fitness MANAGEMENT international 04/26 (Leseprobe)
Aufstiegskongress 2026
Keynote Speaker Boris Grundl im Interview: Selbstführung und Leadershipimpulse
Eckdatenstudie DACH 2026
Wachstum in allen drei Märkten trotz unterschiedlicher Marktstrukturen
„United let’s move.“ 2026 Eine der größten Fitnessbewegungen: Aktionswoche vom 23. bis 30. September
Die Mitglieder sind bereit.
Sind wir es auch?
Janosch Marx Geschäftsführer fitness MANAGEMENT
Ob wir auf die aktuellen Marktzahlen, neue Technologien, moderne Führung oder die Zukunft der Trainingsfläche blicken – am Ende geht es immer um dieselbe Frage: Wie gestalten wir die Zukunft unserer Branche aktiv mit, statt nur auf sie zu reagieren?
Wo wir stehen
Die Antwort darauf fällt erfreulich positiv aus. Die Studie „Eckdaten der Fitnesswirtschaft DACH 2026“ zeigt eindrucksvoll, dass unsere Branche weiterwächst (S. 56). Mehr Mitglieder, mehr Studios und steigende Umsätze in Deutschland, Österreich und der Schweiz belegen, dass Fitness längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist. Gleichzeitig macht der Blick auf den europäischen Fitnessmarkt deutlich: Das Potenzial ist noch lange nicht ausgeschöpft (S. 46). Während in Europa inzwischen über 75 Millionen Menschen in Fitness- und Gesundheitsanlagen trainieren, zeigen die Unterschiede zwischen den Ländern, wie viel Wachstum durch stärkere Gesundheitsorientierung und attraktive Angebotskonzepte noch möglich ist.
Wie wir Zukunft gestalten
Doch Wachstum entsteht nicht von allein. Es braucht Unternehmerinnen und Unternehmer, die bereit sind, neue Wege zu gehen. Deshalb widmen wir uns in dieser Ausgabe intensiv der Frage, welche Rolle Künstliche Intelligenz (KI) künftig im Studioalltag spielen wird (S. 112). KI ist weder Allheilmittel noch Bedrohung. Richtig eingesetzt, kann sie Prozesse vereinfachen, Trainer entlasten und Mitglieder individueller begleiten. Entscheidend bleibt jedoch der Mensch. Technologie schafft Effizienz – Begeisterung entsteht durch persönliche Betreuung. Das zeigt sich auch in unserer Schwerpunktreihe „Die Zukunft der Trainingsfläche“ (S. 26). Die Gespräche mit Verantwortlichen, Betreiberinnen und Betreibern machen deutlich, dass moderne Studios heute weit mehr sein müssen als Räume mit Geräten. Mitglieder investieren in Erlebnisse, Gemeinschaft und Gesundheit. Trainingsflächen werden flexibler, intelligenter und emotionaler gestaltet –immer mit dem Ziel, Menschen langfristig für Bewegung zu begeistern. Ebenso entscheidend ist die Frage, wie wir unsere Unternehmen führen. Im Interview liefert Boris Grundl wertvolle Impulse zu Verantwortung, Selbstführung und Leadership (S. 42). Gerade in Zeiten des Wandels entscheidet Führung darüber, ob Veränderungen als Belastung oder als Chance wahrgenommen werden. Mein Tipp: Boris Grundl live auf dem Aufstiegskongress am 9. und 10. Oktober 2026 – eine Keynote, die du nicht verpassen darfst.
Wie wir gemeinsam noch mehr erreichen
Eine besondere Herzensangelegenheit ist mir außerdem „United let’s move.“. Was als Brancheninitiative begann, entwickelt sich immer stärker zu einer länderübergreifenden Bewegung. 2026 findet die Kampagne erstmals auch in Österreich statt. Gemeinsam können wir mehr Menschen erreichen, Berührungsängste abbauen und Fitness als das sichtbar machen, was sie ist: ein unverzichtbarer Bestandteil moderner Prävention und Gesundheitsförderung. Ich lade herzlich dazu ein, Teil dieser Bewegung zu werden (S. 52). Unsere Branche verfügt heute über hervorragende Voraussetzungen: steigende Nachfrage, hohe gesellschaftliche Relevanz und engagierte Unternehmerinnen und Unternehmer wie dich. Jetzt kommt es darauf an, diese Chancen entschlossen zu nutzen. Lass uns gemeinsam Verantwortung übernehmen, Innovationen sinnvoll einsetzen und weiterhin Menschen für einen aktiven und gesunden Lebensstil begeistern.
Mit den besten Grüßen aus Hamburg
Aufstiegskongress 2026: Keynote Speaker Boris Grundl im Interview
„United let’s move.“ 2026: Aktionswoche vom 23. bis 30. September
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Die Zukunft der Trainingsfläche
INHALT 04/26
AKTUELLES
10 Aktuelles aus der Fitness- und Gesundheitsbranche
18 Studio des Monats: MARE Wellness & Sport, Schönkirchen 26 Die Zukunft der Trainingsfläche –wo Training zum Erlebnis wird
42 Aufstiegskongress: Leadershipimpulse von Boris Grundl
46 Europas Fitnessmarkt im Vergleich
50 Technogym: Die erste Fünf-Kilometer-LaufbandWeltmeisterschaft – RUN X™
DSSV
52 „United let’s move.“ – eine der größten Fitnessbewegungen
MANAGEMENT Impuls: KI im Studio – was KI wirklich leisten kann
WISSENSCHAFT & PRAXIS
116 Kolumne Albert Busek: Muskeltraining setzt Energie frei
118 Science News: Wissenschaft für die Studiopraxis
120 DHfPG/BSA Aktuell: Studium – Weiterbildung – Qualität
122 Vom Hobby zum Nebenjob –
Sophie Gunzelmann im Personenporträt
124 Buchtipp: Lust auf Verantwortung
126 Kolumne Antonio e Silva: Mitglieder dauerhaft begeistern
Fachartikel der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement (DHfPG) und der BSA-Akademie
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Minijobreform: DSSV sieht Risiken für Fitnessbranche
Der DSSV e. V. begrüßt, dass eine Reform der Alterssicherung mit größerer Ernsthaftigkeit als bisher angegangen wird. Mit der vorgeschlagenen Abschaffung des steuer- und sozialversicherungsrechtlichen Sonderstatus von Minijobs enthält das Maßnahmenpaket jedoch einen Vorschlag, der für die Fitness- und Gesundheitsbranche gravierende Folgen hätte, da Minijobs kein Randphänomen sind, sondern ein unverzichtbarer Bestandteil flexibler Personalstrukturen. fmi.news/dssv-minijob
Basic-Fit übernimmt wellyou
Die niederländische Fitnesskette Basic-Fit übernimmt den Fitnessbetreiber wellyou mit 41 Clubs und rund 110.000 Mitgliedern. Nach Abschluss der Transaktion soll das deutsche Netzwerk auf 115 eigene Clubs wachsen. Der Kaufpreis beträgt 52 Millionen Euro und steht noch unter dem Vorbehalt der behördlichen Genehmigung, die für das dritte Quartal erwartet wird. Die Übernahme soll die Marktposition in Norddeutschland stärken und die Expansion voranbringen. fmi.news/basic-fit-wellyou
Technogym spendet eine Million Schulmahlzeiten
Mehr als 150.000 Menschen aus 141 Ländern beteiligten sich vom 10. bis 27. März 2026 an der Technogym-Kampagne „Let’s Move & Donate Food“. Aus mehr als einer Milliarde gesammelter MOVEs entstand eine Spende von einer Million Schulmahlzeiten an das World Food Programme. Realisiert wurde die Initiative, die Teil des Projekts „Let’s Move for a Better World“ ist, in Zusammenarbeit mit dem World Food Programme, der UN-Organisation für Ernährungshilfe. fmi.news/technogym-schulmahlzeiten
Programm für den Aufstiegskongress steht fest
Welche Themen und Referierenden den Aufstiegskongress am 9. und 10. Oktober 2026 prägen, steht jetzt fest. Die Teilnehmenden erwartet ein vielfältiges Vortragsprogramm mit aktuellen Themen u. a. aus den Bereichen Fitness, Gesundheit und Management. Zudem sind Early-Bird-Tickets noch bis zum 10. August erhältlich. Der Aufstiegskongress bietet eine Plattform für fachlichen Austausch sowie Einblicke in aktuelle Entwicklungen der Branche. www.aufstiegskongress.de
Les Mills Snr – ein „Gründervater der Fitness“
Am 29. Juni 2026 verstarb Les Mills Snr im Alter von 91 Jahren. Der Olympionike und Unternehmer gründete gemeinsam mit seiner Frau Colleen die Basis für das heute international agierende GroupFitness-Unternehmen Les Mills. „Er hat in seinem Leben sehr viel erreicht. Und der rote Faden in allem ... war, dass er immer anderen helfen wollte“, so Phillip Mills, sein Sohn und Managing Director von Les Mills International.
fmi.news/nachruf-les-mills-snr
LifeFit Group übernimmt Fitness Sigmaringen
Nach der Übernahme von Just Fit baut die LifeFit Group ihr Portfolio weiter aus. Mit Fitness Sigmaringen kommt ein Einzelstandort in Baden-Württemberg zum Fitness First Netzwerk hinzu. Geplant sind die Integration, ein Rebranding zum Fitness First RED Club und gezielte Ergänzungen im Studio. Die bisherigen Eigentümer Michael Maute, Thomas Böhler und Massimo Vicino übergeben ihr Studio in die Hände einer „der bekanntesten Fitnessmarken in Deutschland“. fmi.news/lifefit-group-fitness-sigmaringen
Foto: wellyou Holding GmbH
Foto: DHfPG/BSA
Foto: Mirko - stock adobe.com
Foto: Technogym
Foto: LifeFit Group Services GmbH
Foto: Les Mills Germany GmbH
EGYM mit neuem Longevity-TrainingsprogrammNeuer Markenauftritt für „United let’s move.“
Pünktlich zum Marktstart der neuen EGYM Smart Strength Series 3 führt das Münchener Unternehmen zwei wichtige Innovationen ein: ein umfassendes Update des EGYM BioAge sowie das neue Trainingsprogramm „Longevity“. Gemeinsam schaffen sie einen wissenschaftlich fundierten Ansatz, um biologische Fitness messbar zu machen und gezielt zu verbessern. Auch die weiteren Trainingsprogramme erhielten ein umfassendes Software-Update.
fmi.news/egym-longevity
Hola Málaga: DSSV-Event 2026 in Südspanien
Vom 20. bis 23. Oktober 2026 lädt der DSSV e. V. erneut zum jährlichen Event. Nach zwei Jahren auf der Baleareninsel Mallorca verschlägt es die Teilnehmenden in diesem Jahr nach Málaga, in den Süden der Iberischen Halbinsel. Die drei Tage sind erneut gespickt mit Networking, inspirierenden Vorträgen, sportlichen Aktivitäten und unvergesslichen Erlebnissen. Jetzt Angebot anfordern und Teil des DSSV-Events 2026 werden.
www.dssv.de/event2026
Neuer Gesellschafter bei all inclusive Fitness
Mit Benjamin Burkhardt (links) gewinnt all inclusive Fitness einen weiteren Gesellschafter. Der erfolgreiche Unternehmer ist Gründer von SMARTGYM sowie Mitgründer von The Quality Group, die seit 2021 die Marken ESN und More Nutrition unter einem Dach vereint. Mit der zusätzlichen Integration der SMARTGYM-Standorte verfolgt all inclusive Fitness seinen Wachstumskurs weiter und wächst auf 199 Studios.
fmi.news/all-inclusive-burkhardt
Um mit der Kampagne mitzuwachsen, wurde der Auftritt von „United let's move.“ für 2026 erneut weiterentwickelt. Dafür wurde das Corporate Design modernisiert und die Wiedererkennbarkeit gesteigert. Zusammen mit dem Schirmherrn Fitness First, dem DSSV e. V. und der Fitnessmarketingagentur TRINITY wurde die neue Website für Deutschland und Österreich realisiert. Die neue Landingpage bildet künftig das digitale Herzstück der Aktion. Mehr dazu ab Seite 52. www.unitedletsmove.org
Life Fitness wird offizieller Bike-Partner von Les Mills
Life Fitness und Les Mills haben den Start einer strategischen Partnerschaft bekannt gegeben. Der bereits auf der FIBO in Köln vereinbarte Deal macht den neuseeländischen GruppenfitnessAnbieter zum Cycle-Content-Partner und Life Fitness zum offiziellen Bike-Partner für die Les Mills Indoor Cycling-Programme. Geplant sind gemeinsame Produktlösungen, Liveevents und vernetzte digitale Fitnesserlebnisse für Fitnessclubs und Betreiber.
fmi.news/les-mills-life-fitness
Premiere von THE NEXT BIG THING
THE NEXT BIG THING von TRINITY feierte in Mainz mit rund 300 Teilnehmenden Premiere. Neben Vorträgen verschiedener Branchenexperten, Livepodcasts und Networkingmöglichkeiten wurden mit TRINITY OS und der integrierten KI COPILOT neue Lösungen für Fitnessunternehmen präsentiert. Auch die neue TRINITY Academy wurde vorgestellt, die u. a. bei der strukturierten Weiterbildung der Mitarbeiter unterstützen soll.
fmi.news/trinity-next-big-thing
Foto: Perez Lavilla, Miguel
Foto: EGYM SE
Fotos: Fitness First Germany GmbH
Foto: all inclusive Fitness
Foto: TRINITY Digital GmbH
Foto: Life Fitness Europe GmbH
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Fitvertise Performance Weeks mit Huawei gestartetEGYM fördert Spitzensportnachwuchs
Die Fitvertise GmbH & Co. KG baut ihr digitales Fitnessökosystem weiter aus und übernimmt ab sofort die Vermarktung der Plattformen TrainToGo und GymDeals. Gemeinsam mit HUAWEI und Havas Media startet mit den „Performance Weeks“ eine neuartige Aktivierungskampagne rund um die neue HUAWEI WATCH FIT 5 Pro –direkt in der Fitness-App und unmittelbar am Mitglied. Damit entsteht eine völlig neue Form der Markenkommunikation im Fitnessumfeld. fmi.news/fitvertise-performance-weeks
Ehrung als „Persönlichkeit des Jahres“
Das französische Magazin L’Express hat Matthias H. Lehner (links) mit dem „Prix de la personnalité de l’année“ ausgezeichnet. Der Bodystreet-Mitgründer und Präsident der European Franchise Federation wurde für seinen Beitrag zur Entwicklung moderner Franchisesysteme geehrt. Die Auszeichnung würdigt auch die Entwicklung des Franchisesystems Bodystreet. Weitere Preisträger der Veranstaltung waren Systeme wie McDonald’s oder INTERSPORT. fmi.news/bodystreet-lehner-auszeichnung
NEXT DOOR meets NAOMI FITNESS DESIGN
Die Smart-Gym-Kette NEXT DOOR und Ausstatter NAOMI FITNESS DESIGN starten eine Zusammenarbeit zur Entwicklung individueller Trainingsbereiche. Der Fokus liegt auf modularen Systemen, standortspezifischer Planung und Trainingsumgebungen, die Funktion, Orientierung und Markenidentität verbinden sollen. Die Lösungen sollen unter anderem in Bereichen für Functional Training und Krafttraining zum Einsatz kommen und als individuelle Racklösungen dienen.
fmi.news/next-door-naomi
Zusammen mit dem ehemaligen Weltklasseschwimmer und Olympiamedaillengewinner Christian Tröger (1. v. l.) sowie dem ARD-Sportmoderator Markus Othmer (4. v. l.) begleitet EGYM junge Talente mit moderner Trainingsinfrastruktur, datenbasierten Trainingsmethoden und einem starken Netzwerk. So profitieren die Athleten u. a. vom Zugang zum EGYM Wellpass-Netzwerk und intelligenten Kraftgeräten der EGYM Smart Strength-Produktlinie. Mehr dazu ab Seite 70. fmi.news/egym-future-champions
Erste LES MILLS WEEK by Fitness First auf Kreta
Mehr als 150 Teilnehmende reisten im Mai 2026 ins Kalimera Kriti Resort auf Kreta, um die erste LES MILLS WEEK motivated by Fitness First zu erleben. Neben einem abwechslungsreichen Kursprogramm wurden Workshops u. a. zu Regeneration und funktionellem Training geboten. Abgerundet wurde das Event durch gemeinsame Essen und eine Galanacht mit Livemusik. Die nächste LES MILLS WEEK findet vom 26. September bis 3. Oktober 2026 erneut auf Kreta statt. fmi.news/les-mills-week
TOUCH:BAY: digitaler Servicepoint bei 100% Fitness
Die Fitnesskette 100% Fitness setzt für seine zwölf Standorte auf die interaktiven Servicepoints von TOUCH:BAY. Diese fungieren als zentraler Touchpoint für Information, Service und Orientierung im Studio. Somit bleiben Mitglieder besser informiert, Services werden digital bereitgestellt und Teams durch effizientere Abläufe entlastet. Trainingswissen, Tipps, Rezepte sowie redaktionell aufbereitete Inhalte sind systemseitig integriert und sofort verfügbar. fmi.news/kooperation-touch-bay
Foto: Bodystreet GmbH
Foto: GYM APP
Foto: EGYM SE
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MARE Wellness & Sport, Schönkirchen
Kurzurlaub vor der Haustür
Der Name ist Programm: Das MARE Wellness & Sport ist für viele seiner Mitglieder wie ein zweites Zuhause. Auf über 8.000 Quadratmetern verbindet die Premiumanlage Training, Gesundheit, Regeneration und Beauty zu einem ganzheitlichen Konzept, das weit über ein klassisches Studiomodell hinausgeht und dieses Jahr sein 20-jähriges Jubiläum feiert.
Willkommen zur kleinen Auszeit vom Alltag. Schon die großzügige Lobby des MARE vermittelt eher das Ambiente eines Wellnesshotels als das eines Fitnessstudios. Dieser erste Eindruck passt zur Philosophie, die das Unternehmen seit Beginn verfolgt: „Das MARE ist so konzipiert, dass man den stressigen Alltag mit dem ersten Schritt über die Schwelle sofort vergessen soll und die Anlage am liebsten gar nicht mehr verlassen möchte“, sagt Geschäftsleiter Tim Höper. „Wir sehen uns nicht als reine Sportstätte, sondern besetzen die Schnittstelle
Studio des Monats
zwischen hocheffizientem Gesundheitstraining und luxuriösem Day Spa. Unser Fokus liegt dabei auf Ganzheitlichkeit.“
MARE Wellness & Sport Schönkirchen August 2026
Vor über zwanzig Jahren entstand die Idee, in Schönkirchen bei Kiel eine Wohlfühloase zu schaffen, in der Menschen trainieren, entspannen, regenerieren und Zeit mit der Familie verbringen können – alles unter einem Dach. 2004 fiel der Startschuss für umfangreiche Umbau- und Erweiterungsmaßnahmen auf dem Gelände. Bis April 2006 wurde die bestehende Fitnesshalle um eine weitläufige
Fotos: Made Memories
Text: Anke Sörensen
Sauna- und Themenlandschaft, einen Day Spa, ein Solebad sowie ein Restaurant erweitert. Im Penthouse auf dem Dach entstand die erste offizielle Yoga- und Pilateslounge mit großzügiger Terrasse – ein Novum in Schleswig-Holstein.
Breites Angebot, hoher Anspruch
Seitdem besteht das Premiumstudio aus fünf Kernbereichen: Fitness & Krafttraining, dem umfangreichen Kursprogramm, Yoga, Body & Mind, Wellness & Spa sowie einem Kidsclub.
Auch heute ist die Grundidee unverändert: Das MARE ist ein Gesundheits- und Wohlfühlzentrum für unterschiedliche Lebensphasen. „Unsere Mitglieder sind zwischen 14 und 95 Jahren alt und stammen aus Kiel und dem Kreis Plön“, sagt Tim Höper. „Wir richten uns an Menschen, die den Mehrwert von exzellentem Service, Sauberkeit und fachlicher Kompetenz erkennen und schätzen.“ Vom ambitionierten Freizeitsportler über gesundheitsorientierte Best Ager bis hin zu Familien mit Kindern findet hier jede Zielgruppe passende Angebote. Während die Kinder im Kidsclub toben, haben die Eltern Zeit, um zu
trainieren, sich im Wellnessbereich zu entspannen oder sich ein Beautytreatment zu gönnen.
Viel Raum für topmodernes Training
Schon die Größe der Anlage macht das Studio in der Region einzigartig. Mit mehr als 8.000 Quadratmetern inklusive der Outdoorbereiche bietet das MARE viel Platz für abwechslungsreiche Trainingsmöglichkeiten. Eine zentrale Säule bildet der großzügige Fitnessbereich für Kraft- und Ausdauertraining. Ergänzt wird er durch einen Biocircuit sowie eine offizielle HYROX-Area. Anders als in anderen Studios wurde im MARE bereits seit 2006 auf Digitalisierung gesetzt und die Verbindung aus menschlicher Betreuung mit technischer Unterstützung als Erfolgsfaktor gesehen. Die Trainingsfläche ist seit vielen Jahren überwiegend mit Geräten von Technogym
WIR SEHEN UNS NICHT ALS REINE SPORTSTÄTTE, SONDERN BESETZEN DIE SCHNITTSTELLE ZWISCHEN HOCHEFFIZIENTEM GESUNDHEITSTRAINING UND LUXURIÖSEM DAY SPA“
ausgestattet und bietet ein vernetztes Trainingsökosystem mit digitaler Trainingssteuerung. Individuelle Trainingspläne, absolvierte Workouts und persönliche Fortschritte lassen sich bequem über die Technogym-App verfolgen.
Abgerundet wird das Angebot durch EMS-Training, Personal Training, professionelle Sporttherapie, Ernährungsberatung sowie Reha- und Präventionskurse. Darüber hinaus findet in sechs Kursräumen ein umfangreiches Kursprogramm mit über 400 Kursen pro Monat statt. Es reicht von Les MillsFormaten über HYROX, Indoor Cycling und Trampolinfitness bis hin zu Aquafitness im hauseigenen Solebad.
Ankommen und entspannen
Außergewöhnlich ist auch der rund 400 Quadratmeter große Yoga- und Pilatesbereich mit gemütlicher Teelounge auf dem Dach oberhalb des Wellnessbereichs. Drei Räume unterschiedlicher Größe bieten Platz für Angebote vom klassischen Hatha-Yoga bis hin zu Pilates und Qigong. Bei schönem Wetter werden ausgewählte Kurse ins Freie auf die Dachterrasse verlegt. Ergänzend kommen Postnatalkurse für Mütter mit Baby sowie monatlich wechselnde Yoga-Specials hinzu.
Das MARE verfolgt konsequent einen ganzheitlichen Gesundheitsansatz: Training endet nicht mit der letzten Wiederholung, sondern geht nahtlos in Regeneration über. Im Day Spa lässt sich problemlos ein ganzer Wellnesstag verbringen: Vier unterschiedlich temperierte Saunen, eine Infrarot-Sitzkabine, ein osmanisches Sole-Dampfbad, Solebecken, großzügige Ruhezonen und eine weitläufige Saunaterrasse schaffen den passenden Rahmen, um neue Energie zu tanken.
Lust auf noch mehr Verwöhnmomente? Im Beautybereich reicht das Spektrum von klassischen Gesichtsbehandlungen über Massagen bis hin zur professionellen Nagelpflege. Wer eines der Beauty-Arrangements bucht, macht den Kurzurlaub vor der eigenen Haustür perfekt und kann den Aufenthalt danach im angeschlossenen italienischen Restaurant entspannt ausklingen lassen.
Zwischen Auspowern und Entschleunigen Ein Merkmal des MARE ist die räumliche und gefühlte Trennung unterschiedlicher Erlebniswelten. Auf der einen Seite stehen Leistungssteigerung, Training und Bewegung, auf der anderen Seite Ruhe, Regeneration und Entspannung. Beide Bereiche existieren gleichwertig nebeneinander. „Diese räumliche Differenzierung ermöglicht es den Mitgliedern, je nach Tagesform und Bedürfnis unterschiedliche Angebote wahrzunehmen – vom intensiven HYROX-Training bis zur Meditation auf der Dachterrasse“, erläutert Tim Höper.
Die Trainingsflächen sind modern, funktional und klar strukturiert. Schwarze Kraft- und Cardiogeräte sorgen für ein hochwertiges Erscheinungsbild, ein durchdachtes Lichtkonzept trägt zu einer motivierenden Trainingsatmosphäre bei. Einen deutlichen Gegenpol dazu bildet der Wellnessbereich. Hier dominieren warme Materialien sowie mediterrane und orientalische Gestaltungselemente und sorgen für eine Atmosphäre, die Abstand vom Alltag schafft. Auch Ruheraum, Saunen und das Solebad vermitteln eher den Charakter eines Spa-Resorts als den eines klassischen Fitnessstudios. Noch konsequenter zeigt sich diese Philosophie im Yoga- und Pilatesbereich, wo die Räume nach Feng-Shui-Prinzipien gestaltet wurden. Abgerundete Formen und harmonische Farben schaffen eine Umgebung, die Entspannung und Achtsamkeit unterstützt.
Familie als Teil des Geschäftsmodells Während viele Premiumclubs ihre Angebote auf Erwachsene konzentrieren, bietet das MARE einen familienorientierten Ansatz. Kinderbetreuung im Kidsclub, Kinderschwimmkurse, Familienzeiten im Sauna- und Spa-Bereich sowie spezielle Bewegungsangebote für die Kleinen bieten Eltern oder Großeltern einen deutlichen Mehrwert. Familien erleben die Anlage gemeinsam und integrieren das Studio in ihren Alltag.
Die Altersstruktur der Mitglieder zeigt, dass das Konzept aufgeht. Das Durchschnittsalter liegt bei 49 Jahren, die Geschlechterverteilung ist nahezu ausgeglichen. Diese Vielfalt stellt zwar hohe Anforderungen an die Gestaltung des Angebots, eröffnet aber auch Chancen für stabile und langfristige Kundenbeziehungen.
Mitarbeitende als Erfolgsfaktor Rund 100 Mitarbeitende, Aushilfen, Studierende und freiberufliche Kräfte sorgen dafür, dass die komplexe Infrastruktur des MARE täglich funktioniert. Einige davon sind bereits seit rund 20 Jahren Teil des Unternehmens, was für ein angenehmes Arbeitsklima und eine Unternehmenskultur spricht, in der familiäre Strukturen, flache Hierarchien und abteilungsübergreifende Zusammenarbeit den Arbeitsalltag prägen.
Gesucht werden nicht nur fachliche Qualifikationen, sondern Menschen, die Freude am Umgang mit anderen haben. Entsprechend vielfältig sind die beruflichen Hintergründe: Fitnessökonomen, Sportwissenschaftler, Physiotherapeuten, Saunafachkräfte, Kosmetikerinnen, Masseure sowie Trainerinnen und Trainer arbeiten Hand in Hand.
Während viele Unternehmen der Branche über Rekrutierungsprobleme berichten, ist das MARE gut aufgestellt. Dazu der Geschäftsleiter: „Wir nehmen den branchenüblichen Fach-
kräftemangel praktisch nicht wahr. Durch die Positionierung als attraktiver Toparbeitgeber und anerkannter Ausbildungsbetrieb für duale Studiengänge verzeichnen wir regelmäßige, starke Bewerbungseingänge.“
Über Social Media pflegt das Team eine emotionale Nähe zur Community und nutzt Instagram als visuelles Schaufenster: „Da wir ein ‚Studio auf dem Dorf‘ sind, ist uns die Zugehörigkeit jedes einzelnen Mitglieds und jedes einzelnen Mitarbeiters sehr wichtig. Durch Formate wie den ‚Mitarbeiter Mittwoch‘ und Instagram Reels zu Jahresrückblicken und Eventeinblicken präsentieren wir das Studio als große Familie nach außen“, sagt Tim Höper.
Der Geschäftsleiter hinter dem Unternehmen
Tim Höper ist Physiotherapeut, Osteopath und Geschäftsleiter des MARE Wellness & Sport. In dieser Funktion entwickelt er seit 2012 das ganzheitliche Gesundheitskonzept aus Fitness, Therapie, Rehabilitation und Wellness kontinuierlich weiter. Er verfügt über mehr als 20 Jahre Berufserfahrung in der Physiotherapie, Sportphysiotherapie und Leistungsdiagnostik. 2004 gründete er seine eigene Physiotherapiepraxis in Gettorf. Seit 2006 betreut er Spieler des THW Kiel in der Leistungsdiagnostik und ist Leiter der Physiotherapie bei Holstein Kiel. Zehn Jahre lang war er für die Hockeynationalmannschaften des Deutschen Hockey-Bundes tätig und betreut seit 2014 internationale Profisportler im Tennis. Als Geschäftsführer und therapeutischer Leiter der beiden Standorte von MARE AKTIV verantwortet er die fachliche und strategische Entwicklung der Therapiezentren.
Erfolg im Premiumsegment
Das MARE verfolgt eine klare strategische Ausrichtung. Statt über Preisaktionen oder kurzfristige Trends zu konkurrieren, setzt das Unternehmen auf Qualität, Service und Ganzheitlichkeit. Das Leistungsversprechen „Kurzurlaub vor der Haustür“ zieht sich durch alle Bereiche der Anlage, denn Fitness, Wellness, Beauty, Gesundheit und familiäre Atmosphäre werden nicht als einzelne Angebote, sondern als Bestandteile eines Gesamterlebnisses verstanden. Durch seine Größe und die Kombination aus Fitness und Spa-Bereich genießt das MARE in Kiel, Neumünster und dem Kreis Rendsburg-Eckernförde eine Monopolstellung.
Dabei bleibt es offen für Marktentwicklungen. In den vergangenen Jahren wurden elektronische Zirkeltrainingssysteme, EMS-Training, Herzfrequenzvisualisierung in Kursen sowie HYROX-Angebote integriert. Ab August soll Reformer-Pilates angeboten werden, ebenso wie zusätzliche Outdoorformate am Strand wie Breathwalk, ein SUP-Kurs oder Yoga.
Vernetzt in der Region
Ein weiterer Erfolgsfaktor liegt in der regionalen Verankerung. Als offizieller Partner im Störcheclub, dem Sponsorennetzwerk von Holstein Kiel, pflegen die Betreiber enge Beziehungen zum regionalen Spitzensport und zur lokalen Wirtschaft. Darüber hinaus bestehen entlang der Kieler Förde Kooperationen mit Hotels, Campingplätzen und weiteren Partnern.
Besonders wichtig ist auch die strategische Verbindung zu MARE AKTIV Reha-Zentrum Ostküste. Durch die Verzahnung von Therapie, Rehasport und Fitness entstehen fließende
Übergänge zwischen Gesundheitsversorgung und langfristigem Training. Patienten können nach einer physiotherapeutischen Behandlung direkt als Mitglied in gesundheitsorientierte Trainingsangebote wechseln; Fitnessmitglieder profitieren von der therapeutischen Kompetenz.
Zukunft mit klarer Haltung
Auch nach zwei Jahrzehnten ist das Unternehmen nicht am Ziel. Digitalisierung, neue Trainingskonzepte und kontinuierliche Investitionen in die Infrastruktur stehen weiter auf der Agenda. Während viele Anbieter auf Spezialisierung setzen, verfolgt das MARE einen anderen Weg. Die Anlage vereint unterschiedliche Welten unter einem Dach und schafft daraus ein Gesamterlebnis, das weit über klassisches Fitnesstraining hinausgeht.
Darin liegt die besondere Stärke des Angebots – und das ist vermutlich auch der Grund, warum das MARE Wellness & Sport in Schönkirchen bei Kiel heute zu den prägenden Premiumanlagen Norddeutschlands zählt.
MARE Wellness & Sport in Zahlen
Fläche des Studios gesamt: 8.000 m2
Kraft: 500 m2
Cardio: 180 m2
Functional:
Zirkel:
Kurse:
Wellness:
Beauty:
Kidsclub:
Schwimmbad:
Ausstattung
Kraft: Technogym,
Cardio: Technogym, Concept2
EMS: miha bodytec
Functional: Concept2, Rogue Fitness, Technogym, CENTR x HYROX
Welches Setting braucht Training, damit es zum Erlebnis wird – und bleibt? Die Gestaltung der Trainingsfläche ist ein oft unterschätztes Tool für den Unternehmenserfolg: Materialien, Look and Feel der Trainingsbereiche, die Geräteanordnung und Laufwege sowie Licht und Beschallung sind mittelbare Verkäufer und auch Faktoren für das Community Building. Alicia Goetze (BFC Balance Fitness Club), Tom Geppert (FitX) und Marcel Kloos (David Lloyd Clubs) erläutern in Interviews, wie Trainingsflächen für die Zukunft fit gemacht werden können.
Die Fitness- und Gesundheitsbranche befindet sich im Wandel. Seit mehreren Jahren verändern sich die Rahmenbedingungen sowie auch die Möglichkeiten für Studios, während die Branche ein konstantes Wachstum vollzieht.
Hauptgrund für dieses Wachstum ist, dass das Kernprodukt einfach gut ist. Fitnesstraining gilt nicht nur in der Branche als das beste Produkt der Welt. Training ist lebendig, verbindet und ist ein Faktor für die Gesundheit und Longevity. Es wird immer populärer und sein gesellschaftlicher Stellenwert nimmt immer weiter zu – die Voraussetzungen für weiteres Wachstum der Branche sind also exzellent. Die Unternehmerinnen und Unternehmer haben es in nur wenigen Jahrzehnten geschafft, Fitnesstraining von einem Nischenprodukt zu einem Must-have für eine ganze Volkswirtschaft zu entwickeln.
Der Faktor Präsentation: die Trainingsfläche
Dass im Jahr 2026 mehr als zwölf Millionen Mitglieder in deutschen Fitness- und Gesundheitsanlagen trainieren (DSSV 2026), liegt an der Stärke des Produkts „Fitnesstraining“ –mit Sicherheit aber auch daran, dass Fitnesstraining immer vielfältiger geworden ist und immer mehr Menschen erreicht. Die Trainingsfläche hat sich über die Jahre zu einem Ort entwickelt, an dem Menschen aus verschiedenen Alters- und Einkommensschichten zusammenkommen, trainieren und etwas für ihre Gesundheit tun.
Aus den Hallen mit Hanteln und Kraftgeräten und einem Aerobic-Raum sind vielseitige Trainingswelten geworden. Moderne Trainingsflächen vereinen heute ergonomisch und biomecha-
Text: Anke Sörensen und Jürgen Wolff Foto:
nisch optimierte Kraftgeräte mit Functional Training-Zonen, Freihantelbereichen, EMS- und Vibrationstraining, Muskellängentraining sowie digital unterstützten Trainingssystemen. Gleichzeitig fließen Elemente aus Gewichtheben, Kraft- und Kampfsport sowie Bodybuilding in die Gestaltung der Flächen ein. So entstehen Konzepte, die – je nach Positionierung des Studios – nahezu jedes Trainingsziel und jede Zielgruppe abdecken.
Die Vielfalt an Einflussgrößen
Die Entwicklung der Trainingsfläche steht stellvertretend für die Entwicklung unserer Branche. Von der Geräteauswahl und Raumgestaltung, über die Licht- und Beschallungsoptionen bis hin zu den Touchpoints für kompetente Trainerinnen und Trainer – die Fitness- und Gesundheitsbranche bewegt sich in allen entscheidenden Elementen auf einem Topniveau. Durch den Wandel der Branche entwickeln sich für Betreiberinnen und Betreiber dabei neue Herausforderungen, aber auch neue Chancen, dieses Niveau zu halten oder sogar zu steigern: Durch digitale Systeme und KI lassen sich viele Routinen automatisieren, sodass Studioteams mehr Zeit für ihre Mitglieder haben. Auf der anderen Seite ergeben sich auch neue Optionen für die Unternehmenskommunikation und das Community Building, die zielführend ausgestaltet werden müssen, um up to date zu bleiben. All diese Faktoren finden sich komprimiert auf der Trainingsfläche.
Wie präsentiert man das beste Produkt der Welt?
Die Fitness- und Gesundheitsbranche hat sich selbst eine Steilvorlage gegeben, um künftig noch mehr Menschen für das Fitnesstraining zu begeistern; die Möglichkeiten, diese erfolgreich und zukunftsgerichtet zu gestalten, sind vielfältiger denn je. Die Gestaltung der Trainingsfläche ist dabei viel mehr als schmückendes Beiwerk. Vielmehr ist es ein strategisches Werkzeug, um Kunden von der ersten Wahrnehmung in eine langfristige Mitgliedschaft zu begleiten. Materialien, Look and Feel der Trainingsbereiche, digitale Optionen, Geräteauswahl und -anordnung sowie Laufwege sind lautlose Verkäufer, die den Nutzen des Angebots in visuelle Reize übersetzen, Vertrauen wecken, Aufmerksamkeit lenken – sowie eine Mitgliedschaft attraktiv machen und diese Attraktivität bei jedem Training bestätigen.
Die Zukunft der Trainingsfläche
Wie wird eine „erfolgreiche“ Trainingsfläche in Zukunft aussehen? Wie kann die Betreuung durch Trainerinnen und Trainer noch besser strukturiert werden? Wie weit wird der Einfluss von Digitalisierung und KI gehen? Welche Zielgruppen brauchen welche Geräte und wie können Designtrends clever eingebunden werden?
Antworten geben eine Unternehmerin und zwei Experten, die mit ihren Anlagen und dem Setting der Trainingsflächen erfolgreich neue Wege gegangen sind: Tom Geppert, Team Lead Training & Service Education bei FitX, Marcel Kloos, Country Director Germany bei David Lloyd Clubs und Alicia Goetze, Geschäftsleitung bei der BFC Balance Fitness Club GmbH.
Auszug aus der Literaturliste DSSV e. V. – Arbeitgeberverband deutscher Fitness- und Gesundheits-Anlagen (Hrsg.). (2026). Eckdaten der deutschen Fitnesswirtschaft 2026. Hamburg: Hrsg. Für eine vollständige Literaturliste kontaktieren Sie bitte literatur@fitnessmanagement.de.
Interview mit
Tom
Geppert, Team Lead Training & Service Education bei FitX
„FUNKTIONALER, FLEXIBLER UND SCHNELLER VERFÜGBAR“
fMi: FitX hat in den vergangenen Jahren begonnen, Studios und Trainingsflächen neu zu gestalten. Welche Entwicklungen im Markt und im Trainingsverhalten haben diesen Schritt notwendig gemacht?
Tom Geppert: Die regelmäßige Renovierung unserer Bestandsstudios ist zentraler Bestandteil unserer Strategie. So können wir unseren Mitgliedern auch über die Studioeröffnung hinweg hohe Qualität bieten und unsere Studioumgebungen kontinuierlich weiterentwickeln.
Wir haben das Mitgliederfeedback in den vergangenen Jahren sehr stark in den Fokus gerückt und dabei einige klare Entwicklungen erkannt. Besonders auffällig ist, dass deutlich mehr junge Menschen den Zugang zum Krafttraining gefunden haben. Gleichzeitig sehen wir, dass Krafttraining längst kein rein männlich geprägtes Thema mehr ist; auch immer mehr Frauen trainieren gezielt mit Gewichten. Darüber hinaus gewinnen hybride Trainingsformen, funktionelles Training und Calisthenics zunehmend an Bedeutung. Mitglieder wünschen sich heute mehr Trainingsvielfalt, individuelle Gestaltungsmöglichkeiten und Bereiche, die unterschiedliche Trainingsstile miteinander verbinden. Diese Entwicklungen haben uns dazu bewegt, unsere Studios und Trainingsflächen konsequent weiterzuentwickeln.
Wodurch zeichnet sich das neue Flächen- und Designkonzept konkret aus? Welche Elemente oder Bereiche sind charakteristisch für die neue Generation der FitX-Studios? Das neue Flächenkonzept zeichnet sich vor allem durch mehr Trainingsfreiheit, größere Gerätevielfalt und eine noch stärkere Orientierung an dem tatsächlichen Nutzungsverhalten unserer Mitglieder aus. Dank neuem Design- und Beleuchtungskonzept entsteht zusätzlich eine helle, einladende und motivierende Trainingsumgebung.
Im Kraftbereich haben wir die Möglichkeiten deutlich erweitert – sowohl für klassisches Gerätetraining als auch für freies Training. Bei stark nachgefragten Geräten, wie z. B. den
TOM GEPPERT übernahm nach seinem Studium der Sportwissenschaft (2016 Bachelor of Arts, 2018 Master of Arts) die Studioleitung bei FitX in Jena-Burgau. Ende 2022 wurde er Field Coach „Training“ und betreute die Trainerentwicklung, 2024 Product Manager Training Experience bei FitX. Seit Juni 2025 verantwortet Tom Geppert als Team Lead den Bereich Training & Service Education bei FitX. www.fitx.de
IM MITTELPUNKT UNSERER FLÄCHENPLANUNG STEHEN
IMMER DIE MITGLIEDER UND IHRE BEDÜRFNISSE“
beliebten Kabelzugstationen oder der Beinpresse, wurde aufgestockt. Insgesamt legen wir heute mehr Fokus auf Unterkörpertraining, das insbesondere bei vielen weiblichen Mitgliedern eine hohe Relevanz hat. Auch auf der allgemeinen Trainingsfläche wurden Kabelzüge integriert, um freieres und vielseitigeres Training zu ermöglichen. Gleichzeitig haben wir die Gerätevielfalt erweitert, beispielsweise durch zusätzliche Varianten wie sitzende und liegende Beinbeuger- oder Butterfly- und Butterfly-Reverse-Geräte. Im Cardiobereich wurden die Laufbandkapazitäten erhöht und für ein optimiertes Trainingserlebnis unter anderem durch moderne Indoor Cyclingbikes inklusive Display-Panel ergänzt. Außerdem sind die beliebten Vario-Geräte von Technogym zurückgekehrt
Ein neuer Bestandteil ist der BASICS-Bereich mit sechs verschiedenen Hammer Strength-Geräten für ein effektives und gezieltes Ganzkörpertraining aller Muskelgruppen. Damit lösen wir sukzessive den ehemaligen Zirkelbereich ab. Der große Vorteil: Diese Geräte sind individuell einstellbar und funktionieren „FOR ALL OF US“ – von Einsteiger:innen, die ein einfaches Zirkeltraining absolvieren möchten, bis hin zu ambitionierten Kraftsportler:innen mit hohen Gewichten. Sie kombinieren robuste Bauweise, gute Biomechanik und eine breite Trainingszugänglichkeit.
Auch unser Functional Fitnessbereich, die „Turnecke“, wurde deutlich erweitert. Wir setzen hier auf noch mehr Fläche und ein neues Rig. Dadurch entstehen zusätzliche Möglichkeiten für ein vielseitiges funktionelles Training – von Klimmzügen über Core-Übungen bis hin zu komplexen Ganzkörperbewegungen. Im Lady Gym, unserem exklusiven Bereich für Frauen, berücksichtigen wir bei Neubauten mittlerweile mehr Fläche sowie eine gezielte Geräteerweiterung für zielgruppenspezifisches Training. Auch hier ziehen vermehrt die beliebten Kabelzüge ein. An ersten Standorten, wie beispielsweise in Düsseldorf-Derendorf, wurden zudem bereits Cardiogeräte integriert – ein Konzept, das zukünftig weiter ausgebaut werden kann.
Nach welchen Prinzipien plant FitX heute Trainingsflächen?
Welche Rolle spielen dabei Themen wie Funktionalität, Orientierung, Aufenthaltsqualität, Betreuung und Studioorganisation?
Im Mittelpunkt unserer Flächenplanung stehen immer die Mitglieder und ihre Bedürfnisse. Unser Ziel ist es, ein möglichst intuitives, motivierendes und effizientes Trainingserlebnis zu schaffen. Funktionalität spielt dabei eine zentrale Rolle: Wege sollen logisch sein, Geräte sinnvoll gruppiert und Trainingsbereiche klar strukturiert. Gleichzeitig achten wir stark auf Orientierung und Aufenthaltsqualität. Mitglieder sollen sich im Studio schnell zurechtfinden, wohlfühlen und ihre Trainingsziele ohne Hürden verfolgen können. Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Betreuung. Dass Mitarbeitende rund um die Uhr vor Ort sind, ist ein wesentlicher Bestandteil unseres Betreuungskonzepts. Die Gestaltung der Fläche soll Trainerinnen und Trainern ermöglichen, präsent, ansprechbar und nah am Trainingsgeschehen zu sein. Gleichzeitig unterstützt eine gute Studioorganisation einen reibungslosen Betrieb und hilft dabei, Stoßzeiten besser zu verteilen und Trainingsbereiche effizient zu nutzen.
Welchen konkreten Mehrwert soll die neue Trainingsflächenstruktur den Mitgliedern bieten –funktional und emotional? Funktional bietet die neue Struktur vor allem mehr Möglichkeiten, mehr Flexibilität und eine bessere Verfügbarkeit beliebter Trainingsoptionen. Mitglieder finden schneller passende Trainingsgeräte, haben weniger Wartezeiten und können ihr Training individueller gestalten. Durch die Aktualisierung unseres Flächenkonzepts werden außerdem die hoch frequentierten Bereiche entzerrt. Es gibt nicht nur mehr Geräte und passende Alternativen, die zusätzlichen Geräte befinden sich auch in anderen Bereichen. Die Mitglieder verteilen sich in Stoßzeiten verstärkt über die gesamte Fläche, was das Trainingserlebnis deutlich entspannt. Emotional geht es vor allem um Motivation, Zugehörigkeit und ein positives Trainingserlebnis. Wir möchten Fitness „FOR ALL OF US“ bieten und dafür Räume schaffen, in denen sich unterschiedliche Zielgruppen gleichermaßen willkommen fühlen – egal ob Einsteiger:innen, ambitionierte Kraftsportler:innen oder gesundheitsorientierte Trainierende. Eine moderne, offene und durchdachte Trainingsfläche trägt maßgeblich dazu bei, dass Mitglieder gerne ins Studio kommen und langfristig motiviert bleiben.
EINE MODERNE TRAININGSFLÄCHE MUSS INTUITIV, MOTIVIEREND UND EFFIZIENT SEIN“
Wie überprüfen Sie, ob das neue Konzept die Bedürfnisse und den Geschmack der Mitglieder trifft?
Welche Rolle spielen Nutzungsdaten, Mitgliederfeedback oder Beobachtungen aus dem Studioalltag?
Sowohl im Vorfeld als auch nach größeren konzeptionellen Veränderungen führen wir Feedbackprozesse durch, um die Bedürfnisse unserer Mitglieder besser zu verstehen. Dabei spielen unterschied-
liche Quellen eine wichtige Rolle: Mitgliederfeedback, Nutzungs- und Trackingdaten, Beobachtungen im Studioalltag sowie die Erfahrungen unserer Trainerinnen und Trainer direkt auf der Fläche. Gerade die Kombination aus datenbasierten Erkenntnissen und unmittelbarer, täglicher Praxiserfahrung ermöglicht es uns, fundierte Entscheidungen zu treffen und Konzepte kontinuierlich weiterzuentwickeln.
Wie verändert die neue Flächengestaltung die Arbeit der Trainerinnen und Trainer? Wird Betreuung dadurch sichtbarer, effizienter oder persönlicher?
Ja, die neue Flächengestaltung verändert auch die Arbeit unserer Trainerinnen und Trainer spürbar. Früher konzentrierte sich ein großer Teil des Trainingsgeschehens auf einzelne hochfrequentierte Bereiche, insbesondere den Freihantelbereich. Durch die bessere Verteilung von Trainingsmöglichkeiten über die gesamte Fläche wirkt das Studio heute subjektiv offener und weniger überladen. Das ermöglicht es Trainerinnen und Trainern nun, noch präsenter und wirksamer auf der Fläche zu agieren, schneller mit Mitgliedern in Kontakt zu kommen und Betreuung noch präsenter im Trainingsalltag zu verankern.
Ist geplant, künftig alle FitX-Studios nach diesem Konzept umzugestalten? Und wie flexibel ist das Konzept – wird es kontinuierlich weiterentwickelt?
Das Konzept wird kontinuierlich und schrittweise weiterent-
wickelt. Fitnessmärkte, Trainingsgewohnheiten und Mitgliederbedürfnisse verändern sich stetig – darauf möchten wir flexibel reagieren können. Wie eingangs beschrieben, modernisieren wir unsere Bestandsstudios regelmäßig und passen sie sukzessive an aktuelle Standards an. Die neuen Konzepte fließen dabei selbstverständlich direkt in die jeweils anstehenden Remodellings und Neubauten ein.
Welche Merkmale werden Trainingsflächen in den kommenden fünf Jahren erfolgreich machen?
Welche Trends sind besonders relevant?
Trainingsflächen werden sich auch künftig weiterentwickeln und neue Trends werden weiterhin mit einbezogen. Wir werden in der gesamten Fitnessbranche sicherlich sowohl mehr digital unterstützte als auch neue analoge Trainingslösungen sehen. Entscheidend wird aus unserer Sicht aber nicht allein die Hardware sein. Geräte werden immer wichtiger Bestandteil bleiben – den wirklichen Unterschied machen jedoch die Menschen. Trainerinnen und Trainer, die Mitglieder täglich begleiten, motivieren und unterstützen, bleiben ein zentraler Erfolgsfaktor. Die Evidenz zeigt immer wieder, dass persönliche Betreuung, Beziehung und Kompetenz einen großen Einfluss auf Zufriedenheit, Trainingserfolg und Mitgliederbindung haben. Deshalb glauben wir daran, dass die Kombination aus modernen Trainingsflächen, hochwertigen Geräten und kompetentem, präsentem Personal auch in Zukunft der Schlüssel zu erfolgreichen Studios sein wird.
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Interview mit Marcel Kloos, Country Director Germany, David Lloyd Clubs
„MITGLIEDER INVESTIEREN HEUTE IN EIN ERLEBNIS“
fMi: David Lloyd investiert acht Millionen Euro in die Modernisierung des Clubs Hamburg Alstertal. In derselben Region wurde 2025 der Fitnessbereich des Aspria für über 1,4 Millionen Euro modernisiert. Welche Entwicklungen im Premiumfitnessmarkt und veränderten Kundenbedürfnisse waren dafür ausschlaggebend?
Marcel Kloos: Deutschland bleibt ein Markt, in dem unsere Mitglieder einen hohen und weiterwachsenden Qualitätsanspruch haben. Von einem Premiumanbieter erwarten sie heute nicht mehr nur erstklassige Ausstattung, sondern ein Gesamterlebnis, das in seiner Qualität, seinem Design und seinem Service wirklich überzeugt.
Was sich dabei fundamental verändert hat: Die Frage, die sich unsere Mitglieder stellen, lautet längst nicht mehr nur „Was kann ich hier trainieren?“, sondern „Wie fühle ich mich hier?“. Wer einen Club betritt und sich sofort wohlfühlt, trainiert anders, bleibt länger, kommt wieder. Design ist deshalb kein dekoratives Element mehr, sondern ein strategischer Bestandteil der Member Experience. Das alles ist in die Planung unseres David Lloyd Meridian-Clubs in Hamburg-Alstertal eingeflossen, um neue, zeitgemäße Maßstäbe zu setzen.
Parallel wurde in den Aspria Club Alstertal umfassend investiert, um das Qualitätsniveau vollständig an die Standards der David Lloyd-Familie anzugleichen. Mit der Integration der Aspria-Clubs und der David Lloyd Meridian-Clubs wird das David Lloyd-Portfolio auf insgesamt 149 Clubs erweitert und weiter gestärkt.
David Lloyd investiert aktiv in die Aspria-Clubs, modernisiert die Einrichtungen, entwickelt die Serviceangebote weiter und verbessert das gesamte Mitgliedererlebnis, um sicherzustellen, dass die Clubs den Premiumstandards der David Lloyd-Gruppe entsprechen. Dies unterstreicht das klare Bekenntnis zu den bestehenden Mitgliedern ebenso wie zu zukünftigem Wachstum und festigt die Position von David Lloyd als einem der führenden Premiumanbieter im Bereich Health, Fitness und Wellness.
MARCEL KLOOS
Nach seinem International Tourism Management Studium begann er seine Karriere in der Freizeitund Dienstleistungsbranche. Marcel Kloos übernahm zahlreiche Führungspositionen bei international tätigen Unternehmen und sammelte umfassende Erfahrungen in den Bereichen Freizeit, Entertainment, Fitness und Premiumlifestyle, u. a. bei Merlin Entertainments und der RSG Group.
Seit 2025 ist er Country Director und Geschäftsführer von David Lloyd Clubs und David Lloyd Meridian Spa & Fitness in Deutschland. In dieser Funktion verantwortet er die strategische Weiterentwicklung der deutschen Standorte und setzt sich für innovative Gesundheits-, Fitnessund Wellnessangebote sowie herausragende Mitgliedererlebnisse ein. www.davidlloyd.de
WIR SCHAFFEN RÄUME, DIE MENSCHEN DABEI UNTERSTÜTZEN, GESÜNDER ZU LEBEN, SICH BESSER ZU
FÜHLEN UND TEIL EINER
STARKEN COMMUNITY ZU
WERDEN“
DESIGN IST LÄNGST KEIN
DEKORATIVES ELEMENT MEHR, SONDERN EIN STRATEGISCHER BESTANDTEIL DER MEMBER EXPERIENCE“
Wodurch zeichnet sich eine zukunftsfähige Trainingsfläche im Premiumsegment heute aus? Welche Faktoren sind entscheidend, damit Mitglieder ein Studio als „Place to be“ wahrnehmen?
Die Zukunft erfolgreicher Clubs wird nicht nur über die Anzahl der Geräte entschieden, sondern auch über die Qualität des Erlebnisses. Unsere Aufgabe ist es, Räume zu schaffen, die Menschen dabei unterstützen, gesünder zu leben, sich besser zu fühlen und Teil einer starken Community zu werden.
Wichtig ist für uns dabei vor allem auch Platz zum Atmen zu lassen – das nehmen wir wortwörtlich: Wir erlauben uns und unseren Mitgliedern bewusst Freiräume zwischen den Geräten. Raum, der nicht vollgestellt ist, sondern Weite lässt. Das klingt simpel, ist es aber nicht: Gerade dieser Verzicht auf das Maximum an Quadratmeterauslastung unterstreicht unseren Premiumansatz.
Sie sprechen von einem ganzheitlichen Wellbeing-Ansatz. Wie verändert dieser Anspruch die Planung und Organisation moderner Trainingsflächen? Wir planen Trainingsflächen vielseitiger und achten auf eine höhere Flexibilität. Neben klassischen Bereichen für Kraft und Cardio, Functional Training und Mobility gewinnen gerade Regeneration, Entspannung und gesundheitsorientierte Angebote zunehmend an Bedeutung. Mitglieder erwarten Räume, die unterschiedliche Bedürfnisse abdecken – von leistungsorientiertem Training bis hin zu Stressabbau und Erholung. Unsere Clubs haben hier durch ihr großes Wellbeing- und Massageangebot schon immer viel
Wert auf die Balance gelegt. Recovery hält jetzt aber auch auf der Trainingsfläche Einzug. Die Verbindung von Training, Gesundheit und Lifestyle spielt eine immer größere Rolle. Wir schaffen Bereiche, die Bewegung, Recovery und soziale Interaktion miteinander verbinden. Die Trainingsfläche wird nicht mehr isoliert betrachtet, sondern als Teil eines ganzheitlichen Ökosystems aus Fitness, Wellness, Ernährung und Community. Die flexible Nutzung stellt uns hier aber auch vor Herausforderungen und wir legen noch mehr Fokus auf die Planung unserer Programme: Wann ist die richtige Zeit im Club für ein HYROX-Workout auf der Fläche und wann stehen die Bedürfnisse anderer Trainierender im Vordergrund?
Die Frage lautet heute nicht nur: Welche Geräte stellen wir auf die Fläche? Sondern auch: Wie gestalten wir eine Umgebung, die Gesundheit, Bewegung, Regeneration und Gemeinschaft optimal miteinander verbindet?
Welche Rolle spielen Design, Aufenthaltsqualität und digitale Erlebnisfaktoren heute und wie haben sich die Erwartungen der Mitglieder verändert?
Unsere Mitglieder kaufen keine Mitgliedschaft mehr – sie investieren in ein Erlebnis. Je besser wir Training, Wellbeing, Design und digitale Services miteinander verbinden, desto stärker werden Motivation, Zufriedenheit und langfristige Bindung. Neben den Trainingsflächen trifft das besonders auf unsere Wellnessbereiche zu und ganz entscheidend sind die funktionellen Bereiche des Clubs wie Duschen und Umkleiden – Bereiche, die man auf jeden Fall bei jedem Besuch benutzt; Materialien, die man bei jedem Besuch anfasst.
Auch die Anforderungen haben sich geändert. In jedem neu geplanten Club werden z. B. Damensaunen fließend in die großzügigen Wellnessbereiche eingeplant, statt nur als „Add-onBox“ in der Damenumkleide.
Nach welchen Kriterien werden Trainingsbereiche heute geplant?
Bei der Planung unserer Fitnessflächen stehen Trainingsfluss und Orientierung im Vordergrund. Die Fläche muss einfach sein. Eine leichte Orientierung ist entscheidend. Wir haben frühzeitig mit der Implementierung moderner Clubrooms und Lounges begonnen und sehen eine immer stärkere Nutzung durch unsere Mitglieder vor und nach dem Training. Unsere Trainerinnen und Trainer bringen Kursteilnehmer bewusst auch nach dem Workout zusammen. Uns ist wichtig, dass die soziale Verbindung über den Kursraum hinaus aufgebaut werden kann. Hieraus sind Formate wie „BLAZE and Bubbles“ entstanden, bei denen das Workout nach dem Kurs in einer
Fotos: David Lloyd Meridian Spa & Fitness
Lounge ausklingt. Das Erlebnis wird somit verlängert und Verbindungen gestärkt.
Mit HYROX integrieren Sie nun ein stark performanceund communityorientiertes Trainingskonzept. Welche Rolle werden solche Formate künftig spielen?
HYROX ist ein sehr gutes Beispiel dafür, wie sich die Erwartungen von Mitgliedern an moderne Fitnessclubs verändern. Menschen suchen heute nicht mehr nur Zugang zu Geräten oder Kursen, sondern Erlebnisse, klare Ziele und eine Community, mit der sie sich identifizieren können. Es ist auch ein Beispiel, wie wir auf unsere Mitglieder hören. Die HYROX-Athleten in unseren Clubs wurden immer sichtbarer und mehr, da war es ein logischer Schritt, unser Angebot zu erweitern. Die Zukunft der Fitnessbranche liegt nicht nur im Zugang zum Training, sondern in der Schaffung von Erlebnissen, Gemeinschaft und messbaren Erfolgen. Genau dafür stehen Konzepte wie HYROX.
Welche Rolle werden smarte Trainingssysteme künftig spielen?
Digitalisierung, KI und datenbasierte Trainingssteuerung werden in den kommenden Jahren eine zentrale Rolle in der Fitnessund Gesundheitsbranche spielen. Wir sind erst am Anfang der Reise. Die aktuellen Lösungen zeigen bereits, wie individuelle Betreuung durch intelligente Systeme unterstützt werden kann. Wichtig für uns im Premiumsegment ist, unsere Mitglieder nicht mit ihren Daten allein zu lassen.
Der größte Mehrwert liegt darin, dass Training künftig noch stärker personalisiert wird. Durch die Erfassung relevanter Gesundheits- und Leistungsdaten können Trainingspläne präziser auf die Ziele, Voraussetzungen und den Fortschritt jedes einzelnen Mitglieds abgestimmt werden. KI-gestützte Systeme werden weiterhelfen, Trainingsprogramme kontinuierlich anzupassen, Empfehlungen in Echtzeit zu geben und Erfolge zu feiern. Vor allem schätzen unsere Mitglieder aber die Sicherheit, die ihnen die Personalisierung bietet. So öffnet sich die Trainingsfläche immer weiter neuen Zielgruppen.
Die Technologie wird kein Ersatz für unsere Trainerinnen und Trainer sein, sondern ihre Unterstützung. Daten liefern wertvolle Erkenntnisse, aber die Motivation, das Coaching und die persönliche Beziehung bleiben entscheidende Erfolgsfaktoren. Die Kombination aus intelligenten Trainingssystemen und qualifizierter menschlicher Betreuung schafft den größten Mehrwert für unsere Mitglieder.
Die persönliche Betreuung bleibt ein wichtiger Faktor im Premiumsegment. Wie verändert sich die Rolle der Trainerinnen und Trainer?
Training bleibt immer Arbeit gegen Widerstand, aber durch die Digitalisierung haben sich die Rahmenbedingungen geändert. Wir schulen unsere Trainerinnen und Trainer inzwischen immer gezielter und weiter. Das Spektrum fängt bei Female Health an, führt darüber, wie unsere Trainierenden die Daten ihrer Wearables richtig lesen und effektiv nutzen, und geht bis zur Sensibilisierung bei der Nutzung von medizinischen Hilfsmitteln zur Gewichtsreduktion per Abnehmspritze. Hier hilft uns unsere internationale Präsenz – oft sind uns andere Märkte hier voraus.
Wie analysieren Sie, welche Bedürfnisse Mitglieder an moderne Trainingsflächen haben?
Wir führen sowohl mit unseren langjährigen Mitgliedern, aber auch mit potenziellen Neumitgliedern regelmäßig gezielte Befragungen durch. Unser digitaler Feedbackprozess ist besonders niedrigschwellig und wird deshalb durch unsere Mitglieder besonders gern genutzt. Hier sind unsere Mitglieder unsere Augen und Ohren auf der Fläche, und sie lassen uns Weiterentwicklungspotenziale erkennen. Besonders wichtig ist uns aber auch die Einbindung unserer lokalen Teams. Die Neuplanung der Trainingsfläche wird nicht irgendwo in der Zentrale am Schreibtisch gemacht, sie entsteht gemeinsam mit dem Clubteam vor Ort.
Welche Erkenntnisse haben Sie aus der Neugestaltung des Clubs gewonnen und wie werden Trainingsflächen im Premiumfitnessmarkt in fünf Jahren aussehen?
Als internationale Gruppe haben wir bei der Neugestaltung unserer Clubs vor allem gelernt, auf den lokalen Markt zu hören und uns auf Clubebene genau anzuschauen, was für den individuellen Club und die Zielgruppen im Einzugsgebiet das richtige Produkt ist. „One concept fits all“ klingt nach der einfachen Lösung, ist aber nicht unbedingt der richtige Ansatz. In einem Club in der City oder in sehr jungen, aufstrebenden Nachbarschaften habe ich ein anderes Nutzungsverhalten als in einem Club vor den Toren einer Metropole. Es gibt nicht mehr das eine potenzielle Mitglied für Premiumanbieter. Wir sprechen eine viel diversere Gruppe an, da bringt uns ein „One concept fits all“-Ansatz nicht weiter.
In fünf Jahren werden die erfolgreichsten Clubs nicht die größten Trainingsflächen haben, sondern die intelligentesten. Flächen, die sich an den Bedürfnissen der Mitglieder orientieren, digitale Möglichkeiten nutzen und gleichzeitig echte menschliche Begegnungen fördern.
Interview mit Alicia Goetze, Geschäftsleitung
BFC Balance Fitness Club GmbH
„ATMOSPHÄRE, TECHNIK UND BETREUUNG VERBINDEN“
fMi: Die BFC Balance Fitness Club GmbH verfügt über mehr als 30 Jahre Erfahrung in Planung, Ausstattung und Gestaltung von Fitness- und Gesundheitsanlagen. Welche Merkmale zeichnet heute eine erfolgreiche Trainingsfläche aus – gerade vor dem Hintergrund von KI, Digitalisierung und veränderten Kundenbedürfnissen?
Alicia Goetze: Eine erfolgreiche Trainingsfläche muss heute deutlich mehr leisten als reine Geräteverfügbarkeit. Aus unserer Sicht entscheidet sich Erfolg vor allem darüber, ob es gelingt, unterschiedliche Bedürfnisse sinnvoll zusammenzubringen: Trainingsqualität, Wohlfühlatmosphäre, Raumgestaltung, Betreuung und gleichzeitig ein gewisses Maß an Flexibilität und Eigenständigkeit. Wir beobachten, dass sich die Erwartungen der Mitglieder verändert haben. Während einige sich eine sehr enge Begleitung wünschen, möchten andere möglichst selbstbestimmt trainieren, informieren sich online oder nutzen digitale Trainingsunterstützung. Eine moderne Trainingsfläche sollte beiden Ansprüchen gerecht werden und eine Balance aus Präsenz und Eigenständigkeit schaffen. Entscheidend ist eine intelligente Verbindung aus persönlicher Betreuung, funktionaler Raumgestaltung und digitalen Hilfsmitteln.
KI und Digitalisierung gewinnen dabei zunehmend an Bedeutung – beispielsweise bei Trainingssteuerung, individualisierten Empfehlungen oder administrativen Prozessen. Wir glauben jedoch nicht, dass Technologie gute Betreuung ersetzt, sondern sie vielmehr unterstützt. Je mehr Routineprozesse sinnvoll digitalisiert werden, desto mehr Zeit bleibt Mitarbeitenden für das, was aus unserer Sicht langfristig den Unterschied macht – echte Präsenz, Beziehung und individuelle Begleitung auf der Trainingsfläche.
Welchen Einfluss haben Ambiente, Design und Aufenthaltsqualität heute auf das Trainingserlebnis sowie auf die Bindung der Mitglieder an ein Studio?
Aus unserer Sicht haben Ambiente, Design und Aufenthaltsqualität heute einen sehr großen Einfluss auf das Trainingserlebnis. Gerade in einer Branche, in der Kontinuität
ALICIA GOETZE verantwortet als Mitglied der Geschäftsleitung der BFC Balance Fitness Club GmbH die drei Flensburger Standorte. Sie hat 2019 ihr duales Studium der Fitnessökonomie an der DHfPG in Hamburg erfolgreich abgeschlossen. Noch während des Studiums übernahm sie die Studioleitung im balance feminin Mürwik und erwarb kurz darauf, im Jahr 2020, die Prokura sowie Gesellschaftsanteile des Unternehmens. Neben ihrem Einstieg in die Geschäftsleitung hat sie den Aufbau des balance Westliche Höhe als Studioleiterin begleitet. balance-flensburg.de
WIR GLAUBEN NICHT, DASS TECHNOLOGIE GUTE
BETREUUNG ERSETZT –SIE UNTERSTÜTZT SIE“
entscheidend für den Erfolg ist, spielt das Wohlbefinden eine große Rolle. Dabei geht es nicht nur um „schönes Design“, sondern vielmehr um die Atmosphäre. Lichtkonzepte, Raumaufteilung, Akustik, Aufenthaltsbereiche und unterschiedliche Trainingsstimmungen beeinflussen maßgeblich, ob Mitglieder gern kommen und langfristig bleiben. Gerade vor dem Hintergrund zunehmender Digitalisierung und steigender Flexibilität im Markt sind Aufenthaltsqualität und Wohlfühlcharakter aus unserer Sicht sogar noch relevanter geworden. Denn je anonymer ein Studio durch Automatisierungen wird, desto wichtiger wird der Ort selbst als Raum, in dem sich Mitglieder wohlfühlen und gern Zeit verbringen.
Mit dem neuen Club balance Westliche Höhe haben Sie 2021 ein neues Studio- und Betreuungskonzept umgesetzt. Was war der Impuls für dieses Konzept und welche zentralen Ideen standen dahinter?
Ein zentraler Impuls war die Frage, wie wir Betreuung sichtbarer, effizienter und wirksamer gestalten können – sowohl räumlich als auch organisatorisch. Die stärkere Trennung unterschiedlicher Zielgruppen und Trainingsmotive war dabei ein wesentlicher Gedanke. Wir haben durch räumliche Trennung bewusst verschiedene Trainingswelten geschaffen, um sowohl gesundheitsorientierten Mitgliedern als auch ambitionierten Kraftsportlern ein Umfeld zu bieten, das ihren Bedürfnissen entspricht. Dadurch entstehen Trainingsbereiche mit unterschiedlichen Atmosphären und eigenem Charakter – von ruhig und gesundheitsorientiert bis dynamisch und leistungsbezogen. Wichtig war uns dabei, dass die Trennung nicht als solche wahrgenommen wird, sondern durch offene Übergänge ein zusammenhängendes Raumgefühl erhalten bleibt.
Gleichzeitig wollten wir uns bewusst vom klassischen „Tresenkonzept“ lösen, indem wir nur einen von allen Seiten zugänglichen Infopoint geschaffen haben. Statt Mitarbeitende hinter einem Empfang zu binden, war unser Ziel, Betreuung dorthin zu bringen, wo sie den größten Mehrwert schafft: auf die Trainingsfläche. Unser interner Leitgedanke ist dabei die
DLRG-Metapher: Ähnlich wie ein Rettungsschwimmer nicht permanent eingreift, aber sichtbar präsent ist, den Überblick behält und im richtigen Moment unterstützt, verstehen wir auch die Betreuung auf der Trainingsfläche. Gute Betreuung bedeutet aus unserer Sicht nicht, Mitglieder permanent zu „bespielen“, sondern Orientierung und Sicherheit zu geben und dann präsent zu sein, wenn Unterstützung erforderlich oder gewünscht ist. Um diese DLRG-Metapher konsequent zu leben, arbeiten wir vorrangig mit freien Betreuungsschichten auf der Trainingsfläche. Ziel ist es, Mitarbeitende nicht in Termine zu binden, sondern sichtbar präsent zu halten und Raum für spontane Mitgliederanliegen zu schaffen. Strukturierte Betreuungstermine finden überwiegend am Wochenende in Kleingruppen statt – auch zur Stärkung des Communitygedankens. Unter der Woche setzen wir bewusst auf situative und bedarfsorientierte Betreuung direkt auf der Trainingsfläche, also genau dort, wo Unterstützung im Trainingsalltag gebraucht wird.
Wodurch unterscheidet sich das Konzept des balance
Westliche Höhe konkret von klassischen Fitnessanlagen?
Welche Rolle spielen dabei Themen wie Raumgestaltung, Funktionalität und Trainingserlebnis?
Mit rund 4.200 Quadratmetern Fläche und einer Deckenhöhe von etwa sechs Metern spielt die Raumgestaltung in der Westliche Höhe eine entscheidende Rolle für das Trainingserlebnis. Unser Ziel war es, einen Wow-Effekt zu schaffen und Mitglieder bereits über Architektur, Raumgefühl und Lichtkonzept zu begeistern. Auch die rund 150 Meter lange Indoorlaufbahn auf einer Zwischenebene mit Blick auf die Trainingsfläche trägt dazu bei, ein besonderes Trainingsumfeld und eine hohe Aufenthaltsqualität zu schaffen.
Gleichzeitig war es uns wichtig, bewusst unterschiedliche Trainingswelten zu gestalten, in denen sich verschiedene Zielgruppen gleichermaßen wohlfühlen. In einer gesundheitsorientierten Trainingsumgebung gelten andere Anforderungen an Atmosphäre, Betreuung und Aufenthaltsqualität als in einer leistungsorientierten Athletic Area. Diese Differenzierung hilft nicht nur bei der Orientierung, sondern schafft auch ein stärkeres Zugehörigkeitsgefühl und ein individuelleres Trainingserlebnis. Ein weiterer wesentlicher Bestandteil unseres Konzepts ist die enge Verzahnung von Fitness und Physiotherapie. Gerade vor dem Hintergrund steigender Relevanz von Themen wie Recovery, Prävention und Longevity sehen wir großes Potenzial in einem engeren Zusammenspiel beider Bereiche. Dort, wo in klassischen Versorgungsstrukturen die physiotherapeutische Behandlung häufig endet, beginnt bei uns die langfristige Trainingsbegleitung; und umgekehrt können Trainingsprozesse bei Beschwerden gezielt physiotherapeutisch begleitet werden. Genau diese Versorgungslücke wollten wir bewusst schließen.
Welche Rolle spielen digitale Tools, CRM-Systeme oder Multimedia in Ihrem Betreuungskonzept? Und wo sehen Sie künftig Potenzial für KI oder Gamification?
Digitale Tools und CRM-Systeme spielen für uns definitiv eine unterstützende Rolle in der Betreuung. Über unsere App schaffen wir beispielsweise Selfservicemöglichkeiten, bilden Trainingspläne und Kursbuchungen ab und erleichtern die Kommunikation mit unseren Mitgliedern. Auf der Trainingsfläche
arbeiten unsere Trainer mit Tablets, um relevante Informationen unmittelbar in eine individuelle und situative Betreuung einfließen zu lassen.
Ergänzend bieten QR-Codes mit Erklärvideos Orientierung auf der Trainingsfläche und unterstützen dabei, Übungen verständlich und leicht zugänglich zu machen. Großes Potenzial sehen wir insbesondere im Bereich KI – allerdings nicht als Ersatz für Trainer, sondern als Unterstützung. Gerade bei Themen wie Trainingsplanerstellung, individuellen Empfehlungen oder auch Ernährungsplanung kann KI helfen, fachliche Inhalte noch personalisierter und effizienter aufzubereiten.
Die Umsetzung, Motivation und individuelle Begleitung bleibt weiterhin eine Aufgabe der Coaches vor Ort. Auch Gamification sehen wir grundsätzlich als sinnvolle Ergänzung, um Motivation und Bindung beispielsweise über Fortschrittsmessungen oder Belohnungssysteme zu fördern. Entscheidend ist die Frage: Wo schafft Technologie echten Mehrwert –und wo braucht es bewusst den persönlichen Kontakt?
WIR WOLLTEN BEWUSST UNTERSCHIEDLICHE TRAININGSWELTEN SCHAFFEN, DAMIT SICH VERSCHIEDENE ZIELGRUPPEN GLEICHERMASSEN WOHLFÜHLEN KÖNNEN“
2024 wurde auch das balance in Engelsby neugestaltet. Welche Erfahrungen aus der Westlichen Höhe sind dort eingeflossen – und welche Aspekte haben Sie bewusst weiterentwickelt oder angepasst?
Insbesondere die offenere Gestaltung des Empfangs und die daraus resultierende stärkere Präsenz der Trainer auf der Trainingsfläche sowie die räumliche Trennung unterschiedlicher Trainingsmotive und Zielgruppen haben wir in Engelsby adaptiert. Wenn wir heute neu planen würden, würden wir diesen Gedanken vermutlich noch konsequenter denken. Viele wiederkehrende Anliegen lassen sich inzwischen digital oder über Selfservicelösungen abbilden. Dabei geht es aus unserer Sicht nicht darum, Personal einzusparen oder Distanz zu schaffen –sondern Ressourcen gezielt dort einzusetzen, wo Menschen den größten Unterschied machen: in der Trainingsbetreuung und bei der Zielerreichung unserer Mitglieder. Auch die Verzahnung von Fitness und Physiotherapie haben wir konsequent weitergedacht und erneut eine Physiotherapiepraxis integriert. Gleichzeitig haben wir aus Erfahrungen gelernt und die Praxis räumlich bewusst etwas ruhiger positioniert, da ein hoher Fitnesstraffic im Eingangsbereich die Arbeit am Empfang des Physiobereiches stark beeinflussen kann.
Wie reagieren Mitglieder und Trainerteams auf das neue Konzept? Welche Rückmeldungen bestätigen Ihr Konzept und gab es Punkte, die Sie überrascht haben?
In der Westliche Höhe hatten wir durch den Neubau die Möglichkeit, auf einem „leeren Blatt Papier“ zu planen und Prozesse sowie Raumkonzepte von Grund auf neu zu denken –hier wurde alles ganz selbstverständlich und gut angenommen.
In Engelsby war die Ausgangslage anders. Veränderungsprozesse in bestehenden Anlagen bringen naturgemäß Heraus-
forderungen mit sich, da Mitglieder das Altbewährte kennen und Neuerungen häufig erst einmal mit einer gewissen Skepsis betrachten. Einige Veränderungen, wie der Wechsel von selbstgemischten Shakes zu einem Snackautomaten, die Umstellung auf freie Betreuung ohne Termine oder auch offenere und übersichtlichere Trainingsflächen, wurden anfangs kritisch hinterfragt. Unsere Erfahrung zeigt, dass viele Veränderungen zunächst eine Phase der Umgewöhnung benötigen, bevor ihr tatsächlicher Mehrwert erlebbar wird. Nach dieser Eingewöhnungsphase waren die Rückmeldungen von Mitgliedern und Trainerteams jedoch insgesamt sehr positiv.
Wie werden sich Trainingsflächen und Betreuungskonzepte in den kommenden fünf Jahren verändern? Welche Trends halten Sie für besonders relevant?
Themen wie Recovery und Longevity werden deutlich an Relevanz gewinnen. Damit wächst auch die Bedeutung eines engeren Zusammenspiels zwischen Fitness, Prävention und Physiotherapie. Gleichzeitig werden Digitalisierung und KI weiter an Einfluss gewinnen – von der Trainingsplanung über das Coaching bis hin zu administrativen Prozessen. Dadurch wird vieles effizienter, möglicherweise aber auch anonymer. Umso wichtiger wird die Rolle des Trainers als Coach, Motivator und persönlicher Ansprechpartner im Trainingsalltag.
Hinzu kommt eine steigende Flexibilität im Markt durch Aggregatoren oder veränderte Vertragsmodelle. Kundenbindung wird dadurch eine noch größere Herausforderung. Studios werden sich deshalb zunehmend die Frage stellen müssen: „Warum sollte ein Mitglied genau hier trainieren?“ Wir glauben, dass die Antwort künftig weniger in Geräteausstattung allein liegt, sondern vielmehr in Betreuung, Atmosphäre, Identifikation und einem echten Mehrwert über das reine Training hinaus.
Wir glauben deshalb, dass die erfolgreiche Trainingsfläche der Zukunft nicht zwingend die digitalste sein wird – sondern diejenige, die Technologie, Atmosphäre und persönliche Betreuung sinnvoll miteinander verbindet.
Boris Grundl
Boris Grundl zählt zu den renommiertesten Leadershipexperten im deutschsprachigen Raum. Nach einem Unfall 1989 ist er zu 90 Prozent gelähmt. Heute inspiriert er als Unternehmer, Bestsellerautor und Speaker Menschen und Unternehmen mit seinen Impulsen zu Verantwortung, mentaler Stärke und wirksamer Führung. Mit seinem Grundl Leadership Institut begleitet er Führungskräfte und Organisationen in Veränderungsprozessen. www.grundl.de
Aufstiegskongress: Leadershipimpulse von Boris Grundl
„NIE ALLE VERANTWORTUNG, NIE KEINE VERANTWORTUNG“
Verantwortung statt Ausreden, Klarheit statt Kontrolle: Der Experte für Leadership und mentale Transformation Boris Grundl spricht im Interview über Selbstführung und moderne Leadershipkultur. Auf dem Aufstiegskongress zeigt der renommierte Speaker, wie Menschen und Unternehmen Verantwortung mit Lust statt Druck leben können.
fMi: Dein Unfall hat dein Leben radikal verändert. Wie hast du dich als Mensch verändert? Was hat dir die Kraft gegeben, Schritt für Schritt wieder Perspektive zu entwickeln?
Boris Grundl: Anfang Dezember 1989 bin ich in Mexiko von einer Klippe gesprungen, seitdem bin ich zu 90 Prozent gelähmt. Tetraplegie. Das klingt nach dem Ende. Aber es war der Anfang von allem, was heute zählt.
Was mir die Kraft gegeben hat? Nicht Motivation. Nicht positive Gedanken. Sondern eine einzige Verschiebung: Ich habe aufgehört, auf die 90 Prozent zu starren, die nicht mehr funktionieren, und angefangen, alles aus den zehn Prozent zu machen, die mir geblieben sind.
Das ist keine Technik. Das ist ein Kampf. Jeden Tag. Aber genau darin liegt die Kraft: Wer lernt, seinen Fokus konsequent auf den eigenen Einflussbereich zu richten, wird handlungsfähig. Wer beim Verlorenen bleibt, wird zum Opfer. Diese Unterscheidung – Einflussbereich versus Interessenbereich – hat mein Leben gerettet. Und sie rettet heute Führungskräfte vor Stillstand.
Verantwortung ist eines deiner Kernthemen. Wann hast du verstanden, dass Verantwortung der Schlüssel für Veränderung ist? Welche Denkfehler halten Menschen davon ab? Im Rollstuhl hatte ich zwei Möglichkeiten: Verantwortung abgeben oder übernehmen. Wer abgibt, wird abhängig. Von Pflegern, vom Staat, von Mitleid. Ich habe mich für die zweite Option entschieden. Nicht weil ich ein Held bin, sondern weil die erste Option bedeutet hätte, innerlich zu sterben.
Der größte Denkfehler: Menschen verwechseln Verantwortung mit Schuld. Sie denken, Verantwortung übernehmen heißt, an allem schuld zu sein. Das Gegenteil ist richtig: Verantwortung heißt gestalten statt anklagen. Der zweite Denkfehler: alles oder nichts. Entweder volle Verantwortung oder keine. Beides ist falsch. Es geht darum, ehrlich zu unterscheiden: Was davon kann ich beeinflussen und was nicht? Nie alle Verantwortung, nie keine Verantwortung – das ist die reife Haltung.
Verantwortungsbewusstsein, mentale Haltung und Leadership sind erlernbar. Was braucht es, damit Führungskräfte ihr Potenzial wirklich entfalten und andere wirksam führen können?
Man muss den Unterschied zwischen Kennen und Können begreifen. Die meisten Menschen kennen Verantwortung, können sie aber nicht. Sie haben ein Bücherregal voller Wissen und ein leeres Ergebniskonto. Deshalb arbeiten wir mit drei Häusern: „Leading Simple“ liefert das Führungssystem – klar, messbar, umsetzbar. „Kraft der Sprache“ schärft die Wahrnehmung, weil Sprache Denken formt und Handlungsimpulse auslöst. Und „Steh auf!“ entwickelt die mentale Widerstandskraft, die es braucht, um dranzubleiben, wenn es unbequem wird. Denn genau dann hören die meisten auf.
Was es wirklich braucht? Einen systematischen Transferprozess. Kein Wochenendseminar, nach dem am Montag alles vergessen ist. Sondern konsequentes Üben, ehrliches Feedback, sichtbare Ergebnisse. Führung ist wie ein Muskel: Du musst ihn trainieren, nicht nur besichtigen.
Was bedeutet echte Führung – zuerst sich selbst, dann anderen gegenüber?
Selbstführung ist kein Wellnessprogramm. Sie bedeutet: Erkenne deine Ausreden und transformiere sie. Jeder von uns hat „Opfer-Sätze“: „Ich kann nicht, weil …“ oder „Wenn die anderen nicht …“ Echte Selbstführung beginnt, wenn du diese Sätze in „Schöpfer-Sätze“ verwandelst. Aus „Ich kann nicht“ wird „Was kann ich mit dem, was ich habe?“.
Erst wenn du dir selbst nichts mehr vormachst, kannst du andere führen. Denn Menschen spüren sofort, ob jemand sich selbst im Griff hat. Wer seine eigenen Ergebnisse nicht ehrlich bewertet, wird auch die seiner Mitarbeitenden nicht ehrlich bewerten. Selbstführung ist das Fundament. Alles andere ist Fassade.
Was unterscheidet starke von schwachen Führungspersönlichkeiten?
Starke Führungskräfte sind ergebnisorientiert. Sie fragen: Was ist dabei herausgekommen? Schwache sind beziehungsorientiert. Sie fragen: Wie fühlen sich alle dabei?
Das klingt hart, ist aber entscheidend. Beziehungsorientierung erzeugt Abhängigkeit – von Anerkennung, von Status, von Harmonie. Ergebnisorientierung erzeugt Selbstfunktionalität. Starke Führungspersönlichkeiten machen sich überflüssig, weil sie Menschen entwickeln. Schwache halten Menschen klein, weil sie gebraucht werden wollen.
Der starke Leader kultiviert Stärke in anderen. Der schwache kultiviert Schwäche und nennt es Fürsorge. Ein konkretes Zeichen: Wenn du als Führungskraft drei Wochen im Urlaub bist und alles läuft, hast du gut geführt. Wenn alles zusammenbricht, hast du Menschen an dich gebunden statt sie entwickelt.
Viele Führungskräfte erleben Unsicherheit, Überforderung und ständigen Wandel. Warum ist „Leading Simple“ heute wichtiger denn je?
Weil Komplexität zunimmt und die mentale Belastbarkeit vieler abnimmt. Genau deshalb brauchen Unternehmen ein
System, das einfach, klar und wiederholbar ist. „Leading Simple“ ist kein Trendkonzept; es basiert auf Erkenntnissen aus über 329 Firmenkulturen, die wir in den letzten Jahrzehnten tiefer analysiert haben.
Fünf Aufgaben, fünf Prinzipien, fünf Hilfsmittel – mehr braucht es nicht. Aber jedes einzelne Element muss vom Kennen ins Können gebracht werden. Die meisten Führungssysteme scheitern nicht an der Theorie, sondern am Transfer. „Leading Simple“ ist so gebaut, dass es im Alltag funktioniert, nicht nur im Seminarraum.
Wie weckt man bei Mitarbeitenden Lust auf Verantwortung und wie begleitet man die Lust auf Verantwortung, statt nur zu delegieren?
Indem du aufhörst, sie zu kontrollieren. Kontrolle erzeugt Widerstand, nicht Verantwortung. Wer dauerhaft kontrolliert wird, hört auf zu denken.
Stattdessen: Delegiere Ergebnisse, nicht Aufgaben. Sage nicht „Tu dies und das“, sondern frage: „Welches Ergebnis willst du erzielen – und wie?“ Damit verschiebst du Verantwortung dorthin, wo sie hingehört. Und dann halte aus, dass Fehler passieren. Denn Fehler sind der Preis der Entwicklung. Die Kunst ist: Verantwortung übertragen, ohne loszulassen. Begleiten, ohne zu übernehmen. Das verlangt Mut, viel Mut, weil
du akzeptieren musst, dass jemand es anders macht als du und trotzdem ein gutes Ergebnis liefert.
Führung in der Fitness- und Gesundheitsbranche unterscheidet sich stark von Führung in klassischen Produktionsbetrieben: Das „Produkt“ entsteht oft im direkten Moment der Interaktion mit dem Kunden – etwa im Gespräch zwischen Trainer und Mitglied. Welche besonderen Anforderungen stellt das aus deiner Sicht an Führung, Kommunikation und Unternehmenskultur?
In dieser Branche arbeiten Menschen, die andere Menschen verändern wollen. Das ist großartig und gleichzeitig die größte Falle. Denn viele definieren sich darüber, gebraucht zu werden. Sie fühlen sich gut, wenn der Kunde sie braucht. Aber echte Führung heißt: Menschen zur Eigenverantwortung befähigen, nicht an sich binden. Die besondere Anforderung? Trainern und Studiobetreibern beizubringen, dass ihr Erfolg nicht daran gemessen wird, wie abhängig die Kunden von ihnen sind, sondern wie selbstständig. Das ist eine fundamentale Umkehrung. Und sie betrifft nicht nur das Training, sondern die gesamte Unternehmenskultur. Wer in der Fitnessbranche echte Führung will, muss bei sich selbst anfangen, nicht beim Trainingsplan.
Trainerinnen und Trainer begleiten Menschen bei echten Verhaltens- und Gewohnheitsveränderungen. Inwiefern kann
Führungs-Know-how auch darauf angewendet werden? Welche Rolle spielen mentale Haltung, Verantwortung und Selbstführung in solchen langfristigen Veränderungsprozessen?
Ein Trainer, der nur Übungen anleitet, ist austauschbar. Ein Trainer, der Haltung vermittelt, ist unbezahlbar. Verhaltensänderung beginnt nicht beim Verhalten, sondern beim Bewusstsein dahinter. Warum will jemand fitter werden? Aus Angst oder aus Stärke? Weg von Schmerz oder hin zu einem Ziel?
Diese Unterscheidung ist entscheidend. Wer nur aus Angst handelt, hört auf, sobald die Angst nachlässt. Wer ein Ziel hat, bleibt dran. Gute Trainer helfen ihren Kunden, Verantwortung für ihre Ergebnisse zu übernehmen, nicht nur für ihre Anwesenheit. Und dafür müssen sie selbst eine klare mentale Haltung haben. Du kannst in anderen nur das wecken, was in dir selbst lebendig ist.
Wenn die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Aufstiegskongresses nach deinem Vortrag nur eine einzige Erkenntnis oder Haltung mitnehmen sollen, welche wäre das?
Hör auf zu fragen, was die Welt dir schuldet, und fang an zu fragen, was du mit dem, was du hast, machen kannst. Das ist der ganze Unterschied zwischen Opfer und Gestalter. Zwischen Stillstand und Wachstum. Zwischen Kennen und Können. Ich mache das jeden Tag – mit zehn Prozent meines Körpers. Was machst du mit deinen 100?
IMPULSE FÜR FÜHRUNG UND ZUKUNFT
Verantwortung übernehmen, Menschen entwickeln und Führung wirksam gestalten – auf dem Aufstiegskongress vertieft der renommierte Leadershipexperte Boris Grundl diese Themen in seiner Keynote „Leading simple – mit Lust auf Verantwortung sich selbst und andere erfolgreich führen“. Im Mittelpunkt steht ein leicht verständliches und direkt anwendbares Führungssystem, das sich seit Jahren in der Praxis bewährt. Mit Klarheit und Präzision zeigt Boris Grundl, wie Führungskräfte Menschen fördern, Verantwortung stärken und nachhaltige Ergebnisse erzielen können.
Der Aufstiegskongress findet am 9. und 10. Oktober 2026 im m:con Congress Center Rosengarten in Mannheim statt und zählt zu den wichtigsten Branchenevents für Fitness, Gesundheit und Prävention. Freuen Sie sich auf zwei Tage voller Inspiration, aktueller Trends, praxisnaher Strategien und wertvoller Networking-Möglichkeiten.
Tickets für den Aufstiegskongress gibt es noch bis zum 10. August 2026 zum EarlyBird-Preis von 49,– EUR. Einfach nebenstehenden QR-Code scannen und Ticket sichern.
Weitere Programmhighlights und Informationen gibt es unter www.aufstiegskongress.de.
Der europäische Fitnessmarkt wächst dynamisch und erreicht neue Höchststände: Erstmals trainieren mehr als 75 Millionen Menschen in Europas Fitness- und Gesundheitsanlagen. Mit einem Gesamtumsatz von 39,1 Milliarden Euro und steigenden Mitgliederzahlen setzt die Branche ihren Expansionskurs fort (EuropeActive, 2026). Doch hinter den Rekordwerten verbergen sich erhebliche Unterschiede zwischen der Marktdurchdringung in den einzelnen Ländern. Wirtschaftliche Rahmenbedingungen, kulturelle Faktoren, Infrastruktur und politische Unterstützung beeinflussen maßgeblich die Entwicklung der Märkte. Der aktuelle European Health & Fitness Market Report zeigt, welche Länder den Markt prägen und wo die größten Chancen für die kommenden Jahre liegen.
Text: Herman Rutgers
ie Reaktionsquote – also der Anteil der Bevölkerung mit einer Mitgliedschaft in einem Fitnessstudio – variiert in Europa erheblich (Anm. d. Red.: Reaktionsquote und Marktdurchdringung werden synonym verwendet). Vergleiche zwischen Ländern sollten mit Vorsicht betrachtet werden, da die Definitionen variieren. Einige Länder verwenden Gesamtbevölkerungszahlen, während andere Altersgrenzen anwenden. In den USA beispielsweise basieren Berechnungen oft auf der Bevölkerung im Alter zwischen sechs und 65 Jahren.
In einigen Ländern liegt die Marktdurchdringung mittlerweile bei über 20 Prozent, während sie in anderen Nationen im einstelligen Prozentbereich bzw. unter dem europäischen Durchschnitt von 9,3 Prozent bleibt (Europe Active, 2026). Im Vergleich dazu erreichten die USA im Jahr 2025 eine Reaktionsquote von 26 Prozent (Europe Active, 2026). Folglich hat Europa noch reichlich Raum für Wachstum, insbesondere wenn man dies mit der deutschen Reaktionsquote von 14,8 Prozent vergleicht.
Diese Unterschiede in den Reaktionsquoten in verschiedenen Ländern sind auf eine Kombination aus wirtschaftlichen, kulturellen, strukturellen und verhaltensbezogenen Faktoren zurückzuführen, welche im Folgenden dargestellt sind. Wichtig ist, dass sie nicht feststehen. Da sich
die Preismodelle weiterentwickeln, das Angebot zunimmt und Fitness kulturell immer stärker verankert wird, steigen die Durchdringungsraten im Laufe der Zeit tendenziell an. Das Ergebnis ist ein europäischer Markt, der weiterwächst, anstatt sich der Reife anzunähern.
Das Einkommensniveau hat starken Einfluss auf die Durchdringung des Fitnessmarktes. In Ländern mit höherem Einkommen wie den Niederlanden, dem Vereinigten Königreich und den nordischen Ländern sind Mitgliedschaften im Verhältnis zum verfügbaren Einkommen erschwinglicher, was zu höheren Akzeptanzraten führt. Im Gegensatz dazu machen Fitnessstudiomitgliedschaften in Teilen Süd- und Osteuropas einen größeren Anteil des Einkommens aus, was die Zugänglichkeit einschränkt.
Die Erschwinglichkeit hängt jedoch nicht nur vom Einkommen ab – auch die Preisstruktur spielt eine wichtige Rolle. Das Aufkommen von Discountfitnessketten hat Teile des europäischen Marktes grundlegend verändert, indem es die Eintrittsbarrieren gesenkt und die Nutzung von Fitnessstudios in breiteren Bevölkerungsschichten normalisiert hat.
Märkte mit einem starken Discountangebot verzeichnen im Allgemeinen ein schnelleres Wachstum als solche, die von Premium- oder Mittelklasseanbietern dominiert werden. In vielen Fällen haben Discountanbieter den Markt erweitert, anstatt bestehenden Unternehmen lediglich Marktanteile abzunehmen. Sobald Komfort und Erschwinglichkeit Hand in Hand gehen, kann sich die Marktdurchdringung rasch beschleunigen.
Die Mehrwertsteuerpolitik kann ebenfalls Einfluss auf die Barrierefreiheit und die langfristige Marktentwicklung nehmen, auch wenn ihre Auswirkungen komplex sind. Niedrigere Mehrwertsteuersätze können dazu beitragen, Preisbarrieren abzubauen und eine breitere Teilnahme zu fördern, insbesondere in den kostengünstigen Segmenten. Außerdem können sie dazu beitragen, Fitness als Teil der Gesundheitsversorgung und Prävention zu positionieren, anstatt als Luxusgut.
In Europa variieren die Mehrwertsteuersätze nach wie vor erheblich und reichen von null Prozent in Norwegen und neun Prozent in den Niederlanden bis hin zu 27 Prozent in Ungarn. Deutschland liegt mit 19 Prozent im oberen Bereich in Europa.
Die kulturellen Einstellungen gegenüber Fitness unterscheiden sich in Europa. In Nord- und Westeuropa ist Fitness weitgehend normalisiert und im Alltag verankert. Sie wird nicht nur mit körperlicher Gesundheit, sondern auch mit psychischem Wohlbefinden, Produktivität, Langlebigkeit und Lebensstilidentität in Verbindung gebracht.
Neugierig geworden?
Dann jetzt die Folge des fM Podcasts „Fitness im Ohr“ zur Europastudie 2026 mit Herman Rutgers anhören:
In Teilen Süd- und Osteuropas war Fitness historisch gesehen eher eine Nische, mit hohen Preisen verbunden und oft mit Bodybuilding oder Ästhetik assoziiert. Infolgedessen ist die Nutzung von Fitnessstudios weniger verbreitet.
Es finden kulturelle Veränderungen statt, insbesondere in jüngeren Bevölkerungsgruppen, doch diese hinken tendenziell der wirtschaftlichen und angebotsseitigen Entwicklung hinterher. Wichtig ist, dass eine geringere Studionutzung nicht zwangsläufig ein insgesamt geringeres Maß an körperlicher Aktivität bedeutet.
Viele südeuropäische Länder haben eine lange Tradition an Aktivitäten im Freien, darunter Wandern, Schwimmen, Radfahren und Sportarten wie Fußball. Das wärmere Klima ermöglicht das ganze Jahr über Bewegung im Freien, wodurch die Abhängigkeit von Fitnesseinrichtungen in geschlossenen Räumen abnimmt.
Im Gegensatz dazu sind nordeuropäische Länder aufgrund der Wetterbedingungen oft stärker auf Fitnesseinrichtungen in geschlossenen Räumen angewiesen. Dies verstärkt die Rolle von Fitnessstudios als wichtigste Möglichkeit, aktiv zu bleiben. Dieser Unterschied ist von Bedeutung, da die Reaktionsquote nur die Mitgliederzahlen in Fitnessstudios berücksichtigt und nicht die Gesamtheit der Sporttreibenden, die auch anderen körperlichen Aktivitäten nachgehen.
Auch die städtische Dichte und die Infrastruktur spielen eine wichtige Rolle bei der Nutzung von Fitnessstudios.
In stark urbanisierten Ländern mit hoher Bevölkerungsdichte und einer gut ausgebauten öffentlichen Verkehrsinfrastruktur lassen sich Fitnessstudios leichter in den Alltag integrieren. Wenn Verbraucher die Einrichtungen innerhalb kurzer Zeit –beispielsweise in zehn bis 15 Minuten – erreichen können, wird die Mitgliedschaft zur Gewohnheit und die Nutzungsrate steigt tendenziell an. Dies ist ein Grund, warum das Angebot selbst zu einem Wachstumsmotor werden kann. Wenn Betreiber ihre Netzwerke ausbauen und den Komfort erhöhen, steigt die Teilnahme oft parallel zur Verfügbarkeit.
Selbst bei bestehender Nachfrage sehen sich Länder mit einer eher ländlichen Bevölkerung oder einer geringeren Studiodichte strukturellen Hindernissen gegenüber, die das Wachstum der Marktdurchdringung einschränken können.
Die Marktreife beeinflusst ebenfalls die Reaktionsquote.
Reifere Märkte weisen in der Regel eine hohe Anzahl an Fitnessstudios pro Kopf sowie professionelle Betreiber, die starke nationale und internationale Ketten vertreten, auf. Sie zeichnen sich zudem durch standardisierte, skalierbare Angebote und eine stärkere Markenbekanntheit aus. Diese Merkmale
Hinweis: Länderzuordnung gemäß Abgrenzung der jeweiligen Region. Werte gerundet.
Quelle: Eigene Darstellung
tragen dazu bei, dass Fitness zu einem Mainstream- Konsumverhalten wird und nicht länger eine Nischenaktivität bleibt.
Weniger reife Märkte sind oft fragmentiert, mit vielen unabhängigen Fitnessstudios, begrenzter Marketingkraft und geringerer Skalierbarkeit, was das Wachstum der Marktdurchdringung verlangsamt und die Sichtbarkeit verringert.
Der Erfolg von Betreibern wie Basic-Fit, PureGym und der RSG Group zeigt, wie skalierbare Modelle die Marktnormalisierung beschleunigen und die Teilnahmequote steigern können.
Staatliche Politik und das Gesundheitsbewusstsein der Bevölkerung spielen ebenfalls eine immer wichtigere Rolle.
Länder, die präventive Gesundheitsvorsorge betonen und einen aktiven Lebensstil fördern, verzeichnen tendenziell eine höhere Fitnessbeteiligung. Betriebliche Gesundheitsprogramme, Anreize von Versicherern und öffentliche Gesundheitskampagnen können die Akzeptanz weiter unterstützen.
Regierungen, die mit steigenden Gesundheitskosten und einer alternden Bevölkerung konfrontiert sind, betrachten Fitness zunehmend als Teil einer umfassenderen Gesundheitsinfrastruktur und nicht mehr nur als reine Freizeitaktivität.
Neue Trends wie ein auf Langlebigkeit ausgerichteter Lebensstil und die vermehrte Nutzung von GLP-1-Medikamenten zur Gewichtsreduktion könnten diesen Wandel weiter verstärken. Anstatt die Nachfrage nach Fitnessstudios zu verringern, könnten diese Entwicklungen das Interesse an Krafttraining, gesundem Altern und strukturierter körperlicher Aktivität steigern.
Betreiber, die sich innerhalb dieses umfassenden Gesundheitsökosystems positionieren können, könnten von erheblichen langfristigen Wachstumschancen profitieren.
Auch die demografische Struktur beeinflusst die Marktdurchdringung.
Jüngere Bevölkerungsgruppen nehmen im Allgemeinen eher an Fitnessaktivitäten teil. Die alternde Bevölkerung eröffnet jedoch auch Chancen für Betreiber, wenn sie ihre Einrichtungen, Programme und Regenerationsangebote an die Bedürfnisse älterer Menschen anpassen. Dies trägt zum Wachstum von Konzepten bei, die sich branchenweit auf Wellness, Regeneration und Langlebigkeit konzentrieren.
Erfolgreiche Betreiber erweitern ihre Attraktivität zunehmend über die traditionellen Fitnessstudionutzer hinaus und schaffen Umgebungen, die auf Gesundheitsspanne, Gemeinschaft und langfristiges Wohlbefinden ausgerichtet sind.
nahmegebühren und komplexe Preisstrukturen in einigen Märkten nach wie vor von einer Teilnahme abhalten.
Auch das Angebot an körperlicher Betätigung über Firmenfitness oder Aggregatoren bietet Mitarbeitern von Unternehmen zusätzliche Möglichkeiten.
Digitale Integration, App-basierter Zugang und flexible Mitgliedschaften werden zunehmend zur Standarderwartung der Verbraucher, insbesondere in jüngeren Bevölkerungsgruppen.
Die Unterschiede in den Reaktionsquoten in Europa sind nicht auf einen einzigen Faktor zurückzuführen, sondern auf eine Kombination aus Erschwinglichkeit, Kultur, Zugänglichkeit, Infrastruktur, Angebot und alternativen Bewegungsgewohnheiten.
Die Länder mit der höchsten Durchdringung sind nicht unbedingt die wohlhabendsten oder sportlichsten, sondern jene, in denen Fitness erschwinglich, zugänglich und kulturell normalisiert ist.
Wichtig ist, dass sich diese Bedingungen weiterentwickeln. Da die Märkte durch ein größeres Angebot, niedrigere Preisbarrieren, eine stärkere Skalierung der Betreiber und eine tiefere Integration in das Gesundheits- und Wellnesswesen reifen, dürften die Durchdringungsraten weiter steigen.
Im Vergleich zu den USA – wo die Fitnessdurchdringung im letzten Jahr 26 Prozent erreichte – hat Europa noch erheblichen Spielraum für Expansion (Europe Active, 2026).
Herman Rutgers
Herman Rutgers ist seit über 30 Jahren in der internationalen Fitnessbranche tätig und gründete 2002 das Beratungs- und Investmentunternehmen Global Growth Partners. Als Mitbegründer von EuropeActive initiierte er das European Health & Fitness Forum (EHFF) und engagiert sich bis heute als Botschafter für EuropeActive und FIBO. Zudem ist er Vorstandsmitglied von Basic-Fit, Mitverfasser des European Health & Fitness Market Report und ein gefragter Redner der Branche.
Flexible Preismodelle senken weiterhin die Eintrittshürden und fördern die Akzeptanz. Monatliche Mitgliedschaften mit einfachen Anmeldeprozessen und unkomplizierter Kündigung regen zum Ausprobieren an und verringern Reibungsverluste. Im Gegensatz dazu können langfristige Verträge, hohe Auf-
Literaturliste
DSSV e. V. – Arbeitgeberverband Deutscher Fitness- und Gesundheits-Anlagen (Hrsg.). (2026). Eckdaten der deutschen Fitnesswirtschaft 2026. Hamburg: Hrsg.
EuropeActive (Hrsg.). (2026). European Health & Fitness Market Report 2026. Brüssel: Hrsg.
Die erste Fünf-Kilometer-Laufband-Weltmeisterschaft
GEHT AN DEN START
Der erste Indoor-Laufwettbewerb, an dem Athleten, Amateure und Anfänger in Fitnessstudios auf der ganzen Welt teilnehmen, um eine neue eSport-Disziplin zu etablieren, startete Anfang Juni.
Technogym – einer der weltweit führenden Ausstatter in den Bereichen Wellness, Sporttraining und Gesundheit sowie offizieller Ausrüster der letzten zehn Olympischen Spiele – und World Athletics – der internationale Verband, der eine der beliebtesten olympischen Sportarten regelt – geben das RUN X™-Programm bekannt. Es ist die erste Weltmeisterschaft im Laufen auf vernetzten Laufbändern über eine Distanz von fünf Kilometern.
Die RUN X™ World Treadmill Championship entstand aus der gemeinsamen Vision von Technogym und World Athletics, die Popularität des Laufsports zu nutzen, indem Laufgemeinschaften in Fitnessclubs integriert werden, um ihn ohne zeitliche oder wetterbedingte Einschränkungen für alle sicher und komfortabel zugänglich zu machen. Laufen ist die weltweit am häufigsten ausgeübte Sportart, doch in den letzten Jahren hat sich die Art und Weise, wie Menschen es erleben, grundlegend verändert: Es geht nicht mehr nur um individuelle Leistung, sondern um Erlebnis, Zugehörigkeit, Wohlbefinden, Daten und Verbundenheit. RUN X™ verkörpert diese Werte mit dem Ziel, das Laufen zu einem inklusiven, fesselnden und andauernden Erlebnis für Läufer aller Leistungsstufen weltweit zu machen.
STARTSCHUSS IST GEFALLEN
Seit dem 3. Juni können sich Fitness- und Wellnessclubs, Universitäten, betriebliche Einrichtungen und Hotels dem Netzwerk offizieller Zentren anschließen, in denen die erste Weltmeisterschaft im Laufbandlaufen stattfinden wird. Ab Oktober 2026 können Läufer aus aller Welt in den lokalen angeschlossenen Zentren an der Qualifikationsphase teilnehmen; dank der mit dem digitalen Ökosystem von Technogym verbundenen Geräte können sie zudem zu Hause trainieren.
RUN X™ bietet Läufern die Möglichkeit, sich in einer OnlineRangliste mit den Leistungen anderer Teilnehmer zu messen und die Platzierung sowohl innerhalb ihres Clubs als auch weltweit in Echtzeit zu verfolgen. Die Ergebnisse der Fünfkilometerläufe werden durch die mit dem digitalen Ökosystem von Technogym verbundenen Laufbänder zertifiziert.
Ab Januar 2027 nehmen qualifizierte Teilnehmer aus jedem Land an der regionalen Phase teil.
FINALE
DER WELTBESTEN
Das Finale findet am 20. und 21. März 2027 im Technogym Village im Herzen des Wellness Valley in Cesena, Italien, statt. Die zehn besten Athleten der Welt, sowohl in der Gesamtwertung als auch nach Altersgruppen in den Kategorien Männer und Frauen, werden in einem spannenden und mitreißenden Event – das das Laufen auf ein ganz neues Niveau hebt – um den ersten Weltmeistertitel in ihrer Kategorie kämpfen. Bei dieser Gelegenheit wird RUN X™ ein beträchtliches Preisgeld in Höhe von 100.000 US-Dollar vergeben. Darüber hinaus wird World Athletics den jeweiligen Mitgliedsverbänden der besten Athleten und Athletinnen in der Gesamtwertung Wildcard-Startplätze für das Fünfkilometerrennen bei den World
Athletics Road Running Championships 2027 zuweisen, die am Wochenende nach dem RUN X™-Finale in Yangzhou, China, stattfinden.
MIT RUN X™ NEUE ZIELGRUPPEN ERSCHLIESSEN
Für Betreiber in der Branche bietet RUN X™ eine hervorragende Gelegenheit, neue Mitglieder zu gewinnen und die Bindung bestehender Mitglieder zu stärken. Als offizielle RUN X™Zentren erhalten die Einrichtungen exklusiven Zugang zum gesamten Format, das Wettkampfsoftware, zertifizierte Ranglisten, Merchandising, Marketingunterstützung und SocialMedia-Inhalte umfasst. Fitness- und Wellnesszentren werden nicht nur eine Veranstaltung ausrichten, sondern Teil einer globalen Bewegung und zum Anlaufpunkt für lokale Laufgemeinschaften.
Die Branche bewegt bereits mehr als zwölf Millionen Mitglieder in Deutschland, bzw. insgesamt fast 14 Millionen Trainierende, werden die Aggregatorenmitglieder zugerechnet. Gleichzeitig erreichen wir noch längst nicht alle, die von regelmäßiger Bewegung und gesundheitsorientiertem Training profitieren könnten. Zeit, das zu ändern!
iele der Nichtmitglieder hatten bisher noch keine Berührungspunkte mit den über 9.600 Fitnessund Gesundheitsanlagen in Deutschland. Die gesundheitlichen und volkswirtschaftlichen Auswirkungen sind bekannt – ebenso wie die Chancen, die in einem aktiven Lebensstil liegen.
Mithilfe von zentraler Ansprache und niederschwelligen Angeboten werden diese Menschen adressiert. „United let's move.“ ist dabei weit mehr als eine Aktionswoche. Die Initiative vom 23. bis zum 30. September hat sich in den vergangenen Jahren zu einer starken Kampagne entwickelt, in der Unternehmen, Studiobetreiber und Partner aus der Fitnessbranche gemeinsam
Text: Janosch Marx und Alexander Wulf
Fotos: Fitness First Germany GmbH
Verantwortung übernehmen. Sie schafft Aufmerksamkeit für die Leistungen der Branche, stärkt ihre Wahrnehmung in Öffentlichkeit und Politik und eröffnet den teilnehmenden Anlagen konkrete Möglichkeiten zur Imageverbesserung.
Besonders der diesjährige Schirmherr der Kampagne, Fitness First, stellt – ebenso wie seine Vorgänger – nicht sich selbst, sondern die Botschaft und damit die gesamte Branche in den Mittelpunkt und investiert dabei viel. Die Schirmherrschaft versteht sich als Unterstützung einer Initiative, deren Nutzen der gesamten Branche zugutekommt und deren Wirkung weit über einzelne Marktteilnehmer hinausreicht.
Eine Kampagne mit wachsender Wirkung
Die imposante Entwicklung der vergangenen Jahre zeigt, welches Potenzial in einer geschlossenen Branchenbewegung steckt. Die Beteiligung wächst kontinuierlich und mit ihr die Reichweite der Kampagne. Das Rekordjahr 2025 hat dies unter Beweis gestellt: Mehr als 1.500 Fitness- und Gesundheitsanlagen beteiligten sich aktiv an der Initiative und erreichten gemeinsam rund 2,7 Millionen Menschen.
Besonders bemerkenswert ist dabei die Zahl von fast 120.000 Personen, die erstmals mit Fitness- und Gesundheitstraining in Berührung gekommen sind. Viele der teilnehmenden Anlagen nutzten die Kampagne gezielt, um Nichtmitglieder anzusprechen und ihnen einen niedrigschwelligen Zugang zu wirkungsvollem Ausdauer- und Krafttraining zu ermöglichen. Genau darin liegt eine der größten Stärken von „United let’s move.“: Menschen begeistern und Hemmschwellen gegenüber Fitness- und Gesundheitstraining abbauen.
Jede Person, die durch die Initiative erstmals den Weg in eine Fitness- oder Gesundheitsanlage findet, kann langfristig für einen aktiven Lebensstil gewonnen werden. Damit trägt die Kampagne nicht nur zur Gesundheitsförderung bei, sondern unterstützt gleichzeitig die nachhaltige Entwicklung des gesamten Marktes.
2026: der nächste Entwicklungsschritt
Mit der Ausweitung nach Österreich geht „United let’s move.“ 2026 den nächsten konsequenten Schritt. Erstmals bündeln zwei Märkte ihre Kräfte und setzen gemeinsam ein starkes Zeichen für mehr Bewegung, Prävention und Gesundheitskompetenz in der Gesellschaft.
Die internationale Erweiterung eröffnet zusätzliche Potenziale für Reichweite, Sichtbarkeit und Austausch innerhalb der Branche. Gleichzeitig unterstreicht sie die wachsende Bedeutung der Kampagne über nationale Grenzen hinweg. Aus einer erfolgreichen Kampagne entwickelt sich zunehmend eine länderübergreifende Bewegung, die Menschen für einen aktiven Lebensstil begeistern möchte.
Neuer Markenauftritt für eine moderne Brancheninitiative
Mit dem Wachstum der Kampagne wächst auch der Anspruch
an ihre Kommunikation. Deshalb wurde der Auftritt von „United let’s move.“ für 2026 erneut weiterentwickelt.
Das bestehende Corporate Design wurde modernisiert und an die Anforderungen einer digitalen Kampagne angepasst. Die überarbeitete visuelle Identität sorgt für einen zeitgemäßen, klaren und aufmerksamkeitsstarken Auftritt über alle Kommunikationskanäle hinweg. Gleichzeitig stärkt sie die Wiedererkennbarkeit der Initiative und schafft die Grundlage für eine noch einheitlichere Kommunikation aller beteiligten Partner.
Die überarbeitete Corporate Identity steht dabei sinnbildlich für die Weiterentwicklung von „United let’s move.“ insgesamt: Die Initiative bleibt ihren Grundwerten treu, präsentiert sich jedoch moderner und dynamischer als zuvor.
Neue gemeinsame Plattform für Deutschland und Österreich – einheitlich, modern und skalierbar
Ein zentraler Baustein der Weiterentwicklung ist der Relaunch der Website, welche die zentrale digitale Plattform der Kampagne darstellt. Die technische Konzeption setzte die Fitnessmarketingagentur TRINITY ganz im Sinne der Initiative um – und dies aus Überzeugung unentgeltlich.
Das Unternehmen entwickelt die Website für Deutschland vollständig neu und realisiert gleichzeitig erstmals den digitalen Auftritt für Österreich. Gemeinsam mit den Projektpartnern wurde damit eine Plattform geschaffen, die deutlich über die Funktion einer klassischen Kampagnenseite hinausgeht.
Die neue Landingpage bildet künftig das digitale Herzstück von „United let’s move.“. Neben einer modernen Nutzerführung und einer verbesserten Darstellung auf allen Endgeräten wurden zahlreiche neue Funktionen integriert, die die Interaktion mit der Initiative deutlich stärken.
Zu den Neuerungen gehören unter anderem ein Social Board, ein Magazinbereich mit aktuellen Inhalten, Challenges zur Aktivierung der Community, Stimmen aus der Branche sowie ein eigener Pressebereich. Dadurch entsteht ein lebendiges digitales Umfeld, das Teilnehmern, Interessenten, Medienvertretern und Partnern gleichermaßen einen Mehrwert bietet.
Starke Partner:
BSA-Akademie, DHfPG, FIBO und Les Mills
Ebenfalls neu in diesem Jahr sind namhafte Partner, die zu den führenden Unternehmen in ihrem jeweiligen Segment zählen. Die BSA-Akademie und die DHfPG sind renommierte Weiterbildungs- und Hochschuleinrichtungen, die FIBO ist eine der weltweit größten Messeveranstaltungen und Les Mills ist eines der weltweit führenden Unternehmen im Bereich Group Fitness. Sie alle sind stolz, die Kampagne als Partner zu unterstützen.
Warum sich die Teilnahme für Studios lohnt Für Fitness- und Gesundheitsanlagen bietet die Teilnahme an „United let’s move.“ zahlreiche Vorteile: Durch die bundesweite und künftig länderübergreifende Kommunikation profitieren Studios von einer Aufmerksamkeit, die sie allein nur mit erheblichem Aufwand erzielen könnten.
Besonders im Bereich der Imagegewinnung entfaltet die Initiative ihre Stärke. Niedrigschwellige Angebote schaffen Berührungspunkte zu Menschen, die bislang keinen Zugang zur Fitnessbranche gefunden haben. Gleichzeitig positionieren sich die teilnehmenden Anlagen sichtbar als kompetente Gesundheitsanbieter und wichtige Partner im Bereich Prävention und gesundheitsorientiertes Training.
Darüber hinaus entsteht ein starker Netzwerkeffekt. Jede teilnehmende Anlage profitiert von der Reichweite und Sichtbarkeit der gesamten Bewegung. Je mehr Unternehmen sich beteiligen, desto größer wird die Wirkung für alle Beteiligten.
Gemeinsam Verantwortung übernehmen
Der DSSV e. V., der Arbeitgeberverband für die Fitnessbranche in Deutschland und der Fachverband Freizeit- und Sportbetriebe in der Wirtschaftskammer Österreich (WKO) sehen es als zentrale Aufgabe, die gesellschaftliche Relevanz der Fitness- und Gesundheitsbranche weiter zu stärken und ihre Rahmenbedingungen nachhaltig zu verbessern. „United let’s move.“ ist zu einem der wichtigsten Instrumente geworden und wird immer größer.
Du möchtest United Let’s Move als Unternehmen, Marke oder Industriepartner unterstützen? Dann melde dich gerne bei Fitness First unter marketing@fitnessfirst.de. Wir freuen uns über Partner, die die Initiative gemeinsam mit uns sichtbar machen und Bewegung in Deutschland fördern möchten.
Jetzt Studio anmelden und Teil einer der größten Brancheninitiativen werden!
Die Botschaft von „United let’s move.“ bleibt auch 2026 klar: Gemeinsam können wir mehr Menschen erreichen, den Zugang zu Bewegung erleichtern und die Rolle von Fitness und Gesundheit in unserer Gesellschaft nachhaltig stärken.
Wie können Studios an der Kampagne teilnehmen? Einfach das Kontaktformular unverbindlich ausfüllen und weitere Informationen erhalten. Das Formular finden Sie unter: www.dssv.de/ulm
SCHIRMHERR 2026
FRÜHERE SCHIRMHERREN
VERBÄNDE PARTNER und viele weitere Informationen unter unitedletsmove.org
AUS DATEN WIRD INTELLIGENTES TRAINING
Die Personalized Adaptive Coaching Experience: Wo medizinische Präzision auf intelligentes Training trifft.
PACE verbindet medizinisch validierte Ergebnisse zur Körperzusammensetzung von seca mit der KI-gestützten Trainingsintelligenz von Matrix. Das Ergebnis: ein geführtes Trainingserlebnis, das sich an den individuellen Messwerten und Zielen jedes Mitglieds ausrichtet.
Durch die Verknüpfung von Körperanalyse mit smarten Cardio- und Kraftgeräten entwickelt PACE aus Daten konkrete Trainingspläne – und passt sich mit jeder Messung und jedem Training weiter an.
Für den Studioalltag entwickelt, lässt sich PACE nahtlos in bestehende Workflows integrieren und liefert personalisiertes Training ohne Mehraufwand.
Steigende Nachfrage prägt Marktdynamik
Fitnessmärkte in der DACH-Region im Ländervergleich
Die Eckdatenstudie DACH 2026 liefert zentrale Kennzahlen zur Fitnessund Gesundheitsbranche in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Sie macht Marktentwicklungen und länderspezifische Besonderheiten sichtbar und unterstreicht die wachsende Bedeutung der Branche für Prävention und Gesundheitsförderung.
Die „Eckdaten der Fitnesswirtschaft DACH“ erscheinen dieses Jahr in zweiter Ausgabe. Mit Blick auf das Geschäftsjahr 2025 werden die Fitnessmärkte der drei Länder genauer unter die Lupe genommen, um landestypische Dynamiken sowie Gemeinsamkeiten und Unterschiede aufzuzeigen. Die Fitness- und Gesundheitsbranche steht vor der Aufgabe, ihre Gesundheitskompetenz sichtbar zu machen, neue Zielgruppen zu erschließen und den steigenden Anforderungen an Qualität und Betreuung gerecht zu werden. Wie sich diese Anforderungen in der Marktentwicklung widerspiegeln, zeigt die aktuellen Eckdatenstudie DACH.
Jüngere Generation auf dem Vormarsch
Erneut können alle drei Ländermärkte von einer steigenden Marktdurchdringung profitieren (DHfPG, 2026; DSSV, 2026;
swiss active, 2026) (vgl. Abb. 1). Mit Blick auf die Penetrationsrate bleibt die Schweiz Spitzenreiter im Ländervergleich. Setzt man die Mitgliederzahlen ins Verhältnis zur Gesamtbevölkerung, besitzen 16,0 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer eine Mitgliedschaft in einem Fitnessstudio. Hier trägt das Modell der finanziellen Bezuschussung von Mitgliedsbeiträgen in zertifizierten Studios mit dazu bei, dass die Schweizer Fitnessbranche ihre Spitzenposition behaupten kann (swiss active, 2026). Mit etwas Abstand zur Schweiz liegen Deutschland und Österreich bei einer Penetrationsrate von 14,8 bzw. 14,6 Prozent (DHfPG, 2026; DSSV, 2026). Eine besonders hohe Marktdurchdringung kann die Schweiz bei den unter 30-Jährigen erzielen. In dieser Altersgruppe liegt die Penetrationsrate mit 18,5 Prozent ebenfalls über dem deutschen Wert von 16,1 Prozent. Bei den über 50-Jährigen * Daten für Österreich für das Betrachtungsjahr 2025 nur eingeschränkt verfügbar
Text: Alexander Küstner
Abb 1: Penetrationsrate Gesamtbevölkerung
Jetzt downloaden:
Die exklusive DACH-Marktanalyse 2026 für die Fitnessund Gesundheitsbranche.
zeigen sich dagegen kaum Unterschiede zwischen beiden Märkten. Die hohe Penetrationsrate der unter 30-Jährigen verdeutlicht die wachsende Relevanz jüngerer Zielgruppen für die Fitness- und Gesundheitsbranche. Gesundheit, körperliche Leistungsfähigkeit und mentale Stabilität gewinnen insbesondere für junge Menschen zunehmend an Bedeutung und werden immer stärker Teil der individuellen Identität und Lebensführung. Die hohe Marktdurchdringung dieser Altersgruppe spiegelt diese Entwicklung deutlich wider.
Anlagenbestand wächst in allen Märkten
Auch im Bereich der Anlagenentwicklung können die Ländermärkte allesamt zulegen. Nachdem in Deutschland im Jahr 2023 ein leichter Rückgang zu verzeichnen war, wächst die Zahl der Betriebsstätten nun das zweite Jahr in Folge und legt im Betrachtungsjahr 2025 netto 520 Anlagen zu (+5,7 Prozent) (vgl. Abb. 2).
Auch Österreich und die Schweiz verzeichnen weiteres Wachstum. In Österreich steigt die Zahl der Anlagen um netto 58 Standorte (+4,3 Prozent) (vgl. Abb. 3), während die Schweiz einen Zuwachs von 46 Anlagen netto (+3,3 Prozent) registriert (vgl. Abb. 4). Damit erweitert sich die Angebotsbasis in allen drei Ländermärkten, wobei Deutschland im Betrachtungsjahr 2025 sowohl absolut als auch prozentual die stärkste Dynamik zeigt (DHfPG, 2026; DSSV, 2026; swiss active, 2026).
Mitgliederzahlen erreichen neue Höchststände
Die steigende Marktdurchdringung in allen drei Ländermärkten ist maßgeblich auf das anhaltende Wachstum der Mitgliederzahlen zurückzuführen. Nachdem bereits im Vorjahr neue Höchststände erreicht wurden, steigt die Zahl der Mitglieder in der DACH-Region auch im Betrachtungsjahr 2025 weiter an. Deutschland zählt zum Stichtag 31. Dezember 2025 insgesamt 12,36 Millionen Mitglieder und verzeichnet damit
Abb.2: Anlagenentwicklung Deutschland (2022–2025)
Abb.3: Anlagenentwicklung Österreich (2022–2025)
* Segmentdaten für 2025 in Österreich nicht verfügbar
Abb.4: Anlagenentwicklung Schweiz (2022–2025)
Einzel Kette
Abb. 5: Mitgliederentwicklung Deutschland (2022–2025) (in Tsd.)
Einzel Kette Special Interest
Abb. 6: Mitgliederentwicklung Österreich (2022–2025) (in Tsd.)
* Segmentdaten für 2025 in Österreich nicht verfügbar
Abb. 7: Mitgliederentwicklung Schweiz (2022–2025) (in Tsd.)
einen Zuwachs von 650.000 Trainierenden beziehungsweise 5,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr (DSSV, 2026). In Österreich wächst die Mitgliederzahl um 73.500 auf 1,35 Millionen Mitglieder (+5,8 %), während die Schweiz mit 1,45 Millionen Mitgliedern ebenfalls einen neuen Höchststand erreicht (+5,8 %).
Die aktuellen Mitgliederzahlen verdeutlichen, dass Fitnessund Gesundheitstraining in allen drei Ländern weiter an gesellschaftlicher Reichweite gewinnt (DHfPG, 2026; DSSV, 2026; swiss active, 2026) (vgl. Abb. 5 bis 7).
Umsatzentwicklung weiter positiv
Auch die monetären Kennzahlen bestätigen den Wachstumskurs der DACH-Märkte. In Deutschland erwirtschaftete die Fitness- und Gesundheitsbranche im Betrachtungsjahr 2025 einen Nettoumsatz von 6,25 Milliarden EUR und übertrifft damit den Vorjahreswert um 7,4 Prozent (DSSV, 2026). Österreich steigert seinen Branchenumsatz um 6,6 Prozent auf netto 697,9 Millionen EUR (DHfPG, 2026). Die Schweizer Fitnessbranche erzielt einen Umsatz von 1,36 Milliarden CHF netto, was einem Wachstum von 4,4 Prozent entspricht (swiss active, 2026). Damit verzeichnen alle drei Ländermärkte erneut steigende Umsätze und unterstreichen die wirtschaftliche Stabilität der Branche. Die Gesamtmarktentwicklung zeigt, dass das Wachstum der Branche nicht allein an steigenden Mitgliederzahlen sichtbar wird. Auch die wachsende Angebotsbasis, die positive Umsatzentwicklung und der steigende durchschnittliche Umsatz pro Anlage verdeutlichen, dass sich die Fitness- und Gesundheitsbranche in allen drei Ländern auf mehreren Ebenen dynamisch entwickelt. Damit gewinnt auch die klare Positionierung der Anbieter weiter an Bedeutung, um Leistungsangebot, Betreuungsqualität und Preisgestaltung nachvollziehbar miteinander zu verbinden (Marx & Kobel, 2025).
Gemeinsame Entwicklungen in der DACH-Region Trotz unterschiedlicher Marktstrukturen zeigen die drei Ländermärkte bemerkenswerte Gemeinsamkeiten. Sowohl die Mitgliederzahlen als auch die Penetrationsraten erreichen neue Höchststände. Gleichzeitig wächst die Zahl der Betriebsstätten in allen drei Ländern. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass Fitness- und Gesundheitstraining zunehmend in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist.
Auch die Einschätzung der wirtschaftlichen Situation fällt in allen drei Ländern überwiegend positiv aus. Die Mehrheit der Betreiber bewertet die aktuelle wirtschaftliche Lage als eher gut oder gut. Gleichzeitig blickt die Branche optimistisch auf das Jahr 2026. In Deutschland rechnen 64,6 Prozent der Betriebe mit einer weiteren Verbesserung ihrer wirtschaftlichen Situation, in Österreich sind es 83,8 Prozent und in der Schweiz 79,3 Prozent (DHfPG, 2026; DSSV, 2026; swiss active, 2026). Die positive Stimmung in allen drei Märkten unterstreicht das Vertrauen der Betreiber in die Zukunftsfähigkeit der Branche und schafft eine solide Grundlage für weiteres Wachstum in der DACH-Region.
Fazit: Wachstum in allen drei Märkten
Die Eckdaten 2026 zeigen eine Fitness- und Gesundheitsbranche, die sich in allen drei DACH-Märkten positiv entwickelt. Steigende Mitgliederzahlen, wachsende Penetrationsraten, zusätzliche Betriebsstätten und höhere Umsätze verdeutlichen die anhaltend hohe Nachfrage nach Fitness- und Einzel Kette Special Interest Einzel Kette Special Interest
Gesundheitsangeboten. Insgesamt zeigen die Ergebnisse, dass die Fitness- und Gesundheitsbranche ihre Rolle als relevanter Akteur für Prävention, Gesundheitsförderung und Gesunderhaltung weiter festigt. Die parallelen Entwicklungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz unterstreichen zugleich, dass die Branche in der gesamten DACH-Region weiter an gesellschaftlicher Bedeutung gewinnt.
Zur Methodik
Während die Daten für Deutschland und die Schweiz auf umfassenden Markterhebungen basieren, wurden die zentralen Branchenkennzahlen für den österreichischen Markt im Betrachtungsjahr 2025 auf Initiative von Christian Hörl, Unternehmer, Branchensprecher und Experte für Fitnessmärkte im DACH-Raum, im Rahmen einer Kurzumfrage erhoben, die in Kooperation mit der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement (DHfPG) durchgeführt wurde. Daher sind für Österreich im Betrachtungsjahr 2025 keine Segmentdaten verfügbar. Für das Betrachtungsjahr 2026 ist auch in Österreich wieder die Durchführung einer umfassenden Eckdatenstudie vorgesehen. Darüber hinaus wurde in Deutschland die Erhebungsmethodik erweitert, wodurch sich die Datengrundlage und Marktabdeckung weiter verbessert haben. Die Ergebnisse spiegeln somit sowohl die tatsächliche Marktentwicklung als auch teilweise die erweiterte Datenbasis wider, was bei der Interpretation der Ergebnisse zu berücksichtigen ist (DSSV, 2026).
Alexander Küstner
Alexander Küstner ist Mitarbeiter der Abteilung Wissenschaft & Forschung an der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement (DHfPG). Der Fitnessökonom verfügt über langjährige Erfahrung im Fitness- und Gesundheitssektor, unter anderem als Trainer, Studioleiter und Geschäftsführer. In seiner aktuellen Position beschäftigt er sich insbesondere mit Markt- und Konsumentenverhaltensforschung in der Fitness- und Gesundheitsbranche.
Literaturliste
Deutsche Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement (DHfPG) (Hrsg.). (2026). Branchenüberblick: Fitnesswirtschaft Österreich. Saarbrücken: Hrsg.
DSSV e. V. – Arbeitgeberverband deutscher Fitness und Gesundheits-Anlagen (Hrsg.). (2026). Eckdaten der deutschen Fitnesswirtschaft 2026. Hamburg: Hrsg.
Marx, J. & Kobel, S. (2025). Das Image der Fitnessbranche. Hamburg: DSSV – Arbeitgeberverband deutscher Fitness- und Gesundheits-Anlagen e. V. swiss active (Hrsg.). (2026). Eckdaten der Schweizer Fitnesswirtschaft 2026. Zürich: Hrsg.
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Minderjährige im Fitnessstudio
Jung und motiviert – aber nicht grenzenlos einsetzbar
Ferienjob, Schülerpraktikum oder Aushilfstätigkeit: Viele Fitness- und Gesundheitsanlagen möchten jungen Menschen erste Einblicke in die Branche ermöglichen. Dabei gelten jedoch strenge Vorgaben des Jugendarbeitsschutzgesetzes. Dieser Artikel gibt einen Überblick darüber, welche Beschäftigungen zulässig sind und worauf Betreiber achten müssen.
Die Gewinnung junger Menschen für die Fitness- und Gesundheitsbranche beginnt häufig bereits vor dem Einstieg in eine Ausbildung. Ferienjobs, Schülerpraktika oder unterstützende Tätigkeiten bieten Betreibern die Möglichkeit, potenzielle Nachwuchskräfte frühzeitig kennenzulernen und für die Branche zu begeistern.
Allerdings unterliegt die Beschäftigung von Minderjährigen besonderen gesetzlichen Anforderungen. Das Jugendarbeitsschutzgesetz verfolgt das Ziel, die Gesundheit, Entwicklung und schulische Ausbildung von Kindern und Jugendlichen zu schützen. Für Arbeitgeber bedeutet dies, dass vor jeder Beschäftigung geprüft werden muss, ob die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind.
Grundsätzlich gilt: Jugendliche, die noch der Vollzeitschulpflicht unterliegen, dürfen nicht beschäftigt werden. Das Gesetz sieht jedoch einige Ausnahmen vor, die auch für Fitness- und Gesundheitsanlagen relevant sein können.
Welche Tätigkeiten kommen in Betracht?
Für schulpflichtige Jugendliche sind ausschließlich leichte und geeignete Tätigkeiten zulässig. Diese dürfen weder kör-
perlich noch psychisch überfordern und müssen dem Alter sowie dem Entwicklungsstand der Jugendlichen entsprechen.
In Fitness- und Gesundheitsanlagen können beispielsweise unterstützende organisatorische Aufgaben, einfache Botengänge, Vorbereitungsarbeiten bei Veranstaltungen oder sonstige leichte Hilfstätigkeiten in Betracht kommen.
Nicht zulässig sind Tätigkeiten mit besonderer Verantwortung, erhöhtem Zeitdruck oder körperlich belastenden Anforderungen. Auch Akkordarbeit und andere tempoabhängige Arbeiten sind ausgeschlossen. Die Tätigkeit an einer Kasse wird von den Aufsichtsbehörden regelmäßig nicht als leichte Beschäftigung angesehen und sollte daher vermieden werden.
Ebenso sollten Jugendlichen keine Aufgaben übertragen werden, die mit einer besonderen Aufsichts-, Sicherheitsoder Schließverantwortung verbunden sind. Dazu gehört insbesondere das eigenverantwortliche Aufschließen oder Abschließen des Fitnessstudios. Die Verantwortung für die Öffnung und Sicherung der Anlage sollte grundsätzlich bei volljährigen und entsprechend eingewiesenen Beschäftigten verbleiben.
Text: Gülizar Cihan
Die arbeitsrechtliche Bewertung einzelner Tätigkeiten erfolgt allgemein gesagt im Übrigen stets unter Berücksichtigung der konkreten Tätigkeit, der Arbeitsbedingungen sowie des Alters und des Entwicklungsstandes der beschäftigten Person.
Arbeitszeiten für schulpflichtige Jugendliche
Soll ein vollzeitschulpflichtiger Jugendlicher beschäftigt werden, sind die zulässigen Arbeitszeiten stark begrenzt.
Die Beschäftigung darf grundsätzlich nicht mehr als zwei Stunden täglich und zehn Stunden wöchentlich umfassen. Zudem darf die Tätigkeit weder vor noch während des Schulunterrichts stattfinden. Auch eine Beschäftigung zwischen 18 Uhr und acht Uhr morgens ist unzulässig.
Darüber hinaus gilt grundsätzlich die Fünftagewoche. Samstage, Sonn- und Feiertage bleiben beschäftigungsfrei, soweit keine gesetzliche Ausnahme eingreift.
Für Betreiber bedeutet dies, dass eine regelmäßige Einbindung schulpflichtiger Minderjähriger in betriebliche Abläufe nur in sehr begrenztem Umfang möglich ist.
Schülerpraktika als Chance für die Nachwuchsgewinnung
Besondere Bedeutung haben schulisch vorgeschriebene Praktika. Sie ermöglichen es Unternehmen, frühzeitig mit potenziellen Auszubildenden und zukünftigen Fachkräften in Kontakt zu treten.
Während eines schulischen Pflichtpraktikums dürfen Jugendliche bis zu sieben Stunden täglich und 35 Stunden wöchentlich beschäftigt werden. Voraus-
setzung bleibt jedoch, dass die übertragenen Aufgaben altersgerecht und ungefährlich sind.
Gerade für Fitness- und Gesundheitsanlagen bieten Schülerpraktika die Möglichkeit, die vielfältigen Berufsbilder der Branche vorzustellen und Interesse an einer späteren Ausbildung zu wecken.
Ferienjobs rechtssicher gestalten
Eine weitere wichtige Ausnahme betrifft Ferienbeschäftigungen. Vollzeitschulpflichtige Jugendliche dürfen während der Schulferien bis zu vier Wochen beziehungsweise maximal 20 Arbeitstage pro Kalenderjahr beschäftigt werden. Die Beschäftigung kann auf mehrere Zeiträume verteilt werden und muss nicht zusammenhängend erfolgen.
Während eines Ferienjobs dürfen Jugendliche bis zu acht Stunden täglich und 40 Stunden pro Woche arbeiten. Gleichzeitig bleibt die Fünftagewoche zu beachten.
Für viele Betreiber bieten Ferienjobs eine sinnvolle Möglichkeit, personelle Engpässe zu überbrücken und zugleich erste Kontakte zu potenziellen Nachwuchskräften aufzubauen.
Was gilt nach Ende der Schulpflicht?
Mit dem Ende der Vollzeitschulpflicht erweitern sich die Beschäftigungsmöglichkeiten deutlich.
Hinweis: Die Vollzeitschulpflicht endet derzeit in Deutschland je nach Bundesland in der Regel nach neun oder zehn Schulbesuchsjahren. Da das Schulrecht Ländersache ist, unterscheiden sich die genauen Regelungen. Eine Übersicht der Schulpflichtregelungen und Links zu den Landesvorschriften stellt die Kultusministerkonferenz (KMK) bereit.
Kalendertage Ferienjob pro Jahr
8 Std.
maximale tägliche Arbeitszeit
5 Tage Woche beachten
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Schulpflichtige Minderjährige nur ausnahmsweise beschäftigbar
Ferienjobs bis zu vier Wochen pro Kalenderjahr möglich
Jugendliche dürfen grundsätzlich bis zu acht Stunden täglich und 40 Stunden wöchentlich beschäftigt werden. Werden einzelne Arbeitstage verkürzt, können an anderen Werktagen derselben Woche bis zu achteinhalb Stunden zulässig sein.
Zusätzlich müssen die gesetzlichen Pausenregelungen eingehalten werden. Bei einer Arbeitszeit von mehr als vier bis zu sechs Stunden ist eine Pause von mindestens 30 Minuten vorgeschrieben. Bei mehr als sechs Stunden Arbeitszeit erhöht sich die Mindestpausenzeit auf 60 Minuten.
Für Betreiber bedeutet dies, dass Jugendliche nach Ende der Schulpflicht deutlich flexibler in betriebliche Abläufe integriert werden können, ohne dass die Schutzvorschriften vollständig entfallen.
Nachtarbeit bleibt grundsätzlich ausgeschlossen
Auch bei nicht mehr schulpflichtigen Jugendlichen bestehen besondere Schutzvorschriften hinsichtlich der Arbeitszeiten.
Grundsätzlich dürfen Jugendliche nicht zwischen 20 Uhr und sechs Uhr morgens beschäftigt werden. Für Jugendliche unter 16 Jahren gilt dieses Verbot uneingeschränkt.
In bestimmten Fällen können Jugendliche ab 16 Jahren im Rahmen eines zulässigen Schichtdienstes bis 23 Uhr tätig werden. Ob die Voraussetzungen hierfür vorliegen, sollte im Einzelfall sorgfältig geprüft werden.
Da viele Fitness- und Gesundheitsanlagen ihre Hauptbetriebszeiten in den Abendstunden haben, ist dieser Aspekt bei der Personaleinsatzplanung besonders zu berücksichtigen.
Besonderheiten beim Urlaub Minderjährige Arbeitnehmer haben einen höheren gesetzlichen Urlaubsanspruch als volljährige Beschäftigte.
Der Mindesturlaub beträgt:
• bis 16 Jahre: 30 Werktage
• bis 17 Jahre: 27 Werktage
• bis 18 Jahre: 25 Werktage
Maßgeblich ist jeweils das Alter des Jugendlichen am 1. Januar des Kalenderjahres. Arbeitgeber sollten dies bei der Urlaubsplanung berücksichtigen, um spätere Nachforderungen oder arbeitsrechtliche Auseinandersetzungen zu vermeiden.
Kein gesetzlicher Mindestlohn für Minderjährige Ein häufiges Missverständnis betrifft die Vergütung minderjähriger Beschäftigter.
Nur leichte und geeignete Tätigkeiten zulässig
gesetzlichen Mindestlohn. Arbeitgeber sind daher nicht verpflichtet, minderjährigen Beschäftigten den jeweils geltenden Mindestlohn zu zahlen.
Unabhängig davon können tarifvertragliche Regelungen, betriebliche Vereinbarungen oder individuelle Arbeitsverträge höhere Vergütungen vorsehen.
Arbeitgeber tragen besondere Verantwortung Wer Minderjährige beschäftigt, übernimmt besondere Schutzund Fürsorgepflichten. Betreiber sollten daher vor Beginn der Tätigkeit stets das Alter sowie gegebenenfalls den Schulstatus überprüfen und dokumentieren.
Empfehlenswert ist die Vorlage einer Kopie des Ausweises oder der Geburtsurkunde sowie einer aktuellen Schulbescheinigung. Zudem sollte die Zustimmung der Erziehungsberechtigten schriftlich eingeholt werden.
Darüber hinaus sind die Vorgaben des Jugendarbeitsschutzgesetzes einzuhalten und im Betrieb zugänglich zu machen. Verstöße können als Ordnungswidrigkeit geahndet werden und empfindliche Bußgelder nach sich ziehen.
Fazit für die Praxis
Die Beschäftigung von Jugendlichen kann für Fitness- und Gesundheitsanlagen ein wertvolles Instrument der Nachwuchsgewinnung sein. Gleichzeitig stellt das Jugendarbeitsschutzgesetz hohe Anforderungen an Arbeitgeber. Insbesondere bei Ferienjobs, Schülerpraktika und sonstigen Aushilfstätigkeiten sollten Betreiber die zulässigen Tätigkeiten und Arbeitszeiten sorgfältig prüfen. Wer die gesetzlichen Vorgaben beachtet, schafft nicht nur Rechtssicherheit, sondern kann junge Menschen frühzeitig für die vielfältigen Berufsperspektiven der Branche begeistern.
Für Personen unter 18 Jahren – ohne abgeschlossene Berufsausbildung – besteht grundsätzlich kein Anspruch auf den Gülizar Cihan, DSSV-Juristin Als selbstständige Rechtsanwältin war Gülizar Cihan jahrelang in verschiedenen Fachrichtungen tätig. Gleichzeitig war sie einige Zeit in einem mittelständischen Unternehmen rechtsberatend aktiv. Seit August 2021 gehört sie zur Rechtsabteilung des DSSV und berät die Mitglieder vor allem in verwaltungsrechtlichen und arbeitsrechtlichen Fragen.
Tel.: 040 - 766 24 00, E-Mail: jurist@dssv.de
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Text: Alexander Wulf
Nach den erfolgreichen und unvergesslichen DSSV-Events auf Mallorca beginnt 2026 ein neues Kapitel: Vom 20. bis 23. Oktober 2026 lädt der DSSV e. V. seine Mitglieder an die sonnige Costa del Sol ein. Mit Málaga als neuem Veranstaltungsort erwartet die Fitness- und Gesundheitsbranche ein exklusives Branchentreffen in einer der attraktivsten Regionen Europas – geprägt von mediterranem Flair, inspirierenden Begegnungen und wertvollen Impulsen für die Zukunft.
Das DSSV-Event hat sich nach einer kurzen Pause in den vergangenen Jahren wieder zu einem besonderen Treffpunkt für Unternehmerinnen und Unternehmer, Führungskräfte sowie Entscheidungsträger der Branche entwickelt. Dabei stehen nicht nur hochwertige Fachinhalte im Mittelpunkt, sondern vor allem der persönliche Austausch. Genau diese Mischung aus Wissen, Networking und Gemeinschaft macht die Veranstaltung so einzigartig.
2026 erwartet die Teilnehmenden ein neues, exklusives Veranstaltungshotel: Das Meliá Costa del Sol in Torremolinos bei Málaga bietet direkt am Strand den perfekten Rahmen für vier Tage voller Inspiration und persönlicher Begegnungen. In entspannter Atmosphäre entstehen Gespräche, Kontakte und Ideen, die weit über die Veranstaltung hinauswirken.
Freuen Sie sich auf ein vielseitiges Programm mit hochkarätigen Fachvorträgen zu aktuellen Branchenthemen, praxisnahen Impulsen für den Unternehmensalltag und exklusiven Networkingmöglichkeiten mit Branchenkolleginnen und -kollegen sowie ausgewählten Fördermitgliedern und Partnern. Ergänzt wird das Programm durch gemeinsame Workouts mit Les Mills, sportliche Aktivitäten sowie ein attraktives Rahmenprogramm mit Rooftop-Cocktail-Dinner und stimmungsvollen Abendveranstaltungen. Anmeldung
Ob beim gemeinsamen Frühstück, beim Workout, während der Abendveranstaltungen oder in persönlichen Gesprächen am Rande der Vorträge – hier entstehen neue Perspektiven, wertvolle Kooperationen und nachhaltige Geschäftsbeziehungen.
Auch Prof. Dr. Thomas Wessinghage, 1. Vorsitzender des DSSV, blickt mit großer Vorfreude auf das Event: „Das DSSVEvent hat sich in den vergangenen Jahren zu einem ganz besonderen Treffpunkt unserer Branche entwickelt. Was mich immer wieder begeistert, sind nicht nur die fachlichen Inhalte, sondern vor allem die Gespräche, Begegnungen und neuen Ideen, die dort entstehen. Genau dieses besondere Miteinander möchten wir 2026 in Málaga fortsetzen.“
Málaga bietet dafür die ideale Kulisse. Die lebendige Altstadt, das mediterrane Lebensgefühl und die unmittelbare Nähe zum Meer schaffen einen Rahmen, der Inspiration und Austausch auf besondere Weise verbindet.
JETZT ANMELDEN: www.dssv.de/event2026
Der DSSV begrüßt –
Neue Fördermitglieder
Die neuen Fördermitglieder des DSSV e. V. stellen sich vor:
Sauberkeit schafft Vertrauen. Qualität bindet Mitglieder. Mitglieder kommen für das Training und bleiben für das Gefühl, gut aufgehoben zu sein. Ein hygienisches Umfeld ist ein entscheidender Erfolgsfaktor für moderne Fitness-, Wellness- und EMS-Studios. Da Sauberkeit täglich bewertet und erlebt wird, sichern professionelle Hygienekonzepte dauerhaft hohe Standards und ein positives Gesamterlebnis.
Effiziente Hygienelösungen mit Diversey
Von Reinigungschemie und Dosiersystemen bis hin zu innovativen TASKI-Maschinen bietet Diversey als Komplettanbieter ganzheitliche Lösungen. Standardisierte Prozesse sorgen für gleichbleibend hohe Ergebnisse, vereinfachen Abläufe, entlasten Ihr Team und optimieren den Ressourceneinsatz.
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Die Fitnessbranche befindet sich erneut im Wandel – und diesmal geht es um weit mehr als neue Geräte oder Trainingsmethoden. Fitness entwickelt sich zunehmend zu einem Erlebnis. Die klassische Trainingsfläche wird heute emotionaler, sozialer und eventorientierter gedacht. Genau darin liegt eine große Chance für unsere Branche.
Formate wie HYROX zeigen eindrucksvoll, wie stark sich die Erwartungen insbesondere jüngerer Zielgruppen verändert haben. Training soll nicht mehr nur effektiv sein –es soll motivieren, verbinden und begeistern. Wettkampfcharakter, Communityerlebnis und Eventatmosphäre schaffen neue Zugänge zu Fitness und Gesundheit. Dabei verschwimmen die Grenzen zwischen Sport, Lifestyle und Entertainment zunehmend.
Diese Entwicklung spiegelt sich auch in den Studios wider. Moderne Trainingsflächen setzen verstärkt auf funktionelle Bereiche, immersive Kurskonzepte, digitale Trainingswelten und erlebnisorientierte Angebote. Ob Performancetraining, Group Fitness, Gamification oder KI-gestützte Trainingssteuerung – Innovation entsteht heute dort, wo Training emotional erlebbar wird.
Gleichzeitig verändert sich damit auch die Rolle der Fitnessanlagen. Studios werden für viele zu sozialen Treffpunkten und Erlebnisräumen. Mitglieder suchen nicht allein nach einem Trainingsplan, sondern nach Motivation, Zugehörigkeit und persönlicher Entwicklung. Boutiquestudios verdeutlichen diesen Trend besonders eindrucksvoll. Sie leben häufig von einer eng verbundenen Community und einem klaren Erlebnischarakter. Spezialisierte Konzepte, persönliche Betreuung und ein starkes Gemeinschaftsgefühl schaffen dort oft eine besondere Identifikation mit dem Angebot. Das eröffnet enorme Potenziale für langfristige Bindung und neue Zielgruppen.
Wichtig bleibt dabei jedoch die Balance zwischen Erlebnis und Qualität. Der Eventcharakter darf kein Selbstzweck sein. Entscheidend ist, dass innovative Konzepte nachhaltig zur Gesundheit und Trainingsmotivation beitragen. Professionelle Betreuung, individuelle Ansprache und gesundheitliche Kompetenz bleiben die Grundlage erfolgreicher Angebote.
Die Zukunft der Trainingsfläche wird deshalb nicht allein durch Technik oder Trends bestimmt, sondern durch die Fähigkeit, Menschen emotional zu erreichen und Bewegung positiv aufzuladen. Wenn es unserer Branche gelingt, Fitness als echtes Erlebnis zu gestalten, schaffen wir weit mehr als Trainingsorte – wir schaffen Begeisterung für einen aktiven Lebensstil.
Ihr Ralf Capelan
Mitglied des Vorstandes und Schatzmeister des DSSV e. V.
Ralf Capelan Schatzmeister DSSV e. V.
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Boris Grundl ist Experte für mentale Transformation. Als Unternehmer hat er die Themen Verantwortung und Leadership in der Tiefe erforscht und systematisch erlernbar gemacht. Mit seinem Leadership Institut berät er seit über 24 Jahren das Who’s who der deutschen Wirtschaft. Darüber hinaus ist er als Gastdozent an mehreren Universitäten tätig und setzt sich ehrenamtlich für Schülerinnen und Schüler ein.
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Verlag und Herausgeber
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Privates Institut für Prävention und Gesundheitsmanagement GmbH
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D-21077 Hamburg
Partnerschaften
Offizielles Organ des DSSV e. V. und BfB e. V., Nationaler Medienpartner von EuropeActive
Geschäftsführer
Janosch Marx, Johannes Marx
Vertrieb und Anzeigen
Alisha Dittmer, Lara Alina Hahn
Kontakt
Telefon: +49 (0) 40 / 300 945 - 0
E-Mail: info@fitnessmanagement.de
Website www.fitnessmanagement.de
Redaktionelle Mitarbeit
Dr. Andreas Barz, Albert Busek, Ralf Capelan, Gülizar Cihan, Alisha Dittmer, Antonio e Silva, Christina Esser, Lena Henning, Prof. Dr. Sabine Kind, Alexander Küstner, Janosch Marx, Alisa Miller, Fabian Pelzer, Manuela Reusing, Herman Rutgers, Florian Schmidt, Anke Sörensen, Dorena Theobald, Prof. Dr. Thomas Wessinghage, Jürgen Wolff, Alexander Wulf
Versand
Deutschland, Österreich, Schweiz
Lieferbedingungen
Einzelheftpreis 9 EUR*
Jahresabonnement Inland 43 EUR*
Jahresabonnement Ausland 61 EUR* *inkl. MwSt. und Versandkosten
Kündigungsfrist
1 Monat vor Ablauf des Bezugsjahres
Produktion
Meinders & Elstermann GmbH & Co. KG
Weberstraße 7 49191 Belm
Registereintragung
Amtsgericht Hamburg HRB 147152
VerpackG-Registrierungsnummer DE5601912575515
Lektorat
Carolin Blank, Karolina Dickmann, Lena Henning, Moritz Scheidel
Layout und Bildbearbeitung
Lars Marschalek, Katharina Mühlenberg, Stefanie Reifschneider
Gendergerechte Sprache Als Fachverlag sehen wir uns in einer Vorbildfunktion. Dazu gehört eine klare Haltung bzgl. Gleichbehandlung und gegenüber Diskriminierung jeglicher Art. Bei allen Bezeichnungen in den Publikationen, die sich auf Personen beziehen, sind mit der gewählten Formulierung alle Geschlechter gemeint, auch wenn aus Gründen der leichteren Lesbarkeit teilweise nur das generische Maskulinum oder die weibliche Form verwendet wird.
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Retention Management im Fitnessstudio
Mitglieder dauerhaft begeistern
Text: Antonio e Silva
Die langfristige Bindung von Mitgliedern, auch Retention Management genannt, ist der profitabelste Hebel für jedes Studio. Neue Kunden zu gewinnen, kostet das Fünf- bis Siebenfache dessen, was es braucht, um ein bestehendes Mitglied zu halten. Um Mitglieder dauerhaft zu binden, sollte der Fokus weg vom reinen Angebot einer Trainingsfläche hin zu einer ergebnis- und communityorientierten Managementstrategie verschoben werden.
Das perfekte Onboarding
Die ersten drei Monate entscheiden darüber, ob ein Mitglied Jahre bleibt oder nach der Erstlaufzeit kündigt. Wer in dieser Zeit keine Erfolge sieht oder sich verloren fühlt, geht wieder.
Der „Erfolgsfahrplan“: Verkaufen Sie kein Abo, sondern ein Ziel. Jedes neue Mitglied braucht in den ersten sechs Wochen mindestens drei feste Trainertermine zur Anamnese, Trainingsplanerstellung und einem ersten Check-up.
Betreuungsgarantie: Implementieren Sie ein System, bei dem neue Mitglieder in den ersten 90 Tagen aktiv vom Team kontaktiert werden (z. B. per Telefon oder Messenger), wenn sie länger als zehn Tage nicht da waren.
Digitale Unterstützung: Nutzen Sie QR-Codes an den Geräten, die kurze Videos der korrekten Übungsausführung (Start- und Endposition) zeigen. Das gibt Sicherheit, wenn gerade kein Trainer in der Nähe ist.
Vom Trainierenden zum Fan
Antonio e Silva
Experte für Gesundheitswirtschaft und Fitnessstudiomarketing
Mitglieder kündigen Verträge mit anonymen Studios, aber selten ihre Zugehörigkeit zu anderen Menschen oder einer Gemeinschaft. Daher sollte eine persönliche Ansprache als Standard etabliert werden. Das Team muss die Mitglieder beim Namen kennen. Ein freundliches „Hallo [Name]“ am Check-in und eine aktive Betreuung auf der Fläche verändern die gesamte Atmosphäre. Große Ketten wirken oft steril. Um ein Mikrostudio-Flair zu etablieren, schaffen Sie Zonen oder feste Kleingruppenformate (Small-GroupTraining). Wenn Mitglieder im Studio feste Trainingspartner finden, steigt die
Bindungsquote drastisch. Ganz wichtig ist es auch, Erfolge sichtbar zu machen. Feiern Sie die Meilensteine (z. B. erreichte Gewichtsziele). Ein kleines Incentive oder ein Post an einer „Wall of Fame“ machen stolz und stärken die Bindung. Kündigungsfrühwarnsystem etablieren Um der gefürchteten Mitgliederfluktuation entgegenzuwirken, ist ein Kündigungsfrühwarnsystem ein genialer Ansatz. Die meisten Mitglieder kündigen nämlich nicht spontan, sondern schleichend. Deshalb ist es wichtig, Alarmsignale frühzeitig wahrzunehmen, denn bevor jemand einen Vertrag kündigt, ändert sich sein Verhalten. Ein gutes CRM- oder Studiomanagement-System sollte Alarm schlagen, wenn die Frequenz der Studiobesuche plötzlich sinkt: War das Mitglied seit 14 Tagen nicht mehr trainieren, obwohl der Schnitt vorher bei zwei Einheiten pro Woche lag – gelber Alarm. Erfolgt über 30 Tage kein Check-in, steigt die Wahrscheinlichkeit einer Kündigung bereits drastisch – roter Alarm.
Das „First-Phase“-Risiko
Neue Mitglieder, die in den ersten sechs Wochen weniger als viermal trainiert haben, haben sich noch nicht ans Studio gebunden. Wer am Anfang keine Routine aufbaut, kündigt oft nach dem ersten Jahr. Ebenso aussagekräftig ist die Inaktivität in der Studio-App. Wenn diese seit Wochen nicht mehr geöffnet wurde und Trainingspläne nicht mehr aktualisiert werden, sollte das Team reagieren.
Trainer als Markenbotschafter
Teammotivation als Retentiontreiber: Ihre Mitarbeiter sind das Gesicht Ihres Studios. Nur ein motiviertes Team, das eine hohe Servicequalität liefert, bindet Kunden langfristig. Ein motivierter Trainer sieht die falsche Übungsausführung beim Kunden, bevor er gefragt wird. Er kennt die Namen, feiert die Erfolge der Mitglieder und baut die Brücke vom Pflichttraining zum echten Lifestyle.
Klare Service-KPIs: Definieren Sie für Ihr Team, was Betreuung genau bedeutet (z. B. „Jeder Trainer spricht pro Schicht mindestens fünf Mitglieder an und gibt ihnen einen Tipp“).
Incentives für Mitgliederzufriedenheit: Koppeln Sie Boni oder Teamevents nicht nur an den Verkauf von Neuverträgen, sondern auch an das Sinken der Kündigungsquote oder positive Rezensionen.
Deutsche Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement University of Applied Sciences
Gemeinsam die Fachkräfte von morgen ausbilden
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