Zahl der Anmeldungen in den Fitnessstudios steigt. Branchenexpert:innen schätzen, dass 2022 das Vor-Pandemie-Niveau wieder erreicht wird (Rutgers, 2021).
Die Branche ist jung, bunt und gerade für Jobeinsteiger:innen attraktiv. Es geht bei dieser Arbeit um viel mehr als nur darum, das Hobby zum Beruf zu machen – stattdessen um eine sinnstiftende Arbeit mit Menschen, die der Gesundheit und somit dem Gemeinwohl dient.
Dank qualifizierter Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten bietet ein Arbeitsplatz in der Fitness- und Gesundheitsbranche gute Karrierechancen. Wer ein duales Studium absolviert, kann die Studieninhalte direkt im Job anwenden und das gesamte Team davon profitieren lassen. Externe Fortbildungen oder interne Weiterbildungsmaßnahmen durch Fach- und Führungskräfte eines Unternehmens selbst sorgen ebenfalls für Fachwissen mit Praxisbezug, das direkt umgesetzt werden kann. Schließlich sind junge Talente die Basis für eine Expansionsstrategie und langfristigen Unternehmenserfolg.
Attraktive Arbeitsplätze und Karrieren
Wie können Studiobetreiber:innen trotz aller Widrigkeiten auf dem Arbeitsmarkt geeignete Talente finden und halten? Welche Maßnahmen haben sich bewährt? Wie lassen sich der Erfolg des Unternehmens und die Entwicklung der Mitarbeitenden produktiv und nachhaltig miteinander verknüpfen? Aber auch: Was können Studierende, Auszubildende und junge Arbeitnehmende tun, um sich in der Fitness- und
Gesundheitsbranche eine Karriere aufzubauen? Welche Studiengänge, Ausbildungen und auch Soft Skills machen sich im Arbeitsalltag bezahlt? Diese Fragen haben wir drei Experten aus verschiedenen Bereichen der Branche gestellt.
Unsere Experten
Jens Schulze, Head of Customer Experience LES MILLS Germany, ist von der Studioseite in die Industrie gewechselt und profitiert von den Erfahrungen im Studiobetrieb und seinem Wissen über die Bedürfnisse der Studios. Seine Mitarbeiter:innen fördert er individuell, sodass sie ihr Potenzial voll entfalten und die vielfältigen Wünsche der Kund:innen optimal erfüllen können.
Unser zweiter Interviewpartner, Luke Kretzmann, hat sich als Personal Trainer, Gesundheitscoach und Yogalehrer erfolgreich selbstständig gemacht. Er glaubt daran, dass ein breites Wissen, Empathie und Authentizität die wichtigsten Skills für die Betreuung der Kund:innen sind, und verfolgt die Strategie des lebenslangen Lernens.
Hohe Belastbarkeit, Selbstdisziplin, Zeitmanagement – und einfach ein bisschen mehr Gas geben als alle anderen. Jannis Traxel, Talent Development Manager bei FITSEVENELEVEN, erläutert im Interview, wie ihm das duale Studium bei der eigenen Karriere geholfen hat und mit welchen Maßnahmen er vielversprechende Kandidat:innen heute bei ihrer Entwicklung unterstützt. Alle Interviews lesen Sie auf den folgenden Seiten.
Literaturliste
PwC Deutschland. (2016). Demografischer Wandel: In Deutschland werden die Arbeitskräfte rar. Zugriff am 25.08.2022. Verfügbar unter https://www.pwc.de/de/humanresources/in-deutschland-werden-die-arbeitskraefte-rar.html
Rutgers, H. (2021). Fitnessbranche: Mit großen Schritten in Richtung Erholung. Zugriff am 25.08.2022. Verfügbar unter https://www.fibo.com/de-de/medien/News/ErholungFitnessbranche.html
05/22 fitness MANAGEMENT international 25
Jens Schulze
Jens Schulze, Jahrgang 1985, stammt aus Greven. Der begeisterte Fitnesssportler studierte nach dem Abitur zunächst Geografie, bevor er sich für den dualen Studiengang Fitnesstraining an der DHfPG (damals noch BSA-Private Berufsakademie) entschied. Bereits in seinem zweiten Ausbildungsjahr kaufte Jens Schulze gemeinsam mit den Inhabern seines Ausbildungsbetriebes ein Studio und machte sich selbstständig. Nach dem Studium arbeitete er ein Jahr freiberuflich als Kurs- und Personal Trainer, bevor er als Personal Trainer und Fitnessmanager zu Fitness First ging und später als National Fitness Manager bei HealthCity neue Herausforderungen suchte. 2017 wechselte Jens Schulze als Regionalleiter Nord zu LES MILLS nach Hamburg. 2019 übernahm er dort die Position des Head of Customer Experience.
www.lesmills.com
Know-how, Karriere, Unternehmenserfolg: Qualität durch Qualifikation
fMi: Im Laufe Ihrer Karriere in der Fitness- und Gesundheitsbranche haben Sie u. a. ein duales Studium absolviert.
Wie hat sich Ihr Weg in der Branche entwickelt? Welchen Stellenwert hatten bzw. haben Ihre Qualifikationen für Ihre frühere und jetzige Tätigkeit?
Jens Schulze: Meine ersten praktischen Schritte bin ich während meines dualen Studiums an der DHfPG bei einem Einzelbetreiber gegangen. Während meines Studiums haben wir einen weiteren Standort übernommen, den ich als Teilhaber mit aufgebaut habe. Nach dem Studium entschied ich mich für die sportlichere Laufbahn und begann, auf freiberuflicher Basis als Personal Trainer und Gruppenfitness-Instruktor zu arbeiten, bis ich von einer großen Kette als Trainingsleiter bzw.
Interview mit Jens Schulze, Head of Customer Experience, LES MILLS Germany
als Personal Trainier und Fitnessmanager eingestellt wurde. Mein Weg führte dann zu einer anderen Kette in nationaler Verantwortung als National Fitness Manager. In dieser Position habe ich meinen jetzigen Arbeitgeber, LES MILLS Germany, von der Kund:innenseite aus kennengelernt. Nach intensiver Zusammenarbeit habe ich mich dazu entschieden, auf diese Seite der Industrie zu wechseln. Bei LES MILLS bin ich als Regionalmanager eingestiegen und bin dann über die Regionalleitung zum Head of Customer Experience für Deutschland und Österreich aufgestiegen.
An der DHfPG habe ich grundlegende Kompetenzen erlernt. Das Studium hat mich durch die breit gefächerten Inhalte perfekt auf die Branche vorbereitet, sodass ich in jedem Bereich mit einem soliden Grundwissen tätig werden konnte. Durch die Vielfalt meiner gesammelten Erfahrungen kann ich heute bessere Entscheidungen treffen, weil ich verschiedene Perspektiven einnehmen kann.
Was waren für Sie die Beweggründe, nach mehreren Jahren erfolgreicher Tätigkeit in Einzelstudios sowie auch in größeren Kettenbetrieben die Perspektive zu wechseln und sich aufseiten der Industrie zu engagieren?
Mich begeistert die Arbeit mit Menschen und ich bin der festen Überzeugung, dass wir bei LES MILLS genau das fokussieren. Ich identifiziere mich mit unserer Mission „For a Fitter Planet“ und habe die Möglichkeit gesehen, genau das in einem größeren Rahmen aufseiten der Industrie zu verwirklichen.
Es geht darum, den Kollegen dabei zu helfen, die beste Version ihrer selbst zu sein!
„ “
fitness MANAGEMENT international 05/22 26 AKTUELLES | QUALIFIKATION | ANZEIGE
Foto: Jessen Fotografie/Peter Neugebauer
Genau genommen mache ich jetzt fast das Gleiche, was ich in meinem ursprünglichen Job als National Fitness Manager gemacht habe, nur für mehrere Studios: Ich helfe ihnen, ein „gesünderes“ Geschäft aufzubauen und ihre Mitglieder zu begeistern.
Gibt es Tätigkeiten, Gegebenheiten oder auch Begegnungen aus dem Arbeitsalltag in einem Studio, die Sie rückblickend manchmal ein bisschen vermissen?
Natürlich gibt es Dinge, die ich immer gern gemacht habe. Außerdem vermisse ich es, eigene Kurse zu geben. LES MILLS GRIT® und Cyclingformate zu unterrichten hat mir immer viel Spaß gemacht. Zusätzlich hat mir die Verbindung zu den Mitgliedern immer viel gegeben. Es bereitet mir sehr viel Freude, Fortschritte zu sehen und gemeinsame Ziele zu erreichen. Das kann ich in meinem Team bei LES MILLS zum Glück auch heute noch sehen, aber eben mehr auf der geschäftlichen Ebene. Hier sind die Intervalle, in denen man sich sieht, natürlich länger als bei der Beziehung zwischen Trainer und Mitglied im Fitnessstudio.
Inwieweit konnten Sie bei diesem „Seitenwechsel“ von Ihrem Branchen-Know-how profitieren? Aus welcher Ihrer Qualifikationen ziehen Sie heute den größten Benefit? Welche Soft Skills sind für Sie entscheidend?
Die eine Schlüsselqualifikation gibt es aus meiner Sicht nicht, es ist eher die Kombination aus Theorie, Praxis und Erfahrung. Ich glaube fest an einen Ansatz, der die Kundschaft ins Zentrum setzt. Das Produkt oder die Dienstleistung kann noch so toll sein, am Ende entscheidet der:die Kund:in, was passiert. Da ich die Industrie als Kunde kannte, habe ich diesen entscheidenden Blickwinkel von Anfang an mit eingebracht. Durch die langjährige Erfahrung im Studio kann ich den Transfer von einem Produkt oder einer Dienstleistung in den Studioalltag visualisieren und nachvollziehen.
Die Bedeutung von Soft Skills wird immer wichtiger und ich glaube, dass das ehrliche Interesse an Menschen die wichtigste Fähigkeit ist. Entweder nehme ich mein Gegenüber wahr, höre zu, interessiere mich aufrichtig und entwickle gemeinsame Lösungen oder eben nicht. Das ist für mich der entscheidende Unterschied.
Wie wichtig sind Vertrauen, Wertschätzung, Freiraum für eigene Entscheidungen oder die Übertragung von Verantwortung für die Motivation der Mitarbeitenden? Inwieweit hat diese Motivation Ihrer Einschätzung nach Einfluss auf den langfristigen Unternehmenserfolg?
Wertschätzung und Vertrauen sind für mich die Grundlage für ein gesundes Verhältnis zu Mitarbeitenden, denn nur so können wir unser volles Potenzial entfalten. Freiraum ist auch wichtig, doch das richtige Maß an Freiraum variiert von Person zu Person. Die einen arbeiten am besten, wenn sie viel Freiraum, Platz und Zeit für Kreativität haben, während andere klare Vorgaben lieben – beides ist großartig.
Mich hat es damals absolut motiviert, als ich in die Planung, einen eigenen Standort zu kaufen und aufzubauen, integriert wurde. Die Übertragung von Verantwortung muss jedoch immer wohldosiert erfolgen, denn jeder Mensch geht anders damit um und hat unterschiedliche Bedürfnisse.
Deswegen sind regelmäßige Kommunikation und Austausch so wichtig.
Meiner Meinung nach sind Mitarbeitende der entscheidende Faktor für den Unternehmenserfolg, egal ob im Studio, in der Industrie oder in einer anderen Branche. Aus diesem Grund ist die Motivation der Mitarbeitenden essenziell. Das heißt nicht, dass das eine Einbahnstraße ist, sondern etwas, worauf Arbeitgebende und Arbeitnehmende gemeinsam einzahlen.
Um genau diese Erkenntnis mit LES MILLS Partnerstudios zu teilen und sie zu inspirieren, sich ein unschlagbares Team an Rockstars im eigenen Studio aufzubauen sowie die Fitnessbranche als Arbeitgeber zu stärken, haben wir seit kurzem ein großartiges Angebot für DHfPG-Studierende. Mit diesem Angebot können Studierende der DHfPG oder Studios, die Studierende der DHfPG beschäftigen, eine Ausbildung mit einem Nachlass von 80 Prozent buchen. Mehr Informationen zu diesem Angebot für Studios gibt es unter www.lesmills.com/ de/dhfpg-studios sowie für alle Studierende der DHfPG unter www.lesmills.com/de/dhfpg
Mit welchen Maßnahmen und Prozessen hält das Unternehmen LES MILLS die Qualifikation der Mitarbeitenden up to date?
Wir investieren stark in unsere Mitarbeitenden, individuell und im Kollektiv. Jede:r Mitarbeitende hat einen individuellen Entwicklungsplan mit klaren Handlungsfeldern. Es geht dabei nicht darum, Schwächen zu Stärken zu machen, sondern vielmehr den Kollegen dabei zu helfen, die beste Version ihrer selbst zu sein. Nur wenn ich mich wohlfühle, Vertrauen bekomme, Wertschätzung erfahre und gefördert sowie gefordert werde, kann ich meine beste Leistung zeigen. Welche das ist, entscheidet jede Person selbst.
Wie beurteilen Sie die perspektivischen Job-, Aufstiegs- und Karrierechancen innerhalb der Branche generell?
Die Fitnessbranche wird von Jahr zu Jahr professioneller und entwickelt sich rasant weiter. Mittlerweile gibt es mehrere Jobprofile, die es vor einigen Jahren noch nicht gab, und ich nehme wahr, dass die Branche wächst, was ich sehr gut finde.
Unser großer Vorteil ist, dass wir eine unfassbar positive Branche sind, die einen aktiven und gesunden Lebensstil fördert und so die allgemeine Gesundheit der Menschen verbessert. Ich glaube, dass die Bedeutung unserer Branche in den nächsten Monaten und Jahren besonders aufgrund des Gesundheitsaspekts stetig zunehmen wird und wir mit mehr Nachfrage und Wachstum rechnen können.
Welche Tipps geben Sie jungen Menschen, die in der Fitnessund Gesundheitsbranche ein Studium absolvieren oder sich fortbilden und ihre Karriere – im Studiobetrieb, in der Industrie oder in der Selbstständigkeit – noch vor sich haben?
Neugierig sein und bleiben sowie ein ehrliches Interesse an Menschen haben. Nur wer fragt, bekommt eine Antwort. Es gibt so viele tolle Dinge zu entdecken und zu sehen – jeden Tag. Macht die Augen auf, beobachtet euer Umfeld! Wie setzt Betreiber A Szenario X um, wie geht Betreiberin B mit ihren Mitgliedern um? Das Rad muss gar nicht neu erfunden werden, es muss nur wahrgenommen, verstanden und adaptiert werden. Inspiration gibt es überall.
05/22 fitness MANAGEMENT international 27
Know-how, Karriere, Unternehmenserfolg: Qualität durch Qualifikation
Schon als Jugendlicher war Luke Kretzmann (Jahrgang 1992) in der Fitnessbranche aktiv. Die „Fitnesstrainer/in-B-Lizenz“ absolvierte er im Alter von 18 Jahren und bereits während der Schulzeit jobbte er als Trainer im Studio. Nach dem Abitur intensivierte sich diese Tätigkeit über zwei Jahre mit weiteren Ausbildungen und Lizenzen, u. a. Yoga, Pilates, BGM und Personal Training. Mit 21 machte er sich parallel zur Tätigkeit im Studio als Personal Trainer selbstständig und begann an der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement (DHfPG) den dualen Studiengang Bachelor of Arts Gesundheitsmanagement. Im Anschluss an das Studium absolvierte er mehrere Fortbildungen im Ausland – u. a. Ashtanga-Yoga in Rishikesh (Indien) und ein Thai-Box-Camp in Thailand. Nach seiner Rückkehr spezialisierte er sich weiter als BGM-Berater und Personal Trainer. Luke Kretzmann betreibt einen Webshop für nachhaltiges Yogazubehör. www.outofcomfort.de
fMi: Sie haben im Fitness- und Gesundheitsbereich eine große Anzahl an Ausbildungen abgeschlossen und zahlreiche Zusatzqualifikationen erworben. Welchen Stellenwert haben Ihre Qualifikationen für frühere Beschäftigungsverhältnisse in Studios sowie Ihre jetzige Tätigkeit?
Luke Kretzmann: Die Qualifikation ist die Grundvoraussetzung dafür, dass man Menschen betreut. Sie ist die fundamentale Basis, die man parallel zur praktischen Erfahrung schaffen muss. Das Wissen und die Fähigkeiten aus meinen Aus- und Weiterbildungen geben mir die Sicherheit, dass ich in dem, was ich tue, gut bin. Ich muss ja performen, fachlich überzeugen, authentisch sein und mich selbst vorzeigen können.
Auf heute bezogen könnte ich ohne meinen Studienabschluss in Gesundheitsmanagement gar nicht mit Krankenkassen zusammenarbeiten, weil mir eine Paragraf-20-Zertifizierung für die Präventionsbereiche fehlen würde. Die seriöse Zu -
Interview mit Luke Kretzmann, Gesundheitsmanager, Personal Trainer, Yogalehrer, Inhaber Luke.OutOfComfort
sammenarbeit mit den Kassen ist eine Grundvoraussetzung im BGM. Um diesen Schritt zu machen, musste ich bis nach dem Studium warten. Ich habe mit 18 die Weiterbildung zur „Fachkraft für Betriebliches Gesundheitsmanagement (IHK)“ über die BSA-Akademie absolviert, weil ich wusste, dass ich in diesen Bereich möchte. Das war lange bevor ich mein Bachelor-Studium begonnen habe.
Welche Fähigkeiten, welches Wissen und welche Soft Skills haben sich für Ihren Weg in die Selbstständigkeit als besonders wertvoll herausgestellt?
Man muss sehr empathisch sein, also die Menschen gut verstehen können – insbesondere als Personal Trainer. In der Selbstständigkeit muss man viel und vor allem effektiv kommunizieren; entweder hat man ein Talent dafür oder man muss es sich beibringen.
Häufig wird unterschätzt, dass Selbstständige verkaufen können müssen. Ich hatte das Glück, im Fitnessstudio von Tag eins an das Verkaufen gelernt zu haben. Wir haben Provisionen bekommen für Mitgliedsverträge, die wir mit Interessierten abgeschlossen haben. Und jetzt als Selbstständiger lebe ich davon, meine Leistung oder mein Produkt zu verkaufen. Wenn man 500 Mal mit Leuten darüber geredet hat, welcher Betrag viel Geld bedeutet, dann verliert man die Nervosität.
Die Grundlagen des Trainings waren wichtig, weil sie mir das Selbstbewusstsein gegeben haben, dass ich als Personal Trainer ein tolles Konzept anbieten und mich damit selbstständig
machen kann. Die Studieninhalte zu Trainingslehre und Anatomie haben mir für das Personal Training viel gebracht. Von
Entscheidend ist, motiviert zu sein und aktiver als andere
Luke Kretzmann
“
Foto: Luke.OutOfComfort fitness MANAGEMENT international 05/22 28 AKTUELLES | QUALIFIKATION
den Modulen Kommunikation und Servicemanagement habe ich auch profitiert ebenso wie im späteren Verlauf von Prävention „Psychologie des Gesundheitsverhaltens“, weil diese Inhalte schon stark in Richtung BGM gingen und mir eins zu eins geholfen haben. Zeitweise waren die Inhalte des DHfPGStudiums fast deckungsgleich mit den Inhalten meiner Arbeit im Studio.
Nach welchen Kriterien haben Sie die Aus- und Weiterbildungen in Ihrer Karriere ausgewählt? Gab es bestimmte Menschen, Ereignisse oder besondere Gegebenheiten, die Ihnen Impulse gegeben haben?
Ich hatte meine Ziele und habe mir Gedanken gemacht, wie ich mich in der Branche positionieren könnte. Ich habe immer geschaut, welche Berufsfelder es gibt und wo ich Lust hätte zu arbeiten. Daran habe ich mich bei den Entscheidungen für meine Ausbildungen orientiert.
Für meine Selbstständigkeit als Personal Trainer habe ich viel investiert. Die Fitnessttrainer B-Lizenz ist für mich nach wie vor die Basis, aus der ich viel mitgenommen habe. Die A-Lizenz war für meine Ziele als Ansprechpartner für Gesundheitsbelange dann das „Sahnehäubchen“.
Es gab dabei für mich nicht die eine Person, die mich entscheidend beeinflusst oder gecoacht hätte. Ich habe immer Impulse und Inspiration gesucht, um mich zu entwickeln. Dafür habe ich gut zugehört, den Markt beobachtet und viele Events besucht – und nicht zuletzt trifft man auch auf Fort- und Weiterbildungen viele Leute, die ihre Erfahrungen gemacht haben.
Inwieweit können qualifizierte Nachwuchskräfte Ihrer Einschätzung nach die Entwicklung von Unternehmen in der Fitness- und Gesundheitsbranche beeinflussen?
Für die Unternehmen zahlt sich die Qualifikation von Nachwuchskräften mittelbar und unmittelbar aus. Sie profitieren natürlich davon, dass die Qualität der Studierenden bereits im Laufe des Studiums immer besser wird. Die zunehmende Erfahrung und das Know-how aus dem Studium gibt man ja auch immer direkt an die Kund:innen weiter und die merken das.
Wenn die Qualifikation der Trainer:innen ein Kriterium ist, um Mitglieder zu gewinnen und zu halten, dann sind diese Qualifikationen, die man im Laufe des Studiums – in meinem Fall an der DHfPG – erhält, maßgeblich. Theorie und Praxis in Kommunikation, Verkauf, Präsentation und nicht zuletzt Trainingslehre – die Themenfelder passen einfach unfassbar gut auf das Berufsfeld und auch auf die Berufsfelder, die darauf aufbauen: z. B. wenn man von der Trainingsfläche in die Bereichsleitung geht. Mit einem abgeschlossenen Studium ist man sehr gut gerüstet, ein Studio oder einzelne Bereiche dort zu leiten, und ist für das Unternehmen äußerst wertvoll.
Die Lerninhalte, die ich aus meinem Studium mitgenommen habe, waren anders als eine Nacherzählung im Schulbuch oder die Dinge oder Verfahrensweisen, die niemals mehr angewendet werden. An der DHfPG war es genau das Gegenteil: Man kann die Inhalte sofort in allen Bereichen des Studios anwenden, weil das live ist, passgenau und dicht am Markt. Die Studierenden und indirekt natürlich auch die Unternehmen profitieren, weil es immer Feedback zu den aktuellen Aktivitäten des Marktes gibt.
Durch den zunehmenden Fachkräftemangel wird das Thema Employer Branding für Unternehmen immer wichtiger. Wie sollten sich Fitness- und Gesundheitsanbietende Ihrer Ansicht nach präsentieren, um Talente für sich zu gewinnen?
Talent und Qualifikationen müssen beim Honorar der Trainer:innen zu Buche schlagen. Das ist für mich ein ganz wichtiger Faktor, weil ich gerade in der Fitnessbranche viele wirklich talentierte Leute kenne, die in andere Branchen abwandern, weil immer noch eine sehr niedrige Gehaltslinie gefahren wird. Es muss ein Umdenken stattfinden. Man sollte qualifizierte Trainer:innen, die ja auf der Fläche gebraucht werden, entsprechend ihrer Wertigkeit honorieren. Nichts ist frustrierender, als wenn du dein Studium beendet hast und die Aushilfe, die noch zur Schule geht, den gleichen Stundenlohn bekommt.
Wie beurteilen Sie die perspektivischen Job-, Aufstiegs- und Karrierechancen innerhalb der Branche?
Für alle Selbstständigen sehe ich die Chancen sehr gut. Man kann extrem viele Projekte verwirklichen und sehr kreativ arbeiten. Es gibt so viele Probleme und Aufgaben, die man als qualifizierte Fachkraft lösen kann, wenn man gut positioniert ist und die „Mitspieler:innen“ kennt.
Aber auch für alle, die einen Job im Gesundheitsbereich anstreben, sehe ich gute Chancen. Der Bedarf an qualifizierten Mitarbeitenden ist einfach groß, insbesondere bei Firmen im Betrieblichen Gesundheitsmanagement. Das höre ich immer wieder. Hier werden vielfach Personen als Kontakt für BGM-Anbietende gesucht oder auch Leitungskräfte im BGM-Bereich – sowohl aufseiten der Krankenkassen als auch auf Unternehmensseite. Da gibt es viele Stellen, die ich persönlich sehr spannend finde.
Entscheidend ist, dass man motiviert ist, sich reinhängt, aktiver ist als andere und auch bereit ist, ein Stück weit in Vorleistung zu gehen.
Welche Tipps geben Sie jungen Menschen, die in der Fitnessund Gesundheitsbranche eine Ausbildung oder ein Studium absolvieren und ihre Karriere – im Studiobetrieb, in der Industrie oder in der Selbstständigkeit – noch vor sich haben? Ich kann nur empfehlen, an möglichst vielen Events teilzunehmen und mit vielen Leuten aus der Branche ins Gespräch zu kommen. Es lohnt sich immer, aktiv nach Tipps zu fragen, sich Input zu holen, Konzepte anzuschauen und so ein Gefühl für den Markt zu bekommen. Jedes Gespräch ist wie ein Sieb, in dem Unwichtiges hängen bleibt. Im untersten Sieb bleiben dann die wertvollen Infos und Ideen übrig, die einen weiterbringen.
Das Schöne an unserem Job ist ja, dass die Leute zu dir ins Studio kommen und man Infos, Ideen und auch Kontakte bekommt, während man den Menschen hilft – insbesondere als Personal Trainer:in. Wenn man als Trainer:in empathisch ist und mit ehrlichem Interesse auf die Menschen zugeht, eröffnen sich allein dadurch viele Möglichkeiten.
Als Selbstständige:r braucht man Sichtbarkeit. Heute haben wir viele Möglichkeiten, uns sichtbar zu machen, z. B. YouTube und Social Media. Wer sichtbar ist, wird gefragt, z. B. als Experte für ein Interview mit einem coolen Fachmagazin. Dann muss man nur noch fachlich überzeugen.
05/22 fitness MANAGEMENT international 29
Bevor Jannis Traxel (Jahrgang 1993) sich im Jahr 2015 für das duale Studium B. A. Fitnessökonomie an der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement (DHfPG) entschied, kannte er die Branche als Studiomitglied und Hobbysportler. Nach dem Studium übernahm er 2019 eine Stelle als Clubmanager bei FITSEVENELEVEN und absolvierte berufsbegleitend den Master-Studiengang Prävention und Gesundheitsmanagement (Abschluss 2021). Nach einem Jahr stieg er 2020 zum Area Manager auf und übernahm im November 2021 die neu geschaffene Stelle des Talent Development Managers bei FITSEVENELEVEN.
www.fitseveneleven.de
Know-how, Karriere, Unternehmenserfolg: Qualität durch Qualifikation
fMi: Ihre Karriere in der Fitness- und Gesundheitsbranche hat mit einem dualen Studium begonnen. Wie hat sich Ihr Weg in der Branche entwickelt? Welchen Stellenwert haben Ihre Qualifikationen für Ihre jetzige Tätigkeit?
Jannis Traxel: Das duale Studium war für mich zuerst einmal eine Möglichkeit, in der Fitnessbranche Fuß zu fassen, die ich bis dahin nur aus der Sicht eines Hobbysportlers kannte. Das Wissen aus dem Studium und die Praxiserfahrung haben mir geholfen, die neuen Herausforderungen als Clubmanager im Anschluss ans Studium zu meistern. Diese Stelle wurde mir unter anderem anvertraut, weil ich eine hohe Belastbarkeit, viel Disziplin und ein gutes Zeitmanagement durch das duale Studiensystem erlernt habe. Durch viel Fleiß und das Anwenden des gelernten Wissens, insbesondere auch aus dem Master-Studium, wurde mir relativ schnell deutlich mehr Verantwortung übertragen.
Für meine Karriereschritte und auch meine aktuelle Position spielen meine Qualifikationen nur auf den ersten Blick eine
untergeordnete Rolle – entscheidend ist letztendlich nur die Arbeitsleistung und nicht das Stück Papier, oder? Das ist aber naiv gedacht, denn der Weg zum Erlangen dieser Urkunden hat mir so viel Wissen eingebracht und meine Kompetenzen so weit verbessert, dass ich dadurch meine Arbeitsleistung gut steigern konnte und gleichzeitig viel selbstsicherer geworden bin.
Welchen Stellenwert hat die Qualifikation der Mitarbeitenden in Ihrem Unternehmen?
Da unser Kernprodukt Fitnesstraining ist und wir dieses nicht nur mit Geräten, sondern vor allem mit Menschen an andere Menschen vermitteln wollen, ist ein solides Fachwissen der Mitarbeitenden sehr wichtig für unseren Unternehmenserfolg. Die Qualifikation der Bewerber:innen gibt hier den ersten Hinweis auf ihre fachliche Eignung.
Um langfristig qualifizierte Arbeitskräfte im Unternehmen zu haben, arbeiten wir schon lange mit verschiedenen Bildungsinstituten zusammen. Unser größter Partner ist hierbei die DHfPG. Über diese bieten wir verschiedene duale Bachelor-Studiengänge an, um unseren Nachwuchs zu sichern. Nur so können wir als Fitnessunternehmen erfolgreich am Markt agieren und sogar expandieren. Darüber hinaus unterstützen wir auch ehrgeizige Mitarbeitende, die nach dem Bachelor noch ihren Master machen wollen, sofern sie sich selbst und wir ihnen die Doppelbelastung zutrauen.
In Ihrem Team arbeiten Mitarbeitende aus verschiedenen Generationen und mit unterschiedlichen sozialen Hintergründen als Fachkräfte zusammen. Wie schafft man als
Wir haben großen Erfolg mit Personen, die wir selbst ausgebildet haben!
Interview mit Jannis Traxel, Talent Development Manager, FITSEVENELEVEN GmbH
Jannis Traxel
“
Foto: FITSEVENELEVEN GmbH fitness MANAGEMENT international 05/22 30 AKTUELLES | QUALIFIKATION
Führungskraft ein motivierendes Arbeitsumfeld, in dem sich alle Teammitglieder – unabhängig von ihrer Position –als Teil des großen Ganzen fühlen und sich aktiv einbringen? Wichtig ist der gegenseitige Respekt. Solange du das fachliche Know-how und eine ordentliche Portion Enthusiasmus mitbringst, kannst du bei uns arbeiten. Der soziale Hintergrund spielt dabei absolut keine Rolle. Wenn du in deinem Job besonders gut bist und den nötigen Ehrgeiz hast, kannst du bei uns auch die nächsten Karriereschritte gehen.
Ich denke, der Trick als Führungskraft ist, dass man für jede:n Einzelne:n eine für sie:ihn sinnstiftende Aufgabe findet, die gern erledigt wird. Als Unternehmen kann man nur durch Teamwork erfolgreich sein. Nur wenn wirklich jede:r einen Beitrag leistet, greifen alle Zahnräder ineinander. Dieses Gemeinschaftsdenken muss von der Führungskraft vorgelebt werden und die Führungskraft muss bereit sein, Vertrauen zu schenken – dann ziehen im Regelfall auch alle mit.
Sie beschäftigen bei FITSEVENELEVEN zahlreiche dual Studierende und Absolvent:innen der DHfPG: Welche Vorteile und Synergieeffekte bringt das duale Studiensystem für Sie als Ausbildungsbetrieb mit sich? Welchen Beitrag leisten diese Nachwuchskräfte für die Unternehmensentwicklung?
Die dual Studierenden bilden eine wichtige Stütze in unserem Alltagsgeschäft. Der große Vorteil für uns und vor allem für die Studierenden selbst ist, dass sie ab dem ersten Tag des Studiums schon praktische Berufserfahrung sammeln können. Das ist aus meiner Sicht ein großer Wettbewerbsvorteil gegenüber klassischen Vollzeitstudierenden, die mit Mitte oder Ende 20 das erste Mal in ihrem Fachbereich arbeiten.
Aus unternehmerischer Sicht bilden junge Talente die Basis für eine erfolgreiche Expansionsstrategie und für einen langfristigen Erfolg des Unternehmens. Wir versuchen, offene Positionen im Unternehmen nach Möglichkeit mit internen Kandidat:innen zu besetzen und erfahrungsgemäß haben wir großen Erfolg dabei mit Personen, die wir selbst ausgebildet haben. Für aufstrebende Talente bieten wir nach Abschluss des Studiums ein Traineeprogramm an, in dem wir sie auf eine künftige Führungsposition vorbereiten.
Gibt es Studiengänge, Lehrgänge oder auch Soft Skills bzw. spezielle Fähigkeiten, die sich aus Ihrer Erfahrung als Talententwickler sowohl für Talente als auch für das Unternehmen als besonders wertvoll und nützlich erwiesen haben?
Als besonders nützlich hat sich jede Form von dualer Ausbildung oder dualem Studium erwiesen, da die Auszubildenden bzw. Studierenden schon früh eine starke Selbstdisziplin entwickeln müssen. Nach einem anstrengenden Arbeitstag die Kraft aufzubringen, sich nochmal zum Lernen an den Schreibtisch zu setzen, erfordert sehr viel Disziplin.
Skills wie Zeitmanagement, Durchhaltevermögen, Einsatzbereitschaft und Pflichtbewusstsein werden dadurch automatisch geschult. Diese Fähigkeiten sind quasi universell und können nach dem Studium in jedem Beruf erfolgreich eingesetzt werden. Paart man das mit dem fachlichen Wissen über Trainings- und Betriebswirtschaftslehre, das im Studium vermittelt wird, entwickelt sich eine Fach- oder Führungskraft, die wir gern beschäftigen wollen und die uns enorm weiterbringt.
Wie präsentieren Sie das Unternehmen FITSEVENELEVEN als attraktiven Arbeitgeber für mögliche neue Teammitglieder? Welche Strategien verfolgen Sie dabei und welche Karrierenetzwerke bzw. Jobplattformen nutzen Sie aktuell?
Wir arbeiten in einer lockeren Branche und in einem lockeren Umfeld, in dem viel kommuniziert wird. Mitarbeitende sprechen mit anderen Mitarbeitenden und sie sprechen mit Mitgliedern, also potenziellen neuen Mitarbeitenden. Ebenfalls sprechen Kommiliton:innen miteinander und tauschen sich aus. Es ist also sehr wichtig, zufriedene Mitarbeitende zu haben. Das ist für uns die beste Werbung auf dem Arbeitsmarkt.
Wir versuchen, Job- oder Studieninteressierten ab dem Erstkontakt den familiären Umgang bei uns im Unternehmen nahezubringen und sie unsere Kultur, in der jede:r willkommen ist und seinen:ihren Beitrag leisten kann, erleben zu lassen. Eine transparente Kommunikation im gesamten Einstellungsverfahren und darüber hinaus auch im klar strukturierten Onboarding sorgt dafür, dass sich neue Teammitglieder schnell zurechtfinden.
Wir sind in mehreren Netzwerken und auf Jobplattformen aktiv, um auf uns aufmerksam zu machen. Dazu gehören die klassischen kostenfreien Jobportale, wie beispielsweise www.aufstiegsjobs.de und unsere eigene Website www. fitseveneleven.de. Darüber hinaus verfolgen wir seit einigen Monaten analoge Strategien und sind auf verschiedenen Ausbildungsmessen vertreten.
Wie beurteilen Sie die perspektivischen Job-, Aufstiegsund Karrierechancen innerhalb der Branche?
Die Branche hat eine wirklich krasse Zeit hinter sich, wenn wir die letzten zwei bis drei Jahre betrachten. Dennoch schätze ich die Karrierechancen so hoch wie nie zuvor ein. Die in der Krise verlorenen Mitglieder strömen zurück in die Studios und das Gesundheitsbewusstsein der Bevölkerung ist auf einem Allzeithoch. Ich glaube, die Krise hat der Branche geholfen, sich als wichtigen Partner für die Gesundheit der Menschen zu zeigen. Vielleicht hat die Krise aus dieser Perspektive dann doch etwas Gutes gehabt und geholfen, den Ruf der Fitnessbranche nachhaltig zu verbessern.
Die Chancen für junge Talente am Fitnessmarkt sind sehr zahlreich, aber es liegt bei jedem:jeder selbst, welchen Weg er:sie geht und wie weit er:sie kommt. Man darf sich nicht zu lange auf den eigenen Erfolgen ausruhen, sondern muss immer wieder Vollgas geben und sich zeigen. Dann werden sich Chancen ergeben, die man nur erkennen muss.
Welche Tipps geben Sie jungen Menschen, die in der Fitness- und Gesundheitsbranche momentan ein Studium absolvieren oder sich fortbilden und ihre Karriere noch vor sich haben?
Die Frage hört sich an, als wäre ich ein weiser Guru der Branche. Mit gerade mal 28 Jahren bin ich selbst noch am Anfang meiner hoffentlich langen Karriere. Deswegen gebe ich den Tipp, immer ein bisschen mehr Gas zu geben als alle anderen. Die Branche ist unglaublich facettenreich und mit dem nötigen Ehrgeiz und der nötigen Einsatzbereitschaft kann jede:r für sich erfolgreich sein. Sucht euch eine Aufgabe in dieser tollen Branche, für die ihr Freude empfindet.
05/22 fitness MANAGEMENT international 31
Wir sind Teil der Lösung
Text: Prof. Dr. Arne Morsch
Der Bedarf an bewegungsbezogener Prävention ist so groß wie nie. Wollen Fitness- und Gesundheitsunternehmen als wichtige Gesundheitsdienstleistende wahrgenommen werden, muss sich das in der Angebotsstruktur der Einrichtungen und in der Qualifikation der Mitarbeitenden widerspiegeln.
Neuer DHfPG-Studiengang
B. A. Sport- und Bewegungstherapie
Wenn Sie mehr über die dualen Bachelor-Studiengänge und den neuen Studiengang Sport- und Bewegungstherapie erfahren wollen, berät Sie das Service-Center der DHfPG gern unter Tel.: +49 681 6855 599.
www.dhfpg.de
www.dhfpg.de/bsbt
Im internationalen Vergleich werden in Deutschland besonders häufig ärztliche Sprechstunden wahrgenommen. Im Durchschnitt geht die Bundesbevölkerung etwa zehn Mal im Jahr zu ärztlichem Fachpersonal, Besuche bei Fachkräften der Zahnmedizin nicht eingerechnet (Janson, 2020). Häufig handelt es sich lediglich um leichte Erkrankungen, die symptomatisch schnell zu kurieren sind, wie z. B. die üblichen Erkältungskrankheiten.
Viele Besuche bei Ärzt:innen werden aber auch durch die sogenannten Zivilisationserkrankungen verursacht. Dabei handelt es sich um Krankheiten, die durch einen ungesunden
Professionalisierung der Bewegungsförderung
DHfPG/BSA fitness MANAGEMENT international 05/22 32 AKTUELLES | BEWEGUNGSFÖRDERUNG | ANZEIGE
Fotos:
Lebensstil, aber auch durch die heutigen Lebens- und Arbeitsbedingungen mit einem stetig wachsenden Anteil an sitzendpassiven Tätigkeiten bedingt sind.
Häufige ärztlich gestellte Einzeldiagnosen sind beispielsweise Bluthochdruck (ohne eine definierte organische Ursache), Rückenschmerzen sowie Blutzucker- und Fettstoffwechselstörungen. Des Weiteren sind mittlerweile etwa zehn Prozent der Bevölkerung von Adipositas betroffen (Grobe, Steinmann & Szecsenyi, 2019). Diese Diagnosen werden von Ärzt:innen in aller Regel rein symptomatisch behandelt. Die Folge: Die Symptome der Erkrankung werden zwar gelindert, die Ursachen bleiben allerdings bestehen. Betroffene werden also nicht gesund und müssen oft dauerhaft medikamentös therapiert werden.
Einen zentralen Risikofaktor für die Entwicklung dieser Zivilisationskrankheiten stellt der Mangel an körperlicher Aktivität dar (WHO, 2018). Umgekehrt gibt es überzeugende wissenschaftliche Belege für die präventiven und therapeutischen Effekte regelmäßiger Bewegung (PAGAC, 2018). Ein Mindestmaß an körperlicher Aktivität schützt demnach vor der Entstehung diverser Krankheiten, außerdem können bestehende Erkrankungen und gesundheitliche Beschwerden vebessert werden. Ein individualisiertes und an den persönlichen Voraussetzungen ausgerichtetes Fitnesstraining in den motorischen Fähigkeitsbereichen Ausdauer und Kraft sowie Koordination und Beweglichkeit scheint aus Kosten-Nutzen-Sicht besonders wertvoll zu sein und führt auch zu den besten Gesundheitseffekten (ACSM, 2021).
Es stellt sich daher die Frage, warum es bisher noch nicht gelungen ist, die Bewegungsförderung bzw. ein körperliches
Training kategorisch in medizinische Behandlungsstrategien einzubeziehen.
Notwendigkeit der Professionalisierung
Während das Berufsfeld der Gesundheitsversorgung mit den etablierten Berufsgruppen Ärzt:innen, Apotheker:innen, Therapierende, psychologische Fachkräfte etc. hoch professionalisiert ist, muss jedoch für das Tätigkeitsfeld der Bewegungsförderung ein vergleichsweise geringerer Professionalisierungsgrad festgestellt werden.
Es scheint sich jede:r im Gesundheitsbereich mit dem Thema Bewegungsförderung gut auszukennen, spezielle Qualifikationen zur gezielten Beratung und Anleitung von Patient:innen sind häufig allerdings nicht ausreichend vorhanden. In der Konsequenz bleiben Empfehlungen oft auf der Metaebene („Sie müssten sich etwas mehr bewegen“) und das hohe gesundheitliche Potenzial von körperlichem Training bleibt weitgehend ungenutzt.
Die Bewegungsförderung benötigt daher einen Prozess zur Professionalisierung, der eine entsprechende Tätigkeit zum Beruf macht und der insbesondere die erforderlichen Qualifikationen und Kompetenzen definiert, die für die Ausübung erforderlich sind. Nur so kann es gelingen, Bewegungsfachkräfte im Gesundheitssystem zu etablieren und ein höchstmögliches Maß an Versorgungsqualität zu sichern (Huber, 2016).
Die Deutsche Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement (DHfPG) ist mit ihren Studienangeboten in den Zukunftsfeldern Prävention, Gesundheit, Ernährung, Fitness, Sport und Informatik positioniert. Ziel ist es, mit den
Abb. 1: Duale Bachelor Studiengänge der DHfPG (©DHfPG)
Bachelor Ernährungsberatung
Bachelor Fitnesstraining
Bachelor Gesundheitsmanagement
Bachelor Sportökonomie
Bachelor Fitnessökonomie
05/22 fitness MANAGEMENT international 33
Bachelor Sport-/Gesundheitsinformatik
Studiengängen einen bildungspolitischen Beitrag zur Professionalisierung der Bewegungsförderung gerade auch in der Fitness- und Gesundheitsbranche zu leisten und den Absolvent:innen arbeitsmarktfähige Abschlüsse für dieses Tätigkeitsfeld zu garantieren. Unterstützt wird dies unter anderem durch eine Bildungspartnerschaft mit dem Deutschen Verband für Gesundheitssport und Sporttherapie e. V. (DVGS) und eine gemeinsame Qualifikationsstruktur im Bereich der Gesundheitsförderung sowie in der Sport- und Bewegungstherapie.
Duale Bachelor-Studiengänge der DHfPG
Die DHfPG bietet aktuell sechs verschiedene BachelorStudiengänge mit jeweils unterschiedlicher Schwerpunktsetzung an (vgl. Abb. 1). Hierbei handelt es sich in Anlehnung an die typisierung des Wissenschaftsrates um praxisintegrierte duale Studienangebote, die der beruflichen bzw. akademischen Erstausbildung dienen (Wissenschaftsrat, 2010).
Das moderne Studienkonzept bietet eine Symbiose aus Theorie und Praxis, indem ein akademisches Hochschulstudium mit einer Ausbildung in einem Partnerunternehmen kombiniert wird. Die Studienphasen setzen sich aus einem Fernstudium mit modulspezifischen Lehrveranstaltungen zusammen. Darüber hinaus arbeiten die Studierenden über die gesamte Dauer des Studiums bei einem:einer Ausbildungspartner:in, wie z. B. einem Fitness- und Gesundheitsunternehmen. Somit sammeln die Studierenden vom ersten Tag an wichtige Berufserfahrung.
Derzeit sind an der DHfPG über 8.400 Studierende immatrikuliert, die in mehr als 4.300 Kooperationsunternehmen ihre betriebliche Ausbildung absolvieren. Dies ist als deutlicher Beleg für die hohe Branchenrelevanz und -akzeptanz der Hochschule, des dualen Studiensystems im Bereich Prävention, Gesundheit und Bewegung sowie der von der DHfPG vergebenen staatlich anerkannten Abschlüsse zu werten.
Gerade in den Fitness- und Gesundheitseinrichtungen als zentrale Ausbildungspartner:innen leisten die Studienangebote der DHfPG einen wichtigen Beitrag für eine zunehmende Akademisierung und damit Professionalisierung. Den „Eckdaten der deutschen Fitness-Wirtschaft“ zufolge ist mittlerweilemehr als ein Fünftel der dort Beschäftigten akademisch ausgebildet (DSSV, 2022). Des Weiteren sind die Bachelor-Abschlüsse der DHfPG anschlussfähig für eine akademische Weiterqualifikation auf Master-Niveau.
Neuer dualer Bachelor-Studiengang Sportund Bewegungstherapie
Aktuell im Akkreditierungsverfahren befindet sich der neue duale Studiengang Bachelor of Arts Sport- und Bewegungstherapie der DHfPG. Dieser qualifiziert für eine sporttherapeutische Tätigkeit in stationären und ambulanten medizinischen Rehabilitationseinrichtungen. Darüber hinaus erfüllen
ausgebildete Sport- und Bewegungstherapeut:innen die Voraussetzungen, um abrechnungsfähige Leistungen im Bereich der Prävention zu erbringen. Hierzu zählen beispielsweise die Durchführung von Präventionsangeboten nach Paragraf 20 SGB V im Handlungsfeld Bewegungsgewohnheiten und die Leitung indikationsspezifischer Rehabilitationssportgruppen, die auch wichtige Tätigkeitsfelder für Fitnessund Gesundheitseinrichtungen darstellen. Der Studiengang wird von der DHfPG in Kooperation mit dem DVGS angeboten. Nach erfolgreichem Bachelor-Abschluss können die Absolvent:innen zusätzlich die vom DVGS vergebene Studiengänge „Sport- und Bewegungstherapie DVGS“ in den Indikationsbereichen Internistische Erkrankungen, Orthopädie/Rheumatologie/Traumatologie und Neurologie erwerben.
Wollen Fitness- und Gesundheitseinrichtungen als wichtige Gesundheitsdienstleistende wahrgenommen werden, können derartige Personalqualifikationen für die Außendarstellung oder auch die Kooperation mit Ärzt:innen gezielt genutzt werden.
Fazit
Die dualen Studienangebote der DHfPG im Bachelor-Bereich bieten den Unternehmen der Fitness- und Gesundheitsbranche die Möglichkeit, das eigene Personal mit einer spezifischen Schwerpunktsetzung akademisch zu qualifizieren. Die Studienmöglichkeiten der DHfPG leisten somit einen wichtigen Beitrag zur Qualitätsentwicklung und Professionalisierung der Fitness- und Gesundheitsbranche. Hiervon profitieren sowohl die Unternehmen als Leistungserbringende wie auch die Absolvent:innen selbst.
Arne Morsch ist Sportwissenschaftler und Dozent an der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement (DHfPG) und der BSA-Akademie. Er leitet dort den Fachbereich Gesundheitswissenschaft/Gesundheitsförderung. Seine Arbeitsschwerpunkte liegen in den Bereichen der Individualprävention sowie der Gesundheitsförderung in Settings.
www.dhfpg-bsa.de
Auszug aus der Literaturliste
DSSV e. V. – Arbeitgeberverband Deutscher Fitness- und Gesundheits-Anlagen (Hrsg.). (2022). Eckdaten der deutschen Fitness-Wirtschaft 2022. Hamburg: Hrsg. Huber, G. (2016). Zur Professionalisierung der Bewegungsförderung. Bewegungstherapie & Gesundheitssport, 32 (4), 128–132. Physical Activity Guidelines Advisory Committee. (2018). 2018 Physical Activity Guidelines Advisory Committee Scientific Report. Washington D.C.: U.S. Department of Health and Human Services.
Für eine vollständige Literaturliste kontaktieren Sie bitte marketing@dhfpg-bsa.de.
Prof. Dr. Arne Morsch
Foto: DHfPG/BSA fitness MANAGEMENT international 05/22 34 AKTUELLES | BEWEGUNGSFÖRDERUNG | ANZEIGE
7.
+
8. Oktober 2022 | MANNHEIM
Nicht aufgeben, sondern weitermachen!
Keynote Speaker 2022: Samuel Koch
Samuel Koch bricht sich am 4. Dezember 2010 live vor einem Millionenpublikum in der beliebten TV-Show „Wetten, dass..?“ vierfach das Genick. Ab diesem Zeitpunkt ist er vom Hals abwärts gelähmt.
Doch anstatt an dieser Lebenskrise zu scheitern, beschließt der damals 23-Jährige, diesen Schicksalsschlag nicht als das Ende, sondern als den Anfang anzunehmen. Mehr noch: Er wird zu einem national bekannten und gefragten Speaker, Autor und Schauspieler sowie zu einer der beeindruckendsten deutschen Persönlichkeiten.
Mit seiner Steh-auf-Kraft verkörpert er wie kein anderer das diesjährige Kongressmotto „Better & stronger“. Lassen wir uns alle von seiner Willenskraft, seinem Durchhaltevermögen und seinem schier endlosen Optimismus in einer vermeintlich ausweglosen Situation inspirieren, damit wir selbst aus Krisen besser und stärker hervorgehen können.
Jetzt Kongressticket (2 Tage)
für nur 49 Euro sichern
Krisen besiegen, statt nur überwinden
SAMUEL KOCH – KEYNOTE SPEAKER 2022
Seien Sie dabei!
Sichern Sie sich jetzt Ihr Kongressticket (2 Tage) für nur 49 Euro. Scannen Sie dazu einfach den untenstehenden QR-Code oder gehen Sie auf die Kongresswebseite:
aufstiegskongress.de/tickets
Unsere Partner
Veranstalter
© N. Ebert
Deutsche Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement University of Applied Sciences BSA-Akademie Prävention, Fitness, Gesundheit School for Health Management BSA-Zert Zertifizierungsstelle der BSA-Akademie
Vortragsthema: „Schwerelos – wie wir Ballast abwerfen und Kraft tanken“
10.00 – 10.15 Uhr Kongresseröffnung: Better & stronger
Moderator: Prof. Dr. Thomas Wessinghage Facharzt für Orthopädie, Physikalische und Rehabilitative Medizin, ehem. Weltklasseläufer sowie Prorektor der DHfPG
10.15 – 11.00 Uhr Vortrag: „Fitmach-Aktion“: exklusive Ergebnisse und Handlungsempfehlungen für Fitnessanlagen
Wie ein Modellprojekt von Gesundheitsministerium, DHfPG und den gesetzlichen Krankenkassen Menschen nachhaltig bewegt
Referentin: Prof. Dr. Sarah Kobel
Expertin für Markt- und Konsumverhalten in der Fitnessbranche, Fachbereichsleiterin Marktforschung der DHfPG und BSA-Akademie
11.00 – 11.30 Uhr Pause
11.30 – 12.15 Uhr Gesprächsrunde: Menschen in Bewegung bringen und für dauerhaftes Training begeistern
Wie die Fitnessbranche gemeinsam mit Krankenkassen und der Politik aktiv zur Gesunderhaltung der Menschen beitragen kann
Teilnehmende: siehe www.aufstiegskongress.de/referenten
12.15 – 12.35 Uhr Recht – einfach erklärt!
Referent:innen: Florian Kündgen und Team DSSV
12.15 – 13.30 Uhr Mittagspause
13.30 – 14.15 Uhr Vortrag: Warum Gesundheitsgewohnheiten der Kundschaft der Schlüssel zum Geschäftserfolg sind!
Wie man Menschen gezielt unterstützt, Gesundheitsgewohnheiten zu entwickeln und Bewegung in den Alltag zu integrieren
Referent: Prof. Dr. rer. pol. Oliver Schumann
Dozent der DHfPG und BSA-Akademie, Experte für Strategisches Management, Neurokommunikation und Sportökonomie
14.15 – 14.45 Uhr Pause
14.45 – 15.30 Uhr Vortrag: Culture of Excellence –so gelingt es auch Ihrem Unternehmen, immer besser zu werden!
Wie der Profifußballverein TSG Hoffenheim den Kulturwandel hin zur Excellence umsetzt
Referent: Prof. Dr. Jan Mayer Geschäftsführer TSG 1899 Hoffenheim, Professor der DHfPG
15.30 – 16.00 Uhr Pause
16.00 – 16.45 Uhr Keynote: Samuel Koch
Schwerelos – wie wir Ballast abwerfen und Kraft tanken
Krisenbewältigung mit Grips: Wenn sich von jetzt auf gleich alles ändert, entscheide selbst, was du tust!
Referent: Samuel Koch
Speaker, Autor und Schauspieler
16.45 – 17.15 Uhr Pause
17.15 – 18.00 Uhr Ehrungen
Kongresseröffnung: Better & stronger
Moderator: Roman Spitko
Fachbereichsleiter Management der DHfPG und BSA-Akademie
Vortrag: Immunbooster oder doch Open Window?
Welchen Einfluss hat Training auf das Immunsystem?
Referent: Andreas Barz Sportwissenschaftler (B. Sc.), Autor und Dozent der DHfPG und BSA-Akademie
Gustav Mahler Saal Arnold Schönberg Saal
9.00 – 9.15 Uhr Eröffnung Tag 2: Moderator: Prof. Dr. Thomas Wessinghage Facharzt für Orthopädie, Physikalische und Rehabilitative Medizin, ehem. Weltklasseläufer sowie Prorektor der DHfPG
9.15 – 10.00 Uhr Vortrag: Selbstführung! – Grundvoraussetzung für erfolgreiches Leading Emotionen sind DER Treibstoff, um Wirkung zu erzielen. Wie kann es gelingen, dass das Gehirn dennoch am Lenkrad sitzt?
Referent: Samir Vincevic Leiter eines Instituts für Führungskräfteentwicklung, Dozent der DHfPG und BSA-Akademie
10.00 – 10.30 Uhr Pause
Eröffnung Tag 2: Moderator: Roman Spitko
Fachbereichsleiter Management der DHfPG und BSA-Akademie
Vortrag: Wie die Corona-Pfunde wieder loswerden? Welche Trainingsform ist am effektivsten?
Evidenzbasierte Trainingsempfehlungen zur Gewichtsreduktion
Referent: Prof. Dr. Markus Wanjek Stellv. Fachleiter Gesundheits förderung der DHfPG und BSA-Akademie
Vortrag: Emerging Strategies im Personal Training
Werkzeuge und Strategien zur flexiblen und individualisierten Trainingsgestaltung in der 1:1-Betreuung
Referent: Patrick Berndt
Sportwissenschaftler (M. Sc.), Krafttrainingsexperte, Dozent der DHfPG und BSA-Akademie
12.15 – 12.35 Uhr Fit durch Neurotraining Referent:
Vortrag: Fitness & Freshness: Trainingssteuerung bei Fußballprofis –Theorie trifft Praxis!
Wie man mit 15 von 1.200 Messparametern das Training von Profifußballern so plant, dass sie Topleistungen bringen!
Referent: Heiko Sander
Performance-Analyst beim SC Freiburg, Athletiktrainer, Dipl.-Fitnessökonom
Vortrag: Stark in die Zukunft –Nachfolgeregelung und Unternehmenskauf
Die Unternehmensnachfolge bietet Chancen für aktuelle Studiobesitzende und gut qualifizierte, motivierte Gründende
Referent: Ralf Capelan Dozent der DHfPG und BSA-Akademie, Unternehmensberater im Fitness- und Gesundheitsmarkt, Dipl.-Betriebswirt
©N Ebert
Keynote
18.00 – 20.00 Uhr Get Together mit Fingerfood
Rahmenprogramm während des gesamten Kongresses: Partner-Ausstellung,Kongress-Lounge + Speakers Corner Tickets und alle Infos unter: www.aufstiegskongress.de
10.30 – 11.15 Uhr Vortrag: Die Recruiting-Marketing-Methode – Personalbeschaffung neu gedacht und besser gemacht Du hast Jobs, findest aber niemand, der sie will? „Weiter so“ ist keine Option! Eine neue Strategie für das Recruiting
Referentin: Nicole Capelan Dipl.-Betriebswirtin, Unternehmensberaterin, Dozentin der DHfPG und BSA-Akademie
11.15 – 11.45 Uhr Pause
11.45 – 12.30 Uhr Vortrag: Strategie und Marketing nach Corona – Gesundheit als Positionierungsfaktor
Nachhaltig und qualitätsorientiert als Gesundheitsdienstleistende positionieren und die Kundschaft begeistern
Referent: Nicolai Rolli
Dipl.-Sportwiss., BWL-Abschluss (IWW); Experte für Strategie, Führung und Coaching, Dozent der DHfPG und BSA-Akademie
12.30 – 12.50 Uhr Recht – einfach erklärt!
Referent:innen: Florian Kündgen und Team DSSV
12.30 – 13.45 Uhr Mittagspause
13.45 – 14.30 Uhr Vortrag: Betriebliche Gesundheitsförderung und Prävention in Zeiten von Krisen Was ist möglich und wie ist die Resonanz bei den Beschäftigten?
Referent: Oliver Walle BGM-Berater und Dozent der DHfPG und BSA-Akademie, Dipl.-Sportlehrer
14.30 – 15.00 Uhr Pause
15.00 – 15.45 Uhr Vortrag: Move to Earn: Fitness und die Zukunft im Metaverse. Hype oder Chance Wie Fitnessanbietende mit dem digitalen Trend nachhaltig wachsen und sich selbst digital entwickeln können (oder müssen)
Referent: Frederik Neust
Gründer einer Digital-/Nachhaltigkeitsberatung, Fitnessökonom (B. A.), Dozent der DHfPG und BSA-Akademie
15.45 – 16.15 Uhr Pause
16.15 – 16.55 Uhr Vortrag: Erfolgsfaktor Kennzahlen – Besser aufgestellt durch kennzahlenoptimierten
Vertrieb
Wie sich Unternehmen durch stärkeren Fokus auf Kennzahlen besser aufstellen und einen nachhaltigen Vertrieb etablieren
Referent: Niko Russ Dipl.-Fitnessökonom, Experte für Vertrieb und Kund:innenbindung, Dozent der DHfPG und BSA-Akademie
16.55 – 17.00 Uhr Verabschiedung
Vortrag: Körperliche Aktivität und Long Covid
Die Potenziale eines individualisierten körperlichen Trainings zur Krankheitsbewältigung
Referenten:
Dr. med. Jürgen Rissland
Leitender Oberarzt am Zentrum für Infektionsmedizin des Universitätsklinikums Saarbrücken
Prof. Dr. Arne Morsch
Fachbereichsleiter Gesundheitsförderung der DHfPG und BSA-Akademie
Vortrag: Zielgruppen des GK-EMS-Trainings
Anwendungsfelder und Assessments im kommer ziellen sowie klinisch-thera peutischen Bereich
Referent: Dr. Joshua Berger
Wissenschaftlicher Mitarbeiter und Dozent der DHfPG und BSA-Akademie
Vortrag: Mythos: Kohlenhydrate und Fettabbau
Gewichtsreduktion im Fokus von Ernährungsmedizin und Leistungssport
Referent: Clive Salz Dozent der DHfPG und BSA-Akademie, Athletiktrainer, Ernährungsberater, Dipl.-Fitnessökonom
Vortrag: Fitnesseinrichtungen als wichtige Mitwirkende in der kommunalen Gesundheitsförderung
Die Rolle von Fitnesseinrichtungen in kommunalen Gesundheitsnetzwerken
Referentin: Lisa Schwickert Dozentin der DHfPG und BSA-Akademie, Prävention und Gesundheitsmanagement (M. A.), Expertin für Public Health
Vortrag: Technikanalyse und Techniko ptimierung im Krafttraining Verbesserung des Leistungspotenzials am Beispiel der Langhantel-Kniebeuge
Referent: Prof. Dr. Christoph Eifler Fachbereichsleiter Fitness und Prorektor der DHfPG
Rahmenprogramm während des gesamten Kongresses: Partner-Ausstellung,Kongress-Lounge + Speakers Corner Tickets und alle Infos unter: www.aufstiegskongress.de
Gustav Mahler Saal
Arnold Schönberg Saal
FREITAG, 07.10.2022
08.10.2022
SAMSTAG,
Prof. Dr. Ulf Sobek
Recharge yourself Austrinken und aufladen
Jede:r Sporttreibende weiß: ohne Regeneration kein Trainingserfolg! Und auch für Sportmuffel gilt in unserem immer schneller werdenden Alltag: Zur Ruhe kommen war noch nie so wichtig! Doch was tun, wenn weder das Ein- noch das Durchschlafen so richtig klappt? Dank der Kölner Precovery Global Group GmbH wird es schon bald wieder heißen: „Yes, we CAN!“
Deutschland schläft schlecht
Dass wir pro Nacht ca. sechs bis acht Stunden schlafen sollten, haben wir wohl alle schon einmal gehört. Fakt ist: Nur 56 Prozent der Deutschen schlafen tatsächlich die empfohlenen sieben Stunden pro Nacht! Bei den meisten hapert es beim Durchschlafen (74 %) und viele haben Probleme beim Einschlafen (63 % (Brandt, 2021)). Die Folge: Wir fühlen uns müde, schneller gestresst und einfach energielos. Kein Wunder – denn guter Schlaf ist extrem wichtig für unseren Körper und Geist!
Gute Gründe für eine gute Nacht
Im Schlaf regeneriert sich unser gesamtes System, u. a. das Gehirn, das Immunsystem, der Stoffwechsel, die Muskeln und Knochen sowie unsere Haut. Ob und wie gut wir schlafen,
beeinflusst das Schlafhormon Melatonin. Bereits im Laufe des Tages wird unser Glückshormon Serotonin durch Sonnenlicht aktiviert, wodurch sich unser Melatoninspeicher langsam auffüllt. Bei Dunkelheit wird die Melatoninproduktion des Körpers dann angekurbelt: Je voller der Melatoninspeicher, desto besser können wir (ein)schlafen. Sobald der Körper beginnt, Melatonin auszuschütten und den Speicher zu leeren, werden wir müde und schlafen ein. Die ganze Nacht über wird Melatonin produziert und ausgeschüttet – und je mehr Melatonin ausgeschüttet wird, desto tiefer ist unser Schlaf, besser die Regeneration und leistungsfähiger fühlen wir uns am nächsten Tag! Am Morgen ist unser Melatoninspeicher schließlich leer – und bereit, sich zu füllen, um uns in der kommenden Nacht wieder aufladen zu können.
Regeneration aus der Dose
Mit TONiN® gibst du deinem Körper wertvolle Zutaten wie Melatonin, Vitamine und L-Tryptophan, wodurch mehr Melatonin produziert wird und sich dein Speicher zu 100 Prozent füllt. Kurz: Du hilfst deinem Körper dabei, schneller zu regenerieren. Anders als bei einem Energydrink, der nur kurzfristig aufputscht, wird der Körper mit TONiN® langfristig auf natürliche Weise energetisiert. Der Effekt: besserer Schlaf, mehr Energie für den Tag, eine stärkere Performance und ein frischeres Aussehen! Dabei spielt es keine Rolle, ob TONiN® morgens oder abends getrunken wird: Die Inhaltsstoffe unterstützen die natürlichen biochemischen Abläufe der Serotonin- und Melatoninproduktion und arbeiten nicht gegen diese. Übrigens: TONiN® ist vegan, halal, glutenfrei, getestet und geprüft – und fester Bestandteil der Kölner Liste!*
Durst auf mehr? Alle Infos unter www.tonin.de
Literaturliste
Brandt, M. (2021). Schlafen Sie gut?. Zugriff am 14.09.2022. Verfügbar unter https://de. statista.com/infografik/25655/umfrage-zu-schlafdauer-und-schlafproblemen-indeutschland/
* Die Kölner Liste® ist eine Aufzählung von Nahrungsergänzungsmitteln mit minimiertem Dopingrisiko, die Schutz und Orientierung in einem intransparenten Markt mit tausenden von nicht kontrollierten Produkten bietet. Gemeinsam gegen Doping!
Precovery Global Group GmbH
Christophstr. 15–17, 50670 Köln
Foto: TONiN ®
05/22 fitness MANAGEMENT international 39 ANZEIGE | REGENERATION | AKTUELLES
Wie ein Modellprojekt Menschen aller Altersklassen bewegt
„Fitmach-Aktion“ ist ein voller Erfolg!
Fünf Monate lang konnten im Rahmen der „Fitmach-Aktion: fit & gesund im Saarland“ insgesamt 1.000 Proband:innen mit fehlendem oder unzureichendem Bewegungsverhalten ein achtwöchiges kostenfreies Fitnesstraining in einem teilnehmenden Fitness- und Gesundheitsstudio absolvieren, um dem Bewegungsmangel aktiv entgegenzutreten. Obwohl die finalen Ergebnisse noch nicht vorliegen, ist bereits jetzt klar: Das Projekt ist ein Erfolg auf ganzer Linie.
Das Gemeinschaftsprojekt „Fitmach-Aktion: fit & gesund im Saarland“ wurde vom saarländischen Gesundheitsministerium in Kooperation mit der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement (DHfPG), dem Verein für Prävention und Gesundheit im Saarland (PuGiS e. V.) und den gesetzlichen Krankenkassen ins Leben gerufen. Das Ziel: dem Bewegungsmangel aktiv entgegentreten.
Menschen, die deutlich zu wenig oder gar kein Training absolvierten, durften für die Dauer von acht Wochen in den teilnehmenden Fitness- und Gesundheitsanlagen im Saarland kostenfrei trainieren. Dort erhielten sie einen individuell auf sie zugeschnittenen Trainingsplan, der den Vorgaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) folgte: mindestens 150 Minuten moderates Ausdauertraining pro Woche und mindestens zweimal wöchentlich Krafttraining.
Foto: DHfPG/BSA fitness MANAGEMENT international 05/22 40 AKTUELLES | AKTIONEN
Text: Prof. Dr. Sarah Kobel
Dass dieses Trainingspensum gerade für untrainierte Personen zunächst immens klingen mag, ist nachvollziehbar. Umso erfreulicher ist es, zu sehen, wie konstant die Teilnahmequote während der laufenden Aktion blieb. Selbst kurz vor Ende, also Anfang August, lag die Teilnahmequote bei 99,1 Prozent. Damit wird bereits deutlich, wie sehr sich die Menschen nach einem gesundheitsorientierten Fitnesstraining gesehnt haben. Dass es häufig aber an der eigenen Motivation fehlt, um tatsächlich mit dem Training zu starten, ist in der Wissenschaft wie auch in der Praxis hinreichend bekannt. Durch die „Fitmach-Aktion“ ist es den Kooperationspartnern gelungen, eine extrinsische Motivation – sozusagen einen Türöffner – zu schaffen, die den Menschen den Start in die körperliche Aktivität erleichtert. Dass sie durchhalten, ist aber ihr eigener Verdienst – dem gebührt eine Menge Respekt!
Erschreckende Ausgangslage
Mehr als 80 Prozent der Teilnehmenden gaben vor dem offiziellen Trainingsbeginn an, nie oder seltener als einmal pro Woche Fitnesstraining zu betreiben. Etwa jede:r Vierte verbrachte in einer typischen Woche null Minuten mit Sport, Fitness oder körperlicher Aktivität, weitere 40 Prozent investierten maximal 60 Minuten. Mehr als 80 Prozent der Teilnehmenden führten darüber hinaus nie Krafttraining durch. Etwa jede:r Zweite gab an, dass das letzte regelmäßige Fitnesstraining mehr als drei Jahre zurückliegt, während etwa jede:r Fünfte noch nie regelmäßiges körperliches Training betrieben hat.
Diese Ausgangswerte waren alarmierend. Sie zeigen jedoch gleichzeitig, dass es mit dem Modellprojekt gelungen ist, genau diejenigen Menschen anzusprechen, die dringend ein regelmäßiges Fitnesstraining in ihren Alltag integrieren müssen – ein erster Meilenstein wurde also direkt zu Beginn erreicht.
Menschen aller Altersgruppen vertreten
Die Teilnehmer:innen der „Fitmach-Aktion“ sind im Durchschnitt etwa 48 Jahre alt. Der jüngste Teilnehmer ist 16 Jahre, der älteste Teilnehmer ist 90 Jahre. Damit spricht die „Fitmach-Aktion“ Menschen aller Altersgruppen an. Dabei ist knapp jede:r vierte Teilnehmende 60 Jahre oder älter. Diese Erkenntnis ist äußerst interessant, zeigen doch die „Eckdaten der deutschen Fitness-Wirtschaft“ (DSSV, 2022), dass die Mitglieder in deutschen Fitness- und Gesundheitsanlagen im Durchschnitt jünger werden. Nur 9,9 Prozent der Trainierenden waren zum Stichtag 31. Dezember 2021 60 Jahre oder älter.
Den Kooperationspartnern ist es also gelungen, insbesondere diejenige Zielgruppe anzusprechen, die infolge der Corona-Krise seltener die Fitness- und Gesundheitsanlagen
Initiatoren
aufsucht: die Zielgruppe 60 plus. Damit birgt das Modellprojekt für die teilnehmenden Anlagen auch ein enormes Potenzial: Sie können die Proband:innen als aktive Mitglieder gewinnen, die auch über die Aktion hinaus etwas für ihre Gesundheit tun möchten.
„Fitmach-Aktion“ bewegt die Menschen
Seit der Ersterhebung zum Start der „Fitmach-Aktion“, deren Ergebnisse bereits skizziert wurden, zeichnet sich ein deutlicher Wandel im Bewegungsverhalten der Teilnehmenden ab: Während noch vor Trainingsbeginn 25 Prozent der Proband:innen angaben, null Minuten mit Sport, Fitness oder körperlicher Aktivität zu verbringen, waren es im letzten Monat der Projektlaufzeit nur noch 1,5 Prozent. Auch investieren nur noch weniger als 20 Prozent gerade einmal 60 Minuten pro Woche in körperliche Aktivität – vor dem Beginn der Aktion waren es noch zwei von drei Personen. Hier zeigt sich ein weiterer Meilenstein: Nicht nur der Einstieg in ein regelmäßiges Training ist durch die Aktion geglückt, auch das Durchhalten. Die Menschen absolvierten zum Großteil ein Training, das den Empfehlungen der WHO entspricht und leisteten damit aktiv einen wesentlichen Beitrag für ihre eigene Gesundheit. Auch die Zahl derer, die nie oder zu selten Krafttraining betrieben, hat sich während der Projektlaufzeit signifikant reduziert.
Fazit
„The hardest part is starting. Once you get that out of the way, you'll find the rest of the journey much easier“ (Simon Sinek).
Fünf Monate „Fitmach-Aktion: fit & gesund im Saarland“ – mit der Aktion ist es gelungen, die Menschen in Bewegung zu bringen und etwas zu verändern. Menschen, die bislang nur unzureichend oder gar nicht trainierten, absolvieren nun ein regelmäßiges Fitnesstraining. Die Zeichen stehen gut, dass die „Fitmach-Aktion“ den Weg in eine gesündere Zukunft ebnet. Weitere Infos unter: www.fitmach-aktion.de
Exklusiv beim Aufstiegskongress
Die finalen Ergebnisse der „Fitmach-Aktion“ sowie daraus abgeleitete Handlungsempfehlungen für die Fitness- und Gesundheitsbranche stellt Ihnen Prof. Dr. Sarah Kobel beim diesjährigen Aufstiegskongress am 7. und 8. Oktober 2022 in Mannheim vor. Infos und Tickets unter: www.aufstiegskongress.de
Literaturliste
DSSV e. V. – Arbeitgeberverband Deutscher Fitness- und Gesundheits-Anlagen (Hrsg.). (2022). Eckdaten der deutschen Fitness-Wirtschaft 2022. Hamburg: Hrsg.
Unterstützt von
Projektpartner
05/22 fitness MANAGEMENT international 41
Nur wer sich ständig weiterbildet, bleibt langfristig erfolgreich!
Auf dem Laufenden musst du sein
Neue Forschungserkenntnisse, ständige Innovationen und gesellschaftliche Entwicklungen sind drei Faktoren, die den Status quo der Fitness- und Gesundheitsbranche stetig verändern. Was heute noch gilt, kann morgen schon überholt sein. Dieser Grundsatz sollte den Umgang von Fitness- und Gesundheitsunternehmen mit der Qualifizierung ihrer Fachund Führungskräfte essenziell beeinflussen. Was das konkret bedeutet, haben wir die drei Experten Florian Kreis, Prof. Dr. Christoph Eifler und Prof. Dr. Bernhard Allmann gefragt.
Text: Carolin Schmidt und Florian Schmidt
Foto: BullRun –stock.adobe.com fitness MANAGEMENT international 05/22 44 AKTUELLES | INTERDISZIPLINÄR
Wer die Ausbildung oder das Studium abschließt, hat ausgelernt. Diese Aussage ist ein Trugschluss. Besonders Unternehmen der Fitness- und Gesundheitsbranche müssen auf qualifizierte Fachkräfte setzen angesichts steigender Herausforderungen und Kund:innenansprüche. Nur so kann der langfristige Erfolg gesichert werden – getreu dem Motto: Wer rastet, der rostet!
Die Branche wandelt sich – ständig und immer
Doch warum ist vor allem die Fitness- und Gesundheitsbranche auf die aktuelle Qualifizierung ihrer Beschäftigten angewiesen? Der Grund ist so einfach wie offensichtlich: weil sie eine Dienstleistungsbranche ist. Immer wieder werden u. a. auf Fachkongressen, in Fachmedien oder über SocialMedia-Kanäle die neuesten Geräteinnovationen, die aktuellsten Forschungsergebnisse und die größten Fitnesstrends vorgestellt. Wer nicht Schritt hält und die eigenen Fach- und Führungskräfte nicht stetig und umfassend (weiter-)qualifiziert, riskiert, nicht mehr am Puls der Zeit agieren zu können und somit an Attraktivität für Neukund:innen sowie Mitglieder zu verlieren.
Unternehmen müssen in Bildung investieren
Diejenigen Unternehmen, die auf solche Herausforderungen des Marktes schnell und flexibel reagieren können, setzen zumeist verstärkt auf die marktorientierten Qualifizierungen ihrer Mitarbeitenden. Ganz bewusst ist dabei nicht die Rede
von einer einzelnen Qualifizierung, sondern von mehreren. Es reicht schon lange nicht mehr aus, lediglich Übungen korrekt anleiten zu können. Mittlerweile müssen Trainer:innen umfassende Kenntnisse auch z. B. in Anatomie, Gesundheitspsychologie, Kommunikation, Beratung und Service sowie Ernährung besitzen. Das Zauberwort lautet also auch: interdisziplinär. Nur wer interdisziplinäre Kompetenzen besitzt, kann Methoden und Denkweisen unterschiedlicher Fachrichtungen miteinander verknüpfen und so bestmögliche Resultate erzielen.
Wir fragen Experten für Aus-/Weiterbildung Unternehmen müssen entscheiden, was der richtige Studien- bzw. Lehrgang für die Qualifizierung ihrer Fach- und Führungskräfte ist. Um hier die beste Wahl zu treffen, sind u. a. folgende Fragen entscheidend: Welche Herausforderungen beschäftigen die Unternehmen aktuell und welche Konsequenzen ergeben sich daraus für die Aus- und Weiterbildung von Fach- und Führungskräften? Welche Qualifikationen sind aufgrund veränderter Kund:innenwünsche oder gesetzlicher Anforderungen besonders gefragt und welche Vorteile bietet die interdisziplinäre Aus- und Weiterbildung?
Genau diese Fragen haben wir drei Experten für Studium und Weiterbildung in der Fitness- und Gesundheitsbranche gestellt. Florian Kreis, Prof. Dr. Christoph Eifler und Prof. Dr. Bernhard Allmann wissen genau, wie der aktuelle Aus-/Weiterbildungsmarkt aussieht und welche Kompetenzen gefragt sind.
Anzeige
fMi: Herr Kreis, Sie sind in der Beratung der DHfPGAusbildungspartner:innen und ihrer Studierenden tätig und gut mit deren Bedürfnissen und Problemen vertraut. Vor welchen Herausforderungen stehen die Unternehmen aktuell und was brauchen sie, um diese zu bewältigen?
Florian Kreis: Die Branche befindet sich im Wandel. Themen wie Gesundheit, Prävention und Qualität rücken immer mehr in den Fokus. Die Kund:innen haben höhere Ansprüche und das gesteigerte Bedürfnis nach sozialen Kontakten. Die Herausforderungen, denen sich die Unternehmen stellen, werden durch die teilweise schwierige wirtschaftliche Lage und den Fachkräftemangel noch zusätzlich erschwert. Unternehmen brauchen dringend qualifizierte und motivierte Mitarbeitende, die sich mit den Themen Prävention, Gesundheit, Fitness und Sport identifizieren und das auch an die Kund:innen weitergeben.
Welche Konsequenzen ergeben sich daraus für die kurz-, mittel- und langfristige Aus- und Weiterbildung von qualifizierten Fach- und Führungskräften?
Die Anforderungen in der Arbeitswelt steigen, das ist klar. Aber obwohl eine hohe fachliche Kompetenz heute als selbstverständlich vorausgesetzt wird und wichtiger denn je ist, genügt sie in der Praxis oft nicht mehr. Durch die wachsenden Herausforderungen aufgrund der Pandemie sowie die schnelllebigen Veränderungen im beruflichen Umfeld legen Unternehmen immer mehr Wert auf die sogenannten Soft Skills, wie Teamfähigkeit, Flexibilität oder Kreativität. Corona wirkte aber auch wie ein Beschleuniger z. B. für die Erarbeitung digitaler Angebote. Dafür benötigen die Unternehmen kurz- und langfristig qualifiziertes Personal. Digitale Angebote sind auch in der Bildung nicht mehr wegzudenken. Es entstanden und entstehen immer mehr hybride Lehrangebote – hin zu mehr Flexibilität. Studierende entscheiden jetzt, wann und wo sie lernen. Von diesem „neuen“ Lehrgangssystem profitieren sie und ihre Ausbildungsbetriebe gleichermaßen.
Es zeigt sich also, dass besonders auch die fachlichen und persönlichen Anforderungen an Führungskräfte kontinuierlich steigen. Welche Kompetenzen und Qualifikationen sind
Florian Kreis
Ihrer Meinung nach besonders wichtig, um ein Fitness- und Gesundheitsunternehmen langfristig erfolgreich zu führen?
Nach langer Zeit im Lockdown ist die Nachfrage nach empathischem und qualifiziertem Personal enorm hoch, denn die Kund:innen verlangen danach. Software schlägt Hardware! Das Personal macht den Unterschied! Um ein Fitness- und Gesundheitsunternehmen langfristig erfolgreich zu leiten, benötigt eine Führungskraft interdisziplinäre Kompetenzen. Denn es wird sehr häufig von ihnen verlangt, dass sie Generalist:innen sind, also von allen Fachgebieten innerhalb ihres Unternehmens Ahnung haben. Für mich brauchen Generalist:innen allerdings immer ein Team aus spezialisierten Personen an ihrer Seite. Durch gezielte, praxisnahe Weiterbildungen kann die Professionalisierung sowohl der eigenen Person als auch des Personals und damit letztlich auch der eigenen Dienstleistung vorangetrieben werden, was sich langfristig am Unternehmenserfolg zeigt.
In der Branche sind dual Studierende aufgrund der während des Studiums erworbenen Kompetenzen und Qualifikationen sehr gefragt. Doch inwiefern spielen kontinuierliche Weiterbildungen für Absolvent:innen wie Unternehmen auch nach dem Studium weiterhin eine Rolle?
Durch den schon angesprochenen Fachkräftemangel wird es immer schwieriger, junge Interessierte für das eigene Unternehmen zu gewinnen. Und gerade jetzt sollte nicht am Personal gespart werden. Eine gute Möglichkeit, junge Menschen von sich zu überzeugen, ist das duale Studium. Dieses ist der perfekte Grundstein für eine erfolgreiche Karriere, da aktuelle interdisziplinäre Kenntnisse in den Bereichen Wirtschafts-, Gesundheits-, Trainings- und Naturwissenschaft vermittelt werden, die direkt in der Praxis umgesetzt werden können.
Die Präferenzen, die sich während des Studiums entwickelt haben, gilt es dann durch zusätzliche Weiterbildungen und/ oder ein angeschlossenes Master-Studium zu vertiefen. Nur so bleiben Absolvent:innen auch über ihren Abschluss hinaus up to date und können sich weiter professionalisieren und spezialisieren. Außerdem: Bildung ist immer ein wichtiger Faktor zur Mitarbeitendengewinnung, -entwicklung und -bindung. So kann Know-how gefördert und gehalten werden.
Unternehmen brauchen qualifizierte und motivierte Mitarbeitende, die sich mit Prävention, Gesundheit, Fitness und Sport identifizieren und das an die Kund:innen weitergeben.
Fotos: DHfPG/BSA
Der Experte für Führung und Vertrieb ist als Leitung des Career Services der DHfPG/BSA-Akademie mit den aktuellsten Themen des Fitnessmarktes bestens vertraut. Er hat einen umfassenden Überblick über die Bedürfnisse von Unternehmen und Studierenden der Branche.
fitness MANAGEMENT international 05/22 46 AKTUELLES | INTERDISZIPLINÄR
Qualifizierte Mitarbeiter:innen sind der Schlüsselfaktor für
fMi: Neue Trends, Trainingskonzepte und Geräteinnovationen sorgen für ständige Veränderungen. Was müssen Trainer:innen tun, um in Sachen Weiterbildung auf dem neuesten Stand zu bleiben?
Prof. Dr. Christoph Eifler: Um stets up to date zu sein, empfehle ich zwei Dinge. Erstens: viel lesen. Fachzeitschriften sind informativ und halten auf dem Laufenden. Zweitens: regelmäßiger Besuch von Fachkongressen und Fachmessen. Diese sind am Puls der Zeit und zeigen zukünftige Entwicklungen frühzeitig auf – so natürlich auch die Fachzeitschriften.
Was sind Ihrer Meinung nach wichtige „Must-haves“, die Trainer:innen heute unbedingt mitbringen müssen bzw. sollten?
Überaus wichtig sind nach wie vor die Basics, d. h. fundierte Kompetenzen in den Bereichen Trainings-/Bewegungslehre, funktionelle Anatomie und Physiologie, Biomechanik sowie Didaktik/Methodik. Dieses Basiswissen ist wie das Fundament eines Hauses, denn ohne stabilen Untergrund baue ich keinen Wolkenkratzer.
Ich kann Trends unreflektiert folgen und unzählige Übungssowie Trainingsformen kennenlernen – oder diese zuerst kritisch hinterfragen. Denn wenn ich nicht verstehe, was Sinn und Zweck einer Übung/Trainingsform ist, welche Effekte damit erzielt werden können, wie die optimale Dosis-Wirkungs-Beziehung aussieht, für welche Zielklientel eine Übung/ Trainingsform überhaupt geeignet ist und wie ich diese Inhalte zielführend instruiere, dann fehlt mir die Basis und das ganze spezifische Wissen kann ich nicht adäquat an meinem:meiner Kund:in anwenden.
Welche Weiterbildungsangebote aus dem Individual- und Gruppentrainingsbereich werden derzeit besonders stark nachgefragt und warum?
Nach dem Peak der Corona-Pandemie herrscht in der Fitnessbranche ein akuter Fachkräftemangel. Daher ist zurzeit die Nachfrage nach Basisqualifikationen, wie z. B. der „Fitnesstrainer/in-B-Lizenz“, relativ hoch. Ungebrochen ist auch das Interesse an Qualifikationen im Bereich Functional Training. Ein neuer Trend ist sicherlich auch der Bereich Neurotraining.
Im Gruppentraining wird zurzeit verstärkt nach Qualifikationen wie Yoga und Pilates – also eher nach „ruhigeren“ Angeboten –gefragt.
Durch die neuen Anforderungen und gesetzlichen Auflagen rund um die NiSV spielt das Thema Mitarbeitendenqualifikation gerade für EMS-Anbietende eine existenzielle Rolle. Warum sollten Studios jetzt handeln und Mitarbeitende rechtzeitig entsprechend qualifizieren?
Nach dem 31. Dezember 2022 wird die „Fachkunde EMF“ zur Stimulation verpflichtend. Egal wie lange Trainer:innen bereits im EMS-Bereich arbeiten und unabhängig davon, ob sie bereits über eine EMS-Qualifikation verfügen, sobald sie EMS-Training anwenden, brauchen sie ab dem 1. Januar 2023 zwingend diesen Fachkundenachweis. Wir sind bereits in der zweiten Jahreshälfte 2022. Nur wenige Bildungsträger, wie z. B. die BSA-Akademie, sind autorisiert, Fachkundeschulungen durchzuführen, d. h. die Schulungskapazitäten sind begrenzt. Daher ist es wichtig, jetzt noch die Chance zur Qualifizierung zu ergreifen, sonst wird es sehr eng zum Ende des Jahres hin. Ein Verstoß gegen diese Verordnung kann für EMS-Betreiber:innen sehr teuer werden und die zuständigen Behörden haben für 2023 bereits Kontrollen angekündigt.
Wie wichtig sind aus Ihrer Sicht Zertifikate, Trainer:innenscheine, Lizenzen und entsprechende Qualifikationen in der Außenwahrnehmung von Studios und Unternehmen?
Hat der Stellenwert dieser Aspekte in den letzten Jahren Ihrer Meinung nach zugenommen? Wenn ja, warum?
Hinsichtlich apparativer und räumlicher Ressourcen sind die Fitnessstudios mittlerweile auf einem relativ einheitlichen qualitativ hochwertigen Niveau. Ein moderner Gerätepark wird von Kund:innen heute vorausgesetzt und ist sicherlich kein Begeisterungsfaktor mehr. Fitnessunternehmen können sich aber nach wie vor über die Qualität der Dienstleistung abheben. Qualifizierte Mitarbeiter:innen sind der Schlüsselfaktor für eine hohe Dienstleistungsqualität. In diesem Kontext tragen Trainer:innenlizenzen maßgeblich dazu bei, das eigene Selbstverständnis hinsichtlich Professionalität auch in der Außenwirkung des Unternehmens zu unterstreichen.
eine hohe Dienstleistungsqualität. Sie bilden die elementare Basis, um den wachsenden Herausforderungen entgegentreten zu können.
Prof. Dr. Christoph Eifler Aufgrund seiner Tätigkeit als Leitung des Fachbereichs Trainings- und Bewegungswissenschaft sowie als Prorektor für Forschung an der DHfPG und als Fachbereichsleiter Fitness an der BSA-Akademie ist er über den aktuellen Aus- und Weiterbildungsmarkt der Branche optimal informiert.
05/22 fitness MANAGEMENT international 47
fMi: Immer mehr Kund:innen wünschen sich eine ganzheitliche Trainingsbetreuung aus Fitness, Ernährung, Coaching usw. Welche interdisziplinären Kompetenzen und Qualifikationen müssen Gesundheitsexpert:innen heute mitbringen, um in der Praxis solche ganzheitlichen Lösungen anbieten zu können?
Prof. Dr. Bernhard Allmann: Die Anforderungen an Trainer:innen sind in der Tat in den vergangenen Jahren gestiegen. Da sich in der Kundschaft nicht nur freizeit- und leistungssportorientierte Trainierende befinden, sondern viele mit einschlägigen Zivilisationserkrankungen in die Studios kommen, spielen neben dem trainingswissenschaftlichen Know-how auch die Kenntnisse über Erkrankungen sowie deren Entstehung eine essenzielle Rolle.
Darüber hinaus sind auch Beratungskompetenzen und psychologisches Fachwissen gefordert. Es wird also zunehmend wichtiger, sich interdisziplinär aufzustellen.
Welche Vorteile haben in diesem Zusammenhang interdisziplinäre Lehrgänge, die unterschiedliche Fachgebiete gezielt miteinander verknüpfen?
Interdisziplinäre Lehrgänge, die z. B. Themengebiete wie Gesundheit, Medizin, Prävention und Gesundheitsförderung, Gesundheitspsychologie, Gesundheitssport, Ernährung und Entspannung miteinander vereinen, vermitteln Zusammenhänge von Gesundheitsproblemen und deren Entstehung.
Diese haben zum Teil komplexe Ursachen, die man als Berater:in und/oder Trainer:in erkennen und auf die man in der Trainingsplanentwicklung sowie Übungsausführung reagieren können muss. Nur so ist eine qualitativ hochwertige Betreuung von Kund:innen zu gewährleisten.
Der Sektor Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) und Firmenfitness boomt und ist ein lukrativer Wachstumsmarkt mit jeder Menge Potenzial. Gerade deshalb bilden sich immer mehr Menschen in diesem Bereich weiter. Welche Qualifikationen und Zusatzausbildungen sind dafür essenziell?
Um als Fitnessunternehmer:in zu verstehen, wo und wie ich
meine Dienstleistung am besten in der Firmenwelt verorte, muss ich die Perspektive und die Herangehensweise des Gesundheitsmanagements in Betrieben kennen. Da gibt es verschiedenste Akteur:innen, Methoden und gesetzliche Bestimmungen, über die man als Fitnessdienstleister:in Bescheid wissen muss. Daher ist eine entsprechende Weiterbildung im Betrieblichen Gesundheitsmanagement aus meiner Sicht ein Muss, um qualifiziert einen Einstieg in die BGM-Welt zu finden.
Seit Kurzem besteht die Möglichkeit, sich auch im Bereich des Kommunalen Gesundheitsmanagements gezielt weiterzubilden. Für welche Betreiber:innen und deren Mitarbeitende ist dieses Weiterbildungsangebot besonders interessant und welche neuen Perspektiven und Synergien können sich durch solche Kooperationsprojekte langfristig für die Branche ergeben?
Jedes Gesundheitssetting – ob Kita, Schule, Betrieb oder Kommune – hat seine eigenen gesundheitlichen Rahmenbedingungen, Chancen und Risiken.
Besonders die Gemeinden haben auf alle Lebensphasen der Bürger:innen Einfluss, sei es beim Aufwachsen in Kitas und Schulen oder im Berufsleben durch die Kooperation mit Betrieben und Unternehmen.
Es geht darum, Netzwerke aus unterschiedlichen Akteur:innen der Gesundheitsbranche in den Gemeinden aufzubauen und Strategien in den Themenfeldern Gesundheit und Prävention vor Ort zu entwickeln. Somit ergeben sich viele potenzielle Synergieeffekte für Fitness- und Gesundheitsstudios. Daher ist ein solches Weiterbildungsangebot sowohl für Studios, aber auch für Unternehmen, Verwaltung und Selbstständige von Bedeutung.
Mit der entsprechenden Qualifizierung ist es möglich, gemeinsam vor Ort mit anderen Kooperationspartner:innen solche Gesundheitsprojekte zu entwickeln und die eigene Dienstleistung mit einzubringen.
Die Anforderungen an Trainer:innen steigen. Neben trainingswissenschaftlichem Wissen sind auch Kenntnisse über Erkrankungen und deren Entstehung essenziell –umso wichtiger sind daher interdisziplinäre Qualifikationen.
Foto: Peter Kerkrath
Prof. Dr. Bernhard Allmann Aufgrund seiner vielseitigen Tätigkeiten als Referent der IKK Südwest sowie als Fachkraft für Arbeitssicherheit, Dozent, Autor und Tutor an der DHfPG und BSA-Akademie hat er umfassende Einblicke in die Fitness- und Gesundheitsbranche.
fitness MANAGEMENT international 05/22 48 AKTUELLES | INTERDISZIPLINÄR
Die Bedeutung der Konsumverhaltensforschung
Mitglieder verstehen und binden
Die Fitnessbranche ist auf einem guten Weg, sich von der Krise zu erholen. Während sich wichtige Kennzahlen wieder in eine positive Richtung entwickeln, zeigt sich gleichzeitig, dass insbesondere ältere Mitglieder dem Training auch nach Wegfall der CoronaBeschränkungen fernbleiben. Nicht nur das Kommunikationsverhalten der Fitnessanlagen kann hierfür verantwortlich sein. Auch fehlt es an einem tiefgehenden Verständnis für die Mitglieder. Nur aber wenn diese ganzheitlich in ihrem Denken, Fühlen und Handeln verstanden werden, können Betreibende von Fitnessanlagen zielgruppenadäquat und erfolgreich am Fitnessmarkt agieren.
Text: Prof. Dr. Sarah Kobel
50 fitness MANAGEMENT international 05/22 AKTUELLES | FACHARTIKEL KONSUMVERHALTEN
Foto: Flamingo Images –stock.adobe.com
Die Eckdatenstudien zur deutschen und auch zur Schweizer Fitnesswirtschaft zeigen: Die Branche ist auf einem guten Weg, sich von der Corona-Krise zu erholen. Nach starken Rückgängen in den vergangenen beiden Jahren entwickeln sich wichtige Kennzahlen wieder in eine positive Richtung: Mitglieder kommen zurück in die Studios, Neukund:innen wollen aktiv etwas für ihre Gesundheit tun.
Ältere Mitglieder bleiben häufiger fern
Was in diesem Zusammenhang aber auffällt: Das Durchschnittsalter der Mitglieder sinkt. Zum Stichtag 31. Dezember 2021 liegt das durchschnittliche Alter der Fitnesstreibenden bei 40,5 Jahren (DSSV, 2022) und zeigt sich damit erstmals seit 2016 sinkend. Diese Entwicklung lässt sich insbesondere auf das Fernbleiben der älteren Mitglieder zurückführen. Lange wurde gerade an Ältere als vulnerable Zielgruppe nachdrücklich appelliert, sich bestmöglich vor einer Infektion mit COVID-19 zu schützen. Dies hat zur Folge, dass sie neben vielfältigen anderen Aktivitäten auch dem für sie so wichtigen Training in Fitness- und Gesundheitsanlagen fernbleiben.
Während mit Wegfall der Corona-Maßnahmen wieder vermehrt Menschen in die Studios strömen, kommen die Älteren noch nicht zurück. Schuld ist nicht nur die noch immer hohe Inzidenz, sondern vielfach auch das (Kommunikations-)Verhalten der Betreiber:innen von Fitnessanlagen selbst.
Kommunikationsverhalten der Anlagen zielgruppenadäquat?
Eine Betreibendenbefragung durch die Deutsche Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement (DHfPG) im Juni 2021 – also nach dem ersten Lockdown – zeigt, dass 93,4 Prozent der Betreiber:innen der Meinung waren, aufgrund der Corona-Krise ihren Social-Media-Auftritt verbessert zu haben – im digitalen Zeitalter eine durchaus positive Entwicklung. Aber: Reflektieren Betreiber:innen die eigenen Kommunikationsmaßnahmen kritisch, sollte nicht selten auffallen, dass diese hauptsächlich, wenn nicht sogar ausschließlich, online stattfinden. Wer sowohl die Frage nach der Kommunikation über „klassische“ Medien wie Zeitungen als auch über telefonische Rückfragen bei Mitgliedern verneinen muss, der könnte an dieser Stelle erkennen, dass sich gerade die älteren Mitglieder vernachlässigt fühlen oder schlichtweg den Einstieg in ein regelmäßiges Fitnesstraining allein nicht mehr finden. Häufig ist der (Wieder-)Einstieg in eine Aktivität – hier das Training – der schwerste Teil und Fitnessanlagen tun gut daran, ihren Mitgliedern dabei aktiv Hilfestellung zu leisten. Damit dies gelingt, muss aber überhaupt erst das Problem erkannt werden.
Mitglieder verstehen – essenzieller denn je Unter anderem gilt es zu verstehen, welche Motive einem Training zugrunde liegen. Diese Motive sollten zugeschnitten auf die entsprechende Zielgruppe und angepasst an den Rahmen der Kommunikationsstrategie übermittelt werden. Beispielsweise könnte angenommen werden, dass gerade ältere Menschen gesundheitliche Motive wie Krankheitsprävention oder den Erhalt einer gewissen Flexibilität als übergeordnete Treiber für ein Fitnesstraining sehen. Jüngere hingegen könnten Motiven, die die körperliche Ästhetik betreffen, einen höheren Stellenwert beimessen. Derartige Vermutungen sollten aber unbedingt empirisch belegt und nicht einfach nur per se angenommen werden. Verkennt eine Fitnessanlage etwaige Motivwidersprüche zwischen den Altersgruppen und wirbt beispielsweise mit Bildern, die auf die Ästhetik durch Training abzielen, könnten sie damit ein ablehnendes Verhalten der älteren Zielgruppe hervorrufen. Neben den Motiven gilt es darüber hinaus auch Barrieren zu identifizieren, die Mitglieder daran hindern, wieder in das Training einzusteigen. Für Betreiber:innen wäre es beispielsweise wesentlich zu erfahren, ob die älteren Mitglieder vielleicht aufgrund fehlender Kommunikation seitens des Studios schlichtweg nicht wissen, wie und unter welchen Bedingungen wieder trainiert werden kann. Vielleicht haben die älteren Trainierenden auch noch immer ein stark erhöhtes Sicherheitsbedürfnis, das es
51 05/22 fitness MANAGEMENT international
durch etablierte Sicherheitsmaßnahmen zu erfüllen gilt. Dies sollte auch entsprechend kommuniziert werden. Nur dann, wenn die Barrieren tatsächlich identifiziert sind, können sie seitens der Fitnessanlage auch durch angemessene Kommunikation abgebaut werden.
Konsumverhaltensforschung in der Fitnessbranche
Die Konsumverhaltensforschung hilft, das Denken, Fühlen und Handeln der Mitglieder sowie der potenziellen Kundschaft zu verstehen. Damit liefert sie eine wichtige Basis, um richtig zu kommunizieren, Mitglieder so (zurück-)zu gewinnen und langfristig zu binden.
Das Konsumverhalten beschreibt das beobachtbare äußere und das nicht beobachtbare innere Verhalten von Menschen beim Kauf und Konsum wirtschaftlicher Güter. Im weiteren Sinne umfasst es auch das Verhalten der Letztverbraucher:innen von materiellen und immateriellen Gütern in einer Gesellschaft (Kroeber-Riel & Gröppel-Klein, 2019). Damit stellen auch Fitnesstreibende Konsument:innen dar, die die Dienstleistung „Fitness“ konsumieren. Mithilfe der Konsumverhaltensforschung gelingt es, das Warum und das Wie eines Verhaltens zu erklären. Während in der Konsumgüterindustrie die bedeutende Rolle dieser Disziplin längst erkannt worden ist (man denke hier an zahlreiche Untersuchungen aus dem Bereich der Werbewirkungsforschung), fehlt es in der Fitnessbranche vielfach noch an dem Verständnis des Mehrwertes. Nur dann aber, wenn das Warum und das Wie der Trainierenden durch die Betreiber:innen tatsächlich verstanden und nicht nur gemutmaßt werden, können sie im Marketing, in der Kommunikation, aber auch mit ihrem Leistungsportfolio entsprechend auf die Erwartungen und Wünsche der Kundschaft reagieren und so sich letztlich erfolgreich am Markt aufstellen. Konkret bedeutet dies, dass für die jeweiligen Altersgruppen genau diejenigen Angebote im Leistungsportfolio der Fitnessanlage vorhanden sind, die die Erwartungen der Zielgruppe auch erfüllen. Konsistent mit den oben exemplarisch angeführten Motiven würde dies zum Beispiel bedeuten, dass für Ältere rehabilitatives Training, für Jüngere hingegen ein intensives Training kombiniert mit einem zielorientierten Ernährungsplan angeboten wird. Und über die entsprechende zielgruppenadäquate Kommunikation kann dieses Angebot dann auch nach außen vermittelt werden.
Mit gutem Beispiel voran
Mit der „Fitmach-Aktion: fit & gesund im Saarland“ hat die DHfPG in Kooperation mit dem saarländischen Gesundheitsministerium und dem Verein für Prävention und Gesundheit im Saarland (PuGiS) e. V. sowie mit der Unterstützung des Arbeitgeberverbandes deutscher Fitness- und Gesundheits-
Anlagen (DSSV) e. V. 1.000 Menschen mit fehlendem oder unzureichendem Bewegungsverhalten den Zugang zu einem regelmäßigen Training ermöglicht. Über die Online-Kanäle der DHfPG, des Ministeriums und des PuGiS e. V. wurden internetaffine Personen von der Aktion in Kenntnis gesetzt; durch Presseberichte in diversen Zeitungen mit angegebenem Telefonkontakt ist es aber auch gelungen, Personen mit wenig Internetkenntnissen oder gar fehlendem Internetzugang zu erreichen. Durch diesen Kommunikationsmix konnten Personen zwischen 16 und 90 Jahren als Teilnehmende gewonnen und damit für ein breites Altersspektrum ein wichtiger motivationaler Anreiz zum Training geliefert werden. Das Modellprojekt wird während der gesamten Projektlaufzeit wissenschaftlich evaluiert, sodass wichtige Erkenntnisse darüber erlangt werden können, welches heute die bedeutsamen Treiber eines Trainings gerade auch für ältere Menschen sind. Die Ergebnisse werden, mit konkreten Handlungsempfehlungen für Fitnessanlagen, am 7. Oktober auf dem diesjährigen Aufstiegskongress im Mannheimer m:con Congress Center Rosengarten präsentiert.
Darüber hinaus erhebt die DHfPG aktuell weitere Daten, um der Branche künftig mehr und mehr Einblicke in das Denken, Fühlen und Handeln ihrer (potenziellen) Mitglieder zu ermöglichen und so langfristig eine Basis für eine erfolgreiche Mitgliedergewinnung und -bindung zu schaffen.
Prof. Dr.
promovierte am Institut für Konsum- und Verhaltensforschung an der Universität des Saarlandes. Seit Oktober 2018 ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin an der DHfPG und leitet dort seit Januar 2021 die Abteilung Marktforschung. Seitdem hat sie für Forschungsprojekte mehrere Marktbefragungen unter Studiobetreiber:innen und Fitnesskund:innen begleitet.
www.dhfpg-bsa.de
Literaturliste
DSSV e. V. – Arbeitgeberverband Deutscher Fitness- und Gesundheits-Anlagen (Hrsg.). (2022). Eckdaten der deutschen Fitness-Wirtschaft 2022. Hamburg: Hrsg. Kroeber-Riehl, W. & Gröppel-Klein, A. (2019). Konsumentenverhalten (11., überarbeitete, aktualisierte u. ergänzte Aufl.). München: Franz Vahlen.
Sie interessieren sich für wissenschaftliche Ergebnisse und Erkenntnisse aus und für die Branche? Dann lassen Sie sich nicht den Aufstiegkongress am 7. und 8. Oktober 2022 in Mannheim entgehen!
Infos und Tickets unter: www.aufstiegskongress.de
Prof. Dr. Sarah Kobel
Sarah Kobel
fitness MANAGEMENT international 05/22 52 AKTUELLES | FACHARTIKEL KONSUMVERHALTEN
Foto: DHfPG/BSA
Der „Energieversorger“ der Fitnessbranche feiert 40-jähriges Firmenjubiläum 40 Jahre INKO
Am 28. Januar 1982 wurde die INKO Internationale Handelskontor GmbH gegründet. Seitdem hat sich viel getan, sowohl in der Unternehmensstruktur als auch in der Produktpalette von INKO. Anlässlich des Jubiläums hatte das INKO-Team um Geschäftsführerin Angelika Müller und Key-Account-Manager Hans Heller Partner:innen und Freund:innen nach Roth eingeladen, um den Jahrestag mit einem fantastischen bayerischen Sommerfest zu feiern.
Als INKO im Jahr 1982 begann Proteinpräparate zu entwickeln, waren die meisten Influencer:innen von heute noch gar nicht geboren. Im Verlauf der letzten 40 Jahre hat INKO mit rund 300 Expert:innen in der eigenen Entwicklungsabteilung und Produktion in Deutschland permanent daran gearbeitet, ihre Produkte zu optimieren. 40 Mitarbeitende im Innen- und Außendienst beraten und unter-
stützen sowohl die INKO-Partnerstudios als auch die Endverbraucher:innen – getreu dem INKO-Motto „…erlebbar besser“.
Ein Jubiläum wird gebührend gefeiert
Der „Energieversorger“ der Fitnessbranche hatte am 24. Juni 2022 zur Jubiläumsfeier eingeladen. Veranstaltungsort war der Hauptfirmensitz im mittelfränkischen Roth bei
Florian Kündgen (stellv. Geschäftsführer DSSV e. V.), Angelika Müller (Geschäftsführerin INKO) und Janosch Marx (Geschäftsführer fitness MANAGEMENT) beim Jubiläum in Roth
fitness MANAGEMENT international 05/22 54 AKTUELLES | FIRMENJUBILÄUM | ANZEIGE
INKO Internationale Handelskontor GmbH
INKO-Key-Account-Manager Hans Heller (l.) mit Unternehmensgründer Helmut Mader (Nutrichem 1977, INKO 1982, mitte) und INKOs erstem Außendienstmitarbeiter Walter Köck (r.)
Fotos:
Nürnberg. Da INKO in über 3.500 Fitness- und Gesundheitsanlagen als Partner vertreten ist, war die Gästeliste entsprechend lang.
Innovation mit Tradition
Bei der Themenwahl für das Sommerfest blieb INKO seinen Wurzeln treu. Weil Innovation ohne Tradition nicht funktioniert, wurde das perfekt passende Motto gewählt: ein original bayerisches Sommerfest – sensationelle Stimmung inklusive beidhändiger Schenkelklopfer waren garantiert und erstklassige Ernährungsprodukte, wie (Achtung:) Whey-zenbier, rundeten die Feier ab.
Ernährung als Teil der Gesunderhaltung
Nach der Begrüßung durch Geschäftsführerin Angelika Müller wurde das Sommerfest eröffnet. In ihrer Ansprache betonte sie, dass die Menschen heute aktiver mit ihrer Gesundheit umgingen und die Fitnessstudios eine ganz andere Rolle einnehmen würden. Ernährung, als ein wichtiger Teil einer ganz-
heitlichen Gesunderhaltung, rücke neben dem körperlichen Training mehr in den Fokus. Als Sporternährungshersteller sei INKO daher ein wertvoller Partner für die Fitnessstudios.
Im Rahmen der Jubiläumsfeier hatten die Gäste viele Möglichkeiten, die beeindruckenden Prozesse bei INKO näher kennenzulernen. Die Forschung, Entwicklung sowie die Produktion und Qualitätssicherung der Sporternährungsprodukte erfolgen durch die Muttergesellschaft Nutrichem Diät + Pharma GmbH im eigenen Haus. Das Unternehmen ist einer der modernsten Industriebetriebe Europas und entwickelt, produziert und verpackt hochwertige Ernährungs- und Medizinprodukte mit modernster Technologie für Kund:innen in aller Welt. Nutrichem unterliegt als Herstellerin von Arzneimitteln einem hohen Produktionsstandard, der weit über dem von Sporternährungsprodukten liegt, aber auch bei der Herstellung der INKO-Produkte eingehalten wird.
Mehr über INKO: www.inkospor.com/de
fMi: 40 Jahre INKO – welche Meilensteine haben die Entwicklung von INKO geprägt und welches Zwischenfazit ziehen Sie nach 40 Jahren Unternehmensgeschichte?
Angelika Müller: Wenn Sie mich nach dem Zwischenfazit fragen, dann kann ich mit Stolz feststellen, dass trotz oftmals unruhiger Zeiten, Wirtschaftskrisen und Marktveränderungen die INKO es immer wieder geschafft hat, entsprechende Veränderungen und Anpassungen vorzunehmen, um erfolgreich zu bleiben! Der Erfolg liegt aber nicht nur in der Agilität, sondern in den Menschen, die die INKO sind!
Wer kann von sich behaupten, Außendienstler der ersten Stunde (heißt 40 Dienstjahre) aktiv im Unternehmen zu haben?
Das ist auf der einen Seite ein unglaubliches Vertrauen ins Unternehmen und auf der anderen Seite auch eine hohe Stabilität und Vertrauensbildung für die Studiobesitzer:innen. Jede Person in diesem Team ist 100 Prozent INKO, ob Außen- oder Innendienst – eine tolle Erfahrung für mich als Chefin (lacht).
Hans Heller: Der Meilenstein Nr. 1 ist das Fokussieren auf Nahrungsergänzungsmittel im Jahr 1994 gewesen: volle Konzentration auf unsere Stärken, weg von Bekleidung, Geräten und Sonnenbänken sowie der Aufbau eines starken Außendienstes. Bis heute haben wir das stärkste Team im Markt. Das gesamte INKO-Team ist der Garant für unsere Erfolge.
Mein persönliches Highlight gibt es nicht. Ich liebe meinen Job und den täglichen Umgang mit ganz tollen Kund:innen. Daraus entstanden Freundschaften. Auch nach 28 Jahren Zugehörigkeit zu diesem Team macht es mir noch immer viel Spaß und Freude.
Inwieweit kann und wird INKO als Partner der Studios die Branche dabei unterstützen, sich noch besser als Teil des Gesundheitsmarktes zu positionieren?
Angelika Müller: Durch den Mutterkonzern B. Braun steht gerade Gesundheit und Gesunderhaltung als Kernkompetenz in unserer Vision „Wir schützen und verbessern die Gesundheit von Menschen auf der ganzen Welt“. Auch INKO hat sich im Gründungsjahr 1982 eine Vision erarbeitet: „Mens sana in cor-
pore sano: Einklang von Gesundheit, Fitness und Ernährung –mit einer sportgerechten Ernährung in Premiumqualität.“
Mit der Entwicklung innovativer Produkte, individuell für verschiedene Interessens- und Altersgruppen, kann sich das Studio als kompetenter Partner vom Wettbewerb absetzen. Wichtiger Bestandteil unserer Strategie ist es, diese Produkte in unserem eigenen Unternehmen in Deutschland unter GMP-Bedingungen (Anm. d. Red.: Pharmastandard) und mit höchster Qualität zu produzieren. Verbraucher:innen sind, denke ich, heute mehr denn je daran interessiert, woher das Produkt kommt, welche Bestandteile enthalten sind und wie es produziert wird – hier kann das Studio echt punkten!
Was wünschen Sie sich persönlich und für INKO für die kommenden Jahre?
Hans Heller: Der gesamten Branche wünsche ich insgesamt einen Zuwachs und dass es keinen weiteren Lockdown mehr gibt. Die letzten zwei Jahre haben der Branche zugesetzt und wir erholen uns alle langsam davon. Für INKO wünsche ich mir, dass wir weiterhin eine große Familie bleiben und gemeinsam erfolgreich sind sowie dem veränderten Fitnessmarkt weiterhin innovative und gute Produkte zur Verfügung stellen.
05/22 fitness MANAGEMENT international 55
Angelika Müller und Hans Heller bei der INKO-Jubiläumsfeier
Kampagne für die Fitnessbranche
Energieeffizienter Betrieb
Aufgrund der aktuell steigenden Energiepreise möchten wir, der DSSV e. V. – Arbeitgeberverband deutscher Fitness- und Gesundheits-Anlagen, Ihnen Maßnahmen zur Energie- und damit zur Kosteneinsparungen an die Hand geben. Dadurch soll weiterhin ein reibungsloser und professioneller Ablauf gewährleistet werden können.
Raumtemperatur senken, durch kürzere Duschzeiten Warmwasser sparen, erst recht kein Vollbad nehmen und Wäscheständer statt Wäschetrockner benutzen –Ideen, um im Privathaushalt kurz- und mittelfristig Energie zu sparen, haben wir in den vergangenen Wochen zur Genüge gehört und gelesen. Die rasant steigenden Energiekosten in den Griff zu bekommen, wird in den kommenden Monaten aber nicht nur eine Herkulesaufgabe im privaten, sondern vor allem auch im unternehmerischen Bereich.
Der DSSV hat es sich zur Aufgabe gemacht, Ihnen mittels der Website www.energiekampagne-fitnessbranche.de Checklisten und Leitfäden an die Hand zu geben, mit denen Sie Ihren Betrieb energiekostensparend und effizienzsteigernd durch den Herbst und Winter bringen. So können liegen gebliebene Energiesparpotenziale aufgespürt und schnell ausgeschöpft werden. Denn jede gesparte Kilowattstunde Energie senkt Ihren Kostendruck!
Regelmäßige Updates
Wir arbeiten stetig und mit Hochdruck an weiteren Kosteneinsparungs- und Effizienzsteigerungsmöglichkeiten sowie an Tools und Leitfäden. Darüber hinaus wird die Website regelmäßig mit neuen Maßnahmen und Fördermöglichkeiten aktualisiert.
Die Qualität darf nicht verloren gehen
Die Grundlage eines innovativen Energiemanagements wird durch das erfolgreiche Mitwirken aller Beteiligten geschaffen –Mitarbeitende, Mitglieder und Sie selbst als Betreiber einer Fitnessanlage. Bei allen Maßnahmen wurde auf eine Balance zwischen der Qualität des Fitnessstudios und den Einsparungen geachtet – Ihr Service wird hiermit nur geringfügig angepasst und sollte bei offener Kommunikation gegenüber den Mitgliedern akzeptiert und unterstützt werden.
Deswegen gilt: Bevor einzelne Energieeinsparungsmaßnahmen vorgenommen werden, sollten sowohl das Team als auch die Mitglieder über die Anpassung aufgrund der derzeitigen Krisenlage informiert werden. Da die Umsetzung in großen Teilen von den Mitarbeitenden Ihrer Fitness- und Gesundheitsanlage übernommen wird, gilt es, diese regelmäßig zu schulen und mithilfe vorgegebener Pläne anzuleiten. Ihre Mitglieder weisen Sie z. B. mit Hinweisschildern, Newslettern und persönlichen Gesprächen auf die einzelnen Maßnahmen hin.
Strukturiertes Vorgehen – angepasst an Ihre Fitness- und Gesundheitsanlage
Um im Rahmen des Energiemanagements strukturiert zu verfahren, empfiehlt es sich, nach den jeweiligen Räumlichkeiten im Betrieb vorzugehen. Hierfür stellen wir Ihnen
Fotos: Looker_Studio –stock.adobe.com | DHfPG/BSA
56 fitness MANAGEMENT international 05/22 DSSV | ENERGIEKAMPAGNE
Text: Florian Kündgen
Checklisten zur Verfügung, die Sie individuell, je nach Ihren Bedürfnissen und denen Ihrer Mitglieder, nutzen und anpassen können. So haben wir sechs Checklisten für Sie erarbeitet –ob in der Sauna, im Wellness- und Schwimmbadbereich oder aber auf der Cardio- und Krafttrainingsfläche, selbst in den Fluren lässt sich leicht Energie sparen.
Ausgewählte und einfache Beispiele aus den Checklisten
Haben Sie bereits LED-Leuchten angebracht? Mithilfe dieser Methode der Lichterzeugung können Sie gegenüber klassischen Glühlampen über 90 Prozent des Stromverbrauchs einsparen. Die Investition in diese Technik amortisiert sich meist recht zügig. Oder haben Sie schon einen Schaltplan für die Lichtregulierung erstellt und verantwortliche Personen im Team benannt? Denn nicht zu jeder Zeit muss überall das Licht brennen.
Auch einfachste Mittel, wie die Raumtemperatur um 1° C zu senken, kann Ihnen helfen, sechs Prozent Energie einzusparen. Am besten eignen sich elektronische Thermostate, die Sie je nach Bedarf zum Beispiel per App steuern können. Aber auch der Einsatz von „Behördenkappen“ kann Ihnen hier eine Menge Ärger und Geld erparen, da Mitglieder die Heizungen nicht mehr willkürlich bedienen können.
Politisches Engagement –Ausbau der Energiekampagne mit Ihrer Hilfe
Wir sind bereits bundespolitisch mit dem für Energiepolitik zuständigen Staatssekretär, den zuständigen Referaten des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) –zuständig für die Energiepolitik –, sowie unserer „Verbandsvertretung“, der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), in Gesprächen, wie ein schnelles und wirkungsvolles Eingreifen seitens der Politik möglich ist. Ebenso fordern wir die Unterstützung des BMWK bei unserer Kampagne.
Aber auch Sie sind gefragt: Mit Ihrer Hilfe und der unserer Fördermitglieder möchten wir weitere Maßnahmen und Tools für unsere Energiekampagne zusammenstellen und diese sodann der Branche zur Verfügung stellen. Aus diesem Grund bitten wir Sie, uns zu kontaktieren und mit uns in den Dialog zu gehen.
Kontaktieren Sie uns über: Tel.: 040 – 766 24 00, E-Mail: dssv@dssv.de oder über unsere Social-Media-Kanäle www.energiekampagne-fitnessbranche.de
57 05/22 fitness MANAGEMENT international
Florian Kündgen Stellvertretender Geschäftsführer des DSSV e. V.
Erste Ergebnisse nach einer Tasse Kaffee mit Abgeordneten
Zwischen Neugierde, Erstaunen und Einsicht
Seit dem Sommer 2022 ist Ferdinand Linzenich im Mitgliederausschuss des DSSV e. V. aktiv und damit Nachfolger seines Bruders Johannes Linzenich. Hier berichtet der Fitnessunternehmer über seine jüngsten Erfahrungen mit der Politik, mit der er versuchte, ins Gespräch zu kommen.
Vor einigen Wochen habe ich 15 Bundes- und Landtagsabgeordnete angeschrieben, wovon drei in einem Zeitraum von sechs Wochen auf meine freundliche Einladung zu einer Tasse Kaffee zusagten. Auch wenn ich bei dem einen oder anderen, wie dem amtierenden Gesundheitsminister und Leverkusener Bundestagsabgeordneten Prof. Dr. Karl Lauterbach, Verständnis dafür habe, dass es ihm momentan an Zeit mangelt, so hätte ich mir wenigstens etwas mehr Höflichkeit in Form einer freundlichen Absage gewünscht. Diese in meinen Augen grundlegende Höflichkeit habe ich bisher von keinem der restlichen zwölf Abgeordneten erfahren.
Die Frage, die sich mir dabei natürlich aufdrängt: Ist das so üblich? So konnte ich mich also mit den umso höher einzuschät-
zenden Kontakten – Elisabeth Winkelmeier-Becker, MdB RheinSieg-Kreis I, Dr. Hermann-Josef Tebroke, MdB RheinischBergischer Kreis, und dem nordrhein-westfälischen Landtagsabgeordneten Christian Berger (Wahlkreis Oberbergischer Kreis I) – treffen. Danke an diese Volksvertreter, die offensichtlich bereit sind, über den Tellerrand des Üblichen hinauszublicken und regionale Wirtschafts- und Gesundheitsförderung mal aus einer neuen und, wie ich meine, zukunftsweisenden Perspektive zu betrachten. Vielleicht melden sich ja noch ein paar weitere nach den jetzt zu Ende gegangenen Sommerferien bei mir.
Zum Inhalt der durch unseren Rundbrief angestoßenen Treffen: Erstaunen löste beispielsweise mein dort formulierter Vergleich zwischen den Angehörigen der Fitnessbranche mit den als Gesundheitsanbietern weithin akzeptierten Physio-
Text: Ferdinand Linzenich
Ferdinand Linzenich fitness MANAGEMENT international 05/22 58 DSSV | VERBANDSARBEIT
Fotos:
Vadym –stock.adobe.com
therapiepraxen aus. Hier verwunderte besonders der Hinweis, dass unsere Mitarbeitenden – wie die meisten in der Fitnessbranche – Akademiker und Akademikerinnen oder Studierende im Bereich Sportwissenschaft sind. Trotzdem waren wir ja viel länger vom Lockdown betroffen als andere, weil wir zu jener Zeit nicht dem Gesundheitsbereich zugeordnet wurden. Nur die von mir polemisch als mittelbare CoronaLangzeitfolgen bezeichneten Auswirkungen des mehrmonatigen Lockdowns auf die Volksgesundheit durch mehr Rauchen, mehr Fett und mehr Bewegungsmangel lösten immerhin Einsicht aus.
Ansonsten war man nach dem Staunen durchaus offen für und neugierig auf unser breites Angebot. Zudem zeigte sich unser politischer Besuch bereit, mehr Sensibilität in der zukünftigen politischen Arbeit walten zu lassen.
Überraschende positive Nebeneffekte
Für alle Branchenkollegen, die sich ebenfalls auf den beschwerlichen Weg der Lobbyarbeit begeben wollen, als kleiner weiterer Anreiz: Ist ein Kontakt erst einmal hergestellt, ergeben sich viele Chancen, die man auf den ersten Blick vielleicht gar nicht „auf dem Schirm“ hatte. So hat Frau Winkelmann-Becker direkt einen Post auf ihren Social-MediaAccounts veröffentlicht, mit einem gemeinsamen Foto von uns und dem Inhalt, dass sie heute bei einem Toparbeitgeber in der Region zu Besuch war. Außerdem fragte ihre Mitarbeiterin gleich am nächsten Tag an, ob wir uns am „Girls'Day 2023“, einem Berufsorientierungstag für Mädchen ab der fünften Klasse, mit Praktikumsangeboten beteiligen könnten.
Auch beim Termin mit Dr. Hermann-Josef Tebroke eröffneten sich neue Perspektiven So war er bereit, auf diejenigen, die sich bisher nicht auf meinen Brief gemeldet hatten, zuzugehen und diese zu einer Kontaktaufnahme zu ermuntern. Auf einer Privatfeier eines Landesministers, zu der wir beide eingeladen sind, wird er mir den einen oder anderen für uns interessanten Gesprächspartner vorstellen. Er war, wie gesagt, erstaunt über das breite Angebot eines gesamtheitlichen Gesundheitsunternehmens, wie wir es sind –und noch mehr erstaunt, dass man selbst als 58-Jähriger noch mit dem Training in einem Fitnessstudio beginnen kann. Hieran sieht man nicht zuletzt, wie viel Überzeugungs- und Aufklärungsarbeit von uns immer noch geleistet werden muss.
Christian Berger sicherte mir zu, sich als Mitglied im Gesundheitsaussschuss des Landtags für die Zuordnung der Studios in den Gesundheitsbereich stark zu machen.
Zum Schluss noch eine wichtige Botschaft: Die politischen Mandatsträger haben vielfach – durchaus verständlich – ein schiefes Bild von unserer Problemlage. Sie haben sich mit den einzelnen Branchenbesonderheiten nicht im Detail befasst und glauben beispielsweise analog zur Gastronomie: Ist die Tür erst einmal wieder auf, ist alles wie vorher. Das heißt, die Politik ging bisher davon aus, bei den vom Lockdown betroffenen Unternehmen nur ein überschaubares Umsatzloch ausgleichen zu müssen. Dass wir durch unser Abonnementprinzip erst langsam und über Jahre wieder zu unseren alten Umsätzen und Gewinnen zurückkehren können, ist vielen politischen Entscheidungsträgern nicht bewusst. Also an alle, die in Zukunft „Missionsarbeit“ leisten wollen: Sprecht auch über Themen, die für uns selbstverständlich scheinen und haltet es wie Erich Kästner, der schrieb „Es gibt nichts Gutes / außer: Man tut es.“
Das Feedback von unserem Ausschussmitglied Ferdinand Linzenich stellt noch einmal die Bedeutung der politischen Arbeit vor Ort heraus. Die Arbeit, die der DSSV in Berlin leistet, kommt nicht auf allen regionalen politischen Ebenen an. Somit ist es umso wichtiger, dass die Studiobetreibenden vor Ort für die Ziele der Branche politisch aktiv werden und Aufklärungsarbeit leisten, sodass wir Entscheidungstragende auf allen Ebenen erreichen und motivieren, sich für die Branche einzusetzen. Unterstützend hierfür können Sie unseren Leitfaden „Regionalpolitik“ verwenden.
Ferdinand Linzenich
Geschäftsführender Gesellschafter der Linzenich Gruppe, Diplom-Betriebswirt
Austausch mit Dr. Hermann-Josef Tebroke, CDU, MdB, Rheinisch-Bergischer Kreis (re.)
Neben Elisabeth Winkelmeier-Becker, CDU, MdB, Rhein-Sieg-Kreis I (li.)
05/22 fitness MANAGEMENT international 59
Im Gespräch mit Christian Berger, CDU, Landtag NRW, Oberbergischer Kreis I (li.)
Anpassungspflichten für Arbeitsverträge seit dem 1. August 2022
Schriftliche Nachweispflicht für Arbeitsbedingungen
Die neue EU-Richtlinie 2019/1152 über transparente und verlässliche Arbeitsbedingungen soll neue Rechte für alle Beschäftigten schaffen und vor allem den Schutz von Beschäftigten in prekären Arbeitsverhältnissen verbessern, ohne dabei Unternehmen zusätzlich zu belasten. Mit Wirkung vom 1. August 2022 ist die Richtlinie in das nationale deutsche Recht übernommen worden. DSSVJuristin Iris Borrmann erläutert die Auswirkungen für Unternehmen.
Die „Arbeitsbedingungenrichtlinie“ ((EU) 2019/1152) des Europäischen Parlamentes und des Europäischen Rates wurde in Deutschland zum 1. August 2022 umgesetzt. Das hat zu einer spürbaren Änderung des sogenannten Nachweisgesetzes (NachwG) geführt. Das Nachweisgesetz ist bisher nur beachtet worden, wenn kein schriftlicher Arbeitsvertrag mit einem Mitarbeiter geschlossen worden ist. Dann nämlich hat das Nachweisgesetz den Arbeitgeber bereits nach einmonatiger Dauer des Arbeitsverhältnisses verpflichtet, bestimmte Arbeitsbedingungen schriftlich niederzulegen – allerdings geschah dies meist nur, wenn der Arbeitnehmer dies gewünscht hat. Aus dem Verstoß drohten keine Konsequenzen.
Die Gesetzesänderung, insbesondere die des Nachweisgesetzes, birgt Anpassungsbedarf für viele Arbeitsverträge, die seit dem 1. August 2022 neu geschlossen oder geändert wurden. Verstöße sind seit dem 1. August 2022 bußgeldbewehrt. Im Falle der Zuwiderhandlung drohen künftig Geldbußen von bis zu 2.000 Euro.
Pflichtangaben in Arbeitsnachweisen
Das neu gestaltete Gesetz erweitert den Kreis der Pflichten für Arbeitgeber und ergänzt die arbeitsvertraglich niederzulegenden Pflichtangaben. So müssen Arbeitsnachweise seit dem 1. August 2022 zusätzlich einige Angaben enthalten.
Die wichtigsten für die Branche relevanten Ergänzungen:
• Dauer der vereinbarten Probezeit
• Zusammensetzung und die Höhe des Arbeitsentgelts einschließlich der Vergütung von Überstunden, Zuschlägen, Zulagen, Prämien und Sonderzahlungen sowie anderer Bestandteile des Arbeitsentgelts, die jeweils getrennt anzugeben sind
• Fälligkeit der Gehaltszahlung
• Art der Auszahlung des Gehaltes
• vereinbarte Ruhepausen und Ruhezeiten sowie bei vereinbarter Schichtarbeit das Schichtsystem, der Schichtrhythmus und Voraussetzungen für Schichtänderungen
• Regelungsgehalt bei Arbeit auf Abruf (Zahl der mindestens zu vergütenden Stunden, Zeitrahmen, Frist bei Änderung der Lage der Arbeitszeit)
• Möglichkeit der Anordnung von Überstunden und deren Voraussetzungen
• etwaiger Anspruch auf vom Arbeitgeber bereitgestellte Fortbildung
• Hinweis für den Arbeitnehmer im Falle der Kündigung: einzuhaltendes Verfahren vor dem Arbeitsgericht inklusive Hinweis auf die Schriftform und die einzuhaltende Frist einer Kündigung
• Hinweise auf betriebliche Altersvorsorge
Schriftliche Regelungen zum ersten bzw. siebten Tag des Arbeitsverhältnisses Arbeitnehmer müssen künftig bereits am ersten Tag der Arbeitsleistung über einige wesentliche Inhalte informiert werden, um die Vertragsbedingungen schriftlich niederzulegen. Die vorher goltene Monatsfrist entfällt.
Als wesentliche Inhalte definiert der Gesetzgeber Folgendes:
• Name und Anschrift der Vertragsparteien
• die Zusammensetzung und die Höhe des Arbeitsentgelts einschließlich der Vergütung von Überstunden, Zuschlägen, Zulagen, Prämien und Sonderzahlungen sowie anderer Bestandteile des Arbeitsentgelts, die jeweils getrennt anzugeben sind
• die Fälligkeit des Gehalts
• die Ar t der Auszahlung
Grafik: Nuthawut –stock.adobe.com
fitness MANAGEMENT international 05/22 60 DSSV | RECHT
Text: Iris Borrmann
• die vereinbarte Arbeitszeit
• v ereinbarte Ruhepausen und Ruhezeiten, vereinbarte Schichtarbeit (Schichtsystem, Schichtrhythmus, Voraussetzungen für Schichtänderungen)
Empfehlenswert ist ein Arbeitsvertrag, der gleich zu Beginn des Arbeitsverhältnisses alle Vereinbarungen festlegt.
Neue Vertragsklauseln
Die meisten dieser neuen Vorschriften sind in fast allen Arbeitsverträgen enthalten; einige Vorschriften müssen jedoch genauer gefasst werden.
Bei der Zusammensetzung der Arbeitsentgelte ist zu berücksichtigen, dass das vereinbarte Arbeitsentgelt getrennt von Prämien oder Sonderzahlungen aufgeführt wird.
Um die Fälligkeit des Gehaltes und die Art der Auszahlung zu formulieren, muss man diese lediglich genauer beschreiben.
Beispiel: Das Gehalt wird spätestens am letzten Werktag des Monats bargeldlos auf das Konto des Mitarbeiters ausgezahlt.
Bei den Ruhepausen ist festzuhalten, dass diese nicht bereits bei Arbeitsvertragsschluss tatsächlich festgelegt werden können, da die Arbeitsschichten in den meisten Fällen nicht starr eingeplant werden. Das müssen sie auch gar nicht, da der Arbeitgeber nach wie vor das Direktionsrecht zur Lage der Arbeitszeit hat. Allerdings muss man eine Formulierung für die gesetzlich festgelegten Pausenzeiten in den Arbeitsnachweis einbringen.
Aufnahme der Klagefristen in den Arbeitsvertrag
Neu und bisher noch in keiner Vereinbarung zum Arbeitsverhältnis verpflichtend ist die Mitteilung über die Frist einer Kündigungsschutzklage. Da der Gesetzgeber dazu bisher nichts Genaueres geregelt hat und weder in jedem Betrieb noch für jedes Arbeitsverhältnis das Kündigungsschutzgesetz (KSchG) anwendbar ist, ist es schwierig, diese Verpflichtung im Arbeitsnachweis zu erfüllen. Da auch das Kündigungsprozedere genau beschrieben werden soll, empfiehlt es sich, beide Gesichtspunkte im Zusammenhang in einer Kündigungsklausel zu regeln. Weil aber jeweils spezifische Besonderheiten des einzelnen Arbeitsverhältnisses berücksichtigt werden müssen, lassen sich hierzu keine pauschalen Empfehlungen aussprechen.
Besonderheiten der Probezeitregelung
Bisher konnte für alle Arbeitsverhältnisse eine Probezeit von bis zu sechs Monaten vereinbart werden; bei Ausbildungsverhältnissen beträgt die maximale Probezeit vier Monate.
Aufgrund der Vorgaben der sogenannten Arbeitsbedingungenrichtlinie muss nun bei einem befristeten Arbeitsverhältnis eine Probezeit vereinbart werden, die „im Verhältnis zu der erwarteten Dauer der Befristung und der Art der Tätigkeit steht“.
Was unter der neu eingeführten Verhältnismäßigkeit zu verstehen ist, geht nicht aus dem Gesetz hervor. Deutlich ist lediglich, dass die Probezeit zukünftig nicht mehr die gesamte
Dauer der Befristung umfassen darf. Die weitere Bewertung wird zunächst dem Einzelfall vorbehalten bleiben und muss wohl später durch die Gerichte entschieden werden.
Schichtänderung und Anordnung von Überstunden
In den Nachweis sind künftig die Voraussetzungen für Schichtänderungen und Anordnung von Überstunden aufzunehmen. Da es in der Fitness- und Gesundheitsbranche keinen Tarifvertrag gibt und man das Weisungsrecht des Arbeitgebers aus § 106 GewO nicht ohne Not einschränken sollte, ist hier ebenfalls auf die genaue Formulierung zu achten, sodass das Unternehmen bei der Einteilung der Arbeitszeit möglichst flexibel bleibt.
Schriftformerfordernis
§ 2 Abs. 1 Satz 1 NachwG/neu regelt: „Der Arbeitgeber hat die wesentlichen Vertragsbedingungen des Arbeitsverhältnisses innerhalb der Fristen des Satzes 4 schriftlich niederzulegen, die Niederschrift zu unterzeichnen und dem Arbeitnehmer auszuhändigen.“ Damit entsteht quasi ein Schriftformerfordernis für den Arbeitsvertrag. Die durch das Nachweisgesetz schriftlich niederzulegenden Klauseln müssen vom Unternehmen unterschrieben werden; damit ist es nun nicht mehr möglich, sich nur noch mündlich zu einigen und diese Einigung nicht schriftlich zu dokumentieren.
DSSV-Mitglieder können sich die neuen Formulierungen im „Mitglieder-Login“-Bereich der DSSV-Website herunterladen.
Was müssen Sie jetzt tun?
Existieren bereits schriftliche Arbeitsverträge, besteht erst Handlungsbedarf, wenn der Mitarbeiter ausdrücklich die Aufnahme der gesetzlichen Ergänzungen in seinen Vertrag verlangt. Dann gilt eine Frist von sieben Tagen.
Existiert bisher kein schriftlicher Arbeitsvertrag und ist auch vonseiten des Arbeitgebers bisher kein Arbeitsnachweis ausgestellt worden, sollte man spätestens jetzt zumindest einen Arbeitsnachweis ausstellen. Dieser muss nur vom Arbeitgeber unterschrieben werden. Ohne schriftlichen Nachweis könnte ein Bußgeld drohen.
Da ein bloßer Nachweis die Gefahr birgt, dass der Mitarbeiter die dort aufgeführten Bedingungen bestreitet, empfehlen wir die Ausstellung eines Arbeitsvertrages.
Zu allen rechtlichen Fragen rund um den Studioalltag bietet die Rechtsabteilung des DSSV im Rahmen einer bestehenden Mitgliedschaft die Möglichkeit, eine kostenlose rechtliche Erstberatung mit Einschätzung der Rechtslage zu erhalten, beispielsweise nach Erhalt einer Attestkündigung, zur Überprüfung von Vertragsklauseln oder zu arbeitsrechtlichen Themen.
Tel.: 040 - 766 24 00, E-Mail: jurist@dssv.de
05/22 fitness MANAGEMENT international 61
FAQ zum Fachkundenachweis
Das EMS-Segment der Fitness- und Gesundheitsbranche sieht sich aktuell mit neuen Anforderungen an die Betriebe konfrontiert. Viele Anfragen bezüglich der Novelle der NiSV (= Verordnung zum Schutz vor schädlichen Wirkungen nichtionisierender Strahlung bei der Anwendung am Menschen) sind bereits beim DSSV e. V. eingegangen. Welche Maßnahmen die EMS-Betriebe jetzt umsetzen müssen und wie das Bußgeld von bis zu 50.000 Euro vermieden werden kann, erklärt DSSV-Juristin Iris Borrmann.
fitness MANAGEMENT international 05/22 62 DSSV | NISV
Text: Iris Borrmann
Die novellierte Strahlenschutzverordnung (NiSV) ist am 1. Januar 2021 in Kraft getreten. Die darin enthaltene Melde-, Aufklärungs- und Dokumentationspflicht gilt schon jetzt (seit dem 31. März 2022 zu erbringen). Zusätzlich muss ab dem Jahreswechsel 2022/2023 das Personal in den Anlagen über einen gesetzlich vorgeschriebenen Fachkundenachweis verfügen, um Mitglieder trainieren zu dürfen.
Wer benötigt einen Fachkundenachweis?
Der Betreiber von EMS-Geräten, die „zu nichtmedizinischen Zwecken gewerblich oder im Rahmen sonstiger wirtschaftlicher Unternehmungen eingesetzt werden“, muss sicherstellen, dass die Personen, die die Anlage anwenden, über die erforderliche „Fachkunde EMF“ zur Stimulation verfügen (siehe §§1, 4 NiSV).
Das bedeutet, dass der Betreiber verpflichtet wird, die Fachkunde derjenigen Anwender (Trainer) nachzuweisen, die in seinem Auftrag bzw. als seine Mitarbeiter das EMS-Training mit Mitgliedern bzw. Kunden durchführen. Auch der Betreiber selbst benötigt einen Fachkundenachweis, wenn er mit Mitgliedern trainiert.
Sollen Kunden das Training ohne Trainer durchführen, so muss der Betreiber sicherstellen, dass die Kunden über einen Fachkundenachweise verfügen und diesen vorgelegen können. Eine ähnliche Problematik ergibt sich für die während der Corona-Pandemie entstandenen Vermietungs- oder Hybridmodelle, bei denen die Kunden teilweise zu Hause oder outdoor allein trainieren können.
Fachkunde beim Distributionsmodell
Durch die in §1 NiSV definierten „sonstigen wirtschaftlichen Unternehmungen“ gelten nämlich die Pflichten nicht ausschließlich für die typischen EMS-Studios, sondern sie betreffen auch das Verleihen oder Vermieten von EMS-Geräten im wirtschaftlichen Zusammenhang.
Ziel des Gesetzes ist es, Verbraucher vor den schädlichen Wirkungen dieser Strahlung besser zu schützen. Dies würde umgangen, wenn den Kunden durch das Distributionsmodell keine fachkundigen Trainer mehr zur Verfügung stehen.
Bezugnehmend auf die Ausgangsfrage bedeutet dies: Ein Betreiber, der EMS-Geräte zur Selbstanwendung vermietet oder zur Verfügung stellt, muss sich von Kunden ebenfalls einen Fachkundenachweis vorlegen lassen.
Wie kann die Fachkunde erworben werden?
Die erforderliche Fachkunde wird durch die erfolgreiche Teilnahme an einer geeigneten Schulung * inklusive Zertifizierungsprüfung erworben („Fachkunde EMF“ zur Stimulation). Dies muss bis zum 1. Januar 2023 erledigt sein –und sicherlich werden die Lehrgangsplätze zum Ende hin knapp. Daher sollten die Studios umgehend reagieren. Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV) hat dazu Fachkunderichtlinien entwickelt, nach denen sich die Anbieter der
Schulungen aufnehmen lassen konnten, darunter etwa die BSA-Akademie.
Welche Konsequenzen hat ein Verstoß gegen diese Forderung der NiSV?
In §12 der NiSV sind sämtliche Verstöße gegen die Verordnung aufgezeigt. Die Verletzung der Pflichten aus §4 NiSV, nämlich das Fehlen eines Fachkundenachweises, bildet eine Ordnungswidrigkeit ab und ist bußgeldbewehrt. In diesem Fall können Geldbußen von bis zu 50.000 Euro verhängt werden. Sind Kontrollen zu erwarten?
Das Inkrafttreten der Regelungen zum Nachweis der erforderlichen Fachkunde der Anbieter war bereits zum 31. Dezember 2021 vorgesehen. Der Bundesrat hatte einer coronabedingten Fristverlängerung um ein Jahr, also bis zum 31. Dezember 2022, zugestimmt. Demnach sind Kontrollen des Fachkundenachweises ab 1. Januar 2023 zu erwarten.
Das Land Schleswig-Holstein hat bereits erste Kontrollen direkt nach Inkrafttreten der Melde-, Aufklärungs- und Dokumentationspflicht durchgeführt. Die Arbeitsgemeinschaft der Länder zur NiSV, deren Vorsitz derzeit das Bundesland Hessen innehat, hat in einer Nachricht vom 12. Mai 2022 auf die fristgerechte Einhaltung der Vorgaben der Fachkunde hingewiesen.
Zusätzlicher Nachweis über Vorqualifikation (mind. 120 Übungseinheiten) erforderlich.
Hintergrundinformationen zur NiSV
Weitere Informationen zur NiSV sind beim BMUV in der „Richtlinie Fachkunde für Anwendungen nichtionisierender Strahlungsquellen“ und in den Hinweisen zur „Zuständigkeit der Bundesländer (NiSV)“
abrufbar. Zusätzlich bietet der DSSV e. V. einen Leitfaden mit allen wichtigen Informationen.
Iris Borrmann, Syndikusanwältin DSSV
Iris Borrmann ist seit 1993 als Rechtsanwältin zugelassen und hat seitdem sowohl als Anwältin in einer arbeitsrechtlich ausgerichteten Kanzlei als auch in der Mitgliederberatung eines Verbandes gearbeitet. Ihr Schwerpunkt ist das Arbeitsrecht. Seit Oktober 2016 ist sie als Syndikusanwältin für den DSSV tätig und berät Sie zu allen Fragen rund um das Arbeitsverhältnis zu Ihren Beschäftigten.
Tel.: 040 - 766 24 00, E-Mail: jurist@dssv.de
Fotos: lunamarina –stock.adobe.com fitness MANAGEMENT 05/22 fitness MANAGEMENT international 63
Politische und branchenspezifische Projekte
Als Arbeitgeberverband kümmern wir uns neben der alltäglichen Beratung unserer Mitglieder immer parallel um verschiedene branchenpolitische wie auch gesellschafts- und sozialrelevante Themen. Wir haben uns nun dazu entschieden, Ihnen auf der DSSV-Website unsere gegenwärtigen Projekte und Termine transparent vorzustellen. An dieser Stelle möchte ich darauf aufmerksam machen, dass die Website von uns regelmäßig aktualisiert wird und den neusten Stand widerspiegelt. Somit sind Sie als interessierte Leser immer „am Puls der Zeit“.
Besonderen Wert legen wir aktuell – anlass- und zeitbezogen –auf die Energiekampagne der Fitnessbranche, die #BEACTIVE Kampagne und coronabedingte Entscheidungen der Politik.
Aber auch in anderen Bereichen vertreten wir die Interessen der Betreibenden von Fitness- und Gesundheitsanlagen. Unter den zahlreichen Themengebieten, die wir momentan bearbeiten, finden Sie u. a. auch die Kampagne „Bewegung auf Rezept“, die „Fitmach-Aktion“ und die Förderung der politischen
Arbeit vor Ort. Auch Sie sind gefragt, wenn es um politisches Engagement geht. Nur gemeinsam sind wir stark!
Themen, die wir ganzjährig und zum Teil bereits über mehrere Jahre bearbeiten, haben wir dabei außen vor gelassen. Diese finden Sie weiterhin unter „Über den DSSV“. Hierunter fallen unsere Beratungsdienstleistungen zu diversen juristischen wie auch betriebswirtschaftlichen oder steuerrechtlichen Fragen. Aber auch unsere Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, die Integration von Trends und unsere Arbeit im DIN-Ausschuss sind hierunter subsumiert.
Ich hoffe, durch die Erstellung der Unterseite „Aktuelles“ Ihr nachhaltiges Interesse an den Entwicklungen der Branche wecken zu können. Natürlich lade ich Sie ein, uns zu kontaktieren, wenn Sie mehr Informationen über das eine oder andere Themenfeld benötigen. Ich freue mich immer auf einen konstruktiven Austausch zum Wohle unserer Branche.
Ihr Florian Kündgen
www.dssv.de/aktuelles
Aktuelle Themenfelder –
fitness MANAGEMENT international 05/22 66 DSSV | AKTUE LLE THEMENFELDER & NEUE FÖRDERMITGLIEDER
Der DSSV begrüßt
–
Neue Fördermitglieder
Wenn neben Kraft und Beweglichkeit auch gezielt das Gehirn trainiert wird, werden neue Verbindungswege zwischen den Gehirnzellen geschaffen. Diese Synapsen sind mit dafür verantwortlich, dass der Körper weniger anfällig für Stress wird. Sie können bei Senioren aktiv zur Demenzprävention beitragen, Schüler und Studierende dabei unterstützen, bessere Noten zu schreiben oder Sportlern helfen, ihre Reaktion zu verbessern.
Trainiere Kopf und Körper am SKILLCOURT®
SKILLCOURT® ist ein laserbasiertes Diagnostik- und Trainingstool, das die visuellen, kognitiven und motorischen Fähigkeiten spielerisch fördert. Als elementarer Bestandteil des VIKOMOTORIK™ Konzeptes verbindet der SKILLCOURT® dabei Kopf und Körper.
Alltagsnahes Training
Die hohe Relevanz des Trainings der VIKOMOTORIK™ in Alltagssituationen, wie z. B. Rad-/Autofahren, Bildschirmarbeit, Sturzprophylaxe, Sport und Schule, machen es unverzichtbar, da Sehen, Denken und Handeln unser tägliches Leben beschreiben.
Dass das Trainingskonzept der VIKOMOTORIK™ am SKILLCOURT® die Zukunft des Trainings beschreibt, zeigt sich u. a. dadurch, dass es von Fitness- und Physioeinrichtungen, Spitzensportvereinen und Hochschulen weltweit angewandt wird.
Skiller-Übungen im Gamedesign
Über 500.000 Workouts, individuell zusammengesetzt aus unterschiedlichen Kategorien, werden bereits jetzt angeboten. Mithilfe wissenschaftlicher Studien, exzellenter Partnern und der langjährigen Erfahrung aus dem Spitzensport und der Rehabilitation entwickelt SKILLCOURT® das Training kontinuierlich weiter.
Zusatzverkäufe durch SKILLCOURT®
Das Erschließen neuer Zielgruppen, zusätzliche Einnahmemöglichkeiten und der inhaltliche Wettbewerbsvorteil sorgen nicht nur für fachlichen, sondern auch für wirtschaftlichen Fortschritt unserer Kunden.
Die intelligente Raumnutzung in Verbindung mit den vielfältigen Anwendungsoptionen ermöglicht den Einsatz in nahezu jeder Einrichtung. Zahlreiche Schnittstellen zu Verwaltungssoftware, die RFID-Anbindung sowie die intuitive Steuerung sorgen dafür, dass der SKLLCOURT® für Therapeuten und Personal Trainer ein extrem hilfreiches Tool in ihrer täglichen Arbeit ist. All das machte den SKILLCOURT® in den letzten beiden Jahren zum meistverkauften System dieser Art weltweit.
www.skillcourt.training
DIE FITNESSSACHVERSTÄNDIGEN
Steuerberater und von der IHK Koblenz öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für Wirtschaftlichkeitsberechnung für Fitnessund Freizeit-Anlagen.
Kündgen
Joseph-von-Fraunhofer-Str. 1 53501 Grafschaft (Ringen) Telefon: 02641 - 800 40 www.kuendgen.de
Noll
Von der IHK Bonn/Rhein-Sieg öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für die Bewertung von Fitnessund Freizeit-Anlagen.
Auf dem Freibogen 3 53127 Bonn Telefon: 0228 - 298 701 www.fitnesssachverstaendige.de
Sabrina Fütterer
Von der Handelskammer Hamburg öffentlich bestellte und vereidigte Sachverständige für Wirtschaftlichkeitsanalysen für kleine und mittlere Unternehmen (KMU), insbesondere Sport-, Fitness- und Gesundheits-Anlagen.
Dahlenkehre 3i 21077 Hamburg
Telefon: 040 - 648 343 57 www.fitnesssachverstaendige.de
05/22 fitness MANAGEMENT international
Wieder durchstarten!
Nach dem heißen Sommer will die Fitness- und Gesundheitsbranche in Deutschland wieder durchstarten. Genau dann ist der Aufstiegskongress unseres Bildungspartners, der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement (DHfPG), – ein sehr wichtiger Motivationsschub für Studiobesitzer:innen und ihre Mitarbeitenden. Also seien Sie am 7. und 8. Oktober unbedingt dabei – und zwar live vor Ort in Mannheim!
Der „Fachkongress für aktive Gesundheitsgestalter“ bietet wieder alles auf, was die Branche aktuell weiterbringt. Hochkarätige Speaker:innen aus allen wichtigen Fachgebieten referieren zu den für uns so wichtigen Themen und laden dazu ein, gemeinsam die Branche für die Zukunft bestens gerüstet aufzustellen.
Dabei ist ein ganz wichtiger Aspekt hervorzuheben: Jetzt und in Zukunft wird es für die Unternehmer:innen und ihr Team immer wichtiger werden, Kolleg:innen zu treffen, die genau wie sie selbst an qualitativen Vorträgen und innovativen Fakten interessiert sind. Der daraus resultierende Erfahrungsaustauch und Know-how-Transfer wird einen Stellenwert einnehmen, der vielen so wohl noch nicht bewusst ist.
Darauf sollten Sie in keinem Fall verzichten – denn es geht um unser aller Zukunft. Deshalb wird dem gemeinsamen Treffen im Rahmen des Aufstiegskongresses auch räumlich ein großer Bereich zur Verfügung gestellt. Die Kongress-Lounge bietet den Teilnehmenden Möglichkeiten zum Netzwerken und in der Speakers Corner treffen sie nach den Vorträgen die Referent:innen. So haben die Kongressbesucher:innen eine ausgezeichnete Gelegenheit, um Fakten auszutauschen und Fragen zu stellen, die nach den Vorträgen im Raum stehen könnten.
Außerdem für Ihren persönlichen Komfort: direkter Austausch mit den zahlreichen Kongresspartner:innen aus der Industrie in einem großzügigen Kongresshallenbereich mit tollem Ambiente. Das Kongresszentrum m:con Congress Center Rosengarten ist sehr einfach zu erreichen, bietet eine Vielzahl an Parkmöglichkeiten sowie die direkte Nähe zum Hauptbahnhof Mannheim. Frühbucher- und Gruppenangebote der Deutschen Bahn machen die Anreise kostengünstig.
Darüber hinaus bietet die Stadt Mannheim in unmittelbarer Nähe zum Veranstaltungsort Hotels in allen Kategorien für Ihre persönlichen Wünsche.
Ich hoffe, Sie sind jetzt richtig motiviert zur Teilnahme am „Fachkongress für aktive Gesundheitsgestalter“ und ...
... wir sehen uns in Mannheim!
Ihre Birgit Schwarze
Foto: fitness MANAGEMENT
Birgit Schwarze Präsidentin DSSV e. V.
Birgit Schwarze
fitness MANAGEMENT international 05/22 68 DSSV | KOMM ENTAR
OFFIZIELLER PARTNER 2022
Von der Hotelfachfrau zur Ernährungsberaterin
Bianca Dötsch startete direkt nach dem Abitur mit ihrer Ausbildung zur Hotelfachfrau ins Berufsleben. Doch schnell merkte sie, dass sie das nicht ihr Leben lang machen möchte. Das Thema Ernährung interessierte die Wormserin hingegen mehr und mehr. Schließlich beschloss sie, nach der Ausbildung einen anderen Weg einzuschlagen und an der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement (DHfPG) zu studieren.
Die 28-Jährige war schon immer sportlich. Als Trainierende kam sie dann mit einem damaligen Praktikanten ihres Fitnessstudios ins Gespräch. „Nils absolvierte ein Jahrespraktikum im Personal-Training Worms und erzählte mir, dass er Fitnessökonomie an der DHfPG studieren wolle. Das machte auch mich neugierig und so tauschte ich mich mit dem Inhaber Erik Frank aus, der ebenfalls Fitnessökonomie studiert hatte. So kam ich auf die Idee.“
Ihr Entschluss stand schnell fest, den richtigen Studiengang fand sie jedoch erst später. „Ich habe ursprünglich mit dem Studium zur Fitnessökonomin angefangen. Aber ich bemerkte, dass das nicht zu mir passt. Als mein Vater dann plötzlich an Krebs erkrankte, las ich verschiedene Bücher über die Ernährung bei Krebserkrankungen und habe mich dann entschieden, Ernährungsberatung zu studieren.“ Das stellte sich als die richtige Entscheidung heraus: „Ich fand das Studium toll. Es ging darin nicht nur um Ernährung, sondern auch um die Verbindung zwischen Ernährung und Training und um Themen wie Lebensstilintervention, Psychologie des Gesundheitsverhaltens sowie Ernährungspsychologie.“
Durch das duale Studium zur vielseitig einsetzbaren Mitarbeiterin
Die Kombination aus betrieblicher Ausbildung und Fernstudium mit kompakten Lehr -
veranstaltungen vor Ort und/oder digital war für Bianca Dötsch besonders attraktiv. „Für mich persönlich war das super. Außerdem konnte ich durch das duale Studiensystem weiterhin Geld verdienen.“ Während der Präsenzphasen, die sie in Saarbrücken besuchte, tauschte sich Bianca mit ihren Kommiliton:innen aus. „Das war eine gute Zeit“, lässt die Wormserin Revue passieren.
Im Betrieb wurde sie in allen Bereichen eingesetzt – ob Trainingsaufsicht, Personal Training, Kursleitung, Ernährungsberatung oder Coaching. „So war der Studioalltag immer sehr abwechslungsreich und ich habe gelernt, selbstständig zu arbeiten.“ Auch die praxisnahen Studieninhalte konnte Bianca Dötsch direkt in den Studioalltag übertragen. „Dadurch habe ich die Zusammenhänge besser verstanden und konnte diese den Kund:innen auch besser übermitteln.“
Mit dem vielseitigen Arbeitsalltag bleibt es spannend
Mittlerweile arbeitet Bianca Dötsch in Vollzeit im Personal-Training Worms und hat den Bereich Ernährung unter sich. „Ich berate unsere Kund:innen, veranstalte Challenges, schreibe Ernährungsprogramme, halte Vorträge und gebe Individualcoachings. Im Studio bin ich auch weiterhin auf der Trainingsfläche und habe meine festen Kurse.“ Durch die Arbeit mit unterschiedlichen Menschen, die unterschiedliche Ziele verfolgen, bleibe es immer spannend, so die 28-Jährige.
Ihr Tipp für Studierende
„Das duale Studium hat es mir ermöglicht, fachliche Kompetenzen aufzubauen und diese direkt in unserem Studio umzusetzen. Also genießt die Studienzeit, tauscht euch mit Kommiliton:innen aus und geht selbstbewusst an die Sache ran – so wird jeder Tag spannend und abwechslungsreich!“
Zur ganzen Erfolgsgeschichte unter: www.dhfpg.de/bdoetsch
Beruf(ung) gefunden
Text: Lena Henning und Ronja Reuber
Foto: Personal-Training Worms GmbH
fitness MANAGEMENT international 05/22 70 MANAGEMENT | PERSONENPORTRÄT
Jetzt dual Studierende ausbilden! Angebot gezielt weiterentwickeln –
Neu
B. A. Sport- und Bewegungstherapie
■ Fernstudium mit kompakten Lehrveranstaltungen – vor Ort und/oder digital – plus betriebliche Tätigkeit
■ bietet Fitness- und Gesundheitsanlagen die Chance zur Kompetenzerweiterung im Bereich Sport- und Bewegungstherapie
■ befähigt zur Erbringung von abrechnungsfähigen Leistungen in allen Präventionsbereichen
■ ein Studienstart ist jederzeit möglich
dhfpg.de/bsbt
Deutsche Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement University of Applied Sciences
Pendant zur deutschen Eckdatenstudie
Eckdaten der Schweizer
Fitness-Wirtschaft
Die „Eckdaten der deutschen Fitness-Wirtschaft“ dienen der Branche seit vielen Jahren sozusagen als Visitenkarte. Nach einer Pilotstudie im Sommer 2021 hat die Deutsche Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement (DHfPG) gemeinsam mit der swiss active – IG Fitness Schweiz nun erstmals auch die „Eckdaten der Schweizer Fitness-Wirtschaft“ erhoben, um die Marktentwicklung auch in unserem Nachbarland transparent zu machen und Potenziale aufzuzeigen.
Die DHfPG und die swiss active – IG Fitness Schweiz haben im Jahr 2022 zum ersten Mal die „Eckdaten der Schweizer Fitness-Wirtschaft“ erhoben. Wie beim deutschen Pendant handelt es sich um eine repräsentative quantitative Studie, mit deren Hilfe es gelingt, Markttransparenz zu schaffen. Wichtige Kennzahlen werden dargelegt, wodurch Entwicklungen in der Branche abgesehen und damit Potenziale von den Akteur:innen auf dem Fitnessmarkt frühzeitig genutzt werden können. Der Vergleich zwischen Deutschland und der Schweiz lässt interessante Ergebnisse zu und bietet die Möglichkeit, Synergien künftig stärker zu nutzen.
Durch die aktive Teilnahme von 32,2 Prozent der Schweizer Fitnesscenter zwischen dem 16. März und dem 23. Mai 2022 verfügt nun auch unser Nachbarland über eine erste repräsentative „Visitenkarte “ für die Branche.
Corona-Krise trifft die Branche schwer Ähnlich wie in Deutschland waren auch die Center in der Schweiz im Betrachtungszeitraum (Stichtag: 31.12.2021) unter Einhaltung bestimmter Corona-Regelungen wie Zertifikatspflicht (2G mit Maskenpflicht/2G plus ohne Maskenpflicht),
Zugangsbeschränkungen, wirksame Raumluftlösungen etc. geöffnet. Vorangegangen waren auch hier mehrmonatige Schließungsperioden, die ein Training in Schweizer Fitnessund Gesundheitsanlagen unmöglich machten. Wichtige Kennzahlen wie Mitglieder- oder Centerzahlen zeigten sich in der Folge rückläufig.
Einzelsegment verliert am stärksten
Die Zahl der Center in der Schweiz hat sich im Vergleich zwischen 31. Dezember 2019 und 31. Dezember 2020 von 1.380 auf 1.361 und damit um 1,4 Prozent verringert. Vom 31. Dezember 2020 zum 31. Dezember 2021 ist eine Reduktion der Centerzahl auf 1.297 (−4,7 %) zu verzeichnen. Der stärkste Rückgang zeigt sich mit 6,8 Prozent im Einzelsegment, wo sich die Zahl der Center von insgesamt 806 (2020) auf 751 (2021) dezimiert hat (vgl. Abb. 1).
Mitgliederverlust in allen Segmenten
Zum Stichtag 31. Dezember 2021 zählen die Fitness- und Gesundheitsanlagen in der Schweiz – über alle Segmente
Foto: Maridav –stock.adobe.com
fitness MANAGEMENT international 05/22 72 MANAGEMENT | ECKDATEN SCHWEIZ
Text: Prof. Dr. Sarah Kobel
betrachtet – 1,038 Millionen Mitglieder. Zum Stichtag 31. Dezember 2020 betrug die Gesamtmitgliederzahl noch 1,180 Millionen, was einem Rückgang von 12,0 Prozent entspricht. Hier zeigen sich Parallelen zum deutschen Fitnessmarkt, wo sich der Mitgliederverlust im selben Zeitraum auf 10,2 Prozent beläuft. Trotz des größten Verlusts an Centern stellt das Einzelsegment das mitgliederstärkste dar (544.000 Mitglieder, vgl. Abb. 2). Die Reaktionsquote beläuft sich zum 31. Dezember 2021 auf 11,9 Prozent. Sie liegt damit 0,8 Prozentpunkte über der Reaktionsquote in Deutschland. Nichtsdestoweniger ist in beiden Ländern das Potenzial zur Gewinnung verlorener oder neuer Mitglieder groß.
Mitgliederprofil
Die Trainierenden in Schweizer Fitness- und Gesundheitscentern sind im Durchschnitt 40,0 Jahre alt – und damit ein halbes Jahr jünger als die Mitglieder in Deutschland. Dieser recht niedrige Altersdurchschnitt ergibt sich insbesondere aufgrund fehlender Vertragserneuerungen bei älteren Mitgliedern, die aufgrund der Corona-Krise häufig mit Ängsten zu kämpfen hatten und dem Training fernblieben. Nur 11,5 Prozent der Trainierenden sind der Altersgruppe 60 plus zuzuordnen. Im Juni 2021 berichteten 97,7 Prozent der Center, dass die Mitglieder ab 60 Jahren seltener zum Training erscheinen als noch vor der Pandemie. Mit Blick auf diese wichtige Zielgruppe besteht hier also Handlungsbedarf. Selbiges gilt für den deutschen Markt, wo sich die Entwicklungen ähnlich gestalten.
Trainingshäufigkeit und Check-ins
Dass die Corona-Krise die Trainingshäufigkeit aller Altersgruppen negativ beeinflusst, spiegeln die Check-in-Zahlen wider. Die wöchentliche Trainingshäufigkeit liegt 2020 bei 1,01, 2021 bei 0,87.
2022 positive Vorzeichen erkennbar
Die dargestellten Zahlen sind vor dem Hintergrund der Entwicklungen in der Corona-Krise wenig verwunderlich. Erfreulich ist aber die Tatsache, dass sich wichtige Kennzahlen in ihrer Entwicklung im ersten Quartal 2022 positiv zeigen. So ist ein
Zuwachs bei der Gesamtmitgliederzahl auf insgesamt 1,061 Millionen zu verzeichnen, was einer Steigerung um 2,2 Prozent entspricht. Der Anteil der Mitglieder an der Gesamtbevölkerung der Schweiz erhöht sich von 11,9 Prozent auf 12,1 Prozent. In dieser Entwicklung zeigt sich ein Indiz, dass der Wunsch nach einem regelmäßigen Fitness- und Gesundheitstraining gegeben ist – ein erster Indikator für die Zukunftsträchtigkeit der Branche. Gleichzeitig untermauern die Daten zum Check-in die Vermutung, dass die Mitglieder der Schweizer Fitnessund Gesundheitscenter auch während der Corona-Krise den Wunsch nach einem regelmäßigen Training hatten. Ein solches war aber aufgrund von Schließungen oder Restriktionen nicht möglich. Nach Wegfall der Corona-Beschränkungen entwickeln sich die Check-in-Zahlen positiv: Die durchschnittliche Trainingshäufigkeit pro Woche erhöht sich auf 1,28.
Fazit und Ausblick
Die Schweizer Fitnessbranche musste in den vergangenen beiden Jahren Einbrüche bei wichtigen Kennzahlen wie Mitglieder- oder Centerzahlen hinnehmen. Positive Entwicklungen zum ersten Quartal 2022 aber zeigen, dass die Branche sich erholen wird und gestärkt aus der Krise hervorgehen kann. Der Wunsch nach einem regelmäßigen Training ist, wie insbesondere die Checkin-Zahlen vor Augen führen, bei den Menschen in der Schweiz gegeben. Hier aber liegt es an der Branche, aktiv zu werden, um die positiven Entwicklungen weiter zu stärken. Mit Blick auf die bevorstehenden Infektionswellen im Herbst und Winter muss der Fokus – vor allem gegenüber den älteren Zielgruppen – auf einem stärker vermittelten Sicherheitsgefühl beim Training in den Centern liegen. Daneben ist eine deutlichere Betonung der gesundheitswirksamen Effekte eines regelmäßigen Trainings unbedingt zu empfehlen, um nachhaltig in den Köpfen der Bevölkerung zu verankern, dass jeder aktiv selbst etwas für die eigene Gesundheit tun kann.
0 300 600 900 1.200 1.500 1.361 119 436 806 114 432 751 1.297 1.380* Dez 19* Dez 20 Dez 21 Einzel Ketten Mikro 1.263* 1.180 1.038 Dez 19* Dez 20 Dez 21 Mrz 22 Einzel Ketten Mikro 0 300 600 900 1.200 1.500 543 478 496 544 548 19 16 1.061 17 618 Centerentwicklung Dez.
Dez.
Abb. 1: Entwicklung der Center Dez. 19–Dez. 21 (absolut) Abb. 2: Mitgliederentwicklung Dez. 19–Mrz. 22 (in Tsd.) * Segmentdaten nicht verfügbar * Segmentdaten
19–Dez. 21 (absolut)Mitgliederentwicklung
19–Mrz. 22 (in Tsd.)
nicht verfügbar
05/22 fitness MANAGEMENT international 73
Die vollständige Studie kann unter www.swissactive.ch angefragt werden.
Gestalte deine Zukunft mit Körperformen
Erfolgreich selbstständig
Die letzten Wochen waren aufregend und anstrengend zugleich. Nun ist es endlich geschafft, mit den letzten Prüfungen hast du dein Studium erfolgreich abgeschlossen. Doch schon stehst du vor der nächsten großen Frage: Wie geht es für dich weiter? Wie sieht dein Schritt in die Arbeitswelt aus?
fitness MANAGEMENT international 05/22 74 MANAGEMENT | EXISTENZGRÜNDUNG | ANZEIGE
Foto: Körperformen
Körperformen begleitet dich auf deinem Weg in die Arbeitswelt! Als wachstumsstärkste Marke auf dem EMS-Markt hat Körperformen in den vergangenen Jahren ein schlüsselfertiges Konzept entwickelt, mit dem es ambitionierten Newcomer:innen gelingt, in die Selbstständigkeit zu starten. An mehr als 260 Standorten in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Italien werden durch das erprobte Konzept EMS-Studios von Körperformen und seinen Lizenzpartner:innen betrieben. Das Beste daran: Das Körperformen Konzept beinhaltet ein eigenes Schulungssystem, sodass es sich ideal für Quereinsteiger:innen und Neulinge in der Gesundheitsbranche eignet.
Qualität und Kompetenz
Körperformen als Unternehmen – ebenso wie die EMS-Anwendung an den einzelnen Körperformen Standorten – zeichnet sich durch seine hohen Qualitätsansprüche aus. Die professionelle Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter:innen ebenso wie der Lizenzpartner:innen steht daher bei Körperformen an oberster Stelle. Um die hohen Qualitätsansprüche erfüllen zu können, hat Körperformen, passend zum schlüsselfertigen Konzept, ein eigenes Weiterbildungs- und Schulungssystem entwickelt. Dieses ist darauf ausgelegt, dass auch Neu- oder Quereinsteiger:innen, die nicht der Fitnessbranche entstammen, so ausgebildet werden, dass sie am Ende der Schulungen und mit laufender professioneller Betreuung durch die Zentrale alle Kenntnisse und Qualifikationen für das Führen eines eigenen Körperformen Studios verfügen.
Wichtige Grundlagen der Selbstständigkeit
Bereits zu Beginn der Selbstständigkeit profitieren die Körperformen Lizenzpartner:innen von der Kompetenz und dem Erfahrungsschatz, den sich Körperformen in über zehn Jahren auf dem EMS-Markt aufgebaut hat. Klares Ziel des Schulungskonzepts ist es, die Lizenzpartner:innen ebenso wie die neuen Mitarbeiter:innen noch vor der Studioeröffnung bestmöglich auszubilden, um den Kund:innen ein professionelles und gesundheitsförderliches Training im Körperformen Studio zu garantieren. Neben wichtigen Trainingskompetenzen erhalten die Lizenzpartner:innen außerdem eine Betriebsablaufschulung. Diese macht die zukünftigen Studiobetreiber:innen mit den Betriebsabläufen vertraut und führt sie ein in das Betriebssystem von Körperformen. Durch die Schulung stellt Körperformen nicht nur einen hohen Standard beim EMS-Training, sondern auch im Studiobetrieb sicher.
Marketing und Verkauf
Um ein Körperformen Studio erfolgreich führen zu können, sind erweiterte Kenntnisse im Bereich Verkauf und Marketing erforderlich. Viele Studienabsolvent:innen haben in diesem Bereich schon Vorkenntnisse. Zwingend erforderlich sind diese jedoch nicht. Die Verkaufs- und Marketingschulungen sind so aufgebaut, dass sie sich auch für Quereinsteiger:innen oder Anfänger:innen mit nur wenig Vorkenntnissen eignen. In der Verkaufsschulung stehen daher die verschiedenen Vertriebswege im Allgemeinen, aber auch das Erstellen einer Bedarfsanalyse im Fokus. Zudem sammeln die angehenden Körperformen Lizenzpartner:innen erste Theorie- und Praxis-
erfahrungen im Führen von Verkaufsgesprächen. Für eine erfolgreiche Eröffnung eines Körperformen Studios ist das Eröffnungsmarketing wichtig. Die Marketingschulung umfasst daher neben allgemeinen Marketinggrundlagen auch spezifische, stark praxisorientierte Themen.
Im Anschluss an die Körperformen Schulungen besitzen die Lizenzpartner:innen eine hochwertige und professionelle Ausbildung und sind in der Lage, ihr eigenes EMS-Studio entsprechend der höchsten Körperformen Standards zu führen.
Kompetenzbasiertes Training
Gerät einschalten und schon läuft das Training von allein – so einfach ist das nicht! Für ein erfolgreiches und der Gesundheit förderliches Training braucht es Fach- und Hintergrundwissen. Sport oder Medizin müssen die Körperformen Lizenzpartner:innen dazu allerdings nicht studiert haben. Im Schulungskonzept von Körperformen steht das sichere Training am EMS-Gerät im Mittelpunkt. Die zukünftigen Lizenzpartner:innen erhalten daher eine Schulung im Bereich Theorie- und Praxislehre im Hinblick auf den Ablauf eines EMS-Trainings unter Erfüllung der Anforderungen der NiSV. Dadurch stellt Körperformen sicher, dass die Kund:innen in allen Körperformen- und Lizenzpartner:innenstudios ein professionelles, zielführendes und sicheres Training entsprechend allen gesetzlichen Regelungen und Vorschriften erhalten.
Existenzgründung und Finanzierung
Du kannst dich für das Körperformen Konzept begeistern, dennoch fragst du dich, wie du ohne Vorerfahrungen die Existenzgründung meistern sollst und vor allem woher du das nötige Startkapital bekommst? Keine Sorge! Mit Körperformen gelingt dir auch ohne Eigenkapital der mutige Schritt in die Selbstständigkeit.
Bisher konnten wir schon über 260 Standorte in der Gründungsphase unterstützen und deren Finanzierung sichern. So beraten wir dich bereits in der Gründungsphase zu möglichen Finanzierungsvarianten, erstellen für dich einen Businessplan und bereiten dich auf das Bankgespräch vor. Von den formellen Vorbereitungen bis hin zur offiziellen Eröffnung deines Körperformen Studios hast du mit Körperformen einen starken Partner mit über zehn Jahren Erfahrung auf dem EMS-Markt an deiner Seite. Durch diese Expertise und Unterstützung ist es auch für dich als Neuunternehmer:in möglich, nach nur zwölf Wochen, ein eigenes Studio zu eröffnen und deine ersten Kund:innen zu empfangen.
Durchstarten mit Körperformen
Du möchtest dein:e eigene:r Chef:in sein? Dich finanziell frei und unabhängig fühlen und zukünftig eine perfekte Mischung aus Beruf, Berufung und Freizeit schaffen? Dann werde Teil der Körperformen Familie! Vereinbare gleich dein Beratungsgespräch auf www.körperformen.com/lizenzpartner-werden oder unter Tel.: 02241 9323350
Wir freuen uns, dich in der Körperformen Familie begrüßen zu dürfen!
05/22 fitness MANAGEMENT international 75
Motivierte Mitglieder sind der Schlüssel zu langfristigem Erfolg
So kommen Mitglieder immer wieder zurück ins Studio
Auf dem schwer umkämpften Markt war es noch nie so schwierig, Mitglieder langfristig zu motivieren. Fitnessstudios bieten im Vergleich zur digitalen Konkurrenz jedoch entscheidende Vorteile. Wie können Studios sich diese zunutze machen?
Motivierte Mitglieder besuchen ihr Studio häufiger. Mitglieder, die ihr Studio häufiger besuchen, bleiben diesem länger treu. Mitglieder, die nur selten das Studio betreten, werden wahrscheinlich nicht die erhofften Resultate erzielen, was bedeutet, dass sie nicht langfristig Mitglied bleiben werden.
Seit der Pandemie sind Fitnessstudios nicht mehr die erste Wahl für Menschen, die fitter werden wollen. In den letzten Jahren haben sich die Möglichkeiten, zu Hause aktiv zu bleiben, vervielfacht – Apps, Smart Devices, Online-Videos und Exergaming sind nur einige der nennenswerten Beispiele.
Was veranlasst also Mitglieder, den Weg von ihrer Haustür bis ins Studio auf sich zu nehmen? Es braucht etwas, das nicht einfach in ein Smart Device oder eine App einprogrammiert werden kann –
und zwar Motivation. Gelingt es Studiobetreiber:innen, die Motivation zu steigern, können sie die „Magie“ entfesseln, mit der sich Trainingsgewohnheiten langfristig etablieren lassen.
Jeder Mensch hat das Potenzial, Bewegung zur Gewohnheit zu machen
Neue Erkenntnisse des LES MILLS Research Lab lassen vermuten, dass der Erfolg von Fitnessstudios auf dasselbe verhaltenspsychologische Phänomen, das uns dazu bringt, Bitte
LES MILLS GERMANY GmbH fitness MANAGEMENT international 05/22 76 MANAGEMENT | MITGLIEDERBINDUNG | ANZEIGE
Fotos:
und Danke zu sagen, zurückzuführen ist: Automatismus. Die Fähigkeit, Bewegung zur Gewohnheit zu machen, ist dabei nicht durch die Persönlichkeit, die genetische Veranlagung oder den Körpertyp vordefiniert.
Unwiderstehliche Live-Erlebnisse
Erlebnisse und Spaß können Menschen dazu inspirieren, Bewegung zur Gewohnheit zu machen. Events im Studio können dabei eine Schlüsselrolle einnehmen.
Da die Erwartungen der Fitnessstudiobesucher:innen heute höher sind denn je, müssen Unternehmen den Verbraucher:innen etwas Besonderes bieten – etwas, wovon sie ein Teil sein wollen, was sie gern mit anderen teilen und worüber sie gern sprechen. Fitnessstudios haben vielleicht nicht die finanziellen Mittel oder die Markenstärke der großen Technologieunternehmen, doch sie haben ein „Ass im Ärmel“, das TechGiganten noch nicht bieten können: starke Gemeinschaften, die aus gemeinsamen Trainingserlebnissen und authentischen menschlichen Beziehungen entstehen.
Menschen, Erlebnisse, Emotionen … … und das Studioteam mittendrin. Es scheint, als sei die Lust auf Live-Erlebnisse schier unstillbar und in einer Zeit, in der es für fast alles eine App gibt, sind Live-Erlebnisse das ultimative Alleinstellungsmerkmal, mit dem selbst Smartphones nicht mithalten können. Heute suchen Menschen mehr denn je nach persönlichen Kontakten zu Marken und Gleichgesinnten, um sich als Teil einer echten Gemeinschaft zu fühlen. Die Laufbänder im Studio vermissen Studiomitglieder mit
Sicherheit nicht, ihre Freund:innen und Kolleg:innen aus dem Kursraum sicher schon. Das macht Events und den Gruppenfitnessbereich zu einem vielversprechenden Erfolgsschlüssel, um Mitglieder langfristig zu binden, neue dazuzugewinnen und die Weiterempfehlungsrate zu steigern.
Studio-Rockstars im Rampenlicht
Gruppenfitnessteilnehmer:innen sind die motiviertesten Mitglieder, die sich Studios wünschen können, sofern sie von großartigen Instruktor:innen in den Bann gezogen werden. Unabdingbar dafür ist das Team im Studio. Die Zeit, die Studios in die Ausbildung ihres Teams investieren, entscheidet darüber, wie die Atmosphäre für Mitglieder im Studio ist und dementsprechend wie loyal diese sind und ob ein Kund:innenstamm entsteht, der nachhaltig Einnahmen generiert und nicht nur durch „Karteileichen“ glänzt.
Mehr Infos unter: www.lesmills.com/de/studios/mitglieder-motivieren
Jetzt schon die Stars von morgen rekrutieren und dabei 80 Prozent sparen Gemeinsam mit der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement (DHfPG) möchte LES MILLS die Fitnessbranche als Arbeitgeberin stärken. Aus diesem Grund gibt es ein unschlagbares Angebot für DHfPG-Studierende und die Studios, in denen sie beschäftigt sind. Alle LES MILLS Aus- und Fortbildungen können mit einem Nachlass von 80 Prozent gebucht werden.
Alle Infos zum Angebot für Studios unter www.lesmills.com/de/dhfpg-studios
Und für Studierende unter www.lesmills.com/de/dhfpg
05/22 fitness MANAGEMENT international 77
Der Weg in die Selbstständigkeit – dank Franchisekonzepten ist diese Reise so simpel wie noch nie. Doch nicht jedes Konzept eignet sich für die eigenen Bedürfnisse und Wünsche. Warum das Konzept von FT-CLUB eine gute Chance für Existenzgründer:innen ist, erklärt Jessica Mumdey (FT-CLUB Franchise Management International).
Eine gute Idee, Selbstvertrauen, eine Portion Mut und ein wenig Startkapital. Los geht's auf den Weg zum eigenen Business. Nun ja, auch Optimismus, Willenskraft und ein gewisses Maß an Blauäugigkeit sind grundsätzlich nicht schlecht. So wirft man bei den ersten Rückschlägen nicht gleich „die Flinte ins Korn“, sondern sucht Lösungen in Form von alternativen Wegen zum Ziel. Und übermorgen ist man reich!
Die Realität sieht anders aus Zumeist ist man lediglich reich an Erfahrungen! Die meisten Gründer:innen merken schnell, dass man weder alles weiß noch alles allein kann und schon gar kein:e Expert:in auf allen Gebieten ist. Ein erfolgreicher Unternehmensaufbau kommt nicht von selbst. Es scheitert nicht an der guten Idee oder dem festen Willen. Oft sind es Rückschläge aufgrund fehlender
Erfahrung in Kapitalbedarf, Marketing, Kostenkontrolle und auch mangelnder Kenntnis über die Strukturen und Abläufe eines funktionierenden Unternehmens. Der Schwerpunkt wird auf das operative Geschäft gelegt. Der Administration und den organisatorischen Abläufen wird nur eine untergeordnete Bedeutung beigemessen.
Wer sich selbstständig machen will, sollte sich mit Franchisekonzepten beschäftigen
Der Vorteil im Franchising liegt im Schulterschluss: Wählt man das passende Konzept, übernimmt der:die Franchisegeber:in genau die Aufgaben, die einem selbst nicht so liegen. Und man ist nicht allein, sondern im Austausch mit anderen Franchisenehmer:innen. In den meisten Franchisesystemen versteht man sich als Familie und unterstützt sich gegenseitig. Auch Wachstumsmöglichkeiten sind gegeben, wie z. B. beim Multi-Unit-Franchising, bei dem ein:e Franchisenehmer:in mehrere eigene Standorte betreibt und entsprechende Teams führt.
Franchising bedeutet Partnerschaft für wirtschaftlichen Erfolg
Franchising ist seit vielen Jahren als führendes Modell für
Fotos: ACISO Fitness & Health GmbH fitness MANAGEMENT international 05/22 78 MANAGEMENT | FRANCHISE | ANZEIGE
„Die Entscheidung, in die Fitnessbranche zu investieren, reifte über die letzten Jahre. Ich wollte einfach dort tätig sein, wo meine Leidenschaft ist – und das ist der Sport, insbesondere die Fitnessbranche. Das FT-CLUB Konzept hat mich von der ersten Sekunde an überzeugt und gefesselt. Functional Training ist hochwirksam, es funktioniert, macht Spaß und hat eine tolle Community. Das Strahlen in den Augen unserer Mitglieder zu sehen, ist einfach großartig.
Gemeinsam stark – die Unterstützung von ACISO und dem ganzen FT-CLUB Netzwerk ist
unglaublich wertvoll. Vom ersten Gespräch an wurde ich mit allem unterstützt, was ich und mein Team benötigen, um erfolgreich zu sein. Es ist schön, Teil dieser Community sein zu dürfen, und ich bin für die Unterstützung sehr dankbar.
Mein Rat für andere Gründer:innen ganz nach unserem Motto ‚STOP WISHING. START DOING‛: einfach loslegen. Trainiert selbst mal in einem unserer tollen FT-CLUBs und ihr werdet spüren, warum das Konzept funktioniert. Ihr werdet es nicht bereuen.“
„Der Traum eines eigenen Clubs wurde in den letzten Jahren immer größer und das Konzept von FTCLUB hat in diesen Traum perfekt hineingepasst. Genau so habe ich mir meinen eigenen Club immer vorgestellt. Selbstständigkeit ist immer ein Risiko – für mich bedeutet sie aber auch Freiheit. Denn als vierfache Mutter ist der Spagat zwischen Arbeit und Familie nicht immer einfach, aber machbar. Durch die Franchiselizenz habe ich ein großes Team hinter mir und die Community mit den anderen FT-CLUBs ist einfach unschlagbar.
‚Das Leben ist kein Ponyhof – es glitzert auch nicht durchgängig.‘ Ja, manchmal braucht man im Leben Mut, etwas zu riskieren. Hat man aber diesen Schritt gewagt, ist man umso stolzer. Angst gehört zu diesem Schritt genauso dazu. Aber wenn ich diese nicht überwinde, kann ich nie sagen, ob ich eine bestimmte Sache geschafft hätte oder nicht. Dann bleibt es ein trauriger Konjunktiv, also STOP WISHING. START DOING!“
„gemeinsamen wirtschaftlichen Erfolg“ etabliert – weit über Gastronomie, Einzelhandels- und Fitnesskonzepte hinaus. Die Gründe liegen auf der Hand. Beim Franchising gehen Franchisegeber:innen und Franchisenehmer:innen eine Partnerschaft ein. Der:Die Franchisegeber:in stellt gegen eine Gebühr ein erprobtes Geschäftsmodell zur Verfügung, das am eigenen Standort umgesetzt wird. Der:Die Franchisenehmer:in wird mit diesem Konzept selbstständig tätig und nutzt die bekannte Marke sowie zusätzliche Leistungen des:der Franchisegeber:in – eine Win-win-Situation für beide.
Selbstständig, aber nicht allein
Wenn auch du deinen Traum verwirklichen willst, sind wir für dich da! Wer unter der Vielzahl der Systeme das richtige wählen will, muss gut informiert sein. Denn das beste Franchiesystem gibt es nicht, sondern nur das passendste!
STOP WISHING. START DOING.
Jessica Mumdey, FT-CLUB Franchise Management International
Jessica.Mumdey@aciso.com www.FT-CLUB.com
Oliver Bruns FT-CLUB Köln-Dellbrück
Das FT-CLUB Franchisekonzept –lukratives Modell für mich als Investor
Annika Mundschenk FT-CLUB Kassel-Wehlheiden
05/22 fitness MANAGEMENT international 79
Trotz Corona habe ich den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt
Sportmühle Hilden mit EGYM Ökosystem auf Erfolgskurs
Stabiles jährliches
Mitgliederwachstum von fünf Prozent
Seit sechs Jahren setzt die Sportmühle Hilden auf das Ökosystem von EGYM. Dank dieser Strategie erzielt der größte Anbieter von Sport- und Gesundheitsaktivitäten in der Region seither ein stabiles jährliches Mitgliederwachstum von rund fünf Prozent und senkte bis dato die Fluktuation auf nur noch 19 Prozent ab. Der Kundenerfolg erlaubte eine Beitragsanpassung zwischen zehn und 20 Prozent.
Fotos: EGYM GmbH fitness MANAGEMENT international 05/22 80 MANAGEMENT | TRAININGSPARK | ANZEIGE
Die Sportmühle Hilden ist riesig und gleichwohl ein Familienunternehmen mit angenehmer, persönlicher Atmosphäre. Bis vor ca. sieben Jahren ging es immer nur bergauf: „Wir waren auf konstantem Wachstumskurs, hatten viele Fans, und es lief eigentlich von allein immer recht gut“, erinnert sich Geschäftsführer Stefan Spillner. „Doch plötzlich merkten wir, dass die Zeiten nicht mehr ganz so rosig waren: Wir gingen langsam in die Stagnation hinein.“ In dieser akuten Krisensituation war eine Neuausrichtung angezeigt. Auf der FIBO entstand der erste Kontakt zu EGYM, und es wurde klar: „Es geht nicht allein um die Geräte, sondern um das Konzept und um diese ganze Welt, die hier dazugehört – auch mit der App für Trainer und Mitglieder und der Motivation, die notwendig ist, um die Kunden zu diesem Training zu bringen. Und natürlich der rasche Erfolg, den dieses Ökosystem ermöglicht.“
Und so setzte sich das schnelle, einfache und effektive Training im ersten EGYM Zirkel in der Sportmühle sehr gut durch. Stefan Spillner: „Die Begeisterung und die Motivation der Kunden waren sofort da, die App hat super funktioniert, und es wurde vor allem viel über das Training mit EGYM gesprochen. Genau das brauchten wir, um unser Studio wieder zum Laufen zu bringen. Und so kamen natürlich auch rasch Neukunden hinzu und sorgten wieder für Wachstum!“ Die Kündigungsquote in der Sportmühle Hilden während der Pandemie beziffert
Stefan Spillner als überraschend gering: „Natürlich denke ich, dass das auch mit dem smarten EGYM System zusammenhängt. Nach der Krise kamen die Kunden schnell zurück und wir hörten immer wieder das Gleiche: dass sie das Training brauchen und vor allem auch, wie wichtig ihnen das Beweglichkeitstraining mit EGYM Smart Flex ist.“
EGYM schon auf einem Viertel der Fläche im Einsatz
Bis heute sei es in der Sportmühle so, dass neue Mitglieder, die mit dem klassischen Training vertraut seien, hier die EGYM Welt kennenlernten und sofort merkten, dass das eine ganz andere Art zu trainieren ist. Der nächste Schritt lag für Stefan Spillner somit auf der Hand: „Wir haben sehr schnell weitere EGYM Geräte nachgekauft: einen zweiten Zirkel, dann die neuen EGYM Open Geräte für die freie Trainingsfläche, und so stehen wir aktuell bei 32 Smart Strength Geräten, zwei Smart Flex Zirkeln mit insgesamt 16 Geräten und dem EGYM Fitness Hub. Und die Begeisterung wächst: Die Kunden sind zufrieden und glücklich. Aktuell ist unser Studio zu 25 Prozent mit EGYM Equipment ausgestattet und mehr ist geplant. Wir werden sicherlich mit EGYM weiterwachsen.“
Die offene EGYM Cloud besitzt Schnittstellen zu Kardiogeräten und Körperanalysewaagen unterschiedlichster Hersteller, sodass die Mitglieder in der Branded Member App auf einen Blick ihren kompletten Trainingsfortschritt und natürlich das besonders populäre BioAge ablesen können. Stefan Spillner: „Man merkt immer mehr, dass es bei EGYM um ein wirklich komplettes System geht, ein ganz anderes Denken, wie man trainiert und den Erfolg beim Kunden sicherstellt. Das ist im Grunde das Einzige, was wirklich zählt. Der Kunde muss den Erfolg haben und er muss zufrieden sein und dann empfiehlt er mich weiter. Wir müssen nicht wirklich viel Werbung machen, das läuft von ganz allein.“
Das Fazit von Stefan Spillner
„Wir haben uns für EGYM entschieden, da es sich um ein umfassendes und schlüssiges Konzept handelt und wir in jedem Stadium perfekt beraten wurden. Im EGYM Ökosystem arbeiten die Trainer heute viel effektiver. Und obwohl sie mehr Kunden gleichzeitig betreuen (20:1 statt früher 1:1), fokussieren sie sich – dank Unterstützung durch die EGYM Trainer App – stärker auf die Bedürfnisse der einzelnen Mitglieder und führen sie zum Erfolg. Das Onboarding per Fitness Hub funktioniert schnell und präzise. Sichtbares Resultat ist unser Mitgliederwachstum, das seit Einführung von EGYM stabil bei fünf Prozent liegt. Das EGYM System erlaubte es uns außerdem, die Mitgliedsbeiträge in einer Spanne von zehn bis 20 Prozent nach oben anzupassen. Unsere Kunden zeigten absolutes Verständnis dafür, dass sie für ein derart perfektioniertes System etwas mehr bezahlen müssen. Der höhere Preis ist für so ein Trainingssystem einfach gerechtfertigt.“
Die Sportmühle Hilden ist eine multifunktionale Sportanlage mit großem Fitnessstudio, Gymnastikkursen, Racketplätzen und einem sehr großzügigen Wellnessbereich. Die aktuelle Mitgliederzahl beläuft sich auf ca. 4.000 zzgl. der Kunden für Tennis und Badminton.
Sehen Sie im Video, wie die Sportmühle Hilden vom EGYM Ökosystem profitiert:
EGYM GmbH | Einsteinstraße 172 | 81677 München Tel. +49 89 9213 105 100 | egym.com | sales@egym.com 05/22 fitness MANAGEMENT international 81
Qualitätsstudio punktet mit Zertifizierung
„ZertFit“ als Aushängeschild
Seit 2016 gibt es das qualitätsbewusste Studio Exclusiv Fit in Neugersdorf nahe der tschechischen Grenze. Der Fokus der 550 Quadratmeter großen Fitness- und Gesundheitsanlage liegt auf gerätegestütztem Krafttraining mit personalisierter Betreuung durch kompetente Trainer:innen. Um dieses Qualitätsmerkmal auch nach außen sichtbar zu machen, hat sich das Studio vor Kurzem für die neutrale Zertifizierung nach DIN EN 17229 entschieden. Wir haben mit Studioleiter Conrad Zscherper darüber gesprochen.
Ob Cardio-, Kraft-, Freihantel- oder funktionelles Training – das Studio Exclusiv Fit bietet seinen Mitgliedern ein umfangreiches Trainingsangebot. Darüber hinaus steht ihnen ein großzügiger Wellnessbereich mit Sauna zur Verfügung.
Das vierköpfige Team des Studios verfügt zusammen über 31 Qualifikationen der BSA-Akademie – und seit Neuestem kann auch das Fitnessstudio selbst ein Zertifikat vorweisen!
„Unser Studio liegt an der tschechischen Grenze. Dieser Standort ist schwierig, da das Training in Tschechien sehr günstig angeboten wird. Wir wollen uns aber von den Discountstudios durch unsere Qualität abheben. Daher haben wir uns für die Zertifizierung durch die BSA-Zert entschieden. Bei der Eröffnung vor sechs Jahren war uns auch nicht alles bewusst, auf das man achten muss. Wir haben uns nach und nach alles aufgebaut – durch die Zertifizierung ist uns vieles davon wieder klarer geworden. Nun arbeiten wir konsequent weiter an uns.“
„Die Zertifizierung zeigt noch einmal, wie wichtig das Thema Sicherheit ist“
Inhaber Lothar Prietzel und Studioleiter Conrad Zscherper legten zuvor schon sehr viel Wert auf Sauberkeit, Sicherheit und Qualität. Alle Teammitglieder von Exclusiv Fit waren bereits zu Ersthelfer:innen ausgebildet und mussten nur noch die Brandschutzschulung absolvieren. „Ich habe mich zusätzlich auch zum Hygienebeauftragten weitergebildet. Wir hatten zwar bereits ein Hygienekonzept und waren schon gut aufgestellt, aber ich möchte immer auf dem neuesten Stand sein“, erzählt Conrad Zscherper. „Auch für die Zertifizierung ‚ZertFit‘ der unabhängigen Zertifizierungsstelle
Fit
Fotos: Exclusiv
Text: Lena Henning und Ronja Reuber
Für das Zertifikat wurde im Studio ein gut sichtbarer Platz gefunden
fitness MANAGEMENT international 05/22 82 MANAGEMENT | ZERTIFIZIERUNG
Das Team des Exclusiv Fit: v. l. n. r. Jana Hinke, Rico May, Lothar Prietzel und Conrad Zscherper
BSA-Zert hat nicht viel gefehlt – ich konnte innerhalb von vier Wochen deren Checkliste abarbeiten. Hier war alles von A bis Z sehr gut strukturiert und gut erklärt. Wenn ich doch einmal eine Frage hatte, bekam ich immer innerhalb kürzester Zeit eine Antwort. Einmal hatten sich meinerseits mehrere Fragen zum Thema Risikobeurteilung und gefährliche Substanzen ergeben. Auch da konnte ich auf die Unterstützung der BSAZert zählen: In einem Online-Meeting wurden alle Unklarheiten beseitigt. Die Zertifizierung hat uns auch noch einmal mehr gezeigt, wie wichtig das Thema Sicherheit ist. Wir nehmen das sehr ernst und hoffen, dadurch sowohl unsere Trainierenden als auch Neukund:innen überzeugen zu können.“ Aus diesem Grund haben sich Conrad Zscherper und Lothar Prietzel auch dazu entschlossen, die Zertifizierung auf ihrer Website einzubinden. Hier erfahren die Trainierenden und potenziellen Mitglieder, was die Zertifizierung „ZertFit“ beinhaltet und durch welche Qualitätsmerkmale sich das Studio Exklusiv Fit somit auszeichnet.
Höheres Ansehen der Branche
Wenn es nach Conrad Zscherper ginge, müsste jedes Fitnessstudio über eine Zertifizierung verfügen: „Jedes Studio sollte einige Mindeststandards erfüllen. Aber ich sehe leider häufig Fitness- und Gesundheitsanlagen mit kaputten Geräten oder ungelernten Trainer:innen. Das dürfte es nicht geben, da es eine Gefahr für die Gesundheit darstellen kann, wenn Trainer:innen nicht ausgebildet sind und Übungen falsch anleiten.
Die Kund:innen vertrauen ihnen schließlich.“ Der Studioleiter sieht in der Erfüllung der Mindeststandards aber nicht nur die zertifizierte Sicherstellung von Qualität, Sauberkeit und Sicherheit für die Trainierenden, sondern auch eine Aufwertung der Branche insgesamt. „Meines Erachtens müsste jedes Studio die Zertifizierung absolvieren. Dieser Standard würde die gesamte Branche in ein anderes Licht rücken. Daher empfehle ich auch jedem Studio ausdrücklich die Zertifizierung nach DIN EN 17229“, so Conrad Zscherper.
Zertifizierung Pluspunkt für Kooperationen Auch im Bereich Firmenfitness eröffnet die Studiozertifizierung „ZertFit“ neue Möglichkeiten. „Ich sehe die Zertifizierung als Qualitätsmerkmal. So haben wir bereits eine Kooperation mit der Arbeiterwohlfahrt (AWO) eingehen können und freuen uns auf weitere Kooperationen im Betrieblichen Gesundheitsmanagement.“
Qualität sichtbar machen!
Lassen auch Sie sich durch die Dienstleistungszertifizierung „ZertFit“ unabhängig und neutral die Einhaltung der Quantität und Qualität Ihrer Trainer:innen sowie Ihres Geräteparks für Kraft- und HerzKreislauf-Training bestätigen.
Mehr Infos unter: www.bsa-zert.de/zertfit
Zertifizierungsstelle
BSA-Zert
Anzeige
AURUM Fitness „digitalisiert“ die Hantel
Das neue Trainingskonzept aus der Schweiz
„Digitalisierung“ der Hantel: Das erfolgreiche Schweizer Fitness- und Geschäftssystem verspricht den Trainierenden die Kraft, ihr Leben mit nur einem einzigen Training pro Woche zu genießen. Die ersten Franchisenehmer:innen profitieren bereits von dem Erfolgsmodell mit minimalem Personalaufwand. Technologie macht’s möglich.
Es gibt viele Menschen, die gern mehrmals pro Woche ins Fitnessstudio gehen und denen die Trainer:innen genug Wissen vermittelt haben, um allein ein Krafttraining durchzuführen. Doch einigen graut es auch vor dem scheinbar zeitraubenden Gang ins Fitnessstudio. Beispiele dafür sind Sylvia, eine Angestellte aus Stuttgart, die ihrer Familie mehr Energie widmen möchte, Jasmin, die nach der Menopause ungewollt zugenommen hat und sich in einem „klassischen“ Münchner Fitnessstudio beobachtet fühlt, sowie Andreas, der neben dem Pendeln zwischen Zürich und Berlin weder Zeit noch Lust für stundenlanges Gewichtheben hat. Alle drei haben erfolgreich mit wöchentlichem AURUM Training zwischen vier und zwölf (!) Kilo Fett ab- und Muskulatur aufgebaut.
Bessere Resultate in weniger Zeit: Wie ist das möglich?
Bei AURUM trainiert man nur 20 Minuten pro Woche. Bei jedem Termin leitet ein:e AURUM Trainer:in die:den Trainierende:n durch das wissenschaftlich fundierte Trainingsprotokoll an der speziell dafür entwickelten AURUM Maschine. Danach können die Kund:innen ihren Fortschritt in der AURUM App überprüfen. So können sie bei sich jede Woche drei bis vier Prozent Kraftzuwachs beobachten, was direkt mit Muskelaufbau, Fettverlust, Steigerung der Knochenmineraldichte und beschleunigtem Stoffwechsel zusammenhängt. Die Aussage, dies mit einem einzigen Training pro Woche zu erreichen, klingt zwar provokativ, aber AURUM Training macht es möglich. „Wir haben die zwei ‚Hidden Champions‘ der Fitness- und Gesundheitswelt in einem einmaligen Konzept ‚verheiratet‘
und digitalisiert: das hochintensive Krafttraining, wie es von den Wissenschaftsautoren Dr. Doug McGuff und John Little in ‚12 Minuten pro Woche‘ vorgestellt wurde, und das isokinetische Trainingsprinzip, bei dem maximale Belastung in jedem Gelenkwinkel möglich ist. Mit dieser Kombination schaffen wir es, gleichzeitig Muskeln, Knochen, Lunge, Herz und das zentrale Nervensystem sicher und messbar zu stärken, was Kund:innen sehr schnell merken“, erzählt uns Julian Massler, Co-Founder und CEO von AURUM Fitness.
Vom
Personal Trainer zum Unternehmer
Das Einzige, was AURUM nicht digitalisieren wird und was es von den anderen neuartigen Trainingskonzepten unterscheidet, sind die Coaches. „Personal Trainer:innen spielen die wichtigste Rolle bei AURUM: Sie bedienen die AURUM Maschine, betreuen die Kund:innen und werden für die Resultate und nicht für ihre Zeit bezahlt. Viele unserer Trainer:innen wachsen in kürzester Zeit von Personal Trainer:innen zu Geschäftsführenden”, berichtet Julian Massler. Seit bereits einem Jahr laufen die ersten Franchisebetriebe in der Schweiz, Deutschland und Israel. Liechtenstein und Österreich folgen. Aktuell werden Lizenzen für das Jahr 2023 für weitere Gebiete der DACH-Region vergeben. Erfahren Sie mehr auf aurumfit.com.
Foto: AURUM Fit.
fitness MANAGEMENT international 05/22 84 MANAGEMENT | TRAININGSKONZEPT | ANZEIGE
Gegründet 2018 ist AURUM Training heute eines der am schnellsten wachsenden Fitnesskonzepte Europas
JETZT NEU STARTEN:
PHYSIOTHERAPIE ALS ERFOLGSKONZEPT
Erfahren Sie von uns wie Sie … erfolgreich eine Physiotherapie eröffnen oder integrieren. mit dem neuen Geschäftsfeld wirtschaftlich erfolgreich sind. aus Patienten Mitglieder machen können. die Gesundheitsrelevanz als Wettbewerbsvorteil nutzen.
STANDORT Bergische Str. 25, 58239 Schwerte TELEFON 02304 - 999 300 0 E-MAIL kontakt@kws-schwerte.de
KOSTENLOSE POTENZIALANALYSE FÜR FITNESS- UNDGESUNDHEITSSTUDIOS!
24 STUNDEN AM TAG
Mitte Juni 2022 eröffnete Philipp Maier auf dem urbanharbor district in Ludwigsburg das twentyfour gym. Bereits seit knapp zweieinhalb Jahren führt er auf dem Areal den benachbarten urbanhealthclub. Der urbanharbor district bietet in der Ludwigsburger Weststadt rund 8.000 Arbeitsplätze, die Hochschule für öffentliche Verwaltung und Finanzen hat dort nun auch eine Außenstelle für über 1.200 Student:innen eröffnet – viele potenzielle Mitglieder für das topmoderne Studio.
Bis 2030 soll im urbanharbor district das erste klimaneutrale Stadtquartier Europas entstehen. Im Verlauf der vergangenen Jahre wurden auf dem 200.000 Quadratmeter großen Gelände die einstigen Produktionshallen zu modernen Büros diverser Start-ups umgebaut. In dieser urbanen Lage wurde Mitte Juni das twentyfour gym eröffnet. Wie der Name impliziert, ist es 24 Stunden am Tag geöffnet. Das futuristische Konzept beinhaltet, dass alle Abläufe automatisiert funktionieren.
PHILIPP MAIER
twentyfour gym Rheinlandstr. 12 L 71636 Ludwigsburg twentyfour-gym.com
hi@twentyfour-gym.com
Bereits 2021 gab es die Idee für das neue Fitnessstudio twentyfour gym, Anfang 2022 wurde mit den Bauarbeiten begonnen. Die ehemalige Industriehalle mit über acht Meter hohen Decken, die das neue Studio beherbergt, liegt direkt gegenüber des urbanhealthclubs, „angedockt“ an das Outdoor Gym im urbanharbor district.
Nachhaltig und klimaneutral
Die Mitgliedschaft kostet monatlich 19,90 Euro, gegen Aufpreis können zusätzliche Dienstleistungen hinzugebucht werden. Der Fokus beim twentyfour gym liegt auf Nachhaltigkeit und Energieeffizienz. Alle Geräte funktionieren ohne Strom, sind selbst antreibend sowie klimaneutral. Auf dem Dach befinden sich Photovoltaikanlagen.
twentyfour gym in Ludwigsburg
fitness MANAGEMENT international 05/22 86 MANAGEMENT | STUDIOKONZEPT | ANZEIGE
Fotos: Philipp Maier
Drei Bereiche, drei Businessmodelle
Der Betreiber Philipp Maier gliedert die rund 2.000 Quadratmeter Fläche der Industriehalle in drei Bereiche mit drei eigenständigen Businessmodellen: das twentyfour gym, twentyfour sports und urban therapy.
• Das twentyfour gym bietet „fitness. athletic. performance. sports “. Ausgestattet ist die Anlage mit Equipment von Life Fitness und Hammer Strength und dient gleichzeitig als Showroom.
• Bei twentyfour sports handelt es sich um eine multifunktionale Ballsportfläche, einen komplett vernetzten und digitalisierten Indoor-Playground mit rund 500 Quadratmetern für Badminton, Basketball, Soccer und Boxen. twentyfour sports ist seit dem 1. Juli 2022 für alle Mitglieder sowie Nichtmitglieder nutzbar, Mitglieder des Gyms bekommen Rabattcodes zur vergünstigten Nutzung.
• Die urban therapy ist eine Physiotherapie- und Heilpraxis, die neue Behandlungsmethoden, eigene Therapieprogramme sowie Detox- und Wellbeing-Kuren anbietet.
Fancy und futuristisch
Die neue Halle bildet optisch das komplette Gegenteil zum edlen Design des urbanhealthclubs. Ihr Stil ist fancy und futuristisch. Den Mittelpunkt der Halle stellt ein komplett verspiegelter Kubus dar. Auf zwei Ebenen wird mit einem Steg an zwei aufeinanderstehende Container „angedockt“.
Blaue Wände sind mit einer durchgängigen Grafik aus Pixeln, Blitzen, schwarz-weißen Rastern und Elementen versehen. Recycelte Bodenbeläge, nachhaltige Materialien sowie Designklassiker runden das Konzept ab.
05/22 fitness MANAGEMENT international 87
fitness MANAGEMENT international 05/22 88 MANAGEMENT | VERANSTALTUNG | ANZEIGE
FitnessConnected 2022 in München
„Kopf in den Sand stecken funktioniert nicht“
Von der Corona-Pandemie über die Inflation bis hin zur Energiekrise: Fitnessstudiobetreibende sehen sich derzeit mit enormen wirtschaftlichen Herausforderungen konfrontiert. Auf der FitnessConnected 2022 vom 28. bis 30. November 2022 in München werden deswegen nicht nur wichtige Innovationen präsentiert, sondern auch Wege aufgezeigt, wie Kosten in den Studios gesenkt und zusätzliche Einnahmen generiert werden können.
„Ein unverrückbares Leitbild der FitnessConnected ist: Wir machen Messen nicht zum Selbstzweck, sondern schaffen damit eine zeitgemäße Plattform, die die aktuelle Situation der Branche berücksichtigt und hilft, neue Zielgruppen zu erschließen“, erklärt Ralph Scholz, CEO der FitnessConnected. Da seit der erfolgreichen Premiere der Fachmesse im November 2021 viele neue Faktoren hinzugekommen sind, die das Business der Fitnessbranche beeinflussen, hat man – getreu diesem Leitbild – einige konzeptionelle Änderungen vorgenommen.
Commercial Fitness, Home Fitness und Medical Fitness an einem Ort
So haben sich die Macher:innen der FitnessConnected zum Beispiel dazu entschieden, die Messe 2022 zusammen mit der therapie MÜNCHEN und der ISPO Munich durchzuführen. Auf diese Weise werden drei wichtige Themen an einem Ort abgebildet: Commercial Fitness durch die FitnessConnected, Home Fitness durch die ISPO Munich und Medical Fitness durch die erstmals stattfindende therapie MÜNCHEN. „Mit der Verbindung der drei Messen schaffen wir einen einzigartigen –auch wirtschaftlichen – Mehrwert für Aussteller:innen und Fachbesucher:innen. Nirgendwo sonst kommen diese drei Fachbereiche zusammen. Dafür steht das Wort ‚Connected‘ in unserem Namen“, so Ralph Scholz. Passend dazu hat sich auch die Location der FitnessConnected geändert: von den klassischen Messehallen in das hochmoderne International Congress Center Messe München (ICM). Auf der attraktiven und multifunktionalen Fläche wird es auch eine „Mixed Zone“ mit der therapie MÜNCHEN geben.
Focused: reduzierte Flächen für begrenzte Budgets der Aussteller:innen
Dass die dort zur Verfügung stehenden Flächen für die Aussteller:innen insgesamt kleiner sind, war eine ganz bewusste Entscheidung: „Die explodierenden Energiekosten, hohe Inflationsraten und die massiven Störungen der weltweiten Handelsströme sorgen für Verunsicherungen bei der Fitness-
industrie und auch bei den Betreibenden. Die Investitionsbereitschaft hält sich verständlicherweise gerade in Grenzen und Budgets für gigantische Messestände wird es kaum geben. Deswegen möchten wir den Aufwand für die Ausstellenden in einem überschaubaren Rahmen halten“, sagt Ralph Scholz.
Dennoch könne eine Menge geboten werden und die Durchführung der Fachmesse ergebe in den Augen des FitnessConnected Chefs auch trotz der aktuell besonders schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen Sinn. Denn auf der FitnessConnected 2022 werden die Konzepte und Systeme gezeigt, die es der Branche ermöglichen, auch das Jahr 2023 zu bewältigen – zum Beispiel energiesparende Trainingsgeräte. „Den Kopf in den Sand stecken funktioniert nicht. Wir müssen darüber diskutieren, wie wir die nächsten Jahre gemeinsam gestalten können. Und das geht noch besser, wenn sich Fitness, Gesundheit und Sport connecten – so wie bei uns in München“, ist Scholz überzeugt.
|
05/22 fitness MANAGEMENT international 89
Fotos: LeisureConnected
Messe München
Smart: Rahmenprogramm rückt AdditionalIncome-Möglichkeiten für Branche in den Blick
Eine größere Aufmerksamkeit noch als letztes Jahr bekommt das Rahmenprogramm der FitnessConnected – denn es gibt viel zu zeigen und zu diskutieren aufgrund der aktuellen Lage. Das ICM bietet die optimale Umgebung, um das Programm mit den Ausstellungsflächen kompakt zu kombinieren. Für die Eigenveranstaltung „Roadmap to Future“ wird derzeit ein Programm entwickelt, in dessen Rahmen Volkswirtschaftler:innen, Energie- und Handelsexpert:innen darüber diskutieren, wie die Fitnessbranche dabei unterstützt werden kann, zukünftige Entwicklungen besser einschätzen bzw. bewerten zu können. „Das Thema Additional Income wird das wichtigste Thema der FitnessConnected 2022 sein. Wir wollen auf der einen Seite zeigen, mit welchen Konzepten Fitnessstudiobetreiber:innen Kosten sparen können – etwa durch energieeffiziente Maßnahmen. Auf der anderen Seite werden wir auch Ideen und Lösungen präsentieren und offenlegen, an welchen Stellschrauben für mehr Einnahmen gedreht werden kann –von höheren Mitgliedsgebühren über stärkere Neumitgliedergewinnung bis hin zu Maßnahmen zur Umsatzerhöhung pro Mitglied“, erklärt Ralph Scholz.
Innovativ: Exergaming als Gamechanger für die Fitnessbranche
Natürlich werden auch Innovationen wieder eine große Rolle auf der FitnessConnected spielen, denn sie sind der Schlüssel, um mit zukünftigen Herausforderungen umgehen zu können und rentabel zu bleiben. Solche Innovationen, die einen wichtigen Part auf der Fachmesse übernehmen werden, sind Exergaming und Physical eSports. „Wir freuen uns sehr, dazu eine eigene Future Area präsentieren zu dürfen. Denn Exergaming ist ein echter Gamechanger für den Fitnessmarkt. Es bietet
das, was bisher noch keine Sportart in sich vereinen konnte: Wettbewerb, Gamification und digitales Erlebnis“, sagt Ralph Scholz. So können auch völlig neue Zielgruppen zu Bewegung und Sport animiert werden – solche, die nicht in ein klassisches Fitnessstudio gehen würden. Auf der FitnessConnected 2022 wird es eine Auswahl an Exergames geben, die die Fachbesucher:innen live ausprobieren können.
Erfreulich ist, dass auch einige Aussteller:innen ihre Premiere bei der FitnessConnected 2022 haben: So wird Magicline (Abrechnungssysteme) seine neuen Produkte präsentieren. „All diese Innovationen und das geballte Know-how bei den Rahmenveranstaltungen werden dazu beitragen, dass die Fitness Connected 2022 zu einer der wichtigsten Branchenplattform wird – jetzt mehr denn je“, ist sich Ralph Scholz sicher.
Innovativ, fokussiert, smart: Dafür steht die internationale B2B-Fachmesse FitnessConnected, die vom 28. bis 30. November 2022 zum zweiten Mal in München stattfindet.
Alle aktuellen Informationen zur Veranstaltung gibt es unter www.fitness-connected.com.
Foto: Messe München fitness MANAGEMENT international 05/22 90 MANAGEMENT | VERANSTALTUNG | ANZEIGE
Motivation der Kundschaft durch spielerische Elemente
Gamification in der Fitnessund Gesundheitsbranche
Gamification kommt aus dem Bereich der Mensch-Maschine-Interaktion und wird immer häufiger in der Praxis eingesetzt. In diesem Artikel wird anhand von Anwendungsbeispielen der Kernelemente gezeigt, wie das Konzept der Gamification zur Motivation und Bindung von Kundschaft im Fitness- und Gesundheitsbereich genutzt werden kann.
Die Förderung eines aktiven Lebensstils und die Steigerung des körperlichen Aktivitätsniveaus bergen ein großes Potenzial für die private und öffentliche Gesundheit (Leslie et al, 2007). Infolgedessen wurden verschiedene digitale Systeme und Maßnahmen zur Förderung der körperlichen Aktivität entwickelt, umgesetzt und untersucht. Häufig nutzen solche Systeme einen sogenannten Gamificationansatz, um die Benutzer:innen zu motivieren, zu binden und sie bei der Erreichung ihrer Fitnessziele zu unterstützen (Koivisto & Hamari, 2019).
Was ist Gamification?
Gamification (oder Gamifizierung) ist ein Begriff aus dem Bereich der Mensch-Maschine-Interaktion und hat sich zu einem vielgenannten Ausdruck in der heutigen Medienlandschaft entwickelt. Sie kann als ein Prozess des spielerischen Denkens und eine Spielmechanik beschrieben werden, um Nutzende zu involvieren und Probleme zu lösen (Zichermann & Cunningham, 2011). In der Praxis findet man dieses Konzept schon häufig bei Fitnesschallenges, in denen Teilnehmende in Gruppen gegeneinander antreten. Das Ziel ist es
Text: Prof. Dr. Marco Speicher
Foto: CandyRetriever –stock.adobe.com fitness MANAGEMENT international 05/22 92 FITNESS & GESUNDHEIT | FACHARTIKEL GAMIFICATION
beispielsweise, mehr Kilometer als die anderen zu laufen, mehr Kalorien zu verbrauchen oder auch mehr Gewicht zu bewegen.
Gamificationkonzepte lassen sich allerdings nicht nur auf sportliche Aktivitäten übertragen. Heute ist Gamification ein gebräuchlicher Oberbegriff, wenn Elemente des Spieldesigns in nicht spielerischen Kontexten verwendet werden. Beispiele für Gamedesignelemente sind Punktesysteme, wie Abzeichen und Erfolge, sowie die Verwendung von Stufen und Erfahrungspunkten, um den Fortschritt anzuzeigen. Obwohl der Begriff noch neu ist, findet sich das Konzept schon seit einigen Jahren bei verschiedenen Loyalitätsprogrammen wie „Vielfliegerpunkten“ oder „Treuepunkten“ im Einzelhandel. Diese Gamificationprogramme können dazu führen, dass sich das Verhalten von Benutzer:innen verändert – sie einen Service häufiger und intensiver wahrnehmen, um vorgegebene Ziele zu erreichen und damit externe Belohnungen zu erhalten (Zichermann & Cunningham, 2011).
Motivation durch Gamification
Sport und Fitness sind schon immer Trendthemen im Bereich der Gamification, da es Menschen hier häufig schwerfällt, sich zu motivieren. Dennoch wurden die meisten Untersuchungen in anderen Zusammenhängen, wie z. B. im Büroalltag, durchgeführt. Die Forschungen, die bisher über Motivation durch Gamification angestellt wurden, stehen sich auf zwei verschiedenen Seiten gegenüber, wie das Konzept verwendet werden sollte. Eine Seite fokussiert die Arbeit an der extrinsischen Motivation der Nutzenden, während sich die andere auf die intrinsische Motivation konzentriert.
Intrinsische Motivationen sind jene, die jemanden durch das innere Selbst antreiben. Hier handelt die Person, weil sie die Aktivität sinnvoll findet, auch wenn es keine garantierte Belohnung gibt. Extrinsische Motivationen hingegen spornen an, weil das Ziel zu externen Belohnungen führt, wie Geld, sozialer Status oder Leistungspunkte (Zichermann & Cunningham, 2011). Viele Running-Apps versuchen Menschen zu motivieren: Die intrinsische Motivation kann hier darin bestehen, aktiv zu bleiben oder schneller zu laufen. Die extrinsische Motivation kann – je nach Person – die Punktebelohnung oder die Teilhabe an der Gemeinschaft sein, die sie umgibt.
Forschende sind sich uneinig darüber, wie die extrinsische Motivation in Gamificationdiensten behandelt werden sollte. Die Aussicht auf Belohnungen kann auf der einen Seite negative Gefühle bei den Benutzer:innen hervorrufen, wenn z. B. die Ziele trotz großer Anstrengung nicht erreicht werden. Gleichzeitig kann es aber auch auf der anderen Seite ein guter Weg sein, diese Personen zu motivieren (Nicholson, 2012). Es gibt also unterschiedliche Ansichten über den Einsatz von Belohnungen, um Benutzer:innen zum Handeln zu motivieren.
Anwendungsbeispiele für Gamification
Das Konzept der Gamification beinhaltet unterschiedliche Kernelemente, die zur Motivation angewendet werden können.
Punkte sind dabei eine absolute Voraussetzung für alle gamifizierten Systeme, auch wenn diese Punkte für Benutzer:innen nicht immer sichtbar sind. Sie offenbaren, wie die Nutzenden mit dem System interagieren, und unterstützen dabei, im Laufe der Zeit entsprechende Anpassungen der angebotenen Produkte und Dienstleistungen vorzunehmen. Punkte können konkreten Werten, wie Geld oder sozialem Status (z. B. Premiummitgliedschaft im Fitnessstudio), entsprechen oder auch als Spielpunkte, wie Erfahrungs- oder Geschicklichkeitspunkte, gezählt werden. So könnten beispielsweise Punkte für jeden Besuch im Fitnessstudio, jedes gekaufte Getränk oder jedes Upgrade der Mitgliedschaft vergeben werden.
Mit der neuen Version 6 von CenterCom setzten Sie es um!
Mit dem Sales Manager können Interessenten 24/7 online ganz einfach einen Vertrag abschließen. Der Reservation Manager sorgt rund um die Uhr für die ideale Auslastung Ihrer Trainer und Kurse.
Mit der Member App hat das Mitglied ständig Verbindung zu Ihrem Club.
Das ist echter Service, spart Personalkosten und steigert den Ertrag!
Mehr Infos auf www.mac-centercom.de
SGN 2.E06.1 M.A.C. CenterCom GmbH Franckstraße 5 71636 Ludwigsburg Telefon 0 71 41 / 9 37 37 - 0 info@mac-centercom.de SGN 2.E06.1
CenterCom Version 6
Mitglieder gewinnen Kosten reduzieren Ertrag verbessern
05/22 fitness MANAGEMENT international
Level (oder Stufen) zeigen einen Fortschritt an. Sie veranschaulichen den Benutzer:innen, wie „gut“ sie sind und wo sie sich im System befinden. Sie müssen nicht wie in Videospielen verwendet werden, aber ohne sie gibt es keinen Fortschritt. Mit steigendem Level sollte der Schwierigkeitsgrad der Herausforderung erhöht werden, um die Motivation weiterhin aufrechtzuerhalten. Die Level oder Stufen können sich nach den erreichten Punkten richten oder über eine andere Variable (z. B. die Mitgliedschaftsdauer) abgebildet werden. Das Erreichen einer Stufe bzw. eines Levels kann mit bestimmten Prämien (z. B. Freigetränke, kostenloses Mitbringen eines:einer Trainingspartner:in) oder Rabatten versehen werden, um damit neue Anreize zur Bindung der Klientel oder zur Gewinnung neuer Kundschaft zu setzen.
Herausforderungen (engl. challenges) und Aufgaben (engl. quests) geben Nutzenden einen Sinn für das, was sie im Rahmen der Aktivität tun. Sie machen die Aktivität unterhaltsamer und lohnender, wodurch eine gewisse Tiefe und Bedeutung hinzugefügt wird. Eine Herausforderung wäre es z. B., für ein Jahr mindestens einmal die Woche das Fitnessstudio zu besuchen. Eine Belohnung für diese Herausforderung könnten dann ein spezielles Abzeichen, Rabatte oder Gutscheine vom Studio sein. Für diese Challenges können auch interne Ranglisten geführt werden, die im Studio einsehbar sind. Solche Challenges müssen aber nicht zwingend allein absolviert werden, sondern können auch in Teams oder als gesamtes Studio gemeistert werden, was die soziale Interaktion steigert. Allerdings müssen die Inhalte solcher Challenges immer vorsichtig ausgewählt werden, da manche Herausforderungen möglicherweise zu ungesunden Verhaltensweisen führen können, wie beispielsweise übermäßiges Training mit zu kurzen Regenerationsphasen oder eine zu geringe Kalorienzufuhr bei einer Diätchallenge.
Anhand von Ranglisten können sich die Nutzenden miteinander vergleichen. Es gibt zwei Arten von Ranglisten: die anreizlose Rangliste, die nur teilweise angezeigt wird und Benutzer:innen in der Mitte dieser stehen, und die unendliche Rangliste, bei der alle Anwendenden angezeigt werden, die aber in kleinere separate Ranglisten unterteilt werden kann wie z. B. in Altersgruppen, nach Geschlecht oder Professionalität. Solche Ranglisten könnten zum Beispiel öffentlich im Studio ausgehängt oder in der eigenen Studio-App abgebildet werden, um die Ergebnisse der letzten Challenges (Klimmzugchallenge, größte Körperfettreduktion, beste Zeiten beim Laufevent etc.) zu präsentieren.
Abzeichen (engl. badges) werden schon seit Langem in anderen Kontexten verwendet wie z. B. beim Militär oder auch beim Sport. Die Verwendung von Abzeichen ist ein mächtiges Werkzeug, um Benutzer:innen zu etwas zu ermutigen oder
zu motivieren. Das menschliche Verhalten hat gezeigt, dass wir dazu neigen, Dinge zu sammeln und für Aktionen belohnt werden zu wollen. So könnten beispielsweise Abzeichen für das Erreichen bestimmter Meilensteine der körperlichen Fitness oder Gesundheit vergeben werden (z. B. Körperfettanteil und Blutdruck im Normalbereich, eine bestimmte Anzahl von Klimmzügen oder das Unterschreiten einer bestimmten Zeit beim Zehnkilometerlauf).
Fazit
Um Kund:innen eines Fitnessstudios oder Nutzende einer Studio-App wirksam zu motivieren, weiter zu trainieren, gestalten viele Studiobetreibende und Entwickler:innen die Angebote spielerisch, damit das Training mehr Spaß macht. Jedoch reicht der Spaßfaktor möglicherweise nicht aus, um die Kund:innen zu motivieren, ihre Anstrengungen aufrechtzuerhalten. Die Gamificationelemente sollten daher passend zur Klientel gestaltet werden, um so einen besseren Nutzen zu erzielen und die Teilnahme der Kundschaft an körperlichen Aktivitäten effektiver zu fördern.
Prof. Dr. Marco Speicher leitet den Fachbereich Informatik an der DHfPG. 2019 promovierte er an der Universität des Saarlandes zum Thema „Measuring User Experience for Virtual Reality“. Von 2014 bis 2019 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter und Doktorand am Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) und dort im Ubiquitous Media Technologies Lab (UMTL) und Innovative Retail Laboratory (IRL) tätig. www.dhfpg-bsa.de
Auszug aus der Literaturliste
Koivisto, J. & Hamari, J. (2019). Gamification of physical activity: A systematic literature review of comparison studies. International GamiFIN Conference 2359, 106–117.
Leslie, E., McCrea, R., Cerin, E. & Stimson, R. (2007). Regional Variations in Walking for Different Purposes: The South East Queensland Quality of Life Study. Environment and Behavior, 39 (4), 557–577.
Zichermann, G. & Cunningham, C. (2011). Gamification by Design: Implementing Game Mechanics in Web and Mobile Apps (1st ed.). Sebastopol, CA: O'Reilly Media. Für eine vollständige Literaturliste kontaktieren Sie bitte marketing@dhfpg-bsa.de.
Sie interessieren sich für die vielfältigen Möglichkeiten, die die Digitalisierung der Fitness- und Gesundheitsbranche eröffnet? Dann kommen Sie zum Aufstiegskongress am 7. und 8. Oktober in Mannheim, hier erfahren Sie von Top-Speaker:innen die wichtigsten News!
Infos und Tickets unter: www.aufstiegskongress.de
Prof. Dr. Marco Speicher
Foto: DHfPG/BSA
fitness MANAGEMENT international 05/22 94 FITNESS & GESUNDHEIT | FACHARTIKEL GAMIFICATION
Begleite deine Mitglieder wo auch immer sie trainieren.
Mit Myzone kannst du jedes Mitglied individuell dabei unterstützen, das Beste aus der Mitgliedschaft herauszuholen. Wie? Mit maßgeschneiderten Workouts, die sich individuell auf deine Kund:innen anpassen egal wie, wann und wo sie trainieren möchten.
Erfahre mehr unter myzone.org oder deutschland@myzone.org
Fotos: milon Industries GmbH 96 fitness MANAGEMENT international 05/22 FITNESS & GESUNDHEIT | TRAININGSANALYSE | ANZEIGE
Der Trainingseinstieg wird zum Aha-Erlebnis
milon und five rücken den Aspekt des Trainingseinstiegs in den Fokus: Präzise Screenings und regelmäßige Tests sind essenziell für ein erfolgreiches Training! Ganz neue
Möglichkeiten auf diesem Gebiet bietet die milongroup mit dem revolutionären Onboarding-Tool milon YOU.
Für ein effektives Training sind nicht nur möglichst konkrete Ziele ausschlaggebend, sondern auch das Wissen über den spezifischen Ausgangspunkt. Nur wer seinen aktuellen Fitness- und Gesundheitszustand kennt und versteht, kann das richtige Training wählen und letztlich auch dauerhaft motiviert „am Ball“ bleiben. milon und five wissen, wie bedeutend dieser Zusammenhang ist, und haben ihm in ihrem Trainingsweltenkonzept einen entsprechend großen Platz eingeräumt.
Willkommen im Raum der Erkenntnis
Die Analysephase bildet das Fundament des Konzepts. „Wir definieren hier gewissermaßen einen Raum der Erkenntnis“, erläutert Marc Wisner, Mitglied der milongroup Vertriebsleitung. „Darin erfahren die Trainierenden etwas über sich, das sie vorher nicht wussten oder nur erahnt haben.“ Die Erkenntnismöglichkeiten sind sehr umfassend – von Informationen über allgemeine Kraft und Beweglichkeit bis hin zu konkreten Aussagen zum Beispiel über Bewegungseinschränkungen oder Fehlhaltungen. Auch Benchmarkvergleiche, bei denen beispielsweise die eigene Kraft mit der des Altersdurchschnitts verglichen wird, sorgen für wichtige Aha-Momente. Wisner fasst zusammen: „Die Menschen verstehen zum ersten Mal ganz konkret, warum und wofür sie trainieren sollen.“
milon YOU für den Einstieg und danach
Als zentrale Erkenntnisquelle dient milon YOU: Der biometrische Bodyscanner der neuesten Generation vermisst den Körper und sorgt so für die exakte, automatische Einstellung aller milon Trainingsgeräte. Darüber hinaus kann man mit milon YOU auch das Herz-Kreislauf-System checken und Schmerzpunkte erkennen. Das Gerät bietet zahlreiche Tests zu Kraft und Beweglichkeit, aber auch im Bereich der kognitiven Fähigkeiten. Screening und Testing erfolgen so schnell und einfach, dass man sie alle vier bis sechs Wochen wiederholen sollte. Mit regelmäßigen Rechecks des Gesundheitszustandes lassen sich dann Anpassungen vornehmen. Fortschritte werden sofort sichtbar, die wiederum der beste Booster für die Motivation sind.
Gamingelemente für höchste Motivation
Die Interaktion mit milon YOU findet in einer virtuellen 3D-Arena statt. Je nach Test befindet man sich mit seinem Avatar, dem digitalen Abbild des eigenen Ichs, in einem
anderen Bereich. Derartige Gamingelemente verbindet milon YOU mit leicht verständlichen und anschaulichen Testauswertungen. So gelingt der spielerische und motivierende Einstieg in das Training. Gleiches gilt für die isokinetischen Muskelfunktionsanalysen, die sich mit den Geräten der milon Q Serie durchführen lassen. Der ermittelte Istzustand der jeweiligen Muskelgruppe bildet die Grundlage für den idealen Trainingswiderstand in Kombination mit dem zuvor gewählten Trainingsmotiv und -level.
Ein neues Bewusstsein schaffen
Die Erkenntnisse über den eigenen Status quo sowie die individuellen Fortschritte sind ein wesentlicher Aspekt, der im „Raum der Erkenntnis“ vermittelt werden soll. Ein weiteres wichtiges Anliegen der milongroup ist es, das allgemeine Körper- und Gesundheitsbewusstsein der Menschen zu schärfen. Denn die Konsequenzen eines bewegungsarmen, bequemen Alltags im Sitzen werden gern verdrängt. Dabei baut der menschliche Körper schon ab dem 25. Lebensjahr an muskulärer Leistungsfähigkeit ab, wenn man diesem Prozess nicht aktiv mit dem richtigen Training entgegensteuert. Im Laufe der Jahre gewöhnen sich viele Menschen falsche Bewegungsmuster an, da sich bestimmte Alltagshandlungen nur noch eingeschränkt ausführen lassen. Stress, falsche Ernährung und Bewegungsmangel haben zudem auch noch negative Auswirkungen auf unsere kognitiven Fähigkeiten.
Kraft, Beweglichkeit, Gehirn –ein Dreiklang für mehr Lebensqualität Sind diese Zusammenhänge zwischen individuellem Gesundheitszustand und den Herausforderungen unserer modernen Zivilisationsgesellschaft einmal verstanden, ist der Weg zur Lösung nicht mehr weit. Er führt immer über einen Dreiklang aus Kraft, Beweglichkeit und Gehirn! Diese Schlüsselfaktoren decken milon und five mit ihren neuen Trainingswelten umfassend ab. Das modular aufgebaute Konzept ist nach neuesten sportwissenschaftlichen und physiotherapeutischen Erkenntnissen ausgerichtet und bietet die Möglichkeit, bestehende Konzepte und Techniken sinnvoll zu kombinieren und alle Zielgruppen zu adressieren – von Patient:innen bis hin zu Leistungssportler:innen. Mit der richtigen Kombination der Trainingswelten ergibt sich ein gezieltes, individuelles Training. Das ist die Grundlage für mehr Lebensqualität bis ins hohe Alter!
www.milongroup.com
Status quo analysieren
97 05/22 fitness MANAGEMENT international
Muskelmasse so genau messen wie ein MRT
Präzision mit seca TRU
Wer trainiert, freut sich über Erfolgsmeldungen – zum Beispiel zum Muskelaufbau. Um diesen noch genauer messen zu können, setzt das MedTech-Unternehmen seca mit der seca TRU auf ein besonders präzises Vorgehen bei der Bioimpedanzanalyse (BIA): mit Berechnungen der Muskelmasse anhand eines Ganzkörper-MRTs.
Eine Woche voller harter Trainingseinheiten, dann der Blick auf die Körperfettwaage: Das Gewicht hat zugelegt, das Körperfett nicht – Trainingserfolg. Oder doch nicht?
Diese Unsicherheiten durch präzise Messdaten zu beenden, ist für viele Trainierende ein willkommener Service in ihrem Fitnessstudio. Die seca TRU setzt dafür nun Maßstäbe – das MedTech-Unternehmen seca hat mit der seca TRU das erste Bioimpedanzanalysengerät in den Fitnessmarkt gebracht, das gegen Ganzkörper-MRT validiert wurde, sodass die Muskelmasse viel präziser bestimmt werden kann.
Was bei der Validierung passiert
Bei der Validierung gleichen Expert:innen die Berechnungsformeln eines BIA-Geräts mit einem anderen Verfahren ab. Damit lassen sich die Formeln für Muskel- und Fettmasse sowie
weitere Parameter genauer anpassen und deren Aussagekraft kann überprüft werden. Nutzer:innen erhalten mit den Studiendaten zudem einen Beleg, dass ihre BIA verlässliche Ergebnisse anzeigt.
Wann die Validierung ihre Grenzen hat
Damit die BIA möglichst genaue Ergebnisse liefert, muss das Vergleichsverfahren ebenfalls möglichst präzise sein. Viele Hersteller nutzen jedoch nur die sogenannte Dual Energy X-ray Absorptiometry, kurz DXA. Dieses Röntgenverfahren zur Messung der Knochendichte gilt als Standard in der Osteopenieund Osteoporosediagnostik: Röntgenstrahlen zweier Energieniveaus werden durch den Körper geschickt und schwächen sich, in Abhängigkeit zu ihrer Energie auf der einen und der Gewebedichte auf der anderen Seite, unterschiedlich stark ab. Anhand dieser Unterschiede kann das System zwischen
| iStock.com/imaginima fitness MANAGEMENT international 05/22 98 FITNESS & GESUNDHEIT | BIOIMPEDANZANALYSE | ANZEIGE
Fotos: Mike Beims
mineralhaltigem Knochen- sowie Weichteilgewebe unterscheiden. Das Weichteilgewebe kann anschließend weiter in Fett- und Magermasse unterteilt werden.
Für die Berechnung der Muskel- und Fettmasse sowie des Körperwassers ist das System jedoch nur bedingt geeignet, denn es trifft hier eine Reihe von Annahmen. Beispielsweise geht es von gleichmäßiger Weichteildicke, konstanter Gewebedichte und einheitlichem Hydratationszustand aus. Doch in der Realität sind menschliche Gewebe heterogen und unterliegen Veränderungen, wodurch die Messungen an Genauigkeit verlieren können. Dies trifft besonders auf Menschen mit Adipositas und ältere Menschen zu. Darüber hinaus können der natürliche Alterungsprozess, das Maß körperlicher Aktivität sowie Erkrankungen den Hydratationszustand von Menschen verändern.
Warum MRT-Daten präziser sind
Die gute Nachricht: Es geht viel genauer – mit der Magnetresonanztomografie (MRT) (Walowski et al., 2020). Dass die MRT der wahre Goldstandard in Sachen Muskelmassebestimmung ist, wird klar, wenn man sich beide Verfahren näher anschaut. Bei der Ganzkörper-MRT entstehen hochauflösende Schichtbilder des gesamten Körpers, aus denen das Gerät die Skelettmuskeln dreidimensional nachmodelliert und ihr Volumen berechnet.
Die DXA liefert dagegen als Röntgenverfahren nur ein zweidimensionales Bild, das meistens nicht ausreichend zwischen Muskeln und anderem Gewebe wie Bindegewebe unterscheiden kann. Das DXA-Verfahren bestimmt die Muskelmasse nur näherungsweise und überschätzt sie dabei (Bosy-Westphal
et al., 2017). BIA-Geräte, die gegen die DXA validiert sind, geben diesen Messfehler weiter.
seca
TRU mit überlegener MRT-Validierung
Da die seca TRU auch höchsten medizinischen Ansprüchen genügen soll, hat sich seca für die aufwendige Validierung mit Daten von Ganzkörper-MRTs entschieden. Laut Studien stimmt die seca TRU zu 97 Prozent mit der Messung eines Ganzkörper-MRTs überein (Bosy-Westphal et al., 2017). Studios, die sich für eine seca TRU entscheiden, können also ihren Mitgliedern mit einem kompakten und eleganten Gerät den medizinischen Goldstandard für die Bestimmung der Muskelmasse zur Verfügung stellen.
seca bietet kostenfreie Online-Produktdemonstrationen mit ausführlicher Beratung zur seca TRU und zur BIA-Technologie, zur Anwendung, Amortisierung, Finanzierung sowie zu Serviceangeboten an. Hier können Sie direkt Kontakt aufnehmen:
0800 20 00 00 5
00800 20 50 50 50 (AT)
secatru@seca.com www.secatru.com
Literaturliste
Bosy-Westphal, A., Jensen, B., Braun, W., Pourhassan, M., Gallagher, D. & Müller, M. J. (2017). Quantification of whole-body and segmental skeletal muscle mass using phasesensitive 8-electrode medical bioelectrical impedance devices. European journal of clinical nutrition, 71(9), 1061.
Walowski, C. O., Braun, W., Maisch, M. J., Jensen, B., Peine, S., Norman, K. et al. (2020). Reference values for skeletal muscle mass–current concepts and methodological considerations. Nutrients, 12(3), 755.
Verlässliche und präzise Daten zur segmentalen Verteilung der Muskelmasse in der cloudbasierten seca analytics
05/22 fitness MANAGEMENT international 99
Bei der Ganzkörper-MRT entstehen hochauflösende Schichtbilder des gesamten Körpers, aus denen das Gerät die Skelettmuskeln dreidimensional nachmodelliert und ihr Volumen berechnet
Evidenzbasierte Hypertrophie
Text: Harald Gärtner
Der Wunsch nach Muskelaufbau treibt zahlreiche Studiokund:innen an. Über die vergangenen Jahrzehnte wurden viele Halbwahrheiten und Mythen rund um das optimale Training für den Muskelaufbau in Umlauf gebracht. Grund genug, genau auf die Datenlage zu schauen, um wissenschaftlich gesicherte Trainingsempfehlungen als Basis für die Trainingsplanung anzuwenden.
„No pain, no gain?“
Foto: romanolebedev –stock.adobe.com fitness MANAGEMENT international 05/22 100 FITNESS & GESUNDHEIT | FACHARTIKEL MUSKELAUFBAU
In den letzten Jahren wurde zunehmend klar, dass nicht ein einziger Faktor Hypertrophie auslöst, sondern mehrere. Neben ernährungsspezifischen Faktoren, auf die im vorliegenden Beitrag nicht genauer eingegangen werden soll, sind vor allem die trainingsspezifischen Faktoren wie eine hohe muskuläre Spannung, die Ansammlung von Stoffwechselprodukten in der Muskulatur sowie Mikroverletzungen der Muskulatur beim Muskelaufbau entscheidend (Schoenfeld, 2010):
Die muskuläre Spannung muss ausreichend hoch sein und wird unter anderem vom Trainingsgewicht beeinflusst. Die Ansammlung von Stoffwechselprodukten ist eine Folge von Sauerstoffmangel während muskulärer Arbeit. Ob Mikroverletzungen der Muskulatur nur eine Folge der ersten zwei Prozesse sind oder eine eigenständige Rolle spielen, ist noch nicht abschließend geklärt.
(Morton, Colenso-Semple & Phillips, 2019; Vargas et al., 2019). Dies gilt vor allem dann, wenn das Training mit geringer Intensität bis zum muskulären Versagen oder zumindest bis kurz davor durchgeführt wird, wohingegen beim Training mit höheren Gewichten muskuläres Versagen nicht ausschlaggebend ist. Hieraus resultiert für die Praxis, dass unabhängig vom Trainingsgewicht Hypertrophieeffekte erzielt werden können. Wiederholungszahlen zwischen acht und zwölf bleiben für den Großteil der Trainierenden aufgrund der Praktikabilität allerdings der effizienteste Bereich, da Sätze mit 20 oder gar 30 Wiederholungen bis zum Muskelversagen im Vergleich zu niedrigeren Wiederholungszahlen oft als anstrengender und unangenehmer empfunden werden.
No pain, no gain – ist muskuläre Auslastung notwendig?
Aussagen wie: „Mach so viele Wiederholungen wie möglich und dann noch zwei mehr!“ stellen sich angesichts der Ergebnisse einer großen Zahl an Studien zu diesem Thema als inkorrekt heraus. In einer aktuellen Metaanalyse (Vieira et al., 2021) kamen die Autor:innen zu dem Schluss, dass es für Hypertrophie nicht entscheidend ist, ob ein Satz bis zum muskulären Versagen durchgeführt wird oder nicht. Dies gilt vor allem dann, wenn die Versuchsgruppen in Bezug auf das Trainingsvolumen identisch sind.
Trainiert eine Gruppe fünf Sätze mit je zehn Wiederholungen bis zum Muskelversagen, resultieren hieraus insgesamt 50 Wiederholungen. Trainiert eine Vergleichsgruppe ebenfalls fünf Sätze mit acht Wiederholungen, so macht diese insgesamt 40 Wiederholungen. Bei Erhöhung der absoluten Wiederholungszahl durch einen weiteren Satz auf 48 Wiederholungen gleicht sich die Anzahl weitestgehend aus und es ergibt sich hinsichtlich des Muskelaufbaus kein messbarer Gruppenunterschied.
Den Trainierenden oder den betreuenden Trainer:innen stellt sich die Frage, wie der Trainingsplan aufgebaut sein muss, damit die benannten Faktoren optimal angesteuert werden. Konkrete Angaben zur Satz- und Wiederholungszahl sowie Intensitätssteuerung des Trainings sind wichtige Aspekte, auf die spezifisch eingegangen werden soll.
Wie wichtig ist das verwendete Gewicht?
Schwere Gewichte sind für einen gezielten Muskelaufbau nicht unbedingt erforderlich. Wahrscheinlich kennen die meisten Trainierenden den für das Hypertrophietraining häufig empfohlenen Bereich von acht bis zwölf Wiederholungen. Ein Blick auf neuere Studienergebnisse zeigt jedoch, dass identische Hypertrophieeffekte auch bei einer Trainingsintensität von 30 bis 50 Prozent oder mit über 70 Prozent des Einer-Wiederholungs-Maximums (1-RM) hervorgerufen werden können
Demnach erscheint bei einem geringen Zeitbudget ein Training bis zum Muskelversagen mit einer erhöhten Wiederholungszahl sinnvoll, allerdings entsteht dadurch auch ein höherer Regenerationsbedarf als bei einem nicht ausbelastenden Training. Bei ausreichender Zeit und demnach einer möglichen Erhöhung des Trainingsvolumens ist das Trainieren bis zum muskulären Versagen nicht notwendig und geht eventuell sogar zu Lasten der Regeneration (Vieira et al., 2021). Wie nahe sollten die Trainierenden also dem Muskelversagen kommen? Hierzu gibt es bisher keine klaren Daten. Sofern am Ende eines Satzes nicht mehr als zwei bis drei weitere Wiederholungen ausführbar sind, scheint dies aber bereits einen ausreichend hohen Reiz darzustellen.
Wöchentliches Trainingsvolumen
Als Trainingsvolumen wird hier die Anzahl der durchgeführten Sätze pro Woche und Muskelgruppe definiert, unabhängig der Verteilung auf die Trainingstage.
Mehrere Sätze (für fortgeschrittene Kraftsportler:innen mehr als zehn Sätze pro Woche pro Muskelgruppe) scheinen zur Erreichung von Hypertrophieeffekten zielführender als eine reduzierte Satzzahl bei Erhöhung der Wiederholungszahl. Doch wie viele Sätze sind wiederum zu viele? Darauf hat die Literatur keine einheitliche Antwort. In einer exemplarischen
101 05/22 fitness MANAGEMENT international
Periodisierung des Trainingsvolumens im Jahresverlauf geben Schoenfeld, Ogborn und Krieger (2017) allerdings maximal 20 bis 25 Sätze wöchentlich pro Muskelgruppe als temporären Höchstwert an. Hierbei wird allerdings betont, dass die Steuerung des Trainingsvolumens einer hohen Individualität unterliegt und daher speziell an die Trainierenden und ihre Regenerationsfähigkeit angepasst werden sollte. Eine langfristige Steigerung der Skelettmuskelmasse ist bei nicht ausreichender Regeneration durch eine zu hohe Gesamtbelastung nicht mehr möglich (Schoenfeld, Ogborn & Krieger, 2017). Daher sollte in der Praxis bei einer Stagnation der Trainingsfortschritte nicht sofort die Satzzahl erhöht werden, sondern auch weitere mögliche Ursachen wie wenig Schlaf oder mangelnde Nährstoff- und Proteinzufuhr in Betracht gezogen werden.
Laut den Studienergebnissen von Baz-Valle, Balsalobre-Fernández, Alix-Fages und Santos-Concejero (2022) scheint das optimale Trainingsvolumen durchschnittlich zwischen zwölf und 20 Sätzen wöchentlich pro Muskelgruppe zu liegen. Zwar kann diese Angabe auch für kurze Zeit überschritten werden, jedoch sollte das wöchentliche Gesamtvolumen zumindest überwiegend in diesem Bereich geplant und bei Bedarf individuell angepasst werden, um langfristige Muskelaufbauprozesse zu optimieren.
Trainingseinheiten pro Woche
In der Literatur finden sich verschiedene Metaanalysen (Fröhlich, 2008; Schoenfeld, Ogborn & Krieger, 2016), die sich mit der optimalen Trainingsfrequenz pro Muskelgruppe beschäftigen. Interessanterweise hat sich hier in den letzten Jahren ein Wandel ergeben: Während frühere Arbeiten zu dem Ergebnis kamen, dass eine Trainingsfrequenz von zwei- bis dreimal pro Woche pro Muskelgruppe bessere Resultate bringt, kommt eine neuere Metaanalyse (Schoenfeld, Grgic & Krieger, 2019) zu einem anderen Schluss. Hier wird darauf verwiesen, dass sich die Vorteile für mehrere Einheiten auflösen, sobald der Gesamtumfang pro Woche gleich ist. Sprich: Ob jemand in einer Trainingseinheit 14 Sätze für die Brustmuskulatur absolviert oder diese 14 Sätze auf zwei, drei oder gar vier Einheiten aufteilt, hat – wenn überhaupt – nur einen trivialen Effekt. Für ein Trainingsprogramm bedeutet das in der Praxis Folgendes: Letzten Endes kommt es auf die Gesamtzahl der Sätze pro Woche an. Ob diese auf eine oder mehrere Einheiten aufgeteilt werden, sollte davon abhängig gemacht werden, wie lange die trainierende Person für eine Einheit Zeit hat und ob sie überhaupt in der Lage ist, eine lange Einheit mit vielen Sätzen ohne zu starke körperliche Ermüdung durchführen zu können.
Pausen zwischen den Sätzen
Bei wenig fortgeschrittenen Trainierenden scheint es keinen Unterschied zu machen, ob die Pausen zwischen den Sätzen eine Minute oder länger sind, bei Fortgeschrittenen sollten sie
hingegen auf zwei Minuten verlängert werden (Grgic, Schoenfeld, Skrepnik, Davies & Mikulic, 2018). Des Weiteren ist eine Verlängerung der Pausenzeit bei Übungen wie Kniebeugen oder Kreuzheben sinnvoll, da hier besonders viel Stoffwechselendprodukte entstehen, die die Erholung zwischen den Sätzen beeinflussen.
Fazit
Ein Hypertrophietrainingsprogramm für Fortgeschrittene sollte im Aufbau mehr als zehn Sätze pro Woche und Muskelgruppe bei einer Aufteilung auf eine bis vier Trainingseinheiten beinhalten. Die Intensität sollte hier mit mindestens 30 Prozent des 1-RM gewählt werden. Bei geringen Intensitäten ist eine stärkere muskuläre Ausbelastung anstrebenswert als beim Training mit höheren Lasten. Zwischen den Sätzen sollte eine Pausendauer von zwei Minuten angesetzt werden. Der Mythos „No pain, no gain“ gilt nach genauerer Betrachtung der Studienlage als nicht haltbar und hat daher für die Trainingspraxis keine Relevanz.
Harald Gärtner
Harald Gärtner, Diplom-Sportwissenschaftler, Autor, Trainer und Coach, ist seit über 20 Jahren als Dozent für die Deutsche Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement (DHfPG) und Referent für die BSA-Akademie tätig und absolvierte in den letzten Jahren viele Weiterbildungen in dem Gebiet „Einfluss von Neurologie auf Bewegung und Leistungsfähigkeit“.
www.dhfpg-bsa.de
Auszug aus der Literaturliste
Baz-Valle, E., Balsalobre-Fernández, C., Alix-Fages, C. & Santos-Concejero, J. (2022). A Systematic Review of The Effects of Different Resistance Training Volumes on Muscle Hypertrophy. Journal of Human Kinetics, 81, 199–210.
Schoenfeld, B. J., Ogborn, D. & Krieger, J. W. (2017). Dose-response relationship between weekly resistance training volume and increases in muscle mass: A systematic review and meta-analysis. Journal of Sports Sciences, 35 (11), 1073–1082.
Schoenfeld, B. J., Grgic, J. & Krieger, J. (2019). How many times per week should a muscle be trained to maximize muscle hypertrophy? A systematic review and metaanalysis of studies examining the effects of resistance training frequency. Journal of Sports Sciences, 37 (11), 1286–1295.
Für eine vollständige Literaturliste kontaktieren Sie bitte marketing@dhfpg-bsa.de.
Sie interessieren sich für die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse rund um die Trainingsgestaltung? Dann kommen Sie zum Aufstiegskongress am 7. und 8. Oktober in Mannheim und hören Sie anregende Fachvorträge renommierter Top-Referent:innen!
Infos und Tickets unter: www.aufstiegskongress.de
Foto: DHfPG/BSA
fitness MANAGEMENT international 05/22 102 FITNESS & GESUNDHEIT | FACHARTIKEL MUSKELAUFBAU
100 Prozent „Made in Italy“
Smith Machine Selectorized
Die Smith Machine Selectorized von Panatta ist eine Weiterentwicklung der klassischen Multipresse und verfügt über zwei unabhängige Gewichtsstapel, die ein Ganzkörpertraining mit maximaler Sicherheit ohne den Einsatz von Gewichtsscheiben ermöglichen.
Die Einzigartigkeit der Smith Machine Selectorized liegt in dem besonderen System von Hebeln und Riemenscheiben. Durch dieses System wird das Anheben der beiden unabhängigen Gewichtsstapel nach der Einstellung des gewünschten Gewichts ermöglicht, wodurch die Last während der gesamten Auslenkung auf die Langhantel übertragen wird und so in beide Richtungen der Bewegung wirkt.
Zusätzlich wird durch dieses Hebelsystem mit hydraulischem Dämpfer und die einfache Aktivierung mit Seitenpedal das sichere Anheben der Trainingslast ermöglicht.
UPPER BODY
Es können sowohl Zugübungen – wie Rudern für den Rücken, Kinnziehen für die Deltamuskeln und Schulterheben für die Trapezmuskulatur – als auch Schiebeübungen – wie Bankdrücken mit verschiedenen Winkeln (mit einer Fully Adjustable Bench) – durchgeführt werden.
Die Langhantel ist auf sieben Positionen in der Höhe einstellbar und mit einem Gegengewicht ausgestattet, das die Beseitigung des Leergewichts ermöglicht. Zusätzlich wird der sichere Gebrauch durch die beiden ebenfalls höhenverstellbaren Bewegungsbegrenzer gewährleistet. Die beiden Gewichtsstapel bieten eine maximale Gesamtlast von 120 Kilogramm (je 60 kg). Die Langhantel kann jedoch optional mit Scheiben der klassischen Smith Machine beladen werden, wodurch eine maximale Belastung von 430 Kilogramm erreicht werden kann.
Panattas Smith Machine Selectorized ermöglicht es, ohne Einschränkung diverse Übungen durchzuführen. Sowohl Übungen für den oberen als auch für den unteren Teil des Körpers sind in verschiedenen Ausführungsvarianten möglich. Die Übungen für die unteren Extremitäten werden an der Maschine immer aus einer Startposition im Stand – wie beim Langhanteltraining – durchgeführt.
LOWER BODY
Durch die Einstellung der Langhantel und der Sicherheitshaken auf die richtige Höhe können Kniebeugen (mit verschiedenen Variationen und mit unterschiedlichen Positionen der Füße), Ausfallschritte, Kreuzheben (mit gestreckten Beinen oder rumänisches Kreuzheben) sowie Wadenheben durchgeführt werden.
Entdecken Sie mehr Scannen Sie den QR-Code und erhalten Sie alle Details und Informationen zur Smith Machine Selectorized, der Trainingsinnovation von Panatta.
100 % „Made in Italy“
Besuchen Sie die Welt von Panatta: www.panattasport.com @panattasport, @panattaofficial
FITNESS & GESUNDHEIT | GERÄTEPARK | ANZEIGE fitness MANAGEMENT international 05/22 104
Fotos: Panatta
SYSTEME KOSTENGÜNSTIG UMRÜSTEN!
“GRATIS” 6 Rollen BESTWIPES 800 Blatt pro Rolle 4.800 Tücher
NUR 349 € STATT 405,50 € SMALLBOX „TOWER“
H 103 x B 38,5 x T 38,5 cm, Material: Holz (mattschwarz, weißmatt, granit) zzgl. MwSt. und Lieferung
WISCHEN
SPRÜHFLASCHE EINFACH
optimum11.de
DIE
WEG!
“BESTWIPES” FEUCHTE DESINFEKTIONS TÜCHER ... VORHANDENE
Mitglieder und Neukund:innen durch
neue Konzepte binden
Die Atemmuskulatur – eine vergessene Muskelgruppe
Unsere Atemmuskulatur kann genau wie jede andere Skelettmuskulatur atrophieren, sich verkürzen, schnell ermüden, verkleben und unbeweglich werden. Dadurch kommt es sowohl im Alltag als auch bei sportlicher Belastung zu Kurzatmigkeit, verminderter Leistungsfähigkeit oder auch zu Beschwerden in Rücken und Nacken. Zudem ist insbesondere das Zwerchfell nicht nur der Hauptatemmuskel, sondern auch ein wichtiger Kreuzungspunkt jeglicher Rumpfbewegung, weshalb ihm im Rahmen des funktionellen Rumpfkrafttrainings besondere Bedeutung beigemessen werden sollte. Außerdem kann die Lunge ohne unsere Atemmuskulatur gar nicht arbeiten.
Wer nun denkt, dass man beim Cardiotraining gerade diese Muskulatur trainiert, hat nur teilweise Recht. Denn der Trainingsreiz auf die Atemmuskulatur ist ähnlich gering wie die Auswirkungen von lockerem Radfahren auf die Stärkung der Beinmuskulatur. So gesehen braucht die Atemmuskulatur, genau wie jede andere Muskulatur auch, einen gezielten Trainingsreiz, damit diese gestärkt wird bzw. erhalten bleibt.
Atemtraining in nur zehn Minuten
Atemmuskeltrainingsgeräte gibt es schon seit über 20 Jahren –diverse Studien belegen den Erfolg. Bereits im letzten Jahr hat die Firma IDIAG mit dem IDIAG P100 und einer dazugehörigen Trainingsstation das Atemmuskeltraining bereits erfolgreich in den Schweizer Fitness- und Gesundheitsmarkt eingeführt.
Das Trainingskonzept mit nur zehn Minuten Aufwand pro Einheit passt perfekt in jeden Trainingsplan. Einfach und schnell können Trainer:innen mithilfe eines Einstufungstests Atemvolumen und -kraft der jeweiligen Person analysieren und den passenden Trainingsplan via App einstellen. Jedes Mitglied trainiert im Anschluss hygienisch sicher mit dem eigenen „User-Set“, womit das Studio zudem Zusatzeinnahmen generieren kann. Durch Fachvorträge oder auch Marketingaktionen, die zur Aufklärung von Mitgliedern, aber auch von Neukund:innen beitragen, unterstützt die Firma IDIAG die Einführung des Konzepts vor Ort. Die Unternehmen können sich dadurch klar positionieren, sich von ihren Mitbewerber:innen abgrenzen und neue Zielgruppen erreichen. Zudem gibt
es seit diesem Jahr sogar die Möglichkeit, mit einem zertifizierten Paragraf-20-Kurs Mitgliedern sowie Neukund:innen ein einzigartiges Präventionskonzept anzubieten.
Profiathlet:innen machen es vor
Wer nun denkt, Atemmuskeltraining sei nur für Personen mit Atemproblemen geeignet, der irrt sich. Die Zielgruppe erstreckt sich von jung bis alt, von Sportler:innen bis hin zu Asthmatiker:innen. Der IDIAG Ambassador und Profi-Triathletin Laura Philipp hat es geholfen, nach einer COVID-Infektion wieder schnell zurück ins Training zu finden. Gerade aber die große Gruppe der sogenannten Best Ager profitiert immens von diesem Training. Denn neben den bereits erwähnten Einsatzgebieten und dem großen Thema der Sarkopenie unterstützt das Atemmuskeltraining die Gewichtsabnahme, verbessert die Schlafqualität (Reduktion von Schnarchen und Schlafapnoe), kräftigt den Beckenboden, reduziert Stress und hilft gerade Menschen mit Atemwegserkrankungen ihre Kurzatmigkeit zu verringern und dadurch die Lebensqualität zu steigern.
Sie möchten das Trainingskonzept genauer kennenlernen? Dann senden Sie uns noch heute Ihre Anfrage!
Katharina Roer Verkaufsleitung Schweiz & Deutschland k.roer@idiag.ch
IDIAG RESPIRATION TOWER®, höhenverstellbar und digital gesteuert via smarter App-Lösung
Fotos: IDIAG AG fitness MANAGEMENT international 05/22 106 FITNESS & GESUNDHEIT | ATEMTRAINING | ANZEIGE
Fit im Forderungsmanagement
Wir bieten Ihnen zahlreiche Dienstleistungsangebote zur Unterstützung und Vereinfachung des Forderungsmanagements. Dabei gehört der Ankauf titulierter und nicht titulierter Forderungen seit Jahrzehnten zu unserem Kerngeschäft.
Inkasso Becker Wuppertal GmbH & Co. KG
Part of Lowell Group Friedrich-Engels-Allee 32, 42103 Wuppertal
Fon 0202/49371-469
Mail vertrieb.ibw@lowellgroup.de www.inkassobecker.de
Foto: ©istockphoto.com/GlobalStock
„Echt stark, wie Inkasso Becker Wuppertal mein Konto wieder in Form gebracht hat!“
Der Concept2 Performance Monitor Die Verbindung
steht
Personalisiert und mit zahlreichen Optionen in der weltweiten Community trainieren: Mit dem Concept2 Performance Monitor kann eine Vielzahl von Apps verwendet werden, die zahlreiche zusätzliche Features und Funktionen, wie Live- und On-demand-Kurse, virtuelle Rennen oder Trainingsprogramme, bieten – sowohl für das Indoor Rowing als auch für das Training auf dem BikeErg und dem SkiErg.
Ebenso wie die Indoor Rower von Concept2 stehen auch der SkiErg und der BikeErg für professionelles Training. Die Geräte sind sowohl im Markt für Hometraining als auch für den professionellen Einsatz in Fitnessstudios und CrossFit®-Boxen sehr weit verbreitet. Der amerikanische Hersteller bietet hochwertige sowie extrem belastbare und langlebige Geräte, die alle mit einem Luftwiderstandssystem arbeiten.
Kombiniert mit dem smarten und einfach bedienbaren Trainingsmonitor PM5 sind den Trainierenden im Bereich Trainingsdokumentation, Gamification und Competition kaum Grenzen gesetzt. Der PM5 ist nicht nur mit den Apps von Concept2 kompatibel, sondern auch mit über 40 Trainings-Apps anderer Hersteller.
Concept2 Software
ErgData ist die kostenlose App von Concept2 für iOS- und Android-Geräte, die sich über Bluetooth mit dem Concept2 Performance Monitor verbindet. Sie ist der persönliche Trainingspartner und das Verbindungstool zur Concept2 Community. Trainierende können über ErgData direkt Workouts einrichten und diese als Favoriten speichern, am Concept2 Workout of the Day teilnehmen, zusätzliche Statistiken und Informationen während des Trainings einsehen, ihren Fortschritt verfolgen und analysieren sowie vieles mehr.
ErgData wird mit dem Concept2 Online Logbook synchronisiert, sodass Trainierende nicht nur an den Concept2 Online Challenges teilnehmen, sondern ihre Workouts auch an andere Plattformen wie Strava und Garmin Connect senden können.
ErgRace Online von Concept2 ermöglicht es Trainierenden überall auf der Welt, an Online-Rennen teilzunehmen. Der:Die
Ausrichter:in eines solchen Online-Rennens benötigt lediglich einen Computer oder ein Tablet, um es von der eigenen Website aus zu starten. Die Teilnehmenden brauchen die ErgRace Online App, einen RowErg, SkiErg oder BikeErg mit einem PM5 und den von dem:der Veranstalter:in zur Verfügung gestellten Code für den Wettbewerb.
Kompatible Apps
Über 40 Apps, die mit dem Performance Monitor 5 (PM5) kompatibel sind, ermöglichen für jedes Trainingsziel und jedes Trainingslevel eine enorme Vielfalt an Workout-Optionen. Eine Auswahl beliebter Apps haben wir für Sie zusammengestellt:
Mit Zwift sind Sie Teil einer Gemeinschaft von Indoor Cycler:innen und fahren durch eine virtuelle Umgebung Ihrer Wahl – inklusive Gruppenfahrten für alle Leistungslevel, Trainingspläne, Rennen und Austausch mit anderen Teilnehmenden.
Die Trainings- und Renn-App ic.row verbindet Indoor Rowing Begeisterte aller Kontinente, die sich gegenseitig in der virtuellen Rennserie herausfordern oder auf realistisch designten Flüssen mit Brücken, Bergen und mehr unbeschwerten Trainingsspaß haben.
Regatta bietet ein leistungs- und wettbewerbsorientiertes Trainingserlebnis mit dem RowErg – mit Liveverbindungen zu anderen Trainierenden, Videocoachings, Echtzeitranglisten und Datensynchronisation mit dem Online Logbook, Strava oder Apple Health.
Ausführliche Infos und Links zu allen Apps, die mit dem PM5 kompatibel sind, bekommen Sie unter www.concept2.com/service/software/apps
Foto: Concept2, Inc. fitness MANAGEMENT international 05/22 108 FITNESS & GESUNDHEIT | VERNETZTES TRAINING | ANZEIGE
Branchenkonzepte im Praxischeck: Langhanteltraining und Gewichtheben
„Big Five“ im Krafttraining
Keine Form des Krafttrainings im Fitnessstudio ist älter als das Training mit freien Gewichten. Dennoch trauen sich noch lange nicht alle Mitglieder an Krafttraining mit der Langhantel, obwohl gerade dieses oft den größten Alltagstransfer bietet. Daher wird es Zeit, mit Vorurteilen aufzuräumen und die „Big Five“ mehr in den Fokus zu rücken.
In den Freihantelbereichen der Studios bieten sich den Trainierenden inzwischen viele Übungen. Fünf davon können jedoch als „klassisch“ bezeichnet werden und sind aus dem Kraftsport nicht mehr wegzudenken. Hierzu zählen die drei Königsübungen Kniebeuge, Bankdrücken und Kreuzheben, die in dieser Konstellation den Kraftdreikampf (= Powerlifting) bilden. Ergänzt werden diese Übungen um das Rudern mit der Langhantel und das Schulterdrücken. Auch die Integration von Gewichtheberübungen – wenn auch nur Teile davon – sind in den Freihantelbereichen inzwischen etabliert oder haben sich in einigen Studios auch als Zusatzangebot (z. B. in Form von speziellen Kursen) etabliert.
Lese-Tipp: Die „Big Five“ und ihre Besonderheiten Bankdrücken, Kniebeuge, Kreuzheben, Schulterdrücken und Rudern mit der Langhantel –die Übungsvariationen und Besonderheiten der Krafttrainingsarten mit der Langhantel sind vielfältig. Eine richtige Einweisung sowie die Beachtung der unterschiedlichen Techniken sind daher unabdingbar. In verschiedenen Artikelserien haben unsere Trainingslehrespezialisten Patrick Berndt, Prof. Dr. Daniel Kaptain, Harald Gärtner und Marc Götza bereits eine Vielzahl von Beiträgen zu diesen Themen verfasst. Für alle Artikel in voller Länge einfach den QR-Code scannen.
„Muckibuden“ waren gestern
Bereits im Jahr 2020 schrieben Florian Schmidt und Albert Busek, der Urvater des modernen deutschen Bodybuildings, in einer sechsteiligen Reihe in der fitness MANAGEMENT international über die „Historie der Fitnessbranche“. In dieser Artikelserie, die sich mit dem Wandel des Trainings von der Antike bis in die 2000er-Jahre beschäftigt, zeigt sich, wie früh das Krafttraining bereits einen hohen Stellenwert für die Menschen hatte.
Die Zeiten der „Muckibuden“ sind zwar längst vorbei, doch immer noch ist der Respekt vor den schweren Gewichten groß. Oft trauen sich die Mitglieder nicht in den Freihantelbereich, denn sie fürchten häufig die Komplexität, die hinter diesen Übungen steckt. Was vielen nicht sportaffinen Personen aber leider unbekannt ist: Das Krafttraining – insbesondere mit der Langhantel – besitzt ein enormes Potenzial für ein gesundes Älterwerden und ist bei richtiger Technik auch sicher.
Vorurteilen mit Alltagssituationen begegnen
Wie bei vielen anderen Trainingskonzepten gilt auch beim Gewichtheben und Krafttraining mit der Langhantel: Aufklärung ist alles. Oft sind es aber die Angst der Mitglieder vor freien Übungen, die Unwissenheit oder Vorurteile, die das Ausprobieren behindern. Daher reicht es meist nicht mehr, mit den
Text: Patrick Berndt und Alisha Dittmer
fitness MANAGEMENT international 05/22 110 FITNESS & GESUNDHEIT | PRAXISCHECK KRAFTTRAINING
Foto: Jacob Lund –stock.adobe.com
offensichtlichen gesundheitlichen Vorteilen – die durch viele Publikationen (z. B. Eifler, 2022) belegt sind – aufzuwarten.
Aussagen wie „Kreuzheben ist schlecht für den Rücken“ sind keine Seltenheit. Daher sollte im Gespräch mit den Mitgliedern auf die Vergleichbarkeit zum Alltag abgezielt werden. Fragen Sie daher offen zurück:
• Wie heben Sie Ihre Wasserkiste/Einkäufe ins Auto?
• Wie heben Sie Ihren Koffer in das Handgepäckfach im Flugzeug/Zug?
• Wie stehen Sie aus einer sitzenden Position (ggf. mit Zusatzgewicht wie einem Rucksack) von der Bank auf?
Auch wenn solche Fragen als rhetorisch verstanden werden könnten, bringen sie das Thema gut auf den Punkt: Kniebeuge, Umsetzen und Ausstoßen (Clean and Jerk) und Co. sind eben nicht nur Disziplinen im Kraftsport, sondern simulieren Alltagsbewegungen. Wer also im Studio an der Bewegungstechnik dieser Übungen arbeitet, lernt gleichzeitig Alltagssituationen gesünder zu bewältigen.
Qualität vor Quantität
Die Vielfalt an Blogs, Instapages und TikTok-Profilen mit Übungsvideos und Trainingsplanungen ist schier grenzenlos. Immer mehr Trainierende nehmen sich solche Postings zum Vorbild und gestalten ihren Studiobesuch danach. Das Studioteam vor Ort sollte daher ein spezielles Auge auf die richtige
InBody – das digitale Gesundheitskonzept
Mit InBody WEB, einer cloudbasierten Datenmanagementsoftware, InBody App und InBody TOUCH geht InBody den nächsten Schritt Richtung vernetzter Trainingsfläche. Mit den neuen digitalen Lösungen von InBody lassen sich die Arbeitsabläufe effizienter gestalten. Sie bieten Ihren Kunden eine innovative, von modernen Technologien gestützte Leistung bei geringerem Personalbedarf, ganz ohne Einbußen in der Betreuungsqualität.
Hier gibt‘s mehr Infos zum digitalen InBody Check-Up
Übungsausführung haben. Eine falsche Technik und Überanstrengung (z. B. durch zu frühe Steigerung des Gewichtes) kann Verletzungen hervorrufen. Daher ist gut geschultes Personal unabdingbar, um die Mitglieder auf genau diese Punkte hinzuweisen. Es empfiehlt sich aus diesem Grund mithilfe von Fachlektüre, Trainingsvorführungen, Technikschulungen und kontinuierlicher Weiterbildung die Qualifikationen des Teams auf einem permanent hohen Standard zu halten. Denn auch für Krafttraining mit der Langhantel gilt: Eine gute Ausbildung macht ein professionelles Dienstleistungsunternehmen aus.
Wo Krafttraining mit der Langhantel und Gewichtheben gelebt werden
Dass die Vermittlung der „Big Five“ durch ein professionelles, topausgebildetes Team erfolgen sollte, versteht sich daher von selbst. Die ELBGYM-Studios haben dies verinnerlicht und „leben“ diese Formen des Krafttrainings. Angefangen in Hamburg hat sich die Kette – die es inzwischen im Franchisemodell gibt – mittlerweile auch in anderen Teilen der Republik etabliert. Lisa Maus (u. a. Head of Operations, Studioleitung und Bodybuilderin) und Wilhelm Schröter (Gründer der ELBGYM-Fitnessstudios) haben im Interview mit fitness MANAGEMENT international die Geheimnisse hinter ihrem Erfolgskonzept verraten.
Literaturliste
Jetzt scannen und Ihren persönlichen Beratungstermin vereinbaren
Eifler,
Krafttraining im höheren Lebensalter. fitness MANAGEMENT international, 4 (162), 44–46.
Tel.: 06196 / 76916 62 | E-Mail: erfolg@inbody.com www.InBody.com
C. (2022).
Anzeige
Branchenkonzepte im Praxischeck: Gewichtheben und Krafttraining mit der Langhantel
Interview mit Lisa Maus, Head of Operations ELBGYM GmbH, und Wilhelm Schröter, Gründer ELBGYM GmbH, Berater LifeFit Group
Lisa Maus
Im Jahr 2016 ist Lisa Maus als duale Studentin bei ELBGYM eingestiegen und seitdem mit dabei. Ihre Leidenschaft für den Job und das Training miteinander kombinieren zu können, macht sie glücklich. Nachdem Lisa Maus sich bisher den Bereichen Verwaltung, Controlling und Customer Service der ELBGYM GmbH gewidmet hat, wird sie ab Oktober 2022 als Head of Operations für ELBGYM im Einsatz sein.
www.elbgym.de
Wilhelm Schröter
Nach mehreren Jahren als Unternehmensberater hat Wilhelm Schröter 2012 den Schritt in die Fitnessbranche gemacht und das erste ELBGYM-Fitnessstudio in Hamburg gegründet. ELBGYM vergrößerte sich in den folgenden Jahren um zwei weitere Studios, ehe Wilhelm Schröter die Marke 2018 an die LifeFit Group verkaufte. Nach drei Jahren als Geschäftsführer bei der ELBGYM GmbH und der Eröffnung weiterer ELBGYM-Studios in Hamburg und München ist Wilhelm Schröter heute als Berater für die LifeFit Group tätig. www.lifefit-group.com; www.elbgym.de
fMi: In allen ELBGYM-Studios ist olympisches Gewichtheben fester Bestandteil des Trainingsangebotes – in einigen Clubs auch Powerlifting. Wie würden Sie Ihr Studiokonzept beschreiben? Was hat Sie dazu bewogen, den klassischen Grundübungen des Krafttrainings mit der Langhantel in Ihrem Konzept diesen hohen Stellenwert zu geben?
Wilhelm Schröter: ELBGYM war von Anfang an so konzipiert, das Krafttraining in all seinen Facetten abzubilden, bei denen die Übergänge fließend sind: Kraftsport, Bodybuilding, Kampfsport, Powerlifting und Weightlifting. Unsere Mitglieder können also individuell Schwerpunkte setzen.
In der Gründungsphase war es mir wichtig – und dieser Gedanke ist für das Studiokonzept auch heute noch prägend –, die bestmöglichen Voraussetzungen für die Mitglieder zu schaffen.
Das bezieht sich sowohl auf die Trainingsinfrastruktur als auch auf die Betreuung.
Wenn Leistungssportler, fast egal aus welchem Bereich, sich heute wirklich verbessern wollen, dann trainieren sie Gewichtheben, Reißen und Stoßen oder sie trainieren die einzelnen Elemente zumindest teilweise. Daraus entstand die Überlegung, diese Trainingsformen auch für unsere Mitglieder anzubieten.
Ein wesentliches Kriterium ist die Erfahrung, dass die optischen Veränderungen bei den Mitgliedern deutlich stärker sind, wenn sie behutsam Powerlifting und dessen Komponenten in ihr Training integrieren. Es braucht qualifizierte Trainer, die ihnen die Grundübungen des Powerliftings – Kreuzheben, Bankdrücken und Kniebeuge mit der Langhantel – nahelegen.
„Trainingsresultate leisten die beste Überzeugungsarbeit!“
Foto: elbgym GmbH fitness MANAGEMENT international 05/22 112 FITNESS & GESUNDHEIT | PRAXISCHECK KRAFTTRAINING
Jedem Menschen, der einigermaßen gesund ist, kann ich zu diesem Training raten. Wir müssen aber differenzieren: Weightlifting ist nur bedingt für alle Mitglieder geeignet.
Wie haben Sie in Ihrem Betreuungskonzept das Gewichtheben und das Krafttraining mit der Langhantel mit anderen Trainingsformen kombiniert und in den Studiobetrieb eingebunden? Was waren für Sie dabei die größten Herausforderungen?
Wilhelm Schröter: Die Notwendigkeit, Gewichtheben in den Studiobetrieb zu integrieren, ergibt sich, wenn man CrossFit® anbietet. Dann musst du auch Gewichtheben in deinem Portfolio haben, weil es eine wesentliche Komponente des Trainings ist. Die Techniken des Gewichthebens sind aber sehr anspruchsvoll und es funktioniert zeitlich nicht, diese nur in den CrossFit®-Classes zu coachen. Daher bieten wir z. B. für unsere CrossFit®-Kunden Einsteiger-Classes an. Diese Onramp-Kurse müssen durchlaufen werden, bevor es an die WODs geht. Die Gewichthebertechniken sind eben nicht wie Fahrradfahren, das man nicht verlernt. Das heißt, man muss dranbleiben, weil man „einrostet“, wenn man es eine Weile nicht gemacht hat. Die Mitglieder müssen die Übungen also in ihrer Trainingsroutine berücksichtigen.
Gewichtheben und das Krafttraining mit der Langhantel auf der Trainingsfläche zu platzieren, ist relativ einfach, weil das nötige Equipment auch für alle anderen Trainingsformen genutzt werden kann.
Wichtig ist der Sicherheitsaspekt. Bei falscher Ausführung können eher Unfälle passieren und es kann schneller zu Verletzungen kommen als an Kraftgeräten. Wenn man sich frühzeitig sicher ist, diese Trainingsformen anzubieten, kann man das schon bei der Planung berücksichtigen und die Racks und das Equipment z. B. in der Nähe des Tresens platzieren, sodass immer ein Trainer ein Auge auf die Trainierenden hat und gegebenenfalls frühzeitig korrigieren und Hilfestellung geben kann.
Welche fachlichen oder auch pädagogisch-didaktischen Anforderungen bringen diese Trainingsformen für die Trainingsbetreuung mit sich? Inwiefern beeinflusst diese konzeptionelle Ausrichtung Ihr Personalmanagement sowie die Aus- und Weiterbildungskultur bei ELBGYM?
Wilhelm Schröter: Für die Trainingsbetreuung bringen diese Trainingsformen natürlich spezielle Anforderungen mit sich. Das bedeutet Mehraufwand. Um darauf konzeptionell zu reagieren, bieten sich insbesondere für das Gewichtheben Workshops an, in denen man mehreren Mitgliedern über einen längeren Zeitraum hinweg die Grundlagen vermittelt – wie eben unsere Onramp-Classes. Darüber hinaus sollte Gewichtheben im Eins-zu-eins-Coaching angeboten werden.
Unsere Trainer werden grundsätzlich einmal im Monat fortgebildet. Im Zuge dessen haben wir in regelmäßigen Abständen auch immer Spezialisten aus den Bereichen Weight- oder Powerlifting vor Ort. Unsere starke Inhouse-Kompetenz ist natürlich auch ein Faktor. Wir haben Trainer, die in der Ausführung des
olympischen Gewichthebens und der klassischen Grundübungen sehr viel Erfahrung haben und andere Trainer intern regelmäßig schulen. Zusätzlich absolvieren unsere Trainer externe Schulungen, z. B. für CrossFit® Level 1 oder 2.
Der Aufwand ist schon beträchtlich. Das darf man nicht unterschätzen. Es ist vor allem Kontinuität gefragt.
Das Training von Reißen und Stoßen sowie einige Grundübungen mit der Langhantel stellen besondere Anforderungen an die Studioausstattung, z. B. sind Gewichtheberplattformen und Power Racks nötig. Wie schnell amortisieren sich diese Mehrinvestitionen durch Kursteilnehmer oder Mitglieder, die genau deshalb zu Ihnen kommen?
Wilhelm Schröter: Der finanzielle Aufwand für Böden, Stangen etc. amortisiert sich sehr schnell. Die Kosten für einen Hantelsatz sind nicht so hoch. Für die Plattform empfehle ich hochwertige Böden zu nehmen, die wirklich die komplette Last und einen Aufprall absorbieren. Sonst können darunter Risse oder Brüche entstehen oder es kann auch Ärger mit anderen Mietern im Gebäude geben.
Es sind vielmehr die „weichen“ Kosten für Personal, Fortbildungen und Mitgliederbetreuung, die man nicht direkt sieht, die aber ganz schnell ausufern können. Daher braucht man ein intelligentes Weiterbildungskonzept und vor allem auch das Fingerspitzengefühl der Trainer. Sie müssen erkennen, wie intensiv sie die Mitglieder über das Basispaket hinaus schulen können, sodass diese sich nicht verletzen, aber sich weiterentwickeln. Dann geben sie gegebenenfalls zusätzlich Geld aus, um sich zu verbessern, z. B. für Personal Trainings. Gewichtheben läuft unter der Prämisse der Wirtschaftlichkeit nur erfolgreich, wenn man Zeit und Know-how investiert.
Wie schaffen Sie es, dass Gewichtheben und die Grundübungen mit der Langhantel für verschiedene Zielgruppen attraktiv sind? Wie kommunizieren Sie den Benefit dieser Trainingsformen?
Lisa Maus: Wir erreichen sehr viel über die Bildsprache –sowohl im klassischen Marketing als auch über Social Media. Wenn wir abgebildet haben, wie eine Trainierende die Langhantelstange über den Kopf hält, dann beeindruckt das schon sehr. Es wirkt aber noch stärker, wenn wir eine 40- oder 60-Jährige in der Overhead-Squat-Position darstellen. Wir vermitteln dann ein ganz anderes Image, als wenn sie an einem Standardkraftgerät sitzt.
Die Bildsprache ist einfach eine andere und das Marketing ist deutlich ansprechender. Das weckt Interessen, auch auf Social Media. Es sind dynamische Übungen, bei denen man immer wieder Tipps für Feinheiten geben kann, sodass wir daraus ein tolles Storytelling entwickeln.
In den vergangenen etwa zehn Jahren hat sich eine enorme Nachfrage nach klassischen Übungen mit der Langhantel und auch mit großen Gewichten entwickelt – vor allem bei Frauen. Das liegt sicher an Instagram, wo sich Celebrities und Influencer für ihr Booty-Training mit anspruchsvollen Übungen
05/22 fitness MANAGEMENT international 113
präsentieren. Es ist – machen wir uns nichts vor – seit ein paar Jahren einfach sexy. Und die Frauen erfahren auch eine spürbare und sichtbare körperliche Veränderung.
Welche Zielgruppen betreiben diese spezifische Trainingsform in Ihren Studios vor allem? Welche Zielgruppen sollten es Ihrer Ansicht nach unbedingt mit Krafttraining an der Langhantel und Gewichtheben versuchen?
Lisa Maus: Weightlifting trainieren vorwiegend die CrossFitter. Für das Gewichthebertraining gibt es keine spezielle Zielgruppe. Die Leute machen die Übungen eher als Ergänzung, um Schnelligkeit und Koordination zu trainieren oder einfach neue Reize zu setzen.
Die klassischen Powerlifting-Übungen trainieren bei uns alle Alters- und Zielgruppen – von den Bodybuildern, die eine tolle Figur haben wollen, bis hin zu denen, die Präventionstraining betreiben, funktioneller trainieren und bessere Resultate erzielen wollen. Wenn man seine Mitglieder aufklärt, die Übungen von Anfang an mit einbaut und sie auch sehen, dass andere genauso trainieren, dann entwickelt sich irgendwann eine gewisse Eigendynamik. Zu uns kommen auch Neukunden, die sagen: „Ich muss Kniebeugen machen, damit ich einen schicken Hintern bekomme.“
Wie animieren Sie Ihre Mitglieder, die auf die klassischen Grundübungen des Krafttrainings nicht direkt „anspringen“?
Welche Methodik bewährt sich in der Überzeugungsarbeit besonders?
Lisa Maus: Die beste Überzeugungsarbeit leisten Trainingsresultate. Die Menschen haben die unterschiedlichsten Vorlieben beim Training, sodass es vor allem auf das Know-how der Trainer ankommt sowie auf deren Flexibilität und Fingerspitzengefühl.
Einige Mitglieder fühlen sich z. B. beim Kreuzheben einfach nicht wohl, weil sie die Bewegung nicht natürlich finden. Es ist dann Aufgabe des Trainers, ihnen das Kreuzheben mit einer offenen Stange als Alternative zu zeigen und – sollte das auch nicht passen – dann die Rückenstreckerübung am Gerät.
Welche Zielgruppen haben Ihrer Einschätzung nach das größte Wachstumspotenzial für diese Trainingsform?
Inwieweit haben Sie Ihr Marketing darauf eingestellt?
Wilhelm Schröter: An das Powerlifting und Weightlifting können jüngere Leute ab etwa 16 Jahre herangeführt werden. Beim Powerlifting gibt es alterstechnisch nach oben keine Grenze, man kann auch 60- oder 70-Jährige heranführen, was ich sogar für sehr sinnvoll erachte, weil die Grundübungen mit der Langhantel alle wichtigen Muskelgruppen ansprechen sowie schlicht und einfach hervorragende Resultate bringen. Hier sehe ich gerade bei älteren Trainierenden ein großes Potenzial.
Beim Weightlifting sieht das etwas anders aus, weil gerade Schnellkrafttraining ein höheres Risiko für Verletzungen mit sich bringt. Wenn ich kein vernünftiges Fundament habe und nicht schon in jungen Jahren viel Schnellkrafttraining gemacht habe, sodass sich mein komplettes Nervensystem wieder daran gewöhnen kann, dann ist einfach das Chancen-Risiko-Verhältnis nicht mehr ausgeglichen. Deshalb muss man sich die Person individuell anschauen, nach den Zielen fragen und
realistisch einschätzen, ob Weightlifting wirklich passt. Wenn jemand bis zu seinem 40. Lebensjahr nicht gelernt hat, olympisches Gewichtheben zu machen, dann würde ich ihm nicht mehr raten, damit anzufangen.
Aus eigener Erfahrung habe ich Beispiele, wie Leute um die 30 oder älter sich wirklich noch eine tolle Technik angeeignet haben. Diese Altersgruppe hat noch gelernt, dass eine gewisse Kontinuität erforderlich ist und man sich auch mit dem Thema länger auseinandersetzen muss. Bei den Jüngeren – ich nenne sie jetzt mal die „Crash-Generation Instagram“ – ist das Problem, dass sie es irgendwo gesehen haben und es gleich können wollen. Entweder setzt relativ schnell Frustration ein, weil sie es nicht direkt können oder sie machen es mit größeren Defiziten – und das birgt natürlich Risiken, die alle im Studio im Auge behalten müssen. Wenn sich jemand aber Zwischenziele setzt, kontinuierlich dranbleibt, das Ganze ein bisschen stoischer angeht und das Ego außen vor lässt, dann ist es eine tolle Sache.
Welche Faktoren machen olympisches Gewichtheben und Grundübungen des Krafttrainings mit der Langhantel Ihrer Erfahrung nach in Studios erfolgreich?
Lisa Maus: Schön ist, wenn sich eine Community entwickelt: Es gibt das Bodybuilder-Grüppchen, dann gibt es das CrossFit®-Grüppchen. Und wenn du dann auch das Powerlifting-Grüppchen in deinem Studio hast, dann ist es schon erfolgreich. Die Community pusht sich untereinander und man kann Challenges sowie Competitions arrangieren und z. B. die Bestwerte an ein Leaderboard schreiben.
Was man an der Stelle wissen muss: Je größer die Community wird, desto höher ist auch die Wahrscheinlichkeit, dass man Equipment nachkaufen und Platz zur Verfügung stellen muss. Denn die Powerlifter beanspruchen das Equipment jeweils relativ lange und haben auch lange Pausenzeiten.
Welche Empfehlungen haben Sie für Existenzgründer, Trainer und Studiobetreiber, die diese Trainingsformen stärker in den Fokus ihres Trainings- und Betreuungskonzeptes stellen wollen?
Wilhelm Schröter: Man muss selbst Spaß an den Trainingsformen haben und Reißen und Stoßen beherrschen. Wenn man es selbst nicht kann und nicht macht, wird es schwierig mit der Glaubwürdigkeit, die eine sehr große Rolle spielt.
Es ist sehr wichtig, auf das richtige Equipment zu setzen. Bei Billiganbietern kauft man zweimal. A: weil ziemliche Lasten zusammenkommen und das billige Equipment schnell kaputtgeht. Und B: weil die Klientel sich sehr gut auskennt und das Equipment prüft. Beim Bankdrücken ist das noch nicht so relevant, aber dafür beim Weightlifting umso mehr, z. B. wenn die Lager nicht vernünftig funktionieren und die Stange nicht ausbalanciert ist.
90 Prozent der Mitglieder fällt das nicht auf, aber eine immer größer werdende Anzahl an Mitgliedern legt Wert darauf und spürt den Unterschied. Und sie spüren eben auch, ob der Betreiber sich mit der Thematik ernsthaft auseinandersetzt und ob es ihm wichtig ist oder ob er das eben nur anbietet, weil er ein paar Euro mehr damit verdienen kann.
fitness MANAGEMENT international 05/22 114 FITNESS & GESUNDHEIT | PRAXISCHECK KRAFTTRAINING
TRAINIERE KOPF UND KÖRPER FÜR ALLTAG, SPORT & SCHULE.
Neue Zielgruppen, Positionierung & Wettbewerbsvorteile sichern
:: Lasertechnologie, die jede deiner Bewegungen exakt erkennt
:: Auf fast jedem bestehenden Boden einsetzbar, flexible Größen
:: Wissenschaftlich evaluierte Tests
:: Mit und ohne Trainer nutzbar
:: Visuelle, kognitive und motorische Tests & Trainings
:: Validierte Return to Play Tests
:: Integrierte digitale Datenplattform
:: Von allen gesetzlichen Krankenkassen unterstützt
Informationen aufnehmen, verarbeiten & handeln
699 € ab im Monat
:: Geistige Fitness
:: Sicherheit im Straßenverkehr
:: Sturz- & Demenzprophylaxe
:: Bessere Konzentration
:: Body & Mind
:: Deine Arbeit
:: Die Schule
:: Prävention
:: Ballsportarten
:: Tennis & Co.
SKILLCOURT.TRAINING
Gestärkt in den Winter
Ernährungstipps für ein belastbares Immunsystem
Die gute Nachricht gleich zu Beginn: Alle haben die Möglichkeit, die Stärke und Robustheit ihres Immunsystems mit gezielten Ernährungsmaßnahmen effektiv zu fördern, um der Vielzahl an potenziellen Erkältungserregern in den kühleren Wintermonaten eine schlagkräftigere Körperabwehr gegenüberstellen zu können. Welche „Stellschrauben“ gedreht werden können, wird im vorliegenden Artikel dargelegt.
Ein robustes Immunsystem ist entscheidend, um sich vor Infektionen zu schützen und schwerwiegenden Infektionsverläufen entgegenzuwirken.
Über die tägliche Ernährung ergeben sich zahlreiche „Stellschrauben“, an denen jede:r selbst bewusst drehen kann, um die eigenen Abwehrkräfte optimal gegen die Angriffe von Viren, Bakterien und Co. zu wappnen.
Mehr Eiweiß für die Immunzellen
Für eine funktionsfähige Immunabwehr ist eine ausreichende Versorgung mit hochwertigem Nahrungseiweiß unerlässlich. Dies erklärt sich allein schon darüber, dass Antikörper und andere immunrelevante Proteine (z. B. Cytokine) aus Aminosäuren aufgebaut werden. Diese spielen eine unverzichtbare Rolle bei der Aktivierung und Vermehrung von Immunzellen (Tourkochristou, Triantos & Mouzaki, 2021). So beziehen Immunzellen wie Makrophagen ihre Energie in erster Linie aus der Aminosäure Glutamin, können sich damit rasch vermehren und Erreger gezielter abwehren. Gleichzeitig ist Glutamin aber auch an der Reparatur von infektionsbedingten Gewebeschäden beteiligt (Iddir et al., 2020). Daher ist es vorteil-
haft – insbesondere dann, wenn das Immunsystem z. B. im Rahmen von Infektionen besonders gefordert ist –, einmal mehr auf eine optimale Proteinzufuhr zu achten und sich in jeder Mahlzeit mit biologisch hochwertigen Eiweißen aus tierischen und pflanzlichen Quellen wie u. a. Eiern, Fisch, Fleisch und Milch(-produkten) oder Hülsenfrüchten, Nüssen und Samen zu versorgen. Zusätzlich gibt es weitere Nährstoffe, die das Immunsystem stärken.
Marine Omega-3-Fettsäuren
Die marinen Omega-3-Fettsäuren Eicosapentaensäure (EPA) und Docosahexaensäure (DHA) werden in die Zellmembranen verschiedenster Immunzellen, darunter Makrophagen und Neutrophile, eingebaut und modulieren damit das körpereigene Abwehrsystem. Sie fördern eine schnellere Abwehr eindringender Pathogene und sorgen so dafür, dass diese unschädlich gemacht werden. Darüber hinaus haben die aus EPA und DHA hervorgehenden Gewebshormone eine antientzündliche Wirkung und sorgen auf diese Weise dafür, dass Entzündungsprozesse „nach getaner Arbeit“ auch wieder beendet werden. EPA und DHA senken außerdem das Risiko für einen sogenannten Cytokinsturm (hohe Cytokinausschüttung), der insbeson-
Foto: okrasiuk –stock.adobe.com
fitness MANAGEMENT international 05/22 116 FITNESS & GESUNDHEIT | FACHARTIKEL ERNÄHRUNG
Text: Andra Riehl
dere im Rahmen einer Corona-Infektion als lebensbedrohliche Komplikation gilt, da es hier zu schwerwiegenden systemischen Entzündungen kommen kann (Gröber, 2021, S. 78). Trotz der vielfältigen positiven Auswirkungen auf unser Immunsystem ist die Versorgung mit den Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA in weiten Teilen der Bevölkerung optimierungsbedürftig (Stark, Elswyk, Higgins, Weatherford & Salem, 2016). An dieser Stelle ist es empfehlenswert, den eigenen Omega-3-Index als Marker für die Versorgung bestimmen zu lassen und dann zusätzlich zum wöchentlichen Verzehr von fettem Meeresfisch (z. B. Lachs, Hering, Makrele) oder Algen(-produkten) gegebenenfalls EPA und DHA über Supplemente zu ergänzen.
Vitaminboost für die Körperabwehr
Unsere Immunzellen besitzen einen Vitamin-D-Rezeptor, was zeigt, dass das Immunsystem auf Vitamin D angewiesen ist. Aus Vitamin D entwickelt sich in unserem Körper über verschiedene Umwandlungsschritte der biologisch aktive Metabolit Calcitriol, der immunmodulierende Eigenschaften besitzt: Er stärkt u. a. die Epithelien in Darm und Lunge vor pathogenen Eindringlingen, steigert die Bildung von antibakteriellen, an-
timykotischen und antiviralen Peptiden und wirkt obendrein antioxidativ und entzündungshemmend (Gröber, 2021, S. 27; Iddir et al., 2020). Insbesondere in den Wintermonaten sind jedoch weite Teile der Bevölkerung mit Vitamin D unterversorgt. Dies liegt zum einen daran, dass die Vitamin-D-Bildung über die Haut in der „dunklen Jahreszeit“ praktisch nicht stattfindet (Gröber, 2021, S. 23, 26). Zum anderen sind die aufgenommenen Mengen über Lebensmittel wie Milch, Eier, Butter, Fettfisch oder Pilze zu vernachlässigen (Schmiedel, 2019, S. 154; DGE, 2012). Aus diesem Grund ist es mehr als ratsam, den Vitamin-D-Spiegel (25-OH-D) im Blutserum bestimmen zu lassen und einen möglichen Mangel über Supplemente auszugleichen. Eine Supplementation mit Vitamin D weist u. a. einen schützenden Effekt vor Atemwegsinfektionen auf (Martineau et al., 2017).
Vitamin C ist ein „Immunklassiker“. Wer denkt bei einem grippalen Infekt nicht sofort an die „heiße Zitrone“ als wirksames Hausmittelchen? In der Tat unterstützt Vitamin C die Immunantwort auf pathogene Eindringlinge, indem es u. a. die Produktion von Antikörpern und antiviralen Interferonen begünstigt. Zu den Vitamin-C-reichen Lebensmitteln zählen
05/22 fitness MANAGEMENT international 117
Obstsorten wie Zitrusfrüchte, Kiwi und Hagebutte. Aber auch viele Gemüse können locker mit dem Vitamin-C-Gehalt von Obst mithalten (Schmiedel, 2019, S. 149). Rote Paprika (140 mg Vit. C/100 g) enthält zum Beispiel fast dreimal so viel Vitamin C wie eine vergleichbare Portion Zitrone (51 mg Vit. C/100 g) (FDDB, 2022a; FDDB, 2022b).
Immunpower durch Mineralstoffe
Zink ist für ein funktionierendes Immunsystem von enormer Wichtigkeit. So ist es nicht verwunderlich, dass eine Unterversorgung mit Zink mit einer erhöhten viralen Infektanfälligkeit einhergeht. Zink verstärkt nicht nur die Barrierefunktion der Schleimhäute wie z. B. der Atemwege, sondern wirkt selbst antiviral, ist essenziell für das Wachstum und die Differenzierung der Immunzellen und notwendig für die Produktion von immunrelevanten Proteinen (Gröber, 2021, S. 71; Iddir et al., 2020). In einer Metaanalyse konnte gezeigt werden, dass die Einnahme von Zinklutschtabletten (Zinkacetat und Zinkgluconat) die Dauer einer Erkältung um bis zu 40 Prozent reduzieren konnte (Hemilä, 2017). Als zinkreiche Lebensmittel gelten vor allem Fleisch, Milch(-produkte), Vollkorngetreide, Meerestiere, Gemüse, Pilze, Sesam, Käse und Hülsenfrüchte (Schmiedel, 2019, S. 205). Bedacht werden muss jedoch, dass die Zinkaufnahme u. a. durch eine hohe Phytatzufuhr (z. B. durch Getreide, Hülsenfrüchte, Ölsaaten) gehemmt wird. Über den gleichzeitigen Verzehr von tierischem Protein, aber auch durch Einweichen (z. B. von Hülsenfrüchten), Keimung und Sauerteiggärung (Sauerteigbrot) lässt sich die Bioverfügbarkeit von Zink jedoch wieder steigern (DGE, 2019).
Dass Selen als essenzielles Spurenelement für die Funktionsfähigkeit unserer Immunzellen ebenfalls relevant ist, dürfte vielleicht nicht jedem:jeder bekannt sein. Doch Selen kann so einiges: Es reduziert den oxidativen Stress, der mit einer Virusinfektion einhergeht, und vermindert deren Schweregrad, indem die Immunreaktion verstärkt wird (Gröber, 2021, S.67). Unter den tierischen Lebensmitteln gelten Fisch, Fleisch und Ei als selenreich. Sie tragen sogar zuverlässiger zur Selenversorgung bei als pflanzliche Nahrungsquellen wie Brokkoli, Weißkohl, Zwiebeln, Knoblauch und Linsen, da der Selengehalt europäischer Anbaugebiete sehr stark schwankt. Auch Paranüsse enthalten reichlich Selen, weisen allerdings gleichzeitig erhöhte Mengen an radioaktivem Radium auf, weshalb nicht mehr als zwei Stück pro Tag verzehrt werden sollen (DGE, 2021).
Selbstverständlich handelt es sich bei den hier vorgestellten „Immunnährstoffen“ um eine überschaubare Auswahl und es gibt noch viele weitere Vitamine (z. B. Vitamin A, B-Vitamine), Mineralstoffe (z. B. Magnesium) und andere Inhaltsstoffe aus Lebensmitteln (z. B. in Ingwer), die immunmodulierende Eigenschaften besitzen.
Fazit
Durch eine tägliche Ernährung mit ausreichend Wasser, zwei Portionen Obst, mindestens drei Portionen Gemüse, hochwertigen Proteinen und Fetten, ballaststoffreichen Kohlenhydraten sowie Kräutern und Gewürzen lässt sich bereits mit „einfachen“ Mitteln viel für die eigene Immunkompetenz tun. Über eine gesunde Ernährung hinaus kann in Abhängigkeit zu der individuellen Versorgung die Supplementation von ausgewählten Nährstoffen eine weitere sinnvolle Maßnahme sein. Die Nährstoffzufuhr erfolgt bestenfalls individualisiert dosiert, wofür eine professionelle Beratung hinzugezogen werden sollte. Neben der Ernährung beeinflussen zudem andere Lebensstilfaktoren wie Bewegung, Schlaf und Stress die Schlagkraft der körpereigenen Abwehrmechanismen. Dies zeigt einmal mehr, dass Menschen aktiv die Möglichkeit haben, ihr Immunsystem in der kühleren Jahreszeit nachhaltig zu stärken. Qualifiziertes Fachpersonal kann hier den Kund:innen Handlungsanweisungen geben, wie sie ihr Immunsystem bestmöglich auf den Herbst und Winter vorbereiten.
Andra Riehl ist Ernährungswissenschaftlerin (M. Sc.) und als Dozentin, Autorin und Tutorin für die Deutsche Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement (DHfPG) sowie für die BSA-Akademie im Fachbereich Ernährung tätig.
www.dhfpg-bsa.de
Auszug aus der Literaturliste
Iddir, M., Brito, A., Dingeo, G., Fernandez Del Campo, S. S., Samouda, H., La Frano, M. R. et al. (2020). Strengthening the Immune System and Reducing Inflammation and Oxidative Stress through Diet and Nutrition: Considerations during the COVID-19 Crisis. Nutrients, 12 (6), 1– 39.
Schmiedel, V. (2019). Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente. Ernährung, Diagnostik und Nährstofftherapie (3. Aufl.). Stuttgart: Georg Thieme Verlag.
Tourkochristou, E.,Triantos, C. & Mouzaki, A. (2021). The Influence of Nutritional Factors on Immunological Outcomes. Frontiers in Immunology, 12, 1– 17.
Für eine vollständige Literaturliste kontaktieren Sie bitte marketing@dhfpg-bsa.de.
Sie möchten mehr über die „Stellschraube“ Ernährung im Fitnessund Gesundheitskontext erfahren? Dann auf zum Aufstiegskongress 2022 am 7. und 8. Oktober vor Ort in Mannheim! Hier erwarten Sie packende Fachvorträge von Top-Speaker:innen. Infos und Tickets unter: www.aufstiegskongress.de
Andra Riehl
Foto: DHfPG/BSA fitness MANAGEMENT international 05/22 118 FITNESS & GESUNDHEIT | FACHARTIKEL ERNÄHRUNG
Neue Vorteile und attraktives Provisionsmodell
MetaCheck Gen-Diät Lite
In den vergangenen Monaten hat die for me do GmbH vermehrt die Rückmeldung erhalten, dass viele Fitnessstudios und Personal Trainer:innen die MetaCheck Gen-Diät gern anbieten, sich aber weder einen Lagerbestand aufbauen noch in Vorkasse treten möchten. Aus diesem Grund hat sich das Unternehmen zwei besondere Angebote überlegt, um seine Kund:innen bestmöglich zu unterstützen.
Ab sofort können Sie sich einen Gutscheincode hinterlegen lassen, mit dem Ihre Kund:innen dann selbst im Online-Shop von for me do die MetaCheck Gen-Diät als „Lite-Version“ kaufen können. Sie müssen also nicht mehr wie zuvor in Vorkasse treten und sich auch keine Testkits auf Vorrat legen. for me do versendet die MetaCheck Gen-Diät direkt zu den Kund:innen nach Hause, wo diese den Wangenschleimhautabstrich durchführen und die Probe dann an das Labor zurückschicken können. Als Dankeschön erhalten die Studios für ihre Vermittlung zehn Prozent Provision pro verkaufter MetaCheck Gen-Diät Lite; für die Kund:innen gibt es einen Preisnachlass in gleicher
Höhe. Da die Auswertung der Ergebnisse in dieser Version nur noch als PDF-Datei versendet wird, entfällt für Sie auch der Zeitaufwand für das Auswertungsgespräch. Damit die Kund:innen trotzdem alle wichtigen Informationen erhalten, bekommen sie das „MetaCheck Gen-Diät“-Buch gratis dazu.
Ein weiterer großer Vorteil bei dieser MetaCheck Variante ist, dass Sie diese an Kund:innen in ganz Deutschland verkaufen bzw. den Gutscheincode an alle Interessierten geben können und nicht mehr wie bisher ortsgebunden sind. Sollten Sie Kund:innen im europäischen Ausland haben, können auch diese die MetaCheck Gen-Diät Lite kaufen.
Foto: for me do fitness MANAGEMENT international 05/22 120 FITNESS & GESUNDHEIT | ERNÄHRUNGSBERATUNG | ANZEIGE
Die MetaCheck Gen-Diät Lite bietet ebenfalls ein ausführliches Analyseergebnis mit:
Meta-Typ-Bestimmung
• Optimale Makronährstoffverteilung für die Abnehmund Stabilisierungsphase
• Vier-Wochen-Ernährungsplan und weitere Rezepte in der App
• Lebensmittelliste mit über 800 Lebensmitteln
• Zugang zum Ernährungsportal
• Analyse und Erklärung fünf weiterer wichtiger Abnehmfaktoren (Jo-Jo-Effekt, Muskelmasseverlust, Hungergefühl, Sättigungsgefühl und viszerales Fettgewebe)
Sport-Typ-Bestimmung
• Optimale Verteilung für 60 Minuten Sport
• Individuelle Trainingsempfehlung
Individuelle Trainingseinstellung für das Galileo® Training
• Individuell geeignete Kursangebote
Wir unterstützen Sie bei der Neukund:innengewinnung
Immer wieder erreichen for me do Anfragen, ob vor Ort eine Infoveranstaltung zur MetaCheck Gen-Diät gegeben werden kann, um alle auftretenden Fragen von Interessierten zu be-
antworten und Fitnessstudios sowie Personal Trainer:innen bei der Neukund:innengewinnung zu unterstützen.
Die MetaCheck-Expert:innen unterstützen Sie gern bei der Durchführung einer exklusiven Online-Infoveranstaltung und erklären Ihren Interessierten alles rund um die MetaCheck Gen-Diät. Melden Sie sich gern zwecks Terminabsprache! Ab einer Personenanzahl von zehn Teilnehmenden ist die Infoveranstaltung gratis.
Ihr Weg zum:zur MetaCheck Berater:in
Sie sind noch kein:e MetaCheck Berater:in, möchten die Gen-Diät oder die anderen MetaCheck Produkte aber in Ihr Portfolio aufnehmen? Dann melden Sie sich gern bei der for me do GmbH und vereinbaren Sie einen Schulungstermin. Nach erfolgreich abgelegter MetaCheck Berater:in Prüfung erhalten Sie Ihr Zertifikat und können als MetaCheck Berater:in tätig werden. Mit Marketingprodukten unterstützt das Unternehmen Sie auch bei der Werbung und Kund:innengewinnung.
Erfahren Sie auf der Website www.formedo.de alles Weitere rund um die MetaCheck Produkte. Das Team berät Sie auch gern persönlich und freut sich auf Ihre Kontaktaufnahme!
for me do GmbH Salzdahlumer Straße 196 • 38126 Braunschweig 05 31 - 866 933 44 • info@formedo.de
05/22 fitness MANAGEMENT international 121
Studium – Weiterbildung – Qualität
Informationen und Neuigkeiten der BSA-Akademie, der BSA-Zert und der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement (DHfPG)
Gesetzliche Vorgaben der NiSV erfüllen Dienstleistungsangebot für 2023 sichern
Ab 1. Januar 2023 dürfen nur noch Personen EMS-Training an Kund:innen anwenden, die über die von der NiSV geforderte „Fachkunde EMF“ zur Stimulation verfügen. Voraussetzung für den Erwerb dieser Personenzertifizierung ist der erfolgreiche Abschluss einer Schulung. Dazu bietet die BSA-Akademie den Lehrgang „EMS-Trainer/in“ mit zwei Tagen Vor-Ort-Präsenzphase oder „EMS-Trainer/in (hybrid)“ mit Livestream-Präsenzphase* am ersten und Vor-Ort-Veranstaltung am zweiten Tag an. Am jeweils zweiten Tag erfolgt die Zertifizierungsprüfung zur „Fachkunde EMF“ durch die BSA-Zert, die Zertifizierungsstelle der BSA-Akademie. Beide Lehrgänge befähigen dazu, GK-EMS-Trainingsprogramme in verschiedenen Leistungsstufen zu entwickeln, in Programme einzuweisen, die Durchführung zu überwachen und anerkannte Handlungsempfehlungen zur effektiven und sicheren GK-EMS-Anwendung zu berücksichtigen.
Ihren Ausbildungsbetrieben mit EMS-Angebot bietet die DHfPG eine Lösung, mehr Infos beim Career Service unter Tel.: +49 681 6855 588. Weitere Infos zu den gesetzlichen Vorgaben und den EMS-Lehrgängen erhalten Sie unter der eigens eingerichteten Beratungshotline zur „Fachkunde EMF“, Tel.: +49 681 6855 210. www.bsa-akademie.de/ems; www.bsa-zert.de/ems
*notwendige Ausstattung als Voraussetzung
Studiengänge >> dhfpg.de Lehrgänge >> bsa-akademie.de
Zertifizierung >> bsa-zert.de
Mehr Infos zum dualen Bachelor- und Master-Studium, zu den BSA-Lehrgängen oder zur Zertifizierung
unter:
143
Tel. +49 681 6855
Fotos: DHfPG/BSA
fitness MANAGEMENT international 05/22 122 WISSENSCHAFT & PRAXIS | BILDUNG | ANZEIGE
Rezertifizierung „Fachkraft UVSV“
Ab sofort Präsenzphase online absolvierbar!
Teilnehmende der „Fortbildung UVSV“ zur gesetzlich vorgeschriebenen Rezertifizierung alle fünf Jahre können nun auch die Präsenzphase ortsunabhängig als Livestream absolvieren. Nach einer vorausgehenden Selbstlernphase, in der sie die Inhalte der Erstzertifizierung zur „Fachkraft UVSV“ auffrischen, üben sie via Livestream das Beratungsgespräch mit Kund:innen. Voraussetzung für die Teilnahme an der LivestreamPräsenzphase ist die erfolgreiche Absolvierung eines Online-Tests. Die Zertifizierungsprüfung erfolgt ebenfalls online durch die unabhängige Zertifizierungsstelle BSA-Zert. Bei Fragen zur Erst- oder Rezertifizierung „Fachkraft UVSV“ rufen Sie uns an unter Tel.: +49 681 6855 330.
www.bsa-akademie.de/uvsv
Jetzt weiterbilden und sparen
Von den BSA-Lehrgangspaketen profitieren
Ab sofort bietet die BSA-Akademie fachbereichsinterne und fachbereichsübergreifende Lehrgangspakete, bestehend aus jeweils zwei Qualifikationen. Mit den dazu angebotenen Paketpreisen sparen Sie 20 Prozent im Vergleich zur Einzelbuchung. Möchten Sie weitere Lehrgänge mit den Lehrgangspaketen kombinieren, profitieren Sie von attraktiven gestaffelten Zusatzrabatten! Besuchen Sie gern den Webshop der BSA-Akademie für weitere Informationen zu den Lehrgangspaketen, den zusätzlichen Rabatten und zu den Buchungsoptionen! Für eine persönliche Beratung zu den BSA-Lehrgängen kontaktieren Sie uns gern unter Tel.: +49 681 6855 143. www.bsa-akademie.de/paketpreis
Kooperation von DHfPG und DVGS „Sport- und Bewegungstherapie DVGS“
Die DHfPG bietet in Kooperation mit dem Deutschen Verband für Gesundheitssport und Sporttherapie e. wV. (DVGS) den neuen dualen Bachelor-Studiengang Sport- und Bewegungstherapie an. Dieser qualifiziert zum Erwerb der zusätzlichen Berufsqualifikation „Sport- und Bewegungstherapeut/in DVGS“. Darüber hinaus haben Studierende des Master-Studiengangs Prävention und Gesundheitsmanagement sowie Teilnehmende an der Hochschulweiterbildung mit Studienschwerpunkten im Bereich der Sport- und Bewegungstherapie die Möglichkeit, diese Zusatzqualifikation zu erwerben und so das eigene Tätigkeitsfeld um abrechnungsfähige Leistungen in Prävention und Therapie zu erweitern. Individuelle Beratung unter Tel.: +49 681 6855 599. www.dhfpg.de/bsbt; www.dhfpg.de/therapie
Über die DHfPG und die BSA-Akademie informieren
Die DHfPG und die BSA-Akademie bieten Infoveranstaltungen vor Ort sowie kostenfrei abrufbare Infovideos auf ihren Websites an. Jeweils zwei Mal im Monat werden digitale Infoveranstaltungen zum Studium an der DHfPG bzw. zu den Lehrgängen der BSA-Akademie angeboten. Beide Unternehmen sind regelmäßig auf (digitalen) Messen vertreten. Alle Termine finden Sie unter: >> dhfpg.de/events >> bsa-akademie.de/events
05/22 fitness MANAGEMENT international 123
DIE EINZIGE KONSTANTE: WANDEL
DER EINZIGE WEG: MITEINANDER!
Gesellschaftliche Krisen und Konflikte gibt es seit Menschengedenken. Manche Generation hat es dabei besonders hart getroffen, wie zum Beispiel die Generation vor hundert Jahren, die zwei Weltkriege überstehen musste – wenn ihr das Glück hold war. Als 1943, kurz nach einem schweren Bombenangriff in München Geborener, war ich auch unter den Glücklichen. Eine Fliegerbombe hat unser Haus nur um circa 20 Meter verfehlt, sonst hätte es mich wahrscheinlich nicht gegeben.
Die gegenwärtige Situation auf unserem Kontinent erinnert mich seit langer Zeit wieder öfter daran, besonders aber heute. Ich schreibe diese Zeilen am 60. Todestag (9. August 2022) des ersten deutschen Literaturnobelpreisträgers nach dem Zweiten Weltkrieg – Hermann Hesse. Dieser widmete sein literarisches Werk der Aussöhnung der Völker und des Menschen
mit sich selbst. Mein ganzes erwachsenes Leben ist dieser Hesse-Satz ein Leitbild für mich:
„Alle Natur, alles Wachstum, aller Friede, alles Gedeihen und Schöne in der Welt beruht auf Geduld, braucht Zeit, braucht Stille, braucht Vertrauen.“
Wahrscheinlich lag es zunächst ganz einfach an dem Wort „Geduld“, eine meiner persönlichen Schwachstellen.
Albert Busek Experte für Bodybuilding und Fitness
Text und Fotos: Albert Busek
fitness MANAGEMENT international 05/22 124 WISSENSCHAFT & PRAXIS | KOMMENTAR ALBERT BUSEK
Arnold Schwarzenegger 1993 bei den Special Olympics World Winter Games in Schladming, Österreich
Mutig wandte sich der junge Hermann Hesse während des Ersten Weltkrieges öffentlich gegen die damalige Kriegsbegeisterung in Deutschland. Die Reaktionen darauf glichen 1914 einem heutigen Shitstorm. Hesse schlug blanker Hass entgegen und es zerbrachen sogar Freundschaften. Diese Erfahrung, diese Unversöhnlichkeit hat Hermann Hesse nachhaltig geprägt und – Gott sei Dank – gestärkt.
Seit Beginn der Pandemie im Frühjahr 2020 und in der weiteren Entwicklung bis heute erleben wir alle eine der schwierigsten Phasen auf unserem Kontinent seit 1945.
Zuspitzung gesellschaftlicher Konflikte
Im Oktober 2020 schrieb ich, dass wir auf Dauer mit der Pandemie „leben können und müssen“. Geprägt wurden die letzten zwei Jahre jedoch von ungeahnten politischen Fehleinschätzungen und vor allem von einer Polarisation in der Gesellschaft, wie ich sie mir nach den historischen Erfahrungen nicht habe vorstellen können. Ich dachte oft an die vielen Zitate großer Schriftsteller, vor allem an Hesse, Saint-Exupéry und Remarque.
Kann man den „Zeitgeist“ heute vielleicht mit „multipler Polarisation“ auf den Punkt bringen? Für mich persönlich ist es jedenfalls ein Tumult zwischen Herz und Verstand, weil ich quer durch alle Gesellschaftsschichten und sogar im ganz privaten Bereich diese unsägliche Unversöhnlichkeit der Menschen wachsen sehe.
Bei aller Hilfsbereitschaft durch Einzelpersonen und Institutionen ist immer wieder diese Intoleranz und Respektlosigkeit zu spüren, wenn es um strittige Themen geht.
Russischer Angriff auf die Ukraine
Ziemlich genau zwei Jahre nach Beginn der Pandemie erlebten wir am 24. Februar 2022 mit der „Zeitenwende“ (nach Bundeskanzler Olaf Scholz) eine Tragödie für unseren Kontinent und ja, eine epochale Zäsur. Für jeden von uns ist dies aber auch die Chance, zusammenzuwachsen, zuzuhören und auf den Werten unserer demokratischen Grundordnung die Meinungsvielfalt nicht nur zuzulassen, sondern aus ihr neue Kraft zu schöpfen.
Ungewöhnliche Vorbilder
Schon vor Jahrzehnten hatte ich meine ersten Schlüsselerlebnisse mit den Aktiven der Special Olympics – mit behinderten Menschen. Ja, sie sind behindert, aber sie zeigen uns allen gemäß ihrer Eidesformel immer wieder, was wirklich wichtig ist:
„Ich will gewinnen, aber wenn ich nicht gewinnen kann, will ich es zumindest tapfer versuchen.“
Dazu eine kleine Anekdote von den Special Olympics World Winter Games 1993 in Schladming in Österreich: Die Skilangläufer erreichten den Zieleinlauf und einer von ihnen wurde angesichts des Zieles wohl so nervös, dass er die Schritte zu hastig setzte und kaum mehr vorwärts kam. Nur mit großer Mühe erreichte er das Ziel – als Letzter. Seine Freude war jedoch grenzenlos und er stürmte auf alle seine Mitstreiter zu und umarmte jeden von ihnen. Unvergesslich, wie so viele Momente in der so menschlichen Welt der Behinderten.
Das Miteinander zählt
Dazu passt ein Satz von Antoine de Saint-Exupéry: „Mein Bruder, du bereicherst mich durch deine Unterschiede.“
Wir alle sind unterschiedlich, wir alle sind Menschen und jeder Mensch ist einzigartig.
Es ist zwingend notwendig an der Verständigung untereinander zu arbeiten:
An der Akzeptanz gegensätzlicher Positionen
An der Anerkennung
Am Respekt vor der Andersartigkeit
An der wahrhaftigen Inklusion
AM MITEINANDER
In diesen schicksalhaften Tagen auf unserem Kontinent sollten wir uns darauf besinnen und die Zuversicht vermitteln, dass die Geschichte der Menschheit letztlich eine Fortschrittsgeschichte ist und bleibt.
Dazu Auszüge aus „Stufen“ von Hermann Hesse:
Wie jede Blüte welkt und jede Jugend Dem Alter weicht, blüht jede Lebensstufe, Blüht jede Weisheit auch und jede Tugend Zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern. Es muß das Herz bei jedem Lebensrufe Bereit zum Abschied sein und Neubeginne, Um sich in Tapferkeit und ohne Trauern In andre, neue Bindungen zu geben. Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.
05/22 fitness MANAGEMENT international 125
Aktuelle
Forschungsergebnisse
im Fokus
Wissenschaft für die Studiopraxis
Customer Insights fürs Studiomarketing
Optimizing Personalization Using Fitness Personas
Ernährung und COVID-19Risiko
Long-term diet and risk of SARS-CoV-2 infection
EMS-Nutzer:innen im Blickpunkt
Profile of Whole Body Electromyostimulation Training Users
Untersuchungsschwerpunkte Untersuchungsschwerpunkte Untersuchungsschwerpunkte
Der Branchenreport von ABC Fitness Solutions und ClubIntel untersuchte vier wichtige Fitnesspersonas, die im Studio trainieren, und liefert so praxisnahe Marktforschungsergebnisse.
US-amerikanische Forscher:innen haben in ihrer Studie analysiert, welchen Einfluss eine gesunde Ernährung auf das Entstehungsrisiko sowie den Krankheitsverlauf einer COVID-19Infektion hat.
GK-EMS-Training wird immer beliebter und die Zahl der Trainierenden steigt. Umso wichtiger ist es, mehr über die EMS-Kund:innen und deren Bedürfnisse zu erfahren. Genau hier setzte die Studie an und untersuchte u. a. geschlechterspezifische Unterschiede. Im Rahmen der Studie wurden dazu mehr als 1.500 Fragebögen von Trainierenden sowie das Feedback von führenden Branchenexpert:innen deskriptiv ausgewertet.
Zentrale Ergebnisse
Auf Basis der Analysen wurden folgende vier Kund:innenprofile identifiziert: „Routine Lifers“ (34 %), „Wellness Lovers“ (30 %), „Fitness Explorers“ (19 %) und „Casual Consumers“ (17 %). Für jede einzelne Fitnesspersona wurden in einem weiteren Schritt spezifische Customer Insights zu Geschlecht, Alter, Einkommen, Hauptmotiven, Trainingsvorlieben, zu regelmäßigen Studiobesuchen und fitnessnahen Ausgaben erstellt und daraus konkrete Handlungsempfehlungen für das Studiomarketing abgeleitet.
Praxisrelevanz und Fazit
Erfolgsfaktor Kund:innennähe: Mithilfe dieser wertvollen Customer Insights können Studiobetreiber:innen und Marketingexpert:innen ihre Trainings- und Dienstleistungsangebote zukünftig noch zielgruppenadäquater gestalten und vermarkten.
ABC Fitness Solutions & ClubIntel. (Hrsg.). (2022). Optimizing Personalization Using Fitness Personas – 2022 Next Fitness Consumer Research. Zugriff am 16.08.2022. Verfügbar unter https:// abcfitness.com/resources/ebooks-and-articles/ how-to-optimze-personalization-using-fitnesspersonas/?SFCID=7015G000001It8q
Um diese Zusammenhänge zu untersuchen, wurden Ernährungs- und Gesundheitsdaten von 42.935 Personen anhand multivariater Regressionsmodelle ausgewertet. Zur Beurteilung des Ernährungsverhaltens wurden vier Bewertungskriterien herangezogen.
Zentrale Ergebnisse
Personen, die sich gemäß der Kriterien langfristig gesund ernährt haben, wiesen ein nachweislich niedrigeres Infektionswahrscheinlichkeitsrisiko auf und erkrankten auch deutlich seltener schwer an COVID-19. Übergewicht und relevante Vorerkrankungen gilt es als weitere Risikofaktoren dabei zu berücksichtigen.
270 EMS-Nutzer:innen aus fünf verschiedenen Ländern wurden mittels eines Online-Fragebogens zu Aspekten wie Trainingszielen, -motivation und -häufigkeit sowie ihrem soziodemografischen Hintergrund (Alter, Geschlecht, Körpergewicht, Bildungsstand usw.) befragt.
Zentrale Ergebnisse
Gewichtsabnahme, bessere Gesundheit und mehr Wohlbefinden sowie Muskelzuwachs und Rehabilitation waren wichtige Treiber, um mit dem EMS-Training zu beginnen. Bei EMSKundinnen stand deutlich häufiger das Abnehmen im Vordergrund, während Männer eher an Rehabilitation und Muskelaufbau interessiert waren.
Praxisrelevanz und Fazit
Als modifizierbarer Risikofaktor stellt eine gesunde Ernährung – ähnlich wie auch eine gute körperliche Fitness – eine wichtige „Stellschraube“ dar, um sich langfristig gesund zu halten. Mit ihrem interdisziplinären Angebot können Fitnessstudios hier professionell unterstützen.
Yue, Y., Ma, W., Accorsi, E. K., Ding, M., Hu, F., Willett, W. C. et al. (2022). Long-term diet and risk of SARS -CoV-2 infection and Coronavirus Disease 2019 (COVID-19) severity. Zugriff am 23.08.2022. Verfügbar unter https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/35945354/
Die Studie liefert EMS-Studios umfassende Informationen zu unterschiedlichen Nutzendenprofilen. Angesichts steigender Kund:innenansprüche und einer heterogenen Mitgliederstruktur gilt es, dieses Wissen zielführend einzusetzen, um auf individuelle Bedürfnisse noch besser einzugehen.
Rodrigues-Santana, L., Louro, H.,Denche-Zamorano, A., Vega-Muñoz, A., Contreras-Barraza, N. & Adsuar, J. C. (2022). Profile of Whole Body Electromyostimulation Training Users – A Pilot Study. International Journal of Environmental Research and Public Health, 19 (8), 4711.
Methode Methode Methode
Fotos: NDABCREATIVITY, Chinnapong, rilueda –stock.adobe.com
fitness MANAGEMENT international 05/22 126 WISSENSCHAFT & PRAXIS | SCIENCE NEWS
Praxisrelevanz und Fazit
Effektiv abnehmen mit High-Intensity Interval Training?
HIIT bei Übergewicht und Adipositas
Viele Menschen mit Übergewicht oder Adipositas suchen nach einer effektiven Abnehmmethode. High-Intensity Interval Training (HIIT) gilt als eine vielversprechende und zeiteffiziente Lösungsmöglichkeit. Eine Bachelor-Thesis der DHfPG liefert mittels eines systematischen Reviews einen Überblick über die Effektivität von HIIT als Maßnahme zur Gewichts- und Körperfettreduktion unter der Berücksichtigung der individuellen körperlichen Voraussetzungen.
Laut dem aktuellen Adipositas-Report der World Health Organization (WHO, 2022) ist etwa jede:r zweite Erwachsene in Deutschland übergewichtig und jede:r vierte adipös. Viele Betroffene versuchen, ihr Gewicht durch mehr Bewegung zu reduzieren (Santos et al., 2017).
Üblicherweise wird zur Gewichtsabnahme ein Ausdauertraining mit hohen Umfängen (150–420 Minuten pro Woche) und moderater Intensität empfohlen (Donnelly et al., 2009).
In der Realität zeigt sich jedoch, dass nur wenige Menschen mit Übergewicht/Adipositas das hohe Aktivitätspensum erreichen (Ekkekakis et al., 2016). Einer der am häufigsten genannten Gründe dafür ist Zeitmangel (Trost et al., 2002).
HIIT gilt seit längerer Zeit als vielversprechende, zeiteffiziente Trainingsmethode, um Gewicht bzw. Körperfett zu reduzieren (Alahmadi, 2014; De Feo, 2013). Es hat sich in den letzten Jahren weltweit zu einem Topfitnesstrend entwickelt (Thompson et al., 2017–2022). HIIT ist durch den systematischen Wechsel von kurzen, hochintensiven Belastungsphasen (> 80 % der maximalen Herzfrequenz) und kurzen, weniger intensiven Erholungsphasen gekennzeichnet. In Abhängigkeit zu der gewählten Intensität variieren sowohl die Intervall- als auch die Pausendauer zwischen wenigen Sekunden und mehreren Minuten (8 s bis 4 min) (ACSM, 2021). Die Dauer einer HIIT-Einheit beträgt je nach gewähltem Belastungsprotokoll etwa 15
Grafik/Foto: fitness MANAGEMENT Privat -2,8 kg Gewicht -2,6 kg Fettmasse -2,9 % Körperfettanteil -3,8 cm Taillenumfang 12 Wochen HIIT fitness MANAGEMENT international 05/22 128 WISSENSCHAFT & PRAXIS | NEUES AUS DER WISSENSCHAFT
Studiendesign
Stichprobe
6 randomisierte kontrollierte Studien (RCT)
5 randomisierte Studien
n = 304 (61 % Männer, 39 % Frauen)
Alter: 28 (21–62) Jahre
BMI: 29,0 (25,5–33,3) kg/m2
HIIT-Intervention
Interventionsdauer: 12 Wochen
Häufigkeit: 3 (3–5) x pro Woche
Dauer pro Einheit: 35 (20–60) min
Intensität: 80–100 % HFmax, 85–90 % VO2max
Intervalldauer: 8–240 s
Anzahl Intervalle: 4–12
Intervallpause: 12–180 s
Belastungsform: Radergometer (n = 10), Bodyweight (n = 1)
Erfasste Zielgrößen
Körpergewicht (n = 11 Studien)
Fettmasse (n = 5 Studien)
Körperfettanteil (n = 7 Studien)
Taillenumfang (n = 5 Studien)
bis 30 Minuten inklusive Warm-up und Cool-down. Die übliche Trainingshäufigkeit liegt bei drei Einheiten pro Woche. Der wöchentliche Zeitaufwand für ein entsprechendes HIIT-Programm ist somit insgesamt relativ gering (Atakan et al., 2021; Sabag et al., 2021).
Ob HIIT eine geeignete Trainingsform ist, um bei Übergewicht/ Adipositas effektiv Gewicht bzw. Körperfett zu reduzieren, wurde in einer Bachelor-Thesis an der DHfPG mittels eines systematischen Reviews untersucht.
Methodik
Zur Beantwortung der Forschungsfrage wurde eine systematische Literaturrecherche in der elektronischen Datenbank PubMed durchgeführt. Gesucht wurde nach Primärstudien im Publikationszeitraum zwischen 2010 und 2020, in denen die Auswirkungen von HIIT auf das Körpergewicht und die Körperkomposition von Erwachsenen (≥ 18 Jahre) mit Übergewicht/ Adipositas (Body-Mass-Index [BMI] ≥ 25,0 kg/m2) untersucht wurden. Insgesamt erfüllten elf von 205 identifizierten Studien die definierten Einschlusskriterien und wurden in die Auswertung aufgenommen. Tabelle 1 zeigt die Charakteristika der eingeschlossenen Studien.
Ergebnisse
In neun von elf Studien zeigte sich eine signifikante Gewichtsabnahme von durchschnittlich 2,8 Kilogramm. In vier von fünf Studien konnte im Mittel eine signifikante Verringerung der Fettmasse um 2,6 Kilogramm und in sechs von sieben Studien eine signifikante Reduktion des Körperfettanteils um 2,9 Prozent nachgewiesen werden. Beim Taillenumfang zeigte sich in allen fünf Studien, in denen dieser erfasst wurde, eine signifikante Abnahme um durchschnittlich 3,8 Zentimeter.
Fazit
Die Ergebnisse des systematischen Reviews zeigen, dass übergewichtige Erwachsene mittleren Alters durch ein zwölfwöchiges High-Intensity Interval Training auf dem Radergometer eine moderate Gewichtsabnahme erzielen können. Zudem zeigen sich positive Effekte auf die Verringerung der Fettmasse, des Körperfettanteils und des Taillenumfangs.
Für die Trainingspraxis im Fitnessstudio kann aus den Befunden abgeleitet werden, dass übergewichtigen Kund:innen ein regelmäßiges HIIT-Programm – dreimal 35 Minuten pro Woche – unter fachkundiger Anleitung sowie unter Berücksichtigung der individuellen körperlichen Voraussetzungen zur Gewichtsabnahme empfohlen werden kann. Der zu erwartende Gewichtsbzw. Fettverlust beträgt bei konsequentem Training ohne eine begleitende Ernährungsmodifikation etwa zwei bis drei Kilogramm.
Luca Schütt
Alter: 22
Duales Studium: Rückgrat Sport- und Gesundheitscenter GmbH Freiburg
Abschluss: B. A. Fitnessökonomie
DHfPG-Science-Lab: Bachelor-Thesis
Fachbereich Gesundheitswissenschaft
Tab. 1: Kennzeichen der eingeschlossenen Studien (eigene Darstellung)
05/22 fitness MANAGEMENT international 129
Alles wird teurer
Ist Wachstum die einzige Alternative?
Auch wenn einige Medien eifrig darüber berichten, dass die Deutschen „nach Corona“ ihre privaten Geldbeutel noch einmal kräftig füllen konnten und sich das Geldvermögen pro Kopf erhöht hat, so scheint es doch, dass der:die „Normalbürger:in“ damit vermutlich nicht gemeint ist. Das Vermögen der Bevölkerung ist seit Beginn der Corona-Pandemie um ca. 1.000 Milliarden (eine Billion) Euro gestiegen! Pro Kopf also um rund 12.000 Euro (Deutsche Bundesbank, 2022). Da müsste sich doch eine Verdopplung der Gaspreise oder eine Verdrei-, -vier- oder -fünffachung des Strompreises locker verkraften lassen ...
Die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) berichtet für 2021: „Die reichsten 10 % der Bevölkerung verfügten über mehr als das Zehnfache des Nettovermögens der Personen, die sich in der Mitte der Vermögensverteilung befanden.“ Etwas absurder wird es noch, wenn wir uns das oberste eine Prozent anschauen. Bereits 2017 verfügte dieser Bevölkerungsanteil über so viel Vermögen wie zwei Drittel der restlichen Bevölkerung (Grabka & Halbmeier, 2021).
Mit hoher Wahrscheinlichkeit wird ein großer Teil des von Ihnen angesprochenen Kundenkreises eher nicht zu diesem einen Prozent gehören. Die Auswirkungen der aktuellen Preissteigerungen führen schlicht dazu, dass den Durchschnittsverdiener:innen die Mittel genommen werden, um sich „Luxus“ zu gönnen. Wobei ich hier die Definition von Luxus so verstehe, dass auch die kleinen Annehmlichkeiten des Lebens gemeint sind: der Kinobesuch, das gelegentliche Ausgehen, der Jahresurlaub, der Besuch im Solarium oder das Fitnessabo.
Kostensteigerungen und Kundschaftsschwund Für die Betreiber:innen von Freizeiteinrichtungen könnten die aktuellen Bedingungen kaum schwieriger sein. Auf der einen Seite steigen die Kosten für Energie, Miete und Personal. Auf der anderen Seite droht der Schwund der Kund:innen, weil schlicht das für diese Zwecke verfügbare Einkommen „durch den Kamin“ gejagt wird. Von einer weiteren Corona-Welle mit erneuten Restriktionen möchte ich gar nicht erst sprechen.
Haben wir uns vielleicht schon zu sehr an scheinbar unerschöpfliches Wachstum gewöhnt? Und: Kann Wachstum immer nur mit und durch mehr Aufwand, Energie und Größe entstehen? Krisenzeiten sind Zeiten für Marktführende, aber auch für Innovation und Rückbesinnung. Letzteres könnte ein Weg für stabile und zuverlässige Umsätze sein. Der permanente Drang nach Ausdifferenzierung und Komplexität, um auch in jeder nur erdenklichen Nische noch Kund:innen
New Africa –stock.adobe.com BfB e. V.
Text: Holger Ziegert Fotos:
130 fitness MANAGEMENT international 05/22 WISSENSCHAFT & PRAXIS | PARTNERVERBAND BFB
abzufischen, birgt auch Gefahren. Das haben selbst die ganz Großen in anderen Branchen schon erlebt.
Rückbesinnung auf Kernkompetenz
Wer erinnert sich nicht an einen großen deutschen Automobilhersteller, der versuchte, Flugzeuge und Raketen zu bauen und Fusionen mit Wettbewerber:innen einzugehen, die von vornherein schon kulturell nicht stimmig waren? Selbst im Kerngeschäft bestand der Glaube, dass Autos nahezu auf jede Lebenssituation individuell abgestimmt sein müssten. Die Modellpaletten wurden derart „aufgeblasen“, dass man schon nicht mehr unterscheiden konnte, um welche Serie es sich handelt. Nachdem viel Geld in Diversifikationen geflossen ist, stellten die hochbezahlten Manager:innen dann fest, dass idealerweise die Vorgänger:innen – Fehler gemacht haben, die es nun zu korrigieren gilt.
Zurück zum Core Business. Das heißt: schlank werden und sich auf die Dinge besinnen, die man eigentlich machen wollte und vielleicht auch am besten kann.
Literaturliste
Deutsche Bundesbank. (2022). Geldvermögen der privaten Haushalte in Deutschland vom 2. Quartal 2016 bis zum 2. Quartal 2021. Zugriff am 08.08.2022. Verfügbar unter https://de.statista.com/statistik/daten/studie/37880/umfrage/geldvermoegen-derprivathaushalte-in-deutschland/#professionalbpb
Grabka, M. & Halbmeier, C. (2021). Datenreport 2021. Vermögensungleichheit. Zugriff am 08.08.2022. Verfügbar unter https://www.bpb.de/kurz-knapp/zahlen-und-fakten/ datenreport-2021/private-haushalte-einkommen-und-konsum/329962/vermoegensungleichheit/
Holger Ziegert
Der Wirtschaftswissenschaftler Holger Ziegert ist Mitglied des BfB-Vorstands. Seit 2008 ist er u. a. als Geschäftsführer und Gesellschafter der AYK Gruppe mit Sitz in Köln aktiv. Zuvor durchlief er Führungs-, Geschäftsführer- und Vorstandspositionen in Unternehmen der Medizintechnik sowie der Kosmetik- und Freizeitindustrie.
Bundesfachverband Besonnung e. V. (BfB)
Talblick 24
77960 Seelbach
Telefon: 07823 - 96 29 14
Telefax: 07823 - 96 29 15
www.bundesfachverband-besonnung.de
NEU ab Oktober: Rezertifizierung auch in digitaler Form als Livestream möglich digital vor Ort
n Erstzertifizierung und Rezertifizierung
n nebenberuflich mit nur 1 Tag Präsenzphase
n Prüfung direkt im Lehrgangsanschluss
n Bundesweite Lehrgangszentren
n Inhouse-Schulung möglich
BSA-Zert Zertifizierungsstelle der BSA-Akademie
UV-SCHUTZ-VERORDNUNG ERFÜLLEN!
FACHKRAFT UVSV
bsa-akademie.de/uvsv
BS A-Akademie Prävention, Fitness, Gesundheit School for Health Management
Anzeige
Martin Lange, David Matusiewicz, Oliver Walle (Hrsg.)
Praxishandbuch Betriebliches Gesundheitsmanagement
Grundlagen – Standards – Trends
79,95 €
Martin Lange, David Matusiewicz, Oliver Walle (Hrsg.)
ISBN: 978-3-648-15880-7 | Sprache: Deutsch | Hardcover
Seitenzahl: 636
»Praxishandbuch Betriebliches Gesundheitsmanagement«
Wie wird Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) in Zeiten von New Work gehandhabt? Dieses Praxishandbuch beschreibt systematisch, praxisnah und zukunftsweisend die aktuellen Entwicklungen im BGM in einer modernen Arbeitswelt. Es greift dabei die Aspekte des klassischen BGM auf und verzahnt es mit neuen Denkansätzen einer unbeständigen und komplexen Arbeitswelt.
Alterung der Belegschaft, Fachkräftemangel, steigende mentale Anforderungen sowie digitale Kompetenzen, individuelle Gesundheitskompetenzen, personelle Ressourcen und Agilität sind dabei nur einige der Herausforderungen, denen sich das BGM heute und in Zukunft stellen muss.
Mit dem „Praxishandbuch Betriebliches Gesundheitsmanagement: Grundlagen – Standards – Trends“ bieten die BGM-Experten Martin Lange, David Matusiewicz und Oliver Walle (DHfPG) einen fundierten Überblick über alle wissenschaftlichen Grundlagen und liefern Maßnahmen und Tools, um ein modernes BGM-Konzept im Unternehmen zu implementieren. Neben aktuellen Tipps zur Umsetzung enthält das neue Buch verschiedene digitale Extras zum Download (Befragungen, Checklisten, Handlungsempfehlungen und Best-Practice-Beispiele).
IN 5 MINUTEN DAS BUCH GEWINNEN!
Wie hat Ihnen unsere Ausgabe gefallen? Nehmen Sie bis zum 11. November 2022 an unserer OnlineUmfrage teil und nutzen Sie die Chance, das Buch
„Praxishandbuch Betriebliches Gesundheitsmanagement“ zu gewinnen! Zur Umfrage gelangen Sie über den nebenstehenden QR-Code oder den folgenden Link:
bit.ly/umfrage_fMi_0522
Mit Ihrer Teilnahme an dieser Umfrage tragen Sie dazu bei, die Qualität unserer Fachpublikation weiter zu steigern. fitness MANAGEMENT dankt Ihnen und freut sich, Sie bei der nächsten Ausgabe oder über unsere Online-Kanäle wieder begrüßen zu dürfen!
Verlag und Herausgeber
fitness MANAGEMENT –
Privates Institut für Prävention und Gesundheitsmanagement GmbH
Beutnerring 9 D-21077 Hamburg
Partnerschaften
Offizielles Organ des DSSV e. V. und BfB e. V., Nationaler Medienpartner von EuropeActive
Geschäftsführer
Janosch Marx, Johannes Marx
Vertrieb und Anzeigen
Refit Kamberovic, Alisha Dittmer, Cara Jedamski
Kontakt
Telefon: +49 (0) 40 / 300 945 - 0
E-Mail: info@fitnessmanagement.de
Website www.fitnessmanagement.de
Redaktionelle Mitarbeit
Dr. Joshua Berger, Patrick Berndt, Katrin Bohr, Iris Borrmann, Albert Busek, Alisha Dittmer, Antonio e Silva, Harald Gärtner, Lena Henning, Prof. Dr. Sarah Kobel, Florian Kündgen, Ferdinand Linzenich, Prof. Dr. Arne Morsch, Ronja Reuber, Andra Riehl, Carolin Schmidt, Florian Schmidt, Luca Schütt, Anke Sörensen, Prof. Dr. Marco Speicher, Jürgen Wolff, Holger Ziegert
Urheber- und Verlagsrechte
Versand
Deutschland, Österreich, Schweiz
Lieferbedingungen
Einzelheftpreis 9 EUR*
Jahresabonnement Inland 43 EUR*
Jahresabonnement Ausland 61 EUR*
*inkl. MwSt. und Versandkosten
Kündigungsfrist
1 Monat vor Ablauf des Bezugsjahres
Produktion
Prospektus Druckerei
Tartu Str. 6
H-8200 Veszprem
Registereintragung
Amtsgericht Hamburg HRB 147152
VerpackG-Registrierungsnummer DE5601912575515
ClimatePartner ID 11266-2002-1001
Lektorat
Lena Henning, Carolin Schmidt, Sophie Wild
Layout und Bildbearbeitung
Lars Marschalek, Katharina Mühlenberg, Lara-Chantal Müller, Stefanie Reifschneider
Alle in diesem Magazin veröffentlichten Beiträge sind urheberrechtlich geschützt. Das gilt auch für die veröffentlichten Anzeigen sowie redaktionellen Anzeigen (Advertorials). Kein Teil dieses Magazins darf außerhalb der engen Grenzen des Urheberrechtsgesetzes ohne schriftliche Genehmigung des Verlags in irgendeiner Form vervielfältigt, verbreitet oder öffentlich wiedergegeben oder zugänglich gemacht, in Datenbanken aufgenommen, auf elektronischen Datenträgern gespeichert oder in sonstiger Weise elektronisch vervielfältigt, verbreitet oder verwertet werden. Zuwiderhandlungen sind strafbar.
Hinweis
Namentlich gekennzeichnete Artikel sowie Beiträge, die mit dem Begriff „Anzeige“ gekennzeichnet sind, geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder.
Haftung für Internetadressen
Diese Publikation enthält Internetadressen zu externen Webseiten Dritter, auf deren Inhalte die PIPG GmbH keinen Einfluss hat. Deshalb wird für diese fremden Inhalte kein Gewähr übernommen und eine Haftung seitens der PIPG GmbH ausgeschlossen.
IMPRESSUM www.fitnessmanagement.de
fitness MANAGEMENT international 05/22 132 WISSENSCHAFT & PRAXIS | BUCHTIPP
Innovationen & neue Trends entdecken
Business meets Freizeit auf Mallorca
Mehr als 100 Hersteller vor Ort
Hochkarätige Speed-Dating-Meetings
3 Übernachtungen inkl. Vollpension
Fachvorträge & wertvolles Netzwerken
Anmeldung für Inhaber & Geschäftsführer von Fitness- und Gesundheitsanlagen: www.meet-the-top.de
Der Vertragsabschluss allein ist nicht mehr so wichtig
Viele Betreiber:innen begehen einen ganz entscheidenden Fehler: Sobald der Vertrag unterschrieben ist, flaut das Interesse an den Kund:innen ab. Das kann auf Dauer nicht geschäftsfördernd sein. Die Zahl der Interessierten in Ihrem Verbreitungsgebiet ist nicht unbegrenzt und es spricht sich schnell herum, wenn der Service offensichtlich keine entscheidende Rolle spielt. Zeigen Sie Ihren Studiomitgliedern also, dass Sie nicht an deren Geld, sondern an einer lang andauernden Partnerschaft interessiert sind.
Haben Kund:innen neue Bedürfnisse, dann erfüllen Sie diese. Sind keine neuen Ansprüche vorhanden, dann wecken Sie welche. So werden Sie auch dann Ihre Kund:innen behalten, wenn diese von Konkurrenzstudios abgewandert sind oder wenn Konkurrenzanlagen versuchen sollten, Ihre Kund:innen abzuwerben.
Was sind die Bedürfnisse der Kundschaft?
Interessent:innen, die Ihr Fitnessstudio zum ersten Mal besuchen, haben sehr persönliche Bedürfnisse. Daher ist es wichtig, sich unbedingt mit folgenden Fragen auseinanderzusetzen:
• Was sind die Trainingsziele?
• Möchte allein oder in der Gruppe trainiert werden?
• An welchen Wochentagen möchten die Kund:innen ins Studio kommen?
Das Trainingsziel ist sehr wichtig, denn damit können Sie eine persönliche Trainingsstrategie planen. Kund:innen lieben eine individuelle „Trainingsroadmap“. Viele möchten in einer Gruppe trainieren, andere favorisieren ein Einzeltraining. Von Vorteil ist es, beide Trainingsmöglichkeiten anzubieten.
Ich habe früher zwei Mal pro Woche Trainingsgruppen von jeweils acht Teilnehmer:innen auf der Gerätefläche angeleitet. Diese Gruppenstunden waren regelmäßig ausgebucht. Geleitet wurden sie von den Fitnesstrainer:innen, die gerade Dienst auf der Trainingsfläche hatten.
Antonio e Silva Experte für Gesundheitswirtschaft und Fitnessstudiomarketing
Erstellen Sie zusätzlich ein Konzept für Trainingsgruppen. Vergessen Sie nicht: Ihre Konkurrenz vor Ort bietet derartige Trainingsformen nicht. Ich
habe gezielt Werbung für diese Kund:innengruppen mit dem Slogan: „Bei uns trainieren Sie nicht allein“, eingesetzt.
Jede:r von uns unterliegt einer individuellen Wochengestaltung. Zahlreiche Statistiken zeigen, dass die Kund:innen, die am häufigsten gekündigt haben, am ehesten denjenigen Mitgliedern zuzuordnen waren, die keinen festen Trainingstag hatten. Daraus resultierte, dass bei festgelegten Trainingstagen – insbesondere im Bereich der Grurppenfitness – die Ausfallquote sehr gering war.
Messen Sie regelmäßig die Zufriedenheit
Der „Gradmesser für Kund:innenzufriedenheit“ beinhaltet eine Umfrage, die pro Quartal für die Dauer von 30 Tagen durchgeführt wird. Beim Check-in wird den Mitgliedern eine Karte überreicht, auf der sie anonym folgende Bereiche mittels einer Skala von 1 bis 6 beurteilen können:
• Sauberkeit in den Umkleiden
• Trainingsbetreuung
• Gymnastikangebot
• Service im Rezeptionsbereich
Zwei weitere Felder sollten den Mitgliedern die Möglichkeit für Lob bzw. Verbesserungsvorschläge bieten. Präsentieren Sie die daraus erstellte Statistik Ihrem Team und diskutieren Sie die Verbesserungskonzepte.
Entwickeln Sie eine kundschaftsorientierte Kultur
Erfolgreiche Unternehmen profitieren von einer Erfolgsphilosophie, die da lautet: „Customer first – die Kund:innen stehen an erster Stelle“. Sie (und Ihr Team) sollten sich die Fragen stellen:
„Wie kann ich meine Angebote in der Form optimieren, dass sie von allen mit Begeisterung angenommen werden? Was macht Kund:innen glücklich?“ Die Auswertung der Antworten gibt Aufschluss über vielfältige, häufig bestehende Missverständnisse.
Lösungsträger lassen sich wie folgt manifestieren:
• Beteiligen Sie Ihre Kund:innen an der Community
• Feiern Sie den Trainingserfolg Ihrer Kund:innen
• Pflegen und/oder ersetzen Sie Ihre Fitnessgeräte
• Wenn Sie einen Fehler machen, entschuldigen Sie sich
• Seien Sie ein:e kreative:r Problemlöser:in
Fotos: peopleimages.com –stock.adobe.com | Volker Beushausen fitness MANAGEMENT international 05/22 134 WISSENSCHAFT & PRAXIS | KOLUMNE
BSA-Akademie
Prävention, Fitness, Gesundheit
School for Health Management
BILDUNG SCHAFFT AUFSTIEG
DAS ORIGINAL
40 Jahre Branchenerfahrung
84 nebenberufliche Qualifikationen
11 Fachbereiche
> 250.000 Teilnehmende seit Gründung
WIR SETZEN QUALITÄTSSTANDARDS.
bsa-akademie.de/fmi
Wenn man dieses Jahr etwas nicht verpassen sollte, dann ist es der KRAFTFREITAG im Headquarter von gym80. Die KING OF MACHINES geben wieder einmal Vollgas!
Jetzt anmelden unter www.gym80.de/kraftfreitag oder den QR-Code scannen und erfahren, warum Du auf jeden Fall dabei sein solltest!
KRAFT FREITAG www.gym80.de jetzt noch schnell anmelden! 14.10.2022 12 - 17 Uhr + stay for drinks & more