Skip to main content

fitness MANAGEMENT international 03/21 (Vollversion)

Page 1

3/2021

Juni/Juli

Nr. 155

EUR 9/12 (D/INT)

C 31071

MAXIMALE FLEXIBILITÄT UND OPTIMALE KOSTENKONTROLLE

Restart: Darauf kommt es jetzt an Worauf Betreiber und Trainer bei der Rückkehr der Mitglieder achten sollten

Studios im digitalen Wandel Planung, Umsetzung und Perspektiven der Digitalisierung in der Praxis

DSSV: starker Partner in der Krise Was hat der DSSV in der Corona-Pandemie für seine Mitglieder geleistet?

www.fitnessmanagement.de


EDITORIAL

Paradigmenwechsel

W

ürde man die rund 10.000 Studioleiter und -inhaber ganz allgemein fragen, welche Bedeutung Fitness- und Gesundheitsanlagen haben, würde man aller Voraussicht nach eher homogene Antworten erhalten. Würde die gleiche Frage an zehn Millionen Mitglieder gestellt, wäre die Antwort vermutlich auch hier größtenteils deckungsgleich. Würden jedoch unsere politischen Vertreter bzw. unsere Regierung dazu befragt, wären die Antworten heterogener wie sie kaum sein könnten – leider. Wie gehen wir mit dieser Erkenntnis um? Wir könnten uns weiter über Vergleiche wie bspw. „Gartenarbeit als Ersatz für Fitness“ aufregen. Meines Erachtens ist das jedoch vertane Zeit. Viel wichtiger ist es, von der emotionalen auf die sachliche Ebene zurückzufinden und zu verstehen, warum solch unterschiedliche Auffassungen existieren. Offensichtlich gibt es Personengruppen unter unseren Politikern, die noch nie eine Fitness- oder Gesundheitsanlage betreten haben. Das ist ärgerlich und stellt uns vor die Herausforderung, Aufklärungsarbeit über den gesundheitlichen Nutzen und die präventive Bedeutung von Fitnesstraining zu leisten. Dann gibt es aber auch Politiker wie bspw. im Saarland, Hessen oder auch in einigen anderen Bundesländern, die uns als Branche verstehen und unsere Arbeit schätzen. Das ist erfreulich und gibt uns die Möglichkeit, Ansatzpunkte für einen Sinneswandel in der Politik zu identifizieren. In Summe bleibt festzuhalten, dass der lang ersehnte Paradigmenwechsel seinen Lauf nimmt – auch wenn es sich aktuell noch wie ein „längerer Spaziergang“ anfühlt. Trotz aller Euphorie war die am 23. April 2021 in Kraft getretene „Notbremse“ der Bundesregierung ein Schlag ins Gesicht für unsere Branche. Alle Schritte, die uns weiter an wirtschaftlich sinnvolle Öffnungsszenarien herangeführt haben, wurden durch die Novelle des Infektionsschutzgesetzes (IfSG) temporär rückgängig gemacht. Nichtsdestotrotz ist klar, dass Fitness- und Gesundheitsanlagen ihre Türen wieder öffnen werden, immer mehr Menschen den gesundheitlichen Wert von Fitnesstraining anerkennen und wir auch in der Politik zunehmend Verbündete finden. Die Menschen brauchen uns für ihre Fitness und Gesundheit und Sie, liebe Studiobetreiber und Fachkräfte, können diesen Bedarf bedienen. Damit Sie hierfür bestmöglich aufgestellt sind, haben wir Ihnen in dieser Ausgabe wieder praxisrelevante Inhalte in leserfreundlicher Manier aufbereitet. Unsere Redaktion hat sich mit der Frage beschäftigt, wie die Wiederbegegnung mit Ihren Mitgliedern nach Monaten der Abwesenheit bestmöglich gestaltet werden kann (S. 36). In dieser Ausgabe haben wir uns ebenfalls der Digitalisierung gewidmet, die durch die behördlich angeordneten Schließungen enorm an Bedeutung gewonnen hat. Wir freuen uns, Ihnen verschiedene Best-Practice-Beispiele präsentieren zu dürfen (S. 24). Um abschließend nochmals auf den Paradigmenwechsel zurückzukommen, möchten wir Ihnen aufzeigen, wie der Arbeitgeberverband, DSSV e. V., in der Krise agiert bzw. agiert hat, und berichten über dessen Aktivitäten sowie die dazugehörende Strategie für unsere Branche (S. 44). Seit 1984 setzt sich der Verband für mehr gesellschaftliche Akzeptanz der Fitnessbranche ein und genau dieses Ziel forciert den beschriebenen Paradigmenwechsel. Bevor Sie nun die Lektüre starten, geht nochmals meine Empfehlung an Sie: Lassen Sie den Ärger nicht die Oberhand gewinnen, sondern bereiten Sie sich gut vor und handeln Sie entsprechend professionell.

Foto: Klaudia Lech

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen viel Spaß beim Lesen und bleiben Sie zuversichtlich.

Janosch Marx Geschäftsführer fitness MANAGEMENT

03/21

fitness MANAGEMENT international

3


The leading international trade show for fitness, wellness & health Exhibition Centre Cologne


R U O Y GET W O N T E K C I T 1 2 0 2 R E B M E OGNE L O V C E O N CENTR 7 N O I – T I 4 EXHIB & G N O R Y T T S E I A C O FOR EALTHY S H

M O C . O FIB


INHALT

Stefan Lang

24

Monica Lanzendörfer

Wilhelm Schröter

Fitness- und Gesundheitsstudios im digitalen Wandel

Prof. Dr. Sarah Kobel

36

Nicolai Rolli

Patrick Berndt

Der Restart aus interdisziplinärer Sicht

INHALT

03/21

AKTUELLES

MANAGEMENT

10 16 24 32 36 40

56 MANAGEMENT Impuls: Konzepte für Outdoorfitness 64 FIBO 2021 – 4. bis 7. November in Köln 66 Aufstiegskongress 2021 70 FitnessConnected: Interview mit CEO Ralph Scholz 72 Aidoo: „Bereit für die Zukunft unserer Branche“ 74 CyberConcept: Mit CyberFitness zum digitalen Fitnessanbieter 76 miha bodytec: Existenzgründung – die Krise als Chance nutzen 78 Lowell: Liquidität professionell sichern 80 Social Media „VertikALL-IN“ – Vertikalvideos richtig nutzen! 84 Erfolgspotenzial Onboarding 88 Stellenangebot – Ihre Zukunft bei der DHfPG/BSA-Akademie

Aktuelles aus der Fitness- und Gesundheitsbranche Studio des Monats: GYM-24 by Boysen, Simmersfeld Der digitale Wandel in Fitness- und Gesundheitsstudios: Planung, Umsetzung und Perspektiven in der Praxis Interview mit Dominik Weirich, CEO von FACEFORCE Restart: Worauf Betreiber und Trainer achten sollten eFITiv lässt sich umfassend zertifizieren

DSSV

42 Eckdaten 2021: Hoffnung trotz Pandemie 44 Der DSSV ist als starker Partner für Sie da 48 Recht: Unlauterer Wettbewerb bei Werbemaßnahmen 50 Kommentar Birgit Schwarze: Die Zukunft gehört uns! 54 Neue Fördermitglieder und Mitglieder des DSSV


56

Seminare

Hygienekonzepte

Interviews

Steuerfachexperten

Forderungen

Online

Beratung Mitglieder Sachverständige Unterstützung

Wissenschaftliche Der DSSV ist als Abhandlungen starker Partner für Sie da

Studien

44

IHK DHfPG/BSA

Partnerschaften

Juristen

DEHOGA

Industrie

Verbraucherschutz Kooperationen

Umfragen

Gremien

Ministerpräsidenten/-innen

Aus-, Fort-, und Weiterbildung

Print

Medien

BMF Politik

TV

E-Mail

GKV

Radio

Meinungsbildner

Mehrwert

Prof. Dr. Arne Morsch

Aufklärung

Telefonate

Stellungnahmen

Petition

BDA

Live-Talks

Publikationen

Krankenkassen Sozialpartner

BMWi Interessenvertretung

Bundesregierung

Sport- und Gesundheitsausschüsse

Newsletter

Informationen

Social Media

Hilfsprogramme

Prof. Dr. Markus Wanjek

98

MANAGEMENT Impuls: Outdoorfitness

Gewichtsmanagement und Stoffwechselgesundheit

www.fitnessmanagement.de

FITNESS & GESUNDHEIT

WISSENSCHAFT & PRAXIS

90 Gym80 Flexx – Finanzierung und Service neu gedacht 92 EGYM: Sicherer Trainingserfolg war nie wichtiger 94 Edoardo Panatta im Interview: „Wir verlieren nie unsere DNA“ 96 milon und five: So gelingt der Trainings-Restart 98 Der vielfältige Gesundheitsnutzen von Fitnesstraining (Teil 3): Gewichtsmanagement und Stoffwechselgesundheit 102 Ernährungsmythen (Teil 9): If It Fits Your Macros 104 MetaCheck® Gen-Diät – Stoffwechseltest für den Restart 106 Vor Ort, online-live oder on demand – Die Zukunft des Gruppentrainings 110 Muskelaufbau durch Schlingentraining? 114 Angewandte Trainingswissenschaft (Teil 7): Regenerationsmanagement

116 DHfPG/BSA Aktuell: Studium – Weiterbildung – Qualität 118 Kommentar Albert Busek: YES, YOU CAN! 120 DHfPG-Science-Lab: Konzepte zur Verbesserung der Bewegungsreichweite 122 Science News: Forschungsergebnisse für die Studiopraxis 124 Personenporträt: Peter Breitfeld 126 Partnerverband BfB: Buchtipp – „Vitamin D“ 128 Buchtipp: „Der Darm trainiert mit“ 130 Kolumne Antonio e Silva: Faktoren einer erfolgreichen Preisgestaltung

achartikel der Deutsche Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement (DHfPG) F und der BSA-Akademie


AKTUELLES | ANZEIGE

Foto: DHfPG/BSA

Hinweis zu den Inhalten dieser Ausgabe der fitness MANAGEMENT international Die dargestellten Meldungen und Artikel in dieser Ausgabe der fMi wurden entsprechend des Kenntnis- und Informationsstandes zum Zeitpunkt des Redaktionsschlusses verfasst. Aufgrund der Corona-Pandemie und den damit einhergehenden Maßnahmen kann es sein, dass die dargestellten Informationen zum Erscheinungszeitpunkt der Ausgabe nicht mehr aktuell sind. Beachten Sie daher auch die Meldungen auf unserer Website. www.fitnessmanagement.de

Foto: Urban Sports Club

Sommersemester 2021 an der DHfPG Unternehmen können noch Bachelor-Studierende für das bereits gestartete Sommersemester 2021 an der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement (DHfPG) einschreiben. Die DHfPG bietet u. a. sechs duale Bachelor-Studiengänge wie den B. Sc. Sport-/Gesundheitsinformatik und den B. A. Fitnesstraining. Das duale Studiensystem der DHfPG vereint ein Fernstudium mit kompakten Lehrveranstaltungen vor Ort oder digital und eine betriebliche Tätigkeit. www.dhfpg.de/anmeldung

Foto: Kiattisak – stock.adobe.com

gym80: neue Gebietsaufteilung im Nordosten

Studie zeigt: Fitness schützt vor schweren Verläufen

Das Außendienstteam des Geräteherstellers gym80 stellt sich ab Mai 2021 neu auf. Der langjährige Mitarbeiter Franco Schmidt wendet sich neuen beruflichen Herausforderungen zu und hat das Gelsenkirchener Unternehmen zum 30. April 2021 verlassen. Sven Lindau, langjähriger Außendienstmitarbeiter für das Vertriebsgebiet Ost, wird infolgedessen das Vertriebsgebiet Nord übernehmen. Ab Mai 2021 betreut er die Postleitzahlbereiche 20 bis 29 und 17 bis 19.

Regelmäßige körperliche Aktivität beugt einem schweren COVID-19Verlauf vor und reduziert die Sterblichkeitsrate deutlich: Das belegen Forscher aus den USA. Laut den Forschungsergebnissen wiesen körperlich Inaktive ein um knapp 2,5-fach erhöhtes Sterblichkeitsrisiko an bzw. mit COVID-19 auf und mussten auch mehr als doppelt so häufig ins Krankenhaus eingewiesen und überproportional häufig intensivmedizinisch betreut werden.

bit.ly/gym80-neuer-vertrieb

bit.ly/risiko-bewegungsmangel

Foto: Deloitte Touche Tohmatsu Limited

Pandemie stoppt jahrelangen Aufwärtstrend Die Entwicklung des deutschen Fitnessmarkts war in den vergangenen Jahren eine Geschichte beständigen Wachstums. Laut der 18. Auflage der Studie „Der deutsche Fitnessmarkt“ des Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmen Deloitte ließen die pandemiebedingten Schließungen u. a. die Umsätze der deutschen Fitnessbranche in 2020 um 24,5 Prozent auf 4,16 Milliarden Euro sinken. Diese Rückgänge betreffen alle Betriebsarten in ähnlichem Ausmaß. bit.ly/deloitte-studie

10

fitness MANAGEMENT international

03/21


AKTUELLES | ANZEIGE

Foto: DHfPG/BSA

Foto: LIGHTFIELD STUDIOS – stock.adobe.com

Förderungsmöglichkeiten für BSA-Lehrgänge

Online-Einweisung in DSSV-Gesundheitsprogramme

Für mehr als 70 staatlich geprüfte und zugelassene nebenberufliche Qualifikationen der BSA-Akademie stehen zahlreiche Fördermöglichkeiten zur Verfügung. Teilnehmende und Unternehmen können u. a. von einer Förderung durch die Bundesagentur für Arbeit profitieren. Betriebe, die ihre Beschäftigten in Kurzarbeit weiterbilden, können bis zu 100 Prozent Unterstützung erhalten. Das BSA-Service-Center berät Sie gern unter Tel.: +49 681 6855 143. Weitere Infos unter:

Nutzen Sie die kostenlosen und fertig ausgearbeiteten Präventionsprogramme des DSSV. Zugelassen zur Schulung am 10. Juni 2021 sind neben Kursleitern aus Mitgliedsunternehmen mit stl. anerkanntem Berufs- bzw. Studienabschluss im Bereich Bewegung auch „Lehrer für Prävention und Gesundheitsförderung“ mit BSA-Lehrgangsanmeldung vor dem 31. Dezember 2015, bei denen die Einweisung in die DSSV-Gesundheitsprogramme nicht Bestandteil des Lehrgangs war.

www.bsa-akademie.de/foerderung

www.dssv.de/gesundheitsprogramme

Foto: Matej Kastelic/Shutterstock.com

Fotos: PRIME TIME fitness

Sibec Europe 2021 parallel zur FIBO in Köln

Corona-Testzentren von PRIME TIME fitness

Zum ersten Mal wird die Sibec Europe – nach eigenen Angaben führende Hosted-Buyer-Veranstaltung für Lieferanten und Betreiber – durch die Kooperation von FIBO, EuropeActive und Questex/Sibec Teil des umfangreichen Angebots rund um die FIBO vom 4. bis 7. November 2021 in Köln. Gemeinsames Ziel sei es, pandemiebedingte Hürden für die Fitnessbranche abzubauen und unter anderem das Reisen in diesem Übergangsjahr wieder einfacher zu machen.

Während der Pandemie neue Wege gehen – nach dieser Devise bleibt PRIME TIME fitness im Markt aktiv. So betreibt Henrik Gockel, Inhaber von PRIME TIME fitness und Dozent an der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement (DHfPG), neben den Premiumclubs seit Dezember 2020 auch Corona-Testzentren. Im Interview mit fM ONLINE erläutert er seine Beweggründe hierfür und erklärt, warum auch sie als Kontaktpunkte zu potenziellen Mitgliedern dienen.

bit.ly/sibec-europe-fibo

bit.ly/testzentren-prime-time-fitness

Foto: Yakobchuk Olena – stock.adobe.com

Foto: r-biopharm

Training auf Rezept statt immer nur Tabletten

Coronavirus-Antigen-Schnelltest von CoGAP

Das National Institute for Health and Care Excellence (NICE) appelliert in seinem neu aufgelegten Positionspapier für ein Umdenken im Rahmen der chronischen Schmerztherapie. Regelmäßige Bewegung und gezieltes Fitnesstraining können in vielen Fällen die Schmerzen effektiv lindern. Entsprechende Bewegungsangebote sollen künftig auf individueller Basis verschrieben werden und so eine Alternative zum übereiligen Griff in den Medikamentenschrank darstellen.

DSSV-Fördermitglied CoGAP leistet einen Beitrag zur Pandemiebekämpfung und bietet seit dem letzten Jahr einen Corona-Antigen-Schnelltest an, der u. a. durch die Charité Berlin und das RKI empfohlen wird. Der RIDA®QUICK SARS-CoV-2 Antigen-Schnelltest des deutschen Herstellers R-Biopharm liefert innerhalb von nur 20 Minuten zuverlässige Testergebnisse und wird mit allen zur Testdurchführung benötigten Materialien geliefert.

bit.ly/painkiller-fitness

bit.ly/schnelltest-cogap

12

fitness MANAGEMENT international

03/21


AKTUELLES | ANZEIGE

Foto: goldsgym.com

Gold's Gym eröffnet in Berlin

Stellenangebote kostenfrei veröffentlichen

Mit der Eröffnung im Berliner Stadtteil Spandau bringt die RSG Group die Kultmarke Gold’s Gym nach Deutschland. Als das „Mekka“ von Fitness und Bodybuilding soll das erste Gold’s Gym Studio Sportbegeisterte aus ganz Europa anziehen. Ein Fokus dabei: CO₂- und Klimaneutralität. Die 5.200 Quadratmeter große Anlage des Gold's Gym Campus Europe wird sowohl CO₂- als auch klimaneutral betrieben und ist damit nach eigenen Angaben „The World's Greenest Gym“.

Die kostenfreie Online-Jobbörse www.aufstiegsjobs.de der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement und der BSA-Akademie bietet Unternehmen des Zukunftsmarktes Prävention, Gesundheit, Fitness, Sport und Informatik die Möglichkeit, passende Studierende zu finden. Arbeitgeber können Stellenangebote kostenfrei über www.aufstiegsjobs.de veröffentlichen. Diese sind für Jobsuchende frei zugänglich und werden über die Website verbreitet.

bit.ly/golds-gym-berlin

www.aufstiegsjobs.de

Foto: motortion – stock.adobe.com

Foto: FACEFORCE GmbH

Alarmierende Zahlen für die Volksgesundheit

FACEFORCE und InBody intensivieren Zusammenarbeit

Bewegungsmangel ist im Lockdown weiter auf dem Vormarsch. Laut einer aktuellen Studie ist körperliche Inaktivität ein häufig vernachlässigter „globaler Killer“, auf den jährlich rund acht Prozent aller weltweiten Todesfälle zurückgehen. Erwiesenermaßen begünstigt Bewegungsmangel zudem zahlreiche Zivilisationskrankheiten (Herz-KreislaufErkrankungen, Krebsleiden, etc.) und zieht somit weitere Todesfälle und immense Kosten für die Gesundheitssysteme nach sich.

Das Marketingunternehmen FACEFORCE um Dominik Weirich und Pascal Braun startet gemeinsam mit InBody eine Kampagne zur Wiedereröffnung der Fitness- und Gesundheitsanlagen. Diese Wiedereröffnungskampagne setzt die InBody Waage als Wiedereinstiegstool in Szene. Studiobetreiber können dadurch profitieren, da sowohl bestehende Mitglieder als auch Interessenten angesprochen werden.

bit.ly/gesundheitsrisiko-bewegungsmangel

bit.ly/faceforce-inbody

Foto: ICG

Foto: qualitrain GmbH

Indoor Cycling Group als digitaler Fitnesscoach

Exklusive Partner: Lifesum und qualitrain

Die ICG® App ist der perfekte Begleiter für Indoor-Cycling-Begeisterte. Neben dem Speichern der Trainingsdaten bietet die neue App der Indoor Cycling Group weitere Vorteile. Basierend auf dem Coach By Color-Farbsystem enthält die App mehr als 50 verschiedene Workouts. Trainingseinsteiger und fortgeschrittene Trainierende können gemäß der jeweiligen Trainingsziele zwischen den Workoutkategorien „Get Stronger“, „Get Fitter“, „Get Powerful“ oder „Get Faster“ wählen.

Lifesum, Anbieter der gleichnamigen Ernährungs-App, und das deutsche Firmenfitnessunternehmen qualitrain arbeiten als Partner im Bereich gesunde Ernährung zusammen. Somit können die deutschlandweit über 80.000 qualitrain Mitglieder ab sofort auf das Ernährungsprogramm zugreifen, das ihnen dabei hilft, ihr Wohlbefinden durch eine ausgewogene Ernährung zu verbessern. Durch die Partnerschaft baut qualitrain sein Angebot für die Nutzer weiter aus.

bit.ly/icg-app

bit.ly/lifesum-qualitrain

14

fitness MANAGEMENT international

03/21


D ER HEAT PE R FOR MANCE R O W E R WURDE G E S CH AFFE N UM DA S MAXIMUM AUS D E M TR AIN I N G H ERAUSZ UH OL E N. Modernes Design und innovative Technologie sprechen ambitionierte Sportler an und helfen ihnen dabei Grenzen zu überwinden.

FÜR MEHR INFORMATIONEN BITTE QR-CODE SCANNEN


AKTUELLES | STUDIO DES MONATS

GYM-24 by Boysen, Simmersfeld

„Leuchtturm“ im Schwarzwald Text: Jürgen Wolff

16

fitness MANAGEMENT international

03/21

Foto: Felix Zeiffer / GYM-24 GmbH

Marc King und Frank Luz, Inhaber von fünf GYM-24-Studios, verfügen über viele Jahre Erfahrung in der Kooperation mit mittelständischen Betrieben – vor allem als Entwickler für passgenaues Betriebliches Gesundheitsmanagement. Für den schwäbischen Automobilzulieferer Boysen haben sie im Nordschwarzwald ein Studiokonzept umgesetzt, das in puncto Raumplanung, Studiodesign, Ausstattung, Trainingsvielfalt und Kooperation mit der Wirtschaft Modellcharakter hat.


D

er beschauliche Luftkurort Simmersfeld hat rund 2.100 Einwohner und liegt im nördlichen Schwarzwald. Auf dem Hochplateau zwischen den Tälern der Flüsse Enz und Nagold reichen die Wälder bis an den Ort heran. Auf den ersten Blick vermutet man nicht, dass hier ein weltweit agierendes Unternehmen produziert und ebenso wenig, dass zwei erfahrene Studiobetreiber für das Unternehmen hier eine Fitness- und Gesundheitsanlage entwickeln, die sich eindrucksvoll als Leuchtturmprojekt für mehrere branchenrelevante Bereiche präsentiert. Das Konzept für das GYM-24 by Boysen stammt von Frank Luz und Marc King, den Geschäftsführern von bisher fünf GYM-24Studios. „Wir haben dieses Studiokonzept für die Firma Boysen entwickelt“, schildert Frank Luz. „Der Auftrag war, ein möglichst perfektes und umfassendes Angebot für die Mitarbeiter in den Bereichen Fitness und Gesundheit zu entwerfen. Die Herausforderung dabei war, dieses Fitnessangebot auf einer begrenzten Fläche zu schaffen.“

Aus der Region, für die Region Gut 70 Kilometer entfernt von der Automobilregion Stuttgart ist Simmersfeld ein Standort der Firma Boysen, einem weltweit führenden Unternehmen für Abgas- und Schalldämpfertechnik. Der Stammsitz der Firma liegt im benachbarten Landkreis Altensteig. Seit 2001 wird der Standort Simmersfeld kontinuierlich ausgebaut. Im Rahmen der bis dato letzten Vergrößerung in 2017 plante die Unternehmensleitung von Anfang an ein Fitnessund Gesundheitsangebot für die Mitarbeiter mit ein.

io ud St

des Mon at s

GYM-24 Simmersfeld

Juni

03/21

fitness MANAGEMENT international

„Wir haben gehört, dass die Firma Boysen ein betriebseigenes Fitness- und Gesundheitsstudio plant und für die Planung, Umsetzung und den anschließenden Betrieb einen Partner sucht. Für dieses Projekt haben wir uns beworben – wie andere Branchenfirmen auch“, berichtet Frank Luz. „Wir waren etwas überrascht, dass die Geschäftsleitung uns schon kannte. Hilfreich war mit Sicherheit, dass wir in der Gegend bereits einige größere Firmen – zum Teil mit mehreren hundert Mitarbeitern – mit unserem selbst entwickelten BGM-Konzept betreuen.“

2021

17


AKTUELLES | STUDIO DES MONATS

Fitness der Mitarbeiter? Chefsache! Das GYM-24 by Boysen war auch nicht das erste Firmenstudiokonzept, das Marc King und Frank Luz entwickelt haben. Frühere Projekte entpuppten sich aber manchmal als zäher Prozess, weil die beiden hauptsächlich mit zugeteilten Sachbearbeitern zu tun hatten. Jeder größere Schritt brauchte dann Abstimmungsrunden im Unternehmen. Bei Boysen in Simmersfeld war das anders. „Schon in den ersten Gesprächen haben wir festgestellt, dass bei Boysen Qualität und Effizienz eine sehr große Rolle spielen. Wir wurden ab der Rohbauerichtung involviert, erstellten die Raumplanungen und waren an den Jour fixes mit den Ingenieurbüros und Architekten, mit denen wir dann auch den Technikausbau planten, beteiligt“, so Frank Luz über die Zusammenarbeit. „Bei Boysen hatten wir keinen Sachbearbeiter als Ansprechpartner, sondern der Geschäftsführer Rolf Geisel selbst ließ sich immer wieder auf den neuesten Stand bringen. Man merkte, dass es ihm bei den Themen Fitness und Gesundheit für seine Mitarbeiter nicht ums Prestige ging. Es war ihm wichtig, dass alle Maßnahmen zielführend sind und in bestmöglicher Qualität umgesetzt werden. Herr Geisel hat sich sogar mit der Geräteausstattung auseinandergesetzt und auch gefragt, aus welchen Gründen welche Geräte gewählt wurden. Herr Geisel ist ein Mann, der sehr deutlich kommuniziert, was er erwartet und ebenso deutlich klarstellt, wenn ihm etwas nicht gefällt. Das hat dieses Projekt sehr anspruchsvoll gemacht, aber auch sehr einfach, weil die Entscheidungswege sehr kurz waren.“

Die Expertise in BGM und Studiokonzeption BAK Boysen Abgaskomponenten GmbH & Co. KG. Boysen ist Spezialist für Abgastechnik, der an weltweit 23 Standorten aktuell rund 5.000 Mitarbeiter beschäftigt. Der Standort BAK in Simmersfeld ist nach neuesten prozesstechnischen und logistischen Erkenntnissen konzipiert und auf die hochflexible Fertigung von Komponenten und kompletten Abgassystemen für Pkw, Nutzfahrzeuge und Off-Highway-Anwendungen ausgelegt. Darüber hinaus konzentriert man sich am Standort auf die Fertigung von Strukturbauteilen für E-Fahrzeuge. Seit dem Produktionsstart im Jahr 2001 wurde der Standort kontinuierlich erweitert – zuletzt 2017 mit dem Neubau des bislang größten Produktionswerks BAK II im Zuge eines Großauftrags von Daimler Trucks. www.boysen-online.de

Frank Luz hat selbst bis vor einigen Jahren als Wirtschaftsingenieur bei Daimler gearbeitet. Dort hatte er viel mit dem Gesundheitsbereich und dem Betrieblichen Gesundheitsmanagement (BGM) zu tun. „Ich hatte die Möglichkeit, sehr genau zu analysieren, wie BGM in so einem Konzern umgesetzt wird, was dort in Perfektion optimiert wird, aber auch, wo es Verbesserungsbedarf gibt. Kleinere Firmen haben nicht die Kapazitäten, ihren Mitarbeitern Ähnliches zu bieten. So begannen wir, über Jahre ein sehr erfolgreiches BGM-Konzept selbst zu entwickeln“, schildert Frank Luz seine Entwicklung als BGM-Experte. „Mit der Zeit wurden die Firmen, die wir betreuten, größer und auch wir haben dazugelernt. Das Ergebnis jetzt ist, dass Boysen in Simmersfeld einen Fitnessclub hat, an dem sich selbst Daimler orientieren könnte.“

Tradition trifft Moderne

Die Trainingsfläche ist auf die Bedürfnisse der Mitarbeiter der Boysen Gruppe in Simmersfeld zugeschnitten und volldigitalisiert. EGYM Kraft- und Smart Flex Geräte, EGYM SmartCardio-fähige Geräte mit TV- und Internetanbindung, die medi-

18

fitness MANAGEMENT international

03/21

Fotos: Felix Zeiffer / GYM-24 GmbH

Frank Luz und Marc King ist es in Zusammenarbeit mit dem Innenarchitekten Dustin Kuhl im GYM-24 by Boysen gelungen, die Tradition des Standortes mit modernster Studiotechnik optimal zu kombinieren. Das Ambiente des Studios wird vom Schwarzwald bestimmt: Holz, Naturstein und weitere natürliche Materialien werden in den Räumen mit Schwarzwaldmotiven auf deckenhohen Fotoinstallationen kombiniert und stilvoll durch Beleuchtung in Szene gesetzt. Das Design ist dezent und edel; die Trainierenden sollen sich hier wie zu Hause fühlen.


zinische Körperanalyse von seca sowie individuelle Trainingssteuerung und -planung per App gewährleisten sicheres und effektives Training, das vollständig dokumentiert werden kann.

Das Label GYM-24 Alle Clubs von Marc King und Frank Luz tragen das Label GYM-24, auch das Studio der Firma Boysen in Simmersfeld. „Als wir bei der Geschäftsleitung die Abschlusspräsentation des Projektes durchführten, war noch eine Frage offen: Wie lautet der Name des Studios? Der Geschäftsführer, Herr Geisel, sagte nur einen Satz: ‚Das Studio heißt GYM-24‘. Wir nehmen das als Bestätigung unserer Arbeit und haben uns sehr darüber gefreut“, sagt Frank Luz. Ihre GYM-24-Clubs in Herrenberg, Wildberg-Schönbronn, Calw, Böblingen und Böblingen-Hulb sieht er „ganz klar im Premiumbereich“ positioniert. „Das GYM-24-Clubkonzept bietet im Grundsatz das komplette Spektrum des Fitness- und Gesundheitstrainings: vom klassischen Training über große Kursbereiche, Gesundheitstraining, Reha und Prävention bis hin zu Saunalandschaften von mehreren hundert Quadratmetern. Seit 2021 betreiben wir in Böblingen-Hulb auch die GYM-24 Physiotherapie.“

Premiumfitness für verschiedene Zielgruppen Bedingt durch die Zielgruppen an den jeweiligen Standorten gibt es zwischen den einzelnen GYM-24-Clubs aber auch Unterschiede in der Positionierung. Für den Standort Simmersfeld wurde die Mitarbeiterstruktur der Firma Boysen analysiert und in Gesprächen mit der Geschäftsleitung ermittelt, was für die Firma selbst wichtig ist. Anhand dieser Parameter haben Frank Luz und Marc King den Club geplant und haben auch ihr internes Qualitätsmanagement daran ausgerichtet, um auf Dauer einen hohen Standard garantieren zu können. In Simmersfeld liegen die Angebotsschwerpunkte deshalb in den Bereichen Fitness, Gesundheit, Reha und Prävention. Der Club in der Böblinger Innenstadt adressiert im Vergleich ein schwerpunktmäßig jüngeres Publikum, das in der direkten Umgebung wohnt und Wert auf „schwereres“ Training legt. Für diesen Club haben die beiden Betreiber den Fokus auf klassische Fitness, Athletik- und funktionelles Training gelegt.

Qualitätsmanagement und Digitalisierung Ein wesentlicher Faktor für das erfolgreiche Qualitätsmanagement in den GYM-24-Clubs ist die Digitalisierung, insbesondere in Simmersfeld. „Die Digitalisierung ist uns gerade an diesem Standort sehr wichtig. Das sieht man auch an der Ausstattung: Vom Zutrittssystem und den Körperanalysesystemen über den Ausdauerbereich bis zu EGYM und Smart Flex ist alles miteinander vernetzt. Das macht es uns auch möglich – natürlich unter Berücksichtigung des Datenschutzes der Firma Boysen –, zu dokumentieren, welchen Erfolg wir für die Gesundheit ihrer Mitarbeiter erzielen werden“, erklärt Frank Luz. „Das gesamte Studio ist digital gesteuert – Spinde, Saunazutritt, Massageliege oder auch die Theke. Hier braucht man weder einen Schlüssel noch Bargeld, der Mitgliedsausweis reicht vollkommen aus. Durch die Check-ins im Kursbereich sind wir sogar in der Lage, einzelne Kurse auszuwerten. Das macht es uns auch einfacher, den Club in unserem internen Qualitätsmanagement ‚sauber‘ zu monitoren und – falls nötig – nachzubessern.“ 03/21

fitness MANAGEMENT international

19


AKTUELLES | STUDIO DES MONATS Der Standort in Simmersfeld ist der erste, für den Frank Luz und Marc King diesen hohen Standard der Digitalisierung realisiert haben. Der Plan, ihre eigenen Studios zeitnah auf das gleiche digitale Level zu heben, ist bereits in Arbeit.

Zielgruppengerechte Kommunikation Die Möglichkeiten der digitalen Kommunikation sehen sich die beiden Betreiber und ihr Team für jeden ihrer Clubs genau an. „Wir beobachten und analysieren den Markt genau vor dem Einsatz neuer Kommunikationskanäle oder -möglichkeiten. Dabei ist es uns besonders wichtig, dass das digitale Medium für unsere Zielgruppe relevant ist und die Art der Inhaltsvermittlung zu uns passt. Da jeder Kanal immer nur so gut ist wie sein Inhalt, konzentrieren wir uns auf die aus unserer Sicht wichtigen Kanäle und versorgen diese dafür regelmäßig mit hochwertigen Inhalten.“ GYM-24 hat für diese Aufgaben ein Team, das den Content für alle Studios je nach Plattform erstellt und aufbereitet. Dazu zählen redaktionelle Beiträge, Bilder, aber auch professionelle Videoclips, Livestreams und Storys. Genutzt wird ein SocialMedia-Management-Tool, das die Kommunikation vereinfacht. Außerdem ermöglicht es, schneller auf Kommentare und Interaktionen zu reagieren und das Nutzerverhalten auswerten zu können. Aktuell setzt das GYM-24-Team für seine externe digitale Kommunikation überwiegend auf die GYM-24-App, Facebook und Instagram. In den Clubs wird verstärkt auf Kommunikation über das Instore TV gesetzt, wo auch Beiträge von Social-Media-Kanälen automatisch eingeblendet werden.

Frank Luz

Marc King

Die Unternehmer hinter GYM-24 Frank Luz, Jahrgang 1972, ist verheiratet und hat drei Kinder. Er war viele Jahre als Wirtschaftsingenieur beim Daimler-Konzern tätig. Seit 1997 ist er in der Fitnessbranche aktiv, zunächst als Trainer. Seinen ersten Club eröffnete er 2006. Der studierte Elektroingenieur Marc King, Jahrgang 1975, ist verheiratet und hat zwei Kinder. In die Fitness- und Gesundheitsbranche stieg er 1995 als Trainer ein, 2006 folgte der Schritt zum ersten eigenen Studio. Die Philosophie der beiden GYM-24-Geschäftsführer: „Wir stehen jeden Morgen auf, um wieder ein Stück besser zu werden.“

Für das GYM-24 by Boysen, das Frank Luz und Marc King als Partner der Firma Boysen betreiben, wurde diese erfolgreiche Kommunikationsstruktur adaptiert und zielgruppengerecht angepasst.

Die Eckdaten des GYM-24 Simmersfeld Fläche des Studios gesamt: Kraftbereich: Cardiobereich: Functional-Bereich (Außenterrasse): Kursraum: Wellness: Umkleiden/Duschen: Physiotherapie: Diagnostik: Solarium:

850 m² 250 m² 85 m² 125 m² 143 m² 100 m² 100 m² 8 m² 15 m² 8 m²

Mitarbeiter 3 Vollzeitkräfte, 2 dual Studierende, 3 Aushilfen (Teilzeit) www.gym-24.de/simmersfeld

20

fitness MANAGEMENT international

03/21

Fotos: Felix Zeiffer / GYM-24 GmbH

Ausstattung Kraftbereich: Hammer Strength Cardiobereich: Precor Zirkel: EGYM Beweglichkeit: EGYM Smart Flex Diagnostik: seca SCOTFIT Functional (Außenterrasse): Massage: EQUIMED Solarium: SUNS Licht und Akustik: SOTA Technische Infrastruktur: eigenes IT-Team Verwaltung: easySolution Z-Konzept Thekenautomaten: Innendesign: Dustin Kuhl, Ausführung Famoso


AKTUELLES | FITNESS- UND GESUNDHEITSSTUDIOS IM DIGITALEN WANDEL

Planung, Umsetzung und Perspektiven

Text: Anke Sörensen und Jürgen Wolff

Die Corona-Krise hat in der Fitnessbranche als Beschleuniger der Digitalisierung gewirkt. Um den Kontakt zu den Mitgliedern auf sportlicher und emotionaler Ebene zu halten sowie perfekte Trainingsfortschritte zu erzielen und zu dokumentieren, ist die Digitale Transformation von immenser Bedeutung. Drei Studiobetreiber berichten, wie sie mit der rasanten Entwicklung umgehen und welche Perspektiven sie für ihr Unternehmen bietet.

24

fitness MANAGEMENT international

03/21

Foto: Дмитрий Киричай – stock.adobe.com

Der digitale Wandel in Fitnessund Gesundheitsstudios


I

nnerhalb eines Jahres hat die Corona-Pandemie die Fitnesslandschaft verändert. Während des ersten Lockdowns riefen Studiobetreiber und Fitnessplattformen ad hoc digitale Angebote für Training und Ernährung ins Leben, um ihren Kunden weiterhin ein umfassendes Trainingserlebnis und motivierende Betreuung bieten zu können. Online-Kurse in Form von Livestreams oder On-Demand-Videos sowie individuelle Beratungen oder Personal Trainings via Zoom oder Skype werden seitdem intensiv genutzt. Die Mitglieder empfinden sie als Mehrwert und als Teil der „neuen Normalität“. Viele Studiobetreiber haben während der langen Zeit des zweiten Lockdowns ihre digitalen Angebote weiter professionalisiert, alte Denk- und Vorgehensweisen verabschiedet und sich auf den fortlaufenden Veränderungsprozess der Digitalisierung eingelassen.

Digitale Kommunikation zur Kundenbindung Besonders hilfreich ist, dass digitale Medien schnelle zielgruppenspezifische Kommunikation ermöglichen, die die Bindung an das Studio stärkt. So kann kostengünstig eine Community aufgebaut und diese über aktuelle Entwicklungen informiert werden. Ohne E-Mails, Newsletter, WhatsApp-Gruppen und Social Media wäre es unmöglich gewesen, den Kontakt zu den Mitgliedern während der langen behördlich angeordneten Schließungen aufrechtzuhalten. Dabei haben Studiobetreiber inzwischen gelernt, dass Kommunikation keine Einbahnstraße ist, sondern darauf abzielt, Kundenbedürfnisse und -probleme abzufragen und zu erfüllen bzw. zu lösen. So bleibt der Studiobetreiber trotz der Krise relevanter Ansprechpartner und kann sich klar als Gesundheitsdienstleister positionieren.

Optimierte Prozesse Im Zuge der Digitalisierung werden die Prozesse immer weiterentwickelt. Leicht bedienbare Studio-Apps bieten inzwischen vielfältige Möglichkeiten: Der Kunde kann online eine Mitgliedschaft abschließen, Servicetermine oder Kurse buchen oder die Studioauslastung überprüfen. Vor Ort zeichnet smartes Equipment die Trainingsaktivitäten und -fortschritte auf und erstellt personalisierte Trainingspläne. Im Background sorgen Online-Meetings und -Schichtpläne für reibungslose Abläufe innerhalb des Teams. Vielen Studiobetreibern mangelt es allerdings am IT-Fachwissen, um bei der schnelllebigen technischen Entwicklung den Überblick zu behalten, welche wirtschaftlichen Investitionen auch zielführend sind. An der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement (DHfPG) werden im dualen Studiengang B. Sc. Sport-/Gesundheitsinformatik Studierende ausgebildet, die die entscheidende „Mittlerfunktion“ zwischen Fitness, Sport, Gesundheit und Informatik übernehmen und Studiobetreiber strukturiert bei den digitalen Herausforderungen unterstützen können.

Investitionen in „hybride Zukunft“ Lösungen, die noch vor einem Jahr wie Zukunftsmusik klangen, sind inzwischen gelebte Realität. Die Fitnessstudios werden die Hybridmodelle auch beibehalten, wenn sie wieder überall öffnen. Das Bedürfnis der Mitglieder, vor Ort im Stu-

03/21

fitness MANAGEMENT international

dio zu trainieren, ist weiterhin stark, wie Prof. Dr. Sarah Kobel in der dritten Erhebung der Corona-Studie der DHfPG belegt. Gleichzeitig ist der Anspruch der Mitglieder im Hinblick auf die Flexibilität des Studios gewachsen. Auf digitale Alternativ- und Zusatzangebote werden sie daher weiterhin zugreifen wollen – dabei spricht man von der 360-Grad-Betreuung.

Förderungsmöglichkeiten für Digitalisierung Um sich für die Zukunft optimal aufzustellen, ist es seit November 2020 möglich, im Rahmen der Überbrückungshilfe III Investitionen in Digitalisierung bis zu einer Höchstgrenze von 20.000 Euro fördern zu lassen. Der Förderzeitraum gilt noch bis Juni 2021. Die Ausgaben müssen nicht einmalig getätigt, sondern können auf mehrere Rechnungen verteilt werden. Wichtig dabei ist, dass ein Studiobetreiber bereits zum jetzigen Zeitpunkt Fördergelder in Anspruch nehmen und eine Leistung bezahlen kann, auch wenn diese – beispielsweise die Konzeption einer neuen Website durch eine Internetagentur – erst im Oktober erbracht wird. Der DSSV e. V. – Arbeitgeberverband deutscher Fitness- und Gesundheits-Anlagen berichtet, dass diese Förderungsmöglichkeiten sehr gut von Studiobetreibern angenommen und von den Bewilligungsstellen der Bundesländer relativ zügig ausgezahlt werden. Dazu Florian Kündgen, stellvertretender Geschäftsführer des DSSV e.V.: „Schön ist, dass es hier rein um die Digitalisierung geht. Man kann in IT-Hardware und Software, den Aufbau einer Website oder sogar in SEO-Maßnahmen investieren. Auch ein Foto- oder Videoshooting gehört dazu. Das nehmen viele Betreiber an und sind dabei sehr kreativ.“ In den FAQs des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) und des Bundesministeriums für Finanzen (BMF) werden weitere Beispiele dafür aufgelistet, was förderungswürdig ist. Die Bandbreite reicht vom Aufbau oder der Erweiterung eines Online-Shops über Eintrittskosten bei großen Plattformen, Lizenzen für Videokonferenzsysteme bis hin zu Neuinvestitionen in Social-Media-Aktivitäten und Kompetenz-Workshops für digitale Anwendungen.

So sieht die Praxis aus Wie wird die Digitalisierung im Studioalltag gelebt, welche Vorteile und Fallstricke sehen Studiobetreiber und wie wichtig sind Digital Natives im Team? Diese und viele weitere Fragen beantworten Stefan Lang, STEP Sports & Spa in Stuttgart-Vaihingen, Monica Lanzendörfer vom Fit-In-Haan und Wilhelm Schröter, elbgym GmbH in Hamburg, auf den folgenden Seiten. Auszug aus der Literaturliste Kobel, S. (2021). Auswirkungen der Corona-Krise auf das Trainingsverhalten. Follow-up Studie Februar 2021. Zugriff am 29.04.2021. Verfügbar unter https://www.fitnessmanagement.de/fileadmin/user_upload/Bilder_news/2021/03_maerz/29_bis_31/Ergebnisse_3_DHfPG_Corona_studie.pdf Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi). (2020). FAQ zur „Corona-Überbrückungshilfe III“. Zugriff am 29.04.2021. Verfügbar unter https://www.ueberbrueckungshilfe-unternehmen.de/UBH/Navigation/DE/Dokumente/FAQ/Ueberbrueckungshilfe-III/ueberbrueckungshilfe-lll.html Für eine vollständige Literaturliste kontaktieren Sie bitte presse@fitnessmanagement.de.

25


AKTUELLES | FITNESS- UND GESUNDHEITSSTUDIOS IM DIGITALEN WANDEL

Stefan Lang, STEP Sports & Spa, Stuttgart-Vaihingen

„Valide Ergebnisse aus der Praxis stoppen Vergleiche mit Gartenarbeit“

fMi: Welchen Stellenwert räumen Sie als Unternehmer der Digitalen Transformation in Ihrem Betrieb ein? Stefan Lang: Wie alle Branchen kann sich auch die Fitnessund Gesundheitsbranche einer gewissen Disruption nicht entziehen. Auch wenn unser Produkt in den Clubs primär „analog“ ist, werden sich Abläufe und Prozesse durch die Digitalisierung verändern müssen. Entsprechend verändern sich auch die Aufgaben, Positionen und Gewichtungen im Unternehmen. Haben die Auswirkungen der Corona-Pandemie diesen Stellenwert verändert? Wenn ja, inwiefern? Die Corona-Pandemie hat bei uns eher wie ein Katalysator gewirkt – Projekte, die sowieso geplant waren, haben wir beschleunigt. Dies lag zum einen daran, dass wir mehr Zeit hatten, zum anderen haben Firmen, die uns monatelang warten ließen, plötzlich innerhalb von vier Wochen die Dinge lösen können. Inwieweit ist Ihrer Einschätzung nach die Digitalisierung Ihres Unternehmens vollzogen und wie groß ist der Teil, den Sie noch vor sich sehen? Ich würde sagen, wir sind mit den aktuell verfügbaren Systemen in unserer Branche schon am Limit des Machbaren. Zwar sehe ich uns noch lange nicht am Ende, aber dazu müssten erstmal die Softwareanbieter nachziehen. Wie sind Sie bei der Planung der Digitalisierung Ihres Unternehmens vorgegangen? Im ersten Schritt habe ich mir überlegt, wo der Schuh drückt und ob das Thema mit Digitalisierung besser abgebildet werden könnte. Parallel haben wir eine Vision vom „STEP Sports der Zukunft“ geschaffen. Anschließend habe ich überprüft, was die Systeme, mit denen ich aktuell schon arbeite, im Augenblick abbilden können und was sie in der Timeline haben.

26

Nach welchen Kriterien haben Sie bei der digitalen Weiterentwicklung Ihr Budget, die Reihenfolge der und den zeitlichen Rahmen für die einzelnen Unternehmensbereiche aufgestellt? In welchen Bereichen lagen Ihre Prioritäten und warum? Priorität haben der Mehrwert für unsere Mitglieder und die Vorteile für unsere Mitarbeiter. Wir haben geschaut, was technisch möglich ist und dann geprüft, ob die Digitalisierung unsere Prozesse vereinfacht oder verbessert. Unsere Zugangskontrolle und die Spinde waren schon immer elektronisch gesteuert und seit Ende 2019 haben wir in unserem Club kein Bargeld mehr. Seit einiger Zeit arbeiten wir daran, den kompletten Betreuungsprozess digital abzubilden. Ziel dabei ist, dass auch unerfahrene Trainer oder Studierende die Betreuung ohne große Qualitätsunterschiede übernehmen können, weil sie digital geführt werden und auf die entsprechenden Daten zugreifen können. Wenn wir den gesamten Trainingsbereich von der Anamnese über die Cardiogeräte, die elektronischen Zirkel bis hin zu den Steckgewichten und auch das freie Training vernetzt haben, dann können wir nachweisen, dass wir Erfolge produzieren – und zwar subjektiv und auch objektiv. Inwieweit spielen Ihre Mitarbeiter und deren Know-how eine Rolle bei der Planung und Umsetzung der Digitalen Transformation? Die meisten meiner Mitarbeiter sind Digital Natives und dementsprechend fit in der Anwendung und Bedienung der digitalen Tools. Wenn es aber darum geht, neue Strukturen und Prozesse zu entwickeln und diese dann digital abzubilden, ist fitness MANAGEMENT international

03/21

Foto: Stefan Lang

Dann wurden die Prozesse überdacht und auf die Möglichkeiten im digitalen Prozess adaptiert, getestet und entweder übernommen oder verworfen. Es gab durchaus auch Stellen, wo wir nach einer digitalen Testphase wieder zurück zu Stift und Papier sind. Die Checkliste für den Servicebereich hat z. B. digital einfach nicht funktioniert.

Was sind aus Ihrer Sicht die wichtigsten „Knackpunkte“ und Fallstricke, wenn es um die Digitale Transformation der Studios geht? Dazu gibt es ein Zitat, das mit einem Satz den größten „Knackpunkt“ auf den Punkt bringt: „Wenn Sie einen Scheißprozess digitalisieren, dann haben Sie einen scheiß digitalen Prozess“. Sprich, einfach die bestehenden Prozesse zu digitalisieren, erspart zwar Papierkram, aber macht die Arbeit keinesfalls effizienter. Man muss jeden Prozess neu überdenken und entscheiden, ob es passt, diesen überhaupt zu digitalisieren.


Stefan Lang Der Inhaber und Geschäftsführer des STEP Sports & Spa, Stefan Lang, begann während seiner Schulzeit in der Fitnessbranche zu arbeiten, zunächst als Trainer und Servicekraft. Nach einem Studium der Versorgungs- und Umwelttechnik absolvierte er die Ausbildung zum Fitnessfachwirt IHK, mehrere ergänzende Ausbildungen, u. a. zum Heilpraktiker, sowie ein Studium zum B. A. Fitnessökonomie und arbeitete mehrere Jahre als Bereichs- und später als Clubleiter. Seit 2013 betreibt er das STEP Sports & Spa in Stuttgart-Vaihingen, das Ende 2015 als erster Club nach der DIN 33961 zertifiziert wurde. Stefan Lang ist für verschiedene Clubs und Firmen im Bereich BGM auch als freiberuflicher Berater tätig.

fundiertes IT-Know-how gefragt. Das ist ein ganz anderes Niveau. Deshalb habe ich mich entschieden, selbst noch einmal zu studieren. Ich habe mich bei der DHfPG für den dualen Studiengang B. Sc. Sport-/Gesundheitsinformatik angemeldet. Je mehr Wissen ich habe, desto effektiver kann ich mit den Geräte- und Softwareherstellern besprechen, was ich brauche. Wie haben Sie Ihre Mitarbeiter in den Transformationsprozess miteinbezogen? Die Bereichsleiter waren an der Planung der Prozesse beteiligt, da sie die Stärken und Schwächen ihrer Bereiche im Detail kennen. Anschließend war das Feedback beim „Quasi-BetaTest“ sehr wichtig, um zu sehen, ob das Ganze auch in der Praxis sinnvoll ist. Inwiefern hilft der digitale Wandel Ihnen dabei, Prozesse und Arbeitsabläufe im Studio weiter zu optimieren und Ihren Kunden noch bessere Trainingserlebnisse zu ermöglichen? Abläufe und Prozesse werden effizienter und transparenter. Dazu habe ich mit Spinden, Bargeld, etc. schon Beispiele genannt, die mir viele Stunden sinnloser Tätigkeiten ersparen. „Noch bessere Trainingserlebnisse der Kunden“ ist ein weit gefasstes Thema, das für verschiedene Kunden individuell definiert werden muss. Der eine möchte mehr Gamification, das geht mit einer erweiterten Digitalisierung hervorragend. Ebenso ist das einfache Tracken des Trainings und teilweise auch der Fortschritte möglich. Andere Kunden wollen keine Digitalisierung – entweder sind sie schon älter oder sie haben den ganzen Tag damit zu tun und wollen beim Sport ihre Ruhe davor haben. Trotzdem ist für diese Kunden Digitalisierung wichtig – allerdings eher für die Prozesse der Betreuung im Hintergrund, von denen die Kunden nichts mitbekommen, sondern sie dann in einer besseren Ansprache und Betreuungsqualität wahrnehmen. Wie profitieren Sie, Ihre Mitarbeiter und Kunden von den Digitalisierungsmaßnahmen im Unternehmen? Welche Veränderungen haben sich in der Zusammenarbeit und in der Betreuung der Kunden entwickelt? 03/21

fitness MANAGEMENT international

Wir profitieren von einer effizienteren Möglichkeit zu arbeiten – und das von überall. Langwierige Prozesse wurden auf ein paar Klicks heruntergebrochen und wir haben wieder mehr Zeit für das Wesentliche – die Kunden. Die Betreuungsqualität wird sich nach dem Lockdown nochmals deutlich verbessern, da wir sämtliche Betreuungsprozesse so digital hinterlegt haben, dass jeder auf höchstem Niveau betreut werden kann. Welche digitalen Projekte stehen aktuell bzw. in den nächsten Monaten bei Ihnen an? Ich habe in Zusammarbeit mit verschiedenen Branchenexperten ein neues Betreuungskonzept gelauncht. Um es in der Praxis optimal umzusetzen, ist die Digitalisierung ein wichtiges Element. Die digitalen Abläufe des Konzeptes funktionieren sehr zuverlässig. Das Ziel unseres Konzeptes ist es, den Kunden nicht nur ein bestmögliches Trainingserlebnis zu bieten, sondern auch messbare Erfolge nachzuweisen und diese valide zu dokumentieren. Vielleicht schaffen wir es dann irgendwann, dass wir nicht mehr mit Gartenarbeit gleichgesetzt werden, wenn wir Ergebnisse aus der Praxis vorweisen können. Aktuell ist die Herausforderung, dass die Trainer mit möglichst wenigen Fehlerquellen, alle relevanten Daten dokumentieren und wir die Ergebnisse ohne viel Aufwand in Echtzeit ablesen und präsentieren können. Inwiefern wird die Digitalisierung die Fitness- und Gesundheitsbranche aus Ihrer Sicht weiter verändern und wie bereiten Sie sich darauf vor? Generell wird die Digitalisierung viele Tätigkeiten einfacher oder sogar überflüssig machen. Die papierlose Online-Buchhaltung hilft mir z. B. enorm, Zeit zu sparen, und auch beim Steuerberater fallen weniger Stunden an. Viele Veränderungen sehen wir heute noch nicht. Ich gehe davon aus, dass Fitness überall per App verfügbar sein wird. Die Voraussetzungen für eine Premiumbetreuung im Studio werden aber immer besser. Die digitalen Tools helfen uns, dass diejenigen zuerst unsere Aufmerksamkeit bekommen, die sie am meisten brauchen.

27


AKTUELLES | FITNESS- UND GESUNDHEITSSTUDIOS IM DIGITALEN WANDEL

Monica Lanzendörfer, Fit-In-Haan

„Wir sind persönlicher, viel schneller und besser auf die Kunden abgestimmt“

fMi: Welchen Stellenwert räumen Sie als Unternehmerin der Digitalen Transformation in Ihrem Betrieb ein? Monica Lanzendörfer: Aufgrund der immer weiter fortschreitenden Entwicklung, Automatisierung und Digitalisierung vieler Prozesse hat die Digitale Transformation eine immense Bedeutung für unser Unternehmen – allein, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Unsere Branche ist stark vom Wettbewerb geprägt, da ist es einfach wichtig, zeitgemäß zu sein, alle Abläufe ständig zu optimieren und diese Entwicklung auch aktiv zu gestalten. Mit dem Ziel, die digitalen Herausforderungen bestmöglich zu meistern, habe ich im Oktober 2020 einen dual Studierenden des Studiengangs B. Sc. Sport-/Gesundheitsinformatik der DHfPG eingestellt. Er begleitet die digitale Umstellung, berät das Team und mich und ist auch dafür da, die Dinge mit einem anderen Background und entsprechend aus einem anderen Blickwinkel zu beleuchten. Haben die Auswirkungen der Corona-Pandemie diesen Stellenwert verändert? Wenn ja, inwiefern? Ja, der hohe Stellenwert, den die Digitalisierung vorher schon hatte, ist noch einmal angehoben worden. Es ist hat sich ganz klar gezeigt, welche Bedeutung die Digitale Transformation in unserer Zeit hat. Ohne die fortgeschrittene Digitalisierung im Fit-In-Haan wäre es schon im ersten Lockdown nicht möglich gewesen, die ganze Zeit mit unseren Mitgliedern in Kontakt zu bleiben, um die emotionale und sportliche Unterstützung zu bieten. Die digitalen Alternativen sind zwar nicht mit dem Training vor Ort vergleichbar, aber wir haben es im ersten Lockdown ganz gut geschafft, die Kunden bei uns zu halten, zu informieren und durch die Online-Live-Kurse zu betreuen oder ein Angebot zu schaffen.

28

Während des zweiten Lockdowns haben wir in kurzer Zeit viele Projekte umgesetzt, die vorher geplant waren. Jetzt ist man offen und die Antennen sind so scharf geschaltet, dass man schaut, wo es hingeht und wie man agiert. Sei es das Marketing, die Kommunikation mit den Mitgliedern, die Prozesse im Unternehmen oder Schulungen – ich denke, wir werden uns in ein Hybridmodell hineinbewegen. Wenn es wieder weitergeht, werden ergänzende digitale Angebote zum Standard gehören. Wie sind Sie bei der Planung der Digitalisierung Ihres Unternehmens vorgegangen? Das Wichtigste war für mich immer die Kommunikation mit unseren Mitgliedern. Während des ersten Lockdowns haben wir viel auf den Weg gebracht. Dafür haben wir sehr positives Feedback von den Mitgliedern bekommen, die sehr wertgeschätzt haben, dass wir mit unseren Angeboten für sie da waren. Jetzt, im zweiten Lockdown, haben wir unser Angebot weiter professionalisiert. Wir haben z. B. unsere eigene Studio-App, produzieren für unsere Social-Media-Kanäle viel mehr Content und haben unsere Leistungen so generell besser sichtbar gemacht. Nach welchen Kriterien haben Sie bei der digitalen Weiterentwicklung Ihr Budget, die Reihenfolge der und den zeitlichen Rahmen für die einzelnen Unternehmensbereiche aufgestellt? In welchen Bereichen lagen Ihre Prioritäten und warum? Der erste Bereich war die Kommunikation, danach kamen die Verwaltung und die Abläufe im Studio. Die Abläufe sind eng mit der Kommunikation verzahnt, weil wir auch eine gewisse Tiefe abbilden müssen, z. B. in Form unseres digitalen Trainingsplans, auf den die Mitglieder zu Hause zugreifen. fitness MANAGEMENT international

03/21

Foto: privat

Weil die Pandemie und der zweite Lockdown schon so lange dauern, waren wir dazu gezwungen, das digitale Angebot für unsere Kunden weiter zu professionalisieren. Wir wären ohne die Notwendigkeit zu reagieren heute noch nicht so weit – natürlich hatten wir im Lockdown auch die Zeit, unsere digitalen Prozesse zu entwickeln.

Inwieweit ist Ihrer Einschätzung nach die Digitalisierung Ihres Unternehmens vollzogen und wie groß ist der Teil, den Sie noch vor sich sehen? Dadurch, dass unsere Branche sich weiterhin im Wandel befindet und wir in der momentanen Phase noch gar nicht wissen, wie es nach der Pandemie sein wird – wir können bisher ja nur vermuten –, muss man einfach am Ball bleiben.


Monica Lanzendörfer Die passionierte Triathletin Monica Lanzendörfer betreibt das Premium-Gesundheitsstudio Fit-In-Haan. Sie ist seit über 35 Jahren in der Branche tätig, seit 1999 Referentin der BSAAkademie und seit 2002 auch Dozentin an der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement (DHfPG).

Was sind aus Ihrer Sicht die wichtigsten „Knackpunkte“ und Fallstricke, wenn es um die Digitale Transformation der Studios geht? Ein „Knackpunkt“ ist, dass der Content, den wir produzieren, auf die Mitglieder zugeschnitten sein muss. Das erfordert Aufwand und eine besondere Planung. Wir haben ja unter unseren Mitgliedern eine gewisse Bandbreite abzudecken: vom Teenager im Jugendfitnessclub bis zum Senior, der digital nicht gut aufgestellt ist. Für diese Bandbreite müssen wir unsere digitalen Angebote in einer guten Qualität präsentieren, wenn wir unsere Mitglieder abholen wollen.

Inwiefern hilft der digitale Wandel Ihnen dabei, Prozesse und Arbeitsabläufe im Studio weiter zu optimieren und Ihren Kunden noch bessere Trainingserlebnisse zu ermöglichen? Ich glaube, wir sind persönlicher in der Kommunikation, viel schneller, noch besser auf die Kunden abgestimmt und wenn nötig, leisten wir auch Unterstützung bei der Nutzung – insbesondere für unsere älteren Mitglieder. Dadurch, dass wir sie an die Hand nehmen und sie bei ihrem persönlichen Einstieg in die Digitalisierung begleiten, haben gerade die Älteren einen echten Mehrwert im Leben, weit über ihre Mitgliedschaft im Fit-In-Haan hinaus.

Dabei ist uns der gute und enge Kontakt zugutegekommen. Wir haben unsere Mitglieder schon im ersten Lockdown auch dort unterstützt, wo gar nicht unsere Kernkompetenz liegt, z. B. beim Installieren von WhatsApp und Zoom. Aber das war wichtig, damit unser Content auch alle Kunden erreicht.

Welche digitalen Projekte stehen aktuell bzw. in den nächsten Monaten bei Ihnen an? Es ist ganz wichtig, dass man die Kunden, die jetzt digital gut versorgt sind, zum Restart wieder „ins Analoge bringt“ und auch dort weiter begleitet. Ich denke, dabei werden uns die digitalen Anwendungen und Tools auch künftig eine große Hilfe sein.

Inwieweit spielen Ihre Mitarbeiter und deren Know-how eine Rolle bei der Planung und Umsetzung der Digitalen Transformation? Eine entscheidende Rolle. Wir haben als Team agiert, das hat sich wirklich bewährt. Ich kann entscheiden, was ich will; wenn meine Mitarbeiter nicht dahinter stehen und es umsetzen, funktioniert es nicht. Dadurch, dass ich einen angehenden B. Sc. Sport-/Gesundheitsinformatik eingestellt habe, ist jemand in unserem Team, der immer die Fäden in der Hand hat und sein Know-how einbringen kann – sowohl für die Planung als auch in der Umsetzung. Es ist sehr viel Input von den Mitarbeitern aus allen Bereichen – und vor allem aus ganz unterschiedlichen Generationen – in die Planung und Entscheidungen eingeflossen. Wie haben Sie Ihre Mitarbeiter in den Transformationsprozess miteinbezogen? Ich habe versucht, sowohl die Stärken als auch die Schwächen meiner Mitarbeiter zu nutzen. Die, die stark im digitalen Bereich sind, haben auch dort Aufgaben übernommen. Die Mitarbeiter, die dort nicht so stark sind, haben in anderen Bereichen gearbeitet. Sie haben z. B. Briefe an die Mitglieder geschrieben, die wir nur analog erreichen. 03/21

fitness MANAGEMENT international

Potenzial sehe ich noch bei der Verknüpfung der Software und der Apps mit dem Betreuungssystem für analoges Training und dessen Dokumentation im Studioalltag. Das muss alles Hand in Hand gehen. Inwiefern wird die Digitalisierung die Fitness- und Gesundheitsbranche aus Ihrer Sicht weiter verändern und wie bereiten Sie sich darauf vor? Der erste Lockdown war eine „Wahnsinns-Schulung“. Meine Reaktion darauf war, dass ich einen Sport- und Gesundheitsinformatiker eingestellt habe, weil ich mehr IT-Fachwissen im Team brauchte, um Prozesse und Strukturen anzupassen. Die Digitalisierung wird immer wichtiger und sie wird auch immer weiter voranschreiten. Gerade weil wir noch nicht wissen, was als nächstes kommt, müssen wir am Puls der Zeit bleiben. Deswegen ist es so wertvoll, dass wir jemanden haben, der frischen Wind reinbringt, alles im Auge hat und durch sein Fachwissen auch ganz neue Ideen einbringen kann. Diese Personalentscheidung hat sich für die Vorbereitung auf zukünftige digitale Maßnahmen jetzt schon bewährt.

29


AKTUELLES | FITNESS- UND GESUNDHEITSSTUDIOS IM DIGITALEN WANDEL

Wilhelm Schröter, Geschäftsführer ELBGYM GmbH

„Unser Trainingserlebnis bleibt analog“

fMi: Welchen Stellenwert räumen Sie als Unternehmer der Digitalen Transformation in Ihrem Betrieb ein? Wilhelm Schröter: Die Digitale Transformation beschäftigt unsere Gesellschaft im Ganzen, jetzt und auch in den kommenden Jahren. Es gibt dabei gar keine andere Möglichkeit, als dieser Entwicklung einen sehr hohen Stellenwert beizumessen. Haben die Auswirkungen der Corona-Pandemie diesen Stellenwert verändert? Wenn ja, inwiefern? Absolut. Wenn man vorher immer noch Ausflüchte gemacht hat, weswegen ein Meeting unbedingt vor Ort stattfinden musste, so überlegt man sich in Zeiten von Corona doch sehr genau, ob man tatsächlich reisen möchte oder doch lieber digital zusammenkommt. Durch Corona erfolgte hier einfach eine Entwicklung innerhalb weniger Monate, die sich ansonsten noch über mehrere Jahre hingezogen hätte. Inwieweit ist Ihrer Einschätzung nach die Digitalisierung Ihres Unternehmens vollzogen und wie groß ist der Teil, den Sie noch vor sich sehen? Unser „Geschäftsmodell am Kunden“ ist analog und die wesentlichen Prozesse im Hintergrund sind bei uns seit Längerem digital abgebildet. Allerdings nutzen wir die Zeit, um eine Vereinheitlichung der Softwareprogramme in der gesamten Life Fit Group und nicht nur bei der Marke ELBGYM zu implementieren. Das nächstgrößere Projekt, das für uns ansteht, ist der Rollout der Member- und Trainer-App. Für die technikaffinen Mitglieder schafft dies sicherlich im Hinblick auf unser Produkt einen weiteren Mehrwert. Für die anderen Mitglieder bleibt alles gleich: Eine 100 Kilogramm schwere Hantel wiegt auch weiterhin 100 Kilogramm.

30

Nach welchen Kriterien haben Sie bei der digitalen Weiterentwicklung Ihr Budget, die Reihenfolge der und den zeitlichen Rahmen für die einzelnen Unternehmensbereiche aufgestellt? In welchen Bereichen lagen Ihre Prioritäten und warum? Unser Vorteil liegt darin, dass die Digitalisierung uns lediglich in den Unterstützungsprozessen betrifft. Unser Kernprodukt ist analog und „riecht nach Schweiß“! Hier waren wir bereits sehr weit fortgeschritten, sodass wir uns eher im Bereich einer Optimierung befinden und nach und nach kleinere Projekte angehen können.Jedes Mal, wenn absehbar ist, dass der Lockdown mal wieder verlängert wird, suchen wir uns ein weiteres kleines Projekt, das wir dann umsetzen. Inwieweit spielen Ihre Mitarbeiter und deren Know-how eine Rolle bei der Planung und Umsetzung der Digitalen Transformation? Ohne die Akzeptanz der Mitarbeiter und ohne eine gewisse Inhouse-Expertise ist es sehr schwer, die Digitale Transformation umzusetzen. Glücklicherweise haben wir sehr junge Digital Natives in unseren eigenen ELBGYM Reihen und bekommen darüber hinaus auch die geballte digitale Kompetenz der Life Fit Group zur Verfügung gestellt. Wie haben Sie Ihre Mitarbeiter in den Transformationsprozess miteinbezogen? Wir interagieren sehr viel mit allen unseren Mitarbeitern und sind für Optimierungsmaßnahmen sehr empfänglich. Wenn wir unsere Prozesse oder die Software ändern, dann nehmen wir uns das Feedback unserer Mitarbeiter sehr zu Herzen und versuchen, diese Anregungen mit einfließen zu lassen. fitness MANAGEMENT international

03/21

Foto: Klaudia Lech

Was sind aus Ihrer Sicht die wichtigsten „Knackpunkte“ und Fallstricke, wenn es um die Digitale Transformation der Studios geht? Zunächst haben wir eine Bestandsaufnahme gemacht und uns im Detail angeschaut, wie unsere Geschäftsprozesse tatsäch-

lich ablaufen bzw. wo es Optionen für Optimierungsmaßnahmen gibt. Im Anschluss haben wir geprüft, ob und wie diese digital abgebildet werden sollten, damit es eine Erleichterung für die Mitarbeiter bzw. Mitglieder gibt. Danach gingen wir in die Umsetzung. Für mich ist der wichtigste Punkt, dass nicht jeder Prozess auch digital abgebildet werden muss. Wenn ich mit der Digitalisierung keine Erleichterung bzw. keine Zeit-, Kostenoder Qualitätsverbesserung erreichen kann, dann sollte ich den Prozess auch nicht krampfhaft digital abbilden wollen.


Wilhelm Schröter Nach mehreren Jahren als Unternehmensberater hat Wilhelm Schröter 2012 den Schritt in die Fitnessbranche gemacht und das erste ELBGYM Fitnessstudio in Hamburg gegründet. Nachdem ELBGYM über die Jahre auf drei Studios angewachsen war, verkaufte er die Marke 2018 an die Life Fit Group. Heute ist Wilhelm Schröter als Geschäftsführer bei der ELBGYM GmbH tätig und betreibt darüber hinaus auch weitere ELBGYM Franchises mit seinem Team in Hamburg, München und Augsburg.

Inwiefern hilft der digitale Wandel Ihnen dabei, Prozesse und Arbeitsabläufe im Studio weiter zu optimieren und Ihren Kunden noch bessere Trainingserlebnisse zu ermöglichen? Hinsichtlich der Trainingsergebnisse habe ich eine eindeutige Meinung: Wir haben ein analoges Kernprodukt. Du musst Gewichte heben, schwitzen, die Muskeln spüren, damit du Fortschritte machst. Das kann auch ein „fancy“ digitales Programm nicht für dich übernehmen. Natürlich nutzen unsere Mitglieder aktuell unsere täglichen Workouts und Trainingstipps auf den Social-Media-Seiten. Nach dem ersten Lockdown haben wir aber schnell gemerkt, dass dies eben nur ein schaler Ersatz ist. Wie profitieren Sie, Ihre Mitarbeiter und natürlich auch die Kunden von den Digitalisierungsmaßnahmen in Ihrem Unternehmen? Welche Veränderungen haben sich in der Zusam-

menarbeit und in der Betreuung der Kunden entwickelt? Wir wollen das Thema Digitalisierung nicht überbewerten: Je weniger im täglichen Betrieb über das Thema Digitalisierung gesprochen wird, desto besser ist das für uns. Unser Trainingserlebnis soll analog sein. Die Digitalisierung soll sich im Hintergrund um Nebenprozesse kümmern. Inwiefern wird die Digitalisierung die Fitness- und Gesundheitsbranche aus Ihrer Sicht weiter verändern und wie bereiten Sie sich darauf vor? Die Digitalisierung wird uns ungefähr so verändern wie das irgendwann einmal Schreibmaschinen, Taschenrechner oder elektrisches Licht getan haben: Es gibt keinen Weg daran vorbei. Allerdings hat eine Schreibmaschine auch nie eine 100Kilo-Hantel ersetzt – das wird auch die Digitalisierung nicht .

Anzeige


AKTUELLES | FITNESS- UND GESUNDHEITSSTUDIOS IM DIGITALEN WANDEL

Interview mit Dominik Weirich, CEO von FACEFORCE

„Die Digitalisierung steckt noch in den Kinderschuhen“ FACEFORCE entwickelt für die Fitness- und Gesundheitsbranche digitale Marketinglösungen – ein schnelllebiger Markt, in dem die Mitarbeiter technisch up to date sein müssen. Daher hat die Saarbrücker Agentur jetzt einen dual Studierenden eingestellt, der an der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement (DHfPG) zum Bachelor of Science Sport-/Gesundheitsinformatik (BSGI) ausgebildet wird.

fMi: Wie stellen Sie sich als Unternehmer auf den permanenten Wandel im Online-Marketing ein? Dominik Weirich: Insgesamt steckt die Digitalisierung der Fitness- und Gesundheitsanlagen, so ungern ich dieses Buzzword benutze, ja noch in den Kinderschuhen. Auch wenn man den Eindruck hat, dass vieles schon digital abläuft, sind wir erst am Anfang. Wir erleben gerade die disruptive Innovationskraft von digitalem Marketing dadurch, dass jetzt die ersten Unternehmen ihre analogen Aktivitäten stark zurückfahren. Die Corona-Pandemie verstärkt diesen Trend. Dies ist ein Punkt, an dem Innovation in den evolutionären Zyklus wechselt – also Innovation, die sich aus bestehenden technischen Infrastrukturen durch Optimierung und Neustrukturierung ableiten lässt. Daher arbeiten wir nun daran, in den evolutionären Zyklus von Innovation überzugehen.

Dominik Weirich, CEO der FACEFORCE GmbH Dominik Weirich studierte an der Universität des Saarlandes Sportwissenschaft (Diplom) mit den Schwerpunkten Trainingswissenschaft/Ökonomie/ Soziologie/Psychologie. Gemeinsam mit Pascal Braun (M. A. Prävention und Gesundheitsmanagement mit den Schwerpunkten „Marketing und Vertrieb“ sowie „Coaching“, DHfPG) gründete er FACEFORCE 2012. Das Marketingunternehmen zeichnet sich durch jahrelange Erfahrungen im Fitnessmarkt aus.

32

Sie arbeiten bei FACEFORCE aktuell mit einem BSGI-Studierenden. Welche Vorteile bringt dieser Ihrem Unternehmen? Ein BSGI-Studierender liefert für uns als digitales Unternehmen vor allem den Vorteil, dass die Ausbildung sowohl im Betrieb als auch an der DHfPG stattfindet. Das bedeutet für unsere Entwickler vor Ort natürlich eine Entlastung bei der Vermittlung von Kernkompetenzen. Und dadurch entstehen eben effizientere Abläufe im technischen Management. Wie zufrieden sind Sie mit dieser Entscheidung bis jetzt? Bisher hat sich die Theorie der verbesserten Effizienz auch in der Praxis bewiesen. Daher kann ich BSGI-Studierende jedem Unternehmen ans Herz legen, das seine digitalen Produkte weiterentwickeln und optimieren will. fitness MANAGEMENT international

03/21

Foto: FACEFORCE GmbH

Dominik Weirich arbeitet zudem als Dozent und Speaker im Bereich Online- und Social-Media-Marketing. Früher hat er Projekte im Bereich Soziologie am Sportwissenschaftlichen Institut des Saarlandes koordiniert. In Zusammenarbeit mit der Universität des Saarlandes hat er ein sportwissenschaftliches Buch publiziert.

Welche personellen Herausforderungen gehen damit einher? Welche Kompetenzen bringen Ihre Mitarbeiter mit? Die Herausforderungen beziehen sich auf die Weiterentwicklung im Sinne der Optimierung technischer Innovationen. Genau an dieser Stelle ist es notwendig, den Boden den nachkommenden Generationen zu ebnen, um bestmöglich diese evolutionären Prozesse im Sinne unserer Firmenvision zu entwickeln. Dies ist einer der Gründe, warum wir jetzt einen dual Studierenden des BSGI an der DHfPG ausbilden.


AKTUELLES | RESTART INTERDISZIPLINÄR

Der Restart aus interdisziplinärer Sicht

Worauf Betreiber und Trainer bei der Rückkehr der Mitglieder achten sollten Text: Florian Schmidt

S

eit November 2020 halten in Deutschland die behördlich angeordneten Schließungen der Fitness- und Gesundheitsanlagen weiter an. Entsprechend wird Millionen von Menschen der Zugang zu ihrem stationären Fitnesstraining im Studio verwehrt.

36

Vor diesem Hintergrund hat fitness MANAGEMENT international die folgende Frage gestellt: Auf was sollten Studiobetreiber und Trainer nach der Wiedereröffnung achten? Im Interview mit Fachexperten der DHfPG wird diese Thematik interdisziplinär beleuchtet. Die Gesprächspartner sind Prof. Dr. Sarah Kobel, Fachbereichsleitung Forschung und Entwicklung, der Diplom-Sportwissenschaftler Nicolai Rolli, Dozent des Fachbereichs Psychologie, und Patrick Berndt, M. Sc. Sportwissenschaft und Mitarbeiter des Fachbereichs Individualtraining.

fitness MANAGEMENT international

03/21

Foto: bnenin – stock.adobe.com

Aktuelle Studienergebnisse der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement (DHfPG) zeigen, dass ein Großteil der Mitglieder im vergangenen halben Jahr deutlich weniger bis gar nicht trainiert hat. Für die Betreiber bedeutet dies: Sobald die Studios wieder öffnen dürfen, kommen zehn Millionen Mitglieder zurück, die sich aufgrund des

zweiten Lockdowns veränderte Verhaltensmuster angeeignet haben sowie ein geringeres Fitnessniveau aufweisen.


fMi: Wie hat sich das Trainingsverhalten der Mitglieder durch den zweiten Lockdown und die damit einhergehenden behördlich angeordneten Schließungen der Fitness- und Gesundheitsanlagen entwickelt? Prof. Dr. Sarah Kobel: Die neueste „Corona-Studie“ der DHfPG zeigt, dass aktuell etwa jeder Dritte, genauer 34,5 Prozent, maximal einmal die Woche oder seltener trainiert, was mit Blick auf die gesundheitsprotektive Wirkung von Fitnesstraining fatal ist. Zum Vergleich: In der Zeit zwischen den Lockdowns, als die Anlagen im Sommer 2020 geöffnet waren, trainierten lediglich 14,1 Prozent derart selten.

Hat sich der physische Trainingszustand der Mitglieder, verglichen mit dem Leistungsniveau vor Beginn des zweiten Lockdowns, nachweislich verändert? In der Tat. Wir haben die Trainierenden seit Beginn der Krise immer wieder nach ihrem körperlichen Befinden befragt. Es hat sich gezeigt, dass sich mit Schließung der Anlagen das körperliche Befinden drastisch verschlechtert. Sind die Anlagen geöffnet, fühlen sich die Befragten „eher gut“. Das wirkt sich natürlich auch auf deren Leistungsfähigkeit aus.

Wie wird sich das durch die Pandemie veränderte Gesundheitsbewusstsein auf den deutschlandweiten Restart der Studios und das Trainingsverhalten auswirken? Wir sehen eine große Mehrheit der Mitglieder, die sich gern gesünder ernähren und einen gesünderen Lebensstil verfolgen möchte. Gleichzeitig zeigen unsere Ergebnisse, dass die Mitglieder die Umsetzung allein nicht schaffen. Hier ist es an den Fitness- und Gesundheitsanlagen, unterstützend einzugreifen. Der ganzheitliche Ansatz aus Fitness und Gesundheit muss und wird Einzug in das Portfolio der Anbieter halten. Fitness und ein gesunder Lebensstil gehen dabei mehr denn je Hand in Hand.

Gibt es auf Basis des aktuellen Forschungsstandes relevante Erkenntnisse bzw. Key-Learnings, auf was Trainer und Studiobetreiber nach dem Restart achten sollten? Wie geht man mit einem Mitglied um, das mehrere Monate nicht trainieren konnte? Der Lockdown wirkt sich negativ auf die Motivation und damit auch auf die Trainingshäufigkeit aus. Alternative Trainingsformen werden nur selten ausgeübt. Vor diesem Hintergrund muss man nach dem Restart bei den Mitgliedern Fingerspitzengefühl beweisen, um einer Frustration entgegenzuwirken. Vielen wird nicht klar sein, dass sie nicht dort weitermachen können, wo sie vor dem Lockdown aufgehört haben. Das muss unbedingt in der Kommunikation mit den Mitgliedern berücksichtigt werden. 03/21

fitness MANAGEMENT international

TRAININGSSLOT BUCHUNGSSYSTEM

JETZT SICHER TRAINIEREN! Zeigen Sie den Kursplan in „realtime“ und bieten Sie Kurse 24/7 an. Im Club, über die Homepage oder per App. Alle reden von Digitalisierung, wir machen sie einfach.

M.A.C. C E N T E RCOM Software für Fitness- und Wellnessclubs Gerne senden wir Ihnen Informationen zu. M.A.C. CENTERCOM GmbH Franckstraße 5 71636 Ludwigsburg Telefon 0 71 41 / 9 37 37 - 0 info@mac-centercom.de www.mac-centercom.de

SGN 2.D51.1

In Deutschland öffneten im Sommer 2020 die Fitnessstudios für einige Monate wieder. Auch im Frühjahr 2021 konnten sie in Modellregionen wie dem Saarland für kurze Zeit ihre Mitglieder empfangen. Welche Erkenntnisse lassen sich im Hinblick auf diese Wiedereröffnungen nachweisen? Wie wurde das Trainingsverhalten dadurch beeinflusst und wie haben die Mitglieder reagiert? Die DHfPG hat das Saarland-Modell im Bereich der Fitnessanlagen wissenschaftlich begleitet. Bereits in den ersten beiden Wochen nach der Wiedereröffnung der Anlagen waren sehr positive Effekte auf die mentale Gesundheit der Trainierenden festzustellen. Es zeigte sich eine regelrechte „Trainingseuphorie“. Die Mitglieder gaben an, äußerst glücklich zu sein und eine starke mentale Entlastung durch das Training zu spüren. Auch körperlich fühlten sie sich deutlich besser als im Lockdown: 94,8 Prozent der befragten Saarländer merkten eindeutig, wie gut ihnen das Training tut.


AKTUELLES | RESTART INTERDISZIPLINÄR Viele Studiobetreiber und Trainer haben ihre Mitglieder seit mehreren Monaten nicht mehr persönlich gesehen. Gibt es Aspekte, die beim ersten Wiedersehen zu beachten sind? Wie wichtig ist gerade jetzt eine empathische Kundenbeziehung und die Nähe zum Mitglied? „Wir sind für dich da und geben dir Sicherheit!“ – das sollte die zentrale Botschaft beim ersten Wiedersehen sein. Empathie bedeutet, sich in die Lage seines Gegenübers versetzen zu können. Ohne Empathie kann keine Beziehung gelingen. Mit Fragen wie „Wie fühlst du dich?“ und „Was ist dir besonders wichtig für den Wiedereinstieg“ können wir sozusagen Brücken zu unseren Mitgliedern schlagen.

fMi: Der Lockdown hinterlässt physische, aber auch psychische Spuren. Wenn wir die Verhaltensmuster betrachten, was hat sich bei den Mitgliedern in den letzten Monaten verändert? Nicolai Rolli: Vor allem bei älteren Mitgliedern haben sich Verhaltensmuster der Verunsicherung, u. a. durch die schwindende Berechenbarkeit der Welt, entwickelt. Sie haben zunehmend Angst, krank zu werden bzw. sich zu infizieren. Darüber hinaus hat das Auf-sich-allein-gestellt-Sein durch den Lockdown bei Menschen jeder Altersgruppe zu einer Verstärkung von Einsamkeit und eventuell zu einem psychischen Leere- und Sinnlosigkeitsgefühl geführt.

Auch Führungskräfte und Mitarbeiter von Fitness- und Gesundheitsanlagen leiden unter der ungewissen Situation. Wie können existenzielle Ängste und Unsicherheiten abgebaut werden und wie lässt sich das Team für den Neustart bestmöglich motivieren? Die Beziehungen zu den Mitarbeitern müssen reaktiviert bzw. wiederaufgebaut werden. Über eine verbindende Kommunikation können die Mitarbeiter ein Gefühl von „psychologischer Sicherheit“ empfinden, das heißt sie können bedenkenlos ihre Ängste und Emotionen ehrlich mitteilen. Eine gezielte Unterstützung durch die Führungskräfte – „Was brauchst du?“ – und untereinander hilft dabei, Verbundenheit im und zum Unternehmen zu fördern.

38

Ältere Mitglieder oder Mitglieder mit Vorerkrankungen könnten der Wiederaufnahme ihres Trainings kritisch gegenüberstehen. Wie kann man als Trainer, Betreuer oder Studioinhaber eventuellen Ängsten der Trainierenden vor einer Ansteckung oder verlorener Leistungsfähigkeit begegnen? Durch persönliche Kommunikation und gezielte Aufklärung fördern Trainer das Sicherheitsgefühl von ängstlichen Mitgliedern und nehmen ihnen die Angst vor einer Ansteckung. Nach-CoronaErfolgsgeschichten von anderen Trainierenden können unterstützend wirken. Die Wenn-dann-Verknüpfungen können das Sicherheitsgefühl der Mitglieder positiv beeinflussen – z. B. „Wenn ich mich sicher genug fühle, werde ich mit dem Training starten.“

fMi: Wie führt man die Mitglieder nach der langen Zwangspause wieder sicher an das Fitnesstraining im Studio heran? Welche Rolle spielt dabei der persönliche Kontakt und die Interaktion mit dem Trainer? Patrick Berndt: Beim Wiedereinstieg einfach mit dem „VorCorona-Trainingsplan“ weiterzumachen oder Belastungsumfänge und -intensitäten zu schnell zu steigern, ist nicht empfehlenswert. Nach dem Restart sollten die Mitglieder „an die Hand“ genommen werden. Die Trainer müssen ihnen mit Feingefühl vermitteln, dass für ein sicheres und langfristig effektives Training die Trainingsinhalte und -methoden an den aktuellen Leistungsstand angepasst werden müssen.

Welche Tipps bzw. Empfehlungen können Sie Trainern und Mitgliedern für den Wiedereinstieg ins Training – Gestaltung des Trainings hinsichtlich z. B. Trainingsform, Intensität, Dauer oder Frequenz – geben. Worauf sollten die Trainer bei der Beratung besonders achten? fitness MANAGEMENT international

03/21

Fotos: bnenin – stock.adobe.com | DHfPG/BSA

Es ist nachgewiesen, dass Fitnesstraining insbesondere dann effektiv ist, wenn es regelmäßig durchgeführt wird. Wie können die Betreiber und Trainer ihre Mitglieder auch psychologisch dabei unterstützen, zeitnah wieder eine Trainingsroutine aufzubauen? Was gilt es in Sachen Motivation zu beachten? Unsere Motivation entsteht durch den Sinn, den wir in unserem Training sehen, und die Zielsetzung, die wir damit verbinden. Es muss unsere Aufgabe sein, die Verantwortung der Mitglieder für sich selbst und ihre Gesundheit zu fördern. Sie in ihrem Tun, also im Training, zu bestärken und ihnen aufzuzeigen, dass sie schon einmal erfolgreich ins Training eingestiegen sind, hilft dabei.

Welchen Beitrag können qualifizierte Trainer und Mental Coaches leisten, damit die Mitglieder mental fit bleiben bzw. ihre mentale Fitness wiederherstellen können und langfristig die Resilienz gestärkt wird? Unsere Resilienz (Anm. d. Red.: psychisches Immunsystem) kann gezielt über Fokusausrichtungen gefördert werden. Sich auf positive Emotionen zu konzentrieren – „Wie können wir deine Erfahrungen aus der Lockdown-Zeit für den Wiedereinstieg nutzen?“ –, einen offenen Austausch zu fördern und kleine Trainingserfolge der Mitglieder zu feiern, sind konkrete Beiträge, die Trainer leisten können, um die psychische Gesundheit ihrer Kunden zu verbessern.


Mitglieder, die während der Zwangspause gar nicht trainiert haben, müssen zunächst allmählich wieder an höhere Belastungen herangeführt werden. Dabei sollte auf eine sinnvolle Kombination von Trainingsinhalten zur Steigerung der Kraft- sowie der Grundlagenausdauer geachtet werden, wobei in diesem Stadium beide Trainingsformen in einer Trainingseinheit kombiniert werden können. Sobald ein grundlegendes Maß an Belastbarkeit wiederhergestellt ist, können intensivere Trainingsmethoden gewählt werden. Wenn Mitglieder sich im Lockdown mit Dauerläufen und Kraftausdauertraining z. B. mit dem eigenen Körpergewicht fit gehalten haben, kann ihr Wiedereinstieg ins Training auch mit etwas höheren Belastungsintensitäten und -umfängen gestaltet werden. Je nach Zielsetzung sollten Kraft- und Ausdauertraining auf verschiedene Tage aufgeteilt werden, um die Effektivität des Trainings zu optimieren.

Gibt es spezifische Hinweise, die es beim Training mit älteren Mitgliedern oder Mitgliedern mit Vorerkrankungen zu berücksichtigen gilt? Ein gutes Vertrauensverhältnis zwischen Trainer und Trainierenden ist äußerst wertvoll, da Mitglieder mit eingeschränkter Belastbarkeit häufig unsicher sind, insbesondere nach einer aufgezwungenen Trainingspause wie dieser. Um das Vertrauen der Mitglieder zu erlangen, sollten sich die Trainer auf der fachlichen Ebene mit allen Aspekten auskennen, die im Kontext des individuellen Gesundheitszustandes beim Training zu berücksichtigen sind. Außerdem sollten die Mitglieder verstärkt auf zwischenmenschlicher Ebene Motivation und Sicherheit erfahren, damit neben den Trainingseffekten auch Spaß am Training gewährleistet ist.

Interviewpartner

Prof. Dr. Sarah Kobel Prof. Dr. Sarah Kobel promovierte am Institut für Konsum- und Verhaltensforschung an der Universität des Saarlandes.

1/3 ANZ Nicolai Rolli

Nicolai Rolli arbeitete jahrelang in personalverantwortlichen Positionen und als Geschäftsführer.

fMi: Welchen Rat können Sie Trainern und Studiobetreibern mitgeben, damit ein erfolgreicher Restart gelingt? Prof. Dr. Sarah Kobel: Auf die Trainierenden eingehen, ihre individuellen Bedürfnisse aufdecken, ihnen Ziele setzen sowie Fortschritte aufzeigen und ganz wichtig: weiter den Spaß an der Sache vermitteln! Nicolai Rolli: Den Fokus auf die Beziehung und damit auf die emotionale Verbindung zu bzw. zwischen den Mitarbeitern und Mitgliedern legen – über Empathie, also emotional die Menschen „abholen“, Mitgefühl und sehr viel Kommunikation. Die Studios sind ein wichtiger Anlaufpunkt für Menschen, die aus der Isolation bzw. der sozialen Vereinsamung sich nach Bindung und Austausch sehnen – dieses Bedürfnis sollte unbedingt berücksichtigt werden. Es geht also zukünftig noch viel mehr um die Förderung der psychischen Gesundheit in unserer täglichen Arbeit. Patrick Berndt: Kompetente, individualisierte Trainingsbetreuung erzeugt Vertrauen, Sicherheit und nachhaltige Trainingseffekte bei den Mitgliedern. Dementsprechend stellt Qualität im Training ein hervorragendes Instrument zur Kundenbindung dar.

Patrick Berndt Patrick Berndt verfügt als Athletik- und Personal Trainer sowie als trainingswissenschaftlicher Berater über umfassende Praxiserfahrung und Fachkompetenz.

www.dhfpg-bsa.de

Fazit Wenn Studiobetreiber und Trainer diese unterschiedlichen Aspekte auch über den Restart hinaus in der Praxis umsetzen und den Trainierenden eine interdisziplinäre Rundumbetreuung bieten, kann die Branche vom gestiegenen Gesundheitsbewusstsein der Bevölkerung langfristig profitieren. Kundennähe und Sicherheit sowie Vertrauen in eine professionelle Dienstleistung im Studio sind der Schlüssel, um künftig noch mehr Mitglieder für das gesundheitsorientierte Fitnesstraining zu begeistern und an das Studio zu binden.

03/21

fitness MANAGEMENT international

DSSV-Webinar mit Patrick Berndt Im Rahmen der DSSV-Webinar-Reihe spricht Patrick Berndt am Donnerstag, 10. Juni 2021, darüber, wie man mit einer optimierten Trainingsplanung Kunden nach der Wiedereröffnung gewinnen und langfristig binden kann. Weitere Infos zum Workshop unter: www.dssv.de/workshop


AKTUELLES | ZERTIFIZIERUNG

eFITiv lässt sich umfassend zertifizieren

Vertrauen der Kundinnen für Restart sichern Text: Ronja Reuber

Mario und Silvia Lutz, Inhaber der Frauenfitnessstudios eFITiv, haben sich im ersten Lockdown für einen Umbau und im zweiten für die Zertifizierung nach der DIN EN 17229 und die Hygienezertifizierung der BSA-Zert entschieden. Denn an der Situation zu verzweifeln, kam für sie nicht infrage.

D

as Frauenfitnessstudio eFITiv in Speyer und Römerberg bietet persönliche Betreuung an, vom Personal Training bis zum individuell angepassten Ernährungskonzept, und zeichnet sich durch das effektive Trainingskonzept aus – ein ca. 40-minütiges Functional Training, Cardiotraining und das five mobility Training im neuen Rücken- und Gelenkzentrum. Gerade nach der zweiten Wiedereröffnung sollte die Hochwertigkeit des Angebotes für Interessierte und Mitglieder sichtbar gemacht werden. Daher haben sich die Inhaber entschieden, ihre Studios zertifizieren zu lassen.

Dem Umbau folgten die Zertifizierungen Den ersten Lockdown nutzten die Inhaber für bauliche Maßnahmen. „Als wir im November mit dem Bau der Empore im Studio in Speyer fertig waren, kam der zweite Lockdown“, erzählt Mario Lutz. Die Eheleute Lutz entschieden sich bei beiden Studios für die Zertifizierung nach der DIN EN 17229 sowie für die Hygienezertifizierung der BSA-Zert. „Wir wollten die Zeit sinnvoll nutzen und unsere Qualität durch die Zertifizierung herausstellen. Die DIN EN-Norm steht für die hohe Qualität von Trainern und Geräten, die Hygienezertifizierung für die Schaffung und Einhaltung von hygienisch einwandfreien Bedingungen. Das zeigt unseren Kundinnen, dass sie uns auch weiterhin ihr Vertrauen schenken können“, so Mario Lutz.

Silvia Lutz absolvierte die Online-Qualifikation „Hygienebeauftragte/r (BSA)“, die im Rahmen der Hygienezertifizierung erforderlich ist. „Die Prüfung fand im Rahmen eines OnlineTests statt, was aktuell natürlich super ist.“

Positives Kundenfeedback zu Zertifizierungen „Wir konnten fast alle unsere Mitglieder Anfang Januar persönlich via Telefon erreichen, um ihnen ein frohes neues Jahr zu wünschen und auch über unsere Pläne zu berichten. Sie haben sich gefreut, dass wir den Kontakt gesucht und sie informiert haben.“

Zertifizierungsprozess – unkompliziert und gut organisiert

Positive Rückmeldungen kamen auch über Facebook und Instagram: Das Team erhielt zahlreiche Kommentare zu den Postings über die Zertifizierungen. Das Team fand auch für die Weiterbildungen, die sie während des Lockdowns bei der BSA-Akademie, dem Bildungspartner der BSA-Zert, absolviert haben, große Anerkennung bei den Kunden. „Die Tür ist zwar noch zu, aber unsere Mitglieder sitzen schon auf gepackten Sporttaschen“.

Gemeinsam mit ihrer Studioleiterin Simona Schröder, B. A. Fitnessökonomie der Deutschen Hochschule für Prävention

Zum ganzen Erfahrungsbericht: www.bsa-zert.de/efitiv fitness MANAGEMENT international

03/21

Foto: privat

40

und Gesundheitsmanagement (DHfPG), haben sie alle erforderlichen Dokumente eingereicht und die entsprechenden Maßnahmen für die Zertifizierungen umgesetzt. „Ich konnte anhand der Checklisten, die wir für die beiden Zertifizierungen von der BSA-Zert bekommen haben, alles nach und nach abarbeiten und die Dokumente einfach in die Cloud laden. Da wir sowieso viel Wert auf Hygiene und Sauberkeit sowie auf die Qualität unserer Trainer und Geräte legen, war das gut machbar“, erzählt Simona Schröder.


IHR PARTNER FÜR

TIFIZIERTE ER

HYGIENE D

IE

EMSTrainer/innen

Besonnungspersonal

N ST EISTE L

R

DIN EN 17229 und DIN 33961

Fitnesseinrichtungen

R

Z

ZERTIFIZIERUNGEN!

Dienstleistungsunternehmen

bsa-zert.de


DSSV | ECKDATEN

Eckdaten der deutschen Fitness-Wirtschaft 2021

Hoffnung trotz Pandemie: Anlagenzahl bleibt stabil Text: Florian Kündgen

SH 10,1

MV

HH

8,3

16,5

HB 12,6

BE 11,9

NI 10,9

8,3

7,1

NW 11,9

12,3

SN

TH

8,9

7,9

© DSSV

HE RP

BB

ST

11,5

SL

12,3

BY BW 12,6

12,4

>11,5 Anlagen pro 100.000 Einwohner bundesweit ø 11,5

<11,5 Deutschlandkarte – Anlagen pro 100.000 Einwohner

42

fitness MANAGEMENT international

03/21


Die „Eckdaten der deutschen Fitness-Wirtschaft” enthalten den jährlichen Vergleich der regionalen Entwicklung nach Bundesländern. Eine wichtige Erkenntnis daraus: Die durchschnittliche Anlagenzahl pro 100.000 Einwohner ist weitestgehend gleich geblieben. Die Fitness- und Gesundheitsbranche weist somit eine robuste Infrastruktur vor, die bei der Wiedereröffnung von hohem Nutzen ist. Florian Kündgen, stellvertretender Geschäftsführer des DSSV e. V. und Dozent der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement (DHfPG), hat die regionale Entwicklung auf Detailebene analysiert.

Über die Hälfte der Anlagen in NRW, BY und BW Trotz der Entwicklung aufgrund der Corona-Krise ist die durchschnittliche Anlagenzahl pro 100.000 Einwohner nur marginal rückläufig (-0,1 im Vergleich zum Vorjahr). Wie bereits in 2019 verteilt sich mehr als die Hälfte aller Anlagen (54,0 %) auf die einwohnerstärksten Bundesländer Nordrhein-Westfalen, Bayern und Baden-Württemberg mit zusammen mehr als 42 Millionen Einwohnern. Nordrhein-Westfalen erzielt, bezogen auf die Grundgesamtheit von 9.538 Anlagen im Bundesgebiet, mit 2.138 Anlagen einen Anteil von 22,3 Prozent. Mehr als jede fünfte Anlage steht demnach im bevölkerungsreichsten Bundesland. Dahinter folgen Bayern mit einem Anteil von 17,0 Prozent (1.621 Anlagen) und Baden-Württemberg mit 14,7 Prozent (1.401 Anlagen). Mit Blick auf die Verteilung der Kettenbetriebe auf Länderebene liegen Bremen mit 39,5 Prozent und Berlin mit 27,3 Prozent deutlich über dem Bundesdurchschnitt von 22,0 Prozent. Bayern, Brandenburg und Thüringen hingegen liegen hinsichtlich ihres Kettenstudioanteils weit unterhalb des Bundesdurchschnitts. Mikrostudios sind in Berlin (42,0 %), Bremen (44,2 %) und Hamburg (38,2 %) am stärksten vertreten. Den größten Anteil an Einzelanlagen verzeichnen Thüringen (59,1 %), Bayern (58,4 %) und Baden-Württemberg (54,9 %).

Fazit

Trotz aller negativen Auswirkungen aufgrund der CoronaPandemie, wie dem Umsatz- oder Mitgliederrückgang, zeigt sich, dass die Infrastruktur der Fitness- und Gesundheitsanlagen im Jahr 2020 keinen größeren Schaden genommen hat. Gründe hierfür sind die Aussetzung der Insolvenzantragspflicht, die Hilfsprogramme des Bundeswirtschaftsministeriums und vor allem das Engagement der Unternehmer, die ihren Kopf – trotz eines weiteren Lockdowns – nicht „in den Sand“ stecken. Das gibt Hoffnung, denn wir haben somit in der Fitness- und Gesundheitsbranche weiterhin eine grundsolide Infrastruktur, die den Betreibern bei der Wiedereröffnung von hohem Nutzen sein wird. Ich ermuntere jeden Einzelnen weiterhin dazu, auch wenn es nach dieser langen Periode der behördlich angeordneten Schließungen schwerfällt, sich für sein Unternehmen und die Branche einzusetzen. Wir als DSSV unterstützen Sie dabei.

Höchste Anlagendichte in Hamburg Der Stadtstaat Hamburg weist mit 16,5 Anlagen pro 100.000 Einwohner wie im Vorjahr die höchste Anlagendichte auf. Bremen und Baden-Württemberg folgen mit jeweils 12,6 und Bayern mit 12,4 Anlagen pro 100.000 Einwohner. Die geringste Anlagendichte erreichen die Bundesländer Sachsen-Anhalt mit 7,1 Anlagen und Thüringen mit 7,9 Anlagen pro 100.000 Einwohner. Alle „neuen“ Bundesländer liegen unter dem Bundesdurchschnitt von 11,5 Anlagen pro 100.000 Einwohner. Mit Ausnahme von Niedersachsen und Schleswig-Holstein liegen alle westdeutschen Bundesländer über dieser Kenngröße. In den fünf ostdeutschen Flächenländern kommen rein rechnerisch jeweils mehr als 10.000 Einwohner auf eine Anlage, in Hamburg sind es gerade einmal 6.076.

Foto: DHfPG/BSA

Infrastruktur gut aufgestellt Abschließend lässt sich feststellen, dass wir – zumindest was die Anlagenzahl pro 100.000 Einwohner angeht – derzeit keine größeren Einbrüche zu verzeichnen haben. Zudem wurden der Schließungszeitraum und die Förderhilfen von vielen Betreibern dazu genutzt, Investitionen in Geräteparks, Digitalisierung, Renovierungen, aber auch in Hygiene- und Sicherheitskonzepte zu tätigen. Die Fitness- und Gesundheitsbranche zeigt sich in ihrer Infrastruktur gut und zukunftsfähig aufgestellt, was insbesondere für die Wiedereröffnung von hohem Nutzen ist. 03/21

fitness MANAGEMENT international

Florian Kündgen Florian Kündgen ist stellvertretender Geschäftsführer des DSSV e. V. Des Weiteren arbeitet er als Dozent für die Deutsche Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement (DHfPG). Als freier Mitarbeiter ist er im Bereich Unternehmensbewertungen und Wirtschaftlichkeitsberechnungen von Fitnessund Gesundheits-Anlagen sowie im Bereich der steuerlichen und betriebswirtschaftlichen Beratung tätig. www.dssv.de

Die vollständigen „Eckdaten der deutschen Fitness-Wirtschaft 2021“ Preis: 99,- EUR (zzgl. Versand), ermäßigt: 39,- EUR (zzgl. Versand) (für Schüler und Studierende bei Vorlage einer gültigen Bescheinigung) Für Studierende der DHfPG ist die Studie kostenfrei erhältlich. Tel.: 040 – 766 240 00 www.ssv-verlag.de

43


DSSV | STARKER BRANCHENVERBAND

Wissenschaftliche Abhandlungen

Live-Talks

Seminare

Hygienekonzepte

Steuerfachexperten

Meinungsbildner

Mehrwert

Aufklärung

Telefonate

Beratung Mitglieder Sachverständige

Forderungen

Online

Interviews

Print

E-Mail

Juristen

Industrie

IHK DHfPG/BSA

Partnerschaften

Studien

Aus-, Fort-, und Weiterbildung

Umfragen

Gremien

Ministerpräsidenten/-innen

DEHOGA

TV

Medien

BMF Politik

Verbraucherschutz Kooperationen

Radio

Unterstützung

BDA

GKV

Stellungnahmen

Petition

Interessenvertretung

Publikationen

Krankenkassen Sozialpartner

BMWi

Bundesregierung

Sport- und Gesundheitsausschüsse

Newsletter

Informationen

Social Media

Hilfsprogramme

Der DSSV ist als starker Partner für Sie da

Krisen müssen Sie nicht allein bewältigen

Als Europas größter Arbeitgeberverband der Fitness- und Gesundheitsbranche werden wir weiterhin und unermüdlich unsere Expertise gegenüber der Politik und allen wichtigen Entscheidungsträgern herausstellen, damit Sie so schnell wie möglich wieder Ihren essenziellen Beitrag zur Gesundheit der Bevölkerung leisten können.

44

fitness MANAGEMENT international

03/21


Wussten Sie, was der DSSV politisch für Sie tut? Der DSSV setzt sich aktiv für eine Anerkennung der Fitnessund Gesundheits-Anlagen als gesundheitsprotektive Dienstleister ein. Der stetige und enge Kontakt mit den entscheidenden Politikern und Ministerien auf Bundes- und Landesebene hat einen wesentlichen Beitrag zur Wiedereröffnung der Studios im ersten Lockdown geleistet. So wurde das vom DSSV erarbeitete Hygienekonzept als Leitfaden für die Öffnung der Anlagen herangezogen. Außerdem hat die 36-seitige Abhandlung zur Öffnung von Fitness- und GesundheitsAnlagen unter Abwägung der gesundheitlichen Nutzeffekte und der bestehenden Infektionsrisiken, die in Zusammenarbeit mit den Experten der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement (DHfPG) entstanden ist, diese Öffnung aus wissenschaftlicher Sicht rechtfertigen können. In vielen Gremien und Ausschüssen erhielt der DSSV, als Vertreter der Branche, großen Zuspruch für die Priorisierung der Fitness- und Gesundheits-Anlagen. Diesen Zuspruch haben einige Politiker und Vertreter ebenfalls im Deutschen Bundestag oder in verschiedenen Medien öffentlich zum Ausdruck gebracht und hiermit aktiv für eine Öffnung der Fitness- und Gesundheits-Anlagen geworben. Aktuell geht der DSSV gegen die bundesweite „Notbremse“ im Rahmen einer Verfassungsklage vor. Die nötigen Schritte sind bereits eingeleitet worden. Zusätzlich ist der DSSV Mitglied in der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), wodurch ein branchenübergreifender Austausch und auch die Teilnahme an Geschäftsführerkonferenzen mit entscheidenden Politikern gewährleistet sind.

Wieso sollten Sie Mitglied des DSSV werden? Wir sind für Sie der richtige und starke Partner für einen erfolgreichen Betrieb. Neben der Unterstützung und der Vertretung auf politischer Ebene, in der Öffentlichkeit und gegenüber anderen Organisationen bietet der Beitritt zum DSSV zahlreiche weitere Vorteile. Sie haben noch keine Antworten auf einige dieser Fragen? Sind die Klauseln in meinen Mitgliedsverträgen noch korrekt? Welche arbeitsrechtlichen Vorgaben muss ich umsetzen und gibt es Urteile diesbezüglich? Wie muss mein Hygienekonzept aussehen? Welche steuerrechtlichen Neuerungen muss ich dringend mit meinem Steuerberater besprechen und umsetzen? Ist mein GEMA-Tarif korrekt berechnet? Kann ich Einsparungen in verschiedenen Bereichen machen? Unter welchen Voraussetzungen kann ich erfolgreich umbauen oder expandieren? Der DSSV ist Ihr Ansprechpartner und steht Ihnen bei allen Anfragen zur Seite und kann Ihnen die passende Antwort liefern.

Ihr Erfolg stärkt die Branche. 37 Jahre DSSV.

Was hat der DSSV in der Corona-Pandemie geleistet? 150.000 Telefonate mit Mitgliedern, Nichtmitgliedern, Politikern, der Industrie- und Handelskammer, der DEHOGA, dem Bundeswirtschaftsministerium und dem Bundesfinanzministerium, 30.000 Arbeitsstunden, 10.000 Newsletter-Empfänger pro Sendung, 7.000 Teilnehmende an insgesamt 12 Seminaren, und 400 Pressemeldungen in Print, im Fernsehen, online oder im Radio – der DSSV leistet einen wesentlichen Beitrag zur Anerkennung und Priorisierung der Fitness- und Gesundheitsbranche.

Welchen Mehrwert bietet der DSSV während der Corona-Pandemie?

Foto: fitness MANAGEMENT

Derzeit bietet der DSSV der gesamten Branche einen umfangreichen Informationsservice, der regulär den DSSV-Mitgliedern als exklusive Leistung vorbehalten ist. Jede Woche fasst das Team der DSSV-Geschäftsstelle neueste Erkenntnisse und Informationen zusammen und erreicht damit täglich über 10.000 Personen. Auf Facebook werden Eilmeldungen schnellstmöglich geteilt. Analog zur Erstinformation auf der öffentlichen Website des DSSV stehen Mitgliedern im Login-Bereich viele neue Dokumente in Bezug auf die Corona-Pandemie zur Verfügung. Insgesamt wurde die Anzahl der Dokumente im Laufe der Pandemie von ursprünglich ca. 300 auf nun ca. 500 erweitert. Spezifisch zur Pandemie finden Sie hier alle Informationen, Musterschreiben oder Urteile zu Vertragsverlängerungen, Kündigungsablehnungen, Ruhezeiten sowie vieles mehr zu anderen relevanten Themen. 03/21

fitness MANAGEMENT international

DSSV e. V. Arbeitgeberverband deutscher Fitness- und Gesundheits-Anlagen Beutnerring 9 | 21077 Hamburg Telefon: +49 40 - 766 24 00 Fax: +49 40 - 766 240 44 dssv@dssv.de | www.dssv.de

45


DSSV | RECHT

Unlauterer Wettbewerb bei Werbemaßnahmen

Text: Andrea Elbl

Im Zuge der Wiedereröffnungen verstärken jetzt viele Studios ihre Werbung um Neukunden. Dabei ist aber auf genaue Preisangaben ohne versteckte Zusatzkosten zu achten, wie das folgende Gerichtsurteil wegen unlauteren Wettbewerbs gegen ein Fitnessstudio im Frankfurter Raum aufzeigt.

W

ie das Oberlandesgericht Frankfurt am Main (OLG) mit Urteil vom 4. Februar 2021, Az. 6 U 269/19, im Berufungsverfahren feststellte, müssen Preisangaben in der Werbung den Gesamtpreis ausweisen, der vom Verbraucher für die Leistung zu zahlen ist.

Der Sachverhalt Die Parteien stritten über Preisangaben in der Werbung für einen Fitnessstudiovertrag. Die Beklagte betreibt ein Fitnessstudio im Großraum Frankfurt am Main. Sie warb auf Flyern für Mitgliedschaften mit einem Monatspreis von „Euro 29,99 bei 24-Monats-Abo“. Die Angabe war durch ein Sternchen gekennzeichnet, das auf der rechten Seite kleingedruckt mit dem Hinweis „zzgl. Euro 9,99 Servicegebühren/Quartal“ erläutert wurde.

Die Vorinstanz Wettbewerbshüter beanstandeten die Werbung als irreführend, weil sie nicht den Gesamtpreis für das Abo angab. Das Landgericht Frankfurt am Main verpflichtete die Beklagte daraufhin mit Urteil vom 30. Oktober 2019, Az. 3/8 O 36/19, zur Unterlassung der geschilderten Preiswerbung.

Die Entscheidung Das OLG bestätigte nun im Berufungsverfahren, dass die Preiswerbung für einen Fitnessstudiovertrag ohne Einbeziehung einer quartalsweise zu zahlenden Servicegebühr gegen die Verpflichtung verstößt, wonach Preisangaben in der Werbung den Gesamtpreis ausweisen müssen, der vom Verbraucher für die Leistung zu zahlen ist.

Der Gesamtpreis Unter Gesamtpreis ist nach § 1 Abs. 1 Satz 1 Preisangabenverordnung (PAngV) der Preis zu verstehen, der einschließlich der Umsatzsteuer und sonstiger Preisbestandteile vom Verbraucher zu zahlen ist und der die Gegenleistung in Geld für

48

den Erwerb eines Produkts darstellt. Es handelt sich also um das tatsächlich zu zahlende Gesamtentgelt. Der Gesamtpreis ist genau zu beziffern, also die Summe aller Einzelpreise, die zu bezahlen sind. Die ebenfalls einzurechnenden „sonstigen Preisbestandteile“ sind alle unvermeidbaren und vorhersehbaren Bestandteile des Preises, die obligatorisch vom Verbraucher zu tragen sind und die der Verkäufer in die Kalkulation des Gesamtpreises miteinbezieht. Das Studio hatte den Gesamtpreis unter Einbeziehung der Servicegebühr nicht angegeben. Die Servicegebühr stellt keinen variablen Faktor im Sinne der PAngV dar, weil sie im Voraus berechnet werden kann, zwingend für den Vertragspartner anfällt und unabhängig von der Inanspruchnahme weiterer Leistungen ist. Es genügt nicht, einen Teilpreis zu nennen und einen weiteren Betrag anzugeben, den der Kunde hinzurechnen muss, um den Gesamtpreis zu ermitteln. Eine Ausnahme kommt allenfalls in Betracht, wenn der zusätzlich zu zahlende Preis unschwer erkennbar ist und die Aufspaltung keinen nennenswerten Einfluss auf die Entscheidung des Verbrauchers hat. Der Hinweis auf die Servicegebühr und die ihr zugrunde liegenden Konditionen war nach Auffassung des Gerichts nicht so deutlich wahrnehmbar, dass der Verbraucher diesen weiteren Preisbestandteil ohne Weiteres erkannte. Dies ergab sich aus der drucktechnischen Gestaltung, die den monatlichen Preis von 29,99 Euro hervorhob und nur durch den Störer auf die obligatorisch anfallende Servicegebühr verwies, die deutlich kleiner dargestellt und quergedruckt war. Schließlich erreichte auch die Höhe der Servicegebühr von 9,99 Euro pro Quartal (= 3,33 Euro pro Monat) einen nicht zu vernachlässigenden Anteil des beworbenen Preises von 29,99 Euro monatlich. Die künstliche Aufspaltung des Preises führte dazu, dass der Monatspreis unter der psychologisch wichtigen Schwelle von 30 Euro blieb. fitness MANAGEMENT international

03/21

Fotos: AA+W – stock.adobe.com | Klaudia Lech

Achtung: Falsche Werbung kann teuer werden!


Unlauter Durch den Verstoß gegen die Preisangabenverordnung verhielt sich das Studio gemäß § 3a Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) unlauter. Die Eignung zu einer spürbaren Beeinträchtigung der Interessen der Verbraucher ist erfüllt, wenn – wie hier – unter Verstoß gegen § 3a UWG Informationen vorenthalten werden, die das Unionsrecht als wesentlich einstuft, was bei der Preisangabenverordnung der Fall ist.

Aber andere machen das doch auch! Zu Unrecht stellte die Studioinhaberin die Spürbarkeit mit dem Argument infrage, andere Wettbewerber handelten genauso, weshalb die Kunden daran gewohnt seien. Die Tatsache, dass sich auch eine Vielzahl anderer (nicht aller!) Wettbewerber rechtswidrig verhalten, kann nach Auffassung des Gerichts nicht dazu führen, mit diesem Argument die Spürbarkeit zu verneinen. Dies würde dazu führen, dass die Verfolgung von Wettbewerbsverstößen, die eine ganze Branche regelmäßig begeht, nicht mehr möglich wäre; das aber entspräche gewiss nicht dem Zweck des Wettbewerbsrechts.

Fazit Das Fitnessstudio wurde antragsgemäß zur Unterlassung der Preisangabe sowie zur Zahlung von Abmahnkosten in Höhe von 299,60 Euro verurteilt. Die Entscheidung war zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Artikels noch nicht rechtskräftig und konnte vom Studio mit der Nichtzulassungsbeschwerde angegriffen werden. Das Urteil zeigt einmal mehr, dass es bei Werbemaßnahmen entscheidend auf die konkrete Gestaltung der Werbemittel ankommt, um unliebsame Überraschungen zu vermeiden. Mitglieder des DSSV e. V. haben die Möglichkeit, im Zweifel eine entsprechende Einschätzung durch den Verband zu erhalten.

Wiederholungsgefahr Soweit das Studio darauf hinwies, aufgrund der CoronaSituation könne es den Verstoß gar nicht erneut begehen, zielte dies auf einen Fortfall der Wiederholungsgefahr ab. Das Argument griff jedoch schon deshalb nicht, da die Beklagte ihren Geschäftsbetrieb jederzeit wieder aufnehmen könnte und zu erwarten ist, dass sie dies auch tut. Im Übrigen kann die durch einen Rechtsverstoß begründete Wiederholungsgefahr grundsätzlich nur durch Abgabe einer strafbewehrten Unterlassungserklärung ausgeräumt werden. Selbst die endgültige Aufgabe des Geschäftsbetriebs kann nur in extremen Ausnahmefällen die Wiederholungsgefahr entfallen lassen. Ein solcher Fall liegt hier ersichtlich nicht vor. 03/21

fitness MANAGEMENT international

Andrea Elbl, DSSV-Juristin Zu allen rechtlichen Fragen rund um den Studioalltag bietet die Rechtsabteilung des DSSV im Rahmen einer bestehenden Mitgliedschaft die Möglichkeit, eine kostenlose rechtliche Erstberatung mit Einschätzung der Rechtslage zu erhalten, beispielsweise nach Erhalt einer Attestkündigung, zur Überprüfung von Vertragsklauseln oder zu arbeitsrechtlichen Themen. Tel.: 040 - 766 24 00, E-Mail: jurist@dssv.de

49


DSSV | KOMMENTAR

Die Zukunft gehört uns! Auch wenn es in diesem Jahr bislang nicht den Anschein macht, so können wir doch gewiss sein, dass sich die Zukunft der Fitnessstudios positiv entwickeln wird. Richtig ist aber auch: In diesem Jahr haben es unsere Betriebe nicht einfach und wir werden sehr kämpfen müssen, um die großen Verluste besonders im Mitgliederbereich aufzufangen.

Foto: Klaudia Lech

Mit Ausnahme von 2020 haben wir in den vergangenen Jahren beträchtliche Zuwächse erzielen können, da die Menschen erkannt haben, wie wichtig unsere Angebote für sie sind. Es hat sich ausgezahlt, dass die Studios jedes Jahr Millionen von Euros in ausgezeichnetes Trainingsequipment und in die Qualifizierung der Mitarbeiter investiert haben: Wir als Branche haben flächendeckend in der ganzen Bundesrepublik die besten Krafttrainingsmaschinen und die besten Cardiogeräte – eine Ausstattung, die es so weltweit kaum irgendwo anders gibt. Und bei der Qualifizierung der Mitarbeiter ist Deutschland weltweit führend.

Birgit Schwarze Präsidentin DSSV e. V.

Und diese herausragend guten Trainingsangebote kann man weder durch Homefitness noch durch Online-Angebote ersetzen, sie sind einfach einmalig. Da können sich die deutschen Studiobesitzer sicher sein.

Warum gehört uns die Zukunft? Umfangreiche Befragungen von Studiokunden im Rahmen des Saarland-Modells beweisen den großen Zuspruch, wie die Aussagen der Mitglieder belegen: Das Studio hat einen großen Stellenwert beim Thema Gesundheit Die Trainings im Studio erhöhen die Lebensqualität Zu Hause klappt das Training gar nicht Laufen oder Joggen ist keine Alternative Zu Hause werden die Übungen schnell falsch gemacht Das eigene Körpergewicht ist nicht ausreichend für ein effektives Training Nur im Studio hat man durch den Trainer die nötige Kontrolle Die Studioatmosphäre ist die beste Motivation und nicht zu ersetzen Die Statements der Studiomitglieder zeigen den großen Bedarf an der Dienstleistung „Fitness und Gesundheit“ sehr gut, denn wir haben die Lösung für die Probleme unserer Kunden und können ihre Bedürfnisse befriedigen. Wenn es jetzt noch weiter mit den Impfungen vorangeht, haben wir bald eine Fülle von Studiokunden, die nur darauf warten, wieder zu uns zu kommen – unabhängig vom Alter. Außerdem: Auch wer noch nicht Kunde bei uns ist, hat verstanden, dass seine persönliche Gesundheit und die Stärkung des Immunsystems die beste Antwort darauf ist, was in der Zukunft kommt. Wir müssen jetzt gemeinsam durchhalten und unsere Stärken herauskehren! Beweisen Sie vor Ort, dass wir die Lösung der Gesundheitsprobleme unserer Gesellschaft sind! Dann gehört uns in jedem Fall die Zukunft! In diesem Sinne grüße ich Sie herzlich aus Hamburg! Ihre Birgit Schwarze

Birgit Schwarze

50

fitness MANAGEMENT international

03/21


Der DSSV begrüßt –

Neue Mitglieder Adam Barner ProSports GmbH Michael Beck 70567 Stuttgart

FleXibi-Fit Markus Grollik 41061 Mönchengladbach

Sportpark Hiddinghausen GmbH Ulf Köhrs 45549 Sprockhövel

Alia Concepts Werne Maik Kaniut 59368 Werne

gophysio Julia Berke 44265 Dortmund

Sportraum Amir Haji Morad 30853 Langenhagen

Cityfitness Heinrich Thein 07607 Eisenberg

gym2000fitnessstudio Bettina Lindner 95666 Mitterteich

Thomas Sport Center Thomas Gürtner, Falk Noack, Lars Weber 01307 Dresden

Corner Gym Marvin König 61440 Oberursel (Taunus)

GYM-24 GmbH Frank Luz 71083 Herrenberg im Gäu

Thomas Sport Center 2 - Löbtau Thomas Gürtner, Falk Noack, Lars Weber 01159 Dresden

Dojo Solution Lance Gregorchuk 40789 Monheim am Rhein

GYM-24 GmbH Frank Luz 72226 Simmersfeld

Thomas Sport Center 3 - Pieschen Thomas Gürtner, Falk Noack, Lars Weber 01129 Dresden

dynamic20 GmbH Janine Kempe 77723 Gengenbach

Lorenzen Training Daniel Lorenzen 22081 Hamburg

Thomas Sport Center 4 - Tolkewitz/Laubegast Thomas Gürtner, Falk Noack, Lars Weber 01279 Dresden

Dynamic Fitness in Bayreuth Maximilian Hoerl 95448 Bayreuth

Medi-Well-Fitness Burkhardt GbR Peter Burkhardt, Julia Burkhardt, Nina Aykan 72175 Dornhan

Thomas Sport Center 5 - Klotzsche Thomas Gürtner, Falk Noack, Lars Weber 01109 Dresden

Fit Line GmbH & Co. KG Marco Hernandez Cammardella 71364 Winnenden

RUHE und KRAFT Sabine Kreiss 97204 Höchberg

TS Powerbody Bettina Sohlmann 45525 Hattingen

FITNESSPLAZA freigericht Andrea Keßler 63579 Freigericht

Sam´s Fitness-Studio Alexander Homann 59755 Arnsberg

03/21

fitness MANAGEMENT international

DIE FITNESSSACHVERSTÄNDIGEN

Steuerberater und von der IHK Koblenz öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für Wirtschaftlichkeitsberechnung für Fitnessund Freizeit-Anlagen.

Werner Kündgen

Joseph-von-Fraunhofer-Str. 1 53501 Grafschaft (Ringen)  Telefon: 02641 - 800 40 www.kuendgen.de

Von der IHK Bonn/Rhein-Sieg öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für die Bewertung von Fitnessund Freizeit-Anlagen.

Günter Noll

Auf dem Freibogen 3 53127 Bonn Telefon: 0228 - 298 701 www.fitnesssachverstaendige.de

Von der IHK Koblenz öffentlich bestellte und vereidigte Sachverständige für Wirtschaftlichkeitsanalysen für kleine und mittlere Unternehmen (KMU), insbesondere Sport-, Fitnessund Gesundheits-Anlagen.

Sabrina Fütterer

Dahlenkehre 3i 21077 Hamburg Telefon: 040 - 648 343 57 www.fitnesssachverstaendige.de


MANAGEMENT | IMPULS

Wie bewährt sich Outdoorfitness als Angebotsergänzung in der Praxis?

Konzepte für Outdoorfitness Text: Florian Schmidt und Jürgen Wolff

56

fitness MANAGEMENT international

03/21

Foto: Jacob Lund – stock.adobe.com

Angebote für Outdoorfitness sind bei Studiomitgliedern gerade in den Sommermonaten besonders beliebt. Outdoortraining hat in den letzten Jahren kontinuierlich an Relevanz gewonnen und stellt – unabhängig von Corona – für viele Betreiber eine sinnvolle Ergänzung dar. Aufgrund der Corona-Pandemie und zum Schutz vor einer Infektion durch Aerosole in geschlossenen Räumen denken Studiobetreiber vermehrt über zusätzliche Trainingsangebote im Freien nach und auch die Industrie bietet tragfähige Konzepte. Was müssen Studiobetreiber beachten, wenn Sie Outdoortraining in ihre Anlage integrieren wollen? Welche Vorteile bringen Outdoorkonzepte für Studios? fitness MANAGEMENT international hat dazu Studiobetreiber befragt, die sich für ein ergänzendes Outdoorangebot entschieden haben: Stefan Polzer (J+ Just More fitness), Henrik Gockel (PRIME TIME fitness) und Rainer Böer (MAP Sport & Fitness).


U

m ihren Mitgliedern und potenziellen Neukunden in den unruhigen Corona-Zeiten und insbesondere auch im Hinblick auf die kommenden Sommermonate neben dem klassischen Indoorangebot auch adäquate Trainingsmöglichkeiten im Freien zu bieten, haben Studiobetreiber zahlreiche Herausforderungen zu meistern.

Die Relevanz ergänzender Outdoorangebote Es gilt, den Kunden durch ergänzende Freiluftangebote, wie z. B. ein eigenes Outdoor-Gym (eigener Gerätepark/-zirkel im Hof, auf der Dachterrasse oder Ähnliches) und/oder spezifische optionale Outdoorgruppenkurse/-workouts (u. a. SmallGroup-Training, Personal Training, Yoga usw.), wenn möglich auch draußen sichere und abwechslungsreiche Trainingsalrernativen zu bieten. Die Nachfrage nach solchen umfassenden Outdoorkonzepten ist in den letzten Jahren stetig gestiegen und wurde durch die Pandemie sowie die beiden Lockdowns weiter verstärkt. Angesichts der aktuellen Entwicklungen stellen optionale Outdoorkonzepte für viele Kunden dabei vielmehr eine Ergänzung zum bestehenden Dienstleistungsangebot dar als eine Konkurrenz zum Indoortraining. Somit kann Outdoortraining aus vielerlei Gründen kurz-, mittel- sowie langfristig eine sinnvolle Erweiterung des Studioportfolios darstellen und neue Trainingsperspektiven schaffen.

Das Potenzial von Outdoorfitness Die Vorteile und Chancen liegen auf der Hand: Betreiber können ihren Kunden durch professionelle Outdoorangebote noch mehr Flexibilität und Abwechslung im Rahmen der Mitgliedschaft bieten. Des Weiteren können mit qualifizierten Trainern so auch langfristig neue motivierende Kundenerlebnisse inklusive „Frischluft-Feeling“ geschaffen werden. Diese Symbiose aus bewährter individueller Betreuung und einem „freien Trainingshorizont“ ist gerade in den warmen Sommermonaten ein relevantes Verkaufsargument, das angesichts der anhaltenden Verunsicherung durch die Pandemie für die Kundenbindung und Neukundengewinnung nicht zu vernachlässigen ist.

Erfolgsrezepte aus der Praxis Wie setzt man ergänzende Outdoortrainingskonzepte in der Praxis effektiv um? Welche Erfolgsfaktoren müssen Betreiber dabei im Sommer 2021 und darüber hinaus besonders berücksichtigen? Vor welchen Herausforderungen steht man, wenn man von diesen Investitionen langfristig profitieren und ein umfassendes Trainingserlebnis bieten will? fMi hat mit Stefan Polzer (J+ Just More fitness), Henrik Gockel, (PRIME TIME fitness) und Rainer Böer (MAP Sport & Fitness), über ihre Praxiserfahrungen und Einschätzungen zu aktuellen Herausforderungen sowie künftigen Marktentwicklungen für den Bereich „Outdoorfitness“ gesprochen.

Anzeige


MANAGEMENT | IMPULS

Stefan Polzer, J+ Just More fitness

„Das Feedback ist überwältigend!“ Stefan Polzer hat das Trainingsangebot im J+ Just More fitness in Bergneustadt im April 2020 durch einen Outdoorbereich mit Functional Tower ergänzt. Seit April 2021 verfügt die Fläche für Sport im Freien im J+ Just More über einen Cardio- und einen Kraftbereich, der mit Outdoorgeräten ausgestattet ist.

fMi: Welche Gründe haben Sie dazu bewogen, Outdoortraining in Ihr Studiokonzept zu integrieren? Stefan Polzer: Das Thema beschäftigt uns schon seit Jahren. Der Gedanke war, unseren Kunden eine tolle Alternative zu bieten, da einige gerade in den Sommermonaten nicht indoor trainieren möchten – Kraftsport an der frischen Luft ausüben zu können wäre phänomenal. Ende des Jahres 2019 haben wir uns in der Familie entschieden, einen Outdoor-Functional-Tower über die Firma Pro Functional im Studio zu implementieren. Durch die sehr schnelle Umsetzung der Firma mit ein paar baulichen Maßnahmen wurde der Turm im April 2020 aufgebaut und unsere Kunden konnten dann trotz des ersten Lockdowns in unserer neuen Outdoor-Area trainieren. Aufgrund des positiven Feedbacks der Kunden, die auch bereits eine zweite Außenfläche für Kurse nutzten, trafen wir die Entscheidung, einen zweiten Outdoorbereich mit „richtigen“ Kraftgeräten zu gestalten. Es hat sich herauskristallisiert, dass der Turm von einer bestimmten Kundengruppe oder für Kurse genutzt wird, der „Normalkunde“ jedoch lieber an Geräten trainiert. Daher denke ich, dass Cardio- sowie Kraftgeräte ein absolutes Muss für einen Outdoorbereich sind.

Seit dem 12. April haben wir unsere Fläche für Sport im Freien für das Cardioworkout geöffnet und konnten Anfang Mai 2021 auch den Kraftbereich mit den Explode-Geräten von DHZ öffnen. Wie sieht Ihr Outdoorfitnesskonzept in der Praxis aus? Wie haben Sie Ihr Indoor- und Outdoorangebot kombiniert? Unsere Kunden, die sich solidarisch gezeigt haben, können alle Bereiche nutzen. Sobald der Lockdown aufgehoben wird,

58

Aufgrund unserer Fusion mit dem Wellcome in Gummersbach, können die Mitglieder von dort jetzt auch den Außenbereich im J+ Just More fitness nutzen. Wie wird das Outdoorangebot von Ihren Mitgliedern angenommen und wertgeschätzt? Das Feedback unserer Kunden ist überwältigend und definitiv die Bestätigung für diesen Schritt und die Investition in dieser Höhe. Aussagen wie „Ist ja der Wahnsinn, was ihr alles für uns macht. Endlich können wir wieder trainieren. Vielen Dank“ haben wir des Öfteren gehört. Unter welchen Voraussetzungen können ergänzende Outdoorkursangebote und attraktive Freilufttrainingsflächen effektiv dabei helfen, Mitglieder jetzt langfristig an das Studio zu binden? Je nach Machart ist eine Outdooranlage eine erhebliche Erweiterung des Portfolios, um nicht zu sagen, dass man ein weiteres Gym zur Verfügung stellt. Zu Zeiten von Corona ist es auch eine Art Hygienemaßnahme, durch die sicherlich viele Kunden zum Training kommen, die bei einem reinen Indoorangebot erst einmal zu Hause bleiben würden. Was sind aus Ihrer Sicht die Erfolgsfaktoren und Schwierigkeiten, die interessierte Studiobetreiber bei der Umsetzung eines Outdoorfitnesskonzeptes beachten müssen? Ein Functional Tower allein reicht nicht aus. Es müssen definitiv Geräte vorhanden sein, um auch tatsächlich das Flair eines Gyms zu schaffen. Unsere Licht- und Musikanlage trägt zusätzlich dazu bei, eine gewisse Atmosphäre zu schaffen. Wie beurteilen Sie die Relevanz von Outdoorfitnessangeboten aktuell und in der Zukunft? Ich denke, dass sich jeder Betreiber, der irgendwie die Möglichkeit hat, einen Outdoorbereich zulegen sollte. Es ist die Alternative zur Überbrückung der Corona-Pandemie. Später hat man die Möglichkeit, Kunden zurückzugewinnen, Neukunden etwas Besonderes zu bieten und im Sommer die saisonale Fluktuation zu senken. fitness MANAGEMENT international

03/21

Fotos: Tim Kuliga/Just More Fitness GbR, Polzer Fitness GmbH

Nach einem Gespräch mit Michael Birk von DHZ Fitness Europe wurden unsere Vorstellungen im Dezember 2020 konkret. Michael Birk kümmerte sich um die Geräte und wir setzten die baulichen Maßnahmen um. Mit einem Outdoorbodenbelag von Boden Konzept by Angelo Kunovic sowie einem Flexzelt der Firma Nomadik und weiteren baulichen Maßnahmen mit unserem tollen Team haben wir dann im März und April 2021 die Voraussetzungen für einen Outdoorbereich von ca. 150 Quadratmetern geschaffen.

ist das Training im Außenbereich erst einmal kostenfrei. Ab 2022 können unsere Basic-Kunden Outdoortraining als Modul hinzubuchen, für die Fitness-Kunden ist es inklusive.


MANAGEMENT | IMPULS

Henrik Gockel, PRIME TIME fitness

„Das Outdoorkonzept muss zum Indoorangebot passen!“ Henrik Gockel ist Gründer und Geschäftsführer von PRIME TIME fitness. Er betreibt sechs Studios in Frankfurt, drei in München und bald zwei in Hamburg. Auf der geschlossenen Besucherplattform des MAIN TOWER in Frankfurt bietet er seit April 2021 in 198 Metern Höhe Europas höchste Outdoorfitnessplattform mit 360-Grad-Blick über „Mainhattan“ an.

fMi: Welche Gründe haben Sie dazu bewogen, Outdoortraining in Ihr Studiokonzept zu integrieren? Henrik Gockel: Wir bieten Outdoortrainingsflächen bereits seit 2012 in allen Clubs an, wo es baulich geht. Persönlich bin ich ein absoluter „Frischluftfanatiker“ und mache Cardiotraining, insbesondere für die Grundlagenausdauer, wann und wo immer möglich im Freien. Krafttraining und funktionelles Training sind in einer speziell eingerichteten Outdoor-Area sogar im Winter gut umzusetzen. Konnten Sie für diese Investition Fördermöglichkeiten des Bundes im Rahmen der Überbrückungshilfe III in Anspruch nehmen? Ich würde Investitionsentscheidungen nie danach fällen, ob man etwas erstattet bekommt. Selbst wenn es gratis ist, verbraucht es Platz, muss gewartet und betreut werden – das heißt es verursacht Kosten. Wir investieren immer in Outdoor und wegen der aktuellen Beliebtheit jetzt in umfangreiche Upgrades. Wir werden diese Neuinvestitionen jetzt mit der Überbrückungshilfe III einreichen. Ob sie genehmigt werden, kann ich noch nicht sagen. Es ist aber – wie gesagt – auch nicht entscheidend für diese Investition. Wie sieht Ihr Outdoorfitnesskonzept in der Praxis aus? Wie haben Sie Ihr Indoor- und Outdoorangebot kombiniert? Welche Trainingsbereiche sind Ihnen besonders wichtig? Outdoor bieten wir klassisches Freihantel-, Rack- und funktionelles Training an, aber kein Training an Maschinen. Wir verstauen nachts alle Trainingsgeräte, wie Hanteln, Stangen, Suspension Bänder. Wir wollen dieses technische Material nicht der Witterung aussetzen.

60

Was sind aus Ihrer Sicht die Erfolgsfaktoren und Schwierigkeiten, die interessierte Studiobetreiber bei der Umsetzung eines Outdoorfitnesskonzeptes beachten müssen? Das Outdoortrainingskonzept muss nahtlos zum Indoortrainingsangebot passen. Das betrifft natürlich insbesondere das freie und funktionelle Training. Wichtig ist, dass der Outdoorbereich belebt und betreut ist. Das heißt, wir bieten diesen Bereich zu bestimmten Zeiten an und passen diese je nach Nachfrage an. Denn gerade das gemeinschaftliche Training an der frischen Luft ist besonders motivierend. Viele Mitglieder sind in Bezug auf Neues etwas schüchtern, aber wenn man sie sanft „zwingt“, es einmal auszuprobieren, ist die Begeisterung danach groß. Wie beurteilen Sie die Relevanz von Outdoorfitnessangeboten aktuell und in der Zukunft? Aktuell ist Outdoor mit Online quasi das Einzige, was wir anbieten können. So etwas wie unsere Trainingsplattform auf dem MAIN TOWER in knapp 200 Metern Höhe ist das Sahnehäubchen. Natürlich kann man auch in den Park gehen, aber was da so aufgebaut wird, hält keinem Vergleich mit einem professionellen Outdoorstudiokonzept stand. Outdoortraining wird auch nach Ende der Corona-Krise nachgefragt werden. Wir haben schon seit 2012 gute Erfahrungen damit gemacht und immer Outdoor angeboten – jetzt hat es einen weiteren Schub bekommen und wird von Dauer sein. fitness MANAGEMENT international

03/21

Foto: PRIME TIME fitness

Wie wird das Outdoorangebot von Ihren Mitgliedern angenommen und wertgeschätzt? Weil wir draußen nur freies und funktionelles Training anbieten, arbeitet auf der Outdoorfläche immer ein Personal Trainer, der das Training anleitet. So schaffen wir es, auch etwas „scheue“ Mitglieder für den Outdoorbereich zu begeistern. Wenn man diese Area nicht betreut, trainieren dort nur die „Trainingsfreaks“ und das Risiko für Verletzungen und Unfälle steigt. Das wollen wir unbedingt vermeiden und es wird von den Mitgliedern sehr geschätzt.

Unter welchen Voraussetzungen können ergänzende Outdoorkursangebote und attraktive Freilufttrainingsflächen effektiv dabei helfen, Mitglieder jetzt langfristig an das Studio zu binden? Grundsätzlich bieten wir bei PRIME TIME fitness keine klassischen Kurse an, weder indoor noch outdoor. Gemessen an unseren Standorten generieren die Kurse nicht genug Umsatz pro Quadratmeter. Wir bieten also seit einem Jahr outdoor Individualtraining, Personal Training (PT) und Small Group PT parallel zu unseren Online Live Small Group PT und PT an, egal ob die Clubs offen oder geschlossen sind. Wir konnten unseren Mitgliedern immer eine Trainingsform möglich machen und über unsere Webinare zweimal pro Woche zusätzlich wertvolles Trainings- und Ernährungswissen vermitteln.


MANAGEMENT | IMPULS

Rainer Böer, MAP Sport & Fitness, Bitburg

„Ein bisschen Outdoor funktioniert nicht!“ Im MAP Sport & Fitness in Bitburg hat Inhaber Rainer Böer seit November 2020 den OUTDOOR CAMPUS von Dr. WOLFF in Betrieb. Im Gespräch mit fitness MANAGEMENT international schildert er seine Erfahrungen mit dem Konzept.

fMi: Welche Gründe haben Sie dazu bewogen, Outdoortraining in Ihr Studiokonzept zu integrieren? Rainer Böer: Functional-Training- und CyclingKurse führen wir seit mehreren Jahren draußen durch. Unsere Mitglieder fragen nach Outdoorkursen. Während des ersten Lockdowns haben wir mit provisorischer Geräteinstallation schon draußen trainiert, wobei die starke Wetterabhängigkeit ein Problem war, sodass wir eine Überdachung installierten. Wir haben dann begonnen, nach outdoortauglichen Geräten zu suchen. Dabei war uns wichtig, dass diese keine Kopie von vorhandenen Geräten im Studio sind. Die Lösung haben wir mit dem OUTDOOR CAMPUS von Dr. WOLFF gefunden. Nach dem ersten Lockdown konnten wir beobachten, wie die Menschen, insbesondere Ältere, physisch und psychisch abgebaut hatten und wir sahen uns in der Pflicht, für die Zeit weiterer Lockdowns eine Trainingsmöglichkeit zu schaffen. Als Premiumanbieter haben wir mit dem OUTDOOR CAMPUS ein weiteres Alleinstellungsmerkmal geschaffen, das wir während der Lockdown-Zeit verstärkt in unsere Marketingmaßnahmen eingebunden haben. Konnten Sie für diese Investition Fördermöglichkeiten des Bundes im Rahmen der Überbrückungshilfe III in Anspruch nehmen? Die wesentliche Investition haben wir vor dem Inkrafttreten der Überbrückungshilfe III getätigt. Im Rahmen anderer Maßnahmen hat es nicht gepasst. Die Förderung wäre schön gewesen, aber wir haben bewusst und losgelöst davon investiert.

Der OUTDOOR CAMPUS geht stark in Richtung funktionelles Training. Grundsätzlich ist uns wichtig, dass unsere Mitglieder komplex und vielseitig trainieren, z. B. können drinnen Faszien

62

Wie wird das Outdoorangebot von Ihren Mitgliedern angenommen und wertgeschätzt? Unser OUTDOOR CAMPUS ist seit Beginn des zweiten Lockdowns im November 2020 geöffnet. Trainiert wurde bei Regen, Wind, Schnee und Temperaturen von bis zu minus acht Grad Celcius. Training bei Wind und Wetter stellt für alle eine neue Situation dar, allein wegen der Kleidung. Unsere Kunden schätzen die Möglichkeit outdoor zu trainieren sehr: „Mir fällt zu Hause die Decke auf den Kopf“ und „Ich bin froh, dass ich trainieren kann“, sind Aussagen, die wir oft gehört haben. Gerade in dieser instabilen Situation zwischen Lockdown und Öffnung, impfen und testen hat sich der Mehrwert des OUTDOOR CAMPUS für die Kunden gezeigt. Unter welchen Voraussetzungen können ergänzende Outdoorkursangebote und attraktive Freilufttrainingsflächen effektiv dabei helfen, Mitglieder jetzt langfristig an das Studio zu binden? Wir haben die Erfahrung gemacht, dass ein Konzept mit Planung und Betreuung wichtig ist und dass die Rahmenbedingungen passen müssen: Die Trainingsgeräte sowie deren Anwendungsoptionen müssen stimmen. Darüber hinaus sind eine Überdachung und ein funktionsgerechter Fußboden entscheidend, weil kein Kunde auf dem nassen Parkplatz stehen möchte.

o c

D

M e G d u a

Was sind aus Ihrer Sicht die Erfolgsfaktoren und Schwierigkeiten, die interessierte Studiobetreiber bei der Umsetzung eines Outdoorfitnesskonzeptes beachten müssen? Als Studiobetreiber muss man sich entscheiden, was genau man draußen anbieten will und was für die Mitglieder funktioniert. Ein bisschen Outdoor funktioniert nicht! Wie beurteilen Sie die Relevanz von Outdoorfitnessangeboten aktuell und in der Zukunft? Wir glauben, dass Outdoortraining an Bedeutung gewinnt und Zukunft hat. Corona hat diese Entwicklung beschleunigt. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass wir mit intensiver Betreuung, passenden Konzepten und kontinuierlicher Motivation dranbleiben müssen. Wenn das Konzept erst „angeschoben“ ist, dann wird es einfacher. fitness MANAGEMENT international

Foto: MAP Sport & Fitness

Wie sieht Ihr Outdoorfitnesskonzept in der Praxis aus? Wie haben Sie Ihr Indoor- und Outdoorangebot kombiniert? Welche Trainingsbereiche sind Ihnen besonders wichtig? Jedem Mitglied geben wir für das Outdoortraining die gleiche Gerätereihenfolge mit gleicher Belastungs- und Pausenzeit mit auf den Weg. Dort wird im Vier-Satz-Training – das ist die optimale Taktung – trainiert. Mittels Timer erfolgt ein Zeitzeichen zum Satzende und Stationswechsel.

und Beweglichkeit trainiert werden, im OUTDOOR CAMPUS dann Stabilität und Kraft.

M

03/21

WOLFF


Weniger Kündigungen im Sommer. Neue Mitglieder in der Sommerzeit. Mehr Sicherheit in Zeiten von Corona.

N I E M O C D N I F D AN R O O D T OU outdoor campus Draußen. Gesund. Trainieren.

Mit dem OUTDOOR CAMPUS von Dr. WOLFF kann es gleich mit dem Training losgehen. 11 neue Geräte für das perfekte funktionale Training an der frischen Luft. Gezielte Workouts für Rücken und Gelenke oder auch komplette Programme für alle Muskelgruppen. Angebote im Einzel- und Gruppentrainingsbereich Outdoor Reha Sport Präventionskurs nach §20 SGB V Outdoor BGM/BGF Mehr auf dr-wolff.de

WOLFF_001_AZ_OUTDOOR_A4_210119.indd 1

22.02.21 09:49


MANAGEMENT | FACHMESSE | ANZEIGE

FIBO 2021 – 4. bis 7. November in Köln

Gut aufgestellt für eine starke Zukunft Die diesjährige FIBO wird vom 4. bis 7. November sowohl vor Ort auf dem Messegelände Köln als auch begleitend digital stattfinden. Im Rahmen der internationalen Leitmesse werden neue, gesundheitsorientierte Studio- und Trainingskonzepte präsentiert, Wachstumschancen der Industrie nach Corona werden gezeigt und die Branche wird mit Best Practices und Zukunftsszenarien durch die Digitale Transformation begleitet.

D

ie gemeinsame Vision, die Fitnessbranche nach der größten Krise ihrer Geschichte in eine starke Zukunft zu führen, steht im Fokus der FIBO. Die weltgrößte Fitnessmesse zeigt vom 4. bis 7. November neue Studio- und Trainingskonzepte sowie Wachstumschancen nach Corona. Ein weiterer Fokus liegt auf individuellen Lösungen für Studiobetreiber, Physiotherapeuten und Trainer, etwa in den Bereichen Digitalisierung, Innovationen seitens der Gerätehersteller oder gesundheitsorientierte Anwendungen. So viele Partner wie nie bringen in diesem Jahr wertvollen Input.

Zum ersten Mal wird die Sibec Europe Teil des umfangreichen Bildungs-, Business- und Networking-Angebots im Rahmen der FIBO. Gemeinsames Ziel ist es, pandemiebedingte Hürden für die Fitnessbranche abzubauen und unter anderem das Reisen in diesem Übergangsjahr wieder einfacher zu machen.

64

Der hochkarätige Kongress für die internationale Fitnessbranche findet vor Ort sowie digital statt und versammelt am ersten Novemberwochenende – als Teil der viertägigen Veranstaltung für Führungskräfte, Experten und Fachleute der Fitness- und Bewegungsbranche – die Entscheider und Experten der europäischen Fitnessbranche. Im Fokus stehen Sessions und Präsentationen von führenden Persönlichkeiten und Experten innerhalb und außerhalb der Fitnessbranche zu allen vier Säulen des „Horizon 2025 Manifest“ von EuropeActive: Gesundheit, Digital, Gemeinschaft & Standards. fitness MANAGEMENT international

03/21

Foto: Behrendt und Rausch

Kooperation zwischen FIBO, EuropeActive und Sibec

Die Sibec Europe, die führende Hosted-Buyer-Veranstaltung für Lieferanten und Betreiber, wird während der „FIBO Woche“ in Köln stattfinden. Die Sibec Europe wird am 3. November, dem Vorabend der FIBO, auch Teil des European Health & Fitness Forum (EHFF) sein, der europäischen Bildungs- und Netzwerkveranstaltung für Branchenführer.


Zusätzlich finden während der „FIBO Woche“ drei weitere der jährlichen EuropeActive-Veranstaltungen statt: das European Fitness Associations Forum (EFAF) am Donnerstag, den 4. November, der President's Councils Summit, ebenfalls am 4. November, und das International Standards Meeting (ISM) am Freitag, den 5. November.

Ganzheitliche Ansätze für Fitness, Gesundheit und Wellness Digital Health, Gesundheit am Arbeitsplatz und Hygiene gehören zu den Topthemen in der Wellness- und Gesundheitsbranche. Mit dem „Meeting Point Health & Wellness“, aktuellen medizinischen Therapie- und Trainingsmethoden im Ausstellungsbereich sowie Expertenvorträgen greift die FIBO diese Themen aus dem Gesundheits- und Wellnesssektor auf. „Fitness leistet auch aus medizinischer Sicht einen unverzichtbaren Beitrag zur Gesundheit der Bevölkerung. Gemeinsam mit unseren Partnern geben wir konkrete Antworten, wie nicht nur Fitnessstudios und Trainer, sondern die gesamte Branche, darunter auch Physiotherapeuten und der Wellnesssektor, nach der Corona-Krise langfristig ihren wirtschaftlichen Erfolg sicherstellen können“, sagt Silke Frank, Event Direktorin der FIBO.

Fokustage: Digitalisierung, BGM und Sportmedizin Der „Meeting Point Health & Wellness“ in Halle 4.2 ist die zentrale Anlaufstelle für Physiotherapeuten, Therapeuten, Studiobetreiber und Trainer. Mit Informationen zu Trendthemen und Weiterbildungsangeboten zum Schwerpunkt Physiotherapie wird den Teilnehmern neues Wissen an die Hand gegeben, das sie zur Gewinnung und Rückgewinnung von Mitgliedern und Kunden nutzen können. Teil des Programms ist aber auch, wie sie neue Trainings- und Therapiekonzepte erfolgreich in ihr Angebot integrieren können. Die Besucher erwarten hier Fokustage zu den wichtigsten Themen der Physiotherapie und Gesundheitsbranche. So steht der erste Messetag am Donnerstag ganz im Zeichen der Herausforderungen und Chancen rund um die Digitalisierung sowie des Zukunftsthemas Betriebliches Gesundheitsmanagement, das durch die Pandemie noch einmal an Fahrt aufgenommen hat. Es geht auf der FIBO um die Frage, wie Gesundheitsprogramme der Zukunft aussehen können, auch vor dem Hintergrund der steigenden Zahl Berufstätiger im Homeoffice. Zudem gibt es Informationen für die Einbindung der Trends in den Bereichen Ernährung, Digital Health, Mental Health, Medical Fitness in das eigene Angebot und die (Rück-) Gewinnung von Mitgliedern oder Kunden. Außerdem werden Weiterbildungsangebote in den Bereichen Therapie und Digitalisierung präsentiert. Am Freitag widmet sich die FIBO mit einem Schwerpunkt der Sportmedizin und Sportphysiotherapie. Unter anderem findet eine Expertenrunde der Deutschen Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention (DGSP) e. V. zum Thema „Exercise is Medicine“ statt. Teilnehmer sind Professor Wilhelm Bloch, Professor Jürgen M. Steinacker und Professor Bernd Wolfarth. Darüber hinaus halten Referenten der sportärztezeitung mehrere Vorträge. 03/21

fitness MANAGEMENT international

Am Sonntag schafft die FIBO mit den Fokusthemen Fitness und Wellness eine Schnittstelle zu den Endverbrauchern, denn auch diese suchen nach neuen Anregungen und Informationen für einen gesunden Lebensstil.

Wellness und Spa Integrativer Bestandteil des Angebots rund um gesundheitsorientierte Anwendungen ist der Bereich Wellness und Spa, der ebenfalls im Fokus des „Meeting Point Health & Wellness“ steht. Dabei arbeitet die FIBO erstmals mit dem SpaCamp zusammen, um neue Zielgruppen anzusprechen und die Bereiche Wellness und Gesundheit noch enger zu vernetzen. Die Fachveranstaltung SpaCamp ist als impulsgebende, unabhängige Ideenwerkstatt seit 2010 Pionier für die Themen Spa, Wellness und Gesundheit. Zudem werden an allen vier Messetagen erneut die Ansprechpartner des Deutschen Wellness Verbands mit individueller Beratung rund um Wellness und Spa zur Verfügung stehen. Am 7. November werden hier außerdem die Gewinner der Wellness & Spa Innovation Awards 2021 präsentiert.

Neue Partner, neue Themen, neue Zielgruppen Die Anzahl der Partner aus den Bereichen Gesundheit, Fitness, Wellness und Hotellerie, die in diesem Jahr an der FIBO mitwirken, ist so groß wie nie zuvor: die DGSP, die sportärztezeitung, der Georg Thieme Verlag, der Bundesverband Betriebliches Gesundheitsmanagement, der Verlag für Prävention & Gesundheit, der Deutsche Wellness Verband und der Berufsverband der Yogalehrenden. Sie alle tragen mit ihrer Expertise dazu bei, die Branche nach Corona weiter voranzubringen und sprechen neue Zielgruppen an. In den Hallen 1, 4.2 sowie 5.2 zeigen zahlreiche Aussteller Innovationen, Konzepte und Best Practices für den Fitness-, Wellness- und Gesundheitsmarkt. Organisierte Führungen durch die Messehallen helfen, sich hier gezielt zu orientieren. So wird es unter anderem Guided Tours zu den Themen Physiotherapie und Hotellerie geben.

Technologien entlasten das zukünftige Gesundheitssystem Im Rahmen der digitalen FIBO, die die Messe in Köln begleitet, werden auch Inhalte des Aufstiegskongresses digital präsentiert. Der Kongress bietet ein hochwertiges Programm mit aktuellen Themen, darunter Training, Ernährung und Betriebliches Gesundheitsmanagement. Im November bauen die FIBO und Europas führende Konferenz für Fitnesstechnologie, der FitTech Summit, ihre Partnerschaft weiter aus und greifen dabei verschiedene Zukunftsthemen auf. Die Synergien zwischen ganzheitlicher Gesundheit und Fitness gehören dazu. Diskutiert wird hier zum Beispiel die Frage, wie Technologien unser zukünftiges Gesundheitssystem entlasten können.

4. bis 7. November 2021 www.fibo.com

65


MANAGEMENT | FACHKONGRESS | ANZEIGE

Fotos: DHfPG/BSA

Aufstiegskongress 2021

Seien Sie dabei – digital und vor Ort In diesem Jahr findet der Aufstiegskongress am 8. und 9. Oktober voraussichtlich wieder im m:con Congress Center Rosengarten statt, gleichzeitig können die Inhalte auch digital abgerufen werden. Der Kongress steht dieses Jahr unter dem Motto: „COME BACK better & stronger“. Denn die Frage, wie Krisen erfolgreich überwunden werden können, beschäftigt wohl alle Unternehmen der Fitness- und Gesundheitsbranche aktuell am meisten.

K

ein Thema beschäftigt die Branche wohl so sehr wie die anhaltende Corona-Krise und die damit verbundenen behördlich angeordneten Schließungen von Fitness- und Gesundheitsstudios. Auch die Vorträge des Aufstiegskongresses konnten im vergangenen Jahr ausschließlich digital angeboten werden. Nun hoffen die Veranstalter – die Deutsche Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement (DHfPG), die BSA-Akademie und die BSA-Zert – in diesem Jahr den Kongress wieder vor Ort stattfinden zu lassen. Gleichzeitig werden die Vorträge erneut digital abrufbar sein.

Beispielsweise spricht der Sportwissenschaftler Marcel Reuter in seinem Vortrag darüber, wie die Myokinbildung und somit auch die Gesundheit durch die Trainingsgestaltung positiv beeinflusst werden können. Wie man in Zeiten von Corona digitale Neukundengewinnung betreibt, erfahren Interessierte im Vortrag des (Online-)Marketing-Experten Pascal Kühnhenrich. Manuela Reusing zeigt den Zuhörenden, wie sie Kunden/-innen begeistern können, indem sie auch zukünftig ihren PräsenzKursplan intelligent mit digitalen Angeboten erweitern.

„COME BACK better & stronger“

Der Aufstiegskongress ist auch in diesem Jahr eines der wichtigsten Events der Branche. Informieren Sie sich und Ihre Mitarbeiter am 8. und 9. Oktober 2021 vor Ort in Mannheim und digital in spannenden Vorträgen von anerkannten Referenten über die neuesten Entwicklungen der Fitness- und Gesundheitsbranche.

Egal welche Ursache eine Krise hat, Unternehmer/-innen stellen sich immer die Frage, wie sie diese überwinden können und nach ihrem „Comeback“ besser und stärker werden. Mit welchen Strategien man schwierige Situationen bestmöglich meistert und wie eine erfolgreiche Weiterqualifikation und Positionierung für die Zukunft gelingt, wird ein zentrales Thema des diesjährigen Aufstiegskongresses unter dem Motto „COME BACK better & stronger“.

Das Programm – vielfältig, hochinformativ und aktuell Renommierte Referenten/-innen beschäftigen sich in ihren Vorträgen u. a. zu Gruppentraining, Ernährung und Management auf unterschiedliche Weise damit, wie Fitness- und Gesundheitsstudios wieder zurück auf die Erfolgsspur finden und Krisen bewältigen können.

66

Save the date

Mit dem Newsletter immer up to date Melden Sie sich auf der Kongresswebseite für den kostenfreien Newsletter an oder folgen Sie uns auf Facebook. So bleiben Sie immer aktuell informiert. Ab sofort sind erste Infos zum Programm und zu den Referenten/-innen auf der Kongresswebseite verfügbar. www.aufstiegskongress.de facebook.de/aufstiegskongress fitness MANAGEMENT international

03/21


MANAGEMENT | INTERVIEW | ANZEIGE

Interview mit Ralph Scholz, CEO der neuen B2B-Fachmesse FitnessConnected

„Zum Restart brauchen wir Innovationen!“

Foto: LeisureConnected

70

fitness MANAGEMENT international

03/21


„Fachmesse neu denken“ – so lautet die Vision von Ralph Scholz. Der FitnessConnected Gründer hat eine spezialisierte und qualitativ hochwertige B2B-Veranstaltung konzipiert, die Entscheider aus allen Bereichen des Fitness-, Sport- und Gesundheitsmarktes miteinander vernetzen soll. Die für November geplante dreitägige internationale Realmesse in den Messehallen München wird dabei ganzjährig von einer Online-Innovationsplattform begleitet, auf der Aussteller ihre Produkte und Services ab sofort präsentieren können. Im Interview mit fitness MANAGEMENT international erklärt Ralph Scholz, warum dieses innovative Konzept eine zukunftsfähige Lösung für die schwer gebeutelte Fitnesswirtschaft ist. fMi: Herr Scholz, warum brauchen wir gerade jetzt Innovationen? Ralph Scholz: Die „Eckdaten der deutschen Fitness-Wirtschaft 2021“ des DSSV e. V. zeigen eindrücklich, dass dringend neue Lösungen gefragt sind. Infolge der Corona-Pandemie sind Mitglieder- und Anlagenzahlen ebenso wie der Branchenumsatz gesunken. Gleichzeitig hat die Digitalisierung an Fahrt aufgenommen und der Fokus liegt noch stärker auf Gesundheitsorientierung und auf der Qualität von Angeboten. Es wird also nicht ausreichen, nur die Studios wieder zu öffnen. Man muss auch neue Anreize bieten – zum Restart brauchen wir Innovationen! Speziell die Fitnessindustrie braucht günstige Möglichkeiten, um Innovation zu kommunizieren – über ihren Bestandsbereich hinaus. Und die Fitnessstudios benötigen eine Gelegenheit, um zu erfahren: „Wie investiere ich eigentlich richtig in die Zukunft oder wie bereite ich mich auch auf die Phase nach Corona vor?“ Dafür haben Sie lancierend zur Fachmesse eine ganzjährige webbasierte Innovationsplattform ins Leben gerufen. Wie unterstützt diese genau? Wir von FitnessConnected glauben, dass Innovationen der Branche helfen, schneller wieder „in Gang“ zu kommen. Und wir glauben auch, dass diese Innovationen so schnell wie möglich kommuniziert werden sollten – auch unabhängig von einem fixen Messetermin. Deswegen ist jetzt genau der richtige Zeitpunkt, diese Innovationsplattform auf den Markt zu bringen. Als reines Online-Format ergänzt sie unsere neue Fachmesse sehr gut, weil unterschiedliche Aufgabenstellungen verfolgt werden: Die Innovationsplattform ermöglicht orts- und zeitunabhängig eine schnelle Information und Verfügbarkeit, während es unsere Präsenz-Fachmesse im November ausmacht, dass sich hier Menschen live treffen und Produkte erleben können. Was ist jetzt der Unterschied zu einer sogenannten hybriden Messe? Der Unterschied liegt darin, dass wir mit unserer Innovationsplattform ganzjährig für hohe Aufmerksamkeit sorgen. Denn sonst wird meistens nur in den Wochen vor und nach einer Messe sehr viel Geld in eine Webpräsenz investiert und dieser hohe Traffic dann nicht mehr genutzt. Also liegt es nahe, diesen „Grund-Traffic“ auf das ganze Jahr auszuweiten – in Form einer Online-Plattform. 03/21

fitness MANAGEMENT international

Dort informieren wir die Community proaktiv in regelmäßigen Abständen über neue Produkte, Services und Konzepte und wir werden so auch zum Innovationsbeschleuniger. So wichtige Dinge wie zwischenmenschlicher Kontakt und Vertrauensaufbau, die online nicht abgebildet werden können, ermöglichen wir dafür an den drei Tagen Fachmesse in München. Der Schwerpunkt dieser Ausgabe der fMi ist „Digitales Studiomanagement“. Warum ist dieses Thema in Ihren Augen wichtig und wie berücksichtigen Sie es bei FitnessConnected? Corona hat die Frage stark forciert: „Wie kann ich Menschen zu Hause mit digitalen Angeboten ‚abholen’?“ Die Fitnessindustrie muss sich noch stärker damit beschäftigen, dass es künftig nicht nur das stationäre Angebot gibt, sondern eben auch Homefitness und auch andere digitale Fitnessangebote. Die entscheidende Frage ist: Wie schaffen es Fitnessstudiobetreiber, digitale Lösungen anzubieten und gleichzeitig die Mitglieder im Studio zu halten? Damit befassen wir uns auch intensiv bei FitnessConnected, unter anderem in der Kategorie „Digital Solutions“ auf unserer Innovationsplattform und auch im umfassenden Rahmenprogramm unserer Realmesse. FitnessConnected will die Fitness-, Gesundheits- und Sportindustrie stärker miteinander vernetzen. Warum? Haupterlös der Fitnesswirtschaft ist nach wie vor die klassische Mitgliedschaft. Künftig muss es daneben noch mehr Wertschöpfungspotenziale geben, um wirtschaftlich zu sein. Der Customer Value jedes Mitglieds muss erhöht werden – und das geht eben nur über Zusatzleistungen. Deswegen ist unser Konzept interdisziplinär aufgebaut. Die internationale Fachmesse FitnessConnected ist für November 2021 als Realmesse geplant. Wie wollen Sie das umsetzen? FitnessConnected steht für Planbarkeit, Zuverlässigkeit und Zukunftsfähigkeit – auch in schwierigen Zeiten. Diese Werte setzen wir bei der Realmesse mit einem flexiblen und fairen Pandemiekonzept um. Zum Beispiel haben wir eine besonders großzügige Hallen- und Gangplanung, verzichten auf Shows an den Ständen und bieten kostenlose Schnelltests an. Es gibt auch situationsspezifische Stornierungsmöglichkeiten. Wir sind auf alle Eventualitäten vorbereitet und freuen uns auf eine tolle Veranstaltung! www.fitness-connected.com

71


MANAGEMENT | DIGITALE LÖSUNGEN | ANZEIGE Foto: Aidoo Software GmbH

Interview mit Andreas Küsters, Geschäftsführer Aidoo Software GmbH

„Bereit für die Zukunft unserer Branche“

W

ie digital ist die Fitness- und Gesundheitsbranche? Wo geht die Reise hin? Geschäftsführer Andreas Küsters erläutert die Perspektiven der Branche und die Kompetenzen von Aidoo. fMi: Wie weit ist Ihrer Einschätzung nach die Digitalisierung der Fitness- und Gesundheitsbranche fortgeschritten und wie groß, schätzen Sie, ist der Teil der Branche, der noch Nachholbedarf hat? Andreas Küsters: Der Begriff „Digitalisierung“ hat ein sehr weites Bedeutungsspektrum. Grundsätzlich hat die Nutzung von digitalen Inhalten und Lösungen in nahezu allen Lebensbereichen Einzug gehalten. Gerade in der Corona-Zeit hat die Digitalisierung weiteren Aufwind erhalten. Viele unserer Kunden bereiten sich mit für sie geeigneten Maßnahmen auf die von uns allen ersehnte Wiedereröffnung vor. In allen Bereichen, vom kontaktlosen Check-in bis zum automatisierten Systembistro mit integrierten Buchungsfunktionen für den Bistroverkauf, bieten wir passgenaue Lösungen. Darüber hinaus spielen Online-Angebote, wie z. B. Online-Vertragsabschlüsse sowie Termin- und Kursbuchungen, eine wichtige Rolle. In all diesen Bereichen haben die meisten Anlagen das Potenzial, ihre Effektivität und Wirtschaftlichkeit zu steigern. Und dabei stehen wir gern beratend zur Seite. In welchen Bereichen brauchen Fitness- und Gesundheitsanbieter bei der Digitalen Transformation am meisten Unterstützung und warum ist das so? Die Hauptthemen bei der Digitalen Transformation sind das Marketing, mit den Schwerpunkten Leistungskommunikation und digitalisierter Verkauf von Mitgliedschaften, sowie die Strukturierung von personalintensiven Bereichen, wie Bistro, Trainingsfläche und Verwaltung. Digitale Inhalte und Strukturen sind bestens geeignet, Abläufe zu optimieren und Mitarbeiter effektiv in die Kundenbetreuung einzubinden. Eine Digitale Transformation als Selbstzweck macht jedoch keinen Sinn. Sie sollte immer zielgerichtet eingesetzt werden. Jeder Betreiber sollte hinterfragen, wie digital er werden möchte und welche Form sowie welcher Umfang der Digitalisierung zu seiner Philosophie passt. Die innovativen Aidoo Lösungen schaffen dafür beste Voraussetzungen. Wir bieten unseren Kunden und Interessenten an, gemeinsam die Unternehmensbereiche zu analysieren und das Digitalisierungspotenzial aufzudecken.

72

Mit welchen Angeboten bedient Aidoo Software diese Nachfrage der Branche? Unsere Kernkompetenz in der Softwareentwicklung liegt in der Umsetzung von zielgerichteten Funktionen, die alle Bereiche und Arbeitsprozesse einer modernen Fitness- und Gesundheitsanlage organisieren und unterstützen. Unser Credo in der Beziehung zu unseren Kunden, der Industrie und unseren Mitarbeitern ist dabei die Leidenschaft und Begeisterung, die uns alle „fairbindet“. Immer auf Augenhöhe, fair und lösungsorientiert. Unser Aidoo Leistungsspektrum besteht aus den Säulen der Verwaltungs- und Managementsoftware, der Aidoo Onlinewelt, dem Mitgliedermanagement und der Einbindung von sinnvoller Hardware als ideale Ergänzung für professionelle Arbeitsabläufe. Dabei sind diese Module bei Weitem keine Stand-alone-Produkte, sondern immer Bestandteil marktgerechter Gesamtkonzepte, wie z. B. das Aidoo Systembistro. Inwiefern wird die Digitalisierung die Fitness- und Gesundheitsbranche aus Ihrer Sicht weiter verändern und wie bereitet das Unternehmen Aidoo Software sich und seine Partner darauf vor? In unserer Fitness- und Gesundheitsbranche hat die Digitalisierung sehr an Geschwindigkeit zugelegt. Dies wird einen spürbar positiven Einfluss auf die Arbeitsabläufe, die Kundenbetreuung, das Marketing und nicht zuletzt auf die Wahrnehmung von Trainingsangeboten haben. Die digitale Zukunft ist bereits heute Realität und die Reise wird weitergehen. Die solide Basis für alle digitalen Aktivitäten bildet eine moderne Studiomanagementsoftware, die den heutigen und zukünftigen Anforderungen gewachsen ist. Durch den intensiven Austausch mit unseren Kunden und das Netzwerken sind wir in der Lage, Markttrends frühzeitig zu erkennen und durch unsere stetige Entwicklung umzusetzen. Software und digitale Lösungen sind organisch, sie verändern und entwickeln sich ständig. Wir sind bereit und freuen uns auf die Zukunft unserer Branche.

Aidoo Software GmbH Borkener Str. 50 b | D-46284 Dorsten Tel.: +49 2853 8 999 000 kuesters@aidoo.de | kontakt@aidoo.de facebook.com/aidoosoftware/ www.aidoo.de fitness MANAGEMENT international

03/21


ICH HAB'S!

#FITEINANDER ABHEBEN

T Z T E J IR HOL1OD O JEK T R-PRO E M M SO R ON O MME OM/S EINS V .C O S I C W W. A AUF W

DAS SOMMERPROJEKT ZUR NEUKUNDENGEWINNUNG!

EN*

*Ohne weitere Verpflichtungen, nur ein Club im Einzugsgebiet von 50.000 Einwohnern, Start der Umsetzung ab 1. Juli 2021.

/

8 Wochen Erfolg für 1.990,- €

599,-

Bei Buchung noch im Lockdown sind die Kosten über die Überbrückungshilfe III förderfähig. Gerne beraten wir Dich dazu!

KONTAKT: info@aciso.com 089 - 45 09 81 30

www.aciso.com


MANAGEMENT | DIGITALISIERUNG | ANZEIGE

Mit CyberFitness zum digitalen Fitnessanbieter

Warum jetzt die Zeit für virtuelle Fitness ist Das Schlagwort „Digitalisierung“ schwebt nicht erst seit gestern einem Damoklesschwert gleich über der Fitnessbranche. Der große Druck, auch tatsächlich in digitale Angebote zu investieren, fehlte jedoch lange: Das hat sich im letzten Jahr grundlegend geändert und eine Investition ist dank staatlicher Fördermöglichkeiten jetzt so sinnvoll wie noch nie. Das Münsteraner Unternehmen CyberFitness bietet im Bereich „Virtuelle Fitness“ mit CyberFitnessPRO eine riesige Auswahl und innovative All-in-one-Lösungen, die sich kinderleicht ins eigene Studio integrieren lassen.

F

ür Betreiber von Fitnessstudios dreht sich seit jeher alles um nur zwei Punkte: Mitglieder gewinnen und Mitglieder halten. Diese beiden Ziele gestalten sich seit mehr als zwölf Monaten als sehr herausfordernd. Zeit, neue Wege zu gehen.

können im Rahmen der Überbrückungshilfe III einmalig bis zu 20.000 Euro für Digitalisierungszwecke zur Erstattung angegeben werden. Darunter fällt natürlich auch das Angebot des CyberFitnessPRO.

Viel mehr als eine Notlösung Die Vorteile virtueller Fitness liegen auf der Hand: modernes Image, stärkere Kursraumauslastung, erweiterte Angebotspalette und Marketingmöglichkeiten, die für Aufmerksamkeit sorgen. CyberFitnessPRO bietet Studiobetreibern in diesem Bereich professionelle technische wie inhaltliche Angebote. Eines dieser Angebote ist die brandneue CyberStation, eine hochmobile und hochmodifizierbare Plug-and-play-Anlage für virtuelle Kurse – die auch ganz ohne Kursraum auskommen kann! Platzsparend, fast überall einsetzbar und im eigenen Wunschdesign. Damit lassen sich mittels eines 55 Zoll Touchscreens hunderte Kurse (Cycling, Yoga, BBP, Jumping, Step Aerobic u. v. a. m.) kinderleicht abspielen.

In wirtschaftlich unsicheren Zeiten zu investieren, fällt schwer. Das hat auch die Politik erkannt und unterstützt seit September 2020 kleine und mittlere Unternehmen (KMU) mit dem Programm „Digital Jetzt – Investitionsförderung für KMU“ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) mit Fördergeldern in Höhe von bis zu 50.000 Euro. Außerdem

74

Fotos: CyberConcept GmbH

Förderungsangebote jetzt nutzen CyberConcept GmbH Dieckstraße 71-75 48145 Münster hallo@cyberconcept.de

fitness MANAGEMENT international

03/21


Trainer stark machen nur beim Original!

NEU: DIGITALE PRÄSENZPHASEN Nebenberuflich Mitarbeiter qualifizieren mit staatlich geprüften und zugelassenen Lehr­ gängen. Das Absolvieren von Präsenzphasen ist nun auch in digitaler Form möglich. Jetzt näher informieren!

BSA-Akademie Prävention, Fitness, Gesundheit

School for Health Management

bsa-akademie.de/fmi


MANAGEMENT | EXISTENZGRÜNDUNG I ANZEIGE

Die Krise als Chance nutzen

Erfolgreiche Existenzgründung in der EMS-Branche

Foto: miha bodytec GmbH

EMS-Training ist vom deutschen Fitnessmarkt nicht mehr wegzudenken. In den vergangenen Jahren hat das EMS-Segment Steigerungen u. a. im Gesamtmarktanteil und bei der Mitgliederzahl verzeichnen können. Diese positiven Tendenzen kann auch die CoronaPandemie nicht schmälern. Trotz teilweise sinkender Mitgliederzahlen in vielen klassischen Fitnessanlagen und eines Rückgangs der Gesamtstudiozahl in Deutschland hat sich das Konzept des EMS-Studios weitestgehend als krisensicher erwiesen. Eine positive Nachricht für alle, die den Schritt in die Existenzgründung wagen wollen.

D

ie auffallend gute Positionierung des Angebotes von EMS-Anlagen wurde nicht nur mit den Umfrageergebnissen der DSSV-Studie „Wirtschaftliche und strukturelle Auswirkungen von Covid-19 auf die Fitness- und Gesundheitsbranche“ zum Stichtag 30. Juni 2020 belegt. Das hochwertige Personal Training hat sich, als einer der wenigen Bereiche, während der Pandemie bemerkenswert positiv entwickelt. Eine Studie der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement (DHfPG) bestätigt zudem, dass das Dienstleistungsmodell von EMS-Studios während der coronabedingten Schließungen oftmals zur Solidarisierung der Mitglieder mit ihrem Studio geführt hat. Mitglieder fühlten sich in den EMSAnlagen – im Vergleich zu anderen Segmenten – besser betreut.

76

Dies ist auch ein Grund dafür, dass sich EMS-Studios nach dem ersten Lockdown am schnellsten erholt haben und damit konkurrenzlos an den Ergebnissen aller anderen Fitnesseinrichtungen „vorbeigezogen“ sind. Vielerorts konnten EMSStudios sogar während der behördlich angeordneten Schließungen ihren Betrieb mit Sondergenehmigung weiterführen. Es verwundert daher nicht, dass auch die Ergebnisse der „Eckdaten der deutschen Fitness-Wirtschaft 2021“ des DSSV für das EMS-Segment relativ positiv ausgefallen sind. Mit einem Gesamtmarktanteil von 14,8 Prozent aller Fitness- und Gesundheitsanlagen in Deutschland konnte eine Steigerung von einem Prozentpunkt gegenüber dem Vorjahr erreicht werden. fitness MANAGEMENT international

03/21


Auch die Mitgliederzahl hat sich, wie auch in den Vorjahren, kontinuierlich erhöht. Das EMS-Segment präsentiert sich weiterhin als Wachstumsmarkt.

Krisensicheres Training Eine tiefergehende Analyse belegt die Gründe hierfür: Beim EMS-Training befinden sich nur wenige Personen zeitgleich in der Einrichtung und die Verweildauer ist mit 30 Minuten verhältnismäßig kurz. Damit sinkt die Angst der Kunden vor einer möglichen Virenübertragung auf ein kalkulierbares Minimum. EMS-Training verläuft immer über Terminvergabe. Soll heißen: keine Warteschlangen vor den Studios und damit auch keine unnötige Verbreitung von Viren. EMS-Training besticht mit einfachen, aber maximal sicheren Hygieneregeln – das schafft zusätzlich Vertrauen bei den Kunden. EMS-Training stärkt nicht nur die Muskulatur, sondern auch das gefährdete Immunsystem. Damit kann der Kunde auf natürliche Weise und unabhängig vom Alter aktiv das Risiko für eine Erkrankung senken. Auch für dieses Jahr wird für den EMS-Markt ein deutlicher Nachfrageschub erwartet. Homefitness ist für viele Kunden keine nachhaltig funktionierende Lösung – und die vorgenannten Gründe werden nach der Wiedereröffnung zur weiteren Steigerung der Popularität dieser Trainingsform beitragen. Die zunehmende Nachfrage nach kompetenten und qualifizierten EMS-Anbietern macht dieses Segment besonders für Gründer interessant. Der schnell wachsende Markt bietet Neueinsteigern zahlreiche Möglichkeiten und Chancen.

Existenzgründung als Alternative zum Beschäftigungsverhältnis Immer mehr Menschen in Deutschland denken über eine berufliche Selbstständigkeit nach. Viele Gründungswillige eint der Wunsch nach beruflicher Freiheit und Unabhängigkeit, nach Selbstverwirklichung und vollständiger Kontrolle über die eigene Lebenszeit. Auch die Aussicht auf finanziellen Wohlstand kann ein Anlass für die Gründung eines eigenen Unternehmens sein. Der Schritt in die Selbstständigkeit ist immer mit Risiken verbunden, die eine ganz andere Dimension einnehmen als ein gewöhnlicher Wechsel der Arbeitsstelle. Deshalb sollte dieser Schritt wohlüberlegt und gut geplant sein. Eine selbstständige Tätigkeit kann gegenüber einem abhängigen Arbeitsverhältnis auch viele Vorteile mit sich bringen. Hierzu zählen insbesondere die folgenden Punkte: • Wirtschaftliche Unabhängigkeit und keine Anweisungen durch Vorgesetzte • Erhöhung des Einkommens

03/21

fitness MANAGEMENT international

• Freie Zeiteinteilung hinsichtlich der eigenen Arbeitszeiten • Verwirklichung eigener Ideen und Entfaltung der eigenen Kreativität • Nutzen steuerlicher Vorteile • Einbringen sämtlicher persönlicher Erfahrungen möglich • Hobby zum Beruf machen

Das eigene EMS-Studio als Einstieg in den Zukunftsmarkt Gesundheit Im Hinblick auf die Frage, in welcher Branche man als Existenzgründer aktiv werden soll, lassen sich die meisten Gründungswilligen von den eigenen Interessen bzw. der eigenen beruflichen Vorprägung leiten. Das stetige Wachstum der Fitness- und Gesundheitsbranche lässt den Markt auch für viele Start-upGründer attraktiv erscheinen – insbesondere dann, wenn man bereits im Vorfeld als Mitglied oder Angestellter mit der „Materie“ in Kontakt getreten ist. Umgekehrt steigt jedoch auch die Zahl der Studioinhaber, die von der Entwicklung des Marktes als Quereinsteiger profitieren wollen. Wer eine eigene Existenz in der Fitness- und Gesundheitsbranche aufbauen will, dem bietet aktuell vor allem ein Segment attraktive Möglichkeiten: der EMS-Markt.

Branchenspezifische Besonderheiten in der EMS-Branche Neben einer steigenden Nachfrage nach dem effektiven Ganzkörpertraining gibt es weitere Faktoren, die den EMS-Markt für Gründer immer interessanter werden lassen. Gerade in diesem Segment bieten zahlreiche Franchise- und Lizenzsysteme schlüsselfertige Konzepte an, die Existenzgründer in allen Bereichen professionell unterstützen können. Hier wird es Selbstständigen also ermöglicht, von der Erfahrung und der Reichweite etablierter Konzepte zu profitieren. Darüber hinaus bietet ein EMS-Studio als klassischer Vertreter des Mikrostudios die Vorteile eines überschaubaren Investitionsvolumens und eines geringen Flächenbedarfs. Genau diese beiden Aspekte können den Aufbau eines konventionellen Studios für Existenzgründer erheblich erschweren. EMS-Konzepte greifen zudem den technischen und digitalen Trend auf und bieten den Kunden diverse Vorteile. EMS-Studios benötigen aufgrund ihres tendenziell hochpreisigen Spezialangebots außerdem weniger Mitglieder, um die Gewinnschwelle zu erreichen.

Mit Rückenwind die Selbstständigkeit wagen Der EMS-Markt bleibt also trotz der Corona-Krise stabil und bietet Unternehmern oder Existenzgründern nach wie vor ein riesiges Potenzial: Neben der individuellen Betreuung und den kurzen Trainingseinheiten untermauert das EMS-Training derzeit vor allem aufgrund seiner sicheren Trainingsform seinen Status als krisensichere Investition. Diesen Rückenwind sollten Sie jetzt gewinnbringend nutzen. Der direkte Weg zu Ihrem erfolgreichen EMS-Studio führt über: www.yourownbigthing.de

77


MANAGEMENT | FORDERUNGSMANAGEMENT | ANZEIGE

Foto: Lowell Group | Fotograf: André Lössel

Mit einem debitorenbezogenen Forderungsmanagement erfolgreich durch die Krise

Liquidität professionell sichern Unternehmen mit vielen Stammkunden, die regelmäßig Leistungen abfordern und dafür zahlen, haben viele Vorteile, wenn es um Liquidität und Planungssicherheit geht. Langfristige Verträge und regelmäßiger Zahlungseingang sind im Optimalfall ein Garant für stabile Finanzen. Doch während einer Pandemie kehrt sich das schnell ins Gegenteil um. Die Fitnessbranche wurde von der COVID-19-Pandemie hart getroffen. Studios mussten monatelang schließen und verärgerte Mitglieder verlangten ihre oft bereits abgebuchten Beiträge zurück. Erfahren Sie, wie ein professionelles Forderungsmanagement den Studios in der Krise helfen kann.

A

ls Folge des ersten Lockdowns waren die Kunden von Fitnessstudios plötzlich nicht mehr dazu verpflichtet, ihre monatlichen Beiträge zu zahlen. Viele rechtliche Fragen, die infolge der verordneten Schließungen auftraten, wurden nicht geregelt und zahlreiche Mitglieder nutzten das als Chance, ihren Vertrag zu kündigen. Durch freundliche Ansprache der Konsumenten kann auch in Krisenzeiten effektives Forderungsmanagement betrieben werden – Stichwort: Debitorenmanagement.

Professionelles Debitorenmanagement: auch während einer Krise von Vorteil Die Auswirkungen der Pandemie sind für Unternehmen in vielerlei Hinsicht gefährlich. Neben den grundsätzlichen gesundheitlichen Risiken für die beteiligten Menschen werden Mitarbeiter, Kunden und Geschäftspartner gleichermaßen verunsichert. Nicht zuletzt deshalb erschallten während der Corona-Pandemie die Hilferufe aus so vielen verschiedenen Branchen. In einer Pandemie sind Unternehmen von staatlichen Interventionen betroffen, zugleich erfahren sie aber auch ein verändertes Verhalten der Kunden. Die Kaufkraft und die Kaufbereitschaft schrumpfen und viele Waren und Dienstleistungen können nicht mehr beansprucht werden.

78

Trotzdem sollten Sie als Unternehmer dafür Sorge tragen, dass diese veränderten Bedingungen nicht Ihre Existenz gefährden. Gemäß den gültigen rechtlichen Rahmenbedingungen dürfen Sie auch unter den Umständen einer Pandemie darauf beharren, dass Ihre Kunden pünktlich und vollständig zahlen. Ein professionelles Forderungsmanagement kann Ihnen dabei helfen. Die Vorteile liegen auf der Hand: Bonitätsprüfungen vermeiden Zahlungsausfälle und wirken präventiv Schnelles und rechtssicheres Handeln bei Zahlungsverzug beschleunigt den Inkassoprozess Debitorenbuchhaltung kümmert sich um Verwaltung der Kunden und Forderungen Geschultes Personal findet gemeinsam mit dem Schuldner Lösungen Notfalls hilft ein Forderungsmanagement bei Mahnverfahren und Gerichtsprozessen

Ausnahmesituation Pandemie Ähnlich wie viele andere Dienstleister durften auch Fitnessstudios während des ersten Lockdowns teils monatelang nicht öffnen. Die Ansteckungsgefahr war zu hoch und der Gesetzgeber versuchte so, die Gesundheit seiner Bürger zu schützen. Die wirtschaftlichen Folgen für die Studios waren immens. fitness MANAGEMENT international

03/21


Viele Kostenpositionen – etwa Mieten und Pachten – liefen weiter und auch Personalkosten blieben bestehen. Zwar war kein täglicher Publikumsverkehr mehr zu betreuen, doch zugleich mussten die Studiobetreiber um die monatlichen Gebühren der Studiomitglieder fürchten. Denn rein rechtlich hatten diese einen Anspruch auf Erstattung, wenn die vertraglich vereinbarte Leistung nicht erbracht werden konnte. Die meisten Studios reagierten auf die Ausnahmesituation des Lockdowns mit Kulanzlösungen. Beiträge wurden erstattet, Laufzeiten einvernehmlich verlängert oder man bat um freiwillige Weiterzahlung. Zugleich versuchten viele Kunden aber auch, den Lockdown als Chance zu nutzen, sich aus langfristigen Verträgen auszulösen. Vorsicht bei Vereinsmitgliedschaften: Wer Mitglied in einem Verein ist, zahlt laut Satzung meist nicht für die Inanspruchnahme einer bestimmten Leistung, sondern für den Fortbestand des Vereins als solchen. Muss also ein Sportverein seine Kurse wegen der Pandemie absagen, ist dies in der Regel noch kein Grund, die Beiträge nicht mehr zu zahlen.

Warum Zahlungsausfälle in der Pandemie die Fitnessbranche treffen Die Auswirkungen der Pandemie treffen Fitnessstudios aus mehreren Gründen hart. Zum einen fehlen die Mittel aus den laufenden monatlichen Beiträgen, wenn diese pausieren. Außerdem konnten im Lockdown keine neuen Mitglieder geworben werden. Zwei finanzielle Säulen der Fitness- und Gesundheitsbranche brachen weg. Bestandsmitglieder, die im Lockdown nicht mehr zahlen wollten oder konnten, versuchten außerdem, mit Hinweis auf die Pandemie aus ihren Verträgen entlassen zu werden. Viele Studios gaben dem nach – auch aus Unsicherheit bezüglich der Rechtslage.

Kein Passus im Vertrag Tatsächlich enthalten Verträge von Fitnessstudios oft keine Passagen, die sich mit den Auswirkungen einer Pandemie oder staatlicher Intervention befassen. Auch aus diesem Grund gab es während der Corona-Pandemie so viele Diskussionen zwischen den Studios und ihren Mitgliedern. Ein anderes Phänomen zeigte sich nach dem ersten Lockdown. Viele Menschen wollten sich angesichts der Pandemie wieder öfter sportlich betätigen und meldeten sich im Fitnessstudio an. Zunächst ein Segen für die gebeutelten Studiobetreiber. Doch viele der plötzlich Sportbegeisterten kamen nur wenige Male ins Studio und stellten dann sowohl Training als auch Zahlungen ein, obwohl die Verträge wie üblich über längere Zeitspannen geschlossen wurden. Die Studiobetreiber haben aufgrund der Pandemie also an vielen Fronten zu kämpfen. Nur mit einem guten Debitorenund Forderungsmanagement können sie sich behaupten gegen ... frustrierte Mitglieder, die auch nach dem Lockdown nicht mehr zahlen wollen. Kunden, die die Pandemie als Vorwand nutzen, um aus ihrem Vertrag herauszukommen. zahlungsunwillige Neumitglieder, die ihre Verträge doch wieder kündigen möchten. 03/21

fitness MANAGEMENT international

Keine eigenmächtige Anpassung des Vertrags Wegen der Schließung der Studios in der Pandemie verliert der geschlossene Vertrag nicht seine Gültigkeit. Weder dürfen Kunden ihn einfach außerordentlich kündigen, noch dürfen Studios ihn eigenmächtig um die Zeit des Lockdowns verlängern. Das kann nur in Absprache mit dem Kunden geschehen.

So hilft Forderungsmanagement den Studios während und nach der Pandemie Gegen ungerechtfertigte Kündigungen und die damit verbundene Einstellung der Beitragszahlungen sollten Studiobetreiber effektiv und bestimmt vorgehen. Dabei hilft am besten ein starker Partner aus dem Bereich des professionellen Forderungsmanagements – sowohl während einer Pandemie als auch danach.

Verbesserte Liquidität Viele professionelle Debitorenmanagementservices verbessern die Liquidität Ihres Studios, indem überfällige Forderungen oder sogar ganze Verträge Ihnen abgekauft werden. So erhalten Sie sofort Geld und haben mit dem eigentlichen Forderungsprozess gar nichts mehr zu tun. Das schont Zeit und Nerven und bringt sofort Liquidität aufs Unternehmenskonto – ideal in Zeiten einer Pandemie.

Optimiertes Mahnwesen Sämtliche Schritte eines Forderungsmanagements werden verzugsfrei und sehr effektiv durchgeführt. Von der ersten Zahlungserinnerung bis zum klärenden Telefonat mit dem Schuldner übernimmt der Dienstleister die Kommunikation mit dem Kunden – in einer Pandemie ebenso wie davor oder danach.

Kundenorientierte Kommunikation Vor allem bürgernahe Dienstleister wie Fitnessstudios wollen keinen Zwist mit ihren Kunden. Gegenseitiges Verständnis – gerade in einer Pandemie – ist die Voraussetzung für ein gutes Miteinander. Professionelle Forderungsmanager wissen das und agieren stets im Sinne des Gläubigers, ohne Imageverlust und ohne den Kunden zu verärgern.

Juristische Unterstützung Sollte es trotz aller wohlwollenden Versuche nicht klappen, eine Einigung zu finden, unterstützt ein guter Inkassoservice Sie auch vor Gericht. In einem gerichtlichen Mahnprozess können Sie einen Titel erhalten und so Ihre Ansprüche auf 30 Jahre absichern. So verzichten Sie nicht auf Ihr Geld und können es selbst Jahrzehnte später noch einfordern.

Individuelle Anfrage Es sind noch Fragen offen? Die Experten von Lowell wissen, dass viele Ihrer Probleme nur mit individuellen Lösungen behoben werden können. Gern erarbeiten wir maßgeschneiderte Lösungen inklusive eines Dienstleistungsportfolios für Sie. Wenden Sie sich dafür einfach an einen unserer Experten.

Ausführliche Informationen über die Dienstleistungsangebote der Inkasso Becker Wuppertal – Part of Lowell Group erhalten Sie unter www.lowellgroup.de.

79


MANAGEMENT | PRAXISTIPPS SOCIAL MEDIA

Die „Vertikalmacht“ der Social-Media-Kanäle

Neue Erfolgsformel: Vertikalvideos richtig nutzen! Text: Frédérik Neust und Roman Spitko

Die Social-Media- und Video-Big-Player haben in den vergangenen Monaten ihren wachsenden Implementierungswillen im Bereich der Kurzvideos im Hochformat (= Vertikalvideos) bewiesen. YouTube Shorts, Instagram Reels und TikTok bieten große Wachstumspotenziale und neue Möglichkeiten für Studiobetreiber. Mit der Erfolgsformel von Frédérik Neust und Roman Spitko gehen Sie „VertikALL-IN“.

V

Für viele Betreiber geht das reine Erstellen von Videos schon häufig über die Komfortzone hinaus. Was es braucht, sind klare Verantwortlichkeiten und Know-how. Wählen Sie deshalb mindestens eine Person aus Ihrem Studioteam aus, die die Verantwortung für das Filmen, Hochladen und Verwalten des Video-Contents federführend übernimmt.

E ENGAGEMENT GEZIELT SICHERN

U

mfassend betrachtet, ist nicht nur das Wegfallen des nervigen, stark den Armmuskel kontrahierenden Wendens des Bildschirms vom 9:16- zum 16:9-Format ein relevanter Grund für den Erfolg bzw. die wachsende Beliebtheit von Plattformen mit Vertikalvideos als Hauptmedium. Erfahrungsgemäß interagieren 94 Prozent der Nutzer mit mobilen Endgeräten in diesem Format. Gleichzeitig werden 60 Prozent aller Videoinhalte nicht im Querformat angeschaut (Evans, 2019; Carman, 2021). Tendenz stark steigend, denn die Nutzerzahlen der relevanten Plattformen wachsen kontinuierlich. Kurze entertainende Multi-Clip-Videos (meist 15–60 Sekunden) mit Audioeffekten sind „in“ und kreative Tools ermöglichen Unternehmen, heute branchenübergreifend – ohne viel Editierungsaufwand – selbst ein „Content Creator“ zu werden. Diese Entwicklung stellt Werbetreibende in der Fitnessund Gesundheitsbranche vor wachsende Herausforderungen. Sie bietet aber vor allem auch Chancen, um Synergien sowie neue Möglichkeiten bei der Videoerstellung zu nutzen. Die VERTIKAL-Formel, die zahlreiche Updates und Erkenntnisse der letzten Monate komprimiert bündelt, kann Studiobetreibern dabei wertvolle Praxistipps sowie Hilfestellungen bieten, um digital durchzustarten.

80

VERANTWORTUNGSBEREICH: VIDEO-CONTENT

Aufgrund des kurzen Videoformats und der sinkenden Aufmerksamkeitsspanne der Nutzer ist es umso wichtiger, so schnell wie möglich (innerhalb der ersten 3 Sekunden) ein Engagement bzw. eine Interaktion herbeizuführen und die Aufmerksamkeit zu gewinnen. Durch das sogenannte Pattern Interrupt (dt.: Musterunterbrecher) kann dieser Effekt erzielt werden. Da jedes Video mit unzähligen anderen Werbeanzeigen und Feedposts konkurriert, gilt es, auf diese Weise klassische Muster zu durchbrechen. Mithilfe einer passenden Ansprache, wohldosierter Provokation, Sound- bzw. Umfeldreizen (z. B. besondere Übungen in einem ungewohnten Umfeld) und vielem mehr kann das gelingen. Inspirieren Sie mit Humor, Unterhaltsamkeit und Überraschungseffekten und sichern Sie sich das gewünschte Engagement.

R RECYCELN VON CONTENT MIT BEDACHT Content-Recycling und das Nutzen von gleichen ContentIdeen auf unterschiedlichen Plattformen ist zu empfehlen. Aber Achtung: Viele Plattformen bevorzugen kreativen Content, der im eigenen Umfeld erstellt wurde. Instagram Reels bestätigte kürzlich (Holt, 2021), dass Inhalte, die aus anderen Apps einfach kopiert wurden – sprich Logos oder Wasserzeichen von anderen Unternehmen aufweisen – deutlich weniger Reichweite erhalten. Recyceln Sie deshalb die Idee, aber nicht den gesamten Content.

fitness MANAGEMENT international

03/21


ONLINE-

T

TRENDS UND HASHTAGS RICHTIG EINSETZEN

MARKETING-

Um Ihre Reichweite zusätzlich zu steigern, sollten Sie aktuelle, relevante Trends (z. B. diverse angesagte Filter und Songs) für die Bearbeitung nutzen. Zu viel von anderen zu kopieren, ist hier aber sicher der falsche Ansatz. Jedoch gibt es viele Möglichkeiten, um sich von schon erfolgreichen Videos und deren Aufbau und Bearbeitung inspirieren zu lassen. Weiterer Tipp: Folgen Sie Trending Topics, die zu Ihrer Zielgruppe passen, und nutzen Sie die richtigen Hashtags.

I

MANAGER/IN NEU

IDENTITY ALS TRUMPF Egal, ob Studio oder Personal Trainer – kreieren Sie Ihre eigene authentische Social-Media-Identität und setzen Sie weniger auf Perfektionismus als vielmehr auf Persönlichkeit und Authentizität. Besonders in Krisenzeiten gilt es, Ihre Persönlichkeit als Mitgliederbindungstool gezielt einzusetzen. Durch individuelle Touchpoints mit Ihren Trainern oder Ihrem Studio werden die Bindung sowie die Kundenloyalität gestärkt. So kann beispielsweise auch einem potenziellen Mitgliederrückgang aktiv begegnet und nach dem Lockdown wieder Vertrauen sowie Kundennähe aufgebaut werden (Spitko, 2021).

K

KONSISTENZ UND ABWECHSLUNG Regelmäßiges Posten (mindestens 2–3 Beiträge pro Woche) ist das Erfolgsrezept, um in „Explore“ und Vorschlagsseiten anderen Usern auch angezeigt zu werden. Erstellen Sie somit eine klare und abwechslungsreiche Content-Planung, erhalten Sie sich jedoch immer etwas Flexibilität für spontane oder virale Aktionen.

A ANALYTICS GEZIELT NUTZEN Alle Plattformen bieten – integriert in die Businessprofile – die Möglichkeit, entsprechende Insights zu erhalten. Vergleichen Sie Ihre Posts, lernen Sie Ihre Zielgruppe besser kennen und leiten Sie aus den Zahlen fortlaufend Key Learnings ab. Mit dem Verständnis der Zahlen kommt sukzessive auch das Verständnis für die Besonderheiten der jeweiligen Kanäle.

L

Lehrgangsinhalte sind u.a.: ■

die „perfekte“ Unternehmenswebsite

■

Facebook, Instagram & YouTube

■

Aktionsplan für die Praxis

■

direkt umsetzbare Vorlagen

Präsenzphasen jetzt auch digital! LANGFRISTIGKEIT Erfolg im Social-Media-Bereich ist nur selten ein „Sprint“ oder ein kurzer „Viralerfolg“. Versuchen Sie, durch die zuvor aufgezeigten Punkte anhaltenden Erfolg zu haben und setzen Sie auf Kontinuität, Ausdauer und Durchhaltevermögen. Lassen Sie sich auch von kleinen Rückschlägen nicht entmutigen und planen Sie langfristig.

NEU

bsa-akademie.de/online-marketing

BSA-Akademie Prävention, Fitness, Gesundheit

03/21

fitness MANAGEMENT international

School for Health Management


MANAGEMENT | PRAXISTIPPS SOCIAL MEDIA

! FAZIT Diejenigen Fitnessunternehmen, die jetzt mit dem „VertikALLrad-Antrieb“ durchstarten und regelmäßig kreativen Content erstellen, werden auch in Zukunft das Rennen um die Gunst der Kunden gewinnen. Durch die Entwicklung, die sich in den letzten drei Jahren vollzogen hat, ist absehbar, dass es sich bei den Vertikalvideos nicht nur um einen kurzzeitigen Trend handelt. Social-Media- und Videoplattformen werden sich angesichts aktueller Einschätzungen und Prognosen weiterhin in genau diese Richtung entwickeln. Durch dieses Wachstum wird auch Ihre Kundeninteraktion bei konsistenter Anwendung weiter gesteigert – vorausgesetzt, Sie beachten dabei die VERTIKAL-Erfolgsformel und die genannten Praxistipps. Versuchen Sie, sich mit den entsprechenden Plattformen spielerisch und mit Freude auseinanderzusetzen, um diese und auch Ihre Zielgruppe besser zu verstehen. Von diesen neuen Social-MediaMöglichkeiten und dem kreativen Video-Content wird Ihr Fitnessstudio langfristig profitieren.

Roman Spitko

Der Fitnessökonom Frédérik Neust hilft innovativen Firmen, den Markteintritt in Asien zu schaffen und strategisch „digitale Muskeln“ aufzubauen. Er ist Dozent der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement (DHfPG) sowie der BSA-Akademie.

Roman Spitko schloss ein Studium der Betriebswirtschaftslehre sowie ein Master-in-Commercial-Law-Studium (LL. M.) ab. Er ist als Dozent für die Deutsche Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement (DHfPG) sowie für die BSA-Akademie tätig. Zudem fungiert er als Fachleitung Management/Ökonomie.

www.dhfpg-bsa.de

www.dhfpg-bsa.de

Literaturliste Evans, M. (2019). Vertically unchallenged: the rise of vertical video. Zugriff am 21.03.2021. Verfügbar unter https://www.thedrum.com/opinion/2019/01/23/vertically-unchallengedthe-rise-vertical-video Carman, A. (2021). Instagram lead says he’s not happy with Reels yet and might ‘consolidate’ video formats. Zugriff am 21.03.2021. Verfügbar unter https://www.theverge. com/2021/1/19/22238513/instagram-adam-mosseri-reels-decoder-interview-podcst Holt, K. (2021). Instagram will no longer promote recycled TikToks on its TikTok clone. Algorithms will watch out for watermarks that make 'the Reels experience less satisfying. Zugriff am 31.03.2021. Verfügbar unter https://www.engadget.com/instagram-reels-repost-tiktoks-best-practices-200536658.html Spitko, R. (2021). Digitale Kundenbindung. fitness MANAGEMENT international 153 (1), 90–91.

82

fitness MANAGEMENT international

03/21

Fotos: mrmohock – stock.adobe.com | DHfPG/BSA

Frédérik Neust


CYBER STATION

FLEXIBLER ALS JE ZUVOR!

Plug and Play für digitale Kurse – auch ohne Kursraum! Platzsparend, überall einsetzbar und im Design Deiner Wahl.

Hunderte Fitness-Kurse (Cycling, Yoga, Step, Jumping, BBP...) Mobiles Handling (rollbar) Audio über Bluetooth

55“ Touchscreen Statt 14.900€ jetzt nur 9.900€ und bis zu 100% Kostenübernahme durch die Überbrückungshilfe III

... oder im Look Deines Studios.

KLINGT SPANNEND? Schreib uns eine Mail: hallo@cyberconcept.de

CYBERCONCEPT GMBH Telefon +49 (0)251 98 29 55 82 WWW.CYBERCONCEPT.DE hallo@cyberconcept.de


MANAGEMENT | FACHARTIKEL MITARBEITERBINDUNG

Text: Oliver Schumann

Wie Sie Mitarbeiter erfolgreich an „Board“ holen

Erfolgspotenzial Onboarding

Onboarding ist mehr als nur ein Trend: Angesichts des weitverbreiteten Fachkräftemangels ist es für Fitnessunternehmen eine absolute Notwendigkeit – unabhängig von Konjunkturoder Krisenzeiten. Hierfür wird jedoch ein systematisches Management benötigt, die Besonderheiten der Branche müssen berücksichtigt werden und es sollte eine Sensibilität für zentrale Fehler, die im Onboarding passieren können, vorhanden sein.

84

fitness MANAGEMENT international

03/21

Foto: Graf Vishenka – stock.adobe.com

Text: Prof. Dr. Oliver Schumann


O

nboarding – auf Deutsch so viel wie „an Bord nehmen“ – kann als strategisches Erfolgspotenzial bezeichnet werden und stellt einen zentralen Einflussfaktor im Rahmen des Employer Brandings von Fitness- und Gesundheitsunternehmen dar (Haufe, 2020; Colbus & Drack, 2020).

Vorteile eines strukturierten Onboardings Die Wirksamkeit des Onboardings spiegelt sich in einer schnelleren und höheren Produktivität wider: Wenn erste Einarbeitungsprozesse und Schulungen von neuen Mitarbeitern oder bspw. dual Studierenden nicht nur dem Informationsund Lernfluss dienen, sondern auch die Werte des Unternehmens vermitteln sowie das Zugehörigkeitsgefühl und die Unternehmensidentifikation fördern. Der Effekt des Onboardings lässt sich aber auch in einer Reduktion von zahlreichen Kosten, wie u. a. den Kosten rund um erneute Einstellungen (Inserat, Bewerbungsverfahren, Selektion usw.), Neuausbildungskosten oder Kosten für verlorene Produktivität, erfassen. Entsprechend lohnt sich für Gesundheitsunternehmen ein detaillierter Blick auf ein strukturiertes und systematisches Onboarding und vor allem auf das Verständnis dieses Begriffs innerhalb des eigenen Unternehmens.

Motivierende Einarbeitung mit System Onboarding bedeutet, neue Mitarbeiter gezielt „an Bord“ zu nehmen. Damit ist sowohl die allgemeine Einführung eines neuen Mitarbeiters als auch die fachliche Einarbeitung und vor allem die so wichtige soziale Integration in das bestehende Mitarbeiterteam des Unternehmens gemeint (Haufe, 2020). Diese Vorgehensweise beinhaltet somit alle Maßnahmen, die der Integration dienen, idealerweise beginnend mit der Vertragsunterschrift. Sie umfasst also weit mehr als nur ein Begrüßungsgespräch und einen Einarbeitungsplan:

Preboarding

(Aberdeen Group, 2012)

Die Notwendigkeit eines Onboardings – sowohl für Arbeitnehmer als auch für Arbeitgeber – liegt auf der Hand: So hat angesichts einer Fachkräfteumfrage (Stepstone, 2018) bereits jeder dritte der Befragten mindestens einmal in seinem Berufsleben das Unternehmen in der Probezeit verlassen, u. a. da die Jobinhalte nicht den persönlichen Erwartungen aus den Bewerbungsgesprächen entsprachen. Angesichts weiterer Analysen (Haufe, 2019 & 2020) mussten 30 Prozent der Unternehmen bereits Kündigungen zwischen der Vertragsunterschrift und dem ersten Arbeitstag hinnehmen. Umgekehrt gilt schon seit Langem, „…that employees who go through a structured onboarding process are 69 % more likely to remain with the organisation after 3 years, than those who do not“ (Ganzel, 1998).

Die unterschiedlichen Prozessphasen auf einen Blick Onboarding-Prozesse können in zeitliche Phasen eingeteilt werden. Diese starten mit der Unterschrift des neuen Mitarbeiters und werden durch gut strukturierte Orientierungsphasen im und Integrationsphasen in das Unternehmen weitergeführt: • Phase 1 „Preboarding“: von der Vertragsunterschrift bis zum ersten Arbeitstag • Phase 2 „Orientierungsphase“: erster Arbeitstag und erste Arbeitswoche • Phase 3 „Einarbeitung und Integration“: bis Ende der Probezeit Die folgende Abbildung stellt die einzelnen Phasen und beispielhaften Maßnahmen übersichtlich dar:

1. Arbeitstag

Orientierung

Start

Vertragsunterschrift

Onboarding ist „…the strategic process designed to acclimate new employees into the organization and preparing them to contribute to a desired level as quickly as possible.“

1. Woche

• Kontakt halten • Arbeitsplatzvorbereitung • Begrüßungs-E-Mail

• Begrüßung/Kennenlernen von Kollegen, Vorgesetztem und Unternehmen • Teilnahme am Welcome Day • Zuteilung eines Paten/Buddys • Arbeitsplatzinbetriebnahme/Einarbeitungsplan • Zum Ende der Woche erste Übernahme von Aufgaben • Feedback

Fachliche Einarbeitung und soziale Integration • Zusammenarbeit und Austausch mit Kollegen • Verinnerlichung der Kultur • Zielvereinbarung 6 Monate • Feedbackgespräche (Ende der • Unterstützung durch den Paten/Buddy Probezeit) oder einen Mentor

Ziel

• Fokus: strukturierte und effiziente fachliche Einarbeitung • Zunehmende Übernahme von Aufgaben und Projekten (Training on the Job) abhängig von Mitarbeiterreife • Aufbau Kundenkontakt

Abb. 1: Zeitliche Phasen und ausgewählte Maßnahmen des Onboardings (eigene Darstellung) 03/21

fitness MANAGEMENT international

85


MANAGEMENT | FACHARTIKEL MITARBEITERBINDUNG Die zahlreichen durchzuführenden Maßnahmen differenzieren sich nicht nur hinsichtlich der zeitlichen Phasen, sondern auch zusätzlich in Bezug auf die unterschiedlichen Ebenen, auf denen die konkreten Onboarding-Prozesse verlaufen (Haufe, 2020): • Ebene 1 „Fachliche Integration“: bezieht sich auf das faktische Wissen im neuen Arbeitsbereich • Ebene 2 „Soziale Integration“: umfasst alle sozialen Kontakte – vom direkten Kollegen bis zum Vorgesetzten • Ebene 3 „Werteorientierte und kulturelle Integration“: bezieht sich auf alle Ziele und Grundsätze der Unternehmensphilosophie

Umsetzungstipps für die Praxis Gerade die letztgenannte Ebene hat eine große Bedeutung. Ziel ist es hier, dass der neue Mitarbeiter direkt positive Erfahrungen macht (Candidate Experience) und unnötige, vermeidbare Enttäuschungen (gerade in unruhigen Zeiten) möglichst verhindert werden können. In allen Phasen ist darauf zu achten, dass die interaktive Gestaltung der Vermittlung von Inhalten Vorrang hat. Eine Standardpräsentation zu den Unternehmenswerten führt noch lange nicht dazu, dass der neue Mitarbeiter diese auch verinnerlicht und sie in der praktischen Arbeit auch lebt bzw. praktiziert. Ein interaktives Webinar oder ein Gespräch mit der Führungskraft sowie das tägliche aktive Vorleben dieser Unternehmenswerte führen hingegen zu einer aktiven Auseinandersetzung und „echtem Lernen“.

Fazit

Neben diesen Prozessen und Maßnahmen sollten in der Praxis auch die Kontrolle und die Evaluation von Onboarding-Prozessen nicht zu kurz kommen. Gerade vor dem Hintergrund, dass 59 Prozent der Unternehmen laut einer Haufe-Umfrage (Haufe, 2020) bisher keine spezifischen Kennzahlen erheben, sind solche Überlegungen hinsichtlich der Effektivitäts- und Effizienzbeurteilung dieser Einarbeitungsprozesse für Fitnessstudiobetreiber und Gesundheitsunternehmer sinnig und notwendig. Beispielhafte Kennzahlen, die hier erhoben werden sollten, können von den Zielen abgeleitet werden, die mit Onboarding verfolgt werden: z. B. sein Wissen gern intern einzubringen und sich weiterzuentwickeln, sich loyal gegenüber dem Unternehmen zu verhalten und dieses gern als attraktiven Arbeitgeber weiterzuempfehlen. Ein strukturiertes Onboarding-System bringt somit viele Vorteile mit sich, weshalb sich Unternehmen im Fitness- und Gesundheitsmarkt bezüglich der Einarbeitung, der Personal(weiter-)entwicklung sowie des Employer Brandings künftig – deutlich intensiver als bisher – mit diesen Ansätzen auseinandersetzen sollten. Foto: DHfPG/BSA

Weitere Tipps im erfolgreichen Onboarding sind u. a. (Haufe, 2018): 1. Onboarding-Prozess muss fester Bestandteil des Unternehmens bzw. fest in dessen Strategie verankert sein 2. Eigenes Budget für Onboarding bereitstellen 3. Administrative Vorbereitungen durchführen: Mitarbeiter findet am ersten Arbeitstag komplett ausgestatteten Arbeitsplatz vor 4. Erster Arbeitstag: Vorbereiteter Einstieg und konkreter Einarbeitungsplan mit Möglichkeiten zum Netzwerken sicherstellen 5. Passgenauer Onboarding-Prozess je nach Karrierestufe, Stellenprofil und Branche

Das Onboarding muss des Weiteren auch zum Unternehmen und zu der jeweiligen Branche passen. Die Immobilienbranche benötigt zum Beispiel einen anderen Onboarding-Prozess als die Fitnessbranche und diese wiederum braucht etwas Anderes als E-Commerce-Unternehmen. Neben den spezifischen Branchenherausforderungen sind im Kontext des Onboardings deshalb auch immer noch die aktuelle Situation und die gegenwärtigen Trends zu berücksichtigen. So hat u. a. durch die Corona-Krise und die zunehmenden Digitalisierungspotenziale das Thema „virtuelles Onboarding“ branchenübergreifend an Aktualität gewonnen. Die damit einhergehenden Anforderungen müssen an anderer Stelle separat betrachtet werden.

Individuelle und branchenspezifische Lösungen sind gefragt Insbesondere auf den letztgenannten Punkt soll noch einmal explizit verwiesen werden: Die passgenaue Gestaltung von Onboarding-Prozessen je nach Karrierestufe oder Stellenprofil ist notwendig, da beispielsweise ein erfahrener Senior Sales Manager viel schneller die Verantwortung für ein konkretes Projekt innerhalb einer Fitnesskette übernehmen kann als ein Mitarbeiter, der gegebenenfalls zunächst erst einmal einige Schulungen benötigt. Unabhängig von der Stelle bzw. der jeweiligen Qualifikation gilt es grundsätzlich, im Rahmen der Einarbeitung von Anfang an die Stärken des Mitarbeiters oder des dual Studierenden zu nutzen und ihm entsprechende Verantwortung und Freiräume zu übertragen. Nur so kann er sich aktiv einbringen und sich weiterentwickeln, was nicht nur die Motivation, sondern auch die Loyalität und die Identifikation mit dem Unternehmen fördert (Mächler, 2020).

86

Prof. Dr. Oliver Schumann Prof. Dr. Oliver Schumann ist für die Deutsche Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement (DHfPG) und die BSA-Akademie als Dozent, Tutor und Autor tätig. Die Schwerpunkte seiner Professur liegen in den Bereichen Strategisches Management, Neurokommunikation und Sportökonomie. www.dhfpg-bsa.de Auszug aus der Literaturliste Aberdeen Group. (2012). Onboarding: The Missing Link to Productivity. Zugriff am 21.03.2021. Verfügbar unter http://docshare01.docshare.tips/files/25023/250235936.pdf Colbus, A. & Drack, C. (2020). Warum Employer Branding immer wichtiger wird. medical fitness und health (2), 44–66. Mächler, A. (2020). Führungskräfte von morgen ausbilden. fitness MANAGEMENT international 151 (5), 38–41. Für eine vollständige Literaturliste kontaktieren Sie bitte marketing@dhfpg-bsa.de.

fitness MANAGEMENT international

03/21


MANAGEMENT | STELLENANGEBOT | ANZEIGE

Gemeinsam mehr erreichen

Ihre Zukunft bei der DHfPG/ BSA-Akademie beginnt jetzt! Die Deutsche Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement (DHfPG) und die BSA-Akademie tragen durch Innovationen, Forschung und Lehre aktiv dazu bei, die Fitness- und Gesundheitsbranche stetig voranzubringen. Werden auch Sie Teil eines starken, motivierten und zukunftsorientierten Teams und gestalten Sie die Entwicklung der Branche aktiv mit!

S

eit vielen Jahren prägen die DHfPG und ihr Schwesterunternehmen, die BSA-Akademie, die Fitness- und Gesundheitsbranche maßgeblich.

Die DHfPG zählt aktuell über 8.400 Studierende und mehr als 4.300 Unternehmen als Ausbildungspartner. Sie ist eine der größten privaten Hochschulen in Deutschland und wurde kürzlich ausgezeichnet als „Beste private Hochschule im Bereich Gesundheit“. Mit mehr als 200.000 Lehrgangsteilnehmenden seit ihrer Gründung in 1983 gehört die BSA-Akademie mit über 70 staatlich geprüften und zugelassenen nebenberuflichen Qualifikationen zu den führenden Bildungsinstituten für Prävention, Fitness und Gesundheit.

Wir geben gemeinsam unser Bestes Mehr als 320 Beschäftigte engagieren sich täglich für den Erfolg der DHfPG/BSA-Akademie. Sie sind u. a. tätig in den Fachbereichen Ernährung, Gruppentraining und Informatik, an den elf Studienzentren sowie den über 20 Lehrgangszentren in Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie in der Verwaltung, der IT-Abteilung und dem Online-Marketing. Der leidenschaftliche Einsatz der Beschäftigten, ihre innovativen Ideen und die Bereitschaft zur Umsetzung stellen auch in Zukunft den Erfolg der DHfPG/BSA-Akademie sicher.

Wir sind #oneteam

88

Werden Sie Teil unseres Teams, wenn Sie … dienstleistungsorientiert und eigenverantwortlich denken und arbeiten können. große Einsatzbereitschaft und Flexibilität auszeichnen. eine ausgeprägte Team- sowie Kommunikationsfähigkeit besitzen. bereit sind, sich individuell fortzubilden und sich persönlich weiterzuentwickeln.

Aktuelle Stellenangebote der DHfPG/BSA-Akademie

Werden Sie Teil unseres Teams in Saarbrücken zum nächstmöglichen Zeitpunkt als wissenschaftlicher Mitarbeiter (m/w/d) in Vollzeit in der Erwachsenen- und Hochschulbildung mit dem Schwerpunkt Gruppentraining im Fitnessbereich. Ihre Aufgabenschwerpunkte liegen u. a. in der Erstellung von Lernmedien, in der Fernunterrichtsbetreuung von Kursteilnehmenden und Studierenden sowie in der Durchführung von Unterrichtsphasen. Die vollständige Stellenbeschreibung finden Sie unter www.aufstiegsjobs.de/gruppentraining oder senden Sie Ihre aussagekräftige Bewerbung an jobs@dhfpg-bsa.de. Initiativbewerbungen sind ebenfalls erwünscht. Weitere Infos zur DHfPG/BSA-Akademie finden Sie unter www.dhfpg-bsa.de. fitness MANAGEMENT international

03/21

Fotos: DHfPG/BSA

Family Spirit, gegenseitiges Vertrauen und ein wertschätzender Umgang stehen im Zentrum der Zusammenarbeit und sind der Grund für das ausgezeichnete Betriebsklima. Durch flache Hierarchien, vielfältige Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten sowie abwechslungsreiche Projekte können Mitarbeiter/-innen den Arbeitsalltag aktiv mitgestalten, sich stetig verbessern und an ihren Aufgaben wachsen.

Die DHfPG/BSA-Akademie unterstützt die persönliche Entwicklung ihrer Beschäftigten zusätzlich durch die Sicherheit eines unbefristeten Arbeitsvertrages, eine attraktive Vergütung sowie zahlreiche Angebote im Rahmen des Betrieblichen Gesundheitsmanagements.


DUAL STUDIERENDE MIT DEM TESTSIEGER AUSBILDEN

Duale Bachelor-Studiengänge ■ ■ ■ ■ ■ ■

Sport-/Gesundheitsinformatik Fitnessökonomie Sportökonomie Gesundheitsmanagement Fitnesstraining Ernährungsberatung

NEU

Präsenzphasen jetzt auch digital!

Deutsche Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement

dhfpg.de/fmi

University of Applied Sciences


FITNESS & GESUNDHEIT | FINANZIERUNG | ANZEIGE

Gym80 Flexx – Finanzierung und Service neu gedacht

Potenzieren Sie Ihren Erfolg!

90

fitness MANAGEMENT international

03/21

Fotos: gym80 International GmbH

Gym80 Flexx ist ein Dienstleister für die Nutzungsbereitstellung von gym80 Kraftgeräten und Trainingsstationen. Profitieren auch Sie vom einmaligen Leistungsspektrum und den unschlagbaren Konditionen dieser Dienstleistung. Maximale Flexibilität und optimale Kostenkontrolle!


D

as neue Finanzierungsformat Gym80 Flexx schafft neue Optionen für Studiobetreiber: Eine hochwertige Geräteausstattung bei niedriger monatlicher Belastung und minimierter Kapitalbindung sowie die Option, Geräte auszutauschen und Wartungs- sowie Pflegemaßnahmen zu integrieren, gehören zu den Vorteilen.

100 Prozent Flexibilität! Gym80 Flexx garantiert absolute Flexibilität während der gesamten Vertragslaufzeit und bietet Ihnen die Möglichkeit, direkt auf Trends zu reagieren oder wenig genutzte Geräte zu tauschen. Sie können Ihren Gerätepark während der gesamten Vertragslaufzeit unkompliziert aufstocken oder aktualisieren.

Unschlagbares Angebot! Bei Gym80 Flexx ist die monatliche Belastung deutlich niedriger als bei allen anderen Finanzierungsvarianten. Für Sie als Betreiber/-innen reduzieren sich der monatliche Aufwand und die Kapitalbindung.

Service und Qualität garantiert Gym80 Flexx bietet zusammen mit 80ADVANCED, dem Servicebereich von gym80, eine ALL-IN-FLATRATE an. Die ALL-IN-FLATRATE bietet Ihnen zusätzlich zu den regelmäßigen Wartungs- und Pflegemaßnahmen auch die absolute Kostenkontrolle bei Ersatz- und Verschleißteilen. Sie bezahlen einen Preis, sichern sich so gegen unerwartete Servicekosten ab und Ihr Gerätepark ist immer bestens gepflegt und garantiert einsatzbereit.

Ressourcenschonende Nachhaltigkeit und Regionalität In einer Zeit, in der viel Wert auf Nachhaltigkeit und Regionalität gelegt wird, leistet dieses Konzept der Erneuerung einen wesentlichen Beitrag. gym80 setzt mit einer Fertigungstiefe von 95 Prozent und einer regionalen Zulieferkette in der Fertigung bereits seit Jahren Maßstäbe. Mit Gym80 Flexx denkt das Traditionsunternehmen noch einen Schritt weiter und garantiert einen maximal ressourcenschonenden und regionalen Erneuerungszyklus der Geräte. Gut für die Umwelt. Gut für den Wirtschaftsstandort!

Bis zu 25 Prozent sparen Je nach Konditionen, Laufzeit und Bonität können Sie mit Gym80 Flexx bis zu 25 Prozent der monatlichen Finanzaufwendungen sparen. Auf die gesamte Laufzeit gerechnet, ist die Gesamtbelastung deutlich niedriger. Das Gym80 Flexx Modell ist allen anderen Formaten der Finanzierung überlegen. Für Sie als Unternehmer/-innen steigt das monatliche Liquiditätspolster, weil Sie deutlich weniger Kapital binden. Auch der Bonitäts- und Finanzierungsprüfprozess wird durch Gym80 Flexx deutlich vereinfacht. Zusätzlich bietet Gym80 Flexx sehr attraktive Möglichkeiten bei Vertragsende und sogar darüber hinaus.

03/21

fitness MANAGEMENT international

Ihre kaufmännischen Vorteile Durch die deutlich niedrigere monatliche Belastung und die reduzierten Gesamtkosten über die Vertragslaufzeit hinaus ergeben sich aus kaufmännischer Sicht für Sie als Betreiber/-innen und Geschäftsleute weitere positive Effekte: • Bereitstellung hochwertiger Geräteausstattung auch für Neugründer/-innen • minimierte Kapitalbindung • deutlich niedrigere monatliche Belastung • die monatliche Rate kann sofort als Aufwand verbucht werden • Gewährleistungsansprüche liegen bei Gym80 Flexx • keine Effekte auf die Bilanzsumme • positive steuerliche Vorteile (je nach Ertragslage)

Ihr Weg zu Gym80 Flexx Gym80 Flexx garantiert Ihnen ein absolut unkompliziertes und punktgenaues Dienstleistungsangebot. Sie konzentrieren sich auf Ihre Mitglieder und Kunden/-innen und Gym80 Flexx kümmert sich um Ihren Gerätepark. Der monatliche Finanzierungsbedarf ist deutlich niedriger und vor allem wesentlich flexibler als jede andere Form der Finanzierung. Jetzt Kontakt aufnehmen: angebot@gym80flexx.de

Welcome to Ruhrpott gym80 International GmbH Wiesmannstraße 46 45881 Gelsenkirchen www.gym80.de

91


FITNESS & GESUNDHEIT | SMARTE TRAININGSTECHNOLOGIE | ANZEIGE

Sicherer Trainingserfolg war nie wichtiger

Es ist Zeit für die EGYM Experience Erfolgreiches Training – zumal dann, wenn es zur Stärkung der persönlichen Gesundheit beitragen soll – war nie wichtiger als jetzt. Gleichwohl erreichen bis zu 80 Prozent aller Trainierenden ihre Gesundheitsziele nicht. Es ist Zeit für die EGYM Experience, das ganzheitliche Trainingserlebnis, das für alle Zielgruppen funktioniert!

W

enn es um das Thema Trainingsmotivation geht, erleben wir gerade durch die Pandemie die vermutlich markanteste Wende, die die Branche je gesehen hat: Zum ersten Mal sind mehr Studiokunden um

die Gesundheit ihres Körpers besorgt als um ihr körperliches Erscheinungsbild. Für Studiobetreiber ist es geradezu essenziell, jetzt Workouts z. B. für ein besseres Immunsystem anzubieten. Das Produkt-Ökosystem von EGYM ist für gesund-

Fotos: EGYM GmbH

92

fitness MANAGEMENT international

03/21


heitsorientiertes Training besonders prädestiniert. Es bietet Mitgliedern personalisierte Trainingseinheiten, abgestimmt auf individuelle Gesundheitsziele sowie das eigene Leistungsniveau, und schafft so ideale Voraussetzungen für Trainingserfolge – im Studio und außerhalb. Die Bausteine: smarte, vernetzte Trainingsgeräte, Apps und persönliche Trainingsprogramme. Bereits beim intelligenten, kontaktlosen Onboarding mit dem brandneuen EGYM Fitness Hub werden alle notwendigen Gesundheitsdaten in der EGYM Cloud erfasst. Dadurch sind alle angeschlossenen Maschinen und Devices korrekt voreingestellt. Die EGYM Kurve führt Nutzer sicher durch jede Trainingseinheit. Dabei sorgt motivierende Gamification für verbesserte Bewegungskontrolle und unterstützt bei der korrekten Ausführung aller Übungen. Intelligente Trainingsprogramme passen die Parameter für jede Trainingseinheit exakt auf das persönliche Trainingsziel des Mitglieds und sein aktuelles Leistungsniveau an. Periodisierte Trainingsmethoden sorgen für kontinuierliche Fortschritte auf dem Weg zum persönlichen Ziel. Regelmäßige Krafttests sind Grundlage für die richtige Trainingsintensität.

Smarte Nutzerführung mit Spaßfaktor & Fortschritte, die jeder versteht Die smarte Nutzerführung umfasst EGYM Maschinen, PartnerKardiogeräte und EGYM Apps und garantiert so ein nahtloses Trainingserlebnis im gesamten EGYM Ökosystem. War es bislang für das Mitglied schwierig, wenn nicht unmöglich, Verbesserungen beim Muskellängentraining und bei der Körperzusammensetzung schnell und nachvollziehbar zu erkennen, macht der EGYM Fitness Hub das Messen per Bildschirmanleitung einfach und intuitiv. Sämtliche Trainingsfortschritte weist die EGYM Branded Member App u. a. in ihrer beliebten BioAge Funktion zuverlässig aus. Das BioAge steht für Gesundheit und Leistungsfähigkeit. Es ist der intuitive Indikator für Kraft, Stoffwechsel, Kardio und – dank Fitness Hub – nunmehr auch für Flexibilität. Zugleich erhalten die Trainer wichtige Erkenntnisse, sodass sie ihre Mitglieder besser betreuen und ihnen komplexe Sachverhalte anschaulich erklären können. Das komplette Training ist mit allen EGYM Maschinen, Apps, kompatiblen Wearables und Partner-Kardiogeräten synchronisiert – für erfolgreiche Workouts im Studio und unterwegs. Das EGYM Ökosystem ermöglicht ein gleichbleibend hochwertiges und personalisiertes Trainingserlebnis, das nicht nur intelligenter und effizienter ist, sondern auch jede Menge Spaß macht!

Die Idee hinter dem EGYM Fitness-Ökosystem Die Idee zu EGYM entstand aus den persönlichen Erfahrungen der Gründer als Trainierende im Fitnessstudio. Sie wurden von der Erkenntnis angetrieben, dass sich die meisten Trainingsangebote nicht für den Massenmarkt eigneten. Viel zu häufig scheitern auch heute noch neue Studiokunden gleich zu Beginn, weil das Training nicht personalisiert ist und sie während des Trainings nicht ausreichend an die Hand genommen werden. Vor allem aber macht den meisten das Trainieren einfach keinen Spaß. Sie gehen ins Studio, um etwas für ihren Körper oder ihre Gesundheit zu tun, aber letztlich ist das Training für viele so spannend wie Fußball, ohne Tore zu zählen. Bleiben zwei Optionen: entweder selbst zum Experten werden oder sich von Experten trainieren lassen – das kostet leider viel Zeit oder viel Geld. Die meisten wollen oder können sich das nicht leisten, und die Studios wiederum werden kaum in der Lage sein, ein solches Trainingserlebnis mit traditionellen Methoden zu einem konkurrenzfähigen Preis anzubieten. Die traurige Konsequenz in vielen Fällen: Mitglieder scheitern; bis zu 80 Prozent erreichen ihre Ziele nicht. Scheiternde Mitglieder führen zu hohen Kündigungsquoten und damit zu scheiternden Studios. Als Antwort auf diese riesige Herausforderung für die Fitnessbranche entwickelte EGYM sein umfassendes Fitness-Ökosystem, das die Lücke schließt zwischen Trainingsprodukten für wenige Experten und dem Bedarf der großen Mehrheit aller Mitglieder, die nun einmal keine Trainingsfachleute sind. Das Ergebnis ist ein optimales Trainingserlebnis, das die gesamte Fitnessreise auf und jenseits der Trainingsfläche abbildet. Die nahtlose Einbindung von EGYM und Partner-Trainingsgeräten, Apps, Software, Services und den individuellen EGYM Trainingsprogrammen mit motivierender Nutzerführung garantiert, dass das Training wirklich für jeden zum Erfolg wird. Denn am Ende ist der ökonomische Erfolg eines Studios vom individuellen Erfolg seiner Mitglieder abhängig.

Erfahren Sie hier mehr über die einzigartige EGYM Experience (mit Video):

EGYM GmbH Einsteinstraße 172 | 81677 München www.egym.com | sales@egym.com

03/21

fitness MANAGEMENT international

www.egym.com/de/ueber-uns

93


FITNESS & GESUNDHEIT | FIRMENPORTRÄT | ANZEIGE

Interview mit Edoardo Panatta

„Wir verlieren nie unsere DNA“ Leidenschaft, Stil und Innovation sind die Markenzeichen des italienischen Geräteherstellers Panatta. fitness MANAGEMENT international sprach mit Vizepräsident Edoardo Panatta über die Firmenphilosophie, die Vorteile der Produktion im eigenen Land, die Überwindung der Corona-Krise und die vielen innovativen Pläne für die Zukunft.

Wir expandieren Schritt für Schritt. In den letzten fünf Jahren haben meine Frau und ich mehr als 30 neue Märkte im Aus-

94

land erschlossen und sind nun in 80 Märkten und auf fünf Kontinenten präsent. Heute exportieren wir über 80 Prozent unserer Geräte ins Ausland. Panatta ist ein familiengeführtes Unternehmen. Wie sind Sie in diese Rolle hineingewachsen? Im Moment sind mein Vater als Gründer, meine Mutter als Präsidentin, ich als Vizepräsident und meine Frau Melissa Pelaez an Bord. Meine Frau ist Kolumbianerin und hat einen Master-Abschluss in internationalen Beziehungen und kümmert sich um alle amerikanischen Märkte. Ich kümmere mich um den Mittleren Osten, Australien und Ozeanien. Schon als Kind habe ich zum Spaß in der Firma „gearbeitet“ und viele Sommer in der Fabrik verbracht, um an den Maschinen zu arbeiten. Später, als ich Maschinenbau studierte, verbrachte ich zwei Jahre als Hilfsarbeiter in der Fabrik, um die Cardiofitness- und Kraftgeräte zu montieren und die Abläufe zu erlernen. Nach dem Studium wechselte ich in die kaufmännische Abteilung, um im Ausland zu arbeiten und die Entwicklung und Expansion unseres Unternehmens zu fördern. fitness MANAGEMENT international

03/21

Fotos: Panatta

fMi: Was waren die wichtigsten Meilensteine in der 60-jährigen Geschichte des Unternehmens? Edoardo Panatta: Als begeisterter Bodybuilder baute mein Vater Rudy Panatta in den späten 1970er-Jahren in der Garage seine ersten Maschinen und gründete 1982 das Unternehmen. Meine Mutter, Angela Tosti Panatta, war sechsfache italienische Meisterin im Gewichtheben. Diese Leidenschaft für den Sport überträgt sich auf unsere Mitarbeiter und Geräte. Nach den ersten Erfolgen in Italien begann die Expansion in Europa. Ab 1992 wurde Panatta Hauptsponsor des „Mr. Olympia“ und der „Night of Champions“ in den USA sowie der ersten Ausgabe der „Arnold Classics“. Um das Jahr 2000 veränderte sich der Markt, wir erweiterten die Produktpalette, um alle Fitnesssegmente und Altersgruppen abzudecken, und brachten zum Beispiel das „Kids System“ auf den Markt, eine innovative Linie für Kinder im Alter von fünf bis elf Jahren.


Was ist die Philosophie des Unternehmens? Unser Ziel ist es, Geräte zu entwerfen und herzustellen, die schön, funktional, zuverlässig, langlebig und preislich konkurrenzfähig sind. Wichtig ist, dass wir unsere „DNA“ in den sechs Jahrzehnten nie verloren haben. Alles begann mit Bodybuilding und Gewichtheben und wurde in den Neunzigerjahren um Cardiogeräte erweitert. Wir lassen jedes neue Gerät von Champions testen, genau wie in der Formel 1: Wenn der Fahrer es testet, funktioniert es. Und: Auch nach zig Jahren kann man bei uns noch Ersatzteile für die Geräte bekommen – das dient der Kundenbindung. Warum produzieren Sie ausschließlich in Italien? „Made in Italy“ ist etwas ganz anderes als „Made in China“, es sind verschiedene Welten. Ein Italiener ist zu 1.000 Prozent involviert. Wir profitieren sehr von dem Wert der Gemeinschaft. Die Söhne und Enkel unserer Beschäftigten arbeiten hier so wie ich mit Leidenschaft in der zweiten Generation. Die Logistik ist sehr lokal organisiert. Unsere Fabriken und Zulieferer befinden sich in einem Umkreis von wenigen Kilometern, wir sind unabhängig von anderen Zulieferern. Das beschleunigt die Produktion, und auch das Design und der gesamte Herstellungsprozess werden hier erstellt. Wenn etwas nicht funktioniert, können wir schnell nachrüsten. Aufgrund der Erfahrung und der Flexibilität der Ressourcen ist Panatta in der Lage, eine neue Linie innerhalb von drei Monaten auf den Markt zu bringen – andere Unternehmen brauchen dafür Jahre. Umweltschutz ist für Panatta sehr wichtig, wie setzen Sie die hohen Standards um? Unser Firmensitz befindet sich mitten in der Natur. Wir respektieren die Umwelt und arbeiten nach den Normen EN ISO 9001 und EN ISO 14001. Wir achten auf maximalen Umweltschutz in der Produktion und verwenden Materialien, die zu 90 Prozent recycelbar sind. Auch die Geräte entwickeln wir in Richtung Umweltschutz: Letztes Jahr haben wir die ECOLINE auf den Markt gebracht, eine Serie nachhaltiger Cardiofitnessgeräte, die ohne Motor nur durch den eigenen Körper angetrieben werden können und von den Kunden sehr gut angenommen werden. Wir kümmern uns auch um die Familien und Unternehmen in der Umgebung. Apiro ist eine kleine Stadt mit ca 2.500 Einwohnern. Das Unternehmen beschäftigt heute 130 Mitarbeiter, von denen viele Einheimische sind. Panatta investiert viel in die Gemeinde und schafft ein Netzwerk von motivierten Menschen, die sich für uns engagieren. Meine Familie hat zum Beispiel einen riesigen Aquapark gebaut. Im Sommer laden wir alle Kunden dorthin ein, um Spaß zu haben und an Fitnesswettbewerben teilzunehmen.

03/21

fitness MANAGEMENT international

Bei Panatta können die Kunden individuell konfigurierte Geräte bestellen. Gibt es Bestseller in bestimmten Ländern? Panatta bietet über 2.000 verschiedene Kombinationsmöglichkeiten von Farben, Dekoren, Gestellen und Polstern – die Personalisierung der Produkte ist ein großes Plus. Hier kommen drei Beispiele für einzelne Märkte: Die Deutschen kaufen am liebsten die stärksten FREEWEIGHT-Geräte im klassischen Stil. Im Nahen Osten lieben sie gold und helle Farben. Die Amerikaner hingegen sind gerade verrückt nach ganz schwarzen Modellen. Wir sind ein echtes Fitnessatelier, da wir in der Lage sind, die Geräte auf den Geschmack der Kunden abzustimmen. Wie hat sich die Corona-Krise auf das Unternehmen ausgewirkt, wie gehen Sie damit um? Das letzte Jahr war ein Schock, wir mussten uns neu organisieren, die Ärmel hochkrempeln und weitermachen. Trotz der Krise, fünf Wochen Schließung und weniger Investitionen von Fitnessstudiobetreibern sind wir fast im Plan, mit einem minimalen Verlust von einem Prozent bei den Bestellungen in Bezug auf 2019. Insgesamt wachsen wir, in Nordamerika und Großbritannien haben wir unseren Umsatz fast vervierfacht und in Kuwait den größten Deal in unserer Geschichte abgeschlossen. Seit Beginn der Pandemie haben wir 16 neue Mitarbeiter eingestellt, mehr als 36 neue Produkte auf den Markt gebracht und das Geschäft in anderen Segmenten ausgebaut, „coronakompatibel“ mit Outdoor-Equipment-Parks und einer Linie für Homefitness. In den nächsten zwei Jahren werden wir eine weitere Fabrik mit mehr als 11.000 Quadratmetern Fläche bauen und viele weitere Mitarbeiter einstellen. Wir intensivieren derzeit auch unser digitales Geschäft, die Plattform für E-Commerce. Social Media ist sehr relevant. Im Jahr 2021 werden wir an Messen auf der ganzen Welt teilnehmen, im Oktober an der IHRSA in Dallas und an der Dubai Muscle Show sowie im November an der FIBO. Welche neuen Projekte sind geplant, auf welche Innovationen kann sich die Fitnessbranche freuen? Wir haben gerade die POWERLIFTING-Linie eingeführt, eine neue Linie für Gewichtheber, die den IPF-Spezifikationen entspricht. Eine neue Cardiolinie wird folgen, und die Kraftlinie FREEWEIGHT SPECIAL wird erweitert. Als besondere Überraschung wollen wir eine multifunktionale Linie im Krafttraining einführen. Das ist ein strategisches Produkt für kleine Räume, zum Beispiel in einem kleinen Personal-Training-Studio, einem Hotel oder zu Hause. Ich blicke sehr positiv in die Zukunft. Nach der Dekonstruktion kommt der Neuanfang, Fitnessstudios beginnen wieder zu bestellen und ihr Geschäft neu zu organisieren.

95


FITNESS & GESUNDHEIT | TRAININGSKONZEPT | ANZEIGE

So gelingt der Trainings-Restart mit milon und five

MOBILITÄT vor KRAFT Die neuen Trainingswelten von milon und five vereinen Kraft-, Beweglichkeits- und Ausdauertraining auf optimale Weise und bieten damit die perfekte Lösung für den Wiedereinstieg nach der pandemiebedingten Zwangspause.

V

iele Monate im Homeoffice und zu wenig Bewegung im Alltag haben ihre Spuren hinterlassen: Langes Sitzen und geringe, einseitige Belastung führen zu funktionellen Verkürzungen. Meist ist eine extreme Spannung in den Hüftbeugern die Folge, aber auch die Schulter- und/

oder Bauchmuskulatur ist oft verkürzt. Wer mit derartigen Fehlhaltungen nach der langen Fitnesspause direkt mit dem Krafttraining loslegt, trainiert möglicherweise in bestehende Verkürzungen hinein. Das führt oftmals zu einer Verstärkung der Probleme, denn aufgrund fehlender Mobilität können die

96

fitness MANAGEMENT international

03/21

Fotos: milon industries GmbH

Nicht nur für professionelle Bobfahrer wie Weltmeister Francesco Friedrich geeignet: Rückwärtsbewegungen zu Beginn des Trainings


Beispiel Schulterpresse: Die Kraftübungen werden noch korrekter, schonender und effektiver durch den Wechsel mit gezielten Mobilitätsübungen.

Übungen nicht korrekt ausgeführt werden oder sogar Schmerzen bereiten. Ein klassisches Beispiel hierfür ist das Training mit der Schulterpresse. Die neuen Trainingswelten von milon und five verfolgen daher einen anderen Ansatz. Das Motto lautet: „Mobilität vor Kraft“. Für einen effektiven Kraftaufbau müssen zuerst Mobilität und Funktion wiederhergestellt werden. Dementsprechend beginnt das integrierte Trainingskonzept „Kraft-Beweglichkeit“ mit dem Faszienstimulator, dem five-Feet und einer Aufwärmphase im m5-Zirkel. Daran schließt sich ein effektives Training mit milon und five-Geräten im Wechsel an.

Den Körper wieder spüren lernen Sich langsam wieder an das Training herantasten und den Körper auf die Belastung vorbereiten – das gelingt mit dem fiveFeet und dem Faszienstimulator. Trainierende erzielen eine bessere Wahrnehmung für den eigenen Bewegungsapparat und lockern sowohl die Muskulatur als auch die faszialen Strukturen. Dann geht es weiter mit dem Warm-up: Die five Geräteserie m5 wurde speziell für das Aufwärmen vor dem Training entwickelt. Mit ihr lässt sich ein Muskellängentraining im Stehen durchführen, bei dem der Trainierende seine Schuhe anbehalten kann. Den Anfang machen gezielte Rückwärtsbewegungen, die der Sitzhaltung entgegenwirken, den Körper aufrichten und so die Grundmobilität wiederherstellen. So ergibt sich eine ideale Ausgangsbasis für ein effektives Krafttraining. Die Methode „Mobilität vor Kraft“ wird durch die Erfahrungen von Experten bestätigt – unter anderem aus dem Athletikbereich. So schwört beispielsweise das Bobteam Friedrich seit Jahren auf five: Vor ihren Wettkämpfen absolvieren die Sportler ein Muskellängentraining mit five und erzielen damit sehr gute Ergebnisse. Regelmäßiges Mobilitätstraining hilft außerdem dabei, die „Range of Motion“ der Muskeln zu verbessern. Je größer diese ist, desto besser kann der Muskel die Bewegung ausführen und trainiert werden. Je nach Zielgruppe – etwa ältere Menschen mit ausgeprägten Beschwerden oder 03/21

fitness MANAGEMENT international

die vielen Wiedereinsteiger nach der monatelangen Trainingspause – kann es durchaus sinnvoll sein, in den ersten Wochen nur die Mobilität zu trainieren, um die Beweglichkeit wiederherzustellen und erst dann in das Krafttraining einzusteigen.

Effizientes Training: Kraft und Beweglichkeit im Wechsel Im Fokus steht nun das eigentliche Kraft-Beweglichkeitstraining an den milon und five-Geräten. Durch die Abwechslung von Kräftigungs- und Beweglichkeitsübungen werden die verschiedenen Körperpartien erst gekräftigt sowie durchblutet und anschließend wieder „auf Länge gebracht“ und geöffnet. So ist auch die subjektive Belastung für den Trainierenden geringer, da die Beweglichkeitsübung im Vergleich zur Kraftübung wie eine Art „aktive Pause“ wirkt. Bei der Auswahl der Kraftstationen wird außerdem bewusst auf Übungen verzichtet, die tonische, verkürzte Muskeln beanspruchen und dadurch zusätzlich Spannung aufbauen. Dieses Kraft-Beweglichkeitstraining richtet sich vor allem an unsichere Wiedereinsteiger sowie unerfahrene Trainingsanfänger. Schmerzen und Fehlhaltungen aus dem Alltag werden verringert, die Muskulatur effektiv aufgebaut und Spannungen wieder aufgelöst. Wenn Kunden mit diesem Programm zweimal pro Woche trainieren, wird sich ihr körperliches Wohlbefinden zum Positiven verändern. Und dafür müssen sie nicht einmal viel Zeit investieren: fünf bis sieben Minuten Aufwärmen mit dem Faszienstimulator, five-Feet und dem m5-Zirkel, zweimal je 15 Minuten abwechslungsreiches milon Kraft-Beweglichkeitstraining – das komplette Programm bleibt unter einer Stunde und die Trainierenden gehen mit einem rundum mobilisierten und gestärkten Körper wieder nach Hause.

Infos zum Kraft-Beweglichkeitstraining von milon und five erhalten Sie unter: www.milon.com/trainingswelten/kraft-beweglichkeit

97


FITNESS & GESUNDHEIT | FACHARTIKEL GESUNDHEIT

Der vielfältige Gesundheitsnutzen von Fitnesstraining (Teil 3)

Gewichtsmanagement und Stoffwechselgesundheit Übergewicht bzw. Adipositas und Erkrankungen des Stoffwechsels gehören zu den häufigsten Gesundheitsproblemen unserer Zeit. Sie werden im Wesentlichen durch Übersowie Fehlernährung und chronischen Bewegungsmangel verursacht. Regelmäßiges Fitnesstraining ist ein unverzichtbarer Bestandteil eines erfolgreichen Gewichtsmanagements und einer guten Stoffwechselgesundheit über die gesamte Lebensspanne.

98

fitness MANAGEMENT international

03/21

Foto: NDABCREATIVITY – stock.adobe.com

Text: Prof. Dr. Arne Morsch und Prof. Dr. Markus Wanjek


D

er Erhalt eines normalen Körpergewichtes, eine günstige Körperzusammensetzung (hoher Muskelmasse-, niedriger Fettanteil) und -fettverteilung (wenig Bauchfett) sowie ein gesunder Stoffwechsel stehen in engem Zusammenhang. Übergewicht und Adipositas erhöhen hingegen das Risiko für verschiedene Stoffwechselerkrankungen, wie z. B. Fettstoffwechselstörungen, Diabetes mellitus Typ 2 und Metabolisches Syndrom (Wirth & Hauner, 2013). Sie sind in Deutschland weit verbreitet.

Übergewicht bzw. Adipositas und Stoffwechselerkrankungen Über die Hälfte der deutschen Erwachsenen ist übergewichtig. Etwa jeder Fünfte ist adipös, d. h. krankhaft übergewichtig (Schinkewitz et al., 2017). Die Häufigkeit von Übergewicht und Adipositas steigt bei beiden Geschlechtern mit zunehmendem Alter. Zwischen dem 20. und 69. Lebensjahr kommt es zu einer durchschnittlichen Gewichtszunahme von über zehn Prozent, also ca. acht bis neun Kilogramm (Mensink et al., 2013). Mit steigender Fettmasse erhöht sich das Risiko für Stoffwechselkrankheiten sowie für Herz-Kreislauf- und bestimmte Krebserkrankungen deutlich. Zudem ist bei Adipositas die Lebensqualität beeinträchtigt und die Lebenserwartung verkürzt (Klein et al., 2016). Von Fettstoffwechselstörungen (Dyslipidämie), einem zentralen Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, sind etwa 65 Prozent der Erwachsenen betroffen (Scheidt-Nave et al., 2013). Mehr als sieben Millionen Menschen in Deutschland sind an Diabetes mellitus Typ 2 erkrankt. Weitere zwei Millionen sind von einem bislang unerkannten Diabetes betroffen. Jährlich kommen ca. 560.000 neue Erkrankungsfälle hinzu. Diabetes führt zu zahlreichen Folge- und Begleiterkrankungen und einem deutlich erhöhten Sterberisiko. Diabetes mellitus Typ 2 ist damit eine der häufigsten und schwerwiegendsten chronischen Stoffwechselerkrankungen (Tönnies & Rathmann, 2020).

Ein sogenanntes Metabolisches Syndrom weisen etwa 20 bis 30 Prozent der Erwachsenen auf (Moebus et al., 2007; Neuhauser & Ellert, 2008). Darunter versteht man eine Kombination aus verschiedenen Risikofaktoren wie eine bauchbetonte Adipositas (erhöhter Taillenumfang), erhöhte Blutdruck- und Nüchternblutzuckerwerte sowie Dyslipidämie (erhöhte Triglyzeride, erniedrigtes HDL-Cholesterin). Das Vorliegen eines Metabolischen Syndroms erhöht das Erkrankungsrisiko für Diabetes mellitus Typ 2 und Herz-Kreislauf-Erkrankungen um ein Vielfaches (Alberti et al., 2009).

Fitnesstraining für die Stoffwechselgesundheit Fitnesstraining spielt im Hinblick auf die Prävention und Behandlung von Übergewicht bzw. Adipositas und die genannten Stoffwechselerkrankungen eine zentrale Rolle. Die Skelettmuskulatur ist das größte Stoffwechselorgan. Die gezielte Stimulierung der Skelettmuskulatur und ein damit einhergehender gesteigerter Energieumsatz sind entscheidende Mechanismen, die zum Erhalt eines normalen Körpergewichts beitragen, die Körperzusammensetzung verbessern und die Stoffwechselgesundheit fördern (König, 2017; Pedersen & Febbraio, 2012; Pedersen & Saltin, 2015). In Tabelle 1 sind die zentralen Effekte von Fitnesstraining auf das Gewichtsmanagement und die Stoffwechselgesundheit zusammengefasst.

Empfohlene Trainingsdosis Um ein gesundes Körpergewicht bis ins hohe Alter zu erhalten und die Stoffwechselgesundheit zu verbessern, … sollten Erwachsene (18–65 Jahre) und Ältere (65 +) sowie Personen mit bereits bestehenden Stoffwechselerkrankungen mindestens 150 Minuten pro Woche moderat-intensives oder 75 Minuten pro Woche intensives Ausdauertraining (oder eine Kombination beider Intensitäten) betreiben. sollte zusätzlich mindestens zwei Mal pro Woche ein Krafttraining durchgeführt werden (ACSM, 2018; USDHHS, 2018).

Tab. 1: Wissenschaftlich belegter Nutzen von Fitnesstraining auf das Gewichtsmanagement und die Stoffwechselgesundheit (ACSM, 2018; Colberg et al., 2010; DGK, 2020; Katzmarzyk & Lear, 2012; Ostman et al., 2017; PAGAC, 2008, 2018; Pedersen & Saltin, 2015)

Stoffwechselerkrankungen

Effekte von Training

Übergewicht/Adipositas

+S chutz vor Übergewicht/Adipositas (Erhalt eines normalen Körpergewichtes) + Gewichtsreduktion +G ewichtsstabilisierung nach einer Gewichtsreduktion +V erbesserung der Körperzusammensetzung (Fettmasse , Muskelmasse ) +R eduzierung von viszeralem Fett (Bauchfett ) +P ositive Beeinflussung von Folge- und Begleiterkrankungen (z. B. Hypertonie, Diabetes mellitus Typ 2)

Fettstoffwechselstörungen

+V erbesserung der Blutfettwerte (Triglyzeride

Diabetes mellitus Typ 2

+ Senkung des Erkrankungsrisikos um ca. 25–35 % + Verbesserung der Blutzuckerlage + Senkung von Risikofaktoren für eine Krankheitsprogression + Positive Beeinflussung von Folge- und Begleiterkrankungen + Senkung des kardiovaskulären Sterblichkeitsrisikos um ca. 30–40 %

Metabolisches Syndrom

+ Senkung des Erkrankungsrisikos um ca. 30–40 % + Verbesserung des Risikoprofils (Bauchfett , Blutdruck HDL-Cholesterin , Nüchternblutzucker )

03/21

fitness MANAGEMENT international

, HDL-Cholesterin

)

, Triglyzeride

,

99


FITNESS & GESUNDHEIT | FACHARTIKEL GESUNDHEIT Um bei Übergewicht bzw. Adipositas eine Gewichtsreduktion ohne eine begleitende Diätmaßnahme zu erzielen, wird ein Ausdauertraining mit hohen Umfängen empfohlen. Für eine moderate Gewichtsabnahme (ca. 2–3 kg) ist ein Trainingsumfang von 150 bis 250 Minuten pro Woche notwendig. Für einen größeren Gewichtsverlust (ca. 5–7,5 kg) sind mindestens 225 bis 420 Minuten pro Woche erforderlich. Zur langfristigen Gewichtsstabilisierung nach bereits erfolgter Gewichtsreduktion wird ein Umfang von 200 bis 300 Minuten pro Woche empfohlen. Ein ergänzendes Krafttraining hat zwar keinen bedeutsamen gewichtsreduzierenden Effekt. Es verbessert aber die Körperzusammensetzung sowie verschiedene kardiovaskuläre und metabolische Risikofaktoren (Donnelly et al., 2009).

Fazit Regelmäßiges Fitnesstraining ist für den Erhalt eines normalen Körpergewichtes und für eine gesunde Körperzusammensetzung über die gesamte Lebensspanne unverzichtbar. Es schützt vor den häufigsten lebensstilbedingten Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes mellitus Typ 2 und Metabolisches Syndrom. Bei bereits bestehenden Stoffwechselkrankheiten ist Fitnesstraining eine effektive Therapiemaßnahme. Fitnesstraining trägt jedoch nicht nur zu einem erfolgreichen Gewichtsmanagement und zur Stoffwechselgesundheit bei, sondern schützt auch vor verschiedenen Krebserkrankungen. Der vierte Teil dieser Artikelreihe beschäftigt sich daher mit den Effekten von Fitnesstraining auf die Zellgesundheit.

Prof. Dr. Markus Wanjek

Prof. Dr. Arne Morsch ist Fachbereichsleiter Gesundheitswissenschaften und Dozent der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement (DHfPG). Darüber hinaus leitet er den Fachbereich Gesundheitsförderung der BSA-Akademie.

Prof. Dr. Markus Wanjek ist stellvertretender Fachbereichsleiter Gesundheitswissenschaften und Dozent bzw. Referent an der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement (DHfPG) und BSA-Akademie. Er verfügt über eine 20-jährige praktische Berufserfahrung im Fitness- und Gesundheitsbereich.

www.dhfpg-bsa.de

www.dhfpg-bsa.de

Auszug aus der Literaturliste American College of Sports Medicine (ACSM). (2018). ACSM's guidelines for exercise testing and prescription (10th ed.). Philadelphia: Wolters Kluwer Health. Pedersen, B. K. & Saltin, B. (2015). Exercise as medicine – evidence for prescribing exercise as therapy in 26 different chronic diseases. Scandinavian Journal of Medicine & Science in Sports, 25 (S3), 1–72. Für eine vollständige Literaturliste kontaktieren Sie bitte marketing@dhfpg-bsa.de.

100

fitness MANAGEMENT international

03/21

Fotos: NDABCREATIVITY – stock.adobe.com | DHfPG/BSA

Prof. Dr. Arne Morsch


FITNESS & GESUNDHEIT | FACHARTIKEL ERNÄHRUNG

Ernährungsmythen (Teil 9)

If It Fits Your Macros Text: Andra Riehl

S

olange es in deinen Makronährstoffplan passt – so in etwa lässt sich die ursprünglich aus der Fitnessbranche stammende Ernährungsweise „If It Fits Your Macros“ übersetzen. Denn egal ob man abnehmen, sein Gewicht halten oder sogar an Gewicht zulegen möchte, für den Erfolg von IIFYM sind zwei Faktoren entscheidend: die Energiebilanz und die genaue Zufuhrmenge der drei Makronährstoffe (kurz: Makros) Kohlenhydrate, Fett und Eiweiß.

102

Das Prinzip hinter IIFYM Im ersten Schritt wird je nach Zielsetzung der Energiebedarf für ein Kaloriendefizit oder für einen Kalorienüberschuss berechnet. Anhand dessen können, abhängig vom gewählten Makronährstoffverhältnis, die genauen Grammangaben für die Tageszufuhr von Kohlenhydraten, Fett und Eiweiß ermittelt werden. Jetzt gilt es, bei IIFYM die Auswahl an Lebensmitteln und Getränken in der täglichen Ernährung so zu treffen, dass die fitness MANAGEMENT international

03/21

Fotos: Africa Studio – stock.adobe.de | DHfPG/BSA

Abnehmen geht nur mit magerem Fleisch und Salat? Nicht bei dem Ernährungsansatz „If It Fits Your Macros“ (kurz: IIFYM), denn hier muss niemand auf Chips, Schokolade oder Pizza verzichten. Das hört sich für viele Abnehmwillige erst einmal sehr verlockend an. Doch wie funktioniert IIFYM und welche Vor- und Nachteile verbergen sich hinter diesem Ernährungskonzept?


berechneten Makronährstoffmengen nahezu erreicht werden. Auf eine adäquate Versorgung mit Mikronährstoffen wird bei dieser Ernährungsmethode dagegen nicht speziell geachtet. Jeder IIFYM-Anhänger ist nun also damit beschäftigt, über den gesamten Tag hinweg gewissenhaft zu dokumentieren bzw. zu „tracken“, welche Lebensmittel gegessen und getrunken werden, um am Ende des Tages im Idealfall seine Makrovorgaben zu erfüllen. Um sich das „Tracken“ der Makros zu erleichtern, können diverse sogenannte Tracking-Apps zum Einsatz kommen. Damit ist es möglich, die verzehrten Speisen sowie Getränke schnell und unkompliziert zu erfassen. Bei jedem Nahrungsmittel, nach dem es einem gelüstet, wird man sich bei IIFYM fortan immer erst die Frage stellen: Passt das heute noch in meine Makros? War der Speiseplan bis zum Nachmittag beispielsweise schon mit sehr üppigen und energiereichen Mahlzeiten bestückt, wodurch die vorgegebenen Mengen an Makros bereits erreicht wurden, dann bleibt einem nichts anderes übrig, als den restlichen Tag zu fasten. Andersherum gilt aber, dass auch in der Phase des Abnehmens mal eine Portion Fast Food und andere (weniger gesunde) Snacks in Ordnung sind, solange vorher die entsprechenden Makros dafür „aufgehoben“ wurden.

Hier punktet IIFYM Bei IIFYM sind einzig die tägliche Kalorienaufnahme sowie die Zufuhrmengen an Kohlenhydraten, Fett und Eiweiß vorgegeben. Wann und über welche Lebensmittel diese aufgenommen werden, das bleibt jedem selbst überlassen. Dieses Maß an Selbstbestimmtheit kommt sicherlich vielen Menschen während der Gewichtsreduktion zugute, da gerade der dauerhafte Verzicht auf (weniger gesunde) Lieblingsspeisen bzw. das strikte Halten an starre Ernährungspläne häufig Stolpersteine beim Abnehmen sind. Darüber hinaus können soziale Events wie z. B. Restaurantbesuche problemlos wahrgenommen werden, ohne dass man hungrig vor einem leeren Teller sitzen bleibt. Die mit IIFYM einhergehende Flexibilität kann somit durchaus ein längeres Durchhalten dieses Ernährungsansatzes begünstigen. Allgemein schnitten in einigen Studien jene Teilnehmende erfolgreicher bei der Gewichtsreduktion ab, die ihre Essens- und Getränkezufuhr regelmäßig „getrackt“ haben (Dunn et al., 2019; Anton et al., 2012). Die Methode des „Trackens“ via App erzielt darüber hinaus vergleichsweise zufriedenstellende Ergebnisse, was die Genauigkeit der Messungen angeht, auch wenn hier zukünftig sicherlich noch Verbesserungspotenzial besteht (Ferrara et al., 2019).

Kritikpunkte des IIFYM Die intensive Auseinandersetzung mit der eigenen Ernährung wie bei IIFYM birgt allerdings die Gefahr, dass man einen Großteil des Tages über die Makrogehalte jeder Mahlzeit nachdenkt und einzelne Lebensmittel auf ihren Gehalt an Kohlenhydraten, Fett und Eiweiß reduziert. So ist es nicht verwunderlich, wenn auf diese Weise schnell der Genuss beim Essen auf der Strecke bleibt. Für einige Menschen kann das „Tracken“ der Mahlzeiten außerdem problematisch werden, wenn dies in eine zwanghafte und damit krankmachende Richtung geht. Ein weiterer Kritikpunkt des IIFYM ist die ausschließliche Fokussierung auf die Makronährstoffmenge. So spielt es eher eine 03/21

fitness MANAGEMENT international

untergeordnete Rolle, ob die Kohlenhydrate durch Kartoffeln oder Süßigkeiten aufgenommen und (weniger) hochwertige Proteinquellen gegessen werden oder wie es um die Fettqualität bestellt ist. Der Blick auf die Mikronährstoffversorgung kommt ebenfalls zu kurz, wie auch eine Untersuchung von Bodybuildern zeigte (Ismaeel et al., 2018). Somit kann leicht eine Unterversorgung an verschiedenen Vitaminen und Mineralstoffen entstehen, wenn der Tagesplan nur aus mikronährstoffarmen Lebensmitteln, wie z. B. Fast Food, besteht.

Fazit Zwar sind bei IIFYM Kaloriensünden erlaubt, jedoch sollte eine gesunde und ausgewogene Ernährung immer im Vordergrund stehen. Dies macht bei IIFYM eine gewisse Eigenverantwortung erforderlich. So gilt es, nicht nur die Quantität, sondern auch die Qualität der Makronährstoffe zu beachten, genauso wie die Mikronährstoffe und andere Aspekte rund um eine gesunderhaltende Ernährung. Richtig umgesetzt stellt IIFYM nicht nur für Abnehmwillige eine mögliche Ernährungsform dar, sondern auch für Freizeit- und Leistungssportler und alle anderen, die Spaß daran haben, täglich ein bisschen mehr Zeit in ihre Ernährung zu investieren und etwas mehr Aufwand zu betreiben, damit am Ende des Tages die Makros stimmen. Es bleibt jedoch festzuhalten, dass eine Ernährungsweise, die zwar die Makronährstoff- und Energievorgaben einhält, aber ansonsten nicht weiter gesundheitsförderlich ausgerichtet ist, weder nachhaltig noch im Sinne der eigenen Gesundheit ist.

Andra Riehl Andra Riehl ist Ernährungswissenschaftlerin (M. Sc.) und seit 2015 als Dozentin, Autorin und Tutorin für die Deutsche Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement (DHfPG) sowie für die BSA-Akademie im Fachbereich Ernährung tätig. www.dhfpg-bsa.de

Auszug aus der Literaturliste Ferrara, G., Kim, J., Lin, S., Hua, J. & Seto, E. (2019). A Focused Review of Smartphone Diet-Tracking Apps: Usability, Functionality, Coherence With Behavior Change Theory, and Comparative Validity of Nutrient Intake and Energy Estimates. JMIR mHealth and uHealth, 7 (5), 1–24. MacroActive 2019 LLC (2021). The Original IIFYM. Zugriff am 14.03.2021. Verfügbar unter https://www.iifym.com/ Für eine vollständige Literaturliste kontaktieren Sie bitte marketing@dhfpg-bsa.de.

103


FITNESS & GESUNDHEIT | STOFFWECHSELANALYSE | ANZEIGE

Fotos: Kahan Tüylü/CoGAP | Viks_jin – stock.adobe.com | Caroline Schneider

MetaCheck® Gen-Diät – das Original

Genetischer Stoffwechseltest für erfolgreichen Restart Fitnessstudios durchleben aktuell vielleicht die schwerste Zeit überhaupt, obwohl die Gesundheit und ein starkes Immunsystem im Fokus der Menschen stehen. Der Lockdown erschwert es Gesundheits- und Bewegungsexperten, ihren Mitgliedern entsprechende Angebote zur Gesundheitsoptimierung zu machen. Eine genetische Stoffwechselanalyse kann ein entscheidender Pluspunkt zum Restart nach der Pandemie werden. Ein einziger Test kann zu deutlich besserer körperlicher Fitness und mehr Wohlbefinden verhelfen, indem er auf die individuellen genetischen Veranlagungen eingeht und abgestimmte Empfehlungen im Bereich gesunder Ernährung und Bewegung möglich macht.

D

ie Lage ist für viele Fitnessstudios sehr ernst. Erschwerend kommt hinzu, dass die wahrscheinlich wichtigste Zeit für Studios, nämlich die Phase der Neukundengewinnung am Anfang des Jahres, ebenfalls durch den Lockdown entfallen ist. Somit ist es für die Studios immens wichtig, ihren Bestandsmitgliedern, aber auch potenziellen Neukunden ein individuelles und innovatives Gesundheitsangebot zu machen.

Training und Ernährung typgerecht gestalten Die MetaCheck Gen-Diät ermittelt anhand eines simplen Wangenabstriches den persönlichen Stoffwechsel- und Sport-Typ. Mithilfe der Laboranalyse können Empfehlungen entwickelt

104

werden, die den Trainierenden zeigen, welche Makronährstoffe sie individuell am effektivsten verstoffwechseln und wie sie dadurch leicht und nachhaltig abnehmen können. Zusätzlich weist jeder Meta-Typ eine von zwei Sportvarianten auf. Auf der Grundlage der MetaCheck Gen-Diät Auswertung kann der Trainer im Studio seinem Mitglied unkompliziert ein individuelles Sport- und Ernährungsprogramm zusammenstellen. Wertvolle Tipps für eine richtige Ernährung zum Abnehmen in Form von individuellen Ernährungsvorschlägen und Rezeptideen, einer Wochenkur MetaShake Mahlzeitenersatz sowie einer Lebensmittelliste zur Übersicht für die Mitglieder sind Bestandteile der Analyseauswertung. fitness MANAGEMENT international

03/21


Abgerundet wird das Konzept durch zusätzliches Wissen über den eigenen Körper: Wie anfällig ist der Trainierende für den Jo-Jo-Effekt? Wie ausgeprägt sind Hunger- und Sättigungsgefühl? Wie viele Mahlzeiten am Tag sind optimal? Diese Informationen helfen dem Trainer zusätzlich, seinem Mitglied oder Neukunden die bestmögliche Grundlage für einen nachhaltigen Gewichtsverlust zu bieten.

Rundumversorgung durch Fitnessexperten In MetaCheck Angelegenheiten stehen die Experten der for me do GmbH den Trainern auch aktuell jederzeit zur Verfügung. Effiziente Schulungen und die Bereitstellung von Marketingmaterialien, wie Flyer und Broschüren, runden den Service ab. Die Schulungsinhalte sind leicht verständlich. Jeder Studiomitarbeiter lernt in kurzer Zeit alles rund um die Einbindung der Analyseergebnisse in die Trainingspläne der Kunden, die Typ-Varianten, die Berücksichtigung der Ergebnisse in den Ernährungsplänen sowie die Strategien für Marketing und Verkauf. Durch Informationsbroschüren und MetaCheck Gen-Diät Musterauswertungen kann direkter Kundenkontakt hergestellt und der Verkauf gefördert werden.

30 Kilo weg mit MetaCheck Zum Glück war auch der Personal Trainer von Kahan vom MetaCheck Gen-Diät Konzept überzeugt. Denn als Kahan (Fotos) 120 Kilo auf die Waage brachte und seinen Personal Trainer um Rat fragte, wusste der schnell, dass die Genanalyse genau das Richtige für Kahan sein würde. Auf Worte folgten Taten und Kahan startete mit seinem individuellen, auf seine Gene angepassten Ernährungs- und Sportplan durch. „Als Stoffwechsel-Typ Alpha war mein erster Gedanke, dass ich auf Kohlenhydrate und Fette verzichten muss. Doch mein Trainer klärte mich schnell auf. Strenger Verzicht ist nämlich Fehlanzeige! Mein Ergebnis zeigt mir genau, welche Lebensmittel und welcher Sport für meinen Stoffwechsel am besten geeignet sind.“ Kahan schaffte es so, sein Gewicht um 30 Kilo zu reduzieren. Durch die ausführliche Lebensmittelliste probierte Kahan viele neue Rezepte aus und trainierte weiter mit seinem Trainer. Dieser wusste anhand des MetaCheck Ergebnisses ebenfalls,

welche Sportübungen für Kahan geeignet sind und seinem Stoffwechsel entsprechen. „Mein Trainer war klasse. Er ist mit mir das Ergebnis durchgegangen und hat mir verschiedene Übungen gezeigt, die meinen Erfolg unterstützen. Ich bin der Ausdauer-Typ und hatte bis dahin wenig Ahnung, was zu mir passt. Nach der Umstellung meines Plans konnten wir beide den Pfunden beim Schmelzen zusehen. Der Erfolg blieb natürlich nicht unbemerkt. Ich wurde häufig darauf angesprochen, wie toll ich doch abgenommen hätte.“ Kahan konnte drei Bekannte und Familienmitglieder motivieren, auch den MetaCheck Test zu machen und dank der Analyse erfolgreich ihre Ernährung und ihr Training typgerecht umzustellen.

Fazit: MetaCheck Gen-Diät als Chance im Studio nutzen Der Mangel an Bewegung und konkreten Gesundheitsangeboten im Lockdown hat zu einem großen Bedarf an persönlichen Dienstleistungen in der Fitness- und Gesundheitsbranche geführt. Diese Bedürfnisse aufzufangen und den Menschen ein Konzept anzubieten, das auf ihren persönlichen Stoffwechsel abgestimmt wird, ist jetzt Aufgabe der Studios. Das Bewusstsein für die positiven Effekte von körperlichem Training und gesunder Ernährung wird weiterhin wachsen und die Menschen werden das Konzept der MetaCheck Gen-Diät im Studio für sich entdecken.

Hersteller und Vertrieb Das Center of Genetic Analysis and Prognosis – kurz CoGAP – wurde 2009 gegründet und widmet sich seitdem der Entwicklung genetischer Analysen. Seit 2019 ist CoGAP® eine hundertprozentige Tochter der R-Biopharm AG. Der global agierende Diagnostikhersteller aus Darmstadt gehört zu den weltweit führenden Anbietern für klinische Diagnostik sowie Lebens- und Futtermittelanalytik. GESUNDHEIT | FITNESS | PRÄVENTION

Caroline Schneider Caroline Schneider hat ihr Studium in Sprache und Kommunikation mit dem Ergänzungsfach Wirtschaftswissenschaften (B. A.) erfolgreich abgeschlossen und war jahrelang in der Fitnessbranche tätig. Heute arbeitet sie in der Gesundheitsbranche als Projektmanagerin und hat sich als persönliches Ziel gesetzt, so oft wie möglich Bewegung und Sport in ihren Alltag zu integrieren. 03/21

fitness MANAGEMENT international

Die for me do GmbH ist exklusiver Vertriebspartner für den Bereich Fitness. Mit über 1.500 Beratern in Deutschland ist for me do Marktführer in diesem Segment.

GESUNDHEIT | FITNESS | PRÄVENTION

for me do GmbH Salzdahlumer Straße 196 • 38126 Braunschweig 05 31 - 866 933 44 • info@formedo.de • www.formedo.de

105


FITNESS & GESUNDHEIT | FACHARTIKEL GRUPPENTRAINING

Egal wann – egal wo

Text: Katja Karalus

Die Corona-Krise hat die digitale Entwicklung in allen Branchen stark beschleunigt, auch in der Fitness- und Gesundheitsbranche ist dies deutlich spürbar. Online-Training nimmt im Jahr 2021 erstmals Platz 1 der weltweiten Fitnesstrends ein (Thompson, 2021). Was bedeutet das für die Zukunft des Gruppentrainings?

106

fitness MANAGEMENT international

03/21

Fotos: NDABCREATIVITY, Southworks – stock.adobe.com

Die Zukunft des Gruppentrainings


B

ereits in den vergangenen Jahren wurden die Vor-OrtKurse durch virtuelle Kurse ergänzt. Verschiedene Apps bringen das Fitnesstraining auf den heimischen Fernseher, das Smartphone oder aber auch auf die Leinwand im Fitnessstudio. Ganz neu ist diese Entwicklung gerade im Gruppenfitnessbereich aber nicht. Vielmehr orientiert man sich hierbei an den Wurzeln des Gruppentrainings. Denn bereits in den 1980er-Jahren tanzten Millionen Menschen mit Jane Fonda zu Hause vor dem Fernseher. Erst nach und nach etablierten sich die Aerobic-Kurse und später die weiteren Kursformate in den Räumen der Fitnessstudios. Aufgrund des ersten pandemiebedingten Lockdowns mussten die Fitnessstudios allerdings noch einen Schritt weitergehen. Es bedurfte mehr als der bereits entwickelten virtuellen Kurse, denn die Studios wollten ihren Mitgliedern zeigen, dass sie noch da sind. Dadurch erhofften sie sich natürlich, die Solidarität ihrer Kunden zu stärken und die Kundenbindung zu erhalten. So dauerte es nicht lange, bis die ersten Studios ihre eigenen Kurse aufzeichneten und ihren Mitgliedern zur Verfügung stellten. Aus dieser Notlösung entwickelte sich innerhalb des letzten Jahres ein komplett neues Angebot.

Vor Ort, online-live und on demand Unterschieden wird nun nicht mehr nur zwischen virtuellen Kursen und Vor-Ort-Kursen, sondern zwischen Vor-Ort-, Online-Live- und On-Demand-Kursen. Die On-Demand-Kurse werden aufgezeichnet und anschließend den Mitgliedern zur Verfügung gestellt. Dadurch entsteht ein hohes Maß an Flexibilität für die Teilnehmenden, denn egal

03/21

fitness MANAGEMENT international

zu welcher Tages- oder Nachtzeit, es besteht immer die Möglichkeit auf ein Workout. Die Betriebe profitieren gleichzeitig von der höheren Nutzungsdauer der Videos. Außerdem wird das Angebot nach und nach immer größer und die Teilnehmenden können sich aussuchen, wozu sie gerade Lust haben und welches Angebot für sie am besten passt. Etwas anders verhält es sich mit den Online-Live-Kursen. Diese finden nach einem virtuellen Kursplan statt, also zu festgelegten Uhrzeiten. Ein Instruktor streamt direkt aus dem Kursraum oder von zu Hause aus seinen Kurs live auf die Bildschirme und Endgeräte der Teilnehmenden. Dadurch entsteht eine höhere Dringlichkeit und es ermöglicht mehr Interaktion, da sich die Trainierenden eventuell sogar mit Ton und Bild zuschalten können. Die Online-Live-Kurse werden oft als persönlicher wahrgenommen, denn durch Ton, Bild und eventuell auch durch Chatfunktionen kann der Trainer auf die Gruppe reagieren und gegebenenfalls auch korrigierend eingreifen. Wichtig für einen gelungenen Online-Live-Kurs ist allerdings die Technik und das Handling, wie beispielsweise eine stabile Internetverbindung und die richtige Positionierung der Kamera. Was bedeutet dies nun für die Zukunft? Werden die OnlineAngebote nach dem Ende der Corona-Krise wieder sukzessive von der Bildfläche verschwinden oder werden sie mit den VorOrt-Kursen in Konkurrenz treten?

Online-Training – die neue Zukunft? Die neuen Angebote stellen für die Kunden und die Anbieter

107


FITNESS & GESUNDHEIT | FACHARTIKEL GRUPPENTRAINING einen großen Zusatznutzen dar und beeinflussen nachweislich die Kundenzufriedenheit und die Kundenbindung (BaenaArroyo, García-Fernández, Gálvez-Ruiz & Grimaldi-Puyana, 2020). Daher ist davon auszugehen, dass diese neuen digitalen Formate zu einem festen Bestandteil in der Fitnessbranche werden. Die digitalen Angebote bieten den Teilnehmenden noch mehr Flexibilität und ein Training kann an jedem Ort und zu jeder Zeit absolviert werden, egal ob man nur zehn Minuten oder doch 60 Minuten Zeit hat. Ein digitales Angebot schafft automatisch Kundennähe, denn egal wo der Kunde ist, er kann das Studio virtuell zu sich holen. Und genau diese Kundennähe und Verlässlichkeit haben aktuell höchste Priorität (ClubIntel, 2020). Darüber hinaus „schnuppern“ viele Sportanfänger und potenziellen Neumitglieder eher mal in einen Online-Kurs rein, denn hier spielt das Schamgefühl eine wesentlich kleinere Rolle als bei der ersten Teilnahme an einem ausgebuchten Vor-OrtKurs. Und wer digital den ersten Schritt bereits gewagt hat und positive Eindrücke sammeln konnte, traut sich dann auch ins Fitnessstudio, wo er als langfristiges Mitglied gewonnen werden kann. Ablösen werden die digitalen Formate die Vor-Ort-Kurse in den Fitnessstudios aber nicht komplett. Das Vor-Ort-Training ist und bleibt das Herzstück der Studios, denn der Wunsch nach Gemeinschaft, Austausch und sozialen Kontakten sowie der Bedarf an individueller Betreuung durch qualifizier-

tes Trainerpersonal sind nach wie vor vorhanden. Ein reines Online-Training ist für die meisten Kunden kein vollwertiger Ersatz (Kobel & Preuschoff, 2020), aber es stellt eine hervorragende Ergänzung zum Vor-Ort-Angebot dar, die nicht ungenutzt bleiben sollte.

D F

Fazit Fitness- und Gesundheitseinrichtungen sollten die alten Strukturen aufbrechen und ihr Vor-Ort-Angebot um neue Online-Formate erweitern und diese auch langfristig beibehalten. Um eine geeignete Kulisse zu schaffen und die nötige Technik zu erwerben, werden erste Investitionskosten auf die Unternehmen zukommen. Doch im Kosten-Nutzen-Vergleich wird sich der finanzielle Aufwand lohnen und die Online-Kurse werden langfristig Gewinn bringen. Denn durch ein erfolgreiches Online-Angebot erlangen die Mitglieder mehr Flexibilität in der Absolvierung ihres Fitnesstrainings. Dies stärkt gleichzeitig die Bindung zum Unternehmen.

D V Z

Für Interessierte, die noch nicht sicher sind, kann das Online-Angebot im Verkaufsgespräch als ein überzeugendes Abschlussargument genutzt werden, da es Sicherheit vermittelt. Und darüber hinaus kann eine weitaus größere Zielgruppe sogar außerhalb des eigentlichen Marktgebietes angesprochen werden.

Die Fitnessökonomin (B. A.) arbeitet als pädagogische Mitarbeiterin und Dozentin an der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement (DHfPG) und der BSA-Akademie. Sie unterrichtet selbst seit mehreren Jahren ein breites Portfolio an Gruppentrainingsangeboten in verschiedenen Fitnesseinrichtungen. www.dhfpg-bsa.de

Literaturliste Baena-Arroyo, M. J., García-Fernández, J., Gálvez-Ruiz, P. & Grimaldi-Puyana, M. (2020). Analyzing Consumer Loyality through Service Experience and Service Convenience: Differences between Instructor Fitness Classes and Virtual Fitness Classes. Sustainability, 12 (3), 828.

Fotos: LIGHTFIELD STUDIOS – stock.adobe.com | DHfPG/BSA

Katja Karalus

L

H s

V

S u

L

Ü (

O

P o

ClubIntel (Hrsg.) (2020). What Members Say Matters. What Members Say is Needed if Health/Fitness Facilities Want them Back. Zugriff am 25.02.2021. Verfügbar unter https://www.club-intel.com/whitepapers-and-reports/page/2/ Kobel, S. & Preuschoff, G. (2021). Auswirkungen der Corona-Krise auf das Trainingsverhalten. Zugriff am 24.02.2021. Verfügbar unter https://www.fitnessmanagement.de/fileadmin/ user_upload/Bilder_news/2021/01_januar/19_bis_20/Ergebnisbericht_dhfpg.pdf Thompson, W. R. (2021). Worldwide Survey of Fitness Trends for 2021. ACSM's Health & Fitness Journal, 25 (1), 10–19.

108

fitness MANAGEMENT international

03/21

l


DIGITALE FITNESSLÖSUNGEN DIE ULTIMATIVEN GRUPPENFITNESSLÖSUNGEN VON LES MILLS SIND EIN SICHERER WEG ZURÜCK ZU VOLLER POWER IN IHREM STUDIO.

LIVE

Holen Sie sich das komplette Programmangebot oder stellen Sie mit uns Ihr individuelles Angebot zusammen.

VIRTUAL

Stellen Sie LES MILLS Classes virtuell in Ihrem Studio zur Verfügung, um auch zu Randzeiten hochwertige Kurserlebnisse zu bieten.

LIVESTREAMING

Übertragen Sie die Classes Ihrer Instruktoren einfach via Livestream (mit eigener Mediathek).

ON DEMAND

Profitieren Sie von jedem Mitglied, das sich für LES MILLS On Demand anmeldet oder integrieren Sie unsere Programme in Ihrer studioeigenen App oder Website.

DIE ULTIMATIVE GRUPPENFITNESSLÖSUNG lesmills.de | (0) 40 524 7212 - 0 | info@lesmills.de


FITNESS & GESUNDHEIT | KÖRPERGEWICHTSTRAINING

Geringer Aufwand – große Wirkung

Text: Johanna Rupp

Mittlerweile existieren im Kraft- und Widerstandstraining viele unterschiedliche Formen. Neben dem gerätegestützten Krafttraining wird das Training mit dem eigenen Körpergewicht immer populärer (Thompson, 2019) – hierzu zählt auch das Schlingentraining. Ob und wie sich damit Muskelmasse aufbauen lässt, wird nachfolgend im Detail dargestellt.

110

fitness MANAGEMENT international

03/21

Foto: xartproduction – stock.adobe.com

Muskelaufbau durch Schlingentraining?


B

eim Körpergewichtstraining wird das eigene Körpergewicht als Widerstand genutzt. Eine Sonderform ist das Schlingentraining (engl.: suspension training; sling training), dessen Hauptbestandteil die Durchführung von funktionellen, mehrgelenkigen Übungen zur Verbesserung der Rumpfstabilität und -mobilität ist (Angleri, 2020).

Schlingentraining vs. gerätegestütztes Krafttraining Durch die beiden höhenverstellbaren, frei beweglichen Schlingen ist das Schlingentraining nicht nur ein Kraft-, sondern auch ein Sensomotoriktraining. Zusätzlich zur Muskulatur, die bei der Durchführung der eigentlichen Kraftübung beansprucht wird, erfordert die Stabilisierung des Körpers weitere Muskelaktivität. Die muskuläre Beanspruchung ist trotz gleicher Last (eigenes Köpergewicht) deutlich höher als bei einem Training ohne Schlingen. Viele Studien untersuchten die Annahme, dass bei einem Krafttraining mit instabiler Unterstützungsfläche (Schlingen) eine höhere Aktivierung der Rumpfmuskulatur erfolgt als bei einem traditionellen Krafttraining mit stabilem Untergrund (Harris et al., 2019; JiménezGarcía et al., 2019). Harris et al. (2019) untersuchten die akuten Effekte des Schlingentrainings auf die Aktivierung der Rumpfmuskulatur bei Übungen wie z. B. Push-ups, Bridging und Planks im Vergleich zu der „klassischen“ Durchführung der Übungen auf dem Boden (stabile Unterstützungsfläche). Die Ergebnisse zeigen signifikant höhere EMG-Aktivitäten der

entsprechenden Ziel- und Rumpfmuskulatur bei der Variante mit dem Schlingentrainer. Studien konnten bei der Betrachtung der langfristigen Effekte des Schlingentrainings im Vergleich zu einem traditionellen Krafttraining größere Steigerungen der Kraft der Rumpfmuskulatur, speziell der Rücken- und Rumpfbeugemuskulatur, vermerken (Ma et al., 2017; Maté-Muñoz et al., 2017). Auch bei älteren Personen (> 60 Jahre) konnten vergleichbare Effekte hinsichtlich Kraft, Muskelmasse und funktioneller Leistungsfähigkeit bestätigt werden (Soligon et al., 2020).

Muskelaufbau durch Schlingentraining? Um optimale Hypertrophieeffekte zu erzielen, wird häufig ein gerätegestütztes Krafttraining mit hohen Lasten (6- bis 12RM) und niedrigen Wiederholungszahlen empfohlen. Können mit einem Schlingentraining (geringere Lasten und hohe Wiederholungszahlen) vergleichbare Hypertrophieeffekte erzielt werden? Das Erreichen einer möglichst maximalen Faserrekrutierung und die Maximierung der mechanischen Spannung sind von zentraler Bedeutung für einen Hypertrophieeffekt (Schoenfeld, 2013). Nach dem Hennemann’schen Größenordnungsprinzip werden große motorische Einheiten mit hohem FT-Faseranteil durch hohe Lasten und kleine motorische Einheiten mit

Anzeige

TRAINER/IN FÜR KÖRPERGEWICHTSUND SCHLINGENTRAINING Lehrgangsinhalte sind u. a.: ■ Zentrale Anwendungsfelder ■ Krafttestung mit Körpergewichtsübungen ■ Belastungsgestaltung Dieser Lehrgang ist Teil der Profiqualifikation „Trainer/in-A-Lizenz Kraft- und Functionaltraining“ Präsenzphasen jetzt auch digital!

NEU

BSA-Akademie Prävention, Fitness, Gesundheit

bsa-akademie.de/trkstr

School for Health Management


FITNESS & GESUNDHEIT | KÖRPERGEWICHTSTRAINING Fotos: Friends Stock – stock.adobe.com | DHfPG/BSA

höherem ST-Anteil durch niedrigere Belastungen rekrutiert (Hennemann, 1957; De Marées, 2003, S. 158). Beim Schlingentraining wird oftmals mit geringerer Last, aber hohen Wiederholungszahlen trainiert. Daher könnte angenommen werden, dass die Faserrekrutierung und somit die mechanische Spannung zu gering ist, um die Muskelmasse zu erhöhen. Jedoch bestätigen z. B. Schoenfeld, Grgic, Ogborn und Krieger (2017), dass die Zunahme der Muskelmasse unabhängig von der Höhe der Last erfolgt, mit der trainiert wird. Auch bei niedrigen Lasten (> 30 % 1-RM) und hohen Wiederholungszahlen konnten vergleichbare Effekte hinsichtlich der Zunahme der Muskelmasse festgestellt werden. Ein zentraler Faktor bei der Ausführung des Trainings ist, dass dieses bis zum annähernden Muskelversagen (periphere Ermüdung) absolviert werden muss. Kommt es durch ein submaximales Training zu einer peripheren Ermüdung (durch ausreichende Annäherung an das Muskelversagen), wird die Rekrutierungsschwelle für große motorische Einheiten herabgesetzt. Auf diese Weise kann auch bei niedrigen Lasten und höherer Wiederholungszahl eine vollständige Faserrekrutierung (sowohl FT- als auch ST-Fasern) erreicht werden (Schoenfeld, 2013).

Eine Intensitätssteigerung kann dementsprechend beispielsweise über die unilaterale Ausführung der Übungen (z. B. einbeinige Kniebeuge) erfolgen. Je nach Leistungsniveau des Sportlers sowie Intensität und Belastungscharakter der Übungen können also auch hier hohe mechanische Reize und somit auch Hypertrophieeffekte ausgelöst werden.

Fazit Neben den sportlichen Effekten bietet das Schlingentraining für Mitglieder und auch für Betreiber von Fitness- oder auch Rehaeinrichtungen viele weitere Vorteile, wie z. B. die kostengünstige Anschaffung und Unterhaltung der Materialien sowie die geringe Fläche, die dafür notwendig ist. Das Schlingentraining ist außerdem vielseitig einsetzbar und findet sowohl im Reha- als auch im Leistungssport (z. B. im Athletiktraining) regelmäßig Anwendung. Schlingentraining stellt damit eine kostengünstige und facettenreiche Erweiterung der Trainingsmöglichkeiten für jede Fitnessund Gesundheitseinrichtung dar.

Folglich können auch durch ein Körpergewichtstraining am Schlingentrainer vergleichbare Hypertrophieeffekte ausgelöst werden. Die Trainingslasten müssen entsprechend hoch sein (> 30 % 1-RM), um durch den primär anaerob-laktaziden Stoffwechsel und die damit verbundene Akkumulation von Metaboliten eine periphere Ermüdung zu erzeugen.

Möglichkeiten der Intensitätssteuerung Wie Schoenfeld et al. (2017) schlussfolgern, ist zur Erhöhung der Muskelmasse ein Training mit einem großen Wiederholungsspektrum (3- bis 30-RM) möglich. Die Voraussetzung ist die Annäherung an das Muskelversagen. Da im Schlingentraining allerdings keine externen Lasten verwendet werden, muss die Intensitätssteuerung auf anderem Wege erfolgen. Die Trainingsintensität kann bei den verschiedenen Übungen durch eine Veränderung der Schlingenhöhe, der Körperposition zum Schlingenverlauf sowie durch eine Veränderung der Stütz- bzw. Abdruckfläche erzielt werden.

112

Johanna Rupp Die Sportwissenschaftlerin ist pädagogische Mitarbeiterin und Dozentin an der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement (DHfPG) und der BSA-Akademie im Fachbereich Trainings- und Bewegungswissenschaft. Als Trainerin sammelte sie praktische Erfahrung in der medizinischen Trainingstherapie bei orthopädischen Erkrankungen. www.dhfpg-bsa.de

Auszug aus der Literaturliste Angleri, V., Soligon, S. D., da Silva, D. G., Bergamasco, J. G. A., & Libardi, C. A. (2020). Suspension training: a new approach to improve muscle strength, mass, and functional performances in older adults? Frontiers in physiology, 10 (1576), 1–5. Schoenfeld, B. J., Grgic, J., Ogborn, D., & Krieger, J. W. (2017). Strength and hypertrophy adaptations between low- vs. high-load resistance training: a systematic review and meta-analysis. The Journal of Strength & Conditioning Research, 31 (12), 3508–3523. Für eine vollständige Literaturliste kontaktieren Sie bitte marketing@dhfpg-bsa.de.

fitness MANAGEMENT international

03/21


UpForm R-Line –

die vielseitige, hoch funktionale Linie für das Hanteltraining

UpForm R-Line-Hantelbänke Bei den neuesten Hantelbänken der UpForm R-Line werden hohe Funktionalität, vielseitige Einsatzmöglichkeiten, hochwertige Materialien, lange Lebensdauer und modernes Design kombiniert. Mit der Free-Weight- und Professional-Linie sammelte Marbo Sport die ersten Erfahrungen bei der Herstellung kommerzieller Fitnessgeräte. Im letzten Jahrzehnt wurden diese Linien ständig verbessert und neue Versionen eingeführt. Dadurch konnten nicht nur europäische, sondern auch globale Erfolge erzielt werden. Seit vielen Jahren arbeitet Marbo Sport mit dem Ziel, kommerzielle Fitnessgeräte zu entwickeln, die speziell auf die Bedürfnisse der Trainierenden zugeschnitten sind und ein einwandfreies Training ermöglichen. Aus diesem Leitgedanken heraus entstand die Linie UpForm. Heute präsentieren wir Ihnen eine neue Linie von professionellen UpForm R-Line-Hantelbänken, die Sie bald in unserem Angebot finden werden. Mithilfe unserer langjährigen Erfahrung konnten wir ein zuverlässiges, modernes Produkt in formschönem Design entwickeln. Unsere neue Linie kommerzieller Hantelbänke garantiert eine lange Lebensdauer und die Zufriedenheit der Fitnessstudiobetreiber und Ihrer Kunden.

VERTRIEB

JK Sportvertrieb: Sylter Bogen 40 • 24107 Kiel • +49 431 - 39 908 990 • kontakt@jk-sportvertrieb.de • www.jk-sportvertrieb.de www.upform.eu


FITNESS & GESUNDHEIT | FACHARTIKEL REGENERATION

Regenerationsmanagement Text: Patrick Berndt

Bei vielen Trainierenden limitiert nicht die Qualität und Quantität der Belastung die Effektivität des Trainings, sondern eine inadäquate Erholung. Individualisierte Strategien zur Bewahrung des Gleichgewichts zwischen Belastung und Erholung können dabei helfen, auch langfristig effektiv zu trainieren.

E

s ist nicht selten zu beobachten, dass motivierte Sportler in ihrer Leistungsentwicklung stagnieren, weil die Belastungsintensität und -häufigkeit des Trainings aufgrund zu wenig verfügbarer Regenerationskapazitäten nicht mehr kompensiert werden kann. Der Grund hierfür liegt darin, dass die Belastungen außerhalb des sportlichen Trainings oftmals nicht oder nur unzureichend bei der Entwicklung eines Regenerationsmanagements berücksichtigt werden.

Belastung vs. Erholung Die Leistungsfähigkeit kann nur dann durch Training optimal gesteigert werden, wenn Belastung und Erholung richtig aufeinander abgestimmt sind. Wird diese optimale Relation von Training und Regeneration nicht eingehalten, kommt es zur Überlagerung der Ermüdungsprozesse. Die Folge sind negative Auswirkungen auf die sportliche Leistungsfähigkeit bis hin zu ernstzunehmenden gesundheitlichen Beeinträchtigungen, sofern dieser Prozess der fortschreitenden Ermüdung nicht rechtzeitig vom Trainer identifiziert und ausgeglichen wird (Meeusen et al., 2013).

114

Regenerationsmanagement Im Gegensatz dazu könnte eine Verbesserung der Regeneration oder eine Anpassung der Belastungsreize an die verfügbare Regenerationskapazität zu einer Optimierung der Trainingsadaptation führen. Aus diesem Grund stellt die Analyse der individuellen Rahmenbedingungen, der Trainingsbelastungen sowie der potenziellen Erholungsmöglichkeiten einen wichtigen Faktor der Trainingsplanung dar (Crowther, Sealey, Crowe, Edwards & Halson, 2017). Ein gutes Regenerationsmanagement gewährleistet durch eine individualisierte Steuerung von Belastung und Erholung, dass der Regenerationsbedarf die verfügbare Regenerationskapazität niemals überschreitet, um dadurch optimale Leistungsvoraussetzungen zu schaffen. Dabei müssen sowohl physische als auch psychische Belastungen aus Training und Alltag berücksichtigt werden. Bei der Erstellung eines Regenerationsmanagements sind folgende Punkte zu beachten: fitness MANAGEMENT international

03/21

Fotos: Jacob Lund – stock.adobe.com | DHfPG/BSA

Angewandte Trainingswissenschaft (Teil 7)


• Welche Qualität und Quantität besitzen die Belastungsreize durch sportliches Training? • Wie hoch sind Qualität und Quantität der verfügbaren Regenerationszeit? • Welcher Qualität und Quantität sind sonstige Beanspruchungen aus Beruf und Alltag, die die Regeneration des Sportlers zusätzlich beeinflussen? • Welche Maßnahmen wären zur Verbesserung der Regenerationsqualität denkbar und wie lassen sich diese sinnvoll in die Trainingsplanung integrieren?

Beeinflussung der Regeneration Grundsätzlich ist also ein Regenerationsmanagement anzustreben, das sämtliche Einflussgrößen auf die Ermüdung und Erholung inner- und außerhalb des Trainings berücksichtigt. Die Regeneration nach Belastungen ist allerdings ein komplexer Prozess, während dessen viele Vorgänge parallel ablaufen: • Auffüllen der Flüssigkeitsdefizite • Auffüllen der Elektrolytverluste für eine rasche Rehydrierung • Regeneration der Muskelglykogenspeicher • Reparatur des geschädigten Muskelgewebes (Proteinbedarf) • Initiierung von Trainingsadaptationen u. v. a. m. (Tomasits & Haber, 2016, S. 166). Ernährung, Flüssigkeitszufuhr und Schlaf stellen dabei die einflussreichsten Parameter zur Beeinflussung dieser Vorgänge dar. In der Praxis wird diesen drei Grundlagen der Regeneration allerdings oft nur unzureichend Beachtung geschenkt. Für ein effektives Regenerationsmanagement sollten dementsprechend die Optimierung von Schlafqualität und -dauer sowie von Flüssigkeits-, Energie-, Mikronährstoff- und Proteinzufuhr an erster Stelle stehen.

Die zum Monitoring verwendeten Werkzeuge und Strategien sollten sowohl physische als auch psychische Parameter erfassen (McGuigan, 2017). Geeignete Parameter zur Überwachung des physischen Zustands sind beispielsweise die Belastungsintensitäten und -umfänge, die Herzfrequenzvariabilität und die Wettkampfleistung. Der psychische Zustand kann zum Beispiel mit dem Erholungs-Belastungs-Fragebogen für Sportler (EBFSPO) erfasst werden (Kehlmann & Kallus, 2000; Stults-Kolehmainen & Sinha, 2014).

Fazit Die Belastungssteuerung sollte immer hinsichtlich der individuellen Regenerationskapazität ausgerichtet werden, da das Training sonst keine Leistungssteigerung bewirkt, sondern langfristig sogar zur Schädigung des Organismus führen kann. Die Vielseitigkeit der einflussnehmenden Faktoren auf das Gleichgewicht zwischen Belastung und Erholung verdeutlicht die Notwendigkeit, dass Trainer nicht nur in der Trainingslehre, sondern auch in anderen Bereichen wie Ernährung, Entspannung und Psychologie grundlegende Kenntnisse erwerben sollten. Ein individualisiertes Regenerationsmanagement stellt somit die Grundlage effektiver Trainingsplanung dar. Denn nur wer ausreichend regeneriert, wird letztendlich auch adaptieren.

Sobald diese Punkte perfektioniert sind, können spezielle regenerationsfördernde Maßnahmen, wie beispielsweise Entspannungsstrategien, Stressmanagement, Massagegeräte, Hitze- oder Kälteapplikation und spezielle Nahrungsergänzungsmittel implementiert werden. Im Mittelpunkt der regenerationsfördernden Maßnahmen sollte dabei die aktive Erholung stehen. Solange jedoch die Grundlagen der Regeneration unbeachtet bleiben, werden ergänzende Maßnahmen keine nennenswerten Erfolge liefern.

Kontrolle über Belastung und Erholung Monitoring beschreibt die Anwendung von Methoden, mit deren Hilfe der Erholungszustand und damit die Belastbarkeit von Athleten überwacht werden kann. Die darüber generierten Informationen ermöglichen es, die Belastungsgestaltung an den aktuellen physischen und psychischen Zustand des Athleten anzupassen (Pind & Mäestu, 2018). Da die Regenerationsdauer nicht nur von der Art, Intensität und dem Umfang der Belastung, sondern auch vom Ausgangszustand und der individuellen Regenerationsfähigkeit des Athleten abhängt, lassen sich keine Pauschalempfehlungen für die Regenerationsplanung abgeben. Aus diesem Grund sind angepasste Monitoring-Strategien nützlich, um den individuellen Regenerationsstatus zu überwachen und im Bedarfsfall kurzfristige Modifikationen des Trainings vornehmen zu können. 03/21

fitness MANAGEMENT international

Patrick Berndt Patrick Berndt, M. Sc. Sportwissenschaft, ist wissenschaftlicher Mitarbeiter und Dozent an der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement (DHfPG) und an der BSA-Akademie. Als Athletik- und Personal Trainer sowie als trainingswissenschaftlicher Berater verfügt er über umfassende Praxiserfahrung und Fachkompetenz. www.dhfpg-bsa.de

Auszug aus der Literaturliste Crowther, F., Sealey, R., Crowe, M., Edwards, A. & Halson, S. (2017). Influence of recovery strategies upon performance and perceptions following fatiguing exercise: a randomized controlled trial. BMC sports science, medicine & rehabilitation, 9, 25. McGuigan, M. (2017). Monitoring Training and Performance in Athletes. Champaign, IL: Human Kinetics. Meeusen, R., Duclos, M., Foster, C., Fry, A., Gleeson, M., Nieman, D. et al. (2013). Prevention, diagnosis, and treatment of the overtraining syndrome: joint consensus statement of the European College of Sport Science and the American College of Sports Medicine. Medicine and science in sports and exercise, 45 (1), 186–205. Für eine vollständige Literaturliste kontaktieren Sie bitte marketing@dhfpg-bsa.de.

115


WISSENSCHAFT & PRAXIS | BILDUNG | ANZEIGE

Studium – Weiterbildung – Qualität Informationen und Neuigkeiten der BSA-Akademie, der BSA-Zert und der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement (DHfPG)

NEU: Praxisorganisation in der Physiotherapie Tagesworkshop der BSA-Akademie Praxisinhaber/-innen müssen für das allgemeine Praxismanagement oft viel Zeit verwenden. Dadurch kommt die eigentliche Arbeit am Patienten meist viel zu kurz. Mit dem neuen eintägigen Workshop „Praxisorganisation in der Physiotherapie“ der BSA-Akademie können Mitarbeiter/innen in Physiotherapiepraxen sowie dual Studierende in physiotherapeutischen Einrichtungen dazu qualifiziert werden, zentrale organisatorische Aufgaben beim Patienten-, Terminund Rezeptmanagement zu übernehmen. Teilnehmende erfahren u. a., wie die Prüfung und Abrechnung von Rezepten funktioniert und was bei der Vor- und Nachbereitung von Behandlungen zu berücksichtigen ist. www.bsa-akademie.de/physiotherapie

Zertifizierungsprogramme der BSA-Zert Qualität des Angebots bestätigen lassen

Fotos: DHfPG/BSA

Die BSA-Zert ist die unabhängige Zertifizierungsstelle der BSA-Akademie und bietet mittlerweile vier Zertifizierungsprogramme für Unternehmen der Fitness- und Gesundheitsbranche an. Die Dienstleistungszertifizierung „ZertFit“, basierend auf der DIN EN 17229 sowie der DIN-Norm 33961, bestätigt Fitness- und Gesundheitsanlagen die Qualität der Ausstattung und der angebotenen Dienstleistung. Anlagen, die EMS-Training anbieten, können die nach dem 31. Dezember 2021 erforderliche „Fachkunde EMF“ mit dem gleichnamigen Zertifizierungsprogramm der BSA-Zert erwerben, um so den Fortbestand ihres Angebotes zu sichern. Darüber hinaus können Anbieter von UV-Bestrahlungsgeräten das Zertifizierungsprogramm „Fachkraft UVSV“ absolvieren, um die gesetzlich vorgeschriebene Personenzertifizierung nach UVSV zu erlangen. Die neue Dienstleistungszertifizierung im Bereich Hygiene ermöglicht es Fitness- und Gesundheitsanlagen, Hygiene als geprüftes Qualitätsmerkmal sichtbar zu machen. www.bsa-zert.de

Studiengänge >> dhfpg.de

Lehrgänge >> bsa-akademie.de

Zertifizierung >> bsa-zert.de

Mehr Infos zum dualen Bachelor- und Master-Studium, zu den BSA-Lehrgängen oder zur Zertifizierung unter: Tel. +49 681 6855 143

116

fitness MANAGEMENT international

03/21


Digitale Infoveranstaltungen der BSA-Zert Von A wie Angebotsabfrage bis Z wie Zertifikat Für Interessierte besteht die Möglichkeit, sich in einmaligen Infoveranstaltungen über das Zertifizierungsangebot der BSAZert zu informieren. Am Donnerstag, den 24. Juni 2021, können Betreiber von Fitness-, Sonnen- und EMS-Studios sowie Inhaber von Physiotherapiepraxen mehr über die neue Hygienezertifizierung erfahren. Das Zertifizierungsprogramm „ZertFit“ wird in der digitalen Infoveranstaltung am Donnerstag, 1. Juli 2021, näher vorgestellt. Weitere Informationen zu den Zertifizierungsprogrammen und der kostenfreien Anmeldung zu den digitalen Infoveranstaltungen unter: www.bsa-zert.de

B. Sc. Sport-/Gesundheitsinformatik Das Unternehmen zukunftsfähig machen Studio-Apps oder vernetzte Fitnessgeräte sind seit wenigen Jahren feste Bestandteile des Angebots vieler Fitness- und Gesundheitsstudios. Mit Studierenden des neuen dualen Studiengangs B. Sc. Sport-/Gesundheitsinformatik der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement (DHfPG) können Unternehmen die digitalen Tools perfekt auf ihr Angebot abstimmen. Die dual Studierenden werden u. a. dazu qualifiziert, digitale Assistenz- und Trainingssysteme technisch umzusetzen und zu evaluieren sowie komplexe digitale und technische Systeme für den Fitness- und Gesundheitssport zu planen. www.dhfpg.de/bsgi

Mehr Entspannung und weniger Stress Lehrer/in für Mentale Fitness Immer mehr Menschen sind mit zunehmendem Stress konfrontiert, u. a. ausgelöst durch beruflichen oder finanziellen Druck. Mit der Profiqualifikation „Lehrer/in für Mentale Fitness“ der BSA-Akademie können Fitness- und Gesundheitsanlagen ihre Mitglieder bei der Verbesserung ihrer psychischen Gesundheit unterstützen. Teilnehmende erfahren u. a., wie sie Kunden beim Aufbau der Stresskompetenz zur Seite stehen sowie Entspannungskurse durchführen. Teil der Profiqualifikation sind u. a. der Basislehrgang „Mentaltrainer/in-B-Lizenz“ sowie die Aufbauqualifikation „Berater/in für Stressmanagement“. www.bsa-akademie.de/lmf

Über die DHfPG und die BSA-Akademie informieren Die DHfPG und die BSA-Akademie bieten Infoveranstaltungen vor Ort sowie kostenfrei abrufbare Infovideos auf ihren Websites an. Jeweils zwei Mal im Monat werden digitale Infoveranstaltungen zum Studium an der DHfPG bzw. zu den Lehrgängen der BSA-Akademie angeboten. Beide Unternehmen sind regelmäßig auf digitalen Messen vertreten. Alle Termine finden Sie unter: >> dhfpg.de/events

03/21

>> bsa-akademie.de/events

fitness MANAGEMENT international

117


WISSENSCHAFT & PRAXIS | KOMMENTAR ALBERT BUSEK

Thomas als Vorbild

YES, YOU CAN! Text und Foto: Albert Busek

Gut aussehen wollen die meisten Menschen. In erster Linie bezieht sich das jedoch auf Äußerlichkeiten wie Schuhe, Frisur und Kosmetika. „Kleider machen Leute“ heißt es schon im Volksmund. Der Körper darunter ist leider immer noch viel zu vielen Menschen deutlich weniger wichtig. Manche nehmen ihn erst bewusst wahr, wenn es irgendwo „zwickt“ oder beim Hautkontakt. Dabei ist mit zielgerichtetem Training und einem motivierenden Umfeld so viel mehr möglich. Bestes Beispiel dafür ist Thomas Schnelldorfer, der erst als „Spätberufener“ zum Wettkampf fand und es bis zum Weltmeister im Classic Bodybuilding brachte. 118

fitness MANAGEMENT international

02/21 03/21


agiert wird. Egal, welches Ziel man sich vornimmt, es sollte selbst bei sehr hohem eigenem Anspruch realistisch bleiben und sich nötigenfalls in mehreren Stufen erreichen lassen. Je nach Anforderung kann man durch Fachlektüre oder einen versierten Trainer alle notwendigen Eckdaten und Kennzahlen in die Planung mit einbeziehen, wodurch die Ausarbeitung eines Gesamtplanes sich wesentlich genauer gestalten lässt.

Langfristig denken und handeln Als Faustregel gilt: Je schneller der Muskelzuwachs erfolgt, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass er sich bereits kürzeren Pausen schnell wieder zurückbildet. Je langfristiger der Muskelzuwachs geplant und in die Tat umgesetzt wird, desto stabiler wird die Muskulatur bei kleineren oder größeren Pausen (durch Beruf, Familie, Krankheit, Urlaub etc.) und desto schneller wird sie danach wieder den vorherigen Beststand erreichen. Wer diese Stabilität einmal erlangt hat, reduziert die Gefahr erheblich, dass das Training nach einer Pause aus Frust gleich komplett abgebrochen wird.

Thomas Schnelldorfer trainierte jahrelang nur für sich selbst ohne jegliche Meisterschaftsambitionen. Der Liegestütz spielte dabei zu Beginn eine wichtige Rolle. Erst Studioinhaber und Bodybuilding-Weltmeister Eddi Derzapf gab ihm den entscheidenden Anstoß. Kurz vor seinem 37. Geburtstag stand Thomas erstmals auf einer Wettkampfbühne. Mit 40 Jahren wurde er 2009 Internationaler Deutscher Meister im Classic Bodybuilding und 2018 schließlich Weltmeister.

M

it sehr geringem Aufwand an Zeit und Anstrengung kann jeder Mensch das Beste aus seinem Körper machen und seine Gesundheit und Lebensqualität in hohem Maße verbessern. Kaum einem Menschen dürfte heute das riesige Angebot der Fitnessstudios und Vereine für Körpertraining und Fitness verborgen bleiben. Auch das Angebot an Fachlektüre ist so groß wie nie zuvor, sodass man sich selbst für ein Training zu Hause bestens ausstatten und sich darüber informieren kann. Zudem gibt es Ausbildungsmöglichkeiten in allen Stufen und Modulen – von der „Fitnesstrainer/in-B-Lizenz“ bis zum Master-Studium Prävention und Gesundheitsmanagement. Vom Kindes- bis zum hohen Seniorenalter werden im Studio oder beim Heimtraining für alle Menschen geeignete Programme hinsichtlich individueller Bedürfnisse und Zielsetzungen angeboten.

Zielsetzung ist entscheidend Da bin ich beim Stichwort: Ziel! Ohne klare Zielsetzung sinkt die Effektivität beträchtlich ab und geht im ungünstigsten Falle sogar gegen Null, falls ungewollt sogar kontraproduktiv 03/21

fitness MANAGEMENT international

Sich ein Ziel zu setzen ist nicht exklusiv Leistungssportlern und Wettkämpfern vorbehalten. Ich kenne viele sogenannte Breitensportler, die gezieltes Muskeltraining zwar nicht wettkampfmäßig betreiben, aber dennoch ihre persönlichen Grenzen ausloten wollen und dabei Wettkämpfern in Bezug auf die Form häufig in nichts nachstehen. Die Voraussetzung ist ein Mindestmaß an Selbstvertrauen und Durchhaltevermögen. Falls der eigene Antrieb weniger stark ausgeprägt ist, ist es entscheidend, sich ein positives Umfeld zu schaffen. Ein oder mehrere Trainingspartner, echte Freunde und ein kompetenter Trainer, dem man bedingungslos vertraut, können die nötige Energie auch in schwierigen Fällen freisetzen.

Thomas Schnelldorfer als leuchtendes Beispiel Wie weit dieses „Freisetzen“ gehen kann, zeigt die außergewöhnliche Entwicklung des heute 51-jährigen Polizeibeamten Thomas Schnelldorfer. Als 16-Jähriger absolvierte er 1985 sein erstes Training in meinem Sportcenter in München. Seitdem ist das regelmäßige Workout ein wichtiger Bestandteil seines Lebens. 15 Jahre lang trainierte er ambitioniert und mit großem Erfolg. Als „Spätberufener“ kam der Polizeibeamte erst mit 37 Jahren durch den legendären Eddi Derzapf aus Augsburg zum Wettkampfsport und blieb diesem bis heute höchst erfolgreich treu. Nach mehreren nationalen und internationalen Meistertiteln wurde Thomas Schnelldorfer 2018 in der Masterklasse „Classic Bodybuilding“ Weltmeister. Wettkämpfe sieht Thomas Schnelldorfer eigentlich nur als „Zwischenspurts“ an einigen Wochen im Jahr, um sich zu motivieren und seine Grenzen auszuloten. Das Wichtigste für ihn ist, regelmäßig den „Pump“ zu spüren. Dazu sagt er: „Dieser Sport ist perfekt geeignet, um mich körperlich fit zu halten. Außerdem bietet er mir den nötigen Ausgleich zur Arbeit. Es macht mir immer noch unglaublich viel Spaß, ins Gym zu gehen und Eisen zu bewegen. Es gibt nicht viele Sportarten, die man erfolgreich bis ins Alter betreiben kann.“ Begonnen hat bei Thomas Schnelldorfer damals als Jugendlicher übrigens alles mit Liegestützsätzen neben dem Fußballtraining. Auch heute macht er sie noch gern – und ihn bei der Ausführung dieser Grundübung zu erleben, ist Motivation pur.

119


WISSENSCHAFT & PRAXIS | NEUES AUS DER WISSENSCHAFT

Konzepte zur Verbesserung der Bewegungsreichweite

Effektivität eines gerätegestützten Beweglichkeitstrainings Grafik/Foto: SurfupVector – stock.adobe.com | privat

Im Kontext der Trainingsangebote von Fitness- und Gesundheitseinrichtungen gewinnen Konzepte zur Verbesserung der Bewegungsamplitude, wie das gerätegestützte Beweglichkeitstraining, zunehmend an Bedeutung. Wie effektiv ein solches Training die Bewegungsreichweite verbessert, wurde in der nachfolgend dargestellten Bachelor-Thesis der DHfPG untersucht.

L

aut einer Befragung des Statista Research Department (2018) sind 30 Prozent der Befragten mit der eigenen Beweglichkeit unzufrieden. Dabei bieten die zu erwartenden Effekte eines Beweglichkeitstrainings, wie es in Fitness- und Gesundheitseinrichtungen angeboten wird, erwiesenermaßen vielfältige Vorteile. Zum einen vergrößert sich die Bewegungsamplitude des Gelenks, über das der gedehnte Muskel hinwegzieht, und dies wirkt Muskelverkürzungen entgegen (Dietrich, 1989, S. 6). Zum anderen kann damit die Leistung in bestimmten Sportarten verbessert werden (Gleim & McHugh, 1997, S. 297). Die Durchführung eines Trainings zur Verbesserung der Beweglichkeit ist für viele Mitglieder von Fitness- und Gesundheitseinrichtungen ein wichtiges Ziel. Vor allem bezüglich der korrekten Ausführung spezifischer Dehnübungen herrscht bei vielen Kunden häufig Unsicherheit. (Gimbel, 2014, S. 126). Konzepte zur Beweglichkeitsverbesserung, bei denen geführte Bewegungen an speziellen Geräten ausgeführt werden, stellen hierbei eine potenzielle Lösung dar. Welche Auswirkungen ein gerätegestütztes Beweglichkeitstraining auf die Bewegungsreichweite in ausgewählten Muskel-Gelenk-Systemen hat, untersuchte eine Bachelor-Thesis der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement (DHfPG).

120

Methodik Zur Beantwortung der Forschungsfrage wurden die Effekte eines sechswöchigen gerätegestützten Beweglichkeitstrainings auf die Bewegungsamplitude von Mitgliedern eines gesundheitsorientierten Fitnessstudios untersucht. Dabei wurde die Veränderung der Bewegungsreichweite durch ein klassisches Prä-Post-Design mit dazwischenliegender Trainingsintervention gemessen und mit einer Kontrollgruppe verglichen. Die betrachtete Probandenstichprobe umfasste zu Beginn der Studie insgesamt 44 Personen, wovon 29 der Experimentalgruppe (EG) und 15 der Kontrollgruppe (KG) zugeordnet waren. Beide Gruppen nahmen zwischen den Messzeitpunkten an einer sechswöchigen Trainingsintervention teil, in der zwei Trainingseinheiten pro Woche absolviert wurden. Die Kontrollgruppe führte hierbei ein standardisiertes Krafttraining an einem weitverbreiteten Gerätezirkel aus. Die Experimentalgruppe durchlief das gleiche Training, ergänzte die Einheiten allerdings jeweils um ein gerätegestütztes Beweglichkeitstraining für die hüftbeugende Muskulatur, die Brust- sowie die Ischiocruralmuskulatur. Bei diesem geführten Beweglichkeitstraining wurden insgesamt vier Dehnübungen für die spezifische Zielmuskulatur mithilfe spezieller Geräte ausgeführt. Das Befitness MANAGEMENT international

03/21


DHfPG-Science-Lab: Bachelor-Thesis Fachbereich Trainings- und Bewegungswissenschaft

Prozentuale Veränderung der Bewegungsreichweite 25

23

20

15

10 6

6 4

5

0 s

ht

-5

u

lat

u

em

g eu

u sk

ec rr

Hü

s

ink

l ur

lat

ku

us

m

ge

u be

ft

ftb

Hü

1

1

-1

2

ur

u

cr

io

h Isc

alm ur

Experimentalgruppe

1

s

ht

lat

u sk

1

u

lat

u

m

st

u Br

u sk

ec rr

tm

us

Br

lat

ku

us

s

ink

l ur

Kontrollgruppe

Abb. 1: Prozentuale Veränderung der Bewegungsreichweite von EG und KG zwischen Prä- und Post-Messung

FAZIT lastungsgefüge umfasste dabei jeweils vier Trainingssätze mit 20 Sekunden Belastungsdauer und 30-sekündiger Belastungspause. Vor Beginn und nach Abschluss des sechswöchigen Trainings wurde die Beweglichkeit der betroffenen Muskel-Gelenk-Systeme getestet. Hierzu kam eine modifizierte Variante des Muskelfunktionstests nach Janda (2000) zum Einsatz. Die erreichte Bewegungsamplitude in Brust- und Hüftbeugemuskulatur wurde mithilfe eines Goniometers gemessen, wohingegen die Beweglichkeit der Ischiocruralmuskulatur über den Finger-Boden-Abstand bei der Rumpfbeuge bei ausgestreckten Beinen operationalisiert wurde.

Ergebnisse Abzüglich der Drop-outs konnten nach Ende der Datenerhebung insgesamt 36 vollständige Datensätze, 23 aus der EG und 13 aus der KG, zur Auswertung verwendet werden. Der Vergleich der Mittelwerte der Beweglichkeitsveränderung zwischen der Prä- und Post-Messung lässt erkennen, dass die EG gegenüber der KG größere Effekte auf die Beweglichkeit erzielen konnte. Wie der Abbildung 1 entnommen werden kann, überstieg die prozentuale Vergrößerung der Bewegungsreichweite der EG in der hüftbeugenden Muskulatur, der Ischiocruralmuskulatur sowie der Brustmuskulatur die Werte der KG. Nach inferenzstatistischer Prüfung konnte bestätigt werden, dass sich die Bewegungsreichweite der EG in allen betrachteten Muskel-Gelenk-Systemen signifikant verbessert hatte, was als Beleg für die Effektivität des gerätegestützten Beweglichkeitstrainings angesehen werden kann. 03/21

fitness MANAGEMENT international

Die vorgestellte Bachelor-Thesis hatte das Ziel, die Auswirkungen eines gerätegestützten Beweglichkeitstrainings auf die Verbesserung der Bewegungsreichweite zu untersuchen. Die Untersuchungsergebnisse konnten zeigen, dass sich die Beweglichkeit von Mitgliedern von Fitness- und Gesundheitseinrichtungen aufgrund der Ergänzung des regulären Krafttrainings durch ein Beweglichkeitstraining an speziellen Geräten in einem Zeitraum von sechs Wochen signifikant verbesserte. Die Ausführung angeleiteter Übungen an speziell dafür konzipierten Geräten stellt damit eine effektive Alternative dar, um die Beweglichkeit von Fitnesskunden zu steigern. Die einfache Durchführung sowie die geführten Bewegungen des gerätegestützten Beweglichkeitstrainings steigern möglicherweise die Attraktivität dieses Trainings, was dazu beitragen kann, dass Mitglieder von Fitness- und Gesundheitsanlagen ihr Beweglichkeitstraining regelmäßiger und damit langfristig effektiver durchführen.

THERESA RÖMMELE Alter: 24 Jahre Duales Studium: SHINTO VitalGesundSchlank GmbH Abschluss: B. A. Gesundheitsmanagement Aktuelle Tätigkeit: Trainerin im SHINTO VitalGesundSchlank GmbH

121


WISSENSCHAFT & PRAXIS | SCIENCE NEWS

Aktuelle Forschungsergebnisse im Fokus

Wissenschaft für die Studiopraxis

Ernährungsberatung ist gefragt

Schmerztherapie: Fitness statt Pillen

Physical inactivity is associated with a

Client experiences and confidence in

Chronic pain (primary and secondary) in

higher risk for severe COVID-19 outcomes:

nutrition advice delivered by registered

over 16s: assessment of all chronic pain

a study in 48 440 adult patients

exercise professionals

and management of chronic primary pain

Untersuchungsschwerpunkte In der Studie wurden knapp 50.000 Patientendaten analysiert, um den Zusammenhang zwischen Bewegungsmangel und einem schweren COVID-19Verlauf zu untersuchen.

Untersuchungsschwerpunkte Mittels einer Befragung untersuchte die Studie aktuelle Kundenerwartungen von Fitnessstudiomitgliedern im Rahmen der begleitenden Ernährungsberatung.

Untersuchungsschwerpunkte Das Leitlinienpapier liefert einen Forschungsüberblick sowie konkrete Handlungsempfehlungen zur Therapie und Prävention von unspezifischen chronischen Schmerzleiden.

Methode Die umfangreichen Regressionsanalysen identifizierten das entsprechende Risiko unter Berücksichtigung des Aktivitätsniveaus und zahlreicher weiterer Faktoren. Zentrale Ergebnisse Körperlich Inaktive wiesen ein 2,5-fach erhöhtes Risiko auf, an bzw. mit COVID-19 zu sterben. Ferner mussten sie auch mehr als doppelt so oft ins Krankenhaus eingewiesen und signifikant häufiger intensivmedizinisch betreut werden.

Praxisrelevanz und Fazit Bewegungsmangel ist nachweislich ein relevanter Risikofaktor. Aus diesem Grund plädieren die Forscher für ein Umdenken im Rahmen der Pandemiebewältigung: Fitnesstraining und gezielte Bewegungsprogramme sollten feste Bestandteile der Prävention sein. Somit unterstreicht die Studie die Wichtigkeit des gesundheitsorientierten Fitnesstrainings und stärkt die Position der Studios als gesundheitsrelevante Dienstleister.

Sallis, R., Rohm Young, D., Tartof, S. Y., Sallis, R. F., Sall, J., Qiaowu, L. et al. (2021). Physical inactivity is associated with a higher risk for severe COVID-19 outcomes: a study in 48 440 adult patients. Zugriff am 21.04.2021. Verfügbar unter https://bjsm. bmj.com/content/bjsports/early/2021/04/07/ bjsports-2021-104080.full.pdf

122

Methode In der Online-Umfrage wurden 455 Fitnessstudiomitglieder zur Nutzung, zu bisherigen Erfahrungen und weiteren Aspekten, wie u. a. Qualifikationsanforderungen und Vertrauen in die Beratung, befragt. Zentrale Ergebnisse Die Mehrheit (55,6 %) hatte bereits in Sachen Ernährung mit einem Trainer zusammengearbeitet. Für über 70 Prozent spielten bei der Auswahl des Trainers ein professionelles Auftreten sowie die Mitarbeiterqualifikation und das Vertrauen eine entscheidende Rolle. Trainer, die den Trainings- und Ernährungsbereich kompetent abdeckten, wurden bevorzugt nachgefragt.

Praxisrelevanz und Fazit Die Befragungsergebnisse verdeutlichen die wachsenden Kundenanforderungen im Rahmen einer interdisziplinären Rundumbetreuung. Studios, die entsprechend qualifizierte Trainer beschäftigen und/oder gezielt mit professionellen Ernährungsberatern zusammenarbeiten, haben hier einen klaren Wettbewerbsvorteil und können so von der steigenden Nachfrage profitieren.

Mitchell, L., McKean, M., O’Connor, H., Prvan, T. & Slater, G. (2021). Client experiences and confidence in nutrition advice delivered by registered exercise professionals. Journal of Science and Medicine in Sport (24), 488–493.

Methode Auf Basis eines Studienreviews und mehrerer Experteneinschätzungen wurden neue Praxisempfehlungen für die Schmerztherapie abgeleitet.

Zentrale Ergebnisse In den NICE-Guidelines wird auf die zentrale Rolle von individuellen Bewegungskonzepten bei der Behandlung von unspezifischen chronischen Schmerzen hingewiesen. Statt bei der Therapie frühzeitig auf Medikamente zurückzugreifen, soll zukünftig – wo sinnvoll – das „Training auf Rezept“ vermehrt verschrieben werden.

Praxisrelevanz und Fazit Bewegung und gezieltes Training können aus Sicht der Experten in vielen Fällen die Schmerzen effektiv lindern und die Lebensqualität der Betroffenen verbessern. Die Empfehlungen des renommierten Gesundheitsinstitutes sind ein weiteres Indiz dafür, dass entsprechende Konzepte branchenübergreifend an Relevanz und Akzeptanz gewinnen.

National Institute for Health and Care Excellence (Hrsg.). (2021). NICE guidelines: Chronic pain (primary and secondary) in over 16s: assessment of all chronic pain and management of chronic primary pain. Zugriff am 18.04.2021. Verfügbar unter https://www.nice.org. uk/guidance/ng193/resources/chronic-pain-primaryand-secondary-in-over-16s-assessment-of-all-chronic-pain-and-management-of-chronic-primary-painpdf-66142080468421

fitness MANAGEMENT international

03/21

Fotos: Kiattisak, Alliance, Mladen – stock.adobe.com

COVID-19: Schutzfaktor Fitness


WISSENSCHAFT & PRAXIS | PERSONENPORTRÄT

B. A. Fitnesstraining an der DHfPG

Weg in die Selbstständigkeit geebnet Text: Ronja Reuber

Wie kann ich mein Leistungsniveau steigern und wie kann ich mein Training optimieren? Diese und viele weitere trainingsspezifische Fragen faszinierten Peter Breitfeld als passionierten Basketballer schon immer. Daher entschied er sich für den dualen BachelorStudiengang Fitnesstraining der DHfPG. Heute ist er Inhaber des FENICS Therapie & Training.

F

ür Fitness – ob in Theorie oder Praxis – interessierte sich Peter Breitfeld schon immer sehr. Dass ihn seine berufliche Laufbahn in die Fitness- und Gesundheitsbranche führen würde, scheint daher nur logisch. Ein Spieler seines Teams, der damals an der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement (DHfPG) studierte, machte ihn schließlich auf den dualen Bachelor-Studiengang Fitnesstraining der DHfPG aufmerksam.

Duales Studiensystem der DHfPG überzeugte „Dass das duale Studiensystem aus einem Fernstudium und einer betrieblichen Ausbildung besteht, war für mich der ausschlaggebende Punkt. Ich wollte nicht einfach ‚nur‘ theoretisches Wissen sammeln, sondern dieses Wissen auch direkt in der Praxis anwenden können.“ Die dualen Bachelor-Studien-

gänge der DHfPG verbinden eine Tätigkeit in einem Ausbildungsbetrieb und ein Fernstudium bestehend aus Selbstlernphasen und kompakten Lehrveranstaltungen. Diese können die Studierenden entweder digital oder an einem der elf Studienzentren in Deutschland, Österreich und der Schweiz absolvieren. Seinen Ausbildungsplatz fand er schließlich auch durch seine Mannschaft: „Ich habe mit dem Studioleiter des Fitnessstudios, in dem ich meine betriebliche Ausbildung begonnen habe, Basketball gespielt.“

Bereits im Studium Verantwortung für Kunden Bereits während seines Bachelor-Studiums wurde er vom Athletik- und Therapiezentrum COROX by Hans Friedl abgeworben. In seiner Zeit bei COROX hat der 31-Jährige viele Sportler betreut und war sogar zweimal im Jahr mit dem Radteam von Katusha Alpecin im Trainingslager. „Im Eins-zu-einsTraining konnte ich mich auf jeden einzeln konzentrieren und den Sportlern dazu verhelfen, sich stetig zu verbessern.“ Die Kenntnisse, die er während seiner Selbstlernphasen erlangte und in den kompakten Lehrveranstaltungen vertiefte, konnte er so direkt an den Sportlern anwenden und davon profitieren. „Ich habe durch die Verbindung aus Studium und betrieblicher Ausbildung sehr viel gelernt.“

Neues Projekt: Athletik-App B42 Seit 2017 arbeitet Peter Breitfeld zudem an einer Athletik-App für Amateurfußballer mit. „Unser Ziel ist es, die Performance der Spieler auf ein neues Leistungsniveau zu heben, ihre Verletzungsanfälligkeit zu minimieren und sie beim Rehaverlauf professionell zu unterstützen.“ Aktuell hat die App ca. 70.000 Nutzer.

Der Schritt in die Selbstständigkeit

Zur ganzen Erfolgsgeschichte: www.dhfpg.de/pbreitfeld

124

fitness MANAGEMENT international

03/21

Foto: Peter Breitfeld

Peter Breitfeld (31) hat den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt. Durch sein Bachelor-Studium Fitnesstraining an der DHfPG hat er die besten Voraussetzungen, um erfolgreich zu werden.

Das duale Bachelor-Studium an der DHfPG ebnete Peter Breitfeld auch den Weg in die Selbstständigkeit. „Ich habe dieses Jahr mit einem Master-Studium begonnen. Außerdem eröffneten mein ehemaliger Arbeitskollege Marc Volkert und ich im Januar 2021 die Praxis FENICS Therapie & Training für Privatund Selbstzahler in Bad Aibling. Mit unseren gemeinsamen Fähigkeiten haben wir alle Voraussetzungen, um ein einmaliges Therapiekonzept zu gestalten, bei dem der Mensch im Mittelpunkt steht.“


WISSENSCHAFT & PRAXIS | PARTNERVERBAND BFB

Foto: Katsiaryna – stock.adobe.com | BfB e. V.

Buchtipp: „Vitamin D – Immer wenn es um Leben und Tod geht“

Lesestoff, der auf jedem Nachttisch liegen sollte Text: Holger Ziegert

Bei diesem Buchtitel erwartet der Leser einen Krimi oder ein Werk mit grauenvollem Ende. Tatsächlich handelt es sich bei diesem Buch um die aktuelle Zusammenfassung von Prof. Dr. Jörg Spitz und Sebastian Weiß zum Thema Vitamin D und zu den Auswirkungen auf den Körper, wenn der Organismus zu wenig davon aufnimmt. Spätestens nach den ersten Seiten bekommt man jedoch das Gefühl, dass der Mangel an Vitamin D auch etwas mit dem eigenen, möglicherweise vorzeitigen Ableben zu tun haben könnte.

D

en Autoren ist es gelungen, die komplizierte Materie rund um die Entstehung und Zirkulation des „Sonnenhormons“ Vitamin D im menschlichen Körper in verständliche Worte zu fassen. Und genau darauf kommt es an. Denn zu kaum einem anderen Thema wurde in den letzten Jahren so viel geforscht und so kontrovers diskutiert. Auf der einen Seite gibt es die ewigen Mahner, die lieber an „alten Rezepten“ festhalten möchten, und auf der anderen Seite

126

sind Mediziner wie Prof. Dr. Jörg Spitz und Therapeuten wie Sebastian Weiß, die mit fundierter wissenschaftlicher Akribie der Schulmedizin empfehlen, etwas genauer auf den menschlichen Organismus zu blicken. „Vitamin D ist aufs Engste mit der Regulation des Immunsystems in unserem Körper verbunden“, heißt es in Kapitel 6, das sich mit COVID-19, Multipler Sklerose und Autoimmunkrankfitness MANAGEMENT international

03/21


heiten auseinandersetzt. Untermauert von erdrückend vielen Studienergebnissen fragt man sich spätestens jetzt: „Warum steht das nicht täglich in großen Lettern in der Zeitung?“ Auf den darauffolgenden 160 Seiten findet sich ein weites Spektrum an Krankheiten, von Fettleber, Diabetes, Darm-, Prostata- oder Brustkrebs über Demenz bis hin zu psychischen Erkrankungen.

DENKEN SIE RECHTZEITIG AN IHRE

REZERTIFIZIERUNG!

Vitamin D wird bekanntlich vorwiegend über das auf die Haut auftreffende UVB-Licht produziert. Zu Recht klären uns Hautärzte darüber auf, dass die Nutzung von Solarien oder das natürliche Sonnenbad auch eine schädigende Wirkung haben kann. Leider begrenzt sich die Empfehlung meist darauf, die Sonnenstrahlung in Gänze zu meiden. Genau dort liegt aber das Problem. Meidet man die Sonne insgesamt oder cremt bei jeder Gelegenheit das letzte bisschen unbedeckter Haut mit Lichtschutzfaktorprodukten ein, kommt die hauteigene Vitamin-D-Produktion zum Stillstand. Das hat bereits im Mutterleib fatale Spätfolgen für die Kinder, wie viele neue Studien belegen. Fast könnte man glauben, die Autoren wären irgendwelche Wunderheiler, die plötzlich die ultimative Wunderwaffe gegen die häufigsten Todesursachen gefunden haben wollen. Weit gefehlt. Das Buch dient auch zur Aufklärung darüber, dass die Natur in all den Millionen Jahren der Anpassung vermutlich einen besseren Job gemacht hat, als wir es jemals können werden. Spitz und Weiß liefern lediglich eine verständliche Zusammenfassung wissenschaftlicher Ergebnisse hochangesehener Universitäten und internationaler Koryphäen, die allein über 20 Seiten des Anhangs benötigen, um alle aufgelistet zu werden. Ich für meinen Teil gehe jetzt mal ins Solarium. Dann sieht man danach auch noch besser aus.

FACHKRAFT UVSV Erstzertifizierung sowie Rezertifizierung Holger Ziegert Der studierte Wirtschaftswissenschaftler Holger Ziegert ist Mitglied des BfB-Vorstands. Seit 2008 ist er u. a. als Geschäftsführer und Gesellschafter der AYK Gruppe mit Sitz in Köln aktiv und durchlief zuvor Führungs-, Geschäftsführer- und Vorstandspositionen in Unternehmen der Medizintechnik sowie der Kosmetik- und Freizeitindustrie.

Prüfung direkt im Anschluss an den Lehrgang 1 Tag Präsenzphase Inhouse-Schulung möglich bsa-akademie.de/uvsv

Bundesfachverband Besonnung e. V. (BfB) Talblick 24 77960 Seelbach Telefon: 07823 - 96 29 14 Telefax: 07823 - 96 29 15 www.bundesfachverband-besonnung.de

BSA-Akademie Prävention, Fitness, Gesundheit

03/21

fitness MANAGEMENT international

School for Health Management


WISSENSCHAFT & PRAXIS | BUCHTIPP

Dr. Patrick Wilson

»Der Darm trainiert mit« 19,99 € Autor: Dr. Patrick Wilson | ISBN: 978-3-7423-1611-0 Sprache: Deutsch | Softcover | Seitenzahl: 336

IMPRESSUM Verlag und Herausgeber

Versand

fitness MANAGEMENT –

Deutschland, Österreich, Schweiz

eine Marke der PIPG GmbH Privates Institut für Prävention und

Lieferbedingungen

Gesundheitsmanagement GmbH

Einzelheftpreis

Beutnerring 9

Jahresabonnement Inland 43 EUR*

D-21077 Hamburg

9 EUR*

Jahresabonnement Ausland 61 EUR* *inkl. MwSt. und Versandkosten

Organ

»Der Darm trainiert mit« Ein Phänomen, über das wenig gesprochen wird: Viele Sportler leiden regelmäßig an Verdauungsbeschwerden. Symptome wie Blähungen, Seitenstechen, Übelkeit, Bauchkrämpfe oder Durchfall beeinträchtigen die sportliche Leistung immens und treten oft im ungünstigsten Moment auf – mitten im Training oder Wettkampf. Warum der Darm besonders beim Sport so häufig Probleme bereitet und wie man sie verhindert, erklärt der Sportwissenschaftler Dr. Patrick Wilson leicht verständlich in „Der Darm trainiert mit: Wie du Verdauungsbeschwerden vorbeugst und deine sportliche Leistung verbesserst“. Anschaulich zeigt er, wie das Verdauungssystem funktioniert und welchen Einfluss Anstrengung, Ängste und Stress darauf haben. Darüber hinaus wird ersichtlich, welche Nahrungsbestandteile schädlich sein können. Anhand neuester Studien und praktischer Beispiele erläutert der Professor für Sportwissenschaft an der Old Dominion University in Norfolk, Virginia, warum gerade das Ausüben von Ausdauersportarten oft zu Problemen mit dem Verdauungstrakt führt. Mit diesem Wissen können Athleten ihre Ernährung und ihr Stressmanagement optimieren und so Beschwerden vorbeugen, ihr Wohlbefinden verbessern und ihre Leistungsfähigkeit steigern. Selbst wenn der Verdauungstrakt bisher selten als wichtige Voraussetzung für sportlichen Erfolg gesehen wurde, macht das Buch klar, dass dieses Organ eine entscheidende Rolle auf dem Weg zum Siegerpodest spielen kann – und wie auch Amateursportler bei regelmäßigem Training von diesem Wissen profitieren können.

Offizielles Organ des DSSV e. V.

Kündigungsfrist

und BfB e. V.

1 Monat vor Ablauf des Bezugsjahres

Geschäftsführer

Produktion

Janosch Marx,

Prospektus Druckerei

Johannes Marx

Tartu Str. 6 H-8200 Veszprem

Chefredaktion Birgit Schwarze

Registereintragung Amtsgericht Hamburg

Vertrieb und Anzeigen

HRB 147152

Refit Kamberovic, Alisha Dittmer VerpackG-Registrierungsnummer Kontakt

DE5601912575515

Telefon: +49 (0) 40 / 300 945 - 0 E-Mail:

info@fitnessmanagement.de

ClimatePartner ID 11266-2002-1001

Website www.fitnessmanagement.de

Redaktionelle Mitarbeit

Lektorat

Patrick Berndt, Albert Busek,

Andrea Paulus,

Andrea Elbl, Antonio e Silva,

Carolin Schmidt

Katja Karalus, Florian Kündgen, Prof. Dr. Arne Morsch, Frédérik Neust,

Layout und Bildbearbeitung

Ronja Reuber, Andra Riehl,

Lars Marschalek,

Theresa Römmele, Johanna Rupp,

Lara-Chantal Müller,

Florian Schmidt,

Kimberly Piersdorf,

Prof. Dr. Oliver Schumann,

Stefanie Reifschneider

Anke Sörensen, Roman Spitko, Prof. Dr. Markus Wanjek, Jürgen Wolff, Holger Ziegert

Urheber- und Verlagsrechte Alle in diesem Magazin veröffentlichten Beiträge sind urheberrechtlich geschützt. Das gilt auch für die veröffentlichten Anzeigen sowie redaktionellen Anzeigen (Advertorials). Kein Teil dieses Magazins darf außerhalb der engen Grenzen des Urheberrechtsgesetzes ohne schriftliche Genehmigung des Verlags in irgendeiner Form vervielfältigt, verbreitet oder öffentlich wiedergegeben oder zugänglich gemacht, in Datenbanken aufgenommen, auf elektronischen Datenträgern gespeichert oder in sonstiger Weise elektronisch vervielfältigt, verbreitet oder

IN 5 MINUTEN DAS BUCH GEWINNEN!

verwertet werden. Zuwiderhandlungen sind strafbar.

Wie hat Ihnen unsere Ausgabe gefallen? Nehmen Sie bis zum 9. Juli 2021 an unserer OnlineUmfrage teil und nutzen Sie die Chance, das Buch „Der Darm trainiert mit“ zu gewinnen! Zur Umfrage gelangen Sie über den nebenstehenden QR-Code oder den folgenden Link: bit.ly/umfrage_fMi_0321 Mit Ihrer Teilnahme an dieser Umfrage tragen Sie dazu bei, die Qualität unserer Fachpublikation weiter zu steigern. fitness MANAGEMENT dankt Ihnen und freut sich, Sie bei der nächsten Ausgabe oder über unsere Online-Kanäle wieder begrüßen zu dürfen!

128

Hinweis Für unverlangt eingesandte Manuskripte und Bilder wird nicht gehaftet. Sie können nur zurückgeschickt werden, wenn der Sendung Rückporto beigefügt ist. Änderungen und Kürzungen der Manuskripte behält sich die Redaktion vor. Namentlich gekenn­zeichnete Artikel sowie Beiträge, die mit dem Begriff „Anzeige“ gekennzeichnet sind, geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder.

Haftung für Internetadressen Diese Publikation enthält Internetadressen zu externen Webseiten Dritter, auf deren Inhalte die PIPG GmbH keinen Einfluss hat. Deshalb wird für diese fremden Inhalte kein Gewähr übernommen und eine Haftung seitens der PIPG GmbH ausgeschlossen.

www.fitnessmanagement.de fitness MANAGEMENT international

03/21


WISSENSCHAFT & PRAXIS | KOLUMNE

Fotos: Chaay_tee – stock.adobe.com | Volker Beushausen

Faktoren einer erfolgreichen Preisgestaltung

Wie kalkuliere ich den richtigen Preis?

D

ie goldene Regel lautet: Verkäufer/-innen müssen selbst vom Preis überzeugt sein. Bei vielen Verkaufsschulungen treffe ich auf ein Problem: Das Mitarbeiter/ -innenteam steht nicht hinter dem Abopreis. Dann sind selbst lange Verkaufsschulungen nicht von Erfolg gekrönt. Deshalb muss die erste Frage lauten: „Wie viel würdest du monatlich für ein Fitnessabo zahlen?“ Die Preisvorstellungen variieren von 19 bis zu 39 Euro. Es muss aber klar sein: „Euer Fitnessabo kostet ab 49 Euro pro Monat. Wenn ihr selbst niedrigere Preise bezahlen möchtet, ist es schwer, überzeugend höhere Kosten zu verkaufen.“ Ich habe eine Methode für ein besseres Preisverständnis entwickelt. Der wichtigste Punkt dabei ist, den Preis pro Trainingsbesuch zu veranschaulichen. Bei monatlich 49 Euro und zwei Besuchen pro Woche liegt der Preis bei 6,12 Euro pro Training. Hierbei sind auch Personalkosten, Duschen, Parkplatz und Sauna einkalkuliert. Damit wirkt der oben erwähnte Preis angemessen und wird für das Team plausibel.

Der Preis spiegelt auch die Qualität wider Stellen Sie sich als erstes zwei Fragen: 1. Biete ich Qualität statt Masse? = Gesundheitstrainingsspezialist 2. Biete ich Masse statt Qualität? = Fitnessdiscounter Wie lässt sich der optimale Abopreis ermitteln? Analysieren Sie den Preis Ihrer Konkurrenten. Fordern diese monatlich 49 Euro, sollten Sie überlegen, ob Sie einen Monatsbeitrag in Höhe von 59 oder von 39 Euro verlangen. Den Preis der Konkurrenz zu kopieren, macht Sie sofort vergleichbar. In der Regel wird ein höherer Preis mit besserer Qualität assoziiert, während ein niedrigerer Preis mit geringerer Qualität verbunden wird. Behalten Sie immer Ihr Ziel vor Augen: Ich will Gewinn erwirtschaften! Durch höhere Einnahmen kann ein Fitnessstudio eine hervorragende Qualität seiner Dienstleistungen gewährleisten. Dies bewirkt ein positives Markenimage, in das die Kunden/-innen Vertrauen haben. Ältere Fitnesskunden/-innen legen mehr Wert auf die Qualität als auf niedrige Preise. Zur Verdeutlichung: Stellen Sie sich vor, Sie hätten starke Rückenschmerzen und die Wahl zwischen zwei Ärzten/-innen. Der/Die eine offeriert eine Behandlung für 19 Euro, Antonio e Silva der/die andere verlangt 79 Euro. Wo Experte für Gesundheitswirtschaft würden Sie einen Termin buchen? Naund Fitnessstudiomarketing

130

türlich bei dem/der zuletzt Genannten, aus dem Gefühl heraus, dass billige Preise nicht nur auf die Qualität der Ausbildung schließen lassen, sondern sogar die ärztliche Qualifikation infrage stellen. Bei Mitgliedern im Fitnessstudio ist die Denkweise ähnlich.

Emotionaler Faktor: Vertrauen und Sympathie Der erste Eindruck zählt. Das Gehirn verarbeitet blitzschnell (innerhalb von 20 Sekunden) alle verfügbaren Informationen über unbekannte Personen, auch ohne bewusste Anstrengung. Deshalb ist es das Wichtigste, Vertrauen zu gewinnen. Wie gewinne ich Vertrauen? (A) Sympathie und (B) Kompetenz sind entscheidend bei jeder Neukunden/-innenberatung. Ein entscheidender Faktor ist eine sympathische, positive Begrüßung, unmittelbar gefolgt von Vertrauensbildung. Sie müssen Ihr Fitnessstudio professionell vorstellen. Neue Kunden/-innen möchten am Anfang des Verkaufsgesprächs genau wissen, mit wem sie es zu tun haben und ob Sie der/die richtige Geschäftspartner/-in für sie sind.

Je attraktiver ein Produkt, umso teurer Präsentieren Sie Ihre Dienstleistung als etwas Einmaliges in Ihrer Region, z. B. mit Outdoortrainingsangeboten oder als Rückentherapiecenter mit medizinischen Geräten unter fachlicher Leitung. Die Kunst besteht darin, die Dienstleistung so zu präsentieren, dass bei den Fitnesskunden das Gefühl entsteht, sie kaufen zu müssen. In diesem Moment relativiert sich der Preis für ein komplettes Fitnesspaket.

Sehen Sie den Preis als Nutzen a. Wir alle unterliegen dem gleichen Kaufprozess. Je mehr Nutzen wir aus etwas ziehen können, desto unwichtiger wird der Preis (Preis-Leistungs-Verhältnis). b. Die Leute reagieren automatisch nach dem sozial erlernten Prinzip: Teuer bedeutet hochwertig. c. Wenn die Qualität (erkennbar) besser ist, beeinflusst sie das Image des Fitnessstudios nachhaltig. So entsteht – quasi automatisch – eine Differenzierung zu den Wettbewerbtreibenden. d. Fitnessstudiomitarbeiter/-innen identifizieren sich gern mit einer Firma, die einen guten Ruf hat. „Wir kaufen nicht, was wir haben wollen. Wir konsumieren, was wir sein möchten.“ (John Hegarty, engl. Marketingexperte und Buchautor)

fitness MANAGEMENT international

03/21


Turn static files into dynamic content formats.

Create a flipbook