FAZITGESPRÄCH

Der Chef der Steiermärkischen Georg Bucher im Interview
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FAZITGESPRÄCH

Der Chef der Steiermärkischen Georg Bucher im Interview
März 2026
FAZITESSAY
Christian Wabl über Wege unsere Gesellschaft besser zu verstehen
Wirtschaft und mehr. Aus dem Süden.
FAZITTHEMA









































































































































































Von Christian Klepej

Der Schweizer Regisseur und Autor Milo Rau hat mit den »Wiener Prozessen« politische, soziale und kulturelle Verwerfungen in Österreich im Rahmen der Wiener Festwochen 2024 öffentlich »verhandeln« lassen. Im heurigen Februar nun inszenierte er den »Prozess gegen Deutschland« im Hamburger »Thalia Theater«. Dabei ging es konkret um die Fragestellung, soll die »Alternative für Deutschland«, einer Einleitung eines verfassungsrechtlichen Prüfungsverfahrens zu ihrem Verbot unterzogen werden.
Das Format selbst, ich habe die Festwochen damals und auch den aktuellen Prozess via Internet mitverfolgen können, ist ein durchaus kurzweiliges; die Referenten, die als »Ankläger« bzw. »Verteidiger« fungierten, waren recht kontroversiell ausgesucht.
Das Publikum vor Ort war – nona – links bis ganz weit links im gesellschaftlichen Spektrum »verortet«. (Als Demokrat verkraftet man sowas mit links.)
Eine Rede dieses sich als »Tribunal der Kunst« verstehenden Hamburger Spektakels, hat für besondere Resonanz gesorgt:
Unsere Demokratie kann nicht undemokratisch gerettet werden
Sie finden die Rede von Harald Martenstein im Transkript und als Video hier: bit.ly/ProMarten
die des Kolumnisten und Schriftstellers Harald Martenstein. Zumindest in einer eher konservativen bis rechtskonservativen »Blase« im Internet. Da wurde sie auf Twitter (jetzt X) zigmal geteilt, diskutiert und in aller Regel über allen Klee gelobt. Als hervorragend, beachtlich, bedeutend oder bemerkenswert. Mir ist sie – jedenfalls bei der ersten Anhörung – gar nicht so bemerkenswert erschienen. Damit wir uns nicht falsch verstehen, ich halte Harald Martenstein für wohl einen der großen Schreiber und Denker deutscher Zunge der Gegenwart und habe die letzten zwanzig, fünfundzwanzig Jahre keinen Text von ihm gelesen, der mich nicht wenigstens ein wenig beeindruckt hat. Nicht so »bemerkenswert« war seine Rede für mich deswegen, weil sie im Grunde eine Aneinanderreihung, stilistisch natürlich gewohnt geschliffen, eine Aneinandereihung von demokratischen Allgemeinplätzen war. Eine Zusammenfassung also dessen, davon bin ich überzeugt, was jedem Demokraten und jedem, der sich als Demokrat versteht, vollkommene Selbstverständlichkeit sein sollte. Ja sein muss. Aber offensichtlich habe ich mich getäuscht, Martensteins Genialität seiner Ausführungen liegt augenscheinlich darin, diese nicht mehr vorhandene demokratische Selbstverständlichkeit in weiten Teilen unserer Gesellschaft, dieser wie einen Spiegel vorzuhalten. Diese unglaubliche Diskrepanz zwischen dem, was gesagt, dem, was gedacht und dem, was getan wird – im eben vor allem linksintellektuellen Milieu – in frappierender Einfach- wie Klarheit aufzuzeigen und zu entlarven. Er hat dabei auch nicht vergessen, darauf hinzuweisen, dass man niemandem mangelndes Wissen oder gar Einfältigkeit vorwerfen dürfe. (Etwa ist es traurig aber Gewissheit, dass viele junge Menschen heutzutage davon ausgehen, dass die Sklaverei eine Erfindung weißer Europäer oder Amerikaner ist. Und nicht wissen, dass Sklaverei seit Menschenbeginn Bestandteil unserer Gesellschaften auf allen Kontinenten war und in manchen Winkeln der Erde noch immer ist, und dass es weiße Europäer und Amerikaner waren, die die Sklaverei beendet und verboten ha-
ben.) Martenstein führt aber zurecht auch aus, dass das beim Prozess anwesende Publikum und vor allem die als »Richtende« fungierenden Personen diesen Überblick über demokratische Grundfesten eigentlich – zumindest zum Gros – haben sollten. Die Rede des Kolumnisten trug übrigens wenig Früchte, die »Jury« stimmte nach Ende des Prozesses für die Einleitung eines Verbotsverfahrens gegen die AfD. Meine Ersteinschätzung war also falsch, Martensteins Rede war eine mehr als bemerkenswerte und sollte in allen öffentlich-rechtlichen Sendern ausgestrahlt und in den Kanon der im Schulunterricht Verwendung findenden Materialien schleunigst aufgenommen werden. Inhaltlich kann ich übrigens wenig zur AfD beitragen, ich befasse mich eher ungern mit Sachen, die mir wenig bedeuten, die mir eher unsympathisch daher kommen. Eines weiß ich: wer die AfD verbieten will, kann kein Demokrat sein. Eine solche »Rettung unserer Demokratie« würde den Anfang von ihrem Ende darstellen. Und eines befürchte ich: die Gefahr für unsere Gesellschaften, für unseren Kontinent, geht nicht – in wesentlicher Linie – von rechtsextremen Hirngespinsten aus. Ich sehe die Gefahr durch die enormen demografischen Verwerfungen aus einer in ihrer schieren Masse vollkommen irren Migration heraus, und vor allem durch die fürchterliche Messalliance linksextremer und islamistischer Ideologien. Ich hoffe nichts mehr, als mich dabei zu irren. n
Sie erreichen den Autor unter christian.klepej@wmedia.at

Resilienz vs. Erpressbarkeit
Europas digitale Infrastruktur liegt in fremder Hand. Plattformmacht machen
Souveränität zur Schlüsselfrage.

Starke Banken sind kein Luxus
Georg Bucher über Rücklagen, Bankenabgabe und warum ein stabiler Finanzsektor Wachstum sichert.

Über eine neue Zuversicht
Christian Wabl versucht in seinem Essay Wege zu beschreiten, die uns unsere Gesellschaft besser verstehen lassen.

Wozzeck wunderbar!
Michael Petrowitsch war bei der Premiere von Wozzeck im Grazer Opernhaus. Und wieder einmal angetan.
Seite 80

Zwischen zwei Welten
Emmah Mandona verbindet mit »Afrowiesn«
Schlager und Afrobeats. Eine Begegnung über den Mut, zwei Welten neu zu mischen.
Rubriken
Editorial 5
Politicks 14
Investor 32
Außenansicht 38
Oberdengler 46
Immobilien 68
Alles Kultur 78
Schluss 82

Sichtbar süßes Handwerk
Dominik Fitz kehrte vom »Hangar 7« nach Feldbach zurück und baute dort eine gläserne Manufaktur.
Das Fazitthema widmet sich diesmal der digitalen Abhängigkeit Europas. Es geht um die Frage, wie resilient unsere Wirtschaft wirklich ist – und wie erpressbar sie im Ernstfall werden könnte. Cloud, KI, Chips, Betriebssysteme und Zahlungsverkehr sind längst geopolitische Machtinstrumente geworden.
Im Fazitgespräch erklärt der Vorstandsvorsitzende der Steiermärkischen Sparkasse, Georg Bucher, warum stabile Gewinne für Banken kein Selbstzweck sind, sondern Voraussetzung für Rücklagen, Investitionen und Vertrauen. Er spricht über Konjunkturflaute und die Balance zwischen Regulierung und unternehmerischer Freiheit.
Mit »Grundsätzlich und frech« startet Fazit ein neues Podcastformat. Christian Wabl und Andrew Anders diskutieren ohne Blatt vor dem Mund über Politik und gesellschaftliche Dynamik. Und im Fazitporträt treffen wir Konditor Dominik Fitz, der sein Handwerk sichtbar macht – im wahrsten Sinne des Wortes. In seiner gläsernen Manufaktur in Feldbach verbindet er internationale Erfahrung mit regionaler Verwurzelung und unternehmerischem Mut. Gutes Lesen! -red-
IMPRESSUM
Herausgeber
Horst Futterer, Christian Klepej und Mag. Johannes Tandl
Medieninhaber & Verleger
Klepej & Tandl VerlagsgmbH.
Chefredaktion
Christian Klepej
Mag. Johannes Tandl
Redaktion
Peter K. Wagner (BA), Mag. Josef Schiffer, Mag. Maryam Laura Moazedi, Dr. Volker Schögler, Mag. Johannes Pratl, Helmut Wagner, Mag. Katharina Zimmermann, Mag. Michael Petrowitsch, Christian Wabl, Peter Pichler (Produktion), Vanessa Fuchs (Organisation)
Lektorat
AdLiteram
Druck
Walstead-Leykam
Vertrieb & Anzeigenleitung
Horst Futterer
Redaktionsanschrift
Schmiedgasse 38/II
A-8010 Graz
Titelfoto von Erwin Scheriau
T. 0316/671929*0. F.*33 office@wmedia.at fazitmagazin.at facebook.com/fazitmagazin

Die Daten europäischer Firmen und Institutionen unterliegen dem US-CLOUD-Act, sogar wenn sie auf europäischen Servern der großen US-Techs gelagert sind.
Fazitthema
Von Johannes Tandl
Resilienz oder Erpressbarkeit – das ist die digitale Frage unserer Zeit. Europas Wirtschaft und Verwaltung laufen auf Systemen, die sie nicht kontrollieren können. Eine politische Verschärfung in Washington könnte reichen, um Druck über unsere IT auszuüben – leise, aber wirksam. Wer unsere IT-Infrastruktur beherrscht, bestimmt im Ernstfall unsere Handlungsfähigkeit.
Ein erratischer US-Präsident müsste keine Zölle verhängen, um Druck auszuüben. Es könnte reichen, Druck auf die USTech-Giganten auszuüben, um die europäische Wirtschaft, die Medien und die Behörden in die Knie zu zwingen. Die digitale Abhängigkeit ist zur Machtfrage geworden. Die Europäer wissen das, doch die meisten Unternehmen und Institutionen arbeiten viel zu zögerlich an ihrer IT-Resilienz.
Cloud unter fremdem Recht
Unabhängig davon, ob ihre Rechenzentren in den USA, in Europa oder sogar in Österreich stehen, unterliegen sämtliche CloudDienste US-amerikanischer Anbieter dem US-CLOUD-Act und damit dem Zugriff amerikanischer Behörden. Diese rechtliche Realität wird im Alltag vieler Unternehmen ausgeblendet, ist aber der entscheidende Ausgangspunkt für ein strategisches Risiko, das Österreich zunehmend betrifft. Für Österreich ist die digitale Abhängigkeit von den USA längst kein fernes geopolitisches Thema mehr, sondern ein reales Ri-
siko für Standort und Sicherheit. Ein unberechenbarer US-Präsident wie Donald Trump, der Europa offen skeptisch gegenübersteht und wirtschaftliche Macht bewusst politisch einsetzt, könnte auch ein exportorientiertes Land wie Österreich gezielt unter Druck setzen. Dafür bräuchte es weder neue Zölle noch formelle Sanktionen. Es würde reichen, an jener digitalen Infrastruktur anzusetzen, auf der österreichische Unternehmen, Medien und Behörden heute vollständig angewiesen sind. Denn Cloud Computing ist für Österreichs Wirtschaft längst kein Wettbewerbsvorteil mehr, sondern betriebliche Grundversorgung. Industrieanlagen in der Steiermark, Logistikunternehmen in Oberösterreich, Banken in Wien, Medienhäuser, Forschungseinrichtungen und öffentliche Verwaltungen steuern ihre Prozesse, Daten und Kommunikation über Cloud-Plattformen. Diese Systeme gelten als jederzeit verfügbar, skalierbar und sicher. Genau diese Selbstverständlichkeit ist jedoch die Schwachstelle. Der überwiegende Teil dieser Infrastruktur wird von US-Konzernen betrieben – und bleibt damit dem US-Recht

»Wenn die Amerikaner wollten, könnten sie uns das Licht ausschalten.«
Gerd Chrzanowski, CEO der Schwarz-Gruppe (Lidl, Kaufland, Schwarz Digits, u.a.)
unterworfen, selbst dann, wenn die Server physisch in Europa oder in Österreich stehen.
Ein politisch motivierter Kurswechsel in Washington müsste nicht offen eskalieren, um Wirkung zu entfalten. Schon eine neue Auslegung von »nationaler Sicherheit«, regulatorische Verschärfungen oder rechtliche Anordnungen an US-Cloud-Anbieter könnten ausreichen, um Service-Levels zu verändern, Support zu verzögern oder Vertragsbedingungen neu zu definieren. Für österreichische Unternehmen, die ihre Produktion, ihr Rechnungswesen, ihre Kundendaten oder ihre Forschung vollständig digital organisiert haben, wäre das kein theoretisches Szenario, sondern ein unmittelbares Geschäftsrisiko. Digitale Infrastruktur ist heute kritische Infrastruktur – und ein Land wie Österreich, das sie nicht selbst kontrolliert, macht sich im Ernstfall erpressbar, ohne dass ein einziger Server abgeschaltet werden müsste.
Digitale Resilienz als Standortfaktor
Resilienz beschreibt die Fähigkeit eines Systems, auch unter Stress funktionsfähig zu bleiben. In einer digitalisierten Wirtschaft betrifft das nicht nur Energie- oder Verkehrsnetze, sondern zunehmend auch IT-Infrastruktur. Industrieanlagen, Logistikketten, Zahlungsverkehr, Medienhäuser und öffentliche Verwaltung sind ohne Cloud-Dienste kaum mehr arbeitsfähig. Besonders problematisch ist die asymmetrische Abhängigkeit Europas. Während europäische Unternehmen stark auf US-Clouds angewiesen sind, besteht umgekehrt kaum eine Abhängigkeit. Diese strukturelle Ungleichheit schwächt die strategische Verhandlungsposition Europas und erhöht die Verwundbarkeit in wirtschafts- und sicherheitspolitischen Konflikten. Für exportorientierte Industrieunternehmen steht dabei geistiges Eigentum auf dem Spiel. Für Medienunternehmen geht es um Quellenschutz und redaktionelle Unabhängigkeit. Für Forschungseinrichtungen um strategisches Wissen. Das Risiko liegt nicht im alltäglichen Missbrauch, sondern in der bloßen Existenz externer Zugriffsmöglichkeiten.
Warum europäische Alternativen plötzlich relevant werden Über Jahre galten europäische Cloud-Anbieter als technologisch unterlegen. Sie waren teurer, weniger flexibel und im Funktionsumfang begrenzt. Der Griff zu den großen US-Hyperscalern schien alternativlos. Dieses Denken beginnt sich zu ändern, weil sich die Bewertungsmaßstäbe verschieben. Datensouveränität, Rechtsklarheit und politische Stabilität werden zunehmend zu wirtschaftlichen Kriterien. Unternehmen erkennen, dass digitale Infrastruktur eine langfristige strategische Entscheidung ist – vergleichbar mit Energieversorgung oder Standortwahl. Effizienz allein reicht nicht mehr aus, wenn sie mit struktureller Abhängigkeit erkauft wird. In diesem Umfeld ge-
winnen europäische Anbieter an Bedeutung, die bewusst nicht versuchen, amerikanische Hyperscaler zu kopieren, sondern ein anderes Leistungsversprechen abgeben.
Die Schwarz-Gruppe – vom Lebensmittelkonzern zum Cloud-Anbieter
Die Schwarz-Gruppe ist vielen Leserinnen und Lesern kein geläufiger Name. Dabei handelt es sich um den Konzern des LidlGründers Dieter Schwarz, der mit Lidl und Kaufland den größten Handelskonzern Europas aufgebaut hat. Weniger bekannt ist, dass sich dieses Unternehmen seit einigen Jahren grundlegend neu ausrichtet.
Der Wandel der Schwarz-Gruppe ist strategisch motiviert. Unter der Führung von Gerd Chrzanowski wurde Digitalisierung vom Kostenfaktor zum Wachstumstreiber. IT, Cloud, Sicherheit und Künstliche Intelligenz wurden gebündelt und erstmals konsequent für externe Kunden geöffnet. Heute erzielt das Digitalgeschäft der Gruppe einen Umsatz von rund zwei Milliarden Euro. Gemessen am Handelsumsatz ist das noch überschaubar, in Bezug auf Margen und strategische Bedeutung jedoch zentral. Besonders ambitioniert ist der Einstieg in die Künstliche Intelligenz. Mit der Beteiligung an »Aleph Alpha« unterstützt die Schwarz-Gruppe einen europäischen Gegenentwurf zu US-Modellen und verbindet diesen mit eigener Cloud- und Sicherheitsinfrastruktur. »Stackit« und das Prinzip der souveränen Cloud Unter dem Dach der Digitalsparte Schwarz Digits bietet der Konzern mit »Stackit« eine Cloud-Plattform an, die konsequent auf europäische Datensouveränität setzt. Die Rechenzentren befinden sich ausschließlich in Deutschland und Österreich. Der Betreiber unterliegt ausschließlich europäischem Recht und nicht dem USCLOUD-Act.
Das Angebot richtet sich gezielt an Unternehmen mit hohen Anforderungen an Sicherheit, Verlässlichkeit und Rechtsklarheit. Es geht nicht um maximale Skalierung oder globale Plattformdienste, sondern um kontrollierbare, kalkulierbare digitale Infrastruktur. Ein entscheidender Unterschied liegt darin, dass die SchwarzGruppe diese Cloud selbst im globalen Handelsbetrieb nutzt. Sie ist kein Marketingprodukt, sondern im Dauerbetrieb erprobt.
A1 Telekom als Cloud-Anbieter
Auch in Österreich entstehen Alternativen, die bewusst auf digitale Souveränität setzen. Ein zentraler Akteur ist die A1 Telekom Austria. Als größter Telekommunikationsanbieter des Landes betreibt A1 seit Jahren eigene Rechenzentren in Österreich und bietet Cloud-, Hosting- und Managed-Services für Unternehmen und öffentliche Einrichtungen an.
A1 positioniert sich dabei nicht als globaler Dienstleister, sondern als regional verankerter Infrastrukturpartner. Die Daten verbleiben in Österreich, der Betrieb unterliegt österreichischem und europäischem Recht. Gerade für Behörden, kritische Infra-
strukturen, Gesundheitswesen und mittelständische Unternehmen ist das ein zentrales Argument.
Hinzu kommt die Integration mit Netzinfrastruktur, Sicherheitsdiensten und persönlichem Support. A1 verkauft keine anonyme Plattform, sondern ein Gesamtpaket aus Konnektivität, Cloud und Betrieb. Für viele Unternehmen ist genau diese Nähe ein Vorteil gegenüber globalen Anbietern.
Weitere europäische Player im Überblick
Neben Stackit und A1 existiert eine wachsende Zahl europäischer Cloud-Anbieter, die unterschiedliche Schwerpunkte setzen. Der französische Konzern »OVHcloud« betreibt Rechenzentren in mehreren EU-Ländern und positioniert sich explizit als europäische Alternative zu US-Hyperscalern. In Deutschland verfolgt »Ionos« einen ähnlichen Ansatz, insbesondere im Mittelstandssegment.
Diese Anbieter eint nicht technologische Führerschaft, sondern rechtliche Klarheit und strategische Kontrolle. Sie sind Teil eines wachsenden europäischen Ökosystems, das Unternehmen wieder Wahlmöglichkeiten eröffnet.
Europas stille Chance
Ob europäische Anbieter langfristig mit den globalen Hyperscalern konkurrieren können, ist nicht die entscheidende Frage. Entscheidend ist, dass Unternehmen wieder Wahlmöglichkeiten erhalten. Redundanz, rechtliche Kontrolle und politische Stabilität sind zentrale Elemente digitaler Resilienz. Österreich verfügt mit Anbietern wie A1 über eigene Infrastrukturkompetenz. Europa insgesamt verfügt über Unternehmen, die bereit sind, Souveränität als Geschäftsmodell zu begreifen. Diese Angebote sind vielleicht weniger spektakulär – aber strategisch entscheidend. Digitale Effizienz ohne Alternativen ist keine Stärke, sondern eine strukturelle Verwundbarkeit. Die Cloud hat für die Wirtschaft jene Bedeutung erlangt, die Energie im 20. Jahrhundert hatte. Wer sie kontrolliert, behält Handlungsfähigkeit. Wer sie aus der Hand gibt, begibt sich in Abhängigkeit. Die gute Nachricht lautet: Europa ist nicht machtlos. Es entstehen Angebote, die rechtliche Klarheit, technische Stabilität und wirtschaftliche Vernunft verbinden. Für österreichische Unternehmen wird digitale Souveränität damit zunehmend von einer politischen Debatte zu einer unternehmerischen Entscheidung.
Digitale Abhängigkeit als geopolitisches Instrument Man muss sich kein dystopisches Szenario ausmalen, um das Risiko zu erkennen. Ein US-Präsident, umgeben von EU-verachtenden Mitstreitern, wird Europa natürlich niemals militärisch, sondern immer nur wirtschaftlich angreifen, um Druck auszuüben. Zu diesen Druckmitteln gehört auch das Unterdrucksetzen jener USIT-Dienstleister, von denen Europas Wirtschaft, Verwaltung und Öffentlichkeit abhängig sind und die sich der europäischen Kontrolle entziehen.
Dabei geht es nicht um spektakuläre Blackouts. Gleich wirksam wären gezielte Nadelstiche wie verzögerte Updates, neue Lizenzauflagen, eingeschränkter Support, Exportkontrollen oder regulatorische Neudefinitionen von »nationaler Sicherheit«. Das würde ausreichen, um die Unternehmen zu verunsichern, Investitionen zu bremsen und die politische Handlungsfähigkeit Europas noch weiter einzuschränken. Digitale Abhängigkeit ist kein lauter Hebel. Sie wirkt leise, aber nachhaltig.
Die Cloud war der erste Bereich, in dem diese Verwundbarkeit sichtbar wurde. Doch sie ist nur der Anfang eines viel größeren
Problems.
Künstliche Intelligenz ist ein besonders wirksames Druckmittel Künstliche Intelligenz entwickelt sich rasant zum Nervensystem der digitalen Wirtschaft. Produktionsoptimierung, medizinische Diagnostik, Verwaltungsvorgänge, Medienanalyse und strategische Planung basieren zunehmend auf KI-Systemen. Die leistungsfähigsten Modelle stammen fast ausschließlich von US-Unternehmen wie OpenAI, Google oder Meta. Europa nutzt diese Systeme, kontrolliert sie aber nicht. Ein politisch motivierter Kurswechsel in den USA könnte dazu führen,
Die Gefahr des US CLOUD Act für europäische Unternehmen
CLOUD Act steht für »Clarifying Lawful Overseas Use of Data Act« Das heißt auf Deutsch: Gesetz zur Klarstellung des rechtmäßigen Zugriffs auf Daten im Ausland. Dabei handelt es sich um ein US-Bundesgesetz aus dem Jahr 2018, das amerikanische Technologie- und Cloud-Unternehmen verpflichtet, Daten an US-Behörden herauszugeben, wenn diese rechtmäßig angefordert werden – unabhängig davon, wo sich die Daten physisch befinden.
Die zentrale Bedeutung:
• US-Unternehmen müssen kooperieren, auch wenn Server in Europa oder Österreich stehen
• D as Gesetz hat extraterritoriale Wirkung: US-Cloudanbieter unterliegen dem US CLOUD Act unabhängig davon, wo sich die Daten physisch befinden. Auch Rechenzentren in Europa oder Österreich schützen nicht vor dem Zugriff amerikanischer Behörden.
• Europäisches Recht (z.B. DSGVO) kann diesen Zugriff nicht sicher verhindern: Europäische Datenschutzgesetze wie die DSGVO verhindern den Zugriff nicht, sondern geraten im Ernstfall in einen Rechtskonflikt, den europäische Unternehmen nicht kontrollieren können.
• Herausgabepflicht gegenüber US-Behörden: US-Unternehmen können verpflichtet werden, Daten an US-Strafverfolgungs- und Sicherheitsbehörden herauszugeben, wenn dies mit »nationaler Sicherheit« oder Strafverfolgung begründet wird.
• Geheimhaltungspflichten (Gag Orders): Cloudanbieter dürfen betroffene Kunden unter Umständen nicht darüber informieren, dass Daten herausgegeben wurden. Unternehmen erfahren also möglicherweise nie, dass ihre Daten betroffen waren.
• Weite Auslegung von »nationaler Sicherheit«: Der Begriff ist politisch dehnbar. Eine neue US-Regierung kann ihn rasch neu interpretieren, ohne dass europäische Stellen Einfluss darauf hätten.
• Indirekte Eingriffe statt Abschaltung: Der CLOUD Act ermöglicht keinen sichtbaren »Blackout«, aber gezielte Einschränkungen durch Zugriffsanordnungen, regulatorischen Druck oder veränderte Service-Bedingungen.
• Risiko für Geschäftsgeheimnisse und IP: Betroffen sein können nicht nur personenbezogene Daten, sondern auch Forschungsdaten, Konstruktionspläne, Geschäftsmodelle und vertrauliche Kommunikation.
• Besondere Gefahr für kritische Branchen: Industrie, Energie, Gesundheitswesen, Medien, Forschung und öffentliche Verwaltung sind besonders exponiert, da ihre Daten strategisch sensibel sind.
dass Zugänge eingeschränkt, Preise verändert oder bestimmte Anwendungen untersagt werden. Schon kleine Änderungen an Schnittstellen oder Lizenzbedingungen hätten enorme Auswirkungen, weil Unternehmen ihre Prozesse längst auf diese Technologien ausgerichtet haben. KI wird damit vom Effizienzfaktor zum geopolitischen Hebel.
Auch Chips sind ein Engpass mit politischer Sprengkraft
Noch grundlegender ist Europas Abhängigkeit im Bereich der Halbleiter. Hochleistungs- und Spezialchips sind die physische Grundlage für Cloud, KI, Industrieautomation und militärische Systeme. Schlüsseltechnologien werden von US-Unternehmen wie NVIDIA, Intel oder AMD kontrolliert. Die USA haben bereits gezeigt, dass sie Exportkontrollen gezielt einsetzen, um geopolitische Interessen durchzusetzen. Europa wäre in einem Eskalationsszenario nicht Gestalter, sondern Betroffener. Ohne gesicherten Zugang zu Schlüsselchips geraten nicht nur Tech-Konzerne, sondern ganze Industriezweige unter Druck. Digitale Souveränität endet dort, wo die physische Grundlage fehlt.
Betriebssysteme und Bürosoftware als Zwangsjacke
Der Alltag europäischer Unternehmen und Verwaltungen läuft auf Betriebssystemen und Softwareplattformen von Microsoft und Apple. Diese Dominanz wirkt harmlos, ist aber strategisch hoch-
relevant. Betriebssysteme steuern Sicherheitsupdates, Zugriffsrechte und Schnittstellen. Sie definieren, welche Anwendungen funktionieren und welche nicht. Ein politisch motivierter regulatorischer Eingriff oder eine Änderung von Nutzungsbedingungen hätte unmittelbare Auswirkungen auf Millionen Arbeitsplätze. Für öffentliche Verwaltungen und kritische Infrastrukturen bedeutet das eine strukturelle Abhängigkeit, die sich nicht kurzfristig auflösen lässt. Digitale Alltagswerkzeuge werden so zu Machtinstrumenten.
Wer kontrolliert den Zahlungsverkehr?
Besonders sensibel ist die digitale Finanzinfrastruktur. Große Teile des europäischen Zahlungsverkehrs laufen über US-Konzerne wie Visa und Mastercard. Diese Systeme sind effizient und global etabliert, unterliegen aber ebenfalls US-Recht.
In einem politischen Konflikt könnten regulatorische Vorgaben, Sanktionsregime oder Compliance-Anforderungen verschärft werden. Der Zahlungsverkehr ist damit kein neutraler Service, sondern ein potenzielles Druckmittel. Für eine exportorientierte Wirtschaft ist das ein Risiko, das bislang kaum strategisch diskutiert wird.
Auch die Entwicklung von Software ist stark US-zentriert. Die Microsoft-Plattform GitHub ist das Rückgrat moderner Softwareentwicklung. Die meisten europäischen Unternehmen, Behörden
und Forschungsprojekte nutzen diese Infrastruktur täglich und sind entsprechend abhängig. Denn Software ist längst kein fertiges Produkt mehr, sondern ein permanenter Prozess. Wer Microsoft GitHub kontrolliert, kontrolliert auch diesen Prozess. Politische oder regulatorische Eingriffe könnten Entwicklungsprozesse verlangsamen oder einschränken, ohne dass es dafür dramatische Maßnahmen bräuchte. Diese Abhängigkeit ist über Jahrzehnte entstanden. Sie ist entsprechend tiefgreifend und kurzfristig kaum zu beseitigen.
Sicherheit unter fremder Kontrolle
Paradox ist die Lage im Bereich der Cybersicherheit. Europa schützt sogar seine digitale Infrastruktur meist mit US-amerikanischen Sicherheitslösungen. Diese sind zwar technologisch führend, operieren aber außerhalb des europäischen Rechtsraums. Im Ernstfall stellt sich daher die Frage, wem diese Anbieter verpflichtet sind und welche Metadaten zugänglich sind.
Sicherheit wird damit selbst zu einer Abhängigkeit. Europa verteidigt sich mit Werkzeugen, deren strategische Kontrolle es nicht besitzt. Das ist im Normalbetrieb effizient, im Krisenfall jedoch problematisch.
Konzentration als systemisches Risiko
Was all diese Bereiche verbindet, ist die extreme Konzentration von Schlüsseltechnologien in wenigen Händen. Europa nutzt diese Technologien intensiv, gestaltet sie aber kaum. Redundanzen feh-
len, Alternativen sind fragmentiert und wirtschaftlich oft schwer durchsetzbar. Das macht Europa nicht handlungsunfähig, aber erpressbar. Digitale Abhängigkeit wirkt nicht wie ein Schalter, der umgelegt wird. Sie wirkt wie ein Dimmer. Schrittweise, schwer greifbar, aber mit klarer Richtung. Ein politisch unberechenbarer Akteur könnte diese Hebel nutzen, um Europa zu schwächen, ohne offene Konfrontation zu riskieren.
Souveränität ist Risikomanagement, kein AntiAmerikanismus
China begegnet der digitalen Abhängigkeit von den USA übrigens nicht mit Diversifikation, sondern mit systematischer technologischer Eigenständigkeit. Das chinesische Ziel ist die Kontrolle über die gesamte digitale Wertschöpfungskette – von Chips bis Cloud, von Betriebssystemen bis Zahlungsverkehr.
Digitale Souveränität ist keine Frage des Anti-Amerikanismus. Sie ist nüchternes Risikomanagement. Europa muss anders als China nicht jede Technologie selbst entwickeln, aber es muss Wahlmöglichkeiten haben. Kritische Bereiche müssen identifiziert, Abhängigkeiten gestreut und eigene Kompetenzen gezielt aufgebaut werden.
Nicht die Nutzung amerikanischer Technologie ist das Problem. Das Problem ist, dass Europa in zu vielen zentralen IT-Bereichen keine echten Alternativen besitzt. In einer Welt wachsender geopolitischer Spannungen ist das keine theoretische Debatte mehr, sondern eine strategische Notwendigkeit.




















































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Der dringendste Auftrag ist die Senkung der Energiepreise.
Christian Stocker, Österreichischer Bundeskanzler
Demokratie verteidigt man weder durch Verbote noch durch Zensur Die Debatte um ein mögliches Verbot rechtspopulistischer Parteien berührt den Kern der Demokratie. Wer entscheidet, welche Parteien antreten dürfen? Parteiverbote dürfen nur das äußerste Mittel einer wehrhaften Demokratie sein – und sie müssen sich auf Kräfte beschränken, die aktiv die freiheitliche Grundordnung beseitigen wollen. Politische Unwählbarkeit aus eigener Perspektive ist kein Verbotsgrund.
Bei Milo Raus Theaterprojekt »Prozess gegen Deutschland« im Hamburger Thalia Theater wurde das von Linken und Grünen geforderte Verbotsverfahren gegen

Harald Martenstein während seines Plädoyers beim „Prozess gegen Deutschland“ im Thalia Theater Hamburg. Der Publizist warnte eindringlich davor, ein mögliches AfD-Verbot als Mittel der Demokratierettung zu begreifen.
die AfD mit echten Geschworenen und realen Prozessteilnehmern inszeniert. Der Publizist Harald Martenstein brachte es in seinem Plädoyer auf den Punkt: »Mit einem Verbot mehrheitsfähiger Parteien entzieht man diesem Staat seine Legitimation.« Und weiter: »Man kann mit der Begründung, man verteidige die Demokratie, die Demokratie auch abschaffen.« Sein schärfster Vorwurf richte-
te sich gegen jene Grünen und Linken, die missliebige Parteien ausschalten wollen. Wer so handle, bewege sich selbst gefährlich nahe an autoritären Mustern. Dass man die deutsche AfD oder die inhaltlich

Carolin Kogler bei ihrer Rede am JVP-Landestag im Dom im Berg. Sie wurde mit über 98 Prozent zur neuen JVPLandesobfrau gewählt.
ähnlich positionierte FPÖ ablehnt, ist legitim – für Linke ebenso wie für viele Konservative. Aber in einer Demokratie entscheidet der Wähler, nicht der politische Gegner. Ein Verbot demokratisch gewählter Parteien entfremdet nicht nur deren Anhänger vom Rechtsstaat. Wer missliebige Mehrheiten ausschließt, beschädigt die Ordnung, die er zu schützen vorgibt.
Doch die Demokratie ist nicht nur durch offene Verbotsfantasien gefährdet. Auch technokratische Diskurslenkung birgt Risiken. Im Umfeld von Initiativen der Europäischen Kommission arbeiten Behörden, Plattformen wie Meta oder Google sowie NGOs gegen sogenannte »radikalisierende Inhalte« zusammen. Dabei geraten zunehmend auch legale, politisch zugespitzte, aber demokratisch legitime Positionen ins Visier – etwa EU-Kritik oder Migrationskritik. Formal ist das noch keine Zensur. Doch es entstehen informelle rote Linien, wenn Plattformen angehalten werden, Inhalte
algorithmisch zu drosseln und ihre Reichweite zu reduzieren. Extremismus wird dann nicht mehr über Gewalt definiert, sondern über Abweichung vom politisch Erwünschten. Demokratie lebt vom offenen Konflikt. Sie lebt davon, dass Kritik erlaubt ist – auch scharfe Kritik. Wer politische Konkurrenz verbieten oder missliebige Positionen technokratisch eindämmen will, verteidigt nicht die Demokratie. Er schwächt sie. Eine freie Ordnung muss aushalten, was sie ablehnt.
Die Junge ÖVP Steiermark bleibt weiblich
Die Junge ÖVP Steiermark bleibt in weiblicher Hand. Beim Landestag Anfang Februar im Grazer Dom im Berg wurde Carolin Kogler mit 98,1 Prozent zur neuen Landesobfrau gewählt. Sie folgt auf Antonia Herunter, die die Organisation durch politisch fordernde Zeiten geführt hatte.
Das Ergebnis gilt als klares Signal der Geschlossenheit. Unter dem Motto »Zeit, dass sich was dreht« kündigte Kogler an, die Anliegen junger Steirerinnen und Steirer wieder selbstbewusster zu vertreten.
Die JVP wolle künftig »klarer in der Haltung« auftreten. Landeshauptmann-Stellvertreterin Manuela Khom sprach von einem »beeindruckenden Signal« und gratulierte der neuen Landesobfrau.
Spanischer Alleingang in der Migrationspolitik – Kritik von Lopatka und Kunasek
Die spanische Regierung unter Pedro Sánchez plant, rund 500.000 irregulär aufhältigen Migranten einen legalen Aufenthaltstitel zu gewähren. Profitieren sollen Personen, die seit mindestens fünf Monaten im Land sind und vor dem 31. Dezember 2025 internationalen Schutz beantragt haben – inklusive ihrer Kinder. Sánchez begründet den Schritt mit Arbeitskräftemangel, demografischem Druck und der Stabilisierung des Sozialstaats. In Österreich stößt der Vor -

MIT JOHANNES TANDL
stoß auf deutliche Kritik. Reinhold Lopatka sprach im Europaparlament von einem »dezidiert uneuropäischen Verhalten«. Eine so weitreichende Legalisierung werde national beschlossen, während auf EU-Ebene an einer gemeinsamen Asyl- und Migrationspolitik gearbeitet werde. Solidarität bedeute gemeinsame Regeln und gegenseitige Rücksichtnahme. Ein Alleingang unterlaufe die Bemühungen der Europäischen Kommission und vieler Mitgliedstaaten um mehr Ordnung und Steuerung. Lopatkas Kritik bleibt institutionell: Es geht um Verfahren, Abstimmung und die Belastung stark betroffener Staaten wie Österreich und Deutschland. Deutlich schärfer reagierte der steirische Landeshauptmann Mario Kunasek. Auf Facebook sprach er von einem »falschen Signal« und forderte eine »Festung Österreich«. Die spanische Entscheidung öffne »Tür und Tor« zum Schengenraum und zeige erneut, dass »diese Europäische Union es nicht kann«. Kunasek formuliert emotional und zuspitzend – und adressiert damit gezielt seine politische Basis. Spanien geht migrationspolitisch einen anderen Weg als viele EU-Staaten, die derzeit strengere Regeln fordern. Ob Madrids Entscheidung Integration stärkt oder neue Anreize schafft, wird nicht nur Spanien beschäftigen, sondern ganz Europa.
Warum immer mehr SPÖLandesorganisationen mit Andreas Babler fremdeln
Andreas Babler ist Parteichef – aber kein unangefochtener. Mehrere SPÖ-Landesorganisationen verweigern ihm die volle Unterstützung. Dahinter stehen weniger persönliche Antipathien als strategische Differenzen und Machtfragen.
Babler steht für eine klar linke, bewegungsorientierte Sozialdemokratie: Vermögens- und Erbschaftssteuern, deutliche Umverteilungsrhetorik, klare Abgrenzung nach rechts. In vielen Bundesländern ist die SPÖ jedoch traditionell
pragmatischer und stärker sozialpartnerschaftlich geprägt. Dort wächst die Sorge, mit einem zu ideologischen Profil die politische Mitte – und damit jede realistische Machtoption – zu verlieren.
Hinzu kommt die Wahlstrategie. In Oberösterreich, der Steiermark oder Kärnten verlor die SPÖ viele Wähler an die FPÖ. Die Landesparteien argumentieren daher, dass soziale Umverteilung allein diese Wähler nicht zurückholt. Themen wie Migration, Sicherheit, Leistung und Gesundheit spielen etwa beim steirischen SPÖ-Chef Max Lercher eine größere Rolle als im Bundesparteikurs. Lercher hat zwar offiziell Frieden mit Babler geschlossen, sieht aber weiterhin das Risiko, an den Lebensrealitäten vieler Österreicher vorbeizureden.
Der Konflikt zwischen Wiens Bürgermeister Michael Ludwig und Burgenlands Landeshauptmann Hans Peter Doskozil steht exemplarisch für diese strategische Zerrissenheit. Ludwig verkörpert den urbanen Parteiapparat, migrationsfreundlich und auf Stabilität bedacht. Doskozil setzt auf eine restriktivere Migrationspolitik, sicherheitsbetont und wirtschaftspolitisch pragmatisch. Beide reklamieren, wahlstrategisch erfolgreicher zu sein als der Bundesparteikurs. Dahinter steht eine Grundsatzfrage: Muss die SPÖ über urbane Milieus hinauswachsen, um verlorene

SPÖ-Chef Andreas Babler muss den Weg zwischen Koalitionsdisziplin, innerparteilichem Richtungsstreit und einem mobilisierenden Zukunftsthema für die Wiener SPÖ und die Landesorganisationen finden.
Wähler von der FPÖ zurückzugewinnen?
Dazu kommt die Regierungsrealität. Als Vizekanzler ist Babler an die Koalition mit ÖVP und Neos gebunden. Viele seiner programmatischen Kernforderungen sind dort nicht durchsetzbar. Anspruch und Umsetzung klaffen auseinander.
Am Ende steht eine strategische Richtungsentscheidung: Soll sich die SPÖ klar links und vorwiegend urban profilieren – oder muss sie auch migrationskritische Milieus außerhalb Wiens ansprechen können?
Diese Frage wird über ihre künftige Machtperspektive entscheiden.
Der steirische LH Mario Kunasek kritisierte sowohl den migrationspolitischen Vorstoß Spaniens als auch die EU und erneuerte die FPÖ-Forderung nach einer Festung Österreich.


Art. 15 der EU-Grundrechtecharta klingt unspektakulär: Recht zu arbeiten, freie Berufswahl, Mobilität im Binnenmarkt. Tatsächlich ist diese Norm ein wirtschaftspolitisches Kraftzentrum. Abs. 1 garantiert jeder Person die Freiheit, einen Beruf frei zu wählen und auszuüben. Das ist kein Anspruch auf einen Arbeitsplatz, wohl aber ein Abwehrrecht gegen überzogene staatliche Eingriffe. Reglementierungen sind zulässig – aber nur auf gesetzlicher Grundlage, im öffentlichen Interesse und verhältnismäßig. Das ist die juristische Messlatte. Der EuGH hat diesbezüglich etwa im Urteil C-55/94 (Gebhard) klargestellt: Nationale Maßnahmen, die den Zugang zu einem Beruf oder dessen Ausübung behindern, sind nur zulässig, wenn sie nicht diskriminieren, einem zwingenden Allgemeininteresse dienen und verhältnismäßig sind. Diese Formel ist bis heute der europäische Maßstab für die Berufsregulierung.
Abs. 2 hebt das Ganze auf Binnenmarktniveau: Unionsbürger dürfen in jedem Mitgliedstaat Arbeit suchen, arbeiten, sich niederlassen und Dienstleistungen erbringen. In Zeiten von Fachkräftemangel ist das keine Floskel, sondern Standortpolitik. Wer Mobilität durch bürokratische Anerkennungsverfahren oder protektionistische Zugangshürden blockiert, schwächt nicht nur den Wettbewerb, sondern riskiert unionsrechtliche Kollisionen.
Gleichzeitig enthält Art. 15 Abs. 3 eine sozialpolitische Klarstellung: Drittstaatsangehörige mit Arbeitserlaubnis haben Anspruch auf Arbeitsbedingungen, die denen von Unionsbürgern entsprechen. Das ist Europas Anti-Dumping-Schranke. Wirtschaftliche Freiheit und sozialer Schutz stehen hier nicht im Widerspruch, sondern im Gleichgewicht.
Die entscheidende Frage lautet daher: Wie viel Regulierung ist notwendig – und wann wird sie zum Marktzutrittshindernis? Gerade bei reglementierten Berufen zeigt sich, ob Regulierung Qualität sichert oder bloß Strukturen konserviert.
Art. 15 GRC ist kein romantisches Freiheitsversprechen. Er ist Teil der europäischen Wirtschaftsverfassung. Er schützt unternehmerische Initiative ebenso wie Arbeitnehmermobilität – und setzt dem Staat klare Grenzen.
Fazit: Wer Wachstum, Innovation und soziale Stabilität ernst nimmt, sollte diese Norm nicht als juristisches Detail betrachten. Sie ist der Gradmesser dafür, ob Europa Wettbewerbsraum oder Verwaltungsraum sein will.
Dr. Andreas Kaufmann ist Rechtsanwalt und Universitätslektor in Graz. Er ist spezialisiert auf Bau-, Immobilien-, Wirtschafts- und Nachhaltigkeitsrecht. ak-anwaltskanzlei.at

SPAR ehrte 30 junge Absolventen beim Lehrabschluss-Event „Spotlight“ in Graz.
Im Rahmen der Veranstaltung „Spotlight“ lud SPAR Steiermark und Südburgenland 30 junge Menschen ein, die kürzlich ihre Lehre erfolgreich beendet haben. Drei Jugendliche mit durchgehend hervorragenden Leistungen während der Lehrzeit erhielten von SPAR den B-Führerschein bezahlt.
Ein Lehrabschluss bei SPAR ist ein Qualitätsmerkmal und eine gute Voraussetzung für spannende Karrierewege. Das österreichische Handelsunternehmen mit über 52.000 Mitarbeitenden bietet eine Berufsausbildung mit echten Perspektiven, denn viele Führungskräfte haben hier ihre Laufbahn mit einer Lehre begonnen. SPAR-Steiermark-GF Christoph Holzer betont: „Wer eine Lehre bei SPAR abschließt, hat eine Garantie auf eine Vollzeitbeschäftigung inklusive eines erhöhten Einstieggehalts. Außerdem gibt es vielfältige Karrierechancen. Ich gratuliere allen 30 Mädchen und Burschen sehr herzlich, die kürzlich ihre Lehre erfolgreich beendet haben. Wir sind sehr stolz und freuen uns sehr, sie weiter bei der beruflichen Entwicklung begleiten zu dürfen.“
Lehrlinge im Scheinwerferlicht
Die SPAR-Zentrale Graz organisierte anlässlich des Lehrabschlusses die Veranstaltung „Spotlight“, die die Jugendlichen ins Scheinwerferlicht rückte. Im Jänner folgten 30 ausgelernte Lehrlinge der Einladung in das nullneun in Graz. Dort wurden sie feierlich für ihre Leistungen geehrt. Drei Jugendliche – Katharina Beil, Alexandra Reißner und Tobias Schwarz – erfüllten während der Lehrzeit alle Voraussetzungen, um von SPAR den Führerschein bezahlt zu bekommen. Sie nahmen den Gutschein mit Freude entgegen.
Als zu 100 Prozent österreichisches Unternehmen bietet SPARLehrlingen langfristige Jobperspektiven, sichere Arbeitsplätze und zahlreiche Weiterbildungswege – von der Ausbildung in den eigenen SPAR-Akademie-Klassen über interne Talente-Programme bis hin zu einer Karriere im Management. Je nach eigenem Karriereplan hält SPAR eine Vielzahl an Möglichkeiten offen.
Mehr als eine Million E-Bikes sind in Österreich unterwegs, in Deutschland bereits an die 16 Millionen. Ihre Lithium-Ionen-Akkus sind rohstoffintensiv und werden oft vorschnell entsorgt.
Genau hier setzen Saubermacher und die deutsche Liofit GmbH an: Mit ihrer Initiative wollen sie ausgedienten E-Bike-Akkus ein zweites Leben schenken. Per Smartphone-Scan wird das Akku-Etikett erfasst und automatisiert mit einer Datenbank von rund 1.000 Modellen abgeglichen. Das System bewertet, ob sich der Akku reparieren lässt, als Ersatzteilquelle dient oder direkt ins Recycling gehen muss. Ziel ist es, Batterien möglichst lange funktionsfähig im Kreislauf zu halten – ganz im Sinne der künftigen EU-Batterieverordnung, die ab 2027 entnehmbare und austauschbare Akkus vorschreibt.
Ressourcenschonende Prozesse
Am Saubermacher-Standort Premstätten wurden bereits 4.000 Akkus geprüft. Rund 60 Prozent davon gelten als potenziell wiederverwendbar oder für die Ersatzteilgewinnung geeignet. Das schont Ressourcen und reduziert Emissionen: Laut Umweltbundesamt können bei der Reparatur eines 500-Wh-Akkus zwi-
Geben E-Bike-Akkus eine zweite Chance: (v.l.)
Saubermacher Gründer Hans Roth, Liofit-CEO Rico Günther und Thomas Haid (VP Batteries Saubermacher)

schen 16 und 30 kg CO₂-Äquivalente eingespart werden. Saubermacher Gründer Hans Roth: „Re-use-Projekte tragen einen wesentlichen Teil zur Vision Zero Waste bei. Gleichzeitig leisten wir mit unserer Initiative einen Beitrag zu nachhaltiger Mobilität und unterstützen die zunehmende Bedeutung des Radfahrens im Alltag.“
Mehr nachhaltige Mobilität
Auch wirtschaftlich ist der Ansatz attraktiv. Während ein neuer Qualitätsakku oft mehr als 1.000 Euro kostet, liegen Reparaturen meist zwischen 200 und 500 Euro – bei gleichzeitig möglicher Verdopplung der Lebensdauer. Die Kooperation verbindet datenbasierte Entscheidungsprozesse mit praktischer Recycling-Expertise. Für beide Unternehmen ist das Projekt mehr als ein Pilot: Es ist ein strategischer Schritt hin zu einer zirkulären Batteriewirtschaft und ein Beitrag zur nachhaltigen Mobilität in einem stark wachsenden Markt.


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Bauernbundball im Zeichen des Waldes
Mit rund 16.000 Gästen bestätigte der 75. Steirische Bauernbundball im Messecongress Graz seinen Ruf als größter Ball Europas. Unter dem Motto „Bussi bis bald im Steirischen Wald“ verwandelten 3.500 heimische Bäume die Stadthalle in eine eindrucksvolle Waldkulisse – ein starkes Zeichen für Nachhaltigkeit. Regionale Kulinarik, steirischer Wein und Murauer Bier unterstrichen die konsequente Heimatverbundenheit. Musikalischer Höhepunkt war der Auftritt von Superstar Andreas Gabalier. Prominente Gäste, u.a. BM Norbert Totschnig, die Landesräte Simone Schmiedtbauer, Karlheinz Kronhäusl und Willibald Ehrenhöfer sowie zahlreiche Abgeordnete, feierten ein Jubiläum voller Tradition, Lebensfreude und regionaler Wertschöpfung.

Baustart
Am 16. Februar startet der Bau der „Unterführung Josef-Huber-Gasse“. Das Projekt umfasst eine rund 450 Meter lange neue Straßenverbindung zwischen Eggenberger Gürtel und Alter Poststraße, davon etwa 150 Meter als Unterführung unter der ÖBBBahntrasse sowie der Marienhütte. Der Gemeinderat beschloss das Vorhaben einstimmig, investiert werden rund 40,5 Mio. Euro. Ziel ist die bessere Erschließung der Reininghausgründe. Neben der Straße entstehen ein Geh- und Radweg sowie Begrünungen. Die Fertigstellung ist für Ende 2027/Anfang 2028 geplant. Verkehrsbehinderungen bleiben gering, Zufahrten sind großteils möglich. Stadtbaudirektor Bertram Werle: „Mit dem Bauvorhaben wird nach Jahrzehnten die letzte Unterführung des Koralmprojekts umgesetzt.“


Tierfestival 2026 in der Messe Graz
Von 20. bis 22. Februar 2026 verwandelte sich die Messe Graz wieder in ein Paradies für Familien und Tierfreunde. Das Tierfestival 2026 bot mit dem „Family Adventure“ Erlebnisse wie Pony-Streicheln und Alpaka-Begegnungen. Die Besucher erlebten eine große Vielfalt an Tieren – von Alpakas, Katzen und Nagetieren bis hin zu Fischen. Neu im Programm waren Hunderasse-Präsentationen, Vögel sowie Reptilien. Zu den Highlights zählte die Alpaka Expo 2026 und die erstmals integrierte Central European Winner Show. Ein Showring mit Tierbewertungen, Fachvorträge und Vorführungen ergänzen das Angebot. Kulinarik- und Shoppingmöglichkeiten sorgten für ein rundum gelungenes Erlebnis. Hauptsponsor war erneut die Grazer Wechselseitige Versicherung.
Mit der Eröffnung der neuen im Bezirk Waltendorf baut die Stadt Graz ihr Angebot in der Kinderbildung weiter aus. Seit September werden dort zwei Ganztagesgruppen geführt. Vier Pädagoginnen und sechs Kinderbetreuerinnen begleiten die Kinder in einem liebevollen und professionellen Umfeld. Bildungsstadtrat Kurt Hohensinner betonte die große Bedeutung früher Bildung für den weiteren Lebensweg und dankte der Abteilung für Bildung und Integration (ABI), der GBG sowie Leiterin Nicole Siwetz und ihrem Team für die Umsetzung. Angesichts steigenden Bedarfs und neuer Vorgaben im Kindergartenbereich kündigte Hohensinner an, sich weiterhin für zusätzliche Betreuungsplätze und ausreichende finanzielle Mittel einzusetzen.

Mehr als eine Million Euro investiert die DBO Gastronomie GmbH in den umfassenden Umbau des McDonald’s Restaurants im Shopping Nord in Graz. An dem bei Kunden beliebten Standort entsteht nun ein deutlich größerer und leistungsfähiger Store. Das seit 1997 bestehende Gebäude wird erstmals grundlegend modernisiert, um Gästeerlebnis und Effizienz deutlich zu steigern. Geplant sind ein zusätzliches Stockwerk, ein zweispuriger McDrive, Self-Order-Terminals sowie Mobile Order & Pay. Künftig bietet das Restaurant 746 m² Nettonutzfläche, 194 Sitzplätze, eine Terrasse mit Spielplatz und einen eigenen Kinderpartyraum. Der Umbau ist Teil der Modernisierungsoffensive der von Daniel Boaje geführten Grazer Standorte.


Die steirische Landeshauptstadt wird von 14. bis 17. Mai 2026 zum glamourösen Treffpunkt der europäischen Maßschneiderei: Der European Master Tailor Congress findet nach 20 Jahren erstmals wieder in der Steiermark statt. Rund 150 Maßschneider und Maßschneiderinnen aus ganz Europa kommen zum Branchentreffen mit Fokus auf Vernetzung, Weiterbildung und Zukunft des Handwerks. Höhepunkt ist eine öffentliche Modenschau im Congress Graz. Die Branche wächst: Seit 2005 stieg die Zahl der Schneiderbetriebe in der Steiermark um 38 Prozent auf 232. Vertreter der WKO betonen die Bedeutung von Ausbildung, Qualität und Innovation für die Wettbewerbsfähigkeit. Der Kongress gilt als starkes Signal für Handwerk und Wirtschaftsstandort.
Festakt zu 30 Jahre FH Joanneum
Mit einem Festakt startete die FH Joanneum am 20. Jänner in ihr 30-jähriges Jubiläum. Was 1995 mit 149 Studierenden begann, ist heute eine Hochschule mit drei Standorten, 53 Studiengängen, rund 5.700 Studierenden und insgesamt 24.500 Absolventen und Absolventinnen. Der Festakt würdigte Mitarbeitende, Studierende und Partner, die diese Entwicklung geprägt haben. Vertreter aus Politik und Wirtschaft betonten mit GF Corinna Engelhardt-Nowitzki und Martin Payer die Bedeutung der FH als wichtigen Innovationsmotor. Die Hochschule steht seit drei Jahrzehnten für praxisnahe Lehre und enge Kooperation mit Unternehmen – und will auch künftig Wissen schaffen, Innovation fördern und Menschen befähigen, Zukunft aktiv zu gestalten.

Die jüngste Innenstadt-Studie zeigt deutliche Frequenzrückgänge und verändertes Einkaufsverhalten. Wie wollen Sie den Grazer Stadtkern wieder konkurrenzfähig machen?
Die Innenstadt ist das Herz unserer Stadt. Ein Herz, das an Schlagkraft verloren hat. Es braucht mehr Parkraum zur besseren Erreichbarkeit sowie ein einheitliches Parkleitsystem. Neben besseren Direktverbindungen zu den GU-Gemeinden ist ein ausgewogener Branchenmix im Handel entscheidend für eine pulsierende Innenstadt. Kurswechsel für Graz heißt: weg von ideologischer Politik, hin zu vernünftigen Lösungen.
Graz steht unter massivem Konsolidierungsdruck, gleichzeitig verschlingen Großprojekte wie Messe und wohl bald auch das Stadion Millionen. Falls Sie Bürgermeister werden: Wo würden Sie konkret kürzen? Bürgermeister zu sein heißt, Gesamtverantwortung wahrzunehmen und klare Schwerpunkte zu setzen: Wir können nicht bei Kinderbetreuung oder Wirtschaftsförderung sparen und gleichzeitig 6 Millionen Euro für die Behübschung der Kaiserfeldgasse ausgeben.
Welche wirtschaftspolitischen Schritte setzen Sie, damit Graz seine Rolle als Innovations- und Fachkräfte-Hub im Süden Österreichs stärkt?
Das Leitziel bleibt der Kurswechsel für Graz, denn die Wirtschaft muss wieder den Stellenwert bekommen, den sie verdient. Es braucht Bürokratieabbau, mehr Service und einen Fördercall für Innovation mit KI.

Wolfgang Böck − Trautmann lacht
Publikumsliebling Wolfgang Böck wird im kommenden Frühjahr sein neues Bühnenprogramm „Trautmann lacht“ erstmals präsentieren. Er sammelte mit seinem ihn auszeichnenden Gespür für Pointen die lustigsten Anekdoten aus dem Polizeialltag − tatsächlich passierte oder von großartigen Autoren und Humoristen verfasste. Auch dürfte, zumindest aufgrund unserer Recherchen, dies das erste Mal sein, dass die Polizeiarbeit für ein abendfüllendes, überaus heiteres Bühnenprogramm im Mittelpunkt steht. Folglich ein absolutes Novum! 90 Minuten großartige Unterhaltung und sehr viel Lachen sind jedenfalls garantiert. Buchungen sind für die Zeit ab September 2026 nun bereits möglich. Infos: Event Team, www.team.co.at
Zukunft zum

RLB-Jahresauftakt: Wirtschaft stabilisiert sich
Beim Jahresauftaktgespräch von Raiffeisen Steiermark zeigte sich vorsichtiger Optimismus für 2026. Trotz schwacher Konjunktur stiegen die verwalteten Kundengelder auf 56,1 Mrd. Euro (+3,8%). 2025 wurden 3,2 Mrd. Euro an neuen Finanzierungen vergeben – ein Plus von 21% gegenüber 2024. Firmenfinanzierungen wuchsen um 19% auf 2,3 Mrd. Euro, private Finanzierungen um 26% auf 909 Mio. Euro, die Wohnbaufinanzierung um 28%. Bis zu 100 Mio. Euro sind für strategische Beteiligungen geplant. 99,6% aller Zahlungen erfolgen bereits digital. Vorstandsdirektorin Ariane Pfleger betont: „Unser Anspruch ist die flexible Kombination aus digitalem und persönlichem Banking.“ Jährlich investiert die Bankengruppe 182 Mio. Euro in Netz, Beratung und Infrastruktur.
Wer eine Lehre beginnt, entscheidet sich nicht nur für einen Beruf, sondern für einen Weg. Die Stadt Leoben sucht für 2026 neue Lehrlinge bei den „LEgends of Leoben“. Junge Menschen erhalten eine praxisnahe Ausbildung mit Verantwortung und direktem Beitrag zum Stadtleben. Aktuell werden 14 Lehrlinge in zukunftssicheren Berufen ausgebildet – darunter Straßenerhaltungsfachkraft, Gartenbau, Installations- und Gebäudetechnik, KFZ-Technik und Elektrotechnik. Die Stadt bietet strukturierte Betreuung, Lehre mit Matura, Prämien, Internatskostenübernahme und Karrierechancen bis in Führungsfunktionen. Das Lehrlingseinkommen liegt je nach Lehrjahr zwischen 811 und 2.000 Euro brutto. Bewerbungen sind bis 31. März 2026 online möglich.

Der Startschuss für den Trigos 2026 ist gefallen: Bis 27. Februar 2026 haben Betriebe die Möglichkeit, ihre Initiativen in sechs Kategorien online für Österreichs renommiertesten Nachhaltigkeitspreis einzureichen und damit ein starkes Zeichen für verantwortungsvolles Wirtschaften zu setzen. Seit 2004 steht der Trigos für die Verbindung von wirtschaftlichem Erfolg mit ökologischer und sozialer Verantwortung und hat sich mit rund 3.100 Einreichungen als wichtigste Plattform für nachhaltige Unternehmensführung etabliert. Die Auszeichnung bietet nicht nur mediale Sichtbarkeit, sondern auch wertvolle Reflexion und Vernetzung. Die Nominierungen werden im Sommer bekannt gegeben, die feierliche Preisverleihung folgt im Herbst. Alle Details unter www.trigos.at

Der Kommunikationsstratege Michael Radspieler übernimmt mit 1. Juni 2026 die Leitung der Stabsstelle Marketing & Kommunikation der Arbeiterkammer Steiermark. Radspieler ist als Bestqualifizierter aus einem mehrstufigen Auswahlverfahren hervorgegangen. Er blickt auf langjährige Erfahrung in der Marketing- und Kommunikationsbranche und ist aktuell als Geschäftsführer der Agentur idlab media tätig. Für die Übernahme der neuen Funktion wird er sowohl die Geschäftsführung als auch die Gesellschaftsanteile an der Agentur zurücklegen. Bis Juni wird Daniel Windisch weiterhin interimistisch die Abteilungsleitung ausüben und im Anschluss wieder andere Aufgaben in der Stabsstelle Marketing & Kommunikation übernehmen.

(v.l.) Wirtschaftsstadtrat Kurt Hohensinner, Studienautor Peter Maderl (m-Research) und WKO-Regionalstellenobmann Bernhard Bauer
Die aktuelle WKO-Studie „Innenstadt unter der Lupe“ zeichnet ein alarmierendes Bild zur Lage der Grazer Innenstadt. Der ausgeprägte Rückgang der Besucherfrequenz in den vergangenen zwei Jahren hat laut Wirtschaftsstadtrat Kurt Hohensinner vielfältige Ursachen.
Für die Erhebung befragte im Oktober 2025 das Institut m-Research 1.000 Personen – je 500 aus Graz und aus dem Umland. Damit wurden bewusst auch Menschen einbezogen, die nicht regelmäßig in die Innenstadt kommen. Die Ergebnisse zeigen insbesondere eines: Vor allem Menschen aus Graz-Umgebung weichen zunehmend auf Einkaufszentren aus. Deren Angebot überzeugt durch guten Branchenmix und ausreichende Parkmöglichkeiten. 44,8 Prozent der Befragten aus dem Umland besuchen die Innenstadt seltener als früher, bei den Grazern sind es 39,6 Prozent.
Problemfeld Parksituation
Als Hauptgrund für den Rückgang nennen 20,5 Prozent die Parkplatzsituation und -kosten. 40,7 Prozent der UmlandBefragten und 35,4 Prozent der Grazer sehen die Parkplatzsuche als zentrale Hürde. Während 51,9 Prozent der Grazer
öffentliche Verkehrsmittel nutzen, sind 52,9 Prozent der Umland-Bewohner mit dem Auto unterwegs. Entsprechend kritisch wird das Stellplatzangebot bewertet: 28,7 Prozent der Grazer und 39,5 Prozent der Umland-Befragten beurteilen es als schlecht.
Dringender Handlungsbedarf WKO-Regionalstellenobmann Bernhard Bauer sieht dringenden Handlungsbedarf und fordert Maßnahmen zur Attraktivierung des öffentlichen Raums: „Es braucht wieder Visionen für unsere Stadt, zum Beispiel kann eine lebendige Murpromenade mit Surfwelle, Gastro und attraktiven Aufenthaltsflächen ein USP für Graz werden, mit dem wir die nötige Anziehungskraft dafür erreichen.“ Hohensinner kündigt ein Parkleitsystem sowie eine gemeinsame Parkkarte für Tiefgaragen an, um die Erreichbarkeit zu erleichtern und die Innenstadt wieder zu beleben.

GF Messe Congress Graz
Die Veranstaltungen in den Locations des MCG sind Frequenzbringer für die Stadt. Wie groß ist die wirtschaftliche Hebelwirkung?
Mit über 100 Mio. Euro jährlicher Wertschöpfung, durchschnittlich 179 Euro pro Besucher (im Kongressbereich 530 Euro) und einem Hebel von 22 Euro pro eingesetztem Förder-Euro ist die wirtschaftliche Bedeutung klar belegt und politisch anerkannt.
Graz ist wirtschaftlich stark, aber international schwer erreichbar – meist nur über die Hubs Wien, Frankfurt oder München. Ist das ein struktureller Wettbewerbsnachteil für den Messe- und Kongressstandort? Internationale Erreichbarkeit ist ein zentrales Kriterium für Veranstalter. Mit neuen Flugverbindungen wie London und der Koralmbahn verbessert sich Graz deutlich. Zugleich punktet die zweitgrößte Stadt Österreichs mit vier Universitäten, starken Leitbetrieben, südlichem Flair, hoher Servicequalität und dem ausgezeichneten Zusammenspiel aller Partner – zweifach prämiert als „Best Center“ und für „Innovation“.
Sind in absehbarer Zeit neue Messe- oder Kongressformate geplant? Wo sehen Sie die größten Wachstumspotenziale?
Wir stärken bestehende Messeformate und entwickeln mit Partnern neue B2Cund B2B-Formate – von GameFusion, Winterwelt und TasteFactory bis zur „Beauty Lounge“ ab 2027. Im Kongressbereich bauen wir Sales und nationale Akquise weiter aus.

Fazitgespräch
Von Jaohannes Roth und Johannes Tandl mit Fotos von Erwin Scheriau

Hohe Gewinne, Bankenabgabe, schwache Konjunktur und zögerliche Investitionen. Im Fazitgespräch erklärt Georg Bucher, Vorstandsvorsitzende der Steiermärkischen Sparkasse, warum Rücklagen in Krisenzeiten entscheidend sind und weshalb die Politik bei Ausgaben und am Kapitalmarkt dringend nachschärfen muss.

Glaubt man den Experten der ÖNB, befindet sich Österreich am Ende einer »langen, aber milden Rezessionsphase«. »Lang« ist dabei nicht übertrieben. Seit 2019 hat sich die Welt grundlegend verändert, ein über ein Jahrzehnt dauernder Aufschwung wurde abrupt beendet. Der Brexit, Covid, der Ukraine-Krieg, der Konflikt im Nahen Osten sowie die Handelskonflikte, in die Donald Trump die USA geführt hat, verstärken die Unsicherheiten eines Marktes, der zudem von hoher Inflation geprägt ist.
In diesem Umfeld müssen Banken nicht nur bestehen, sondern auch auf technologische Umbrüche reagieren. KI-Tools treiben die digitale Transformation voran, während eine überregulierende Europäische Union und eine zunehmend entkoppelte nationale Finanzpolitik zusätzlichen Druck erzeugen. Zugleich hemmt die demografische Entwicklung das Wachstum. Banken sind daher gezwungen, alte Konzepte zu hinterfragen und ihre Märkte vorausschauend zu analysieren.
Georg Bucher, seit vergangenem Jahr Vorstandsvorsitzender, weiß das. Sein Haus ist gut positioniert: Im Süden Österreichs und in Südosteuropa zählt die Steiermärkische Bank und Sparkasse als Teil der Erste Group zu den führenden Marktteilnehmern. Die Bilanzsumme stieg von 20,8 Milliarden Euro (2022) über 21,3 Milliarden (2023) auf 22,5 Milliarden Euro im Jahr 2024. Rund 2.900 Mitarbeitende an 234 Standorten betreuen Kundinnen und Kunden in unterschiedlichen Lebensphasen. In diesem Umfeld treffen wir uns mit ihm zum Gespräch.

Wir bauen
Georg Bucher
Herr Vorstandsvorsitzender, wir beginnen mit einer einfachen Frage. Warum braucht Österreich Banken, die stabile Gewinne machen? Weil es für die Wirtschaft extrem wichtig ist, ein stabiles Finanzsystem zu haben. Entscheidend ist, was Banken mit den Gewinnen machen. Wir bauen Kapital und Rücklagen auf – für Krisenzeiten und für Wachstum. Und entsprechend unserem Gründungsgedanken sehen wir es als unsere Verantwortung, dass ein Teil der Dividende an unsere Eigentümerin, der Steiermärkische Verwaltungssparkasse, ausgeschüttet wird – um soziale, kulturelle und wissenschaftliche Projekte in der Steiermark und in Südosteuropa zu fördern.
Die Öffentlichkeit sieht das Gewinnstreben von Banken nicht immer so klar gerechtfertigt. Vielfach herrscht das Bild vor, Banken sollten am besten gar keine Gewinne machen. Wie begegnen Sie dem? Erfreulicherweise werde ich damit nicht so oft konfrontiert, wie man glauben könnte. Aber wir treten mit dieser Argumentation proaktiv nach außen. Ein solider Bankensektor ist notwendig – im Retailgeschäft für Vermögensaufbau, gerade für die Absicherung des dritten Lebensabschnitts, und ebenso für die Unterstützung der Wirtschaft. Wir müssen jederzeit bereitstehen – das geht nur mit einem stabilen Finanzsektor.
Dennoch ist politisch die Bankenabgabe immer wieder Thema. Wie stehen Sie dazu?
Die Steiermärkische Sparkasse hat in den letzten 15 Jahren 180 Millionen Euro in Stabilitätsfonds und Bankenabwicklungsfonds geleistet. Dazu kommen jährliche Steuerleistungen von rund 100 Millionen Euro. Wir leisten also unseren Beitrag. Sollte es in Krisenzeiten kurzfristig notwendig sein, über eine Bankenabgabe zu reden, waren wir in der Vergangenheit auch dazu bereit. Aber ich sehe das ausschließlich als Pflaster in Krisenzeiten. In normalen Jahren leisten wir aus dem ordentlichen Ergebnis ohnehin schon sehr viel an die öffentliche Hand.
Apropos stabile Wirtschaft, derzeit haben wir immer noch eine Konjunkturflaute, nach wie vor kommt eher wenig Investitionsgeld in den Kreislauf?
Der Hauptpunkt ist die wirtschaftliche Unsicherheit. Viele unserer Kommerzkunden sind gut aufgestellt, haben Projekte in der
Schublade, warten aber noch zu. Wir stehen bereit und sind so aufgestellt, dass wir diese Projekte sehr gerne unterstützen würden – aber es ist zugegeben aktuell sehr verhalten.
Ein wesentlicher Wirtschaftstreiber ist der Wohnbau. Spüren Sie hier eine Belebung?
Auf der Retailseite spüren wir seit etwa dem zweiten Quartal des Vorjahres tatsächlich wieder, dass mehr Menschen über Wohnraum nachdenken; Häuser im ländlichen Raum, Wohnungen in Graz. Das ist ein kleines Pflänzchen, aber die Nachfrage und Beratungsgespräche sind seit letztem Mai kontinuierlich gestiegen. Bis das in Umsetzungen mündet und Baufirmen wirklich profitieren …, da hoffe ich auf die Mitte des heurigen Jahres. Ein leichter Optimismus keimt jedenfalls wieder auf.
Sind das nur Beratungsgespräche – oder auch echte Kreditvergaben? Und wie wirkt die KIM-Thematik [Anmerkung: KIM steht für Kreditinstitute-Immobilienfinanzierungsmaßnahmen] nach?
Die Beratungsgespräche haben auch zu steigenden Kreditvergaben geführt. Zur KIM-Verordnung: Bei ihrer Einführung war sie nicht der alleinige Grund für den Rückgang im Wohnbau – und beim Auslaufen ist sie auch nicht der alleinige Grund, dass es nicht sofort wieder in Schwung kommt. Damals wie heute ist es die Mischung, Zinsen, Baukosten, Materialkosten. Psychologisch war die KIM-Verordnung sicher nicht gut. Aber man muss auch sagen, manche Eckpunkte waren überhaupt nicht unvernünftig Keine Verschuldung länger als 35 Jahre zum Beispiel, oder eine Debt-Service-to-Income-Ratio von 40 Prozent – also maximal 40 Prozent des Einkommens für Wohnraum. Das sind keine absurden Kennzahlen, sondern ziemlich plausible. Zusammengefasst: Haupttreiber der sinkenden Zurückhaltung sind Zinsumfeld und Kosten – und auch die Bereitschaft von Baufirmen, wieder günstiger anzubieten. Als strukturelles Thema sehe ich die mangelnde Produktivität im Bau.
Wie ist es um den Investitionswillen von Unternehmen und Bauträgern bestellt – ändert sich hier etwas?
Bei Corporates sehe ich, dass Projekte vorhanden sind, aber die Umsetzung ist noch zögerlich. Bei den Bauträgern wird es wieder anfangen – weil in den Städten Wohnraum geschaffen werden muss. Das gilt für Graz wie für Wien. Das ist die Macht des Faktischen.

Wie gehen Sie mit KMUs um, die 2025 in Schieflage geraten sind? Wir suchen sehr früh das Gespräch – gerade, wenn sich eine schwierige Entwicklung abzeichnet. Dafür haben wir uns einen guten Namen erarbeitet. Und wir sind bereit zu begleiten, gerade wenn das Umfeld sichtbar schwierig ist. Viele solide Mittelstandsunternehmen haben über Jahre Kapitalpuffer aufgebaut. Ein Jahr wie 2025 ist schwierig, aber viele werden es durchtauchen.
Wie ist Ihre Einschätzung zu Ausfällen und Rückstellungen? Das ist für mich noch auf einem niedrigen Niveau. Natürlich sind Insolvenzentwicklungen in der Steiermark nicht spurlos an uns vorübergegangen. Aber es ist nichts, was mich aktuell mit großer Sorge erfüllt. Vor Corona hatten wir höhere Rückstände – davon sind wir noch weit entfernt.
Rechnen Sie mittelfristig eher mit einer Rückkehr zu Stabilität oder mit einer neuen Normalität aus Volatilität und Unsicherheit?
Ich glaube, wir werden 2026/2027 eine Rückkehr zur Stabilität sehen. Viel hängt davon ab, wie erratisch Entscheidungen in den USA weiter ausfallen – oder ob sich nach der Wahl im November eine gewisse Bremse ergibt. Und wir müssen auch über die öffentliche Wahrnehmung sprechen. Wenn wir – Politik, Medien, Wirtschaft – balanciert informieren, nichts schönreden, aber auch nicht alles schlechtreden, wäre viel gewonnen. Sicher gibt es zum Beispiel Firmen, die Personal abbauen, aber es gibt genauso Firmen, die Mitarbeiter aufnehmen. Letzteres fehlt oft in der öffentlichen Wahrnehmung. Wir müssen uns selbst an der Nase nehmen – Mindset steuern ist nicht nur Aufgabe der Politik. Als
Steiermärkische Sparkasse möchten wir dazu beitragen. Nicht blauäugig, sondern faktenbasiert – und dort, wo es gute Dinge gibt, wollen wir auch darüber reden.
Die Steiermärkische Sparkasse ist eine von zwei großen Regionalbanken in unserem Bundesland. Gleichzeitig ist sie auch in Südosteuropa ein starker Player. Vor dem Hintergrund, dass dass es ja kommunale Sparkassen waren, die den Sinn hatten, entsprechend dem Gründungsgedanken, das Leben bzw. die Wirtschaft in einer Stadt entsprechend zu fördern. Was bedeutet für Sie die regionale Verantwortung einer Sparkasse? Regionalität heißt für mich zuerst, die Menschen beim Aufbau von Vermögen zu unterstützen. Wir sprechen heute mit unter 30-Jährigen darüber, wie sie ihren dritten Lebensabschnitt absichern. Das Pensionssystem – erste, zweite, dritte Säule – ist in der Öffentlichkeit erstaunlich wenig präsent. Dabei können wir als Finanzbereich die zweite Säule (betriebliche Vorsorge) stärker kapitalmarktorientiert aufstellen und die dritte Säule (private Vorsorge) unterstützen. Und wir sehen die Notwendigkeit. Auf der Kommerzseite heißt regionale Verantwortung, den gesunden Mittelstand langfristig zu begleiten, aber auch die Industrie zu unterstützen – gemeinsam in der Gruppe. Und wir müssen unsere Rolle zwischen reinen Onlinebanken und großen europäischen Aktienbanken finden. Als Regionalbank haben wir einen Platz, wenn wir ein perfektes Onlinetool bieten. Mit George ist uns das sehr gut gelungen. Und gleichzeitig braucht es das persönliche Gespräch bei Schlüsselthemen im Leben wie zum Beispiel Wohnraum, Vorsorge für Kinder, Veranlagung einer Erbschaft. Dort

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18. März, 14 – 18 Uhr
Leibnitz
19. März, 14 – 18 Uhr
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Murau
19. März, 14 – 18 Uhr
Zeltweg
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braucht es Menschen mit fachlicher und sozialer Kompetenz –auch weil das oft sehr emotionale Themen sind.
Eines der unterschätzten Themen unserer Zeit ist die Pension. Banken tragen hier entscheidend dazu bei, den Ruhestand finanziell abzusichern. Wann muss man dafür mit privater Vorsorge beginnen, was muss man beachten?
Je früher man beginnt, desto besser. Kleine Beträge reichen, wenn man rechtzeitig anfängt. Spätestens zwischen 25 und 30 sollte man mit dem Zurücklegen beginnen – wahrscheinlich wird es dann ein 30- bis 40-Jahreshorizont bis zum Pensionsantritt. Der Zielkonflikt zwischen Sicherheit und Rendite wird dabei durch Mischung und Streuung gelöst. Also nicht 100 Prozent auf das eine oder andere setzen. Breite Fondsauswahl, angepasst an das Risikoprofil und die Ertragserwartung, und mit klarer Transparenz. Das Schlüsselwort ist Streuung – zwischen Cash, Pensionsversicherung und Investmentfonds. Der Fondsanteil wird stärker, weil sich über lange Laufzeiten gezeigt hat, dass selbst mit Rückschlägen langfristig solide Ergebnisse möglich sind. Und, wer spät beginnt, braucht ein anderes Risikoprofil. Das kann man heute in Beratungsgesprächen technisch gut darstellen und nachvollziehbar erklären.
Viele glauben, Beratung sei vor allem Verkauf und die Produkte, die empfohlen werden, seien abhängig von der Höhe der Provision. Wie begegnen Sie dem?
Provisionierungen sind mittlerweile sehr transparent – wir sind gläsern geworden. Und unser Grundsatz ist, wenn sich der Kun-
Der neue elektrische CLA Shooting Brake mit vielseitigem Stauraum und einer Reichweite von bis zu 761 km*.
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Autorisierter Vertriebs- und Servicepartner für Mercedes-Benz PKW sowie Servicepartner für Mercedes-Benz Transporter 8051 Graz | Schippingerstraße 8 | T +43 316 60 76-0
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de langfristig nicht gut beraten fühlt, wenn wir nicht transparent sind über Ertragschancen, Risiken und Kosten, gewinnen wir langfristig keine Neukunden. Uns gelingt es jedes Jahr, rund 30.000 neue Kunden zu gewinnen – das ist ein Indikator, dass wir hier richtig liegen.
Direktbanken bieten bereits sehr günstig Veranlagungen an. Wozu überhaupt noch Beratung?
Auch wir bieten auf unserem Onlinetool George die Möglichkeit, ohne Beratung selbst zu investieren – mit Übungsportfolios und echten Portfolios: George Invest. Menschen, die überhaupt keinen persönlichen Kontakt mehr wollen, werden wir langfristig nicht als Kunden halten. Aber in Krisenzeiten merken wir, dass manche, die zu reinen Onlineanbietern gewechselt sind, wieder zurückkommen. Wenn persönlicher Kontakt gesucht wird, wird er dort oft teuer oder ist gar nicht in der gewünschten Qualität verfügbar. Ich glaube, die breite Masse wird diese Mischung schätzen, ein sehr gutes, leicht bedienbares digitales Tool – und persönliche Beratung bei Schlüsselthemen.
Die politische Landschaft macht es Banken nicht immer leicht, ihrer Kernaufgabe nachzukommen, gesellschaftlich Wirkung zu entfalten. Welche Reformen braucht Österreich – und was müsste sich in Europa ändern? Österreich hat ein Ausgabenthema. Und wir müssen die Pensionsreform angehen – sonst bekommen wir in einigen Jahren soziale Spannungen. Für Banken und für Europa insgesamt wäre jedenfalls mehr Kapitalmarktorientierung wichtig. Und dann ist

Georg Bucher wurde 1962 in Wien geboren und studierte dort und in Salzburg Rechtswissenschaften. 1987 schließt er sein Studium mit dem Doktorat ab und geht als Postdoktorand nach Brügge, wo er am »College of Europe« bis 1989 »Advanced Legal Studies« studiert. Dazwischen absolviert Bucher sein Gerichtsjahr als Rechtspraktikant am Oberlandesgericht Graz und Wien. Bevor Georg Bucher 1990 bei der Giro-Credit-Wien anheuert und dort verschiedene Leitungsfunktionen in den Bereichen Vorstandssekretariat, Öffentlichkeitsarbeit und Marketing ausübt, sammelt er in Brüssel internationale Erfahrung in einer Unternehmensberatungskanzlei. 1997 übernimmt Bucher Leitungsfunktionen bei der Erste-Bank in Wien, 2004 wechselt er in den Vorstand der »Steiermärkische Bank und Sparkassen AG«, deren Vorsitzender er seit 2025 ist. Georg Bucher ist verheiratet und hat vier Kinder.

Ob Bargeld verschwindet, entscheidet am Ende der Kunde.
Georg Bucher
da natürlich das Thema der Überregulierung, die ganz besonders auch unseren Sektor trifft. Wobei ich ja gewisse Regulierungen für sinnvoll halte. Vor der Finanzkrise war die Regulatorik in Europa sicher zu schwach. Aber das Pendel ist auf die andere Seite ausgeschlagen und dortgeblieben – die Mitte ist noch nicht gefunden. Wir betreiben teils enormen Aufwand fürs Regulieren und fürs Kontrollieren. Von einer vernünftigen Balance sind wir noch entfernt.
Zurück zur Präsenz der Steiermärkischen Sparkasse in Südosteuropa. Warum ist diese Region für Sie strategisch so wichtig – und was ist die Gefahr aus Ihrer Sicht? Wir sind gemeinsam mit unserer Gruppe in sechs Ländern in Südosteuropa vertreten. Rückblickend war das ein sehr guter Schritt. Dort sehen wir Wirtschaftswachstum, steigendes GDP pro Kopf und Kreditwachstum. Gleichzeitig gibt es große Herausforderungen – etwa doppelte Berichtsstandards. Die größere Gefahr ist politisch. Denn, wenn die EU die Integration dieser Länder nicht ganz oben auf die Agenda setzt, drohen in 15 bis 20 Jahren soziale Spannungen. Die Menschen werden älter, die Jungen wandern aus. Was wir jetzt investieren müssten, steht in keiner Relation zu dem, was später ein »Marshallplan für Südosteuropa« kosten würde. Daher braucht es Tempo und klare Prioritäten. Und ich weiß, dass natürlich mit der Ukraine auch eine sehr schwer zu bewältigende Frage am Tisch liegt. Die Jungen aus Südosteuropa, die das Wachstum eigentlich tragen sollen, sind alle in Europa. Ich habe einmal auf einer Uni in Südosteuropa einen Workshop geleitet und in den Pausen war es für mich frustrierend zu hören, dass mir jeder Zweite gesagt hat, er werde nach Skandinavien, nach Deutschland, nach Österreich gehen. Ich habe dann gesagt. Bitte, kommt danach wieder hierher zurück. Das machen die Menschen halt dann oft nicht, weil sie halt im Ausland eine Lebenspartnerin oder einen Lebenspartner finden und eine Familie gründen. Viele leben lieber in einem Land, in dem das Bildungs- und Gesundheitssystem besser sind, als zuhause. Unsere Präsenz in diesen SEE-Regionen hilft ein wenig mit, dies zu ändern.
Eine EU-Idee ist der »digitale Euro«. Brauchen wir den oder bedroht er das Bargeld oder die Bankkonten?
Ein Bankkonto kann der digitale Euro nicht ersetzen – schon aus der Tatsache, dass er betragsmäßig begrenzt ist. Ich glaube nicht, dass wir ihn brauchen; es wird europäische Zahlungssysteme geben, die den Bedarf abdecken. Wenn er etwas Positives hat, dann, dass er die Positionierung europäischer Zahlungssysteme gegenüber internationalen Anbietern beschleunigt. Kommt er? Ja, ich glaube schon. Er wird Banken im Zahlungsverkehr etwas anknabbern, aber nicht ersetzen. Und ob Bargeld verschwindet, entscheidet am Ende der Kunde – nicht die EU oder die EZB und die Bank.
Wie viel Spielraum haben Banken bei Kreditentscheidungen trotz Regulierung?
Gott sei Dank gibt es Spielraum. Wir betrachten nicht nur objektive Kreditwürdigkeit, sondern sehr stark auch subjektive Kreditwürdigkeit – persönliche Umstände, Leistbarkeit, Lebenssituation. Ich sage intern oft: Schauen wir unseren Kundinnen und Kunden wieder stärker in die Augen, versuchen wir sie zu verstehen, Bedürfnisse zu erkennen, und machen wir ein maßgeschneidertes Angebot, das ihren Möglichkeiten entspricht. Diese Freiheit haben wir noch.
Eine spezielle Südosteuropafrage noch. Wie geht es der Steiermärkischen Sparkasse in Slowenien. Lohnt sich das dortige Engagement? Slowenien ist ein schwieriger Markt, aber ja, wir verdienen dort Geld. Slowenien war unsere einzige »Greenfield-Operation« – gegründet durch die Kärntner Sparkasse. In Kroatien sind wir Nummer drei, in Nordmazedonien Richtung Nummer drei unterwegs; in Serbien sind wir über eine Beteiligung in der Gruppe präsent. Größere Finanzierungen machen wir teils konsortial – aber Exportgeschäfte und die Begleitung steirischer Großkunden können wir sehr gut selbst leisten.
Herr Bucher, vielen Dank für das Gespräch.

Mit 1. Jänner 2026 endet der jahrelange „Fleckerlteppich“ regionaler oder unklarer Trinkgeldregelungen. Erstmals gelten für die Sozialversicherung bundesweit einheitliche Trinkgeldpauschalen. Im Gastgewerbe zum Beispiel beträgt die Trinkgeldpauschale 65 Euro für Beschäftigte mit und 45 Euro für jene ohne Inkasso. Die branchenbezogenen Pauschalen verstehen sich als Obergrenze, welche in den nächsten Jahren noch angehoben und schließlich ab 2029 (nur noch) indexiert wird. Die tatsächlichen Trinkgelder können immer dann herangezogen werden, wenn sie geringer sind. Die Steuerfreiheit gilt (unverändert), wenn die Trinkgelder von Dritten freiwillig und ohne Rechtsanspruch bezahlt werden, auch bei Kreditkartenzahlungen oder Tronc-Systemen. Für die Praxis bedeutet die Neuregelung Rechtssicherheit, Risikoeliminierung und planbare Lohnnebenkosten. Man muss allerdings schon sehr viel detailliertes Verständnis für die einschlägigen Rechtsvorschriften und deren Entwicklung haben, um das Faktum der Sozialversicherungspflicht von Trinkgeldern überhaupt zu verstehen, wo sie doch andererseits auch steuerfrei gestellt sind.
„Das, was du machst, macht in Zukunft die KI.“ Im aktuellen Podcast „Ungescripted“ mit Benjamin Berndt skizziert Investor Frank Thelen ein Szenario, das weniger nach Zukunft als nach Gegenwart klingt. Der KI-Boom, so seine These, frisst sich bereits durch Unternehmen, ersetzt Routinetätigkeiten und bereitet den nächsten großen Umbruch vor – direkt im Betriebssystem unserer Smartphones und Computer.
Wie lange dauert es noch, bis ein Unternehmer durch sein Team geht und sagen muss: „Das, was du machst, macht jetzt die KI“? Für Frank Thelen ist die Antwort eindeutig: In
manchen Bereichen ist dieser Moment bereits da.
Thelen verweist auf Start-ups, in denen einfache Programmierarbeiten, RoutineAnalysen oder die Auswertung von Ear-
Frank Thelen sieht KI und Robotik an der Schwelle zum nächsten Umbruch – mit tiefgreifenden Folgen für Wirtschaft, Arbeitswelt und Europas Wettbewerbsfähigkeit.

nings-Calls zunehmend von KI-Systemen übernommen werden. Tätigkeiten, die früher ausgelagert oder von JuniorAnalysten erledigt wurden, erledige heute Software – schneller, günstiger und ohne Pausen. Die Modelle hätten ein Leistungsniveau erreicht, das wirtschaftlich relevant sei.
Doch laut Thelen steht der eigentliche Umbruch erst bevor. KI wandert gerade aus dem Chatfenster direkt ins Betriebssystem. Werde sie tief in iOS oder macOS integriert, könne sie nicht nur Texte vorschlagen, sondern selbstständig handeln – E-Mails beantworten, Termine koordinieren, Rechnungen verarbeiten. Aus dem digitalen Assistenten werde ein digitaler Akteur.
Dass Apple mit Siri einst scheiterte, sei für Thelen ein Beispiel dafür, wie schwer sich Konzerne mit radikaler Innovation täten. Heute treibe ausgerechnet Google min „Gemini“ die Entwicklung bei Apple voran – auch dank eigener Chips, gefertigt vom taiwanesischen Auftragsriesen TSMC, der die globale Halbleiterproduktion dominiere. Diese Abhängigkeit mache Technologie zur geopolitischen Machtfrage. Parallel schreite die Robotik voran. Thelen nennt Systeme wie Tesla Optimus oder Entwicklungen von Figure AI als Beleg. Humanoide Maschinen seien keine Science-Fiction mehr. Sie würden gebaut, weil unsere Welt für Menschen konstruiert sei – mit Türen, Treppen und Werkbänken.
Das Rennen laufe zwischen den USA und China – um Chips, KI-Modelle, Robotik und Rohstoffe. Europa hingegen spiele bislang kaum eine strategische Rolle. Die entscheidende Frage laute für Thelen. Was geschieht, wenn KI nicht nur denkt, sondern handelt – und Roboter diese Intelligenz physisch ausführen?
Manche sprächen von wenigen Jahren bis zur nächsten Entwicklungsstufe. Sicher sei für ihn nur, dass sich noch nie zuvor eine Technologie so schnell in die wirtschaftliche Realität verwandelt habe.
Die österreichische KFZ-Branche steht unter massivem Transformationsdruck – zwischen steigenden Kosten, Elektromobilität und digitalem Umbruch. Wie tiefgreifend der Wandel tatsächlich ist und welche Chancen sich daraus ergeben, erläutert Bernhard Kalcher, Obmann des Verbandes Österreichischer Kraftfahrzeugbetriebe (VÖK), im Hintergrundgespräch mit Fazit.
Steigende Kosten, technologische Umbrüche und eine Mobilität im Wandel setzen die KFZ-Wirtschaft massiv unter Druck. Gleichzeitig eröffnen Elektromobilität, Digitalisierung und neue Servicekonzepte Chancen für jene Betriebe, die bereit sind, ihr Geschäftsmodell weiterzudenken. Die Branche steht vor einer Richtungsentscheidung – mit offenem Ausgang.
Die österreichische KFZ-Wirtschaft befindet sich laut Bernhard Kalcher, Obmann des Verband österreichischer Kraftfahrzeugbetriebe, an einer Weggabelung. Lange war sie ein verlässlicher Motor für Beschäftigung, regionale Wertschöpfung und technischen Fortschritt. Heute, so Kalcher im Gespräch, empfinden viele Betriebe die Lage als Dauerstresstest. Der Veränderungsdruck sei so hoch wie nie zuvor – und die Planbarkeit so gering wie selten.
Steigende Energie- und Personalkosten, komplexere Regulierung und eine volatile Nachfrage bremsen die Betriebe. Die Transformation zur Elektromobilität verlaufe nicht linear, sondern „holprig“. Werkstätten müssten parallel mehrere Antriebssysteme beherrschen – vom klassischen Verbrenner bis zum Hochvolt-E-Antrieb –, während sich Investitionen in Ladeinfrastruktur und Spezialausrüstung oft erst langfristig rechnen. Zugleich wird der Markt internationaler
und digitaler. Fahrzeuge entwickeln sich zunehmend zu rollenden Computersystemen. Software-Updates, Assistenzsysteme, Batteriekompetenz und Datenmanagement werden zu Schlüsselqualifikationen. Wer hier nicht investiert, riskiert den Anschluss.
Doch Kalcher betont auch die Chancen: Mobilität verschwindet nicht – sie verändert sich. Die Zahl der Fahrzeuge bleibe hoch, der technische Anspruch steige. Betriebe, die Weiterbildung ernst nehmen, Kooperationen eingehen und digitale Prozesse integrieren, könnten sich vom reinen Reparaturbetrieb zum umfassenden Mobilitätsdienstleister entwickeln.
Ein zentraler Faktor bleibe Vertrauen. In Zeiten technischer Unsicherheit wachse der Beratungsbedarf. Regional verankerte Betriebe hätten hier einen Wettbewerbsvorteil: Nähe, Servicequalität und persönliche Beratung seien nicht digital substituierbar.
Die KFZ-Wirtschaft steht damit nicht vor ihrem Ende, sondern vor einer Bewährungsprobe. Entscheidend sei, so Kalcher, nicht die Geschwindigkeit der Veränderung – sondern die strategische Richtung. Und die ist offen.

Grazer Airport auf Wachstumskurs: (v.l.) GF Jürgen Löschnig, StR. Manfred Eber, Holding Vorstandsdirektor Marc Perz, GF Wolfgang Grimus und der designierte
AR-Vorsitzende
Wolfgang Malik

Der Graz Airport blickt auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2025 zurück und setzt seinen Wachstumskurs fort. Insgesamt wurden 831.095 Passagiere abgefertigt – ein Plus von rund 12.000 Fluggästen gegenüber 2024. Während der Linienverkehr um 0,6 Prozent zulegte, erwies sich der Charterbereich mit knapp vier Prozent Wachstum erneut als dynamischer Treiber. Im Frachtsegment verzeichnete der Flughafen mit 19.500 Tonnen ein neues Rekordergebnis.
Airport-GF Wolfgang Grimus zeigt sich angesichts des herausfordernden Marktumfelds für Regionalflughäfen zufrieden. Insbesondere im Liniensegment habe sich zuletzt eine klar positive Tendenz abgezeichnet. Mit zusätzlichen Verbindungen – darunter London im Sommerflugplan – sowie einer anhaltend starken Nachfrage bei Privatreisen erwartet das Management auch für 2026 Rückenwind. Impulse kommen aus der verbesserten Bahnanbindung durch die Koralmbahn, die den Flughafen als Mobilitätsdrehscheibe im Süden Österreichs stärkt.
Investition in erneuerbare Energie
Parallel zur Verkehrsentwicklung baut der Airport den NonAviation-Bereich aus. 2025 etablierte sich der Standort erneut als Eventlocation für Messen sowie internationale Kongresse. Zugleich treibt der Flughafen seine Klimastrategie voran: Nach der Umsetzung einer elektrischen Bodenstromversorgung und einer PV-Anlage auf dem Parkhausdach sind weitere Investitionen geplant, darunter eine PV-Freiflächenanlage mit rund 16 MWp Leistung. Diese soll einen substanziellen Beitrag zur regionalen Energieversorgung leisten.
Organisatorisch wurde der Flughafen mit 1. Jänner 2026 der Vorstandssparte „Mobilität & Freizeit“ der Holding Graz zugeordnet. Ein neu eingerichteter Aufsichtsrat mit ausgewiesener Luftfahrtexpertise begleitet die strategische Weiterentwicklung. Ziel ist eine wirtschaftlich nachhaltige Positionierung als international vernetzte Drehscheibe für Wirtschaft, Tourismus und Logistik im dynamischen Wirtschaftsraum Südösterreich.
IMAS-Studienautor Paul Eiselsberg, WienerStädtische-Gen-Dir.-Stv. Sonja Brandtmayer und Steiermärkische-Vorstandsmitglied Oliver Kröpfl

In der Steiermark wächst die Sorge vor Altersarmut: Laut der Vorsorgestudie 2026 von Erste Bank, Sparkassen und Wiener Städtischer Versicherung glauben sieben von zehn Steirern nicht an eine ausreichende staatliche Pension.
Fast drei Viertel der Befragten zweifeln an der Höhe der öffentlichen Rente. Diese Verunsicherung spiegelt breitere wirtschaftliche Ängste wider: 64 Prozent erwarten eine Verschlechterung der Lage, nur 16 Prozent eine Verbesserung. Die Studie, basierend auf einer Umfrage unter 1.000 Personen zwischen 16 und 65 Jahren, unterstreicht den Trend zu privater Vorsorge. 92 Prozent halten finanzielle Absicherung für wichtig. Monatlich legen Steirer im Schnitt 225 Euro zurück, Männer 265 Euro, Frauen 179 Euro. Beliebte Instrumente sind Sparkonten (42 %), Lebensversicherungen (41 %) und Bausparen (23 %).
Absicherung gegen Altersarmnut
54 Prozent wollen ihren Lebensstandard halten und Schicksalsschläge abfedern. 38 Prozent schätzen ihr Altersarmutsrisiko als hoch ein, 16 Prozent rechnen sogar damit, im Ruhestand arbeiten zu müssen. Gesundheit (70 %), Altersvorsorge (62 %) und Wohnen (59 %) sind Top-Themen, Familie (53 %) und Krisenreserven (55 %) folgen. „Die Diskussionen über die Finanzierbarkeit des Pensionssystems zeigen Wirkung“, erklärt Sonja Brandtmayer von der Wiener Städtischen, und Oliver Kröpfl, Vorstandsmitglied der Steiermärkische Sparkasse, betont: „Wir brauchen einen Produktmix mit klassischen Sparprodukten und Wertpapieren für mehr Chancen und Sicherheit.“ Obwohl es seit 20 Jahren das Pensionskonto gibt, kennen nur 16 Prozent ihr Guthaben, nur rund die Hälfte davon ist zufrieden damit. Die erwartete Bruttopension liegt bei 2.023 Euro, Männer bei 2.254, Frauen bei 1.748 Euro. Mehr als drei Viertel (77 %) der Befragten sind davon überzeugt, dass eine umfassende finanzielle staatliche Förderung privater Altersvorsorge bzw. eine durchgängige Vollzeitbeschäftigung (69 %) der Weg zu einer höheren Pension ist.
Herr Kainz, was erwarten Sie von der Bundesregierung? Wir erwarten endlich echte Entlastung – nicht bloße Ankündigungen. Energie- und Arbeitskosten setzen unsere Betriebe massiv unter Druck. Wenn wir wettbewerbsfähig bleiben wollen, müssen diese Kosten spürbar sinken. Gleichzeitig wächst die Bürokratie weiter. Unternehmer brauchen Freiraum – keine zusätzlichen Auflagen. Es fehlt eine klare, langfristige Standortstrategie. Österreich braucht Reformen mit Tempo, nicht Verwaltung im Dauerlauf.
Welche steuerlichen Schritte sind notwendig?
Arbeit und Unternehmertum müssen wieder leistbar werden. Eine deutliche Senkung der Lohnnebenkosten ist überfällig. Belastende Abgaben gehören reduziert oder abgeschafft. Zusätzlich braucht es niedrigere Einkommen- und Körperschaftsteuersätze für KMUs sowie dauerhafte Investitionsanreize. Weniger Steuern, weniger Abgaben, weniger Bürokratie – mehr Luft zum Wirtschaften.
Ihre Position zu NoVA und CO₂-Steuern?
Ganz klar: NoVA auf betrieblich genutzte Fahrzeuge abschaffen, CO₂-Steuern streichen. Diese Abgaben verteuern Mobilität künstlich und treffen besonders kleine und mittlere Betriebe. Wer den Standort stärken will, darf ihn nicht zusätzlich belasten.
Wie beurteilen Sie den Green Deal?
Der Green Deal ist in seiner derzeitigen Ausgestaltung ein massives Standortproblem. Er ist ideologiegetrieben, verteuert Energie, schafft immer neue Auflagen und schwächt die Wettbewerbsfähigkeit unserer Betriebe. Während Länder außerhalb der EU ohne diese Belastungen produzieren, legen wir uns selbst Fesseln an. Das bremst Investitionen und gefährdet Arbeitsplätze.
Unser Zugang ist eindeutig: Kein ideologischer Umbau der Wirtschaft, sondern marktwirtschaftliche, technologisch offene Lösungen. Ideologiegetriebener Klimaschutz darf nicht zum Deindustrialisierungsprogramm werden.
Und die Energiepolitik insgesamt?
Die hohen Energiekosten sind ein zentraler Wettbewerbsnachteil. Wir brauchen die Abschaffung des Merit-Order-Prinzips, die Reduktion staatlicher Abgaben und einen konsequenten Ausbau heimischer Energie. Versorgungssicherheit und leistbare Preise sind Grundvoraussetzungen für einen starken Standort.
Ihr Fazit?
Reform statt Stillstand bedeutet: entlasten, Tempo aufnehmen und den Standort aktiv stärken. Unsere Betriebe brauchen Rückenwind – nicht Gegenwind aus der Politik.


Krapfen-Power für den Bau-Fortschritt
Mit einem flaumigen Krapfengruß bedankte sich der Grazer Bezirksvorsteher Erwin Wurzinger bei den Mitarbeitern der Firmen Braumann, Porr und wastebox.biz für die perfekte Zusammenarbeit bei der Großbaustelle in der Hilmteichstraße in Graz. Wastebox.biz managt die fachgerechte Gesamtentsorgung der Großbaustelle wie etwa die Bereitstellung von schlammdichten Mulden für den Bohrschlamm. Sämtliche Abfalldaten werden transparent und nachvollziehbar in der wastebox-Plattform für notwendige Umweltberichte bereitgestellt. Hochspezialisierte Kanalspülfahrzeuge der Firma Saubermacher kamen ebenfalls zum Einsatz. Die Krapfenüberraschung war ein gelungenes Dankeschön für die professionelle Zusammenarbeit aller Beteiligten.



Die Finanzbildungstage an der FH Joanneum im Rahmen von „FUNtech“ begeisterten rund 400 Jugendliche. In praxisnahen Workshops zu Budgetierung, Banken, Versicherungen und nachhaltigem Investieren stärkten sie ihr Finanzwissen. Die Jugendlichen nutzten die Gelegenheit, sich mit den Experten direkt auszutauschen. So erhielten sie Einblicke in wirtschaftliche Zusammenhänge – von Geldanlage über Budgetierung bis hin zu Finanzsystemen. Staatssekretärin Barbara Eibinger-Miedl betonte die Bedeutung früher Finanzbildung. Organisiert vom Institut Bank- und Versicherungswirtschaft, verfolgt die FH Joanneum unter dem Motto „Finanzbildung für alle“ das Ziel, wirtschaftliche Kompetenzen für alle Lebensphasen zu vermitteln.
Die Steirische Sozialdemokratie präsentierte im Rahmen der Klubklausur des SPÖLandtagsklubs ein Gemeindepaket zur Stabilisierung der Kommunalfinanzen. Parteichef Max Lercher fordert mehr Planungssicherheit, strukturelle Reformen und zusätzliche Investitionsspielräume sowie einen „Steiermark-Patriotismus“ für Städte und Gemeinden. Steigende Pflichtausgaben bei Pflege, Bildung, Infrastruktur und Sicherheit würden Budgets stark belasten. GVV-Chef Mario Abl und GBH-Bundesvorsitzender Josef Muchitsch betonen die Bedeutung regionaler, „grün-weißer“ Bauinvestitionen für Beschäftigung und Wertschöpfung. Das Ziel sind faire Finanzierungsmodelle, klare Zuständigkeiten und eine Neuordnung der Aufgabenverteilung.
Das AMS Steiermark finanzierte gemeinsam mit dem LFI den Pilotkurs „Job mit Durchblick“, der zehn Arbeitsuchende gezielt auf eine Lehre oder Tätigkeit im Optikerhandwerk vorbereitete. Hintergrund ist der steiermarkweite Fachkräftemangel, verstärkt durch die Entfernung zur Berufsschule in Innsbruck und fehlende niederschwellige Angebote. Seit November 2025 wurden optische Grundlagen, Werkstattpraxis, Kundenberatung, Bewerbungstraining und ein Praktikum vermittelt. Alle Teilnehmenden bestanden erfolgreich, viele mit sehr guten Leistungen; zwei Drittel erhielten bereits fixe Jobzusagen, vier starten eine arbeitsplatznahe Qualifizierung. Am 25. Mai folgt mit „Jobtöne“ zudem eine neue Ausbildung im Bereich Hörakustik in Graz.

Die Gesichter hinter der Innovation aus Graz: (v.l.) Gabor Nemeth, Ewald Eckl, Stephan Sticher, Thomas Hötzl und Oliver Wachter
Die Prisma Engineering Maschinen- und Motorentechnik GmbH schlägt ein neues Kapitel auf: Vom langjährigen Spezialisten für Festigkeits- und Ermüdungsanalysen entwickelt sich das Grazer Unternehmen zunehmend zum Hersteller eigener Hightech-Prüfsysteme.
Über Jahrzehnte eng mit der Schienenfahrzeug- und Automobilindustrie verbunden, setzt das 1996 gegründete Unternehmen Prisma seit der Übernahme durch Investor Stephan Sticher im Jahr 2021 verstärkt auf eigene Produktinnovationen. Im Rahmen eines Pressegesprächs präsentierte das Management rund um GF Ewald Eckl und Managing Director Thomas Hötzl das erste vollständig eigenständig entwickelte Serienprodukt: den SinusJet 4. Dabei handelt es sich um einen Resonanzprüfstand für Radsätze von Schienenfahrzeugen, der durch hohe Flexibilität und Leistungsfähigkeit neue Maßstäbe setzen soll.
Realitätsnahe Simulationen Technologisch ermöglicht das System realitätsnahe Belastungssimulationen am gesamten Radsatz. Höhere Prüfgeschwindigkeiten, die gleichzeitige Einleitung unterschiedlicher Belastungen
sowie ein vergleichsweise geringer Energieverbrauch zählen zu den zentralen Vorteilen. Besonders praxisnah: Tests können direkt mit Serienradsätzen aus der laufenden Produktion durchgeführt werden. Damit adressiert Prisma sowohl Hersteller als auch Bahnbetreiber – von der Entwicklung neuer, leichterer Achsen über Qualitätssicherung bis hin zu Instandhaltungsanalysen.
Hohe regionale Wertschöpfung
Die Auslieferung der ersten Anlage ist für 2026 geplant, weitere Radsatzhersteller haben ihr Interesse an dem neuen Prüfstand bereits bekundet. Strategisch setzt das Unternehmen zudem auf regionale Wertschöpfung: Mehr als 90 Prozent der Bruttowertschöpfung des SinusJet 4 erfolgen in der Steiermark. Damit positioniert sich Prisma nicht nur technologisch, sondern auch industriell als starker Innovationsmotor am Standort Graz.

Sylvia Loibner, Obfrau der Sparte Verkehr WKO Steiermark
Welche Verkehrsinfrastruktur-Projekte braucht die Steiermark?
Vor allem leistungsfähige Schienenverbindungen. Mit dem Koralmtunnel wurde die Achse zur Adria geschaffen. Der Semmeringtunnel erschließt die Region ab 2030 in Richtung Baltikum. Entscheidend für den Industriestandort wird der Neubau des Bosrucktunnels sein, der unbedingt zweigleisig werden muss. Bedauerlich ist, dass der zweispurige Ausbau Richtung Spielfeld um fünf Jahre zurückgestellt wurde.
Und wie sieht es mit dem öffentlichen Verkehr aus?
Insgesamt entscheidend für die Mobilität wird ergänzend zum Ausbau des Linienverkehrs eine kleinregionale Lösung mit MikroÖV-Systemen sein. Hier war die Steiermark federführend, werden aber bestehende Systeme aufgrund von Finanzierungsproblemen in den Gemeinden eingestellt. Seitens des Landes ist an eine Weiterführung bzw. Ausdehnung nicht gedacht.
Wie geht der Ausbau der Ladeinfrastruktur für E-Taxis voran?
Gemeinsam mit der Energie Graz wurde eine ausreichende Anzahl an Schnellladestationen für Taxis geschaffen. Durch die Erhöhung der Ladetarife ist der Kostenvorteil jedoch nicht mehr entscheidend. Moderne E-Hybrid-Fahrzeuge weisen ein attraktiveres Kosten-Nutzenverhältnis gegenüber E-Fahrzeugen auf. In Graz sind von den 626 zugelassenen Taxis 51 rein elektrische Fahrzeuge in Betrieb, das entspricht einem Anteil von 8,1%. Gleichzeitig sind in 386 Fahrzeuge mit Hybridantrieb unterwegs (61,7%).
Von Peter Sichrovsky

Bill Maher, US-Entertainer mit einer regelmäßigen TV-Show, weigerte sich, bei der Verleihung der diesjährigen Emmy-Awards einen Pin, eine Stecknadel, gegen die Antiimmigrationstruppe »ICE« (United States Immigration and Customs Enforcement) zu tragen. Seiner Weigerung folgte ein – wie es im Englischen heißt –Shitstorm der Erbosten und Empörten. Maher ist einer der rhetorisch begabtesten Entertainer und antwortete in seiner nächsten Sendung den Empörten: »Nach all den kritischen Bemerkungen, die mich erreichten, weil ich mich weigerte, einen Pin gegen ICE zu tragen, bin ich in mich gegangen, habe es mir noch einmal überlegt und bin zu folgendem Schluss gekommen: Ihr könnt mich alle mal, ich bin Entertainer, und meine Fans mögen mich wegen meiner Scherze, der interessanten Interviews und Diskussionen mit meinen Gästen. Ich werde nie einen Pin tragen, egal für oder gegen wen.«
Mit beißendem Zynismus kritisierte er Kolleginnen und Kollegen, die eine Preisverleihung für plakative, oft in-
Die überflüssigen Wortspenden der Kunstschaffenden
fantile politische Botschaften benutzen würden, und sprach damit ein Problem an, das auch uns in Europa immer öfter beschäftigt.
Warum glaubt zum Beispiel ein Schauspieler, der einen Mörder spielt – so überzeugend, dass wir als Zuseher froh sind, wenn er vor Ende des Filmes von der Polizei erwischt wird –, uns könnte seine Meinung zum Konflikt Israel vs. Gaza oder dem Krieg Russlands gegen die Ukraine interessieren? Der Wissensstand der Kunstschaffenden zu diesen Konflikten gleicht dem der Busfahrer, Psychiater, Installateure, Piloten, Pfleger und Mathematiklehrer. Dennoch benutzen sie ihre Bekanntheit, um das Publikum zu belehren, zu ermahnen, an Gut und Böse zu erinnern – oder auch nicht, vielleicht ist es nur das verzweifelte Verlangen nach Applaus.
Als letzte Woche mein Klo verstopft war und ein Installateur meine ganze Familie mit ein paar geschickten Handgriffen von einer Katastrophe befreite, bedankte ich mich, und er sich, nachdem ich ihn bezahlt hatte (plus einem stattlichen Trinkgeld). Als er sein Werkzeug zusammengepackt hatte und sich verabschiedete, ermahnte er mich nicht, an die Kinder in Gaza zu denken, an die Verhaftung illegaler Einwanderer in Minnesota und an die Zerstörung der Stromversorgung in Kiew. Er überreichte mir auch keine Liste mit Unterschriften von 200 Installateuren, die gegen die Verhaftung eines Arztes der Hamas protestieren. Ich war nahe dran, ihn zu fragen, warum ihn das alles nicht beschäftige, hat es doch eine der Kunstschaffenden vor ein paar Tagen bei einer Preisverleihung so betroffen gemacht, dass sie fast weinend ihren Preis in Empfang genommen hatte. Wir alle treten auf kleineren oder größeren Bühnen auf, gegenüber Verwandten, Bekannten, Kunden, Gegnerinnen oder Gegnern im Sport oder einer Kartenrunde im Kaffeehaus. Es ergeben sich Diskussionen, Gespräche mit unterschiedlichen Ansichten, oft heftig und unversöhnlich. Die Interaktion unterscheidet sich von den Belehrungen der
Kunstschaffenden, von der Bühne herab oder der Verbreitung von Unterschriftenlisten. Mit einfältigen, einseitigen Erklärungen feuern sie um sich wie mit abgeschossenen Pfeilen.
Wir als Publikum sind das Ziel ihrer mit Klischees zusammengerafften Positionen, die uns wehr- und hilflos zurücklassen. Es gab die Kunstwerke, die das Publikum mit einer Botschaft erreichten, wie Picassos »Guernica« oder Polanskis »Der Pianist«. Die authentische »MeToo«-Bewegung hat mit engagiertem Einsatz über interne Ungerechtigkeit die eigene Branche verändert und suchte nicht mit dem Finger auf der Landkarte die Empörung. Da mussten die Kreativen nicht viel erklären, sie erreichten uns mit ihrer gewagten Offenheit und ihrer Begabung. Es prallte nicht ab wie ein belehrender Satz, ein Pin am Revers oder ein Palästinenserschal um den Hals.
Wenn ihr es nicht schafft, liebe Kunstschaffende, eure Botschaft mit künstlerischen Mitteln zu vermitteln oder offen über euch selbst zu sprechen, dann lasst es lieber. Es ist nur mehr peinlich und lässt uns als Publikum vergessen, warum wir euch verehren, bewundern und uns eure Begabung aufregt und begeistert. Tauscht doch eure Meinungen untereinander aus, so wie es euer Publikum macht. Ganz ohne große Bühne. n
Sie erreichen den Autor unter peter.sichrovsky@wmedia.at
Es ist Faschingsdienstag und ich schreibe weiter an diesem Essay, um die jüngsten Weltnachrichten zu verarbeiten. Heute werden Narren mit Masken durch die Straßen ziehen, morgen ist Aschermittwoch. Dann werden in den Kirchen Aschenkreuze den Gläubigen auf die Stirn gezeichnet und »launige« politische Aschermittwochreden gehalten. Wenn man hört und über die mächtigsten Menschen liest, was sie denken und tun, dann könnte man verzweifeln und meinen, die Welt bricht bald zusammen. Selbst die ehemalige Vizepräsidentin der Europäischen Kommission, Margrethe Vestager, schrieb kürzlich in einem Gastkommentar: »Die Weltordnung ist kaputt.« Dieser Essay soll den Schrecken vor einem teilweisen oder völligen Zusammenbruch nehmen, weil wir gefasst und vorbereitet sind oder sein wollen. So will ich Sie auf eine Reise durch diese verwirrend erscheinende Welt und auch die vielen Wege mitnehmen, die man geht, um die Gesellschaft besser zu verstehen.
Melinda, Michael, Kinder »Es ist nur mehr traurig«, sagt Melinda French Gates, die Exfrau des Microsoft-Gründers Bill Gates, von dem sie seit 2021 geschieden ist, in einem Interview Anfang Februar auf die Frage, was sie zu den jüngsten Enthüllungen sagt. Sie sei nur mehr zutiefst traurig, möchte mit diesem »Dreck« nichts mehr zu tun haben. Als Mutter von drei Töchtern mache sie das fassungslos und man sah, wie sie mit den Tränen kämpfte. Michael Jackson, der im Zuge der aktuellen Enthüllungen auch genannt wird, singt in seinem Lied schon 1995 »They don‘t care about us« und Hunderttausende hören ihm hingerissen zu. Haben sie den Text gehört, den Hilferuf verstanden oder ist er im begleitenden Trommelwirbel untergegangen?
Wir sind ihnen gleichgültig, Skinhead, Totenkopf! Jeder ist schlecht geworden. Die Situation verschlimmert sich. Überall nur Anschuldigungen. Im Prozess, in den Nachrichten: Alle sind Hundefutter! Peng, Peng, totgeschossen! Jeder ist verrückt geworden! Alles, was ich sagen will, ist, dass Wir ihnen in Wirklichkeit gleichgültig sind! Sagt mir, was aus meinem Leben geworden ist! Ich habe eine Frau und zwei Kinder, die mich lieben.
Ein Lied aus Amerika, dem ehemaligen Land der unbegrenzten Möglichkeiten und Traumfabriken.
Das Goldene Kalb und die Moral Was kann und soll man dazu sagen und zu diesen jetzt öffentlich gewordenen Tatsachen schreiben, die die Welt erschüttern? Was, wenn man erfährt, wie die einzelnen Netzwerker in der reichen und mächtigen Elite denken und was sie privat tun. Wenn man liest, wer wen kauft und erpresst und das Ausmaß von Korruption und organisiertem Verbrechen mitbekommt. Wenn man erfährt, wie Mitglieder von Königshäusern, Eliteuniversitäten und Politiker in einem Netz gelebt und gearbeitet haben, das jedes moralische Gefühl verletzt und jegliches Vorstellungsvermögen sprengt.
Manche sagen, das hat es immer schon gegeben. Diesen Tanz um und rund das Goldene Kalb setzt sich immer nur fort. Nur jetzt ist es für jeden ersichtlich, ist es unverkennbar, wie Mächtige und Reichgewordene mit Verantwortlichen für das Ganze und alle gemeinsame Sache gemacht haben. Die Hoffnung ist, dass das alles zu einer Welle von Rücktritten führt, dass Zuversicht durch die Macht menschlicher und moralischer Grundsätze zurückkehrt. Vertrauen ist unabdingbar. Das Wiederaufbauen von Vertrauen in Mitmenschen, denen wir unsere Hoffnung schenken und die wir wählen können, ist ein wichtiger Prozess. Es ist der Geist und es sind die Gedanken, dieser Größenwahn und von der Macht des Geldes bestimmten Machenschaften, die ein Ende finden müssen. Wir müssen mehr tun als traurig und geschockt sein. Müssen über die tiefen Ursachen und
Im aktuellen Essay will uns
Christian Wabl auf eine Reise durch eine immer verwirrendere Welt mitnehmen.
Und versucht dabei auch Wege zu beschreiten, die uns unsere Gesellschaft besser verstehen lassen.

Christian Wabl, geboren 1948 in Graz, Studium der Kunst und Lehramt Deutsch an der Universität von Amsterdam sowie Studien in den Sprachwissenschaften, Hebräisch und Philosophie. Er ist Mitbegründer mehrerer Alternativschulen und arbeitete lange bildungspolitisch in der Grünen Akademie Steiermark.
Der Bankencrash wurde zum Auftrag, sich auf tiefergehende Analysen einzulassen.
Gründe nachdenken, die zu dieser Überheblichkeit und Unmenschlichkeit führen, damit wir wieder an die Werte, an die wir glauben wollen, auch an deren Verwirklichung zuversichtlich arbeiten können. Welche Gesetze beenden den Tanz?
Kippt das System?
Wann und wie kippt ein System und was geschieht danach? Das ist die entscheidende Frage, die hier zentral gestellt wird. 1991 wurde in der »Alternativen Universität Graz«, eine interdiszplinäre Veranstaltungsreihe von Professor Dr. Karl Kaser, dem damaligen Obmann der Grünen Akademie, mit der Frage »Wie kippt ein System?« eröffnet. Dort haben Teilnehmer unterschiedlicher Institute, Disziplinen, »Generalisten« Künstler und Menschen, die die Welt grundlegend verstehen und verändern wollen, untersucht und danach geforscht, wann und wie ein System kippt. Wann bricht ein Immunsystem zusammen? Warum verliert eine Basketballmannschaft in den letzten Minuten eines Spieles die Nerven? Wann brechen Gesellschaften mit unterschiedlichen Ideologien und Wirtschaftssystemen ein oder ganz zusammen? In den Veranstaltungen dieser »Alternativen Universität Graz« wurde über »Das Fremde«, die Ursache der Femdenfeindlichkeit, über die »Eiszeit der Erinnerung« (Ich lese gerade das Buch von Sandra Pirio »Nie mehr still«, Edition Keiper), »Wa(h)re Liebe und Treue« (inspiriert vom Buch von Ulrich Beck und Elisabeth Beck-Gernsheim »Das ganz normale Chaos der Liebe«, Suhrkamp) diskutiert. In »Kapitalismus und Du« wurde über die Auswirkungen des bestehenden Gesellschaftssystems auf die geistige und körperliche Gesundheit der Menschen eingegangen. Viele, besondere Gäste wie die Philosophin Isolde Charim und die Menschenrechtsaktivistin Waris Dirie, haben dort zur Aufklärung der Verhältnisse beigetragen. Die immer wieder aufkommende moralische Empörung über Krieg und Machtmissbrauch wurde oft von den Gefühlen der Ohnmacht abgelöst. Schließlich kreisten die Debatten immer wieder, ob in der medizinischen Versorgung, Pflege, den Beziehungen, Produktion, Konsum, gekaufter Dienste, Zeit oder Körper, um den entscheidenden Punkt: GELD! Während die einen investieren, sich Menschen kaufen und im Luxus leben, wissen die anderen nicht, wie sie die Lebensmittel und ihre Mieten bezahlen sollen. Von den Berichten über moralischen Zusammenbruch des Geldsystems zu kommen, ist ein großer Sprung, aber Geld, Macht und Machtmissbrauch sind eng miteinander verknüpft. Die klärende Diskussion darüber zu führen ist keine leichte Sache, weil jeder Mensch in einer anderen »Blase« lebt und denkt, die zum Verständns benötigten Begriffe unterschiedlich versteht. Ich hoffe, es ist angebracht, zwei Begriffe – »Staatsschulden« und »Sparen« –, mit denen große politische Entscheidungen begründet werden, hier zu diskutieren. An der Aufklärung der Begriffe zu arbeiten, die propagandistisch als Kampfbegriffe verwendet werden, ist meiner Einsicht nach das Gebot der Stunde.
Was kommt nach dem Zusammenbruch?
Nach dem Bankencrash 2008 wurde die Auseinandersetzung mit dem Geldsystem immer dringender. Viele Menschen hatten nur Angst, kein Geld mehr aus dem Bankomaten herauszubekommen. Der Bankenzusammenbruch wurde zum Auftrag, sich auf tiefergehende Analysen einzulassen. Dazu wurde nach einem ausführlichen Vortrag über die Geschichte der ökonomischen Bedingungen von Georg Monogioudis (Autor des Buches »Der Vorrat. Das Wirtschaften der Menschen von der Steinzeit bis heute und seine Auswirkungen auf die Gesellschaft«, Clio Verlag), die für das Gedeihen einer Gesellschaft ausschlaggebende »Geldfrage« genauer diskutiert. Welche Rolle spielte das Geld historisch und im Besonderen in unserer modernen Gesellschaft? Was hat das anfängliche Tauschmittel (wie Gerste, Salz und Silber) mit dem gegenwärtigen »Geldsystem« zu tun? Dabei wurden Vorurteile ausgeräumt. Auszüge aus diesem Vortrag werden hier zur Diskussion gestellt.
Die Mühen der Schaffung von Klarheit über Begriffe
Die gegenwärtigen Begriffe »Schulden« und »Sparen« bestimmen die politische Diskussion. Hier soll auf diese beiden Begriffe näher eingegangen werden. Die Frage, wie es zu dieser ungleichen Verteilung der Geldmittel gekommen ist, wie es zu diesen zunehmenden Staatsschulden kommen konnte und kommen musste, wird zwar immer wieder medial thematisiert, aber nicht geklärt. Jetzt wo das hemmungslose Bündnis zwischen Geld, Staat und Macht auch noch mit Personen so verknüpft wird, wie das gegenwärtig der Fall ist, schwindet das Vertrauen in »die Politik« noch mehr. In dem oben erwähnten
Vortrag wurde Folgendes ersichtlich: Ware wird produziert, um einen Bedarf abzudecken. Das Konzept des produzierenden und verbrauchenden Menschen sagt aus, dass Güter nicht nur konsumiert werden, sondern durch Arbeit und eigene Erzeugung auch Werte geschaffen werden. Der Unternehmer kann nur dann einen Profit erzielen, wenn die Arbeit mehr erzeugt als sie selbst verbraucht und ein Mehr an Produkten abliefert. Der Zusammenhang mit dem Geld ergibt sich aus der Diskrepanz zwischen dem Geld, aus dem im Zuge der Produktion Kaufkraft entsteht – Entlohnung der Arbeit im Betrieb und Abgaben an den Staat – und der notwendigen, natürlich mit Geld versehenen Kaufkraft, damit das gesamte Produkt am Markt verkauft werden kann. Die Folge ist eine fehlende Geldmenge. Nachdem in der monopolisierten und globalisierten Wirtschaft die klassischen Methoden wie Export und Reinvestition der Profite nicht ausreichen, um ein Gleichgewicht herzustellen, sieht sich der Staat immer mehr genötigt – auf Stabilität und Systemerhaltung bedacht – einzuspringen und das Mehrprodukt zum Verbrauch zu führen, im Tausch mit von ihm verbürgten Rechten auf Inanspruchnahme von gesellschaftlicher Arbeit in der Zukunft. Der vorherrschende Theoriemangel macht es schwierig bis unmöglich diese Vorgänge zu verstehen und den Begriff »Staatsverschuldung« zu erfassen (zitiert nach Georg Monogioudis).
Diese »Staatsschulden« wachsen in ständig zunehmendem Ausmaß, das monetäre Äquivalent der großen Geldvermögen, die eben diese astronomische Höhe erreicht haben und aus »Staatspapieren« (Schuldscheinen) bestehen. Eine »Rückzahlung« dieser »Schulden« ist unmöglich. Die Gesellschaft ist nicht in der Lage, Produktionsaufwand zu erbringen, ohne synchron das dabei entstehende Produkt zu verbrauchen. Das Mehrprodukt müssten die Unternehmer verkaufen, nur sie wüssten nicht an wen - so die Ausführungen des Vortragenden.
Auswege
Die angehäuften großen Geldvermögen bewegen sich inzwischen im Be-reich eines gesamten Jahresprodukts. Für die kleine Minderheit – sie wird in jedem Land und auch weltweit mit ca. einem Promille der Bevölkerung erhoben, die sie besitzt, bedeuten diese Geldvermögen Rechte. Vor allem das Recht, darüber zu entscheiden, wo und was unter welchen Bedingungen hergestellt wird. Weder verfolgt sie dabei das Ziel einer optimalen Versorgung der Menschheit, noch nimmt sie irgendwelche Rücksichten auf die Umwelt. Dieses Entscheidungsmonopol gründet sich auf die astronomisch hohen Geldvermögen. Und das Ziel, das dabei verfolgt wird, ist, dieses Geldvermögen zu mehren! Zu einem Zusammenbruch des Systems wird es kommen, sobald die Menschen wahrnehmen werden, dass die Grenzen zur Absurdität überschritten wurden und welche Konsequenzen das hat. Es werden dann andere Bedingungen herrschen und Entwicklungen, die jetzt unmöglich erscheinen, werden ermöglicht und initiiert. Auf der Ebene des Geldes müssen dann diese angehäuften großen Geldvermögen, die »Staatsschulden« entsprechen, diese Ansprüche auf Erbringung eines gesellschaftlichen Produktionsaufwandes, nicht mehr eingelöst werden. Das wird der zeitgemäße Übergang in eine neue Ära – ohne Lärm und Gewalt (zit. nach Georg Monogioudis). Das wird nicht alles sein können. Auch die Bedingungen für Kreditvergaben an Private und Gemeinden müssten grundlegend überdacht und neu geregelt werden. Es werden erste Schritte zu einem Prozess sein, die soziale Kräfte freisetzen und den Weg zu einer solidarischen Gesellschaft frei macht.
Trotz der Aufregung auf den Börsen: Besinnung!
Die Zeit von fantastischen Utopien und Ideologien und die Rede vom »Neuen Menschen«, der in einem Paradies nur mehr an die Gemeinschaft denkt, haben sich als ein Traum entpuppt, heute sind klare und nüchterne Vorstellungen gefragt, die die bisherigen Erfahrungen mit Produktionsweisen, Geldsystemen und dem Bankwesen mit dem Wunsch der Menschen nach Vertrautem verbindet und auch deren Gewohnheiten und Traditionen mitbedenkt. Um Zukünftiges zu planen und zu gestalten, bedarf es vieler Menschen. Solche haben sich schon lange an die Arbeit gemacht. Sie müssen zusammenkommen, gemeinsam agieren, Zusammenhänge und Begriffe klären: Reden, Reden, und neue Zuversicht haben. Damit die würdelose Abhängigkeit von Menschen von extrem Reichen ein Ende finden kann. Wir befinden uns zur Zeit in einer Stromschnelle. In stilleren Gewässern, in ruhigen Gesprächen und Analysen kommen wir zur Besinnung und klären die Bedingungen, deren es für ein menschlicheres Zusammenleben bedarf. Helfen wir einander sie zu finden auf der Reise auch zu uns selbst. n
Der Unternehmer kann nur dann einen Profit erzielen, wenn die Arbeit mehr erzeugt als sie selbst verbraucht und ein Mehr an Produkten abliefert.

Emmah Mandona wurde 2002 in Sambia geboren und war ein Jahr alt, als sie mit ihrer Mutter nach Graz kam. Mit 14 begann sie auf dem TikTok-Vorgänger Musical.ly zu »shuffeln«, ein Tanzstil, der durch schnelle Fußbewegungen, rhythmische Schritte und improvisatorische Elemente gekennzeichnet ist. Im Vorjahr entwickelte sie den Musikstil »Afrowiesn«, der deutsche Schlager mit bekannten Afrobeats verbindet und mit dem sie nicht nur viral ging, sondern es auch bis ins ZDF und in den Bayerischen Rundfunk schaffte. Mandona studiert »Informationsdesign« an der FH Joanneum. Instagram @emmahh.dj
Peter K. Wagner trifft auf Emmah Mandona
Früh übt sich, wer viral gehen will. Emmah Mandona war gerade 14 Jahre alt, als sie erstmals online berühmt wurde. Auf »Musical.ly«, dem Vorgänger von »TikTok«. »Mein bester Freund Simon Wimmer und ich waren als die Shuffler von Graz bekannt, wir haben Tanzvideos gemacht und sogar Kurse angeboten«, erinnert sie sich.
Heute seien ihr viele dieser alten Videos »peinlich«. Aber das sieht sie positiv. »Wenn du dich heute für dein 14-jähriges Ich schämst, heißt das nur, dass du dich weiterentwickelt hast.«
Weiterentwicklung heißt bei ihr vor allem: »Afrowiesn«. Irgendwann kam der 23-Jährigen die Idee, bekannte deutsche Schlager mit mindestens ebenso bekannten Afrobeats zu mixen. Beispiel: Andrea Bergs »Du hast mich tausendmal belogen« auf den Beat von »1er Gaou«, einem Song der ivorischen Band Magic System. Wie kommt man auf diese Idee? »Ich habe vor zwei Jahren bei mir zuhause mit dem Auflegen begonnen. Schlager ist in Österreich ja fast schon Kulturgut, und Afrobeats sind meine Wurzeln. Ich dachte mir irgendwann: ›Es wäre doch lustig, diese beiden Welten zu verbinden.‹« Sie probierte es aus – und lud die Videos auf Instagram und TikTok hoch. »Dass das so gut ankommt, hätte ich nie gedacht.« Wer eines ihrer Videos sieht, will mehr davon hören. Und weiß, warum viele ihrer Kreationen Hunderttausende Aufrufe haben – und vor Kurzem sogar das ZDF und der Bayerische Rundfunk aus Deutschland extra nach Graz kamen, um sie zu besuchen und ihr ein paar Fragen zu stellen. Auch Einblicke in die große Influencerwelt tun sich auf. Neben Kooperationsanfragen lud sie etwa »Ich bin Gina« (@ichbinginapunkt auf Instagram mit 175.000 Followern) zu ihrer Geburtstagsparty nach Köln ein. »Da saßen Influencer neben Influencer, und ich dachte mir nur: ›Oh mein Gott, die kenne ich alle vom Bildschirm!‹ Mit meinen Followern kam ich mir da erst klein vor, aber am Ende sind das auch nur Leute, die so wie ich ihr Ding machen.«
Emmahs Ding zeichnet sich nicht nur durch DJane-Kompetenz aus – auch ihr Auftreten beschert ihr die Reichweite. Nebst ihrer Moves ist dabei eine Facette besonders wichtig: Es wird niemals gelacht! »Ich habe das als Konzept begonnen. Die Menschen sollten sich nicht auf mich, sondern auf das fokussieren, was ich poste«, erzählt sie. »Viele haben dann kommentiert, ich solle mal lachen – und da wusste ich: Das ist jetzt mein Markenzeichen. Ich rede etwa auch nicht in meinen Videos.«
»Afrowiesn« ist auch eine Eventserie, die bisher in »Base Graz« in der Dreihackengasse stattfand. »Es geht dabei ums Zusammensitzen, Essen und Musik. Jeder bringt eine Speise aus seinem Heimatland mit und teilt sie – ›Cookout‹ nennt man das in der afrikanischen Kultur.«
Heimat, Kultur, Afrika – gute Stichworte. Emmah Mandona wurde in Sambia geboren. Doch die Liebe brachte ihre Mutter und einen alleinerziehenden Grazer, der bereits zwei Söhne hatte, zusammen. »Eigentlich habe ich acht Geschwister, mit dreien davon bin ich aufgewachsen – es sind alles Halbgeschwister.«
Mit ihrem leiblichen Vater hat sie nicht wirklich Kontakt, darüber spricht sie ganz offen. Wie auch über ein Leben zwischen den Kulturen.
»In Sambia bin ich die Österreicherin, die mit komischem Akzent spricht. In Österreich bin ich, seit ich ein Jahr und neun Monate alt bin – aber ich werde trotzdem immer als die aus Sambia wahrgenommen.« Böse ist sie niemandem deshalb, aber es beschäftigt sie.
Mit der Afrowiesn zeigt sie, worum es ihr geht. »Ich stehe schon immer zwischen den Kulturen. Ich frage mich, warum man nicht aus zwei unterschiedlichen Dingen eine schöne Sache machen kann? Ich habe schließlich auch von beiden Kulturen etwas – von jener meiner Mum aus Sambia und jener meines Dads aus Österreich. Und das beste Beispiel für das Gemeinsame ist meine Schwester – ihre gemeinsame Tochter.« n
»Superkräfte im Change«
Krise war früher ein Ausnahmezustand. Heute ist sie Grundrauschen. Klimawandel, geopolitische Verwerfungen, technologische Beschleunigung und wirtschaftliche Unsicherheit laufen parallel, und niemand drückt mehr auf Pause. Die sogenannte »Polykrise« ist nicht länger ein externer Störfaktor, sondern Teil des Alltags. Sie beeinflusst, wie Menschen entscheiden, zusammenarbeiten und in die Zukunft blicken. Besonders die junge Generation wächst nicht mit Aufbruchserzählungen auf, sondern mit dem Gefühl, es könnte auch alles bergab gehen. Organisationen reagieren darauf mit »Change-Programmen«. Mit neuen Strukturen, neuen Rollen und neuen Prozessen, was auch erforderlich ist. Das Problem: Die meisten Organisationen sind heute nicht zu wenig organisiert, sondern innerlich überlastet. Change scheitert daher selten an fehlenden Konzepten, sondern an Menschen, die längst am inneren Limit arbeiten.
Carola Payer meint, Organisationen brauchen innere Agilität.
Und nicht noch ein weiteres Tool

Dr. Carola Payer betreibt in Graz die »Payer und Partner Coaching Company«. Sie ist Businesscoach, Unternehmensberaterin und Autorin. payerundpartner.at
Wenn das Außen wackelt, entscheidet das Innen Wer dauerhaft Unsicherheit erlebt, schaltet nicht auf Innovation, sondern auf Selbstschutz. Das ist kein Charakterproblem, sondern Biologie. Menschen im Alarmmodus denken nicht kreativ, übernehmen kein Risiko und entwickeln wenig Bindung. Engagement wird zur Kosten-Nutzen-Rechnung: Lohnt sich das noch? Viele »Change-Initiativen« prallen genau hier ab. Sie setzen auf Geschwindigkeit, während das System innerlich auf Bremse steht. Agilität wird eingefordert, während die innere Stabilität fehlt. Das ist ungefähr so, als würde man jemanden zum Marathon anmelden, der gerade versucht, wieder normal zu atmen.
Agilität beginnt innen »SELF-Agil« steht für eine einfache, aber unbequeme Erkenntnis: Echte Agilität ist kein Prozess, sondern ein innerer Zustand. Sie entsteht dort, wo Menschen Klarheit über sich selbst haben, tragfähige Beziehungen gestalten können und den Mut entwickeln, auch unter Unsicherheit handlungsfähig zu bleiben. Change neu zu denken heißt daher, eine andere Frage zu stellen. Nicht, was müssen wir verändern? Sondern, was brauchen Menschen innerlich, um Veränderung tragen zu können, ohne auszubrennen oder innerlich auszusteigen? Daraus entstehen jene Fähigkeiten, die man mit einem Augenzwinkern durchaus als »Superkräfte im Change« bezeichnen kann.
Superkraft 1: Innere Klarheit und Ruhe Weniger Aktionismus, mehr Haltung In komplexen Zeiten wird Klarheit zur Königsdisziplin. Wer innerlich unklar ist, reagiert auf jede neue Welle. Innere Klarheit bedeutet, zu wissen, wofür man steht, auch wenn nicht
Fotos: Marija Kanizaj, Nike Payer/KI
»Wer den Wandel erfolgreich gestalten will, muss die innere Verfassung der Menschen ernst nehmen.«
CAROLA PAYER
alles planbar ist. Für Führungskräfte heißt das, nicht jede Woche eine neue Priorität ausrufen. Für Organisationen heißt es, Orientierung bieten, die über Kennzahlen hinausgeht, und die Klarheit wirkt dabei ansteckend, aber auch entlastend. Sie reduziert nicht die Komplexität, aber den inneren Stress im Umgang mit ihr.
Superkraft 2: Beziehungskompetenz »Change« ist kein Einzelkampf Vertrauen ist gesellschaftlich wie organisatorisch unter Druck. Zynismus und Rückzug sind weit verbreitete Überlebensstrategien. Change jedoch ist ein soziales Geschehen. Er gelingt nicht durch Ansagen, sondern durch Resonanz. Beziehungskompetenz zeigt sich dort, wo Spannungen nicht sofort »wegmoderiert« werden. Wo zugehört wird, ohne sofort eine Lösung präsentieren zu müssen. Wo Konflikte nicht als Störung, sondern als Signal verstanden werden. Hier ist gerade Unsicherheit im Spiel. Innere Agilität heißt, diese Unsicherheit nicht zu verdrängen, sondern beziehungsfähig mit ihr umzugehen.
Superkraft 3: Mut zur Unvollkommenheit
Kontrolle ist überbewertet
Polykrisen erzeugen den Wunsch nach Kontrolle. Die schlechte Nachricht ist, dass sie nicht mehr funktioniert. Die gute Nachricht: Lernfähigkeit ist wirksamer. Zukunftsfähige Organisationen sind nicht perfekt, sondern experimentierfähig. Mut heißt hier, Entscheidungen zu treffen, obwohl Informationen fehlen. Dinge ausprobieren, ohne Erfolgsgarantie. Fehler nicht moralisch aufzuladen, sondern als Teil kollektiver Lernprozesse zu nutzen. Gerade jüngere Generationen brauchen genau diese Erfahrung, dass die Zukunft gestaltbar bleibt, auch wenn nicht alles glatt läuft.
Superkraft 4: Sinnstiftung
Der beste Gegenspieler zum Daueralarm Dauerkrise macht müde. Wer nur noch reagiert, verliert den Blick nach vorne. Organisationen übernehmen hier eine neue Rolle: Sie müssen nicht optimistisch sein, aber sinnstiftend. Nicht alles schönreden, aber Orientierung geben. Sinn entsteht dort, wo Menschen spüren, dass ihr Beitrag über Effizienz hinaus Bedeutung hat. Gerade in instabilen Zeiten wird Sinn zur inneren Haltekraft und zur Voraussetzung für nachhaltigen Wandel.

»Change« neu verstehen Angst ist kein guter Begleiter für Entwicklung – die innere Agilität schon. Wer den Wandel erfolgreich gestalten will, muss die innere Verfassung der Menschen ernst nehmen. Klarheit, Verbindung, Mut und Sinn sind keine »Soft Skills«, sondern strategische Ressourcen. Vielleicht sind das keine Superkräfte im klassischen Managementverständnis. Aber in einer Welt, in der äußere Sicherheit zur Ausnahme geworden ist, sind sie das Stabilste, was Organisationen entwickeln können. Agilität beginnt innen – alles andere folgt. n
Nächster kostenfreier
Impulsworkshop »SELF-Agil-Guide« am 5. März 2026 um 19 Uhr online.
Anmeldung unter: office@payerundpartner.at
Diese »alle Jahre wieder«Vorsätze kenne ich auch nur zu gut. Scheitern inbegriffen.



Fotos: Andreas Pankarter
Liebe Steirer und Innen! Ein gesundes neues Jahr wünscht Euch nachträglich Sepp Oberdengler zur Fazit-Umschau. Ich hoffe, ihr seids gsund? Eure Vorsätze fürs Zwatausendsechundzwanzgerjohr halten … noch? Kein Alk, keine Zigaretten, nix Fettes, nix Süßes, mehr Sport, mehr Zuhörn, mehr Verständnis füreinander. Mehr denken, net hirnlos schwurbln?
Diese »alle Jahre wieder«-Vorsätze kenne ich auch nur zu gut. Scheitern inbegriffen. Schmeißt ihr olle Festessenüberbleibsel eh immer noch hirnlos weg? Auf die Frage, warum bei den Sternsingern heuer wieder kein schwarzer Balthasar dabei war, erklärte man mir so: Schworz anmol’n is rassistisch, und außerdem geht die Forb so schlecht oba!
Vor Kurzem hat mir ein Einheimischer vorg’jammert, dos so viele Ausländer in unserem Ort san und dass die olles kriagn und ea muass durch die Finga schaun, wenn ea wos braucht. I frag ihn, wo denn bei uns im Ort die Ausländer san? Naja, sagt er, man muaß sich ja nua umschaun, überall. Im Schülcherland gibt’s Ausländer, sag ich, aber des san reiche Touristen, und do is wurscht, wias auschaun! Oda meinst Du die nette kurdische Familie, die unser Gasthaus übernommen hat und ohne die wir keines mehr im Ort hätten? Na, sagt er, die san eh glasse Leit, Riesenschnitzel und so, und Preise, das glaubt man jo net. Wen meinst du dann, frag i?
Najo … zögert er und bekommt an roten Kopf. Meinst vielleicht unsern neuen Vikar aus Vietnam, der die Kirchn wieder vollbracht hat und den die Leut sehr gern haben? Na, ah net, sagt er, der is jo eh a super! Oda meinst du den Spanier, der bei der Freiwilligen Feuerwehr ein
von allen geschätzter Kamerad ist? Na, na, der is eh a Wucht! Wen meinst du denn dann, frag i schon ungeduldiger. Jetzt merkt er, dass es in unserem Ort eigentlich gar keine ausländischen Schmarotzer gibt, und nach einigem Hin und Her schreit er mich dann plötzlich an: »Du, du bist jo e a soana!« Und weg is a.
Irgendwie bin i schmähstad, was meint er mit »du bist jo e a soana«? Und während ich vor mich hindenk, rutsch ich auf einer Eisplatte aus, und es schmeißt mi hin, dass mir Hören und Sehen vergeht. Ich schau mich schnell um, ob das jemand gesehn hat. Gott sei Dank niemand. Als ich nach langen, schmerzhaften Minuten wieder einigermaßen grad steh und meine Gelenke überprüf, merk ich, dass ich mir die Schulter und das Becken angschlagen hab. Es tropft etwas Blut von der Stirn, und ich merk, dass ich sie mir aufgeschlagen hab.
Gott sei Dank steht mein Auto in der Nähe. Ich steig schmerzverzerrt ein und fahr nach Haus. Was lernen wir aus dieser Geschichte? Quäle nie ein Tier zum Scherz, denn es fühlt wie du den Schmerz. In diesem Sinne wuch alles Gute, bis zur nächsten Fazit-Umschau. Euer Sepp Oberdengler
PS. Aber aufpassen! Der Teif’l schloft net!
PPS. Lieber Charly Kornhäusl, dass grad Du als Kulturlandesrat der christlichsozialen Volkspartei die 8100 Euro für die Stolpersteine des Vereins Gedenkkultur gestrichen hast, ist mir menschlich absolut unverständlich! Ein Buffet für nur eine Landeseinladung kostet weit mehr, ganz abgesehen von Eurem Weinkeller …
Sie möchten Sepp Oberdengler im Radio hören? Jeden ersten Sonntag im Monat gibt es nach den Kirchenglocken um 12.15 Uhr auf Radio Steiermark eine neue Folge. Auch als Podcast. Die aktuelle Programminformation finden Sie auf steiermark.orf.at
Was passiert, wenn jahrzehntelange politische Erfahrung auf unkonventionellen, digitalen Tatendrang trifft? Das Wirtschaftsmagazin Fazit liefert mit seinem neuesten Audioformat die Antwort.

Mit dem Podcast »Grundsätzlich und frech« bringen wir zwei Persönlichkeiten zusammen, die gegensätzlicher kaum sein könnten und doch eine gemeinsame Mission verfolgen: den Dingen ohne Blatt vor dem Mund auf den Grund zu gehen.
Ein Duo aus Routinier und Provokateur Am Mikrofon sitzen zwei Männer, die wissen, wie man Debatten prägt. Christian Wabl, Mitbegründer der österreichischen Grünen, verkörpert den »grundsätzlichen« Part des Duos. Als politischer Routinier hat er Jahrzehnte Arbeit und gesellschaftlicher Umbrüche miterlebt. Er bringt die historische Tiefe und das fundierte Verständnis für komplexe Machtgefüge in das Gespräch ein. Ihm gegenüber sitzt Andrew Anders. Bekannt durch seinen Podcast »Mal Anders« und seine vielseitigen Aktivitäten, ist er die Stimme des »Frechen«. Anders hat sich einen Namen damit gemacht, festgefahrene Denkmuster aufzubrechen und mit einer erfrischenden Prise Respektlosigkeit genau dort nachzubohren, wo andere aus Höflichkeit schweigen. Während Wabl die Strukturen von innen kennt, blickt Anders mit seinem charakteristischen, kritischen Außenblick auf das Geschehen.
Die Premiere: Warum hat die Politik ein Imageproblem? In der ersten Folge widmen sich die beiden direkt einer der brennendsten Fragen unserer Zeit: »Warum hat die Politik solch ein schlechtes Image?« Es ist ein intensiver Austausch zwischen zwei
Christian Wabl und Andrew Anders zeichnen verantwortlich für den neuen Podcast von Fazit. Sollte man reinhören!
Generationen und unterschiedlichen Erfahrungswelten. Wabl analysiert aus der Innensicht des Erfahrenen, wie sich das politische Handwerk verändert hat und wo die Substanz oft dem Schein weichen muss. Anders wiederum stellt die gewohnt unbequemen Fragen: Er hinterfragt die Mechanismen der Selbstdarstellung und warum die politische Kommunikation heute so oft am eigentlichen Ziel vorbeischießt. Gemeinsam sezieren sie den Vertrauensverlust gegenüber Institutionen – gewohnt tiefgründig, aber mit der nötigen Schärfe, die man von diesem Duo erwarten darf.
Wirtschaft, Politik und das große Ganze
Auch wenn das Fazit-Magazin im Kern die Wirtschaft beleuchtet, macht dieser Podcast sehr deutlich, dass Wirtschaft nicht nur im luftleeren Raum stattfindet. Das Image der Politik und die Dynamik der Gesellschaft sind die Leitplanken, in denen sich Unternehmen bewegen. »Grundsätzlich und frech« ist das regelmäßige Korrektiv für alle, die über den Tellerrand der reinen Bilanzzahlen hinausblicken wollen. n
Grundsätzlich und frech Jetzt reinhören auf allen gängigen Streamingplattformen. Der Podcast ist eine Kooperation zwischen Fazit und den Machern von »Mal anders«. fazitmagazin.at

Puntigamer verlängert Vertrag mit SK Sturm
Der Fußballclub SK Sturm Graz und die Puntigamer Brauerei setzen ihre langjährige Zusammenarbeit fort: Der Hauptsponsoringvertrag wurde vorzeitig bis 2029 verlängert. Damit besteht eine über 30-jährige Partnerschaft – ein Treuerekord im österreichischen Profifußball. Seit 1996 begleitet Puntigamer den Verein als verlässlicher Partner und bleibt weiterhin mit seinem Logo auf der Brust der Kampfmannschaft präsent. Beide Seiten betonen die gemeinsame Basis aus Vertrauen, Kontinuität und steirischen Wurzeln. In drei Jahrzehnten wurden zahlreiche sportliche Erfolge ebenso wie herausfordernde Zeiten gemeinsam gemeistert. Die Verlängerung steht für Stabilität und das klare Ziel, auch künftig gemeinsam Erfolge zu feiern.


Steiermärkische strukturiert Kommerzgeschäft neu Die Steiermärkische Sparkasse strukturiert ihr Kommerzgeschäft neu, um die Beratungsqualität für Unternehmenskunden weiter zu verbessern. Historisch gewachsene Vertriebsstrukturen wurden analysiert und neu ausgerichtet. Die Kunden werden den Segmenten Geschäfts-, Firmen- und Großkunden zugeordnet, wobei sich die Kriterien stärker an den Bedürfnissen der Unternehmen orientieren. Seit 1. Februar 2026 trägt Andreas Leskosek die Verantwortung für das Firmenkundengeschäft mit KMU. Trotz zentraler Steuerung bleibt die Betreuung regional verankert, um persönliche Nähe und effiziente Prozesse zu verbinden. Ziel der Neustrukturierung ist ein weiter optimiertes Betreuungsmodell, das allen Unternehmenskunden eine noch individuellere Beratung bietet.
Heuer kommen Ende August rund 60 internationale Jugendliche zwischen 15 und 18 Jahren mit AFS Austauschprogramme für interkulturelles Lernen nach Österreich. Als Gastfamilie schenken Sie einem jungen Menschen Geborgenheit und erleben neue Perspektiven und interkulturellen Austausch in Ihrem Alltag – oft entstehen Freundschaften fürs Leben. Eine „typische“ Gastfamilie gibt es nicht: Ob Familie mit Kindern, Paar, Alleinerziehende oder Senioren –willkommen sind alle. Während der gesamten Zeit begleitet AFS Sie persönlich und steht rund um die Uhr unterstützend zur Seite. Die Aufnahme ist für drei, fünf oder zehn Monate möglich. Wenn Sie Teil dieser besonderen Erfahrung werden möchten, informieren Sie sich jetzt unter www.afs.at/gastfamilie-werden, Tel. 01 319 25 20 0 oder per E-Mail an radha.petters@afs.org.

Altspeiseöl entwickelt sich zu einem Schlüsselrohstoff für erneuerbare Kraftstoffe. Verschärfte EU-Vorgaben, steigende Klimaziele sowie der Ausbau von Biodiesel-Kapazitäten treiben die Nachfrage deutlich an. Da Altspeiseöl besonders hohe Treibhausgaseinsparungen ermöglicht, spielt es eine zentrale Rolle in der Energiewende. Biodiesel aus Altspeiseöl ersetzt fossilen Diesel direkt und spart bis zu 93 Prozent CO₂ ein. „Altspeiseöl zählt zu den effizientesten verfügbaren Rohstoffen zur sofortigen Dekarbonisierung des Verkehrs“, betont GF Ewald Marco Münzer von der Münzer Bioindustrie GmbH. Voraussetzung bleibt eine konsequente Sammlung – nur richtig entsorgtes Öl kann als nachhaltiger Energieträger genutzt werden.

(v.l.) Vahagn Aghavelyan (Liga Insurance), Andreas Wimmer (CQ Investment Group), Martin Galstyan (Governor Central Bank of Armenia), Grawe-CEO Klaus Scheitegel, Grawe-Vorstandsdirektor Paul Swoboda und Arman Vardanyan (CQ Armenia)
Die Grawe Group setzt ihren internationalen Expansionskurs fort und übernimmt gemeinsam mit der CQ Investment Group die armenische Liga Insurance Company. Die Liga Insurance zählt zu den führenden Versicherern in Armenien und bietet ein breites Portfolio an Sach-, Haftpflicht- und Personenversicherungen an.
Mit der Transaktion stärken die beiden österreichischen Finanzakteure ihre Präsenz in der dynamisch wachsenden Kaukasusregion. Dabei entfallen 75 % der Anteile auf die Grawe Group und 25 % auf die CQ Investment Group.
Erschließen neuer Märkte
Die Übernahme unterstreicht die wachsende Bedeutung Armeniens für internationale Investoren. Durch den Einstieg zweier finanzstarker Eigentümer erhält das Unternehmen Zugang zu internationaler Expertise, moderner IT-Infrastruktur sowie Know-how im Risikomanagement. „Der Einstieg in den armenischen Versicherungsmarkt ist für uns ein bedeutender Schritt in unserer Konzernerweiterung – wir freuen uns, an der wirtschaftlichen Entwicklung dieses aufstrebenden Landes mitarbeiten zu dürfen, und wir werden unsere in fast 200
Jahren generierte Erfahrung im Versicherungs- und Finanzwesen einbringen“, so Grawe-Generaldirektor Klaus Scheitegel.
Strategische Expansion
Für die Grawe Group markiert der Zukauf einen strategischen Meilenstein: Mit Liga als 20. Tochtergesellschaft ist der Konzern nun in 14 Ländern Zentral-, Ost- und Südosteuropas aktiv. Das Unternehmen verfolgt seit Jahren eine konsequente Internationalisierungsstrategie und setzt dabei auf nachhaltiges Wachstum in aufstrebenden Märkten. Armenien gilt aufgrund seiner stabilen makroökonomischen Entwicklung und zunehmenden Integration in internationale Finanzstrukturen als attraktiver Standort. Mit frischem Kapital, professionellen Governance-Strukturen und langfristiger Perspektive könnte der Deal Impulse für den gesamten Finanzsektor des Landes setzen.

Diethart Schliber, Leiter des Sozialministeriumservice Landesstelle Steiermark
Welche Hilfestellung kann das Sozialministeriumservice den Menschen bei persönlichen Beratungsgesprächen leisten?
Die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des Sozialministeriumservice helfen Personen mit besonderen Bedürfnissen oder bei Erkrankungen persönlich dabei, die richtigen Förderungen oder Angebote der Projektlandschaft des Sozialministeriumservice zu finden und die notwendigen Anträge für ein barrierefreies Leben oder Arbeiten zu stellen. Sie wissen um die mannigfaltigen Unterstützungsmöglichkeiten und beraten die Menschen, die zu uns kommen, gerne dabei, ihre Rechte aktiv zu nutzen.
Wie kann das Projekt fit2work Menschen mit gesundheitlichen Problemen helfen, den Verlust des Arbeitsplatzes zu vermeiden?
In der Steiermark bietet fit2work seit 2011 kostenlose Beratung für Personen, deren Arbeitsplatz durch körperliche oder psychische Probleme gefährdet ist, an. Nach oft monatelangem Krankenstand ist der Weg zurück in den Job mit vielen Unsicherheiten verbunden. Gemeinsam mit Experten und Expertinnen (z.B. Arbeitsmedizin, Psychologie) wird ein individueller Entwicklungsplan erstellt. Ziel ist der langfristige Erhalt der Arbeitsfähigkeit durch Maßnahmen wie Wiedereingliederungsteilzeit, Lohnförderungen oder die Bereitstellung von technischen Hilfsmitteln, wobei die beiden letztgenannten Maßnahmen durch das Sozialministeriumservice gefördert werden können.
Helfen leicht gemacht: Die Feuerwehrleute freuen sich über jede Pfandbonspende bei SPAR.

Ein kleiner Knopfdruck mit großer Wirkung: Die Kundinnen und Kunden können auch künftig bei SPAR in der Steiermark ihre Pfandgutschriften am Leergutautomaten für einen guten Zweck spenden. Neu ist in diesem Jahr der Spendenpartner: die regionalen Freiwilligen Feuerwehren und die Feuerwehrausbildung.
Bereits seit Einführung des Einwegpfands im Jahr 2025 können die Konsumenten ihr Pfandguthaben bei SPAR spenden. Dabei setzt das Unternehmen bewusst auf wechselnde Partnerorganisationen, um unterschiedliche gesellschaftlich relevante Bereiche zu unterstützen. Im Jahr 2025 gingen die gespendeten Pfandbons bei SPAR an die Hilfsorganisation „Rettet das Kind“. Die Aktion war ein großer Erfolg und trug dazu bei, dringend benötigte Unterstützung für Kinder und Familien in Österreich bereitzustellen. Mit dem Wechsel des Spendenpartners kommen 2026 die Pfandbonspenden bei SPAR Steiermark den regionalen Freiwilligen Feuerwehren und der Feuerwehrausbildung zugute.
Unkompliziert einfach Gutes tun
Die Spende erfolgt einfach und direkt am Leergutautomaten. Ein besonderes Anliegen ist SPAR dabei der starke regionale Bezug. Die Spenden gehen 2026 direkt an jene Feuerwehr, die für den jeweiligen SPAR-Markt im Notfall verantwortlich ist. In Städten mit Berufsfeuerwehren erhält die Spende das jeweils übergeordnete Kommando für ehrenamtliche Zwecke, beispielsweise für die wichtige Feuerwehrjugend-Arbeit. Kundinnen und Kunden unterstützen damit ganz konkret ihre regionale Feuerwehr und leisten mit jeder Spende einen wichtigen Beitrag zur Sicherheit in ihrer Gemeinde.
„Jede Pfandbonspende hilft unmittelbar der Feuerwehr vor Ort. So können unsere Kundinnen und Kunden sicher sein, dass ihr Beitrag genau dort ankommt, wo er gebraucht wird – bei den Menschen, die Tag für Tag für Sicherheit in unserer Region sorgen. Dieses regionale Miteinander ist uns besonders wichtig“, erklärt SPAR-Steiermark-GF Christoph Holzer.

Bgm. Kurt Wallner (l.) präsentierte mit GRin Susanne Sinz und StR Walter Reiter (r) die Vorschau auf 2026 mit klaren Schwerpunkten auf Bildung und Zukunftsthemen.
Mit einem klaren Fokus auf Bildung, Wohnen, Klimaschutz und Infrastruktur setzt Leoben 2026 deutliche wirtschaftspolitische Akzente. Das Investitionsvolumen von 16,65 Mio. Euro – ergänzt um 9 Mio. Euro der Stadtwerke – ist mehr als ein Budgetposten: Es ist ein strategisches Bekenntnis zur langfristigen Standortsicherung.
Ein Meilenstein ist das Bildungszentrum Fröbelgasse. Mit Investitionen von 20,3 Mio. Euro entsteht dort ein moderner Bildungsstandort für bis zu 400 Schüler. Die Bündelung bisheriger Schulstandorte reduziert Doppelstrukturen, senkt langfristige Betriebskosten und schafft zeitgemäße Infrastruktur.
Bildung und Wohnen
Im Gemeindewohnungsbereich verfolgt die Stadt eine klare Linie. 2.321 Wohnungen bleiben im Eigentum der Kommune, mehr als 1,7 Mio. Euro fließen 2026 in Sanierung und Instandhaltung. Die Modernisierung sichert nicht nur leistbaren Wohnraum, sondern hilft auch dem regionalen Bau- und Dienstleistungssektor. Ein Schwerpunkt liegt auf Energie und Klimaneutralität. Mit dem Klimaneutralitätsfahrplan 2040 definiert Leoben verbindliche Leitlinien für nachhaltige Stadtentwicklung. Investitionen in Photovoltaik – darunter eine 3,5-MWp-Anlage auf der ehemaligen Deponie Seegraben – sowie die Elektrifizierung des Fuhrparks und des öffentlichen Verkehrs stärken die Energieunabhängigkeit.
Verkehr und Infrastruktur
Die Stadtwerke investieren zusätzlich in Fernwärme-, Glasfaserund Energienetze. Damit wird nicht nur die Versorgungssicherheit erhöht, sondern auch die digitale Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts gestärkt. Impulse für Handel und Tourismus setzen die Verkehrsberuhigung der Innenstadt ebenso wie der „Chancenraum Leoben“, der freie Erdgeschoßflächen transparent macht und Ansiedlungen erleichtert. Leoben zeigt damit: Nachhaltige Stadtentwicklung, solide Budgetpolitik und wirtschaftliche Dynamik sind kein Widerspruch – sondern Grundlage für einen Lebensraum mit Zukunft.

(v. l.) Studienautor Patrick Hart (ISGF), AKVorstandsmitglied Beatrix Eiletz, Karin Fechter (Betriebsratsvorsitzende), AK-Sozialbereichsleiterin Bernadette Pöcheim und AK-Präs. Josef Pesserl
Viele steirische Tageseltern stehen massiv unter Druck, besagt eine aktuelle Studie der Arbeiterkammer Steiermark. Rund 2.000 Kinder werden von ihnen in der Steiermark betreut – sie sind damit eine tragende Säule der frühkindlichen Bildung und Betreuung.
Besorgniserregend: Die Zahl der in diesem Beruf tätigen Personen sinkt kontinuierlich. Die Untersuchung, durchgeführt vom Grazer Forschungsinstitut IGSF, macht deutlich, warum.
Mangelnde soziale Absicherung
Zentrales Problem ist die finanzielle Unsicherheit. Das Einkommen der Tageseltern hängt direkt von der Anzahl der betreuten Kinder ab, ein fixes Grundgehalt gibt es nicht. Gleichzeitig müssen viele Ausgaben selbst getragen werden. Auch Kosten für Spiel- und Fördermaterialien werden häufig nicht vollständig ersetzt. Hinzu kommt eine mangelnde soziale Absicherung. Es gibt keine garantierte Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall oder während des Urlaubs. Insgesamt leisten Tageseltern jährlich unbezahlte Mehrarbeit im Wert von mehreren hunderttausend Euro.
Stark gestiegene Anforderungen
Neben finanziellen Belastungen wächst auch der bürokratische Druck. Viele Tageseltern empfinden die Anforderungen der Fachaufsicht heute als deutlich strenger als noch vor fünf Jahren. Mehr als die Hälfte berichtet, dass der Beruf insgesamt anspruchsvoller geworden ist. Fast jede zweite befragte Person kann sich nicht vorstellen, diese Tätigkeit bis zur Pension auszuüben. Die AK sieht dringenden Handlungsbedarf. „Tageseltern spielen eine enorm wichtige Rolle in der Kinderbetreuung und leisten wertvolle Arbeit“, sagt AK-Präsident Josef Pesserl. Gemeinsam mit AKVorstandsmitglied Beatrix Eiletz, AK-Sozialbereichsleiterin Bernadette Pöcheim und Karin Fechter (Betriebsratsvorsitzende Tagesmütter Graz-Steiermark) appelliert Pesserl an die Politik, für eine bessere finanzielle Absicherung und bessere Arbeitsbedingungen für Tageseltern zu sorgen.
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Christian Ruhri und Lebensgefährtin
Sigrid Kindlmayr betreiben ihren Standort in der Graz-Waltendorf ab sofort unter der Marke SPAR. Freude über den Gründerboom: (v.l.n.r.) WKO-Präs.
Josef Herk, Wirtschafts-LR Willibald Ehrenhöfer, MCG-GF
Martin Ullrich und Steiermärkische-Vorstand Oliver Kröpfl
Kaufmann Christian Markus Ruhri, der Mitte 2025 den Unimarkt-Standort übernommen hat, eröffnet seinen Supermarkt in der Waltendorfer Hauptstraße 121 neu. Der Hintergrund ist die Umstellung mehrerer Unimarkt-Standorte auf SPAR.
Neu ist das umfassende und moderne SPAR-Sortiment zu einem erstklassigen Preis-Leistungs-Verhältnis. Gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin Sigrid Kindlmayr und sieben Mitarbeitern bietet der 40-Jährige auf rund 500 m² auch in Zukunft zahlreiche steirische Köstlichkeiten an. Die Eröffnung des SPAR-Supermarkts Ruhri fand am 13. Februar statt.
Verliebt in den Standort
SPAR Steiermark-GF Christoph Holzer erklärt: „Wir freuen uns sehr, dass der Supermarkt im urbanen Wohngebiet von Graz-Waltendorf zu SPAR wird. Mit städtischer Nahversorgung haben wir speziell in Graz viel Erfahrung und stehen für Qualität, Frische und kurze Wege. Wir heißen Christian Markus Ruhri und Sigrid Kindlmayr sowie ihr Team herzlich willkommen.“ Ruhri ergänzt: „Wir haben den Standort erst im Juni 2025 übernommen und viel Herzblut in den Aufbau von Stammkundschaft und regionalen Lebensmitteln gesteckt. Eigentlich haben wir uns ursprünglich in den Standort selbst verliebt. Dass es jetzt unter der starken Marke SPAR weitergeht, freut uns sehr. Wir sind hochmotiviert, das Sortiment mit persönlichem Service anzubieten.“
Fokus auf Regionalität
In Graz-Waltendorf erwartet die Kundschaft ein punktgenau zugeschnittenes SPAR-Sortiment in maximaler Frische und mit zahlreichen SPAR-Marken in guter Qualität und zu einem fairen Preis. Zusätzlich profitieren die Kunden von Ruhri auch von den attraktiven Rabattaktionen und Warengruppenrabatten bei SPAR sowie von den Vorteilen der SPAR-App. Ein besonderes Augenmerk liegt auf Regionalität: SPAR arbeitet eng mit Produzenten aus der unmittelbaren Region zusammen. In der gesamten Steiermark liefern über 333 lokale Hersteller mehr als 4.000 verschiedene steirische Produkte an SPAR.

Mit 5.184 Neugründungen hat die Steiermark im Vorjahr die Marke von 5.000 überschritten – ein historischer Höchstwert und ein mutmachendes Signal in wirtschaftlich anspruchsvollen Zeiten.
Trotz konjunktureller Unsicherheiten zeigt sich der Standort Steiermark damit dynamisch wie nie: Jede einzelne Gründung steht für Innovationskraft, neue Arbeitsplätze und nachhaltige regionale Wertschöpfung. Die Rekordzahlen unterstreichen die Bedeutung eines starken Ökosystems für Gründerinnen und Gründer.
Plattform für angehende Unternehmer
Eine zentrale Rolle dabei spielt die Messe Congress Graz mit der jährlich stattfindenden Gründermesse. Am 21. März 2026 wird sie erneut zur Plattform für Austausch, Orientierung und konkrete Umsetzungsschritte. Ziel ist es, Menschen am Start ihrer unternehmerischen Reise ebenso abzuholen wie Jungunternehmer in der Wachstumsphase. Gemeinsam mit Partnern wie der WKO Steiermark, der Steiermärkischen Sparkasse und der Steirischen Wirtschaftsförderung SFG wird ein dichtes Beratungsangebot geboten – von Finanzierung und Förderungen über Rechts- und Steuerfragen bis hin zu Marketing und Geschäftsmodellen. Interaktive Workshops, Fachvorträge und Mentoren-Speeddatings sorgen für praxisnahen Wissenstransfer und persönliches Networking.
Investition in die Zukunft des Standorts
Impulse liefern auch hochkarätige Speaker: Kommunikationsexpertin Elke Rock spricht über Präsenz und Selbstvertrauen als Erfolgsfaktoren im Business. Innovationsberater Daniel Cronin zeigt anschaulich, wie aus Ideen tragfähige Geschäftsmodelle entstehen und Pitches überzeugen. Die Botschaft der Gründermesse ist klar: Gründen ist mehr als ein individueller Karriereschritt – es ist ein strategisches Investment in die Zukunft des Wirtschaftsstandorts. Die Kombination aus Rekordzahlen und professioneller Begleitung macht deutlich, dass die Steiermark beste Voraussetzungen bietet, um Visionen in erfolgreiche Unternehmen zu verwandeln.
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Mit einer prachtvoll inszenierten Polonaise eröffnete die 25. Opernredoute.

Unter dem Motto „La dolce vita“ verwandelte sich das Grazer Opernhaus einmal mehr in den prunkvollen Schauplatz eines der glanzvollsten gesellschaftlichen Höhepunkte des Jahres. Rund 2.500 Gäste feierten am Abend des 31. Jänner 2026 bis weit in den Morgenstunden ein rauschendes Fest voller Musik, Tanz und mediterraner Lebensfreude.
Traditionell eröffnet wurde die Ballnacht mit feierlicher Polonaise von rund 50 jungen Paaren, choreografiert von Lisa Weswaldi-Eichler, Claudia Eichler und Pierre Gider; durch das Programm führte als Conférencier Stefano Bernardin, der mit Charme und Witz durch den Abend geleitete. Musikalisch stand die Opernredoute ganz im Zeichen klassischer Klänge: Die Grazer Philharmoniker setzten den festlichen Rahmen für den weiteren Abend.
Ein besonderes Augenmerk galt dem kunstvollen Mitternachtsprogramm, das – choreografiert und inszeniert von den künstlerischen Teams der Oper – mit Tanz, Licht und Musik zu einem der emotionalen Höhepunkte avancierte. Ergänzt wurde das Programm durch ein abwechslungsreiches Ambiente mit abgestimmten Themenbereichen, die von der Moonlight-Bar bis zur Cuba Rouge Lounge vielfältige Stimmungen boten. Unter den prominenten Gästen begrüßten die Veranstalter Manuela Khom, Werner Kogler sowie die Landesräte Karlheinz Kornhäusl, Claudia Holzer und Hannes Amesbauer auf der Feststiege. Zahlreiche bekannte Gesichter aus der Medien- und Kulturszene gaben sich ebenfalls ein Stelldichein, darunter Nadja Bernhard, Armin Assinger, Dominic Heinzl und Aglaia Szyszkowitz. Kulinarisch bot die Opernredoute eine Fülle an Genüssen, von exquisiten Champagner- und Weinvariationen bis zu kreativen Signature-Drinks, die das mediterrane Motto des Abends aufnahmen. Insgesamt zeigte die 25. Opernredoute Graz, dass Tradition und moderne Ballkultur perfekt harmonieren: ein Fest voller Eleganz, musikalischer Höhepunkte und gesellschaftlicher Begegnungen – ein wahrer Ausdruck von La dolce vita im Herzen der steirischen Kulturszene.
Im Sommer zu 35 Zielen direkt ab Graz fliegen und mit einmal Umsteigen 200 weitere Destinationen erreichen.
Alle Destinationen finden Sie hier graz-airport.at
Thomas Prügger und seine Lebensgefährtin Silke Zierler betreiben den Nahversorger in Thal künftig unter der Marke SPAR.

Kaufmann Thomas Prügger, der seit 2023 den neu errichteten Unimarkt-Standort geführt hat, eröffnet sein Geschäft in der Thalstraße 301 neu unter der Marke SPAR. Auf rund 540 m² bietet der Nahversorger auch in Zukunft zahlreiche regionale Spezialitäten an.
Die offizielle Eröffnung des neuen SPAR-Supermarkts von Thomas Prügger fand am 16. Februar statt. SPAR-Steiermark-GF Christoph Holzer erklärt: „Wir freuen uns sehr, ab sofort in Thal vertreten zu sein. Gemeinsam stärken wir die lokale Nahversorgung und schaffen einen Treffpunkt für die Menschen im Ort. Wir heißen Thomas Prügger und Silke Zierler sowie das Team herzlich bei SPAR willkommen.“
Nahversorger im Ort
SPAR-Kaufmann Thomas Prügger ergänzt: „SPAR ist so etwas wie ein Lotto-Sechser – für uns, für unser Team und für die Thaler Bevölkerung. Ich sehe unseren Nahversorger als lebendigen Teil der örtlichen Gemeinschaft. Wir freuen uns auf SPAR als verlässlichen Großhandelspartner und sind hochmotiviert, das Sortiment in bester Qualität und mit persönlichem Service anzubieten.“ Als Kaufmann ist Prügger ein klassischer Quereinsteiger. Der ausgebildete Dachdecker und Spengler war 20 Jahre in seinem gelernten Beruf, bevor er 2015 den Schritt in die Selbstständigkeit wagte. Jetzt ist dem 46-Jährigen die Freude anzusehen, als selbstständiger Kaufmann beim Marktführer SPAR im Lebensmittelhandel durchzustarten.
Fokus auf Regionalität
In Thal erwartet die Kundschaft ein punktgenau zugeschnittenes SPAR-Sortiment in maximaler Frische und mit zahlreichen SPARMarken und zu einem fairen Preis. Zusätzlich profitieren die Kunden von Thomas Prügger auch von den attraktiven Rabattaktionen und Warengruppenrabatten bei SPAR sowie von den Vorteilen der SPAR-App. Ein besonderes Augenmerk liegt auf Regionalität: SPAR arbeitet eng mit Produzenten aus der unmittelbaren Region zusammen. In der gesamten Steiermark liefern über 333 lokale Hersteller mehr als 4.000 verschiedene steirische Produkte an SPAR.
Preisträger „Steirisches Veterinärwesen“ des Landes Steiermark (v.l.) WKO-Präs. Josef Herk, Peter Eckardt, Meinhardt Schweditsch und WKO-Dir. Karl-Heinz Dernoscheg

Vier innovative Projekte aus Verwaltung und öffentlichem Dienst wurden von der WKO Steiermark mit dem „Managen statt verwalten“-Award ausgezeichnet. Prämiert wurden Initiativen, die Effizienz, Kundenorientierung und unternehmerisches Denken in den Mittelpunkt stellen.
Eine Fachjury aus Wirtschaft, Verwaltung und Politik wählte die Sieger aus 14 Einreichungen. Bewertet wurden Innovationsgrad, Effizienzsteigerung, unternehmerische Relevanz und Nachhaltigkeit. WKO-Steiermark-Präsident Josef Herk betonte bei der Verleihung: „Wir sehen, dass es Unternehmergeist nicht nur in der Wirtschaft, sondern auch im öffentlichen Dienst gibt.“
Kundenfreundliche Digitalisierung
Ausgezeichnet wurde unter anderem die elektronische Amtstafel der Stadt Graz. Gesetzlich vorgeschriebene Kundmachungen sind nun barrierefrei digital abrufbar – inklusive Touchscreen im Rathaus und Online-Zugang. Ausdrucke, Aushänge und manuelle Verzeichnisse entfallen, was Unternehmen wie Bürger entlastet. Mit dem „Kinderportal Steiermark“ wurde zudem eine digitale Vormerkplattform für Kinderbildungs- und -betreuungseinrichtungen prämiert. Eltern können Plätze vergleichen, nach Kriterien filtern und ihre Kinder online anmelden. Das erhöht Transparenz, reduziert Verwaltungsaufwand und liefert Planungsdaten für den Ausbau des Angebots.
Einfachere Verfahrensabwicklung
Ebenfalls ausgezeichnet wurde die Neuorganisation des steirischen Veterinärwesens. Durch eine Neustrukturierung der Aufgaben konnten Qualität und Wirtschaftlichkeit heimischer Schlachtbetriebe gesteigert werden. Das vierte Siegerprojekt betrifft die Verfahrenskoordination für Großprojekte in Graz. Die Bau- und Anlagenbehörde begleitet Projektwerber nun aktiv durch komplexe Genehmigungsprozesse. Das verkürzt Bearbeitungszeiten, erhöht Transparenz und stärkt den Standort. Herk: „Diese Initiativen zeigen, dass moderne Verwaltung aktiv gestaltet und nicht nur verwaltet.“

WKO-Neujahrsempfang „Allianz für Wachstum“
Beim traditionellen Neujahrsempfang der WKO Steiermark versammelte sich das „Who is Who“ des Landes zum Jahresauftakt. Präsident Josef Herk nutzte den Abend für einen eindringlichen Appell: Österreich brauche eine „Allianz für Wachstum“ und den Mut zu echten Reformen. Drei Jahre Rezession, steigende Arbeitsund Energiekosten sowie sinkende Wettbewerbsfähigkeit würden zeigen, dass strukturelle Veränderungen unumgänglich seien. Herk sprach sich für eine Pensionsreform nach dänischem Vorbild, leistbare Energie mit wettbewerbsfähigen Netzkosten, Deregulierung sowie ein klares Bekenntnis zu internationalen Abkommen aus. 2026 müsse ein Jahr des Neugestaltens und Umsetzens werden, um den Standort nachhaltig zu stärken.

Erneute Zertifizierung als Leitbetrieb
Neuroth wurde erneut von Leitbetriebe Austria als Leitbetrieb zertifiziert. Das 1907 gegründete Familienunternehmen zählt zu Österreichs führenden Hörakustik-Spezialisten und ist in acht Ländern tätig. Mit einem dichten Netz an Fachinstituten sowie eigener Produktion in Lebring verbindet Neuroth Tradition mit Innovationskraft. Modernste Hörlösungen, digitale Services und höchste medizinische Standards stehen im Mittelpunkt. Über 1.350 Mitarbeiter an rund 280 Standorten tragen zur nachhaltigen Wertschöpfung und hohen Versorgungsqualität bei. CEO Lukas Schinko sieht die Auszeichnung als Bestätigung des Anspruchs, Menschen mit Verlässlichkeit, Empathie und Technologie zu besserem Hören und mehr Lebensqualität zu verhelfen.
Am Department Marketing & Sales eröffnete die FH Campus 02 am 9. Februar ihr erstes Josef Ressel Zentrum. Das Zentrum erforscht die ökonomischen Grundlagen digitaler Plattformen und Ökosysteme und entwickelt praxisnahe Konzepte für Unternehmen. Ziel ist es, Österreichs Wirtschaft bei der digitalen Transformation zu stärken und neue Wettbewerbschancen zu schaffen. Gefördert wird das Zentrum vom Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus, der Christian Doppler Forschungsgesellschaft sowie den Unternehmenspartnern Raiffeisen Landesbank Steiermark, next-incubator der Energie Steiermark und K1 Group. Damit setzt die FH Campus 02 einen wichtigen Impuls für anwendungsorientierte Forschung und digitale Souveränität.

































































SPAR bietet jungen Menschen weit mehr als die klassische Lehre zum Einzelhandelskaufmann im Lebensmittelbereich.

SPAR Steiermark und Südburgenland bietet ab Herbst 2026 wieder 100 Lehrstellen – vom klassischen Einzelhandel bis hin zu Lehrberufen in den Produktionsbetrieben an. Alle Lehrlinge erwartet eine top Ausbildung, viele Benefits und eine Bezahlung über dem Kollektivvertrag.
In der Steiermark und Südburgenland stehen bis zu 100 offene Lehrstellen in über 10 verschiedenen Lehrberufen zur Auswahl. Das Angebot reicht von einer Doppellehre Einzelhandels-/Bürokaufmann/-frau bis hin zum Fleischverarbeiter bei TANN und als Einzelhandelskaufmann/Einzelhandelskauffrau. Bei INTERSPAR gibt es darüber hinaus noch spannende Lehrberufe in der Systemgastronomie und in den INTERSPAR-Bäckereien. Damit bietet SPAR für nahezu jedes Talent den passenden Einstieg in eine sichere berufliche Zukunft. „Als familiengeführtes Unternehmen bieten wir Lehrlingen eine fundierte Ausbildung mit Zukunft und echte Entwicklungschancen, oft ganz in der Nähe, denn Ausbildungsund Arbeitsort liegen meist direkt vor der Haustür“, so SPAR-Steiermark-GF Christoph Holzer.
Schule und Lehre: Praxisnahe Ausbildung Lehre bei SPAR heißt Lernen auf Augenhöhe und mit echten Zukunftschancen. In der Steiermark und im Südburgenland lernen alle Lehrlinge gemeinsam das nötige Know-how – modern, praxisnah und am Puls der Zeit. Was im Unterricht gelernt wird, kommt direkt im Supermarkt sowie in den Produktionsbetrieben zur Anwendung. Daneben warten auch viele Aus- und Weiterbildungsangebote wie die Lehre mit Matura. Die Lehrlinge können sich außerdem in der Lehrzeit Prämien im Wert von über 6.700 Euro dazuverdienen.
Bewerbungen für den Lehrstart sofort möglich: Wer Teil der SPARFamilie werden möchte, sich für Lebensmittel interessiert, Freude am Kontakt mit Menschen hat und über sehr gute Deutschkenntnisse verfügt, für den ist eine Lehrlingsausbildung bei SPAR genau das Richtige. Bewerbungen sind jederzeit online über die SPARJobbörse auf www.spar.at/lehre möglich.
Feiern mit den neuen Meistern: WKO-Steiermark-Präs.
Josef Herk, „Meisterin des Jahres“ Lena Kemmer und Spartenobmann Johann Reisenhofer

Mit einem neuen Höchststand bei den Meister- und Befähigungsprüfungen setzt die WKO Steiermark 2025 ein starkes Signal für den Standort: 852 Prüfungen wurden erfolgreich abgelegt – ein Plus von 32 Prozent gegenüber 2024 (644) und so viele wie noch nie seit Einführung des Modulsystems im Jahr 2004.
Traditionell dominiert die Sparte Gewerbe und Handwerk. 36 der 54 geprüften Berufe entfallen auf diesen Bereich, insgesamt wurden hier 462 Prüfungen positiv absolviert. Bei den Meisterprüfungen führt die Kfz-Technik (60) vor Metalltechnik (36) und Tischlerei (26). Bei den Befähigungsprüfungen liegen Baumeister und Tätowierer (je 25) an der Spitze.
Anerkennung für Leistung
Spartenobmann Johann Reisenhofer ist erfreut: „Die vielen Abschlüsse bezeugen den Einsatz und den Willen, etwas zu lernen und anzupacken. Es ist erfreulich, dass sich immer mehr junge Menschen für diesen Weg entscheiden. Dafür möchte ich mich bedanken: bei den Eltern, die ihre Kinder bei der Berufswahl unterstützen, bei den Ausbildungsbetrieben und bei den Absolventen, denen ein erfolgreiches Berufsleben bevorsteht.“ Bei der Verleihung im Grazer Stefaniensaal hob WKO-Präs. Josef Herk ebenso die Bedeutung der beruflichen Höherqualifizierung hervor. Zum „Meister des Jahres“ wurde die 21-jährige Lena Kemmer gewählt. Die Kfz-Technik-Meisterin aus der Südsteiermark ist als Motorradrennfahrerin international aktiv und steht für die Attraktivität des dualen Ausbildungswegs.
Gleichstellung mit Uni-Abschluss Von den 852 Abschlüssen entfallen 300 auf Meisterprüfungen (232 Männer, 68 Frauen) und 552 auf Befähigungsprüfungen (389 Männer, 163 Frauen). Ein wesentlicher Treiber ist die Gebührenbefreiung seit 1. Jänner 2024: Die öffentliche Hand übernimmt seither die Kosten für den Erst- und Zweitantritt bei Modulprüfungen sowie für die Unternehmerprüfung. Zudem ist die Meister- und Befähigungsprüfung seit 2018 einem Bachelorabschluss gleichgestellt.

FairYoungStyria-Preis: Junge Ideen für globale Verantwortung
Beim FairYoungStyria-Preis 2025/26 zeichnete das Land Steiermark zehn Schulprojekte aus, die globale Zusammenhänge kreativ aufbereiten. Im Weißen Saal der Grazer Burg wurden Initiativen zu fairem Handel, Wasser, Textilproduktion, Podcasts oder internationalen Schulpartnerschaften prämiert. Jedes Team erhielt 500 Euro. Die Projekte zeigen, wie engagiert steirische Schülerinnen und Schüler die 17 Nachhaltigkeitsziele (SDGs) umsetzen. Präsentiert werden die Arbeiten am 24. Juni 2026 beim FairStyria-Tag im Joanneumsviertel Graz.

Psychische Gesundheit:
KAGes warnt vor unterschätzten Signalen
Anlässlich des Welttags der Kranken rückt die Steiermärkische Krankenanstaltengesellschaft (KAGes) psychische Erkrankungen in den Fokus. Laut Österreichischer Gesellschaft für Psychiatrie leben rund 2,1 Millionen Menschen in Österreich mit einer psychiatrischen Diagnose – das sind 22,7 Prozent der Bevölkerung. Besonders häufig sind Depressionen (10 Prozent), Angststörungen (6,8 Prozent) und Alkoholabhängigkeit (3,5 Prozent). Chronischer Disstress durch Arbeitsdruck, ständige Erreichbarkeit und Unsicherheit gilt als zentraler Risikofaktor. Symptome wie Erschöpfung und Schlafstörungen bleiben oft lange unbeachtet. Viele Betroffene suchen erst spät Hilfe – aus Scham oder in der Hoffnung, die Beschwerden würden von selbst verschwinden.

Kärntner Industrie fordert mehr Reformtempo
Beim Neujahrsauftakt der IV Kärnten versammelten sich rund 200 Gäste aus Wirtschaft, Politik und Forschung unter dem Motto „Mut.Wandel.Chancen“. IV-Geschäftsführerin Claudia Mischensky und Präsident Timo Springer forderten angesichts von Rezession, hoher Kostenbelastung und sinkender Wettbewerbsfähigkeit rasche Strukturreformen. Die Gewinn- und Investitionsquoten seien massiv eingebrochen, Österreich stehe als Exportnation stark unter Druck. Gefordert werden gezielte Fachkräftezuwanderung, flexible Arbeitszeiten, starke MINT-Ausbildung, Digitalisierung, leistbare Energie und der Bau der 380-kV-Leitung. Chefökonom Christian Helmenstein sprach von einer strukturellen Krise mit nur schwacher Erholung – jetzt brauche es Mut und klare Entscheidungen.

„Trigos Kärnten“ lädt Unternehmen zur
Einreichung
Beim Trigos-Infofrühstück in Klagenfurt informierten Veranstalter und Jury am 22. Jänner über die Einreichmöglichkeiten für den Trigos Kärnten. Unternehmen können ihre nachhaltigen Projekte noch bis 27. Februar 2026 einreichen. Der Preis macht verantwortungsvolles Wirtschaften sichtbar und stärkt die Wettbewerbsfähigkeit regionaler Betriebe. „In Kärnten gibt es viele zukunftsorientierte Unternehmen, die mit hoher Innovationskraft neue Wege beschreiten. Der Trigos Kärnten macht diese Unternehmen sichtbar und stärkt ihre Position als nachhaltig agierendes Unternehmen. Ein Kriterium, das im regionalen und auch im internationalen Wettbewerb von großer Bedeutung ist“, so Nikolaus Juhász, Vorstandsmitglied der BKS Bank.
Die Wirtschaft läuft nicht im Selbstlauf – und sie erholt sich auch nicht durch wohlklingende Sonntagsreden. In Zeiten geopolitischer Spannungen, hoher Energiepreise und brüchiger Lieferketten entscheidet sich Standortpolitik im Detail –bei Strompreisen, bei Infrastrukturprojekten, bei Exportmärkten. Genau hier setzte das Wirtschaftsforum der Steirischen Volkspartei in der Grazer Helmut-List-Halle an –weniger mit Pathos, dafür mit klarer Standortdiagnose.
Rund 350 Vertreter aus Wirtschaft, Forschung und Politik diskutierten über Energie, Internationalisierung, Infrastruktur, Innovation, Investitionen, digitale Souveränität sowie Sicherheits- und Verteidigungswirtschaft. Es ging nicht um parteitaktische Winkelzüge, sondern um eine schlichte Frage: Wie bleibt die Steiermark Industrieland – und zwar mit Wertschöpfung, nicht nur mit Verwaltung? Im Zentrum stand LHStv. Manuela Khom. Ihre Botschaft war unmissverständlich: Die Rahmenbedingungen sind härter geworden – also braucht es Klarheit statt Nostalgie. Alte Strukturen
um jeden Preis zu konservieren, sei keine Strategie. Wer Wohlstand sichern wolle, müsse Stärken ausbauen, Fachkräfte qualifizieren und Innovation ermöglichen – nicht blockieren. Besonders deutlich wurde Khom beim Thema Energie. Transformation sei keine ideologische Spielwiese, sondern eine Frage der Wettbewerbsfähigkeit. Leistbare, planbare Energie, der Ausbau erneuerbarer Quellen und ein wettbewerbsfähiger Industriestrompreis seien Grundvoraussetzungen dafür, dass Betriebe investieren – und nicht abwandern. Ebenso zentral: offene Märkte, aber kein naiver Freihandel; Schutz vor unfairem Wett-

Rund 350 Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Forschung und Politik verfolgten das Wirtschaftsforum mit einem klaren Signal: Für starke Betriebe, sichere Arbeitsplätze und nachhaltigen Wohlstand braucht die Steiermark wirtschaftspolitische Kompetenz und verlässliche Rahmenbedingungen.

Christian Helmenstein, LHStv. Manuela Khom und STVP-Klubobmann Lukas Schnitzer (v. l.) beim Wirtschaftsforum in der Grazer HelmutList-Halle. Im Fokus standen Standortpolitik, leistbare Energie und die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Steiermark.


bewerb und eine selbstbewusste internationale Positionierung steirischer Kernkompetenzen.
STVP-Klubobmann Lukas Schnitzer brachte es auf den Punkt: Wirtschaftspolitik ist Sozialpolitik. Ohne wettbewerbsfähige Unternehmen keine Jobs – und ohne Jobs kein Wohlstand. Das Forum lieferte keine einfachen Antworten, aber einen klaren Anspruch: Die Steiermark soll nicht verwaltet, sondern gestaltet werden. Keynote-Speaker Christian Helmenstein zeichnete ein differenziertes Bild: Der Erholungspfad sei fragil, Potenziale
Im Gespräch mit LHStv. Manuela Khom betonte US-Botschafter Arthur Graham Fisher die engen transatlantischen Wirtschaftsbeziehungen. Die USA sind zweitwichtigster Exportmarkt der Steiermark – zugleich belasten US-Zölle Teile der steirischen Industrie spürbar.


gebe es etwa in Logistik, Rechenzentren und Wasserstoff. Der Tenor des Abends blieb pragmatisch: Verlässliche Rahmenbedingungen sind kein politischer Luxus, sondern betriebliche Überlebensfrage. Breiten Raum nahm die Infrastruktur ein –von der Koralmbahn über die Verbindung Graz–Maribor bis zur langfristigen Absicherung des Flughafens Graz. Mobilität ist kein Nebenschauplatz, sondern Standortfaktor. Wer Güter, Daten und Fachkräfte bewegen will, braucht funktionierende Netze – analog wie digital.
US-Botschafter Arthur Graham Fisher richtete eine Grußadresse an die Vertreter der Volkspartei und der steirischen Wirtschaft und bekannte sich zur vertieften wirtschaftlichen Zusammenarbeit zwischen den USA und Österreich. Neben ihm: Wirtschaftslandesrat
Willibald Ehrenhöfer, VP-Klubobmann Lukas Schnitzer und Moderatorin Conny Ertl.


SPAR und der Tankstellenbetreiber SOCAR setzen ihre erfolgreiche Partnerschaft fort und erweitern ihr Nahversorgernetz in der Steiermark. Am Eggenbergergürtel in Graz wurde ein neuer SPAR express Tankstellenshop eröffnet.
Der Standort bietet ab sofort ein modernes Einkaufserlebnis zu SPAR-Supermarktpreisen – und das an 365 Tagen im Jahr mit durchgehenden Öffnungszeiten von 0 bis 24 Uhr.
„Mit dem neuen SPAR express am Eggenbergergürtel schaffen wir einen weiteren modernen Nahversorger, der höchste Qualität mit maximaler Flexibilität verbindet. Kundinnen und Kunden können hier schnell und bequem einkaufen – zu den gewohnten SPAR-Supermarktpreisen“, betont Christoph Holzer, Geschäftsführer SPAR Steiermark. Das Shopkonzept setzt auf Helligkeit, hochwertige Materialien und eine offene Raumgestaltung. Im
Sortiment finden sich SPAR-Eigenmarken, frisch aufgebackenes Bio-Gebäck, Obst und Gemüse – teils aus der Region –, Snacks, Kaffee sowie zahlreiche Produkte des täglichen Bedarfs. Auch Fleisch- und Blumenangebote ergänzen das Sortiment. Mit dem neuen Standort wächst das Netz auf 18 SPAR express Shops in der Steiermark. Die Kombination aus zeitgemäßer Tankstelleninfrastruktur und Nahversorgerkomfort stärkt die lokale Versorgungsstruktur und bietet Kundinnen und Kunden flexible Einkaufsmöglichkeiten – auch dann, wenn klassische Handelsflächen bereits geschlossen haben.

Der neue SPAR express bei der SOCAR-Tankstelle in Graz-Eggenbergergürtel punktet sieben Tage die Woch mit großem Sortiment und extra langen Öffnungszeiten.


Das „Grüne Gold“ aus der Steiermark feiert 30 Jahre EU-Herkunftsschutz und eine beeindruckende Bilanz: 100 Mio. Flaschen mit der weiß-grünen Banderole wurden bisher verkauft. 2025 stieg der Absatz um 24,4 Prozent auf 6,78 Mio. Flaschen, die Menge legte um 18,7 Prozent zu. Rund ein Drittel der Produktion geht in den Export, besonders nach Deutschland, in die USA und nach Asien. Die weiß-grüne Banderole garantiert geprüfte Herkunft und ein strenges Kontrollsystem vom Acker bis ins Regal. LK-Präs. Andreas Steinegger zieht ein positives Fazit: „Der EU-Herkunftsschutz ist ein starkes Fundament für Qualität, Transparenz und nachhaltige Wertschöpfung – und sichert dem ‚grünen Gold der Steiermark‘ auch künftig beste Marktchancen.“

Empfang und Jubiläum des Konsularischen Korps Landeshauptmann-Stv. Manuela Khom hat in Ihrer Funktion als zuständige Europalandesrätin das steirische Konsularische Corps zu einem Neujahrsempfang eingeladen. Sie dankte den zahlreichen anwesenden Konsuln für ihre ehrenamtlichen Tätigkeiten für die internationalen Wirtschaftsbeziehungen sowie den interkulturellen Austausch für die Steiermark. Konsul Rudi Roth und Konsul Edith Hornig wurden für Ihre zehnjährige ehrenamtliche Tätigkeit als Doyen und Generalsekretär mit einer Landesauszeichnung besonders geehrt und ihnen großer Dank für ihren langjährigen und unermüdlichen Einsatz ausgesprochen. Leider konnte Konsul Edith Hornig die Auszeichnung krankheitsbedingt nicht persönlich entgegennehmen.

Am 19. Jänner wurde dem Heilthermen Resort Bad Waltersdorf im Rahmen des alljährlichen Neujahrsempfanges das Steirische Landeswappen verliehen. LH Mario Kunasek überreichte die Auszeichnung im feierlichen Rahmen an GF Gernot Deutsch – im Beisein von zahlreichen langjährigen Wegbegleitern und Gästen aus Politik, Sport, Tourismus und Wirtschaft. „Für uns ist diese Verleihung eine besondere Ehre. Wir sehen sie als Anerkennung für das, was unser Haus seit Jahrzehnten ausmacht: Verwurzelung in der Region und eine klare Ausrichtung auf Nachhaltigkeit. Als Leitbetrieb im Thermen- und Vulkanland Steiermark tragen wir Verantwortung – für die Natur, für die Menschen, die bei uns arbeiten, und für die Region, in der wir zu Hause sind“, so Deutsch.

Das Team Montan Factory Racing der Montanuniversität Leoben sorgt gemeinsam mit dem Start-up Fiber Elements für Innovation im Rennsport. Beim internationalen Moto Student-Bewerb in Aragón präsentierte das Team einen Motorrad-Prototypen mit einem neu entwickelten Heckrahmen aus Basaltfaser. Das Material ist leichter, energieärmer in der Herstellung und weist einen deutlich geringeren CO₂-Fußabdruck als klassische Werkstoffe wie Carbon auf. Über 80 Teams aus 20 Ländern nahmen teil. Das 14-köpfige Leobner Team erreichte Rang vier im Abschlussrennen sowie in der Gesamtwertung der eFuel-Klasse. Das Projekt zeigt eindrucksvoll, wie Forschung, Industriekooperation und praxisnahe Lehre Impulse für die Mobilität von morgen setzen.

US-Botschafter Fisher trifft steirische Wirtschaft
Gesundheitsversorgung im Ausseerland: Notfall- und Akutversorgung bleibt gesichert

Bei einem Treffen im Rathaus Bad Aussee diskutierte Gesundheitslandesrat Karlheinz Kornhäusl mit Bürgermeistern und Vertretern des Forum Pro LKH die Zukunft des Standorts. Zentrale Botschaft: Notarztstützpunkt, Akutversorgung und Krankenhaus bleiben rund um die Uhr gesichert. CT und Labor bleiben vor Ort, zudem wird eine neue Akutgeriatrie und Remobilisation aufgebaut. Kein Mitarbeiter werde gekündigt. Die Chirurgie soll erst nach Vertragsabschluss mit Oberösterreich und Salzburg – frühestens ab 1. April 2026 – verlagert werden. Ziel sei es, Vertrauen zurückzugewinnen und Versorgungslücken gemeinsam zu vermeiden.
Beim USA-Tag in Graz begrüßten das ICS Internationalisierungscenter Steiermark und die US-Botschaft rund 100 Unternehmensvertreter sowie US-Botschafter Art Fisher. Im Fokus stand die strategische Bedeutung der USA als wichtiger Wirtschafts- und Exportpartner für die Steiermark. Die Vereinigten Staaten sind mit rund 3,7 Milliarden Euro Exportvolumen der zweitwichtigste Absatzmarkt der Steiermark. Botschafter Fisher betonte die Stärke der transatlantischen Handelsbeziehungen und die Chancen für steirische Unternehmen in den USA. Vertreter aus Wirtschaft und Politik unterstrichen die Bedeutung enger Kooperation, insbesondere in Industrie, Automatisierung und Forschung, für Wachstum und Standortentwicklung.

Die Montanuniversität Leoben hat das neue Christian Doppler Labor für Reaktive Strömungen in der Produktion und Veredelung von grünem Stahl eröffnet. Das vom Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus geförderte Labor ist am Lehrstuhl für Simulation metallurgischer Prozesse angesiedelt und wird von Ebrahim Karimi Sibaki geleitet. Im Fokus stehen komplexe Hochtemperaturprozesse in der Stahlherstellung – von Strömungen über Wärme- und Stofftransport bis zu chemischen Reaktionen. Ziel ist die Entwicklung präziser Modelle für eine effizientere, emissionsärmere Produktion. Gemeinsam mit Industriepartnern stärkt das CD-Labor die Verbindung von Forschung und Praxis und unterstützt die Transformation hin zu nachhaltigem, grünem Stahl.

Seit 20 Jahren ist Styrian Summer Art mit dem farben.formen. festival ein kreativer Fixpunkt im Naturpark Pöllauer Tal. Von 26. Juni bis 26. Juli öffnet sich im Schloss Pöllau erneut ein künstlerischer Freiraum für Workshops, Austausch und neue Impulse. Das Programm verbindet traditionelles Handwerk mit zeitgenössischen Techniken: Textilkunst, Objektkunst, Malerei, Fotogramm, Cyanotypie oder literarisches Schreiben. Gearbeitet wird mit naturgefärbter Wolle, Fundholz, Metall oder Bienenwachs – oft direkt unter freiem Himmel. Formate wie „Sketch & Bike“ erweitern den Atelierraum in die Landschaft. Die Natur wird dabei nicht zur Kulisse, sondern zum aktiven Resonanzraum kreativer Prozesse.

Der Steirische Bauernbund bleibt bei der Landwirtschaftskammerwahl 2026 mit 67,27 Prozent und 28 Mandaten klar stärkste Kraft. Trotz herausfordernder Rahmenbedingungen sieht die Parteiführung das Ergebnis als starken Vertrauensbeweis und klaren Arbeitsauftrag für die kommenden Jahre. Im Fokus stehen der Erhalt des Agrarbudgets, eine faire Gemeinsame Agrarpolitik nach 2027, der Schutz bäuerlichen Eigentums sowie weniger Bürokratie. Auch praxisnahe Lösungen beim Stallbau, Prädatoren-Management und eine verpflichtende Herkunftskennzeichnung werden gefordert. Spitzenkandidat Andreas Steinegger betont den Einsatz für eine zukunftsfähige Landwirtschaft und konstruktive Zusammenarbeit in der Kammer.
Max Lercher fordert politischen Kurswechsel

Beim Neujahrsempfang der steirischen Sozialdemokratie plädierte SPÖ-Chef Max Lercher für einen klaren politischen Kurswechsel in Industrie-, Wirtschafts-, Energieund Europapolitik. Im Mittelpunkt müsse die Lebensrealität der Steirer stehen – etwa durch eine verbindliche Gesundheits-Garantie für eine flächendeckende 24/7-Akutversorgung. Die Energie Steiermark solle zu 100 Prozent in öffentlicher Hand bleiben, um Preise aktiv zu gestalten und Arbeitsplätze zu sichern. Lercher fordert zudem eine echte Industrie- und Standortstrategie sowie eine klare pro-europäische Ausrichtung, besonders im Hinblick auf internationale Kooperationen. Sicherheit bedeute neben Verteidigungsfähigkeit auch einen starken Sozialstaat als Garant für Stabilität und Wohlstand.

Nach rund einem Jahr Bauzeit wurde am 22. Jänner der neue Eurospar in Güssing an der Grazer Straße 17 eröffnet. Auf über 1.200 m² erwartet die Kunden ein modernes Einkaufserlebnis mit Fokus auf Frische und Regionalität. Spar-GF Christoph Holzer betont: „Wir starten das Jahr 2026 mit dem modernsten Nahversorger im Burgenland.“ Ein neuer Frische-Marktplatz, digitale Preisetiketten sowie ein erweiterter Non-Food-Bereich sorgen für zeitgemäßen Komfort. Auch ökologisch setzt der Standort Maßstäbe: Photovoltaik, LED-Beleuchtung, Wärmerückgewinnung und 4 E-Ladestationen stehen für hohe Energieeffizienz. 34 Mitarbeiter kümmern sich um persönlichen Service. Mit dem Neubau stärkt Spar die Nahversorgung in der Region nachhaltig.

Das Unternehmen Knapp wurde mit dem Best of Industry Award 2025 des Fachmediums MM Maschinen Markt in der Kategorie Automatisierung ausgezeichnet. Prämiert wurde das AeroBot-System, eine innovative Lagerrobotik-Lösung mit hoher Flexibilität, einfacher Skalierbarkeit und kompakter Bauweise. Die autonomen AeroBots bewegen sich frei und dreidimensional durch das System und ermöglichen effiziente Ein- und Auslagerung. Das System eignet sich besonders für E-Commerce, Omni-Channel-Fulfillment und Industrieanwendungen. Mit rund 25.000 Stimmen setzte sich Knapp in der Jubiläumsausgabe des Awards durch. Die Auszeichnung unterstreicht die Innovationskraft des Unternehmens, das mehrfach für Intralogistik-Lösungen prämiert wurde.
Am 7. März 2026 laden die Austria Guides anlässlich des Welttags der Fremdenführer zu kostenlosen Stadtführungen in Graz und Klagenfurt ein. Erstmals steht der Tag im Zeichen der neuen „Area Süd“: Mit der Koralmbahn können steirische Gäste bequem nach Klagenfurt reisen und dort an geführten Rundgängen teilnehmen. In Graz werden zehn verschiedene Themenführungen angeboten, darunter Kinderführungen und ein Theaterspaziergang. Auch Weiz, Kapfenberg und Bad Waltersdorf beteiligen sich an dem Programm mit kostenlosen Spezialführungen. In Klagenfurt stehen klassische und thematische Führungen – teils auch auf Englisch und Slowenisch – am Programm. Die Teilnahme ist kostenlos, freiwillige Spenden unterstützen „Steirer helfen Steirern“.

Die stark gestiegene Zahl an Firmenpleiten könnte für Österreichs Unternehmen bald spürbare Folgen haben. Sozialministerin Korinna Schumann verweist auf die gesetzliche Verpflichtung, dass der Insolvenz-Entgeltsicherungsbeitrag per Verordnung angehoben werden muss, wenn die Mittel des Insolvenz-Entgeltfonds ab 2027 nicht mehr ausreichen. Für Betriebe würde das steigende Lohnnebenkosten bedeuten – und für Investoren ein weiteres Signal, wie fragil die wirtschaftliche Lage derzeit ist.
Schumann stellt Unternehmen auf eine mögliche Mehrbelastung ein. Angesichts der hohen Zahl an Firmeninsolvenzen könnte der Insolvenz-Entgeltsicherungsbeitrag steigen. Derzeit beträgt der Zuschlag zum Arbeitslosenversicherungsbeitrag 0,1 Prozent – gesenkt Anfang 2022. Doch laut Vorschau reichen die Mittel des Insolvenz-Entgeltfonds ab 2027 voraussichtlich nicht mehr aus, um alle Ansprüche zu decken.
Die Rechtslage ist klar. Wenn die Prognose eine Unterdeckung zeigt, ist die Ministerin laut Insolvenz-Entgeltsicherungsgesetz verpflichtet, den Beitrag per Verordnung zu erhöhen. Eine poli-
tische Ermessensfrage ist das nur eingeschränkt. Für Unternehmen würde das eine erneute Anhebung der Lohnnebenkosten bedeuten – in einer Phase, in der viele Betriebe ohnehin unter Margendruck stehen.
Risiko für Standort und Beschäftigung
Für Investoren ist die Entwicklung doppelt relevant. Erstens signalisiert die hohe Zahl an Firmenpleiten strukturelle Schwächen in einzelnen Branchen. Zweitens droht eine Verteuerung des Faktors Arbeit – ein sensibler Punkt im internationalen Standortvergleich.

»Jede weitere Anhebung der Lohnnebenkosten – und sei sie auch systemimmanent begründet – wirkt in der aktuellen Phase wie ein Bremsklotz für die Erholung. Wir riskieren, die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Österreich weiter zu schwächen, während der Margendruck auf die Betriebe ohnehin historisch hoch ist.«
Gabriel Felbermayr WIFO
Gleichzeitig betont Schumann, Missbrauch – etwa durch Scheinfirmen – konsequenter zu bekämpfen, um den Fonds zu entlasten. Hier liegt ein Hebel, um eine Beitragserhöhung zumindest abzufedern. Ob das ausreicht, bleibt offen.
Arbeitsmarkt bleibt fragil Seit Amtsantritt der Bundesregierung liegt die Zahl der Arbeitslosen im Schnitt um 18.000 über dem vorherigen Niveau. Die Ministerin verweist auf Qualifizierungsprogramme des AMS und auf eine erwartete konjunkturelle Erholung. Programme wie die „Aktion 55+“ sollen bis zu 6.000 kollektivvertraglich entlohnte Arbeitsplätze schaffen. Parallel arbeitet das Ressort an mehreren Reformbaustellen. Unter anderem an der Umsetzung der EURichtlinie zur Plattformarbeit, Entgelttransparenz, Reform des Rehabilitationsgeldes sowie eine bundeseinheitliche SozialhilfeRegelung. Auch ein Steuerfreibetrag von 15.000 Euro für Weiterarbeit in der Pension ist in Ausarbeitung. Für Unternehmen und Investoren ist entscheidend, wie sich die Insolvenzdynamik 2026 entwickelt. Bleibt sie hoch, steigt die Wahrscheinlichkeit einer Beitragserhöhung – mit unmittelbarer Wirkung auf Lohnkosten und Cashflow.
Open Claw ist der erste autonome KI-Agent, der digitale Prozesse selbstständig ausführt, Anwendungen verbindet und Workflows steuert. Der österreichische Entwickler Peter Steinberger sieht sein Projekt als Baukasten für persönlich adaptierbare KIAgenten – präzise, transparent und rund um die Uhr im Einsatz.

KI-Systeme stehen vor dem nächsten Entwicklungssprung. Sie antworten nicht mehr nur, sie handeln eigenständig im System. Ein Projekt aus Wien zeigt, wie konkret diese Veränderung bereits ist.
Früher hat KI geantwortet. Jetzt handelt sie. Ein neuer Typus von Software beginnt, sich tief in Betriebssysteme und Unternehmensprozesse zu integrieren. KI-Agenten schreiben nicht nur Texte, sie klicken. Sie öffnen Programme, bedienen Browser, verschieben Dateien, formulieren E-Mails, greifen auf Schnittstellen zu und können Transaktionen auslösen. Der Unterschied ist grundlegend. Die Anweisung lautet nicht mehr „Wie geht das?“, sondern „Erledige das“. Die wirtschaftliche Relevanz liegt weniger
in der Industriehalle als im Büro. Angebotslegung, Reporting, Lieferkettenkommunikation, Disposition und Dokumentation lassen sich automatisieren. Ein KI-Agent zieht Daten aus der Unternehmenssoftware, gleicht Termine ab, erstellt Antworten und versendet sie autonom und rund um die Uhr. Der Produktivitätsschub entsteht nicht an der Fertigungsmaschine, sondern am Laptop.
OpenClaw und die neue operative KI Ein konkretes Beispiel liefert der ober-
österreichische SoftwareIngenieur Peter Steinberger. Er veröffentlichte vor wenigen Wochen ein Open-SourceProjekt namens OpenClaw. Kein fertiges Produkt, sondern ein Baukasten für autonome Agenten. Das System läuft lokal, ohne verpflichtende Cloud. Der Code ist offen, überprüfbar und erweiterbar. Binnen kurzer Zeit wuchs das Projekt auf GitHub rasant. Entwickler weltweit begannen zu experimentieren, Sicherheitsforscher warnten vor Risiken. OpenClaw zeigt, dass funktionsfähige KI-Agenten keine theoretische Vision mehr sind. Sie greifen operativ ins System ein. Genau darin liegt ihre Brisanz.
Ein Agent mit Zugriff auf Browser, Dateien und Logins kann Prozesse beschleunigen. Er kann aber auch Fehler verursachen oder missbraucht werden. Entscheidend ist daher nicht nur, was diese Systeme leisten, sondern unter welchen Kontrollmechanismen sie eingesetzt werden.
Steinberger wechselt zu OpenAI Inzwischen ist offiziell, dass Steinberger zu OpenAI wechselt. CEO Sam Altman spricht von einer Multi-Agent-Zukunft. OpenClaw soll in künftigen Produkten eine Rolle spielen. Das Projekt selbst soll als Open-Source-Initiative weitergeführt werden.
Für Europa ist diese Entwicklung mehr als eine Personalie. Während Google, Microsoft und andere Milliarden in autonome Systeme investieren, zeigt ein Entwickler aus Wien, wie schnell sich Innovationszentren verschieben können. Software wartet nicht mehr auf Eingaben. Sie führt sie aus. Damit verändern sich Produktivität, Kostenstrukturen und Wettbewerbsfähigkeit in einer Geschwindigkeit, die viele Organisationen erst allmählich erfassen.

Die wirtschaftliche Abkühlung hinterlässt Spuren am steirischen Lehrstellenmarkt. 2025 wurden mit 14.442 Lehrlingen um 3,3 Prozent weniger ausgebildet als im Vorjahr. Besonders deutlich ist der Rückgang bei den Neueintritten: 4.292 Jugendliche starteten eine Lehre – ein Minus von 5,3 Prozent. WKO-Steiermark-Präsident Josef Herk sieht darin kein nachlassendes Bekenntnis der Betriebe, sondern die Folge schwieriger Rahmenbedingungen. Metalltechnik bleibt mit 1.906
Lehrlingen Spitzenreiter, gefolgt von Elektrotechnik und Einzelhandel. Rund 2.000 Jugendliche nutzten „Lehre mit Matura“. Insgesamt wurden 5.116 Lehrabschlüsse positiv absolviert. Über 42 Millionen Euro flossen 2025 in die Lehrlingsförderung.

GVV: Mario Abl mit 100 Prozent bestätigt
Bei der Landeskonferenz des GemeindevertreterInnenverband Steiermark im Congress Leoben wurde Mario Abl mit 100 Prozent als Landesvorsitzender wiedergewählt. Als Stellvertreter ebenfalls einstimmig bestätigt wurden Bernd Osprian und Elke Florian. Abl betonte die wachsenden Herausforderungen für Städte und Gemeinden und forderte mehr finanzielle Mittel für die Kommunen. Auch SPÖKlubobmann Max Lercher unterstrich die Bedeutung der kommunalen Ebene und sprach sich für ein steirisches Gemeindepaket aus, um die Handlungsfähigkeit der Gemeinden zu sichern.

Fischerschöpfungstag: Mehr heimischer Fisch statt Importabhängigkeit
Zum Fischerschöpfungstag warnt Agrarlandesrätin Simone Schmiedtbauer vor der hohen Importabhängigkeit. Denn ab sofort stammt der in Österreich konsumierte Fisch statistisch ausschließlich aus dem Ausland. Der Eigenversorgungsgrad müsse steigen, regionale Produktion und Wertschöpfung seien zu stärken. Laut einer Studie der Universität für Bodenkultur Wien werde erst rund zehn Prozent des Potenzials genutzt. Branchenvertreter fordern praxistaugliche Rahmenbedingungen, rascheres Prädatorenmanagement und Erleichterungen bei Wasserentnahmen. Fördermittel aus dem EU-Fischereifonds stünden bereit. Schmiedtbauer plädiert zudem für eine verpflichtende Herkunftskennzeichnung in der Gastronomie.

An der Montanuniversität Leoben übernimmt Univ.-Prof. Dr. Mathias Burisch-Hassel den Lehrstuhl für Rohstoffmineralogie. Der gebürtige Freiburger forschte zuletzt an der Colorado School of Mines und bringt internationale Erfahrung in Geochemie und Lagerstättenforschung mit. Sein Fokus liegt auf der Entstehung und Exploration metallischer Rohstoffe wie Kupfer, Gold oder Lithium sowie auf effizienteren Aufbereitungsprozessen. In Leoben plant er den Ausbau moderner Analytik – darunter automatisierte Mineralogie und Mikro-XRF – und setzt auf praxisnahe Lehre sowie enge Kooperationen mit Industrie und Forschungspartnern. Ziel ist ein international sichtbares Kompetenzzentrum für Rohstoffforschung.

Die Independent Logistics Society (ILS) etabliert sich als zentrale Innovationsplattform für Logistik und Wertschöpfung im DACH-Raum. Mehr als 500 Expertinnen und Experten aus Wirtschaft, Forschung und Politik vernetzen sich im wachsenden Netzwerk, um digitale, nachhaltige und resiliente Lösungen voranzutreiben. Im Fokus stehen Themen wie Kreislaufwirtschaft, KI, Mobilität, Geopolitik und Fachkräftesicherung. „Logistik ist das Betriebssystem einer widerstandsfähigen Wirtschaft“, betont Managing Partner Kajetan Bergles. 2026 wird Graz zum Hotspot der Branche: Unter dem Leitmotiv „Digital Confirmation“ bündelt das #ILS2026 Main Event von 14. bis 15. Oktober in der Helmuth-List-Halle zentrale Zukunftsthemen – von Smart Logistics über Nachhaltigkeit bis Cybersecurity.

Neues CD-Labor an der TU Graz: Leichtere und sicherere Züge im Fokus
An der TU Graz hat das „Christian Doppler Labor für Strukturintegrität im Schienenfahrzeugbau“ gestartet. Ziel ist es, Schienenfahrzeuge energieeffizienter, langlebiger und ressourcenschonender zu machen – bei gleichbleibend hohen Sicherheitsstandards. Geforscht wird an der Betriebsfestigkeit geschweißter Stahlstrukturen sowie am dynamischen Verhalten von Bremssystemen. Modernste Prüfstände und realitätsnahe Tests zur Rad-Schiene-Interaktion liefern dafür die Basis. Partner sind unter anderem Siemens Mobility Austria, Plasser & Theurer und Miba Frictec. Gefördert vom Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus, soll das Labor wissenschaftliche Erkenntnisse rasch in industrielle Anwendungen überführen und so die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts stärken.
intelligent ai-data synthesis for emerging smart markets via dual-layer auditing
Values Report Certificate


organization’s
(CoNI) now.
Die zahlreichen Messebesucher informierten sich über individuelle Projekte, Lösungen und neue Technologien.

Die Häuslbauermesse Graz 2026 zieht mit rund 31.500 Besucher und Besucherinnen eine ausgesprochen positive Bilanz und prognostiziert einen nahenden Aufschwung für die gesamte Branche.
Die vielen Interessierten nutzten die vier Messetage, um sich gezielt und fundiert zu Themen wie Bauen, Sanieren, Renovieren und modernes Wohnen zu informieren. Im Mittelpunkt standen neben spontaner Inspiration konkrete Fragestellungen und weitreichende Beratungsgespräche. MCG-GF Martin Ullrich zeigt sich hochzufrieden: „Es ist eine Freude, zu sehen, wie die Besucher durch die Gänge strömen und auf jedem Stand intensive Gespräche geführt werden.“ Sein Fazit unterstreicht den Anspruch der Häuslbauermesse Graz: hochwertige Kontakte und persönlicher Austausch.
Viele konkrete Bauprojekte
Die Aussteller berichten durchwegs von einer hohen Qualität der Kontakte und gut vorbereiteten Besuchern, die sich intensiv über individuelle Projekte, Lösungen und Umsetzungsmöglichkeiten informieren. Erwin Ladenstein, Geschäftsführer
des gleichnamigen Familienunternehmens, ist angenehm überrascht: „Das Publikum ist sehr interessiert. Wir erleben hier wieder eine Fachmesse mit großem Interesse – absolut empfehlenswert.“ TV-Bausachverständiger Günther Nussbaum, am Sonntag zu Gast auf der Messe, ergänzt die positive Bilanz: „Ich habe mit diversen Ausstellern gesprochen und sie berichten, dass dies seit Corona die beste Baumesse in Österreich ist. Die Leute kommen mit konkreten Themen und Plänen, ein sehr positives Signal für die Wirtschaft. Die Kunden wollen wieder bauen, sanieren oder Heizungen erneuern.“
Internationale Aussteller ziehen ebenso ein aufbauendes Fazit: Stare Trade d.o.o. aus Slowenien berichtet, dass die Besuchstage sehr stark waren und man „sehr viele qualitativ hochwertige Gespräche“ führte. Die Häuslbauermesse Graz sei für sie „die perfekte Messe für den Saisonstart. Man merkt, die Branche bewegt sich wieder, und wir freuen uns schon auf die nächste Messe.“ Foto: mcg /



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Fazitportrait
Von Peter K. Wagner mit Fotos von Jean van Lülik



Dominik Fitz war Chefpatissier im »Hangar 7«, bevor er in seine Heimat Feldbach zurückkehrte.
Dort riss er die elterliche Konditorei kurzerhand ab, um Platz für eine gläserne Manufaktur zu machen. Mit Erfolg.
Im Jahre 2008 war Dominik Fitz jüngster Konditormeister Österreichs. Drei Jahre später war er mit nur 24 Jahren Chefpatissier im »Hangar 7« unter Roland Trettl. Und 2013 wählte man den Oststeirer zum »Patissier des Jahres«. Einfache Interviewvorbereitung bei so einer Vita, denkt sich da der gelernte Journalist. Und googelt selbstsicher den Namen. Aber genau, da war noch was! Ein Namensvetter. Nebst dem Zuckerbäckermeister Dominik Fitz gibt es auch einen gleichnamigen Zuckerpässemeister, den Fußballer Dominik Fitz. Der schnürte einige Jahre für die Wiener Austria die Schuhe, eher er vor ein paar Monaten über den großen Teich wechselte – in die USA. Doch auch Tausende Kilometer Entfernung helfen nicht, den Wettkampf um den besten Google Page Rank gewinnt der Fußwerker Dominik Fitz.
Einfach tun. Von kleinauf »Ein bisschen hätte ich schon gehofft, dass er nicht den Durchbruch schafft und ich bei Google die Nummer eins bleibe«, sagt der Handwerker Dominik Fitz. Und lächelt. »Im Ernst: Ich bin selbst Fußballfan, aber von Sturm Graz.« Doch er ist nicht nur Fan. In der dritten Saison schon beliefert Fitz den Klub bei Heimspielen mit süßem Catering für die VIP-Bereiche. »Das ist eine ziemliche Herausforderung für uns«, sagt er. Immerhin will da rund 700 Menschen ein Fußballabend versüßt werden. Aber Dominik Fitz, das ist keiner, der viel über Dinge nachdenkt. »Ich tu einfach«, sagt er. Und das hat ihn schon immer begleitet. Von kleinauf. Zum Beispiel hat er ausprobiert. Wenn der Vater in vierter Generation ein Unternehmen führt mit der Mutter betreibt, gibt‘s im Grun-
Eigentlich wollten wir umbauen, aber das war mit der ›Keischn‹ nicht möglich.
Dominik Fitz
de zwei Möglichkeiten: einsteigen oder aussteigen. Fitz hat beides probiert. »Ich war viel im Betrieb, habe als Kind Eis verkauft und mitgeholfen«, erzählt er übers frühe Einsteigen. »Ich wollte mir allerdings auch anschauen, was es sonst noch gibt«, ergänzt er sein versuchtes Aussteigen. Er ging auf Entdeckungstour als Jugendlicher. »Ich hab bei einem Computerfachmann reingeschnuppert, beim Sportgeschäft.« Doch auch wenn er es probiert hatte, schließlich nahm er nicht den Zug nach anderswo. Aber immerhin jenen nach Kärnten. Er entschied sich also für ein Einsteigen mit Ausstiegsnuance – eine Lehre außerhalb des Familienbetriebs, in Pörtschach am Wörthersee.
Der Entschluss hatte durchaus auch mit der Laufbahn seines Vaters zu tun. »Er wollte früher auch einmal raus aus Feldbach, aber er musste zu Hause bleiben. Ich wollte mir nie vorwerfen müssen, etwas nicht gemacht zu haben.« Dass er dann so eine Karriere macht, war eigentlich nicht geplant.
Vom »faulen« Lehrling zum Dreisternedrill »Ich war immer ein extrem fauler Mensch. Ich hatte in der ersten Klasse als Lehrling in praktischer Arbeit einen Dreier. Und ich war auch keiner, der sich zurückgehalten hat. Ich habe gerne blöde Sprüche losgelassen. Sowas wie: ›Das ist ja nicht schwer, was wir da machen müssen. Wir tun ja nur Kuchen backen.‹« Schritt für Schritt fasste er über seine großen Worte die Motivation, immer besser zu werden. Um es sich und den anderen zu beweisen. Beim Kärntner Lehrlingswettbewerb wurde er dann Zweiter und als er beim Bundeslehrlingswettbewerb Silber holte, lernte jemanden kennen, der ihm erzählte, dass es in München gute Kurse für Konditoren gäbe. Die wollte er sehen – und bildete sich mit 18 Jahren bei Robert Oppeneder, dem ehemaligen Chefpatissier von Eckart Witzigmann, fort.
»Dort bin ich dann mit Christian Jürgens in Kontakt gekommen«, erinnert er sich. 2006 verließ er schließlich Österreich nicht nur für einen Kurs, sondern wechselte ins Restaurant »Kastell« der Burg Wernberg in Deutschland. Eine prägende Zeit. Nix mehr mit »nur Kuchenbacken«. »Ich habe damals gar nicht gewusst, dass es mehr als eine Haube gibt. Das war eine ganz andere Welt. Wenn du bei einem Dreisternekoch arbeitest, lernst du das Handwerk im Grunde noch einmal neu.« Zwei Jah-
re blieb er im Oberpfälzer Wald – und lernte Melanie Böhme kennen, die heute nicht nur die Mutter seiner zwei Kinder, sondern auch seine Geschäftspartnerin ist.
1,5 Millionen für die »Keischn« Mit Melanie ging es weiter in die Mozartstadt, ins Ikarus, das Lokal im Hangar 7. »Jürgens war Gastkoch bei Roland Trettl – darüber ist der Kontakt entstanden.« Mit 24 Jahren wurde er dort 2011 Chef-Patissier. »Ich war Chef von sechs Leuten, hab mein eigenes Ding machen können und gut verdient«, sagt er. »Dann ist das erste Kind unterwegs gewesen und wir haben uns entschieden, nach Feldbach zurückzukehren.« Das war 2016. Der Weg war vorgezeichnet für die Rückkehr in den elterlichen Betrieb. Aber nicht so bei Dominik Fitz. »Zwei Generationen an einem Ort, das ist schwierig«, sagt er. »Wir haben die Firmen erst einmal örtlich getrennt. Meine Eltern haben den Auftritt nach außen gemacht, ich hab meine eigene Marke in Gleichenberg gestartet.« Und bald war da wieder so ein Moment, an dem er einfach getan hat. Als sich die Eltern endgültig in die wohlverdiente Pension zurückzogen, entschloss er sich, die Konditorei der Eltern neu zu bauen. »Eigentlich wollten wir umbauen, aber das war mit der ›Keischn‹ nicht möglich.« 1,5 Millionen Euro wurde in die 2022 eröffnete Konditorei im Feldbacher Zentrum investiert. Und in der sitzt er auch gerade.
»Danke, Bank«, sagt er nur und grinst wieder einmal mit dieser spitzbübischen Art, die ihm nicht anmerken lässt, dass er einen Tag nach dem Interview seinen 39. Geburtstag feierte. Danke, Bank, passt wirklich. Denn das, was da im Feldbacher Zentrum steht, ist keine Konditorei, es ist ein Gesamtkonzept, das so perfekt durchdacht wirkt wie der Schokotraum – der »Signature-Zuckergenuss« von Dominik Fitz.
»Der Künstler Andreas Stern hat das Geschäft gestaltet«, erzählt er. »Die Vitrine in der Mitte war mein einziger Wunsch, die Fliesen darunter aus einer Manufaktur in Italien, alle mit der Hand gemacht. Andreas hat sogar Designersessel ausgesucht, die ein Vermögen kosten. Es ist fast steril. Eigentlich hängt da fast nur meine Lego-Urkunde.« Eine Lego-Urkunde? »Ich war damals als Kind bei der Lego-Weltmeisterschaft in Wien – live im Kinderfernsehen des ORF.« Und was hat es mit den beiden Bildern auf sich? »Die zeigen

1905 begann die Geschichte als Lebzelterei, seit 2022 führt Dominik Fitz das Familienunternehmen in fünfter Generation zusammen mit seiner Partnerin Melanie Böhme. Unter der Marke »Einfach Fitz« haben Klassiker wie die Schaumrolle ebenso Platz wie neue Kreationen wie etwa der Schokotraum. Neben der Patisserie mit Törtchen, Macarons, Krapfen und vielem mehr bietet die Konditorei werktags auch täglich wechselnde Suppen- und Nudelgerichte an. Besondere Hochzeitstorten gibt’s ebenso im Programm und natürlich einen Onlineshop, der selbst Törtchen gekühlt nach Hause liefert.


Die Leute sollen sehen, dass wir wirklich alles von der Pike auf selbst machen.
Dominik Fitz
das Rezept des Schokotraums, das war die Idee von Andreas.« Auf den Schokotraum angesprochen, wiegt er fast ab, als wäre es »nur Kuchen backen«, und sagt: »Das ist eigentlich eine aufgeschlagene Ganache.« Wer noch mehr über Patisserietechniken kennenlernen will, ist bei Einfach Fitz in Feldbach übrigens auch richtig. Denn während in der Vitrine gezeigt und gekauft wird, was es alles an süßen Gaumenfreuden zu entdecken gibt, wird direkt dahinter sichtbar gearbeitet. Dank der gläsernen Manufaktur, die das Geschäftslokal zu einem Zuckerbäckertheater macht. Weil hier, in diesem Zuckertheater von einer Konditorei, soll sichtbar werden, was tagtäglich von den 14 Mitarbeitern geleistet wird.
Sichtbares Handwerk
»Die Leute sollen sehen, dass wir wirklich alles von der Pike auf selbst machen. In einer traditionellen Konditorei ist die Backstube oft versteckt, aber ich will das Handwerk zeigen. Wir machen alles selbst. Wenn die Leute dabei zuschauen können, verstehen sie auch den Wert der Arbeit.« Törtchen, Pralinen, Macarons, Schaumrollen, Krapfen und vieles mehr – die Namen wie Karamellkuss, Sauerrahmherz oder eben Schokotraum sind dabei so einfach wie die Marke, die er kreiert hat: »Einfach Fitz«. Der Name soll Programm sein. »Wir wollten weg von diesen klassischen Namen und hin zu unkompliziertem Genuss ohne Barriere. Die Leute sollen keine Angst haben, ein Törtchen zu essen.« In Bad Gleichenberg, wo er mit »Einfach Fitz« einst begann, sich in Österreich selbst etwas aufzubauen, hat er mittlerweile keinen eigenen Standort mehr, ist aber in der Delikaterie vertreten. »Das passt gut für uns, so bleibt auch noch ein
Einfach Fitz
8330 Feldbach, Bürgergasse 1 8344 Bad Gleichenberg, Kaiser-Franz-Josef-Straße 5 Telefon +43 3152 2478 einfach-fitz.at
bisschen Zeit für Privatleben.« Sonntag und Feiertag hat das Geschäftslokal in Feldbach geschlossen. Da das traute Heim auch nicht weg vom Firmenstandort ist, geht sich das mit den beiden Kindern für Dominik Fitz und seine Partnerin Melanie Böhme gut aus, genügend Zeit mit der Familie zu verbringen. Und gibt’s eigentlich auch ein Hobby im Leben des Dominik Fitz? »Früher habe ich Fußball gespielt, aber irgendwie bin ich beim Laufen hängen geblieben. Das Ziel ist ein Marathon unter drei Stunden.« Und wo steht er aktuell? »Bei 3:02, beim Halbmarathon bin ich bei 1:24. Wenn ich Geburtstag habe, laufe ich auch immer pro Lebensjahr einen Kilometer.« Also stehen morgen 39 Kilometer auf dem Programm. Und wie geht das mit 60 dann? »Nein, das mach ich nur bis 50 – und dann wieder rückwärts.« Da sind wir ja beruhigt. Aber ist das mit dem Laufen vielleicht auch ein Ausgleich zum vielen Zuckergenuss? »Nein, ich mag nix Süßes.« Wirklich? »Ich ess‘ gar nix Süßes, wirklich nicht. Kosten schon, das reicht mir nachher wieder.«
Seine Kundschaft sieht das anders. Noch während unseres Gesprächs wird es eng am Tisch – an einem Jännervormittag unter der Woche ist das Lokal so voll, dass zwei Gäste fragen, ob sie sich zu uns setzen können. Wo Google den Zuckerbäckermeister Dominik Fitz rankt, spielt hier keine Rolle. In Feldbach ist er die Nummer eins. Die Palette beweist, wie konsequent das Weingut seine Herkunft interpretiert: vom zugänglichen Einstiegswein bis zu Spitzensektreihen, die nationale Maßstäbe setzen. Vielfalt ja – Beliebigkeit nein. Jeder Wein erfüllt im Mosaik der Marke Langmann eine klar definierte Rolle. n

Esskultur

Eure Kinder brauchen Eure Gegenwart mehr als Eure Geschenke.
Jesse Louis Jackson, 1941–2026, us-amerikanischer Politiker, Aktivist und Pastor

Der traditionsreiche Hofkeller wird wieder eröffnet, nennt sich nunmehr Cantinetta und bietet zusätzlich tagsüber die Cicchetti-Bar. Dies alles mit alter Mannschaft in der Küche und neuen Betreibern als Overhead. Wir erleben die Politprofis Jürgen Dumpelnik und Mario Eustacchio in neuen Rollen und sind wahrlich gespannt auf die frische Gastrokultur.
Franco Zucca, den man schon in Andritz liebgewonnen hatte und der anschließend auch seit einem Jahrzehnt seinen Peppino im Hofkeller betrieben hat, ging wehmütig aber dennoch in Pension. Die Suche nach einem Nachfolger war von kurzer Dauer und erfolgreich. In der Küche und im Servicebereich wird auf Kontinuität gesetzt – ganz nach dem Motto: »Never change a winning Team!« wird das bestehende, erfahrene Personal rund um Massimo Sadiku und den exzellenten
Koch Riccardo Tettamani vollständig übernommen. Neu ist hingegen ist Jürgen Dumpelnik als Geschäftsführer, der im Hintergrund den Traditionsbetrieb weiterführen wird, aber auch auf zeitgemäße Akzente setzen will.
Eine weitere spannende Neuerung ist die Cicchetti-Bar, die Dienstag bis Freitag vormittags und nachmittags geöffnet sein wird. Mit Mario Eustacchio hat die Bar einen umtriebigen Gastgeber, der jedes Häppchen eigenhändig nach italienischem Rezept zubereitet. Die Gäste sind eingeladen, auf feine italienische Kleinigkeiten und ein Glas Prosecco oder Wein vorbeizukommen – ganz »im Stil venezianischer Barkultur« wie die Ankündigung verspricht. Die fesche Mischung aller Beteiligten verspricht im Verbund mit Cosimo und Brigante einen nicen Fortbestand des italophilen Zentrums der Hofgasse zu werden. Wir sind gespannt. –mp– n
Der in Berlin stationierte Musiker, Produzent und DJ Pavel Milyakov (Foto), besser bekannt als »Buttechno«, bewegt sich konsequent zwischen den Genres Techno, House, Industrial, Ambient und experimentellen Clubmusikformen.

Von Michael Petrowitsch
Mit seiner 22. Ausgabe lädt das Elevate Festival dazu ein, die Lebenszeichen unserer Gegenwart zu lesen. Unter dem Motto »Vital Signs« widmet sich das Festival jenen sozialen, politischen, technologischen und kulturellen Zuständen, die Aufschluss über den Zustand unserer Gesellschaft geben – zwischen Erschöpfung und Aufbruch, Krise und kollektiver Handlungsfähigkeit.
Diskurs, Kunst und Kooperationen Auch 2026 versuchen die Macher des Festivals, Musik, Diskurs, Kunst und Clubkultur zu einem vielschichtigen Programm zu verbinden, das sich über 15 Locations im gesamten Grazer Stadtgebiet erstreckt. Mehr als 150 Musiker und Künstler sowie über 30 internationale Sprecher prägen das diesjährige Festivalprogramm. Diskurs,

Kunst und europäische Kooperationen sind die tragenden Säulen. Das Diskursprogramm im Heimatsaal des Grazer Volkskundemuseums präsentiert Diskussionen und Vorträge rund um das Festivalthema mit international renommierten Experten und Theoretikern, darunter Douglas Rushkoff, Cathrin Clüver Ashbrook, Gilda Sahebi, Wolfgang Palaver, Baro Vicenta Ra Gabbert und Christian Schiffer.
Neue Strukturen, neue Orte Es gibt neue Strukturen und einen neuen Ort. Die Festivaleröffnung ist diesmal in der Helmut List Halle und wird in den ersten Tag des Programms eingebunden. Erstmals ist die Festivaleröffnung vollständig in das Donnerstagsprogramm integriert und nicht mehr als eigenständige Abendveranstaltung konzipiert. Die Helmut List Halle fungiert dabei erstmals als Ort der
Einer der wichtigsten Player im steiermärkischen Kulturleben wird 22 Jahre jung. Ein gelungenes Beispiel eines minimal geförderten Festivals mit maximalem internationalem Output.
Eröffnung und markiert einen zentralen Knotenpunkt der neuen Struktur. Die Eröffnungsrede hält die Autorin und Journalistin Şeyda Kurt, moderiert wird der Abend vom Wissenschaftskommunikator und »Science Buster« Martin Moder. Ein musikalischer Höhepunkt ist die Aufführung von Music for 18 Musicians von Steve Reich, interpretiert vom PPCM Ensemble, die das Thema »Vital Signs« auch auf klanglicher Ebene erfahrbar macht. Der prominenteste Künstler des Programms ist niemand Geringeres als Marc Almond, der das Festival am Sonntag beschließt. Als Stimme der legendären Formation Soft Cell schrieb Almond mit minimalistischem, zugleich emotional aufgeladenem Synthpop Musikgeschichte. Kultsongs wie »Tainted Love« bewegen sich zwischen düsterer Romantik, urbaner Subkultur und großen melodischen Hooks. Almond wird sowohl
Soft-Cell-Klassiker als auch Werke aus seinem Solorepertoire präsentieren.
Tolles Diskursprogramm
Das Diskursprogramm kann sich sehen lassen: Was bedeutet es in Zeiten gesellschaftlicher Erschöpfung, systemischer Krisen und politischer Regression, lebendig und handlungsfähig zu sein – körperlich, sozial, kulturell, politisch? Dazu wird der Heimatsaal im Grazer Volkskundemuseum wieder drei Tage lang zum Diskussionsort, mit nationalen wie internationalen Gästen. In Zeiten schmäler werdender Kulturbudgets erweist sich das Festival als Pflichttermin im Grazer Kulturfrühjahr. n
Elevate 2026
Musik, Kunst und politischer Diskurs 5.–8. März 2026 elevate.at
Grazer Oper
Es versprach epochal zu werden und es war dann auch so, nämlich epochal. Vor allem sehr kurzweilig und anspruchsvoll, geballt und impressiv, nachhaltig und nachhallig. Ein echtes Winterhighlight – dieser Berg in der Oper.
Von Michael Petrowitsch
Ein Meilenstein in der Auseinandersetzung mit Georg Büchners Fragment »Woyzeck« war Alban Bergs 1921 vollendete Oper »Wozzeck«. Eine Aufführung dreier Ausschnitte im Jahr 1924 brachte dem Komponisten den ersten öffentlichen Erfolg. Mit steirischer Schlagseite. Er verbrachte auf einer Almhütte in Trahütten im Jagdhaus der Schwiegereltern viele Sommer auf Erfrischung und um sich aktiv der Komposition zu widmen. In dieser Zeit entstanden auch wesentliche Teile des Werkes. Der Welt der »modernen Musik«, Berg selbst stand dem Begriff »atonal« skeptisch gegenüber, schenkte er einen Evergreen. Ein Übertragungsfehler des ursprünglichen Fragments bewirkt bis heute die Namensverwirrung. Die Skepsis des Komponisten wohnte im »a-» des »atonalen«. Ein negatives Konnotat das in der Bezeichnung der Musikrevolution vor einem Jahrhundert mitschwang und bis heute nachwirkt. Mit einer packenden Story zwischen Drama, Mordfall und Sozialstudie revolutionierte Alban Berg die Operntradition.
Auch für Klangkonservative
Und keine Bange, die Grazer Aufführung wird selbst hartgesottenen klangkonservativen Menschen Freude bereiten. Denn es gibt allerhand zu sehen in diesem Schlüsselwerk, etwa das Bühnenbild. Man hats ja gerne mit den düsteren Bildern. Der deutsche Wald und seine schweren Zeichen, die Sträuche und das Dickicht, die kaum dechiffrierbare belastungsreiche Undurchdringlichkeit. Wie aus einem Guss und erinnert es an die Kamerafahrten aus der deutschen Mystikserie »Dark« oder Lars von Triers »Antichrist«. Viel Wald halt. Die Kos-
tümierungen und Regieeinfälle, etwa Daeho Kim (Doktor) auf einem Knochen herumkauend, laden zum intensiven Permanentmitdenken ein.
Besuchsempfehlung
Daniel Schmutzhard als (Wozzeck) und Annette Dasch (Marie) tragen gemeinsam mit Chefdirigent Vassilis Christopoulos am Pult der Grazer Philharmoniker durch die expressive Klangwelt. Nach seinem erfolgreichen Österreich-Debüt – in Graz mit Richard Wagners Tannhäuser – und Stationen in Wien und Salzburg kehrt Regisseur Evgeny Titov damit an die Oper Graz zurück. Unbedingt hingehen, sonst versäumen Sie etwas! n
Annette Dasch als Marie






Wozzeck Oper in drei Akten bzw. 15 Szenen Text nach dem Dramenfragment »Woyzeck« von Georg Büchner Noch am 26. u. 28. 2. sowie am 4./13./15. u. 18.3., 19.30 Uhr oper-graz.com


Allmonatliche Finalbetrachtungen von Johannes Tandl

Worum es hier geht, ist kein Randthema und keine theoretische Debatte. Es geht um einen handfesten, dokumentierten Vorgang: Im Umfeld des EU-Internet-Forum (EUIF) werden seit Jahren legitime, legale politische Inhalte systematisch in den Kontext von Extremismus gerückt. Nicht, weil sie zu Gewalt aufrufen. Sondern weil sie politisch unbequem sind, polarisieren, kritisieren oder den normativen Konsens infrage stellen. Das ist belegt. Und genau das ist der Skandal.
Das EU-Internet-Forum ist eine von der EU-Kommission betriebene Plattform, in der Sicherheitsbehörden wie Europol, große Techkonzerne wie »Meta«, »Google« oder »TikTok« sowie politisch aktive NGOs wie das »Institute for Strategic Dialogue« und das »Global Internet Forum to Counter Terrorism« zusammenarbeiten. Offiziell, transparent dokumentiert, politisch gewollt – und dennoch weitgehend der öffentlichen Kontrolle entzogen.
In diesem Rahmen wird mit dem Begriff »Borderline Content« gearbeitet – also
Wenn die EU politische Meinungen zum Sicherheitsrisiko erklärt
mit Inhalten, die legal sind, aber als potenziell »radikalisierungsfähig« gelten. Und genau hier wird es brisant. Zu diesen Inhalten zählen laut einschlägigen Analysen Kritik an der Europäischen Union, Elitenkritik, migrationskritische Positionen, politische Satire, populistische Rhetorik und Memekultur. Das ist kein Extremismus. Das ist Demokratie in Reinform – rau, zugespitzt, manchmal überzeichnet, aber unverzichtbar. Was hier geschieht, ist eine politische Neubewertung von Meinungsäußerung unter sicherheitspolitischen Vorzeichen. Kritik wird nicht mehr inhaltlich ausgehalten, sondern präventiv als Risiko markiert. Der Diskurs wird nicht mehr offen geführt, sondern technisch gemanagt. Das ist ein Paradigmenwechsel – weg von politischer Auseinandersetzung, hin zu Risikominimierung.
Die EU bestreitet gern, dass es sich dabei um Zensur handelt. Formal stimmt das. Es gibt kein Gesetz, das solche Inhalte verbietet. Doch diese Verteidigung greift zu kurz, denn sie ignoriert den entscheidenden Punkt, die informelle Macht. Leitfäden, »Best Practices« und Handlungsempfehlungen entfalten reale Wirkung – ohne parlamentarische Kontrolle, ohne demokratische Debatte und ohne klare Verantwortlichkeit. Plattformen reagieren vorhersehbar. Sie löschen, drosseln Reichweiten oder machen Inhalte unsichtbar – nicht aus Überzeugung, sondern aus Angst vor regulatorischen Konsequenzen. Meta und Co lassen Inhalte zwar online, doch Medien, die auf Wahrhaftigkeit setzen, werden in den sozialen Medien algorithmisch zurückgereiht. Damit verlieren sie nicht nur Reichweite, sondern auch ihre werbefinanzierte wirtschaftliche Grundlage.
Das Ergebnis ist kein freier Diskurs, sondern eine digitale Öffentlichkeit, die sich selbst zensiert, weil sie gelernt hat, wo die unsichtbaren roten Linien verlaufen. Besonders fatal ist die inhaltliche Verschiebung, die hier stattfindet. Extremismus wird nicht mehr über Gewalt, Terror oder konkrete Gefährdung definiert, sondern über Abweichung vom politisch Erwünschten. Wer zuspitzt, provoziert oder gegen
hegemoniale Narrative argumentiert, landet schnell im sicherheitspolitischen Verdachtsraum. Das ist kein Kampf gegen Radikalisierung – das ist eine Entpolitisierung der Demokratie. Und noch gravierender ist dabei, dass sich die Verantwortung verflüchtigt. Die EU verweist auf die Plattformen. Die Plattformen auf Empfehlungen. Die NGOs auf Forschung. Am Ende haftet niemand für dieses »Overblocking«. Hinter diesem Begriff verbirgt sich die Praxis, mehr Inhalte zu sperren, zu löschen oder zu unterdrücken, als rechtlich notwendig oder gerechtfertigt wäre. So entsteht ein System, das demokratisch wirkt, aber demokratische Kontrolle systematisch umgeht. Man muss kein EU-Gegner sein, um das unerträglich zu finden. Im Gegenteil, wer Europa als politisches Projekt ernst nimmt, muss klar widersprechen. Eine Union, die Kritik, Satire und politische Zuspitzung als Sicherheitsproblem behandelt, beschädigt ihre eigene Legitimation. Nicht durch autoritäre Gesetze, sondern durch technokratische Praxis, die Freiheit so lange verwaltet, bis sie verdunstet. Das ist kein Missverständnis, es ist dokumentiert. Und genau deshalb ist diese Empörung keine Emotion, sondern demokratische Pflicht. n
Sie erreichen den Autor unter johannes.tandl@wmedia.at
Immer wieder fragen uns Kund:innen: Warum gibt es in Graz eigentlich sechs verschiedene Bestattungen? Gute Frage! Schließlich ist die Grazer Bestattung aus gutem Grund die Nr. 1 in Graz. Seit 130 Jahren steht sie zu 100 Prozent professionell und absolut verlässlich an der Seite der Grazer Bevölkerung.
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Mehr noch als durch Tradition und Beständigkeit überzeugt die Grazer Bestattung aber durch Qualität und faire Preise. Wozu also auf Wiener, Kärntner oder andere Auswärtige zurückgreifen, die das Blaue vom Himmel versprechen, wenn die Grazer Bestattung die erfahrenste Begleitung in ganz Graz bietet?
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Kein Herumführen
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Wir verfügen als einziger Anbieter in Graz über ein eigenes Krematorium. Bei uns werden Ihre Liebsten nicht unnötig herumgeführt und im Umland oder einem Kärntner Krematorium kremiert.
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Keine Zusatzkosten
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Wir bieten faire Preise ohne nachträgliche Gebühren. So gehört etwa auch die Feuerhalle der Grazer Bestattung. Darum stellen nur wir Ihnen den wunderschönen, denkmalgeschützten Jugendstil-Zeremoniensaal ohne Zusatzkosten zur Verfügung.
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Einfach die beste Wahl - auch in Mariatrost
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Auch in Mariatrost fallen für Sie nur bei uns keine Kosten für die Nutzung der Aufbahrungshalle, des Friedhofs und der Basilika an. Wir sind zudem langjähriger Partner aller14 Grazer Friedhöfe und können auf beste Zusammenarbeit mit allen Pfarren und Religionsgemeinschaften verweisen.
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Sie denken an Ihre Liebsten. Wir an alles andere.
Sie denken an Ihre Liebsten. Wir an alles andere.
24/7 für Sie da
24/7 für Sie da
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Sie denken an Ihre Liebsten. Wir an alles andere.

Weil sich mein Engagement bezahlt macht.