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Filmpodium Programmheft Mai-Jun-Jul 2026

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YI YI EDWARD YANG

EVENTS

Mi 20.5. 34

18:15

DOKUMENTARFILM ZUR AUSSTELLUNG «WIR, SAISONNIERS …»: ZÜRICH 193 1 – 2026 LETTRES OUVERTES

Katharine Dominicé, Schweiz 2023

Anschl. Gespräch mit Katharine Dominicé (Regie), Yannick Gilestro (Protagonist), Ashkira Darman (Historikerin) und Judith Grosse (Frauen- und Sozialarchiv Ostschweiz)

Do 21.5. 28

18:30 ALFRED HITCHCOCK MARNIE

Alfred Hitchcock, USA 1964

Anschl. ZWISCHEN TRAUM UND TRAUMA

Gespräch zwischen der Filmwissenschaftlerin und Autorin Renata Helker und dem Filmemacher Christoph Hochhäusler, 60'

Di 26.5. 33

20:30 EDWARD YANG

A CONFUCIAN CONFUSION

Edward Yang, Taiwan 1994

Einführung von Jendrik Walendy, Filmwissenschaftler und Kurator, 10'

Do 28.5. 11

18:00 WHY LOOK AT ANIMALS?

TIER WERDEN –

DER FILM UND DAS ANIMALISCHE

Vortrag mit Filmausschnitten von Johannes Binotto, ca. 45'

Anschl. LEVIATHAN

Lucien Castaing-Taylor, Verena Paravel, USA 2012

Fr 29.5. 9 – 10

A b 18:30 WHY LOOK AT ANIMALS?

DOUBLE FEATURE: KLEIN GEGEN GROSS!

PHASE IV + GODZILLA

Vergünstigte Double-Feature-Tickets sind an der Kinokasse erhältlich

Fr 5.6. 11

21:00 WHY LOOK AT ANIMALS?

ROAR & CRAWL

Das Tier im Super8-Viewer s-Digest-Fokus Veranstaltung in der Filmpodium-Lounge, präsentiert von Bernd Brehmer (Werkstattkino München), 80', Eintritt: CHF 5.—

Di 9.6. 10

18:30 WHY LOOK AT ANIMALS? HIRTENREISE INS DRITTE JAHRTAUSEND

Erich Langjahr, Schweiz 2002

Anschl. Gespräch mit Filmemacher Erich Langjahr

Do 11.6. 14

18:00 PREMIERE

DIGNA SINKE ZU GAST!

Gespräch auf Englisch

Im Anschluss an KEY TO HEAVEN Digna Sinke, Niederlande 2025

Fr 12.6. 27

1 8:30 ALFRED HITCHCOCK

GOOD EVENING:

ALFRED HITCHCOCK UND DAS FERNSEHEN

BREAKDOWN, BACK FOR CHRISTMAS, POISON

Alfred Hitchcock, USA 1955–1958

Einführung von Franziska Heller, Filmwissenschaftlerin, ca. 10'

Mi 17.6. 9

18 :15 WHY LOOK AT ANIMALS?

KINO-KONZERT

THE LOST WORLD

Harry O. Hoyt, USA 1925

Live-Musik: Wieslaw Pipczynski (Klavier, Theremin, Synthesizer)

Tiere sind heute allgegenwärtig – in Filmen, auf spektakulären Wild-LifeFotografien und in lustigen Youtube-Videos. Aber eigentlich, so argumentierte John Berger schon 1970 in seinem Essay «Why Look at Animals?», ist diese Omnipräsenz ein Zeichen von Verlust. Während nicht zweckgebundene Tiere aus unserem Alltag weitgehend verschwunden sind, kehren sie als Bilder zurück: Der Film ist der kontrollierte Ort, an dem die Begegnung mit dem Tier neu inszeniert wird – zwischen Sehnsucht, Faszination, Projektion und Entfremdung. Das Filmpodium macht sich auf Spurensuche durch 100 Jahre animalische Kinogeschichte – und leuchtet dabei zwischen Spielfilm und klassischer Dokumentation auch in obskurere Winkel. Als Ausgangspunkt steht die Schweizer Premiere von Werner Herzogs neustem Film Ghost Elephants, einer mythomanisch anmutenden Suche nach einem riesigen Geister-Elefanten in Angola, in dem es nicht zuletzt auch um die Frage geht, was uns diese Bilder schenken.

wird das einherstampfende und dabei stoisch mordende Fisch-Schiff zum legendären Untier des Urchaos, Leviathan, der durch die organische Masse pflügt, Pläne und Träume nicht achtend. Und wieder grüsst der Wal, der Jona verschlang und Ahab das Bein nahm.

Im Dschungel

Wie so vieles und wie so oft, so beginnt auch dieses Verhängnis in der Bibel. 1. Mose 28, Gott spricht zu Adam und Eva: «Füllet die Erde und machet sie euch untertan, und herrschet über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über alles Getier, das auf Erden kriecht.» Damit ist das Machtgefälle gesetzt und die Hierarchie klar: zwischen der des Denkens und Fühlens mächtigen Krone der Schöpfung auf der einen Seite und der instinkt- und reflexgetriebenen, wilden Bestie auf der anderen. Mensch und Tier, geistreicher Erfinder und Gestalter seiner Welt versus niedere Kreatur und blosses Geschöpf. Das Verhältnis ist fortan geprägt von Arroganz, Hybris und Egoismus und entwickelt sich mit der Zeit zu einem zwischen Täter und Opfer.

Auf See

Doch die Rollen können auch wechseln, wie etwa Käpt’n Ahab zeigt, der dem weissen Wal in Moby Dick den Verlust seines Beines nicht vergeben kann und dem «Monsterfisch» Blutrache schwört. Eine Geschichte von biblischer Dimension, nicht nur wegen des schieren Umfangs von Herman Melvilles Roman, in dem sie erzählt wird. Ahab ist die

Verkörperung der Hybris, jener blasphemischen Selbstüberschätzung des Menschen, die zu seiner Vertreibung aus dem Paradies geführt hat. Zudem gemahnt der Wal an das Schicksal von Jona, der verschlungen wird, weil er es besser wissen will als Gott. Wie Melvilles Roman mischt auch John Hustons Adaption von 1956 Fiktion und Fakten –Huston kommissionierte Aufnahmen einer echten Waljagd, um das blutige Gemetzel authentisch präsentieren zu können – und trägt mit dem legendär fehlbesetzten Gregory Peck als Ahab die Spuren heroischen Scheiterns auch auf der Produktionsebene in sich. In einer gegenläufigen Bewegung erarbeiten Lucien Castaing-Taylor und Véréna Paravel vom Sensory Ethnography Lab der Universität Harvard in ihrem ExperimentalDokumentarfilm Leviathan (2012) aus einer Arbeitswelt einen mythischen Raum. Unterwegs an Bord eines Fischkutters, der vor der Küste von New Bedford, Massachusetts, seiner Arbeit nachgeht, erwächst aus den Aufnahmen des modernen Fischfangs ein Bild der ultimativen und umfassenden Vernichtung. Kleine Digicams sind am Equipment montiert – an Masten, Winden, Netzen, Ölzeug – und schwimmen mit in der sterbenden organischen Masse an und über Bord; die Desorientierung, resultierend aus permanenter Bewegung und unnachgiebigem, dauerndem Lärmen, lässt einen Eindruck vom Wirken roher, kosmischer Kräfte entstehen: einer alles zermalmenden, umwälzenden Mechanik, die die Welt in ihrem Innersten zusammenhält. Auf dieser Ebene

Weise zur Rettungsstation für Asylsuchende wird und zugleich zu einem Ort, an dem die Vertriebenen den Blick zurück auf die Vertreiber werfen.

Zugleich fremd und ein Gegenüber Das Tier als nicht menschliches Wesen ist das wesentlich Andere und als solches interpretationsoffen. Als Dämon oder Monster gedacht, zieht es die Metapher an. So lassen sich mit seiner Hilfe zivilisationskritische (also selbstkritische) Geschichten erzählen. Legenden, die nicht mehr am Lagerfeuer gesponnen, sondern im Licht des Projektors auf die Leinwand gebracht werden. Godzilla von Ishiro Honda gebiert 1954 nicht nur eine bis heute sich fortpflanzende Reihe von sogenannten Suitmation-Filmen, in denen zum allgemeinen Gaudium ein erwachsener Mann in einem aus Gummi gefertigten Saurierkostüm eine Modelllandschaft zu Kleinholz trampelt. Godzilla ist Teil der Versuche Japans, das Trauma der Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki zu verarbeiten, und darüber hinaus Mahnung, es sich mit Elementarenergien und Urmächten nicht zu verderben. Aber auch sehr kleine Tiere können sehr grosse Probleme verursachen, wie Phase IV (1974), der einzige Langfilm des genialen Grafikers und Meisters der Vorspann-Titel, Saul Bass, am Beispiel von Ameisen bezeugt. Aggressiv, giftig und blitzgescheit drehen sie den Spiess um und machen sich die Menschheit untertan. Ein Schreckensszenario, das von Ken Middlehams Makrofotografie unterstrichen wird, die das befremdliche Erscheinungsbild des Insekts - sechs Beine am Körper! Fühler am Kopf!! Zangen im Gesicht!!! – so richtig zur Geltung bringt. Eher selten nimmt das Monster derart vertraute Gestalt an wie in Samuel Fullers White Dog (1982). Der lange böswillig missverstandene Film, dessen Nichtveröffentlichung Fuller nach Frankreich vertrieb, handelt von einem Schäferhund, der von Rassisten dazu abgerichtet wurde, Schwarze zu töten. Ein schwarzer Tiertrainer versucht, den unschuldsweissen Bluthund zu reformieren, der als Anknüpfungspunkt der Debatte über ein gesellschaftliches Übel dient. Lässt Rassismus sich verlernen?

Aus der biblischen Bredouille helfen die Darwinisten, die behaupten, der Mensch sei auch bloss ein Tier und stamme vom Affen ab. Seinerzeit hat das für ordentlich Skandal gesorgt. Sowie eine tiefe Beunruhigung in den Homo sapiens gepflanzt, die möglicherweise aus schockartiger (Selbst-)Erkenntnis resultierte. «I wanna be like you», singt OrangUtan King Louie in The Jungle Book (Wolfgang Reitherman, 1967) und fordert vom erbeuteten «Man-Cub» Mogli das Feuer, den Zivilisationskatalysator schlechthin. Aber Mogli hat keine Ahnung vom Feuer, er wurde (wie die RomGründer-Brüder Romulus und Remus) von Wölfen aufgezogen. Auf dem Gebiet der Anthropomorphisierung sind die Walt Disney Animation Studios ungeschlagen; Verniedlichung des äusseren Erscheinungsbildes und Betonung der jeweils tiertypischen Verhaltensweisen gehen Hand in Hand, es entsteht ein beeindruckender – chimärischer? - Hybrid, der eine Nähe herstellt, die freilich täuscht. Entfernung unterdessen in Ghost Elephants (2025): Werner Herzog begleitet eine Expedition, die sich in den angolanischen Hochlanddschungel und auf die Suche nach den mythischen Nachkommen des Riesenelefanten Henry begibt; der wurde 1955 auf einer Safari ermordet und steht seither ausgestopft im Smithsonian in Washington. Getreu dem Motto, dass der Weg das Ziel sei, unternimmt Herzog allerhand Um- und Abschweife in jede erdenkliche Richtung, gleitet sanft vom Realen ins Fantastische und erblickt am Ende im uralten Gesicht eines Fährtenlesers einen jener Jäger und Sammler, die in prähistorischen Zeiten Mammuts an die Höhlenwände malten. Hingegen verirren sich in É noite na América (2022), Ana Vaz’ Reflexion über Landraub und Habitat, die wilden Tiere aus dem Dschungel Brasiliens heraus. In die Metropolen hinein, die ihren Lebensraum fressen – und öfters bleiben sie, weil sich auch aus Mülltonnen noch leben lässt. Nicht allen ist der Urban Lifestyle bekömmlich. Dann landen sie krank und schwach im Zoo, der auf diese

Das Zuhause im Moment Je mehr Entfremdung das Verhältnis des Menschen zur Erde prägt, umso mehr wird das Tier zum Fluchtpunkt, auf den die Sehnsucht des Menschen nach dem verlorenen Paradies sich richtet. Zerstörung von Lebensräumen, Ausbeutung des Planeten, Ressourcenverschwendung, Artensterben, industrielle Landwirtschaft, Massentierhaltung, um nur einige der gegenwärtigen Katastrophen zu nennen, sind dem herrschenden kapitalistischen System inhärent. Das Tier, das sich weder um Wertschöpfung und Wirtschaftswachstum noch um Geld und Gold schert, bietet Zuflucht und Trost. Auf die Frage aller Fragen schweigt es. Sein Sinn liegt in der schieren Existenz. Nur sehr wenige Filme wagen sich an den Versuch, dies zu zeigen. Noch wenigeren gelingt es. Wie Au hasard Balthazar (Robert Bresson, 1966), in dem Leid und Glück eines Esels mit Leid und Glück der Menschen unauflöslich ineinander verschränkt sind. Dergestalt, dass schliesslich der Schimmer eines tatsächlich geteilten Daseins hienieden sichtbar wird. Oder Los Reyes (Iván Osnovikoff, Bettina Perut, 2018), in dem die befreundeten Streunerhunde Fútbol und Chola jenseits jeder Funktionalisierung an ihrem Hundeleben teilhaben lassen. Und was ist es, was wir sehen, wenn die Kamera dem Hundepaar ganz nahe kommt? Atmende, vibrierende Körper in einer Welt anderer Wertigkeiten. Lebewesen, die sich der Interpretation entziehen und doch Respekt gebieten. Tiere eben.

Alexandra Seitz ist freie Autorin und Filmkritikerin. Sie lebt und arbeitet in Berlin und Wien.
Von Alexandra Seitz
PHASE IV

SCHWEIZER PREMIERE

Neues Kino – exklusiv im Filmpodium

KURZFILMPROGRAMM:

ANIMALI CRIMINALI?

Do 25.6. 18:30

Ein paar Schlaglichter auf die Projektionsfläche, die sich zwischen Mensch und Tier ausdehnt. Der absichtsvolle Blick trifft auf interesseloses Wohlgefallen und Interpretation auf Mutmassung, nicht zuletzt der Zuschauer:innen. 1936 filmt László Moholy-Nagy in The New Architecture and the London Zoo einige ebendort in neuer Betonbauweise errichtete Anlagen, elegant und effektiv und ein Schauwert an sich. Wie es sich denn dort so lebt, fragt 1989 Nick Park, der in Creature Comforts einigen Zootieren das Mikrofon vor die Nase hält. Die Antworten fallen ernüchternd aus: zu wenig Platz, zu wenig los, zu kalt und zu nass. Man hätte es sich denken können. Aufregender hingegen das Leben des tierischen Kriminellen, wie es von Yervant

GHOST ELEPHANTS

Sa 16.5. 18:30 Di 26.5. 18:15 Fr 12.6. 15:00 So 5.7. 18:30

USA 2025, Farbe, DCP, E, 99 REGIE, DREHBUCH und ERZÄHLSTIMME Werner Herzog KAMERA Rafael Leyva MUSIK Ernst Reijseger

SCHNITT Marco Capalbo, Johann Vorster.

«Auf den Spuren von Henry, der ausgestopft im Smithsonian in Washington steht; Henry ist der grösste Elefant, der jemals auf einer Safari ermordet wurde, 1955 im angolanischen Hochland war das, und seitdem geht die Legende, dass dort noch Nachfahren existieren. Im Auftrag von ‹National Geographic› begleitet Herzog eine Truppe wohlausger üsteter Wissenschaftler sowie eine Gruppe hervorragender Fä hrtenleser, auf ihrer Suche nach den mythischen Riesen. Und wie immer gibt es unterwegs allerhand Faszinierendes zu entdecken, und wie immer l ä sst Herzog zum

GREEN PORNO: BEE

USA 2008, Farbe, DCP, E, 3

REGIE Isabella Rossellini, Jody Shapiro DREHBUCH Isabella Rossellini KAMERA Sam Levy SCHNITT Stacey Foster MIT Isabella Rossellini.

LE VAMPIRE

Gianikian und Angela Ricci Lucchi 1994 in Animali criminali montiert wird. Wobei auch nicht verschwiegen wird, wer im Hintergrund die Fäden zieht. An einer Ehrenrettung arbeitet Jean Painlevé, der 1982 in Les pigeons du square die vielgeschmähte Taube mit liebenswürdigen Worten in ihr angestammtes Recht setzt. Ist ja interessant, mag sich die hochschwangere Eselin Bianca denken, vor deren Gehege eines Wintertages im Schnee der Filmemacher Romuald Karmakar Posten bezieht. Mal schauen, was es zu sehen gibt. (as)

Frankreich 1945, sw, DCP, F/e, 9 REGIE, DREHBUCH und KAMERA Jean Painlevé MUSIK Duke Ellington MIT Jean Painlevé.

THE NEW ARCHITECTURE AND THE LONDON ZOO

GB 1936, sw, 16 mm, ohne Dialog, 16 ' REGIE László Moholy-Nagy.

CREATURE COMFORTS

GB 1989, Farbe, DCP, E/d, 5 REGIE und DREHBUCH Nick Park KAMERA Andy MacCormack, Fred Reed, David Sproxton, Dave Alex Riddett SCHNITT William Ennals MIT Julie Sedgewick.

ANIMALI CRIMINALI

Frankreich 1994, Farbe, DCP, ohne Dialog, 7 ' REGIE Yervant Gianikian, Angela Ricci Lucchi.

Glück nichts davon links liegen. Sodass am Ende das Geheimnis der Welt grösser ist als zu Beginn.» (Alexandra Seitz, Viennale, Okt 2025) «Schon nach wenigen Minuten wird klar, dass wir uns eben nicht in irgendeiner Naturdokumentation befinden, sondern in einem Werner-Herzog-Film. (…) Boyes fügt sich nahtlos ein in die Reihe an Vulkanologen, Luftfahrtingenieuren, Amateur-Naturschützern und Höhlenforschern, die bisherige Dokumentarfilme der Regie-Legende bevölkert haben. Getriebene und Obsessive, die ihr Dasein ganz und gar einer bestimmten Sache verschrieben haben, selbst wenn ihnen dabei Unmögliches abverlangt wird, ihr Scheitern unausweichlich ist oder ihr Leben in Gefahr gerät. Herzog interessiert sich nicht zuletzt deshalb so sehr für sie, weil er sich in ihnen wiedererkennt. (…) Wie eigentlich immer in seinen besten dokumentarischen Arbeiten ist das eigentliche Thema nur ein Schauplatz von vielen.» (Michael Bendix, filmstarts.de, Sep 2025)

LES PIGEONS DU SQUARE

Frankreich 1982,

REGIE

FAST AND FURRY-OUS

USA 1949, Farbe, Digital HD, ohne

REGIE Charles M. Jones DREHBUCH Michael Maltese MUSIK Carl Stalling SCHNITT Treg Brown.

ESEL MIT SCHNEE

Deutschland 2010, Farbe, DCP, ohne Dialog, 4 REGIE, DREHBUCH, KAMERA und SCHNITT Romuald Karmakar.

Farbe, DCP, F/e, 28'
Jean Painlevé DREHBUCH Olivér Tóth KAMERA Vincent Berczi MUSIK Ramon de Herrera SCHNITT Agnès Mouchel.
Dialog, 7 '
CREATURE COMFORTS

THE LOST WORLD

KINO-KONZERT

Mi 17.6. 18:15

Live-Musik: Wieslaw Pipczynski (Klavier, Theremin, Synthesizer) USA 1925, sw, DCP, Stummfilm mit e Zw titeln, 110 REGIE Harry O. Hoyt DREHBUCH Marion Fairfax, basierend auf dem gleichnamigen Roman von Arthur Conan Doyle KAMERA Arthur Edeson SCHNITT George McGuire MIT Bessie Love, Lewis Stone, Wallace Beery, Lloyd Hughes, Arthur Hoyt, Alma Bennett, Jules Cowles, Frank Finch Smiles, Margeret McWade, Leo

«Sir Arthur Conan Doyle mag heute für Sherlock Holmes berühmt sein, aber was er wirklich liebte, waren mitreissende Abenteuergeschichten. Die berühmteste davon handelte von Professor Challenger und seiner unerschrockenen Gruppe von Forschern, die auf einem abgelegenen Hochplateau eine verborgene Welt der Dinosaurier entdecken. Dank modernster Stop-Motion-Technik wurde die Verfilmung zu einem Publikumshit. The Lost World hat alles, was man sich von einem Stummfilm wünschen kann: atemberaubende Bilder, eine wunderbare Besetzung und – natürlich – Dinosaurier. Die Animation (…) wurde unter der Aufsicht von Willis O’Brien erstellt, einem der grossen Pioniere der visuellen Effekte, der später mit King Kong (1933) Filmgeschichte schrieb. (...) Die Stop-MotionSequenzen wurden über einen Zeitraum von mehreren Jahren erstellt (ein ganzer Arbeitstag ergab nur wenige Sekunden Filmmaterial), und die menschlichen Stars wurden im Nachhinein via Splitscreen und Rückprojektion hinzugefügt.» (moviessilently.com, Dez 2013)

GODZILLA GOJIRA

Fr 29.5. 20:30 Di 30.6. 18:30

DOUBLE-FEATURE (S. 10)

Japan 1954, sw, DCP, Jap/e, 96 ' REGIE Ishiro Honda DREHBUCH Takeo Murata, Ishiro Honda, nach einem Story -Treatment von Shigeru Kayama KAMERA Masao Tamai MUSIK Akira Ifukube MIT Momoko Kochi, Akihiko Hirata, Takashi Shimura, Fujuki Murakami, Akira Takarada, Sachio Sakai, Ren Yamamoto, Tadashi Okabe.

«Atombombentests vor der japanischen Küste schrecken ein prähistorisches Meeresungeheuer auf, das daraufhin Tokio in Schutt und Asche legt. Während ein älterer Professor an ihm die Überlebensfähigkeit unter radioaktivem Befall studieren möchte, verfügt ein junger Wissenschaftler mit seinem Oxygen-Zerstörer bereits über eine Waffe, die ‹Godzilla› den Garaus machen könnte … Nachdem 1954 japanische Fischer in den Fallout amerikanischer Atombombentests geraten waren, schuf Ishiro Honda mit Gojira ein filmisches Memorial an die atomare Zerstörung Hiroshimas und Nagasakis 1945, in dem das nukleare Trauma der Nation durch den Sieg über die Riesenechse schauspielerisch bewältigt wurde. Die neue 4K-Restaurierung eines der erfolgreichsten Filme der japanischen Kinogeschichte würdigt nicht nur dessen optische Brillanz bei der Wiedergabe des Miniaturmodells von Tokio, das im Toho-Studio von einem Schauspieler im Monsterkostüm niedergetrampelt wurde. Auch dem exzellenten Sounddesign mit den Schreckensschreien des Ungeheuers und seiner schutzlosen Opfer sowie der aufwühlenden Filmmusik von Akira Ifukube schenkt sie ihre besondere Aufmerksamkeit.»

(Berlinale 2022)

MOBY DICK

So 17.5. 15:00 Fr 5.6. 18:15

Do 11.6. 20:45

GB 1956, Farbe, DCP, E/d, 116

REGIE John Huston

DREHBUCH Ray Bradbury, John Huston, nach dem Roman von Herman Melville

KAMERA Oswald Morris MUSIK Philip Stainton

SCHNITT Russell Lloyd MIT Gregory Peck, Richard Basehart, Leo Genn, James Robertson Justice, Harry Andrews, Orson Welles, Bernard Miles, Mervyn Johns.

In der Verfilmung von Melvilles gleichnamigen Roman heuern zwei Freunde 1841 in Neuengland auf einem Walfangschiff an. Den Kapitän Ahab bekommen sie zunächst nicht zu Gesicht: Sie hören nur, wie er nachts mit seiner aus dem Kieferknochen eines Wals geschnitzten Beinprothese an Deck umherläuft. Bald wird ihnen klar, dass Ahab seinen Auftrag, für die aufstrebende Industrienation möglichst viele Wale zu erlegen, kategorisch missachtet: Ihm geht es allein darum, jenes eine Exemplar, mit dem sich sein Lebensweg tragisch kreuzte, zur Strecke zu bringen. Als er ihm schliesslich begegnet, beginnt der Kampf zwischen Schicksal und freiem Willen, zwischen kapitalistischer Rationalität und archaischer Triebhaftigkeit, zwischen Mensch und Tier – bis klar wird, wie wenig sich Ersterer von der Bestie unterscheidet. (tb) «Die berühmte Geschichte vom weissen Wal, Moby Dick, und Käpt’n Ahab, dem er das Bein nahm. Der ihn damit aus dem Gleichgewicht brachte und im Innersten verwundete. Sodass Ahab ihn jagen muss, wie besessen jagen, Moby Dick, das Riesentier, das sich ihm nicht untertan machen will. In dem Ahab das Böse erkennt und den Auftrag zur Demut verkennt. Braun, rosa, grau leuchtet das Meer in Technicolor, blau, rot und grün strahlt der Himmel. Und als Moby Dick schliesslich auftaucht, da ist seine Haut nicht weiss, sondern mannigfach gezeichnet von den Spuren des ewigen Kampfes, der sein Leben ist. Er kommt, um Ahab zu holen, der grosse weisse Gott, und dessen Hybris zu enden.» (Viennale, Okt 2015)

HATARI !

So 24.5. 15:00 So 28.6. 15:00

USA 1962, Farbe, DCP, E/d*, 157

REGIE Howard Hawks DREHBUCH Leigh Brackett, nach einer Story von Harry Kurnitz KAMERA Russell Harlan, Joseph Brun MUSIK Henry Mancini SCHNITT Stuart Gilmore MIT John Wayne, Hardy Krüger, Elsa Martinelli, Red Buttons, Gérard Blain, Michèle Girardon, Bruce Cabot, Eduard Franz, Valentin De Vargas.

«Eine Tierstation in Tansania: Sean Mercer (John Wayne) und eine Gruppe professioneller Grosswildjäger jagen Tiere für Tierparks in aller Welt. (…) Das Leben ist so abwechslungsreich oder so eintönig, wie es die Tiere und der Job halt zulassen. (…) Und dann kommt eine Frau ins Camp. Die Italienerin Anna Maria D’Alessandro (Elsa Martinelli), die alle der Einfachheit halber ‹Dallas› nennen, soll für einen Zoo in der Schweiz Fotos machen, die – möglichst spektakulär – zeigen, wie die Männer in Kenia arbeiten. Alle mögen Dallas. Nur Sean nicht, der nach einer zurückliegenden Enttäuschung mit Frauen eigentlich nichts mehr anfangen möchte.»

(Christoph Hartung)

«Eine Commedia dell’arte mit wilden Tieren, eine heitere Hommage an die Gefahr und ganz sicher der entspannteste Howard-HawksFilm, entstanden im Hundertkilometertempo auf Savannenböden unter dem Himmel Tanganjikas. Hawks pfeift des Öfteren aufs Drehbuch, improvisiert und lässt improvisieren, ohne Stunts und Doubles. Wenn John Wayne nicht gerade in einem Impromptu erotischer Verwirrung grollt, jagt er in schöner Tatsächlichkeit vom Jeep mit der Schlinge Rhinozeros und Gnu und spielt gemäss Tradition niemand anderen als sich selbst. (…) Hatari! ist ein gigantisches Outdoor-Homemovie über das Thema ‹Eine Jagdsaison von Tierfängern›, eine Abenteuerkomödie und nicht zuletzt eine fiktive Dokumentation über die Lust freier Arbeit.» (Harry Tomicek, Österreich. Filmmuseum, Dez 2010)

THE BIRDS

Di 19.5. 20:45 Sa 30.5. 20:45 So 21.6. 15:00

Alfred Hitchock, USA 1963, DCP, E/d*, 120 ALFRED HITCHCOCK – PART 2 (S. 28)

AU HASARD BALTHAZAR

Mo 25.5. 15:00 Do 2.7. 15:00 Sa 4.7. 20:45

Frankreich/Schweden 1966, sw, DCP, F/e, 95 REGIE und DREHBUCH Robert Bresson KAMERA Ghislain Cloquet MUSIK Jean Wiener, Franz Schubert SCHNITT Raymond Lamy MIT Anne Wiazemsky, Walter Green, François Lafarge, Philippe Asselin, Nathalie Joyaut, Jean-Claude Guilbert, Pierre Klossowski, Jean-Joël Barbier, François Sullerot, Marie-Claire Fremont, Jean Rémignard, Jacques Sorbets.

Ein junger Esel wird von den beiden Kindern Marie und Jacques auf den Namen Balthazar getauft. Später wird er verkauft und muss als stumme Kreatur jahrelang jede Qual erdulden. Nach Stationen als Spielgefährte, Lastesel und Zirkusattraktion wird er schliesslich von Schmugglern benutzt. Leid erfährt auch Marie, die von ihrem Liebhaber Gérard misshandelt wird. Diese elliptische Geschichte über den Niedergang zweier Unschuldiger wird auf wunderbare Weise zu einer Abhandlung über das Menschsein und zu einer Allegorie über christliches Leiden und Transzendenz.

«Ein Katalog der bewussten und unbewussten Grausamkeiten, die Menschen einander und anderen Kreaturen antun. Die entmutigenden Ereignisse werden dabei mit melancholischem Gleichmut verzeichnet, was Au hasard Balthazar seltsamerweise zu einem der schönsten, berührendsten Mysterienspiele der Filmgeschichte macht. (…) In Balthazars leeren Augen, auf die die Kamera immer wieder blickt, scheint sich auf unergründliche Weise die Traurigkeit der Welt zu spiegeln.» (Christoph Huber, Österreich. Filmmuseum, Mrz 2003)

White.
GODZILLA
HATARI!

Mo 18.5. 18:15 E/d/f (Originalfassung)

So 14.6. 15:00 D (Synchronfassung)

USA 1967, Farbe, 35 mm, 78 6(8)

REGIE Wolfgang Reitherman DREHBUCH Larry Clemmons, Ralph Wright, Ken Anderson, Vance Gerry, basierend auf Motiven der «Dschungelbuch»-Erzählungen von Rudyard Kipling MUSIK George Bruns, Terry Gilkyson, Richard M. Sherman SCHNITT Tom Acosta, Norman Carlisle.

«Der Menschenjunge Mogli wächst im indischen Dschungel bei Wölfen auf, doch als der gefährliche Tiger Shir Khan zurückkehrt, muss er sein tierisches Zuhause verlassen. Auf seiner Reise begegnet er dem gemütlichen Bären Balu, dem strengen Panther Baghira und vielen weiteren Tieren, die ihm helfen –oder ihn in Gefahr bringen. Disneys Klassiker basiert lose auf Rudyard Kiplings Erzählungen und begeistert mit zeitlosen Liedern, liebevoll animierten Figuren und einer warmherzigen Geschichte über Freundschaft und Zugehörigkeit.» (Riffraff/Houdini)

«Der Weg ist hier das Ziel, die Reise in die Zivilisation ein blosser Aufhänger, um unterwegs den unterschiedlichsten und kuriosesten Tieren zu begegnen. Ob der finstere Shir Khan oder der verspielt-chaotische King Louie, die listige Schlange Kaa oder natürlich der gemütlich-tollpatschige Bär Balu, bis zu den kleinsten Nebenfiguren haben die Tiere so viel Persönlichkeit, wie sie kaum ein Mensch in realen Filmen erhält.» (Oliver Armknecht, filmrezensionen.de, Mrz 2016)

PHASE IV

So 17.5. 20:45 Fr 29.5. 18:30 Mi 24.6. 15:00 DOUBLE-FEATURE (S. 10)

GB/USA 1974, Farbe, DCP, E/d*, 84 ' REGIE Saul Bass DREHBUCH Mayo Simon KAMERA Dick Bush, Ken Middleham MUSIK Brian Gascoigne SCHNITT Willy Kemplen MIT Nigel Davenport, Michael Murphy, Lynne Frederick, Alan Gifford, Robert Henderson, Helen Horton.

«Auf einer abgelegenen Hochebene in Arizona kommt es zu mysteriösen Vorkommnissen: Scheinbar ganz normale Ameisen bauen meterhohe Türme und attackieren Mensch und Tier. Zwei Wissenschaftler wollen dem Phänomen auf den Grund gehen und errichten ein Forschungslabor direkt neben dem Ameisenbau. Es gelingt ihnen, Kontakt zu den intelligenten Insekten aufzunehmen, doch dabei müssen sie feststellen, dass die Ameisen Grosses vorhaben mit der Welt und den Menschen … Eine bis heute stimmungsvoll verunsichernde Zukunftsvision, die so nur aus dem Geiste der Hippie-Bewegung entstehen konnte. Designer Saul Bass, der v. a. für seine Vorspänne und Plakate (z. B. Psycho) bekannt war, stellt unsere evolutionäre Vorherrschaft infrage und braucht dafür keine fantastischen Mutationen, sondern nur eine übermächtige Schwarmintelligenz. Seine einzige Regiearbeit kam verstümmelt ins Kino: Das bewusstseinserweiternde Finale – die eigentliche Phase IV – war den Produzenten zu gewagt.» (Düsseldorfer Filmkunstkinos)

DOUBLE FEATURE: KLEIN GEGEN GROSS!

Fr 29.5.

18:30 PHASE IV

Saul Bass, GB/USA 1974

20:30 GODZILLA Ishiro Honda, Japan 1954

Vergünstigte Double Feature-Tickets sind nur an der Kinokasse erhältlich.

KUMMATTY

Fr 22.5. 18:30 Mi 10.6. 18:30

Fr 19.6. 15:00

Indien 1979, Farbe, DCP, Malayal/e, 90 ' REGIE Govindan Aravindan DREHBUCH Govindan Aravindan, Kavalam Narayana Panicker, nach dem Gedicht «The Pied Piper of Hamelin» von Robert Browning KAMERA Shaji N. Karun MUSIK Kavalam Narayana Panicker, M.G. Radhakrishnan, Govindan Aravindan SCHNITT A. Rameshan MIT Ramunni, Master Ashokan, Shanker, Vilasini Reema, Kothara Gopalkrishnan, Sivasankaran Divakaran, Vakkil Mothassi.

«Eines Tages taucht in einem indischen Dörfchen ein fremder Mann auf. Der kleine Chindan und seine Freunde fürchten sich zunächst vor ihm und nennen ihn Kummatty (‹Buhmann›), (…) entwickeln jedoch bald schon Zuneigung für den Sonderling. Schliesslich macht sich der scheinbar harmlose Exzentriker wieder auf den Weg – und erst da offenbaren sich seine wahren Kräfte: Während er mit den Kindern singend durch die Felder tanzt, verwandelt er jedes von ihnen in ein anderes Tier. Chindan wird zum Hund

ZOO

Mo 15.6. 18:00 So 21.6. 18:00

USA 1993, Farbe, DCP, E, 130 REGIE, DREHBUCH, KAMERA und SCHNITT Frederick Wiseman.

«Zu Besuch im Miami Metro Zoo, Florida. Wiseman fächert ein bilderreiches, grandioses Panorama auf, das den Alltag eines zeitgenössischen Zoos umfassend wiedergibt – als kompliziertes Zusammenspiel aus Forschung, Wissenschaft und Entertainment. Der Tiergarten wird als eine in sich geschlossene Welt gezeigt, deren Population zum geringeren Teil aus den Tieren selbst besteht: Auf dem Areal des Zoos bewegt sich ein Heer an Pflegeund Verwaltungspersonal (Management und Sponsoring spielen ebenso eine Rolle wie die Erforschung und die medizinische Betreuung der Tiere) – und es wird bevölkert von Scharen von Besucher:innen, die sich in heftiger Beziehung zu ihren Artgenoss:innen wiederfinden. Wiseman porträtiert den zoologischen Garten nicht als idyllischen Ort der Naturbetrachtung oder als brutales Tiergefängnis, sondern wirft grundsätzlichere Fragen auf: zur Bedeutung der Domestizierung und zum Verhältnis von Mensch und Tier.» (Constantin Wulff, Österreich. Filmmuseum, Feb 2005)

HIRTENREISE INS DRITTE JAHRTAUSEND

Di 9.6. 18:30 Fr 26.6. 15:00

Schweiz 2002, Farbe, DCP, Dialekt, 124 REGIE, DREHBUCH, KAMERA und SCHNITT Erich

und rennt panisch davon, wodurch er das Ende des Lieds und den Moment verpasst, in dem seine Freund:innen wieder in ihre menschliche Gestalt zurückverwandelt werden. (…) Govindan Aravindans bezaubernder Kinderfilmklassiker, vor Kurzem von Martin Scorseses Film Foundation restauriert, strotzt vor lebendigen Farben und atemberaubenden Naturaufnahmen – ein Märchen, das immer wieder zwischen Heiterkeit und Melancholie changiert.» (James Lattimer, Arsenal Berlin)

WHITE DOG

Sa 30.5. 15:00 Do 4.6. 18:30

Di 23.6. 18:30

USA 1982, Farbe, DCP, E/e*, 90 REGIE Samuel Fuller DREHBUCH Samuel Fuller, Curtis Hanson, nach einer Erzählung von Romain Gary KAMERA Bruce Surtees MUSIK Ennio Morricone SCHNITT Bernard Gribble MIT Kristy McNichol, Paul Winfield, Samuel Fuller, Burl Ives, Jameson Parker. «Eine junge Schauspielerin (Kristy McNichol) fährt in der Nacht einen schneeweissen Schäferhund an und nimmt ihn bei sich auf. Weil er in ihrer Gegenwart meist lammfromm ist, will sie lange nicht wahrhaben, dass der Hund von seinem alten Besitzer trainiert wurde, Schwarze Menschen rücksichtslos zu attackieren und zu töten. Ausgerechnet ein Schwarzer Hundetrainer (Paul Winfield) soll ihn von dieser perversen Programmierung befreien. (…) Paramount weigerte sich, White Dog in den USA herauszubringen, unter anderem, weil dem Film unerklärlicherweise unterstellt wurde, er könnte zu Rassismus anstiften. Vielleicht aber auch, weil die geradlinige, ungeschönte Art, mit der Fuller den vom weissen Hund verkörperten Rassismus als blindwütiges, antrainiertes und doch tief sitzendes Übel vorführt und analysiert, tatsächlich nur schwer zu ertragen ist. Der Filmkritiker J. Hoberman nannte White Dog ‹eine der unerschrockensten Stellungnahmen zum amerikanischen Rassismus, die Hollywood je hervorgebracht hat›.» (Xenix)

WALLACE & GROMIT

Sa 6.6. 15:00 Sa 20.6. 15:00

Nick Park, GB 1989–1995, Digital HD, D (Synchronfassung), 83 ' , 6(8) FAMILIENFILM (S. 35)

Langjahr MUSIK Alpine Experience, Hans Kennel, Paul Haag, Patricia Draeger, Roland Schildknecht, Heiri Känzig, Marco Käppeli, Agatha Schönbächler, Barbara Schönbächler, Daniela Schönbächler, Monika Schönbächler, Carlos Baumann, Bill Holden, Marcel Huonder.

«Beobachtet werden Hirten, die auf Schweizer Höhen mit scheinbarem Gleichmut ihrer traditionellen Arbeit nachgehen. Lange Einstellungen schenken dem Zuschauer Musse, das Miteinander von Mensch und Tier zu erleben. Ein Genuss. Die Geburt eines Schafes, das Balzen eines Geissbocks, das stille Grasen werden dabei zu Metaphern für den leisen Widerstand gegen die laute Verödung unserer Welt durch ein Mehr und Mehr an genormten Abläufen und Verhaltensmustern. Lange Passagen sind von geradezu meditativer Kraft. Wenn die Hirtenreise nach zwei Stunden zu Ende ist, möchte man das Kino gar nicht verlassen.» (Peter Claus, Berliner Morgenpost, Nov 2003)

«Stets ging es Langjahr darum, elementare Dimensionen freizulegen und zu zeigen, wie sehr wir gerade auch da noch von unserer Herkunft geprägt sind, wo wir uns von ihr entfernt haben. Seine Hirtenreise ist deshalb weder ein Abgesang noch ein Loblied auf die Hirtenromantik. Zwar ruft Langjahr auch die romantischen Bilder des Hirtentums ab, doch er zeigt auch die knochenharte Realität hinter dieser fast biblischen Bildwelt.» (Thomas Allenbach, SonntagsZeitung, 21.4.2002)

FILMGESPRÄCH

Di 9.6. 18:30

Nach der Filmvorführung findet ein Q&A mit dem Filmemacher Erich Langjahr statt.

Moderation: Nicole Reinhard

KUMMATTY
PHASE IV

LEVIATHAN

Do 28.5. 18:00 Sa 4.7. 15:00

Frankreich/GB/USA 2012, Farbe, DCP, ohne Dialog, 87 REGIE, DREHBUCH, KAMERA und SCHNITT Lucien Castaing-Taylor, Véréna Paravel.

«Ein Jahr verbrachten Castaing-Taylor und Paravel filmend mit Hochseefischern aus New England auf dem Meer. Das Porträt der Fischereiarbeit, das daraus hervorging, steht in der alten Tradition, Fischerleute als Motiv für Bilder zu benutzen. Und dennoch widersteht der Film jedweder Romantisierung und dem Anthropozentrismus, die oftmals mit dieser Tradition einhergehen. Er evoziert vielmehr eine emotionslose Beziehung zwischen Mensch und Ozean sowie eine in ästhetischer Hinsicht gleichwertige Gewichtung von Humanem, Ökologischem und Industriellem.

In den gleichen Gewässern, in denen Melvilles Pequod Moby Dick jagte, fängt Leviathan den Zusammenprall von Mensch, Natur und Maschine ein. Mit einem Dutzend kleinster Kameras gedreht – die herumgeschleudert und angebunden sowie von Fischer zu Filmemacher gereicht wurden –, entsteht das kosmische Porträt eines der ältesten Unterfangen des Menschen.» (Berlinale 2013)

«Ohne jeden Kommentar vertraut der Film auf die optische und akustische Erzählung seiner Elemente: der menschlichen Arbeit, der Gewalt des Meeres, der Ausgesetztheit und Rauheit der Nacht. ‹Ein filmisches AC/DC-Konzert›, meinte die Kritik, eine ‹biblische Geschichte› und ein ‹gothic tale of fish and man›. Und man wäre nicht wirklich erstaunt, würde sich plötzlich Kapitän Ahab über das Deck bewegen. Ausschau haltend nach dem weissen Wal.» (Viennale, Okt 2012)

TIER WERDEN –DER FILM UND DAS ANIMALISCHE

Do 28.5. 18:00

Vortrag mit Filmausschnitten von Johannes Binotto, ca. 45'

Anschliessend LEVIATHAN

Wenn Tiere auftreten, wird das Kino wild. Ein

Spielfilm mag noch so fiktiv sein, das Tier in ihm ist es nie, sondern bleibt immer echt. Das Tier spielt nicht. Stattdessen verwandeln Tiere Filme in faszinierende Zwitterwesen, in denen sich das Dokumentarische mit dem Imaginären vermischt und Dressur in Wildheit übergeht. Und so werden auch wir in diesem Kino wieder selbst zu Tieren.

Anhand zahlreicher Ausschnitte geht der Medienwissenschaftler Johannes Binotto dieser animalischen Fährte durch die Filmgeschichte nach, auf der Spur eines ungezähmteren Kinos.

LOS REYES

Mo 8.6. 20:45 Mi 1.7. 15:00 Chile/Deutschland 2018, Farbe, DCP, Sp/d, 78 ' REGIE, DREHBUCH und SCHNITT Bettina Perut, Iván Osnovikoff KAMERA Pablo Valdés.

«Fútbol und Chola leben in Los Reyes, einem Skatepark in Santiago de Chile; sie sind die Lumpenkönige des überschaubaren Areals, in dem Teenager auf Rollbrettern mit Drogen Spass haben und über ihre Eltern lästern. Der mit rebellisch-coolem Gestus geführte Diskurs der Heranwachsenden aber, er ficht die beiden Streunerhunde nicht an, sie machen ihr eigenes Ding. (…) Fútbol hinkt ein bisschen, und das Kupfer des Alters hat seinen schwarzen Pelz bereits grossflächig ergriffen; Chola ist etwas jünger und immer dafür zu haben, alles zu verbellen, was den Weg durch ihr Hoheitsgebiet nimmt: Fahr- und Motorräder, andere Hunde, die berittene Polizei, auch mal zwei Maultiere. (…) Eigentlich hatten Bettina Perut und Iván Osnovikoff einen Dokumentarfilm über die Skater im Park drehen wollen, doch die reagierten auf die Kamera entweder befangen und blieben maulfaul oder sie agierten gekünstelt und zogen eine Show ab. Die Hunde

hingegen, die in den Fokus gerieten, als das Projekt kurz vor dem Aus stand, kannten weder Kamerascheu noch divenhaftes Benehmen. Sie waren einfach da und machten ihr Ding. (…) Es ist etwas eingefangen hier von der Existenz des wesensmässig Anderen, gänzlich akzeptiert in seiner Fremdartigkeit, der Interpretation entzogen und dennoch respektiert. Ein Blick durchs Schlüsselloch in eine Welt anderer Wertigkeiten.» (Alexandra Seitz, epd-film, Jun 2021)

ROAR & CRAWL

Das Tier im Super8-Viewer’s Digest-Fokus

Fr 5.6. 21:00 (in der Lounge)

Eintritt: CHF 5.—

Präsentiert von Bernd Brehmer (Werkstattkino München), 80'

Dass es nicht nur auf der Kinoleinwand kreucht und fleucht, dafür sorgte schon ab den 1960er-Jahren die HomemovieEntertainment-Liga. Im Zuge der aufkommenden Viewer’sDigest-Euphorie (auf 20 Minuten gekürzte Super-8-Fassungen von grossen Kinoerfolgen) verbreitete sie Unmengen an Tierfilmen für den Gebrauch in den eigenen vier Wänden. Für die Kleinen Zeichentrickfilme, für die Älteren gerne Tier-Horror in allen Facetten, nach dem Motto: Das Leben ist kein Streichelzoo! Bernd Brehmer (Werkstattkino München) reist mit seinem Projektor und einem Koffer voller unberechenbarer Super-8-Preziosen an: mit Mörderspinnen, gefrässigen Grizzlybären, Weltraum-Miezen und Hitchcocks Vögeln sowie animierten Klassikern und dokumentarischen Expeditionen ins Tierreich.

É NOITE NA AMÉRICA

Mo 1.6. 18:15 Mo 22.6. 20:45

Brasilien/Frankreich/Italien 2022, Farbe, DCP, Port/e, 66 REGIE Ana Vaz DREHBUCH und SCHNITT Ana Vaz, Deborah Viegas KAMERA Deborah Viegas MUSIK Guilherme Vaz.

«Noch gibt es Dschungel in Brasilien. Aus diesem heraus verirren sich ab und an die wilden Tiere in die Metropolen, die ihren Lebensraum fressen – und öfters bleiben sie, weil sich auch aus Mülltonnen noch leben lässt. Doch nicht allen ist der urbane Lifestyle bekömmlich. Dann landen sie krank und schwach im Zoo, der auf diese Weise, so eine Mitarbeiterin, zur Rettungsstation für Asylsuchende wird. Aufgenommen in der Retortenstadt Brasília mit abgelaufenem 16-mm-Material, das den von einem wuchtigen

Score begleiteten Bildern die nächtliche Anmutung verleiht, reflektiert É noite na América über Landraub und Habitat und wirft den Blick der Vertriebenen zurück auf die Vertreiber.» (Alexandra Seitz, Viennale, Okt 2022)

«In Ana Vaz’ experimentellem Filmdebüt verschwimmen die Grenzen zwischen Dokumentarfilm, Horror und Fantasy, wobei die menschliche Perspektive zugunsten einer ursprünglicheren Sichtweise zurücktritt. In einer nächtlichen Kulisse rund um die Stadt Brasília, in einer reichen Palette von Indigound Blautönen, unternehmen Wölfe, Eulen, Füchse und Ameisenbären vorsichtige Schritte, um einen Lebensraum zurückzuerobern, der einst ihnen gehörte. (…) Die Gegenüberstellung der Capybaras mit der hoch aufragenden Eintönigkeit der Stadt erzeugt ein beunruhigendes Gefühl der Besetzung, wobei die einheimische Bevölkerung zugunsten eines ungebremsten ‹Wachstums› ignoriert wird.» (Leila Latif, Viennale, Okt 22)

SÉLECTION LUMIÈRE

Der Wunschfilm unseres Fördervereins

KES

Sa 23.5. 20:45 Mi 3.6. 15:00

So 14.6. 18:30

GB 1969, Farbe, DCP, E/d*, 110 REGIE Ken Loach DREHBUCH Barry Hines, Ken Loach, Tony Garnett, nach dem Roman «A Kestrel for a Knave» von Barry Hines KAMERA Chris Menges MUSIK John Cameron SCHNITT Roy Watts MIT David Bradley, Lynne Perrie, Freddie Fletcher, Colin Welland, Brian Glover, Bob Bowes, Robert Naylor, Trevor Hesketh.

«Der 15-jährige Billy Casper lebt mit seiner Mutter und seinem älteren Bruder Jud in der Bergarbeiterstadt Barnsley in Yorkshire. Jud arbeitet im Bergwerk und hat eine Schwäche für Pferdewetten. Billy ist ein Bursche, der nichts als Unfug im Kopf hat, kleine Diebstähle begeht und seine Schulaufgaben vernachlässigt. Als er eines Tages ein Vogelnest aushebt, findet er einen jungen Turmfalken, den er mit nach Hause nimmt. Er stiehlt ein Buch über Falknerei und beginnt, den Vogel abzurichten. Plötzlich dreht sich die Welt nur noch um seinen Falken Kes.» (Viennale, Nov 1996)

«Ken Loachs Kes , vom British Film Institute als einer der zehn besten britischen Filme des Jahrhunderts bezeichnet, ist das filmische Porträt der Arbeiterklasse im Norden Englands schlechthin. Billy (ein erstaunlich naturalistischer David Bradley) ist ein 15-jähriger Bergarbeitersohn, dessen enge Bindung zu einem wilden Turmfalken ihm eine spirituelle Flucht aus seinem aussichtslosen Leben ermöglicht. Kes brachte das gesellschaftspolitische Engagement, das Loach in seiner Arbeit für die BBC etabliert hatte, auf die Leinwand und führte den britischen ‹Angry Young Men›-Film der 60er-Jahre mit realen Drehorten und Laiendarstellern in eine neue Dimension der Authentizität. Loachs ergreifendes Coming-of-Age-Drama ist bis heute der beliebteste und einflussreichste Film des legendären Regisseurs.» (The Criterion Collection)

É NOITE NA AMÉRICA

TOPOGRAFIEN DER ERINNERUNG

Digna Sinke geht aufs Ganze. In ihrem neusten Werk Key to Heaven lässt die Filmemacherin die Grenzen zwischen Spiel- und Dokumentarfilm weit hinter sich und verwebt vor dem Hintergrund der Energiewende im Amsterdamer Hafen die erfundene Geschichte um eine Industriefotografin mit der eigenen. Entstanden ist ein hellwaches, poetisches Meisterwerk über Festhalten und Loslassen – vielleicht der Kulminationspunkt ihres Schaffens. Seit den frühen 70ern ist für die Grande Dame des niederländischen Films die flache heimatliche Landschaft der Ausgangspunkt ihrer Arbeiten; die vorgefundene und die vom Menschen gestaltete Natur, Industrieund Agrarlandschaften und die Frage, was das eine mit dem anderen macht. Die Topografie des Landes wird bei Sinke zum Spiegel der Seelenlandschaft. Traumata und Verletzungen graben sich in beides ein. Egal ob sie sechs Menschen mit verfrühter Midlife-Crisis auf Fernwanderung schickt, das Sammeln als widerständigen Akt gegen das Vergehen der Zeit porträtiert oder die Renaturierung einer Agrarinsel und die Umwandlung zum Freizeitpark festhält – Sinke erzählt mit präzis kadrierten Bildern, kompromisslos und im festen Glauben, dass wir uns der Zukunft stellen können. Widerstandsfähig und verletzlich. Am 11. Juni ist sie zur Premiere ihres neusten Films und für eine kleine Werkschau im Filmpodium zu Gast.

Essay von Patrick Holzapfel

«Warum bewahre ich?», fragt Digna Sinke in Keeping & Saving or How to Live (2018) und meint damit nicht nur ihre in diesem Film thematisierte Lust am Aufheben alter Gegenstände, sondern auch das Filmen an sich. Als sinnsuchende Melancholikerin im besten Sinne interessiert sich die niederländische Filmemacherin für das, was im Vergehen der Zeit verloren geht, und zugleich für das, was aus der Vergangenheit im Jetzt aufleuchtet. Sie ist eine Sammlerin, eine Bewahrerin im Zeitalter der Vergänglichkeit. Ihre Filme beginnen oftmals dort, wo die Kamera vor einer Welt steht, die sich unwiderruflich verändert. Das Bild einer schmalen Strasse, die bald

überflutet wird. Das Bild eines geliebten Menschen, der nicht mehr da ist. Das Bild eines Begehrens, das entsteht und verpufft.

Sinnlichkeit der Erinnerung

Egal ob es sich um den digitalen Einfall in die Wirklichkeit in Keeping & Saving or How to Live , die Renaturierung der Insel Tiengemeten in Wistful Wilderness (2010) oder das Verschwinden eines Menschen in After the Tone (2014) geht, Sinke zeigt, dass die grossen Prozesse der Gegenwart vor allem deshalb bedeutend sind, weil sie die Menschen direkt betreffen. So stehen die Bewohner:innen von Tiengemeten etwas schüchtern und verloren vor ihren Häusern, die sie bald räumen müssen. Sie schauen in die Kamera und wissen genau, dass diese Aufnahmen einmal von ihrer Existenz an diesem Ort zeugen werden, selbst wenn keine anderen Spuren mehr bleiben.

in Bildern dokumentieren? Wie das Zwischenmenschliche aus der Imagination ins Wirkliche holen? Sinke findet spielerische, beglückende Lösungen, indem sie zum einen den filmischen Prozess selbst miterzählt, wie in Wistful Wilderness , indem sie einige fixe Kameraeinstellungen auf der Insel kommentiert und so eine jahrelange Veränderung vor und hinter der Kamera greifbar macht, zum anderen, indem sie fiktionale Figuren und zusätzliche Erzählerinnen einsetzt, um ihre eigenen Spuren zu verwischen und den eigenen Blick zu hinterfragen. Es sind denkende, sich selbst spiegelnde Filme. Essays im wahrsten Sinne des Wortes. Blicke werden wiederholt. Eine Sache wird aus verschiedenen Perspektiven betrachtet. Das Verschwinden des Architekten Onno in After the Tone beispielsweise führt anhand der Nachrichten, die ihm Freunde und Kollegen über ein Jahr auf der Mailbox hinterlassen, zum Porträt eines Einzelnen in den Augen von vielen. Seine Identität setzt sich aus dem zusammen, was die anderen von ihm wollen, in ihm suchen. Sinkes Filme sind immer solche mosaikartigen Annäherungen, es ist ein Kino der Gleichzeitigkeiten, der Vielstimmigkeiten. Auch deshalb kann Lea, die fiktionale Protagonistin einer nie realisierten Spielfilmidee, die Sinke in Key to Heaven verarbeitet, die «grüne Wende» im Hafen nicht dokumentieren. Ihre eigene Geschichte und andere Entwicklungen durchkreuzen solche Pläne. Leas Fotos und Aufzeichnungen, Sinkes dokumentarische und autobiografische Ansätze, fiktive Interviews, tatsächliche Begegnungen, alles ist Material. Der Film wird zu einem Neo-Noir oder zu einer Liebesgeschichte mit einem Interviewpartner. Das Private lässt sich nicht von den grossen Bewegungen der Welt trennen und vice versa. Das wird auch deshalb klar, weil die Filmemacherin ihre mäandernden Streifzüge wiederholt mit dem Tod ihres «Freunds und Geliebten» René Scholten in Verbindung bringt. Er taucht mehrfach auf und schreibt sich ein in die Erinnerungspfade der Filme. Der Verlust von Welten wird nicht aufgewogen gegen den Verlust eines geliebten Menschen. Vielmehr gibt es beides zugleich, die Bewegungen des Verschwindens verlaufen ineinander, lassen sich nicht mehr voneinander abkapseln. Die Trauer bleibt, aber das Leben geht weiter.

Zärtliche Resilienz

Ihre Erinnerungen sind an Orte oder Gegenstände geknüpft. Was passiert, wenn diese Orte und Gegenstände verschwinden? Sinke stellt sich keineswegs gegen gesellschaftliche und kulturelle Veränderungen, vielmehr beleuchtet sie das, was zwischen zwei Zeitrechnungen abläuft. Ihre Filme tragen Gewicht, aber sie sind von einer Leichtigkeit beseelt, die aus der Spontanität menschlicher Begegnungen entsteht. Der scheinbar banalen Erinnerung an eine seltsam verbogene Gabel wird genauso viel Bedeutung geschenkt wie dem philosophischen Bewusstwerden der eigenen Sterblichkeit. Mehr noch sind diese beiden Dinge miteinander verknüpft. Statt einer politischen Agenda prägt die Zeit selbst die Filme, die vom Material der Welt handeln, den Dingen, die wir berühren können: Eine Szene, in der Sinkes Mutter in Keeping & Saving or How to Live ein Kinderbügeleisen hält, mit dem diese mit fünf Jahren gespielt hat, erzählt genauso viel von dieser Hinwendung an die Sinnlichkeit der Erinnerung wie der Wind, der unablässig durch die Blätter streift und dabei eine flüchtige Bewegung festhält.

Ein Spiegel vor der Kamera

Insbesondere in ihrem Key to Heaven (2025), der sich unter anderem mit den Veränderungen im Hafen von Amsterdam im Zuge der Energiewende beschäftigt, verwischt Sinke die Grenzen zwischen dem Dokumentarischen und dem Fiktionalen. Sie sind nicht wichtig, wenn das, was in der sogenannten Wirklichkeit vor sich geht, weder wirklich begriffen noch gefilmt werden kann. Wiederholt hinterfragen die Filme vor allem in ihren vielschichtigen Voice-over-Narrationen die Möglichkeiten des Kinos. Sinke sucht nach Strategien, um den menschlichen Eingriff in ein Gelände oder die Traurigkeit ihrer Protagonisten greifbar zu machen. Wie sichtbar werden lassen, was mindestens Jahrzehnte dauert, ehe es sich zeigt? Wie die unsichtbaren Auswirkungen solcher Veränderungen

Frei nach Jean-Paul Sartre könnte man auch bemerken, dass das Leben unendlich verkompliziert wird, weil es andere Menschen gibt, die auch alle ihre Gründe haben. Das gilt auch für die auf dem Pieterpad, einem Fernwanderweg in den Niederlanden, irrenden Protagonist:innen in Above the Mountains (1992), wenn sie drohen, in ihren Kippbewegungen zwischen Anziehung und Ablehnung, Zuwendung und Flucht, Freiheit und Angst verloren zu gehen in dieser von Himmel und Licht durchdrungenen niederländischen Landschaft. Sie kehrt immer wieder als eigene Stimme in die Filme ein, sei es durch einen plötzlichen Regenschauer oder die flachen Ebenen mit ihren endlosen Horizonten, an die sich stets Erwartungen knüpfen, die sich schnell in Hoffnungslosigkeit verkehren können. All diese Figuren haben eine Geschichte, das ist ja gerade das Problem, das ist ja gerade das Schöne an ihnen. Die Geduld, mit der Sinke in Keeping & Saving or How to Live den digitalen Nomaden lauscht, um deren Lebensphilosophien zu verstehen, zeigt, dass eine dokumentarische Haltung nichts mit vorgefertigten Ideen zu tun hat, sondern mit Offenheit und Zugewandtheit. Ihre präzise, sich niemals als Autorinnengeste aufdrängende Zärtlichkeit schafft ein leichtfüssiges und bewegendes Bild menschlicher Resilienz im Zeitalter sich auflösender Welten. Manchmal, so ruft es aus diesen Filmen, muss man loslassen, um weiterzugehen. Manchmal aber muss man auch festhalten. Ein rares Glück, wenn eine Filmemacherin beides beherrscht.

Patrick Holzapfel arbeitet als Autor, Filmemacher und freier Kurator. Im Juni 2024 erschien sein Debütroman «Hermelin auf Bänken» bei den Rohstoffen von Matthes & Seitz. Er ist Herausgeber und Chefredaktor von «Jugend ohne Film» und setzt sich dort für literarische Filmkritik ein.

KEY TO HEAVEN HEMELSLEUTEL

Do 11.6. 18:00 Di 16.6. 20:45

Fr 3.7. 15:00

Niederlande 2025, Farbe, DCP, Niederl/e, 96 REGIE und DREHBUCH Digna Sinke KAMERA Melle van Essen MUSIK Wim Mertens SCHNITT Albert Elings MIT Gijs Naber, Nizar el Manouzi, Daniël Boissevain, Leny Breederveld, Janni Goslinga, Tom Jansen, Romijn Conen, Mike Libanon, Nanette Edens, Mike Reus, Jacqueline Blom, Thomas van Luin, Manouk Pluis, Jelle Mensink.

«Fotografin Lea soll die Folgen der Energiewende im Amsterdamer Hafen festhalten. Diese nie realisierte Spielfilmidee verwebt Sinke nahtlos in ein Hybrid aus Dokumentation und Inszenierung. Leas Reportagebilder sind Zeugen der industriellen Transformation; im von Sinke eingerichteten Studio lesen Schauspieler:innen ihre Rollen. Die Persona Lea und die Person der Regisseurin, Filmerzählung und private Erinnerungen fliessen ineinander: in ein so komplexes wie verdichtetes Nachdenken über Veränderung, über Festhalten und Loslassen, Chaos und (neue) Ordnung – und die Angst, die uns treibt. Die wiederholte Ermutigung ‹Don’t be afraid, Lea!› gilt uns allen.» (Barbara Kronsfoth, Viennale, Okt 2025)

SCHWEIZER PREMIERE

Neues Kino – exklusiv im Filmpodium

«Lea ist eine geheimnisvolle Figur. Ihre Identität nimmt Gestalt an durch Erinnerungsstücke – Fragmente der Vergangenheit, die durch ihre Begegnungen und durch die Landschaft selbst ausgelöst werden. Mit dokumentarischem Blick und einem ausgeprägten Verständnis für Metakino gedreht, besticht Key to Heaven durch die Sanftheit seiner Er-

zählweise und die Präzision seiner Bildkomposition. Auf bescheidene, beharrliche Weise komponiert Sinke ein Epos über eine Frau, die durch Neugier und Sehnsucht Heilung findet.» (Rebecca De Pas, Viennale, Okt 2025)

KURZFILMPROGRAMM: REMNANTS

Fr 26.6. 18:30

Bewahren und Sammeln sind zentrale Tätigkeiten, nicht nur in Digna Sinkes privatem Leben, sondern auch in der künstlerischen Praxis der Filmemacherin, wie dieses Kurzfilmprogramm eindrücklich zeigt. 2019 wurde im Amsterdamer Hafen im Rahmen der Energiewende ein Kohlekraftwerk zurückgebaut und damit auch das Wahrzeichen der Skyline, der 175 m hohe Schornstein, abgerissen. Digna Sinke ergriff die Chance, diesen Prozess der Transformation über mehrere Jahre zu begleiten, und montierte aus dem gesammelten Material ihren poetischen Kurzfilm The Cloud Factory (2026). Auch für ihren aktuellen Spielfilm Key to Heaven (2025) verwendete sie Aufnahmen des Kraftwerks, wenngleich es hier nur eine Nebenrolle spielt. Nicht anders verfuhr sie bei ihrem poetischen Kurzfilm Farewell (1990), einer visuellen Meditation über das Verschwinden des industriellen Erbes: Er entstand aus Filmresten ihres Langfilms Nothing Lasts Forever. Persönlicher wird es in Lovely Weather Every Day , der auf Sinkes umfangreicher Postkartensammlung basiert und ihren ganz eigenen Blick auf das 20. Jahrhundert offenbart. Boundaries ist schliesslich autobiografisch geprägt: Ursprünglich sollte der Film die Grenzen ihres Gartens in Zonnemaire (Zeeland) zeigen, entwickelte sich jedoch zu einer tagebuchartigen Reflexion über ihre eigenen inneren Grenzen. (Gerwin Tamsma)

FAREWELL

AFSCHEID

Niederlande 1990, Farbe, DCP, ohne Dialog, 5 REGIE und DREHBUCH Digna Sinke KAMERA Goert Giltay SCHNITT Jan Wouter van Reijen.

LOVELY WEATHER EVERY DAY ALLE DAGEN EVEN MOOI

Niederlande 2013, Farbe + sw, DCP, Niederl/e, 25 REGIE, DREHBUCH, KAMERA und SCHNITT Digna Sinke.

DIGNA SINKE ZU GAST

Do 11.6. 18:00

Q&A mit Digna Sinke im Anschluss an KEY TO HEAVEN; Moderation: Gerwin Tamsma (Kurator), auf Englisch

BOUNDARIES GRENZEN

Niederlande 2020, Farbe, DCP, ohne Dialog, 15 REGIE, DREHBUCH, KAMERA, MUSIK und SCHNITT Digna Sinke.

THE CLOUD FACTORY DE WOLKENFABRIEK

Niederlande 2025, Farbe, DCP, Niederl/e, 59 ' REGIE und DREHBUCH Digna Sinke KAMERA Jan Wich, Digna Sinke MUSIK Hans van Kroonenburg, Ludwig van Beethoven SCHNITT Digna Sinke, Albert Elings.

ABOVE THE MOUNTAINS

BOVEN DE BERGEN

Mi 17.6. 20:45 Mo 29.6. 18:30

Niederlande 1992, Farbe + sw, 35 mm, Niederl/e, 107 ' REGIE und DREHBUCH Digna Sinke KAMERA Goert Giltay SCHNITT Jan Wouter van Reijen MIT Roos Blaauwboer, Catherine ten Bruggencate, Eric Corton, Renée Fokker, Esgo Heil, Johan Leysen.

«Kurze Vignetten stellen die Protagonist:innen vor: Stefan und Neeltje, sichtbar voneinander genervt, Vincent und Hélène, er zynisch und verloren, sie nur widerwillig mit von der Partie, Jan-Paul bewundert Vincent, die S ä ngerin Rina steckt in einer Lebenskrise. Ihre gemeinsame Unternehmung: zu Fuss vom Norden in den Süden der Niederlande. Ihr angesichts der Topografie utopisch anmutendes Ziel: die Berge! So gehen die sechs, Pilgern gleich, gemeinsam ein St ü ck Lebensweg, trotzen den Unbilden, plaudern, streiten und lieben sich; nicht alle erreichen die angestrebten Höhen. Aber niemand bleibt unverändert in diesem Roadmovie per pedes, nicht einmal die Landschaft.» (Barbara Kronsfoth, Viennale, Okt 2025)

«In ihren Gesprächen und Streitereien schwingen die Träume und Desillusionierungen der Nachkriegsgeneration mit. Von einigen der besten Schauspieler ihrer Zeit (…) meisterhaft verkörpert, sind diese Figuren klug genug, den Unterschied zwischen selbstverliebter Nabelschau und echter Seelensuche zu erkennen. (…) Aufgenommen in von Robby Müller inspirierten lyrischen Grautönen, sah die (ost-)niederländische Landschaft selten besser aus.» (Gerwin Tamsma, Viennale, Okt 2025)

WISTFUL WILDERNESS

WEEMOED & WILDERNIS

Mo 22.6. 18:30 Mi 1.7. 20:45

Niederlande 2010, Farbe, DCP, Niederl/e, 88 REGIE und DREHBUCH Digna Sinke KAMERA Jan Wich, Goert Giltay, Maarten Kramer, Marc Homs, Peter Brugman, Paul van den Bos, Jaap Veldhoen MUSIK Antonin Dvořák SCHNITT Albert Elings.

«Über 13 Jahre lang dokumentiert Sinke ein ungewöhnliches Projekt: Die Insel Tiengemeten, einst dem Meer abgerungen, wird ‹renaturiert›. Die Bauern müssen umsiedeln, ein Naturpark entsteht, der nun wiederum zivilisationsgeplagten Menschen zur Erholung dient. Mit sanfter Stimme protokolliert die Filmemacherin präzise den Prozess und die Spuren, die sich in Landschaft und Menschen einpr ä gen. Zugleich teilt sie mit uns Kindheitserinnerungen, Tagebucheintr ä ge, die Trauer um ihren Partner und legt so eine Grundierung von Wehmut und Nostalgie unter diese bildstarke Meditation über Natur und ihre Zähmung, über Verlust, Wiederkehr und Neuanfang.» (Barbara Kronsfoth, Viennale, Okt 2025)

AFTER THE TONE

Do 2.7. 18:30

Niederlande 2014, Farbe, DCP, Niederl/e, 85 REGIE und KAMERA Digna Sinke DREHBUCH Henke Burger, Digna Sinke SCHNITT Albert Elings, Digna Sinke MIT Dragan Bakema, Olga Zuiderhoek, Josefien Hendriks, Rifka Lodeizen, Moniek Kramer.

«Onno, mit dessen Mailboxansage der Film beginnt, ist verschwunden. Von nun an hören wir nur noch die Stimmen derer, die in den folgenden 365 Tagen über diese Mailbox sachlich und ironisch, genervt und besorgt, traurig und verzweifelt versuchen, Kontakt aufzunehmen mit ihrem Kollegen, ihrem Sohn, Bruder, Freund und Geliebten. Sie bleiben körperlos, doch sorgfältig kadrierte fixe Bilder aus ihrer Umgebung verorten sie. Und so setzt sich aus den Facetten all dieser Stimmen ein nach und nach sich schärfendes Bild des Verschwundenen zusammen und gemahnt uns in ber ührender Weise, wie ein Mensch zur Person wird im Spiegel der Wahrnehmung und Erinnerung der anderen.» (Barbara Kronsfoth, Viennale, Okt 2025)

«Der Bildschirm ist gefüllt mit langen Aufnahmen von Bürogebäuden, Wohnhäusern, Baustellen und Wasserwegen. Diese Landschaften sind nichts Aussergewöhnliches, bis man merkt, dass jede einzelne mit einer Figur in Verbindung steht (...) und Sinkes Kamera beim Zuschauer dieselbe Distanz reproduziert, die die Figuren verzweifelt zu überbrücken versuchen, um zu ihrem geliebten Onno zu gelangen.» (Gerwin Tamsma, Viennale, Okt 2025)

KEEPING & SAVING OR HOW TO LIVE

BEWAREN – OF HOE TE LEVEN

Sa 13.6. 18:00 Do 25.6. 20:45 Niederlande 2018, Farbe + sw, DCP, Niederl/e, 85 REGIE und DREHBUCH Digna Sinke KAMERA Jan Wich, Digna Sinke SCHNITT Albert Elings.

«Angesichts der gehorteten Zeitungsstapel ihres verstorbenen Partners von der Frage bedrängt, geht Sinke, selbst Sammlerin, Sinn und Wesen des Aufbewahrens nach. Sie prä sentiert die Andenken ihrer Mutter, Sammelsurien fr üherer Tage, die sie wie kleine Zeitmaschinen auch in die eigene Vergangen-

heit transportieren. Über Jahrhunderte waren Dinge unser Bezug zur Welt, haben uns befähigt, in der Zeit umherzustreifen. Heute gilt Aufbewahren als seltsam oder gestört; ein aufger ä umtes Haus steht f ü r ein aufgeräumtes Leben. Wehmütig sinniert Sinke über den Verlust an menschlicher Verbundenheit, wenn das Stoffliche sich entmaterialisiert im Digitalen.» (Maria Marchetta, Viennale, Okt 2025)

«Interviews mit einigen digitalen Nomaden offenbaren eine andere Welt, die weit entfernt ist von vielen Lebensstilen, vor allem der älteren Generation. Trotzdem und natürlicherweise findet Sinke keine Antwort auf die Frage, was das bessere Leben ist. Aber das will sie auch gar nicht.» (Doreen Kaltenecker, Testkammer, 2018)

ABOVE THE MOUNTAINS
WISTFUL WILDERNESS
AFTER THE TONE
YI YI EDWARD YANG

16. MAI — 5. JUL 2026

WHY LOOK AT ANIMALS? DIGNA SINKE

DER ERINNERUNG

MAI

Sa  16

15:00 ALFRED HITCHCOCK TO CATCH A THIEF

Alfred Hitchcock, USA 1955, 35 mm, E/d/f, 106

18:30 PREMIERE GHOST ELEPHANTS

Werner Herzog, USA 2025, DCP, E, 99

20:45 ALFRED HITCHCOCK STRANGERS ON A TRAIN

Alfred Hitchcock, USA 1951, DCP, E/d*, 101 '

So  17

15:00 WHY LOOK AT ANIMALS? MOBY DICK

John Huston, GB 1956, DCP, E/d, 116

18:15 ALFRED HITCHCOCK THE MAN WHO KNEW TOO MUCH

Alfred Hitchcock, USA 1956, DCP, E/d*, 120 '

20:45 WHY LOOK AT ANIMALS? PHASE IV

Saul Bass, GB/USA 1974, DCP, E/d*, 84 '

Mo  18

18:15 WHY LOOK AT ANIMALS? THE JUNGLE BOOK

IM ANGESICHT DER GEGENWART

Wolfgang Reitherman, USA 1967, 35 mm, E/d/f, 78

20:00 EDWARD YANG YI YI

Edward Yang, Taiwan 2000, DCP, Mand+E/d, 174 '

Di  19

16:15 VORLESUNGSREIHE ANTHROPOZÄN UND ABSCHIED

Vorlesung von Dr. Linda Waack, 90', Eintritt frei

18:15 VORLESUNGSREIHE STILL LIFE

Jia Zhang-ke, China/Hongkong 2006, Digital HD, Mand/e, 112

20:45 ALFRED HITCHCOCK THE BIRDS

Alfred Hitchcock, USA 1963, DCP, E/d*, 119

Mi  20

14:00 KINDERFILMCLUB DIE ZAUBERLATERNE

Vorstellungen für Mitglieder (6- bis 12-Jährige)

16:00 KINDERFILMCLUB DIE ZAUBERLATERNE

Vorstellungen für Mitglieder (6- bis 12-Jährige)

18:15 «WIR SAISONNIERS …»: ZÜRICH 1931–2026 LETTRES OUVERTES

Katharine Dominicé, Schweiz 2023, DCP, Alban+F+Port/e, 61

Anschl. Gespräch mit Katharine Dominicé (Regisseurin), Yannick Gilestro (Prota gonist), Ashkira Darman (Historikerin) und Judith Grosse (Frauen- und Sozialarchiv Ostschweiz)

20:45 EDWARD YANG TAIPEI STORY

Edward Yang, Taiwan 1985, DCP, Mand+Taiw/e*, 120

Premiere

In Anwesenheit von Cast/Crew

3D-Film

35-mm-Film-Kopie

16-mm-Film-Kopie

Super-8-Film-Kopie

Kino-Konzert

X/x Gesprochene Sprache/Untertitel

x* Elektronische Untertitel vom Filmpodium erstellt

OV Mehrere Originalsprachen

6 (8) Freigegeben ab 6 Jahren, empfohlen ab 8 Jahren

KINO Nüschelerstr. 11, 8001 Zürich +41 44 415 33 66 www.filmpodium.ch

EINTRITTSPREISE

CHF 18.— / CHF 15.— (AHV/ Legi) CHF 9.— (Alle unter 25 Jahren und Kulturlegi) Specials und Filme mit Überlänge: erhöhte Preise Vorverkauf zu den Kassenöffnungszeiten

ABONNEMENTE & VERGÜNSTIGUNGEN

• Filmpodium-Generalabonnement: CHF 400.— (freier Eintritt zu allen Vorstellungen; inkl. Abo Programmheft)

• Filmpodium-Halbtaxabonnement: CHF 80.— (halber Eintrittspreis bei allen Vorstellungen; inkl. Abo Programmheft)

• Programm-Pass: CHF 60.— (freier Eintritt zu allen Vorstellungen einer Programmperiode)

Do  21

15:00 ALFRED HITCHCOCK THE TROUBLE WITH HARRY

Alfred Hitchcock, USA 1955, DCP, E/d*, 99

18:30 ALFRED HITCHCOCK MARNIE

Alfred Hitchcock, USA 1964, DCP, E/d*, 130

Anschl. ALFRED HITCHCOCK ZWISCHEN TRAUM UND TRAUMA

Gespräch zwischen der Filmwissenschaftlerin Renata Helker und dem Filmemacher Christoph Hochhäusler, 60'

Fr  22

15:00 EDWARD YANG

MAHJONG

Edward Yang, Taiwan 1996, DCP, Mand+E/e*, 121

18:30 WHY LOOK AT ANIMALS? KUMMATTY

Govindan Aravindan, Indien 1979, DCP, Malayal/e, 90

20:45 ALFRED HITCHCOCK

PSYCHO

Alfred Hitchcock, USA 1960, DCP, E/d*, 109

Sa  23

15:00

EDWARD YANG

TAIPEI STORY

Edward Yang, Taiwan 1985, DCP, Mand+Taiw/e*, 120

18:00 ALFRED HITCHCOCK

NORTH BY NORTHWEST

Alfred Hitchcock, USA 1959, DCP, E/d*, 136

20:45 SÉLECTION LUMIÈRE

KES

Ken Loach, GB 1969, DCP, E/d*, 110

So  24

15:00 WHY LOOK AT ANIMALS? HATARI!

Howard Hawks, USA 1962, DCP, E/d*, 157

18:15 EDWARD YANG

IN OUR TIME

Jim Tao Te-chen, Edward Yang, Ko I-chen, Chang Yi, Taiwan 1982, DCP, Mand+Taiw/e, 110

20:45 ALFRED HITCHCOCK VERTIGO

Alfred Hitchcock, USA 1958, DCP, E/d*, 128

Mo  25

15:00 WHY LOOK AT ANIMALS? AU HASARD BALTHAZAR

Robert Bresson, Frankreich/Schweden 1966, DCP, F/e, 95

18:15 ALFRED HITCHCOCK THE WRONG MAN

Alfred Hitchcock, USA 1956, 35 mm, E/d*, 105

20:45 ALFRED HITCHCOCK TWELVE MONKEYS

Terry Gilliam, USA 1995, 35 mm, E/d/f, 129

Di  26

18:15 PREMIERE GHOST ELEPHANTS

Werner Herzog, USA 2025, DCP, E, 99

20:30 EDWARD YANG

A CONFUCIAN CONFUSION

Edward Yang, Taiwan 1994, DCP, Mand+Taiw/e*, 125 ' Einführung von Jendrik Walendy, Filmwissenschaftler und Kurator, 10'

Mi  27

15:00 EDWARD YANG

THAT DAY, ON THE BEACH

Edward Yang, Taiwan 1983, DCP, Mand+Taiw/e, 166

18:30 ALFRED HITCHCOCK SUZHOU RIVER

Lou Ye, China/Deutschland 2000, DCP, Mand/e, 79 '

20:30 EDWARD YANG THE TERRORIZERS

Edward Yang, Taiwan 1986, DCP, Mand/e*, 109 '

Do  28

15:00 ALFRED HITCHCOCK PSYCHO

Alfred Hitchcock, USA 1960, DCP, E/d*, 109

18:00 WHY LOOK AT ANIMALS? TIER WERDEN – DER FILM UND DAS ANIMALISCHE

Vortrag von Johannes Binotto, 45' Anschl. LEVIATHAN

Lucien Castaing-Taylor, Véréna Paravel, Frankreich/GB/USA 2012, DCP, ohne Dialog/e, 87

20:45 PREMIERE SEHNSUCHT IN SANGERHAUSEN

Julian Radlmaier, Deutschland 2025, DCP, D/e, 90

Fr  29

15:00 ALFRED HITCHCOCK NORTH BY NORTHWEST

Alfred Hitchcock, USA 1959, DCP, E/d*, 136 WHY LOOK AT ANIMALS? DOUBLE FEATURE: KLEIN GEGEN GROSS!

18:30 PHASE IV

Saul Bass, GB/USA 1974, DCP, E/d*, 84

20:30 GODZILLA

Ishiro Honda, Japan 1954, DCP, Jap/e, 96 ' Vergünstigte Double-Feature-Tickets sind an der Kinokasse erhältlich.

Sa  30

15:00 WHY LOOK AT ANIMALS? WHITE DOG

Samuel Fuller, USA 1982, DCP, E/e*, 90

18:30 ALFRED HITCHCOCK

DIAL M FOR MURDER 3D

Alfred Hitchcock, USA 1954, DCP 3D, E, 105 '

20:45 ALFRED HITCHCOCK THE BIRDS

Alfred Hitchcock, USA 1963, DCP, E/d*, 119 '

So  31

15:00 EDWARD YANG

A BRIGHTER SUMMER DAY

Edward Yang, Taiwan 1991, DCP, Mand+Taiw+Shangh/e*, 237

20:00 ALFRED HITCHCOCK FRENZY

Alfred Hitchcock, USA 1972, DCP, E/d*, 116 ' JUN

Mo  1

18:15 WHY LOOK AT ANIMALS? É NOITE NA AMÉRICA

Ana Vaz, Brasilien/Frankreich/Italien 2022, DCP, Port/e, 66 '

20:00 EDWARD YANG

THAT DAY, ON THE BEACH

Edward Yang, Taiwan 1983, DCP, Mand+Taiw/e, 166

Di  2

18:15 ZUKUNFT MIT KREISLAUFWIRTSCHAFT MATTER OUT OF PLACE

Nikolaus Geyrhalter, Österreich 2022, DCP, OV/e, 105 ' 20:45 ALFRED HITCHCOCK TO CATCH A THIEF

Alfred Hitchcock, USA 1955, 35 mm, E/d/f, 106

Mi  3

15:00 SÉLECTION LUMIÈRE KES

Ken Loach, GB 1969, DCP, E/d*, 110 18:15 ALFRED HITCHCOCK VERTIGO

Alfred Hitchcock, USA 1958, DCP, E/d*, 128 20:45 ALFRED HITCHCOCK VARIETY

Bette Gordon, USA 1983, 35 mm, E, 100

Do  4

15:00 ALFRED HITCHCOCK REAR WINDOW

Alfred Hitchcock, USA 1954, 35 mm, E/d/f, 112 ' 18:30 WHY LOOK AT ANIMALS? WHITE DOG

Samuel Fuller, USA 1982, DCP, E/e*, 90 20:45 EDWARD YANG MAHJONG

Edward Yang, Taiwan 1996, DCP, Mand+E/e*, 121 '

Fr  5

15:00 ALFRED HITCHCOCK THE WRONG MAN

Alfred Hitchcock, USA 1956, 35 mm, E/d*, 105 ' 18:15 WHY LOOK AT ANIMALS? MOBY DICK

John Huston, GB 1956, DCP, E/d, 116 20:45 ALFRED HITCHCOCK TWELVE MONKEYS

Terry Gilliam, USA 1995, 35 mm, E/d/f, 129 ' 21:00 WHY LOOK AT ANIMALS? ROAR & CRAWL

Das Tier im Super8-Viewer’s-Digest-Fokus Veranstaltung in der Filmpodium-Lounge, präsentiert von Bernd Brehmer (Werkstattkino München), 80', Eintritt: CHF 5.–

Sa  6

15:00 FAMILIENFILM WALLACE & GROMIT

ALLES KÄSE

Nick Park, GB 1989, Digital HD, D (Synchro nfassung), 23 6 (8)

DIE TECHNO-HOSE

Nick Park, GB 1993, Digital HD, D (Synchron fassung), 30 , 6 (8) UNTER SCHAFEN

Nick Park, GB 1995, Digital HD, D (Synchron fassung), 30 , 6 (8)

Anschl. WORKSHOP FÜR KINDER mit Oswald Iten, Animator und Filmwissenschaftler, 30' 18:30 PREMIERE

SEHNSUCHT IN SANGERHAUSEN

Julian Radlmaier, Deutschland 2025, DCP, D/e, 90 20:45 ALFRED HITCHCOCK

TORN CURTAIN

Alfred Hitchcock, USA 1966, 35 mm, E/d*, 128 '

15:00 ALFRED HITCHCOCK THE MAN WHO KNEW TOO MUCH

Alfred Hitchcock, USA 1956, DCP, E/d*, 120

18:15 EDWARD YANG IN OUR TIME

Jim Tao Te-chen, Edward Yang, Ko I-chen, Chang Yi, Taiwan 1982, DCP, Mand+Taiw/e, 110

20:30 ALFRED HITCHCOCK FAMILY PLOT

Alfred Hitchcock, USA 1976, DCP, E/d*, 120

Mo  8

18:30 ALFRED HITCHCOCK THE TROUBLE WITH HARRY

Alfred Hitchcock, USA 1955, DCP, E/d*, 99 ' 20:45 WHY LOOK AT ANIMALS? LOS REYES

Bettina Perut, Iván Osnovikoff, Chile/Deutschland 2018, DCP, Sp/d, 78

Di  9

18:30 WHY LOOK AT ANIMALS?

HIRTENREISE INS DRITTE JAHRTAUSEND

Erich Langjahr, Schweiz 2002, DCP, Dialekt, 124

Anschl. Gespräch mit Erich Langjahr (Filmemacher) Moderation: Nicole Reinhard Mi  10

15:00 ALFRED HITCHCOCK STRANGERS ON A TRAIN

Alfred Hitchcock, USA 1951, DCP, E/d*, 101 ' 18:30 WHY LOOK AT ANIMALS? KUMMATTY

Govindan Aravindan, Indien 1979, DCP, Malayal/e, 90 '

20:45 ALFRED HITCHCOCK I CONFESS

Alfred Hitchcock, USA 1953, 35 mm, E, 91

Do  11

15:00 EDWARD YANG THE TERRORIZERS

Edward Yang, Taiwan 1986, DCP, Mand/e*, 109 '

18:00 PREMIERE KEY TO HEAVEN

Digna Sinke, Niederlande 2025, DCP, Niederl/e, 96

Anschl. DIGNA SINKE ZU GAST

Gespräch auf Englisch; Moderation: Gerwin Tamsma (Kurator)

20:45 WHY LOOK AT ANIMALS? MOBY DICK

John Huston, GB 1956, DCP, E/d, 116

Fr  12

15:00 PREMIERE GHOST ELEPHANTS

Werner Herzog, USA 2025, DCP, E, 99 '

18:30 ALFRED HITCHCOCK GOOD EVENING: ALFRED HITCHCOCK UND DAS FERNSEHEN

Einführung von Franziska Heller, Film wissenschaftlerin, 10' BREAKDOWN

Alfred Hitchcock, USA 1955, Digital SD, E, 26 BACK FOR CHRISTMAS

Alfred Hitchcock, USA 1956, Digital SD, E, 30 ' POISON

Alfred Hitchcock, USA 1958, Digital SD, E, 26 '

20:45 EDWARD YANG

TAIPEI STORY

Edward Yang, Taiwan 1985, DCP, Mand+Taiw/e*, 120 '

Sa  13

15:00 ALFRED HITCHCOCK DIAL M FOR MURDER

Alfred Hitchcock, USA 1954, DCP, E, 105

18:00 DIGNA SINKE KEEPING & SAVING OR HOW TO LIVE

20:00

Digna Sinke, Niederlande 2018, DCP, Niederl/e, 85

EDWARD YANG

YI YI

Edward Yang, Taiwan 2000, DCP, Mand+E/d, 174

So  14

15:00 FAMILIENFILM DAS DSCHUNGELBUCH

Wolfgang Reitherman, USA 1967, 35 mm, D (Synchronfassung), 78 , 6 (8)

18:30 SÉLECTION LUMIÈRE

KES

Ken Loach, GB 1969, DCP, E/d*, 110

20:45 ALFRED HITCHCOCK MARNIE

Alfred Hitchcock, USA 1964, DCP, E/d*, 130

Mo  15

18:00 WHY LOOK AT ANIMALS? ZOO

Frederick Wiseman, USA 1993, DCP, E, 130

20:45 ALFRED HITCHCOCK

SUZHOU RIVER

Lou Ye, China/Deutschland 2000, DCP, Mand/e, 79

Di  16

18:15 ALFRED HITCHCOCK TORN CURTAIN

Alfred Hitchcock, USA 1966, 35 mm, E/d*, 128

20:45 PREMIERE KEY TO HEAVEN

Digna Sinke, Niederlande 2025, DCP, Niederl/e, 96

Mi  17

15:00 ALFRED HITCHCOCK

FRENZY

Alfred Hitchcock, USA 1972, DCP, E/d*, 116 '

18:15 WHY LOOK AT ANIMALS? KINO-KONZERT

THE LOST WORLD

Harry O. Hoyt, USA 1925, DCP, Stummfilm mit e Zw titeln, 110

Live-Musik: Wieslaw Pipczynski (Klavier, Theremin, Synthesizer)

20:45 DIGNA SINKE ABOVE THE MOUNTAINS

Digna Sinke, Niederlande 1992, 35 mm, Niederl/e, 107

Do  18

15:00 ALFRED HITCHCOCK FAMILY PLOT

Alfred Hitchcock, USA 1976, DCP, E/d*, 120

18:30 EDWARD YANG

A BRIGHTER SUMMER DAY

Edward Yang, Taiwan 1991, DCP, Mand+Taiw+Shangh/e, 237

Fr  19

15:00 WHY LOOK AT ANIMALS? KUMMATTY

Govindan Aravindan, Indien 1979, DCP, Malayal/e, 90

18:30 GESCHLOSSENE VORSTELLUNG

20:45 ALFRED HITCHCOCK DIAL M FOR MURDER 3D

Alfred Hitchcock, USA 1954, DCP 3D, E, 105 '

Sa  20

15:00 FAMILIENFILM WALLACE & GROMIT ALLES KÄSE

Nick Park, GB 1989, Digital HD, D (Synchro nfassung), 23 6 (8)

DIE TECHNO-HOSE

Nick Park, GB 1993, Digital HD, D (Synchron fassung), 30 , 6 (8) UNTER SCHAFEN

Nick Park, GB 1995, Digital HD, D (Synchron fassung), 30 ' , 6 (8)

Anschl. WORKSHOP FÜR KINDER mit Oswald Iten, Animator und Filmwissenschaftler, 30'

18:15 EDWARD YANG THE TERRORIZERS

Edward Yang, Taiwan 1986, DCP, Mand/e*, 109

20:45 ALFRED HITCHCOCK NORTH BY NORTHWEST

Alfred Hitchcock, USA 1959, DCP, E/d*, 136

So  21

15:00

ALFRED HITCHCOCK THE BIRDS

Alfred Hitchcock, USA 1963, DCP, E/d*, 119

18:00 WHY LOOK AT ANIMALS? ZOO

Frederick Wiseman, USA 1993, DCP, E, 130 '

20:45 ALFRED HITCHCOCK MARNIE

Alfred Hitchcock, USA 1964, DCP, E/d*, 130

Mo  22

18:30 DIGNA SINKE WISTFUL WILDERNESS

Digna Sinke, Niederlande 2010, DCP, Niederl/e, 88

20:45 WHY LOOK AT ANIMALS? É NOITE NA AMÉRICA

Ana Vaz, Brasilien/Frankreich/Italien 2022, DCP, Port/e, 66 '

Di  23

18:30 WHY LOOK AT ANIMALS? WHITE DOG

Samuel Fuller, USA 1982, DCP, E/e*, 90

20:30 ALFRED HITCHCOCK THE MAN WHO KNEW TOO MUCH

Alfred Hitchcock, USA 1956, DCP, E/d*, 120

Mi  24

15:00 WHY LOOK AT ANIMALS? PHASE IV

Saul Bass, GB/USA 1974, DCP, E/d*, 84

18:30 ALFRED HITCHCOCK RE:VISION 8/02 Vorlesung mit Filmausschnitten, präsentiert von Thomas Binotto, 90'. Vergünstigte Kombi-Tickets mit REAR WINDOW sind an der Kinokasse erhältlich.

20:15 ALFRED HITCHCOCK REAR WINDOW

Alfred Hitchcock, USA 1954, 35 mm, E/d/f, 112

Do  25

15:00 EDWARD YANG

A CONFUCIAN CONFUSION

Edward Yang, Taiwan 1994, DCP, Mand+Taiw/e*, 125

18:30 WHY LOOK AT ANIMALS? KURZFILMPROGRAMM: ANIMALI CRIMINALI?

GREEN PORNO: BEE

Isabella Rossellini, Jody Shapiro, USA 2008, DCP, E, 3 LE VAMPIRE

Jean Painlevé, Frankreich 1945, DCP, F/e, 9

THE NEW ARCHITECTURE AND THE LONDON ZOO

László Moholy-Nagy, GB 1936, 16 mm, ohne Dialog, 16 ' CREATURE COMFORTS

Nick Park, GB 1989, DCP, E/d, 5

ANIMALI CRIMINALI

Yervant Gianikian, Angela Ricci Lucchi, Frankreich 1994, DCP, ohne Dialog, 7 ' LES PIGEONS DU SQUARE

Jean Painlevé, Frankreich 1982, DCP, F/e, 28 FAST AND FURRY-OUS

Charles M. Jones, USA 1949, Digital HD, ohne Dialog, 7 ' ESEL MIT SCHNEE

Romuald Karmakar, Deutschland 2010, DCP, ohne Dialog, 4

20:45 DIGNA SINKE

KEEPING & SAVING OR HOW TO LIVE

Digna Sinke, Niederlande 2018, DCP, Niederl/e, 85

Fr  26

15:00 WHY LOOK AT ANIMALS?

HIRTENREISE INS DRITTE JAHRTAUSEND

Erich Langjahr, Schweiz 2002, DCP, Dialekt, 124 18:30 DIGNA SINKE

KURZFILMPROGRAMM: REMNANTS

FAREWELL

Digna Sinke, Niederlande 1990, DCP, ohne Dialog, 5 ' LOVELY WEATHER EVERY DAY

Digna Sinke, Niederlande 2013, DCP, Niederl/e, 25 BOUNDARIES

Digna Sinke, Niederlande 2020, DCP, ohne Dialog, 15 ' THE CLOUD FACTORY

Digna Sinke, Niederlande 2025, DCP, Niederl/e, 59

20:45 ALFRED HITCHCOCK PSYCHO

Alfred Hitchcock, USA 1960, DCP, E/d*, 109

Sa  27

15:00 ALFRED HITCHCOCK I CONFESS

Alfred Hitchcock, USA 1953, 35 mm, E, 91

18:00 ALFRED HITCHCOCK TWELVE MONKEYS

Terry Gilliam, USA 1995, 35 mm, E/d/f, 129

20:45 ALFRED HITCHCOCK STRANGERS ON A TRAIN

Alfred Hitchcock, USA 1951, DCP, E/d*, 101

21:00 SPECIAL KARAOKE

Veranstaltung in der Filmpodium-Lounge; Eintritt frei

So  28

15:00 WHY LOOK AT ANIMALS? HATARI!

Howard Hawks, USA 1962, DCP, E/d*, 157

18:30 EDWARD YANG YI YI

Edward Yang, Taiwan 2000, DCP, Mand+E/d, 174 ' Mo  29

18:30 DIGNA SINKE ABOVE THE MOUNTAINS

Digna Sinke, Niederlande 1992, 35 mm, Niederl/e, 107

20:45 ALFRED HITCHCOCK FRENZY

Alfred Hitchcock, USA 1972, DCP, E/d*, 116

Di  30

18:30 WHY LOOK AT ANIMALS? GODZILLA

Ishiro Honda, Japan 1954, DCP, Jap/e, 96 20:45 PREMIERE SEHNSUCHT IN SANGERHAUSEN

Julian Radlmaier, Deutschland 2025, DCP, D/e, 90 '

JUL

Mi  1

15:00 WHY LOOK AT ANIMALS? LOS REYES

Bettina Perut, Iván Osnovikoff, Chile/ Deutschland 2018, DCP, Sp/d, 78 18:30 ALFRED HITCHCOCK TO CATCH A THIEF

Alfred Hitchcock, USA 1955, 35 mm, E/d/f, 106 20:45 DIGNA SINKE WISTFUL WILDERNESS

Digna Sinke, Niederlande 2010, DCP, Niederl/e, 88

Do  2

15:00 WHY LOOK AT ANIMALS? AU HASARD BALTHAZAR

Robert Bresson, Frankreich/Schweden 1966, DCP, F/e, 95 ' 18:30 DIGNA SINKE AFTER THE TONE

Digna Sinke, Niederlande 2014, DCP, Niederl/e, 85 20:45 ALFRED HITCHCOCK VARIETY

Bette Gordon, USA 1983, 35 mm, E, 100

Fr  3

15:00 PREMIERE KEY TO HEAVEN

Digna Sinke, Niederlande 2025, DCP, Niederl/e, 96 '

18:15 ALFRED HITCHCOCK REAR WINDOW

Alfred Hitchcock, USA 1954, 35 mm, E/d/f, 112 20:45 EDWARD YANG MAHJONG

Edward Yang, Taiwan 1996, DCP, Mand+E/e*, 121 '

Sa  4

15:00 WHY LOOK AT ANIMALS?

LEVIATHAN

Lucien Castaing-Taylor, Véréna Paravel, Frankreich/GB/USA 2012, DCP, ohne Dialog/e, 87 18:00 EDWARD YANG

A CONFUCIAN CONFUSION

Edward Yang, Taiwan 1994, DCP, Mand+Taiw/e*, 125

20:45 WHY LOOK AT ANIMALS?

AU HASARD BALTHAZAR

Robert Bresson, Frankreich/Schweden 1966, DCP, F/e, 95 '

So  5

15:00 ALFRED HITCHCOCK

VERTIGO

Alfred Hitchcock, USA 1958, DCP, E/d*, 128

18:30 PREMIERE

GHOST ELEPHANTS

Werner Herzog, USA 2025, DCP, E, 99

20:45 ALFRED HITCHCOCK

THE TROUBLE WITH HARRY

Alfred Hitchcock, USA 1955, DCP, E/d*, 99 '

PART 2

Schlag auf Schlag geht es mit dem zweiten Teil unserer Alfred-HitchcockRetrospektive weiter. Mit dem Ausklingen der 1940er-Jahre hatte sich Hitchcock zwar fest etabliert in Hollywood, doch sein Ruf litt unter einer Reihe von Misserfolgen an der Kinokasse. Teil 2 der Retrospektive folgt nun Hitchcock auf seinem Weg ab den 1950ern: von der subversiven Patricia-Highsmith-Verfilmung Strangers on a Train über Klassiker wie Dial M for Murder (den wir in 3D zeigen), Rear Window, Vertigo und Psycho bis hin zu einer Auswahl seiner populären Fernseharbeiten. Wir freuen uns, als Gäste die Filmwissenschaftlerin und Autorin Renata Helker und den Filmemacher Christoph Hochhäusler zu begrüssen, die im Anschluss an Marnie, einen Film, in dem die Motive und Obsessionen Hitchcocks geradezu paradigmatisch sichtbar werden, ein ausführliches Gespräch führen werden.

Essay von Denise Bucher

Alfred Hitchcock sei der «Master of Suspense», so ist sich die Filmgeschichtsschreibung einig. Ebenso sehr war er aber auch ein «Master of Pranks». Hitchcock liebte Streiche. Wenn man davon einmal gelesen hat, erscheinen seine Filme in anderem Licht. Sie sind nicht bloss deshalb so aussergewöhnlich, weil er mit Psychologie und Symbolik umzugehen und Spannung meisterhaft zu inszenieren wusste. Vielmehr ist seine Art, Spannung zu inszenieren, so meisterhaft dank seinem Sinn für Humor und Selbstironie.

Den heutigen Thrillern und Krimis, die sich selbst todernst nehmen, fehlt diese Leichtigkeit, die Hitchcocks Werken eigen ist. Selbst wenn es um Mord und Verbrechen geht, stets bleibt ein Gefühl des Spielerischen. Es liegt oft in den Dialogen, manchmal aber auch in Details des Setdesigns. Das O. im Namen von Roger O. Thornhill (Cary Grant) in North by Northwest ist ein Hieb gegen seinen früheren Produzenten David O. Selznick. Danach gefragt, wofür das O. stehe, sagt Thornhill: «Nichts.» In The Birds erlaubt sich Hitchcock eine Prise Pennälerhumor, wenn Melanie (Tippi Hedren) mit einem alten Verkäufer in einem Laden spricht. Neben ihm hängt ein Bündel Würste, hinter ihr klaffen auf einem Regal pink glänzend die Öffnungen von handtellergrossen Meeresschnecken. Das ist nur darum witzig, weil diese Symbolik einen Dialog mit null erotischer Energie rahmt.

Mehr als solcherlei Andeutungen lag damals bekanntlich nicht drin, weil es strenge Restriktionen des Zeigbaren gab. Umso aufgeladener sind die zweideutigen Wortgefechte.

Besonders in To Catch a Thief mit Cary Grant als vermeintlichem Juwelendieb und in The Trouble with Harry – tatsächlich eine Komödie – dank den pointierten und bissigen Dialogen des Autors John Michael Hayes. Nicht von Hayes, aber ebenso brillant sind die Gespräche in North by Northwest . Ein Echo des Flirts zwischen Eve (Eva Marie Saint) und Roger (Cary Grant) hallt 40 Jahre später in Casino Royale nach, wenn Vesper Lynd (Eva Green) und James Bond (Daniel Craig) einander ebenfalls während einer Zugfahrt kennenlernen und sich sofort verlieben.

«It’s only a mooovie»

Anscheinend pflegte Hitchcock, durch und durch Scherzbold, am Set zu nervösen Mitarbeiter:innen zu sagen, man solle sich entspannen, weil: «It’s only a mooovie.» Im Drehbuch mag es vielleicht um Leben und Tod gehen, aber bestimmt nicht bei der Arbeit. Andererseits konnte sein Sinn für Humor auch sadistisch sein. Tippi Hedren, die bei den Dreharbeiten von The Birds unter der Arbeit mit lebenden Vögeln litt, schenkte er zum Geburtstag einen Kuchen. Als sie ihn anschnitt, kam eine lebende Möwe hervor. Armes Tier, arme Hedren. Ihrer damals sechsjährigen Tochter Melanie (heute Griffith) schenkte Hitchcock eine Puppe, die genauso frisiert und angezogen war wie ihre Mutter in The Birds. Die Puppe lag in einer Holzkiste, die Hedren vorkam wie ein Sarg. «Hitchcock? Er war ein Idiot. Sie können mich gerne zitieren», gab Melanie Griffith der Biografin Charlotte Chandler zu Protokoll.

Manchmal reden Regisseur:innen oder auch Schauspieler:innen in Interviews davon, dass man seine Figuren lieben müsse. Hitchcocks Zuneigung für seine Held:innen äusserte sich darin, dass er auch sie narrte. Vertigo ist die tragische Geschichte einer grossen Täuschung. Dial M for Murder ist ein übler Streich eines Mannes an seiner untreuen Frau (Grace Kelly) und nur deshalb witzig, weil sie sich als schlauer erweist als er. Statt zu seinem Opfer zu werden, hilft sie dem Inspektor, ihren Mann des geplanten Mordes zu überführen.

In The Wrong Man oder North by Northwest wird jeweils ein Ahnungsloser zum Opfer einer Verwechslung und gerät in Lebensgefahr. Oder er wird unschuldig eines Verbrechens beschuldigt, wie der Priester (Montgomery Clift) in I Confess und der Held in Strangers on a Train , dem ein geisteskranker Killer einen Mord anzuhängen versucht.

Vorläufer des «Cosy Crime» Dass man als Zuschauerin fast immer mehr weiss als die Verwechselten und Verfolgten, ist das effektivste Mittel des Suspense. Hitchcock stürzt seine Figuren zwar in Zwangslagen, ähnlich wie Franz Kafka es in seinen Erzählungen tat. Aber anders als beim Prager Autor finden die Bedrängten beim britischen Regisseur aus ihren Labyrinthen wieder heraus. Und das meist auch noch mit einer schönen Blonden am Arm. Hitchcocks Humor, gepaart mit seinem Talent für Spannungsaufbau, macht ihn im Grunde zu einem Vorläufer dessen, was man heute «Cosy Crime» nennt. Das sind Krimis oder Krimikomödien wie Knives Out oder die Netflixserie The Residence, in denen nicht das blutige Morden im Fokus steht, sondern die Arbeit eines scharfsinnigen Ermittlers oder einer Ermittlerin.

Wer heute nicht genug bekommen kann von True-Crime-Serien, dürfte sich in seiner Faszination fürs Böse ertappt fühlen von der Szene in Strangers on a Train , in der eine distinguierte alte Dame, ganz aufgeregt ob der Gerüchte über diesen mysteriösen Mord vor ein paar Tagen, sich zum Schein würgen lässt und nicht ahnt, dass sich da gerade die Finger des wahren Killers um ihren Hals legen. Es ist nur Spass, sie gluckst verzückt, aber diese Hände haben vor Kurzem eine Frau getötet.

Dem damaligen Publikum war Psycho zu brutal, da floss zu viel Blut. Aber für heutige Gemüter – obwohl Hitchcocks Filme doch von psychischen Abgründen, von gewissenlosen und verstörten Menschen handeln – wirken viele seiner Werke fast schon charmant. Auch wenn sie düster sind, verursachen sie kaum Albträume, weil die Sehgewohnheiten sich gemeinsam mit den technischen Möglichkeiten des Kinos stark weiterentwickelt haben.

Umkehrung des Blicks

Was heute hingegen irritiert, ist der allgegenwärtige Sexismus. Frauen haben es schwer bei Hitchcock. Sie sind böse Mütter, eifersüchtige und unberechenbare Biester oder hilfsbedürftige Schönheiten, die der Held retten darf. Cary Grant hatte für North by Northwest seine Geliebte Sophia Loren als Co-Star vorgeschlagen, aber sie war Hitchcock nicht blond genug. Die leicht bekleideten Nachbarinnen in Rear Window , die Jeff stundenlang beobachtet, sind vergleichsweise harmlos. Er ist zwar ein Macho, aber kein Perverser. Aber dass er seiner Freundin Lisa (Grace Kelly) mehrmals «Shut up!» befiehlt, möchte man nicht hören. Und man will nicht sehen, dass Mark (Sean Connery) seine Frau Marnie (Tippi Hedren) in Marnie vergewaltigt. Erst recht nicht mehr, seit bekannt ist, dass Sir Connery es in der Realität für angebracht hielt, Frauen «wenn nötig» zu schlagen. Hedren wandte sich nach Marnie von Hitchcock ab – und die Filmemacherin Bette Gordon 1984 mit Variety den Blick in die andere Richtung. Sie ist eine von zahlreichen Filmemacher:innen, die sich mit Hitchcock auseinandersetzen, wie etwa Brian De Palma, Chantal Akerman und womöglich auch Richard Curtis, der mit der blau gefärbten Suppe in «Bridget Jones’ Diary» das «Blue Dinner» zitiert, einen von Hitchcocks berühmten Streichen. Variety von Bette Gordon ist ein New-York-Thriller über Voyeurismus, Sexualität und Sexismus. Es geht um Christine, die an der Kasse eines Sexkinos arbeitet und eine Obsession mit einem älteren, reichen Kinogänger entwickelt. Sie beobachtet ihn, verfolgt ihn, wie die Männer es mit den Frauen in Rear Window und Vertigo machen. Variety nimmt Bezug auf den «Master of Suspense», aber anders als dieser, der Welten nach seinem Geschmack erschuf, blickt Gordons Film auf das weibliche Erleben der Realität. Dieser Blick war damals noch sehr neu.

Denise Bucher ist Redaktorin Kultur bei der «NZZ am Sonntag»

STRANGERS ON A TRAIN

Sa 16.5. 20:45 Mi 10.6. 15:00

Sa 27.6. 20:45

USA 1951, sw, DCP, E/d*, 101

REGIE Alfred Hitchcock DREHBUCH Raymond Chandler, Czenzi Ormonde, Whitfield Cook, nach dem Roman von Patricia Highsmith KAMERA Robert Burks

MUSIK Dimitri Tiomkin SCHNITT William Ziegler MIT Farley Granger, Robert Walker, Ruth Roman, Leo G. Carroll, Patricia Hitchcock, Laura Elliott, Marion Lorne, Jonathan Hale, Howard St. John, John Brown, Norma Varden, Alfred Hitchcock.

Während einer Zugfahrt wird der Tennisstar Guy Haines von einem Fremden namens Bruno angesprochen, der ihm ein merkwürdiges Geschäft vorschlägt: Er würde die scheidungsunwillige Frau des Sportlers umbringen, der Champion soll dafür Brunos verhassten Vater töten. Nachdem Bruno ungebeten «seinen» Teil des Mordplans ausgeführt hat, setzt er den vermeintlichen Partner unter Druck.

«Es sind die zwei fehlerbehafteten Figuren Bruno und Guy – einer böse, einer schwach –und die unterschwellige sexuelle Anziehungskraft zwischen ihnen, die den Film (der auf Patricia Highsmiths Erstling basiert) so faszinierend und psychologisch tiefgehend machen (…). Hitchcock war sich der sexuellen Orientierung von Bruno durchaus bewusst und schnitt tatsächlich separate amerikanische und britische Versionen des Films – wobei er die verführerische Intensität in der amerikanischen Fassung reduzierte.» (Roger Ebert, 1.1.2004)

I CONFESS

Mi 10.6. 20:45 Sa 27.6. 15:00

USA 1953, sw, 35 mm, E, 91 '

REGIE Alfred Hitchcock DREHBUCH George Tabori, William Archibald, nach einem Theaterstück von Paul Anthelme KAMERA Robert Burks MUSIK Dimitri

Tiomkin SCHNITT Rudi Fehr MIT Montgomery Clift, Anne Baxter, Karl Malden, Brian Aherne, O. E.

Hasse, Dolly Haas, Roger Dann, Charles Andre, Judson Pratt, Ovila Légaré, Gilles Pelletier, Alfred Hitchcock.

Im Beichtstuhl hört ein junger kanadischer Priester das Mordgeständnis eines mittellosen Mannes. Der sozial, psychisch und moralisch aus dem Gleichgewicht geratene Flüchtling hat seine Frau umgebracht. Weil der Geistliche das Beichtgeheimnis nicht preisgibt, gerät er selbst in Verdacht und in Lebensgefahr.

«Das katholische Motiv der Schuld, das für viele zu den übergreifenden Themen in Hitchcocks Gesamtwerk zählt, nimmt in diesem weniger bekannten Thriller konkrete Gestalt an. (…) Ein junger Montgomery Clift spielt ganz im Method-Acting-Modus den verängstigten Priester, der durch einen ethischen und existenziellen Zwiespalt gezwungen ist, seine eigenen Überzeugungen und Pflichten infrage zu stellen. I Confess wurde grösstenteils vor Ort in Québec gedreht und verleiht der kühlen, barocken Pracht der Stadt eine dynamische filmische Wirkung, die sich in der genialen Eröffnungssequenz des Films in ein bedrohliches Labyrinth aus dunklen Gassen und anklägerischen Wegweisschildern verwandelt.» (Harvard Film Archive, Aug 2013)

DIAL M FOR * MURDER

Sa 30.5. 18:30 * Sa 13.6. 15:00 Fr 19.6. 20:45 *

USA 1954, Farbe, DCP und 3D, E, 105 ' REGIE Alfred Hitchcock DREHBUCH Frederick Knott, nach seinem Theaterstück KAMERA Robert Burks

MUSIK Dimitri Tiomkin SCHNITT Rudi Fehr MIT Ray Milland, Grace Kelly, Robert Cummings, Anthony Dawson, John Williams, Leo Britt, Patrick Allen, George Leigh, Robin Hughes, Alfred Hitchcock.

«Als die vermögende Ehefrau Margot Wendice (Grace Kelly) ihren Ehemann, den einstigen Tennisprofi Tony (Ray Milland), zu verlassen droht, lotst dieser einen gedungenen Mörder in die gemeinsame Wohnung. Doch der ausgeklügelte Mordplan misslingt, weil Margot im Kampf mit dem Killer nach einer spitzen Schere greift. Ein legendäres Kriminal- und Ehedrama, das buchstäblich ‹ins Auge sticht›, denn Hitchcock drehte seine spannende Adaption eines eher konventionellen Bühnenstücks in 3D.» (Berlinale 2013)

«Alfred Hitchcock in seinem Element: eine unschuldige Mordverdächtige, ein ‹perfekter Mord›, ein eng begrenzter Raum für die Handlung. (…) Der Film ist eine seiner besten Arbeiten geworden. Weil er für jede Szene die perfekten Kamerapositionen gefunden hat. Weil er die richtigen Schauspieler:innen gefunden hat. Weil er bei seinem erst dritten Farbfilm die Farbe zum eigenen Akteur macht. (…) Ray Milland brilliert mit Charme, schneidender Bosheit und angeberischer Breitbeinigkeit, und die Kamera malt die passenden Bilder; sie schwebt unter der Zimmerdecke, versteckt sich hinter Gegenständen, liegt auf dem Boden.» (Christoph Hartung)

REAR WINDOW

Do 4.6. 15:00 Mi 24.6. 20:15

Fr 3.7. 18:15 RE:VISION 8/02 18:30 (S. 29) USA 1954, Farbe, 35 mm, E/d/f, 112 REGIE Alfred Hitchcock DREHBUCH John

Erzählung

KAMERA

« Rear Window spielt in einem Wohnblock in New York während einer Hitzewelle. Niemand lässt die Jalousien herunter, man sieht in alle Appartements. Der wegen eines Unfalls im Rollstuhl sitzende Fotograf Jefferies (James Stewart) beobachtet seine Nachbar:innen vom Fenster seiner Wohnung aus. Der Spiegel einer kleinen Welt: die spärlich bekleidete Tänzerin etwa, die Jungvermählten, die viel Sex haben, der verzweifelte Musiker, der Handelsreisende, der sich mit seiner bettlägerigen Frau zankt. Jefferies gelangt zur Überzeugung, dass einer von ihnen ein Mörder ist.» (Sandra Steffan, SRF, 13.8.2024)

«Hitch am Olymp. Avantgarde als Entertainment. Ein Film über nichts anderes als das Sehen. 112 Minuten lang Bilder über einen Mann, der schaut. (…) Um besser und mehr sehen zu können, bewaffnet er sein Auge mit Fernglas und Teleobjektiv. Er wechselt die Bildgrössen, er fügt Bilder von hier und Bilder von dort zur Montage. Er wird immer besessener, wählt, gestaltet. Er ist zum Filmemacher geworden.» (Harry Tomicek, Österreich. Filmmuseum)

TO CATCH A THIEF

Sa 16.5. 15:00 Di 2.6. 20:45 Mi 1.7. 18:30

USA 1955, Farbe, 35 mm, E/d/f, 106 ' REGIE Alfred Hitchcock DREHBUCH John Michael Hayes, nach dem Roman von David Dodge KAMERA Robert Burks, W. Wallace Kelley MUSIK Lyn Murray SCHNITT George Tomasini MIT Cary Grant, Grace Kelly, Jessie Royce Landis, Charles Vanel, Brigitte Auber, John Williams, Jean Martinelli, Georgette Anys, Roland Lesaffre, Jean Hebey, Alfred Hitchcock.

Ein amerikanischer Meisterdieb, genannt «die Katze», hat sich an der französischen Riviera zur Ruhe gesetzt. Als er erneut in Verdacht gerät, weil ein «Kollege» seine Methoden kopiert, muss er notgedrungen nochmals auf die Dächer steigen, um seinen Nachahmer zu entlarven. Dabei gewinnt er das Herz einer schönen Millionenerbin.

«Alfred und Alma Hitchcock waren schon seit Langem von Südfrankreich begeistert. Bei der Vorbereitung zu To Catch a Thief gönnten sie sich lange Autofahrten auf den Küstenstrassen und dachten sich die Verfolgungsjagden und die atemberaubenden Kameraperspektiven aus, die Robert Burks dann später umsetzte. Diese aktionsgeladenen Panoramen leben in den 007-Filmen fort, die sie unmittelbar inspirierten – ebenso wie die knackigen, anzüglichen Dialoge (…). Diese waren von Drehbuchautor Hayes so raffiniert konstruiert, von Hitchcock so gut getimt und kamen den beiden Stars so locker von den Lippen, dass die Leute von der Selbstzensur vor lauter Faszination das Beanstanden vergassen.» (Paul Duncan: Alfred Hitchcock – sämtliche Filme)

Michael Hayes, nach der
von Cornell Woolrich
Robert Burks MUSIK Franz Waxman SCHNITT George Tomasini MIT James Stewart, Grace Kelly, Wendell Corey, Thelma Ritter, Raymond Burr, Judith Evelyn, Ross Bagdasarian, Georgine Darcy, Alfred Hitchcock.
STRANGERS ON A TRAIN
REAR WINDOW
CONFESS

THE TROUBLE WITH HARRY

Do 21.5. 15:00 Mo 8.6. 18:30

So 5.7. 20:45

USA 1955, Farbe, DCP, E/d*, 99

REGIE Alfred Hitchcock DREHBUCH John Michael Hayes, nach dem Roman von Jack Trevor Story KAMERA Robert Burks MUSIK Bernard Herrmann, Raymond Scott SCHNITT Alma Macrorie MIT Shirley MacLaine, Edmund Gwenn, John Forsythe, Mildred Natwick, Jerry Mathers, Mildred Dunnock, Royal Dano, Parker Fennelly, Barry Macollum, Dwight Marfield, Alfred Hitchcock.

«Harry ist tot. Am Waldrand nahe des kleinen Städtchens Highwater liegt er leblos auf dem Boden und wird nicht wieder aufstehen. Nach und nach entdecken so einige Bewohner:innen des Ortes den Toten, und viele sind fest davon überzeugt, dass sie es waren, die Harry durch die eine oder andere Unachtsamkeit aus dem Leben befördert haben. Unabhängig voneinander machen sie sich daran, den Leichnam aus dem Weg zu schaffen, und kommen sich dabei immer wieder in die Quere.» (moviepilot.de)

«Schwer zu sagen, was bezaubernder an diesem Film ist – die schrulligen Figuren, die in ihrer wunderbaren Einfachheit so gar nichts mit dem sonst üblichen Hitchcock-Personal zu tun haben, oder die entzückenden Farben, in denen das herbstliche Vermont in den dunklen Kinosaal strahlt; oder ist es doch die Erkenntnis, dass Hitchcocks Zynismus noch besser funktioniert, wenn er keine Geheimagenten, Sängerinnen oder weltgewandten Fotografen in Lebensgefahr bringt, sondern Menschen, die sich um die Qualität ihres Blaubeermuffins mehr Gedanken machen als über den Lauf der Welt ausserhalb ihres Dörfchens.» (Christoph Hartung)

GOOD EVENING: ALFRED HITCHCOCK UND DAS FERNSEHEN

Fr 12.6. 18:30

Einführung von Franziska Heller, Filmwissenschaftlerin, 10 '

Hitchcock befand sich in den 1950erJahren auf dem Zenit seiner Karriere. Für seine Bekanntheit war dabei nicht unwesentlich die Anthologie-Serie Alfred Hitchcock Presents verantwortlich, bei der er sein Publikum in jeder Folge mit einem trockenen «good evening» begrüsste und in die Geschichten einführte. Die Umsetzung und die künstlerische Aufsicht der Serie fielen dabei der Autorin und Produzentin Joan Harrison zu, die eine der engsten Mitarbeiterinnen Hitchcocks war. Wir zeigen drei Episoden, in denen Hitchcock selbst Regie führte. In Breakdown (1955) hat Joseph Cotten einen schweren Autounfall und muss mit Schrecken miterleben, was in der Folge mit ihm geschieht. Ein frustrierter Ehemann plant in Back for Christmas (1956) einen Mord – und erhält kurze Zeit darauf ein überraschendes Weihnachtsgeschenk. Ein böses Erwachen erlebt schliesslich die Hauptfigur in Poison (1958): Eine giftige Schlange liegt auf ihrem Bauch. (hb)

BREAKDOWN

USA 1955, sw, Digital SD, E, 26

REGIE Alfred Hitchcock DREHBUCH Francis M. Cockrell, Louis Pollock, nach der Story von Louis Pollock KAMERA John L. Russell SCHNITT Edward W. Williams MIT Alfred Hitchcock, Joseph Cotten, Raymond Bailey, Forrest Stanley, Harry Shannon, Lane Chandler, Murray Alper.

BACK FOR CHRISTMAS

USA 1956, sw, Digital SD, E, 30 '

REGIE Alfred Hitchcock DREHBUCH Francis M. Cockrell, nach einer Story von John Collier KAMERA John L. Russell SCHNITT Edward W. Williams MIT Alfred Hitchcock, John Williams, Isobel Elsom, Arthur Gould-Porter, Lillian Kemble-Cooper, Gavin Muir, Katherine Warren, Gerald Hamer, Irene Tedrow.

POISON

USA 1958, sw, Digital SD, E, 26 '

REGIE Alfred Hitchcock DREHBUCH Casey Robinson, nach der Story von Roald Dahl KAMERA John L. Russell SCHNITT Edward W. Williams MIT Alfred Hitchcock, Wendell Corey, James Donald, Arnold Moss, Weaver Levy.

THE MAN WHO KNEW TOO MUCH

So 17.5. 18:15 So 7.6. 15:00

Di 23.6. 20:30

USA 1956, Farbe, DCP, E/d*, 120

REGIE Alfred Hitchcock DREHBUCH John Michael Hayes, Angus MacPhail, nach einer Erzählung von Charles Bennett, D. B. Wyndham-Lewis KAMERA Robert Burks MUSIK Bernard Herrmann, Arthur Benjamin, Song: Jay Livingston, Ray Evans SCHNITT George Tomasini MIT James Stewart, Doris Day, Brenda De Banzie, Bernard Miles, Ralph Truman, Daniel Gélin, Mogens Wieth, Alan Mowbray, Hillary Brooke, Christopher Olsen, Reggie Nalder, Alfred Hitchcock.

«Während seines Urlaubs in Marokko gelangt ein amerikanischer Arzt durch Zufall in den Besitz von Informationen über ein geplantes Attentat gegen einen Staatsmann in London. Seine Frau und er können aber nicht die Polizei alarmieren, da die Geheimorganisation ihren Sohn entführt und sie damit erpresst. Mit Intelligenz und Raffinesse inszenierter, spannender Thriller von Alfred Hitchcock, der mit diesem Remake seinen gleichnamigen Film von 1934 noch einmal aufgreift und zum Meisterwerk weiterentwickelt.» (filmdienst.de)

«Wie ein Fremdkörper wirken Doris Day und James Stewart, jene Verkörperungen des ‹everday America›, inmitten des unübersichtlichen, chaotischen Marktplatzes von Marrakesch. (…) Ihre spiessbürgerlichen Werte und ihr Betonen des Privaten gegenüber dem Öffentlichen geraten bei Hitchcock, wie in so vielen seiner Filme der 50er-Jahre, in Angriff und werden Stück für Stück zersetzt. In den Gesichtern seiner Helden zeigt sich die Ohnmachtserfahrung (…) von Menschen, die sich mit Rollen abgeben müssen, von denen sie nie dachten, sie würden sie jemals ausfüllen müssen.» (Rouven Linnarz, film-rezensionen. de, 13.2.2021)

THE WRONG MAN

Mo 25.5. 18:15 Fr 5.6. 15:00

USA 1956, sw, 35 mm, E/d*, 105 REGIE Alfred Hitchcock DREHBUCH Maxwell Anderson, Angus MacPhail,

Der harmlose Musiker Manny gerät in die Maschinerie der Justiz: Zeugen wollen ihn als den Mann wiedererkennen, der einen Raubüberfall verübt hat. Bis sich seine Unschuld herausstellt, ist Manny ein gebrochener Mann. «Hitchcock entfaltet das Bild von einem systematischen Netz, das einen Schuldigen nicht sucht, sondern will und sich unaufhaltsam um Manny zuzieht. In wachsender Verzweiflung fragt er ausgerechnet die ihn verhörenden Polizisten: ‹Was kann ich tun, um Ihnen meine Unschuld zu beweisen?› Woraufhin die mit penetranter Insistenz jene furchtbaren Sätze wiederholen: ‹Sie müssen uns nur die Wahrheit sagen. Wenn Sie nichts zu verbergen haben, gibt es auch nichts zu befürchten.› Diese Behauptung straft Hitchcock Lügen. Penibel beleuchtet er jeden Schritt, mit dem die Polizei ihre Opfer in die Falle lockt.» (Tom Tykwer, Österreich. Filmmuseum)

VERTIGO

So 24.5. 20:45 Mi 3.6. 18:15

So 5.7. 15:00

USA 1958, Farbe, DCP, E/d*, 128 REGIE Alfred Hitchcock DREHBUCH Alec Coppel, Samuel A. Taylor, nach dem Roman «D’entre les morts» von Pierre Boileau, Thomas Narcejac KAMERA Robert Burks MUSIK Bernard Herrmann SCHNITT George Tomasini MIT James Stewart, Kim Novak, Barbara Bel Geddes, Tom Helmore, Henry Jones, Raymond Bailey, Konstantin Shayne, Lee Patrick, Ellen Corby, Alfred Hitchcock.

Der Polizeibeamte Scottie leidet unter Höhenangst und muss den Dienst quittieren. Er wird von einem früheren Freund engagiert, um dessen suizidgefährdete Frau Madeleine zu beschatten. Scottie verliebt sich in die geheimnisvolle blonde Schönheit. Als sie aber in einem Glockenturm nach oben flüchtet, muss er – von seiner Höhenangst wie gelähmt – zusehen, wie sie sich zu Tode stürzt. Er verfällt in tiefe Melancholie. Da begegnet ihm eines Tages auf der Strasse eine Frau, die Madeleine gleicht.

« Vertigo ist unendlich oft imitiert, bearbeitet und zitiert worden. Technische Tricks – der Zoom bei gleichzeitig sich entfernender Kamera, der Stewarts Schwindelanfall vermittelt – gingen ins allgemeine Repertoire ein (Spielberg benutzte ihn in Jaws). Ausschnitte aus dem Film wurden sogar verwendet, um die Stimmung in anderen Filmen zu ergänzen (so in Terry Gilliams Twelve Monkeys ). Alles in allem ist Vertigo ein grandioser, verstörender, eisig-romantischer Film mit stahlgrauen Technicolor-Bildern, sinnträchtigen Momenten, surrealistischen Grossaufnahmen und einer drängenden, eindringlichen Musik von Bernard Herrmann.» (Kim Newman, in: 1001 Filme)

nach dem Roman von Maxwell Anderson KAMERA Robert Burks MUSIK Bernard Herrmann SCHNITT George Tomasini MIT Henry Fonda, Vera Miles, Anthony Quayle, Harold J. Stone, John Heldabrand, Doreen Lang, Norma Connolly, Lola D’Annunzio, Robert Essen, Alfred Hitchcock.
VERTIGO

NORTH BY NORTHWEST

Sa 23.5. 18:00 Fr 29.5. 15:00

Sa 20.6. 20:45

USA 1959, Farbe, DCP, E/d*, 136

REGIE Alfred Hitchcock DREHBUCH Ernest Lehman

KAMERA Robert Burks MUSIK Bernard Herrmann

SCHNITT George Tomasini MIT Cary Grant, Eva Marie Saint, James Mason, Martin Landau, Leo G. Carroll, Jessie Royce Landis, Philip Ober, Josephine Hutchinson, Adam Williams, Edward Platt, Alfred Hitchcock.

Er habe einen Job als Werbefachmann, eine Sekretärin, eine Mutter, zwei Ex-Frauen und mehrere Barkeeper, die sich auf ihn verlassen würden, und habe deswegen nicht vor, sich jetzt umbringen zu lassen: Mit dieser schlüssigen Rede versucht Roger Thornhill – gespielt von Cary Grant; niemand könnte dieses Plädoyer mit mehr schalkhaftem Charme vortragen als er –, seine Entführer davon zu überzeugen, von ihm abzulassen. Die Schergen halten ihn aber für einen CIA-Agenten und denken nicht daran. Sie jagen Thornhill auch nach gelungener Flucht weiter, quer durch die USA, wenn’s sein muss mit einem Flugzeug durch die öden Landschaften des Midwest oder über die teilnahmslos ins Land schauenden Köpfe der amerikanischen Präsidenten am Mount Rushmore. Hitchcock inszeniert eines seiner Lieblingsthemen, das des unschuldig Beschuldigten, mit einer solchen künstlerisch-handwerklichen Brillanz, dass viele North by Northwest zusammen mit Vertigo als Höhepunkt seiner Hollywoodkarriere ansehen. Und ganz nebenbei stellt er die nicht nur damals brisante Frage, wie weit der Staat von Geheimdiensten unterwandert ist und dabei nicht davor zurückschreckt, das Leben eines Individuums für grössere Ziele zu opfern. (tb)

PSYCHO

Fr 22.5. 20:45 Do 28.5. 15:00

Fr 26.6. 20:45

USA 1960, sw, DCP, E/d*, 109 '

REGIE Alfred Hitchcock DREHBUCH Joseph Stefano, nach dem Roman von Robert Bloch KAMERA John L. Russell MUSIK Bernard Herrmann SCHNITT George Tomasini MIT Anthony Perkins, Janet Leigh, Vera Miles, John Gavin, Martin Balsam, John McIntire, Lurene Tuttle, Patricia Hitchcock, Alfred Hitchcock.

Mit einer Unmenge gestohlener Dollar und einem sehr schlechten Gewissen im Koffer landet eine junge Frau in einem schäbigen Motel, dessen höflicher, körperlich und charakterlich jedoch etwas schlaksiger Betreiber lieber Vögel ausstopft und mit seiner Mutter diskutiert, als sich um seine Gäste zu kümmern. Was als kleine Fluchtgeschichte beginnt, mündet unter dem schneidenden Wasserstrahl einer Dusche in einer Szene, die als wahrer Fetisch der Filmgeschichte und Mutter aller Slashersequenzen bezeichnet werden kann. Von da an begibt sich der Film auf die verschlungenen Wege einer beschädigten Psyche, bei der Sir Alfred Hitchcock einmal mehr genüsslich in den freudschen Untiefen herumstochert. Denen seiner Protagonisten und denen des Publikums. Damit begründete er auch eine ganze Tradition des Horrorfilms, wo das wahre Grauen nicht irgendwo da draussen, sondern in unseren Köpfen lauert. «She just goes a little mad sometimes. We all go a little mad sometimes», entschuldigt Bates seine Mutter. (tb)

THE BIRDS

Di 19.5. 20:45 Sa 30.5. 20:45

So 21.6. 15:00

USA 1963, Farbe, DCP, E/d*, 119 '

REGIE Alfred Hitchcock DREHBUCH Evan Hunter, nach der Kurzgeschichte von Daphne du Maurier

KAMERA Robert Burks MUSIK Bernard Herrmann

SCHNITT George Tomasini MIT Tippi Hedren, Rod Taylor, Jessica Tandy, Suzanne Pleshette, Veronica Cartwright, Charles McGraw, Ethel Griffies.

«Chaos, entwickelt aus der zusammengeräumten Oberfläche bürgerlichen Alltags. Übersichtliche Einstellungen, klar komponiert mit grünsilbrigen Wolkenhimmeln. Die Farben scheinen gefroren. Und aus einer ruhigen Totale stösst eine einzelne Möwe wie ein Pfeil auf das Boot in der Bucht von Bodega Bay herab, um an Tippi Hedrens weisser Stirn ein Mal aus rotem Blut zu hinterlassen. Ein Film, aufgebaut wie eine musikalische Komposition. Mit etwas klein beginnen, es grösser werden lassen, dabei verändern und umkehren. Etwa so: Aus zwei Edelsittichen (‹love birds›), eingesperrt in einem Käfig in Tippi Hedrens Hand, werden Heerscharen von Vögeln, die ein Haus belagern, in dem Miss Hedren und andere Vertreter des Menschengeschlechts wie in einem Käfig festsitzen. Oder: Ein einziger Vogel greift einen Menschen an. Das Motiv steigern, es von einigen Musikern forte, von vielen fortissimo, von den meisten crescendo, im Finale von allen am eindringlichsten spielen lassen, nämlich piano pianissimo.»

(Harry Tomicek, Österreich. Filmmuseum, Jan 2008)

ZWISCHEN TRAUM UND TRAUMA

Do 21.5. 18:30

MARNIE

Do 21.5. 18:30 So 14.6. 20:45

So 21.6. 20:45

USA 1964, Farbe, DCP, E/d*, 130

REGIE Alfred Hitchcock DREHBUCH Jay Presson Allen, nach einem Roman von Winston Graham KAMERA Robert Burks MUSIK Bernard Herrmann SCHNITT George Tomasini MIT Tippi Hedren, Sean Connery, Martin Gabel, Diane Baker, Louise Latham, Alan Napier, Bob Sweeney, Henry Beckman, Edith Evanson, Mariette Hartley, Meg Wyllie, Alfred Hitchcock.

TORN CURTAIN

Sa 6.6. 20:45 Di 16.6. 18:15

USA 1966, Farbe, 35 mm, E/d*, 128

«Mit Torn Curtain kehrt Hitchcock auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges zum Spionagethriller zurück. Dabei verzichtet er auf die technischen Spielereien und sexuellen Anspielungen der James-Bond-Filme und erzählt stattdessen eine ebenso schlanke wie spannende Geschichte über die Suche nach einer geheimen Formel für ein Raketenabwehrsystem hinter dem Eisernen Vorhang. Gleichzeitig dient diese Suche, ganz im Stil Hitchcocks, auch als Bewährungsprobe für die Beziehung zwischen einem amerikanischen Spion und seiner Frau. Obwohl der Film nie den Status eines Klassikers erreicht hat, sind einige seiner Sequenzen nach wie vor eindrucksvolle Beispiele für die Fähigkeit des Meisters, atemberaubende Szenen zu konstruieren, darunter vielleicht am berühmtesten die ambivalente Darstellung – in Echtzeit –eines brutalen Mordes, den der Held des Films aus reiner Zweckmässigkeit begeht.» (Harvard Film Archive, Sep 2013)

FRENZY

So 31.5. 20:00 Mi 17.6. 15:00 Mo 29.6. 20:45

USA 1972, Farbe, DCP, E/d*, 116 REGIE Alfred Hitchcock DREHBUCH Anthony Shafer, nach dem Roman «Goodbye Piccadilly, Farewell Leicester Square» von Arthur LaBern KAMERA Gil Taylor, Leonard J. South (ungenannt) MUSIK Ron Goodwin SCHNITT John Jympson MIT Jon Finch, Alec McCowen, Barry Foster, Anna Massey, Barbara LeightHunt, Bernard Cribbins, Billie Whitelaw, Clive Swift, Vivien Merchant, Michael Bates, Jean Marsh, Alfred Hitchcock.

Gespräch zwischen der Filmwissenschaftlerin und Autorin Renata Helker und dem Filmemacher Christoph Hochhäusler, 60'

Im Anschluss an MARNIE

Formal auf Augenhöhe mit Vertigo Psycho und The Birds , aber unter den Meisterwerken in Hitchcocks Spätwerk vergleichsweise unbekannt, verstört Marnie in der Art, wie direkt hier die Obsessionen des Regisseurs zu Tage treten. Die Berliner Filmwissenschaftlerin Renata Helker und der Filmemacher Christoph Hochhäusler im Gespräch über die Frage, welche «verbotenen» Übergänge zwischen Traum und Trauma der Film ebnet und wer den Preis dafür zahlt.

«Marnie ist mit wechselnder Identität in diversen Firmen unterwegs, um ihre kleptomanischen Bedürfnisse auszuleben. Ihr Vorgehen ist dabei immer dasselbe: Sie lässt sich als Sekretärin einstellen, bewährt sich als ehrliche Arbeitskraft und leert dann im geeigneten Augenblick den Firmensafe. Als ihr neuer Chef Mark Rutland sie dabei auf frischer Tat ertappt, zwingt er sie, seine Frau zu werden, um nicht von ihm angezeigt zu werden. Rutlands Interesse an der blonden, schönen und eiskalten Marnie setzt sich aus fetischistischer Bewunderung und dem seiner krankhaften Zuneigung entspringenden Bedürfnis zusammen, die Ursache für Marnies ‹Angewohnheiten› psychoanalytisch zu ergründen. In der Öffentlichkeit mimen Mark und Marnie ein glückliches Paar. Privat eskaliert die Situation allerdings bereits auf der Hochzeitsreise.»

(Arte-Magazin, 22.11.2006)

In der Themse treibt eine Frauenleiche, die mit einer Krawatte stranguliert wurde – der mysteriöse «Krawattenmörder» hat erneut zugeschlagen. Der Barmann Richard Blaney gerät bald unter erheblichen Verdacht, da das Opfer seine Ex-Frau ist und danach auch seine Freundin auf gleiche Weise ermordet aufgefunden wird. Alles wendet sich gegen ihn: Blaney wird verraten, verhaftet und zu lebenslanger Haft verurteilt. Mittlerweile hat er jedoch den wahren Täter identifiziert und schwört Rache. (tb)

«Mit derber Komik, kribbeliger Spannung und kruden Gewalttätigkeiten gelingt es Hitchcock, diese wendungsreiche Geschichte derart geschickt zu inszenieren, dass der Zuschauer trotz des frühen Wissens um die Identität des Mörders der Auflösung der Verstrickungen gebannt entgegenfiebert. Frenzy stellt filigrane Filmkunst auf höchstem Niveau dar, die gleichermassen aufregend unterhält wie durch den ansprechend installierten Zusammenhang von Essen, Brutalität und pathologischer Sexualität besticht.» (Marie Anderson, kino-zeit, 2021)

Paul Newman, Julie Andrews, Lila Kedrova, Hansjörg Felmy, Tamara Toumanova, Wolfgang Kieling, Günter Strack, Ludwig Donath, David Opatoshu, Gisela Fischer, Alfred Hitchcock.
PSYCHO
THE BIRDS

FAMILY PLOT

So 7.6. 20:30 Do 18.6. 15:00 USA 1976, Farbe, DCP, E/d*, 120

REGIE Alfred Hitchcock DREHBUCH Ernest Lehman, nach dem Roman «The Rainbird Pattern» von Victor Canning KAMERA Leonard J. South MUSIK John Williams SCHNITT J. Terry Williams MIT Bruce Dern, Barbara Harris, William Devane, Karen Black, Cathleen Nesbitt, Ed Lauter, Katherine Helmond, Edith Atwater, Nicholas Colasanto, John Lehne, Alfred Hitchcock.

« Family Plot ist Hitchcocks letzter Spielfilm. Diese einfache Feststellung reicht aus, um ihn in die Filmgeschichte einzuschreiben. Der damals bereits alte und kranke Hitchcock dreht eine Low-Budget-Krimikomödie in einer Zeit, die von den ersten Erfolgen von Scorsese, De Palma und Spielberg geprägt ist. Er verlegt die Handlung eines englischen Romans nach Los Angeles und San Francisco. Hinter

seiner scheinbaren Bescheidenheit verbirgt sich indes ein gekonnt aufgebauter Film. Family Plot erzählt zwei parallele Geschichten und folgt zwei Betrügerpaaren, die aus unterschiedlichen Welten stammend dazu bestimmt sind, sich zu begegnen. Die Mischung aus Spannung und Humor, die in der englischen Phase entwickelt wurde, wird hier an eine moderne und profane amerikanische Welt angepasst. Die verführerischen Stars der goldenen Hollywoodzeiten sind Schauspieler:innen mit gewöhnlicherem Aussehen wie Bruce Dern, Karen Black oder William Devane gewichen. Die letzte Einstellung von Hitchcocks letztem Film zeigt eine Frau, die der Kamera zuzwinkert: die beste Art und Weise für den Filmemacher des Blicks, sich von den Zuschauern zu verabschieden.» (Arte, Okt 2019)

RE:VISION

Vortragsreihe mit Thomas Binotto

Genau hinschauen, erneut hinschauen, anders hinschauen eröffnet manchmal unerwartete Perspektiven. In Kooperation mit der Volkshochschule und dem Publizisten Thomas Binotto lädt das Filmpodium bereits zur achten Staffel der Vorlesungsserie «Re:vision».

RE:VISION 8/02

Mi 24.6. 18:30

Online sind Tickets zu Film und Vorlesung separat erhältlich; vergünstigte Kombitickets gibt es nur an der Kinokasse.

Alfred Hitchcock wollte das Publikum unbedingt auf seiner Seite haben. Er suchte mit allen Mitteln den Erfolg an der Kasse. Dennoch – und oder vielleicht auch gerade deshalb – war er einer der experimentierfreudigsten Filmkünstler der Geschichte. In Rear Window wird der Hinterhof zum Spielfeld für einen Experimentalfilm erster Güte, obwohl Hitchcock dieses Wort – schon allein aus Marketinggründen – nie in den Mund genommen hätte. In seiner Re:vision enthüllt Thomas Binotto den Film hinter der Krimifassade.

REAR WINDOW

Do 4.6. 15:00 Mi 24.6. 20:15

Fr 3.7. 18:15

Alfred Hitchcock, USA 1954, 35 mm, E/d/f, 112

Eine Kooperation von Filmpodium und Volkshochschule Zürich.

Nächste «Re:vision»: Mi 19.8.2026

VERTIGO VARIATONS

Geschichten wiederholen sich, werden neu interpretiert und geistern wie ein Echo durch die Filmgeschichte: Alfred Hitchcocks Vertigo ist ein Werk, das zahlreiche Filmemacher:innen inspiriert hat. Sei es als eine Art Remake, als Aufgreifen der von Hitchcock behandelten Themen oder schliesslich als feministische Umschreibung: Vertigo führt ein Nachleben in diversen Variationen

VARIETY

Mi 3.6. 20:45 Do 2.7. 20:45

USA 1983, Farbe, 35 mm, E, 100 '

REGIE Bette Gordon DREHBUCH Kathy Acker, nach einer Story von Bette Gordon KAMERA Tom DiCillo, John Foster MUSIK John Lurie SCHNITT Ila von Hasperg MIT Sandy McLeod, Will Patton, Richard M. Davidson, Luis Guzmán, Nan Goldin, Mark Boone Jr., Spalding Gray.

«Auf der Suche nach einem Job beginnt die Schriftstellerin Christine, im Pornokino Variety Tickets zu verkaufen. Aus der Menge an Glotzern und zwielichtigen Anzugträgern sticht Louie hervor, der auffallend elegant gekleidet und bemerkenswert selbstbewusst ist. Er bittet Christine um ein Date, doch als er mitten in diesem Treffen plötzlich davonstürmt, verwandelt sich ihre Neugier in Faszination. Sie beschliesst, ihm durch die Stadt zu folgen, während er dubiose nächtliche Termine wahrnimmt. Ist er ein Mafioso? Ein Zuhälter? Ein Schmuggler? Oder alles zusammen? Christine ist sich nicht sicher, aber sie ist entschlossen, herauszufinden, wie tief der Kaninchenbau reicht. (…) Mit diesem Wechselspiel zwischen dunklen Begierden und noch dunkleren Umgebungen nimmt Bette Gordon direkt Bezug auf die goldenen Jahre des Film noir und nennt Samuel Fuller und Jules Dassin als wichtige Einflüsse. Am stärksten ist jedoch wohl der Einfluss von Alfred Hitchcock, sodass ‹LA Weekly› Variety bei seiner Veröffentlichung als ‹feministischen Vertigo› bezeichnete.» (Brian Quinn, thequietus.com)

TWELVE MONKEYS

Mo 25.5. 20:45 Fr 5.6. 20:45 Sa 27.6. 18:00

USA 1995, Farbe, 35 nn, E/d/f, 129 REGIE Terry Gilliam DREHBUCH David Peoples, Janet Peoples, angeregt durch den Essayfilm LA JETÉE von Chris Marker KAMERA Roger Pratt MUSIK Paul Buckmaster SCHNITT Mick Audsley MIT Bruce Willis, Madeleine Stowe, Brad Pitt, Christopher Plummer, Jon Seda, Joseph Melito, Michael Chance, Vernon Campbell, Fred Strother, Frank Gorshin.

Das Jahr 2035: Die Überlebenden einer verheerenden Viruspandemie haben sich unter die Erde zurückgezogen und fristen eine trostloste Existenz. Um mehr über den Ursprung des Virus zu erfahren, schicken Wissenschaftler:innen einen «Freiwilligen» per Zeitreise zurück ins Jahr 1996, damit er nicht nur das Originalvirus entdecken kann, sondern auch dessen Urheber. Doch aufgrund eines Fehlers landet er im falschen Jahr und wird in eine psychiatrische Klinik eingesperrt, wo er die Ärztin Dr. Kathryn Railly kennenlernt. (hb)

«Manchmal kann ein Remake eines älteren Films mehr sein als nur eine Neuverfilmung. Twelve Monkeys ist so ein Werk. Man könnte ihn vielleicht am besten als Antwort beschreiben, schon allein deshalb, weil er auf einem Echo aufbaut und sich als Teil einer Kontinuität versteht, die mehrere Jahrzehnte zurückreicht. Diese Antwort bezieht sich auf Chris Markers Kurzfilm La jetée (1962), und das Echo ist Alfred Hitchcocks Vertigo Twelve Monkeys ist Teil dieser Spirale von Erinnerungen filmischer oder anderer Art, die durch die Tatsache, dass sich alle betreffenden Werke ebenfalls mit dem Thema Erinnerung befassen, noch komplizierter wird. Die Endgültigkeit der Erinnerung und ihre Nähe zum Tod stehen im Mittelpunkt aller drei Filme. (…) In Twelve Monkeys webt Terry Gilliam Vertigo ganz direkt in den Film ein, als Cole und Kathryn sich den Film auf ihrer Flucht ansehen. ‹Ich glaube, ich habe diesen Film schon einmal gesehen›, sagt er zu ihr, als ihm klar wird, dass er in einer Welt lebt, die buchstäblich ein Echo von Hitchcocks Erzählung ist.» (Adam Scovell, Little White Lies, 14.10.2018)

SUZHOU RIVER SUZHOU HE

Mi 27.5. 18:30 Mo 15.6. 20:45

China/Deutschland 2000, Farbe, DCP, Mand/e, 79 REGIE und DREHBUCH Lou Ye KAMERA Wang Yu MUSIK Jörg Lemberg SCHNITT Karl Riedl MIT Zhou Xun, Jia Hongsheng, An Nai, Anlian Yao, Zhongkai Hua.

«Ein gesichts- und namenloser Videofilmer erzählt die Geschichte eines Liebespaars in Shanghai: Mardar ist Motorradkurier, Moudan eine junge Frau, die er im Auftrag ihres Vaters herumkutschiert. Sie verlieben sich ineinander. Als Mardar sich an der Entführung Moudans beteiligt, stürzt sich diese in den Suzhou-Fluss. Jahre später meint Mardar, die Totgeglaubte wiederzuerkennen: in Meimei, der Freundin des erzählenden Videofilmers, die als Meerjungfrau in einem Nachtclub auftritt … Wie in Hitchcocks Vertigo erlebt hier eine Liebe ihre Wiederauferstehung aus dem Reich der Toten. Auf grobkörnigem 16-mmMaterial aufgenommen, besticht Suzhou River als chinesische Variante des damals aktuellen Neo-Noirs. Zugleich zeichnet er das Porträt einer entwurzelten Generation – im steten Wechsel zwischen ‹neorealistischen› Grossstadtbildern, die ein sich radikal wandelndes Shanghai festhalten, und Nachtaufnahmen, die eine subkulturelle Gegenwelt heraufbeschwören. So erschafft Regisseur Lou Ye ein filmisches Vexierspiel um Illusion und Wirklichkeit und erzählt überdies eine wunderbar tragische Liebesgeschichte.» (Berlinale 2022)

VARIETY

IM ANGESICHT DER GEGENWART

Yi Yi machte Edward Yang im Jahr 2000 auf einen Schlag weltberühmt: Ausgezeichnet am Festival von Cannes, war er anschliessend ein enormer Erfolg auf der ganzen Welt. Sein Werk über eine Familie in Taiwan war ein Ereignis, ein Film, der bis heute nicht zuletzt für seine berührendepische Erzählweise verehrt und innig geliebt wird. Edward Yang war neben Hou Hsiao-hsien der Kopf des Taiwan New Cinema, das seit den frühen 1980er-Jahren zu den aufregendsten Kinematografien Asiens gehörte. Seine Filme sind intime Chroniken vor dem Hintergrund historischer Ereignisse, vereinen burleske Komödie und kritische Reflexion über Auswüchse des Turbokapitalismus. Und stets im Fokus von Edward Yangs Kamera: Taipeh, die pulsierende Metropole, der er in Filmen wie Taipei Story, Mahjong, A Brighter Summer Day und natürlich Yi Yi ein filmisches Denkmal setzte. Dank der kürzlichen Restaurierung von seinen bisher weniger bekannten Filmen ist Yangs Werk nun wieder vollständig zugänglich und lädt zur (Wieder-)Entdeckung eines der einflussreichsten Filmemacher Asiens ein.

Untermieter ihrer Familie verliebt, gilt heute als Geburtsstunde des Taiwan New Cinema. Diese filmische Erneuerungsbewegung, deren Zentrum anfangs Yangs Wohnung in der Tsinan Road in Taipeh darstellte, wo sich die Filmemacher trafen, führte – sich von klassischen Wuxia-Epen und konservativen Wertvorstellungen abkehrend – einen neuen Realismus in das taiwanische Kino ein. So wurden erstmals ungeschönte, lebensnahe Alltagsbetrachtungen und genaue Studien der taiwanischen Geschichte, Gegenwart und Sozialstruktur möglich.

film Floating Weeds (1981) als Sehnsuchtsort mit Schattenseiten fungierte und immer wieder die Kluft darstellt, in welche die Figuren zwischen erhofftem Ausbruch und einsetzender Entfremdung fallen. Die Kälte, die dem Filmemacher verschiedentlich vorgeworfen wurde, ist keinem Zynismus geschuldet, sondern Ausdruck einer Herangehensweise, die mithilfe eines genauen Blicks die glatten Fassaden der Hochhäuser und die verspiegelten Sonnenbrillen seiner Protagonist:innen zu durchdringen versucht, um so deren innere Vorgänge freizulegen. Erzählerisch arbeitet Yang mit Andeutungen, Leerstellen und multiperspektivischen Herangehensweisen, die Panoramen von Seelenund Stadtlandschaften entwickeln, in denen die Protagonist:innen gleichbedeutend nebeneinanderstehen. Während dies in seinem ersten Kinofilm Taipei Story (1985) noch auf ein Paar fokussiert ist, erweitert schon der darauffolgende The Terrorizers (1986) das Figurenensemble auf ein vielschichtiges Geflecht, dessen Verbindungslinien nach und nach freigelegt werden.

Die Komplexität der erzählerischen Konstruktionen, die seinen Filmen wiederholt die Zuschreibung des «Romanhaften» eingebracht hat, zieht sich dann auch durch Edward Yangs weiteres Werk: von der epischen Erforschung der Jugendkultur und der Bandengewalt im Taiwan der 1950er– und 1960er-Jahre in A Brighter Summer Day (1991), dem einzigen Historienfilm des Regisseurs, bis zu seinem zärtlichen Familiendrama Yi Yi (2000), das sein letzter Film und mit dem Gewinn des Regiepreises in Cannes auch Höhepunkt von Yangs Karriere werden sollte.

Als zentraler Vertreter des Taiwan New Cinema hat Edward Yang in seinen Filmen die sich wandelnden gesellschaftlichen Strukturen Taiwans am Ende des 20. Jahrhunderts kartografiert. Dabei stellt Yang immer wieder komplexe Figurenkonstellationen ins Zentrum, an denen sich die sozialen Neuordnungen eines Landes ablesen lassen, das sich, aus einer jahrzehntelangen Diktatur kommend, in eine zunehmend beschleunigte Modernisierung geworfen sieht. In präzise komponierten Bildern zeigt der Filmemacher Menschen vor der Grossstadtkulisse Taipehs, an deren Schicksalen sich Fragen zum Umgang mit neu errungener Freiheit, zu familiärer Zusammengehörigkeit sowie zum Verhältnis zwischen Tradition und Moderne abzeichnen. Edward Yangs Blick auf die taiwanische Gesellschaft ist zum einen von der genauen Kenntnis geprägt, die das Aufwachsen in dem Land mit sich brachte, in das er im Alter von 2 Jahren mit seinen Eltern infolge des chinesischen Bürgerkriegs 1949 aus Shanghai geflohen war, zum anderen durch die geschärfte Perspektive desjenigen, der – aus

dem Ausland zurückgekehrt – auf ein sich rapide veränderndes Land schaut. Trotz eines frühen Interesses am Kino hatte Yang zuerst Ingenieurswissenschaften studiert und war anschliessend nach Florida gegangen, um sich dort für Elektrotechnik und Informatik einzuschreiben. Nach dem Abschluss des Studiums zog es ihn an die renommierte Filmschule der University of Southern California, die er jedoch nach nur einem Semester abbrach, in der Überzeugung, nicht das nötige Talent zu haben. Er arbeitete daraufhin in einem Technologielabor in Seattle, wo er einige Jahre später in einem örtlichen Programmkino Werner Herzogs Aguirre, der Zorn Gottes (1972) sah. Dies war ein von Yang als cinephiles Erweckungserlebnis beschriebener Moment, der ihn schliesslich veranlasste, sich doch wieder dem Kino zu widmen und nach Taipeh zu ziehen, wo er Teil einer neuen Generation von Filmemacher:innen wurde, zu deren herausragendem Vertreter er zusammen mit Hou Hsiao-hsien wurde.

Beginn des Taiwan New Cinema

Der 1981 veröffentlichte Omnibusfilm In Our Time, mit Edward Yangs Beitrag Expectations über ein junges Mädchen, das sich in den

Während die Volksrepublik China seit ihrer Gründung durch aggressive Modernisierungskampagnen geprägt war, kam Taiwan unter der diktatorischen Kuomintang-Regierung eine Rolle als Bewahrer chinesischer Traditionen zu, und es war weiterhin von patriarchalen konfuzianischen Wertvorstellungen geprägt. Mit dem Tod von Chiang Kai-shek im Jahr 1975 begann ein langsamer Demokratisierungs- und Modernisierungsprozess, bis im Jahr 1993 die ersten freien Wahlen stattfanden, während zugleich die Grundlagen dafür gelegt wurden, Taiwan zu einem asiatischen «Tigerstaat» zu machen, der bis heute eine Ausnahmestellung in der Entwicklung von Technologien innehat.

Panoramen von Seelen- und Stadtlandschaften

Die Filme von Edward Yang zeigen diese Liberalisierung der taiwanischen Gesellschaft, beleuchten dabei jedoch auch kritisch die Auswirkungen der kapitalistischen Lebenswelten auf seine Figuren. Es sind zwischen kühler Analyse und beissender Satire alternierende Visionen menschlichen Handelns und Porträts eines Landes, das sich wie Yangs Protagonist:innen im Prozess einer Neudefinierung befindet. Dabei werden die Verhältnisse zwischen dem Möglichkeitsraum individueller Selbstbestimmung und dem Verortetsein in festen Beziehungsgefügen immer wieder neu verhandelt, wobei die Figuren Wandlungen unterworfen sind, die ausserhalb ihrer Kontrolle liegen. Eine Hauptrolle spielt dabei immer auch die Grossstadt Taipeh, die schon in Yangs frühem Fernseh-

Komödiantische Tonlagen Nach einer langen Phase, in der die Rechtslage seiner beiden zwischen diesen Meilensteinen entstandenen Filme unklar war, konnten auch A Confucian Confusion (1994) und Mahjong (1996) in den letzten Jahren restauriert werden und sind nun endlich wieder zugänglich. Die Filme scheinen in ihrer komödiantischeren Tonlage auf den ersten Blick ungewöhnlich für Yangs Werk, führen aber dessen Untersuchung der taiwanischen Gesellschaft mit anderen ästhetischen Mitteln fort. Während ersterer die sich mit den wirtschaftlichen Verhältnissen zugleich wandelnden Liebesbeziehungen einer Gruppe erfolgreicher wie neurotischer Taiwaner:innen kritisch durchleuchtet, ist Mahjong eine wütende Satire, in der Taipeh als Drehscheibe von illegalen Machenschaften und globalisierten Geschäftsinteressen fungiert. In dieser Gesamtschau zeigen sich die formalen Linien, die Edward Yangs Werk ausmachen und mit seinen Vorläufern im europäischen Autorenkino Mitte des 20. Jahrhunderts verbinden – so ist der Einfluss Michelangelo Antonionis besonders auf die frühen Filme deutlich zu erkennen. Zum anderen ist aber auch Yang selbst ein wichtiger Bezugspunkt jüngerer Filmemacher:innen wie Jia Zhang-ke, und so sind die Ausläufer der Taiwan-New-Cinema-Welle, die Yang ab den 1980er-Jahren mit angeschoben hat, bis heute sichtbar. Seine Filme bilden dabei die spezifisch taiwanische Erfahrung und die Modernisierung einer Gesellschaft ab, die vor dem Hintergrund der virulenten Übernahmedrohung durch die Volksrepublik China aktuell wieder auf dem Spiel stehen. Nicht zuletzt zeigt sich in diesen Filmen ein Regisseur, der mit seinen kompromisslosen narrativen und ästhetischen Strategien ein solitäres Werk geschaffen hat, in dem Taipeh die Leinwand darstellt, auf der sich seine vielschichtigen filmischen Erzählungen abzeichnen.

Jendrik Walendy ist Filmwissenschaftler und -kurator aus Berlin, wo er 2024 die Edward-Yang-Retrospektive im Zeughauskino verantwortet hat.

Essay von Jendrik Walendy
Edward Yang bei den Dreharbeiten zu A CONFUCIAN CONFUSION (1994)

IN

So 24.5. 18:15

So 7.6. 18:15

Taiwan 1982, Farbe, DCP, Mand+Taiw/e, 110 ' REGIE Jim Tao Te-chen, Edward Yang, Ko I-chen, Chang Yi DREHBUCH Jim Tao Te-chen, Edward Yang, Ko I-chen, Chang Yi KAMERA Chen Chia-mao MUSIK Chen Yunshan SCHNITT Liao Ching-sung MIT Emily Y. Chang, Sylvia Chang, Chen Chi, Lan Shang-wen, Lee Li-chun, Li Kuo-hsiu, Shih An-ni, Sun Ya-tung, Vega Tsai, Yao Duo-duo.

«Der vierteilige Omnibusfilm gilt als Pionierarbeit des New Taiwan Cinema und ist ein Jahr vor seinem bekannteren Pendant The Sandwich Man entstanden. Er zeichnet eine Chronik des Erwachsenwerdens einer ganzen Generation von den 1950er- bis in die 1980erJahre nach: Um dem Mobbing zu entkommen, zieht sich ein Junge in Tao Te-chens Little Dragonhead in seine Fantasiewelt zurück. Ein Student bringt das Leben eines pubertierenden Mädchens in Edward Yangs Expectations durcheinander. Ko I-chens Leapfrog erzählt von einem College-Studenten, der zwischen Unsicherheit und Selbstbewusstsein schwankt, und in Chang Yis Say Your Name sperrt sich ein frisch verheirateter Mann unverhofft aus seiner Wohnung aus.» (tba film collective, 2021)

« In Our Time und seine chronologische Coming-of-Age-Struktur (der Charaktere, des Heranwachsens Taiwans zur urbanisierten Insel und des taiwanischen Kinos selbst) konnten das taiwanische Publikum (…) zurückgewinnen; eine Reflexion auf der Leinwand, die so nah an dessen eigenem Leben und den eigenen Erfahrungen lag, war ein Novum für das Taiwan Cinema. Die taiwanische New Wave, die durch diesen Film ins Leben gerufen wurde, sollte noch grössere und bessere Dinge erreichen, indem sie ihre bodenständigen, realistischen Anliegen mit einer radikalen Long-Take- und Long-ShotÄsthetik verband. (…) Die Höhepunkte, Expectations und Little Dragonhead , gehören sicherlich zu den besten Kinderfilmen, die das World Cinema der 1980er-Jahre zu bieten hatte.» (Jean-Baptiste de Vaulx, Cinescope, 2.5.2016)

THAT DAY, ON THE BEACH

HAI TAN DE YI TIAN

Mi 27.5. 15:00 Mo 1.6. 20:00 Taiwan 1983, Farbe, DCP, Mand+Taiw/e, 166 REGIE Edward Yang DREHBUCH Wu Nien-jen, Edward Yang KAMERA Christopher Doyle, Chang Hui-kung MUSIK Lin Min-yi SCHNITT Liao Ching-song MIT Sylvia Chang, Hu Yin-meng, Hsu Ming, Li Lieh, Mao Hsueh-wie.

«Die renommierte Pianistin Tan Ching-ching (Terry Hu) kehrt nach 13 Jahren zum ersten Mal nach Taipeh zurück, um ein Konzert zu geben. Eine alte Freundin, Lin Jia-li (Sylvia Chang), nimmt Kontakt zu ihr auf, um sich mit ihr auf einen Nachmittagskaffee zu verabreden. That Day, on the Beach spielt während dieses Gesprächs zwischen den beiden Freundinnen, in dem Ching erfährt, wie sich das Liebes- und Familienleben von Jia-li und ihrem älteren Bruder in den letzten zehn Jahren entwickelt hat. Durch komplexe Rückblenden wird deutlich, dass das persönliche Leben der beiden Frauen eng mit den drastischen wirtschaftlichen und sozialen Veränderungen verflochten ist, die Taiwan in den 1970er-Jahren durchlebte. Voller subtiler Erzählungen und filmischer Überraschungen schildert der Film die Schwierigkeiten, die mit Freiheit, Liebe und Vertrauen einhergehen. (…) Der Film markiert auch das Debüt von Christopher Doyle als Kameramann, der vor allem in seiner Zusammenarbeit mit Wong Kar-wai berühmt wurde. Edward Yangs erster Spielfilm zeugt durch Länge, Erzählweise und formale Genialität von seinem unbeirrbaren Willen, eine künstlerische Vision trotz aller Hindernisse aufrechtzuerhalten.» (Harvard Film Archive, Apr 2024)

TAIPEI STORY QING MEI ZHU MA

Mi 20.5. 20:45 Sa 23.5. 15:00 Fr 12.6. 20:45

Taiwan 1985, Farbe, DCP, Mand+Taiw/e*, 120 REGIE Edward Yang DREHBUCH Chu Tien-wen, Hou Hsiao-hsien, Edward Yang KAMERA Yang Wei-han SCHNITT Wang Chi-yang, Sung Fan-chen MIT Tsai Chin, Hou Hsiao-hsien, Wu Nien-jen, Lin Hsiu-ling, Ke Su-yun, Ko I-chen, Mei Fang, Wu Ping-nan, Chen ShuFang, Lai Te-nan.

Edward Yang braucht keine grosse Handlung, um sein ausserordentliches Feingefühl für Orte, Menschen und ihre Befindlichkeiten offenzulegen – das ist es, was auch Joanna Hogg an seinem Werk imponiert: Yangs zweiter abendfüllender Spielfilm zeigt die Sängerin Tsai Chin als eine junge Frau auf der Suche nach sich selbst und einer Zukunft in Taipeh, der taiwanischen Metropole, in der die Modernisierung ohne Rücksicht auf Verluste um sich greift. Chin erhofft sich, den nötigen Halt bei ihrem Partner zu finden. Doch der ehemalige Baseball-Star, gespielt von dem Filmemacher Hou Hsiao-hsien, der auch das Drehbuch mitschrieb, weiss sich selbst nicht anders zu helfen, als lediglich wehmütig an

den Erinnerungen seiner erfolgreichen Kindheit festzuhalten. In Bildern von atemberaubender, schlichter Schönheit beobachtet Yang seine Figuren aufs Genauste, ohne ihnen jemals zu nahe zu treten. Mit viel Wärme, Stil und Geduld zeichnet der Regisseur, der zu den wichtigsten Vertretern eines neuen taiwanischen Kinos gehört, ein zerbrechliches, nicht selten traurig stimmendes Bild von der zunehmenden Entfremdung des Menschen im Rausch der modernen Grossstadt. (Pamela Jahn, Filmpodium Zürich, Apr/Mai 2022)

THE TERRORIZERS KONG BU FEN ZI

Mi 27.5. 20:30 Do 11.6. 15:00

Sa 20.6. 18:15

Taiwan 1986, Farbe, DCP, Mand/e*, 109

REGIE Edward Yang DREHBUCH Xiao Ye, Edward Yang

KAMERA Zhang Zhan MUSIK Weng Xiao-liang, Chen Guizhu SCHNITT Liao Ching-song MIT Cora Miao, Li Liqun, Jin Shi-jie, Gu Bao-ming.

«Yangs meisterhafter Film führt nicht bloss ein ganzes Bündel von Erzählsträngen parallel, sondern entwickelt in jedem einzelnen davon ein hohes Mass an Spannung und führt

schliesslich alle zu einem Gesamtgemälde zusammen, dessen Authentizität einen in Tränen ausbrechen und dessen Kraft einen sprachlos lässt. Die Figuren decken das ganze urbane Spektrum ab: ein Wissenschaftler, der einer Beförderung hinterherhechelt, ein Motorradrowdy auf der Flucht vor der Polizei, eine Schriftstellerin auf der Suche nach einem schmerzlosen Ausweg aus der Ehe ... Yang sieht diese Figuren alle glasklar und absolut aufrichtig (...) und erzählt beispielsweise allein über ihre Kleider schon ganze Geschichten. Weder soziologischer Aufsatz noch Seifenoper, ist The Terrorizers auch eine zutiefst filmische Erzählung, die das Geheimnis, das Anrührende und die Ängste jeder Existenz erfasst. Die Titelfigur ist ein Mädchen, das mit Scherzanrufen Krisen im Leben anderer Figuren auslöst, doch suggeriert der Film, dass wir alle auf eigene Weise andere terrorisieren.» (Tony Rayns)

TAIPEI STORY
THE TERRORIZERS

A BRIGHTER SUMMER DAY

GULING JIE SHAONIAN SHA REN SHIJIAN

So 31.5. 15:00 Do 18.6. 18:30 Taiwan 1991, Farbe, DCP, Mand+Taiw+Shangh/e*, 237 ' REGIE Edward Yang DREHBUCH Hung Hung, Lai Mingtang, Alex Yang Shun-qing, Edward Yang KAMERA Chang Hui-kung, Li Long-yu MUSIK Zhan Hong-da SCHNITT Chen Bo-wen MIT Chang Chen, Lisa Yang, Chang Kuo-chu, Elaine Jin, Wang Chuan, Chang Han, Wong Chi-zan, Lawrence Ko, Tan Chih-kang, Lin Hongming, Chiang Hsiu-chiung, Lai Fan-yun.

«Edward Yangs meisterhafte Darstellung des Heranwachsens im Taiwan der frühen 60erJahre ist visuell so elegant wie seine vorangegangenen Filme Taipei Story und The Terrorizers und episch so gewaltig wie Hou Hsiao-hsiens Film Stadt der Trauer , der von Yang produziert wurde. An der Oberfläche geht es um die Verwicklung eines Jungen in Bandenrivalitäten (...) und um seine erste Liebeserfahrung. Auf einer tieferen Ebene aber handelt der Film von einer Übergangsgesellschaft auf der Suche nach ihrer Identität, während sie sich von Rotchina immer weiter entfernt und der Amerikanisierung immer mehr zuneigt. Vom gemessenen Rhythmus des Films lasse man sich keinesfalls beirren, denn der dabei angesammelte Reichtum an Details verdichtet sich und verleiht dem Finale eine überwältigende, schockierende Kraft.» (Geoff Andrew, Timeout, Sep 2012)

A CONFUCIAN CONFUSION DU LI SHI DAI

Di 26.5. 20:30 Do 25.6. 15:00

Sa 4.7. 18:00

Taiwan 1994, Farbe, DCP, Mand+Taiw/e*, 125 REGIE und DREHBUCH Edward Yang KAMERA Li Long-yu SCHNITT Chen Bo-wen MIT Chen Li-mei, Chen Shiang-chyi, Chen Yi-wen.

Di 26.5. 20:30

Einführung von Jendrik Walendy, Filmwissenschaftler und Kurator, 10

«Molly und Chin sind ein scheinbar glückliches, wohlhabendes Paar, doch ihre Verstrickungen in Lügen, Begehren und Abhängigkeiten stürzen sie und alle um sie herum innerhalb weniger Tage in eine Krise. Mit seiner düsteren Satire über eine Gruppe von Yuppies in Taipeh und deren sich überkreuzende Arbeits- und Liebesbeziehungen hält ein neuer Tonfall in Yangs Werk Einzug. Edward Yang: ‹Die Situation in ganz Asien ist gegenwärtig katastrophal. Es ist kein ökonomisches Problem, kein finanzielles Problem, kein politisches Problem, es ist ein ernsthaftes kulturelles Problem. A Confucian Confusion ist der erste und bisher einzige Versuch einer Selbstreflexion: eine Untersuchung dessen, was falsch daran ist, mit einer Ideologie aus dem vierten Jahrhundert vor Christus ins 21. Jahrhundert zu starten.› Mit A Confucian Confusion wurde Yang erstmals in den Wettbewerb der Filmfestspiele von Cannes eingeladen.» (Jendrik Walendy, Zeughauskino Berlin, Nov 2024)

MAHJONG MA JIANG

Fr 22.5. 15:00 Do 4.6. 20:45

Fr 3.7. 20:45

Taiwan 1996, Farbe, DCP, Mand+E/e*, 121 ' REGIE und DREHBUCH Edward Yang KAMERA Li Longyu, Li Yixu SCHNITT Chen Bo-wen MIT Tang Congsheng, Chang Chen, Lawrence Ko, Wang Chi-zan, Virginie Ledoyen, Nick Erickson.

«Mahjong ist eine schräge Komödie über diese Manipulationen und Lügen, die dem modernen Wohlstand innewohnen. Der Film spielt in einem angesagten Nachtlokal in Taipeh, wo Edward Yang das Kommen und Gehen einer Reihe unterschiedlicher Figuren inszeniert –darunter zwei Gangster, eine amerikanische Bordellbesitzerin und eine junge Französin (Virginie Ledoyen), die nach dem britischen Unternehmer sucht, der sie in London umworben hat. Yangs vorletzter Spielfilm ist ebenso eine ironische Kritik an den vielen düsteren Krimikomödien dieses Jahrzehnts

wie eine zynische Liebeserklärung an das Taipeh der späten 1990er-Jahre – eine Stadt, in der Sprachen, Klassen und Ideologien in schwindelerregendem Tempo aufeinanderprallen und das Streben nach Glück ein brutales Nullsummenspiel ist.» (Film Society at Lincoln Center, New York, Dez 2023)

« Mahjong , der lustigste und wütendste Film von Yang, hinterfragt die Nachhaltigkeit der Dominanz einer berechnenden Gewinnorientierung und Transaktionsmentalität, die in einem kapitalistischen Wahnsinn entstanden ist, der bis zur Barbarei eskaliert ist. (…) Eine Reihe überraschender Ereignisse enthüllt eine soziale Welt, in der Feinfühligkeit einen nur in die Gefahr bringt, ausgenutzt oder getäuscht zu werden, und in der die Menschen –um Verantwortung zu vermeiden – den Mut nicht aufbringen, selbstständig zu denken oder Entscheidungen zu treffen.» (Harvard Film Archive, Apr 2024)

YI YI

Mo 18.5. 20:00 Sa 13.6. 20:00 So 28.6. 18:30

Taiwan 2000, Farbe, DCP Mand+E/d, 174 REGIE und DREHBUCH Edward Yang KAMERA Yang Wei-han MUSIK Peng Kai-li SCHNITT Chen Bo-wen MIT Wu Nien-jen, Kelly Lee, Jonathan Chang, Elaine Jin, Issei Ogata.

«Auf so poetische wie zärtliche Weise schildert Yi Yi die Lebens- und Gefühlswelten einer Familie, in der die Generation der Grosseltern, der Kinder und der Enkel zusammenleben. Der Film beginnt mit der skeptisch beäugten Hochzeit von Min-Mins jüngerem Bruder und seiner ungewollt schwangeren Freundin. Am Rande der Feier trifft Min-Mins Ehemann auf eine Ex-Freundin, die er vor 30 Jahren abrupt verlassen hatte – eine Begegnung, die ihn in eine tiefe Sinnkrise stürzt. Kurz darauf gerät Ying-Ying, die Tochter der beiden, in eine fatale Gefühlslage, während ihr jüngerer Bruder Tang-Tang sein Interesse für die Fotografie entdeckt – und für eine Mitschülerin, die ihn in der Schule schikaniert. Die parallelen, sich immer wieder berührenden Handlungsstränge sind Teil einer komplexen

Erzählung über menschliche Verhaltensweisen und Schicksale, über Bedauern und Hoffnung, Schuld und Erlösung in Taipeh am Ende des 20. Jahrhunderts. Bei den Filmfestspielen von Cannes gewann Yang mit Yi Yi den Preis für die beste Regie.» (Jendrik Walendy, Zeughauskino Berlin, Okt 2024)

A BRIGHTER SUMMER DAY

PREMIERE

Neues Kino – exklusiv im Filmpodium

ZÜRICH ZIRKULÄR

Film zur Ausstellung «Zukunft mit Kreislaufwirtschaft» im Stadthaus

Die Ausstellung «Zürich zirkulär. Zukunft mit Kreislaufwirtschaft» im Stadthaus widmet sich den vielen Chancen, welche die Kreislaufwirtschaft für Umwelt und Gesellschaft bringt. In Kooperation mit der Ausstellung läuft im Filmpodium Matter Out of Place , der sich diesem Thema widmet.

MATTER OUT OF PLACE

Di 2.6. 18:15

Österreich 2022, Farbe, DCP, OV/e, 105 REGIE, DREHBUCH und KAMERA Nikolaus Geyrhalter SCHNITT

SEHNSUCHT IN SANGERHAUSEN

Do 28.5. 20:45 Sa 6.6. 18:30

Di 30.6. 20:45

Deutschland 2025, Farbe, DCP, D/e, 90 REGIE, DREHBUCH und SCHNITT Julian Radlmaier KAMERA Faraz Fesharaki MIT Clara Schwinning, Maral Keshavarz, Henriette Confurius, Paula Schindler, Ghazal Shojaei, Lie Kyung-taek, Lie Buksori, Marlene Hauser, Jérémie Galiana.

«Ursula, jung Mutter geworden, reinigt morgens das örtliche Möbelhaus und hört sich am Nachmittag dumme Sprüche von den Cafégästen an, die sie bewirtet. (…) Neda ist aus Teheran geflohen und schlägt sich wider Willen als Travelinfluencerin für innerdeutsche Billigreiseziele durch (‹auf Hartz im Harz›). In einer Strassenkehrerin meint sie eine alte Freundin zu erkennen – oder spukt es in Sangerhausen? (...) Ursula, Neda und

zwei weitere Sehnsuchtsgenossen begeben sich im klimatisierten Kleinbus auf Geisterjagd (…), und die Legendendichte im Harz hält manches bereit für sie. Es spukt an den profansten Orten.» (Tim Abele, epd-film, 20.11.2025)

«In vier Etappen auf zwei Zeitebenen erzählt Radlmaier vom im heutigen Sachsen-Anhalt gelegenen Sangerhausen, wo er zugleich zärtlich und lakonisch so etwas wie der deutschen Seele nachspürt. Nahe der Wirkstätte des romantischen Dichters Novalis, unweit des Kyffhäusers, verziert von einem identitätsstiftenden Rosengarten und mit einem Wählerzuspruch von 41,43 % für die AfD, entfaltet sich ein leichtfüssiger Klassenkampf verkleidet als liebliche Komödie mit mythologischem Überbau.» (Patrick Holzapfel, Perlentaucher)

«WIR, SAISONNIERS …»: ZÜRICH 1931–2026

Dokumentarfilm zur Ausstellung in der Photobastei

«Nikolaus Geyrhalter fasst seine Erzählung in Bilder und Geräusche, benötigt weder Kommentare noch Interviews oder Inserts, nur das von Florian Kindlinger komplex gebaute Sounddesign. In aller Ruhe und ohne erhobenen Zeigefinger fächert er sein Sujet auf: Der Müll wuchert in den Städten, unter den Wiesen, an den Stränden und am Meeresgrund, auf den Bergen und an den Flussufern, in Schweizer Wintersportorten ebenso wie im Urlaubsparadies auf den Malediven. Der Film dokumentiert die Initiativen Freiwilliger und die Sisyphusarbeit der Müllsammler, den aussichtslos scheinenden Kampf gegen die Abfallmassen. Geyrhalter folgt den – teils bizarren – Wegen des Mülls, den Versuchen, ihn zu verscharren, zu schreddern und einzuäschern. Matter Out of Place ist eine kontemplative Arbeit, ein Akt des geduldigen Hinsehens.» (Stefan Grissemann)

Ausstellung bis 4.7.2026

Stadthaus, Stadthausquai 17, 8001 Zürich www.stadt-zuerich.ch/stadthaus-ausstellungen

Von 1931 bis 2002 hat die Schweiz rund sechs Millionen Saisonaufenthaltsbewilligungen («A-Ausweise») an Arbeitsmigrant:innen ausgestellt. Dieser Status war mit drastischen Auflagen verbunden. Als Arbeitskräfte wurden sie geschätzt, als Menschen ausgeschlossen. In der Ausstellung der Photobastei «Wir, Saisonniers …»: Zürich 1931–2026 wird dieses lange verdrängte Kapitel der Schweizer Geschichte sichtbar gemacht. Parallel zur Ausstellung zeigt das Filmpodium den Dokumentarfilm Lettres ouvertes , mit einer anschliessenden Diskussion in erweiterter Runde.

Ausstellung 26.3. 21.6.2026 «Wir, Saisonniers …»: Zürich 1931 2026 Photobastei, Sihlquai 125, 8005 Zürich Für das weitere Rahmenprogramm siehe: www.histoire-publique.ch

LETTRES OUVERTES

Mi 20.5. 18:15

Katharine Dominicé, Schweiz 2023, Farbe, Alban+F+Port/e, 61'

In Dominicés Film berichten ehemalige Saisonniers und ihre Kinder in Form offener Briefe von den Auswirkungen, die das Leben unter dem Saisonnierstatut auf sie hatte. Das Phänomen der sogenannten «Schrankkinder», die so genannt wurden, weil sie gezwungen waren, sich zu verstecken, war eine der markanten und erschütternden Folgen dieser Politik. Mit ihrer Offenlegung zeigt die Regisseurin auch die seltsame Gleichgültigkeit der Schweizer:innen gegenüber diesen Menschen auf, «die dazu bestimmt waren, das Land aufzubauen und sich zugleich unsichtbar zu machen». (Katharine Dominicé)

Anschliessend Podiumsdiskussion mit Katharine Dominicé (Regisseurin), Yannick Gilestro (Historiker und Mitwirkender im Film), Ashkira Darman (Historikerin) und Judith Grosse (Frauen- und Sozialarchiv Ostschweiz) ; Moderation: Michèle Dick (Kuratorin der Fotostiftung Schweiz), auf Französisch und Deutsch mit Übersetzung

Eine Koproduktion mit dem Verein Zethno und dem Verein histoire publique, der die Ausstellung organisiert hat.

Samira Ghahremani.

FAMILIENFILM

Vergnügen für Gross und Klein

WALLACE & GROMIT

Sa 6.6. 15:00 Sa 20.6. 15:00

«Wallace ist ein eigenwilliger, aber sehr liebenswerter Erfinder. Er denkt sich immer wieder Maschinen aus, die den Alltag einfacher machen sollen, aber häufig ihre Tücken haben. Gromit ist sein treuer und kluger Hund, der sie immer wieder aus brenzligen Situationen rettet. In Alles Käse geht den beiden ihr Lieblingskäse aus, worauf Wallace beschliesst, eine Rakete zu bauen. Schliesslich besteht der Mond vollständig aus Käse! In Die Techno­Hose wird die neuste Erfindung von Wallace zu einer richtigen Bedrohung (…). In Unter Schafen nimmt Wallace ein kleines Schaf bei sich auf. (…) Diese drei Kurzfilme machten das britische Studio Aardman Animations und dessen aufwendige Stop-MotionTechnik weltberühmt. Mit Plastilin-Knetmasse, Drahtgestellen und Kunststoff werden die Figuren gestaltet, alle Häuser, Gegenstände und Landschaften entstehen als Modellbau in Puppenhausformat. Für drei Sekunden Film brauchte man anfänglich einen ganzen Tag Arbeit!» (Kinok)

KINO DENKEN – ANSÄTZE DER MODERNEN FILMTHEORIE

Vorlesungsreihe des Seminars für Filmwissenschaft, Universität Zürich

Die Vorlesung «Ansätze der modernen Filmtheorie» am Seminar für Filmwissenschaft (Universität Zürich) findet in diesem Jahr wieder als öffentliche Veranstaltung im Filmpodium statt. Linda Waack, Oberassistentin am Seminar, behandelt von Februar bis Mai jeweils am Dienstagnachmittag Filmtheorien von den 1960er-Jahren bis heute und stellt unterschiedliche Denkstile und Konjunkturen vor.

Di 19.5. 16:15

Anthropozän und Abschied gefolgt von STILL LIFE

Vorlesung von Dr. Linda Waack

Die Vorlesungen (90 Minuten, Eintritt frei) werden ergänzt durch anschliessende Filmprogramme (übliche Eintrittspreise).

STILL LIFE SAN XIA HAO REN

Di 19.5. 18:15 China/Hongkong 2006, Farbe, Digital HD, Mand/e, 112 REGIE Jia Zhang-ke DREHBUCH Jia Zhang-ke, Guan Na, Sun Jiamin KAMERA Yu Lik-wai MUSIK Giong Lim SCHNITT Kong Jing-lei MIT Zhao Tao, Zhou Lan, Han Sanming, Ma Lizhen, Wang Hongwei.

Der chinesische Film Still Life erzählt von zwei Menschen – dem Bergmann Han Sanming und der Krankenschwester Shen Hong –, die in der dem Untergang preisgegebenen Stadt Fengjie ihre vermissten (Ex-)Partner suchen. Den Hintergrund bildet der Bau des Drei-Schluchten-Staudamms am Jangtse. In der entvölkerten, im Umbau begriffenen und gefluteten Stadt treffen die Figuren aufeinander und versuchen, eine Verbindung zu ihren Liebsten und zu ihrer eigenen Vergangenheit herzustellen. Der Film thematisiert die Erschütterungen und Kosten eines rasanten Strukturwandels und entwickelt im Kontext des Anthropozäns, also der geologischen Epoche, in der der Mensch die Erde massgeblich verändert hat, eine Perspektive auf die Themen Verlust, Landschaft, Klima, Ökosysteme und soziale Strukturen. (lwa)

ALLES KÄSE

GB 1989, Farbe, Digital HD, D (Synchronfassung), 23 , 6 (8)

REGIE, DREHBUCH und KAMERA Nick Park MUSIK Julian Nott SCHNITT Rob Copeland.

DIE TECHNO-HOSE

GB 1993, Farbe, Digital HD, D (Synchronfassung), 30', 6 (8) REGIE Nick Park DREHBUCH Nick Park, Bob Baker KAMERA Tristan Oliver, Dave Alex Riddett SCHNITT Helen Garrard.

UNTER SCHAFEN

GB 1995, Farbe, Digital HD, D (Synchronfassung), 30', 6 (8) REGIE Nick Park DREHBUCH Nick Park, Bob Baker KAMERA Dave Alex Riddett MUSIK Julian Nott SCHNITT Helen Garrard.

WORKSHOP FÜR KINDER

Sa 6.6. und 20.6. ca. 30', gratis, ohne Voranmeldung Leitung: Oswald Iten, Animator und Filmwissenschaftler

Im Anschluss an die beiden Vorstellungen bietet das Filmpodium einen Workshop f ü r Kinder an. Die Kinder werden auf eine Entdeckungsreise durch die Welt der Filmgestaltung mitgenommen und an einzelne Szenen und Themen des Films herangeführt.

UND AUSSERDEM

KARAOKE IN DER FILMPODIUM-LOUNGE

Sa 27.6. 21:00 Eintritt frei

Vom dunklen Kinosaal direkt in die funkelnde Welt des Karaoke? Gemeinsam mit Freund:innen Lieblingssongs zum Besten geben? Am 27. Juni, eine Woche bevor der Vorhang für die Sommerpause fällt, wird es noch einmal richtig laut: Das Filmpodium schmeisst die Karaokeanlage an und lädt ein, bis tief in die Nacht zu singen und zu tanzen. Ob legendäre Filmsongs oder kultige 80er-Hits: Unsere Playlist hat für jeden Musikgeschmack etwas auf Lager. Für Verpflegung sorgt unsere Bar Clemens – im Foyer und auf der lauschigen Terrasse.

Eine Kooperation mit dem Seminar für Filmwissenschaft der Universität Zürich.

UNTER SCHAFEN
DIE TECHNO-HOSE
ALLES KÄSE

IMPRESSUM

YASUZO MASUMURA

PROGRAMM-PASS

60 Filme in 6 Wochen für 60 Franken ! An der Kinokasse erhältlich.

Arsenal Distribution, Berlin; British Film Institute, London; Carlotta Films, Paris; The Coproduction Office, Paris; Les Documents Cinématographiques, Paris; Fernsehjuwelen GmbH, Walluf; FPA France, Paris; Frenetic Films, Zürich; Journeyman Pictures, Thames Ditton; Kinemathek Hamburg, Hamburg; Kinemathek Le Bon Film, Basel; Les Amis de la Cinémathèque suisse, Lausanne; Light Cone, Paris; Look Now!, Zürich; Memento International, Paris; Pantera Film GmbH, Berlin; Park Circus, Glasgow; Sobey Road Entertainment, Los Angeles; SNG Film, Amsterdam; Tamasa Distribution, Paris; Toho International Co. Ltd., Tokio; Tomtit Film, Amsterdam; UCM.ONE GmbH, Berlin; Zipporah Films, Cambridge (MA).

BILDNACHWEIS

Cover: THE BIRDS, Alfred Hitchcock Backcover: TAIPEI STORY, Edward Yang S. 18, 23, 27: VERTIGO, Alfred Hitchcock © Park Circus (Universal)

FILMTEXTE: Till Brockmann (tb), Hannes Brühwiler (hb), Nicole Reinhard (nr), Alexandra Seitz (as), Linda Waack (lwa)

DATABASE PUBLISHING BitBee Solutions GmbH, Zürich

GESTALTUNG UND ART DIRECTION Elektrosmog, Zürich, Marco Walser, Nathan Meyer, Marina Brugger, Natalie Rickert BEWEGTBILDER SCHNITT Mia Born

KORREKTORAT Nina Haueter, Daliah Kohn, Dominik Süess DRUCK Vogt-Schild Druck AG AUFLAGE 4500 Ex.

Das Filmpodium ist ein Angebot des PRÄSIDIALDEPARTEMENTS in Zusammenarbeit mit der Cinémathèque suisse, Lausanne/Zürich

LEITUNG Nicole Reinhard (nr) STV. LEITUNG Hannes Brühwiler (hb) VERANTWORTLICHER KOMMUNIKATION & MARKETING Lorenzo Berardelli (lb) REDAKTION Till Brockmann (tb) HOCHSCHULPRAKTIKUM Lee Fischer (lf) OFFICE MANAGEMENT Laura Wehrli (lw) BÜRO Postfach, 8022 Zürich +41 44 412 31 28 info@filmpodium.ch

KINO Nüschelerstr. 11, 8001 Zürich +41 44 415 33 66 www.filmpodium.ch

Drucksache myclimate.org/01-26-261410

Für die Produktion der Programmzeitung wurde Schweizer Recyclingpapier verwendet.

ABONNEMENTE & VERGÜNSTIGUNGEN

• Filmpodium-Generalabonnement: CHF 400.— (freier Eintritt zu allen Vorstellungen; inkl. Abo Programmheft)

• Filmpodium-Halbtaxabonnement: CHF 80.— (halber Eintrittspreis bei allen Vorstellungen; inkl. Abo Programmheft)

• Programm-Pass: CHF 60.— (freier Eintritt zu allen Vorstellungen einer Programmperiode)

• Abonnement Programmzeitung: CHF 20.—

Anmeldung an der Kinokasse, +41 44 412 31 28 info@filmpodium.ch

filmpodium.ch

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13.8.2026

TOPOGRAFIEN DER ERINNERUNG

PART 2

IM ANGESICHT DER GEGENWART

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Filmpodium Programmheft Mai-Jun-Jul 2026 by Filmpodium Zürich - Issuu