fitness MANAGEMENT international 03/26 (Leseprobe)
Die nächste Generation Bodybuilding Lifestyle, Ästhetik, Gesundheit –warum der Klassiker wieder Trend ist Aufstiegskongress 2026 Keynote Speaker und Paralympicssieger Niko Kappel im Interview
Die Generation Fitness Gen X, Y, Z oder die Boomer – woher stammt das Wachstum der Branche?
Bodybuilding neu begreifen
Janosch Marx
Geschäftsführer fitness MANAGEMENT
In Gesprächen höre ich oft, dass unsere Branche das „Bodybuildingimage“ loswerden will. Warum eigentlich? Bodybuilding bedeutet übersetzt nichts anderes als gezielten Muskelaufbau bzw. Muskelerhalt. Der Mensch verliert mit jeder Lebensdekade etwa drei bis acht Prozent Muskelmasse, was negative Folgen für Leistungsfähigkeit und Gesundheit hat (Westcott, 2012). Regelmäßiges Krafttraining kann diesen Prozess verlangsamen oder sogar umkehren. Bodybuilding ist der Ursprung der Fitnessbranche. Ikonen wie Arnold Schwarzenegger oder Franco Columbu haben sie geprägt, und selbst die FIBO (Fitness und Bodybuilding) trägt den Begriff im Namen. Werner Kieser bezeichnete sich treffend als „Magermasseproduzent“ und beschrieb damit den Kern des Bodybuildings auf seine eigene Weise. Zudem zeigt sich gerade bei jungen Menschen, dass der Begriff heute durchaus positiv besetzt ist. Vielleicht wäre es deshalb sinnvoller, Bodybuilding neu und positiv aufzuladen, statt sich davon zu distanzieren. Denn Bodybuilding steht längst nicht mehr nur für Wettkampfbühnen und maximale Muskelmasse, sondern für einen individuellen Lifestyle aus Gesundheit, Ästhetik, Gemeinschaft und persönlicher Entwicklung. Genau darin liegt die große Chance unserer Branche (S. 26).
Echte Menschen als Schlüssel zu echtem Erfolg
Mit dieser Transformation gehen jedoch auch neue Anforderungen einher. Studios müssen mehr bieten als nur Fläche und Geräte. Sie müssen Orientierung geben, Kompetenz sichtbar machen und echte Betreuung bieten. Gerade in einer Welt voller digitaler Trainingsimpulse wird der Unterschied vor Ort geschaffen: durch qualifizierte Trainerinnen und Trainer, durch individuelle Ansprache und durch echte Beziehungen. Wie entscheidend dieser Faktor ist, zeigt unser Beitrag zur Trainingsbetreuung als Erfolgsfaktor. Er macht deutlich: Technologie kann unterstützen, aber nicht ersetzen, was den Kern unserer Dienstleistung ausmacht – Vertrauen und persönliche Betreuung (S. 72).
Gen Z und Millennials als Wachstumsmotor
Gleichzeitig lohnt es sich, einen Blick auf die junge Zielgruppe selbst zu werfen. Im Fachartikel „Fitnessboom trifft Gen Z“ wird das ganzheitliche Fitnessverständnis dieser Generation deutlich, das Performance, Ästhetik und mentale Gesundheit vereint. Wer diese Bedürfnisse versteht, kann eine langfristige Bindung schaffen (S. 94). Dass Wachstum in unserer Branche kein Zufall ist, sondern strukturell getrieben wird, zeigt zudem die Analyse zur Mitgliederentwicklung nach Generationen. Sie zeigt eindrucksvoll, welche Dynamik insbesondere von den jüngeren Generationen ausgeht und wo gleichzeitig noch ungenutzte Potenziale liegen (S. 90).
Mindset, das bewegt – vom Spitzensport zur Branchenkampagne
Das Interview mit Paralympicssieger Niko Kappel liefert Inspiration auf persönlicher Ebene. Seine Botschaft, in Möglichkeiten statt in Grenzen zu denken, steht exemplarisch für das Mindset einer neuen Generation von Fitnesstreibenden und Bodybuildern: leistungsorientiert, aber zugleich reflektiert und wertegetrieben. Auf dem Aufstiegskongress am 9. und 10. Oktober 2026 kann man ihn in Mannheim live erleben (S. 84). Nicht zuletzt zeigt auch die Initiative „United let’s move.“, wie wichtig gemeinsames Handeln für die Zukunft der Branche ist. Sie verdeutlicht: Wachstum entsteht nicht nur im Studio, sondern auch durch gesellschaftliche Relevanz und gemeinsame Sichtbarkeit. Wenn wir Wandel wollen, müssen wir auch gemeinsam handeln (S. 58).
Aufstiegskongress 2026 – Paralympicssieger Niko Kappel im Interview
90
Literaturliste Westcott, W. L. (2012). Resistance training is medicine: effects of strength training on health. Current Sports Medicine Reports, 11 (4), 209–216.
Gen X, Y, Z oder doch die Boomer – woher stammt das Wachstum der Branche?
Dual Studierende ausbilden heißt:
ZUKUNFT gestalten
Wer heute Nachwuchs fördert, sichert sich die Fachkräfte von morgen – 10 GUTE GRÜNDE für eine Zusammenarbeit mit der DHfPG:
84 Aufstiegskongress 2026: Wirkung durch Identität
86 Das erste TRINITY Event: THE NEXT BIG THING
88 sofSURFACES: Interview mit Sales Director Brennan Prins
90 Die Generation Fitness: Gen X, Y, Z oder doch die Boomer –woher stammt das Wachstum der Branche?
94 Die junge Generation als Wachstumstreiber im Studio – Fitnessboom trifft Gen Z
98 Phillip Mills und Jens Schulze im Interview: Warum Trainer dein wichtigstes Investment sind
102 Fitvertise: Außenwerbung wird messbar
104 Kolumne Dr. jur. Hans A. Geisler: Rechtsformhinweise vollständig angeben
Lars Springer
Andreas Pürzel Tim Budesheim
United let’s move. Die Branche ist gefragt 58 72 90
Wer lässt die Branche wachsen: Gen X, Y, Z oder die Boomer?
Erfolg durch Personal, Teil 3 – die Trainingsbetreuung
FITNESS & GESUNDHEIT
106 seca verbindet, was zusammengehört
108 Real Science oder Broscience? Evidenzbasiertes vs. erfahrungsbasiertes Hypertrophietraining
112 Panatta: Interview mit Yarishna Ayala
114 Grünes Muskelwachstum –vegane Ernährung im Kraftsport
118 Branche fragt – Wissenschaft antwortet: Ist Kreuzheben schlecht für den Rücken?
120 Mind and Muscle – das Powerduo: mentale Faktoren im Krafttraining
WISSENSCHAFT & PRAXIS
124 FIBO Future Forum 2026: Wissenschaft – Innovation – Digitalisierung – Technologie
126 DHfPG/BSA Aktuell: Studium – Weiterbildung – Qualität
128 Kolumne Albert Busek: Muskeln entwickeln und erhalten –Bodybuilding bringt’s
130 Science News: Wissenschaft für die Studiopraxis
132 Buchtipp: Human Performance Optimization
134 Kolumne Antonio e Silva: Fitnesstrainer als Verkäufer
Fachartikel der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement (DHfPG) und der BSA-Akademie
FIBO 2026 mit Besucherrekord in Köln
Die FIBO 2026 bestätigt mit 175.173 Besucher:innen aus 136 Ländern ihre internationale Bedeutung für die Fitness- und Gesundheitsbranche. Im Fokus standen KI, digitale Trainingslösungen, Longevity und neue Workout-Formate. Die Messe zeigt: Fitness entwickelt sich zunehmend zur tragenden Säule der globalen Gesundheitswirtschaft und eröffnet Studios neue Wachstums- und Zielgruppenpotenziale. Mehr im Nachbericht ab Seite 36.
fmi.news/fibo-2026
Europas Fitnessmarkt bricht alle Rekorde
Der europäische Fitnessmarkt verzeichnet 2025 erneut starkes Wachstum. Laut „European Health & Fitness Market Report 2026“ von EuropeActive und Deloitte stieg die Mitgliederzahl auf 75,5 Millionen, der Umsatz auf 39,1 Milliarden Euro. Große Fitnessketten bauen ihre Marktposition weiter aus, während Investoren die Konsolidierung der Branche vorantreiben. Studios stärken damit ihre Rolle im Gesundheitsmarkt. Mehr dazu ab Seite 56.
fmi.news/ehfmr-2026
Foto: dinastya – stock.adobe.com
Neuer Master-Studiengang startet
Die DHfPG führt zum Sommersemester 2026 (ab Juli) den konsekutiven Master-of-Arts-Studiengang Sport- und Bewegungstherapie ein. Der Studiengang baut auf bestehenden Kompetenzen auf, vertieft diese und erweitert sie um die Indikationsbereiche Onkologie sowie Psychiatrie, Psychosomatik und Sucht. Ziel ist es, Fachkräfte für spezialisierte Aufgaben in Therapie, Rehabilitation und Gesundheitsversorgung zu qualifizieren.
www.dhfpg.de/msbt
Les Mills und HYROX starten globale Partnerschaft
Les Mills und HYROX bündeln ihre Kräfte, um Group Training und Fitness Racing enger zu verbinden. Damit treffen zwei der größten Fitnesscommunitys aufeinander. Die Partnerschaft soll Studios neue Trainingsformate, zusätzliche Zielgruppen und mehr Communityerlebnisse bieten. Gleichzeitig unterstreicht die Kooperation den Trend zu erlebnisorientierten Fitnesskonzepten, die hoch motivieren und eine stärkere Mitgliederbindung ermöglichen.
fmi.news/les-mills-hyrox
Schweizer Fitnessmarkt wächst weiter
Die Schweizer Fitnessbranche setzt ihren Wachstumskurs fort. Laut aktueller swiss active-Studie in Kooperation mit der DHfPG und der SAFS Hochschule steigen Mitgliederzahlen, Anlagen und Branchenumsatz weiter an. Besonders Gesundheitsorientierung, Digitalisierung und qualitätsorientierte Angebote treiben die Entwicklung an. Fitnessstudios stärken damit ihre Position als wichtiger Bestandteil der Präventions- und Gesundheitsversorgung in der Schweiz. fmi.news/eckdaten-schweiz
Podcast „Fitness im Ohr“ goes Europe
Im fM Podcast „Fitness im Ohr“ spricht Herman Rutgers über die aktuelle Europastudie zur Fitnessbranche und die wichtigsten Wachstumstreiber des Marktes. Themen sind steigende Mitgliederzahlen, Investitionen, Konsolidierung sowie die wachsende Bedeutung von Gesundheit und Prävention. Studios erhalten Einblicke in Trends, Chancen und strategische Entwicklungen der europäischen Fitnesswirtschaft.
fmi.news/fm-podcast-europastudie
Foto: EuropeActive & Deloitte
Foto: DHfPG/BSA
Foto: fitness MANAGEMENT
Foto: fitness MANAGEMENT
Foto: Les Mills Germany GmbH
Politische
Forderungen von DSSV und
GKV
Der DSSV und der GKV-Spitzenverband wollen Prävention und Gesundheitsförderung stärker voranbringen. Im Mittelpunkt stehen die Bedeutung von Bewegung für die Gesundheit sowie die Rolle qualitätsgesicherter Fitnessangebote. Die Fitnessbranche positioniert sich damit zunehmend als wichtiger Partner im Präventionsund Gesundheitssystem. In einem Positionspapier sind die zentralen Forderungen an die Politik zusammengestellt.
fmi.news/dssv-gkv
KI im Fitnessmarkt nutzen
Ein kostenfreier Online-Live-Workshop der BSA-Akademie am 18. Juni um 18 Uhr zeigt, wie Künstliche Intelligenz gezielt im Fitnessund Gesundheitsmarkt eingesetzt werden kann. Im Fokus stehen praxisnahe Anwendungen entlang der Customer Journey, etwa für Kommunikation, Servicequalität oder Mitgliederbindung. Teilnehmende lernen, relevante Einsatzfelder zu identifizieren und konkrete Use Cases für den eigenen Betrieb abzuleiten. www.bsa-akademie.de/ki
Fitness First und Red Bull starten gemeinsam mit Red Bull Gym Clash eine neue, nationale Fitnesschallenge. Das innovative Format richtet sich nicht nur an Mitglieder von Fitness First, sondern bewusst auch an Interessenten sowie Mitglieder anderer Fitnessstudios. Ziel ist es, möglichst viele Menschen für Bewegung zu begeistern und ihnen die Möglichkeit zu geben, ihre eigene Fitness in einem professionellen und motivierenden Umfeld zu testen.
fmi.news/red-bull-gym-clash
Foto: Peoplelmages/Shutterstock.com
Jetzt für „United let’s move.“ registrieren
Die Fitnesskampagne „United let’s move.“ geht in die nächste Runde. Das Ziel besteht darin, noch mehr Menschen für Bewegung und einen aktiven Lebensstil zu begeistern. Die Aktion stärkt die gesellschaftliche Bedeutung der Fitnessbranche und bietet den Studios die Chance, sichtbarer zu werden und das Image der Branche zu verbessern. Alle Studiobetreiber in Deutschland und Österreich sind eingeladen, daran teilzunehmen.
fmi.news/ulm-2026
Technogym wächst zweistellig
Technogym startet mit deutlichem Umsatzwachstum ins Jahr 2026. Der italienische Fitnessgerätehersteller steigerte seine Erlöse im ersten Quartal zweistellig und profitierte insbesondere von der hohen Nachfrage nach digitalen Lösungen und Premiumangeboten. Die Zahlen unterstreichen die anhaltend positive Entwicklung der internationalen Fitness- und Gesundheitsbranche in Europa sowie weltweit.
fmi.news/technogym-umsatzwachstum
DSSV kritisiert Pläne zur „neuen Selbstständigkeit“
Der DSSV und die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) kritisieren den Referentenentwurf des BMAS zur neuen Selbstständigkeitsregelung. Die Verbände warnen vor zusätzlicher Bürokratie und rechtlicher Unsicherheit für Unternehmen und selbstständig Tätige. Besonders Fitnessstudios könnten bei Kooperationen mit Trainern und Dienstleistern vor neuen Herausforderungen stehen.
fmi.news/dssv-kritik-selbststaendigkeit-bmas
Foto: DHfPG/BSA
Foto: frank peters – stock.adobe.com
Red Bull Gym Clash
Foto: Stephan Dost – stock.adobe.com
Foto: Fitness First
Foto: Technogym
INKOSPOR® TIPPSPIEL
VOM 19.05. BIS 11.06.2026
Die Fußball-WM 2026 steht vor der Tür, dieses Jahr warten gleich 2 Gewinnspiele auf Sie! Nutzen Sie diese einmalige Stimmung, um Ihr Studio zur absoluten „FanZone“ für Ihre Mitglieder zu machen. Begeistern Sie Ihre Community und steigern Sie die Trainingsmotivation. Mit unserem „Challenge-Paket“ erhöhen Sie gleichzeitig Ihre Umsätze an der Theke.
Mit unserem TIPPSPIEL können Ihre Mitglieder mit der kicktipp-App um die Wette tippen. Wir verschenken an die 10 Tipp-Sieger aller registrierten Spieler Produktpakete im Wert von 100,- €!
Die beliebten Länderbälle sind auch wieder dabei. Lassen Sie sich diese Chance nicht entgehen!
www.kicktipp.de/inkospor
Bestellen Sie gleich im Online-Shop:
oder bei Ihrem Außendienstmitarbeiter.
Tipper
CEO-Breakfast stärkt Branchenallianz
Beim CEO-Breakfast auf der FIBO 2026 diskutierten führende Branchenvertreter über die Initiative „United let’s move.“ und die Zukunft der Fitnessbranche. Im Fokus standen gemeinsame Strategien zur Bewegungsförderung sowie die stärkere Positionierung von Fitness als Teil der Gesundheitsversorgung. Die Veranstaltung unterstrich die wachsende Bedeutung branchenübergreifender Kooperationen und die bevorstehende Branchenkampagne „United let’s move.“
fmi.news/ceo-breakfast
WIFA-DEI-Report: Wo steht die Fitnessbranche?
Der WIFA Deutschland e. V. ruft Fachkräfte aus dem DACH-Raum zur Teilnahme an einer internationalen DEI-Umfrage auf. Darin wird erforscht, wo die Branche in Bezug auf Vielfalt und Inklusion steht. Mit der Studie sollen Fortschritte in der Fitnessbranche gemessen, Barrieren sichtbar gemacht und praxisnahe Handlungsempfehlungen geliefert werden. Die Ergebnisse werden am 18. Juni 2026 auf dem Event Elevate London vorgestellt.
fmi.news/wifa-dei-report
Foto: privat
Spendenaktion für krebskranke Kinder
Mit dem Projekt „Zwei Gipfel für kleine Helden“ engagierten sich David Seidel (InBody), Marcus Appelt (Performing Systems) und Eric Herrforth (myline) zugunsten der Deutschen KinderKrebshilfe. Die Besteigungen von Watzmann und Zugspitze sollten Aufmerksamkeit für betroffene Familien schaffen und Spenden sammeln. Die Aktion zeigt, wie Bewegung und gesellschaftliches Engagement auch in der Fitnessbranche wichtige Impulse setzen können. fmi.news/zwei-gipfel
all inclusive Fitness expandiert in den Norden
all inclusive Fitness plant die Übernahme von 18 Studios im Raum Bremen und erweitert damit seine Präsenz in Norddeutschland. Mehr als 48.000 zusätzliche Mitglieder sollen künftig zum Netzwerk gehören. Mit der Akquisition stärkt all inclusive Fitness seine bestehenden Strukturen und entwickelt sich zum führenden Fitnessanbieter in der Region. Die Transaktion steht noch unter behördlichem Vorbehalt und soll zum 1. September 2026 vollzogen werden.
fmi.news/all-inclusive-norddeutschland
Neue Führungsstruktur bei Urban Sports und Wellhub
Urban Sports Club und Wellhub stellen ihre Führungsstruktur neu auf. Beide Marken sollen erhalten bleiben. Mit organisatorischen Anpassungen wollen die Unternehmen weiteres Wachstum fördern und ihre Position im Corporate-Wellness- und Fitnessmarkt stärken. Die Entwicklung zeigt die zunehmende Bedeutung flexibler Firmenfitness- und Gesundheitsangebote für Unternehmen, Beschäftigte und Fitnessstudios.
fmi.news/usc-wellhub
Master-Finanzierung an DHfPG
Die DHfPG bietet für ihre Master-Studiengänge verschiedene Finanzierungsoptionen. Mit „Jetzt studieren – später bezahlen“ können Bachelor-Absolventen der DHfPG sechs Monate nach Abschluss ihres Masters mit der Rückzahlung der Studiengebühren beginnen. Alternativ ist für alle Master-Studierenden eine monatliche Ratenzahlung ab Studienstart möglich. Die Angebote kombinieren flexible Zahlungszeiträume mit planbaren monatlichen Beträgen.
www.dhfpg.de/master/studienfinanzierung
Foto: WIFA Deutschland e.V.
Foto: all inclusive Fitness
Foto: fitness MANAGEMENT
Foto: DHfPG/BSA
Foto: Urban Sports Club
In der Fitnesslounge Erlangen ist vieles anders als in klassischen Fitnessanlagen. Denn hier trainieren die Mitglieder in einem historischen Gewölbe unter der Erde. Das Studio in Mittelfranken ist ein besonderer Ort mit Geschichte und Charakter, der Gegensätze gekonnt vereint: Tradition und Moderne, Rückzug und Gemeinschaft, Leistungsorientierung und familiäre Nähe.
as hätten sich die Bauherren damals nicht träumen lassen. Die Fitnesslounge Erlangen befindet sich in ehemaligen Kellerräumen, die früher zur Lagerung und Kühlung von Waren genutzt wurden. Heute ist daraus auf rund 1.800 Quadratmetern eine Trainingswelt in außergewöhnlichem Ambiente entstanden, die das Gewölbe für unterschiedliche Trainingsbereiche nutzt.
„Man kann die Außenwelt hier unten komplett ausblenden, sich vollkommen auf das Training konzentrieren“, beschreibt
Organisationsleiter Lars Schneeweiss die besondere Atmosphäre. Was zunächst ungewöhnlich klingt, entpuppt sich im Alltag als klarer Vorteil: Gerade in den Sommermonaten sorgt die natürliche Kühlung der Gewölbe für angenehme Trainingsbedingungen – ein Pluspunkt, den viele Mitglieder schätzen. Gleichzeitig bringt die besondere Architektur aber auch Herausforderungen für das Studio mit sich: keine Erweiterungsmöglichkeiten, kein Tageslicht und ein logistischer Mehraufwand bei Ausstattung und Austausch von Geräten. Doch genau diese Rahmenbedingungen haben die Betreiber Georg
Text: Anke Sörensen Fotos:
Studio des Monats
FITNESSLOUNGE
Erlangen
Juni 2026
und Stefanie Weid dazu motiviert, das Studiokonzept konsequent weiterzuentwickeln und die vorhandene Fläche optimal zu nutzen.
Früher war in den Räumlichkeiten ein klassisches Bodybuildingstudio untergebracht, das Fitnesscenter Schardt. Vor 17 Jahren übernahm der heutige Inhaber Georg Weid die Anlage und sanierte sie grundlegend. Er baute um, legte selbst Hand an und setzte in vielen Arbeitsstunden seinen Plan von einem modernen, zeitgemäßen und familiären Fitnessstudio um. In Handarbeit wurden der Eingang in die Vierzigmannstraße verlegt, das Kellergewölbe restauriert und der Eingangsbereich liebevoll gestaltet. Neben altbewährten Fitnessgeräten entstanden ein moderner Gerätepark, drei Kursräume für Gesundheits-, Fitness- und Kampfsporttraining sowie ein Wellnessbereich mit Lichttherapie, finnischer Sauna und
Biosauna. Nach dieser Generalüberholung wurde die Fitnesslounge 2009 neu eröffnet.
Die Ausdauer und Motivation zahlten sich aus. Ziel war es, aus einem spezialisierten Kraftsportstudio einen vielseitigen Trainingsort für unterschiedliche Zielgruppen zu entwickeln.
„Weg vom reinen Bodybuilding – hin zu einem Gesundheits-, Fitness- und Kampfsportangebot für alle Generationen“, so die Leitidee hinter der Neuausrichtung.
Das Konzept kommt an. Heute hat die Fitnesslounge Erlangen rund 1.500 aktive Mitglieder und etwa 200 Kundinnen und Kunden, die flexibel mit Blockkarten trainieren. Ein breit gefächertes Angebot trifft auf individuelle Betreuung und eine familiäre Struktur. „Es fühlt sich bei uns an wie eine kleine Familie“, so Lars Schneeweiss. „Durch die überschaubare Größe kennt man sich untereinander und trifft immer wieder auf Bekannte.“
Die Fitnesslounge versteht sich als Allroundanbieter mit besonderem Fokus auf fünf Bereichen: Kursangebot, modernes Krafttraining, EMS-Training, Athletiktraining sowie Kampfsport. „Wir sind ein Familienunternehmen ohne Massenabfertigung und bieten alles, um individuelle Fitnessziele zu erreichen und sich vollständig auspowern zu können“, sagt Lars Schneeweiss.
Ein zentraler Baustein des Angebots ist der umfangreiche Kursbereich: Pro Woche finden 71 Kurse für die unterschiedlichsten Zielgruppen von Einsteigern bis zu ambitionierten Trainierenden statt – an jedem Tag der Woche. Die Bandbreite reicht von Yoga über klassische Fitnesskurse bis hin zu Mixed Martial Arts (MMA) und X-Fit. Interessant ist, dass viele der Kurse seit dem Lockdown hybrid angeboten werden und das Livestream-Angebot online weiterhin sehr gut
genutzt wird. Wer die Kurse ausschließlich online nutzen will, kann dafür eine eigenständige Online-Mitgliedschaft abschließen.
Der Gerätepark kombiniert verschiedene Hersteller und Trainingskonzepte, von klassischen Kraftgeräten über freie Gewichte bis hin zu digital vernetzten Trainingslösungen. Gleichzeitig bietet das Studio einen großen Freihantelbereich.
Besonders hervorzuheben ist die Integration von Kampfsport und Athletiktraining in das reguläre Angebot. Boxen, Kickboxen, MMA sowie X-Fit und hybrides Training sind fest im Kursplan verankert – ohne Zusatzkosten. Damit hebt sich die Fitnesslounge klar vom Wettbewerb ab. „Bei uns kann jeder alles nutzen, das ist ein deutlicher Vorteil gegenüber vielen anderen Studios“, sagt Kursleiterin Kerstin Streiter, die seit Beginn der Fitnesslounge das gesamte Kursangebot strukturiert.
Die Fitnesslounge setzt auf moderne digitale Lösungen. Eine eigene App verbindet Trainingsplanung, Kommunikation und Communityfunktionen. Mitglieder können Trainingspläne abrufen, Fortschritte verfolgen und sich miteinander messen. Darüber hinaus ist ein Teil der Geräte digital vernetzt: Trainingsparameter werden automatisch gesteuert und dokumentiert.
„Wir gehen mit der Zeit, aber wir verlieren das klassische Training nicht aus den Augen. Dabei steht die persönliche Betreuung im Vordergrund. Niemand bleibt allein, alle Fragen werden von geschulten Trainern beantwortet“, so Kerstin Streiter.
Schneeweiss. Die Fitnesslounge verfolgt keinen engen Zielgruppenfokus, stattdessen richtet sich das Angebot an alle Altersgruppen. Das Spektrum reicht von Kindern im Boxtraining ab sechs Jahren bis hin zu Seniorinnen und Senioren, die gezielt ihre Gesundheit fördern möchten. „Wir haben Mitglieder über 80 – aber auch Kinderkurse. Genau das macht uns aus“, beschreibt Kerstin Streiter die Vielfalt. Der Altersdurchschnitt liegt etwa zwischen 30 und 40 Jahren.
„Wir sind ein Fitnessstudio für alle Generationen. Egal, ob jung oder alt, Einsteiger oder Fortgeschrittener“, so Lars
Trotz der rund 1.500 aktiven Mitglieder setzt das Team auf Nähe und persönliche Ansprache. „Bei uns ist niemand nur eine Nummer“, betont Lars Schneeweiss. Diese Philosophie zeigt sich im Alltag: Die Trainer kennen ihre Mitglieder, unterstützen sie individuell und gehen dabei weit über die reine Trainingsplanung hinaus. „Viele Mitglieder kommen zu mir, weil sie wissen, dass ich viel Erfahrung habe. Sie fragen mich gezielt, wenn sie zum Beispiel Schmerzen haben. Dieser individuelle Zugang zu unseren Mitgliedern ist uns wichtig.“
Das Vertrauen in die Kompetenz des Teams ist ein wichtiger Baustein für die Atmosphäre im Studio.
Aus der Community heraus hat sich sogar ein regelmäßig stattfindender Stammtisch am Sonntag entwickelt. So entsteht in Erlangen nicht nur Trainingsgemeinschaft, sondern auch Freundschaft.
Das Team besteht aus festangestellten Trainern, dualen Studierenden, Kursleitern und Aushilfen. Insgesamt arbeiten 23 Personen in unterschiedlichen Funktionen im Studio.
Wie viele Anbieter in der Branche spürt auch die Fitnesslounge den Fachkräftemangel. Die Strategie dagegen ist klar: Der Fokus liegt auf Teamkultur und persönlicher Entwicklung. „Die Chemie im Team ist entscheidend – sie hilft uns auch dabei, neue Mitarbeiter zu gewinnen“, betont Lars Schneeweiss. Bei der Auswahl neuer Mitarbeitender legt er den Fokus deshalb nicht nur auf die erforderlichen Lizenzen, sondern vor allem auch auf die Kommunikationsfähigkeit innerhalb des Teams sowie gegenüber den Mitgliedern. Potenzielle neue Mitarbeiter spricht er auch über die Auftritte auf Social-Media-Kanälen an.
Die Fitnesslounge ist durch Kooperationen eng in die regionale Struktur eingebunden, kooperiert beispielsweise mit zwei örtlichen Tennisvereinen. Die Mitarbeitenden des um die Ecke liegenden Universitätsklinikums Erlangen profitieren zudem durch eine Kooperation von vergünstigtem Training.
Durch diese Zusammenarbeit ist ein besonderes Projekt im Bereich der Gesundheitsförderung entstanden. Seit einem halben Jahr können Patientinnen und Patienten aus der Kinder- und Jugendpsychiatrie des Universitätsklinikums unter Aufsicht ihrer Betreuer oder Therapeuten in der Fitnesslounge trainieren. „Bei jungen Patienten spielen Depressionen eine große Rolle. Wir haben uns gefragt, wie wir sie unterstützen können und lange überlegt, um eine Lösung zu finden, die für alle Seiten stimmig ist. Sobald die Kinder und Jugendlichen ihre Hemmungen überwunden haben, zeigt das Training einen positiven Effekt – das freut uns sehr.“
Diese Initiative zeigt exemplarisch, wie Training als ergänzendes Element in ganzheitlichen Gesundheitskonzepten eingesetzt werden kann.
Der Wettbewerb in Erlangen ist intensiv, hier konkurrieren zahlreiche Anbieter um Mitglieder. Die Fitnesslounge begegnet dieser Herausforderung, indem sie sich klar mit persönlicher Betreuung, einem breiten Angebot und einer besonderen Trainingsumgebung positioniert.
„Unser Ziel ist es, dass sich jeder wohlfühlt und individuell unterstützt wird“, lautet das zentrale Versprechen. Die Fitnesslounge Erlangen ist kein Studio von der Stange. Sie lebt von ihrer Geschichte, ihrem ungewöhnlichen Standort und einer klaren Haltung: Fitness ist mehr als Training – es ist Begegnung, Entwicklung und Gemeinschaft.
Stefanie Weid ist Inhaberin und Geschäftsführerin der Fitnesslounge. Sie kommt ursprünglich aus dem Weinbau, entdeckte jedoch im Lauf der Zeit ihre Leidenschaft für Fitness und Gesundheit. Ihre Stärken liegen in der Buchhaltung, Finanzübersicht sowie der Organisation des Studios. Darüber hinaus kümmert sie sich um die Mitarbeiterbetreuung und sorgt dafür, dass im Studioalltag alles reibungslos funktioniert. Ihre strukturierte Arbeitsweise und herzliche Art tragen maßgeblich zum Erfolg und zur familiären Atmosphäre bei.
Georg Weid ist Inhaber, Geschäftsführer und Studioleiter der Fitnesslounge. Nach seinem Abschluss als Zimmermeister baute er zunächst ein erfolgreiches Immobilienbüro auf. Schon immer lag ihm jedoch besonders am Herzen, Menschen den Sport und einen gesunden Lebensstil näherzubringen. Aus dieser Leidenschaft entstand die Fitnesslounge. Mit viel Engagement, Unternehmergeist und seiner Begeisterung für Fitness entwickelte er die Fitnesslounge zu einem modernen Studio mit familiärer Atmosphäre.
Fläche des Studios gesamt: 1.800 m2
Kraft: 250 m2
Cardio: 200 m2
Freihantel:
Kurse:
Ausstattung
Kraft: EGYM, Eleiko, Technogym, gym80, Life Fitness, True Fitness
Cardio: Life Fitness, True Fitness
Functional: ATX, HOLD STRONG Fitness, Eleiko, Hammer Strength
Gebaut, um deine Kraftfläche auf den ersten Blick aufzuwerten - und deine Mitglieder langfristig zu binden.
de.egym.com
sales@egym.com
Bodybuilding boomt – und verändert sich. Während die Szene lange von maximaler Muskelmasse, Wettkampfdefinition und klaren Hardcorestrukturen geprägt war, entwickelt sich Bodybuilding heute zunehmend zu einem Lifestyle zwischen Ästhetik, Gesundheit und Performance. Die nächste Generation des Bodybuildings definiert sich nicht mehr ausschließlich über „Bigger is better“, sondern über funktionale Stärke, Körperoptimierung und langfristige Leistungsfähigkeit.
Text: Anke Sörensen
Auf der FIBO 2026 wurde der Wandel des Bodybuildings besonders sichtbar. Die weltweit größte Fitnessmesse zeigte eindrucksvoll, wie sich die Branche vom klassischen Supplement- und Muskelmarkt hin zu einer ganzheitlichen Health- und Performanceindustrie entwickelt. Neben etablierten Bodybuildingmarken dominierten Themen wie Longevity, Recovery, Biohacking, KI-gestütztes Training, Wearables und Prävention die Hallen. Muskelaufbau bleibt zentral – wird jedoch zunehmend in einen gesundheitsorientierten Lifestyle eingebettet.
Krafttraining als Megatrend
Krafttraining erlebt derzeit einen großen Bedeutungsgewinn weit über die Wettkampfbühne hinaus. Muskelkraft gilt zunehmend als Gesundheitsfaktor und als Schlüssel für gesundes
Altern (Currier et al., 2026). Wissenschaftliche Studien zeigen, dass Krafttraining Stoffwechselerkrankungen vorbeugen, die Knochendichte verbessern und altersbedingten Muskelabbau reduzieren kann (Paluch et al., 2023).
Damit verändert sich auch die Wahrnehmung von Bodybuilding. Der Sport wird stärker mit Prävention, Resilienz und Longevity verbunden. Training dient nicht mehr nur der Optik, sondern zunehmend der langfristigen Leistungsfähigkeit.
Diese Entwicklung beeinflusst auch Profiathleten. Sie betonen heute öffentlich den Stellenwert von Recovery, Blutwerten, Schlafqualität und mentaler Gesundheit. Moderne Trainingssysteme integrieren Mobility, Herz-Kreislauf-Training, Regeneration und datenbasierte Belastungssteuerung. Wearables
und KI-gestützte Coaching-Systeme liefern präzise Informationen über Schlaf, Stresslevel oder Herzfrequenzvariabilität.
Klassische Trainingsprinzipien als Basis
Obwohl digitale Hilfsmittel und modernes Equipment die Trainingspraxis effizienter gestalten, liegt der Schlüssel zum Muskelaufbau nach wie vor in Struktur, Geduld und Disziplin. Dabei bleiben die klassischen Trainingsprinzipien mit progressiver Überlastung, effektiver Übungsausführung und langfristiger Trainingskontinuität entscheidend.
Gerade im Profibodybuilding zeigt sich, dass moderne Athleten zunehmend smarter statt ausschließlich härter trainieren. Regeneration wird als leistungsentscheidender Faktor verstanden und nicht mehr nur als Trainingspause.
Social Media verändert den Sport grundlegend
Kaum ein Faktor hat das moderne Bodybuilding so stark verändert wie Social Media. Plattformen wie Instagram, TikTok und YouTube haben den Sport globalisiert und gleichzeitig kommerzialisiert. Trainingsmethoden, Ernährungskonzepte und Wettkampfvorbereitungen sind heute permanent sichtbar. Athleten sind längst nicht mehr nur Sportler, sondern Marken. Reichweite, Communityaufbau und digitale Präsenz entscheiden zunehmend über Sponsoring und wirtschaftlichen Erfolg.
Gleichzeitig wächst der Druck zur Selbstoptimierung. Körper werden öffentlich bewertet, verglichen und inszeniert. Besonders junge Athleten stehen dadurch unter hohem ästhetischem und psychischem Druck. Dennoch trägt Social Media auch zur Demokratisierung des Wissens bei. Trainingsinformationen, wissenschaftliche Erkenntnisse und CoachingAngebote sind heute weltweit verfügbar.
Die Zukunft des Bodybuildings
Die nächste Generation Bodybuilding verbindet Muskelaufbau mit Gesundheit, Ästhetik und Performance. Moderne Athleten wollen nicht nur maximal muskulös sein, sondern leistungsfähig, gesund und langfristig belastbar bleiben. fitness MANAGEMENT beleuchtet das Phänomen Bodybuilding, seine Ursachen und Perspektiven und hat drei Profisportler dazu befragt, wie sie die Entwicklung im Bodybuilding beurteilen.
Mit DASGYM. in Wien hat Andreas Pürzel ein „Paradies für Kraftsport“ geschaffen. Er erklärt, warum Disziplin, Fokus und echte Community heute wichtiger sind denn je und warum Bodybuilding zum Gegenpol einer immer schnelleren, digitalen Welt wird. „The Miner“ Tim Budesheim erklärt, warum echtes Wachstum nicht nur im Gym entsteht, sondern vor allem durch Verantwortung, Ehrlichkeit und mentale Stärke. Und Lars Springer erzählt, warum er erst mit 40 den Weg auf die Bühne fand – und was Bodybuilding für Struktur, Selbstverantwortung und seine persönliche Entwicklung bedeutet.
Literaturliste
Currier, B. S., D'Souza, A. C., Singh, M. A. F., Lowisz et al. (2026). American College of Sports Medicine Position Stand. Resistance Training Prescription for Muscle Function, Hypertrophy, and Physical Performance in Healthy Adults: An Overview of Reviews. Medicine & Science in Sports & Exercise, 58 (4), 851–872.
Paluch, A. E., Boyer, W. R., Franklin, B. A., Laddu, D., Lobelo, F. et al. (2023). Resistance Exercise Training in Individuals With and Without Cardiovascular Disease: 2023 Update: A Scientific Statement From the American Heart Association. Circulation, 149 (3), e217–e231.
fMi: Bodybuilding hat in den letzten zehn Jahren enorm an Popularität gewonnen. Wie erklärst du dir diese Entwicklung?
Andreas Pürzel: Der Boom ist unübersehbar. Ein zentraler Punkt ist, dass Wissen heute überall leicht zugänglich ist. Früher war es schwierig, an gute Trainingspläne oder fundierte Ernährungsinformationen zu kommen, heute reicht ein Klick. Aber das allein erklärt den Boom nicht. Entscheidend ist auch die Digitalisierung: Einerseits macht sie Bodybuilding sichtbar und zugänglich, andererseits führt sie dazu, dass viele Menschen sich trotz ständiger Vernetzung einsam fühlen. Sie suchen nach Identität und Anerkennung. So wird der eigene Körper zu einem Mittel, um diese Identität zu formen. Gleichzeitig sind Fitnessstudios heute überall verfügbar. Diese Mischung aus Zugänglichkeit, Sichtbarkeit und dem Bedürfnis nach Zugehörigkeit treibt die Entwicklung stark an.
@andreaspuerzel @intelligentstrength
Bodybuilding hat sich vom Nischenphänomen fast zum Mainstream entwickelt. Geht dabei etwas verloren?
Die Gefahr des Mainstreams ist, dass alles schnell gehen soll. Der Begriff „showing off“ passt hier sehr gut. Bodybuilding ist aber das Gegenteil davon, denn es braucht Zeit, Disziplin und Fokus. Heute wird oft ein falsches Bild vermittelt: schnelle Ergebnisse, perfekte Körper. Die Kluft zwischen Sein und Schein wird größer. Genau hier liegt die Gefahr. Die eigentlichen Werte – Fokus und Disziplin – müssen aktiv bewahrt werden, weil sie einem schnellen Konsumdenken widersprechen. Bodybuilding erzeugt Serotonin. Es ist wie eine Wanderung auf einen Berg: Sie ist anstrengend und braucht Zeit, aber von oben kann man die Aussicht genießen.
Viele junge Menschen orientieren sich stark an Ästhetik. Fehlt ihnen das Verständnis für den Prozess hinter dem Bodybuilding?
Absolut. Über Social Media kann man sehr viel verzerren –durch Filter, Perspektiven oder Inszenierung. Das erzeugt einen enormen Druck. Andere sieht man immer von ihrer Schokoladenseite, sich selbst als „Normalo“ im Alltag. Das führt zu einem ungesunden Perfektionismus. Wenn das „Soll“ zum „Muss“ wird, entsteht Stress. Dabei sollte der Fokus auf dem Prozess liegen, nicht auf einem idealisierten Endzustand.
Was fasziniert dich persönlich am Bodybuilding?
Training hat auf vielen Ebenen enorme Vorteile: Physiologisch verbessert es Gesundheit, Knochendichte, Haltung und Leistungsfähigkeit, sorgt außerdem für einen höheren Kalorienverbrauch. Psychologisch ist es durch Myokine, die im Training ausgeschüttet werden, das beste Antidepressivum. Philosophisch gibt es Struktur: Training als Ritual schafft einen Ausgleich zur digitalen Welt. Beim Training bist du nur im Hier und Jetzt, kannst nicht abschweifen. Das macht es so wertvoll.
DASGYM. steht für eine klare Bodybuildingkultur.
Warum ist dir ein spezialisierter Trainingsort so wichtig?
Menschen brauchen die richtige Stimmung, um Leistung abzurufen. Die entsteht über das Umfeld. Ein Gym muss alle Sinne ansprechen – und zwar visuell, akustisch und haptisch. Es soll eine eigene Welt sein, in die man eintaucht. Wenn du den Raum betrittst, sollst du sofort in die richtige Mood kommen. DASGYM. hat durch die Auswahl der Geräte – viele davon custom-made –, Bilder, Statuen und richtige Musik eine eigene Identität und ist ein Ort, der mit seinen Mitgliedern wächst.
Was unterscheidet eine Bodybuildingcommunity von einer klassischen Fitnesscommunity?
Bodybuilding ist viel spezifischer. Es gibt Regeln: Planung, Genauigkeit und Härte. Fitness ist breit und vielfältig und das ist auch gut so. Aber Bodybuilding ist sehr zielgerichtet. Diese Klarheit schafft Identität. Man erkennt Bodybuilder an vielen Dingen: wie sie trainieren, essen, sich bewegen und kleiden. Diese Kultur verbindet. Wenn Anfänger zu uns in DASGYM. kommen, bleiben sie nicht lange Anfänger. Sie werden sehr schnell aufgenommen, unterstützt und in den Bann gezogen. Im Endeffekt geht es darum, im Training so schnell wie möglich Fortschritte zu erzielen – und dabei unterstützt neben den Trainern auch unsere gute Community.
Du sprichst oft davon, dass Training ein Handwerk ist. Was meinst du damit?
Training ist eine Kunstform, die man erlernen muss. In der Trainingswissenschaft geht es um inter- und intramuskuläre Koordination. Du kannst das Ergebnis inszenieren, aber nicht die Leistung selbst. Wenn du 200 Kilo hebst, dann hebst du 200 Kilo – oder eben nicht. Es geht um Koordination, Technik und Erfahrung. Das macht Training ehrlich. Im Bodybuilding gibt es nicht nur einen Weg zum Ziel, sondern unzählige Trainingspläne und Geräte, die man je nach Charakter und Persönlichkeit nutzen kann. Als Gymbetreiber ist es meine Aufgabe, eine Vielzahl von Werkzeugen und Trainingsmöglichkeiten anzubieten, damit unterschiedliche Personen ihr übergeordnetes Ziel über verschiedene Wege erreichen können.
Wie lässt sich leistungsorientiertes Training mit Gesundheit vereinbaren?
Es ist paradox. Viele Menschen haben Angst, „zu viel“ zu machen, obwohl sie eigentlich „zu wenig“ tun. Ideal ist, etwas zu finden, das man gern intensiv betreibt, ohne sich oder seinem Umfeld zu schaden. Was ist daran verwerflich, wenn ich 24/7 ans Training denke? Es gibt nichts Besseres, als sich um seinen Körper zu kümmern. Bodybuilding kann und sollte gesund sein – sonst funktioniert es langfristig nicht. Ins Studio zu gehen, bedeutet Entschleunigung, denn während ich trainiere, kann ich nichts anderes machen. Das ist der erste wichtige Schritt in Richtung Gesundheit.
Apropos Gesundheit: Was zeichnet gute Coaches aus?
Sie müssen authentisch sein und selbst leben, was sie vermitteln. Gleichzeitig wird Technologie immer wichtiger, insbesondere KI. Die Zukunft liegt in zwei Extremen: persönliches High-End-Coaching und digitale Betreuung, die rund um die Uhr verfügbar ist.
Welche Empfehlungen hast du für Studiobetreiber, die das Setting stärker auf Bodybuilding und Kraftsport ausrichten wollen?
Das beste Studio entsteht, wenn der Betreiber es für sich selbst baut. Wer auf sich und seine eigenen Herausforderungen schaut, bleibt authentisch und zieht automatisch die richtigen Menschen an. Wer versucht, es allen recht zu machen, wird austauschbar – und dann gewinnt am Ende der Preis. Wichtig sind eine klare Positionierung, das Image und die Seele des Gyms.
Wie sollte Bodybuilding in Zukunft gedacht werden?
Lifestyle, Ästhetik und Gesundheit gehören unmittelbar zusammen, aber Gesundheit ist die Basis. Gleichzeitig wird Training immer wichtig bleiben, gerade als Gegenpol zur digitalen Welt. Menschen suchen das Analoge, das Echte. Die größte Gefahr ist der ständige Vergleich mit anderen. Wer nur einem Ideal hinterherläuft, wird nie zufrieden sein. Letztendlich ist die entscheidende Frage: Würdest du auch trainieren, wenn niemand zusieht? Wenn die Antwort „Ja“ lautet, geht es nicht um Anerkennung, sondern um dich selbst. Genau darin liegt die eigentliche Stärke des Bodybuildings.
Der österreichische Kraftsportler steht für eine Trainingsphilosophie, die Körper, Denken und Handeln verbindet. Mit DASGYM. schuf er einen Ort für kompromisslose Trainingskultur, biomechanische Präzision und echte Leistungsentwicklung. Als Unternehmer und Autor verbindet er Mechanik, Anatomie und geistige Haltung zu einem klaren Ansatz: Training ist für ihn kein Lifestyle, sondern ein Werkzeug, um Menschen körperlich und geistig belastbarer zu machen. www.dasgym.com
fMi: Du hast sehr jung mit Bodybuilding begonnen. Wie kam es dazu?
Tim Budesheim: Kraftsport hat mich schon als Jugendlicher fasziniert. Ich bin auf dem Dorf groß geworden, damals gab es kein Social Media, wo man seine Idole täglich verfolgen konnte. Aber ich fand die alten Arnold-Schwarzenegger-Filme beeindruckend. Muskeln und Athletik haben mich immer begeistert. Mit 15 begann ich meine Ausbildung im Maschinenbau und ging mit älteren Kollegen ins Fitnessstudio. Ich habe schnell gemerkt, dass mir Krafttraining liegt. Nach wenigen Wochen wollte ich mich bei jedem Training verbessern, heute würde man sagen: Progress. Dieser Ehrgeiz hat mich sofort gepackt.
Was hat dich dazu gebracht, dauerhaft dranzubleiben?
Zum einen steckt dieser Sportlergedanke einfach in mir. Für mich gibt es kaum etwas Wichtigeres. Der große Wendepunkt
@budesheim_tim @eisenhoehle
war mein erster Wettkampf – den habe ich direkt gewonnen und wurde Deutscher Meister. Da dachte ich: Das fühlt sich richtig an. Danach ging es von Erfolg zu Erfolg. Aber am Ende ist es nicht nur der Erfolg. Mich begeistert der gesamte Prozess: Training, Ernährung, mentale Stärke, die Entwicklung des Körpers. Bodybuilding ist eine sehr ehrliche Sportart. Man kann niemand anderem die Schuld geben, steht immer nur sich selbst gegenüber. Dieses „You versus You“ reizt mich bis heute.
Woher kommt dein Spitzname „The Miner“? Ich habe in einem Bergbauunternehmen gelernt und schon sehr jung unter Tage gearbeitet. Daher kommt „The Miner“. Gleichzeitig passt der Name auch zu meiner Mentalität. In der Szene gelte ich als jemand, der extrem hart arbeitet. Wenn andere zwei oder drei Wettkämpfe machen, mache ich sechs oder sieben. Mein Motto war immer: Aufgeben ist keine Option.
Fotos: MK-Videophotography
„Michael Kramer“
| Dan Ray Photography
Du hast gleichzeitig gearbeitet, Wettkämpfe bestritten und Social Media aufgebaut. Wie schafft man das?
Ehrlich gesagt: nur über Prioritäten. Mein Leben besteht aus ständigem Prioritätenverschieben. In der Wettkampfvorbereitung steht der Sport über allem. Dann gibt es kaum Sozialleben, keinen Urlaub und keine spontanen Ablenkungen. Ich habe Profibodybuilding, Social Media und mein Maschinenbaustudium jahrelang parallel betrieben, war in einer Führungsposition tätig, habe Mitarbeiter geführt und gleichzeitig an Wettkämpfen teilgenommen. Rückblickend war das brutal anstrengend, aber heute bin ich froh darüber. Dadurch habe ich mir ein Fundament aufgebaut. Bei jungen Leuten auf Social Media fehlt mir oft genau dieses Fundament. Viele wollen direkt Influencer werden, ohne jemals gelernt zu haben, Verantwortung zu übernehmen oder sich unterzuordnen. Ich finde, man muss auch Erfahrungen außerhalb der Fitnessbubble machen.
Du arbeitest als Online-Coach sowie Mentor und wirst selbst gecoacht. Worauf legst du dabei besonderen Wert?
Auf Ehrlichkeit und Fachwissen. Ich mache das seit über 20 Jahren und versuche, den Leuten nichts schönzureden und Dinge direkt anzusprechen: Wo steht jemand gerade und wie kommen wir von dort zum Ziel? Ich nehme keine Kooperation für Produkte an, die ich selbst nicht nutze oder mag. Dasselbe gilt fürs Coaching. Ich arbeite zwar mit Co-Coaches zusammen, weil ich zeitlich nicht alles allein schaffe, kommuniziere das aber offen. Viele Influencer verkaufen Coaching-Programme, hinter denen andere Leute arbeiten. Das ist nicht meine Art. Ich möchte morgens in den Spiegel schauen können. Vertrauen ist alles. Ein guter Coach muss ehrlich sein und gleichzeitig an seinen Athleten glauben. Mein Coach sagt mir immer direkt die Wahrheit – auch wenn sie unangenehm ist. Aber ich weiß, dass er manchmal mehr an mich glaubt als ich selbst. Genau das macht eine gute Zusammenarbeit aus.
Auf Social Media wird viel über „Old School“- versus „Science-based“-Training diskutiert. Wo siehst du dich? Irgendwo dazwischen. Ich bin eher oldschool geprägt, aber offen für neue Erkenntnisse; die Grundlagen bleiben schließlich immer gleich. Man kann neue Maschinen entwickeln oder neue Trainingsmethoden ausprobieren – aber die Basics des Kraftsports ändern sich nicht. Gleichzeitig finde ich es wichtig, offen zu bleiben. Nicht jede Neuerung funktioniert für jeden Athleten. Heute wird oft nach Studien gefragt, aber sie werden nicht unbedingt mit Profibodybuildern durchgeführt. Ich glaube: Richtiges Bodybuilding beginnt da, wo Studien enden. Vieles lernt man über Jahre am eigenen Körper.
Bodybuilding erlebt seit Jahren einen Boom. Wie nimmst du diese Entwicklung wahr?
Ich finde sie grundsätzlich sehr positiv. Kraftsport ist viel stärker im Mainstream angekommen. Menschen beschäftigen sich mehr mit Training, Ernährung und Gesundheit. Gleichzeitig gibt es heute viel mehr Möglichkeiten für Athleten. Man sieht das sogar im Supermarkt. Früher gab es für Bodybuilder gefühlt nur Magerquark und Harzer Käse. Heute steht überall „High Protein“ drauf. Natürlich ist auch viel Marketing dabei, aber insgesamt ist das Bewusstsein für Ernährung gestiegen. Richtig betrieben ist Kraftsport eine der gesündesten Sportarten überhaupt. Gerade im Alter wird Muskelmasse extrem wichtig. Viele Menschen verlieren ab 50 Jahren sichtbar Mus-
kulatur, bewegen sich schlechter und bekommen körperliche Probleme. Krafttraining ist nicht nur etwas für Leistungssportler, sondern wichtig für die gesamte Lebensqualität.
Welche Rolle spielt das Mindset für dich?
Eine riesige Rolle. Gerade im Leistungssport muss man mental stabil bleiben. Social Media ist dabei Fluch und Segen zugleich. Jeder kann anonym Kommentare schreiben oder sich vergleichen. Dabei machen Vergleiche Menschen oft unzufrieden. Deshalb muss man aktiv an seinem Mindset arbeiten. Dankbarkeit, Perspektivwechsel, sich bewusst Zeit für sich nehmen, all das ist wichtig. 2024 war ich mehrere Wochen für Wettkämpfe in den USA und habe dort Social Media bewusst reduziert. Ich habe einfach trainiert, Cardio gemacht und mich auf meinen Sport konzentriert. Da ging es mir mental unglaublich gut und ich habe gemerkt, wie viel Energie Social Media kostet.
Was sollte ein Studio bieten, damit sich Kraftsportler und Bodybuilder wohlfühlen?
Der Betreiber selbst hat eine Vorbildfunktion. Wenn jemand Fitness verkaufen will, sollte man sehen, dass er sich selbst um Gesundheit und Training kümmert. Bei den Geräten finde ich Vielfalt wichtig und halte wenig davon, ein Studio komplett mit nur einer Marke auszustatten. Ein guter Betreiber versteht Training auch aus Anwendersicht, das merkt man sofort an der Auswahl der Geräte und am Ambiente. Grundsätzlich kann ein Studio unterschiedliche Zielgruppen vereinen, allerdings schaffen das nur wenige. In manchen Studios fühlen sich Hardcoreathleten wohl, dafür aber z. B. ältere Menschen weniger. In den USA ist das entspannter, dort trainieren alle gemeinsam und Bodybuilder werden viel selbstverständlicher akzeptiert.
Was ist dein nächstes großes Ziel?
Die kommende Wettkampfsaison in den USA. Geplant sind mehrere Wettkämpfe in Tampa, Texas und Atlanta. Dafür laufen die Vorbereitungen. Ich habe immer das Bedürfnis, mich weiterzuentwickeln und Neues auszuprobieren. Stillstand war noch nie mein Ding.
Tim Budesheim ist einer der erfolgreichsten deutschen IFBB-Pro-Bodybuilder. Bereits mit 16 Jahren wurde er Deutscher Meister, mit 21 und 23 Jahren jeweils Weltmeister. Seit 2021 arbeitet der Profiathlet zudem als Coach, Influencer und Unternehmer. In seinem privaten Gym Eisenhöhle produziert er Content, mit dem er für einen modernen, authentischen und leistungsorientierten Blick auf Bodybuilding steht. www.teambudesheim.com
fMi: Bodybuilding erlebt seit einigen Jahren einen Boom. Wie nimmst du diese Entwicklung wahr und woran liegt das?
Lars Springer: Der Boom hat mehrere Ursachen. Zum einen verändert sich unsere Gesellschaft: Viele Menschen sind wieder auf der Suche nach Struktur und nach etwas, das ihnen Halt gibt. Früher war das oft der klassische Vereinssport, der hat heute nicht mehr denselben Stellenwert. Bodybuilding hingegen bietet genau das, was sie suchen: klare Regeln, Disziplin, einen strukturierten Alltag. Der zweite große Faktor ist Social Media. Plattformen wie Instagram oder TikTok zeigen permanent Trainingsinhalte und Vorbilder. Natürlich ist nicht alles, was dort gezeigt wird, richtig, aber ich sage mittlerweile: Lieber überhaupt etwas machen und dabei Fehler machen, als gar nichts tun. Bewegung ist immer besser als Stillstand, solange es die Menschen gesundheitlich nicht gefährdet. Und schließlich hat sich das Image stark gewandelt. Es geht nicht
@lars_the_lion @springer_fitness_gesundheit
mehr um Anabolika, sondern um einen Lifestyle, der ganz viel mit Selbstdisziplin zu tun hat. Der Bodybuilder von heute erfüllt nicht mehr das Klischee von früher. Bodybuilder treten heute ganz anders auf: reflektierter, gebildeter, oft auch unternehmerisch erfolgreich. Sie kommen aus allen gesellschaftlichen Schichten, vom Handwerker über den Koch bis zum Akademiker. Das macht den Sport nahbarer und sympathischer.
Du selbst bist erst mit 40 Jahren ins Bodybuilding eingestiegen. Wie kam es dazu?
Ich habe schon immer trainiert, aber eher ohne konkretes Ziel. Irgendwann habe ich reflektiert und gemerkt, dass ich in meinem Leben gleich zweimal mein Talent nicht genutzt habe: im Gesang und im Kunstturnen. Singen hat mich als Kind nicht interessiert und im Kunstturnen war ich sogar mal Deutscher Meister – aber in der Pubertät wollte ich lieber
Fotos: Daniel Geiger | Archiv Lars Springer
ausgehen und Mädchen kennenlernen. Dieses ungenutzte Potenzial hat mich beschäftigt. Mit 40 habe ich mir dann gesagt: „Ich wollte schon immer auf die Bühne, jetzt ziehe ich es durch.“ Ich habe mir einen Coach gesucht und bin das Thema konsequent angegangen. Das Ergebnis: Nach einem Jahr wurde ich Deutscher Meister und später Europameister. Das hat mich komplett gepackt.
Was fasziniert dich am Bodybuilding besonders?
Du bist komplett verantwortlich für deinen Fortschritt. Du siehst sehr schnell, ob du Fehler machst, aber eben auch, ob du Fortschritte erzielst und dein Training und deine Ernährung funktionieren. Diese direkte Rückmeldung ist extrem motivierend. Dazu kommt die Transformation des Körpers. Es ist beeindruckend, was alles möglich ist. Es geht nicht nur um Muskelaufbau, sondern um ein tiefes Verständnis für den eigenen Körper bis hin zu Details wie Wasserhaushalt und Muskelsteuerung. Man entwickelt ein ganz anderes Körpergefühl. Je weiter du kommst, desto intensiver wird dieses Empfinden – das kann fast schon süchtig machen. Und: Es verbindet. Egal ob Anwalt oder Schichtarbeiter – alle, die auf der Bühne stehen, teilen dieselbe Leidenschaft und denselben Aufwand. Das schafft großen gegenseitigen Respekt.
Wie hat sich das Training seit den 1970er Jahren verändert?
Früher war vieles „Trial and Error“, Ausprobieren am eigenen Körper. Heute haben wir Trainingswissenschaft, Ernährungswissen und ein viel größeres Verständnis für Regeneration. Der größte Unterschied ist: Heute wird mit mehr Verstand trainiert. Man weiß, dass der Muskel nicht im Training wächst, sondern in der Erholung. Auch Nahrungsergänzung ist heute viel gezielter einsetzbar. Gleichzeitig bin ich ein großer Fan der alten Mentalität – dieses kompromisslose „Ich schaffe das“, der Wille, sich durchzubeißen. Die Kombination aus beidem ist ideal.
Welche Rolle spielt Regeneration heute?
Regeneration spielt eine viel größere Rolle als früher. Im ersten Jahr habe ich vor allem trainiert, im zweiten Jahr habe ich gelernt, wie wichtig Regeneration ist. Der Muskel wächst in der Erholung, nicht im Training. Dazu gehören Dinge wie Schlaf, Ernährung, aber auch aktive Maßnahmen: Physiotherapie, Kälteanwendungen oder gezielte Pausen. Wer permanent übertrainiert, kommt langfristig nicht weiter.
Welche Rolle spielt Social Media im Training?
Es ist ein zweischneidiges Schwert. Positiv ist, dass Social Media enorm viele Menschen motiviert, überhaupt mit Training anzufangen. Gerade bei jungen Leuten ist der Einfluss riesig; Vorbilder sind ihnen wichtig. Negativ ist die Informationsflut. Jeder stellt sich als Experte dar. Oft werden Übungen kopiert, die für Einsteiger völlig ungeeignet sind. Ich sehe im Studio oft Dinge, die technisch keinen Sinn ergeben. Deshalb mein Rat: Grundlagen lernen, sich auf bewährte Übungen konzentrieren und nicht jedem Trend hinterherlaufen.
Welchen Stellenwert haben Coaches für dich?
Als Athlet haben Coaches für mich einen enorm hohen Stellenwert. Ohne Coach würde ich kein Bodybuilding auf diesem Niveau betreiben. Ein guter Coach ist ein echter Gamechanger. Er betrachtet dich individuell, korrigiert Details, analysiert Daten wie Blutwerte und bringt dich deutlich schneller voran.
Was zeichnet einen guten Coach aus?
Einfühlungsvermögen ist das Wichtigste, denn gerade in Wettkampfphasen ist Bodybuilding auch mental extrem fordernd. Dazu kommen Fachwissen, Weiterbildungsbereitschaft und –ganz wichtig – eigene Erfahrung. Ein Coach sollte idealerweise selbst einmal diesen Weg gegangen sein. Nur dann versteht er wirklich, was im Athleten körperlich und mental vorgeht.
Wie sieht ein optimales Studio für Bodybuilder aus?
Der Fokus muss klar auf dem Training liegen. Funktionalität ist wichtiger als Optik, auch wenn das Ambiente natürlich stimmen sollte. Wichtig sind gute Geräte und eine durchdachte Auswahl. Man braucht gute, effektive Maschinen, auch unterschiedliche Varianten für dieselbe Muskelgruppe. Bodybuilder achten darauf, welche Maschinen vorhanden sind und wie sie sich anfühlen. Außerdem entscheidend: genug Platz und keine Überfüllung. Training muss effizient möglich sein. Wenn du ständig warten musst, leidet die Trainingsqualität.
Was sollten Betreibende beachten, wenn sie ihr Studio stärker in Richtung Bodybuilding entwickeln wollen?
Authentizität ist entscheidend. Man sollte nichts versprechen, was man nicht hält. Ein Gesundheitsstudio wird nicht glaubwürdig zum Bodybuildingstudio – und umgekehrt. Man sollte klar kommunizieren, wofür man steht. Sinnvoll ist es, gezielt Trainingsbereiche zu schaffen: freie Gewichte, Plate-loadedGeräte, funktionale Zonen. Wichtig ist, dass das Konzept zum Gesamtauftritt passt.
Welche Tipps gibst du Einsteigern ins Bodybuilding?
Erstens: Technik vor Gewicht.
Zweitens: Ernährung ernst nehmen – sie macht den Großteil des Erfolgs aus.
Drittens: Social Media kritisch hinterfragen.
Und viertens: Geduld haben.
Ziele sind wichtig, aber der Körper braucht Zeit. Wer es sich leisten kann, sollte früh mit einem Coach arbeiten. Das spart Jahre an Umwegen.
Er ist Unternehmer, Coach und Bodybuilder. Als Inhaber und Geschäftsführer des SPRINGER Fitness- & Gesundheitsclubs betreibt Lars Springer eine Studiokette mit mehreren Standorten. Parallel dazu bietet er Coaching an und begleitet Klienten in den Bereichen Fitness, körperliche Transformation und Mindset. Sportlich gehört Springer zu den erfolgreichsten Athleten seiner Klasse im Amateurbodybuilding: Zu seinen Erfolgen zählen der Europameistertitel, der Gewinn der Deutschen Meisterschaft sowie mehrere Klassensiege. www.springer.life
FIBO 2026
FIBO 2026 mit Rekordzahlen:
mehr Vielfalt, mehr Besucher
Text: Anke Sörensen und Alexander Wulf
Die Branche wächst – und mit ihr auch die weltweit führende Messe für Gesundheit, Fitness und Wellness in Köln. Mit neuem Besucherrekord stellt die FIBO 2026 eindrucksvoll unter Beweis, dass sich die Fitnessbranche zu einer tragenden Säule der globalen Gesundheitswirtschaft entwickelt. Vier Tage lang wurde Köln erneut zum internationalen Treffpunkt der Branche. Mit 175.173 Besucherinnen und Besuchern aus 136 Ländern sowie über 1.000 Ausstellern und Partnern bestätigte die Weltleitmesse ihre herausragende Bedeutung als Plattform für Innovation, Austausch und Geschäftsentwicklung.
Im Zentrum der FIBO 2026 stand insbesondere die fortschreitende Digitalisierung der Fitness- und Gesundheitsbranche. Vernetzte Trainingssysteme, datenbasierte Anwendungen und der Einsatz von Künstlicher Intelligenz prägen zunehmend die Angebote von Studios und Anbietern. Die Verbindung von Training, Gesundheitsdaten und individualisierten Lösungen eröffnet neue Möglichkeiten in Prävention, Betreuung und Trainingserlebnis.
Die FIBO fungiert dabei nicht nur als internationaler Marktplatz für Produkte und Dienstleistungen, sondern vor allem als Innovationsplattform, die technologische Entwicklungen
SILKE FRANK
Event Director, FIBO
Die Resonanz auf die FIBO ist durchweg super. Sowohl von Ausstellern als auch von Besuchern haben wir ausschließlich positives Feedback erhalten. Mit über 1.000 Ausstellern und Partnern sowie mehr als 175.000 Besuchern aus 136 Ländern konnten wir die Ergebnisse der Vorjahre deutlich übertreffen. Das CEO-Breakfast zum Auftakt war mit 70 Vertretern aus 50 Unternehmen ein großer Erfolg und ein starkes Zeichen für die Zusammenarbeit mit DSSV, DHfPG, BSA-Akademie und IFAA. Auch die Confex Halle mit dem Future Forum rund um KIbasierte Lösungen fand großen Zuspruch. Insgesamt sind wir mit dem Messeverlauf sehr glücklich.
sichtbar macht und deren Bedeutung für die zukünftige Ausrichtung der Branche unterstreicht.
Branche im Wandel: Innovation, Digitalisierung und neue Zielgruppen
Die FIBO 2026 zeigte deutlich, wie sich die Branche weiterentwickelt: Neben klassischen Trainingsformen gewinnen neue Formate, digitale Lösungen und individualisierte Angebote zunehmend an Bedeutung. Technologien wie KI-gestützte Trainingssteuerung, Biohacking-Anwendungen und vernetzte Gesundheitsplattformen prägen das Bild der Messe. Gleichzeitig entstehen neue Zielgruppen – von leistungsorientierten
PROF. DR. THOMAS WESSINGHAGE
1. Vorsitzender, DSSV e. V.
Die Fitnessbranche entwickelt sich sehr positiv; den Ausstellern, Herstellern, Betreibern und dem DSSV geht es gut. Alle profitieren vom Wachstum und sind bereit für neue Aufgaben und Investitionen. Dieser Aufschwung ist auf der FIBO deutlich zu spüren. Hier herrscht eine gute Atmosphäre, eine Aufbruchstimmung mit vielen neuen Ideen und Innovationen. Als DSSV stehen wir unseren Mitgliedern beratend zur Seite, insbesondere in Marketing- und Rechtsfragen. Viele Studiobetreiber haben Gesundheit als zentrales Thema für Marketing und Vertrieb erkannt. Wir unterstützen sie dabei, Training und Gesundheit sinnvoll zu verbinden und erfolgreich auf lokaler Ebene umzusetzen.
Die Weltklasse-Athletin Denise Schindler begeisterte die Teilnehmer des FIBO Congress mit ihrer Keynote
Athletinnen und Athleten bis hin zu älteren Menschen, die gezielt ihre Lebensqualität verbessern möchten. Auch der Trend zur Personalisierung setzt sich fort. Fitness wird immer stärker zum integralen Bestandteil eines gesundheitsbewussten Lebensstils und begleitet Menschen individuell durch alle Lebensphasen. Damit entwickelt sich die Branche weg vom standardisierten Angebot hin zu maßgeschneiderten Lösungen.
Neues Format: CEO-Breakfast –Schulterschluss der Branche Ein besonderes Highlight zum Auftakt der Messe war das CEO-Breakfast. Rund 70 Führungskräfte aus etwa 50 Fitness-
Beim CEO-Breakfast stimmten sich rund 70 Fitnessunternehmerinnen und -unternehmer auf die FIBO ein
unternehmen kamen zusammen, um sich Über zentrale Zukunftsthemen auszutauschen und gemeinsame Strategien zu entwickeln. Im Fokus stand dabei insbesondere die Initiative „United let’s move.“, die im Rahmen der Europäischen Woche des Sports umgesetzt wird und ein starkes Zeichen für mehr Bewegung und gesellschaftliche Verantwortung setzt. Über 2.000 Studios und Kettenbetriebe wollen sich daran beteiligen.
Pressekonferenz und starke Persönlichkeiten Bereits die Eröffnungspressekonferenz setzte zentrale inhaltliche Impulse und spiegelte die aktuellen Entwicklungen der Branche wider. Mit Prof. Dr. Thomas Wessinghage, Ralf
Country Manager Sales & Marketing medical Fitness seca
MedTech und Fitness machen einfach Spaß. Auf der FIBO herrscht ein besonderer Spirit: Alle wollen Neuheiten entdecken – die Energie ist spürbar. Unsere Innovation seca Bridge verbindet die Medical- mit der Fitnesswelt. Über die Software kann ein Mediziner direkt Leads an Fitnessstudios senden; das ist zukunftsweisend und bekommt hervorragendes Feedback. Die Digitalisierung wird den Gesundheitsmarkt stark verändern: Menschen wollen mehr tracken, ihre Gesundheit verstehen und Entwicklungen nachvollziehen. Auch GLP-1 ist ein großes Thema, für das wir Lösungen bieten, denn mit seca TRU messen wir den Istzustand, zeigen Veränderungen und machen Fortschritte sichtbar.
WOLF HARWATH
Geschäftsführer milongroup
Die FIBO hat gezeigt, wohin sich Training entwickelt – und wir gestalten diese Entwicklung aktiv mit. Mit milon Velocity Based Training® heben wir Trainingssteuerung auf ein neues Niveau: Besucher konnten selbst erleben, was tagesformabhängiges Training wirklich bedeutet und wie individuell und präzise es dadurch wird. Auch mit five next gehen wir den nächsten Schritt: Erstmals wird sichtbar, was bisher nur gefühlt wurde – die echte Muskelaktivität in der Länge. So entsteht Trainingsqualität, die messbar, verständlich und reproduzierbar ist. Unsere Lösungen geben Orientierung und Sicherheit, der Mensch gibt dem Training Bedeutung.
ANGELINA ZIRKEL
V. l. n. r.: Denise Schindler, Silke Frank (FIBO) und Prof. Dr. Wessinghage (DSSV) bei der FIBO-Pressekonferenz
Möller, Silke Frank, Denise Schindler und Douglas Gremmen diskutierten hochkarätige Vertreter und Vertreterinnen aus der Praxis und Öffentlichkeit über die Zukunft von Fitness und Gesundheit.
Ein besonderer Schwerpunkt lag auf dem Thema Longevity, das sich als einer der Trends der Branche etabliert hat. Die Diskussion machte deutlich, dass Fitness zunehmend als entscheidender Faktor für ein langes, gesundes und selbstbestimmtes Leben verstanden wird. Gleichzeitig wurde die dynamische Entwicklung der Branche hervorgehoben, die sich immer stärker als Bestandteil der Gesundheitsversorgung
Global Head of Communication and Content Strategy, Technogym
Als europäisches Unternehmen freuen wir uns, hier Kunden aus Deutschland, den Niederlanden, Frankreich und Spanien zu treffen. Der Fitnessmarkt boomt derzeit, in den Studios und im medizinischen Sektor. Gesundheit und Longevity sind ein Riesentrend. Technogym hat ein einzigartiges Ökosystem aufgebaut, das nun von Google AI unterstützt wird. Mit dem Technogym Checkup haben wir Zugriff auf alle individuellen körperlichen, kognitiven und funktionellen Daten und können das Trainingserlebnis für Nutzer in den Bereichen Fitness, Sport und Gesundheit vollständig personalisieren sowie den Betreibern dabei helfen, ihr Geschäft anzukurbeln.
Robert „Bob“ Cicherillo, bekannt als „The Voice of Bodybuilding", im Interview mit Anke Sörensen (fitness MANAGEMENT) am Panatta-Stand
positioniert. Ein weiteres zentrales Thema war die wachsende Marktdurchdringung: Immer mehr Menschen in Deutschland integrieren regelmäßiges Training in ihren Alltag. Dennoch besteht weiterhin erhebliches Potenzial und ein zunehmender Bedarf. Ralf Möller formulierte treffend: „Es ist ein Riesenerfolg, dass über 12 Millionen Menschen in Deutschland regelmäßig trainieren – 70 Millionen aber eben noch nicht.“
Politik und Branche im Dialog Ein weiterer zentraler Aspekt der FIBO 2026 war der intensive Austausch zwischen Branche und Politik. Zahlreiche politische Vertreter nutzten die Messe, um sich über aktuelle
DENISE SCHINDLER
Paracycling-Weltmeisterin
Der FIBO Congress bietet eine hervorragende Gelegenheit, neue Impulse zu gewinnen, Inspiration zu finden und sich intensiv mit anderen auszutauschen. Diese Verbindungen und Denkanstöße sind entscheidend für die persönliche und fachliche Weiterentwicklung. Hier entsteht ein Umfeld, in dem man auf hohem Niveau voneinander lernen und sich gegenseitig motivieren kann. Besonders beeindruckend ist die Offenheit vieler Teilnehmender, die aktiv nach Wissen streben und sich weiterentwickeln möchten. Der Kongress eröffnet neue Perspektiven, fördert klare Zielsetzungen und hinterlässt einen nachhaltigen Eindruck.
ENRICO MANARESI
Entwicklungen und Herausforderungen zu informieren –darunter auch der Oberbürgermeister der Stadt Köln, Torsten Burmester. In diesem Kontext spielte auch der DSSV eine wichtige Rolle: Gemeinsam mit Branchenvertretern wie Janosch Marx, 2. Vorsitzender des DSSV, sowie Vertretern der FIBO wurden während eines Messerundgangs zentrale Anliegen der Fitnesswirtschaft adressiert und die Bedeutung der Branche für Prävention, Gesundheitsversorgung und Wirtschaft hervorgehoben. Die FIBO etablierte sich damit erneut als zusätzliche Schnittstelle zwischen Wirtschaft, Gesellschaft und Politik. Für den DSSV stand insbesondere der persönliche Austausch im Mittelpunkt der Messe. Gespräche mit Unter-
CAROLIN KÄMPF
Head of Communications, gym80
Die FIBO läuft super. 2026 hat uns erneut bestätigt, dass wir ganz viel richtig machen. Wir haben zwölf neue Geräte mitgebracht und bestehende Modelle gezielt weiterentwickelt und optimiert. Unsere Kooperationspartner sind großartig, erstmals präsentieren wir außerdem die LEGACY COLLECTION. Krafttraining ist schon immer unsere Kernkompetenz und im Hinblick auf Longevity gerade extrem populär. In den vergangenen Jahren haben wir die MED80-Serie konsequent ausgebaut – speziell für Kliniken, Rehazentren und Physiopraxen, damit auch ältere oder bewegungseingeschränkte Menschen sicher trainieren und wieder fit werden können.
Politik trifft Fitness: Janosch Marx (DSSV) im Gespräch mit Torsten Burmester (Oberbürgermeister der Stadt Köln), Jürgen Aschauer (MATRIX) und Michael Köhler (FIBO)
nehmen, Studiobetreibern und Partnern waren geprägt von Innovationsgeist und dem gemeinsamen Ziel, die Branche nachhaltig weiterzuentwickeln.
Die FIBO 2026 zeigte dabei einmal mehr, dass sie weit über eine klassische Fachmesse hinausgeht: Sie ist Treffpunkt, Netzwerkplattform und Impulsgeber zugleich.
Sportliche Highlights: Wettkampf, Community und Liveerlebnis
Neben Business, Networking und Innovation bot die FIBO 2026 auch zahlreiche sportliche Highlights, die die Messe zu
DR.
O-SUNG KWON
Country Manager, InBody Deutschland
Der Ansturm an Interessenten auf dieser FIBO hat bei uns deutlich zugenommen. Das zeigt, wie stark das Interesse an Analyse und wie attraktiv das Tracking eigener Messdaten geworden ist. Alle sprechen über Gesundheitsoptimierung und Longevity, doch beides beginnt immer mit einer fundierten Zustandsanalyse, um individuelle Risiken und gesundheitliche Probleme frühzeitig zu erkennen und präventiv anzugehen. Das ist unsere Key Message und technologisch sind wir hier sehr weit. Darüber hinaus erfassen wir nicht nur die Körperzusammensetzung, sondern bewerten jetzt auch die Qualität der Muskulatur, etwa in der Therapie neurologischer Patienten – ein doppelter Mehrwert für die Anwender.
#OneTeam: Auf der FIBO waren DSSV, fitness MANAGEMENT, FIBO Congress sowie dessen Bildungspartner, BSA-Akademie und DHfPG, wieder mit zahlreichen Mitarbeitenden vertreten
einem echten Erlebnis machten. Besonders im Fokus stand das globale Fitnessevent HYROX, das erneut Teil der FIBO war und Athletinnen und Athleten aus aller Welt nach Köln zog. Tausende Teilnehmer machten die Hallen zu einer Bühne für Leistung, Wettkampf und Gemeinschaftsgeist.
Das HYROX-Event, das über vier Tage hinweg stattfand, verband Ausdauer- und Kraftdisziplinen und entwickelte sich einmal mehr zu einem Besuchermagneten.
Gleichzeitig unterstrichen zahlreiche weitere Wettbewerbe –darunter Strongman-Formate und klassische Bodybuilding-
JAN SCHERZER
VP Sales DACH, EGYM
Unsere Mission ist es, die Gesundheitsbranche zu verändern: Weg von der Reparatur hin zur Prävention. Wir sind stolz auf 6.200 registrierte Besucher und über 1.000 Walk-ins. Unsere FIBO
Highlights: erstens eine Evolution der kompletten Gerätelinie Series 3, mit neuem Design und verbesserter Ergonomie. Zweitens das EGYM Betriebssystem, das die Komplexität im Studioalltag reduziert, damit sich Betreiber auf das Wichtigste konzentrieren: ihre Mitglieder. Im Sommer präsentieren wir dann das Longevity-Trainingsprogramm, das Mitglieder langfristig bindet und neue Zielgruppen für das Fitness- und Muskeltraining begeistert – denn bei einer Reaktionsquote von 14,8 Prozent sollte man nicht aufhören.
contests – die sportliche Vielfalt der FIBO und ihre Wurzeln im Kraft- und Leistungssport.
Fitness ist weiterhin eine Zukunftsbranche
Die FIBO 2026 hat einmal mehr gezeigt, wie wichtig Fitness und Gesundheit für unsere Gesellschaft geworden sind. Die Branche wächst weiter – und gewinnt gleichzeitig immer mehr an Bedeutung für Prävention und Lebensqualität. Als internationale Leitmesse bringt die FIBO die wichtigsten Akteure zusammen, zeigt neue Entwicklungen und gibt Impulse für die Zukunft. Sie bleibt damit ein zentraler Treffpunkt für alle, die die Fitnessbranche aktiv mitgestalten.
DR. DZMITRY KOMAR
CEO und Co-Founder, Scaneca
Für uns ist interessant, dass der Fokus auf der FIBO so stark auf dem Thema Gesundheit liegt, was perfekt zu unserem Produkt passt. Wir kombinieren eine Haltungsanalyse mit der präzisen Messung der Körperwerte, alles schnell und effizient in einem Durchgang. SCANECA erfasst somit sowohl interne als auch externe Werte, körperliche Veränderungen lassen sich klar nachvollziehen. Unser neues Softwaredesign ermöglicht es, die Daten direkt an Fitnessstudios und Physiopraxen zu übertragen, um Auffälligkeiten gezielt zu behandeln. Viele Besucher sind von diesem Angebot fasziniert – das freut uns als Entwickler und Produzenten besonders.
gym80 auf der FIBO 2026
Volle Hallen, intensive Momente und echte Begegnungen
Vier Tage FIBO 2026 liegen hinter gym80. Der Stand war durchgehend gut besucht und wurde über die gesamte Messe hinweg zu einem zentralen Treffpunkt für Athleten, Prominente, Studiobetreiber und Partner aus aller Welt. Training, Gespräche und Austausch liefen parallel und ohne Unterbrechung.
Auf der FIBO 2026 stand der Messeauftritt von gym80 unter dem Motto BUILT STRONG. WORLDWIDE. Der KING OF MACHINES lieferte wiederholt einen starken Auftritt: neue Geräte, eindrucksvolle Standparty, spektakulärer Weltrekord sowie nationale und internationale Topathleten und Influencer inbegriffen.
Neue Maschinen und klare Trainingslösungen
Insgesamt wurden zwölf Neuheiten vorgestellt: sechs Plateloaded-Maschinen, zwei neue SYGNUM-Maschinen, drei HYBRID-Maschinen sowie eine neue 80ATHLETICS-Maschine. Im Vordergrund standen vor allem neu entwickelte Trainingslösungen, an deren Entwicklung teilweise auch Andreas Pürzel von DASGYM. beteiligt war.
Der 3D Beinstrecker stehend (PURE KRAFT) zählt dabei zu den auffälligsten Innovationen. Durch die stehende Position in Kombination mit einem großen möglichen Bewegungsumfang entsteht eine außergewöhnliche Dehnung des Quadrizeps in der oberen Position. Besonders interessant ist dabei, dass durch diese Konstellation der M. rectus femoris stärker in die Bewegung einbezogen werden kann.
Die Sliding Hipextension (80ATHLETICS) stieß als vielseitige Lösung für die hintere Muskelkette auf besonders großes Interesse. Je nach Übung kann die Maschine stehend oder kniend genutzt werden und ermöglicht verschiedene Übungen wie rumänisches Kreuzheben, Jefferson Curls und unterschiedliche Hyperextension-Varianten. Ein zentrales Merkmal ist das verstellbare Hüftpolster: Je nach Einstellung ändert sich der Hebelarm, wodurch sich auch das Widerstandsprofil gezielt anpassen lässt. Gleichzeitig sorgt die Führung für mehr Kontrolle in der Bewegung und hilft, unerwünschte Ausweichbewegungen zu reduzieren. Über die Griffe ist zudem auch unilaterales Training möglich.
Der Booty Booster Special (SYGNUM) wurde gezielt weiterentwickelt. Die Grundidee der Maschine bleibt erhalten: Der Gluteus wird möglichst isoliert trainiert, während der Quadrizeps vollständig und die Hamstrings weitgehend aus der Bewegung herausgenommen werden. Neu sind vor allem die konstruktiven Weiterentwicklungen, darunter ein integrierter Griff sowie zwei Loading Pins mit unterschiedlichen Widerstandskurven. Dadurch lässt sich die Belastungscharakteristik je nach Zielsetzung noch gezielter variieren.
TRAININGSINNOVATIONEN BY KING OF MACHINES
Mit der neuen HYBRID-Serie werden Weight-stack- und Plateloaded-Training erstmals in einer Maschine kombiniert. So kann wahlweise zwischen beiden Systemen gewechselt oder der Gewichtsblock bei Bedarf durch zusätzliche Gewichtsscheiben ergänzt werden.
Insgesamt zeigen die Neuheiten, wie sich biomechanische Präzision und praktische Trainingslösungen sinnvoll verbinden lassen.
WENN DER STAND ZUR TRAININGSFLÄCHE WIRD
Sobald William Bonac, Wesley Vissers, Christian Eckerlin, Jessica Bock, Coach Stef oder Majoe am Stand waren, wurde es sofort voll. Es wurde trainiert, gesprochen, gefilmt und gemeinsam angefeuert – sehr direkt und ohne Distanz zwischen Athleten und Besuchern.
Ein besonderes Highlight war der offiziell bestätigte Guinness-Weltrekord im Liegestütz. Der Rekord wurde direkt am Stand aufgestellt – ein Moment, der die gesamte Halle in Atem hielt und für ausgelassene Jubelstürme sorgte.
PREMIERE: MERCH DIREKT VOR ORT
STANDPARTY MIT MUSIK UND VOLLER FLÄCHE
Am Abend startete die Standparty mit einer Liveperformance der Eventband Sinfonia, die schnell für eine volle Fläche und durchgehend gute Stimmung sorgte. Im Anschluss brachte Eko Fresh zusätzlichen Schwung auf die Bühne und sorgte zusammen mit Ercandize für einen starken Moment des Abends.
Zum ersten Mal gab es einen eigenen gym80-Merchstand direkt auf der Messe. Die Kollektion konnte direkt gekauft werden und das wurde intensiv genutzt – viele Besucher liefen direkt mit ihren neuen Teilen weiter über das Gelände.
AUSTAUSCH AUF AUGENHÖHE
Das gesamte internationale gym80-Team war vor Ort und durchgehend im Gespräch mit Besuchern, Partnern und Kunden aus aller Welt. Der Austausch lief offen, direkt und auf Augenhöhe – von konkreten Projekten bis hin zu neuen Ideen.
DANKE
FÜR DIE FIBO 2026
Vier intensive Tage gehen zu Ende, geprägt von Training, Begegnungen aus aller Welt und vielen neuen Ideen – genau das macht den KING OF MACHINES aus. Danke an alle, die dabei waren. www.gym80.de
Paralympicsgold, Weltrekord und klare Haltung: Niko Kappel spricht über seinen Sieg in Rio, den Mut, in Möglichkeiten statt in Grenzen zu denken, und warum Team, Vertrauen und neue Wege entscheidend für Erfolg sind – im Sport wie im Berufsleben. Beim Aufstiegskongress 2026 steht er zudem als Keynote Speaker auf der Bühne und gibt Einblicke in seinen Weg und seine Erfolgsprinzipien.
fMi: Die Paralympics in Rio 2016: Dein Sieg und deine emotionale Reaktion im Stadion sind vielen bis heute im Kopf geblieben. Was ist dir damals durch den Kopf gegangen?
Niko Kappel: Ehrlicherweise erst mal gar nicht so viel außer dem Sieg. Während des Wettkampfs ging es mir auch gar nicht so sehr darum, dass es die Paralympics sind, sondern einfach darum: Ich habe heute die Chance, diesen
Text: Lena Henning
Wettkampf zu gewinnen. Vor solchen Events hält sich ja jeder immer ein bisschen bedeckt. Ich lag lange auf Platz zwei. Irgendwann haben wir dann gemerkt: Heute geht was. Es fehlt nicht viel. Im fünften Versuch habe ich dann genau diesen einen Zentimeter weiter gestoßen als der Zweitplatzierte und dann war einfach Freude da.
Ich bin direkt zu meinen Leuten gegangen, meiner Familie, meinen Teamkollegen, und habe mich mit ihnen gefreut. Viel Zeit, darüber nachzudenken, hat man in dem Moment gar nicht. Es geht alles Schlag auf Schlag. Man kommt aus dem Wettkampf, wird direkt von der Dopingkontrolle begleitet, geht durch die Mixed Zone, gibt Interviews. Dann steht die Siegerehrung an. Es ist ziemlich hektisch.
Der erste Moment, in dem ich wirklich Zeit hatte, das Ganze zu realisieren, war tatsächlich bei der Siegerehrung, als die Nationalhymne gespielt wurde. Also erst etwa zwei Stunden nach dem Wettkampf. Da kam es dann langsam an: Ich habe gerade die Paralympics gewonnen.
Du stehst für die Botschaft, dass wahre Größe nichts mit Körpermaß, sondern mit Haltung zu tun hat. Gab es auf deinem Weg einen Moment, in dem du selbst gemerkt hast: Jetzt denke ich nicht mehr in Grenzen, sondern in Möglichkeiten?
Das ist eigentlich kein einzelner Moment, sondern eine Entwicklung, vor allem durch den Sport. Der Sport hat mir schon als Kind und Jugendlicher viel gegeben, weil ich da gemerkt habe: Auch wenn ich kleiner bin und bestimmte Dinge vielleicht nicht so gut kann, gibt es andere Sachen, die ich dafür besonders gut kann. Ich habe lange Fußball gespielt. Dass ich kein Kopfballungeheuer bin, war mir schnell klar. Dann hast du zwei Möglichkeiten: Entweder du versuchst, das auszugleichen, und bist am Ende vielleicht sogar eher eine Schwäche fürs Team oder du sagst: Ich konzentriere mich auf das, was ich gut kann. Bei mir war das der Ball am Fuß, eine gute Schusstechnik. Das habe ich fürs Team eingesetzt.
Jeder Mensch hat seine Stärken. Wenn man sich ein Team anschaut, gibt es immer einen Grund, warum jemand im Tor steht, warum jemand in der Innenverteidigung spielt oder im Sturm. Es geht darum, zu erkennen, wo jemand gut ist und wie man ihn am besten einsetzt. Und das gilt nicht nur im Sport, sondern im ganzen Leben – im Beruf, im privaten Umfeld oder in der Freizeit.
Diese Haltung hat mich dann auch im Leistungssport weitergebracht. Ein Beispiel sind Kniebeugen. Da wurde mir oft gesagt: „Mach das lieber nicht mit so hohen Gewichten, das ist nicht gut für deinen Körper.“ Aber das waren häufig Einschätzungen von Menschen, die nie mit kleinwüchsigen
Leistungssportlern gearbeitet haben. Klar, wenn man jemanden unvorbereitet an hohe Belastungen heranführt, ist das problematisch. Wir haben dann irgendwann gesagt: Lass uns ausprobieren, was wirklich möglich ist. Das kam auch aus einer Phase, in der ich Probleme mit dem Knie hatte.
Die Idee war: gezielt Muskulatur aufbauen und gucken, ob es schlechter wird oder vielleicht sogar besser. Am Ende wurde es besser. Inzwischen liege ich bei einer Maximallast von 270 Kilo in der Kniebeuge bei einem Körpergewicht von 71 Kilo. Der deutsche Rekord liegt aktuell bei 258 Kilo.
Daran sieht man, was möglich ist. Und genau das hat mich über die Jahre begleitet: eher in Möglichkeiten zu denken als in Grenzen. Deswegen passt auch dieser Titel für mich so gut: dass wahre Größe nicht in Zentimetern gemessen wird, zumindest was das Sportliche angeht.
Was war in deiner Karriere bisher der Moment, in dem du am meisten gezweifelt hast und warum hast du trotzdem weitergemacht?
Der tiefste Einschnitt in meiner Karriere kam, bevor sie richtig begann. 2014 habe ich den Nachwuchsbundestrainern gesagt, dass ich nach dem nächsten Wettkampf aufhöre. Für mich war das damals klar, weil ich das Gefühl hatte, mich nicht mehr weiterzuentwickeln. Ich war damals 19 Jahre alt, hatte gerade meine Ausbildung beendet, war mit meiner ersten festen Freundin zusammengezogen – da waren einfach andere Themen wichtig. Dann haben sie mich noch einmal überredet, zur Junioren-WM zu gehen. Ich bin erneut JuniorenWeltmeister geworden und trotzdem war für mich klar, dass ich aufhören möchte.
Im Hintergrund haben sich die Nachwuchstrainer aber umgehört, ob sie einen passenden Trainer für mich finden. Direkt nachdem ich Junioren-Weltmeister geworden war, haben sie mich gefragt: „Wie wäre deine
Entscheidung, wenn du bei Peter Salzer trainieren dürftest?“ Peter Salzer ist im Kugelstoßen eine absolute Größe. Und ich damals: „Wenn ich bei Peter Salzer trainieren darf, dann probiere ich es noch einmal.“ Sie hatten mit ihm schon gesprochen und so bin ich Ende 2014 zu ihm gegangen. Ich wollte es einfach noch einmal versuchen. Ende 2014 hatte ich eine Bestleistung von 10,54 Metern, Ende 2015 habe ich schon 12,85 Meter gestoßen und Silber bei den Weltmeisterschaften der Erwachsenen gewonnen.
Daran sieht man, wie wichtig das richtige Umfeld und das richtige Team sind. Ich war vorher kein anderer Athlet. Aber Peter Salzer hat mir den Weg gezeigt und ich habe ihm vertraut. Das war entscheidend. Ich bin bis heute bei ihm, unser Verhältnis hat sich natürlich mit den Jahren verändert. Heute reden wir viel mehr gemeinsam über das, was wir tun. Das ist eine große Stärke von ihm. Deshalb war das damals eine sehr gute Entscheidung und ich bin den damaligen Nachwuchstrainern bis heute sehr dankbar. Sie haben Potenzial in mir gesehen und mich zum Weitermachen bewegt.
Du sprichst davon, dass Grenzen im Kopf entstehen. Gibt es bei dir noch heute Grenzen, an denen du arbeitest?
Ja, das begleitet einen immer wieder. Man fühlt sich da manchmal wie ein Kind, das immer wieder auf die heiße Herdplatte fasst. Im Sport selbst haben wir das, glaube ich, inzwischen ganz gut begriffen. Aber das betrifft einen eben nicht nur im Spor t, sondern auch in allem drumherum.
Ich bin als Sportler im Grunde auch ein kleines Unternehmen. Ich will mich weiterentwickeln, irgendwann werde ich mit der Karriere aufhören und auch über die Karriere hinaus will ich in dem Bereich bleiben, mit meinen Partnern weiterarbeiten und mich in den Themen weiterentwickeln, die ich außerhalb des Sportplatzes mache. Und da merkt man diese Grenzen auch immer wieder, wenn es darum geht, sich ein zweites Standbein aufzubauen: Wie mache ich das, was bin ich bereit zu geben? Ich predige Unternehmen oft: „Investiert in Marketing, lasst uns gemeinsam etwas aufbauen, überlegt euch, wo ihr hinwollt.“ Und irgendwann sitze ich selbst da
und denke: Warum mache ich das eigentlich nicht genauso? Ich bin ja auch ein Unternehmen, will Reichweite aufbauen und mich weiterentwickeln.
Daher stelle ich neben meinem Management, das mich schon toll unterstützt, noch jemanden direkt bei mir ein, der mir den Rücken freihält. Außerdem arbeiten wir gerade mit einer zweiten Agentur zusammen und überlegen, selbst Dinge zu produzieren – etwa eine Doku, Richtung Los Angeles oder in Bezug auf die Kniebeugen „Road to 300“. Da merke ich: Jetzt bin ich wieder so weit, den nächsten Schritt zu gehen. Denn Zeit zu investieren ist das eine. Bei Geld überlegt man noch einmal mehr. Ein Unternehmer ist das vielleicht eher gewohnt, ich muss da erst ein Stück weit reinwachsen. Aber irgendwann habe ich mir gesagt: Wenn ich es jetzt nicht mache, dann ärgere ich mich in drei Jahren immer noch und frage mich, was gewesen wäre.
Im Sport gehe ich genauso vor: Wenn ich etwas sehe, das ich ausprobieren will, dann probiere ich es aus. Dann weiß ich hinterher, ob es funktioniert oder nicht. Wenn man das in die Unternehmenswelt überträgt und Geld damit verbunden ist, fühlt es sich natürlich eher so an, als würde man auch etwas verlieren. Da ist die Hemmschwelle größer.
Einen Schritt außerhalb des Sports hast du bereits gemacht: Du stehst heute nicht nur im Kugelstoßring, sondern auch auf der Bühne. Was können Unternehmerinnen und Unternehmer sowie Studierende von deiner Geschichte und deinen Learnings auf sich übertragen?
Ich glaube, dass man viel aus dem Sport ins private und wirtschaftliche Umfeld übertragen kann. Für mich sind das im Wesentlichen drei große Aspekte. Der Erste ist: Jeder hat Stärken und Schwächen. Entscheidend ist, die Stärken auszubauen –innerhalb eines Teams, im Unternehmen oder privat. Als Geschäftsführer geht es darum, die Stärken von Mitarbeitenden herauszufinden und sie richtig einzusetzen. Und genauso auch bei sich selbst: die richtigen Schlüsse zu ziehen und zu wissen, wo die eigenen Stärken liegen.
Der Zweite ist, sich zu trauen, neue Wege zu ge hen. 2014 war das für mich ein großer Schritt. Damals haben wir auch meine Technik vom klassischen Angleiten auf den Drehstoß umgestellt. Zu der Zeit gab es den Drehstoß schon und auch erfolgreiche Athleten damit, aber die Olympiasieger und Paralympicssieger waren noch Angleiter. Peter hat trotzdem gesagt: Wir stellen das um, das ist die Zukunft. Zwei Jahre später waren der Olympiasieger und der Sieger im paralympischen Kugelstoßen bei den Kleinwüchsigen Drehstoßer. Also: Er hatte recht und wir haben rechtzeitig reagiert. Das kann man heute auch auf andere Entwicklungen übertragen, z. B. auf Künstliche Intelligenz. Man sollte vor allem die Chancen sehen. Das Thema kommt sowieso. Entweder wir sind dabei oder eben nicht.
Der dritte Punkt ist das Team. Mit wem arbeite ich zusammen? Wie stelle ich mein Team zusammen? Wie kann man sich gegenseitig bereichern? Das ist unglaublich wichtig, im Sport wie in der Berufswelt.
Deshalb sind das für mich die drei wesentlichen Punkte, die ich mitgeben möchte: die eigenen Stärken nutzen, sich trauen, neue Wege zu gehen, und das richtige Team an der Seite zu haben.
Jetzt hast du das Stichwort Künstliche Intelligenz bereits genannt. Wie nutzt du KI im Training und an welcher Stelle sagst du: Hier braucht es ganz klar weiterhin den Menschen, den Trainer und die Erfahrung? KI ist immer nur so gut wie das, was man hineingibt. Dafür braucht es gesunden Menschenverstand und die richtigen Prozesse. Die beste KI ist also nur so gut wie die Vorgaben und die Daten, mit denen man arbeitet. Sie spart aber natürlich viel Zeit und Aufwand.
Wir wollen KI an zwei Punkten einsetzen bzw. sind schon dabei. Das eine ist die technische Analyse. Die KI soll möglichst viele Stöße von mir und anderen Athleten der Trainingsgruppe aufnehmen und dann Rückschlüsse daraus ziehen, warum welche Stöße besonders gut sind. Sie soll also ein Tool sein, um technische Parameter auszuwerten und eine große Datenbank aufzubauen. Denn es ist sehr aufwendig, Stöße händisch aufzunehmen: Wie hoch ist die Abschussgeschwindigkeit? Wie ist der Winkel? Wie lange bin ich auf dem rechten Bein, wie lan-
ge auf dem linken? Und welche Weite kommt dabei heraus? Das wäre manuell einfach ein viel zu großer Aufwand. Die KI übernimmt das. Wir hoffen, daraus Rückschlüsse ziehen zu können, welche Parameter besonders gut funktionieren und für hohe Weiten wichtig sind.
Der zweite Bereich ist unsere Trainingssteuerung und Trainingsplanung. Seit 2021 habe ich lückenlose Daten zu meiner Physis. Ich habe jeden Tag zur gleichen Uhrzeit mein Körpergewicht erfasst, jeden Tag einen Sprungtest und einen Standstoßtest. Wir haben jetzt also fast fünf Jahre Daten. Angefangen haben wir damit, weil ich wissen wollte, wie meine Physis ist, und weil wir Verletzungen vorbeugen wollten. Wenn die Testergebnisse nach unten gehen, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass wir in Richtung Übertraining kommen. Dann ist die Gefahr groß, dass ich mich verletze oder mich ins Leistungstief trainiere. Durch die Daten haben wir uns extrem weiterentwickelt. Ich hatte 2021 eine Bestleistung von 14,30 Metern und in der Saison 2022 habe ich mein Niveau auf 14,99 Meter angehoben. Das ist ein Riesenschritt.
Das Wichtigste daran ist aber: Man muss sehr ehrlich zu sich sein. Wenn die Testergebnisse schlecht sind, muss man sie trotzdem eintragen. Das ist hart. Man braucht einen klaren Kopf, um sich dann auch einzugestehen: Okay, meine Werte sind schlecht, ich muss schauen, woran es liegt. Da gibt es meistens zwei Möglichkeiten: Entweder wir haben zu viel gemacht oder wir haben falsch trainiert. Und meistens liegt es eher daran, dass wir zu viel gemacht
haben. Auch da wollen wir KI einsetzen, damit wir noch mehr Schlüsse ziehen können. Uns ist zum Beispiel aufgefallen, dass ich in einem Fünf-Wochen-Trainingsplan immer am gleichen Tag besonders gut war. Dann haben wir uns gefragt, woran das liegt. Hier unterstützt die KI, denn solche Zusammenhänge herauszufinden ist sehr schwer und läuft sonst über Probieren.
Wie sieht denn für dich ein typischer Trainingstag aus und welche Rolle spielen dabei Aspekte wie Mobilität, Technikarbeit oder mentale Vorbereitung?
Ja, alles nimmt viel Raum ein. Wenn man meinen Trainingsalltag runterbricht, dann beginne ich mit einer halben Stunde Aufwärmen. Danach beschäftige ich mich ca. eine Dreiviertelstunde mit der Technik, also direkt mit dem Stoß. Das kommt am Anfang,
weil ich dann am frischsten bin. Danach geht es in den Kraftraum. Grob gesagt mache ich dreimal in der Woche schweres Krafttraining. Dazu kommen zwei- bis dreimal pro Woche Rumpftraining. Ergänzend kommt Athletik hinzu: Sprints und Sprünge.
Dann gibt es aber noch einen weiteren Parameter, und das ist alles, was im Kopf passiert. Auch da beschäftigen wir uns viel mit der Technik. Eine Trainingseinheit kann also auch mal so aussehen, dass ich mich in eine Ecke setze und meine Stoßtechnik visualisiere. Ich gehe die Bewegung Schritt für Schritt durch, einmal aus meiner eigenen Perspektive heraus und einmal so, als würde ich von außen auf mich schauen und sehen, wie das aussieht. Das ist ein Punkt, der oft unterschätzt wird. Wenn man das ordentlich macht, hilft das weiter.
Und dann geht es natürlich auch noch um Themen der mentalen Vorbereitung, vor
allem wenn es Richtung Großereignisse geht. Ehrlicherweise habe ich lange gesagt, dass ich das nicht so brauche. Ich hatte ein tolles Umfeld, es hat funktioniert und deshalb habe ich das eher weggelassen. Inzwischen haben wir angefangen, uns damit zu beschäftigen und das auch in den Trainingsalltag einzubauen. Und überraschenderweise macht es ziemlich viel Spaß. Wir wollen dafür jetzt auch noch jemanden zusätzlich ins Team holen. Das ist gerade ein spannendes Feld, in dem ich glaube, dass wir vielleicht noch ein paar Zentimeter herausholen können.
Du hast über Jahre hinweg konstant auf Weltklasseniveau performt, mit Titeln, Medaillen und sogar einem Weltrekord. Was war für dich schwieriger: an die Spitze zu kommen oder dort zu bleiben?
Dort zu bleiben, eindeutig. Man sieht das auch an meinen Paralympischen Spielen. Ich habe 2016 die Paralym-
pics gewonnen, bin 2017 Weltmeister geworden und dann hat es bis 2024 gedauert, bis ich wieder einen Titel gewonnen habe. Dazwischen habe ich zwar regelmäßig Medaillen gewonnen und auch einmal Weltrekord gestoßen, aber eben keinen Titel. 2024 habe ich dann wieder einen Titel gewonnen, dazu noch Silber bei den Paralympics. Das war für mich trotzdem eine Niederlage, weil wir dort gewinnen wollten. 2025 bin ich wieder Weltmeister geworden und habe den Titel damit verteidigt.
Deshalb ist es deutlich schwieriger, an der Spitze zu bleiben, als es 2016 war, an die Spitze zu kommen.
Natürlich hat sich auch alles weiterentwickelt. Ich habe 2016 mit 13,57 Metern gewonnen, inzwischen liegt der Weltrekord bei 15,07 Metern. Das Niveau ist gestiegen und das macht es natürlich noch schwerer.
Die größte Herausforderung ist dabei auch der Kopf. 2016 bin ich mit einer ganz anderen Erwartungshaltung in den Wettkampf gegangen. Ich war damals fast mit dem Mindset unterwegs: Kopf durch die Wand. Nach dem ersten Stoß wusste ich, dass ich eine Medaille sicher habe. Natürlich hofft man immer heimlich auf Gold – jeder Sportler will Gold gewinnen. Aber in dem Moment hatten wir gesagt: Okay, wir haben eine Medaille sicher, jetzt haben wir nichts mehr zu verlieren. Jetzt geht es nur noch darum, alles rauszuhauen. Das ist vom Mindset her deutlich einfacher.
Wenn ich heute auf Platz zwei oder drei liege und sage: Mein Ziel ist Gold, weil ich das schon einmal gewonnen habe und das wieder tun will, dann spielt das eine ganz andere Rolle. Genau deshalb ist es so schwer, wieder in dieses Mindset von 2016 hineinzukommen. Aus diesem Grund haben wir jetzt gesagt: Das ist ein Feld, mit dem sich Niko Kappel unbedingt beschäftigen sollte, damit in Los Angeles nicht dasselbe passiert wie in Paris, sondern wir dort hoffentlich wieder Gold gewinnen. Das ist das große Ziel.
Du engagierst dich auch über den Wettkampf hinaus. Welche Themen oder Projekte liegen dir dabei besonders am Herzen?
Was soziales Engagement angeht, ist für mich natürlich Inklusion ein großes Thema. Am einfachsten greifbar wird das oft beim Thema Behinderung, ob jemand im Rollstuhl sitzt, klein ist oder ihm ein Arm fehlt. Da geht es ganz konkret darum, am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen, Aufgaben zu finden und Wertschätzung zu erfahren.
Natürlich passiert schon viel im privaten Umfeld, aber auch in der Berufswelt. Und genau da kann es super funktionieren, wenn jemand eine Aufgabe hat, eine Leidenschaft findet und dafür sogar noch bezahlt wird. Ich hoffe, dass jeder seinen Platz in seinem Umfeld findet, dass jeder ein Hobby oder einen Sport findet – egal ob mit oder ohne Behinderung, egal woher jemand kommt oder in welcher Situation er ist. Und ich versuche, Barrieren abzubauen. Mein Ziel ist, dass Menschen keine Vorurteile haben und nicht um andere einen Bogen machen, weil sie Angst haben, etwas falsch zu machen. Ich möchte Berührung schaffen. Das schwingt auch in meinem Vortrag immer ein Stück weit mit.
Der zweite große Schwerpunkt ist natürlich der Sport. Ich habe eine gemeinnützige GmbH gegründet. Im letzten Jahr habe ich zum ersten Mal eine Abendgala aus meinem Netzwerk heraus organisiert. Dabei haben wir 21.000 Euro gesammelt und an soziale und inklusive Projekte gespendet. Mir ist wichtig, nicht nur selbst für diese Themen zu werben, sondern auch dort finanziell zu unterstützen, wo schon gute Arbeit geleistet wird. Auch meine Sponsoren und Partner freuen sich darüber, weil es gleichzeitig eine tolle Netzwerkveranstaltung ist. So kann man mit einem Abend Menschen zusammenbringen, Aufmerksamkeit schaffen, Projekte unterstützen und Themen sichtbar machen. Das ist etwas, das mir sehr wichtig ist.
Anzeige
Präsentation der „Eckdaten der deutschen Fitnesswirtschaft 2026“
Die Branche wächst und steht vor neuen Aufgaben
Am 18. März 2026 kamen über 100 geladene Gäste in Düsseldorf zusammen, um die aktuellen Entwicklungen der Branche zu diskutieren und einzuordnen. Bereits zu Beginn richtete Andrea Milz, Staatssekretärin für Sport und Ehrenamt des Landes NordrheinWestfalen, als politische Vertreterin einige einordnende Worte an die Teilnehmer und betonte die gesellschaftliche Bedeutung der Branche.
Gemeinsam mit der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement (DHfPG) und Deloitte wurden die neuesten Kennzahlen der „Eckdaten der deutschen Fitnesswirtschaft“ vorgestellt. Diese
zeichnen ein klares Bild: Die deutsche Fitness- und Gesundheitsbranche setzt ihren Wachstumskurs fort – wirtschaftlich stark, gesellschaftlich relevanter denn je und zugleich mit neuen Herausforderungen konfrontiert.
Text: Alexander Wulf
Prof. Dr. Thomas Wessinghage (DSSV)
Rekordzahlen und wachsende Marktbedeutung
Mit 12,36 Millionen Mitgliedern, einem Nettoumsatz von 6,25 Milliarden Euro und 9.647 Anlagen erreicht die Branche erneut Bestwerte. Auch die Marktdurchdringung steigt auf 14,8 Prozent der Bevölkerung. Besonders dynamisch entwickeln sich weiterhin Aggregatoren, die mit 1,47 Millionen sog. Mitgliederäquivalenten einen wesentlichen Beitrag zur Erweiterung des Marktes leisten.
Diese Zahlen unterstreichen, dass Fitness- und Gesundheitstraining für immer mehr Menschen ein fester Bestandteil ihres Lebensstils ist. Gleichzeitig wird deutlich: Die Branche hat sich endgültig als zentraler Akteur im Präventions- und Gesundheitsmarkt etabliert.
Wie bereits im Vorjahr zeigt sich damit erneut ein zentrales Muster: Wachstum ist kein kurzfristiger Effekt, sondern Ausdruck einer strukturellen Entwicklung hin zu mehr Gesundheitsbewusstsein in der Gesellschaft.
Zwischen Wachstum und Differenzierung
Trotz der positiven Gesamtentwicklung richtet sich der Blick der Branche zunehmend differenziert auf einzelne Zielgruppen.
Insbesondere die Generation der Babyboomer bleibt hinter den Erwartungen zurück.
Christina Linzenich, Geschäftsführerin der Linzenich Gruppe, ordnet die Entwicklung ein:
„Die Eckdatenstudie 2026 zeigt deutlich, dass wir insbesondere die Babyboomer nach der Corona-Zeit noch nicht ausreichend zurück in Bewegung gebracht haben – dabei ist gerade diese Zielgruppe auf Fitness und Gesundheit angewiesen. Für uns bedeutet das, stärker in ganzheitliche Gesundheitsangebote wie die Verbindung von Fitness und Physiotherapie zu investieren und gleichzeitig unsere Studios als attraktive Lebens- und Gesundheitsräume weiterzuentwickeln. Solche Kennzahlen sind essenziell, um Trends zu erkennen, den eigenen Standpunkt einzuordnen und gezielt Maßnahmen abzuleiten.“
Diese Einschätzung macht deutlich: Wachstum allein reicht nicht aus – entscheidend ist die gezielte Ansprache unterschiedlicher Zielgruppen und ihrer Bedürfnisse.
Prof. Dr. Jörg Loth (IKK Südwest)
Janosch Marx (fM & DSSV)
Neue Zielgruppen, neue Erwartungen
Parallel dazu gewinnen jüngere Zielgruppen weiter an Bedeutung. Sie bringen neue Erwartungen an Training, Erlebnis und Angebotsgestaltung mit – beeinflusst durch Digitalisierung, Social Media und veränderte Lebensstile.
Gertrud Wulf, Studioleitung 3lifesports, betont:
„Besonders auffällig war für mich der deutliche Rückgang bei den Babyboomern – ein Trend, den wir jetzt auch in unseren eigenen Zahlen genauer analysieren werden. Gleichzeitig zeigen die aktuellen Entwicklungen, wie wichtig es ist, nicht nur zu reagieren, sondern aktiv vorauszudenken: Die Branche verändert sich spürbar, vor allem durch jüngere Zielgruppen mit ganz neuen Erwartungen an Training und Erlebnis. Genau darauf richten wir unseren Fokus – mit gezielten Investitionen, einer umfassenden Modernisierung unseres Studios und einem Angebot, das stärker an den Lifestyle und die Impulse aus Social Media anknüpft.“
Damit bestätigt sich eine Entwicklung, die bereits im Vorjahr sichtbar war: Die Fitness- und Gesundheitsbranche wird viel-
fältiger, erlebnisorientierter und stärker von Lifestyleaspekten geprägt.
Investitionen als Schlüssel zur Zukunft
Die hohe Investitionsbereitschaft bleibt ein zentrales Merkmal der Branche. Rund 80 Prozent der Betriebe planen auch 2026 weitere Investitionen – sowohl in Infrastruktur als auch in Personal und digitale Lösungen.
Fabian Menzel, Co-CEO von XTRAFIT, bringt diese Perspektive auf den Punkt:
„Für mich ist die Eckdatenstudie jedes Jahr ein zentraler Gradmesser für die gesamte Branche – ein Termin, der seit Jahrzehnten Orientierung gibt und zeigt, wo wir wirklich stehen. Gleichzeitig geht es jetzt darum, diese Erkenntnisse konsequent in die Praxis zu übersetzen: Wir investieren sowohl in neue Standorte als auch gezielt in die Weiterentwicklung unserer bestehenden Studios, etwa durch funktionale Trainingsbereiche im HYROX-Stil und digitale Trainingslösungen wie EGYM. Entscheidend ist dabei auch, dass wir unsere tatsächliche Marktbedeutung klarer kommunizieren – wenn man alle Trainierenden einbezieht, sprechen wir von einer deutlich größeren Reichweite. Das ist
Stephan Schulan (all inclusive Fitness)
Prof. Dr. Sarah Kobel (DHfPG)
Andrea Milz (Staatssekretärin für Sport und Ehrenamt des Landes Nordrhein-Westfalen)
eine wichtige Grundlage, um der Branche auch politisch das Gewicht zu geben, das ihr zusteht.“
Seine Aussage greift einen weiteren wichtigen Punkt auf: die Bedeutung der Gesamtmarktbetrachtung inklusive Aggregatoren – ein Thema, das bereits in den Vorjahren zunehmend in den Fokus gerückt ist.
Qualifiziertes Personal als Erfolgsfaktor
Neben wirtschaftlichen Kennzahlen bleibt der Faktor Mensch entscheidend. Mit rund 167.100 Beschäftigten zählt die Branche zu den bedeutenden Arbeitgebern im Dienstleistungssektor. Gleichzeitig investieren über 95 Prozent der Betreiber in die Aus- und Weiterbildung ihrer Mitarbeitenden. Diese Entwicklung zeigt: Trotz Digitalisierung bleibt qualifiziertes Personal die Grundlage für nachhaltigen Erfolg und glaubwürdige Positionierung als Gesundheitsanbieter.
Die Branche als gesellschaftlicher Akteur
Die Präsentation der Eckdaten 2026 machte erneut deutlich, dass die Fitness- und Gesundheitsbranche weit über wirtschaftliche Kennzahlen hinausgeht. Sie ist ein zentraler Bestandteil der Gesundheitsversorgung und leistet einen wichtigen Beitrag zur Prävention.
Mit steigenden Mitgliederzahlen, wachsender gesellschaftlicher Relevanz und hoher Innovationsdynamik verfügt die Branche über eine stabile Grundlage für die Zukunft. Gleichzeitig erfordert die aktuelle Entwicklung klare strategische Antworten – insbesondere bei der Ansprache unterschiedlicher Zielgruppen, der Integration digitaler Lösungen und der Positionierung im Gesundheitsmarkt.
Wachstum mit Verantwortung
Die Eckdatenstudie 2026 zeigt eine Branche im Aufschwung –aber auch im Wandel. Zwischen Rekordzahlen, neuen Zielgruppen und steigenden Anforderungen wird deutlich: Die Fitness- und Gesundheitsbranche entwickelt sich zunehmend zu einem ganzheitlichen Gesundheitsanbieter. Oder anders formuliert: Sie bewegt nicht nur mehr Menschen – sie übernimmt auch mehr Verantwortung.
Die vollständige Studie „Eckdaten der deutschen Fitnesswirtschaft 2026“ ist jetzt erhältlich!
Preis: 99,– EUR (zzgl. Versand)
50 Prozent Ermäßigung für Schüler und Studierende bei Vorlage einer gültigen Bescheinigung, dafür info@fitnessmanagement.de kontaktieren.
Für DSSV-Mitglieder, Fördermitglieder und Studierende der DHfPG ist die Studie kostenfrei erhältlich. shop.fitnessmanagement.de
Gülizar Cihan (DSSV)
Christian Rump (XTRAFIT)
Der europäische Fitnessmarkt 2026
Deutschland behauptet Marktführerschaft
Beim European Health & Fitness Forum (EHFF) in Köln – traditionell am Vortag der FIBO –präsentierten Herman Rutgers, EuropeActive-Botschafter, und Deloitte-Partner Karsten Hollasch die Ergebnisse des aktuellen „European Health & Fitness Market Report 2026“. Die Zahlen zeigen deutlich: Der europäische Fitnessmarkt wächst, professionalisiert sich zunehmend und entwickelt sich immer stärker zu einem zentralen Gesundheitsmarkt. Für Betreiber von Fitness- und Gesundheitsanlagen im deutschsprachigen Raum ergeben sich daraus gleichermaßen Chancen wie strategische Herausforderungen.
Der „European Health & Fitness Market Report“ gilt seit Jahren als die wichtigste Marktanalyse der Branche in Europa. Die aktuelle Ausgabe basiert auf Daten von 54 großen Fitnessketten, 24 Marktexperten und nationalen Studien wie beispielsweise „Die Eckdaten der deutschen Fitnesswirtschaft“ des DSSV sowie einer europaweiten Verbraucherbefragung mit 11.250 Teilnehmern aus 20 Ländern.
Europäischer Fitnessmarkt auf Rekordkurs
Der europäische Fitnessmarkt erreicht 2025 einen neuen Höchststand. Insgesamt trainieren inzwischen 75,5 Millionen Menschen in Fitnessanlagen in Europa. Das entspricht einem Mitgliederwachstum von 5,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Gleichzeitig stiegen die Umsätze der Branche um 9,1 Prozent auf 39,1 Milliarden Euro. Auch die Zahl der Anlagen wuchs weiter. Europa zählt mittlerweile 67.515 Fitnessclubs und -studios – ein Plus von 2,8 Prozent. Die Penetrationsrate liegt bei 9,3 Prozent der Gesamtbevölkerung beziehungsweise bei 11,0 Prozent der Bevölkerung ab 15 Jahren.
Besonders bemerkenswert ist die zunehmende Marktkonzentration. Die 20 größten Fitnessunternehmen Europas vereinen inzwischen 20,9 Millionen Mitglieder auf sich und repräsentieren damit rund 28 Prozent des Gesamtmarktes. Für Betreiber bedeutet das: Der Markt wächst weiterhin solide, gleichzeitig nimmt der Wettbewerbsdruck durch große Ketten und internationale Player weiter zu.
Deutschland ist Europas größter Fitnessmarkt Gemessen an den Mitgliederzahlen behauptet Deutschland seine Position als größter Fitnessmarkt Europas. Die Umsätze stiegen von 5,8 auf 6,3 Milliarden Euro. Die Mitgliederzahlen legten von 11,7 auf 12,4 Millionen zu, was über 16 Prozent aller Mitglieder in Europa ausmacht. Großbritannien bleibt ebenfalls ein Schwergewicht der Branche. Dort stiegen die Umsätze sogar um 12,9 Prozent auf 7,6 Milliarden Euro, während die Mitgliederzahlen auf 12,2 Millionen anwuchsen. Besonders dynamisch entwickelt sich Spanien. Der spanische Markt wuchs 2025 um 13,1 Prozent auf 3,2 Milliarden Euro Umsatz. Gleichzeitig stiegen die Mitgliederzahlen um 8,3 Prozent auf 7,1 Millionen.
Der Report zeigt damit klar: Südeuropa gehört aktuell zu den Wachstumstreibern der europäischen Fitnessindustrie.
75,5 Mio. Gesamtmitglieder in Europa
Topnationen Platz 6–10
Abb. 1: Marktanteile der Mitglieder nach Nationen
Text: Janosch Marx
Foto:
Herman Rutgers EuropeActive-Botschafter
Karsten Hollasch Deloitte-Partner
Hier können Sie die
Fitness wird zum Mainstream
Ein zentrales Ergebnis der europaweiten Verbraucherbefragung: Fitness ist längst kein Nischenthema mehr. 64 Prozent der Europäer trainieren mindestens einmal pro Woche. Damit stieg der Anteil regelmäßiger Fitnesstreibender gegenüber 2023 nochmals um fünf Prozentpunkte.
Besonders aktiv zeigen sich Spanien mit 87 Prozent regelmäßigen Fitnesstreibenden, Großbritannien mit 78 Prozent sowie Schweden und Finnland mit jeweils 77 Prozent. Deutschland liegt mit 68 Prozent leicht über dem europäischen Durchschnitt. Österreich erreicht 64 Prozent, die Schweiz 60 Prozent.
Deutlich schwächer ausgeprägt ist die regelmäßige Fitnessaktivität dagegen in Belgien mit 46 Prozent, Frankreich mit 49 Prozent und Tschechien mit lediglich 42 Prozent. Für Betreiber im deutschsprachigen Raum ist das eine wichtige Erkenntnis: Der Markt besitzt weiterhin erhebliches Wachstumspotenzial –insbesondere mit Blick auf bislang inaktive Bevölkerungsgruppen.
Fitnessclubs gewinnen wieder an Bedeutung
Nach den starken Homefitness-Jahren während und unmittelbar nach der Pandemie verschiebt sich das Trainingsverhalten deutlich zurück in Richtung stationärer Anlagen. 51 Prozent der regelmäßigen Fitnesssportler trainieren inzwischen wieder in Fitnessanlagen. Das entspricht einem Plus von sechs Prozentpunkten gegenüber 2023.
Homefitness verliert immer weiter an Bedeutung. Der Anteil regelmäßiger Homefitness-Nutzer sank europaweit von 60 auf 55 Prozent. Outdoortraining ging sogar von 51 auf 42 Prozent zurück. Besonders interessant für Betreiber: Fitnessclubs bleiben innerhalb des Indoormarktes die dominierende Trainingsform. Drei Viertel aller Nutzer von Fitnessanlagen trainieren in klassischen Fitnessclubs. Spezialisierte Boutiqueund Special-Interest-Anbieter gewinnen zwar an Sichtbarkeit, bleiben insgesamt aber Nischenangebote.
Boutique, HYROX und Reformer-Pilates verändern den Markt
Gleichzeitig differenziert sich der Markt zunehmend aus. Besonders stark wachsen spezialisierte Trainingskonzepte. HYROX entwickelt sich europaweit zu einem wichtigen Wachstumsimpuls. Fitness First Germany integrierte 2025 als erster großer Anbieter dauerhaft HYROX-Trainingsflächen in alle Clubs. Auch Reformer-Pilates erlebt einen massiven Boom. Internationale Ketten wie Club Pilates expandieren zunehmend in europäische Märkte. Besonders hohe Nutzungswerte verzeichnet der Report in Griechenland, Italien und Irland. CrossFit® bleibt insbesondere in Frankreich, Spanien und den Niederlanden stark. Indoor Cycling-Studios erzielen hohe Relevanz in Großbritannien und den Niederlanden. Der Report zeigt deutlich: Fitness wird individueller, communityorientierter und erlebnisgetriebener. Für klassische Fitnessanlagen bedeutet das, bestehende Angebote gezielt weiterzuentwickeln und Nischenkonzepte sinnvoll in die eigene Positionierung zu integrieren.
Konsolidierung prägt den europäischen Markt Auch auf Unternehmensebene bleibt die Konsolidierung eines der dominierenden Branchenthemen. 2025 wurden europaweit 27 größere M&A-Transaktionen im Fitnessmarkt registriert. Die mit Abstand größte Übernahme war der Kauf von clever fit durch Basic-Fit. Allein diese Transaktion umfasste 493 Clubs in mehreren europäischen Ländern. Weitere bedeutende Deals:
• Benefit Systems übernahm die türkische MAC Group LifeFit Group integrierte FIT/One
• VivaGym expandierte weiter in Spanien
• Wellhub übernahm Urban Sports Club
Vor allem strategische Investoren treiben die Konsolidierung weiter voran. Gleichzeitig wächst die Bedeutung von Aggregatoren und Firmenfitnessanbietern. Bereits 60 Prozent der großen europäischen Betreiber kooperieren mittlerweile mit Fitnessaggregatoren wie Urban Sports Club bzw. Wellhub oder EGYM Wellpass.
Fazit: Die Branche wird erwachsener –und anspruchsvoller
Der „European Health & Fitness Market Report 2026“ zeigt eindrucksvoll, dass sich die europäische Fitnessindustrie in einer Phase nachhaltigen Wachstums befindet. Fitness entwickelt sich immer stärker vom klassischen Freizeitangebot hin zu einem integralen Bestandteil von Gesundheit, Prävention und Lifestyle. Für Betreiber im deutschsprachigen Raum ergeben sich daraus enorme Chancen. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Positionierung, Angebotsqualität, Digitalisierung und Zielgruppenverständnis. Die Gewinner der kommenden Jahre werden jene Unternehmen sein, die Training, Gesundheit, Community und digitale Services intelligent miteinander verbinden. Denn eines macht der Report ebenfalls deutlich: Die Zukunft der Fitnessbranche ist längst nicht mehr nur Training – sie ist Gesundheit, Erlebnis und langfristige Lebensqualität.
DSSV e. V. – Arbeitgeberverband Deutscher Fitness- und Gesundheits-Anlagen (Hrsg.). (2026). Eckdaten der
Report 2026. Brüssel: Hrsg.
Literaturliste
deutschen Fitnesswirtschaft 2026. Hamburg: Hrsg. EuropeActive (Hrsg.). (2026). European Health & Fitness Market
gesamte Studie erwerben:
„United let’s move.“
Die Branche ist gefragt
Die Fitness- und Gesundheitsbranche steht an einem entscheidenden Punkt: Noch nie war das Bewusstsein für Prävention, Bewegung und Gesundheit so hoch wie heute – und gleichzeitig bleibt das ungenutzte Potenzial enorm. Genau hier setzt die Brancheninitiative „United let’s move.“ an. Auch 2026 wird die Kampagne im Rahmen der Europäischen Woche des Sports fortgeführt – größer, vernetzter und wirkungsvoller als je zuvor.
Aus Sicht des DSSV ist klar: „United let’s move.“ ist weit mehr als eine Aktionswoche. Es ist ein strategisches Instrument, um die gesellschaftliche Relevanz unserer Branche sichtbar zu machen, die Politik aufzurütteln und gleichzeitig konkrete Wachstumspotenziale für jedes einzelne Studio zu erschließen.
Eine Initiative, die bewegt – und wächst
Die Entwicklung der vergangenen Jahre zeigt eindrucksvoll, welche Dynamik in der gemeinsamen Aktion liegt. Die Kampagne wächst kontinuierlich – sowohl in ihrer Reichweite
als auch in ihrer Wirkung. Das Rekordjahr 2025 hat dies eindrucksvoll unter Beweis gestellt: Über 1.500 Fitness- und Gesundheitsanlagen beteiligten sich aktiv. Insgesamt wurden rund 2,7 Millionen Trainingsbesuche verzeichnet.
Besonders bemerkenswert ist jedoch ein anderer Wert: Rund 120.000 Nichtmitglieder nutzten die Angebote, um erstmals Trainingserfahrungen zu sammeln. Genau hier liegt der Schlüssel für die Zukunft der Branche. Diese Menschen stehen exemplarisch für das enorme Marktpotenzial, das es noch zu erschließen gilt.
Text: Alexander Wulf
Erstes CEO-Breakfast auf der FIBO 2026: Austausch von rund 70 Vertreterinnen und Vertretern aus 50 Fitnessunternehmen
2026 noch mehr Reichweite durch neue Allianzen
Mit der Ausweitung auf Österreich geht „United let’s move.“ 2026 den nächsten logischen Schritt. Erstmals bündeln zwei Märkte ihre Kräfte und setzen gemeinsam ein starkes Signal für mehr Bewegung und Gesundheit in der Gesellschaft.
Gleichzeitig übernimmt Fitness First die Schirmherrschaft und führt die Initiative mit klarer Zielsetzung weiter: Fitness soll für möglichst viele Menschen zugänglich werden. Unterstützt wird die Kampagne weiterhin vom DSSV als zentralem Branchenpartner. Diese Entwicklung unterstreicht: „United let’s move.“ ist kein kurzfristiges Projekt, sondern eine wachsende Bewegung – getragen von der gesamten Branche.
Warum sich die Teilnahme für jedes Studio lohnt
Die Teilnahme an „United let’s move.“ 2026 bietet Fitness- und Gesundheitsanlagen konkrete unternehmerische Chancen. Besonders im Bereich der Neukundengewinnung zeigt die Kampagne ihre Stärke: Niedrigschwellige Angebote ermöglichen es, gezielt Menschen anzusprechen, die bislang keinen Zugang zur Fitnessbranche hatten – und daraus nachhaltige Mitgliedschaften zu entwickeln. Gleichzeitig profitieren Studios von einer klaren Imageaufwertung. Sie positionieren sich sichtbar als Gesundheitsanbieter und kompetente Partner in der Prävention – ein entscheidender Faktor für Vertrauen und langfristige Kundenbindung.
Ein wesentlicher Vorteil liegt zudem in den Netzwerkeffekten. Die gemeinsame Kampagne erzeugt eine Reichweite und mediale Präsenz, die einzelne Studios allein kaum erreichen können. Diese gebündelte Aufmerksamkeit stärkt die Wahrnehmung der gesamten Branche.
Darüber hinaus zahlt jede Teilnahme auf die Marktentwicklung ein. Indem neue Zielgruppen erschlossen werden, wächst der Gesamtmarkt – und damit auch die Perspektiven für jedes einzelne Studio.
„United let’s move.“ zeigt damit klar: Gemeinsames Handeln ist kein Gegensatz zum Wettbewerb, sondern die Grundlage für nachhaltiges Wachstum in der Fitnessbranche.
Verantwortung und Chance zugleich
Als DSSV sehen wir es als zentrale Aufgabe, die Rahmenbedingungen für Wachstum und Anerkennung der Branche zu schaffen. „United let’s move.“ ist dabei ein entscheidender Hebel. Denn Fitness- und Gesundheitsanlagen sind niedrigschwellige Zugangspunkte für Prävention, Bewegung und Gesundheitskompetenz – und damit ein unverzichtbarer Bestandteil eines zukunftsfähigen Gesundheitssystems.
Doch dieses Potenzial kann nur dann voll ausgeschöpft werden, wenn möglichst viele Marktteilnehmer aktiv mitwirken.
Jetzt Teil der Bewegung werden!
Die Botschaft ist eindeutig: „United let’s move.“ lebt von der Beteiligung. Ob inhabergeführtes Einzelstudio, Boutiquekonzept oder große Kette – jede Anlage zählt. Jede Teilnahme bringt uns als Branche einen Schritt weiter.
Wie können Studios an der Kampagne teilnehmen?
Einfach das Kontaktformular unverbindlich ausfüllen und weitere Informationen erhalten. Das Formular finden Sie unter: www.dssv.de/ulm
Gemeinsam haben wir die Chance, Millionen Menschen zu erreichen, neue Zielgruppen zu aktivieren und Fitness als festen Bestandteil eines gesunden Lebensstils in der Gesellschaft zu verankern.
Klare Regeln im Studio
Rauschfrei trainieren und arbeiten
Text: Gülizar Cihan
Alkohol, Cannabis und Drogen gefährden nicht nur Sicherheit und Gesundheit, sondern auch das Image des Studios. Spätestens seit der Cannabislegalisierung fragen sich daher viele Studioinhaber: Was gilt für Mitarbeitende – und was für Mitglieder? Klare Regeln sind Pflicht – für alle im Haus.
Die Legalisierung von Cannabis hat viele Diskussionen ausgelöst – auch in Fitnessstudios. Betreiber sehen sich nun mit neuen Fragen konfrontiert: Was gilt für Mitarbeitende? Dürfen Mitglieder nach dem Konsum trainieren? Wie weit reicht das Hausrecht? Und welche Verantwortung tragen Studiobetreiber im Alltag? Eines ist sicher: Der Konsum von Alkohol, Cannabis oder anderen Drogen hat im Fitnessstudio nichts zu suchen – weder hinter der Theke noch auf der Trainingsfläche. Das ist nicht nur eine Frage des Anstands, sondern der rechtlichen Sicherheit.
Alkohol während der Arbeitszeit
Für alle Angestellten im Fitnessstudio – egal ob Trainer, Thekenpersonal oder Reinigungskraft – gilt: Alkohol während der Arbeitszeit ist verboten. Bereits geringe Mengen beeinträchtigen Konzentration, Reaktionsfähigkeit und Urteilsvermögen. Im Umgang mit Trainingsgeräten oder Kunden kann das schnell gefährlich werden. Die rechtliche Grundlage ist eindeutig: Nach § 7 Absatz 2 der DGUV Vorschrift 1 dürfen Arbeitgeber niemanden beschäftigen, der nicht in der Lage ist, seine Arbeit sicher auszuführen. Beschäftigte wiederum sind nach § 15 Absatz 2 verpflichtet, sich selbst und andere nicht zu gefährden. Ein Mitarbeiter, der alkoholisiert arbeitet, verletzt also nicht nur seine arbeitsvertraglichen Pflichten, sondern
gefährdet aktiv andere. Arbeitgeber müssen in einem solchen Fall handeln: Sie dürfen – und müssen – die Person sofort von der Arbeit entbinden, um die Sicherheit im Betrieb zu gewährleisten.
Für Studiobetreiber empfiehlt es sich daher, ein schriftliches Alkoholverbot in Arbeitsverträgen oder internen Richtlinien festzuhalten. Eine klare Regelung schafft Sicherheit und vermeidet Diskussionen, etwa bei internen Feiern oder Veranstaltungen.
Cannabis- und Drogenkonsum während der Arbeit
Auch wenn Cannabis in Deutschland mittlerweile legal ist, ändert das nichts an der Situation im Fitnessstudio. Während der Arbeitszeit bleibt der Konsum von Cannabis und anderen Drogen strikt untersagt. Das neue Cannabisgesetz erlaubt zwar den privaten Besitz und Konsum, aber im § 5 Abs. 2 Nr. 3,4 KCanG ausdrücklich nicht in Sportstätten oder in der Nähe von Minderjährigen. Fitnessstudios fallen eindeutig unter diese Einschränkungen.
Damit ist klar: Der Konsum von Cannabis, Alkohol oder anderen berauschenden Substanzen ist während der Arbeitszeit und auf dem gesamten Studiogelände verboten. Das gilt für alle Beschäftigten, auch in Pausen oder in Umkleiden.
Zudem gilt: Wer unter Einfluss von Rauschmitteln steht, darf keine sicherheitsrelevanten Tätigkeiten ausführen. Schon bei erkennbaren Beeinträchtigungen – etwa unsicherem Verhalten, verlangsamten Reaktionen oder auffälligem Geruch – ist der Arbeitgeber verpflichtet, einzuschreiten. Eine Freistellung aus Sicherheitsgründen ist rechtlich zulässig und notwendig.
Alkohol und Drogen bei
Mitgliedern
Nicht nur Mitarbeitende, auch Mitglieder müssen sich an klare Regeln halten. Wer unter Alkohol- oder Drogeneinfluss trainiert, gefährdet sich selbst und andere. Die Reaktionsfähigkeit sinkt, die Unfallgefahr steigt –besonders an Geräten oder beim Hanteltraining. Fitnessstudios sind Orte, an denen körperliche Kontrolle und Achtsamkeit entscheidend sind. Hier greift die Verkehrssicherungspflicht: Nach § 823 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) sind Betreiber verpflichtet, Gefahren im Studio zu vermeiden. Wer einem offensichtlich berauschten Mitglied das Training ermöglicht, handelt fahrlässig.
Das Hausrecht gibt Betreibern die Möglichkeit, in solchen Fällen konsequent zu handeln. Sie dürfen den Zutritt verweigern oder das Mitglied vom Training ausschließen. Wichtig ist, dass diese Befugnisse in der Hausordnung klar geregelt sind. Empfehlenswert ist eine eindeutige Formulierung, etwa: „Das Mitbringen, der Konsum oder das Training unter Einfluss von Alkohol, Drogen oder anderen berauschenden Substanzen ist im gesamten Studio verboten. Bei Zuwiderhandlung kann ein Hausverbot ausgesprochen oder der Mitgliedsvertrag fristlos gekündigt werden.“ Solche Regelungen sind rechtlich wirksam und geben Betreibern eine klare Handlungsgrundlage.
Konsum vor der Arbeitszeit oder vor dem Training Nicht nur der Konsum während der Arbeit oder des Trainings ist problematisch, sondern auch die Nachwirkungen. Restalkohol oder die Wirkung von Cannabis können Stunden nach dem Konsum anhalten und die Reaktionsfähigkeit erheblich beeinträchtigen. Ein Trainer, der am Vorabend gefeiert hat, oder ein Mitglied, das kurz zuvor Cannabis konsumiert hat, ist möglicherweise nicht in der Lage, sicher zu handeln oder korrekt zu trainieren.
Für Arbeitgeber bedeutet das: Mitarbeitende, die noch unter Einfluss stehen, sind nicht arbeitsfähig. Sie dürfen nicht beschäftigt werden. Auch Mitglieder, die erkennbar beeinträchtigt sind, dürfen nicht trainieren. Die Verantwortung liegt bei der Studioleitung, die im Zweifel die Entscheidung treffen muss. Deshalb sollten in Arbeitsverträgen und Hausordnungen klare Klauseln stehen, die nicht nur den Konsum während der Arbeitszeit, sondern auch „in einem angemessenen Zeitraum vor Arbeitsbeginn oder Training“ untersagen.
Pflichten und Verantwortung der Betreiber
Fitnessstudiobetreiber tragen eine doppelte Verantwortung: Sie sind Arbeitgeber und gleichzeitig Betreiber einer Gesundheitseinrichtung. Gegenüber Mitarbeitenden gilt die Fürsorgepflicht (§ 618 BGB), gegenüber Mitgliedern die Verkehrssicherungspflicht (§ 823 BGB). Das bedeutet: Betreiber müssen ihre Beschäftigten und Kunden vor Gefahren schützen. Dazu gehört auch, sicherzustellen, dass niemand unter Rauschmitteleinfluss arbeitet oder trainiert. Wer diese Pflicht verletzt, riskiert im Schadensfall zivilrechtliche Haftung.
Im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung nach § 5 Arbeitsschutzgesetz sollten Fitnessstudios prüfen, welche Risiken durch Alkohol oder Drogen bestehen. Dazu zählen Tätigkeiten mit Unfallgefahr, etwa das Einweisen an Geräten, die Kursleitung oder der Kundenkontakt. Auf Grundlage dieser Analyse können Betreiber geeignete Maßnahmen ergreifen
Zeit
für smarte Clubs
Mit CenterCom läuft Ihr Studio auch dann, wenn keiner hinter dem Tresen steht:
Check-In & Check-Out: jederzeit personallos, per App oder Transponder.
Warenverkauf: bargeldlos, 24/7 und ohne Personal.
Kursbuchung: einfach und komfortabel, direkt über die MemberApp.
Vertragsverkauf: rund um die Uhr neue Mitglieder über die Website gewinnen.
Für Ihre Mitglieder heißt das: trainieren, wann sie wollen. Für Ihr Team: mehr Fokus auf das Wesentliche. Und für Sie? Ein Studio, das einfach funktioniert.
etwa klare Verbote, Schulungen und schriftliche Richtlinien. Auch wenn es kein gesetzliches „Null-Promille-Gesetz“ für den Arbeitsplatz gibt, sind Studios aus Sicherheitsgründen gut beraten, eine strikte Null-Toleranz-Politik zu verfolgen.
Kein Verbot für den privaten Konsum Wichtig ist die Unterscheidung zwischen privatem und betrieblichem Verhalten. Arbeitgeber dürfen ihren Beschäftigten nicht vorschreiben, ob sie in ihrer Freizeit Alkohol trinken oder Cannabis konsumieren. Das fällt unter das allgemeine Persönlichkeitsrecht. Entscheidend ist allein, ob der Konsum Auswirkungen auf die Arbeit hat. Wer also außerhalb der Arbeitszeit konsumiert, aber nüchtern und leistungsfähig zur Arbeit erscheint, begeht keine Pflichtverletzung.
Anders sieht es aus, wenn Restwirkungen oder Ausfallerscheinungen erkennbar sind. In diesem Fall darf der Arbeitgeber eingreifen und die Arbeit untersagen. Bei wiederholten Vorfällen sind Abmahnungen oder Kündigungen möglich. Auch bei Mitgliedern gilt: Der private Konsum ist ihre Sache – aber im Studio muss jeder in der Lage sein, sicher zu trainieren.
Klare Regeln schaffen Sicherheit
Damit im Alltag keine Unsicherheit entsteht, sollten Betreiber ihre Regeln eindeutig formulieren und offen kommunizieren. Dazu gehören schriftliche Verbote, Hinweisschilder im Studio und regelmäßige Informationen an das Personal.
Eine gute Praxis ist es, sowohl in Arbeitsverträgen als auch in der Hausordnung verbindlich festzuhalten:
• Kein Alkohol- oder Drogenkonsum während der Arbeit oder des Trainings.
• Kein Betreten des Studios unter Einfluss.
• Kein Konsum im Umfeld des Studios (z. B. Parkplatz, Außenbereich).
• Maßnahmen bei Verstößen, etwa Abmahnung, Freistellung, Hausverbot oder Kündigung.
Darüber hinaus empfiehlt es sich, die Mitarbeitenden im Umgang mit auffälligen Personen zu schulen. Ein ruhiges, respektvolles Vorgehen ist entscheidend, um Eskalationen zu vermeiden. In größeren Studios kann es hilfreich sein, eine interne Ansprechperson für Suchtprävention zu benennen.
Konsequenzen bei Verstößen
Verstoßen Mitarbeitende gegen das Verbot, kann der Betreiber arbeitsrechtliche Schritte einleiten. Bei einmaligen Verstößen ist eine Abmahnung oft ausreichend. Wenn jedoch eine Gefährdung vorliegt oder sich der Vorfall wiederholt, kann auch eine fristlose Kündigung gerechtfertigt sein.
Bei Mitgliedern sind Betreiber berechtigt, den Zutritt zu verweigern oder die Mitgliedschaft fristlos zu kündigen. Das gilt insbesondere, wenn durch das Verhalten andere gefährdet werden. Wichtig ist, dass jeder Vorfall dokumentiert wird –mit Datum, Beschreibung und Zeugen. So sind Betreiber im Streitfall abgesichert.
Kommunikation und Prävention
Ein professioneller Umgang mit dem Thema Alkohol und Drogen im Studio ist mehr als reine Kontrolle. Er zeigt Verant-
wortungsbewusstsein. Betreiber sollten das Thema offen ansprechen, in Mitarbeiterschulungen aufnehmen und in der Mitgliederkommunikation verankern.
Ein Hinweis auf der Website oder im Eingangsbereich („Training unter Einfluss von Alkohol, Cannabis oder anderen Drogen ist nicht gestattet“) wirkt präventiv und signalisiert Seriosität. Wer transparent kommuniziert, stärkt das Vertrauen der Mitglieder und schützt das eigene Image. Auch ein offener, menschlicher Umgang mit betroffenen Mitarbeitenden ist wichtig. Nicht jeder Regelverstoß ist böser Wille – manchmal steckt ein gesundheitliches oder psychisches Problem dahinter. In solchen Fällen können Gespräche, Unterstützungsangebote oder die Vermittlung an Beratungsstellen sinnvoll sein. Prävention bedeutet nicht nur Kontrolle, sondern auch Unterstützung.
Fazit
Die Legalisierung von Cannabis hat die Verantwortung der Fitnessstudiobetreiber nicht verringert, sondern erhöht. Alkohol, Drogen und Rauschmittel haben im Studio nichts verloren – weder bei Beschäftigten noch bei Mitgliedern. Wer als Betreiber klare Regeln schafft, sie konsequent durchsetzt und gleichzeitig offen kommuniziert, handelt rechtlich sicher und stärkt das Vertrauen seiner Mitarbeitenden und Kunden. Ein rauschfreies Studio ist nicht nur gesetzeskonform, sondern auch ein Zeichen für Professionalität, Sicherheit und Qualität.
DSSV-Mitglieder erhalten im Rahmen ihrer Mitgliedschaft eine kostenlose Rechtsberatung zu arbeitsund betriebsrechtlichen Fragen rund um Themen wie Alkohol-, Drogen- und Cannabiskonsum im Studio. Für individuelle Beratung oder konkrete Einzelfälle steht Ihnen die Rechtsabteilung des DSSV gerne zur Verfügung.
Gülizar Cihan, DSSV-Juristin
Als selbstständige Rechtsanwältin war Gülizar Cihan jahrelang in verschiedenen Fachrichtungen tätig. Gleichzeitig war sie einige Zeit in einem mittelständischen Unternehmen rechtsberatend aktiv. Seit August 2021 gehört sie zur Rechtsabteilung des DSSV und berät die Mitglieder vor allem in verwaltungsrechtlichen und arbeitsrechtlichen Fragen.
Tel.: 040 - 766 24 00, E-Mail: jurist@dssv.de
AUS DATEN WIRD INTELLIGENTES TRAINING
Die Personalized Adaptive Coaching Experience: Wo medizinische Präzision auf intelligentes Training trifft.
PACE verbindet medizinisch validierte Ergebnisse zur Körperzusammensetzung von seca mit der KI-gestützten Trainingsintelligenz von Matrix. Das Ergebnis: ein geführtes Trainingserlebnis, das sich an den individuellen Messwerten und Zielen jedes Mitglieds ausrichtet.
Durch die Verknüpfung von Körperanalyse mit smarten Cardio- und Kraftgeräten entwickelt PACE aus Daten konkrete Trainingspläne – und passt sich mit jeder Messung und jedem Training weiter an.
Für den Studioalltag entwickelt, lässt sich PACE nahtlos in bestehende Workflows integrieren und liefert personalisiertes Training ohne Mehraufwand.
Neue Fördermitglieder
Die neuen Fördermitglieder des DSSV e. V. stellen sich vor:
Bedarf.de – die Einkaufslösung für Fitness und Physio
Bedarf.de betreibt die branchenspezifischen Onlineshops fitness.bedarf.de und physio.bedarf.de. Die kuratierten Sortimente ermöglichen es Kunden, ihren gesamten Einkauf zentral abzuwickeln – von Zutrittskontrolle über Verbrauchsartikel bis hin zu individualisierten Logo-Produkten – alles aus einer Hand.
Bedarf.de SELECT – die Lösung für Ketten und Franchisemodelle Für mehrere Standorte bietet Bedarf.de SELECT eine ganzheitliche Einkaufslösung mit maximaler Kontrolle und Skalierbarkeit. Kunden profitieren von gebündelter Einkaufskraft, smarter Software, zuverlässiger Logistik. Jeder Mitarbeiter kann im individuellen Online-Shop einkaufen: SELECT-Kunden erhalten einen exklusiven Online-Shop für eigene Standorte sowie ein zentrales Einkaufssystem (Budgets, Freigaben, Bestände u. v. m.). Lagerkapazitäten für kundenspezifische Produkte ermöglichen den Einkauf größerer Mengen zu attraktiveren Preisen, die bedarfsgerecht versendet werden.
www.bedarf.de
NAOMI FITNESS DESIGN – individuelle Trainingszonen für Fitnessclubs
NAOMI FITNESS DESIGN entwickelt und produziert seit über zehn Jahren maßgeschneiderte Trainingszonen für große Fitnessketten sowie unabhängige Clubbetreiber. Die Projekte reichen von weitläufigen Functional-Training-Bereichen bis hin zu kompakten Personal-Training-Zonen. Die Konzepte verbinden Krafttraining, funktionelles Training und Boxing-Elemente zu klar strukturierten, charakterstarken Trainingsflächen, die exakt auf das jeweilige Clubkonzept abgestimmt sind.
Individuelle Umsetzung und Produktion in Polen
Jede Trainingszone wird von Grund auf individuell geplant – mit frei wählbarer Anordnung, Farbgestaltung, Materialien und vollständiger visueller Personalisierung. Die Produktion erfolgt in Polen. Lösungen von NAOMI FITNESS DESIGN sind heute in Fitnessanlagen in zahlreichen internationalen Märkten im Einsatz.
www.naomifitnessdesign.com
Unternehmensübersicht
SHUA Fitness wurde 1996 gegründet und ist an der Shanghai Stock Exchange notiert. Das Unternehmen ist einer der weltweit führenden Anbieter von Fitnessgeräten und -lösungen. Als „wissenschaftlicher Fitnessdienstleister“ positioniert, verbindet das Unternehmen Produktinnovation mit datengestützten Fitnesstechnologien.
Produkte und Lösungen
SHUA bietet ein umfassendes Portfolio für den privaten, gewerblichen und öffentlichen Fitnessbereich, darunter intelligente Cardio- und Kraftgeräte sowie digitale Fitnesssysteme. Sein Ökosystem kombiniert Geräte, Software und Dienstleistungen, um wissenschaftlich fundiertes Training und nutzerorientierte Erlebnisse zu bieten.
Globale Präsenz
SHUA ist in über 110 Ländern tätig, unterstützt mehr als 32.000 Einrichtungen und bedient jährlich Hunderte Millionen Nutzer. Als umsatzstärkste Marke für Fitnessgeräte in China expandiert SHUA weltweit weiter, wobei der Fokus auf Innovation, Qualität und strategischen Partnerschaften liegt.
www.shuafitness.com
www.dssv.de/event2026
Erleben. Vernetzen. Inspirieren lassen.
Nach den unvergesslichen Veranstaltungen auf der Baleareninsel Mallorca, die für viele Teilnehmende weit mehr als nur ein Event waren, beginnt 2026 ein neues Kapitel. Der DSSV lädt Sie ein, vom 20. bis 23. Oktober 2026 Teil eines der wichtigsten Branchentreffen der Fitnessund Gesundheitsbranche zu werden – und dieses Mal an einem neuen, ganz besonderen Ort: in der pulsierenden Küstenstadt Málaga an der Costa del Sol. Ein Ort, der mit seinem mediterranen Lebensgefühl, seiner Energie und seinem Charme wie geschaffen ist für Begegnung, Inspiration und Austausch.
Freuen Sie sich auf ein neues, exklusives Veranstaltungshotel, das modernes Design mit entspannter Atmosphäre verbindet. In direkter Nähe zum Meer entsteht eine Umgebung, die nicht nur Raum für hochwertige Inhalte bietet, sondern vor allem für echte Gespräche, neue Kontakte und nachhaltige Verbindungen.
Denn genau das macht das DSSV-Event aus: der persönliche Austausch. Hier treffen Betreiberinnen und Betreiber auf ausgewählte Fördermitglieder und damit Partner, Gerätehersteller
und Dienstleister – Menschen, die die Branche bewegen und gestalten.
Das vielseitige Programm 2026 bietet die perfekte Mischung aus fachlichem Input und eindrucksvollem Erlebnis. Spannende Vorträge, praxisnahe Impulse und gemeinsame Aktivitäten sorgen dafür, dass Sie nicht nur neues Wissen mitnehmen, sondern auch echte Motivation und frische Energie für Ihren beruflichen Alltag. Doch das wahre Highlight lässt sich nicht planen: Es sind die Begegnungen zwischen den Programmpunkten, die Gespräche am Rande, das Netzwerken in entspannter Umgebung – genau hier entsteht der Mehrwert, der das DSSV-Event so besonders macht.
Seien Sie dabei, wenn sich die Branche trifft. Nutzen Sie die Gelegenheit, wertvolle Kontakte zu knüpfen, sich inspirieren zu lassen und aktiv an der Zukunft der Fitness- und Gesundheitsbranche mitzuwirken.
Sichern Sie sich jetzt Ihren Platz – und werden Sie Teil dieses besonderen Branchentreffens.
Neue Balance im Bodybuilding
Bodybuilding erlebt aktuell eine bemerkenswerte Transformation. Was lange Zeit vor allem mit Extremformen, Wettkampf und maximalem Muskelaufbau assoziiert wurde, entwickelt sich zunehmend zu einem facettenreichen Lebensstil – geprägt von Ästhetik, Gesundheitsbewusstsein und Individualität. Die „nächste Generation Bodybuilding“ steht für einen Perspektivwechsel, der weit über die klassische Trainingslogik hinausgeht.
Junge Zielgruppen nähern sich dem Krafttraining heute mit anderen Erwartungen. Es geht nicht mehr ausschließlich um Masse, sondern um Balance: um einen leistungsfähigen, gesunden und zugleich ästhetischen Körper, der in den Alltag integriert ist. Regeneration, Ernährung, mentale Gesundheit und langfristige Belastbarkeit sind dabei gleichwertige Bestandteile dieses neuen Verständnisses. Bodybuilding wird damit anschlussfähig an gesellschaftliche Trends wie Longevity, Self-Optimization und ganzheitliche Gesundheit.
Diese Entwicklung eröffnet der Fitness- und Gesundheitsbranche große Chancen. Studios und Anbieter, die Bodybuilding nicht isoliert, sondern als Teil eines gesundheitsorientierten Gesamtkonzepts positionieren, können neue Zielgruppen erschließen und bestehende Mitglieder langfristig binden. Entscheidend ist dabei die Qualität der Betreuung: Trainingssteuerung, individuelle Zieldefinition und fundierte Aufklärung gewinnen weiter an Bedeutung.
Gleichzeitig fordert dieser Wandel auch ein Umdenken. Extreme Inszenierungen und kurzfristige Erfolge verlieren an Relevanz gegenüber nachhaltigen Fortschritten und einem verantwortungsvollen Umgang mit dem eigenen Körper. Authentizität ersetzt Übertreibung, Wissen ersetzt Mythen. Die nächste Generation Bodybuilding ist damit auch ein Beitrag zur Professionalisierung unserer Branche.
Wenn wir diesen Trend aktiv gestalten, können wir zeigen, dass Bodybuilding weit mehr ist als ein Nischensport – nämlich ein moderner Ausdruck eines gesundheitsbewussten Lebensstils.
Ihr Thomas Wessinghage 1. Vorsitzender des DSSV e. V.
Prof. Dr. Thomas Wessinghage
Prof. Dr. Thomas Wessinghage 1. Vorsitzender des DSSV e. V.
Sichere dir 48 Rollen PREMIUM-WIPES für 765,60 € und erhalte 2 ROUND UP gratis im Wert von 498,00 €!
Sofort verfügbar zzgl. MwSt. und Versand
Mit Leidenschaft zum Erfolg
Dual studieren, stark wachsen
Lea Oberfichtner hat ihre Leidenschaft zum Beruf gemacht und zeigt eindrucksvoll, wie das duale Studium an der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement (DHfPG) Theorie und Praxis verbindet. Heute arbeitet sie als Trainerin und verfolgt ambitionierte sportliche Ziele. Ihr Weg steht exemplarisch für Entwicklung, Motivation und echten Mehrwert im Studioalltag.
Als Lea Oberfichtner im ctksportpark in Neusitz ihren Arbeitsalltag beginnt, bringt sie mehr mit als Fachwissen: Sie bringt echte Leidenschaft. Mit Fitnesstraining begann sie früh, zunächst aus Unsicherheit und dem Wunsch, einem Ideal zu entsprechen. „Ich habe angefangen zu trainieren, um gegen meinen Körper zu arbeiten“, erinnert sie sich. Heute ist das anders: Training bedeutet für sie persönliches Wachstum – körperlich wie mental. Im Bodybuilding fand sie schließlich einen Zugang, bei dem sie nicht mehr gegen, sondern mit ihrem Körper arbeitet.
Mit dem dualen Bachelor-Studium Fitnesstraining an der DHfPG hat sie den Grundstein gelegt, diese Entwicklung auch anderen zu vermitteln. Direkt nach dem Abitur entschied sie sich daher bewusst für diesen Weg: „Mein Traum war es, beruflich diese Faszination für Sport und Bewegung weiterzugeben. Und ich wollte nicht erst Jahre nur Theorie lernen, sondern das Gelernte direkt im Studio anwenden.“
Theorie, die in der Praxis wirkt
Im Studioalltag profitiert die 22-Jährige täglich von ihrem breit aufgestellten Wissen. Ob Trainingsplanung, Ernährungsberatung oder der Umgang mit unterschiedlichen Zielgruppen – das Studium hat sie gezielt vorbereitet. Besonders wertvoll: die Kombination aus Trainingswissenschaft, Ernäh-
rungslehre und wichtigen Soft Skills. Für Betreiber bedeutet das einen echten Mehrwert: Dual Studierende wie Lea Oberfichtner sind vielseitig einsetzbar, übernehmen Verantwortung und bringen fundiertes Know-how direkt in den Betrieb ein. „Ich kann individuell auf Trainierende eingehen und mein Unternehmen in vielen Bereichen unterstützen“, beschreibt sie ihren Arbeitsalltag.
Auch im Umgang mit Risikogruppen fühlt sie sich sicher: Das Verständnis für orthopädische und internistische Zusammenhänge ermöglicht es ihr, professionell und selbstbewusst zu arbeiten. Ein klarer Vorteil für die Qualität im Studio.
Disziplin trifft Entwicklung
Ihre Leidenschaft für Bodybuilding prägt nicht nur ihren Sport, sondern auch ihre berufliche Haltung. Disziplin, Zielstrebigkeit und Selbstorganisation hat sie sowohl im Studium als auch im Training weiterentwickelt. Diese Kompetenzen bringt sie täglich ins Studio ein. Was sie antreibt? „Das Gefühl, Menschen zu motivieren und ihnen zu helfen, ihr persönliches Ideal zu verwirklichen.“
Damit steht die Fitnesstrainerin (B. A.) exemplarisch für das, was dual Studierende der DHfPG auszeichnet: Sie verbinden Fachkompetenz mit echter Begeisterung und werden so zu wichtigen Impulsgebern für den Erfolg moderner Fitness- und Gesundheitsanlagen.
Ihr Tipp für Studierende
Glaubt an eure Leidenschaft und bleibt stets wissbegierig, während und nach dem Studium. Man lernt nie aus und kann aus so vielen Bereichen Wissen und Erkenntnisse mitnehmen. Kreiert euer ganz persönliches Ideal von euch selbst.
Zur ganzen Erfolgsgeschichte unter: www.dhfpg.de/loberfichtner
Deutsche Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement
University of Applied Sciences
Gemeinsam die Fachkräfte von morgen ausbilden
Sichere dir qualifizierte Nachwuchskräfte und stärke dein Unternehmen nachhaltig. Mit unseren dualen Bachelor-Studiengängen verbindest du wissenschaftliche Kompetenzen mit direkter Praxiserfahrung im Betrieb – und entwickelst Talente genau dort, wo sie später Wirkung entfalten.
Unsere Bachelor-Studiengänge:
• Fitnessökonomie
• Sport- und Bewegungstherapie
• Gesundheitsmanagement
• Sportökonomie
• Fitnesstraining
• Ernährungsberatung
• Sport-/Gesundheitsinformatik
Jetzt Beratungstermin vereinbaren:
EGYM: FIBO 2026 der Rekorde
Anspruch als Betriebssystem der Fitnessbranche
EGYM zieht nach der FIBO 2026 eine überragend positive Bilanz – und richtet den Blick auf seine Kunden und Partner. „Dieser Erfolg ist nur möglich, weil uns unsere Kunden seit Jahren ihr Vertrauen schenken und unseren Weg aktiv mitgehen“, sagt Jan Scherzer, VP Sales DACH bei EGYM. „Wir bleiben im engen Austausch, hören genau zu und entwickeln unsere Lösungen konsequent entlang der Anforderungen unserer Kunden und Partner weiter.“
EGYM verzeichnete die stärkste Gesamtperformance seit der ersten Messeteilnahme 2012 – getragen von einer außergewöhnlich hohen Nachfrage nach integrierten Lösungen. Unter dem Leitmotiv, Fitness als skalierbare Präventionsplattform zu etablieren, positionierte sich EGYM mit einem über 1.000 Quadratmeter großen Stand als zentraler Anlaufpunkt für Betreiber, Investoren und Branchenexperten.
Hohe Nachfrage nach integrierten Lösungen
Mit mehr als 6.200 registrierten Besuchern und über tausend
Walk-ins verzeichnete EGYM einen neuen Rekord. Rund 190 Mitarbeiter begleiteten die Gäste durch das vollständig integrierte Ökosystem – von der Trainingsfläche bis hin zur digitalen Steuerung. Die hohe Frequenz am Stand unterstreicht vor allem eines: Betreiber suchen zunehmend nach ganzheitlichen, skalierbaren Lösungen statt isolierter Einzelprodukte.
Smart Strength Series 3: Effizienz und Nutzererlebnis im Fokus
Im Zentrum stand die neue Smart Strength Series 3. Neben Design und Ergonomie – etwa durch Displays auf Augenhöhe
und optimierte Biomechanik – überzeugte vor allem die nahtlose Integration in den Trainingsprozess. Geräte stellen sich automatisch auf Basis individueller Trainingspläne ein, NFC ermöglicht einen schnellen Login. Für Betreiber bedeutet das: standardisierte Trainingsqualität bei gleichzeitig reduziertem Betreuungsaufwand. Für Mitglieder entsteht ein durchgängiges, personalisiertes Trainingserlebnis.
EGYM Genius AI als Skalierungshebel
Ein zentraler Treiber ist die Integration von EGYM Genius AI. Die KI erstellt individuelle Trainingspläne auf Basis von Milliarden Trainingsdaten und verbindet sämtliche Geräte und Anwendungen im Studio. Damit wird Trainingssteuerung nicht nur präziser, sondern auch skalierbar – ein entscheidender Faktor für Mehranlagenbetreiber und wachstumsorientierte Studioketten. Zusätzliche Impulse lieferte das neue Longevity-Programm, das gezielt auf gesundes Altern einzahlt und damit neue Zielgruppen adressiert.
Prominenz als Frequenz- und Content-Treiber
Für zusätzliche Aufmerksamkeit sorgte eine hohe Dichte an bekannten Persönlichkeiten aus Sport und Medien: Neben vielen anderen Branchengrößen waren Mimi Kraus, Matthias Glarner, Jürgen Hingsen, Imke Salander, Prof. Dr. Ingo Froböse, Dennis Gries, Dee Jackson, Claudio Breitscheidel, Julian Klein und Markus Othmer vor Ort. Sie traten in interaktiven Formaten mit Besuchern in den Austausch – oder in den sportlichen Wettkampf – und sorgten für zusätzliche Reichweite, sowohl auf der Fläche als auch in den sozialen Medien.
Klare strategische Stoßrichtung
„Wir bauen die Infrastruktur hinter erfolgreichem Training –mit dem Ziel, Fortschritt für Betreiber und Mitglieder messbar und skalierbar zu machen und unsere Vision zu realisieren, das Gesundheitswesen von Reparatur auf Prävention umzustellen“, erklärte Jan Scherzer. Der Fokus liegt klar auf Effizienz, Datenintegration und konsistenter Qualität über alle Standorte hinweg.
Fazit
Die FIBO 2026 zeigt deutlich: Der Markt bewegt sich in Richtung integrierter Plattformen. EGYM nutzt diese Dynamik konsequent und positioniert sich als Betriebssystem der Branche – mit messbaren Effekten: Studien zeigen eine um 19 Prozent höhere Kundenbindung innerhalb des EGYM Ökosystems.
Die Auslieferung der Smart Strength Series 3 startet im Juli 2026.
Alle Infos zu den FIBO-Innovationen gibt es hier:
Kontakt: EGYM SE sales@egym.com
Erfolg durch Personal, Teil 3
DIE TRAININGSBETREUUNG
Text: Prof. Dr. Sarah Kobel
Während der Corona-Pandemie stand die Branche vor einer zentralen Frage: Kehren die Menschen zurück in die Studios oder bleibt das Training der Zukunft digital? Die aktuellen Zahlen liefern eine klare Antwort: Noch nie trainierten so viele Menschen in Fitnessanlagen wie heute. Doch es stellt sich eine neue Herausforderung: Wie stark setzen technologische Entwicklungen bestehende Geschäftsmodelle unter Druck und wird persönliche Betreuung durch Digitalisierung ersetzbar? Die Antwort darauf liegt im Kern der Dienstleistung selbst: in der Trainingsbetreuung. Sie ist Türöffner für neue Kunden und ein zentraler Faktor der Kundenbindung. Die Erwartungen an die Trainingsbetreuung aber sind facettenreich, individuell und durch Künstliche Intelligenz zunehmend schnelllebig. Teil 3 unserer Reihe zeigt, wie gute Trainingsbetreuung gerade heute zum echten Wettbewerbsvorteil wird.
TRAININGSBETREUUNG WIRD ZUM ENTSCHEIDENDEN ERFOLGSFAKTOR
Die Fitnessbranche ist heute von einer enormen Vielfalt geprägt. Unterschiedliche Ausrichtungen der Anlagen, von Gesundheitsanbietern über Lifestylekonzepte bis hin zu leistungsorientierten Studios, treffen auf unterschiedliche Ziele, Voraussetzungen und Lebensrealitäten der Menschen. Im Optimalfall finden diese Seiten zusammen.
So wird der Kundennutzen, den eine Fitnessanlage bedienen kann und will, zum Ausgangspunkt strategischer Entscheidungen und operativer Maßnahmen. Die Trainingsbetreuung steht hierbei im Mittelpunkt, denn sie definiert, was Menschen auf der Trainingsfläche erwarten dürfen.
Selbstverständnis der Branche macht
Heterogenität der Betreuung sichtbar
Der Markt weist unterschiedliche Betreuungsgrade auf: von selbstorganisierten Trainingsumgebungen ohne Betreuung bis hin zu Einrichtungen mit individueller Betreuung durch qualifiziertes Trainerpersonal. Diese unterschiedlichen Konzepte machen die Akteure der Branche in einem gemeinsamen Selbstverständnis sichtbar (DSSV, 2026a). Dabei wird nicht über die Richtigkeit unterschiedlicher Betriebskonzepte entschieden; es muss nur sichergestellt sein, dass Interessenten sich dieser Unterschiede bewusst sind, um das für sie optimale Betreuungskonzept wählen zu können.
Digitale vs. menschliche Betreuung
Smart-Gyms, also automatisierte Trainingskonzepte, machen aktuell etwas mehr als sechs Prozent der Anlagen im Gesamtmarkt aus (DSSV, 2026b). Sie ergänzen dabei das Angebot, statt es zu kannibalisieren. Neun von zehn Personen ohne Mitgliedschaft (90,2 %) geben an, sich im Falle einer Mitgliedschaft für ein Studio mit Personalbetreuung zu entscheiden. Gleichzeitig sehen Trainierende in personalbetriebenen Anlagen digitale Betreuung keinesfalls als gleichwertig zu menschlicher Betreuung vor Ort (Kobel & Marx, 2025).
Warum Transparenz Vorbehalte reduzieren kann
Die Offenlegung, welche Form der Betreuung und welche fach-
liche Kompetenz in den Fitnessanlagen zur Verfügung steht, ist wesentlich für den Erfolg der Branche, denn: Menschen ohne Mitgliedschaft glauben, wenig von der Betreuung erwarten zu können, weil sie an der Qualifikation der Mitarbeitenden zweifeln („kein Fachpersonal“, „nur Laien“; Kobel & Marx, 2025). Transparenz schafft Orientierung, klare Erwartungen sowie das nötige Vertrauen und kann so die Entscheidung für Fitness überhaupt erst bedingen.
Vor dem Hintergrund digitaler Konzepte im Markt muss den Interessenten dabei mehr beantwortet werden als die Frage: Gibt es Trainingsbetreuung vor Ort oder findet diese digital statt? Entscheidend ist vielmehr die Auswahl zwischen qualitativer und individueller Betreuung vor Ort einerseits und digitaler Begleitung andererseits. Dazwischen darf nichts sein, reine Aufsicht darf nicht als Betreuung deklariert werden. Oberstes Credo muss es sein, geschürte Erwartungen an die Trainingsbetreuung auf der Fläche unbedingt einzulösen. Wenn fehlendes Vertrauen in die Kompetenz ein zentrales Markthindernis darstellt, ist Qualifikation ein Instrument zur Markterschließung.
Fachliche Expertise als Basis
Fachliche Kompetenz ist, unabhängig vom jeweiligen Konzept, die notwendige Basis der Betreuung und Grundlage des Anspruchs, den die Branche mit ihrer Dienstleistung verfolgt. Auch KI-gestützte Betreuungssysteme sind heute in der Lage, fundiertes Trainingswissen bereitzustellen. Dennoch zeigt sich eine klare Erwartungshaltung der Mitglieder: 71,2 Prozent sind der Auffassung, dass Betreuung immer persönlich stattfinden sollte, 79,1 Prozent messen der Qualifikation der Trainer eine hohe Bedeutung bei (Kobel & Marx, 2025). Menschliche Betreuung wird damit gewünscht und an hohe fachliche Standards geknüpft. Die Anforderungen an die Fachkompetenz variieren je nach Trainingsmotiven der Mitglieder. Die Erwartungen an einen Gesundheitsanbieter unterscheiden sich von jenen an einen lifestyleorientierten oder leistungsfokussierten Anbieter. Entscheidend ist die Passung zwischen Positionierung und Qualifikation, um Kundenerwartungen tatsächlich zu bedienen.
Unterschiedliche Kundenerwartungen
Und diese Erwartungen sind vielfältig (Kobel & Küstner, 2024): Während Trainingsbeginner, ältere Menschen oder Personen nach einer Verletzung vor allem Sicherheit und fachkompetente Unterstützung bei Übungsauswahl und -ausführung benötigen, suchen andere Orientierung bei der Zieldefinition. Für einige steht der soziale Aspekt im Vordergrund, andere verfolgen konkrete Leistungsziele und erwarten eine spezifisch auf ihre Anforderungen abgestimmte Trainingsgestaltung und -begleitung. Es gibt Mitglieder, die Unterstützung benötigen, ohne aktiv danach zu fragen, während andere bewusst eigenständig trainieren und nur bei Bedarf Unterstützung suchen. Trainingsbetreuung muss dieser Vielfalt gerecht werden. Nicht durch standardisierte Lösungen, sondern durch eine situationsgerechte, individuelle Ausgestaltung.
Emotionale Intelligenz als Qualitätsmerkmal
Die unterschiedlichen Erwartungen an die Betreuung sind Alltag auf der Trainingsfläche. Die Herausforderung besteht darin, diese auch dann sensibel wahrzunehmen, wenn sie nicht klar artikuliert werden. Kundenerwartungen, deren Erfüllung maßgeblich über Zufriedenheit und Bindung entscheidet, können nur dann bedient werden, wenn das Personal in der Lage ist, Bedürfnisse zu erkennen, richtig einzuordnen und situativ darauf zu reagieren. Emotionale Intelligenz bedeutet, Betreuung aus der Perspektive der Kunden zu gestalten, im Zusammenspiel aus Beobachtung, Empathie und situativem Handeln. Fachkompetenz und emotionale Intelligenz gehen dabei Hand in Hand und bestimmen, wie Trainingsbetreuung wahrgenommen und bewertet wird.
Fazit
Trainingsbetreuung steht heute mehr denn je im Spannungsfeld zwischen Digitalisierung und persönlicher Dienstleistung und wird dadurch – richtig verstanden –zum entscheidenden Erfolgsfaktor.
Folgende Impulse sind hierbei zu berücksichtigen:
1. Transparenz schaffen
Betr euungskonzepte und Qualifikationen müssen klar kommuniziert werden. Nur so können potenzielle Mitglieder erkennen, welche Betreuung sie erwarten dürfen, und das für sie optimale Konzept auswählen. Diese Transparenz ist die Basis für Vertrauen in die Branche und die Wahrnehmung ihrer Heterogenität.
2. Eigenes Verständnis von Betreuung schärfen
Die Unterscheidung zwischen personalbetriebenen und personallosen Konzepten allein greift zu kurz. Entscheidend ist vor allem, wie Betreuung im eigenen Konzept verstanden wird. Betreiber müssen klar festlegen, was Betreuung in ihrer Anlage bedeutet und was nicht. Bloße Anwesenheit von Personal sollte hierbei nicht mit Trainingsbetreuung gleichgesetzt werden.
3. Qualität sichtbar machen Gerade weil fehlendes Vertrauen in die Qualifikation des Personals ein zentrales Markthindernis darstellt, wird Qualifikation zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor. Maßgeblich ist, dass die vorhandene Kompetenz sichtbar wird, das jeweilige Betreuungskonzept stützt und mit der Positionierung der Anlage übereinstimmt.
4. Betreuung konsequent am Kunden ausrichten Erfolgreiche Betreuung orientiert sich an den individuellen Bedürfnissen der Mitglieder. Neben Fachkompetenz ist emotionale Intelligenz entscheidend, um Erwartungen zu erkennen und die Betreuung situativ zu gestalten. Erst in dieser Kombination von Fachkompetenz und emotionaler Intelligenz entsteht ein entscheidender Mehrwert für die Mitglieder.
Diese Punkte beachtend, wird Trainingsbetreuung dort zum Wettbewerbsvorteil, wo sie leistet, was Technologie nicht ersetzen kann: Vertrauen, individuelle Ansprache und echte Beziehung.
SO GEHT ES WEITER: IN DER NÄCHSTEN AUSGABE FOLGT „ERFOLG DURCH PERSONAL, TEIL 4: COMMUNITY BUILDING“.
Literaturliste
DSSV e. V. – Arbeitgeberverband deutscher Fitness- und Gesundheits-Anlagen (Hrsg.). (2026). Selbstverständnis: Wofür steht die Fitnessbranche?
DSSV e. V. – Arbeitgeberverband deutscher Fitness- und Gesundheits-Anlagen (Hrsg.). (2026). Eckdaten der deutschen Fitnesswirtschaft 2026. Hamburg: Hrsg.
Kobel, S. & Marx, J. (2025). Das Image der Fitnessbranche 2025. DSSV – Arbeitgeberverband deutscher Fitness- und Gesundheits-Anlagen e. V. Kobel, S. & Küstner, A. (2024). Typologie der Fitnesstreibenden 2024. Deutsche Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement (DHfPG)
Fitnesstrainer als Verkäufer
Verkaufen ist Training
Ein richtig guter Fitnesstrainer muss heute auch ein hervorragender Verkäufer sein, um Kunden zu gewinnen, und ein moderner Verkäufer braucht oft die Coaching-Skills eines Trainers, um Kunden zu beraten. Viele Trainer scheuen das Wort „Verkauf“, weil sie es mit Manipulation assoziieren. Aber eigentlich ist ein Verkaufsgespräch der erste Schritt des Coachings. Konkret dient es dazu:
Widerstände abzubauen: Genau wie man ein Mitglied überzeugen muss, die letzten drei Kniebeugen zu machen, muss man es im Verkaufsgespräch davon überzeugen, die mentalen Hürden (Zeit, Geld, inneren Schweinehund) zu überwinden. Den inneren Schweinehund zu besiegen, ist oft anstrengender als das eigentliche Workout. Meistens scheitern Vorsätze nicht am Körper, sondern im Kopf. Klarheit zu schaffen: Ein guter Verkaufsprozess hilft dem Kunden, zu verstehen, wo er steht und wo er hinwill. Ohne diesen Abschluss beginnt die Reise zur Gesundheit gar nicht erst. Commitment einzugehen: Erst durch die finanzielle und zeitliche Investition entsteht das nötige psychologische Gewicht, damit der Kunde auch wirklich dranbleibt.
Verkäufer als Trainer: Beraten ist Coaching
Der klassische Hardseller stirbt aus. Ein moderner Verkäufer nutzt Coaching-Methoden, um eine nachhaltige Kundenbeziehung aufzubauen. Dazu zählen:
Aktives Zuhören: Statt Merkmale aufzuzählen, stellt der Verkäufer gezielte Fragen (wie ein Trainer bei der Anamnese), um das eigentliche Bedürfnis herauszufinden.
Empowerment statt Druck: Ein Fitnesstrainer befähigt Menschen, eigene Entscheidungen zu treffen. Ein moderner Verkäufer tut das Gleiche: Er führt den
Kunden zur Erkenntnis, dass das Produkt die Lösung seines Problems ist.
Langfristige Begleitung: Ein Verkauf ist heute nicht mehr nur ein einmaliges Event. Der Verkäufer muss – genau wie ein Trainer – die Motivation des Kunden über lange Zeit hochhalten.
Gemeinsame Schnittmenge:
Empathie und Psychologie
Ein Fitnesstrainer, der nicht verkaufen kann, hilft niemandem, weil er keine Kunden gewinnt. Ein Verkäufer, der nicht coachen kann, verliert seine Kunden, weil er keine echte Verbindung aufbauen kann. Selbst wenn ein Trainer die besten Trainingspläne hat, die Biomechanik perfekt versteht und für den Erfolg seiner Kunden brennt, bekommt er Probleme, wenn er Verkaufen als etwas Negatives oder Manipulatives betrachtet. Die Folge: Seine potenziellen Kunden bleiben bei halbherzigen Apps oder Discountern, weil niemand sie davon überzeugt, dass eine echte Investition in ihre Gesundheit notwendig ist.
Einwandbehandlung
als Spotting
Wenn ein Kunde sagt: „Ich muss darüber schlafen“, ist das wie eine Hantel, die zu schwer wird. Der Trainer ist der Spotter, der hilft, das Gewicht doch noch hochzudrücken. Er kann antworten: „Ich verstehe, dass du dir sicher sein willst. Aber sage mir: Was genau lässt dich zögern, wenn dein Ziel, fünf Kilo abzunehmen, klar ist?“
Im Verkauf gibt es keine Abkürzungen. Wir trainieren spezifische Skills:
1. Aktives Zuhören (die Basis): Wer redet, verliert. Wer fragt, führt.
2. Nutzenargumentation (die Form): Nicht über die „Hydraulik der Geräte“ reden, sondern über das „Gefühl von Power“.
3. Abschlusssicherheit (der finale Satz): „Wollen wir direkt morgen mit deinem ersten Training starten oder lieber erst am Donnerstag?“
BSA-Akademie
Prävention, Fitness, Gesundheit
School for Health Management
PRÄVENTIONSKURSE NACH § 20 SGB V ANBIETEN
BEWEGUNGSEXPERTE PRÄVENTION
Deine Vorteile:
• ZPP-anerkannte Anbieterqualifikation als Kursleitung nach § 20 SGB V (Präventionsprinzip 1+2)
• 8 Trainerlizenzen der BSA-Akademie inkludiert (Anerkennung von bereits absolvierten Trainerlizenzen möglich)
• Zusatzeinnahmen durch Krankenkassenerstattung
Jetzt individuellen Qualifikationscheck buchen und anrechenbare BSA-Lehrgänge prüfen lassen:
TECHNOGYM REFORM
DIE PILATES DESIGN REVOLUTION
Technogym Reform wurde zusammen mit internationalen Top-Trainern entwickelt und revolutioniert die Welt des Pilates durch die Einführung von Design und Qualität. Eine Komplettlösung für Personal Training und Kurse mit schnellen und intuitiven Einstellungen und Video-on-Demand-Workouts.
Mehr entdecken
Rufen Sie uns an unter +49 800 0556633 (DE) oder besuchen Sie uns auf technogym.com