FAZITGESPRÄCH

LWK-Präsident
Andreas Steinegger im Interview
![]()
FAZITGESPRÄCH

LWK-Präsident
Andreas Steinegger im Interview
Jänner 2026
FAZITESSAY
Christian Wabl über ein weihnachtliches Gespräch mit einem Engel
Wirtschaft und mehr. Aus dem Süden.
FAZITTHEMA



Von Christian Klepej
Weihnachten ist die Zeit im Jahr, an der wir uns alle gerne kollektiv einreden, wir könnten für ein paar Tage außer Kraft setzen, was wir das restliche Jahr über wenig in den Griff bekommen, in Frieden und Eintracht, mit Nähe und Verständnis zu leben. Dass diese Rechnung nicht immer aufgehen kann, ist keine Überraschung, sondern Gewissheit. Überraschend ist höchstens, mit welcher Hartnäckigkeit wir sie jedes Jahr aufs Neue aufstellen. Denn während draußen Lichterketten blinken und drinnen der Christbaum geschmückt dasteht, prallen Erwartungen aufeinander, die sich oft Monate, manchmal Jahre aufgestaut haben. Weihnachten, das Fest der Liebe, wird so nur allzuoft zum Stresstest für Beziehungen, die ohnehin unter Spannung stehen. Es ist das jährliche Treffen all dessen, was sonst erfolgreich verdrängt wird – ungelöste Konflikte, unausgesprochene Vorwürfe, unterschiedliche Lebensentwürfe. Wer glaubt, festliches Essen und ein paar Kerzen könnten das ausreichend überdecken, verwechselt Dekoration mit Substanz. Dass laut Umfra-
Über ein Fest, das unserer so zerrissenen Gesellschaft gut tut

gen jede vierte Familie über die Feiertage streitet, ist also gar keine wirklich alarmierende Zahl. Die Dunkelziffer dürfte sogar höher liegen, Streit passt schlecht zum Bild, das man gerne vermitteln möchte. Gestritten wird über Nebensächlichkeiten – den Ablauf der Feiertage, das Essen, die Kirche oder die Kinder. Weihnachten will Nähe, wo Distanz vielleicht ehrlicher wäre, und verlangt Harmonie, wo sie längst nicht mehr existiert. Bemerkenswert ist vor allem der moralische Druck, der auf dieses Fest geladen wird. Wer genervt ist, hat Weihnachten »nicht verstanden«. Wer widerspricht, »stört den Frieden«. Wer sich entzieht, gilt als »unsolidarisch«. So wird aus dem angeblich freiwilligen Fest ein Pflichttermin mit emotionaler Anwesenheitskontrolle. Dass unter solchen Bedingungen Konflikte nicht verschwinden, sondern geradezu eskalieren können, ist weniger ein psychologisches Phänomen als ein logisches.
Natürlich fehlen jedes Jahr auch nicht die gut gemeinten Ratschläge, wie Erwartungen zu senken oder vorher alles abzusprechen und vor allem Reizthemen zu meiden. Weihnachten wird so fast zur »Managementaufgabe«. Die Vorstellung, jahrelang eingeübte Muster ließen sich mit ein paar Kommunikationstipps außer Kraft setzen, ist aber nicht mehr bloß rührend, sondern nur mehr naiv. Wer das restliche Jahr über nicht lernt, Konflikte auszutragen, wird es ausgerechnet »zwischen den Jahren« – wie die Bundesdeutschen sagen – kaum perfektionieren. Das Problem liegt daher nicht im Streit, sondern in der Erwartung, ein solcher dürfe an Weihnachten nicht stattfinden. Das Fest soll reparieren, was sonst liegen bleibt. Es soll versöhnen, wo nichts aufgearbeitet wurde, und verbinden, wo längst Entfremdung herrscht. Das ist kein Ausdruck von Nächstenliebe, sondern von Überforderung. Kein Festtag kann leisten, wozu Menschen im Alltag nicht bereit sind. Kein Festtag? Doch. Weihnachten kann das! Zumindest für mich. Denn all das, was sie bis jetzt hier gelesen haben, ist eine Art Sukkus dessen, wie Weihnachten im Großen und Ganzen medial gesehen, gelesen, rezitiert wird. Und
reduziert. Aber Weihnachten ist viel, viel mehr. Etwa hat es die unverzichtbare Funktion, unseren Alltag vehement zu unterbrechen. Arbeitende Menschen bemühen sich, alles »vor dem Fest« fertigzumachen. Weihnachten ist die Demarkationslinie, die das alte vom neuen Jahr trennt, »zwischen den Jahren« also. Weihnachten führt zur Begegnung über Generationen hinweg und zur Erinnerung daran, dass Gemeinschaft, dass Familie deutlich mehr ist als Effizienz. Ich war schon Ende Vierzig, als mein erstes Kind auf die Welt gekommen ist, trotzdem hab ich mir bis in dieses Alter den (kindlichen) Zauber der Weihnacht erhalten können. Und umso intensiver darf ich und meine Familie es nun seit guten zehn Jahren wieder mit diesem Zauber feiern, weil eben Nachwuchs im Haus ist. Die säkulare Bedeutung dieses Festes erscheint mir dabei gerade in unserer so ungeheuer fragmentierten Gesellschaft als enorm wichtig. Dieses wunderbare Fest ist ein seltener –über alle politischen wie gesellschaftlichen Positionen sowie über alle Glaubensrichtungen hinweg funktionierender – schöner gemeinsamer Bezugspunkt. Für mich persönlich ist natürlich auch die religiöse Komponente dieses neben Ostern schönsten Fest des Jahres ungeheuer wertvoll. Das Ereignis, wenn bei der Mitternachtsmesse »Stille Nacht« gesungen wird, mit der alles erlösenden letzten Textzeile, lässt mich all das Weltungemach des Jahres ertragen: Christ, der Retter ist da! Frohe Weihnachten uns allen! n
Sie erreichen den Autor unter christian.klepej@wmedia.at

Wieviel Christentum braucht es?
Europa verliert nicht den Glauben, sondern seine verbindlichen Werte. Was passiert, wenn Christentum zur Privatsache wird.

Alles beim Neuen
Andreas Steinegger über Strukturwandel, Energie, EU-Regeln, den Druck auf die Bauern und den Widerstand gegen Mercosur.


Ein Engel am Karmeliterplatz
Zu Weihnachten spricht Christian Wabl mit einem Engel über die großen Fragen unserer Zeit
Michael Petrowitsch über das Jubiläum der wohl wichtigsten Bühne des deutschsprachigen Theaters, dem Wiener Burgtheater.
Seite 79
Rubriken
Editorial 5
Politicks 14
Investor 32
Außenansicht 38
Oberdengler 48
Immobilien 68
Alles Kultur 78
Schluss 82

Turnsaal und Bundesliga
In der Fazitbegegnung erzählt Michael Fuchs, warum der Basketball-Bundesligaclub eigentlich ein Nachwuchsverein ist.

Wo der Schilcher prickeln lernt
In der Steiermark ist das Weingut Langmann vor allem für den Schilcher bekannt. Doch die Langmanns punkten auch mit Sekt.
Liebe Leser!
Das Fazitthema handelt diesmal vom Vakuum, das durch das Schwinden des Christentums entsteht. Europa leidet nicht am Verlust des Glaubens, sondern am Verlust verbindlicher, christlich geprägter Werte und gibt dadurch seine kulturelle, moralische und gesellschaftliche Orientierung preis.
Wir sprechen mit Landwirtschaftskammerpräsident Andreas Steinegger über den tiefgreifenden Wandel in der Landwirtschaft, über ökonomischen und politischen Druck, europäische Regeln und globale Handelsfragen.
Im weihnachtlichen Essay nähert sich Christian Wabl den großen Fragen des Lebens im Gespräch mit einem Engel und zur Fazitbegegnung waren wir bei Michael Fuchs, dem Manager des Basketballclubs UBSC Graz und sprachen über Leistungssport und Nachwuchsarbeit
Das Fazitporträt stellt das Weingut Langmann vor, wo Tradition nicht konserviert, sondern weitergedacht wird – bis der Schilcher prickelt. Im Kulturteil geht es um 250 Jahre Burgtheater und darum, wie es der wichtigsten Bühne des deutschsprachigen Raums gelingt, sich immer wieder neu zu erfinden. Gutes Lesen! -red-
IMPRESSUM
Herausgeber
Horst Futterer, Christian Klepej und Mag. Johannes Tandl
Medieninhaber & Verleger
Klepej & Tandl VerlagsgmbH.
Chefredaktion
Christian Klepej
Mag. Johannes Tandl
Redaktion
Peter K. Wagner (BA), Mag. Josef Schiffer, Mag. Maryam Laura Moazedi, Dr. Volker Schögler, Mag. Johannes Pratl, Helmut Wagner, Mag. Katharina Zimmermann, Mag. Michael Petrowitsch, Christian Wabl, Peter Pichler (Produktion), Vanessa Fuchs (Organisation)
Lektorat
AdLiteram
Druck
Walstead-Leykam
Vertrieb & Anzeigenleitung
Horst Futterer
Redaktionsanschrift
Schmiedgasse 38/II
A-8010 Graz
Titelfoto von Erwin Scheriau
T. 0316/671929*0. F.*33 office@wmedia.at fazitmagazin.at facebook.com/fazitmagazin

Fazitthema
Von Johannes Roth
Zwei Jahrtausende lang trug das Christentum das Fundament unserer Gesellschaft. Erst im vergangenen Jahrhundert begann dieses tragende Gefüge langsam, aber unaufhaltsam zu erodieren. Doch wo Glaube zur Privatsache und Moral zur Geschmackssache wird, verliert eine Gesellschaft ihre innere Ordnung. Europa erlebt keinen Religionskonflikt –sondern die Konsequenzen eines jahrzehntelangen Verzichts auf verbindliche Werte.
Keine Frage. Seit der Bergpredigt haben sich die Zeiten geändert. Das ändert nichts an der universellen Bedeutung des Gesagten. Neben den zehn Geboten und den sieben Todsünden ist die Bergpredigt der dritte Teil im Bausatz eines ebenso simplen wie wirksamen moralischen Kompasses. Es sind nur wenige Regeln, die hier aufgestellt werden. Sie sind eine Mischung aus Verboten und Geboten und geeignet, das Zusammenleben kleinerer und größerer Gemeinschaften zu gestalten. Die einzige Voraussetzung ist, dass sich alle an diese Regeln halten. Es war eine der Urbedingungen, auch in der Gesetzgebung. Über das Vehikel der Spiritualität konnte so von der Spätantike an im riesigen, vergleichsweise dünn besiedelten Gebiet der Reste des Römischen Reiches, von Schottland bis Byzanz und von Köln bis Karthago, eine Art gemeinsame Gesetzgebung durchgesetzt werden. Es entstand ein Minimalkonsens, den alle kannten und alle respektierten, unabhängig von Mentalität, Sprache, Volkszugehörigkeit und wohl auch unabhängig vom jeweils herrschenden politischen System. Umfangreiche, komplexe juristische Abhandlungen waren hingegen etwas für jene, die lesen konnten. Bis weit ins zweite Jahrtausend hinein waren das die Wenigsten.
Emotionen und Rituale
Was nicht durch Worte vermittelt werden konnte, wurde durch Emotionen vermittelt. Nicht zufällig wird Kunstwerken, die in christlicher Tradition entstanden sind, bis heute das Attribut »berührend« zugeschrieben. Die Inszenierung der Spiritualität, die im Barock einen Höhepunkt fand, war großartig. Katholische Riten sind bis heute Schulbuchbeispiele dafür, wie man Dinge vermittelt, die jenseits des Begreifbaren liegen. Glaube ist letztlich nichts anderes als das Festhalten an einer unbewiesenen Theorie, und es ist schwer, Menschen dazu zu motivieren. Gemeint ist nicht der Glaube an irgendeinen Gott oder irgendeine Religion, sondern an diesen einen Gott, verbunden mit einem bestimmten Verhaltenskodex. Er lautet sinngemäß, Gewalt zu vermeiden, Ärger zu vermeiden, Streitigkeiten in Familienangelegenheiten zu vermeiden und Gier zu vermeiden, dann werde alles gut. Das Versprechen verwandelt die größte Sorge des Menschen, dass ein Leben mit dem Tod einfach enden könnte, in die größte aller Hoffnungen. Es geht um die Hoffnung, dass das Leben nach dem Tod nicht endet, sondern in warmer Liebe weitergeht. Die Erzählung von Jesus, der nicht nur Lazarus von den Toten erwecken konnte, sondern selbst nach drei Tagen wieder auferstanden ist, bleibt durch das Osterfest im kollektiven Gedächtnis der Christen präsent. Sie beflügelt die Fantasie des Jenseitsglaubens seit Jahrtausenden, Jahr für Jahr aufs Neue.
Heilsversprechen und Verdammnis
Natürlich kam man in diesem Heilsversprechen nicht aus, ohne mit ewiger Verdammnis und Höllenfeuer ein drastisches Bild jener Konsequenzen zu zeichnen, die dem Ungläubigen für Abweichungen vom rechten Weg drohten. Das ist übrigens einer der größten Vorwürfe, die der katholischen Kirche heute von liberalen Kräften gemacht werden. Die Religion, so heißt es, sei getragen vom bewussten Schüren von Angst und allein darum keine sinnvolle Richtschnur für persönliche Moral. Wie auch immer. Beides verfehlte seine Wirkung nicht.
Weltreligion Christentum
Der Anteil allein der Katholiken an der Weltbevölkerung be-
trägt 17,8 Prozent. Den weitaus größten Anteil an Katholiken unter den Kontinenten verzeichnet übrigens Amerika, dort sind 64,2 Prozent der Bevölkerung katholisch. In Europa sind es 40 Prozent, und das betrifft wohlgemerkt nur die Katholiken. Konfessionsübergreifend ist der Anteil der Christen in Europa deutlich höher. Die deutsche Bundeszentrale für politische Bildung darf mit dem Hinweis auf eine Schweizer Studie wie folgt zitiert werden. Im Rahmen eines Projekts der Universität Luzern wurde für 50 europäische Staaten die Religionszugehörigkeit der Bevölkerung erfasst, und zwar im Zeitraum von 2006 bis 2015. Demnach gehörten 60,1 Prozent der Gesamtbevölkerung formal zu einer christlichen Religionsgemeinschaft. Das ist formal zu verstehen, denn der Anteil der praktizierenden Christen ist sehr gering.
Ein Blick auf diese Zahlen lässt erahnen, wie sehr wir das Fundament, auf dem unser Wertegebäude steht, unterhöhlt haben. Tatsache ist, dass Christ zu sein im Lauf des vergangenen Jahrhunderts einen fundamentalen Bedeutungswandel erfahren hat. Die überwiegende Mehrheit derer, die formal der christlichen Glaubensgemeinschaft angehören, sind die sogenannten »nicht praktizierenden« Christen. Das sind jene, denen es, salopp gesagt, zu mühsam ist, sich den Regeln ihrer jeweiligen Konfession zu beugen. Sie besuchen kaum Gottesdienste, nehmen am kirchlichen Leben nicht aktiv teil und sind im Allgemeinen auch weder keusch noch bescheiden noch übermäßig bibelfest.
So traurig diese Entwicklung für die Kirche einerseits sein mag, so verständlich ist sie andererseits angesichts der Entwicklung, die unsere Gesellschaft genommen hat. Es ist ein Paradoxon, dass die Kirche, die einst Träger und Treiber individueller Frömmigkeit gewesen war, sich selbst überholt hat. Die unter dem Eindruck der Geschehnisse des Zweiten Weltkriegs stehende 68erGeneration, die Autoritäten und Hierarchien grundsätzlich ablehnte, trug das Ihre zur Schwächung der Kirche bei.
Bedeutungsverlust
Zudem erstarken seit den 1950er-Jahren die sich politisch neu ordnenden Staaten Europas und machen Religion funktional obsolet. Wo früher die kirchliche Fürsorge tragender Bestandteil war, sprang plötzlich der Sozialstaat mit wesentlich angenehmeren, weil gegenleistungslosen Hilfestellungen ein. Wozu christliche Nächstenliebe heucheln, wenn man sich darauf verlassen kann, dass jenen, die in Not geraten, auch so geholfen wird.
Aber auch andere Entwicklungen erklären den funktionalen Verlust von Religion. Die wissenschaftlichen Leistungen seit der Aufklärung etwa machten metaphysische Erklärungsmuster obsolet, obwohl sie ein wesentlicher Grundpfeiler jeder Religion waren. Wenn man alles rational erklären kann, wozu dann noch an Wunder oder eine göttliche Macht glauben. Und wo eine hervorragend aufgestellte Medizin die religiöse Sinnstiftung bei Krankheit und Tod zunehmend obsolet macht, wird auch hier die Funktion von Religion zurückgedrängt. Ähnlich verhält es sich mit dem Rechtsstaat. Wenn weltliche Instanzen für Gerechtigkeit sorgen, braucht es weniger Moral an sich und erst recht keine moralische Leitinstanz. Kurz gesagt verliert Religion dort an Bedeutung, wo sie nicht mehr gebraucht wird, um Ordnung, Hoffnung oder Sicherheit zu gewährleisten.
Breite Angriffsflächen
Für Kirchenkritiker, die nicht mit Religionskritikern zu verwechseln sind, bietet gerade die katholische Kirche breite Angriffsfläche. Der Zeitgeist fordert, Frauen möge das Priesteramt offenstehen, und die Kirche weigert sich standhaft, dieser Forderung Raum zu geben. Auch die immer wieder zutage tretenden Missbrauchsskandale machen es den Kritikern leicht, Kirche, ihre Vertreter und Religion undifferenziert en gros dem öffentlichen Furor preiszugeben. Die Ursünde der Kirche ist jedoch etwas, das dem linken Zeitgeist ganz und gar widerstrebt. Gemeint ist das Kirchenvermögen.
Riesige Vermögenswerte
In Österreich sollen es etwa Vermögenswerte von 4,5 Milliarden Euro sein. Wie hoch genau die kirchlichen Werte sind, weiß niemand genau, vermutlich nicht einmal die Kirche selbst. Das liegt vor allem an der dezentralen Verwaltung der »Kirche«, denn »die Kirche« gibt es eigentlich gar nicht, zumindest nicht als wirtschaftliche Organisationseinheit. Zehn Diözesen, mehr als 3.000 Pfarren, rund 200 Ordensgemeinschaften, die Mensalgüter der Bischöfe und diverse Rechtsträger wie zum Beispiel die Caritas verwalten Grund- und Immobilienbesitz, landwirtschaftliche Betriebe, Medienbeteiligungen, Spendengelder, Erbschaften, die Kirchensteuereinnahmen, Einkommen aus touristischer Vermarktung, Schigebiete, Energieunternehmen, baugewerbliche Unternehmen und noch vieles andere mehr. Über 10.000 juristische Personen, so schreibt die Onlineplattform Kontrast.at, seien nach dem Kirchengesetz befugt, Vermögen selbst zu verwalten.
Teure Seelsorge
In Summe gibt es also jede Menge Einnahmen. Ein wesentlicher Faktor ist der Kirchenbeitrag. Die Finanzen der katholischen Diözesen in Österreich im Jahr 2024 hätten, so die kirchliche Gebarungsübersicht, einen Anstieg des Kirchenbeitragsaufkommens verzeichnet. Demnach stamme der Großteil der Einnahmen der Diözesen aus dem Kirchenbeitrag. Für 2024 seien Einnahmen in Höhe von 539,4 Millionen Euro ausgewiesen worden, was knapp 71 Prozent der Gesamteinnahmen entsprochen habe. Im Jahr 2023 habe das Kirchenbeitragsaufkommen noch bei 511 Millionen Euro gelegen. Aufgrund eines durchwegs positiven Finanzergebnisses hätten vier der zehn Diözesen im Jahresergebnis leicht positiv bilanziert. Weiter führt die Gebarungsübersicht an, dass der überwiegende Teil der Budgets zur Sicherung der kirchlichen Basisstruktur und der Seelsorge verwendet worden sei. Laut Rechenschaftsbericht seien 2024 für die Pfarren sowie für pastorale Aufgaben insgesamt 480,7 Millionen Euro aufgewendet worden, was einem Anteil von 61,3 Prozent an den Gesamtausgaben entsprochen habe. Das heißt, das Geld, das eingenommen wird, wird nicht gespart, sondern zum größten Teil zum Erhalt der Pfarren gebraucht und wieder ausgegeben.
Die Gebarungsübersicht ist ein unter den zehn katholischen Diözesen akkordiertes Zahlenwerk, das dem Vorwurf der Intransparenz kirchlicher Finanzgebarung entschieden entgegentritt. Penibel listet das öffentlich zugängliche Dokument auf, wofür genau die Einnahmen der Diözesen verwendet wurden. Der dazugehörige Rechenschaftsbericht bietet ergänzend eine thematische Darstellung der Ausgabenstruktur. Daraus ist ablesbar,
dass neben den Aufwendungen für Pfarren und Seelsorge mit über 480,7 Millionen Euro und damit rund 61,3 Prozent die Ausgaben für Leitungs- und Organisationsaufgaben mit 157,7 Millionen Euro beziehungsweise 20,1 Prozent zu Buche schlagen. Drittgrößte Position in der Mittelverwendung sind Ausgaben für Bildung, Kunst und Kultur mit 115,7 Millionen Euro oder knapp 14,8 Prozent. Die Aufwände für soziale und karitative Aufgaben sowie für die Entwicklungshilfe lagen bei 30,2 Millionen Euro, das sind knapp 3,9 Prozent der diözesanen Budgets.
Initiativen gegen Privilegien
Natürlich sind finanzielle Mittel in dieser Größenordnung, die sich dem Zugriff etatistischer Umverteilungsphantasien entziehen, vor allem für sozialistische Denkmuster eine Provokation. Weshalb sie in schöner Regelmäßigkeit immer dann zum Thema gemacht werden, wenn es gilt, gegen kirchliche Privilegien zu wettern. Davon gibt es laut der Initiative kirchen-privilegien.at in den heimischen Gesetzeswerken etwa 44. Diese Initiative, angeführt vom Unternehmer und NEOS-Funktionär Niko Alm, versuchte zuletzt 2013 mit einem Volksbegehren die Abschaffung der kirchlichen Privilegien auszulösen. Der Erfolg war bescheiden. 52.000 Menschen unterschrieben das Volksbegehren, notwendig wären 100.000 gewesen. Offenbar gestehen die Österreicher der Kirche immer noch zu, ihr Vermögen sinnvoll zu verwenden.
Das sagt allerdings kaum etwas über den eigentlichen Zweck von Religion aus, und der liegt in der Spiritualität. Diese schwindet, und das nicht erst seit heute. Der italienische Autor Mario Puzo und Regisseur Francis Ford Coppola formulieren es in ihrem Kultwerk »Der Pate III«, indem Kardinal Lamberto, der Michael Corleone danach die Beichte abnimmt, eine Metapher bemüht. Lamberto nimmt aus einem Brunnen einen Kieselstein und sagt. »Sehen Sie sich diesen Stein an. Er lag für eine sehr lange Zeit hier im Wasser, aber das Wasser hat ihn nicht durchdrungen.« Dann bricht er den Stein in zwei Teile und sagt. »Sehen Sie. Er ist vollständig trocken. Dasselbe ist mit den Menschen in Europa passiert. Jahrhundertelang waren sie umgeben vom Christentum. Aber Christus hat sie nicht durchdrungen, er lebt nicht in ihnen.«
Ob man nun der Filmfigur Kardinal Lamberto glauben mag oder nicht, der Befund ist plausibel. Sicher ist, dass zwar das institutionelle Christentum Bindungskraft verliert, nicht aber jede religiöse Sehnsucht. Umfragen zufolge wollen auch Europäer an »irgendwas« glauben. »Irgendwer« müsse ja all dies geschaffen haben. Dass das Christentum seine Bedeutung als spirituelle Leitschnur zugunsten seiner Bedeutung als kultureller Identitätsstifter aufgibt, mag im Lichte eines Zeitgeistes, der jegliche Art von Identität verabscheut und jede Diskussion über gemeinsame gesellschaftliche Werte als »rechtsextrem« diffamiert, fatal sein. Tatsächlich sind die Auswirkungen des Rückzugs der Kirche aus dem gesellschaftlichen Bewusstsein nicht nur allmählich, sondern überdeutlich spürbar. Das aufgeweichte, verschwommene Bild von Ehe als Grundlage von Familie wirkt sich ebenso aus wie das Heiligen eines zutiefst egozentrischen Weltbildes, das in einem überspannten Feminismus (»mein Bauch gehört mir«) seinen Ausdruck findet. Nichts für die Kirche, die zu
wissen glaubt, dass nur ein gesundes Bild von klassischer Familie den Fortbestand einer Gesellschaft sichert und dafür immer wieder angegriffen wird.
Die demografische Entwicklung gibt ihr allerdings recht. Eine im »Bulletin of the World Health Organization« veröffentlichte Studie untersucht die Bevölkerungsentwicklung in 80 Ländern mit niedriger Geburtenrate und kommt dabei zum Schluss, dass die zehn Länder, für die bis 2050 der größte relative Bevölkerungsrückgang prognostiziert wird, alle in Europa liegen. Die Geburtenraten sind im Sinkflug, weil man sich dem Fortbestand der Gesellschaft zwar verpflichtet fühlt, solange es darum geht, durch Fahrradfahren CO₂ zu sparen, nicht aber bereit ist, das persönliche »Opfer« mehrerer Schwangerschaften zu bringen oder Erhaltungspflichten für eine möglichst große Zahl an Kindern in Kauf zu nehmen. Das hat nicht nur, aber auch damit zu tun, dass man das zur christlichen Wertefamilie gehörende Familienbild seit den 1968ern nicht nur kategorisch ablehnt, sondern durch die jüngste Entwicklung hinsichtlich Transsexualität oder Adoptionsrecht homosexueller Paare bis ins Unkenntliche pervertiert.
Gegenentwurf Islam
Das ist auch deshalb ein Problem, weil christlich geprägte Europäer und Nordamerikaner nur einen Teil der Weltbevölkerung


ausmachen. Der andere Teil kümmert sich um dergleichen nicht. In muslimischen Kulturen, in denen es bei aller impliziten Tragik relativ klare Regeln zu Rollen- und Geschlechterbildern gibt, existiert das Problem niedriger Geburtenraten und sterbender Gesellschaften weniger stark. In Österreich könnte das naturgemäß durch die Einwanderung aus muslimischen Ländern über kurz oder lang zu einem Paradigmenwechsel hinsichtlich gesellschaftlicher und religiöser Werte führen. Bis 2051 wird der prognostizierte Bevölkerungsanteil der Muslime in Österreich bei bis zu 18 Prozent liegen, derzeit geht man noch von maximal neun Prozent Bevölkerungsanteil aus. Bereits jetzt definiert in verschiedenen Schulen und Bezirken Wiens eine muslimisch geprägte Mehrheit, was erlaubt und was verboten ist. Verzweifelte und viel zu spät unternommene Initiativen wie ein Vermummungsverbot oder das jüngst durchgesetzte Verbot von Kopftüchern als religiösem Symbol bei Mädchen unter 14 wirken angesichts der Demonstration muslimischer Ignoranz und inhärenter Gewaltbereitschaft im Rahmen des Versammlungsrechts auf unseren Straßen wie ein Tropfen auf dem heißen Stein.
Der Unterschied zum christlich geprägten Teil Europas und Österreichs ist dabei nicht eine unbestimmte »muslimische Mentalität«, die es in dieser Form natürlich nicht gibt. Es ist vielmehr die Tatsache, dass Muslime tatsächlich eine tiefe Spiritualität leben. Wo bei uns das Wort Gottes eher als optional und, nicht








SPONSOR: SPÖ


zuletzt dank des Zweiten Vatikanischen Konzils, je nach Gusto interpretierbar verstanden wird, scheint die Scharia für Muslime Wesensbestandteil. Dieser Umstand verändert Europa bereits sichtbar. Nicht deshalb, weil »der Islam« als monolithischer Block auftreten würde, das tut er nicht, sondern weil religiöse Praxis, wo sie ernst genommen wird, gesellschaftsformend wirkt. In vielen muslimischen Gemeinschaften in Österreich und Europa ist Religion nicht Privatsache, nicht Folklore, nicht kulturelle Restgröße, sondern gelebter Alltag. Sie strukturiert den Tagesablauf, regelt Ernährung, Sexualmoral, Familienbild, Erziehung und Gemeinschaftspflichten und übernimmt damit genau jene Funktion, die einst das Christentum hatte. Dort, wo Gesetze mangels Bildung nicht verstanden werden, moralische und auch juristische Richtschnur zu sein.
Unverbindlichkeit vs. Klarheit
Während das Christentum sich selbst in die Sphäre des Unverbindlichen, des Symbolischen, des individuell Auslegbaren zurückgezogen hat, tritt der Islam vielfach mit einem klaren Anspruch auf Ordnung, Sinn und Orientierung auf. Das erzeugt Reibung. Sie entsteht nicht primär zwischen Christen und Muslimen, sondern zwischen einer entkernten Mehrheitsgesellschaft und einer religiös gefestigten Minderheit. Wo Werte nicht mehr begründet werden können, sondern nur noch administriert oder moralisch verordnet, setzt sich nicht zwangsläufig die »bessere«, sondern die überzeugtere Ordnung durch. Integration wird


so zur Einbahnstraße, nicht weil Muslime per se integrationsunwillig wären, sondern weil eine Gesellschaft ohne klares Selbstverständnis nichts hat, worin integriert werden soll.
Schleichende Selbstverdrängung
Damit schließt sich der Kreis zum alten Spruch »cuius regio, eius religio«. Er ist hier nicht im historischen Sinn territorialer Religionsherrschaft gemeint, sondern im kulturellen Sinn. Gesellschaften werden langfristig von jenen Weltbildern geprägt, die Sinn stiften, Opfer einfordern und Zukunft denken. Europa steht nicht vor einer Islamisierung durch Zwang, sondern vor einer schleichenden Selbstverdrängung durch Sinnverzicht. Das Christentum wird dabei nicht von außen besiegt, sondern von innen aufgegeben. Der Islam füllt nur die Lücke, die nicht praktizierende Christen, Atheisten und Agnostiker, die sich in der Rolle der moralisierenden Intellektuellen gefallen, hinterlassen. Die entscheidende Frage lautet daher nicht, wie viel Islam Europa verträgt, sondern wie wenig Christentum es sich noch leisten kann, ohne seine eigene kulturelle, moralische und demografische Substanz weiter zu verlieren. Eine Gesellschaft, die nicht mehr weiß, wofür sie steht, wird irgendwann von jenen definiert, die es sehr genau wissen.
POWERED BY ENERGIE GRAZ.






Friedrich Merz, deutscher Bundeskanzler
Europa zwischen Selbstbehauptung und transatlantischer Neubewertung
Mit der im Dezember 2025 veröffentlichten US-Sicherheitsstrategie markiert Washington eine deutliche Neujustierung des transatlantischen Verhältnisses. Präsident Donald Trump kritisiert darin Europas Migrationspolitik, den Einfluss politischer Korrektheit sowie Formen staatlicher Regulierung, die aus amerikanischer Sicht in Richtung Zensur gehen. Zugleich fordert die Strategie, dass Europa künftig die Hauptlast seiner eigenen Verteidigung trägt. Die USA stellten – so das Dokument – ihre nationalen Interessen über alles andere und kündigen politischen Widerstand gegen einen europäischen Kurs an, der aus Washingtoner Perspektive in einen »zivilisatorischen Niedergang« führe.
In den USA wird diese Position als realpolitische Bestandsaufnahme verstanden. Trump und Vizepräsident J. D. Vance argumentieren, Europa schwäche sich durch Überregulierung, hohe Kostenstrukturen und gesellschaftliche Polarisierung selbst. Die amerikanische Strategie verbindet diese Diagnose mit der Erwartung, dass Europa wirtschaftlich, militärisch und politisch eigenständiger wird.
In Europa fällt die Reaktion deutlich kritischer aus. Regierungen und EU-Institutionen weisen die amerikanische Analyse als einseitig zurück und betonen, dass Integration, gemeinsame Regeln und supranationale Institutionen Stabilität und demokratische Kontrolle sichern. Gleichzeitig wächst das Bewusstsein, dass sich die strategischen Prioritäten der USA verschieben. Der Vorsitzende der Europäischen Volkspartei, Manfred Weber , brachte diese Sorge auf den Punkt: »Wir können uns auf Washington nicht mehr verlassen«, sagte er im Deutschlandfunk. »Wir als Europäer stehen in einer kalten Welt ziemlich alleine.«
Unabhängig von der Bewertung zeigt die Debatte, dass Europa vor einer Weg-

EVP-Chef Manfred Weber sieht Europa an einem Wendepunkt. Die Neuausrichtung der USSicherheitsstrategie zwinge die EU zur Klärung ihrer strategischen Rolle.
gabelung steht. Die US-Strategie wirkt weniger als Abkehr vom Bündnis, sondern als Aufforderung zur Selbstvergewisserung. Europas Herausforderung besteht darin, strategische Autonomie zu stärken, ohne die transatlantische Partnerschaft aufzugeben – und dabei eigene wirtschaftliche, sicherheitspolitische und gesellschaftliche Antworten zu formulieren.
Ex-EU-Kommissar Hahn wird OeNB-Präsident
Mit Johannes Hahn übernimmt ab 1. Jänner 2026 ein politisches Schwergewicht den Vorsitz des Generalrats der Oesterreichischen Nationalbank. Der frühere EU-Kommissar folgt auf den zurückgetretenen Wirtschaftskammerpräsidenten Harald Mahrer und wurde für fünf Jahre bestellt. Formal ist alles korrekt. Das Vorschlagsrecht liegt laut
Koalitionsabkommen bei der ÖVP, SPÖ und Neos tragen die Entscheidung mit. Politisch ist die Bestellung damit abgesichert. Inhaltlich wirft sie jedoch Fragen auf.
Der Generalrat ist das oberste Aufsichtsgremium der OeNB, berät das Direktorium und ist in die Bestellung der Vorstände eingebunden. Operativ führt der Gouverneur – aktuell Martin Kocher –die Geschäfte und vertritt Österreich im EZB-Rat. Der Präsident des Generalrats ist damit keine operative Schlüsselfigur der Geldpolitik. Dennoch ist die Funktion alles andere als bedeutungslos. Sie prägt die strategische Kontrolle, die Governance und nicht zuletzt die öffentliche Wahrnehmung der Notenbank. Genau hier entzündet sich die Debatte. Hahn bringt jahrzehntelange politische Erfahrung mit, war EU-Kommissar für Haushalt und Verwaltung und zuvor Wissenschaftsminister. Eine ausgewiesene bankfachliche Laufbahn oder Erfahrung in Geld- und Notenbankpolitik weist sein Lebenslauf jedoch nicht auf. Kritiker fragen daher, ob politische Routine allein ausreicht – oder ob an der Spitze einer zentralen Institution nicht stärker fachliche Expertise zählen sollte.
Hinzu kommt die grundsätzliche Kritik am Verfahren. Die Bestellung erfolgte ohne öffentliche Ausschreibung, Assessment oder transparente Auswahlkriterien. In sozialen Medien und Kommentaren wird das als Symptom eines strukturellen Problems gesehen: strategische Schlüsselpositionen, vergeben nach Parteibuchlogik, nicht nach offener Konkurrenz. Das beschädigt Vertrauen – unabhängig von der Person.
Kunaseks ruhige Hand – trotz ungelöster Widersprüche
Ein Jahr nach dem historischen Wahlsieg der FPÖ in der Steiermark präsentiert sich Landeshauptmann Mario Kunasek im Interview mit der Kleinen Zeitung betont gelassen. Regieren sei schwierig, sagt

MIT JOHANNES TANDL
er – und zeichnet das Bild eines nüchternen Verwalters mit begrenzten Möglichkeiten. Diese Selbstbeschreibung trifft bislang durchaus zu. Abgesehen vom politisch heftig umstrittenen Verzicht auf das Leitspital in Stainach-Irdning hat sich Kunasek bisher keinen gravierenden handwerklichen Fehler geleistet. Große Skandale blieben aus, die Koalition mit der ÖVP funktioniert, das Land ist regierbar geblieben.
Pragmatismus auf radikalem Fundament
Doch politische Stabilität allein ist noch kein Leistungsnachweis. Der steirische FPÖ-Erfolg speist sich weiterhin aus einem grundlegenden Widerspruch. Während die Partei bundesweit von der radikalen Zuspitzung ihres Vorsitzenden Herbert Kickl lebt, muss sie in der Steiermark pragmatisch regieren. Kunasek trägt natürlich keine Verantwortung für Kickls nachhallende verbale Entgleisungen, doch es waren Begriffe wie »Corona-Diktatur«, »Systemmedien« oder »Asylindustrie«, mit denen Kickl den politischen Diskurs bewusst polarisiert und die FPÖ bundesweit zur mit Abstand stärksten Kraft gemacht hat.
Kunaseks Stil ist deutlich nüchterner, institutioneller und weniger konfrontativ. Seine Landeshauptmannschaft ruht dennoch auf einem Fundament, das von der Bundes-FPÖ durch radikale Rhetorik errichtet wurde. Solange die Steiermark stabil bleibt, mag das politisch ausreichen. Will das Industrieland jedoch wieder wirtschaftlich an Dynamik gewinnen, wird mehr nötig sein als das Verwalten des Status quo. Von Deregulierung, Digitalisierung und Standortpolitik zu reden, wird nicht ausreichen, um der Deindustrialisierung entgegenzuwirken. Ein Landeshauptmann könne globale Entwicklungen nicht abfedern, dämpft Kunasek die in ihn gesetzten Erwartungen. Das ist ehrlich, legt aber zugleich die Grenzen freiheitlicher Versprechen offen. Wer
jahrelang mit einfachen Antworten erfolgreich war, muss sich nun an komplexen Realitäten messen lassen.
Die steirische ÖVP als geschwächter Partner in der Koalition
Unterm Strich regiert Kunasek ruhiger und besonnener, als die vielen – überwiegend linken – Gegner der FPÖ erwartet hätten. Dennoch bleibt die Frage, ob politische Fehlervermeidung genügt –oder ob es nicht auch eines großen politischen Wurfs bedürfte, wie er etwa dem ersten österreichischen FPÖ-Landeshauptmann Jörg Haider in Kärnten mit der Durchsetzung des Koralmtunnels gelungen ist. Doch dazu bräuchte Kunasek wohl die FPÖ in der Bundesregierung. Hinzu kommt, dass auch die steirische ÖVP als FPÖ-Koalitionspartner unter massivem Druck steht. Dabei steht außer Zweifel, dass Landeshauptmann-Stellver-
treterin Manuela Khom und ihr Team sich mit großem Einsatz bemühen, die Steiermark voranzubringen. Doch wie schon bei der Landtagswahl vor einem Jahr werden wahrnehmbare ÖVP-Erfolge von der bundespolitischen Schwäche der Mutterpartei überschattet.
Die katastrophale Performance der Bundes-ÖVP unter Bundeskanzler Christian Stocker wirkt bis in die Länder hinein und raubt auch der steirischen Volkspartei politisches Gewicht und Erzählkraft. Inhaltliche Initiativen und pragmatische Koalitionsarbeit gehen im negativen Bundesimage unter, das Vertrauen kostet und Mobilisierung nahezu unmöglich macht. So hängt die steirische ÖVP trotz funktionierender Zusammenarbeit mit der FPÖ weiterhin in den Seilen – und lässt der FPÖ zusätzlichen Raum, sich als dominante politische Kraft zu positionieren.
Landeshauptmann Mario Kunasek auf dem besten Weg zum Volkstribun. Er regiert ruhig und ohne „Einzelfälle“, profitiert jedoch von der politischen Dynamik und Radikalität der Bundes-FPÖ.


Europa spricht gerne vom »Binnenmarkt der Chancen«. Doch wer diesen Anspruch ernst nimmt, muss Artikel 14 GRC (Charta der Grundrechte der Europäischen Union) – das Recht auf Bildung – als strategische Leitplanke begreifen. Bildung ist kein philanthropisches »Add-on«, sondern ein harter Wettbewerbsparameter. Staaten, die hier schwächeln, verlieren nicht nur Fachkräfte, sondern auch Innovationskraft und damit Wohlstand. Das Unionsgrundrecht setzt bewusst niedrigschwellig an: Zugang zu Bildung, Teilnahme am Pflichtschulunterricht, Gründung freier Lehranstalten – alles unter dem Primat demokratischer Werte und elterlicher Erziehungsfreiheit. Damit wird ein Spannungsfeld eröffnet, das in wirtschaftlich angespannten Zeiten hoch relevant ist: Wie weit darf Kostenoptimierung in Schulen gehen, ohne den verfassungsrechtlichen Bildungsauftrag auszuhöhlen? Wie viel Vielfalt verträgt ein staatlich garantierter Mindeststandard? Ökonomisch betrachtet wirkt Artikel 14 wie ein Multiplikator. Gute Bildungssysteme steigern Produktivität, erhöhen die Beschäftigungsquote und senken langfristig soziale Transferlasten. Juristisch zwingt das Grundrecht zu einer kontinuierlichen Bestandsaufnahme staatlicher Leistungsfähigkeit. Wer sich auf formale Bereitstellung beschränkt, verkennt die normative Stoßrichtung der Grundrechtecharta: Bildung soll befähigen – und zwar unabhängig von Herkunft, Einkommen oder sozialer Startposition.
Gerade jetzt, im Zeitalter der digitalen Transformation, gewinnt das Grundrecht neue Schärfe. Fehlende digitale Infrastruktur, ungleiche Zugangschancen und fragmentierte Weiterbildungssysteme sind nicht nur bildungspolitische Defizite, sondern echte Wachstumsbremsen. Unternehmen spüren das längst: Arbeitskräftemangel, Qualifikationslücken, sinkende Innovationsraten. Die Gesellschaft trägt die Folgekosten. Die Botschaft ist klar: Artikel 14 verpflichtet nicht zum Mindestniveau, sondern zum Möglichmachen. Bildung ist Europas produktivstes Asset – behandeln wir es auch so.

Feiern mit Tortenanschnitt: (v.l.) Peter Härtel, STVG-GF Michaela Marterer sowie die STVG-VorständeMarkus Tomaschitz und Franz Harnoncourt-Unverzagt
Am 5. Dezember feierte die Steirische Volkswirtschaftliche Gesellschaft im Europasaal der WKO Steiermark ihren 70. Geburtstag. Die Veranstaltung erzählte eine Geschichte über eine Organisation, die in den Zukunftsgesprächen der 1950er-Jahre ihren Anfang nahm und heute aktueller ist denn je.
Die Geschäftsführerin Michaela Marterer betonte bei der Begrüßung: „70 Jahre STVG sichtbar zu machen, bedeutet, viele Kapitel, prägende Momente und Menschen zu würdigen, die diesen Weg möglich gemacht haben. Gelingen konnte dies nur durch das Engagement eines großartigen Teams, das mit Professionalität und Leidenschaft jede Herausforderung annimmt.“ Sie führte mit Interviews durch die Jubiläumsfeier, bei denen zahlreiche Persönlichkeiten, die mit der STVG seit langem verbunden sind oder sie unterstützen, ausführlich über ihre Erfahrungen, Anekdoten und Erlebnisse mit der STVG berichten konnten.
Perspektiven für junge Menschen
An prominenter Stelle kam der ehemalige Geschäftsführer Peter Härtel zu Wort, der seit Jahrzehnten prägend für die Entwicklung der STVG war: „Vor 70 Jahren wurde die STVG gegründet – und seit 50 Jahren bin ich Teil dieser Geschichte. Von Anfang an ging es darum, Menschen zu stärken und Chancen zu eröffnen.“ Die STVG schuf eine Schnittstelle zwischen Bildungswesen und Wirtschaft – eine Pionierarbeit in Österreich. Der Auftrag für die Zukunft lautet: gemeinsam mit Partnern die Themenfelder Bildung und Wirtschaft aktiv zu gestalten und jungen Menschen Perspektiven zu eröffnen − mit Projekten wie der Berufs-Findungs-Begleitung, die seit 25 Jahren Jugendliche beim Übergang von der Schule in den Beruf begleitet.
Dr. Andreas Kaufmann ist Rechtsanwalt und Universitätslektor in Graz. Er ist spezialisiert auf Bau-, Immobilien-, Wirtschafts- und Nachhaltigkeitsrecht. ak-anwaltskanzlei.at
Unter den zahlreichen Gästen waren WKO-Präs. Josef Herk, Bildungsdirektorin Elisabeth Meixner, Abt-A&-Leiterin Alexandra Nagl, Bildungs-StR. Kurt Hohensinner, Prof. Gerald Schöpfer, IV-Präs.-Stv. Markus Ritter, Schulpsychologe Josef Zollneritsch sowie zahlreiche weitere Vertreter aus Forschung, Bildung und Wirtschaft.


Du
bist Schüler*in, liebst Technik,
willst
Forschung hautnah
erleben und fragst
dich,
wie es
an der
Uni wirklich ist?
Dann sind die CampDays im April 2026 genau dein Ding.
Nutze diese Tage an der Montanuni Leoben, um spannende Experimente zu machen, Exkursionen zu starten, in Science Labs zu arbeiten und in Workshops dein Wissen auszubauen –kostenlos, inkl. Übernachtung und Verpflegung. Mindestalter: 16 Jahre.
Warum die CampDays?
Die CampDays sind mehrtägige Technik-Camps, in denen du mit Gleichgesinnten und echten Expertinnen und Experten arbeitest. Du schnupperst Uniluft, probierst selbst aus, stellst Fragen und bekommst einen realistischen Einblick in Studiengänge und Berufsfelder rund um Technik, Nachhaltigkeit und Ingenieurwissenschaften.
Das erwartet dich
• Die Uni kennenlernen: Erlebe Campus-Atmosphäre, Vorlesungen zum Mitmachen und triff Studierende sowie Forschende.
• Spannende Experimente: Arbeite selbstständig in professionellen Science Labs und teste deine Ideen.
• Exkursionen: Schau hinter die Kulissen von Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Werkstätten.
• Workshops: Vertiefe dein Wissen in praxisnahen Sessions –von Grundlagen bis zu aktuellen Technologien.

Vier Themen – du hast die Wahl. Wähle deinen Camp-Schwerpunkt und gestalte deinen Lernweg:
• Metal Days: Hier erfährst du viel über „grünen“ Stahl, das Recycling von Lithium-Ionen-Batterien und moderne Gießereiund Umformtechniken.
• CO₂ Days: In einer Escape-Room-Challenge löst du kniffelige Aufgaben aus Technik, Chemie, Physik und Wirtschaft und dabei analysierst Gesteinsproben mit innovativer 3D-ScanTechnik.
• Energy Days: In einem eigenen Strommarktspiel lernst du die Zusammenhänge von Angebot, Nachfrage und Preis von Strom zu verstehen und erörterst Themen wie Blackouts und Energiekrisen.
• Resource Days: Ohne Rohstoffe kein Wohlstand. Erfahre, wie effiziente Energie- und Rohstoffgewinnung den Weg zur Kreislaufwirtschaft ebnet und besuche Europas größtes Tunnelbauzentrum am Erzberg.
Alles zu den CampDays auf einen Blick
7. bis 11. April 2026
Kostenlos – inkl. Übernachtung und Verpflegung
4 Tage schulfrei
Praxis pur: Science Labs, Exkursionen und Workshops Schnuppere Uniluft – direkt mit Expertinnen und Experten
Jetzt anmelden!
Die Plätze sind begrenzt und die Anmeldung ist noch bis 31. Jänner 2026 möglich. Sichere dir deinen Wunschschwerpunkt –Metal, CO₂, Energy oder Resource Days – und erlebe Technik zum Anfassen.
info@unileoben.ac.at
VP-Gemeinderat Markus Huber fordert ein klares Konzept für die Grazer Messe: „Die aktuellen Pläne der Kahr-Regierung für eine neue Messehalle werfen mehr Fragen auf, als sie beantworten. Wollen wir künftig stärker auf internationale Kongresse oder auf Fachmessen setzen? Oder soll sie weiterhin ein rein regionaler Veranstaltungsstandort sein? Ohne klare strategische Ausrichtung ist jeder Neubau ein Blindflug. Hinzu kommt die finanzielle Realität: Die Messe Graz befindet sich in einer der schwierigsten wirtschaftlichen Situationen der letzten Jahrzehnte. Bevor weitere Millionen in eine zusätzliche Infrastruktur gesteckt werden, braucht es Klarheit über das Gesamtkonzept, eine solide Finanzstrategie und vor allem Antworten darauf, wie die Messe Graz wieder nachhaltig erfolgreich werden soll.“


Initiative für „Stadt statt Stillstand“
Aus Sicht der Wirtschaft droht die Koralmbahn, die „Jahrhundertchance“ für den Süden Österreichs, sprichwörtlich an der Stadt Graz vorbeizufahren. Darum hat die WKO Steiermark ein Maßnahmenpaket geschnürt und eine Kampagne gestartet. Diese wird nun fortgesetzt, so Bernhard Bauer, Obmann der WKO-Regionalstelle Graz: „Weil es ein starkes Zeichen braucht. Im Rathaus schaut man noch immer an vielen Problemen vorbei und lässt Potenziale ungenutzt.“ Zu den zentralen Themen des Forderungspakets zählen: „Urbanität fördern & touristische Angebote ausbauen, pragmatische Verkehrslösungen mit Ausbau der P&R-Lösungen, Eigenverantwortung ernst nehmen, Unternehmen statt unterlassen und finanzielle Nachhaltigkeit“, zählt Bauer die Kernpunkte auf.




Naturkundemuseum-Ausstellung
Es ist eines der drängendsten Themen unserer Zeit: Der Klimawandel und seine weitreichenden Folgen für Tiere, Pflanzen und Menschen. Die neue Ausstellung im Naturkundemuseum zeigt anhand ausgewählter Objekte, wie unterschiedlich Arten auf steigende Temperaturen, veränderte Niederschläge und verschobene Jahreszeiten reagieren. Ausgangspunkt der Ausstellung sind zwei Temperaturkurven, die die Klimageschichte der Erde in den letzten 539 Mio. sowie in den vergangenen 2025 Jahren sichtbar machen. „Wir messen Temperaturen seit 1850 und sehen heute einen massiven globalen Anstieg. Früher waren solche Ausschläge nur regional – heute betrifft die Erwärmung jedoch den gesamten Planeten“, erklärt Kurator Wolfgang Paill.

Mit 1. Dezember hat die neue Citymanagerin Elisa-Maria Steinberger ihre Tätigkeit aufgenommen. Sie ist ab sofort die zentrale Ansprechpartnerin für alle wirtschaftlichen Anliegen rund um die Grazer Innenstadt. Alle bisherigen Aktivitäten im Bereich wurden in diesem eigenen Referat in der Wirtschaftsabteilung A15 gebündelt, ausgestattet mit einem eigenen Budget. „Die Grazer Innenstadt ist das Herz unserer Stadt: ein Ort mit einzigartigen Plätzen, starkem Handel, Gastronomie, Kultur und hoher Lebensqualität“, erklärt Wirtschaftsstadtrat Kurt Hohensinner, „leider hat dieses Herz in den letzten Jahren etwas an Schlagkraft verloren. Genau vor diesem Hintergrund wurde das neue Referat Citymanagement in der Wirtschaftsabteilung geschaffen.“

Das Universalmuseum Joanneum bietet auch in diesem Jahr inspirierende Empfehlungen für unvergessliche Festtage zu Weihnachten: ausgewählte Bücher für Kunstbegeisterte, außergewöhnliche Museumserlebnisse zum Staunen – und das wertvollste Geschenk überhaupt: gemeinsam verbrachte Zeit. Zum Beispiel mit Hilfe eines Geschenks, das ein ganzes Jahr voller Freude bringt: Mit dem Jahresticket des Universalmuseums Joanneum können Sie zwölf Monate lang Geschichte, Kunst, Kultur und Natur in 20 Museen genießen, und das um 29 Euro. Profitieren Sie mit dem Jahresticket vom unlimitierten und mehrmaligen Eintritt in alle 18 Dauer- und rund 30 Sonderausstellungen. Info: www.museum-joanneum.at

WKO gratuliert zum 10-jährigen Jubiläum
Am 3. Dezember lud die Regionalstelle Graz und Graz-Umgebung rund 60 Jubilarinnen und Jubilare ein, deren Betriebe im Jahr 2025 ihr 10-jähriges Bestehen feiern konnten. Die Ehrenurkunden überreichten Regionalstellenleiter Viktor Larissegger (Graz) und Michael Hohl (Graz-Umgebung). Auch WKO-Vizepräsident Dietmar Schweiggl gratulierte persönlich und hob hervor: „Seit zehn Jahren ein Unternehmen erfolgreich zu führen, erfordert Ideenreichtum, Risikobereitschaft und großes Durchhaltevermögen, denn insbesondere in den letzten zehn Jahren gab es schließlich genügend Herausforderungen.“ „Wir freuen uns sehr, dass so viele Unternehmen aus dem Großraum Graz unserer Einladung gefolgt sind“, ergänzten Larissegger und Hohl.

it einem besonderen Auftakt begann die Landtagssitzung am 16. Dezember in Graz: Nach dem Ausscheiden von Christopher Drexler wurde Werner Amon mit den Stimmen aller Fraktionen einstimmig zum Zweiten Landtagspräsidenten gewählt. Der erfahrene Parlamentarier übernimmt damit eine zentrale Funktion im steirischen Landesparlament. Gleichzeitig wurde Theresia Heil als neue Abgeordnete des Wahlkreises Oststeiermark angelobt. Die langjährige Kommunalpolitikerin aus Pöllauberg folgt auf ein freigewordenes Mandat und bringt ihren Schwerpunkt auf ländlichen Raum, Familien und Ehrenamt künftig in den Landtag Steiermark ein. Beide Personalentscheidungen unterstreichen den breiten Konsens im Landtag und setzen ein Zeichen für Kontinuität, Erfahrung und regionale Verankerung in der steirischen Politik.

Am 29. November war es so weit: Nach zweieinhalb Jahren Bauzeit, den herbstlichen Probefahrten und der behördlichen Abnahme wurde die neue Straßenbahnstrecke in Betrieb genommen. In der rund 150-jährigen Geschichte des Grazer Straßenbahnnetzes können Fahrgäste damit erstmals durch die Neutorgasse über den Andreas-Hofer-Platz fahren. Holding Graz CEO Wolfgang Malik erklärt: „Die Variantensuche war intensiv, aber die Führung durch die Neutorgasse wird dem Neutorviertel mehr Lebensqualität bringen. Mein Dank gilt der Stadt Graz, dem Land und dem Bund für die Finanzierung, den Baufirmen und dem Baumanagement der Holding Graz für den engagierten Einsatz sowie den Anrainern und den Wirtschaftstreibenden für die außerordentliche Geduld.“
Noch schnell die Kekse backen, eine Weihnachtslaterne basteln oder sich mit Weihnachtsgeschichten und Musik von der Warterei auf die Bescherung ablenken. Oder bei einer Flughafenführung Flugzeuge & Co hautnah erleben (und vielleicht sogar das Christkind landen sehen?). Das alles und noch viel mehr ist „Warten aufs Christkind“. Der Event ist inzwischen schon eine richtige Tradition geworden, die des Graz Airport. „Gerne organisiert das Flughafenteam auch heuer wieder diese beliebte Veranstaltung, um Kinderaugen zum Leuchten zu bringen und sich auf den Weihnachtsabend einzustimmen.“ Die Veranstaltung ist kostenfrei. Über freiwillige Spenden freut sich „Help4kids“ Austria; Abflughalle Graz Airport, 24.12.2025, von 09:00 bis 13:00 Uhr; Die Flughafenführungen finden um 9:00, 10:00, 10:30 sowie 11:00 Uhr statt.

Schmidhofer wird Merkur-Testimonial
Die ehemalige Skirennläuferin Nicole „Nici“ Schmidhofer wird neues Testimonial der Merkur Versicherung. Über viele Jahre hinweg hat sie bewiesen, wie wichtig Prävention, Regeneration und die richtige Absicherung sind, im Spitzensport wie auch im Alltag. Werte, die den umfassenden Ansatz der Merkur Versicherung auf den Punkt bringen: Menschen in allen Lebensphasen dabei zu unterstützen, aktiv, gesund und gut abgesichert zu leben. „Nicole Schmidhofer verkörpert auf authentische Weise das, wofür wir als Personenversicherung stehen: Eigenverantwortung, Vorsorge und vorausschauende Absicherung. Mit ihr gewinnen wir eine starke Persönlichkeit, die unsere Botschaften glaubwürdig und inspirierend vermittelt“, so Vorstandsmitglied Markus Spellmeyer.

Teller statt Tonne: Keine Reste, dafür das Beste
Zur Weihnachtszeit landen viele Lebensmittel in der Mülltonne. Durch bewussten Einkauf von regionalen Lebensmitteln lässt sich Müll vermeiden, Geld sparen und lassen sich Arbeitsplätze schaffen. „Während der Feiertage entstehen jedes Jahr über 20 Prozent mehr Abfall und 166.000 Tonnen genießbare Lebensmittelabfälle im Wert bis zu 800 Euro pro Haushalt landen im Müll“, so Saubermacher-Gründer Hans Roth. Und LK-Präs. Andreas Steinegger betont: „Durch bewussten Einkauf und mehr Wertschätzung unserer kostbaren Lebensmittel hat es jede Steirerin und jeder Steirer in der Hand, Geld einzusparen, Müllberge zu vermeiden und mit qualitativ hochwertigen regionalen Lebensmittel Arbeitsplätze schaffen und gleichzeitig der Umwelt Gutes tun.“

SPAR-Lehrlinge bringen Weihnachtsflair nach Graz: Beim Tourstopp von „SPARs on Tour“ am 19. Dezember beim Interspar Murpark betreuen sie den Foodtruck –der Erlös geht an Licht ins Dunkel.
Mit der Initiative „SPARs on Tour“ verbindet der Lebensmittelhändler SPAR Lehrlingsausbildung, gesellschaftliches Engagement und regionale Präsenz.
Im Dezember tourte ein von Lehrlingen gestalteter Foodtruck durch alle neun Bundesländer. Beim Steiermark-Stopp am 19. Dezember am Interspar-Murpark in Graz übernehmen steirische Lehrlinge den gesamten Betrieb − von der Organisation bis zum Verkauf. Der gesamte Erlös kommt der Aktion „Licht ins Dunkel“ zugute.
Praktische Erfahrung sammeln Aus Unternehmenssicht ist „SPARs on Tour“ Teil einer langfristigen Ausbildungsstrategie. Im Mittelpunkt der Initiative steht die praxisnahe Ausbildung junger Fachkräfte. Die Lehrlinge betreuen den Foodtruck selbstständig, verkaufen Produkte aus dem SPAR-Verbund – darunter Backwaren aus der Interspar-Bäckerei, Würstel vom Fleischwerk TANN sowie Getränke aus dem SPAR-Weingut Schloss Fels – und sammeln dabei Erfahrung in Verkauf, Kundenkontakt und Teamarbeit. Ergänzt wird das Sortiment
durch einen eigens entwickelten BioWinterfrüchtetee, der auch im Handel erhältlich ist.
SPAR zählt zu den größten Lehrlingsausbildnern Österreichs und setzt gezielt auf Eigeninitiative und unternehmerisches Denken. Gleichzeitig stärkt das Projekt die regionale Wertschöpfung, da ausschließlich Produkte aus dem eigenen Unternehmensverbund eingesetzt werden. „Unsere Lehrlinge tragen an diesem Tag große Verantwortung und zeigen eindrucksvoll, wie professionell und engagiert sie agieren“, betont SPAR-Steiermark-GF Christoph Holzer. Die Initiative unterstreiche, dass Lehrlingsausbildung nicht nur Fachkompetenz vermittle, sondern auch soziale Verantwortung fördere. Mit der österreichweiten Tour positioniert sich SPAR nicht nur als Handelsunternehmen, sondern auch als Arbeitgeber, der Ausbildung, gesellschaftliches Engagement und wirtschaftliche Nachhaltigkeit miteinander verbindet.

Viele städtische Pflichtschulen berichten über einen Mangel an Sprachförderkräften. Wie beurteilen Sie die Situation rund um die Sprachförderung?
Sprachförderung ist eine Voraussetzung für erfolgreichen Unterricht und gesellschaftliche Teilhabe. Der steigende Bedarf – insbesondere in Ballungsräumen – stellt unsere Schulen vor große Herausforderungen. Die Bildungsdirektion arbeitet daher laufend daran, Sprachfördermaßnahmen gezielt einzusetzen, Personal zu qualifizieren und Schulen zu unterstützen.
Lehrerinnen und Lehrer berichten von psychischen Krisen bei immer mehr Kindern. Reichen die bestehenden Unterstützungsangebote aus?
Die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen ist ein Thema, das Schulen zunehmend beschäftigt. Lehrkräfte nehmen Veränderungen früh wahr und leisten hier wichtige Arbeit. Es gibt ein breites Unterstützungsangebot – von der Schulpsychologie über die Schulsozialarbeit bis hin zu externen Beratungsstellen. Bestehende Angebote werden laufend ausgebaut und weiterentwickelt, insbesondere im präventiven Bereich.
Das neue Handyverbot soll Ruhe und Konzentration in die Schulen bringen. Was verspricht man sich davon?
Ziel der Regelung ist es, den schulischen Alltag zu entlasten und die Konzentration im Unterricht zu stärken. Erfahrungen aus Schulen zeigen, dass weniger Ablenkung durch private Geräte zu mehr Ruhe, klareren sozialen Situationen und einer besseren Lernatmosphäre führt.

Fazitgespräch
Von Johannes Roth und Johannes Tandl mit Fotos von Erwin Scheriau
Immer wieder wird den Landwirten vorgeworfen, sie würden über eine blockierende Lobby ihre Interessen ohne Rücksicht auf das Gemeinwohl schützen. Landwirtschaftskammer-Steiermark-Präsident Andreas Steinegger tritt diesem Vorwurf im Fazitgespräch entschieden entgegen.
Wir haben mit ihm darüber hinaus über Haftungsfragen, Strukturwandel, Energie, Klimaanpassung und EU-Regeln gesprochen.


Andreas Steinegger führt seit dem 14. März die Landwirtschaftskammer Steiermark. Als Nachfolger tritt er in die Fußstapfen von Franz Titschenbacher, der lange Zeit der Landwirtschaftskammer und dem Bauernbund in Personalunion vorstand und die steirische Landwirtschaft entscheidend geprägt hat. Die Bedeutung der Kammer spiegelt sich im nüchternen Büro des Präsidenten kaum wider. Holzmöbel, ein Besprechungstisch und ein großer Bildschirm.
Der Präsident ist an diesem kühlen Novembertag nicht ganz fit. Mit rauer Stimme entschuldigt er sich dafür, dass er aus gesundheitlichen Gründen den Handschlag verweigert: Am Morgen habe er sich noch gesund gefühlt, im Lauf des Vormittags habe er dann aber zur Kenntnis nehmen müssen, dass irgendetwas im Anmarsch sei. Das Interview will er trotzdem führen. Immerhin zeichnen sich bereits die eine oder andere Konfliktlinie ab, die er in den kommenden Monaten offensiv vertreten will – von Haftungsfragen über die Kammerpflichtmitgliedschaft generell bis hin zur Frage, warum bei steigenden Lebensmittelpreisen nur ein Bruchteil bei den Bauern ankommt. Ganz zu schweigen vom Dauerbrenner der heimischen Innenpolitik – dem Mercosur-Abkommen.
Andreas Steinegger ist durchaus offen, bisweilen pointiert, und er nennt die Dinge beim Namen. Denn die Statistiken, auf die er sich beruft, sprechen eine klare Sprache: Die Wettbewerbsfähigkeit unserer Landwirte leidet, und der Strukturwandel ist nirgends so spürbar wie in der Landwirtschaft. Kleine Höfe werden aufgegeben, immer weniger Menschen wollen Landwirte werden.


Ohne Pflichtmitgliedschaft könnten sich kapitalstarke Gruppen leichter zusammenschließen, um nur ihre eigenen Interessen zu vertreten.
Andreas Steinegger
Herr Präsident, Sie haben angekündigt, eine klare Sprache zu sprechen, auch auf die Gefahr politischer Konflikte hin. Grundsätzlich versuchen wir, die Themen, die anstehen und abgehandelt werden müssen, im Rahmen der Sozialpartnerschaft konsensual zu lösen. Aber es gibt natürlich Punkte, bei denen das nicht geht. Dann beziehen wir klar Position.
Die Diskussion um eine Verschlankung der Kammern ist seit Harald Mahrers Rücktritt wieder präsent. Gibt es Ideen für Reformen in der Landwirtschaftskammer?
Wir arbeiten laufend an einer Reform unserer Strukturen. Da ist bereits einiges gelungen. Wir haben die Anzahl der Abteilungen und Referate halbiert. Darüber hinaus haben wir in den Regionen eigene Kompetenzzentren errichtet, um den Bäuerinnen und Bauern eine professionelle Beratung und Begleitung anbieten zu können. Und natürlich sind auch wir von den Einsparungen des Landes betroffen.
Wie stark treffen Sie die Budgetprobleme des Landes konkret? Wir sind natürlich von den Einsparungen des Landes Steiermark betroffen. Wir arbeiten bereits sehr intensiv daran, unsere Dienstleistungsangebote weiterhin auf hohem Niveau zu erhalten.
Was ist aktuell die am stärksten nachgefragte Beratungsleistung?
Ganz klar jene zum Mehrfachantrag. Das ist jener Antrag, den die Betriebe jährlich abgeben müssen. Darin wird der AMA –also der Agrarmarkt Austria – gemeldet, wie die Betriebsführung geplant ist. Das steht im Zusammenhang mit mehrjährigen Programmen und Abgeltungen für Umweltleistungen, etwa über ÖPUL, das Österreichische Programm für umweltgerechte Landwirtschaft. Die AMA handelt dabei im Auftrag der EU.
Die Landwirtschaftskammer ist in manchen Bereichen auch Behörde, richtig?
Ja. Wir sind etwa im Weinbau und in der Tierzucht Behörde. In anderen Bereichen sind wir unterstützend und dienstleistend tätig.
Wie sehr hängt die Arbeit der Landwirtschaftskammer an der Pflichtmitgliedschaft? Und wie hoch sind eigentlich die Mitgliedsbeiträge?
Die Pflichtmitgliedschaft schützt besonders die Interessen der kleinen und mittleren Betriebe. Die Beiträge sind sehr gering. Im Schnitt zahlen die Mitglieder der Landwirtschaftskammer rund 160 Euro pro Jahr. Ohne Pflichtmitgliedschaft könnten sich kapitalstarke Gruppen leichter zusammenschließen, um nur ihre eigenen Interessen zu vertreten, und die kleineren Betriebe – in der Steiermark sind rund 50 Prozent der Betriebe kleiner als zehn Hektar – hätten es deutlich schwerer, Gehör zu finden.
Durch den Strukturwandel vergrößern sich aber auch die Höfe. Wie stark ist die durchschnittliche Betriebsgröße gestiegen?
Die Betriebsgrößen steigen laufend, allerdings über Zupacht und kaum über Flächenkauf. Die durchschnittliche landwirtschaftliche Nutzfläche liegt in der Steiermark bei 16 Hektar. Im Jahr 2015 lag sie bei 15 Hektar. In der Forstwirtschaft sind es im Schnitt rund 28 Hektar.
Sie beklagen, dass die Erzeugerpreise nicht steigen, obwohl Lebensmittelpreise deutlich teurer wurden. Nur rund vier Prozent sollen bei den Bauern ankommen. Welche kurzfristigen Maßnahmen wären möglich?
Kurzfristig ist das schwierig. Eine gute Möglichkeit wäre daher, Transparenz entlang der gesamten Lieferkette einzufordern. Wir als Landwirtschaft sind transparent – es sollten der Handel, die Verarbeiter, der Transport und auch alle anderen ihre Kosten offenlegen. Gerechtere Preise gibt es hingegen in der Direktvermarktung. Diese Möglichkeit haben aber nur jene Betriebe, bei denen der Standort passt.
Wie groß ist der Anteil der Direktvermarktung?
Die Wertschöpfung liegt bei 66 Millionen Euro. Wir haben rund 5.000 Betriebe, die sich mit Direktvermarktung beschäftigen, bei insgesamt mehr als 33.000 Betrieben in der Steiermark.
Zwischen 2020 und 2023 ist die Zahl der Agrarbetriebe um neun Prozent gesunken. Wie macht man Hofübernahmen attraktiver?
In Österreich – und damit auch in der Steiermark – haben wir im europäischen Vergleich sehr junge Hofübernehmer. Rund 23 Prozent der Übernehmer sind unter 40 Jahre alt, damit sind wir Spitzenreiter. Das Interesse der nächsten Generation ist also da. Realität ist aber auch, dass für viele kleinere Betriebe der Kostendruck eine massive Herausforderung darstellt. Wenn ich als Bauer keine Alternative finde, dann ist es am Markt schwierig.
Helfen Trends wie Technisierung, Automatisierung oder »Precision Farming« den kleinen Betrieben – oder erhöhen sie den Druck weiter?
Precision Farming ist aufgrund der extrem hohen Anschaffungskosten in vielen Bereichen eher etwas für größere Betriebe. Ein Melkroboter ist etwa für kleinere Betriebe oft wirtschaftlich nicht darstellbar. Gleichzeitig gibt es Technologien, die auch bei kleineren Strukturen sinnvoll eingesetzt werden können – etwa KI-basierte Gesundheitsüberwachung in der Rinderhaltung, Kamera- und Sensorsysteme oder Apps für Zuchtdaten.
Noch einmal zurück zum Strukturwandel. Die Höfe werden größer, weil viele aufhören. Warum passiert dieser Strukturwandel überhaupt?
Unsere Betriebe stehen im globalen Wettbewerb. Wer produziert, ist Preisschwankungen ausgesetzt. Bergregionen und insbesondere kleinere Betriebe haben höhere Kosten, die über Ausgleichszahlungen meist nicht vollständig abgegolten werden. Zweitens entwickelt sich die Technik massiv weiter, ist aber mit sehr hohen Investitionskosten verbunden. Drittens

gibt es viele attraktive Arbeitsplätze in Gewerbe, Industrie und Handel. Bäuerinnen und Bauern sind auf dem Arbeitsmarkt sehr stark nachgefragt.
Was tun Sie konkret gegen diesen Strukturwandel?
Wir setzen stark auf Ausbildung, Weiterbildung und Beratung. Mit Landesrätin Schmiedtbauer entwickeln wir die land- und forstwirtschaftlichen Fachschulen sowie die forstwirtschaftliche Ausbildung weiter. Unsere Kinder sollen ihr Handwerk wirklich beherrschen. Das hilft, auch kleinere oder herausfordernde Strukturen erfolgreich zu führen. Außerdem ermutigen wir zu Alternativen wie Direktvermarktung, Green Care, Urlaub am Bauernhof und ähnlichen Modellen. Darüber hinaus haben wir das Modell der Arbeitskreise etabliert. Dort treffen sich Betriebsführer regelmäßig, analysieren Kennzahlen und vergleichen sich unter professioneller Begleitung. Man sieht sehr deutlich, dass Betriebe, die daran teilnehmen, erfolgreicher sind.
Viele Betriebe setzen auf Photovoltaik und Energieprojekte. Wie stehen Sie zu PV-Anlagen auf landwirtschaftlichen Flächen? Wir haben in der Kammer ein starkes Beratungsteam für Energie, Klima und Bioressourcen. Eigenversorgung, Resilienz und Blackoutvorsorge stehen dabei im Vordergrund. Bioenergie ist dabei unser zentraler erneuerbarer Energieträger, etwa über Hackschnitzelgemeinschaften und Nahwärmenetze. Bei Photovoltaik auf Agrarflächen haben wir eine klare Haltung: Zuerst gehören die Paneele auf Dächer, verbaute Flächen und Depo-

PFLEGE VERTRAUEN. HAB DEN VOLLEN DURCHBLICK.

DENN JE.
PFLEGE VERTRAUEN. HAB DEN VOLLEN DURCHBLICK. WICHTIGER DENN JE.
PFLEGE VERTRAUEN.
HAB DEN VOLLEN DURCHBLICK. WICHTIGER DENN JE.
& STEIERMARKWEIT
Zahlreiche Ausbildungen warten – auch berufsbegleitend! KOSTENFREI & STEIERMARKWEIT
Entdecke sie alle auf www.gesundheitsausbildungen.at
Entdecke sie alle auf www.gesundheitsausbildungen.at Zahlreiche Ausbildungen warten – auch berufsbegleitend!
nien. Wenn landwirtschaftliche Freiflächen genutzt werden, dann bitte als Agrar-Photovoltaik, die eine zusätzliche landwirtschaftliche Bewirtschaftung zulässt. Reine PV-Freiflächen auf hochwertigen Acker- und Grünlandflächen lehnen wir ab.
Kann man sich gegen solche Freiflächenprojekte wehren? Rechtlich entscheiden die Eigentümer – Eigentum ist unser oberstes Gut.
Der Klimawandel ist eine elementare Herausforderung für die Landwirte. Was verursacht die größten ökonomischen Schäden –und wie unterstützen Sie die Betriebe bei der Bewältigung?
Ich kann die Schäden nicht exakt beziffern, aber im Wald ist der Borkenkäfer eine enorme Herausforderung. In der Steiermark sind wir bei den Klimaanpassungsmaßnahmen sehr fortschrittlich. Ein wichtiges Instrument ist die dynamische Waldtypisierung. Für nahezu alle Flächen wurden Bodeneigenschaften, Wasserhaltefähigkeit, Humusgehalt und Sonneneinstrahlung erfasst. Daraus wurden Szenarien entwickelt. So wissen wir punktgenau, welche Baumarten auf einer Fläche klimafit und zukunftstauglich sind. Dieses Wissen dient der Klimawandelanpassung und fließt direkt in die Beratung ein.
Wie sieht es im Grünland und im Ackerbau aus? Im Grünland sind viele aufeinanderfolgende Hitzetage ein großes Thema. Dort arbeiten wir mit standortgerechten Gräsermischungen und angepasster Bewirtschaftung. Wir haben ein eigenes Grünland-Team, stationiert in der Bezirkskammer
Unsere persönlichen Dienstleister sind Profis in ihrem Fach. Nutzen Sie das vielfältige Angebot!
Murtal. Im Ackerbau sehen wir eine zweigeteilte Steiermark: Nördlich von Graz werden künftig vermutlich vielfältigere Kulturen möglich sein. Man sieht etwa, dass sich die Käferbohne Richtung Murtal verschiebt. Südlich davon, etwa Richtung Leibnitz und entlang der Autobahn, werden Hitze und Trockenheit zu einem zunehmenden Problem. Dort investieren wir in Versuche und Kooperationen, um geeignete Pflanzen für Trockenstandorte zu finden.
EU-Klimaschutz bedeutet auch Emissionsreduktion, etwa in der Tierhaltung. Wo stoßen Betriebe an Grenzen?
Ein großer Teil der Emissionen entsteht im Stall sowie bei der Ausbringung von Gülle und Mist. Die heimische Landwirtschaft ist seit vielen Jahren Teil der Lösung. Keinem anderen Sektor ist es in den vergangenen Jahren gelungen, die Emissionen so stark zu senken. Wir produzieren hochwertige Lebensmittel mit dem EU-weit geringsten ökologischen Fußabdruck.
Stichworte GAP, GLÖZ-Standards, Renaturierung, Natura 2000: Wie praxisfern ist das aus Sicht der Betriebe?
Wir wehren uns generell gegen praxisferne Regeln, die aus der Distanz vorgegeben werden. Politik muss verstehen, wie regionale, nachhaltige Produktion funktioniert. Wir wollen aktive, nachhaltige Produktion in der Steiermark sichern und sprechen uns gegen Bevormundung durch praxisferne Vorgaben aus.
Viele Landwirte fühlen sich bei der Auszahlung öffentlicher Gelder schikaniert. Wie real sind diese Probleme? Bezahlte Anzeige| Fotos: gettyimages.at/izusek/sturti/Paperkites
Humanenergetiker:innen
Stress im Alltag? Gönnen Sie sich eine Auszeit!
Unsere Profis sorgen für körperliche und energetische Balance. Wohlbefinden durch Einsatz von Düften, Farben, Klangschalen, Bachblüten, Cranio Sacral Balancing, Kinesiologie u.v.m.
Farb-, Typ-, Stil- & Imageberater:innen
Damit Sie im Berufsleben und auch privat strahlen!
Unsere Expert:innen beraten Sie, damit Sie Ihren perfekten Look finden.
Tierdienstleister:innen
Unsere Profis kümmern sich um Ihren vierbeinigen
Liebling: von Tierbetreuung (Tierpensionen + Tiersitter) über Tiertraining, Tierernährungsberatung, Tiermassage bis zum Tierfriseur ist alles möglich!

Gewerbliche Astrolog:innen Experten erstellen Ihr persönliches Horoskop –Zeitqualitäten erkennen, Orientierung geben.
Partnervermittler:innen Für alle, die auf Suche nach Zweisamkeit sind. Hier erhalten Sie professionelle Unterstützung.
Weitere persönliche Dienstleister:innen Vermietung von beweglichen Sachen, Vermittlung von Werkverträgen u.v.m. – das Angebot ist groß. Nutzen Sie die Dienstleistungen der Gruppe.
Andreas Steinegger wurde 1970 geboren, ist ausgebildeter Landwirtschafts- und Forstwirtschaftsmeister sowie Biobauer. Er bewirtschaftet in Foirach bei Niklasdorf gemeinsam mit seiner Gattin Annamaria und seinem Sohn Andreas einen Milchvieh- und Forstbetrieb mit Direktvermarktung. Eine wichtige Rolle spielen erneuerbare Energieträger: Wärme aus Holzreststoffen, Strom aus Photovoltaik. Die Hofübernahme erfolgte 1995. Der Betrieb wurde seither konsequent zukunftsfit ausgerichtet. Andreas Steinegger ist Vater von vier Kindern.

Konsumenten haben das Recht zu wissen, woher ihr Schnitzel kommt. Auch im Gasthaus.
Andreas Steinegger
Wir gehen jeder Kritik nach und prüfen sie im Detail. Insgesamt muss man sagen: Die Abwicklung der Ausgleichszahlungen funktioniert in Summe sehr gut. Von diesen Zahlungen profitieren in erster Linie die Konsumenten, weil sie hochwertige Lebensmittel zu leistbaren Preisen erhalten – inklusive einer gepflegten Kulturlandschaft, von der Tourismus und Gesellschaft insgesamt profitieren.
Sind Sie grundsätzlich zufrieden mit der EU?
Ich bin nicht grundsätzlich gegen die Europäische Union. Sie ist ein Friedensprojekt – und das ist wesentlich. Aber es gibt Entwicklungen, bei denen Regelungen über alle Regionen gestülpt werden, ohne ausreichend zu prüfen, ob sie überall sinnvoll sind. Die Entwaldungsverordnung ist dafür ein typisches Beispiel: Ein Ansatz, der in anderen Weltregionen relevant sein mag, führt bei uns – in Regionen ohne Abholzung – zu enormen bürokratischen Hürden.
Warum ist aktiv bewirtschafteter Wald aus Ihrer Sicht klimatisch besser als stillgelegter?
Ein aktiv bewirtschafteter Wald ist zentral. Durch Durchforstung bekommen Bäume Luft und Wasser, werden stabiler und können besser wachsen. Das entnommene Holz kann in Möbeln oder Bauwerken weiter Kohlenstoff speichern. Damit entsteht ein zweiter Speicher neben dem Wald selbst – aus meiner Sicht eine geniale Leistung.
Die EU reguliert auch Pflanzenschutz und Gentechnik. Ist es ruhiger geworden – oder bleibt das ein heißes Thema? Das schafft Wettbewerbsnachteile für Österreich. Pflanzenschutz sichert die Lebensmittelversorgung, und noch nie waren unsere Lebensmittel so sicher wie heute. Unsere Hauptkritik ist, dass es in der EU große Unterschiede bei den regional erlaubten Pflanzenschutzmitteln gibt. Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig hat in den vergangenen Monaten stark dar-
auf gedrängt, eine europäische Gleichbehandlung herzustellen – und hier hat es erste Schritte gegeben. Was die Gentechnik betrifft, ist Österreich traditionell gegen grüne Gentechnik positioniert. Bei neuen biotechnologischen Verfahren brauchen wir mehr wissenschaftliche Informationen. Konsumenten müssen sich jedenfalls darauf verlassen können, dass heimische Lebensmittel korrekt gekennzeichnet sind.
In der Kritik stand immer wieder die Haltung der Landwirtschaft zu Mercosur. Hat die Landwirtschaft den Kampf gegen das Abkommen aufgegeben?
Wir beschäftigen uns intensiv mit dem Thema – und das seit 2019. Unsere Position ist unverändert: kein Mercosur für die Landwirtschaft. Deshalb habe ich eine steirische Delegation angeführt, die in Brüssel dagegen protestiert hat. Mehr als 10.000 Bäuerinnen und Bauern aus ganz Europa haben demonstriert. Außerdem gibt es in Österreich einen aufrechten Parlamentsbeschluss gegen das Abkommen.
Ein weiteres Problem für die Landwirte sind mangelhafte Herkunftskennzeichnungen in der Gastronomie.
An einer verpflichtenden Herkunftskennzeichnung in der Gastronomie und bei verarbeiteten Lebensmitteln im Handel führt für uns kein Weg vorbei. Konsumenten haben das Recht zu wissen, woher ihr Schnitzel kommt – auch im Gasthaus.
Am 25. Jänner ist Landwirtschaftskammerwahl. Sie sind seit dem 14. März im Amt. Hat die Zeit gereicht, die Bauern von sich zu überzeugen?
Ich gebe mein Bestes und setze mich mit voller Kraft für unsere Bäuerinnen und Bauern sowie Grundbesitzer ein, um die steirische Land- und Forstwirtschaft bestmöglich zu vertreten. Mein Herz schlägt einfach für die Land- und Forstwirtschaft.
Herr Steinegger, vielen Dank für das Gespräch.

Es ist ja fast ein Wunder: Dass Mitarbeiter bedacht werden können, ohne gleichzeitig den Fiskus zu beschenken, ist aber kein Weihnachtsmärchen. Also: Der Vorteil aus der Teilnahme an Betriebsveranstaltungen – wie Betriebsausflug, Weihnachtsfeier – ist bis zu € 365 pro Jahr und Mitarbeiter steuer- und sozialversicherungsfrei. Dabei dürfen Gutscheine, Geschenkmünzen oder sogar Autobahnvignetten (sogenannte „Sachzuwendungen“, daher kein Bargeld!) bis zu einem Wert von € 186 geschenkt werden. Gegenüber Dritten um bis zu 20 % höhere (Mitarbeiter-)Rabatte bleiben auch steuerfrei. Zuschüsse des Arbeitgebers für die Betreuung von bis zu 14 Jahre alten Kindern sind bis € 2 000 pro Jahr begünstigt. Das gilt auch für die Kostenübernahme des Klimatickets . Ein größeres Geschenkpackerl ist die Überlassung von Fahrrädern zur Privatnutzung. Dabei gibt es so gut wie keine Beschränkungen: E-Bike, Rennrad oder Mountain Bike, alles ist möglich. Eine Prämie von bis zu € 1 000 pro Jahr und Mitarbeiter sowie die verbilligte Einräumung von Mitarbeiterbeteiligungen bis zu einem Wert von € 3 000 sind auch begünstigt. Achtung: Der „Verwaltungsvereinfachung“ ist geschuldet, dass bei jeder Begünstigung (zum Teil unterschiedliche) kleinste Details für die Abgaben- und Beitragsfreiheit beachtet und dokumentiert werden müssen.

Intelligente Netze, zeitvariable Tarife und neue Marktmodelle fordern kleineren Unternehmen viel Einsatz ab, damit ihre Stromrechnung tatsächlich günstiger wird.
Mehr Flexibilität, mehr Digitalisierung, mehr Markt! Das Günstiger-Strom-Gesetz verspricht viel. Doch gerade für kleinere und mittlere Betriebe ohne eigene Energieabteilung könnte „günstiger Strom“ rasch zur Rechenaufgabe werden – mit offenem Ausgang.
MGeidorfgürtel 20 8010 Graz +43 316 386001 0 graz@hoferleitinger.at www.hoferleitinger.at
it dem Günstiger-Strom-Gesetz legt die Bundesregierung eine umfassende Reform der österreichischen Elektrizitätswirtschaft vor. Ziel ist ein digitales, kosteneffizientes und verursachergerechtes Stromsystem, das leistbare Preise und Versorgungssicherheit gewährleistet. Für nicht energieintensive kleine und mittlere Unternehmen stellt sich jedoch weniger die Frage nach der großen Systemlogik als nach der konkreten betriebswirtschaftlichen Wirkung.
Netzoptimierung statt Ausbau –Potenzial mit Nebenwirkungen Positiv zu bewerten ist zunächst der Anspruch, Netzentgelte künftig stärker an der tatsächlichen Netznutzung auszurichten. Zeitvariable Entgelte, flexible Netzzugänge und die Betonung des NOVAPrinzips („Netzoptimierung vor Ausbau“) versprechen langfristig eine effizientere Nutzung der Infrastruktur. Für KMU mit planbaren Lastprofilen kann dies neue Spielräume eröffnen – etwa durch die
Fotos: KI-generiert
Verlagerung von Verbrauchsspitzen oder durch Eigenstromnutzung in Kombination mit Speichern.
Gleichzeitig steigt aber die Komplexität. Dynamische Tarife, Aggregierungsverträge oder Peer-to-Peer-Modelle setzen nicht nur digitale Messsysteme voraus, sondern auch Know-how, Zeit und Investitionsbereitschaft. Gerade kleinere Betriebe ohne eigene Energieexpertise laufen Gefahr, zwar formal neue Rechte zu erhalten, diese aber praktisch nicht nutzen zu können. Hier droht eine Schieflage zugunsten großer Marktteilnehmer.
Planungsunsicherheit und fehlende Entlastung für Betriebe Kritisch zu bewerten ist auch die stärkere Einbindung der Erzeuger in die Netzentgeltfinanzierung. Für viele KMU, die Photovoltaik primär zur Eigenversorgung einsetzen, ist noch unklar, wie sich diese Regelung im Detail auswirkt. Planungssicherheit bei Investitionen in erneuerbare Eigenanlagen bleibt damit ein zentraler Punkt.
Dass das Gesetzespaket energiearme Haushalte gezielt schützt, ist sozialpolitisch richtig. Für die Unternehmen gibt es jedoch keine vergleichbare Entlastungsschiene. Sie müssen darauf vertrauen, dass Effizienzgewinne im Netz tatsächlich preisdämpfend wirken – und nicht durch neue Umlagen oder Bürokratieeffekte neutralisiert werden. Unterm Strich bietet das GünstigerStrom-Gesetz Chancen für flexible, digital affine Betriebe. Für die große Mehrheit der Unternehmen wird der versprochene „günstigere Strom“ jedoch nur dann Realität, wenn begleitend einfache, transparente und praxistaugliche Umsetzungsmodelle geschaffen werden. Sonst bleibt die Reform ein gut gemeinter Systemumbau ohne Wirkung im betrieblichen Alltag.
Der steirische AK-Lebensmittelwarenkorb zeigt 2025 erstmals eine leichte preisliche Entspannung. Untersucht wurden 17 Basislebensmittel, die real bei sieben großen Supermärkten und Diskontern eingekauft und in den Segmenten Billig-, Markenund zertifizierte Bioprodukte ausgewertet wurden.
Der AK-Lebensmittelwarenkorb ist ein jährlich erhobenes Preisvergleichsinstrument der Arbeiterkammer Steiermark zur Analyse der Preisentwicklung im steirischen Handel. Lebensmittel bleiben ein zentraler Kostenfaktor für private Haushalte: Rund 2,6 Milliarden Euro geben steirische Haushalte jährlich für Ernährung und alkoholfreie Getränke aus. Umso aufschlussreicher ist das Ergebnis 2025: Der durchschnittliche Warenkorb kostet 42,61 Euro und liegt damit um 1,37 Prozent unter dem Vorjahr. Eine Entlastung, die jedoch differenziert zu betrachten ist.
Denn die Spannweite zwischen den Segmenten bleibt groß. Während der Billigwarenkorb mit 24,95 Euro vergleichsweise günstig ist, kosten identische Produkte im Markensegment 46,61 Euro und in Bioqualität 52,93 Euro. Die Preisschere beträgt damit fast 28 Euro bzw. 112 Prozent. Innerhalb der Markenprodukte liegt die durchschnittliche Preisdifferenz sogar bei
über 133 Prozent – Preisvergleiche bieten hier das größte Einsparpotenzial. Nach Segmenten zeigt sich ein differenziertes Bild: Billigprodukte (+0,52 Prozent) und Markenartikel (+0,65 Prozent) wurden leicht teurer, während Bioprodukte deutlich um 6,1 Prozent günstiger wurden. Bio wird damit zunehmend auch ökonomisch konkurrenzfähig.
Extrem bleiben die Unterschiede bei einzelnen Produkten: Tomaten und Vollmilchschokolade weisen Preisunterschiede von über 400 Prozent auf. Gleichzeitig zeigen Produkte wie Milch oder Orangensaft, dass Wettbewerb wirkt, wenn die Unterschiede unter 100 Prozent bleiben.
Ein weiterer Trend: Herkunftsangaben sind Standard. Über 93 Prozent der Produkte weisen ihr Ursprungsland aus, fast drei Viertel stammen aus Österreich. Knapp 80 Prozent tragen freiwillige Gütesiegel, vor allem AMA-Gütesiegel und „gentechnikfrei“.

Der steirische AK-Warenkorb zeigt sinkende Bio-Preise, während Billig- und Markenartikel weitgehend preisstabil bleiben.
Regelmäßig vor Jahresende stellen sich Fragen zur Optimierung der individuellen steuerlichen Situation. Gerade jetzt lohnt sich ein genauer Blick auf aktuelle Freibeträge, Abschreibungsmöglichkeiten und Investitionen.
Von Alexander Hofer
Mit den richtigen Maßnahmen lassen sich nicht nur Steuern sparen, sondern auch finanzielle Spielräume für das kommende Jahr schaffen – unsere Zwischenergebnisbesprechungen mit unseren Klienten dienen dazu gleichermaßen wie unsere ausgewählten Steuertipps zum Jahresende zum Nachlesen:
1. Gewinnfreibetrag
Einzelunternehmer und Personengesellschaften mit betrieblichen Einkünften können den Gewinnfreibetrag beanspruchen.
Übersteigt der Gewinn € 33.000, kann der Gewinn um einen investitionsbedingten Gewinnfreibetrag reduziert werden. Dafür müssen Sie aktiv werden, nämlich Investitionen in bestimmte begünstigungsfähige Wirtschaftsgüter tätigen. Die Höhe ist wie folgt gedeckelt:
• Für Gewinne zwischen € 33.000 und € 145.000: 13 % Gewinnfreibetrag
• Für die nächsten € 175.000 Gewinn: 7 % Gewinnfreibetrag
• Für die nächsten € 230.000 Gewinn: 4,5 % Gewinnfreibetrag
• Darüber hinaus: kein Gewinnfreibetrag
Für Gewinne bis € 33.000 steht natürlichen Personen für 2025 jedenfalls der Grundfreibetrag in Höhe von 15 % des Gewinns zu, maximal somit € 4.950.
Die Höchstsumme des Gewinnfreibetrags beträgt daher € 46.400, was mit einer Steuerersparnis von bis zu € 23.200 verbunden ist.
Für den investitionsbedingten Gewinnfreibetrag geeignet sind abnutzbare, neue, körperliche Wirtschaftsgüter mit einer Mindestnutzungsdauer von vier Jahren, aber auch bestimmte Wertpapiere. Die Investitionen müssen zudem mindestens vier
Jahre im Anlagevermögen verbleiben. Und: Anschaffungen für den investitionsbedingten Gewinnfreibetrag schließen den Investitionsfreibetrag (IFB) – siehe dort – aus.
2. Geringwertige Wirtschaftsgüter
Wirtschaftsgüter mit Anschaffungskosten bis € 1.000 können im Jahr der Anschaffung voll abgeschrieben werden. Wenn Sie zum Vorsteuerabzug berechtigt sind, versteht sich der Betrag netto. Bilanzierer müssen das Wirtschaftsgut – unabhängig von der Zahlung – in Betrieb genommen haben, bei Einnahmen-Ausgaben-Rechnern ist die Verausgabung maßgeblich.
3. Halbjahresabschreibung
Erfolgt die Inbetriebnahme eines erworbenen Wirtschaftsgutes im zweiten Halbjahr steht eine Abschreibung in Höhe der Hälfte der Normalabschreibung (Halbjahresabschreibung) zu. Aus dieser Sicht sind beabsichtigte Investitionen vor dem 31.12. besonders attraktiv. Zusätzlich berechtigt das Wirtschaftsgut unter Umständen auch zum Gewinnfreibetrag oder Investitionsfreibetrag.
4. Beschleunigte Abschreibung von Gebäuden
Für Gebäude, die nach dem 30.6.2020 angeschafft oder hergestellt worden sind, kann unter bestimmten Voraussetzungen im ersten Jahr die Abschreibung (AfA) höchstens das Dreifache des bisher gültigen Prozentsatzes, im Folgejahr höchstens das Zweifache betragen. Die Halbjahresabschreibungsregelung ist dabei nicht anzuwenden, sodass auch bei Anschaffung, Herstellung oder Einlage im zweiten Halbjahr der volle AfA-Betrag aufwandswirksam ist.
Für 2024 bis 2026 fertiggestellte Wohngebäude beträgt die AfA auch in den beiden der erstmaligen Berücksichtigung nach-

folgenden Jahren höchstens das Dreifache des gesetzlich normierten Prozentsatzes von 1,5 %. Dafür muss allerdings der „Gebäudestandard Bronze“ nach dem auf der entsprechenden OIB-Richtlinie basierenden „Klimaaktiv Kriterienkatalog in der aktuellen Version 2020“ des Umweltministeriums erreicht werden.
5. Investitionsfreibetrag
Bei der Anschaffung oder Herstellung von bestimmten Wirtschaftsgütern des abnutzbaren Anlagevermögens kann zusätzlich zur Abschreibung ein Investitionsfreibetrag (IFB) in Höhe von 20 % bzw. 22 % (Öko-IFB) der Anschaffungs- bzw. Herstellkosten als Betriebsausgabe geltend gemacht werden. Dabei ist insbesondere eine Behaltefrist von vier Jahren einzuhalten. Für Investitionen bis 31.10.2025 betrugen die Prozentsätze 10 % bzw 15 %.
6. Gewinnverlagerung bei Bilanzierern
Eine Gewinnverschiebung in das Folgejahr bringt immerhin einen Zinsgewinn durch Steuerstundung. Im Jahresabschluss bilanzierender Unternehmen sind unfertige Erzeugnisse (Halbfabrikate), Fertigerzeugnisse und noch nicht abrechenbare Leistungen („halbfertige Arbeiten“) grundsätzlich nur mit den bisher angefallenen Kosten zu aktivieren. Die Gewinnspanne wird erst mit der Auslieferung des Fertigerzeugnisses bzw. mit der Fertigstellung der Arbeit realisiert. In diesem Zusammenhang geleistete Anzahlungen sind nicht ertragswirksam, sondern stellen eine Verbindlichkeit dar. Wenn daher die Auslieferung mit dem Kunden erst 2026 vereinbart ist und die Arbeiten an den (Fertig-)Erzeugnissen erst mit Beginn 2026 fertig gestellt werden, verschiebt sich die Gewinnrealisierung in das nächste Jahr. Die Fertigstellung muss für das Finanzamt dokumentiert werden.
7. Gewinnverlagerung bei Einnahmen-Ausgaben-Rechnern Bei Einnahmen-Ausgaben-Rechnern gilt (mit Ausnahmen) das Zufluss-Abfluss-Prinzip. Dabei ist darauf zu achten, dass grundsätzlich nur Zahlungen ergebniswirksam sind (den Gewinn verändern) und nicht der Zeitpunkt des Entstehens der Forderung oder Verbindlichkeit, wie dies bei Bilanzierern der Fall ist.
Unsere Experten: Mag. Karin Steiner, Mag. Helmut Leitinger, Mag. Alexander Hofer, Mag. Dr. Nadja Hubmann, Mag. Maria Koller (vlnr)
Beim Zufluss-Abfluss-Prinzip sind insbesondere für regelmäßig wiederkehrende Einnahmen und Ausgaben die Regelungen zur fünfzehntägigen Zurechnungsfrist zu beachten. Das erklären wir Ihnen gerne persönlich genauer.
8. Forschungsprämie
Unter bestimmten Voraussetzungen kann eine Forschungsprämie pro Jahr in Höhe von 14 % der Forschungsaufwendungen geltend gemacht werden, soweit diese nicht durch steuerfreie Förderungen gedeckt sind.
9. Arbeitnehmerveranlagung für das Jahr 2020
Mit Jahresende läuft die Fünf-Jahres-Frist für die Antragstellung der Arbeitnehmerveranlagung 2020 aus.
10. Mitarbeiterprämie
Für das Jahr 2025 besteht die Möglichkeit, € 1.000 pro Arbeitnehmer an steuerfreier Mitarbeiterprämie zuzuwenden. Zu beachten ist dabei allerdings, dass die Befreiung nur im Bereich der Lohnsteuer, nicht allerdings im Bereich der Sozialversicherung sowie der Lohnnebenkosten wirkt. Kontaktieren Sie bitte rechtzeitig Ihre Mitarbeiter in der Personalabrechnung.
11. Registrierkasse
Bei Verwendung einer Registrierkasse ist – auch bei abweichenden Wirtschaftsjahren! – mit Ende des Kalenderjahres ein signierter Jahresbeleg (Monatsbeleg vom Dezember) auszudrucken, zu prüfen und aufzubewahren. Die Überprüfung des signierten Jahresbeleges ist verpflichtend bis spätestens 15. Februar des Folgejahres manuell mit der BMF Belegcheck-App oder automatisiert durch Ihre Registrierkasse durchzuführen. Zumindest quartalsweise ist das vollständige Datenerfassungsprotokoll extern zu speichern und aufzubewahren.
Weitere Steuertipps finden Sie unter www.hoferleitinger.at oder in unserem Podcast STEUERAFFE unter www.steueraffe.at
Generali Versicherung setzt ihre regionale Führungsstruktur
neu auf und bleibt dabei ihrer Linie treu, Schlüsselpositionen aus den eigenen Reihen zu besetzen.
M
it 1. Dezember übernimmt der 43-jährige Andreas Reisinger die Leitung der Regionaldirektion Steiermark sowie Kärnten-Osttirol. Er folgt auf Wolfgang Gratzer, der nach mehr als 20 Jahren im Unternehmen in den Ruhestand tritt. Parallel dazu wird Christian Razenberger neuer Leiter des Exklusiv-Vertriebs in Oberösterreich.
Strategische Marktpositionierung
Der Wechsel an der Spitze der Regionaldirektion markiert einen wichtigen Einschnitt für die Generali in Südösterreich. Wolfgang Gratzer hatte seit 2005 verschiedene Führungsfunktionen inne und leitete ab 2010 die erweiterte Regionaldirektion Steiermark und Kärnten-Osttirol. In dieser Zeit verantwortete er sowohl die organisatorische Zusammenführung der Regionen als auch die Weiterentwicklung des Vertriebsmodells. Unter seiner Führung konnte die Marktposition der Generali in den betroffenen Bundesländern stabil ausgebaut werden. CSMO Reinhard Pohn begrüßt die gelungenen internen Nachbesetzungen: „Mit Andreas Reisinger übernimmt ein engagierter Kollege aus den eigenen Reihen die Leitung der Regionaldirektion für Steiermark und Kärnten-Osttirol. Er bringt viel Erfahrung und Know-how mit und wird dazu beitragen, dass Expertise, Kontinuität und unser Streben nach Exzellenz im Sinne unserer Unternehmensstrategie konsequent weitergeführt werden.“
Umfangreiche Erfahrung im Vertrieb
Mit Andreas Reisinger rückt ein Manager nach, der die Strukturen des Konzerns aus unterschiedlichen Perspektiven kennt. Der 43-Jährige ist seit 2008 bei der Generali tätig und sammelte zu-
nächst Erfahrung als Business Coach im Bereich der betrieblichen Altersvorsorge. 2014 übernahm er die Leitung des Vertriebsgebiets Linz/Linz-Land, bevor er 2021 zum Leiter des ExklusivVertriebs in Oberösterreich berufen wurde. In dieser Funktion war er für den Ausbau des gebundenen Vertriebs sowie für die Führung und Entwicklung der Agenturorganisation verantwortlich. Reisinger studierte Wirtschaftswissenschaften an der Johannes Kepler Universität Linz und absolvierte mehrere interne und externe Management- und Vertriebsprogramme. Seine neue Aufgabe umfasst neben der regionalen Ergebnisverantwortung insbesondere die strategische Weiterentwicklung des Vertriebs in einem wettbewerbsintensiven Marktumfeld.
Erfahrener Nachfolger für Oberösterreich
Die Nachfolge von Reisinger in Oberösterreich übernimmt Christian Razenberger. Der 50-Jährige begann seine Laufbahn bei der Generali bereits 1992 als Lehrling. Nach mehreren Stationen in der Vertragsabwicklung und im Personenvertrieb wechselte er in Führungsfunktionen. Seit 2020 leitete Razenberger das Vertriebsgebiet Oberösterreich Nord und war dort für den operativen Vertrieb sowie die Betreuung der Agenturen verantwortlich. Mit seiner Bestellung setzt die Generali auf einen Führungskader mit langjähriger interner Erfahrung und hoher Nähe zum Markt. CSMO Reinhard Pohn: „Auch Christian Razenberger ist eine ausgezeichnete Wahl für die Leitung des Exklusiv-Vertriebs in Oberösterreich und vereint Fachwissen mit Teamorientierung und Erfahrung. Ich wünsche beiden viel Erfolg und Freude in ihren neuen Funktionen und danke Wolfgang Gratzer herzlich für sein langjähriges, wertvolles Engagement für unser Unternehmen.“

Andreas Reisinger (re.) tritt die Nachfolge von Wolfgang Gratzer (li.) als Generali-Regionalchef in Steiermark und Kärnten/Osttirol und an.
Virtuelle
für effizientes Ausgabenmanagement: sofort einsatzbereit, individuell zuweisbar und zentral steuerbar. Jetzt 120 Karten gratis sichern – bis 31.12.2026!
Digitale Prozesse sind der Schlüssel zu effizientem Arbeiten – auch bei betrieblichen Ausgaben. Mit den Business Virtualcards bietet die Steiermärkische Sparkasse eine Lösung, die Unternehmen Zeit spart und eine volle Kostenkontrolle ermöglicht: virtuelle Kreditkarten, die individuell an Mitarbeiter:innen vergeben werden und sofort einsatzbereit sind – online oder mobil, via Apple Pay oder Google Pay. Ob Start-up, KMU oder Großunternehmen: Mit Business Virtualcards behalten Sie die Übersicht über Ausgaben, Budgets und Limits – flexibel und in Echtzeit. Die Karten werden zentral über George Business erstellt, Ihre Mitarbeiter:innen nutzen diese bequem mit der George-App.
Mehr Freiheit, weniger Aufwand Die Karten eignen sich für einmalige Zahlungen, regelmäßige Abos oder personenbezogene Limits. Mit wenigen Klicks lassen sich Limits anpassen und Karten deaktivieren. Als Unternehmer:in er-
stellen Sie beliebig viele Business Virtualcards für Projekte, Reisekosten oder Software-Abos. Jede Karte ist sofort verfügbar und ermöglicht eigenständige Zahlungen, während die Buchhaltung jederzeit die volle Kontrolle behält. Für Mitarbeiter:innen bedeutet das: Bezahlen ohne private Vorleistung. Ob Dienstreise, Hotelbuchung oder Online-Abo – die Business Virtualcard funktioniert überall dort, wo digitale Zahlungen akzeptiert werden. Einfach via Apple Pay oder Google Pay nutzen und sofort loslegen.
Jetzt handeln und profitieren
Bis 31.12.2026 erhalten Sie 120 Business Virtualcards kostenlos –ein starkes Angebot für alle, die ihre Finanzprozesse digitalisieren und vereinfachen wollen.
Mehr Infos und Aktivierung unter: steiermaerkische.at/business-virtualcards





Von Peter Sichrovsky

Über die Einsamkeit im Alter wird viel diskutiert und publiziert. Der plötzliche Schock von der beruflichen Umgebung in eine Leere der Bedeutungslosigkeit, der Verlust von Familienangehörigen und Freunden, beschäftigt nicht nur die Betroffenen, sondern auch zahlreiche Fachleute wie Ärzte, Psychologen und Therapeuten.
Die Werbung macht es uns dabei meist einfach. Wenn wir nur fröhlich grinsend voller Aktivitäten den Alltag meistern, ist die Sache schon gelaufen. Alte und Ältere werden meist aktiv und freudig dargestellt, die ihre Partner umarmen und sich mit den Enkelkindern vergnügen. »Aktiv sein« ist das Zauberwort, vor allem körperlich aktiv. Was sich unter dem schütteren Haarwuchs abspielt, ist nicht so wichtig. Die Hauptsache ist, die Umgebung hat zumindest den Eindruck, dass der oder die Alte sich amüsiert. Spaß am Leben wird gezeigt, wie uns Jüngere gerne erleben – pflegeleicht, sorglos und heiter. Die Wirklichkeit ist eine andere. Ich habe die 75 überschritten und der
Alte Freunde werden zu alten Freunden
Achtziger ist nicht mehr fern. Diese Lebensphase ist fast schon symbolisch bei einem Konzert zu erleben. Zum Beispiel im Konzerthaus in Wien, wo ich gerne ein klassisches Konzert besuche, und am liebsten in einer Loge im ersten Stock sitze. Vor mir ein See grauer Haare, unterbrochen durch kleine Inseln von Glatzen. Wenn der Dirigent den Saal betritt, sind alle wach, hellhörig, öffnen die Augen weit, rücken die Brillen zurecht, richten sich auf in den hinteren Reihen und klatschen begeistert. Der Dirigent grüßt mit einer leichten Verbeugung, dreht sich um, blickt ins Orchester und hebt den Stab. Es wird ruhig im Saal, ein letztes Husten und Räuspern. Das Hörgerät noch einmal überprüft. Die Musik beginnt. Das ältere Publikum sinkt langsam zurück in die Sessel, wird kleiner und kleiner, die Knie rutschen nach vor, der Körper sucht eine bequeme Haltung. Es dauert endlos lange bis zur Pause. Einige schlafen zufrieden ein. Das ist die Wirklichkeit des Alters. Der Alltag des Alters ist der des Konzertsaales, wo Ehefrauen ihre Männer mit dem Ellenbogen stoßen, wenn diese zu schnarchen beginnen. Für uns Alte spielt das Leben auf einer Bühne, und wir sind das Publikum. Eine Funktion, eine Bedeutung oder Verantwortung hatten wir einmal. Jetzt lässt man uns zuschauen, gemeinsam mit Ehepartnern, Freunden und Freundinnen, die uns jedoch langsam verlassen, einer nach dem anderen, eine nach der anderen. Andere überleben bedeutet Vereinsamung. Von meiner Maturaklasse – soweit ich mich erinnere – ist bereits ein Drittel gestorben. Einer von ihnen war mein bester Freund während der Schulzeit, saß jahrelang neben mir. Im Tennisklub, wo ich in meiner Altersklasse an den Meisterschaften teilnehme, starb mein Doppelpartner innerhalb weniger Monate. Der Nachbar einen Stock unter mir, der sich jedes Mal aufregte, wenn unser Hund im Gemeinschaftsgarten hin und her lief, ist tot. Jetzt läuft der Hund hin und her, niemand regt sich auf, selbst der Hund ist allen egal.
Doch es ist nicht nur der Tod, der uns zurücklässt. Manche Freunde verändern sich zu Patienten, werden empfindlich, ängstlich, unsicher und misstrauisch. Scherze, über die man früher gemeinsam lachte, werden plötzlich als Beleidigung erlebt. Man ertappt sich, wie man seine eigene Sprache kontrolliert, sich jeden Satz überlegt, was er für Folgen haben könnte. Immer öfter aus Vorsicht auf einer freundlichen, unpersönlichen Ebene miteinander umgeht, statt ehrlich und offen zu sein, wie mit Freunden eben. Alte Freundinnen und Freunde werden zu hilflosen, alten Menschen, verändern sich. Will man die Freundschaft – die jetzt mehr zu einer Bekanntschaft geworden ist – retten, muss man lernen, mit der neuen Situation umzugehen, als würde man einen Kranken besuchen. Die Einsamkeit umgibt uns wie ein langsam enger werdender Kreis, der offene Marktplatz der Kommunikation wird kleiner und leert sich. Das jüngere Umfeld reagiert mit Mitleid und guten Ratschlägen. Das macht die Sache nicht besser, im Gegenteil. Als ob die gesundheitlichen Probleme des Alters nicht reichen würden, muss man damit leben, anderen Leid zu tun. Als alter Mann habe ich nur einen Ratschlag: Hört uns zu, hört auf, euch vorzustellen, wer wir sind oder was wir brauchen. Fragt uns einfach. n
Sie erreichen den Autor unter peter.sichrovsky@wmedia.at
Essay von Christian Wabl
Wo wohnt Gott?«, steht in großen Buchstaben auf einer Mauer am Karmeliterplatz. Dort, wo der Schweigeorden der Karmeliter einmal sein Kloster hatte, gibt es seit Tagen einen Weihnachtsmarkt. Das Kloster wurde von Kaiser Josef II. Ende des 18. Jahrhunderts aufgelöst, weil er das Schweigen in seinem Reich sinnlos und nutzlos fand. In der letzten Nacht erscheint mir ein Engel, der sprach: »Es weihnachtet. Ich will Dir eine Freude bereiten und dir einen Wunsch erfüllen!« Ich war überrascht, aber sagte gleich: »Ich will alles wissen, wie das alles angefangen hat«. Da lachte der Engel und fragte: »Ist das nicht ein bisschen viel?« Daraufhin wiederholte ich meine große Frage, die mich immer wieder beschäftigt hat: »Was denkst Du? Was stand am Anfang des Glaubens?« Da begann der Engel pathetisch: »Gut! Dir mögen jetzt meine Aussagen vielleicht abenteuerlich erscheinen, aber bitte denke darüber nach. Setze dich an den Computer und schreibe auf, was ich dir verkünde! Alles beginnt mit einem Wort, mit einem Satz. Der erste Satz im Buch der Bücher über die Entstehung der Welt wird meist nur als Schöpfungsakt des Kosmos und das ‚Am Anfang‘ zeitlich verstanden. Ich aber sage Dir, wenn du auch die Geburt der Religion verstehen willst, solltest du diesen Satz als den Beginn der menschlichen Geistesgeschichte und jedes Wort in diesem neuen Sinn verstehen und erkennen, was es und alle weiteren bedeuten. Das Buch der Bücher, die Genesis, der Ausgangspunkt unserer Religion, wurde in hebräischer Schrift geschrieben und du kennst nur bekannte Übersetzungen. Diese haben die Menschen vielfach verwirrt bis zum heutigen Tag.«
Tohuwabohu
Ich war überrascht. Mir schossen aber sogleich die ersten zwei Sätze aus dem Buch Genesis durch den Kopf »Am Anfang schuf Elohim Gott Himmel und Erde und die Erde war Tohuwabohu.« Mich wunderte, warum mir das hebräische Tohuwabohu und keine deutsche Übersetzung eingefallen war. Der Engel fuhr fort: »Schon das Wort Tohuwabohu und Elohim bereitete Martin Luther große Schwierigkeiten. Er übersetzte Elohim mit Gott. Einzahl. Es ist je doch ein Pluralwort und es konnte natürlich keine zwei Götter geben. Andere haben das Wort Jhwa für alle Gottesnamen verwendet und wiederum andere haben Gott mit ‚der Ewige‘ übersetzt. Ich würde sagen, aus Elohim geht zweierlei hervor: der Himmel und die Erde. Es ist schwer vorstellbar, was unter Himmel und Erde zu verstehen ist. Dass Gott im Himmel wohnt, wird oft irgendwie angenommen. Die Bedeutung der ‚Erde‘ ist auch strittig. So kann Tohuwabohu nicht unübersetzt oder nur mit Chaos verbunden bleiben, wenn du verstehen willst, welche Bedeutung die Erde für den Menschen hat.« »Und diese Erkenntnisse darüber soll Freude bringen?« fragte ich. »Ja, natürlich«, sagte der Engel »könnten sie doch einen langen Streit und ewiges Rätselraten beenden helfen und am Heiligen Abend anders darüber geredet werdem. Für Euch ist die frohe Botschaft ja eine des Friedens und der Liebe. Für mich ist Einsicht und Erkenntnis ein Grund zu großer Freude. So könnte diese unselige, absolute Trennung zwischen den Gläubigen, zwischen Glauben und Wissen beendet werden« »Wie soll das geschehen?« fragte ich neugierig. »Die Grundlage der Wissenschaft sind die Gesetze der Logik und Mathematik. Wenn klar wird, dass die ältesten Schriften auch ihnen gehorchen, würde das den Streit beenden« sagte der Engel.
Am Anfang war das Wort
Der Engel brachte seine weiteren Gedanken vor: »Steht denn nicht auch im Evangelium des Johannes im Neuen Testament ‚Im Anfang war das Wort und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott?‘«. Der Engel wiederholte den ersten Satz der Genesis: »Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde. Nimm einmal an, dass am Anfang das Denken, der Himmel, der Geist war und das, was die Gedanken ausdrückt, die Heilige Schrift ist, die mit der Erde verbunden ist. Diese ist aber kein Tohuwabohu, mehr, sondern die mit verständlichen Zeichen, auf Grenzen und Einteilungen hinweisen und Ordnung schaffen kann.«
Zu Weihnachten hat Christian Wabl etwas Besonderes für uns. Er hat sich für diesen Essay mit einem Engel unterhalten. Und beide versuchen sich an Antworten auf die Fragen unserer Zeit und denken nach über die Anfänge von Glaube und Zweifel.

Christian Wabl, geboren 1948 in Graz, Studium der Kunst und Lehramt Deutsch an der Universität von Amsterdam sowie Studien in den Sprachwissenschaften, Hebräisch und Philosophie. Er ist Mitbegründer mehrerer Alternativschulen und arbeitete lange bildungspolitisch in der Grünen Akademie Steiermark.
Die Geschichte der Religionen ist geprägt von poetischen Erzählungen über einen Gott oder einer ganzen Gruppe von Göttern.
Das Licht der Erkenntnis
Der Engel redete begeistert weiter: »Das kann nur geschehen, wenn zwischen Licht und Dunkelheit, wahren und falschen Sätzen unterschieden wird und das kann wiederum nur geschehen, wenn die Unterschiede erkennbar und einleuchtend sind. Ich verbinde das Licht nicht nur mit Tag, sondern mit Erkenntnis. Von dessen Baum ja auch später die ersten Menschen ‚essen‘ werden. Mit Dunkelheit verbinde ich nicht nur Nacht, sondern auch Unsichtbarkeit und Unwissenheit.« Feurig setzte er fort: »Die Geschichte der Religionen ist geprägt von poetischen Erzählungen über einen Gott oder einer ganzen Gruppe von Göttern. So sitzen die griechischen auf dem Olymp und es kommt Zeus als Stier oder Schwan in die Welt, um Leda zu befruchten. Auch von den alten Ägyptern glaubt man, dass Götter wie Anubis, der den Kopf eines Schakals hat und ein Gott des Gleichgewichts ist und Isis, der Gott der Schrift und der Wissenschaft, die einen Kopf eines Vogels hat, Götter des Totenreichs sind. Ich glaube das nicht. Auch nicht daran, dass das die Ägypter geglaubt haben. Ich halte das für eine kindliche erfundene Fabelwelt neuzeitlicher Interpreten. Dass Anubis nach dem Tod einem Menschen wirklich das Herz aus der Brust reißt und es, wenn es durch Sünden für zu leicht befunden worden ist, einem Krokodil zum Fraß vorgeworfen wird, glaube ich nicht. Ist das nicht dieselbe Vorstellung wie die, dass es ein Jüngstes Gericht gibt, bei dem entschieden wird, wer in den Himmel und wer in die Hölle kommt ? Wenn es Sinnbilder von Begriffen des Geistes sind, dann wird die Geschichte verständlich und vernünftig. Ihr müsst euch von diesen falschen Bildern radikal befreien, dann ist der Blick frei für die einfache, schöne Welt der Erkenntnis, auch auf die Geometrie mit den regelmäßigen Formen, wie die der Schrift.
Gott, das Ewige, das Alpha und das Omega Der Engel wird nicht müde mir seinen Glauben zu erzählen: »Meinem Herrn in den Mund gelegt: ‚Ich bin das Alpha und das Omega‘. Das stimmt mit dem, womit ich die Erschaffung der Welt verbinde, überein und wovon ich überzeugt bin: in der Schöpfungsgeschichte wird die Entstehung und Erschaffung der Schrift beschrieben. Ich kann sehen und lesen, was da an Zeichen geschaffen wurde. Ich bin als Engel, auch nur ein unsichtbarer Gedanke. Diese kann Zeichen man sehen und lesen, lassen sich aber leider auch verschieden deuten. Ich überlasse die Deutung auch gern dir und allen Lesern, welche einleuchtender erscheint. Ich selbst sehe in der ursprünglichen althebräischen Form der Buchstaben beim besten Willen keine Tiere, keine Fische, Zwillinge und schon gar keine Jungfrau, wie in den Schulen gelehrt wird, sondern immer nur geometrische Zeichen. Man könnte diesen abstrakten Zeichen im übertragenen Sinn diese augenscheinlichen Dinge zuordnen, was auch geschieht. Aber für mich steht am Anfang das Wort, auch das Zahlwort, so wie das in den Buchstabenlisten, die ebenfalls überliefert sind, geschrieben steht.« Und weiter führt der Engel aus: »Als Moses fragt, was er seinem Volk Israel sagen soll, von wem er die zehn Gebote erhalten habe, sagt der, von den Juden als der Ewige und Unaussprechliche genannt wird: Ich bin, der ich bin. An anderer Stelle, der ich war und immer sein werde. Aber das kann keine bestimmte Person sein, nur alles AL, alle Zeiten, ewig, überall und alle Mächte beherrschend. Unvorstellbar. Auch ich selbst kann dir dazu nicht mehr sagen. Oder nur auf alles hinweisen, auf welche Teile, Dinge, Lebewesen, Tiere und Gesetze dieses ganzen Wunders der Schöpfung .«
Buchstaben und Zahlen
Belehrend werdend sprach der Engel weiter: »Über die Zahlen lässt sich auch die Verbindung mit anderen alten Sprachen der Weisheit herstellen, wie das Sanskrit und die Veden, die als poetische Erzählungen die Geburt und Entstehungsgeschichte wiedergeben. Es ist ja erwiesen, dass deine Sprache das Indoeuropäische als Mutter hat, dass es eine universelle Grammatik gibt. Die Augen aller Menschen haben dieselbe Struktur, die Köpfe dieselbe Architektur, die den gleichen Gesetzen gehorchen. Nur die Erfahrungen und ihr Ausdruck in Sprache sind unterschiedlich. Es müsste doch einleuchten, dass die Welt eine Einheit ist, dass man sie zumindest als Einheit denken kann. Man kann unendlich viele Teile unterscheiden, sie analysieren und dann wieder zusammensetzen. Gleichungen aufstellen, messen, Maß nehmen, Massen ermitteln, die Teileinheiten wieder zusammenzählen, vervielfältigen und teilen. Die Menschen scheinen vergessen zu haben, dass zwischen der Wirklichkeit und der Beschreibung der Wirklichkeit ein ursächlicher Zusammenhang besteht. Gäbe es diesen nicht, machte das Reden und Schreiben keinen Sinn«, führte der Engel begeistert aus«.
Entstehung der Schrift
Der Engel sprach immer eindringlicher: »So wird in einem anderen Buch die Schöpfung anhand der Namen der Buchstaben und wie man diese zu Silben und Worten verbindet erzählt. Dort steht auch geschrieben, welche Zahlen, welchen Buchstaben entsprechen und auch welche den grundlegenden Wahrnehmungsorganen zugeordnet werden können. Wie könnte man sonst auch wissen, was Sehen, Hören und Riechen heißt, wenn man nicht gelernt hätte, wie diese Fähigkeiten des Menschen heißen und wie sie die Vorfahren benannt haben. Und steht denn nicht auch geschrieben, dass alle Vögel des Himmels und Tiere des Meeres den Menschen vorgeführt wurden, um zu sehen, wie er sie benennen würde? Und so sollten sie dann auch heißen. Aber natürlich, man kann nicht wissen, welche gemeint sind, wenn man die Sprache der Hebräer nicht kennt oder wenn diese nicht oder nicht richtig übersetzt ist. Jetzt stehe ich da vor dir und möchte dich von meiner Sicht der Dinge überzeugen.«
Der das Unendliche kannte
An einem Abend dieser Adventtage war ich auf einer Weihnachtsfeier. Dort wurde »Jingle Bells« gesungen, herrliche Brötchen und roter Wein serviert. Den Ehrenamtlichen, die dort Deutsch unterrichten, wurden Gutscheine »Graz als Geschenkt« überreicht. Mit diesen ginge ich in die Buchhandlung Moser und kaufte mir die Biografie über den genialen und unverstandenen indischen Mathematiker Srinivasa Ramanujan mit dem Titel »Der das Unendliche kannte«. Dabei traf ich einen mir bekannten Physiker und einen Neurobiologen. Ich erzählte ihnen begeistert von der gehörten Theorie, von der Geometrie der Buchstaben und was mir daran wichtig erschien. Doch sie konnten kaum zuhören. Beide schauten mich nur verwundert an. Nur bei einer Religionswissenschaftlerin, die ich kurz danach traf, fand ich Gehör und Interesse.
Zeit und Ewigkeit
Der Engel stellte mir plötzlich die Frage: »Was ist Zeit?« Ich fühlte mich überfordert: »Lass dich nicht kopfscheu machen! Es ist eine Frage ähnlich wie die Frage nach Gott«, sagte er, »Zeit ist ein Wort, das alle Zeiten zusammenfasst. Wir wissen doch, wie man sie misst. Wir beobachten die Bahn der Sonne, wir sehen den Halbmond, wir wissen, wann die Sonne auf und wann sie untergeht, teilen Tag, Monat und Jahr ein. Wir zählen die Tage und Stunden. Die Sonne und die Sterne weisen uns den Weg, wie das zu geschehen hat, wie das schon im Bericht über die Schöpfung und die Entstehung der Welt am vierten Tag beschrieben steht, über und vom Anbeginn der Zeiten. Alles macht Sinn. Die Bewegungen der beobachtbaren Sterne und Planeten teilen die physikalische Welt ein, nach anderen Maßstäben wie die Raumeinteilungen. Zusammen ermöglichen sie eine exakte und vorhersehbare Berechnung der Welt.« Ich dachte an die Zeit, die ich mit den Büchern in Mathematik, Latein und Physik verbrachte, über ihnen eingeschlafen bin und unvorbereitet und ohne tieferes Verständnis zu all diesen Prüfungen antreten musste. Wie mir die Lehren der Wirklichkeit verleidet wurden und wie gern ich mich in fantastische Romane verloren habe und, älter geworden, von den Filmen Hollywoods ergriffen war und oft kaum noch zwischen Fantasie und Wirklichkeit unterscheiden konnte. An Moses, wie er durchs Meer führte und links und rechts sich die Wassermassen für Charlton Heston auftürmten, nachdem er als Kind Jahre davor von der Tochter des Pharaos aus dem Nil gezogen wurde. Sind das nicht alles trügerische, bebilderte Darstellungen von Begriffen? Ist das Wasser, der Sprachfluss und Schreibfluss gemeint, der die ägyptische von der hebräischen Welt trennt und unterscheidet. Der Fluss, der See, für die Israeliten ein Segen, aber für die Ägypter eine Vernichtung. So dachte ich plötzlich, durch den Engel auf neue Gedanken gebracht.
Wasser, Samen und Bäume
Der Engel sah nicht, dass ich schon erschöpft war und nur noch mehr schwer mitschreiben konnte und redete weiter: »Bitte lass mich die Grundbegriffe und Grundzüge meiner Einsicht noch einmal ausführen. Die Buchstaben sind die allgemeinen Bausteine, Elemente und Universalien, die auf die Grundbegriffe der Erkenntnis hinweisen. Vor allem die Erkenntnisse, deren es zur Erstellung von Gleichungen und Sätzen bedarf, haben den Menschen Berechnungen und Schlussfolgerungen ermöglicht. Symmetrie und Gleichgewicht sind Grundprinzipen der Wissenschaft und das Messen und Vergleichen mit dem errechneten Durchschnitt ein wesentliches Prinzip der Naturwissenschaften. Die Früchte der Gedanken und Worte wachsen wie die Bäume und brin-
Ich dachte an die Zeit, die ich mit den Büchern in Mathematik, Latein und Physik verbrachte, über ihnen eingeschlafen bin und unvorbereitet und ohne tieferes Verständnis zu all diesen Prüfungen antreten musste.
Wann hast du zum letzten Mal in diesen Heiligen Büchern eigentlich gelesen?
gen Früchte wie diese. So wie der Teilungsprozess auch in der Natur bei einer befruchteten Eizelle symmetrisch zu wachsen beginnt, so sind auch die ersten Einteilungen im geometrischen Sinne zu verstehen; Buchstaben, die auf die Universalien hinweisen: Anfang, Ende, oben, unten, links, rechts, mehr weniger und ist gleich. Vor allem die Zahlen, Operationszeichen, wie ist gleich mehr oder weniger, alle oder ist ein Element von einer Gruppe, von unterscheidbaren Mengen, die es zur Erstellung von Gleichungen bedarf, haben die Menschen großartige Berechnungen ermöglicht. Symmetrie und Gleichgewicht sind Grundprinzipen der Wissenschaft und das Messen und Vergleichen mit dem errechneten Durchschnitt ein wesentliches Prinzip der Naturwissenschaften.
Der Geist und der Himmel Wir haben hier im Himmel viel über die Bedeutung der Worte Gott, Himmel und Erde, Mensch, Adam, Eva, Licht und Dunkelheit nachgedacht und sind auf eine andere Geschichte und Erklärungen gestoßen als die herkömmlichen. Wer oder was die Ursache der Entstehung der Welt ist, kann und will ich nicht entscheiden. Ich bin nur ein kleiner Engel. Darüber ist genug gestritten worden. Ich denke nur, dass das, woran die meisten bei diesem ersten Satz denken, nämlich an die materialistische, sichtbare und beobachtbare Welt, einer Ergänzung bedarf. Nur weil der Übersetzer dieses ursprünglich hebräischen Satzes, Martin Luther, nur diese so übersetzt hat. Woran Martin beim Wort Gottes gedacht hat, weiß ich nicht. Ich weiß nur, dass er bei seiner Übersetzungsarbeit fast verzweifelt wäre, wie er in seinen Vorreden zur Bibel selbst schreibt. Die Menschen können sich nur schwer vorstellen, wie die Welt des Geistes aussieht, weil man sie nicht sieht. Dass diese Welt sich in arabischen Ziffern und hebräischen Buchstaben ausdrückt und dass das die Sprache des Geistes ist, wissen sie nicht. Diese sieht man. Ich weiß das. Ich kenne sie. Du müsstest Dir nur einmal den Gedanken durch den Kopf gehen lassen, die Sätze durchschauen und erkennen, dass diesen ein großes Unverständnis und viele Missverständnisse zugrunde liegen. Diese Welt gibt es hier auf Erden und die Wissenschaft lebt von diesen Zeichen des Himmels. Sie bilden Gleichungen, zeigen Beziehungen auf und erklären die Zusammenhänge von Energie und Masse sowie das Verhältnis von halbem Bogen und Durchmesser. Das Maß ist der Grundbegriff, der Ausgangspunkt des Vergleichs, der Zahlen liefert und erkennen lässt, was gleich und was mehr oder weniger ist. »Ich kann und will hier nicht alles sagen, was in den ersten Kapiteln der Entstehung und Erschaffung der Welt steht. Aber um zu verstehen, was an meiner befreienden Botschaft neu ist, musst du das, was ich dir sage mit dem vergleichen, was geschrieben steht. Wann hast du zum letzten Mal in diesen Heiligen Büchern eigentlich gelesen? Dafür musst du dir selbst ein Bild machen, was da geschrieben steht, prüfen, was du wirklich kraft deines eigenen Geistes verstehen kannst.«
Zwischendurch über Gott und die Liebe In diesen Tagen nahm ich einmal Reißaus und fuhr mit einem Freund nach Wien. Ich dachte: Wer will denn eigentlich noch wissen, was geschrieben steht? Wer glaubt, dass ein neuer Grundgedanke über die Geschichte der Entstehung der Welt und der Schrift von Zweifel befreit und Freude bringt? Kann diese Geschichte neuen Geist unter den Weihnachtsbaum bringen? Auf der Rückreise ruft ein anderer an und erzählt, dass er durch einen Genfehler erblinden wird. Er hatte drei Tage geweint. Die Angst vor der Dunkelheit hat seine Kindheitserinnerungen erweckt. Der Glaube an Gott habe ihn damals gerettet. Nach drei Tagen sei eine große Ruhe über ihn gekommen. Er meinte, das Licht der Welt wird auch seine dunklen Stunden erhellen. Ich schreibe weiter. Ich sitze in meinem Lieblingscafé und schreibe an dem Essay. Ich lese die Zeitungen, Nachrichten vom Krieg und dem Ringen um Frieden. Ein Freund erzählt mir von seiner Liebe und dass er sich noch nie zuvor so erkannt und geliebt gefühlt hätte. So sei es wohl auch, wenn man alles, die ganze Welt liebt und sich als ein Teil der ganzen Welt versteht. Verstehen und begreifen, sich aufgehoben fühlen, ermöglicht diese Liebe. Wie bei einem guten Freund oder liebenden Frau. Nur der ewige Zweifel verhindere das. Die Worte berühren mich angesichts der Schönheit der Gedanken und ihrer Wahrheit.
Paradies
Ich lese und denke: »Im Paradies stehen zwei Bäume: der Baum des Lebens und der Baum der Erkenntnis von Gut und Böse. Vom Baum des Lebens mit seinen Früchten durften die Menschen essen. Vom Baum der Erkenntnis essen darf man nur, wenn man die Gebote des Logos, der Logik befolgt und diese sind sehr streng. Verletzt man diese,
sind die Folgen Schmerzen. Immer wieder geschah das in der Geschichte der Menschheit. Sowohl im Geistigen mit den Denkgesetzen als auch mit den moralischen. Beide Missachtungen vertreiben aus einer Welt, in der mehr Ruhe und Glück vorherrschen könnte. Die ganze Bibel beschreibt diesen Wechsel von Glück und Unglück, Krieg und Frieden, dunklen Perioden und von Hochkulturen.« Warum sind wir aus dem Paradies vertrieben worden? Es steht geschrieben, weil wir vom Baum der Erkenntnis gegessen haben, von seinen Früchten. Es hat der Frau den Ruf einer Verführerin eingebracht. Eva aber heißt übersetzt Leben.
Gespaltene Zunge
Was hat die klare Erkenntnis zerstört? Ein Wesen mit gespaltener Zunge? Die Wahrheit war dadurch die Sprachspaltung nicht mehr eindeutig bestimmbar. Mühsam musste man wieder herausfinden, was wahr und falsch, was gut und böse ist. Wir hatten die Sicherheit, die Gewissheit verloren, konnten unsere Sätze nicht gleich mit den Ereignissen in der Natur gleichsetzen und mit einem Wort, verstehen. Dass die Natur Gesetzen folgt, dass man diese auch beim Erschaffen von Technik und Berechnungen von Ereignissen bedenken muss, leuchtet jedem ein. Dass der Mensch auch Natur ist, wird leicht vergessen. Vergessen wird auch, woher die moralischen Gesetze kommen, die Glück und Zufriedenheit ermöglichen könnten. Die Schwierigkeit, die Wahrheit, Wirklichkeit und Wirksamkeit zu erkennen, hat anscheinend schon im Paradies begonnen und so müsst ihr »im Schweiße eures Angesichts das Brot verdienen und mit viel Mühsal den ‚Ackerboden‘ der Schrift studieren, um zu erkennen, was richtig oder falsch, gut oder böse ist.« Auch Kain und Abel, die Kinder von Adam und Eva sahen ihre Arbeit nicht als Werk an einer Welt. Der Engel: »Ich weiß, Religion und Wissenschaft sind nicht nur für dich zwei völlig unterschiedliche Dinge, die dein Denken spalten. Aber kommen die Gedanken nicht in einem Kopf zusammen? Sind die Zellen in deinem Kopf nicht auch Natur und ihren Gesetzen unterworfen? Ob die Welt von einem Urknall und einem Zeitpunkt ausgeht, in sechs Tagen entsteht oder in Millionen Jahren, sind nur unterschiedliche Beschreibungen und Erklärungen der einen Welt, die du wahrnimmst. Ob sie sich evolutionär entwickelt oder ob man glaubt, dass alles aus einem Teilchen, einem Atom, einer Zelle hervorgeht.«
Die Mitternachtsmette, der Glaube und ein neues Buch von der Wissenschaft des Geistes Letzte Nacht träumte mir, wie ich als Kind zur Mitternachtsmette ging und dort mit meinem Freund und meiner Freundin, mit ihr habe ich auch einmal im Krippenspiel den Josef und sie die Maria gespielt, vor der Krippe stand. Unsere Augen strahlten. Engelchöre sangen. Sie wurden von meiner Mutter, die auf der Orgel spielte, begleitet. Glücklich stapfte ich durch den Schnee nach Hause. Ich war schon begierig das Buch von Karl May »Durchs wilde Kurdistan« mein Weihnachtsgeschenk, zu lesen. Es lag noch immer am Gabentisch unter dem Weihnachtsbaum. Daneben lag aber plötzlich auch ein fast unscheinbares Buch mit dem Titel »Das Buch der Schöpfung. Die Genesis im Lichte der neuen Wissenschaft des Geistes«. Ich begann sofort dieses noch vor dem Buch von Karl May zu lesen. Am nächsten Morgen schalte ich den Computer ein und lese dieses Mail: »Schreibe weiter an deinen Träumen und Visionen bis sie Wirklichkeit werden!« n
Dass die Natur Gesetzen folgt, dass man diese auch beim Erschaffen von Technik und Berechnungen von Ereignissen bedenken muss, leuchtet jedem ein. Dass der Mensch auch Natur ist, wird leicht vergessen.

Michael Fuchs (60) ist General Manager und Obmannstellvertreter des »UBSC Raiffeisen Graz«. Er verantwortet Kaderplanung, sportliche Strategie sowie die Organisation des Profi- und Amateurbereichs. Seit Jahren prägt er die Entwicklung des Grazer Basketballbundesligisten und ist zudem stellvertretender Obmann des Steirischen Basketballverbandes. Außerdem ist er als Medienbeobachter tätig. Er analysiert und überwacht die Medienresonanz, Reputation sowie den PR-Erfolg von Unternehmen über alle relevanten Kanäle hinweg.
Johannes Tandl trifft auf Michael Fuchs
Wer heute mit Michael Fuchs über Basketball spricht, trifft auf einen Basketballbesessenen, der den UBSC Graz entscheidend geprägt hat. Als er um die Jahrtausendwende zum Verein stieß, war der Traditionsklub – gegründet 1956, neu formiert 1977 – sportlich wie organisatorisch ein solider, aber unscheinbarer Teil der Grazer Sportgeschichte. Für Fuchs war dennoch rasch klar, worin der wahre Wert des Vereins liegt. Im Nachwuchs. »Die Nachwuchsarbeit ist unser Fundament«, sagt er. Und dieses Fundament hat er konsequent ausgebaut: Mehr als zwanzig Grazer Schulen besucht der UBSC heute wöchentlich, mit Trainingseinheiten, an denen auch die Profis verpflichtend teilnehmen. Für viele Kinder sei es der erste unmittelbare Kontakt mit Spitzensport. »Wenn ein Athlet mit über zwei Metern plötzlich in der Tür steht, ist das ein prägendes Erlebnis.«
Dass der UBSC lange unter dem Radar operierte, ist für Michael Fuchs aus heutiger Sicht nicht verwunderlich: »Wir waren zwar auch im Jahr 2012 schon im österreichischen Cupfinale, aber der Umzug in den Raiffeisen Sportpark im Jahr 2020 veränderte alles«, erklärt er und ergänzt: »Die neue Halle war ein echter Game Changer«. Wo früher ein paar hundert Besucher in der alten Uni-Halle Platz fanden, füllen heute über 1.000 Menschen regelmäßig die Tribüne. Graz sei ein herausfordernder Sportmarkt, angeführt vom omnipräsenten Fußball und gefolgt vom Eishockey, das drei Heimspiele pro Woche bestreitet. »Aber wir haben uns unseren Platz erarbeitet. Und zwischen den Sportarten gibt es ein beachtlich gutes Miteinander.«
Die Zuschauerzahlen steigen stetig. Rund 750 Besucher sind es im Schnitt. Und es gibt Abende, die selbst Fuchs nach zwei Jahrzehnten nicht loslassen. Anfang Dezember das spektakuläre Spiel gegen Klosterneuburg etwa. Ein Start wie aus dem Lehrbuch – 38:13 nach dem ersten Viertel, 29 Punkte Vorsprung. Dann ein kompletter Einbruch, ein Rückstand vor dem Schlussviertel – und doch noch ein 112:102-Sieg. »So etwas sieht man extrem selten. Es war eines der verrücktesten Spiele in der Geschichte es UBSC.« Sportlicher Erfolg bedeutet beim UBSC allerdings nicht automatisch finanzielles Wachstum. Im Gegenteil. »Wir haben vier Mal nach einem Erfolg weniger Budget gehabt als davor«, sagt Fuchs.
Nach der Vizemeistertitel im Jahr 2024 schrumpften die Mittel sogar um zehn Prozent – eine paradoxe Erfahrung in einer Branche, in der Erfolg normalerweise einen finanziellen Aufschwung bedeutet. Mit 430.000 bis 450.000 Euro sei der Klub einer der kleinsten der gesamten Liga. »Graz ist ein sehr schwieriger Sponsormarkt. Fußball und Eishockey ziehen halt unglaubliche Summen an.«
Der Klub wird von einem Trio geführt: Präsident Johann Simenko, Kassier Walter Brückler und Michael Fuchs. »Wenn einer von uns eine Entscheidung nicht mittragen kann, passiert sie auch nicht.«
Der frühere Unternehmer ist auch sportlich tief involviert, überlässt finale Entscheidungen aber Headcoach Ervin Dragsic und Sportdirektor Karl Sommer. Die Lehren aus dem großen Wettskandal im Jahr 2020 sind übrigens auch heute noch präsent. »Wir schauen heute extrem genau hin«, sagt Fuchs.
Dabei entstehen manchmal unglaubliche persönliche Erfolgsgeschichten. Wie jene von Stanley Whittaker; einst arbeitslos, dann Jugendcoach in Philadelphia, kam er irgendwie in die zweite Liga nach Litauen – aber ohne Starterrolle. Der UBSC verpflichtete ihn für 600 Dollar im Monat plus Kost und Logis. Ein Jahr später spielte er in Russland für eine Million Dollar im Jahr, heute für eine ähnliche Gage in der Türkei. »Eine unfassbare Entwicklung – und ein Beispiel, warum dieser Sport nie aufhört, einen zu überraschen.«
Trotz oder wegen all der aufgebauten Strukturen denkt Fuchs an Rückzug: »Meine Mission ist erfüllt«, sagt er und zählt auf: Akademie, Future Team, rund 240 Jugendliche, Schulprojekte, nationale Titel. »Mehr ist in Graz mit unserem Budget nicht möglich.« Was ihn trotzdem hält, ist die Sorge um seine Nachfolge. »Ich hoffe auf jemanden mit finanziellem Background und echter Basketball-Leidenschaft. Ich würde die Übergabe sogar kostenlos begleiten.«
Zum Basketball kam Fuchs schon früh als Spieler, bis ihn eine Knieverletzung in der zweiten Liga stoppte. Geblieben ist seine Leidenschaft – und sein Verständnis für die mentale Seite des Sports. »Viele scheitern nicht am Talent, sondern am Mindset«, sagt er. Ein guter Manager müsse das erkennen. Bei Fuchs jedenfalls spürt man, dass er es tut – seit nunmehr über zwanzig Jahren. n

Dr. Carola Payer betreibt in Graz die »Payer und Partner Coaching Company«. Sie ist Businesscoach, Unternehmensberaterin und Autorin. payerundpartner.at
Dezember ist Inventurzeit. Nicht nur in Lagerhallen und Buchhaltungen, sondern zunehmend auch in den Köpfen der Führungskräfte. Während Zahlenkolonnen abgeschlossen werden, drängt sich eine unbequeme Frage auf: Sind wir eigentlich noch so aufgestellt, dass wir morgen bestehen, oder verwalten wir nur noch das Gestern? In einer Wirtschaftswelt, die sich schneller dreht als die Weihnachtsbeleuchtung im Kaufhaus, wird klar: Führung ist längst kein stabiler Zustand mehr, sondern ein permanenter Balanceakt. Reflexionsfähigkeit und professionelles Coaching erleben deshalb einen bemerkenswerten Aufschwung, nicht als »Nice to have«, sondern als strategische Schlüsselkompetenz.
Wenn Druck zum Dauerzustand wird
Inflation, geopolitische Spannungen, Fachkräftemangel, Künstliche Intelligenz (KI), Transformation auf allen Ebenen – die Liste der aktuellen Herausforderungen liest sich inzwischen wie ein Branchenkrimi. Abwarten, aussitzen oder auf ruhigere Zeiten hoffen, ist dabei heutzutage keine valide Strategie mehr. Führungskräfte, Teams und Mitarbeitende müssen gleichzeitig priorisieren, entscheiden, kommunizieren, stabilisieren und innovieren.
Der eigentliche Engpass ist dabei selten fehlendes Wissen, sondern fehlende Zeit und Fähigkeit zur Reflexion. Coaching schafft genau diesen Raum. Nicht in mehrtägigen Workshops fernab der Realität, sondern in Formaten, die auch im dichten Tagesgeschäft funktionieren. Gerade im Dezember, wenn operative Hektik Hochsaison hat, zeigt sich, wie entscheidend mentale Stabilität und Klarheit tatsächlich sind. Unternehmen beginnen zu erkennen: Prozesse lassen sich nur so weit optimieren wie die Menschen, die sie tragen.
Präsenz und innere Ruhe – die neue harte bzw. weiche Währung
Ein Trend zeichnet sich deutlich ab: Präsenz und innere Ruhe sind zur Führungswährung geworden. Manager sind heute nicht nur für Zahlen verantwortlich, sondern auch für Haltung. Wer selbst im Dauerstressmodus läuft, kann kein stabiles Umfeld schaffen. Coaching hilft, individuelle und kollektive Stress- und Wahrnehmungsmuster sichtbar zu machen. Weiters Tatkraft und Ruhe wieder ins Gleichgewicht zu bringen und emotionale Reaktionsketten zu unterbrechen. In Teams bedeutet das, we-
Marija Kanizaj, Nike Payer
Fotos:
»Wer führen will, ohne sich selbst zu hinterfragen, wird früher oder später vom Wandel überholt.«
CAROLA PAYER
niger Jammern, Schuldzuweisungen, weniger Opferhaltung, dafür mehr Selbstwirksamkeit und Verbundenheit. Energie wird nicht mehr im wilden Ritt durch die Herausforderungen verbrannt, sondern bewusst eingesetzt. Teams, die sich gegenseitig stärken statt auszehren, entwickeln Resilienz, und bleiben auch unter Druck arbeitsfähig.
Struktur folgt Bewusstsein
Die massiven Veränderungen im wirtschaftlichen Umfeld zwingen Unternehmen dazu, Strukturen und Prozesse neu zu denken. Rollen, Funktionen und Führungsprinzipien stehen auf dem Prüfstand. Das erfordert innere Agilität und die Bereitschaft, liebgewonnene Komfortzonen zu verlassen. Digitalisierung, KI und automatisierte Workflows bieten enorme Chancen, entfalten ihre Wirkung aber nur dort, wo experimentiert werden darf. Coaching unterstützt dabei, Veränderungsbereitschaft zu fördern, Widerstände sichtbar zu machen und produktiv zu nutzen. Nicht jeder Widerstand ist ein Problem, oft ist er ein wertvoller Hinweis darauf, was noch nicht verstanden oder integriert wurde.
Vom Ansagen zum Dienen
Der vielleicht tiefgreifendste Wandel zeigt sich im Führungsstil. Klassische Hierarchien verlieren an Wirkung, »Servant Leadership« gewinnt an Bedeutung. Führung bedeutet zunehmend, Rahmenbedingungen zu schaffen, statt Lösungen vorzugeben. Orientierung zu geben, statt Kontrolle auszuüben. Coaching unterstützt Führungskräfte dabei, diese Rolle bewusst einzunehmen, mit Klarheit, Selbstreflexion und einer Prise Humor über die eigene Unvollkommenheit. Wer führen will, ohne sich selbst zu hinterfragen, wird früher oder später vom Wandel überholt.
Organisationscoaching ist kein Luxus für gute Zeiten. Es ist ein strategisches Instrument für unsichere Märkte. Unternehmen, die Reflexion, Gewahrsein und bewusste Führung fördern, verschaffen sich einen entscheidenden Vorteil: Sie bleiben handlungsfähig, während andere noch reagieren. Um es weihnachtlich zu formulieren: Wer im Dezember nur die Bilanz schließt, verschenkt Potenzial. Wer auch die eigene Führung reflektiert, investiert nachhaltig ins kommende Jahr. n

August Schmölzer ist
Das Glückshormon Dopamin wird im Hirn ausgschüttet und schon wolln wir noch mehr, nur wissen wir nicht, wos.



Fotos: Andreas Pankarter
Liebe Steirer und Innen! Liebe Freunde, es grüßt Euch Sepp Oberdengler zur letzten Fazit Umschau im Jahr 2025. War es ein gutes Jahr? Net wirkli, es bleibt spannend und seehr gefährlich. Ein besonders gefährliches Phänomen ist unser Überdruss.
Wir haben alles, doch irgendwos föhlt uns, wissen aber net, wos, es juckt, also zündeln wir. Wenn‘s dem Esel zu gut geht, geht er aufs Eis tanzen. Es müsst halt wieder was passieren, a so a richtiger Krocher? Mir san mit drei Autos, vier Fernseher, zwa Urlaube, sauteuren Klamotten und dem ganzen Luxus trotzdem allem überdrüssig. Gourmetlebensmittelmärkte san überfüllt. Spitzenrestaurants san ausgebucht, leistbare Gasthäuser gibt’s eh kaum mehr. Im Volksmund heißt schoppen »schoupen«, Gänse oder Hühner mit Mais vollstopfen, damit sie schneller fetter werden. Wir schoupen uns sölba. Das Glückshormon Dopamin wird im Hirn ausgschüttet und schon wolln wir noch mehr, nur wissen wir nicht, wos. Wir werden zwar fetter, aber wachst auch unser Geist? Die Regierung hat da noch sehr, sehr viel Luft nach oben. Der Volkskanzler wusste genau, er müsste liefern, aber das kann momentan niemand, deshalb hat er den Schwanz eingezogen. Mit der Bewirtschaftung der Bürgerwut is er in der Opposition erfolgreicher und die rechten Bewegungen weltweit stärken ihn. Die steirische Landesregierung beschneidet unter dem Vorwand des Sparens viele notwendige NGOs vor allem im sozialen und kulturellen Bereich finanziell bis zur Unkenntlichkeit und der Landeshauptmann flaniert unschuldig lächelnd durchs Land.
Das in einer Zeit, wo ein angstvolles Europa 400 Kilometer weiter die Ukraine gegen die
Wand fahrn losst. Und wo der amerikanische Psychopath mit seiner Sicherheitsstrategie gegen die EU um den russischen Gröfaz 2.0 wie ein Verliebter herumschwänzelt. Und wo Europa eifernd zuschaut. In der Autoindustrie, der Energie, im digitalen Bereich wurde wie in Deutschland auch bei uns das meiste verschlafen, aus Überdruss! Mia san mia ... und plötzlich flitzt die Weltwirtschaft an uns vorbei. Ja dürfens denn dos? Die Wirtschaftskammer wollte ... und die Ärztekammer hat Supergagen, es is zum Speiben.
Drei Wünsche hab ich ans Christkindl, erstens: Nach der SOS-Kinderdorf-Sauerei österreichweit die präventive Überprüfung oller Einrichtungen, denen Kinder anvertraut sind. Zweitens: Bitte viel mehr Hirn und Herzensbildung! Und drittens: Lass uns bald wieder kochte Erdäpfeln nur mit Solz und an Salat mit Mostessig und Kernölsalat essn. Das wär a »fin dining Kik«!
Wie hot der olte Prälat Öttinger gsagt: »Lieber Gott, gib uns die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die wir nicht ändern können. Lieber Gott gib uns den Mut und die Kraft, Dinge zu ändern die wir ändern können. Und lieber Gott gib uns die Weisheit, das eine vom Anderen zu Unterscheiden.« In diesem Sinne Euch allen ein frohes Fest und an guatn Rutsch! Wie heißts am Tog der unschuldigen Kinder, »Net klunzn, net klogn, bis i wieder kum schlogn!« Also bis Anfang 2026 zum nächsten Fazitmagazin. Euer Sepp Oberdengler.
Noch ans! Ich lade euch zur Lebensmittelkette am 23. 12. beim Schulzentrum in Weiz, in der Dr.-Widdmann-Straße 40 um acht Uhr ein! 1000 Jugendliche stellen sich mit einer Lebensmittelkette gegen die unmenschlichen Sozialsparaktionen der Landesregierung.
PS. Aber aufpassen! Der Teif’l schloft net!
Sie möchten Sepp Oberdengler im Radio hören? Jeden ersten Sonntag im Monat gibt es nach den Kirchenglocken um 12.15 Uhr auf Radio Steiermark eine neue Folge. Auch als Podcast. Die aktuelle Programminformation finden Sie auf steiermark.orf.at


Die Grazer Bestattung ist 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche für Sie unter 0316 887-2800 erreichbar.
Zu jeder Zeit.
grazerbestattung.at



Die Grazer Bestattung begleitet seit 130 Jahren Menschen in ihren schwersten Stunden, auch und gerade rund um Weihnachten: Wir sind für Sie da. An jedem Tag, zu jeder Zeit.
Wenn überall festliche Stimmung einzieht, denken wir besonders an jene Menschen, die heuer nicht mehr mit ihren Liebsten feiern können. Wir denken an alle, die einen lieben Menschen verloren haben, und wünschen Ihnen, dass aus Ihrer wichtigen und notwendigen Trauer eines Tages Kraft, Zuversicht und liebevolle Erinnerung erwachsen. In der 130-jährigen Geschichte der Grazer Bestattung haben wir viele Schicksalsschläge miterlebt. Umso dankbarer sind wir für das Vertrauen, das Sie uns entgegenbringen. Wir betrachten es als großes Privileg, seit so langer Zeit die Hinterbliebenen in unserer Stadt begleiten zu dürfen und den Verstorbenen einen würdigen Abschied bereiten zu können. So schwer die Trauer gerade zur Weihnachtszeit wiegt, umso schwerer ist es, gerade zu dieser Zeit einen geliebten Menschen zu verlieren.
Die Grazer Bestattung ist deshalb immer für Sie da. Wir werden jeden Tag aufs Neue dem Vertrauen gerecht, das uns entgegen gebracht wird. Warum? Weil wir für alle da sind. Weil Sie sich bei uns darauf verlassen können, die besten Angebote zu fairen Preisen zu erhalten. Weil wir überzeugt sind, dass ein Abschied in Würde für alle Menschen möglich sein muss. Weil wir darum mit unseren Feuerbestattungen würdevolle Verabschiedungen für alle ermöglichen. Weil Ihre Angehörigen in unserem eigenen Krematorium kremiert werden und darum ein Herumführen nach der Verabschiedung nicht notwendig ist. Und weil wir seit 130 Jahren Ihr erfahrener Partner für alle Religionsgemeinschaften an allen 14 Grazer Friedhöfen sind. In der stillsten Zeit, in der schwersten Zeit: Ihre Grazer Bestattung.
Nummer 1
Feuerbestattung der Steiermark und einzige mit eigenem Krematorium in Graz
Kein Herumführen der Verstorbenen nach der Verabschiedung
Bester Service ohne versteckte Zusatzkosten und Gebühren

„Geschenk vom Christkind“ in Leoben
Die Weihnachtspackerl-Aktion „Geschenk vom Christkind“, die die Stadt Leoben seit 2022 mit der Bezirksstelle des Roten Kreuzes durchführt, hat auch heuer breiten Zuspruch gefunden: Mehr als 300 liebevoll verpackte Geschenke wurden abgegeben. Die Spenden wurden nun von Bgm. Kurt Wallner und Claudia Leeb, Leiterin des Sozialreferates, an Josef Himsl, Bezirks-GF des Roten Kreuzes Leoben, überreicht. Wallner dankt der Bevölkerung herzlich für ihr Engagement: „Jedes einzelne Packerl steht für ein Stück Hoffnung und Wärme. Mein Dank gilt allen, die mitgemacht haben und damit Kindern in Leoben ein frohes Weihnachtsfest ermöglichen. Herzlich danken möchte ich auch den Mitarbeiterinnen im Referat Soziales und dem Roten Kreuz.“


Energieeffizient und zukunftsorientiert Rund 200 Teilnehmer nutzten heuer die Gelegenheit, sich am 26. November bei der fünften Gemeindekonferenz für Energie und Klima im Forumkloster Gleisdorf aus erster Hand über aktuelle Entwicklungen im Energie- und Klimabereich zu informieren. Gemeinsam mit Bgm. Christoph Stark und Energie-Agentur-Steiermark-GF DI Dieter Thyr eröffnete LR.in Simone Schmiedtbauer die Veranstaltung und unterstrich die Bedeutung der engen Zusammenarbeit zwischen Gemeinden, dem Land sowie Wirtschaft und Industrie. „Die Energiewende ist nicht nur ein ökologisches Zukunftsprojekt, sie bietet enorme wirtschaftliche Chancen – gerade für den ländlichen Raum. Ich setze mich dafür ein, dass wie diese Potenziale bestmöglich nutzen“, betonte Schmiedtbauer.
Auch 2025 steht wieder ein neues, eindrucksvolles Kunstwerk aus kristallklarem Eis im Grazer Landhaushof – gestaltet vom renommierten finnischen Eiskünstler Kimmo Frosti und seinem Team. Insgesamt verarbeitete das siebenköpfige Team für die Eiskrippe rund 180 kleine und 12 große Eisblöcke, was einem Gesamtgewicht von etwa 34 Tonnen entspricht. Die Eiskrippe im Landhaushof ist seit 1996 ein kulturelles Aushängeschild des Grazer Advents und zählt mit jährlich mehr als 160.000 Besuchern zu den beliebtesten Attraktionen der Vorweihnachtszeit“, betont Wirtschaftsstadtrat Kurt Hohensinner. „Ich freue mich, dass wir diese besondere Tradition dank der guten Zusammenarbeit mit dem Tourismusverband Region Graz auch heuer fortsetzen können.“
Die Koralmbahn ist eine Jahrhundertchance
Am 12. Dezember war der große Tag: In Graz und Klagenfurt wurde die Koralmbahn feierlich eröffnet. Ein Jahrhundertprojekt, mit dem für die Steiermark und Kärnten viele Chancen verbunden sind und damit ein starker Impuls für einen gemeinsamen Wirtschaftsraum. Schließlich erstreckt sich die AREA SÜD über ein knappes Drittel der Fläche Österreichs, rund 1,8 Millionen Menschen leben hier. Der Wirtschaftsraum umfasst mehr als 50.000 Arbeitgeberbetriebe mit 730.000 Beschäftigten und erbringt eine Wirtschaftsleistung von knapp 70 Mrd. Euro. Aus diesem Grund haben die beiden Wirtschaftskammern Steiermark und Kärnten die Dachmarke „AREA Süd“ initiiert. „Für den Süden Österreichs ist das eine Jahrhundertchance“, betonen die beiden Präsidenten Josef Herk und Jürgen Mandl. Diese Chance gelte es zu nutzen.

Jakob Zimmermann (Senior Manager Network & Fleet BA Euroflyer) und Airport Graz-GF Wolfgang Grimus (2.v.r.) schnitten die Torte zum Erstflug an.
Seit 21. November verkehrt die British-Airways-Tochter BA Euroflyer dreimal wöchentlich – montags, mittwochs und freitags – nonstop zwischen Graz und London.
Mit der neuen Direktverbindung zwischen Graz und London Gatwick erhält der Wirtschaftsstandort Steiermark einen bedeutenden Impuls. Für exportorientierte Betriebe, international tätige Leitunternehmen sowie für den Wissenschafts- und Forschungsstandort eröffnet die Flugverbindung völlig neue Perspektiven. Die Steiermark erwirtschaftet rund jeden zweiten Euro im Ausland, entsprechend hoch ist der Bedarf an internationaler Anbindung. Vertreter aus Politik und Wirtschaft betonten beim Erstflug die strategische Bedeutung der Verbindung für Geschäftsreisen, Investitionen und internationale Kooperationen.
Flughafen Graz im Aufwind
Auch der Flughafen Graz profitiert nachhaltig: Die London-Verbindung erhöht die Attraktivität des Airports für Unternehmen, stärkt seine Position als regionales Dreh-
kreuz und erweitert das Einzugsgebiet –nicht zuletzt mit Blick auf die Koralmbahn. Damit rücken Steiermark und Kärnten näher zusammen, was weitere wirtschaftliche Effekte erwarten lässt. Neben dem klassischen Geschäftsreiseverkehr spielt auch das Segment „Visit Friends & Relatives“ eine wichtige Rolle. Internationale Fachkräfte, Studierende und ihre Familien erhalten eine unkomplizierte Reisemöglichkeit, was die Standortqualität zusätzlich hebt. Gleichzeitig werden neue Impulse für Tourismus, Handel und Dienstleistungssektor erwartet. Britische Gäste gelten als kaufkräftig und reisefreudig; gezielte Marketingmaßnahmen sollen Graz und die Region als attraktives Reiseziel positionieren. Insgesamt setzt die neue Fluglinie ein klares Signal: Graz stärkt seine internationale Vernetzung und positioniert sich weiter als wettbewerbsfähiger Wirtschaftsstandort im Süden Österreichs.

Wolfgang Grimus, GF des Flughafen Graz
Was bedeutet es für den Flughafen Graz, endlich wieder eine Direktverbindung nach London anzubieten?
Die drei wöchentlichen Linienflüge mit BA Euroflyer nach London Gatwick sind für Wirtschaft, Industrie und Tourismus enorm wichtig. So profitieren von der neuen Flugverbindung Geschäftsreisende, aber auch Urlaubsgäste, die die landschaftliche, kulturelle und kulinarische Vielfalt der Steiermark entdecken oder in die Metropole London eintauchen möchten. Zusätzlich erhalten unsere Fluggäste Zugang zu Anschlussflügen zu ausgewählten Langstreckenzielen und einer zweiten Luftfahrtallianz.
Welche Urlaubsdestinationen sind in der Winterhalbjahreszeit von Graz aus besonders beliebt?
Das sind drei Segmente zu nennen: Die Badeklassiker Antalya, Gran Canaria, Hurghada und Teneriffa. Weiters Städteflüge wie z. B. Hamburg, Berlin, Istanbul und London. Besonders beliebt sind derzeit auch Fernreisen. Mit unseren guten Anschlüssen zu den sechs großen Umsteigeflughäfen Frankfurt, München, Wien, Zürich, Düsseldorf und Istanbul geht es schnell in jede Richtung und auf jeden Kontinent. Mehr als 200 Ziele können somit nur mit einmal Umsteigen erreicht werden.
Welche Pläne und Neuigkeiten bringt das kommende Jahr für den Flughafen Graz?
Wir arbeiten derzeit intensiv am kommenden Sommerflugplan mit rund 35 Destinationen. Abseits des Fluggeschäfts beschäftigt uns unter anderem eine große PV-Anlage, die in den kommenden Jahren auf den Freiflächen entstehen soll.
Unsere Landwirtschaft und die Menschen, die dahinterstehen, verdienen mehr Anerkennung waren sich die die Teilnehmer des RLB-Agrarsymposions einig.

Die Landwirtschaft steht im Zentrum ökologischer und gesellschaftlicher Fragen – aber zwischen ihrer Leistung und der Anerkennung dafür klafft eine große Lücke. Dieses Thema bewegte rund 500 Landwirte und Vertreter aus der Politik beim diesjährigen RaiffeisenAgrarsymposium am 5. Dezember in der RLB Steiermark.
Die Landwirtschaft ist ein zentraler Wirtschaftsfaktor und trägt maßgeblich zur regionalen Wertschöpfung bei. Dennoch bleibt die finanzielle Anerkennung oft hinter der gesellschaftlichen Wertschätzung zurück“, bringen es RLB-AR-Präs. Josef Hainzl und Generaldirektor Martin Schaller in der Begrüßung auf den Punkt. Tatsächlich zeigen aktuelle Erhebungen wieder eindringlich, dass nur ein geringer Anteil des Konsumentenpreises bei den landwirtschaftlichen Erzeugerbetrieben ankommt. Eine Situation, die langfristig nicht tragfähig ist –weder für die bäuerlichen Familienbetriebe noch für die Stabilität regionaler Wirtschaftskreisläufe.
Im Spannungsfeld der Erwartungen
Gleichzeitig steigen die Erwartungen an die Landwirtschaft kontinuierlich: höhere Umweltstandards, mehr Tierwohl, Klimaschutz, Biodiversität, Transparenz und Nachvollziehbarkeit. „Aber echte Wertschätzung entsteht erst, wenn sich Anspruch und Anerkennung die Waage halten“, betont Maria Pein von der Landwirtschaftskammer. Ihre Forderung ist klar: Wer Qualität, Nachhaltigkeit und Regionalität verlangt, muss auch bereit sein, diese Leistungen angemessen zu honorieren.
Höhere Sichtbarkeit schaffen
Neben der Möglichkeit zur Vernetzung begab man sich beim Agrarsymposium gemeinsam mit den Gästen auf die Suche nach Lösungsansätzen. Ein zentraler Faktor liegt dabei in der Sichtbarkeit. Viele Leistungen der Landwirtschaft bleiben im Alltag unsichtbar – vor allem in städtischen Räumen. „Unsere Landwirte leisten Enormes – Tag für Tag, oft still und im Hintergrund. Wenn wir unsere Geschichten erzählen, entsteht dort, wo Wert entsteht, auch Wertschätzung“, sagt die Landwirtin Michaela Sandmayr. Ge-
rade im digitalen Zeitalter könne gezielte Kommunikation Brücken zwischen Produzenten und Konsumenten bauen und Verständnis für komplexe Zusammenhänge schaffen.
Verantwortung des Handels Wertschätzung für die Landwirtschaft beginnt bei bewussten Kaufentscheidungen, setzt sich in fairen Rahmenbedingungen fort und endet bei einer ehrlichen gesellschaftlichen Debatte über den Wert von Lebensmitteln. Sie ist kein Kostenfaktor, sondern eine Investition in Stabilität, Nachhaltigkeit und wirtschaftliche Zukunftsfähigkeit. Auch der Handel spielt eine entscheidende Rolle. Regionale Partnerschaften, langfristige Abnahmeverträge und transparente Herkunftskennzeichnung können Wertschöpfung im Land halten. „Landwirtschaft ist weit mehr als die Produktion von Lebensmitteln – sie prägt Regionen, Identität und Lebensweise“, erklärt SPAR-Steiermark-GF Christoph Holzer. Die Zunahme von regionalen Produkten im Warenangebot sei ein klares Bekenntnis zur Zusammenarbeit auf Augenhöhe.
Mehr Selbstbewusstsein
Aus Sicht der Gesamtwirtschaft ist die Bedeutung der Landwirtschaft unbestritten. „Die Bäuerinnen und Bauern sichern die Grundversorgung, pflegen die Landschaft und stellen Rohstoffe für Industrie und Energie bereit“, unterstreicht AK-Präs. Josef Pesserl. Diese Leistungen seien kein romantisches Beiwerk, sondern ein essenzieller Bestandteil der volkswirtschaftlichen Wertschöpfung. Nicht zuletzt braucht es mehr Selbstbewusstsein innerhalb der Branche. „Tue Gutes und sprich darüber – oder poste es“, formuliert Medienvertreter Wolfgang Schaller pointiert. Sichtbarkeit, Dialog und Offenheit seien Voraussetzung dafür, gesellschaftliche Anerkennung langfristig zu stärken.
WKO-Präs. Josef Herk und WKODir. Karl-Heinz Dernoscheg fordern:
„Es braucht seitens der Politik eine Kurskorrektur des Hausverstands.

Die Stimmung in der steirischen Wirtschaft bleibt trotz vereinzelter Hoffnungsschimmer gedrückt, von einer nachhaltigen Erholung zeigt sich keine Spur. Das aktuelle Wirtschaftsbarometer zeigt deutlich: Die Unternehmen kämpfen mit hohen Kosten und schwacher Nachfrage.
Für WKO-Steiermark-Präs. Josef Herk und Dir. KarlHeinz Dernoscheg ist klar, dass diese Situation ohne entschlossenes politisches Handeln nicht zu bewältigen ist. „Leider haben sich die leicht positiven Einschätzungen der Sommerumfrage nicht verfestigt, die Erholungstendenzen bleiben zögerlich“, bringen sie die Lage auf den Punkt.
Hohe Arbeits- und Energiekosten Besonders belastend wirken die hohen Arbeitskosten . Für viele Betriebe sind sie längst zu einem zentralen Wettbewerbsnachteil geworden. „Die Sicherung des Standorts muss für die Politik oberste Priorität haben“, betont Herk. Konkret fordert die Wirtschaft eine spürbare Entlastung des Faktors Arbeit – etwa durch steuer- und abgabenfreie Lohn- und Gehaltserhöhungen“, so die WKO-Spitze. Ein zentrales Thema sind die Energiekosten: Teure Energie schlägt sich direkt in höheren Preisen, geringerer Profitabilität und sinkender Investitionsbereitschaft nieder. „Wir brauchen – wie von der Bundesregierung angekündigt – eine spürbare Senkung der Energiekosten“, fordert Dernoscheg. Dazu zählen eine Energiepreisbremse für energieintensive Unternehmen ebenso wie einheitliche und wettbewerbsfähige Netzkosten in ganz Österreich. Energie dürfe nicht länger ein Standortnachteil sein, sondern müsse planbar und leistbar werden.
Weniger Bürokratie und Arbeitsmarktreform Ebenso dringlich ist eine Entbürokratisierungsoffensive Langwierige Verfahren bremsen Projekte und blockieren Investitionen. „Wir müssen Investitionen durch raschere Ge
nehmigungsverfahren und weniger Bürokratie fördern“, sagt Herk. Gerade angesichts knapper öffentlicher Mittel sei das die effizienteste Form der Wirtschaftsförderung: „Sie kostet kein großes Geld, sondern nur den entsprechenden politischen Willen.“ Die WKO Steiermark habe gemeinsam mit der Industriellenvereinigung und der Universität Graz bereits eine umsetzungsfertige Handlungsanleitung zur Verfahrensbeschleunigung vorgelegt – nun sei die Politik am Zug. Auch der Arbeitsmarkt braucht Reformen. Trotz schwacher Konjunktur bleibt der Fachkräftemangel ein strukturelles Problem, gleichzeitig steigen die Belastungen für das Sozialsystem. Die WKO fordert daher eine nachhaltige Pensionsreform nach dem Vorbild des dänischen Modells. Ziel müsse es sein, Arbeitskräfte länger im Erwerbsleben zu halten und Qualifikationen gezielt weiterzuentwickeln.
Ein besonderes Augenmerk legen Herk und Dernoscheg zudem auf die Chancen durch die Koralmbahn. Mit ihr entsteht entlang der Achse Graz–Klagenfurt der zweitgrößte Ballungsraum Österreichs. „Nun gilt es, eine gemeinsame regionalpolitische Agenda umzusetzen, um diesen Wirtschaftsraum zu einem Vorzeigestandort in Europa zu machen“, betonen sie. Diese Agenda reiche vom Arbeitsmarkt über Infrastruktur und Innovation bis hin zu einer gemeinsamen Vermarktung unter der Dachmarke Area Süd. Unterm Strich ist die Botschaft der steirischen Wirtschaft eindeutig: Die Herausforderungen sind bekannt, die Lösungen liegen auf dem Tisch. Was es jetzt braucht, sind Mut zur Reform, Tempo in der Umsetzung und ein klares Bekenntnis zum Wirtschaftsstandort.
Ein Gastkommentar von Johannes Resch

Seit fast fünfzig Jahren ist der Klimawandel bekannt. Seit fast fünfzig Jahren wissen wir, was passiert – und seit fast fünfzig Jahren tun wir zu wenig. Wissen war nie das Problem. Feigheit schon eher. Seit Beginn der industriellen Revolution verbrennen wir Kohle, Erdöl und Erdgas, als gäbe es kein Morgen. Die Folge sind Milliarden Tonnen CO₂ in der Atmosphäre, gespeicherte Sonnenenergie und ein Planet, der sich schneller erwärmt, als unsere Politik reagieren kann.
Das Pariser Klimaabkommen sollte den Temperaturanstieg auf 1,5 Grad begrenzen. Dieses Ziel ist Geschichte. Nicht, weil es unerreichbar gewesen wäre, sondern weil wir zu bequem, zu langsam und zu konfliktscheu waren. In Mitteleuropa liegen wir bereits bei rund zwei Grad Erwärmung. Die Rechnung flattert nun ins Haus: Hitzewellen, Hochwasser, Dürre. Allein 2024 verursachten diese Extremereignisse in Europa Schäden von über 18 Milliarden Euro. Die Folgekosten steigen. Der politische Wille sinkt. Und wir machen weiter wie bisher. Der ungebremste
Die siebente Todsünde
Verbrauch fossiler Energien treibt uns geradewegs in gefährliche Kipppunkte: tauende Permafrostböden, frei werdendes Methan – ein Treibhausgas, das den Klimawandel massiv beschleunigt. Ab diesem Punkt wird nicht mehr gestaltet, dann läuft das System von selbst. Physik ersetzt Politik. Verantwortung wird durch Naturgesetze exekutiert.
von ihm überrollt werden. Stillstand ist in der Klimakrise nichts anderes als aktives Versagen. Trägheit tarnt sich dabei gerne als Vernunft. Als angeblicher Ausgleich zwischen Ökonomie und Ökologie, zwischen Zumutbarkeit und Machbarkeit. In Wahrheit ist sie oft nichts anderes als Angst vor Konflikten. Angst vor Wählern, vor Schlagzeilen, vor kurzfristigen Verwerfungen. Also wird vertagt, abgeschwächt, relativiert. Klimapolitik wird zur Übung in Symbolik, nicht zur Frage von Konsequenz. Man beschließt Ziele, aber scheut die Mittel. Man feiert Zwischenberichte, während die Emissionen weiter steigen. Und man redet sich ein, dass ein bisschen langsamer Wandel schon reichen werde. Doch das Klima verhandelt nicht. Es kennt keine Übergangsfristen, keine Ausnahmen und keine Koalitionslogik. Es reagiert schlicht auf das, was wir tun – oder unterlassen. Wer heute noch glaubt, man könne Zeit gewinnen, indem man nichts entscheidet, wird feststellen: Zeit ist genau das, was wir verlieren. Trägheit ist damit keine Todsünde aus alten Zeiten, sondern das prägende Laster unserer Gegenwart. Sie wirkt leise, bequem und scheinbar rational – und zerstört genau deshalb unsere Zukunft. Jetzt! n Trägheit.
Heute leben 8,2 Milliarden Menschen auf dieser Erde. Rund eine Milliarde davon wird bei einem Meeresspiegelanstieg von etwa einem Meter in den kommenden Jahrzehnten ihre Heimat verlieren. Das ist keine ferne Zukunft. Das ist die Lebenszeit unserer Kinder. Und es ist ein Versagen auf Raten. Die Alternativen liegen seit Jahren auf dem Tisch: Wind, Wasser, Sonne, Biomasse. Diese Technologien wurden in Europa und den USA entwickelt. Und trotzdem haben wir sie verspielt. Denn die Zukunft ist elektrisch – und sie findet ohne Europa statt.
China hat verstanden, was hier auf dem Spiel steht. Mit langfristigen Strategien, massiven Investitionen und einem autoritären System ohne lähmende Debatten hat es die Führung bei Batterien, Photovoltaik, Halbleitern und E-Mobilität übernommen. Europa hingegen diskutiert. Seit Jahren. Über Details. Über Ausnahmen. Über Rückschritte. Man könnte meinen, Zeit sei eine verhandelbare Größe. Österreich spielt brav mit. Wir subventionieren Pendlerpauschale und Dieselprivileg mit rund einer Milliarde Euro pro Jahr. Wir importieren Erdöl um etwa sieben Milliarden Euro und Erdgas um weitere 2,2 Milliarden Euro – Geld, das wir Jahr für Jahr außer Landes tragen. Gleichzeitig steuern wir sehenden Auges auf milliardenschwere Strafzahlungen zu, weil wir unsere eigenen Klimaziele verfehlen. Warum ändern wir das nicht? Weil politische Trägheit bequemer ist als Veränderung. Weil kurzfristige Interessen lauter sind als langfristige Verantwortung. Weil Stillstand niemandem wehtut – außer allen, die nach uns kommen.
Doch jedes weitere Jahr fossiler Energie ist ein verlorenes Jahr. Der Wandel kommt. Die Frage ist nur, ob wir ihn gestalten oder
Johannes Resch (56) ist Tierarzt und lebt mit seiner Familie in Pirching bei Gleisdorf. Er ist engagierter Umweltschützer.
Sie erreichen den Autor unter redaktion@wmedia.at
Stellvertretend für viele Geehrte der Fachgruppe Persönlichen Dienstleister feierten ua. auf der Bühne: Nicole Zöscher, Susanne und Franz Cerncic, sowie Martina König

Am 24. November, exakt einen Monat vor Weihnachten, lud die Fachgruppe der persönlichen Dienstleister der WKO Steiermark ihre Mitglieder zur bereits 4. Gala ein.
Die Fachgruppen-Obfrau Ingrid Karner und ihr Team begrüßten 130 Mitglieder in der Seifenfabrik. Der festliche Rahmen bot nicht nur Gelegenheit zum geselligen Feiern und zum fachlichen Austausch, sondern auch zur Anerkennung langjähriger unternehmerischer Leistungen: Fünf Unternehmer und Unternehmerinnen erhielten ihre für viele Jahre lange erfolgreiche Tätigkeit in ihren jeweiligen Arbeitsbereichen Urkunden überreicht. Den Humanenergetikern Beate Dimai, Reinhard Franz Freitag und Maria Peßl wurde zu 25 Jahren unternehmerischer Leistung gratuliert. Das 30-jährige Jubiläum feierten die Humanenergetikerin Regina Anna Pitscheneder und der Raumenergetiker (Radiästhesie) Peter Pock.
Auszeichnungen für QM-Absolventen
Weiter im Programm ging es mit den Ehrungen für die Ausbildungsprogramme, so Karner: „Im heurigen Jahr haben wir bereits 65 Zertifikate an Absolventen und Absolventinnen des Qualitätsmanagement-Programms ‚Berufliche Sorgfalt‘ verliehen. Dieses Ausbildungsprogramm, ursprünglich für den Bereich Humanenergetik ins Leben gerufen, wurde inzwischen auf die Bereiche Tier- und Raumenergetik sowie Farb-, Typ-, Stil- und Imageberatung ausgeweitet. Im kommenden Jahr wird die Ausbildung auch auf die Berufszweige Astrologie und Tierdienstleistung erweitert – ein nächster Schritt, um die Qualität in diesen Berufen sichtbar zu machen“, freut sich FGO Ingrid Karner. Ein großer Erfolg: In der Steiermark haben bereits 630 Mitglieder das QM-Programm absolviert, österreichweit wurden rund 4.000 Zertifikate vergeben. Für die kommenden Jahre
setzt sich die Fachgruppe die Ziele, die Qualität der Dienstleistungen der Mitglieder noch stärker in der Öffentlichkeit sichtbar zu machen, kantigeres Auftreten und das Aufzeigen von Ungleichbehandlungen. „Vor allem im Bereich der Humanenergetik möchten wir auf Augenhöhe mit anderen gesundheitsnahen Berufsgruppen gesehen werden“, so FGO Karner.
FGO Ingrid Karner (2.v.r) und GF Barbara Bammer (1.v.r) gratulieren Beate Dimai (3.v.r) mit ihrer Familie zum 25-Jahr- Firmenjubiläum.

Die Landwirte Josef und Markus Schusteritsch aus dem steirischen Gössendorf wurden mit der SPAR-Obst- und Gemüseprämie ausgezeichnet.

Das Handelsunternehmen SPAR setzt ein starkes Zeichen für Qualität und Regionalität in der Landwirtschaft: Erstmals wurde heuer die neue Obst- und Gemüseprämie für die Jahre 2024 und 2025 vergeben.
Die Prämie wird künftig alle zwei Jahre ausbezahlt und ist Teil des neu überarbeiteten SPAR-Qualitätsprogramms für Obst und Gemüse. Analog zur erfolgreichen Eierprämie (seit 2010) ist es ihr Ziel, herausragende Qualitätsarbeit sichtbar zu machen und gezielt zu fördern. Insgesamt wurden heuer mehr als 243.000 Euro Prämie an Obst- und Gemüse-Bauern in ganz Österreich ausgezahlt, davon gingen 86.500 Euro an Landwirte aus der Steiermark.
Strenge Qualitäts- und Herkunftskriterien
Das 5-Punkte-Qualitätsprogramm SPAR Obst & Gemüse stellt folgende Kriterien in den Mittelpunkt: Transparenz und Nachvollziehbarkeit; so wenig Pflanzenschutzmittel wie möglich; höchste Qualitätsansprüche; Rückverfolgbarkeit und Herkunft sowie kontinuierliche Beratung und Weiterentwicklung. Besonders ausgezeichnet werden Betriebe, die durch einen strukturierten Betriebsablauf und durchdachtes QualitätsmanagementSystem überzeugen. Je nach Auditergebnis erhalten Betriebe bis zu 1.600 Euro ausbezahlt.
Starke Partnerschaften für die Zukunft
Die Zusammenarbeit zwischen SPAR und den heimischen Obstund Gemüseproduzenten ist von echter Partnerschaft geprägt. Beide Seiten verfolgen ein gemeinsames Ziel: Konsumenten sollen Lebensmittel in bester Qualität erhalten. „Wir sind stolz auf unsere Landwirte, die mit großem Engagement und Fachwissen für höchste Qualität sorgen. Mit der Obst- und Gemüseprämie möchten wir Danke sagen – für ihre tägliche Arbeit, die unseren Kunden und Kundinnen frische, regionale Produkte in bester Qualität garantiert“, erklärt SPAR-GF Christoph Holzer.
Politiker sowie Vertreter aus Wirtschaft und Forschung diskutierten über die Zukunft der Energieversorgung.

Die Energiewende entscheidet nicht nur über Klimaziele, sondern zunehmend über Wettbewerbsfähigkeit und Standortqualität.
Das wurde auf der Energie-Enquete des Steirischen Landtags am 3. Dezember deutlich, bei der Politik, Wissenschaft und Wirtschaft über die Zukunft der Energieversorgung diskutierten. Prägend waren u.a. die Statements von Karl Rose von der Universität Graz und Walter Haslinger, GF der Best GmbH. Karl Rose brachte die Herausforderung auf den Punkt: Die Energiewende kann nur gelingen, wenn Klimaschutz, Versorgungssicherheit und Wirtschaftlichkeit gleichzeitig erreicht werden. Für den Wirtschaftsstandort Steiermark bedeutet das vor allem eines: Tempo. Der Ausbau erneuerbarer Energien müsse rasch vorankommen, ebenso der Netzausbau und die Schaffung klarer Rahmenbedingungen. Rose betonte zudem die Notwendigkeit, Haushalte und Unternehmen beim Übergang zu entlasten und Innovationen wie Speichertechnologien, Wasserstoff und grüne Industrie gezielt zu fördern. Die Energiewende sei damit nicht nur Umweltpolitik, sondern ein wirtschaftliches Zukunftsprojekt.
Aufgaben der Forschung
Walter Haslinger richtete den Fokus auf die Rolle der Forschung und der außeruniversitären Innovationszentren. Die steirischen Comet-Zentren seien ein zentraler Motor für skalierbare technische Lösungen, die Klimaziele und Wettbewerbsfähigkeit verbinden. Entscheidend sei Technologieoffenheit: Industrie, Verkehr und Haushalte brauchen maßgeschneiderte Lösungen, die unterschiedliche Energieträger und Speichertechnologien kombinieren. Viele dieser Lösungen existieren bereits, andere erfordern weitere enge Zusammenarbeit von Forschung und Industrie. Fazit der Enquete: Die Grundlagen für eine erfolgreiche Energiewende sind vorhanden.
Berglandmilch setzt auf SAP EWM by KNAPP zur Vereinheitlichung seiner WMS-Systemlandschaft

Berglandmilch, eines der größten Milchverarbeitungs- und Vertriebsunternehmen Österreichs, setzt für die Vereinheitlichung ihrer IT-Systemlandschaft auf die SAP-Expertise von KNAPP.
Dafür wurde ein umfassendes Retrofitprojekt für das Warehouse Management von KNAPP IT Solutions konzipiert und implementiert. Ältere WMS-Systeme werden in den kommenden Jahren an vier Standorten abgelöst.
Für die Lagerverwaltung setzt Berglandmilch aktuell auf verschiedene WMS-Lösungen. Während das Distributionszentrum in Aschbach-Markt mit einem nicht von SAP stammenden System betrieben wird, ist an den Standorten in Geinberg, Feldkirchen und Wörgl noch SAP WM im Einsatz. „Mit Knapp haben wir einen erfahrenen und innovativen Partner an unserer Seite, der uns nicht nur durch seine umfassende Lösungskompetenz im Bereich WMSRetrofit überzeugt hat, sondern auch durch seine partnerschaftliche Herangehensweise“, erklärt Manfred Prehsegger, IT-Leiter bei Berglandmilch.
Lösung für einheitliche Systemlandschaft
Das Lösungskonzept basiert auf einer Prozessanalyse der betroffenen Lager und beinhaltet empfohlene Vorgehensweisen, eine Risikobewertung, kritische Erfolgsfaktoren und eine Terminplanung sowie ein Richtbudget für die SAP-EWM-Einführung. „Im Fokus stand das hochmoderne, vollautomatisierte Logistikzentrum in Aschbach mit rund 20.700 Paletten-Stellplätzen. Aber auch die Lager in Wörgl, Feldkirchen und Geinberg wurden mitbetrachtet. Diese Variante ermöglicht eine effiziente Implementierung von SAP EWM in den vier Distributionszentren mit nahtloser Integration der Automatisierungstechnologien von diversen Drittanbietern. Darüber hinaus ist die Lösung flexibel konzipiert und damit zukunftssicher, um auf Marktveränderungen und etwaige Erweiterungen im Standortnetzwerk von Berglandmilch zu reagieren“, berichtet Knapp IT Solutions-GF Gerald Lassau.
Vorstandsvorsitzender Georg Bucher (2.v.l.) mit Mitarbeitern der Steiermärkischen Sparkasse bei der Eröffnung des Finanzerlebnispark FLiP im Center of Science Activities.

Der interaktive Finanzerlebnispark FLiP im CoSA des Universalmuseum Joanneum ist nun offiziell Teil der Nationalen Finanzbildungsstrategie des Bundesministeriums für Finanzen. Diese Integration soll die Finanzkompetenz in der Steiermark stärken und Wissen über Geld für alle erlebbar machen.
Finanzbildung ist Zukunftsbildung“, betont Georg Bucher, Vorstandsvorsitzender der Steiermärkischen Sparkasse. „Mit der Integration von FLiP im CoSA in die Nationale Finanzbildungsstrategie setzen wir ein klares Zeichen. Wer Geld versteht, kann selbstbestimmt handeln. Genau das wollen wir als Steiermärkische Sparkasse ermöglichen. Es ist uns ein Anliegen, junge Menschen frühzeitig für den verantwortungsvollen Umgang mit Finanzen zu sensibilisieren. Initiativen wie der interaktive Finanzerlebnispark machen Finanzwissen erlebbar und geben den Menschen die Werkzeuge für finanzielle Unabhängigkeit und Sicherheit in die Hand.“
Die Strategie, entwickelt vom Finanzministerium mit OECD, Europäischer Kommission und 50 nationalen Institutionen, zielt darauf ab, Finanzkompetenz als Lebensskill zu etablieren. Sie adressiert alle Altersgruppen – von Schülern bis Rentnern – und unterstützt fundierte Entscheidungen. FLiP im CoSA ergänzt dies als innovativer Lernort: Praxisnah und interaktiv vermittelt er Themen wie Budgetplanung, Investitionen und globale Zusammenhänge. Eröffnet im Mai 2025 im Grazer Joanneumsviertel als Geschenk der Steiermärkischen Sparkasse zum 200-jährigen Jubiläum, basiert FLiP auf dem Wiener Modell als Social Franchise. In fünf Bereichen stärken Besucher ab zwölf Jahren spielerisch ihre Skills und erhalten eine persönliche Auswertung. Diese Initiative unterstreicht: Finanzwissen ist zugänglich und spannend.
Grawe-Preis-Verleihung (v.l.) mit Grawe-Gen.-Dir. Klaus Scheitegel, Lorenzo Derinni, Myriam García Fidalgo (beide Schallfeld Ensemble) und Grawe-Ehrenpräsident Franz Harnoncourt-Unverzagt

Die Grazer Wechselseitige Versicherung AG hat mit der Verleihung des Grawe Award 2025 erneut ein Zeichen für ihr kulturelles Engagement gesetzt. In der diesjährigen Kategorie „Kunst und Kultur“ ging die mit 15.000 Euro dotierte Auszeichnung an das Schallfeld Ensemble, einen der innovativsten Klangkörper der zeitgenössischen Musikszene.
Das international besetzte Ensemble mit Sitz in Graz überzeugte die Jury unter Leitung von Grawe-Ehrenpräsident Franz Harnoncourt-Unverzagt durch seine außergewöhnliche Virtuosität und innovative Konzertformate. Die Preisverleihung, moderiert von Schauspielerin Aglaia Szyszkowitz, unterstrich die Bedeutung des Ensembles für die Weiterentwicklung der zeitgenössischen Musiklandschaft in Österreich und Europa.
Würdigung musikalischer Innovation
Seit der Gründung 2013 durch Alumni des Klangforum Wien hat sich das Ensemble einen Namen mit experimentellen Ansätzen gemacht, die Räume kreativ in das Musikerlebnis einbeziehen und neue Dimensionen des Hörens eröffnen. Die Musiker aus verschiedenen Ländern verbinden ihre unterschiedlichen kulturellen Hintergründe zu einer lebendigen künstlerischen Sprache. Besonders hervorzuheben ist der Fokus auf junge Komponisten, Live-Elektronik und kollektive Improvisation. Darüber hinaus setzt das Ensemble Impulse in pädagogischen und partizipativen Projekten und trägt zur Förderung zeitgenössischer Musik bei. Die Finanzierung des Awards erfolgt durch Grawe sowie durch Geschäftspartner und Freunde des Unternehmens. Das Schallfeld Ensemble, das bereits von der Stadt Graz, dem Land Steiermark, dem Bundeskanzleramt und der Europäischen Union unterstützt wird, erhält durch diese Auszeichnung weitere Anerkennung für seine wegweisende Arbeit. Die Verleihung zeigt exemplarisch, wie Wirtschaftsunternehmen durch gezielte Kulturförderung zur Stärkung des Kunst- und Kulturstandorts beitragen können.

Eine Million Euro für „WIR hilft“-Aktion
Seitdem Raiffeisen Steiermark mit der Caritas den Sozialfonds „Wir hilft“ im Herbst 2022 ins Leben gerufen hat, konnte vielen Hilfsbedürftigen gezielt geholfen werden. Mittlerweile wurden beinahe 900.000 Euro gesammelt. Gemeinsam mit der Caritas, der Bevölkerung sowie Mitarbeitern möchte Raiffeisen Steiermark in diesem Jahr die Eine-Million-Euro-Grenze überschreiten. „Jede Spende zählt, damit hilfsbedürftigen Steirern gezielt unter die Arme gegriffen werden kann. ,WIR hilft‘ wurde ins Leben gerufen, um einerseits den gesellschaftlichen Zusammenhalt in bewegten Zeiten zu stärken und andererseits, um die Treffsicherheit bei der Unterstützung von Härtefällen zu erhöhen“, sagt Generaldirektor Martin Schaller.
„Netzraum Kärnten“ sichert Arbeitsplätze
Die Kärntner Sozialpartner unterstreichen nach der Enquete des Kärntner Landtages zum Thema „380-kV-Leitungsprojekt – Auswirkungen und Alternativen“ am 11. Dezember die Dringlichkeit eines raschen Netzausbaus. Die Umsetzung der geplanten 380-kV- und 110-kV-Leitungen ist alternativlos, denn nur ein leistungsfähiges Stromnetz kann die Energieversorgung sichern, den Wirtschaftsstandort stärken und neue Arbeitsplätze schaffen. „Netzraum Kärnten“ ist eines der bedeutendsten Infrastrukturvorhaben des Bundeslandes. „Sichere Arbeitsplätze brauchen sichere Energie. Der Netzausbau schützt nicht nur bestehende Jobs, sondern schafft neue Beschäftigung – von der Bauphase der Leitungen bis hin zu innovativen Hightech-Branchen“, streicht Kärntens AK-Präsident Günther Goach hervor.

LRH besteht auf Kontrolle von außen
Anlässlich der Prüfung des Zahlungsvollzugs in der Landesbuchhaltung will der Landesrechnungshof unter der Leitung von Direktor Heinz Drobesch die Abschaffung einer für ihn „nicht nachvollziehbaren“ Sonderstellung, die neben ihm der Landesverwaltungsgerichtshof und die Landtagsdirektion genießen. Während sich alle anderen Dienststellen des Landes einer Revision des Rechnungswesens durch die Landesbuchhaltung unterziehen lassen müssen, sind diese drei Stellen davon ausgenommen. Auf Bundesebene existiert übrigens für deren oberste Organe, wie etwa die Parlamentsdirektion oder der Rechnungshof, keine derartige Ausnahmeregel. Daher empfiehlt der Landesrechnungshof, den betreffenden Erlass entsprechend abzuändern.
Gerechte Treibhausgasbudgets für EU-Regionen

Mit Kassabon günstiger in den Tierpark
Familien aufgepasst: Wer wissen möchte, wie sich Afrikanische Berberlöwen oder südamerikanische Tapire bei frostigen Temperaturen verhalten, kann die Tierwelt Herberstein diesen Winter günstiger besuchen. Noch bis 11. Jänner 2026 erhalten Besucher mit einem Kassabon von Spar, Eurospar oder Interspar zehn Prozent Rabatt auf den Eintritt. Die Tierwelt Herberstein hat im Winter von Do. bis So. sowie an Feiertagen geöffnet bzw. in den Weihnachtsferien täglich (am 25.12. und 01.01. bleibt die Tierwelt geschlossen). Spar-GF Christoph Holzer freut sich über die Familienaktion: „Als langjähriger Partner der Tierwelt Herberstein ist es uns ein Anliegen, unserer Kundschaft auch heuer wieder einen vergünstigten Eintritt zu ermöglichen.“
Vor zehn Jahren, 2015, wurde das Pariser Klimaabkommen unterzeichnet. Neben den nationalen Emissionszielen haben mittlerweile auch über 200 subnationale Regionen und knapp 300 Städte eigene Ziele verabschiedet. Forschende der Universität Graz haben nun erstmals transparente Kriterien für eine gerechte Verteilung auf subnationaler Ebene entwickelt und entsprechende Treibhausgasbudgets für alle europäischen Regionen ermittelt und im Wissenschaftsjournal „Nature Communications“ publiziert. „Wir gehen davon aus, dass jeder Einzelne den gleichen Anspruch auf Vorteile aus emissionsverursachenden Aktivitäten hat. In weiterer Folge unterscheiden wir zwischen konsum- und produktionsbasierten Emissionsbudgets“, fasst Erstautorin Teresa Lackner die Grundlage für das neue Rahmenwerk zusammen.


















Die SinnWin-GF Claudia Schenner-Klivinyi gratuliert ihrer Vereinbarkeitskundin zur 2. Auszeichnung „Familienfreundlicher Arbeitgeber“. Sie hat das Hotel und Gasthaus Bauernwirt beim Prozess „Zertifizierung Beruf und Familie“ von der Förderabwicklung, Prozesseinführung, Moderation von Meetings und Workshops, sowie Kommunikation bis hin zur Preiseinreichung unterstützt. Die Bauernwirt-GF Natalie Moscher-Tuscher erklärt: „Da ich mich als Lebensbegleiterin meiner Mitarbeiter sehe, habe ich mit dem Zertifizierungs-Prozess Beruf und Familie gestartet, um sie bei ihren Vereinbarkeitsbedürfnissen zu begleiten und zusammen neue Lösungen zu finden. Diesen gemeinsamen Weg werden wir auch weitergehen.“

Es wurde einiges getan, seit der Landesrechnungshof die Gebarung der Landessportorganisation im Jahr 2019 durchleuchtet hat und dabei auf eine erhebliche Anzahl an Mängeln stieß. Von den ursprünglichen 36 Empfehlungen aus dem Erstbericht wurden seither 18 ganz oder teilweise umgesetzt, und 13 Empfehlungen sind durch die inzwischen eingeleiteten Maßnahmen nicht mehr relevant. Somit hat sich vieles zum Besseren gewendet, stellt der LRH unter der Leitung von Dir. Heinz Drobesch fest. Dennoch hat er noch einige Verbesserungsvorschläge parat. bei den Geldflüssen drängt der LRH auf eine Bereinigung: Denn die Jahreszuschüsse des Landes überstiegen in den letzten Jahren deutlich den tatsächlichen Finanzbedarf der Sportland Steiermark GmbH.

Kekse backen für den guten Zweck Gemeinsam mit der Sozialorganisation „LebensGroß“ und der Community Nurse der Gemeinde Hart bei Graz beging die RLB Steiermark heuer bereits zum vierten Mal den Giving Tuesday, um mit der Kraft der Gemeinschaft einen Beitrag zu leisten. Dafür wurde das Betriebsrestaurant in Raaba-Grambach in eine vorweihnachtliche Backstube verwandelt, um gemeinsam Kekse zu fertigen. Insgesamt verarbeiteten unter Anleitung von Meisterkonditorin Bianca Lackner-Wohlgemuth mehr als 100 Bäcker und Bäckerinnen mehr als 100 Kilogramm Teig in süße Meisterwerke. Unterstützung erhielten sie vom Fachgeschäft „Süßer Steirer“ sowie von Klienten der Community Nurse bei Graz. Der Erlös der Veranstaltung kommt den Härtefallfonds der teilnehmenden Organisationen zugute.

Sicherheitskampagne „Sei kein Risiko”
Alkohol am Steuer kostet Leben – und die Zahlen in der Steiermark zeigen eine alarmierende Entwicklung. Im Jahr 2024 war fast jeder zehnte Verkehrsunfall mit Personenschaden alkoholbedingt, über 600 Menschen wurden verletzt, die Zahl der Todesopfer hat sich innerhalb weniger Jahre verdoppelt. Um dieser Entwicklung entgegenzutreten, starten der Gesundheitsfonds Steiermark und die LPD Steiermark die Kampagne „Sei kein Risiko – Kein Alkohol am Steuer“. LR Karlheinz Kornhäusl findet klare Worte: „Alkohol ist grundsätzlich nie die beste Entscheidung – und sich danach ans Steuer zu setzen, ist schlicht verantwortungslos. Wer betrunken fährt, spielt mit Menschenleben. Jeder durch Alkohol verursachte Unfall ist einer zu viel.“

Neue Leiterin der Konzernkommunikation
Mit 1. Jänner 2026 übernimmt Katharina Freidorfer die Leitung der Konzernkommunikation der Steiermärkischen Sparkasse. Freidorfer (34) studierte an der FH Joanneum Public Communications und ist seit 2017 im Unternehmen tätig. In diesen Jahren hat sie vielfältige Erfahrung insbesondere in der strategischen Kommunikation gesammelt. Birgit Pucher wird als Pressesprecherin weiterhin als zentrale Ansprechpartnerin für Medienpartner und -anfragen zur Verfügung stehen. Ich bin überzeugt, dass beide mit ihrer Expertise und ihrem Engagement die Kommunikationsagenden der Steiermärkischen Sparkasse nach innen und außen wirkungsvoll und zukunftsorientiert weiterentwickeln“, sagt Vorstandsvorsitzender Georg Bucher.

Knapp-Lehrlinge glänzen bei AustrianSkills
Bei den AustrianSkills 2025 traten die besten Nachwuchskräfte des Landes in über 50 Disziplinen gegeneinander an. Dieses Jahr fanden die Bewerbe in Salzburg statt; die Knapp AG konnte gleich mehrere Podestplätze für sich entscheiden. Mit beeindruckender Leistung haben die Knapp-Lehrlinge ihre Spitzenkompetenz unter Beweis gestellt. Besonders hervorzuheben sind Burim Shala und Quentin Tyr Wagner, die sich in der Disziplin Autonomous Mobile Robotics den Staatsmeistertitel sichern konnten. In Robot System Integration ging Gold an das Duo Gabriel Aldrian von Knapp und Kristijan Hrdzic von Magna. Mit diesen Erfolgen demonstrierten sie nicht nur technisches Know-how, sondern auch Teamgeist und Innovationskraft.

Christbaumtrend 2025 ist der Etagenbaum
Der heuer beliebte „Etagenbaum“ ist eine stilvolle Erscheinung: schlank, mittelgroß, mit reihigem Aufbau der Äste und natürlich sattgrünen, duftenden Nadeln. Der in den vergangenen Jahren beliebte, besonders dichte und buschige Weihnachtsbaum weicht heuer dem Etagenbaum – einem Trend, der bereits auf der Christbaum-Messe in Maria Laach in Niederösterreich große Aufmerksamkeit erhielt. Steinegger: „Er ist schlank und mittelgroß. Die leichte, luftige Optik entsteht durch den etagenartigen Aufbau der Äste. Dieser moderne Look wird als stilvoll und elegant empfunden.“ Konstant bleibt die Größe, so LK-Präs. Andreas Steinegger: „Ausgesprochen begehrt bleiben die gleichmäßig geformten Christbäume von 1,6 bis 1,7 Meter.“

Bauernbund lehnt Mercosur ab
Der Steirische Bauernbund schlägt angesichts der aktuellen Diskussionen rund um Kürzungen im Agrarbudget und der geplanten Ratifizierung des EU-Mercosur-Abkommens Alarm. Aus Sicht des Bauernbundes stehen die Zukunft der heimischen Landwirtschaft und die Versorgungssicherheit Europas auf dem Spiel. Die Obfrau des Steirischen Bauernbundes, Landesrätin Simone Schmiedtbauer, betont: „Wir werden nicht hinnehmen, dass die Europäische Kommission erstmals seit Bestehen die Gemeinsame Agrarpolitik und die Entwicklung des ländlichen Raums durch Kürzungen und Abschaffung der Eigenständigkeit torpediert.“ Auch LK-Präsident Andreas Steinegger warnt: „Das Mercosur-Abkommen ist für den Bereich der Landwirtschaft weiterhin unfair und unausgewogen.“
Der Steirische Bauernbund und der Verband Steirischer Erwerbsobstbauern wehren sich gehen Falschinformationen der Grünen, von Global 2000 und dem Ökobüro. „Die Aussage, dass 22 % mehr an Pestiziden in der Landwirtschaft und am Feld eingesetzt werden, ist unrichtig und fachlich falsch, da inerte Gase für die Lagerhaltung von Lebensmittel miteinbezogen wurden“, so Bernd Brodtrager, Direktor des Steirischen Bauernbundes. „Die absichtliche Falschinterpretation der Statistik zum Inverkehrbringen von Pflanzenschutzmitteln ist reine Panikmache, trägt aber null zur gesellschaftlichen Verantwortung bei.“ Manfred Kohlfürst, Obmann der Steirischen Erwerbsobstbauern betont: „Unsere Bauern müssen Weiterbildungen für die Handhabe von Pflanzenschutzmitteln absolvieren und arbeiten effizient und sparsam.“

Der Besuch von Bundesminister Peter Hanke am 24. November in der Steiermark stand im Zeichen der Infrastruktur und Innovation. Investitionen in die Infrastruktur sind von wesentlicher Bedeutung für den steirischen Standort, die regionale Wirtschaft und damit verbunden die Sicherung und Schaffung von Arbeitsplätzen. Die Koralmbahn ist eines dieser Projekte, das auch Auswirkungen auf die Obersteiermark hat. Mit der Anschlussstelle auf der A2 bei Hart bei Graz konnte Hanke auch die Umsetzung eines weiteren wichtigen Infrastrukturprojekts in der Stei-
ermark bekannt geben. Neben der dritten Spur auf der A9 und dem Lückenschluss der S36 wird damit ein weiteres wichtiges Infrastrukturprojekt in der Steiermark umgesetzt.

30 Jahre Knapp Systemintegration in Leoben Was 1995 mit 21 Mitarbeitenden begann, ist heute ein international führender Anbieter für intelligente Automatisierungslösungen: Knapp Leoben feiert sein 30-jähriges Jubiläum und blickt auf drei Jahrzehnte voller Innovationen in der Lebensmittel- und Leergutlogistik zurück. Vom Start als ATIS bis zur heutigen Rolle als führender Anbieter für automatisierte Logistiklösungen hat sich Knapp Leoben zu einem zentralen, internationalen Player innerhalb der Knapp-Gruppe entwickelt. Heute gestalten rund 800 Mitarbeitende von Leoben aus die Zukunft der Lebensmittellogistik mit. „Unser Erfolg basiert auf dem Engagement und dem Innovationsgeist unserer Mitarbeitenden. Nur gemeinsam können wir die Zukunft der Lebensmittellogistik gestalten“, betont die Geschäftsführung.

Am 21. November präsentierte sich die Alte Universität Graz erneut als elegante Bühne für die Riedenweinpräsentation Steiermark. 55 Winzer aus der Südsteiermark, Weststeiermark und dem Vulkanland Steiermark boten rund 270 ausgewählte Riedenweine zur Verkostung. Die Veranstaltung der Wein Steiermark zog zahlreich Besucher an, die die Gelegenheit nutzten, die Vielfalt der steirischen Herkunft im Glas zu erleben. Die Präsentation ist weit mehr als eine Verkostung. Als bewusst gewähltes Format von Wein Steiermark mit den Winzern macht sie die Kernwerte der Marke Steirischer Wein erlebbar: Geselligkeit, Anerkennung, präzises Handwerk und Vielfalt – von terroirgeprägten Riedenweinen über gereifte Jahrgänge bis zu eleganten Sekten.
Die Tourismusinteressentenbeiträge für Grazer Unternehmen sollen in diesem Jahr automatisch um 12,2 Prozent steigen. Bereits 2023 wurden die Beiträge um 19,5 Prozent erhöht –insgesamt über 31 Prozent innerhalb von nur drei Jahren. „Diese Entwicklung ist ein Schlag ins Gesicht für alle Grazer Betriebe. Wer in diesen Zeiten zusätzliche Belastungen beschließt, hat die Realität am Wirtschaftsstandort Graz nicht verstanden“, kritisiert WB-Graz-Obmann Bernhard Bauer scharf. „Wir fordern den Landeshauptmann und Tourismusreferenten Mario Kunasek auf, die geplante Valorisierung sofort auszusetzen und damit ein Zeichen für Entlastung zu setzen!“ Die Erhöhung würde laut WKO Steiermark eine zusätzliche Belastung von weit über 2 Mio. Euro für die Wirtschaft bedeuten.
Kekse backen im Genusshotel Riegersburg
Das Genusshotel Riegersburg wurde beim „Großen Backen 2025“ zur duftenden Weihnachtsstube. Unter Anleitung von Küchenchef Rainer Kaufmann und Patissière Antje Menkenhagen wurden Teige geknetet. Organisiert von Christoph Gölles samt Eltern Herta und Alois, backten Gäste wie Special People-Obfrau Sonja Pichler und Behindertenbetreuerin Gabriele Grinschgl mit viel Herz. Das Naschen kam nie zu kurz: Robert und Maja prüften als Verkoster die Qualität, sodass kaum eine Dose voll blieb. Nach einem feinen Mittagessen und vielen Expertentipps verabschiedete der Geschäftsführer des Hotels, Florian Jaspers, alle mit süßen Paketen und Rezepten für daheim. Special People dankt dem Genusshotel Riegersburg und David Gölles herzlich für dieses unvergessliche Erlebnis und das wunderbare vorweihnachtliche Miteinander: Mehr unter: www.spia.org


Der ORF Steiermark lud am 26. November zur Vernissage „KunstSpenden“ mit Werken der Styrian Artfoundation in die Funkhausgalerie des Landesstudios. Die Styrian Artfoundation ist eine der bedeutendsten Kunstförderinitiativen. Die beiden Obfrauen Margret Roth und Edith Temmel haben in 20 Jahren mehr als 100 Künstler betreut und mit der steirischen Wirtschaft vernetzt. Alle Werke können gegen Spenden erworben werden. Der Erlös kommt zur Gänze „Licht ins Dunkel“-Projekten zugute. Ausgewählte Werke daraus werden nun zu Gunsten der Aktion „Licht ins Dunkel“ an interessierte Spenderinnen und Spender abgegeben. Die Schau in der Funkhausgalerie ist bis zum 1. Februar 2026 täglich von 09.00 bis 18.00 Uhr zu besichtigen.

Mit dem offiziellen Spatenstich startete die Gady Family am 17. Dezember eines der bedeutendsten Investitionsprojekte ihrer 90-jährigen Unternehmensgeschichte: Der Gady BMW Standort Graz-Liebenau wird umfassend umgebaut und erweitert. Der 1990 eröffnete Standort wird dabei vollständig neu gedacht: Das bestehende Gebäude wird zu einem zukunftsfähigen Marken- und Erlebnisstandort ausgebaut, der den neuesten technologischen Standards entspricht und das Kundenerlebnis auf ein neues Niveau hebt. „Diese enorme Investition ist zugleich ein klares Bekenntnis zur Marke BMW und Mini, zu nachhaltiger Entwicklung und zur langfristigen Weiterführung unseres Familienunternehmens“, zeigt sich GF Philipp Gady stolz.

Die Pressestelle der Stadt Leoben zieht zum Jahresende Bilanz und unterstreicht ihre zentrale Rolle zwischen Rathaus, Medien und Öffentlichkeit. Insgesamt wurden 106 Presseaussendungen veröffentlicht und 68 Presseanfragen schriftlich beantwortet. Ziel der Arbeit ist es, die Bürger transparent und nachvollziehbar über Entscheidungen, Projekte und städtische Services zu informieren. Moderne Öffentlichkeitsarbeit ist ein wesentlicher Bestandteil zeitgemäßer Verwaltung: Sie erklärt Abläufe, ordnet politische Entscheidungen ein und macht Angebote sichtbar – über klassische Medien ebenso wie über digitale Kanäle und Social Media. Bgm. Kurt Wallner betont: „Transparente Kommunikation heißt: Wir erklären, was die Stadt tut – und warum.“

Stefan Düss wird indonesischer Honorarkonsul
Der Mit-Eigentümer und GF der eee group, Stefan Düss, wurde am 16. Dezember als Honorarkonsul der Republik Indonesien angelobt. Anwesend waren der indonesische Botschafter S. E. Damos Dumoli Agusman sowie eine Delegation der indonesischen Botschaft. Die Veranstaltung unterstrich die Bedeutung der bilateralen Beziehungen zwischen Österreich und Indonesien sowie die wachsende Rolle regionaler Kooperationen. Mit Stefan Düss wird ein langjähriger Brückenbauer zwischen Wirtschaft, internationalen Projekten und interkultureller Zusammenarbeit mit einer ehrenvollen Aufgabe betraut. In seiner neuen Funktion wird er die wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen der Republik Indonesien, der Steiermark und in Kärnten vertreten.

Unter dem Motto „Lust auf Leoben – Lust auf Kultur“ startet eine neue Kulturinitiative, die die Stadt von Jänner bis Juni 2026 mit Musik, Begegnung und kreativer Energie erfüllt. Den Auftakt bildet ein starkes Zeichen der Vielfalt: Musiker, Kulturschaffende und engagierte Persönlichkeiten kommen zusammen, um zu zeigen, was Leoben kulturell zu bieten hat. Bläserklänge, Gemeinschaft und Leidenschaft stehen sinnbildlich für ein Programm, das Tradition und Gegenwart verbindet. Konzerte, Veranstaltungen und Projekte laden dazu ein, Kultur neu zu entdecken –offen, lebendig und mitten in der Stadt. „Alle sind eingeladen, Teil dieses Kulturhalbjahres zu werden. Alle Termine und Informationen finden Sie online unter www.leoben.at
Die Grazer Stadtplanung lobt für die Neugestaltung des Griesplatzes einen EU-weit offenen Realisierungswettbewerb aus. Planungs- und Architekturbüros aus ganz Europa sind eingeladen, ihre Konzepte einzureichen. Die Beurteilung erfolgt anonym durch eine Fachjury. Der ausgewählte Entwurf bildet die Grundlage für die weitere Planung und Umsetzung. Vize-Bgm.in Judith Schwentner erklärt: „Der Griesplatz ist einer der zentralen Plätze unserer Stadt – und gleichzeitig ein Ort mit großem Veränderungspotenzial. Mit dem EU-weiten Wettbewerb holen wir die besten Ideen nach Graz, um einen Platz zu schaffen, an dem man sich gerne aufhält: mit hoher Aufenthaltsqualität und viel Grün. Grundlage dafür sind die vielen Rückmeldungen aus der Bevölkerung. Sie geben uns eine klare Richtung vor.“

Polymer-Congress an der Montanuni
Unter dem Motto „The Power of Composites − Challenges and Chances in Performance and Sustainability“ fand am 20. und 21. November die 33rd Leoben-Conference on Polymer Engineering and Science an der Montanuniversität Leoben statt. Die Veranstaltung, die jährlich vom Polymer Competence Center Leoben und einem Lehrstuhl im Department Kunststofftechnik organisiert wird, gilt als zentrale Plattform für den Austausch zwischen Wissenschaft, Industrie und Studierenden im Bereich Kunststofftechnik. „Vor 15 Jahren standen Themen wie Kreislaufwirtschaft und nachhaltige Materialsysteme noch am Anfang. Heute prägen sie die gesamte Forschung und Industrie – und wir sind stolz darauf, diesen Wandel aktiv mitzugestalten“, so Ewald Fauster.


Reininghaus nimmt Platz! Die Austrian Real Estate hat den rund 10.000 m2 großen Quartiersplatz im Stadtteil Reininghaus in einer Bauzeit von nur fünf Monaten errichten lassen und übergibt ihn nun offiziell an die Stadt Graz. Ab 19. Dezember, können die Grazer die neue Fläche erstmals entdecken. Das runde Wasserbecken wartet noch auf den Frühling, um richtig zur Geltung zu kommen. Vize-Bgm.in Judith Schwentner, StR Manfred Eber, Stadtbaudirektor Bertram Werle, Heike Wolf-Nikodem-Eichenhardt (Leitung Immobilien Graz) sowie ARE-Projektentwicklungsleiter Gerd Pichler machten sich bereits vor Ort ein Bild – freuen sich schon jetzt auf die große, frühlingsfrische Eröffnungsfeier, sobald die Temperaturen wieder Lust aufs Draußen machen.
Die Stadt Leoben hat gemeinsam mit dem Stadtlabor Graz die Gewinner des Ideenwettbewerbs „Nachhaltiges Le(o)ben – Deine Vision zählt“ ausgezeichnet. Insgesamt 17 eingereichte Ideen zeigen eindrucksvoll, wie aktiv sich Jugendliche mit Klima-, Umwelt-, Gesundheits- und Zukunftsthemen auseinandersetzen. Die Mehrheit der Beiträge stammt von Schülern der HLW, HTL, des Alten Gymnasiums, der Montanuni sowie von Jugendorganisationen. Insgesamt wurden sieben Ideen im Bereich Gesundheit, neun Ideen im Bereich Klima- und Umweltschutz sowie eine Idee im Bereich Tierschutz & Biodiversität eingereicht. Bgm. Kurt Wallner: „Die Beiträge zeigen, wie viel gestalterische Kraft in unserer Jugend steckt. Das macht Mut für die Zukunft unserer Stadt.“
Die BKS Bank wurde vom Finanzmagazin Börsianer erneut als nachhaltigste Bank Österreichs ausgezeichnet. Bei der Prämierung „Beste Finanzunternehmen Österreichs 2025“ erhielt die BKS Bank den Sonderpreis Nachhaltigkeit bereits zum sechsten Mal. Ausschlaggebend für die Entscheidung der Jury waren das konsequent auf Nachhaltigkeit ausgerichtete Produktangebot sowie die langjährige Vorreiterrolle der Bank in diesem Bereich. „Diese erneute Auszeichnung ist eine schöne Bestätigung, dass unsere Art, Bankgeschäft zu betreiben, nachhaltig überzeugt“, betont Vorstandsvorsitzender Nikolaus Juhász. Mit der Auszeichnung zählt die BKS Bank erneut zu den besten Finanzunternehmen des Landes und unterstreicht ihren Anspruch auf Qualität, Verantwortung und Zukunftsfähigkeit.

Originale TV-Mode für „Licht ins Dunkel“
Der ORF Steiermark und Kastner & Öhler veranstalten heuer in der Vorweihnachtszeit zum 14. Mal diese „Licht ins Dunkel“-Aktion: Ab Mitte Dezember ist die originale TV-Kleidung der Steiermark heuteModeratoren für den guten Zweck erhältlich. Kathrin Ficzko, Franz Neger, Renate Rosbaud, Petra Rudolf und Thomas Weber tragen in der täglichen ORF-Sendung Outfits von Kastner & Öhler. Diese originalen TV-Kleidungsstücke können für Mindestspenden an „Licht ins Dunkel“ erworben werden. Die Kleider, Blusen, Hosen, Röcke, Sakkos, Krawatten, Hemden, Anzüge u. v. m. sind in bestem Zustand und im zweiten Stock des Grazer Modehauses Kastner & Öhler erhältlich (solange der Vorrat reicht). Sämtliche Spenden kommen der Aktion „Licht ins Dunkel“ zugute.


Technologie aus der Steiermark für die Akkuwende Eine EU-Verordnung schreibt ab 2027 austauschbare Akkus vor. Abhilfe schafft ein System aus der Steiermark: Technologiebetrieb Resch hat ein Moduldesign entwickelt, das ohne Klebstoffe und Schweißverbindungen auskommt. „Defekte Zellen lassen sich so gezielt tauschen, ohne das gesamte Modul entsorgen zu müssen. Das verlängert die Lebensdauer, reduziert Kosten und erleichtert das Recycling“, erklärt GF Gerald Resch, der das Unternehmen gemeinsam mit Andrea Resch leitet: „Für die Branche könnte das System zum entscheidenden Baustein werden, um die ab 2027 geltenden Austauschpflichten praktikabel umzusetzen. Gerade Hersteller von E-Bikes und E-Scootern brauchen rasch umsetzbare Lösungen – hier ist unsere Lösung prädestiniert“, so Gerald Resch.
Die beiden Tochtergesellschaften des Landes Steiermark – die Steiermärkische Krankenanstalten-Gesellschaft m.b.H. (Kages) und die Joanneum Research Forschungsgesellschaft – bündeln ihr Fachwissen im Bereich eHealth, um innovative digitale Lösungen für das Gesundheitswesen zu entwickeln und die Patientenversorgung nachhaltig zu verbessern. „Zwei starke steirische Partner in Forschung und im Gesundheitswesen intensivieren ihre Kooperation mit dem klaren Ziel, die Digitalisierung weiter voranzutreiben und damit die wachsende Komplexität der Abläufe in der Krankenversorgung stetig zu optimieren – zum Wohl der Patientinnen und Patienten“, umreißt Gerhard Stark, Vorstandsvorsitzender der Kages die Gründungsidee des virtuellen Digital Health Labs.
SPÖ fordert mehr Geld für Schulassistenz
Kritik an unzureichenden Mitteln für die Schulassistenz äußert SPÖ-Bildungssprecherin Chiara Glawogger: „Die angekündigten Mittel sind nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Was fehlt, sind nachhaltige und aufeinander abgestimmte Verbesserungen aller Unterstützungssysteme. Wir werden einen Antrag einbringen, der genau hier ansetzt: Alle Unterstützungsleistungen, von Schulassistenz über pädagogische Ressourcen bis hin zu administrativen Abläufen, müssen miteinander abgestimmt werden. Es braucht einheitliche, transparente Verfahren, um den tatsächlichen Unterstützungsbedarf sichtbar zu machen und zielgerichtet abzudecken. Die Steiermark braucht keinen weiteren Reparaturbetrieb, sondern den großen Wurf: ein umfassendes, nachhaltig finanziertes Gesamtkonzept für Schulassistenz und Unterstützungssysteme.
Mit der Eröffnung eines neuen DESPAR express Tankstellenshops in der Kärntnerstraße in Graz-Wetzelsdorf setzen SPAR und ENI ihre erfolgreiche Partnerschaft konsequent fort.
Es handelt sich um den dritten gemeinsamen Tankstellenstandort in Graz und das setzt einen weiteren strategischen Schritt zur Stärkung des Nahversorgungs-Angebots in urbanen Lagen. Das Konzept von DESPAR express verbindet klassisches Tankstellengeschäft mit Lebensmittelangebot und italienisch geprägter Gastronomie. Besonders betont wird die Supermarktpreisgarantie: Eigen- und Exklusivmarken von SPAR sowie Frischeprodukte wie Brot, Gebäck, Obst und Gemüse werden zu denselben Preisen wie im regulären Supermarkt angeboten. „Wir freuen uns, gemeinsam mit ENI in Graz bereits den dritten DESPAR express Tankstellenshop eröffnen zu können – eine Bereicherung für unsere Kunden in Graz-Wetzelsdorf“, sagt SPAR-Steiermark-GF Christoph Holzer.
Geöffnet rund um die Uhr
Ein zentraler Erfolgsfaktor ist die durch-
gehende Verfügbarkeit: Der Standort ist 365 Tage im Jahr rund um die Uhr geöffnet, einschließlich Sonn- und Feiertagen. Dies erhöht nicht nur die Kundenfrequenz, sondern stärkt auch die Rolle der Tankstelle als moderne Versorgungsund Servicedrehscheibe. Ergänzt wird das Angebot durch einen attraktiven Gastrobereich mit italienischen Klassikern wie Panini, Cornetti und Calzone sowie dem etablierten Lavazza-Kaffeekonzept. Auch aus strategischer Sicht ist das Projekt relevant: ENI positioniert seine Stationen zunehmend als multifunktionale Mobilitätszentren, die neben klassischen Kraftstoffen auch innovative Energieträger anbieten. SPAR bringt dabei seine Handelskompetenz, Sortimentsstärke und Markenbekanntheit ein. Das moderne, helle Shopdesign mit italienischem Flair unterstützt die Positionierung als qualitativ hochwertiges Convenience-Format.

Eröffnung mit (v.l.n.r.) Jörg Bernert (Leiter Vertrieb Einzelhandel), ENI-Gebietsleiter Claus Bergmann, ENI-Pächter Monika und Klaus Zotzek, SPAR-GF Christoph Holzer und SPAR-Gebietsleiter Axel Galli

Welchen Trend sehen Sie beim Wohnbau für die kommenden Jahre?
Eine merkliche Trendumkehr ist − nach den schwachen Jahren 2023 und 2024 − auch für das nächste Jahr nicht zu erwarten. Sinkende Zinsen und Immobilienpreise sollten Auslöser für einen Aufschwung sein. Die Stimmung hat sich jedoch kaum verbessert. Glaubt man den Statistiken, sollte der Talboden des Stillstandes aber durchschritten sein. Das zarte Pflänzchen des Aufschwunges braucht Mut, Geduld und Optimismus!
Was bedeutet das für die Preisentwicklung auf dem Eigentumswohnungsmarkt?
Seit Mitte 2022 konnten wir kontinuierliche Preisrückgänge beobachten, jetzt sind im zweiten Quartal 2025 die Durchschnittspreise wieder gestiegen. Auslöser dafür sind die Preise im Neubausegment. Wer weiter auf fallende Preise hofft, wird enttäuscht werden. Ein Mitgrund, warum wir den jetzigen Zeitpunkt für Kaufentscheidungen sehr positiv beurteilen.
Wie stellt sich die Situation angesichts hoher Kosten beim privaten Hausbau dar?
Die Baukosten haben auch vor dem „privaten Häuslbauer“ nicht Halt gemacht. Diese Entwicklung hat sich als logische Entwicklung abgezeichnet. Es werden leistbare Alternativen umgesetzt. Der Ausbau des Elternhauses, das Mehrgenerationenhaus, energetische Verbesserungsmaßnahmen und vieles mehr. Kompromisse in der Lage werden wieder vermehrt in Kauf genommen. Für manche steirische Regionen könnten sich daraus Chancen und Entwicklungsmöglichkeiten ergeben.
Gleichenfeier mit (v. l.)
Maximilian Pammer (BIG), Lehrlinge Kevin Fladerer und Benjamin Akrasi, Dekanin Andrea Steiner und Rektor Peter Riedler

Hinter einem Bauvlies verbirgt sich derzeit ein architektonisches Kleinod mit großer Zukunft: Die denkmalgeschützte Fassade des Gebäudes am Universitätsplatz 4 wird liebevoll restauriert. Hier entsteht bis 2027 das neue Haus der Bildungswissenschaften der Universität Graz. Am 10. Dezember 2025 wurde mit der Gleichenfeier ein wichtiger Baufortschritt gefeiert.
Die Bundesimmobiliengesellschaft investiert 54,4 Mio. Euro in die Generalsanierung und Adaptierung des mehr als 125 Jahre alten Gebäudes. Auf knapp 10.200 Quadratmetern Fläche entsteht Neues. Das Dachgeschoß wurde komplett neu aufgebaut, thermisch optimiert und barrierefrei gestaltet. „Aus den in die Jahre gekommenen Labors werden moderne Flächen für Forschung und Lehre“, erklärt Maximilian Pammer, Leiter des Unternehmensbereichs Universitäten bei der BIG. Ein besonderer architektonischer
Akzent sind die verglasten und begrünten Laubengänge in den Innenhöfen, die auf einer Ebene die Etagen miteinander verbinden werden.
Nachhaltigkeit im Fokus Sechs Hörsäle und acht Seminarräume bieten künftig Platz für insgesamt 1.000 Studierende. Zwei neue Aufzüge garantieren die Barrierefreiheit des gesamten Gebäudes. Besonders freut sich Dekanin Andrea Steiner über die ökologische Ausrichtung des Projekts: „Dass die Neugestaltung historische Bausubstanz mit ökologischer Adaptie -
rung verbindet, freut mich als Klimaforscherin ganz besonders.“ Auf dem Dach wird eine PV-Anlage installiert, die Beheizung erfolgt über ein Niedrigtemperatursystem, das von der Geothermie-Anlage des benachbarten Graz Center of Physics gespeist wird. Im September 2027 werden die Institute und Zentren der Erziehungswissenschaften sowie das Dekanat der Umwelt-, Regional- und Bildungswissenschaftlichen Fakultät unter einem Dach zusammengeführt. „Das stärkt die Kommunikation und Zusammenarbeit“, betont Steiner.
Klage gegen Stadt Graz war absehbar
„Die drohende Millionenklage zur Tiefgarage am Andreas-Hofer-Platz überrascht uns nicht – wir haben bereits 2023 im Gemeinderat klar davor gewarnt“, erklärt der Grazer VP-GR Markus Huber: „Trotz eindeutiger Hinweise wurde unser Dringlichkeitsantrag damals ignoriert, anstatt rechtzeitig gegenzusteuern. Bgm.in Kahr wusste seit zwei Jahren von der Gefahr und hat dennoch keine Vorsorge getroffen. Auch Verkehrsreferentin Schwentner hätte handeln können, doch es gab weder Risikobewusstsein noch einen Plan B. Jetzt droht Graz ein Schaden in Millionenhöhe. Nach der Remise Steyrergasse und der Unterführung in der Josef-Huber-Gasse ist das kein Einzelfall mehr, sondern ein politisches Muster. Diese Koalition schaut zu und die Grazerinnen und Grazer zahlen am Ende die Rechnung.“



Sammelsystem für Altspeisefette
Mit insgesamt 177 Containern à 240 Liter Fassungsvermögen steht der Grazer Bevölkerung nun ein flächendeckendes und umweltfreundliches Entsorgungssystem für Altspeisefette und -öle zur Verfügung. Die gelben Behälter ersetzen die weißen Container, die seit Beginn des Projekts im Jahr 2021 im Bezirk Andritz und seit 2023 auch in vier weiteren Bezirken (Eggenberg, Gösting, Mariatrost und Ries) genutzt wurden. Alle Standorte der gelben Container sind übrigens in der Graz Abfall-App abrufbar. Vize-Bgm. Judith Schwentner: „Mit den neuen Sammelbehältern machen wir die Entsorgung für die Grazerinnen und Grazer einfacher. Je kürzer der Weg und je klarer das System, desto eher wird es genutzt – und davon profitieren am Ende alle.“



Das Unternehmen Katzbeck darf sich über eine besondere Auszeichnung freuen: Beim aktuellen Market Quality Award geht die Traditionsfirma als Testsieger in Markentreue hervor. Kein anderer österreichischer Fensterhersteller verfügt über so loyale Kunden – ein eindeutiger Spitzenwert, der den Stellenwert der Marke eindrucksvoll bestätigt. Doch damit nicht genug: Auch in den Kategorien Kaufbereitschaft, Werbeauffälligkeit, Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung setzt sich Katzbeck an die Spitze und holt sich ebenfalls Platz 1. „Ein außergewöhnliches Ergebnis, das klar für die emotionale Verbundenheit mit der Marke spricht“, betont Market-Institutsvorstand Werner Beutelmeyer bei der Übergabe des Market Quality Awards.

GRAZ-PUNTIGAM: Wow trifft Wohlfühlen: Reihenhaus mit vielen Extras, Wfl. ca. 114,4 m², Gfl. ca. 218 m², Balkon = 8,14 m², Terrasse = 28,74 m², Doppelcarport, Keller, HWB: 23,6 kWH/m2a, Klasse A, RE/MAX for all, Mag. (FH) Elke Raich, 0664/42 41 767, Kaufpreis 499.500,- Euro, www.remax.at/1606-16594


Energie Steiermark setzt Abschaltungen aus Damit Menschen, die in Notlage geraten sind, die Weihnachtszeit ruhig und ohne Angst verbringen können, setzt die Energie Steiermark ein Zeichen sozialer Verantwortung: Bis Ende Februar gibt es keine Abschaltungen von Strom, Erdgas und Fernwärme bei Zahlungsschwierigkeiten oder offenen Beträgen. „Damit wollen wir einen Beitrag leisten, um all jene zu unterstützen, die von Energiearmut oder anderen Krisen betroffen sind“, so das Vorstands-Duo Martin Graf und Werner Ressi. „Wärme und Licht gehören zu den elementaren Voraussetzungen, um das Weihnachtsfest in Würde feiern zu können“. Gleichzeitig hat die Energie Steiermark den Hilfs-Fonds der Caritas für Energie-Armut auf 200.000 Euro aufgestockt. Im vergangenen Jahr wurden damit mehr als 15.000 Personen unterstützt.


Fazitportrait
Von Johannes Tandl mit Fotos von Anna Stöcher
Hoch über St. Stefan ob Stainz bewirtschaftet die Familie Langmann seit über 250 Jahren steile, karge Hänge, die wie ein Amphitheater Richtung Süden und Osten geöffnet sind. Was früher nur als »Schilcher-Gegend« bekannt war, ist heute eine klar positionierte Weinregion – mit dem Blauen Wildbacher als Hauptsorte, aber ebenso mit großartigen Weißweinen, die hier in den kühlen Höhenlagen heranwachsen. Und mittendrin ein Betrieb, der zeigt, wie man Tradition weiterentwickelt.
Wir arbeiten hier in Lagen, in denen man nichts dem Zufall überlassen kann«, sagt Verena Langmann. Sie ist die nächste Generation im Haus – und gleichzeitig eine präzise Beobachterin des Betriebs, der ihr einmal gehören wird. Die DNA des Weinguts ist der Blaue Wildbacher. Aus dieser autochthonen Sorte entsteht der Schilcher, jener Roséwein mit der knackigen Säure, der lange als bäuerliche Spezialität galt. Für viele Gäste ist der Name Langmann bis heute gleichbedeutend mit »Schilcher«. Die Flächen – rund 34 Hektar selbst bewirtschaftet, mit Zukauf aus der Verwandtschaft auf etwa 40 Hektar erweitert – liegen großteils über 500 Metern Seehöhe. Steile Hänge, viel Handarbeit und extreme Witterungsschwankungen prägen den Alltag. »Manchmal verflucht man den Hang«, sagt Verena und lacht. »Aber am Ende des Tages bist du froh, dass du genau dort arbeitest.« Die Höhenlagen bringen jene frischen, säurebetonten Grundweine, die für das Langmann-Portfolio entscheidend sind – und längst nicht mehr nur für den klassischen Schilcher.
Vom Schilcher zum Sekt – eine stille Revolution Die eigentliche strategische Weichenstellung der vergangenen Jahre ist prickelnd. Langmann hat den Schilcher aus seinem Nischenimage geholt und in die Königsklasse des Schaumweins geführt. Sekt, Frizzante, Große Reserve – Begriffe, die man früher eher mit der Champagne oder großen Niederösterreichern verband, gehören heute selbstverständlich in die Weststeiermark.


Man trifft Entscheidungen, die sich erst Jahre später im Glas zeigen.
Verena Langmann
»Der Blaue Wildbacher ist unglaublich spannend für Sekt«, sagt Verena. Die Sorte liefert jene Frische, Struktur und Aromatik, die hochwertige Schaumweine brauchen. Dazu kommen die Höhenlagen, die für lange Vegetationsperioden bei moderaten Zuckergraden sorgen. »Wir wollen leichte Grundweine mit Spannung – das bekommen wir hier von Natur aus.« 2017 wurde die erste Große Reserve grundgelegt, lange Hefelagerung inklusive. Verena war damals noch Schülerin in Klosterneuburg, durfte aber bereits an den entscheidenden Stellschrauben mitarbeiten. Heute ist die Große Reserve ein Aushängeschild – und das Signal an den Markt, dass der Schilcher viel mehr kann, als viele glauben. »Sekt ist für uns wie eine Zeitkapsel«, sagt sie. »Man trifft Entscheidungen, die sich erst Jahre später im Glas zeigen. Das zwingt einen Betrieb dazu, vorausschauend zu denken.«
Wer die neue Ausrichtung verstehen will, muss in den Buschenschank hinauf. Das Haus liegt spektakulär über den Hügeln, die Terrasse ist ein Logenplatz. Doch der entscheidende Unterschied spielt sich auf den Tellern ab. Neben der klassischen Brettljause findet man heute Rote-Bete-Carpaccio, modern interpretierte kalte Küche, vegetarische und vegane Gerichte – entwickelt gemeinsam mit Spitzenkoch Florian Dreshaj. Was als Experiment begann, ist heute zentraler Baustein der Marke. »Die kalte Küche ist völlig unterschätzt«, sagt Verena. »Dabei kann man da unglaublich kreativ sein, ohne die Tradition zu verraten.« Das Publikum spürt diesen Ansatz: Jüngere Gäste, die hochwertige Küche, gute Weine und eine lässige Atmosphäre suchen, finden hier alles zusammen. Der Buschenschank wurde mehrfach ausgezeichnet – ein Beweis, dass sich Investitionen in Qualität nicht nur im Image, sondern auch im Markt auszahlen. Er dient als Showroom des Weinguts – ein Ort, an dem man erlebt, wofür Langmann steht.
Haltung statt Etikett – Nachhaltigkeit als Prozess Im Marketing wird Nachhaltigkeit oft als Schlagwort benutzt. Am Weingut Langmann ist sie gelebte Praxis. Man arbeitet seit über 15 Jahren herbizid- und pestizidfrei, setzt auf intensive Handarbeit und ist nachhaltig zertifiziert. »Wir haben mit dem Nachhaltigkeitssiegel lange gewartet«, erzählt Verena. »Erst als klar war, dass bestimmte Wirkstoffe wie Glyphosat
ausgeschlossen sind, hat es sich richtig angefühlt.« Bio- oder sogar Demeter-Zertifizierung stehen als Zukunftsszenarien über dem Betrieb, aber ohne hektischen Countdown. »Wir drehen jedes Jahr an kleinen Stellschrauben in Richtung biologisch«, sagt sie. »Aber ein Bio-Logo kommt erst dann auf die Flasche, wenn ich es fachlich und wirtschaftlich zu hundert Prozent vertreten kann.« Die Haltung dahinter: Konsequenz statt Geschwindigkeit. Die Vermarktung ist breit, aber kontrolliert aufgestellt. Neben dem Heimmarkt spielt der Export eine wichtige Rolle – besonders Norwegen und Japan. Beide Länder bevorzugen frische, trockene, säurebetonte Weine. »Unsere Weine funktionieren dort nicht, weil sie exotisch sind, sondern weil sie in die jeweilige Esskultur passen«, sagt Verena. Wachstum um jeden Preis ist dennoch kein Ziel. »40 Hektar sind eine Wohlfühlgröße. Wir kennen jede Lage, jedes Detail. Größer ist nicht automatisch besser.«
Auch die oft zitierte »Weinkrise« beurteilt man differenziert. Ja, jüngere Zielgruppen trinken weniger, aber bewusster. »Wir bedienen nicht das Segment, in dem es nur um Wirkung geht. Wer bereit ist, für Qualität zu bezahlen, eröffnet für Betriebe wie uns neue Chancen.«
Die nächste Generation – leise, klar und entschlossen Formal führt zwar noch Stefan Langmann den Betrieb. Inhaltlich aber ist der Generationenwechsel längst im Gang. Seine Tochter Verena bringt nicht nur neue Impulse für Keller und Buschenschank mit, sondern auch zusätzliche Qualifikationen. Sie besuchte die Weinbauschule Klosterneuburg und absolvierte an der »FH Campus02« ein Marketingstudium, dazu kommen Praktika etwa in der Domäne Wachau. Obwohl sie ihre Erfahrungen gerne noch auf einem Weingut in Argentinien abrunden würde, weiß sie schon jetzt, wie unterschiedlich Betriebe funktionieren. Dazu gehört auch, seinen eigenen Weg zu definieren und konsequent fortzuführen – auch wenn er manchmal gegen Erwartungen verläuft. »Ich definiere mich nicht über Trophäen«, sagt sie. »Sondern darüber, ob ich mich in unseren Weinen wiederfinde.« Dass ihre Handschrift an manchen Stellen anders aussehen wird als die des Vaters, ist eingeplant – und gewollt. »Wichtig ist ein offener Dialog. Durch Reibung entsteht Energie.« Genau diese Energie spürt



Verena Langmann
man am Weingut Langmann: in den kraftvollen, präzisen Sekten, im modernisierten Buschenschank, in der ruhigen, aber bestimmten Art, mit der über Zukunft gesprochen wird. Am Ende bleibt das Bild eines Betriebs, der seine Herkunft nicht verklärt, sondern produktiv nutzt. Die heroischen Lagen, der Blaue Wildbacher, der Schilcher – das alles sind keine Postkartenmotive, sondern wirtschaftliche und kulturelle Assets der Region. Langmann zeigt, wie ein Traditionsbetrieb sich für die kommenden Jahrzehnte rüstet: mit klarer Sortenidentität, starkem Profil im Schaumweinbereich, einem Buschenschank als Markenwelt, konsequenter Nachhaltigkeit und einer Generation, die Verantwortung nicht nur übernimmt, sondern aktiv gestaltet. Und Verena Langmann ist längst die Stimme eines Weinguts, das verstanden hat, dass man seine Geschichte nur weiterschreibt, wenn man bereit ist, neue Kapitel zuzulassen.
Die breite Langmann-Palette Wer Langmann verstehen will, muss seine Vielfalt begreifen. Denn auch wenn der Blaue Wildbacher das Herzstück des Weinguts bleibt, entstand rund um ihn ein beeindruckendes Sortiment, das die Weststeiermark in all ihren Facetten abbildet. Beim Schilcher beginnt es klassisch: Der Schilcher Junker ist der jugendliche Herbstbote – frisch, fruchtig, sofort trinkbereit. Der Klassik wiederum ist jener archetypische Langmann-Schilcher, der mit straffer Säure, Cassis- und Zitrusnoten zum »Signature«-Wein geworden ist. Darüber rangieren Herkunfts- und Lagenstilistik – vom Stainz Schilcher über die präzise, kühle Mine-
ralik der Ried Hochgrail bis zur eleganten Finesse der Ried Edla und der kraftvollen Sonnenhangvariante. Ergänzt wird die Kollektion durch einen feineren Schilcher Rosé, eine seltene Spätlese und sogar einen Blauen Wildbacher Grande Reserve, der zeigt, dass die Sorte auch als Rotwein Tiefgang entwickeln kann. Doch das Portfolio ist breiter, als viele vermuten. Die Weißweine aus den Höhenlagen haben längst ein eigenes Renommee –allen voran die Sauvignons, vom frischen Gebietswein bis zum komplexen Lagenwein Ried Greisdorf Himmelreich, der zu den Flaggschiffen zählt. Dazu kommen elegante Burgunder wie der Weißburgunder, der aromatische Gelbe Muskateller, ein straffer, mineralischer Riesling von der Ried Hochgrail und süße Spezialitäten wie der Gewürztraminer Auslese. Den wohl größten Entwicklungsschub zeigt der Schaumweinbereich. Vom beschwingten Schilcher Frizzante über den vielprämierten Schilcher Sekt Brut bis zum experimentellen Pet Nat spannt sich ein Bogen, der in den Grandes Cuvées gipfelt: Brut Rosé Reserve, Blanc de Blancs, die Große Reserve Stainz und die Große Reserve Langegg –Sekte, die mit jahrelangem Hefelager und großem handwerklichen Anspruch zeigen, wie weit die Weststeiermark inzwischen in der Schaumweinwelt mitspielt.
Die Palette beweist, wie konsequent das Weingut seine Herkunft interpretiert: vom zugänglichen Einstiegswein bis zu Spitzensektreihen, die nationale Maßstäbe setzen. Vielfalt ja – Beliebigkeit nein. Jeder Wein erfüllt im Mosaik der Marke Langmann eine klar definierte Rolle. n
Weingut Langmann vlg. Lex 8511 Sankt Stefan ob Stainz, Langegg 23 Telefon +43 3463 6100 weingut-langmann.at


In der Welt, in der wir leben, sind 98 Prozent dessen, was heute gebaut und entworfen wird, reiner Schrott.
Frank Owen Gehry, 1929–2025, kanadischus-amerikanischer Architekt und Designer

Die Burg feiert in der aktuellen Spielzeit ihr 250-jähriges Bestehen als österreichisches Nationaltheater. Sie gehört somit zu den ältesten europäischen Nationaltheatern, wobei die Erwähnungen als Theater der Wiener Hofburg sogar noch weiter zurückreichen.
Das Burgtheater zählt zu den größten Sprechtheatern Westeuropas und nimmt in der deutschsprachigen Theaterlandschaft eine wesentliche Rolle ein. Mit seinen drei dazugehörenden Spielstätten Akademietheater, Kasino und Vestibül gilt es als wichtigste Schauspielbühne des Landes, die Tradition, Vielfalt und Fortgang verbindet. In der Spielzeit ist es spannend, dass das Burgtheater mit vielen kleinen und großen Veranstaltungen über die Spielzeit verteilt das Jubiläum feiert. Vor 250 Jahren wurde das Haus zum österreichischen Nationaltheater. Zusätzlich ist die Spielstätte »Kasino am Schwarzenbergplatz« nach einjähriger
Sanierung wieder geöffnet – hier finden kleinere, spontanere Formate statt wie Lesungen des Ensembles, eine Improshow mit dem Ensemble, eine Reihe in der Studierende der Sprachkunst ihre Texte vorstellen können, Diskussionen und Communitystücke.
Theatermuseum
Ein besonderes Highlight ist das Gastspiel des Theatermuseums. Objekte und Dokumente aus allen Sammlungen des Theatermuseums erzählen 250 Jahre Burgtheatergeschichte anhand herausragender Ereignisse, Aufführungs-Highlights und Schauspielstars. Die Schau führt von den Anfängen am Michaelerplatz über den glanzvollen Neubau am Ring bis in die
Gegenwart. Historische Kostüme, Handschriften, Bühnenbildentwürfe, Fotografien und Theaterprogramme aus zwei Jahrhunderten eröffnen faszinierende Einblicke in die Welt der großen Theaterstars, in legendäre Inszenierungen und den Alltag hinter den Kulissen.
Teutsches Nationaltheater 1776 noch an alter Stelle von Kaiser Joseph II. per Dekret zum »Teutschen Nationaltheater« erhoben, lässt sich historisch erleben. (Joseph war es übrigens auch, der anordnete, dass die Stücke keine traurigen Ereignisse behandeln sollten, um »die kaiserlichen Zuschauer in keine schlechte Stimmung zu bringen«. Viele Stücke mussten deswegen geändert und

mit einem »Wiener Schluss«, also einem »Happy End« versehen werden.) Seit 4. November können Besucherinnen und Besucher einer Vorstellung 45 Minuten vor Aufführungsbeginn und in Pausen in die Historie des Hauses eintauchen. Exponate aus zwei Jahrhunderten bieten einen Blick auf die Welt des »heute sicherlich bedeutendsten Theaters im deutschsprachigen Raum«, wie es Ingeborg Bachmann bezeichnete. Noch bevor man die Stiegen erklimmt, ist Ausgangspunkt der Reise durch »250 Jahre Burg« (so der Titel) ein Modell des alten Burgtheaters, das barocke Theatertechnik sichtbar macht. Einmal im Leben muss man sowieso im Burgtheater gewesen sein, also ist jetzt wieder gute Gelegenheit dazu. n
Liederabend

August Schmölzer und Dietmar Haas
Von Christian Klepej
Schon am 14. November diesen Jahres haben Pianist Dietmar Haas und Schauspieler August Schmölzer im Stieglerhaus in Sankt Stefan ob Stainz mit »Lieder aus Theresienstadt« einen eindrucksvollen Abend gestaltet. Im Mittelpunkt dieser Aufführung ohne Applaus standen dabei die Texte und Kinderlieder von Ilse Weber, einer deutschsprachigen Schriftstellerin, die als Jüdin – gemeinsam mit einem ihrer Kinder, Tommy – im Oktober 1944 im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau in der Gaskammer umgebracht wurde.
Über eine gute Stunde rezitierte August Schmölzer Texte und Lieder, begleitet am Klavier von Dietmar Haas, die in ihrer Eindringlichkeit jedem Besucher zumindest eine vage Ahnung des nationalsozialistischen Grauens, der unvorstellbaren Verbrechen an den Juden, verinnerlichen
ließ. Und der Wunsch, dass der immer stärker grassierende Antisemitismus in Europa und der ganzen Welt dabeigewesen wäre, war im Saal beinahe zu greifen. Zumindest mir ging es so.
Durch eine Kooperation mit dem Grazer Literaturhaus können Sie diesen Abend auch nacherleben. Am 12. Februar nächsten Jahres werden Haas und Schmölzer die Lieder aus Theresienstadt wiederholen. Unbedingt hingehen. n
Lieder aus Theresienstadt Verfolgte Kunst verfolgter Menschen
Liederabend mit August Schmölzer und Dietmar Haas
12.2.2026, 19 Uhr, Literaturhaus 8010 Graz, Elisabethstrasse 30 literaturhaus-graz.at
Rezension I
Mit den »Kroatischen Elegien« legt der Filmemacher und Medienkünstler Dieter M. Grohmann sein prosaisches Erstlingswerk vor – und das ist durchaus gelungen. Erinnerungsliteratur, die nicht überfordert und nichts »beweisen« will.
Von Philipp Jauernik
Ausgangspunkt dieses sehr persönlichen Prosawerks eines Mannes, der bisher als Medien- und Filmeschaffender sowie als Jurist und KMU-Interessenvertreter bekannt war, sind Sommeraufenthalte einer Wiener Familie an der jugoslawischen Adriaküste zwischen Ende der Neunzehnsechziger- und Beginn der Neunzehnachtzigerjahre. Immer wieder tauchen die Motive Segelboot, Inseln, Häfen und Küstenstraße auf. Der Erzähler tastet sich dabei entlang von Episoden vor: Kindheitsängste im Sturm, das fast banale, aber eindrückliche Drama einer abtreibenden Luftmatratze, kleine und größere Verletzungen, die sich als biografische »Narben« einschreiben. Das ist unspektakulär im besten Sinn: Keine großen Enthüllungen, sondern sorgfältig beobachtete Alltagsdramen einer bürgerlichen, mitteleuropäischen Kindheit.
Perspektivenwechsel
Interessant ist der doppelte Blick. Grohmann erzählt einerseits aus der Perspektive des Kindes, das zwischen italienischen Sehnsuchtsbildern und dem vermeintlich »rohen« Jugoslawien pendelt, und kommentiert andererseits aus heutiger Distanz die damaligen Klischees und familiären Konstellationen. Die Vaterfigur, die er dirigierend, oft provokant, nicht frei von Ressentiments beschreibt, wirkt wie ein Gegenpol zu jenem späteren Grohmann, der für sein Wirken unter Anderem das Österreichischen Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst erhalten hat.
Fließender Essay
Stilistisch arbeitet das Buch mit einem ruhig fließenden, essayistischen Ton. Grohmann erlaubt sich Ausschweifungen, kleine Nachdenkereien über Privilegien, Heimat, Reisen und Identität, ohne ins
akademische Fachvokabular abzurutschen. Man merkt dem Text an, dass der Autor es gewohnt ist, Bilder zu komponieren: Szenen sind klar gesetzt, oft filmisch gebaut, mit deutlichen Einstiegen und Pointen am Ende. Dass seine Filme häufig an der Grenze zwischen äußerer Realität und innerer Erlebniswelt angesiedelt sind, findet so eine literarische Entsprechung. Gelegentlich wird die Reflexion durch Selbstironie gebrochen. Die wiederkehrende Frage, was »Heimat« in einem von Mobilität geprägten Lebenslauf bedeutet, bleibt bewusst offen. Im Ergebnis ist »Kroatische Elegien« eine angenehme, unaufgeregte Lektüre, die nicht überfordert, nichts »beweisen« will und auf große Thesen verzichtet. Es lädt ein, die eigenen Kindheitslandschaften unter dem Aspekt persönlicher Entwicklung zu betrachten. Wer bereit ist, sich auf diesen ruhigen, leicht melancholischen Ton einzulassen, bekommt eine solide, anregende Erinnerungsliteratur, die leise nachwirkt. n

Kroatische Elegien
Von Dieter M. Grohmann
235 Seiten, Hardcover, Verlag Kral 2025
Rezension II
Die katholische Kirche hat seit wenigen Monaten mit dem US-Amerikaner Robert Francis Prevost als Papst Leo XIV. ein neues Oberhaupt. Nun liegt eine unaufgeregte und tiefgründige Analyse vor, was der neue Papst für die Welt bedeutet.
Von Philipp Jauernik
M it »Leo XIV. Ein Weltbürger auf dem Stuhl Petri« schafft Udo Thianich-Schwamberger eine ebenso flüssig geschriebene wie gut informierte Einführung in Leben und geistige Prägung des neuen Papstes. Das Buch versteht sich nicht als politische Analyse des Pontifikatsbeginns, sondern als biografisch-spirituelle Annäherung an eine Persönlichkeit, die vielen außerhalb kirchlicher Kreise bislang kaum vertraut war. Der Autor zeichnet den Weg Robert Francis Prevosts vom katholisch geprägten Vorstadtmilieu Chicagos über seine Zeit als Augustiner, Missionar in Peru und Generalprior bis hin zum Kurienkardinal mit ruhiger Hand nach. Auf Grundlage vielfältiger Quellen entsteht ein biografischer Bogen, der die innere Logik dieses ungewöhnlichen Werdegangs nachvollziehbar macht: Prevost erscheint als Mann, dessen geistige Heimat weniger in römischer Verwaltungskultur liegt als in der augustinischen Tradition einer suchenden, gemeinschaftsorientierten Spiritualität.
Präzise im Stil
Die Kapitel über seine Stationen in Peru gehören zu den eindrucksvollsten des Buches. Thianich-Schwamberger beschreibt anschaulich die pastoralen Erfahrungen im Umfeld politischer Instabilität und sozialer Armut – Erfahrungen, die den späteren Bischof und Kurienleiter sichtbar geprägt haben. Auch die Passagen zum Konklave 2025 fügen sich stimmig ein: Sie verbinden präzise beschriebene Abläufe mit einem Blick für die symbolische Dichte kirchlicher Rituale, ohne ins Pathetische zu kippen. Der Ton des Buches bleibt durchgehend sachlich und unaufgeregt. Vereinzelt blitzt Bewunderung durch, doch der Au-
tor bemüht sich, das Porträt nüchtern zu halten und die spirituelle Verortung des neuen Papstes eher zu erklären als zu feiern. So entsteht ein Werk, das keine Sensationen sucht, sondern Orientierung bietet – über einen Papst, dessen Biografie und theologisches Profil besser verstanden werden wollen. Der Hintergrund des Autors als Wirtschaftspsychologe und als erzbischöflicher Notar (Wien) spiegeln sich in einem sachlichen Ton und inhaltlicher Tiefe wider.
Abseits der Tagespolitik
»Leo XIV. Ein Weltbürger auf dem Stuhl Petri« ist damit ein zeitgemäßes, gut zugängliches Porträt an der Schwelle eines neuen Pontifikats. Für Leser, die jenseits tagespolitischer Debatten wissen möchten, welche geistigen Linien und Lebenserfahrungen den neuen Bischof von Rom prägen, bietet das Buch eine solide und angenehm unprätentiöse Lektüre. n

Leo XIV. Ein Weltbürger auf dem Stuhl Petri Von Udo Thianich-Schwamberger 152 Seiten, Taschenbuch, Verlag Vehling 2025
Teil der «Inclusion Angels» förderst du das Miteinander in unserer Gesellschaft und teilst die Überzeugung, dass Frieden durch Inklusion aller Menschen funktioniert. Jetzt zum «Inclusion Angel» werden:
Allmonatliche Finalbetrachtungen von Johannes Tandl

Unser Land gehört zur Europaspitze. Nicht beim Wachstum, nicht bei den Reformen und erst recht nicht bei der Wettbewerbsfähigkeit. Sondern bei der Abgabenquote. Mit etwa 43,6 Prozent des BIP im Jahr 2024 liegt Österreich noch deutlich vor Deutschland, den Niederlanden oder der Schweiz. Nur Frankreich – jenes Land, das seit Jahren vorführt, wohin Reformunwilligkeit führt – ist noch schlechter. Wer diese Parallele zur ehemaligen »Grande Nation«erkennt, versteht auch, warum Bund und Länder den Abgabenpfad ständig weiter nach oben treiben müssen. Erstaunlich ist die politische Chuzpe, mit der das manche tun. Zuletzt hat etwa ÖGB-Präsident Wolfgang Katzian wieder einmal eine Vermögenssteuer gefordert. Der Gewerkschaftsboss argumentiert, dass Reichensteuern dringend nötig seien, um den vom Fiskalrat geforderten Milliardenbetrag zur Budgetsanierung aufzubringen, ohne durch Sparpakete Arbeitnehmer, Pensionisten und den Sozialstaat zu belasten. Denn trotz seiner Rekordabgabenquote steht Ös-
Österreich.
Zu teuer, zu träge und zu reformresistent
terreich finanziell schlechter da als je zuvor. Dabei gibt es in bei uns längst eine »Reichensteuer«. Kapitalerträge unterliegen einer Kapitalertragssteuer von 27,5 Prozent – automatisch, endgültig, dafür ohne Progression. Internationale Quellensteuern kommen oft noch obendrauf. Kapital zählt hier zu den am härtesten und verlässlichsten besteuerten Einkommensarten. Wer da von »steuerfreiem Luxus«spricht, betreibt bewusste Irreführung. Wer sich die Zahlen der Österreichischen Nationalbank ansieht, erkennt rasch das österreichische Kernproblem. Nicht die Einnahmen sind zu niedrig, sondern die Staatsausgaben explodieren. Die Einnahmenquote liegt heute höher als vor fünf Jahren – trotz Steuersenkungen, trotz Abschaffung der kalten Progression, trotz niedrigerer Körperschaftsteuer. Auf der Ausgabenseite hingegen kennt Österreich nur eine Richtung – nach oben. Trotz einer Abgabenquote nahe der Weltspitze und einer Einnahmenquote von rund 52 Prozent liegen die Staatsausgaben noch höher, nämlich bei 56 Prozent. Höhere Ausgaben als Einnahmen ergeben unweigerlich ein Defizit.
Und nein – es sind nicht Investitionen in die Zukunft, die hier zu Buche schlagen. Es sind steigende Pensionen, kräftige Gehaltsabschlüsse im öffentlichen Dienst, neue Dauerleistungen und ein Staatsapparat, der selbst in der Krise nicht schlanker wird. Gespart wird überall – nur nicht beim Staat. Doch damit nicht genug. Der teuerste Staat der Welt erstickt auch das Wachstum. Im renommierten World-Competitiveness-Ranking des IMD (International Institute for Management Development) sind wir seit 2021 von Platz 19 auf Platz 26 abgestürzt. Bei wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit und staatlicher Effizienz liegen wir nur noch auf Rang 40. Und das als reiches Land mit Wasserkraft, Tourismus, Forschung und dem EU-Binnenmarkt. Österreich ist nicht arm, sondern extrem reformunwillig. Der Kern des Problems liegt tiefer – er ist mental. Wachstum entsteht nämlich nicht durch Subventionen oder staatliche Dauerbetreuung. Wachstum entsteht immer nur durch Wettbewerb. Durch das, was Joseph Schumpeter einst »schöpferische
Zerstörung« nannte. Neue Unternehmen, neue Technologien, neue Geschäftsmodelle verdrängen alte. Das ist unbequem und tut weh. Aber es ist die Voraussetzung für steigende Produktivität, höhere Realeinkommen und sinkende Schuldenquoten. Österreich hat genau das systematisch verhindert. Seit der Pandemie wurden mit Milliarden selbst nicht tragfähige Geschäftsmodelle gestützt – auf Kosten innovativer Neugründungen. Die Unternehmensdynamik fiel auf den niedrigsten Wert in der gesamten EU. In den USA lautet die auf Schumpeter zurückgehende wirtschaftspolitische Leitlinie »Move fast – break things«. Bei uns, in Schumpeters Heimat, könnte sie hingegen »Don’t move – things might break«lauten.
Eine umfassende und tiefgreifende Staatsreform ist überfällig. Das zeigt sich exemplarisch in der Steiermark. Mehr als 80 Prozent des Landesbudgets fließen inzwischen in Soziales, Gesundheit und Personal. Zwar kündigt Landeshauptmann Mario Kunasek an, künftig nur zwei von drei Abgängen nachzubesetzen. Doch das ist keine Sanierung, sondern Demografieverwaltung. Von echten Strukturreformen will also auch die FPÖ nichts wissen. Solange der Staat nicht bei sich selbst spart, bleibt jede Steuerdebatte ein Ablenkungsmanöver. n
Sie erreichen den Autor unter johannes.tandl@wmedia.at


Forsche mit Expertinnen und Experten und schnuppere Uni-Luft.
07. bis 11. April 2026
Montanuniversität Leoben

Kostenlose Übernachtung & Verpflegung
4 Tage schulfrei (mit Freistellung vom Unterricht)
Mindestalter 16 Jahre
Anmeldeschluss 31.01.26
Nur noch 30 Plätze verfügbar!

QR-Code scannen & anmelden! unileoben.ac.at/starter/campdays

Egal, WIE und WO Sie Ihr Zuhause gestalten möchten, alles beginnt mit einem Gespräch.
WIR MACHT’S MÖGLICH.