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FF-BAUEN 22/26

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BAUEN

WEITSICHT AM BAU

So behutsam wird in Südtirol saniert und gebaut

UNTER EINEM DACH

Wie eine Villa aus den Siebzigern zum modernen Feriendomizil wird

ZWISCHEN DEN WELTEN

Wie ein zurückhaltender Neubau einen historischen Paarhof ergänzt

BAUEN GEGEN DIE HITZE

Wie passive Kühlstrategien gegen Überhitzung wirken

Seit 48 Jahren dreht sich bei Südtirol Fenster in Gais alles um die Leidenschaft für den Fensterbau. Eine Leidenschaft, die Südtiroler Handwerkstradition mit neuester Innovation verbindet. In dieser Kombination entstehen hochwertige und lebendige Fensterlösungen von kompromissloser Qualität, die gewohnte Standards übertreffen und neue Maßstäbe setzen. In stetiger Weiterentwicklung werden neue Konzepte, Modelle und Systeme erarbeitet, die den technischen Ansprüchen von heute und morgen gerecht werden.

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LIEBE LESERINNEN, LIEBE LESER,

in unserer letzten Ausgabe vor der Som merpause zeigen wir Ihnen vier Projek te aus ganz Südtirol, die eindrucksvoll vor Augen führen, wie Architektur heu te auf Landschaft, Bestand und Lebens räume reagiert.

In Lana hat Architekt Alfred Gufler ei nen Neubau geschaffen, der durch klare Proportionen und architektonische Zurückhaltung überzeugt. In Meran verwandelte Christian Kapeller ein Ju gendstilhaus in ein zeitgemäßes Zuhau se und stärkte damit das Stadtbild. Wie Weiterbauen neue Qualitäten schaffen kann, zeigt auch das Projekt von Tho mas Kompatscher in Deutschnofen: Eine Villa aus den 1970er‑Jahren wur de zu einem modernen Feriendomizil

IMPRESSUM

für drei Generationen weiterentwickelt.

Im Pustertal wiederum ergänzte David Preindl einen historischen Paarhof mit einem zurückhaltenden Neubau – Alt und Neu treten hier in einen sensiblen Dialog.

Außerdem widmen wir uns einer Frage, die angesichts steigender Temperaturen immer drängender wird: Wie bauen wir gegen die Hitze der Zukunft? Architekt und Baubiologe Matthias Holzmann er klärt, wie passive Kühlstrategien funk tionieren und welche Rolle kluge Pla nung dabei spielt.

Wir wünschen Ihnen eine inspirierende Lektüre! Verena Spechtenhauser

„ff – Bauen“, 28.05.2026, Beilage zu ff 22, Herausgeber: FF­Media GmbH, Eintragung Landesgericht Bozen 9/80 R.ST. vom 27.08.1980, Nr. ROC 06262, Beiträge nach GvD Nr. 70/2017 erhalten. Presserechtlich verantwortlich: Verena Pliger; Konzeption & Redaktion: Verena Spechtenhauser; Grafik & Layout: Sabine Rainer; Titelseite: Oliver Jaist; Werbung: Elisabeth Forer­Naumann, Roswitha Rauter, Michael Disertori, Bernhard Elzenbaumer.

© ® FF­Media GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Kein Teil dieser Zeitschrift darf mit grafischen, mechanischen, elektronischen oder mit digitalen Mitteln reproduziert werden. Jeglicher Missbrauch wird im Rahmen des Gesetzes verfolgt.

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IM GLEICHGEWICHT

Wie klare Proportionen und Zurückhaltung einen Neubau in Lana prägen.

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VERSTECKTES GLÜCK

Wie aus einem abbruchreifen Jugendstilhaus ein modernes Zuhause wurde.

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UNTER EINEM DACH

Wie eine Villa aus den Siebzigern zum modernen Feriendomizil wurde.

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BAUEN

GEGEN DIE HITZE

Experteninterview: wie passive Kühlstrategien gegen Überhitzung wirken.

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ZWISCHEN DEN WELTEN

Wie ein Neubau im Pustertal einen historischen Paarhof behutsam ergänzt.

SORGLOS LICHT

IHR LICHTPARTNER - VON DER PLANUNG BIS ZUR MONTAGE

Perfektion: Die Villa liegt idyllisch in den Weinbergen von Lana. In seiner Gesamtkomposition folgt das Haus den Proportionen des Goldenen Schnitts. Die markante Auskragung nach Süden verleiht dem Baukörper eine schwebende Leichtigkeit. Eine L‑förmige Glasbrüstung zieht sich entlang der Fassade.

Nachhaltigkeit: Der Naturteich in Holzkonstruktion nimmt die rechteckige Form des Hauses auf. Eine Biofilteranlage sorgt für dauerhaft klares Wasser ohne Wasserwechsel. Die Terrasse ist aus unbehandeltem Zirbenholz.

LANA

IM GLEICHGEWICHT

Mitten im Grünen hat Architekt Alfred Gufler einen Neubau kreiert: mit klaren Proportionen und architektonischer Zurückhaltung.

Text: Verena Spechtenhauser | Fotos: Gustav Willeit

Seit der Antike suchen Künstler nach einer messbaren Formel für Schönheit. Gefunden haben sie diese in einem Verhältnis, das bis heute als Inbegriff harmonischer Gestaltung gilt: dem Goldenen Schnitt. Ein mathematisches Prinzip, das nicht nur Kunst und Architektur prägt, sondern sich auch in der Natur wiederfindet. Ein Blütenblatt, Tempelbauten in Griechenland, Leonardo da Vincis Mona Lisa oder später die Entwürfe Le Corbusiers stehen exemplarisch für dieses Proportionsprinzip.

IN LANA im Burggrafenamt findet sich ein Gebäude, das genau diesem Prinzip folgt. Dort hat der gebürtige Passeirer Architekt

Alfred Gufler den Goldenen Schnitt auf ein Wohnhaus übertragen. Die besondere Lage des Grundstücks – mitten im Grünen und ohne unmittelbare Nachbarbebauung – bot dafür die ideale Voraussetzung. „Diese Freiheit hat man selten“, erzählt Gufler. „Oft sind Abstände oder Bauzonen vorgegeben. Bei diesem Projekt hingegen konnte ich wirklich mit Proportionen spielen. Auch weil mir der Bauherr bei meinem Entwurf absolute Freiheit, jedoch mit knappem Zeitrahmen, zugestanden hat.“ Für den Architekten ist diese Formel weniger Theorie als Haltung. „Es ist einfach eine schöne Proportion, mit der ich mich seit Jahren beschäftige“, sagt er. „Dass ich nun ein Haus nach diesem Prinzip bauen konnte, freut mich besonders.“

Stimmig: Der Baukörper wirkt wie ein ruhiges Rechteck. Der massive Bereich über der Garage beherbergt den Nachtbereich. Der Vorplatz der Villa wurde mit Natursteinen gepflastert. Natursteinmauern verleihen dem Ensemble einen mediterranen Charakter.

DER ARCHITEKT

Alfred Gufler, 56, hat Architektur, Kunstgeschichte und Archäologie in Wien und Innsbruck studiert. Berufliche Stationen führ ten ihn nach Deutschland, wo er vor allem in der Bauforschung und Denkmal pflege tätig war, sowie nach Vorarlberg ins Büro von Hugo Dworzak, dessen experimentelle Architektur ihn prägte. Seit 2011 führt Gufler sein eigenes Studio in Klausen. Als Ein Mann Büro konzentriert er sich auf Entwurf, Ausführungsplanung und architektonische Baubegleitung, vorwiegend im privaten Sektor sowie bei kleineren öffentlichen Projekten. Zu seinen Arbeiten zählen unter anderem der Rundweg Kirchhügel und das Lesehäusl in Platt in Passeier. Aktuell arbeitet er an einem Hotelprojekt im Pustertal. Für die Villa in Lana wurde er 2026 mit dem Big SEE Architecture Award ausgezeichnet.

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Ausbalanciert: Die Wohnebene mit Küche, Ess und Wohnbereich öffnet sich ebenerdig zur Terrasse und zur Wiese. Von außen ist der Bereich nicht einsehbar. Großzügige Panoramafenster lassen sich vollständig öffnen. Sie verbinden Innen und Außenraum zu einem erweiterten Wohnbereich. Die Terrasse gibt den weiten Blick auf Lana frei.

Vier Wochen arbeitete Gufler intensiv am Entwurf. Als er ihn schließlich dem Bauherrn präsentierte, war dieser sofort überzeugt. „Wir haben am Erstentwurf nichts mehr verändert und konnten sofort mit der Umsetzung beginnen. Ein Glücksfall“, erzählt Gufler.

FÜR SEINEN KUNDEN konzipierte Gufler einen auf zwei Ebenen aufgebauten, rechteckigen Baukörper aus Beton, der sich behutsam in das bestehende Hanggelände schiebt und sich dem Besucher erst beim Näherkommen vollständig erschließt. „Ich habe das Gebäude bewusst so geplant, dass es der Topografie des

Der menschliche Kontakt zu RÖFIX war immer bereichernd und konstruktiv – ein Merkmal, das RÖFIX von Mitbewerbern unterscheidet. Für mich war es nie nur eine einfache Hersteller-Händler-Beziehung, sondern eine echte Partnerschaft mit einem gemeinsamen Ziel.

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1. Großzügig: Die braune Einbauküche mit schwebendem Küchenblock wurde passgenau in den Raum integriert. Daneben erstreckt sich ein knapp fünf Meter langer Schrank, hinter dem sich unter anderem eine Garderobe verbirgt. Die Pendelleuchte „Lodes Nostalgia“ aus mundgeblasenem Glas ist ein Blickfang über dem Esstisch.

2. Abgeschirmt: Tages und Nachtbereich liegen auf derselben Ebene und werden durch einen Flur getrennt. Auf Wunsch des Bauherren wurde entlang des Flurs zusätzlicher Stauraum geschaffen.

3. Geradlinig: Im Sommer spendet der überdachte Balkon Schatten, im Winter lässt er die tiefstehende Sonne in den Wohnbereich. Zurückhaltend integrierte Lichtspots setzen subtile Akzente.

Geländes folgt. So konnten wir auf künstliche Erdbewegungen weitgehend verzichten“, erklärt Gufler. Lediglich vor dem Garagentor und dem Gebäudezugang wurde ein gezielter Aushub vorgenommen. Dafür wurde das Gelände seitlich abgeböscht. Während das Untergeschoss mit Eingangsbereich und Garage vollständig im Erdreich verschwindet, öffnet sich das darüberliegende Obergeschoss zur Landschaft hin. Auf einer Zwischenebene, die den Vorplatz mit dem Obergeschoss verbindet, wurde Platz für einen Naturteich geschaffen. Eine bewusste Entscheidung, um den Baukörper optisch über die gesamte Länge hinweg schwebend erscheinen zu lassen. Die niedrige Bauhöhe sorgt dafür, dass das Haus von der Straße und von der Rückseite kaum sichtbar ist.

DAS HERZSTÜCK DES HAUSES? „Für mich ist das ohne Zweifel das zentrale Atrium. Es ist ein intimer Bereich, der nach außen hin abgeschirmt ist, aber zugleich mit Licht durchflutet wird“, erklärt der Architekt. Über zwei Geschosse verbindet es das Untergeschoss mit der Wohnebene. Konsequent hat Alfred Gufler die Räume um dieses architektonische Element angeordnet.

Neben Eingang und Garage bietet das Untergeschoss Platz für Fitnessraum, Lounge und Billardtisch sowie einen kleinen Wellnessbereich mit Sauna, Dusche und WC. Auch Heiz­ und Kellerraum sind hier untergebracht. Trotz der unterirdischen Lage wirkt die Ebene überraschend hell, weil große Glasflächen zum Lichthof orientiert sind. Diese lassen das Tageslicht tief ins Gebäude eindringen. Das Wohnerlebnis konzentriert sich ganz auf das Obergeschoss.

Die offene Küche ist nach Osten ausgerichtet, der großzügige Wohnbereich öffnet sich nach Süden. Dazwischen liegt der Essplatz als kommunikatives Zentrum. Die großen Eckschiebeelemente können vollständig geöffnet werden und verbinden

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1. Hell: Der Zugang ins Haus erfolgt über einen einladenden Innenhof, der sich über beide Geschosse erstreckt. Der Vorteil: Er flutet den Eingangsbereich und die umliegenden Räume mit natürlichem Tageslicht.

2. Dezent: Der geschliffene Betonboden zieht sich durch das gesamte Gebäude bis hinaus auf die Terrasse. Farblich ist er auf die Mauern und Türen abgestimmt. Die raumhohen, rahmen losen Türen und die flächigen Fußleisten fügen sich unauffällig in die ruhige Architektur ein.

3. Optimal: Im Untergeschoss befinden sich ein Fitnessraum sowie ein kleiner Lounge bereich. Über das verglaste Atrium gelangt ausreichend Tageslicht in die Räume. Das Geschoss wurde so geplant, dass zusätzlicher Stauraum entsteht.

den Wohnraum direkt mit der Terrasse. Die Schlafzimmer und Bäder liegen geschützt nach Westen und Norden und sind klar vom Tagesbereich getrennt. Nahe dem Aufgang liegt zusätzlich ein Tages­WC. „Die Entscheidung für nur zwei Ebenen verleiht dem Haus eine besondere Wohnqualität: Die Wege bleiben kurz, das Wohnen kompakt und komfortabel“, sagt Gufler.

„DAS ATRIUM IST DAS HERZSTÜCK DES HAUSES.“
ALFRED GUFLER, ARCHITEKT

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NICHT NUR DIE architektonische Form, sondern auch die Materialien und Farben setzen auf ruhige, reduzierte Gestaltung. Das äußere Erscheinungsbild wird von einem hochwertigen, leicht rauen Designputz in warmen Erdtönen bestimmt. Ergänzt wird er durch Metall­ und Blechbauteile, die farblich aufeinander abgestimmt sind und den Baukörper Ton in Ton zusammenhalten. Durch das begrünte Flachdach fügt sich das Gebäude harmonisch in die Landschaft ein. Natursteinmauern und der mediterrane Hanggarten aus Kiesflächen unterstützen diese Wirkung.

IM INNEREN SETZT SICH DIESE ZURÜCKHALTUNG konsequent fort. Wände und Oberboden sind in warmen Erdtönen gehalten. Der durchgehende, eingefärbte und geschliffene Betonboden in Terrazzo­Optik verbindet alle Räume und fasst die Ebenen optisch zu einer Einheit zusammen.Türen, Einbauten und Wände greifen die ruhigen Farben auf und lassen den Raum noch einheitlicher wirken. Auch Fensterrahmen und Details sind farblich auf das Gesamtbild abgestimmt. „Ich möchte keine auffällige, aber eine besondere Architektur schaffen. Meine Ideen sollen für sich stehen“, sagt Gufler. Genau darin liegt die Stärke des Projekts: ein zeitgenössisches Haus, das sich nicht in den Vordergrund drängt – und gerade dadurch beständig wirkt. n

Fenster neu erleben.

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MERAN/OBERMAIS

VERSTECKTES GLÜCK

Mit viel Feingefühl hat Architekt Christian Kapeller ein abbruchreifes Jugendstilhaus in ein modernes Zuhause für eine Patchworkfamilie verwandelt.

Text: Verena Spechtenhauser | Fotos: Oliver Jaist

Stilvoll: Über 30 Jahre lang stand das Jugendstilhaus aus dem späten 19. Jahrhundert leer. Architekt Christian Kapeller verlieh ihm eine neue Identität. Entstanden ist ein rundum gelungenes architektonisches Kleinod mitten in Obermais. Den Eingangsbereich mit angrenzender Garage gestaltete Kapeller bewusst zurückhaltend. Die kleinteilige Fassade wurde behutsam restauriert, die ursprüngliche Eingangstür blieb erhalten.

Das Meran der Jahrhundertwende gleicht einem kleinen Kästchen voller Geschichten. Wer darin zu stöbern beginnt, begegnet Persönlichkeiten und Lebensgeschichten, die bis heute nachwirken. Eine dieser Geschichten verbindet den deutschen Dichter Rainer Maria Rilke mit Auguste „Gudi“ Nölke, der Frau eines deutschen Ingenieurs, die bis zu ihrem Tod 1947 in Meran lebte. Bekannt wurde sie vor allem durch ihre langjährige Freundschaft

und den intensiven Briefwechsel mit Rilke – einem jener vielen Künstler und Intellektuellen, die Meran damals anzog. Der Briefwechsel wurde später als Buch veröffentlicht.

MIT FRAU NÖLKE VERKNÜPFT IST auch ein konkreter Ort in Meran: ein kleines Jugendstilhaus im Staddteil Obermais, das einst ihr Wohnhaus war. Das Gebäude aus dem späten 19. Jahrhundert stand jahrzehntelang leer – verwittert und fast schon ≥

Überraschend: Während sich das Haus zur Straßenseite hin zweigeschossig und zurückhaltend zeigt, öffnet es sich auf der Rückseite deutlich. Dort wächst es zu einem dreigeschossigen Baukörper, der sich sanft in die Landschaft einfügt. So entstand eine stille Oase mitten in Obermais.

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1. Loftartig: Ein Teil der Wohnküche erstreckt sich über zwei Ebenen bis zur Galerie und gewinnt dadurch eine beeindruckende Raumhöhe. Die gezielt gesetzten Öffnungen bringen viel Tageslicht in die tiefer liegenden Räume. Über dem Tisch setzt eine Leuchte des spanischen Herstellers Vibia eine prägnante gestalterische Note. Bodentiefe Vorhänge aus Stoff verleihen dem Raum zusätzliche Wohnlichkeit.

2. Treffpunkt: Der Wohnbereich wird von den Eigentümern intensiv genutzt: zum Kochen, Essen und gemeinsamen Verweilen. Ein großer Tisch bietet ausreichend Platz für Familie und Gäste. Der markante Küchenblock strukturiert den Raum und prägt seine Atmosphäre.

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3. Farbenfroh: Die Küche in einem kräftigen Rotton wurde von Christian Kapeller entworfen. Sie ist mit Fenix-Oberflächen ausgestattet und überzeugt mit gut durchdachten Stauraumlösungen. Die weich gerundeten Linien bilden einen schönen Kontrast zur klaren Raumstruktur. Eine abgehängte Gipsdecke ermöglicht variable Lichtsituationen. Die indirekte Beleuchtung ergänzt das Tageslicht und prägt die Atmosphäre des Raumes.

4. Ästhetisch: Sowohl die markante Treppe als auch der Bodenbelag im gesamten Erdgeschoss sind in Terrazzo ausgeführt. Das Material zeigt weiße Einschlüsse sowie Akzente in Rot und Grün. Beide Farbtöne werden an den Wänden weitergeführt und miteinander kombiniert.

„MIT

DEM TERRAZZOBODEN KNÜPFEN WIR AN DIE VERGANGENHEIT AN – ER GEHÖRT ZU DEN MERANER VILLEN DER JAHRHUNDERTWENDE.“

ARCHITEKT

dem Abbruch nahe. Lange fand sich kein Käufer, auch wegen der Lage an einer stark befahrenen Straße und der auf den ersten Blick wenig einladenden Bausubstanz. Hinter der Fassade konnte sich lange kaum jemand vorstellen, welches Potenzial in dem Haus verborgen lag. Erst der Vinschger Architekt Christian Kapeller, der seit Jahren denkmalgeschützte Bauten saniert und weiterentwickelt, erkannte den Wert des Gebäudes.

MIT SEINEM GESCHULTEN BLICK für historische Strukturen und verborgene Qualitäten begann er, sich dem lange vernachlässigten Haus anzunehmen. Vor allem die kleinteilig gegliederte und harmonisch komponierte Fassade fiel ihm sofort ins Auge.

„Ihr architekturhistorischer Wert war für mich sofort erkennbar. Ich bin für mein restauratorisches Bewusstsein bekannt – daher war schnell klar, dass sowohl die Fassade als auch die originalen Kastenfenster erhalten bleiben mussten“, sagt der Architekt.

HEUTE WERTET DIE SANIERTE JUGENDSTILFASSADE nicht nur das Stadtbild auf, sondern dient auch als akustischer und visueller Puffer zur stark befahrenen Straße.

Doch nicht nur die historische Substanz überzeugte den Architekten. Zur Straßenseite hin präsentiert sich das Haus zunächst zurückhaltend: zweigeschossig, kompakt und beinahe unscheinbar. Erst beim Betreten offenbart sich seine eigentliche

1. Im Blick: Großzügige Panoramaschiebefenster aus naturbelassener Eiche öffnen den Wohn- und Essbereich zum Naturgarten und lassen Innenund Außenraum ineinander übergehen.

2. Im Trend: Helle Nuancen und natürliche Stoffe prägen den lichtdurchfluteten Sitzbereich. Die geschwungene Form der roten Kücheninsel bildet dazu einen gelungenen architektonischen Kontrast.

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1. Weitläufig: Galerieartig öffnet sich der Medienraum zum darunterliegenden Geschoss und schafft sofort ein Gefühl von Weite. An der Wand hängt ein Werk der Vinschger Künstlerin Esther Stocker. Dahinter liegt der private Nachtbereich der Eigentümer.

2. Verbunden: Eine Treppe aus Ulmenholz führt vom Eingangsbereich ins Dachgeschoss. Dor t befinden sich die Schlafund Badezimmer der Kinder.

räumliche Qualität. „Das Gelände fällt zum Garten hin ab. Dadurch öffnet sich auf der Rückseite unerwartet ein dreigeschossiger Baukörper mit direktem Bezug zur Natur. Diese räumliche Überraschung hat mich sofort begeistert“, so Kapeller.

DORT, WO EINST FRAU NÖLKE IHRE BRIEFE an Rainer Maria Rilke schrieb, lebt heute eine sechsköpfige Patchworkfamilie. Aus dem verfallenen, scheinbar in der Zeit stehen gebliebenen

Haus hat Christian Kapeller ein helles, modernes Zuhause über drei Ebenen geschaffen. Das Wohnhaus wird von der Straßenseite über die Eingangsebene betreten. Auf dieser Ebene befinden sich die Garderobe, ein Medienraum, der sich galerieartig zum darunterliegenden Geschoss öffnet, sowie ein Nachtbereich mit angeschlossenem Badezimmer. Eine markante Treppe aus Terrazzo führt von hier hinunter in das helle, großzügige Erdgeschoss. Mit seiner offenen Wohnküche und dem Essbereich

DER ARCHITEKT

Christian Kapeller, 55, hat in Innsbruck Architektur studiert und führt seit 2001 in Schlanders sein eigenes Architekturbüro. Ein Fokus seiner Tätigkeit liegt auf der Sanierung denkmalgeschützter Gebäude. Darüber hinaus umfasst sein Por tfolio Projekte in der Hotellerie und Gastronomie sowie im öffentlichen und privaten Wohnbau. Seine Arbeiten wurden mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem BIG SEE Award, dem The Plan Award sowie dem Contractworld Award. Für das Projekt Sanierung Alter Widum in Tartsch erhielt er 2026 den Architekturpreis Südtirol in der Kategorie Instandhaltung. Zu seinen realisierten Arbeiten zählen unter anderem die Sanierung des denkmalgeschützten Oberjuvalhofs in Kastelbell, die Realisierung des Hotel Madatsch in Trafoi sowie die Dorfgestaltung von Karthaus.

bildet diese Ebene das Herzstück des Hauses. „Von Anfang an stand für mich fest, den Wohnbereich ganz unten anzuordnen – so weit wie möglich vom Verkehr der Straße entfernt und mit direktem Zugang zum Garten“, erklärt Kapeller. Um Natur und Tageslicht stärker ins Haus zu holen, wurden über die gesamte Geschosshöhe großzügige Verglasungen eingesetzt. Vom

Eingangsbereich führt eine weitere Treppe ins Dachgeschoss, wo die Kinder ihren Rückzugsbereich haben. Unter dem Dach herrscht eine ruhige, zurückhaltende Atmosphäre – es ist der obere Abschluss des Hauses und ein klarer Gegenpol zu den offen gestalteten Wohnbereichen der unteren Ebenen.

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Foto: Christian
Kappeller

Zeitlos: Die originalen Kastenfenster mit lackiertem Drehstangenverschluss blieben bei der Sanierung erhalten und wurden behutsam restauriert. Heute fungieren sie nicht nur als Puffer zur Straße, sondern auch als gestalterisches Element.

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Berater der Allianz Rottonara

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NICHT NUR DAS ÄUSSERE ERSCHEINUNGSBILD, auch das Innere des Hauses knüpft eng an die Geschichte des Bestands an. Materialität und Farbkonzept verstehen sich als Weiterentwicklung der vorhandenen Substanz – sie greifen historische Bezüge auf, ohne sie zu reproduzieren.

„Auf Wunsch der Familie haben wir im Inneren gezielt Farbakzente gesetzt – orientiert am historischen Grün der Kastenfenster, das wir mit einem intensiven Rot kombiniert haben“, so der Architekt. Auch die Entscheidung für einen Terrazzoboden im Erdgeschoss kommt nicht von ungefähr. „Auch mit diesem Material knüpfen wir an die Vergangenheit an. Terrazzoböden finden sich in fast allen Meraner Villen der Jahrhundertwende“, erläutert Kapeller.

Im Dachgeschoss verändert sich die räumliche Stimmung spürbar. Dort arbeitete der Architekt bei Böden und Einbauten mit Ulmenholz, um eine ruhige, warme Atmosphäre zu schaffen. Auch die Gestaltung der Rückfassade folgt diesem Ansatz: Ein mineralischer Naturputz mit feiner, körniger Struktur nimmt die haptische Qualität des Terrazzos auf und verweist zugleich subtil auf die historische Putzschicht der Jugendstilfassade.

MIT DER VERWANDLUNG des Jugendstilhauses in ein modernes Einfamilienhaus ist Architekt Christian Kapeller ein Projekt gelungen, das nicht nur der Familie, sondern auch dem städtischen Kontext zugutekommt. Es ist ein überzeugendes Bekenntnis gegen den Abriss und für den Erhalt gewachsener Strukturen durch behutsame architektonische Eingriffe. Alles, was es dafür braucht, ist die Bereitschaft, sich darauf einzulassen. n

Zeitgemäß: Im Bad treffen warme Holztöne auf ein kräftiges Rot. Großzügige Farbflächen und natürliche Materialien ersetzen das klassische Fliesenraster.

PH Plankensteiner setzt Maßstäbe in Fliesen & Stein

Mit einem klaren Bekenntnis zu Qualität, Design und Handwerkskunst präsentiert sich PH Plankensteiner in neuem Look. Im Rahmen der Eröffnung der neuen, einzigartigen Ausstellung zeigt das Unternehmen nicht nur seine gestalterische Kompetenz, sondern auch, wie aus ausgewählten italienischen Design-Fliesen und heimischen Natursteinen einzigartige Lebensräume entstehen.

PH Plankensteiner steht für die Verbindung aus sorgfältiger Planung und präziser Umsetzung. Das Ergebnis sind hochwertige Bäder, Küchen und Wohnräume, die weit über reine Funktionalität hinausgehen – Räume mit bleibendem Charakter.

MASSGESCHNEIDERT UND INDIVIDUELL

Jedes Projekt ist ein Unikat. In enger Zusammenarbeit mit Kunden und Architekten entstehen Lösungen, die

perfekt auf persönliche Bedürfnisse und architektonische Gegebenheiten abgestimmt sind. Von der ersten Idee bis zur finalen Umsetzung begleitet PH Plankensteiner den gesamten Prozess mit höchstem Anspruch an Qualität und Detailgenauigkeit.

DESIGN, DAS WIRKT

Die neue luxuriöse Ausstellung macht deutlich: Hier entstehen nicht einfach Räume – hier entstehen Erlebnisse.

Materialien, Formen und Licht werden so inszeniert, dass sie Emotionen wecken, Staunen auslösen und ein Gefühl von Wohlbefinden schaffen.

EXKLUSIVITÄT ALS SELBSTVERSTÄNDNIS

Die Handschrift von PH Plankensteiner ist unverkennbar. Jedes Projekt vereint Charakter, Eleganz und Individualität –fernab von Konventionen. Räume werden zu Geschichten, die Persönlichkeit ausdrücken und eine besondere Atmosphäre schaffen.

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Mit edlen italienischen Materialien, feinstem Handwerk und einem ausgeprägten Gespür für Details entstehen Umgebungen, die nicht nur optisch überzeugen, sondern auch emotional berühren. Design wird hier zu einem Erlebnis für alle Sinne.

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Bäder mit Charakter: Individuell geplant und präzise umgesetzt entstehen persönliche Wohlfühloasen ohne Kompromisse.

Räume vorausdenken: Dank moderner 3D-Planung wird der Wohntraum schon heute sichtbar –fotorealistisch und einzigartig.

Außenbereiche neu erleben: Balkone und Terrassen werden zu stilvollen Rückzugsorten – langlebig, wetterbeständig und ästhetisch anspruchsvoll.

Küchenarbeitsplatten, die begeistern: Naturstein und Keramik verbinden Funktionalität mit Design und setzen visuelle Highlights im Küchenraum.

Fassaden, die wirken: Natur- und Kunststeinfassaden und edle Verblender verleihen Gebäuden Ausdruck, Tiefe und Charakter.

Mit dem neuen Firmenauftritt und der neuen modernen Ausstellung unterstreicht PH Plankensteiner seinen Anspruch, Räume nicht nur zu gestalten, sondern ihnen eine Seele zu geben. Ein Besuch zeigt eindrucksvoll, wie aus Fliesen & Stein echte Lebensqualität entsteht.

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Gelungenes Revival: Die frühere 70er‑Jahre‑Villa liegt idyllisch in einer Siedlung am Waldrand. Eine Bozner Unternehmerfamilie hat sie vor wenigen Jahren er worben und in die Zukunft geführ t. Nach einer umfassenden energetischen Sanierung präsentiert sie sich heute als modernes Ferienhaus für drei Generationen. Ortstypische Materialien wie Holz, gestockter Beton und Aluminium prägen das Erscheinungsbild.

DEUTSCHNOFEN

Verwandlung: wie eine Villa aus Feriendomizil für drei Text: Verena Spechtenhauser

DEUTSCHNOFEN

EINEM DACH

den 70er Jahren zum modernen Generationen wurde.

Spechtenhauser | Fotos: Tiberio Sorvillo

DIE

DACHLANDSCHAFT IST SINNBILD FÜR DAS GANZE HAUS. SIE IST WIE EINE FÜNFTE FASSADE.

THOMAS KOMPATSCHER, ARCHITEKT

Markant: Optisch prägt vor allem die ausladende Dachform das Haus; sie wird zum charakteristischen Merkmal des Gebäudes. Ebenso prägnant wirkt die deutliche Trennung zwischen Sockel und Fassade. Der gestockte Beton mit dem schwarzen Aluminiumabschluss sorgt für klare Details und macht den Bau langlebiger.

Architektur beginnt nicht zwangsläufig mit einem nüchternen Entwurf auf dem Reißbrett, sondern manchmal auch mit einer glücklichen Entdeckung. So erging es einer Bozner Unternehmerfamilie auf der Suche nach einer Ferienimmobilie. In einem kleinen Ort nahe Deutschnofen stieß sie auf eine gut erhaltene Villa aus den 1970er-Jahren. Die Familie verliebte sich sofort in deren unverwechselbaren Charme. „Die Immobilie befand sich in einer wirklich wunderbaren Lage, eingebettet in eine kleine Wohnsiedlung und direkt am Waldrand gelegen. Gerade diese Lage ver-

leiht dem Haus eine besondere Qualität“, erzählt Architekt Thomas Kompatscher vom Bozner Architekturbüro ATK, der von der Familie für die Planung hinzugezogen wurde.

DIE BAUHERREN wünschten sich einen gemeinsamen Rückzugsort für drei Generationen: Eltern, Kinder und Enkel. Sie sollten in dem Ferienhaus gemeinsam als Familie Platz finden, aber dennoch mit individuellen Bereichen. Der vorgefundene Bestand bot dafür beste Voraussetzungen, verlangte aufgrund seines baulichen Alters jedoch auch notwendige Modernisierungen. „Sowohl für die Bau-

DER ARCHITEKT

Thomas Kompatscher, 36, hat in Mailand und Innsbruck studiert und sammelte anschließend Berufserfahrung bei ver schiedenen Architekturbüros im deutsch sprachigen Raum. 2019 gründete er in Bozen sein eigenes Büro Studio ATK. Zu seinem Spektrum zählen alle Teilbereiche der Architektur, wobei der Fokus auf Konzepte und Machbarkeitsstudien sowie Entwurfs und Genehmigungsplanung liegt. Aktuell realisiert Kompatscher Projekte im privaten Sektor und im ge hobenen Wohnbau zwischen München, Südtirol und dem Gardasee.

„MEIN DAHOAM“

DOROTHEA WIERER

GESTALTET MIT

herren als auch für uns Architekten war es wichtig, die Seele des Hauses beizubehalten“, erzählt Architekt Thomas Kompatscher. Diese große Prämisse hat das gesamte Projekt bestimmt. „Daher kam für uns keine radikale Transformation infrage. Stattdessen entstand die Idee, den Bestand dank einer umfassenden energetischen Sanierung in ein zeitgemäßes Wohnhaus zu verwandeln. Um so seine Identität weiter zu stärken.“

AUSGANGSPUNKT DER architektonischen Überarbeitung war der Versuch, die vorhandene Struktur nicht zu überformen. Vielmehr ging es darum ihre Qualitäten herauszuarbeiten. Die Grundaufteilung des Hauses blieb also im Wesentlichen erhalten, ihre ursprüngliche Kleinräumigkeit wurde aber aufgebrochen. „Wir haben die Küche versetzt, die Stube mit dem Wohnzimmer zusammengefügt und die vormals im Erdgeschoss

1. Neu gedacht: Früher war der hintere Bereich des Erdgeschosses eine Garage. Heute befindet sich dor t zusätzlicher Wohnraum. Die vorhandene Gaube wurde übernommen und um ein viertes Fenster erweitert. Direkt dahinter liegt der Treppenaufgang.

2. Spitzenidee: Lange suchten die Architekten nach der passenden Lösung für das neue Dach. Durch das nach vorne gezogene Firstdetail konnte schließlich ein Dreiecksfenster integriert werden. Davor befindet sich eine tiefe Brüstung.

Exklusive Villa am Fuße des Latemar-Gebirges Petersberg

Umgeben von einem Lärchenwald zu Füßen des Latemar-Gebirges, bietet diese Neubau-Villa einen exklusiven Rückzugsort in einer der schönsten Gegenden der Südtiroler Dolomiten. Die Villa erstreckt sich über zwei Ebenen mit lichtdurchflutetem Wohnbereich, sonniger Terrasse, Garten, Schlafzimmern, Badezimmern und privatem Wellnessbereich mit Panoramasauna.

Keine Konventionierung

Ref.-Nr. 2525

Schlanders und Meran

© René Riller

1. Edel: Die grüne Quarzit Arbeitsplatte fällt durch ihre lebendige Struktur auf. Die dezente Vitrine im Hintergrund betont die zeitlose Kombination aus Stein und Glas.

2. Geschmackvoll: Von der Stube aus sieht man direkt in die anthrazitfarbene Einbauküche. Die Kassettierung wird im Türrahmen dezent weitergeführt und verbindet traditionelles Raumgefühl mit moderner Architektur.

3. Originell: Nach einem Wasserschaden wurde die historische Stube neu gezeichnet. Die ursprüngliche Kassettierung an Wänden und Decke wurde sorgfältig rekonstruiert.

Eine dezente Leiste im Oberboden erlaubt es, Spots flexibel zu setzen und das Licht variabel zu gestalten.

situierte Garage wurde unterirdisch verplant. So konnten wir zusätzlichen Wohnraum generieren“, erklärt der Architekt den Entwurf.

DER GRÖSSTE RÄUMLICHE EINGRIFF betraf das ehemalige Dachgeschoss. Bislang war es ein reiner Dachboden, der nicht genutzt wurde. Durch den Ausbau wurde dieser Raum bewusst in die Wohnstruktur integriert. Heute bildet er einen der qualitativ wertvollsten Bereiche des Hauses: „Dank der großzügigen Raumhöhe unter dem Dach sowie den gezielt gesetzten Öffnungen ist ein

Wohnbereich mit wunderbarer Aussicht entstanden – über die Wälder hinweg bis zu den Bergketten“, schwärmt Thomas Kompatscher.

HEUTE ERSTRECKT SICH das Haus über vier Ebenen. Im Untergeschoss befinden sich Tiefgarage und Kellerräume. Das Erdgeschoss bildet die zentrale Wohnebene mit offenem Wohnzimmer und Stube, Küche und Vorratskammer sowie einem Nachtbereich. Im Obergeschoss liegen die Schlafzimmer der Kinder und Enkel. Sie sind nach Süden und Norden ausgerichtet und sind eigenständige, fast

abgeschlossene Wohnbereiche mit privaten Badezimmern. Im Dachgeschoss befindet sich ein großzügiges Zimmer mit Bad und erweiterter Loggia nach draußen.

DAS EIGENTLICHE HERZSTÜCK des Umbaus bildet jedoch die neue Treppe. Sie erschließt das Haus vom Untergeschoss bis ins Dachgeschoss wie ein Atrium. Sämtliche Räume gruppieren sich dabei um das offene Treppenauge. Die Treppe selbst, ausgeführt in brüniertem Stahl mit weich gerundeten Linien, wirkt weniger wie ein funktionales Bauteil als

„WIR WOLLTEN DIE SEELE DES HAUSES BEIBEHALTEN.“

4. Zusammenspiel: Der fein strukturierte Webstoff harmonier t perfekt mit dem schwarzen Holzrahmen.

5. Lichtdesign: Die Pendelleuchte „Beam Stick Nuance“ setzt die Küche in ein elegantes, stimmungsvolles Licht. Ihre Glaskugeln werden in Italien traditionell von Hand mundgeblasen.

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Kunstwerk: Die Treppe von Roland Battisti bildet das zentrale Element des Hauses. Sie zieht sich über drei Stockwerke und wirkt dank ihrer weich gerundeten Form dennoch leicht und grazil. Der Einbau der Treppe aus brüniertem Stahl war eine besondere Herausforderung.

wie eine begehbare Skulptur. Entworfen wurde sie vom kürzlich verstorbenen Schlosser Roland Battisti – es war seine letzte Arbeit. „Für mich ist diese Treppe das verbindende Element zwischen den Generationen und das räumliche Rückgrat der Familie. Wer das Haus betritt, spürt sofort die Kraft dieser Treppe.“

IM ÄUSSEREN ERSCHEINUNGSBILD ist das Dach die größte Veränderung. Es gibt dem Gebäude nun eine neue Silhouette. Aus dem ursprünglichen Krüppelwalmdach entstand beim Umbau eine neue, markante Dachform aus Aluminium. Das Dach erhielt eine Öffnung nach vorne, der First wurde verlängert und der neue

Giebel mit einem Dreiecksfenster versehen. „Die Dachlandschaft steht stellvertretend für das ganze Gebäude und wird durch ihre markante Form zur fünften Fassade – und damit zum sichtbarsten Ausdruck der Transformation“, erklärt der Architekt. Die neue Fassade aus Lärchenholz nimmt bewusst Bezug auf die

BETONFERTIGTEILE INNOVATIVE

„IM GESAMTEN HAUS WURDEN NUR EDLE MATERIALIEN VERBAUT.“

THOMAS KOMPATSCHER

1. Einzigartig: Jedes Badezimmer im Haus wurde individuell gestaltet. In diesem Raum sorgen Wände in Salbei für eine edle Atmosphäre. Der dunkle Holzboden bringt Wärme ins Bad. Alle keramischen Elemente präsentieren sich in mattem Weiß. Das runde Aufsatzbecken und der Spiegel schaffen eine weiche Formensprache.

2. Clean: Die Walk‑In‑Dusche ist durch eine dunkle Vermeilglas‑Wand abgetrennt. Der fugenlose Kunstharzbelag sorgt für eine klare Optik. Die mattschwarze Regendusche verleiht dem Raum ein dezentes Spa‑Gefühl.

3. Besonders: Alle Armaturen wurden hochwertig PVD‑beschichtet und knüpfen damit an die feine, dunkle Textur des brünier ten Treppenstahls an.

Nachbarbauten, die ebenfalls in dunklen Holztönen gehalten sind. Die Wahl fiel nicht auf Schwarz, sondern auf ein tiefes Waldgrün – eine Farbe, die das Gebäude in die Landschaft integriert und ihm dennoch eine markante Eigenständigkeit gibt.

RÜCKBLICKEND ERWIES SICH die charmante 70er-Jahre-Villa als Glücksgriff –für die neue Besitzerfamilie genauso wie für die Architekten vom Studio ATK. „Die Arbeit an diesem Projekt hat von Anfang bis Ende große Freude bereitet – nicht zuletzt wegen der außergewöhn-

Klassisch: Im gesamten Haus kommen edle Materialien zum Einsatz. Die Böden und alle Tischler unikate sind aus gebeizter Eiche. Im Schlafzimmer wurde die begehbare Ankleide aufgrund der Dachschräge hinter dem Bett angeordnet. Mokkabraune Lamellen trennen sie elegant ab.

lichen Qualität des Bestands. Am schönsten ist für uns aber, dass sich die Familie im neuen Haus wirklich daheim fühlt“, sagt Thomas Kompatscher. Ein Haus für Generationen also, ganz so, wie es sich die Bauherren von Beginn an gewünscht hatten. n

Wenn’s perfekt sein soll.

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NACHHALTIGKEIT

BAUEN GEGEN DIE HITZE

Der Klimawandel heizt Büros und Wohnungen zunehmend auf – auch in Südtirol. Gleichzeitig steigt der Energieverbrauch durch Klimaanlagen. Architekt und Baubiologe Matthias Holzmann erklärt, wie passive Kühlstrategien dagegen wirken.

Interview: Verena Spechtenhauser

Bosco Verticale: Mehr als 800 Bäume, 5.000 Sträucher und 15.000 Stauden wachsen an der begrünten Fassade des Mailänder Wohnkomplexes. Die Vegetation wirkt wie eine natürliche Klimaanlage und sorgt im Sommer ohne zusätzliche Energie für kühlere Innenräume.

Matthias Holzmann, 31, ist Architekt und zer tifizierter Baubiologe. Derzeit baut er ein Haus aus Hanfkalk. Sein Ansatz: einfache, langlebige Bauweisen, natürliche Materialien und ein bewusster Einsatz von Technik. Ziel sind gesunde und flexible Lebensräume.

Steigende Temperaturen, häufigere Hitzewellen und tropische Nächte setzen Gebäude zunehmend unter Druck. Viele Wohnungen und Büros heizen sich im Sommer stark auf, parallel steigt der Einsatz von Klimaanlagen. Laut der Internationalen Energieagentur (IEA) verursachen Klimaanlagen und Ventilatoren bereits heute rund 20 Prozent des weltweiten Stromverbrauchs in Gebäuden – Tendenz stark steigend. Das erhöht nicht nur den Energiebedarf, sondern auch die Klimabelastung. Was also tun? Der Architekt und Baubiologe Matthias Holzmann erklärt im Interview, wie natürliche Kühlstrategien wirken.

Herr Holzmann, was versteht man unter natürlicher oder passiver Kühlung?

Matthias Holzmann: Grundsätzlich geht es darum, Überhitzung von vornherein zu vermeiden. Es geht also um Verfahren, die Gebäude ohne eine klassische Kältemaschine – etwa einen Kompressor – kühlen. Und das mit möglichst geringem Energieeinsatz. Das setzt eine Planung voraus, bei der Gebäude so konzipiert werden, dass sie ohne technische Kühlung auskommen. Entscheidend sind dabei bauliche Faktoren wie Materialwahl, Ausrichtung und Konstruktion. Dabei lassen sich auch zahlreiche Beispiele aus anderen Ländern sowie aus der Natur finden.

Welche baulichen Maßnahmen sorgen konkret für natürliche Kühlung?

Entscheidend ist zunächst ein wirksamer Sonnenschutz, idealerweise außen, damit die Wärme gar nicht erst ins Gebäude gelangt. Gerade bei Neubauten sollte dieser Aspekt bereits in der Planung berücksichtigt werden. Dachüberstände lassen sich so planen, dass sie im Winter die tief stehende Sonne ins Gebäude holen und für solare Wärmegewinne sorgen. Im Sommer hingegen, wenn die Sonne höher steht, spenden sie ausreichend Schatten und verhindern eine Überhitzung.

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Jahrhundertealte Klimatechnik: In Yazd im Iran nutzen die historischen Windtürme (Badgire) die Wüstenwinde zur natürlichen Kühlung. Die raffinierten Lehmbauten senken die Innentemperaturen allein durch Luftzirkulation – ganz ohne Energieeinsatz.

Ebenso wichtig ist eine hohe thermische Speichermasse.

Massive Baustoffe wie Lehm, Ziegel oder Beton können Wärme aufnehmen und zeitversetzt wieder abgeben. Dadurch werden Temperaturspitzen im Tagesverlauf abgefedert und die Innenräume bleiben länger stabil temperiert. Voraussetzung ist allerdings, dass die gespeicherte Wärme über Nachtlüftung wieder abgeführt wird – nur dann kann die Speichermasse ihre kühlende Wirkung voll entfalten. Eine große Rolle spielen zudem die Gebäudeausrichtung, reduzierte Glasflächen auf stark besonnten Fassaden und eine gut gedämmte Dachkonstruktion. Ergänzend helfen eine energieeffiziente Gebäudeausstattung, helle Oberflächenfarben und eine gezielte Nachtlüftung, bei der das Gebäude über die kühleren Nachtstunden auskühlen kann.

in Kombination mit Vegetation – etwa durch Bäume oder Fassadenbegrünung. Sie spenden nicht nur Schatten, sondern verbessern über ihre Verdunstung auch das Mikroklima. Im Vergleich zu baulichen Maßnahmen wie Sonnenschutz oder Speichermasse wirkt der Effekt eher lokal, kann dort aber spürbar für mehr thermischen Komfort sorgen.

„ES GEHT DARUM, ÜBERHITZUNG VON VORNHEREIN ZU VERMEIDEN.“
MATTHIAS HOLZMANN

Welche Rolle spielt Verdunstungskühlung bei der natürlichen Kühlung?

Verdunstungskühlung nutzt einen einfachen physikalischen Effekt: Wenn Wasser verdunstet, entzieht es seiner Umgebung Wärme. So kann die Luft lokal deutlich abkühlen. Im Gebäudebereich passiert das etwa über Begrünungen, Wasserflächen oder feuchte Oberflächen. Besonders wirksam ist das

Moderne Architektur setzt stark auf Glas – auch in Südtirol. Ist das im Sommer überhaupt noch zeitgemäß?

Große Glasflächen sind nicht grundsätzlich falsch, sie müssen aber bauphysikalisch richtig geplant und gegen Überhitzung abgesichert werden. Wie stark Sonneneinstrahlung wirkt, zeigt ein einfaches Beispiel: In Europa erreicht die Sonne bis zu 1.000 Watt pro Quadratmeter. Selbst gute Verglasungen lassen davon noch rund 600 Watt in den Innenraum. Das ist viel – ein Quadratmeter Fenster entspricht im Sommer ungefähr dem Wärmeeintrag einer Fußbodenheizung auf rund zehn Quadratmetern Fläche – nur eben unkontrolliert. Damit holt man sich gewissermaßen eine dauerhafte Wärmequelle ins Gebäude. Deshalb gehört die Vermeidung von Wärmeeinträgen zu den wichtigsten Grundsätzen der natürlichen Kühlung. n

Endlich angekommen

Wer ein Eigenheim bauen möchte, steht vor vielen Fragen und Entscheidungen. Im Interview berichtet die Raiffeisenkundin Manuela S. von ihren Erfahrungen mit der Raiffeisen-Wohnbauberatung.

Manuela wurde beim Bau ihres Eigenheims von einem RaiffeisenWohnbauberater begleitet.

Manuela, wie bist du ursprünglich auf die Wohnbauberatung aufmerksam geworden?

Manuela: Vor zwei Jahren habe ich von meinem Onkel ein Grundstück geerbt. Mein Mann und ich haben uns dann ernsthaft mit dem Thema Hausbau beschäftigt und schnell gemerkt, wie komplex das Ganze ist. Unsere Raiffeisenkasse hat uns dann ihre Wohnbauberatung empfohlen – im Nachhinein der richtige Schritt.

Mit welchen Erwartungen seid ihr in das erste Beratungsgespräch gegangen? Ehrlich gesagt, waren wir etwas unsicher. Wir wollten vor allem wissen, ob wir uns das Projekt überhaupt leisten können und welche Förderungen es in Südtirol gibt. Uns war wichtig, eine ehrliche Einschätzung zu bekommen.

Wie hast du die Beratung selbst erlebt?

Sehr persönlich und strukturiert. Unser Berater hat sich viel Zeit genommen und alles verständlich erklärt – von der Finanzierung über

Fördermöglichkeiten bis hin zu den Versicherungen. Ich hatte nie das Gefühl, dass einem etwas „verkauft“ wird.

Gab es etwas, das dir besonders geholfen hat?

Ja, vor allem die Unterstützung bei den Förderansuchen. Ohne die Wohnbauberatung hätten wir uns da wahrscheinlich verloren. Es war beruhigend zu wissen, dass sich jemand auskennt und den Überblick hat.

Wie transparent war die finanzielle Planung?

Sehr transparent. Wir haben verschiedene Varianten durchgerechnet und genau gesehen, was langfristig auf uns zukommt. Das hat uns viel Sicherheit gegeben.

Würdest du die RaiffeisenWohnbauberatung weiterempfehlen?

Auf jeden Fall. Bei einem so wichtigen Lebensziel wie der eigenen Immobilie ist es enorm hilfreich, einen kompetenten Ansprechpartner zu haben, den man kennt. Wir fühlten uns verstanden und gut aufgehoben.

Wenn du die Wohnbauberatung in einem Satz beschreiben müsstest …?

Eine verlässliche und ehrliche Begleitung auf dem Weg in die eigenen vier Wände. l

Im Einklang: Oberhalb eines Pusterer Dorfes stellte Architekt David Preindl einem bäuerlichen Ensemble einen zeitgenössischen Neubau zur Seite.

PUSTERTAL

ZWISCHEN DEN WELTEN

Eine junge Familie erbt einen historischen Paarhof. Und ergänzt ihn mit einem zurückhaltenden Neubau.

Text: Verena Spechtenhauser | Fotos: Samuel Holzner

Mancherorts in Südtirol existieren Vergangenheit und Gegenwart noch immer wie zwei parallele Wirklichkeiten nebeneinander. So auch auf einer alten Hofstelle im Pustertal. Obwohl nur wenige Minuten vom Dorf entfernt, lebten die vier betagten Bewohner eines geschlossenen Paarhofs dort bis vor Kurzem ein Leben wie aus einer anderen Zeit: ohne modernen Komfort, ohne sanitäre Infrastruktur und mit einem Alltag, der stark von einer traditionellen

Freie Sicht: Aus dem L-förmigen Grundriss entwickelte sich ein asymmetrisches Satteldach. Um die Aussicht des dahinter liegenden Paarhofs nicht zu beeinträchtigen, wurde der Neubau tiefergesetzt und das Dach begrünt. Auf eine Photovoltaikanlage wurde bewusst verzichtet.

bäuerlichen Lebensweise geprägt war. Ein Idyll, so erzählt der Olanger Architekt David Preindl, wie man es heute nur noch selten antrifft.

ALS SICH AM HOF ein Generationenwechsel abzeichnete, stellte sich schließlich auch die Frage nach der architektonischen Zukunft des Bestandes. „Da die bisherigen Bewohner keine direkten Nachfahren hatten, ging die geschlossene Hofstelle an eine verwandte junge Familie mit drei Kindern über“, berichtet David

DER ARCHITEKT

David Preindl, 46, hat Architektur in Wien und Innsbruck studiert. Nach Stationen bei verschiedenen Architekturbüros im In- und Ausland gründete er 2009 sein Architekturbüro in Olang. Preindl realisiert Projekte für private und öffentliche Auftraggeber, ebenso für die Hotellerie und die Gewerbebranche.

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1. Auf Maß: Das gesamte Mobiliar im Haus wurde aus Lärchenholz von einem Pusterer Tischler gefertigt. Der Küchenblock dient zugleich als Sitzbank und wird durch antiquarische Stühle ergänzt. Auf Wunsch der Bauherren kam ein Holzherd in die Küche. Hinter der Tür neben der Küchenzeile verbergen sich eine Vorratskammer sowie ein Tages-WC.

2. In Harmonie: Der fugenlose zementäre Spachtelboden zieht sich durch das gesamte Haus. Mit seinem warmen Grauton bildet er einen schönen Kontrast zum weiß lasierten Lärchenholz. Die offene Küche wurde mit rahmenlosen Panoramafenstern versehen, von dort kommt man direkt auf die vorgelagerte Terrasse.

3. Gut verstaut: Flächenbündig integrierte Türen und maßgefertigte Einbauschränke sorgen für ein ruhiges Gesamtbild und ausreichend Stauraum. Hinter den Einbauten verbirgt sich unter anderem der Kamin der Stube. Die Sitznische dient in der Weihnachtszeit als Platz für die Krippe, ansonsten als praktische Ablagefläche für Alltagsgegenstände.

Preindl. Die neuen Bauherren entschieden sich für eine Erweiterung der Hofstelle durch einen dem Altbestand vorgelagerten Neubau. Doch wie lässt sich ein historisch gewachsenes Ensemble behutsam in die Gegenwart überführen, ohne seinen Charakter zu verlieren? Der Hof, so erklärt Preindl, verlangte keine radikale Transformation, sondern ein präzises Lesen seiner gewachsenen Strukturen. „Uns wurde – in enger Absprache mit den Bauherren und unter Einbeziehung der Baukommission – rasch klar, dass die Intervention nicht auf einen architektonischen Bruch, sondern auf eine behutsame Weiterentwicklung des Bestehenden setzen sollte“, sagt Preindl.

AUS DIESEM ANSATZ heraus entstand ein zurückhaltendes, aber modernes Einfamilienhaus in Massivbauweise, das bewusst in den Hang gesetzt wurde. Es ordnet das bestehende Hofgefüge neu,

Hanglage: Aufgrund der Topografie wurde das zweigeschossige Gebäude teilweise in den Hang gesetzt. Großformatige Aluminium-Verbundplatten zwischen den Fensteröffnungen verleihen der Fassade eine klare Struktur. Zugleich verbinden sie das durchlaufende Fensterband optisch.

ZUKUNFT BAUEN.

Eine Immobilie gehört nicht nur dem, der sie besitztsie ist auch Erbe für die kommende Generation.

© Alex Filz | Projekt: Lebensräume für Jung und Alt in Meran

1. Herzstück: Die Stube dient als Aufenthaltsraum und Rückzugsort der Familie. Die Fenster sind bewusst so platzier t, dass sie den Blick auf das Panorama der umliegenden Bergwelt freigeben. Eine großzügige Couch sorgt für eine gemütliche Atmosphäre.

2. Fundstück: Die traditionelle Stube aus Altholz wurde auf Wunsch der Bauherren behutsam für den Neubau adaptiert. Der aus Schamottziegeln gemauerte Ofen wurde glatt beschichtet und setzt einen modernen Gegenakzent.

„DEN BAUHERREN GING ES NICHT UM EINE KUBATURMAXIMIERUNG.“
DAVID PREINDL, ARCHITEKT

ohne es zu überlagern. Der vom Altbestand klar abgesetzte Baukörper wurde mit einer offenen Holzschalung aus heimischer Lärche verkleidet und vom Bauherren selbst in einem dunklen Braunton gestrichen. Ergänzt durch ein begrüntes asymmetrisches Dach – eine zeitgenössische Interpretation des klassischen Satteldachs – fügt sich der Zubau beinahe unmerklich in die Landschaft ein und bleibt aus der Ferne nahezu unsichtbar. Diese Zurückhaltung spiegelt sich auch in der Größe des Gebäudes wider. „Die Bauherren haben sich von Anfang an ein ihren Bedürfnissen entsprechendes Haus

gewünscht und waren nicht an einer Kubaturmaximierung interessiert“, erklärt der Architekt.

UNTYPISCH ZEIGT SICH die Erschließung des Einfamilienhauses. Aufgrund der Hanglage wurde der Zugang zum Gebäude bewusst über das Obergeschoss organisiert. Neben einem Eingangsbereich mit Garderobe befindet sich hier der Nachtbereich der Familie mit vier Schlafzimmern und einem geräumigen Bad. Eine interne Treppe führt in das darunterliegende Geschoss: mit einer offener Wohnküche, einem Essbereich,

einem Tages­WC sowie einer großzügig bemessenen Stube aus Altholz. Der hintere Teil des Erdgeschosses ist unterkellert und beherbergt Technikund Hauswirtschaftsräume sowie einen Hobbyraum: „Mir war wichtig, dass die Zufahrt mit dem Auto über die Rückseite erfolgt. Damit können sich die Wohnräume ungestört zu Terrasse und Wiese hin orientieren“, beschreibt der Architekt die Entscheidung. Die Raumstruktur folgt einer klaren, klassischen Logik, ist also nicht ein vollständig offenes Wohnkonzept. Während sich die Wohnküche mit großzügigen

Glasflächen zur Landschaft hin öffnet, bleibt die traditionelle Stube introvertierter – mit kleineren, präzise gesetzten Öffnungen. Dieses differenzierte Zusammenspiel zweier Raumcharaktere prägt die räumliche Atmosphäre des Hauses. Die Gestaltung der Innenräume basiert auf einer nahezu monochromen Material­ und Farbauswahl. Schlichtheit, klare Linien und eine konsequent reduzierte Formensprache prägen auch die Optik der maßgefertigten Möbel.

RÜCKBLICKEND IST SICH

David Preindl sicher, dass der Neubau sowohl zur kargen Erscheinung der Hofstelle als auch zum Charakter der Bauherrenfamilie passt. „Am meisten freut mich jedoch, dass das Projekt exemplarisch zeigt, wie sich neben einem gewachsenen Ensemble zeitgenössische Architektur bescheiden hinzufügen lässt“, sagt der Architekt. Nicht um das Bestehende zu verdrängen, sondern als selbstverständlich fortgeschriebene Geschichte eines Ortes. n

1. Komfortabel: Das Familienbad im Obergeschoss fungier t als räumliche und akustische Pufferzone zwischen Kinder- und Elternbereich. Eine freistehende Badewanne sowie die grandiose Aussicht über das Tal unterstreichen die ruhige, fast luxuriöse Atmosphäre des Raumes.

2. Stimmig: Sämtliche Metalloberflächen –von den Fenstergriffen bis zu den Armaturen – wurden in einem einheitlichen, stählernen Farbton ausgeführ t. Sie haben einen leicht industriellen Charakter. Klare Linien und eine reduzierte Farbgebung sorgen für ein stimmiges Gesamtbild.

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