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pt_Erfolg Mai 2019 - Leseprobe

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Ma i 2019 D as Unternehmer-Magazin für erfolg rei che PTs

FÖRDERN FORDERN O PR

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Edi tor i a l

Zwischen Fordern und Fördern Liebe Leserinnen und Leser, als Führungskraft haben Sie zu Recht hohe Ansprüche an Ihre Mitarbeiter. Die schöne neue Arbeitswelt fordert uns auf allen Ebenen: Flexibilität, Belastbarkeit, Teamfähigkeit, Umgang mit neuen Technologien, Engagement, Durchsetzungsvermögen – dies und noch viel mehr sollen Angestellte mitbringen. Die Chefs selbst müssen sowieso funktionieren, alles im Blick haben und auf dem Weg nach Hause noch schnell die wichtigsten Mails beantworten und eine Alternative für die Kinderbetreuung organisieren. Und wer kümmert sich um die Gesundheit der Mitarbeiter? Und die eigenen Bedürfnisse? Selbstfürsorge und Achtsamkeit sind eher „neue“ Begrifflichkeiten für Führungskräfte. Eine der größten Studien zur betrieblichen Gesundheitsförderung (BGF) in Wirtschaftsunternehmen und im öffentlichen Dienst der letzten Jahre wurde von der Techniker Krankenkasse publiziert (1). 825 Organisationen wurden befragt. Ein zentrales Ergebnis: „Ohne Boss nix los“. Neun von zehn Befragten gaben an, dass das Engagement der Führungskräfte der wichtigste Faktor für die Förderung der Beschäftigtengesundheit ist. Achten Sie als Führungskraft also auch auf die Gesundheit Ihrer Mitarbeiter – und auf Ihre eigene! Beste Grüße

Dr. Tanja Boßmann Chefredakteurin pt Zeitschrift für Physiotherapeuten und­ pt_Erfolg

Schreiben Sie uns Ihre möglichst konkreten Fragen gerne unter: tanja.bossmann@pflaum.de Ihre pt_Erfolg-Redaktion

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1. Techniker Krankenkasse. 2017. #whatsnext – Gesund arbeiten in der digitalen Arbeitswelt. www.tk.de/firmenkunden/gesund-arbeiten/gesundheitsberichterstattung/ whats-next-gesund-arbeiten-in-der-digitalen-arbeitswelt-2033554

Wo haben Sie noch Informationsbedarf rund um die Themen Praxisführung, Geschäftsmodelle, Teamleitung, Karriereschritte ... ?

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird in der pt_Erfolg auf die gleichzeitige Verwendung männlicher und weiblicher Sprachformen verzichtet. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten gleichwohl für beiderlei Geschlecht.

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Titel beitra g

Ab Seite 06

Mana g em ent

• Mehrwert durch Selbstfürsorge

Ab Seite 10 • „Das geht so nicht!“

Ma r ke t i ng

• Lebenszyklus und Personalentwicklung – Teil 1

Ab Seite 15

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Finanzen / Steu er / Recht

• Gut erzählt ist halb gewonnen

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Ab Seite 17 • Spielregeln im Arbeitsrecht • Die richtige Rechtsform


Au torenvor s tellu n g

Unsere Experten – für Sie. D. Benjamin Alt Rechtsanwalt; Studium der Rechtswissenschaften; Gründer einer bundesweit tätigen Kanzlei, die sich auf Physiotherapeuten spezialisiert hat; Justiziar eines großen Berufsverbandes; Lehrtätigkeit unter anderem­­ an einer Universität; Autor von rechtlichen Fachbüchern für ­Physiotherapeuten. Kontakt: mail@rechtsanwaltalt.de

Ann-Kathrin Gräfe Literaturwissenschaftlerin; Verfasserin zahlreicher Fachbeiträge zu den Themen Internetadressen und Websitegestaltung; Pressereferentin bei dotBerlin, der Betreiberin der Internetendung .berlin, und der auf ­Internetadressen spezialisierten Beratungsgesellschaft DOTZON. Kontakt: graefe@dot.berlin

Gloria Josephine Nickel Seit 2006 als Physiotherapeutin in der ambulanten Versorgung tätig; seit 2010 EAP-Therapeutin; Manualtherapeutin Level 3; seit 2011 Qualitätsmanagement-Beauftragte und Auditorin für ambulante Reha-Zentren und Physiotherapiepraxen; 2018 B. A. Gesundheits- und Sozial­ management; Dozentin im Gesundheitswesen. Kontakt: g.j.n@icloud.com

Andreas Ossendorf

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Dr.; MPH; Diplom-Kaufmann, Gesundheitswissenschaftler und DGQ-­ Auditor; Hochschullehrer und freiberuflicher Dozent und Berater; Auditor für QM; langjährige praktische Tätigkeiten im Prozessmanagement in der ambulanten und stationären Versorgung. Kontakt: A.Ossendorf@web.de

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Mirko Päper Diplom-Finanzwirt (FH), Steuerberater, Fachberater für Unternehmensnachfolge (DStV e. V.); Geschäftsführer einer Steuerberatungsgesellschaft mit Sitz in Hamburg mit Schwerpunkt in der Beratung von Mandanten aus dem Gesundheitswesen und beim Kauf bzw. Verkauf von Praxen; Dozent am FIHH Das Fortbildungsinstitut in Hamburg. Kontakt: paeper@hub-stb.de

Monika A. Pohl Fachwirtin für Prävention und Gesundheitsförderung; Heilpraktikerin für Physio- und Psychotherapie; Inhaberin der Physioyoga Akademie; Dozentin in der Erwachsenenbildung und im betrieblichen ­Gesundheitsmanagement. Kontakt: kontakt@lebensstil-gesundheit.de

Claudia Winkelmann Dr. rer. med.; Physiotherapeutin; langjährige Führungskraft, unter anderem in Universitätskliniken; Studiendekanin und Studiengangsleitung; Professorin für Betriebswirtschaft und Management im Gesundheitsund Sozialwesen an der Alice Salomon Hochschule Berlin. Kontakt: winkelmann@ash-berlin.eu

Impressum „pt_Erfolg“ ist Teil der „pt Zeitschrift für Physiotherapeuten“. ISSN 23666-4924 Verlag

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ichard Pflaum Verlag GmbH & Co. KG R Postanschrift: Postfach 190737, 80607 München Paketanschrift: Lazarettstraße 4, 80636 München

Komplementär

PFB Verwaltungs-GmbH

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Geschäftsführerinnen Agnes Hey, Edith Laubner Chefredakteurin Dr. Tanja Boßmann (V. i. S. d. P.) tanja.bossmann@pflaum.de

Redakteur Maximilian Kreuzer maximilian.kreuzer@pflaum.de Mediavertrieb Karla Köhler karla.koehler@pflaum.de Kundenerlebnis kundenservice@pflaum.de +49 89 126 07 - 0 Druck SAS-Druck Messerschmittstraße 9 82256 Fürstenfeldbruck +49 8141 22 77 245

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Ma na gemen t

Lebenszyklus und ­Personalentwicklung – Teil 1 Ein Beitrag von Claudia Winkelmann Ein Berufsanfänger hat andere Fähigkeiten und Ziele als ein Physiotherapeut im Renteneintrittsalter. Nach dem Lebenszyklusmodell befinden sich alle Mitarbeiter einer Gesundheitseinrichtung in verschiedenen Phasen. Wer diese kennt, kann für jeden Angestellten passgenaue Maßnahmenpakete entwickeln und die Mitarbeiter somit individuell wertschätzen und fördern.

Ziel ist die spezifische Entwicklung aller Mitarbeiter vom Eintritt bis zum Austritt.

Die Ausgangslage. Wer aktuelle Stellenanzeigen liest oder in physiotherapeutische Einrichtungen schaut, wird feststellen: In der Physiotherapie ist die Personalentwicklung vorrangig auf fachliche K ­ ompetenzen ausgerichtet. Die Ursachen hierfür haben häufig traditionelle Wurzeln, gestützt durch bestehende Gesetzgebung, Abrechnung­s­­aspekte oder die Tarifstruktur. Im Gegensatz dazu geht das Konzept der lebens­zyklus­orientierten ­Personalentwicklung über die fachliche Q ­ ualifikation hinaus. Vielmehr fließen dort ­ einerseits die verschiedenen Phasen im ­Lebenszyklus der angestellten Physiotherapeuten in die Personalentwicklung mit ein. Andererseits wird auch die Sichtweise der Praxisleitung t­ ransparent, die den Fokus auf die ­Existenzsicherung legt ­(Abb. 1).

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Alle für einen. Jeder Mitarbeiter spielt eine besondere Rolle für das langfristige Bestehen einer Praxis oder Abteilung. Deshalb werden die Bedürfnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten von jungen EinFür Eilige steigern ebenso berücksichtigt Mit dem Lebenszyklusmodell lässt wie die von Angestellten mit sich die Personalentwicklung so gerade abgeschlossener gestalten, dass jeder Physiotherapeut Familienplanung oder von ­ abhängig von dessen Phase im LebensPhysiotherapeuten, die alterszyklus seinen Teil zum erfolgreichen bedingt in ­wenigen Jahren das Fortbestehen einer GesundheitseinTeam verlassen werden. In dierichtung beiträgt. sem Modell gibt es nicht nur vertikale Karrieremöglichkeiten, etwa die Übernahme der Team­­­ oder Abteilung­sleitung einer ­Klinik. ­Physiotherapeuten, die ­vornehmlich eine horizontale Karriere anstreben – also b ­ eispielsweise die aktive Mitarbeit im Arbeitskreis Manuelle Therapie oder Schmerzphysiotherapie zur ­optimalen Versorgung der Patienten –, können diesen Weg ebenfalls ­einschlagen. Die Ziele der Mitarbeiter können von ❐ Der ewige Kreis. Die lebenszyklusorientierte Existenzsicherung ­Personalentwicklung ist ein ganzheitlicher Ansatz bis hin zu Selbstim Personalmanagement (1). Ziel ist die ­spezifische entfaltung reichen. Entwicklung aller Mitarbeiter einer Einrichtung, einer Abteilung oder eines Teams vom Eintritt bis

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zum Austritt (Abb. 1). ­Grundlegend basiert dieser Ansatz auf dem in der Betriebswirtschaftslehre verbreiteten Produktlebenszyklus-Modell. Die Maßnahmen. Während der gesamten ­Anstellungszeit durchlaufen die Mitarbeiter einen Zyklus, der sich von der Einarbeitung in die Stelle und das Team bis zum Verlassen der Einrichtung in mehrere Phasen gliedert. Maßnahmen zur ­Personalentwicklung sollen sich an der Phase orientieren, in der sich der Physiotherapeut ­befindet. Holzschnittartige Fortbildungskataloge können diesem Anspruch nicht genügen. Der Ansatz kann jedoch beispielsweise dabei helfen, den richtigen Zeitpunkt für einen Karrieresprung einzugrenzen. Grundsätzlich gibt es verschiedene Lebenszyklen (1). Während im Zentrum der ­physiotherapeutischen Arbeit mit Patienten vor allem der biosoziale Lebenszyklus steht, ist der Fokus in der Personalarbeit auf den ­berufsbezogenen Lebenszyklus gerichtet (Tab. 1). Fördern und fordern. Der ganzheitliche Ansatz geht über die Förderung von Talenten, einzelnen Leistungsträgern oder ausschließlich der jungen Mitarbeiter hinaus (2). Einerseits nimmt die ­Praxisleitung diesbezüglich keine Eingrenzung und Auswahl vor. Andererseits aber fordert sie von allen Teammitgliedern die Fähigkeit und Bereitschaft zum lebenslangen Lernen sowie zum Erhalt der ­Arbeitsmarktfähigkeit – etwa durch Flexibilität bei sich verändernden Rahmenbedingungen. Diese ­Flexibilität kann zum Beispiel bei der Einführung von Wochenenddiensten oder von ZweiSchicht-Dienst sowie bei der Bildung interprofessioneller Teams zur Patienten­ versorgung notwendig sein. Im Grundverständnis des Modells tragen alle ­Mitarbeiter zum Erfolg des Teams bei. Sie dürfen und sollten etwa in ­Mitarbeiter-, ­Z iel­vereinbarungs- oder Jahres­ gesprächen deutlich machen, was sie können und insbesondere künftig wollen, sodass gemeinsam passgenaue Personalentwicklungs-­­Maßnahmen identifiziert und umgesetzt werden können (3).


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Pr o f e s s

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Grafik:  Claudia Winkelmann

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interner Stellenwechsel

Früh-Fluktuation?

Innere Kündigung?

Leistung / Potenzial / Zeit Einführung

Wachstum

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Misfit-Leistung, Qualifikation, Position

rd e r u n g

Eintritt, betriebliche Sozialisation, Identifikation, innere Bindung

Weiteres Wachstum? Karriere-Plateau? Stagnation?

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Laufbahn, Karriere -> vertikal – Leitungsfunktion, horizontal – fachvertiefend

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Mai 2019

ung sie r

Kündigung, Outplacement, (Früh-)Berentung

Leistung / Potenzial / Zeit Reife

Sättigung

Austritt

Abb. 1 Lebenszyklusphasen im beruflichen und betrieblichen Kontext ​Tab. 1 Lebenszyklen, soziologische Trends und Personalentwicklungsansätze

Identität

Familie

Beruf

Lebenszyklus

Trends

Ansätze für die ­Personalentwicklung

steigende Lebens­ erwartung, gesundheitsbezogene Aspekte

unterschiedliche Qualitäten der Lebensphasen, jeweils andere Lebensaufgaben und Potenziale

familiär (Partnerschaft, Ehe, Kinder)

Heirats-, Scheidungs-, Geburtenraten, Veränderung von Lebensformen

Brücke zwischen Familie und Beruf

beruflich (ab Berufswahl bis zum ­Ausscheiden aus dem ­Erwerbsleben)

Veränderung der Bedeutung von Arbeit, Work-Life-Flow, Verlängerung der Ausbildungszeit, Arbeitsplatzwechsel, Berufsausstieg

lebenslanges Lernen, ­Wertewandel

laufbahnbezogen (ab Eintritt in die Gesundheitseinrichtung bis zum Austritt)

Hierarchieverflachung, mehr Selbstverantwortung, steigende Bedeutung von älteren Beschäftigten, interkulturelle Aspekte (Geflüchtete, ­Wirtschaftsmigranten et cetera)

Förderung und Entwicklung während der gesamten Anstellungszeit

​Veränderung der Arbeitsbedingungen, Ergonomie, Anforderungen und Qualifikationen, Digitalisierung

​Veränderung der Arbeitsbedingungen, Ergonomie, Anforderungen und Qualifikationen, Digitalisierung

​ rhalt und Förderung E der Leistungsfähigkeit und -bereitschaft, Arbeitsmarktfähigkeit

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biosozial (von Geburt bis Tod)

entscheidend zur Definition von Personalentwicklungs-­Maßnahmen

Lebensfeld

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ERGO-FIT GmbH & Co. KG

Blocksbergstraße 165 – 66955 Pirmasens Tel.: 06331 2461­0 – info@ergo­fit.de – www.ergo­fit.de

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