Nr. 42b/25
WIEN MODERN
Entgeltliche Beilage des Falter Verlags ALLE VERANSTALTUNGEN UND TERMINE











Das diesjĂ€hrige Motto von Wien Modern stammt aus Cornelius Cardews gleichnamigem Werk. Zu sehen ist hier ein Ausschnitt aus der Partitur âThe Great Learningâ
Die GroĂe Lernkurve und was Wien Modern daraus macht | longing to tell Black Music aus den USA zwischen Soul und Avantgarde | Chaya Czernowin im Fokus | Francesca Verunelli sucht den Moment des Hörens | Vielfalt in Form und Klang zwischen Musiktheater, Installation und Party | Erste Bank Kompositionspreis fĂŒr Pierluigi Billone
Vorwort
Inhalt

Bernhard GĂŒnther, der KĂŒnstlerische Leiter von Wien Modern
Liebe Leserinnen und Leser, liebe Hörerinnen und Hörer
Wien ist anders. Weltweit scheint der Backlash 2025 eine einzige Dauerparty zu feiern, in Wien wĂ€chst gerade nicht nur die Bevölkerung, sondern auch das GespĂŒr dafĂŒr, dass DiversitĂ€t bei allen Herausforderungen gut fĂŒr die Stadt ist.
Seit Kurzem leben hier wieder ĂŒber zwei Millionen Menschen. Als das zuletzt der Fall war, um 1910, war Wien (noch vor Berlin) die fĂŒnftgöĂte Stadt der Welt â eine Zeit, die bis heute das Image einer weltweit ausstrahlenden Kulturmetropole prĂ€gt. Auch, wenn danach eine lange, graue Durststrecke folgte: 1988 (im GrĂŒndungsjahr von Wien Modern) sackte die Bevölkerungszahl auf unter 1,5 Millionen. Ohne Migration wĂ€re Wien heute bereits keine Millionenstadt mehr.
Der Fall des Eisernen Vorhangs brachte die Trendwende, inzwischen leben hier 37 Prozent mehr Menschen als vor 37 Jahren. Das nimmt Wien Modern zum Anlass, ĂŒber aktuell notwendige Lernkurven nachzudenken: Ist das Kulturleben, sind wir halbwegs schnell und reflektier genug, um mit dieser Dynamik der Stadtentwicklung mitzuhalten?
Das Festivalprogramm lĂ€dt zur Begegnung mit Vielsprachigkeit, aktueller Formatvielfalt, spannenden Wahlwienern wie beispielsweise Vimbayi Kaziboni (Dirigent und Co-Kurator des Eröffnungskonzertsam 30.10.), AngĂ©lica CastellĂł (die am 1.11. den Ernst Krenek Preis der Stadt Wien bekommt, erstmals bei einer Party in der Ottakringer Brauerei) und Pierluigi Billone (der am 6.11. mit dem Erste Bank Kompositionspreis ausgezeichnet wird). Und nicht zuletzt die titelgebende Schlussproduktion des GesellschaftsvisionĂ€rs Cornelius Cardew zeigt: The Great Learning (30.11.) kann durchaus ein groĂes VergnĂŒgen sein. Wir wĂŒnschen spannende Hörmomente bei Wien Modern!
Wir wĂŒnschen viel VergnĂŒgen bei Wien Modern
Bernhard GĂŒnther
KĂŒnstlerischer Leiter von Wien Modern
Armin Thurnher
Herausgeber FALTER

Mut zum Widerspruch
Die GroĂe Lernkurve â und was Wien Modern daraus macht 2
Die Sehnsucht, zu sprechen Zwischen Soul und Avantgarde: Stimmen aus Black America 4
Im Fokus: Chaya Czernowin Wien Modern prÀsentiert sechs Werke aus vier Jahrzehnten 6
Im Hier und Jetzt Francesca Verunelli sucht den Moment des Hörens 7
Lexikon SĂ€mtliche Veranstaltungen im Ăberblick 8
Zwischen Sound und Szene Von Sonnengucker bis Seniorenresidenz 10
Von Mördern und Irren Von Ingeborg Bachmanns KlangrÀumen 12
The Great Learning Hundert Stimmen fĂŒr Cornelius Cardew 13
Kompositionspreis Erste Bank Kompositionspreis fĂŒr Pierluigi Billone 14
TerminĂŒbersicht 16
Impressum
Medieninhaber: Falter Verlagsgesellschaft m.b.H. Marc-Aurel-StraĂe 9, 1010 Wien, T: +43-1/536 60-0, www.falter.at Redaktion: Miriam Damev Gestaltung und Produktion: Raphael Moser Lektorat: Regina Danek, Daniel Jokesch GeschĂ€ftsfĂŒhrung
Siegmar Schlager Leitung Sales: Ramona Metzler (kar.), Sheila Martel, Christian Fabi Druck: Passauer Neue Presse Druck GmbH, 94036 Passau DVR: 047 69 86.
In Kooperation mit Wien Modern. Alle Rechte, auch die der Ăbernahme von BeitrĂ€gen nach § 44 Abs. 1 und 2 Urheberrechtsgesetz, vorbehalten. Die Offenlegung gemÀà § 25 Mediengesetz ist unter www.falter.at/offenlegung/falter-verlag stĂ€ndig abrufba.
KlÀnge
Zwischen Konfuzius und Mao, Avantgarde und Agitprop, Konzertsaal und Agitationslied: Cornelius Cardews Leben war voller GegensĂ€tze. Wien Modern folgt seiner âGreat LearningâKurve und und feiert den Mut zum Widerspruch
ESSAY: ANDREAS KARL
Unter den KĂŒnstlern, die in der zweiten HĂ€lftedes 20. Jahrhunderts mit ihrer Kunst die Welt zu verĂ€ndern versuchten, ist der 1936 im SĂŒdwesten Englands geborene Cornelius Cardew ohne Zweifel einer der interessantesten und kontroversesten. Als Komponist und brillanter Pianist revolutionierte er in den 1960er-Jahren mit dem Scratch Orchestra und der enigmatischen Bilderpartitur des âTreatiseâ, wie Musik kollektiv und inklusiv gedacht, gemacht und notiert werden kann. Auch politisch verstand sich der glĂŒhende Maoist als RevolutionĂ€r. Eines der bemerkenswertesten Werke aus diesen turbulenten Jahren ist âThe Great Learningâ. 1970 abgeschlossen, vereint es in sieben sehr unterschiedlichen Paragrafen Erfahrungen aus seiner Zeit als Stockhausens Assistent, dem New Yorker Minimalismus und der Arbeit mit dem Scratch Orchestra zu einem Werk, in dem in eindrĂŒcklicher Weise jene WidersprĂŒche und Konflikte,die Revolutionen eben so mit sich bringen, als diskursive GegensĂ€tze nebeneinander bestehen bleiben.
âThe Great Learningâ und seine Form sind von einem der vier kanonischen BĂŒcher des Konfuzianismus inspiriert â dem âDĂ xuĂ©â (in alten Umschriften manchmal âTa Hioâ), zu Deutsch âDas GroĂe Lernenâ. In ihm legt Konfuzius jene GrundsĂ€tze fĂŒr ethische und politische Bildung, Familienhierarchie und Selbstkultivierung dar, die im dynastischen China zur Staatsdoktrin wurden.
Mao und die berĂŒchtigte Viererbande sahen im Konfuzianismus, der sich auf Introspektion und intellektuelle Ăberlegenheit stĂŒtzt, eine feudale Altlast, die der Durchsetzung ihrer Ideale immer noch im Weg stand, und so traten sie in den letzten Jahren der Kulturrevolution eine Propagandakampagne los, die China von Konfuzius befreien sollte.
FĂŒr den mittlerweile politisch zum Maoismus bekehrten Cardew stand sein zuvor komponiertes âThe Great Learningâ nun plötzlich auf der falschen Seite des Klassenkampfs. Hinzu kam ein ironischer Wink der Geschichte: Ausgerechnet der dem Faschismus zugeneigte Ezra Pound hatte jene englische Ăbersetzung des âDĂ xuĂ©â angefertigt, die Cardew als Vorlage diente. In kommunistischer Manier verfasste

Cardew daraufhineine Selbstkritik, in der er diese WidersprĂŒche darlegt und sich gelĂ€utert zeigt â nachzulesen in seinem Pamphlet âStockhausen serves Imperialismâ.
FĂŒr eine Au ff ĂŒhrung in der Londoner Albert Hall gelang es Cardew, die strenge BBC-Zensur zu umgehen und einige Slogans aus der Mao-Bibel ins Libretto einzuschmuggeln. Er musste jedoch erkennen, dass sein Werk auch in dieser Form keinen Beitrag zur âMobilisierung der Massenâ leisten konnte â und so lieĂ er es schlieĂlich in seiner Urgestalt als âmahnendes Beispiel konterrevolutionĂ€rer Musikâ bestehen. In den letzten Jahren vor seinem tödlichen Autounfall im Dezember 1981 komponierte Cardew vor allem Revolutionslieder und Klaviermusik. Es liegt eine gewisse Tragik darin, dass die Musik dieser Schaffenperiode, trotz ihrer Einfachheit und gewollten BanalitĂ€t, zu kunstvoll blieb, um als massentauglich durchzugehen. Sein Versuch, das Scratch Orchestra als âRed Flame Proletarian
zwischen Klavier und Klassenkampf

Propaganda Teamâ weiterzufĂŒhren, scheiterte, ebenso wie die Versuche des ehemaligen Klaviervirtuosen, sich als Pub-Pianist einen Namen zu machen. Dass sich seine Musik, trotz seiner BemĂŒhungen, der ideologischen Vereinnahmung widersetzte, macht einen Teil des Faszinosums aus, das heute noch von ihr ausgeht. Was das mit dem âWien ModernâMotto zu tun hat: Cardew hat eine beeindruckende Lernkurve hingelegt. Er hat in avantgardistischen Positionen nach Antworten gesucht, genauso wie in Agit-Pop und Folksongs; er sah all die WidersprĂŒche, die die Versuche, seine politische und Ă€sthetische Position in Einklang zu bringen, mit sich brachten â und lieĂ sie letztendlich zu.
Die viel beschworene Begeisterung fĂŒr die KomplexitĂ€t der zeitgenössischen Musik meint eben nicht nur den Genuss diffiziler, vielschichtiger Nuancen oder das beeindruckend organische Gewimmel Dutzender Musiker in einem Orchester, sondern auch die Schönheit des Nebenund Miteinanders widersprĂŒchlicher Ă€sthetischer Positionen.
Das Motto âThe Great Learningâ ist ein Aufruf, sich mit der Vielfalt der Meinungen und Inhalte da drauĂen zu beschĂ€ftigen, zuzuhören, an Musik und Diskursen teilzunehmen und offenfĂŒr das zu bleiben, was auf der BĂŒhne und im Kopf passiert â in Cardews Worten: âEine âguteâ AuffĂŒhrung ist eine, in der sich Musiker und Publikum vollstĂ€ndig darauf einlassen.â
Wien Modern bietet zahlreiche Möglichkeiten, genau das zu tun. Zwischen dem 30. Oktober und dem 30. November kann man so Unterschiedliches erleben wie das von Vimbayi Kaziboni und George Lewis kuratierte Eröffnungkonzert, das Komponisten der afrikanischen Diaspora in Europa und Amerika ins Zentrum stellt (30.10.), oder Peter Ablingers âWachstum und Massenmord fĂŒr Titel, Streichquartett und Programmnoteâ (Sie haben richtig gelesen), wo âvom Komponisten intendiert â die âWien Modernâ-Urgesteine des Arditti Quartets die Partitur nur Augenblicke vor der AuffĂŒhrung zum ersten Mal in die Hand bekommen (1.11.).
Im Festivalprogramm findensich auch die unvergleichlich sorgfĂ€ltig und warm gestalteten mikrotonalen Farben und Bewegungen, die die italienische Komponistin Francesca Verunelli mit einer fast existenziellen Hingabe in âSongs and Voicesâ komponiert hat (25.11.), ebenso wie Birgit Minichmayrs Lesung von Bachmanns âUnter Mördern und Irrenâ mit Musik von Klaus Lang (29.11.) oder die rohe Energie der Improvisationen des âEndless Breakfastâ-Trios (7.11.).
Zu den 83 (!) Konzerten kommen zahlreiche Filmscreenings, Partys, Installationen und Musiktheaterprojekte, darunter etwa eine Blues-Oper von Tyshawn Sorey und akua naru, die Traditionen afroamerikanischen Storytellings aufgreift(19.11.).
Zum Ende des Festivals ist es dann so weit: die historisch einmalige Gelegenheit, alle sieben Paragrafen von âThe Great Learningâ an einem Tag und Ort zu erleben âhierzu wird das gesamte Konzerthaus zur BĂŒhne fĂŒr hunderte Beteiligte (30.11.). Schöner geschwungen kann eine Lernkurve nicht sein. F
Mehr Film!
Three Bad Men
2016 schrieb das Wiener Trio Blueblut fĂŒr die Philharmonie Luxemburg einen neuen Live-Soundtrack zu John Fords Stummfilm-Western âThree B a d Menâ. Mit schrillen EinfĂ€llen, Humor und viel Spielfreude lassen sie den alten Kampf zwischen Gut und Böse in einer rauen Welt neu aufleben â samt schrĂ€gen Zwischentönen. Na ch der umjubelten Urauff ĂŒhrung hat es fast zehn Jahre gedauert, bis das Projekt wieder auf die Leinwand kommt. Bei Wien Modern ist es endlich so weit!
Gartenbaukino, 26.10., 10 Uhr
Mehr Video!
Childrenâs Games
Francis AlĂżs, 1959 in Antwerpen geboren und seit 1986 in Mexiko, drehte seit 1999 f a st 50 Filme ĂŒber Kinderspiele â kurze, oftnur wenige Minuten dauernde Miniaturen: Reifenrennen in Afghanistan, Knöchelsteine in Nepal oder ein Passwortspiel im ukrainischen Charkiw. Vier Komponisten haben sich davon inspirieren lassen und neue Werke fĂŒr das Cikada Ensemble geschrieben. Bei Wien Modern treff en die Videoaufnahmen auf ihre musikalischen Spiegelungen: Aleksandra Gryka hört darin stillen Widerstand, AngĂ©lica CastellĂł entwir ft ihre Partitur wie ein Kartenspiel, Kim Myhr entdeckt Unmitt elbarkeit neu, Pierre Slinckx antwortet mit einem gebrochenen Echo von âTwinkle, Twinkle, Litt le Starâ.
M AK , 3.11., 17.30 Uhr
Mehr aus New York!
ICE X MDW
Das International Contemporary Ensemble (ICE), vom New Yorker als âAmerikas fĂŒhrende Gruppe fĂŒr neue Musikâ bezeichnet, gibt sein Wien-DebĂŒt. Zwei Konzerte sind dem Komponisten George Lewis gewidmet: eines unter dem Titel âComposing While Blackâ mit Werken von Anthony Braxton u. a., das andere, âPolyasporaâ, mit StĂŒcken von L e wis, Chaya Czernowin und Hannah Kendall.
mdw, 22.11., 17 Uhr
Musikverein, 23.11., 20 Uhr
Mehr
Erinnerung!
Farb fi lm vergessen?
Christine Schörkhuber verwandelt das Wien der 1990er-Jahre in Klang. Stimmen Zugewanderter erzĂ€hlen von Aufbuch und VerĂ€nderung, ihre Erinnerungen verdichten sich zu einem modularen HörstĂŒck in der Ruprechtskirche âdie Stadt selbst wird zur akustischen Partitur.
Ruprechtskirche, 13.11., 10 bis 22 Uhr
Mehr
Spurensuche!
Verlagerung / Dislocation Bananenkisten werden bei noid zu ResonanzrÀumen globaler War enströme. Mit Klangspenden von Ilia Belorukov, Angélica Castelló, dieb13 u. a. entsteht eine akustische Spurensuche nach Bewegung, Verlust und Neuverortung. Theater am Werk im Kabelwerk, 23. & 24.11., 18 bis 22 Uhr
Von der
Sehns
nach AufklÀrung und KomplexitÀt

Der aus Zimbabwe stammende Wahlwiener Vimbayi Kaziboni leitet das Erö ff nungskonzert
Mit der Bluesoper âlonging to tellâ und der Residency des International Contemporary Ensemble aus New York City richtet Wien Modern den Blick in die USA: Musik zwischen Soul, Blues, Hip-Hop, Jazz und europĂ€ischer Avantgarde
SPURENSUCHE: LJUBIĆ A TOĆ IÄ
ucht
Das Instrumentalensemble ist im Halbkreis versammelt und erweckt ganz unterschiedliche Stilwelten: links ein Schlagzeug, neben ihm Saiteninstrumente, die eher mit Jazz und Soul assoziiert werden. Ihnen gegenĂŒber werken auf der rechten Seite Streicher des Hamburger Ensembles Resonanz, die bisweilen perkussiv agieren, also Spieltechniken zum Einsatz bringen, die eher der europĂ€ischen Avantgarde zugeordnet werden. Das klar definierteSetting, in dessen Zentrum Darstellerin und SĂ€ngerin akua naru agiert, bildet die BĂŒhne fĂŒr âlonging to tellâ, eine als âBlues Operaâ untertitelte Produktion. Stilistisch schmilzt hier einiges zusammen, wenn es darum geht, die Geschichte der Afroamerikanerin Linda Rae zu erzĂ€hlen, die in einem Buch von Tricia Rose vorgestellt wurde.
Roses âlonging to tell: Black Women Talk About Sexuality And Intimacyâ von 2003 lĂ€sst 20 afroamerikanische Frauen aus unterschiedlichen sozioökonomischen VerhĂ€ltnissen zu Wort kommen. Das Interviewbuch schildert die Situation schwarzer Frauen in den USA seit den 1980er-Jahren, die sich unter der sozialpolitisch disruptiv agierenden PrĂ€sidentschaftdes Republikaners Ronald Reagan zu verschlechtern begann. Linda Raes Geschichte kreist exemplarisch um katastrophale Rahmenbedingungen des Lebens, die von Armut, familiĂ€rer Gewalt, Arbeitslosigkeit, Beziehungskatastrophen und Drogen erzĂ€hlen.
Die Zentralfiur in âlonging to tellâ schildert anfangs ihre FamilienverhĂ€ltnisse, um hernach ein Martyrium zwischen Misshandlung in der Ehe, DrogenabhĂ€ngigkeit, Verhaftung,Neubeginn, Drogenentzug und Doppelleben zwischen Ehe und Sexarbeit zu durchleiden. Warum aber nennt sich das Ganze Bluesoper?
Die aus New Haven, Connecticut, stammende Darstellerin akua naru, die auch das Libretto schrieb, versteht diesen traditionsreichen Stil im Sinne einer Definition des Philosophen Cornel West. In seinem Werk âA Lesson from the Bluesâ umreiĂt er diesen âerdigenâ Stil als âlyrisch ausgedrĂŒcktes Katastrophen-Narrativ, das der Katastrophe nicht das letzte Wort ĂŒberlĂ€sstâ.
akua naru, die als âToni Morrison des Hip-Hopâ gefeiert wird und mit ihrem Conscious Rap fĂŒr politische, sozialkritische Musik und Spoken-Word-Ăsthetik steht, gestaltet ihren Part allerdings, wie gesagt, inmitten eines Werkes, das weit ĂŒber eine Stilfarbe hinausgeht. In âlon-
ging to tellâ, dessen Musik Multi-Instrumentalist Tyshawn Sorey komponiert hat, sind auch Spuren von zeitgenössischem Jazz und klassischer Avantgarde vertreten. Darin zeigt sich eigentlich auch Tyshawn Soreys indirekte Verwandtschaft zu US-Komponist George Lewis, der bei Wien Modern eine wichtige Rolle spielt. Sorey komponierte fĂŒr das International Contemporary Ensemble, dessen kĂŒnstlerischer Leiter Lewis ist. Und Sorey bekam 2024 den Pulitzer-Preis fĂŒr ein ,,Adagio (for Wadada Leo Smith)ââ, das dem Avantgardejazz-Trompeter Smith gewidmet ist, der â wie George Lewis â Mitglied der einflusreichen Chicagoer Institution AACM ist.
Das Avantgarde-Kollektiv Association for the Advancement of Creative Musicians, das Lewis in seinem Buch âA Power Stronger Than Itself: The AACM and American Experimental Musicâ portrĂ€tiert hat. wurde 1965 im SĂŒden Chicagos gegrĂŒndet. Die Initiative, von Pianist Muhal Richard Abrams angestoĂen, beinhaltet Sozialprogramme und pĂ€dagogische AktivitĂ€ten. Vor allem aber intendiert AACM, deren Mitglieder auch Avantgardedenker und Saxofonist Anthony Braxton ist, Aufmerksamkeit fĂŒr musikalische Manifestationen, die afroamerikanische Traditionen und kompositorische Techniken der klassischen und neueren Moderne verschmel-

George Lewis verbindet Komposition, Posaune und digitale Kunst

zen. AACM forciert also jene AnsĂ€tze, die ĂŒbliche Jazzklischees aufzulösen trachten, da sie dem Charakter der Werke nicht gerecht werden, in denen Improvisation nur ein Element darstellt.
Tyshawn Sorey kann man â âlonging to tellâ wird es zeigen â ebenfalls der Ă€sthetischen AACM-Strömung zurechnen, der George Lewis als Posaunist, Komponist, Pionier der Computermusik und Professor an der Columbia University angehört. Als exponierter Aufklrer und VorkĂ€mpfer afroamerikanischer Selbstfindungâ auch im kompositorischen Bereich â wird der 1952 in Chicago Geborene beim Eröffnungskonzertdes ORF-Radiosymphonieorchesters Wien unter der Leitung von Vimbayi Kaziboni mit den Werken âYour Network is Unstableâ und âWeatheringâ vertreten sein.
George Lewis vertieft zusĂ€tzlich seine Arbeit in Wien: Er reist mit dem International Contemporary Ensemble an, um eine Woche lang in Kooperation mit der UniversitĂ€t fĂŒr Musik und darstellende Kunst und dessen Webern Ensemble Kompositionen u.a. von Anthony Braxton vorzustellen. Wien Modern blickt insofern mit der sozialpolitisch engagierten Bluesoper âlonging to tellâ und der Kooperation zwischen Musikuni und ICE, die unter dem Titel âComposing While Blackâ prĂ€sentiert wird, ĂŒber Europa hinaus. Im Mittelpunkt stehen Werke afrodiasporischer Komponisten â ein Feld, das die kolonial geprĂ€gte europĂ€ische Avantgarde lange ignorierte und das George Lewis nun sichtbar macht. Auch seine Musik setzt politische und soziale Akzente. Bei der Komposition âWeatheringâ etwa geht es um chronische Belastungen, die an den Rand gedrĂ€ngte Gruppen durch Verelendung, Diskriminierung und Rassismus erleiden. Wobei: Die Komposition soll musikalisch durchaus groovy und mitreiĂend rĂŒberkommen. Das Thema ist ernst, aber George Lewis verbindet mit diesem Orchesterwerk die Hoffnung, âdass diese Musik nicht Stress, sondern Empathie erzeugt, denn vielfĂ€ltige Formen des Weatherings betreffen uns alleâ. F
Erö ff nungskonzert Konzerthaus, 30.10., 19.30 Uhr
longing to tell
MQ Halle E, 19.11., 20.00 Uhr
ICE X MDW: Composing while Black mdw Campus, 22.11., 17.00 Uhr
Mehr Echtzeit!
Vienna Improvisers Orchestra
Michael Fischers âInstant Composition Conductingâ: Mit wenigen Zeichen entstehen Klanglandschaft en, die sich ver weben, verwandeln und ver flĂŒchtigen.
KĂŒnstlerhaus Factory, 27.11., 18 Uhr
Mehr Schicht!
Party Modern Neue Musik im Club: sch:cht [Sıçt] mit Mopcut, Rent a.k.a. Kathrin Euller und GanaĂ«l â Beats, die die Nacht zerlegen.
FLUCC Deck, 13.11., 20.30 Uhr
Mehr Late Night!
SFIEMA: Heimat, fremde Heimat! Ein Late-Night-Trip zwischen Fremd- und HeimatklĂ€ngen, Soundexperimenten, Improvisation und unerwarteter NĂ€he â mit der One.Night.Band und ihren Solisten.
Café Korb, 12.11., 22 Uhr
Mehr Blödsinn!
Blöd & Undiszipliniert
Typisch Blöder Dritt er Mitt woch: Worte purzeln bei jopa jotakin, Körper wirbeln in AVA (closer), dazu Filmexperimente. PRCDR macht mit subtilem Noise den Abschluss.
Reaktor, Ausstellung ab 21.11., 18 Uhr; Performance 26.11., 20 Uhr
Mehr Punk!
Black Page Orchestra
Die Punkband der Wiener neuen Musik prĂ€sentiert StĂŒcke von Zara Ali, Katharina Ernst, Bernhard Lang u. a. sowie die UrauffĂŒhrung âHalucinatio (II): End of the Work Dayâ von Jung An Tagen, inspiriert von der schrillen Bosunâs Whistle zwischen Signal und Musik.
Musikverein, 20.11., 20 Uhr
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Pioniergeist!
ĆNM 50
50 Jahre Ćnm: Das Salzburger Ensemble, einst mit Klangmobilen durch Seoul geradelt, feiert mit Clemens GadenstĂ€ tt ers Raumkomposition âArchipel L ifeâ. Auf neun âInselnâ nimmt der in Klang gefasste Alltag Gestalt an: S chneiden, HĂ€mmern, Reden, Gehen, Klirren â hell, dunkel, warm, kalt â alles klingt hier in eigener FĂ€rbung.
Theater am Werk im Kabelwerk, 23. & 24.11., 20 Uhr
Mehr
Geburtstage!
Kurt Schwertsik 90 Kurt Schwertsiks Partituren tun harmlos und bergen doch âversteckte böse Absichtenâ. Wien Modern feiert den verschmitzten Querdenker der Neuen Musik, der der Avantgarde das LĂ€cheln zurĂŒckgab, mit einem PortrĂ€tkonzert des Ensembles Kontrapunkte. Ein Abend voll W itz, Melancholie und feiner Provokation.
Musikverein, 23.11., 17.30 Uhr

Sechs Werke aus vier Jahrzehnten: Residency fĂŒr die israelische Komponistin Chaya Czernowin
Ein Panorama aus BrĂŒchen, BlĂŒten und Dunkelheit
Chaya Czernowin komponiert das Unsichtbare: Knacken, Rauschen, Schweigen. Eine radikale Hör-Erfahrung
TAUCHGANG:
MIRIAM DAMEV
Wenn Chaya Czernowin komponiert, hört sie in Schichten. GerĂ€usche der Nacht, das Knacken alter BĂ€ume, das kaum Hörbare zwischen Stimmen und Instrumenten. Sie spricht von âendlosen HohlrĂ€umen im Inneren der zunehmenden Dunkelheitâ. Ihre Musik sucht das Unsichtbare, fern von Unterhaltung oder dekorativer KlangflĂ€che.Wer sich darauf einlĂ€sst, erfĂ€hrt eine radikale Form des Hörens.
Geboren 1957 in Haifa als Tochter zweier Holocaust-Ăberlebender, entschloss sich Czernowin frĂŒh, Komponistin zu werden. Sie lernte Klavier, grĂŒndete eine experimentelle Rockband, ging nach Berlin, spĂ€ter nach Tokio und Kalifornien. Seit 2007 lehrt die promovierte Dozentin und mehrfach preisgekrönte Komponistin in Harvard.
In Czernowins Werken summt und brummt, knirscht und rauscht es. Erkundungen nach dem Verborgenen in der Musik, bis hin zum Unhörbaren. Komponieren, sagte sie einmal, bedeute, âeine Vision zur Gestalt bringenâ. Ihrem Werk, das Kammer-, Vokal- und Orchestermusik ebenso umfasst wie BĂŒhnenwerke, haftetstets etwas Schauriges an.
Bei Wien Modern lĂ€sst sich ihr Weg nun ĂŒber vier Jahrzehnte verfolgen. Den Auftaktbildet âAfatsimâ (1996). Der Titel bedeutet Gallen â organische Wucherungen, die Czernowin als Metapher fĂŒr ent-
stellte Zeit begreift.Schon damals ging es ihr nicht um lineare Entwicklung, sondern um Vielschichtigkeit: Vier Instrumentengruppen zerfallen in âWörterâ und âSĂ€tzeâ, die sich wieder neu verflchten.
Ăber ein Jahrzehnt spĂ€ter fĂŒhrt âShevaâ (2008) diesen Gedanken fort. Fragile Linien stoĂen auf massive Klangblöcke, âKlang-Klumpenâ nennt Czernowin das. Das StĂŒck entstand im Umfeld ihres Dialogue Experiment â ein kollektives Labor, in dem Komponisten aufeinander reagierten. Sheva â hebrĂ€isch fĂŒr sieben â ist fĂŒr sieben Spieler geschrieben und trĂ€gt die Erinnerung an diesen Austausch in sich.
2018 folgte mit âBlack Flowersâ ein StĂŒck von konzentrierter KĂŒrze fĂŒr E-Gitarre. Der Titel zitiert den französischen Philosophen Gaston Bachelard: âObscure vegetation: black flwers bloom in matterâs darkness.â Zarte KlĂ€nge verwandeln sich in knarzende GerĂ€usche; mal klingt es wie schwere Regentropfen, mal dehnt Czernowin Töne wie Kaugummi, dazwischen immer wieder Stille.
âImmaterialâ (2021/22) bildet den dritten Teil ihres Triptychons âVenaâ âlateinisch fĂŒr Ader. Sechs Stimmen sind hier von Worten befreit, sie werden Klang, Bewegung, Linie. Ein imaginĂ€res Unterwasser-Theater entsteht, halb Madrigal, halb Klanginstallation, das den Raum selbst in Schwingung versetzt.
Die Trilogie âFast Darknessâ (2020â22) entstand als Reaktion auf die Pandemiejahre. Czernowin beschreibt diese Musik als Erforschung des Moments, wenn
man auf einer fehlenden Stufe stolpert âkurze Augenblicke der Unsicherheit, die sich ins KörpergedĂ€chtnis brennen. âFast Darkness III: Moonwordsâ (2022) bĂŒndelt diese Erfahrung in einer 16-minĂŒtigen vibrierenden Klangreise, die sich wie eine K letterpflanze an einer Wand entlangrankt und dabei immer neue VerĂ€stelungen bildet.
Und schlieĂlich âEzovâ (2023â24), Czernowins viertes Streichquartett fĂŒr das Arditti Quartet. Der Ysop, eine unscheinbare Heilpflanze mit biblischer Symbolik, wird hier zum Bild fĂŒr Reinheit, Verletzlichkeit und Ăberleben.
So entsteht bei Wien Modern ein Panorama, das ihr Werk nicht als Linie erzĂ€hlt, sondern als Geflcht. Von âAfatsimâ bis âEzovâ reicht die Spur des Suchens â nach der Grenze zwischen Klang und Stille, nach dem Moment, in dem Musik nicht mehr sagt, sondern zeigt. F
Ard itt i 51.3
Musikverein, 2.11., 19.30 Uhr
Kontrapunkte: Chaya Czernowin Musikverein, 3.11., 19.30 Uhr
Black Page Orchestra
Musikverein, 20.11., 20 Uhr
ICE X MDW: Polyaspora
Musikverein, 23.11., 20 Uhr
Claudio Abbado Konzert
Musikverein, 25.11., 19.30 Uhr
Der Zeit Zeit geben, sich auszudrĂŒcken
Klang wird Körper, Zeit wird Stimme: Francesca Verunelli sucht nach dem Moment, in dem Hören entsteht
KLANGREISE: MIRIAM DAMEV
Mich fasziniert der Gedanke, jenen Moment zu finden,in dem die intime Vibration der StimmbĂ€nder â das ursprĂŒngliche Wesen aller KlĂ€nge â zum Gesang wird, in dem die nackte Stimme zur singenden menschlichen Stimme wird.â So beschreibt Francesca Verunelli ihr neues Werk âLa nuda voce IIâ, das bei Wien Modern vom Trio Amos uraufgefĂŒhrt wird. Stimme, Flöte, Akkordeon und Violoncello verschrĂ€nken sich hier zu einem fragilen Gewebe, das von jenem Augenblick erzĂ€hlt, in dem Klang und Körper sich lösen â um Gesang zu werden.
Geboren wurde Francesca Verunelli 1979 in Pietrasanta, einem kleinen Ort in der nördlichen Toskana. âHeiliger Steinâ bedeutet der Name â und tatsĂ€chlich ist die LandschaftgeprĂ€gt von den CarraraSteinbrĂŒchen, deren weiĂe Blöcke schon Michelangelo bearbeitete. FrĂŒh stand die Musik im Zentrum: Mit drei Jahren bekam sie ihr erstes Klavier, mit zehn begann sie kleine StĂŒcke zu schreiben. Entscheidend waren die Besuche bei Orchesterkonzerten mit dem GroĂvater. Beethoven, Sibelius, Bruckner â KlĂ€nge, die sie als körperliche Wucht erlebte. Diese Erinnerung ist noch in ihrem Orchesterwerk âTune and retuneâ (2018) prĂ€sent, das vom âAtemâ eines Orchesters erzĂ€hlt, von einem lebendigen Organismus, der sich in der Zeit entfaltet. Mit 14 wurde sie zum Kompositionsstudium in Florenz aufgenommen. Ihr Lehrer, erinnert sie sich, stellte viele Fragen und gab wenige Antworten. Wichtiger als rasche Lösungen war es, das Fragen selbst als Methode zu begreifen. 2007 kam der erste groĂe Erfolg: âEn mouvement (espace double)â wurde beim Centre Acanthes, einer französischen Werkstatt fĂŒr neue Musik, uraufgefĂŒhrt. Verunelli war damals 28.
Ein Wendepunkt war fĂŒr sie die Entdeckung der spektralen Musik: das Hören von KlangrĂ€umen, die jenseits des temperierten Systems liegen. MikrotonalitĂ€t, feinste Schwebungen und das Einbeziehen akustischer PhĂ€nomene prĂ€gen seither ihren Stil. Zwei Obsessionen treiben sie an: Harmonie und Zeit. âFrĂŒher war ich aggressiver darin, der Zeit eine Form aufzuzwingen. Heute bin ich geduldiger und gebe der Zeit Zeit, sich auszudrĂŒcken.â
Verunellis Musik lebt von zarten Geflchten; vibrierende KlÀnge, die an die flirrende Augusthitze der Toskana erinnern. Dunkle Wolken ziehen heran, lösen sich wieder auf. Akustisches und Elektronisches verschmelzen, Stimmen verschwinden im Instrumentalen, Instrumente klingen wie Stimmen.
Ihr Zyklus âSongs and Voicesâ (2023), zu hören im Claudio Abbado Konzert am 25.11., zĂ€hlt zu den bedeutendsten Arbeiten der letzten Jahre: sechs StĂŒcke in unterschiedlichen Besetzungen, vom Abschiedsgesang auf die frĂŒh verstorbe-
ne Schwester bis zu KafkasSchweigen der Sirenen. âDiese PrĂ€senz von Lied in Abwesenheit einer singenden Stimme hat meine Klangsuche angetrieben â eine Art Aporie, die Grenzen des instrumentalen Sichtbaren zu verschieben.â
Nach langen Jahren in Paris lebt Francesca Verunelli heute wieder in Viareggio, nahe den Orten ihrer Kindheit. Es war eine pragmatische Entscheidung und zugleich der Wunsch, nĂ€her bei den eigenen Wurzeln zu sein. Von hier aus arbeitet sie an Werken, die akustische Erfahrungen in neue Perspektiven verwandeln. âDas Neue in der Kunst ist meist nur ein
neuer Blick auf etwas Bestehendesâ, sagt sie. âZeitgenössische Musik entsteht aus unserem jetzigen EmpfindenfĂŒr Leben, Klang und Licht â eine Erfahrung des Moments.â F
Trio Amos Theater am Werk im Kabelwerk, 23.11., 19 Uhr
Claudio Abbado Konzert Musikverein, 25.11., 19.30 Uhr
Artist Talk mit Francesca Verunelli und Chaya Czernowin Musikverein, 25.11., 20.30 Uhr

Mehr
Dialog!
Geschli ff ene Grenzen
Zwischen Kyiv und Tbilisi, Jerewan und Moskau ist der musikalische Dialog verstummt. Mit âThe Tower of Babelâ setzt das Klangforum Wien ein Zeichen und prĂ€sentiert neue Werke von Anna Korsun, Koka Nikoladze, Hovik Sardaryan, Alexander Khubeev und Marina Khorkova â ver fl ochten mit Bildern der Filmpioniere Dziga Vertov und Sergej Eisenstein.
Konzerthaus, 16.11., 19 Uhr
Mehr
RegelbrĂŒche!
Capricci âCapriccioâ heiĂt Regelbruch mit System. Wolfram Schurig widmet dieser Form eine Werkreihe mit PHACE: von fallenden Linien ĂŒber Stimmen im GerĂ€usch bis zu Richters unscharfer Malerei â ein Abend mit kontrolliertem âfreaking outâ.
Reaktor, 2.11., 16 Uhr
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Spiel!
USE/LESS Manual Das ensemble]h[iatus lotet das Feld zwischen PrĂ€senz und Abwesenheit aus: Elisabeth Har niks wandelbares Puzzle âPresences and Absencesâ, Fabrice Charlesâ MitmachFanfare de la Touff e und Helmut Lachenmanns ironisches âGueroâ entfalten einen Abend, in dem Regeln ins Spielerische kippen.
Reaktor, 27.11., 20 Uhr
WIEN MODERN 2025
Musik
Arditt i 51.1 Arditti Quartet, Yaron Deutsch (E-Gitarre), Stefan Prins (Live-Elektronik). Die verschobenen Arditti-Konzerte finden mit unverĂ€ndertem Programm und in gleicher Reihenfolge fast exakt ein Jahr spĂ€ter statt. Das ursprĂŒnglich fĂŒr 2024 geplante Geburtstagsgastspiel zum 50er wird nun nachgeholt â der Arm des Cellisten ist wieder heil. Abend Nummer eins bringt Musik von Arnold Schönberg und Stefan Prins (UA). Konzerthaus, Mozart-Saal, Fr 31.10., 19.30
Arditt 51.2 Arditti Quartet Werke von Peter Ablinger, Arnold Schönberg, Salvatore Sciarrino und Sarah Nemtsov. Konzerthaus, Mozart-Saal, Sa 1.11., 17.30
Arditt i 51.3 Arditti Quartet, Connor Shafran (Live-Elektronik). Werke von Clara Iannott a, Arnold Schönberg, Chaya Czernowin und Iannis Xenakis. Musikverein, Brahms-Saal, So 2.11., 19.30 Arditt i 51.4 Arditti Quartet, Christina Daletska (Sopran). Werke von Hilda Paredes, Luigi Nono und Arnold Schönberg. Musikverein, Brahms-Saal, Di 4.11., 19.30
Barbara Hannigan / Bertrand Chamayou Im Zentrum steht John Zorns Zyklus âJumalatt aretâ ĂŒber neun Göttinnen des Kalevala â Musik zwischen Ritual, Volkslied und Moderne. ErgĂ€nzt wird der Abend durch Werke von Messiaen und Skrjabin. Konzerthaus, Mozart-Saal, Fr 14.11., 19.30 Black Page Orchestra Irene Delgado-JimĂ©nez (Ltg.). Die selbsternannte Punkband unter den Wiener neue-Musik-Ensembles bringt frische Energie in den Musikverein. Auf dem Programm stehen neben Chaya Czernowins âBlack Flowersâ neue StĂŒcke von Zara Ali, Jung an Tagen alias Stefan Juster, Katharina Ernst, Bernhard Lang und weiteren WeggefĂ€hrten. Musikverein, GlĂ€serner Saal, Do 20.11., 20.00
Carte blanche Ă Pierluigi Billone MUK.ensemble.aktuell, Roland Freisitzer (Ltg.). Dike, Göttin der Gerechtigkeit, wacht im Orphischen Hymnus ĂŒber Wahrheit und Unrecht. Billones StĂŒck âDike / Wallâ nimmt diese Figur als Ausgangspunkt fĂŒr eine klangliche Auseinandersetzung mit Macht, Ausgleich und BrĂŒchigkeit â zwischen strenger Ordnung und eruptiver Energie. Dazu Werke von Giacinto Scelsi, Luigi Nono, Morton Feldman und Galina Ustwolskaja. Musikverein, GlĂ€serner Saal, Di 11.11., 20.00
Childrenâs Games Vier Komponisten haben sich von Francis AlĂżsâ Filmen inspirieren lassen und neue Werke fĂŒr das Cikada Ensemble geschrieben. Im Konzert begegnen sich die Videoaufnahmen von Kinderspielen und ihre musikalischen Spiegelungen: Aleksandra Gryka hört darin eine Form s tillen Widerstands, AngĂ©lica CastellĂł legt ihre Partitur wie ein Kartenspiel an, Kim Myhr entdeckt Unmitt elbarkeit neu wĂ€hrend Pierre Slinckx mit einem gebrochenen Echo von âTwinkle, Twinkle, Little Starâ antwortet. MAK SĂ€ulenhalle, Mo 3.11., 17.30
Claudio Abbado Konzert Ensemble C BarrĂ©, Neue Vocalsolisten, SĂ©bastien Boin (Ltg.). In âSongs and Voicesâ entfaltet Francesca Verunelli einen Zyklus von sechs StĂŒcken â vom Abschiedsgesang bis zu Kafk as schweigenden Sirenen. âEin Lied ohne singende Stimmeâ treibt ihre Klangsuche an. Chaya Czernowins âImmaterialâ entwirft in imaginĂ€res Unterwassertheater, in dem die Stimme zu Klang, Emotion, Farbe oder Bewegung wird. Musikverein, GroĂer Saal, Di 25.11., 19.30
Cornelius Cardew: The Great Learning âWenn Musik nur Ă€sthetisch wĂ€re, hĂ€tt e sie kaum diesen Platz in unserem Lebenâ, meinte Cornelius Cardew 1968 zur Urauff ĂŒhrung des ersten Paragrafen von âThe Great Learningâ. Dieses visionĂ€re Werk des englischen Komponisten, der 1981 mit nur 45 Jahren starb, gliedert sich in sieben Paragrafen und basiert auf Konfuziusâ Ta-hio in der Ăbersetzung von Ezra Pound. Am letzten Festivaltag wird es nach einem Jahr Vorbereitung in allen SĂ€len des Wiener Konzerthauses aufgefĂŒhrt â ein seltenes Ereignis, realisiert von IGNM, Junge Musik, Wien Modern und hunderten Mitwirkenden. Im ganzen Konzerthaus, So 30.11., 11. bis 19.00 Ensemble Ionisation instrumentale Mikael Rudolfsson (Ltg.). Das Ensemble versteht sich als Solistenensemble in variabler Besetzung und prĂ€gt die gleichnamige Konzertreihe der MUK mit Auftritt en u.a. im Mozart-Saal und im GlĂ€sernen Saal. Im Zentrum stehen SchlĂŒsselwerke der
neuen Musik, verbunden mit aktueller Praxis und regelmĂ€Ăigen Urauff ĂŒhrungen. Bei Wien Modern erklingt Musik von Sofia Gubaidulina, Simon Bauer und Parsa Bandiei Sabet. Musik und Kunst PrivatuniversitĂ€t der Stadt Wien, MUK.theater, Mi 19.11., 18.00 & 20.00 Eröff nungskonzert ORF RSO Wien, Vimbayi Kaziboni (Ltg.). George Lewis: âYour Network is Unstableâ, âWeathering!â (ĂEA), Jessie Cox: âSchattenspielâ (ĂEA), Hannah Kendall: âHe stretches out the north over the void and hangs the earth on nothingâ (ĂEA). Konzerthaus, GroĂer Saal, Do 30.10., 19.30 Erste Bank Kompositionspreis: Pierluigi Billone Klangforum Wien, Helmut Lachenmann (Stimme), Emilio PomĂĄrico (Ltg.). Der in Pisa geborene Komponist und Wahlwiener Pierluigi Billone erhĂ€lt den Erste Bank Kompositionspreis. Das StĂŒck âME. Studie fĂŒr Ensembleâ beschreibt er als eine Bewegung zwischen Stille, chaotischen Klangmassen und wiederkehrender Leere. Im Anschluss: Empfang. Konzerthaus, Mozart-Saal, Do 6.11., 19.30 Förderpreis Ensemble der Ernst von Siemens Musikstiftung: Lovemusic Laura Bowler: The Sad Album (ĂEA). Das Kollektiv Lovemusic aus StraĂburg gastiert erstmals bei Wien Modern mit âThe Sad Albumâ von Laura Bowler. Eine Stunde Musiktheater ĂŒber die widersprĂŒchlichen Facett en von Trauer: dunkel, bizarr, zĂ€rtlich. Geschichten und Masken, Lachen und Weinen verdichten sich zu choreografiertem Chaos, in dem Stimme und Instrumente an Grenzen stoĂen, universell und intim zugleich. Im Anschluss: Umtrunk. Konzerthaus, Mozart-Saal, So 16.11., 17.00 HĂŒbsch Martel Zoubek + Bertoncini | Endless Breakfast Tiziana Bertoncini (Violine), PierreYves Martel (Modular Synthesizer), Carl Ludwig HĂŒbsch (Tuba), Philip Zoubek (PrĂ€pariertes Klavier, Synthesizer). Endless Breakfast: MariĂĄ Portugal (Percussion), gabby fluke-mogul (Violine), Paula Sanchez (Violoncello). Ein Trio mit Tuba, Synthesizer und prĂ€pariertem Klavier hat sich in den letzten Jahren eine unverwechselbare Sprache aus feinen Klangtexturen und spontanen FormverlĂ€ufen erarbeitet â irgendwo zwischen konzentrierter Stille und eruptiver Improvisation. FĂŒr die aktuelle Tour wĂ€chst es zum Quartett: Akustische und elektronische KlĂ€nge verweben sich, Raum und Zeit dehnen sich, Klarheit triff t auf SpontaneitĂ€t. echoraum, Fr 7.11., 19.00
Ice x mdw: Composing while Black, Vienna edition International Contemporary Ensemble ICE, Clement Power (Ltg.). Das International Contemporary Ensemble, âAmerikas fĂŒhrende Gruppe fĂŒr neue Musikâ (New Yorker), bringt zwei Programme zu Ehren von George Lewis: eines im Rahmen von âComposing While Blackâ, das andere mit groĂen Werken von Lewis, Chaya Czernowin und Hannah Kendall. mdw, Joseph-Haydn-Saal, Sa 22.11., 17.00 Ice x mdw: Polyaspora International Contemporary Ensemble ICE, Webern Ensemble Neue Musik, Clement Power (Ltg.). Werke von George Lewis, Chaya Czernowin und Hannah Kendall. Musikverein, GlĂ€serner Saal, So 23.11., 20.00
Judith Fliedl: Embodied Resonances Gerard Erruz (Elektronik). Wie verÀndert sich Hören, wenn es körperlich, rÀumlich, zwischenmenschlich wird?
Die Geigerin Judith Fliedl erforscht an der Kunstuni Graz neue Konzertformate, die das Publikum aktiv einbeziehen. Im Mitt elpunkt steht nicht nur das Werk, sondern das Hören selbst â als gemeinsames, raumgreifendes Erleben. Musik von Judith Unterpertinger (UA), Christophe Havel, Clemens GadenstĂ€tt er, Gerard Erruz, Viktor MoratĂł und Malin BĂ„ng. Alte Schmiede, So 9.11., 11.00
Klangforum Wien: Tower of Babel Vimbayi Kaziboni (Ltg.) Das Klangforum Wien setzt ein Zeichen gegen die Vereinnahmung von Musik im postsowjetischen Raum. FĂŒnf neue Werke aus der Ukraine, Georgien, Armenien und Russland treffen auf Bilder des Filmpioniers Dziga Vertov und Sergej Eisenstein. Konzerthaus, GroĂer Saal, So 16.11., 19.00
Kontrapunkte: Chaya Czernowin Ensemble Kontrapunkte, Andreas Planyavsky (Flöte), Gott fried Rabl (Ltg.). Sechs Werke aus vier Jahrzehnten: Wien Modern widmet Chaya Czernowin einen Schwerpunkt. Bei den Kontrapunkten erklingen David Kosviner: TAOS 84 (UA), Chaya Czernowins âAfatsimâ (1996) und âShevaâ (2008) sowie Pierre Boulezâ âMemoriale fĂŒr Flöte und acht Instrumenteâ und âDĂ©rive 2â. Musikverein, GlĂ€serner Saal, Mo 3 11., 19.30
Kurt Schwertsik 90 Ensemble Kontrapunkte, Gottfried Rabl (Ltg.), Josipa Bainac (Mezzosopran), Georg Nigl (Bariton). âMeine Musik scheint zuverlĂ€ssig zu sein & ohne Arg, aber es gibt versteckte böse Absichtenâ â so charakterisierte sich Kurt Schwertsik selbst. Das Ensemble Kontrapunkte widmet ihm nun eine groĂe Werkschau, die StĂŒcke aus den Jahren 1976 bis 2017 umfasst. Musikverein, Brahms-Saal, So 23.11., 17.30 MatinĂ©e petite Cordula Bösze, Robert Corazza (Konzept, Ltg.). Mit SchĂŒlerinnen und SchĂŒlern der Musikschulen der Stadt Wien. mumok, So 9.11., 13.00 mdw Klangwandler Jaime Wolfson (Ltg.). Das Programm versammelt Komponistinnen verschiedener Generationen: Edith Lejet mit schillernden Klang flĂ€chen, Tamara Friebel mit dem FlĂŒgelschlag des Schmett erlings, Galina Ustwolskaja mit radikaler Sonate und Farnaz Modarresifar mit drei neuen Werken. Ein Parcours weiblicher Stimmen. mdw Klangtheater, Sa 29.11., 11.00 Mivos Quartett Das New Yorker Quartett rĂ€sentiert Werke von Arnold Schönberg, Hannah Kendall und Tomazs Skweres. Arnold Schönberg Center, Fr 28.11., 18.00
Ćnm 50 | Clemens GadenstĂ€tter: Archipel Life GeneviĂšve Strosser (Viola), Johannes Kalitzke (Ltg.). Das Ćnm feiert 50 Jahre und gastiert zum zehnten Mal bei Wien Modern. Zum JubilĂ€um zeigt es Clemens GadenstĂ€tt ers neue Raumkomposition âArchipel Lifeâ fĂŒr neun Ensembleinseln, Viola, Stimme und Elektronik. Das Ensemble verteilt sich im Raum, Handlungen und Empfindungen des Alltags spiegeln sich auf den einzelnen Instrumenten jeweils anders. Theater am Werk im Kabelwerk, So 23.11. & Mo 24.11., 20.00 Pacific Quartet Vienna Die Leidenschaft fĂŒr die Königsdisziplin der Kammermusik, das Streichquartett , fĂŒhrte Yuta Takase und Simon Wiener (Violine), Chin-Ting Huang (Viola) und Sarah Weilenmann (Violoncello) zusammen: Gemeinsam grĂŒndeten sie ein Ensemble, das Tradition und Gegenwart im Streichquartett eu befragt. Bei Wien Modern erklingen Werke von Sofia Gubaidulina und Julia Purgina. Schömer-Haus, Sa 8.11., 16.00 PHACE + schtum: Loom Ein organisch pulsierendes Gewebe aus elektroakustischen KlĂ€ngen: schtum entfesseln in âLoomâ ein Spiel kreisender Rhythmen, die sich zu intensiven Mustern auftĂŒrmen, mit einem unterschwelligen, bedrohlichen Klangschatt en. Dazu Werke von Malika Kishino, Zara Ali und Emre Sihan Kaleli. Konzerthaus, BerioSaal, Di 18.11., 19.30 Pierluigi Billone: Mani.Marathon Sieben SolostĂŒcke fĂŒr Schlagzeug formen einen offenen Zyklus: reduziert auf das Wesentliche, ohne Elektronik, nah an der direkten Klangpraxis. Jedes Werk erkundet ein Instrument als ganze Klangwelt, entwickelt eigene Manipulationstechniken und spielt mit der Wechselwirkung von Körper und Klang. Das Publikum erlebt intime NĂ€he, wo Interpret und Hörer in vibrierender Resonanz zusammentreffen. Reaktor, Sa 29.11., 14.00 Reihe Zykan+: Vielfalt der Sprache(n) in Wien Michael Mautner (Ltg.), Irene Suchy (Moderation). Musik von O tt o M. Zykan sowie Werke des Calls for Scores âVielfalt der Sprache(n) in Wienâ. MuTh, Mo 17.11., 19.30 Wolfram Schurig: Capricci Ensemble PHACE. Drei Capricci von Wolfram Schurig treiben ihr Spiel mit ungewohnten Besetzungen: Block flöte und Violine, zwei Violen, Bassflöte samt KlavierklĂ€ngen. Dabei spuken Namen wie Goldner, Manganelli und Gerhard Richter als Inspirationsfunken durch die Partituren. Ein Reigen zwischen bildender Kunst, Literatur und Klangexperiment. Reaktor, So 2.11., 16.00
Sfiema: Heimat, fremde Heimat! Im Rahmen der Late-Night-Schiene im CafĂ© Korb lĂ€dt SFIEMA zu einem einmaligen Trip zwischen Fremd- und HeimatklĂ€ngen: Unter dem Titel âHeimat, fremde Heimat!â treffen sich die One.Night.Band, Stimmperformerin Sainkho Namtchylak, ElektroniktĂŒftler Phil Durrant und Herbert Lacina am 12-String-Bass CafĂ© Korb, Mi 12.11., 22.00
Sprechbohrer: Im Zwischenreich Hans G. Helmsâ âfa:mâ aniesgwowâ ist Sprachmusik und akustisches Experiment zugleich. In seinen Werken zerlegte er Wörter, Phrasen, Alltags- und Propagandasprache, um ihre verborgenen Machtstrukturen offenzulegen. Laute und Silben werden fr agmentiert, geschichtet, neu montiert â bis hin zum Titel selbst. Dazu erklingen Urauff ĂŒhrungen
von Astrid Nischkauer und Margret Kreidl. Alte Schmiede, So 16.11., 11.00 strings & noise: Körper.exe Sophie GoidingerKoch (Violine) und Barbara Riccabona (Violoncello) spielen Urauff ĂŒhrungen von Anto Manhartsberger, Sonja MutiÄ und Emre Sihan Kaleli. Dazu Werke von Sophia Goidinger-Koch, Mauro Hertig und Jakob Bött cher. Alte Schmiede, So 2.11., 11.00
Studio Dan: Cobra ff. Game Piece John Zorns âCobraâ entstand 1984 und ist ein legendĂ€res âGame Pieceâ: ein System detaillierter Regeln ohne feste Abfolge. Karten mit Stichworten steuern die Reaktionen der Musiker, ein Souffleur lenkt das Geschehen. Besetzung, Dauer und Verlauf sind offen. Dazu Musik von Peter Brötzmann, Mica Levi und Christof Ressi. MuTh, Fr 28.11., 20.30 Trio Amos HelÄna Sorokina (Mezzosopran). Seit 25 Jahren widmen sich Vera Fischer, Krassimir Sterev und Michael Moser der zeitgenössischen Kammermusik in auĂergewöhnlicher Besetzung fĂŒr Flöte, Akkordeon und Violoncello. Bei Wien Modern prĂ€sentieren sie zwei Urauff ĂŒhrungen von Francesca Verunelli âLa nuda voce IIâ und Jack Sheen âSaseboâ. Theater am Werk im Kabelwerk, So 23.11. & Mo 24.11., 19.00
Use/Less Manual Elisabeth Harnik schrieb âPresences and Absencesâ fĂŒr das ensemble] h[iatus â ein wandelbares Puzzle aus Klang, das je nach Besetzung neue Gestalt annimmt. Bei Wien Modern kommt das StĂŒck zur Urauff ĂŒhrung. Dazu Werke von Fabrice Charles und Helmut Lachenmann. Reaktor, Do 27.11., 20.00 Vienna Improvisers Orchestra Mit âephemeral realities â momentary manifestations â transparent strategiesâ (UA) zeigt das Vienna Improvisers Orchestra Michael Fischers âInstant Composition Conductingâ: Ohne Proben, nur mit Handzeichen entstehen in Echtzeit Klanglandschaft en zwischen Struktur und Improvisation. Jede Auff ĂŒhrung ist einzigartig. KĂŒnstlerhaus, Factory, Do 27.11, 18.00
Musiktheater & Performance
Abendsonne sirene Operntheater / Kristine Tornquist / Tomasz Skweres: Abendsonne (UA), Antanina Kalechyts (Musikalische Leitung), Michael Liszt (BĂŒhne), Nora Scheidl (KostĂŒm), Luisa Liebe (Maske), Jan Maria Lukas (Licht), Ensemble PHACE. In der Seniorenresidenz Abendsonne treffen alte und junge Seelen aufeinander â Ausgangspunkt fĂŒr den nicht unkomischen Versuch einer Wiedergeburt. Das sirene Operntheater verwandelt dieses Setting in eine Tragikomödie des Ăberlebens, in der alltĂ€gliche Routinen plötzlich ins Absurde kippen. Die Musik dazu stammt von Tomasz Skweres, der mit gelassen-humoristischem Ton den szenischen Grenzgang zwischen Komik und Ernst untermalt. Eine âKammeroper im Altersheimâ, die ĂŒberraschende Perspektiven auf Leben, Alter und Neubeginn eröff net. Jugendstiltheater, Mo 10.11., Mi 12.11. bis Mo 17.11., 19.30 Alice in Wonderland Unsuk Chin: Alice in Wonderland (ĂEA). Stephan Zilias (Musikalische Leitung), Er win Ortner, Katja Kalmar (Chorleitung), ORF RSO Wien, Arnold Schoenberg Chor, Gumpoldskirchner Spatzen, Elisabeth Stöppler (Regie), Valentin Köhler (BĂŒhne), Su Sigmund (KostĂŒm), Elana Siberski (Licht). Seit ihrer Urauff ĂŒhrung 2007 gilt Unsuk Chins Oper als faszinierende Mischung aus surrealer Traumlogik und schillerndem Klangtheater. Die koreanische Komponistin, SchĂŒlerin von György Ligeti und TrĂ€gerin des Siemens Musikpreises 2024, entwir ft darin keine MĂ€rchenoper, sondern ein Spiel mit IdentitĂ€t und Selbstbefragung. Am Theater an der Wien inszeniert Elisabeth Stöppler die Begegnung von Alice mit Kaninchen, Raupe, Hutmacher und Herzkönigin als surreale Reise ins Ich. Theater an der Wien, Mo 17.11., Mi 19.11., Sa 22.11., Mo 24.11., Mi 26.11.,19.00
Der Blöde Dritte Mitt woch: Blöd und undiszipliniert #2 Konzertperformance âAufgeblöhd und unterdiszipliniert im Wortebereichâ (UA) von Jopa Jotakin, Tanzperformance âAVAâ (closer, UA) von Karin Pauer, Eva Engelbert, Rozi MĂĄkĂł sowie eine audiovisuelle Performance von Jakob Schauer & MONOCOLOR a.k.a. Marian Essl. Reaktor, Mi 26.11., 20.00 Chaoum Katharina Klement / Isabelle Duthoit / Sabine Maier Die Stimme als Ursprung und RĂ€tsel: Die installative Oper âChaoumâ (UA) entfaltet sich
Alle Termine lexikalisch von 30. Oktober bis 30. November
zwischen Laut und Sinn, Atem und Körper, SubjektivitĂ€t und Kommunikation. Die Protagonistin formt zunĂ€chst amorphe Urlaute, entwickelt daraus Fantasiesprache und wechselt zwischen Deutsch und Französisch. Ihr Körper wird zur Skulptur aus Klang und Bild, Lautsprecher und Projektionen ĂŒberlagern sich, das Klavier dient als Resonanzraum. Texte von Ernst Herbeck, Lynn Book oder Oswald Egger flieĂen als Material ein, Sprache kippt in Politik, Schrift in ideo. So wird Stimme zur Macht, die im offenen lyrischen Netz unterschiedlichste Facetten entfaltet. WUK Projektraum, Sa 22.11., 20.00, So 23.11., 17.00
Gagokbounce: One by One Sebastian Claren / Hyunju Oh / WhatWhy Art Ensemble Gagok, ein koreanischer Gesangsstil voller Verzierungen und BrĂŒche, bildet die Basis fĂŒr Sebastian Clarens Zyklus âGagokbounce: One by Oneâ (ĂEA). Sieben Lieder werden detailgenau neu interpretiert, Performerin Hyunju Oh erweitert sie mit konzentrierter Körpersprache zu stillem Musiktheater. Reaktor, Fr 21. & Sa 22.11., 20.00
longing to tell akua naru / Tyshawn Sorey, Ensemble Resonanz. Diese âBlues operaâ (ĂEA) verbindet die Stimme der Dichterin und MC akua naru mit der Musik von Tyshawn Sorey. Ausgangspunkt ist ein Oral-History-Interview ĂŒber Schwarze Frauenerfahrungen zwischen Trauma und Resilienz. Blues, Spoken Word und Rap verschmelzen zu einer Suche nach Wahrheit und Erinnerung. Museumsquartier Halle E, Mi 19.11., 20.00
MMM: WAS___ Mathia*s Lenz / Maja Osojnik / Matija Schellander (UA). Eine Partitur wĂ€chst durch den Raum: 66 Meter grafischer Notation eröff nen ein Langzeitprojekt, das ĂŒber ein Jahrzehnt hinweg Klang, Bild und Körper verschrĂ€nkt. Drucke, Folien und Ballons werden zu Resonanz flĂ€chen, die das Publikum tasten, verformen, hören kann. Jede Performance erweitert die Partitur, verwandelt Haut in Sensorium und Raum in Klanglandschaft â in offenes Werk, das sich mit jeder Auff ĂŒhrung neu formt. Ve.Sch, Do 6.11., Fr 7.11., So 9.11., Do 13.11., jeweils 17.30 &19.30
Die Nacht weiĂ nicht vom Tage Musikalisches Stationentheater ĂŒber die VergĂ€nglichkeit von Ruth Cerha (UA) Julitt a Dominika Walder, Maria Harpner (Sopran), Christian Reiner (Off-Sprecher), Hemma Tuppy (Klavier), Jake Mann (Klarinette), Florian Sedivy (Regie), Fabian Huster, Jana WĂŒrleitner (Tanz, Choreografie), Manuela Tober (BĂŒhne, KostĂŒm), Richard Bruzek (Licht). In fĂŒnf Stationen durchwandert das Publikum mit Ensemble und TĂ€nzern verschiedene LebensrĂ€ume zwischen Wachen und Schlafen, Erinnern und Vergessen, Leben und Sterben. Acht Lieder und vier Zwischenspiele beleuchten die VergĂ€nglichkeit aus wechselnden Perspektiven; die SĂ€ngerinnen ĂŒbernehmen dabei die Rolle eines kommentierenden Chors, die TĂ€nzer verkörpern emotionale ZustĂ€nde. Soho Studios, Mi 12.11., Di 18.11., Fr 21.11., Mo 24.11., Mi 26.11., 19.30
NAMES: Klingende Dinge Das Salzburger Ensemble prĂ€sentiert ein Programm zwischen Ritual, Spiel und kollektiver Ekstase: Francesco Filidei erklĂ€rt in âEsercizio di pazzia Iâ Luftballons zu Instrumenten, Maja Osojnik öff net mit âDoorways 07â ein grafisches Klanglabyrinth, Raimonda ĆœiĆ«kaitÄ entfaltet in âtuttiâ farbige Ensembletexturen â und mit Terry Rileys Minimal-Ikone âIn Câ endet der Abend im pulsierenden Rausch der Wiederholung. Ab 3 Jahren. Dschungel Wien, Sa 1.11., 15.00, So 2.11., 10.30 & 15.00, Mo 3.11. bis Mi 5.11., 10.00, Sa 8.11., 10.30 & 15.00
Pierre Jodlowski: INSULĂ (ĂEA) Frank Witzel / Louise Sari, Ensemble PHACE. Die Beziehung zu Bildern ist so zentral geworden, dass die Grenzen zwischen RealitĂ€t und Darstellung zunehmend verschwimmen. Der polnisch-französische Komponist und MultimediakĂŒnstler Pierre Jodlowski greift iese Erfahrung in einer neuen Arbeit auf. So entsteht eine atmosphĂ€rische Performance-Installation, in der Musik, Video und Raum zu einer unwirklichen Szenerie verschmelzen. MuTh, Mi 5.11., 19.30
Salon Souterrain: Echos of Numbers I Elisabeth Bakambamba Tambwe, seit Jahren fixer Teil der Wiener freien Szene, lĂ€dt zum transdisziplinĂ€ren Austausch zwischen Kunst, Musik, Performance und Debatte. Mit Bishop Blacks âBig Time Techno feudal sensualityâ (Performance UA), Marianna Areti Mondelos (Performance, Food Art), ZoĂ©-Afan Strasser (Tanz), United Instruments of Lucilin, Cedrik Fermont (DJ) u.a. Palais Schönborn-BatthyĂĄny, Sa 8.11., 21.00
Salon Souterrain: Echos of Numbers II Teil zwei von Elisabeth Bakambamba Tambwes Salon Souterrain. Mit Chiao-Hua Chang (Erhu, Elektronik, Komposition), Manuel Alcaraz Clemente, Lena Fankhauser (Viola), Worst Messiah a. k. a. Thomas Wisser (DJ) u.a. Palais Schönborn-BatthyĂĄny, Sa 15.11., 21.00 Sungazing (ĂEA) Farahnaz Hatam und Colin Hacklander vom Berliner Duo Labour verbinden in âSungazingâ Klangkunst, Ritual und Clubkultur zu immersiven Erfahrungen mit politischem Unterton. Das Schauen in die Sonne dient als Ausgangspunkt fĂŒr eine vielschichtige Reise: Soundsynthese, Perkussion, Video und Tanz verschmelzen zu einem dichten Raum aus Rhythmus, Bild und Körper. Tanzquartier Wien Halle G, Sa 8.11. & So 9.11., 19.00
Installationen
Christine Schörkhuber: Farbfilm vergessen?
Wien im Transformationsprozess der 1990er Jahre (UA). Christine Schörkhuber spĂŒrt in ihrer Klanginstallation dem Wien der 1990er nach: Einwanderung und neue Kulturen verwandelten die Stadt in ein vibrierendes Zentrum. Interviews mit Zeitzeugen verdichten sich zu einem modularen HörstĂŒck â in der Ruprechtskirche und als Soundwalk. St. Ruprechtskirche, Do 13.11., 10.00 bis 22.00 Der Blöde Dritte Mitt woch: Blöd und undiszipliniert #2 Installationen & Objekte von Jan Machacek, Cornelia Mitt endorfer, Jopa Jotakin, Anat St ainberg u.a. Reaktor, Fr 21.11., Sa 22.11. ,18.00, Mi 26.11. & Do 27.11., 19.00, Sa 29.11.,13.00
MMM: WAS___ Klanginstallation von Mathia*s Lenz, Maja Osojnik und Matija Schellander. Ve.Sch, Do 6.11. bis Do 13.11., 17.00 bis 21.00 Noid: Verlagerung | Dislocation (UA) Bei noid verwandeln sich Bananenkisten in ResonanzrĂ€ume: Sie tragen Stimmen globaler Warenströme, er zĂ€hlen von Bewegung, Verlust und Neuverortung. Mit KlangbeitrĂ€gen von Ilia Belorukov, AngĂ©lica CastellĂł, dieb13 a.k.a. Dieter KovaÄiÄ, Marina DĆŸukljev und Saleh Rozat. Theater am Werk im K abelwerk, So 23.11. & Mo 24.11., 18.00 bis 22.00 Volkmar Klien: Einander zĂ€rtlich zugewandt (UA) Volkmar Klien verwandelt die Feststiege des Konzerthauses in ein Resonanzlabor: Drei Holzbalken werden von einer historischen Presse gebogen, ihre Ăchzer per Mikrofon aufgefangen, verstĂ€rkt und beantwortet. âDie Maschine lauscht, sie drĂŒckt, sie ziehtâ, schreibt Klien; ein Schauspiel von Druck und Antwort, Zuwendung und Widerstand zwischen Holz, Stahl und digitalem Gehör. Konzerthaus, Foyer, Do 30.10.,19.00, bis Do 6.11., wĂ€hrend der Ăff nungszeiten
Film
Erste Bank Filmmatinee: John Ford + Blueblut: Three Bad Men Live-Soundtrack zum Film âThree Bad Menâ (USA 1926). John Fords Stummfilmklassiker â3 BAD MENâ kehrt am Nationalfeiertag ins Gartenbaukino zurĂŒck â mit einer auĂergewöhnlichen Live-Vertonung: Die Wiener Av antgarde-Band Blueblut begleitet das epische Western-Drama mit Theremin, Gitarre, Schlagzeug und Elektronik. In Kooperation von Viennale und Wien Modern entsteht so ein filmischer Galopp durch Amerikas Mythos des Aufbruchs â und ein einmaliges Konzertereignis. Gartenbaukino, So 26.10., 10.00 Francis AlĂżs: Childrenâs Games Francis AlĂżs filmt seit 1999 in seiner Serie âChildrenâs Gamesâ Kinder beim Spielen au der ganzen Welt. 14 Filme sind bei Wien Modern zu sehen. Sie zeigen Momente von Geselligkeit und Freude â und wie Fantasie selbst harte, teils gewaltt Ă€tige Umgebungen ĂŒberwindet. MAK SĂ€ulenhalle, Do 30.10. bis Do 6.11., wĂ€hrend der Ăff nungszeiten
Wort & Musik
Ingeborg Bachmann: Unter Mördern und Irren Ingeborg Bachmanns ErzĂ€hlung zeigt die AbgrĂŒnde einer vom Krieg gezeichneten Gesellschaft: R auch und Wahn in WirtshĂ€usern, Extrastuben und Hinterzimmern. Birgit Minichmayr verleiht diesem schonungslosen Text ihre Stimme, begleitet von Wolfgang Kogert an der Orgel und einer Klangform von Klaus Lang. Im zweiten Teil stellt Philipp M aintz Bachmanns Gedicht âDie gestundete
Zeitâ ins Zentrum, interpretiert von Sopra~tutti und MOTUS Percussion unter Christoph Sietzen. Konzerthaus, GroĂer Saal, Sa 29.11., 19.30
Party
Party Modern: Ernst Krenek Preis fĂŒr AngĂ©lica CastellĂł Party Modern bringt die O tt akringer Brauerei zum Beben: Nicolussi macht den Auft akt, AngĂ©lica CastellĂł lĂ€sst Firefly (nothing) flirren, Gischt liefert ein neues Live-Set. drank_ feiert mit Katharina Ernst und Anja Plaschg das DebĂŒtalbum, die Wiener Noise-TĂŒftler bulbul servieren eine wilde Mischung aus Rock, Elektronik und anarchischer Klangkunst, broken âą heart âą collector sorgen f ĂŒr Nostalgie-Flashs und ADA verwandelt den Floor in ein Tanzfeld bis spĂ€t in die Nacht. O tt akringer Brauerei, Hefeboden, Sa 1.11., 19.30 Party Modern: sch:cht [Sıçt] Das bewĂ€hrte Party-Format des Festivals, dieses Mal u.a. mit Mopcut, Rent a.k.a. Katrin Euller und GanaĂ«l. FLUCC Deck, Do 13.11., 20.30
Workshop
La fanfare de la touff e Seit 1995 leitet der französische Komponist, Posaunist und Improvisator Fabrice Charles âLa Fanfare de la Touff eâ, eine improvisierte Fanfare fĂŒr Nicht-Musiker. Bei Wien Modern hĂ€lt er einen Workshop ĂŒber die Kunst des Blasens. Im Anschluss wird die Fanfare zusammen mit Solisten des ensemble]h[iatus aufgefĂŒhrt. Reaktor, Do 27.11., 17.00 (Anmeldung erforderlich)
GesprÀche
Artist Talk Claudia Abbado Konzert Francesca Verunelli und Chaya Czernowin. Musikverein, GroĂer Saal, Di 25.11., 22.00
Bar Modern Archipel Life Theater am Werk im Kabelwerk, Mo 24.11., im Anschluss an das Konzert
Bar Modern Capricci
Mit Wolfram Schurig und PHACE. Reaktor, So 2.11., 17.00, im Anschluss an das Konzert
Bar Modern Childrenâs Games
Mit dem Ensemble Cikada.
MAK, Mo 3.11., im Anschluss an das Konzert
B ar Modern Gagokbounce
Sebastian Claren, Hyunju Oh und Musiker des Ensembles WhatWhy Art. Reaktor, Fr 21.11., 21.30
Bar Modern In memoriam Peter Ablinger Konzerthaus, Buffet Mozartsaal, Sa 1.11., in der Pause
B ar Modern INSULĂ MuTh, Mi 5.11., im Anschluss an das Konzert
Bar Modern Mani.Marathon Reaktor, Sa 29.11., in einer Pause
B ar Modern Trio Amos
Mit Francesca Verunelli und Jack Sheen.
Theater am Werk im Kabelwerk, Mo 24.11., 19.30
B ar Modern Wein Modern PrĂ€sentation des âWein Modernâ 2025 und einer Geburtstagstorte fĂŒr das Arditti Quartet. Konzerthaus, Buffet Mozartsaal, Fr 31.10., im Anschluss an das Konzert
Die letzten Dinge Vortrag zur Produktion âAbendsonneâ Jugendstiltheater, Mo 10.11., Mi 12.11. bis Mo 17.11., 18.30
EinfĂŒhrungsmatinee: Alice in Wonderland
Theater an der Wien, So 2.11., 11.00
EinfĂŒhrungsgesprĂ€ch: Eröff nungskonzert Konzerthaus, Schubertsaal, Do 30.10., 18.30
George Lewis in Conversation Musikverein, GlÀserner Saal, So 23.11., 20.45
Introduction Gagokbounce Reaktor, Fr 21. & Sa 22.11., 19 Uhr Introduction longing to tell Mit Tricia Rose MQ, Halle E, Mi 19.11., 19 Uhr KĂŒnstlergesprĂ€ch Black Page Orchestra Musikverein, GlĂ€serner Saal, Do 20.11., 22.00 Salon PHACE Mit Juri Giannini. Konzerthaus, Neuer Salon, Di 18.11., 18.45
Studio Dan: Amuse-Gueule MuTh, Fr 28.11., 19.15
The Arditt i Quartet in conversation Reaktor, So 2.11., 21.30
Tutt i Klangforum Wien
Konzerthaus Foyer, EG, So 16.11., 21.00
Whatwhy Gugak EinfĂŒhrung in die Klangwelt traditioneller koreanischer Musikinstrumente. Korea Kulturzentrum, Do 20.11., 18.00
Umtrunk: Förderpreis Ensemble der Ernst von Siemens Musikstift ung Konzerthaus, Mozart-Saal, So 16.11., 17.00

und perkussive

Streichquarte tt e im Schömer-Haus mit dem Paci fi c Quartet Vienna



Mehr Resonanz!
Einander zÀrtlich zugewandt
In Volkmar Kliens Installation beugt eine alte Presse Holzbalken, das Holz Àchzt und knarrt. Die Maschine hört zu, verstÀrkt und antwortet und spinnt feine Klangwolken darum. Ein zartes Ritual von Druck und Echo, Widerstand und Zuwendung.
Wiener Konzerthaus Feststiege, 30.10., 19 Uhr bis 6.11., wÀhrend der à ff nungszeiten
Mehr Stimmkunst!
Gagokbounce
Gagok, ein koreanischer Gesangsstil, kennt keine Scheu vor Atem, BrĂŒchen oder Rauheit â darin liegt seine Kraft . Frauen singen im False tt , MĂ€nner pressen die Bruststimme in höchste Lagen: eine Umkehr vertrauter Hörgewohnheiten.
Darauf baut Sebastian Clarens 2022 in Seoul uraufgefĂŒhrter Zyklus âGagokbounce: One by Oneâ auf. Sieben Lieder des weiblichen Repertoires werden akribisch transkribiert. Das sĂŒdkoreanische All-Star-Ensemble
WhatWhy Art ist damit erstmals in Ăsterreich zu erleben, ergĂ€nzt von Performerin
Hyunju Oh, die Musik, Stimme und Bewegung zu stillem, rituellem Musiktheater verschrÀnkt.
Reaktor, 21. & 22.11., 20 Uhr

Vom
Lebendigen
und VergÀnglichen
Formate zwischen Musik, Theater und Installation laden ein, ĂŒber das menschliche Dasein nachzudenken.
VORSCHAU:
MARIE-THERESE RUDOLPH
Wien Modern feiert die Neugier, das Lernen und die Vielfaltâ, lesen wir im programmatischen Text zum Festival Wien Modern, das in seiner 38. Ausgabe zum âGreat Learningâ einlĂ€dt.
Dass zur Vielfalt der zeitgenössischen Musikwelt Musikerinnen, Komponistinnen, Autorinnen und Performerinnen mindestens die HÀlfteder kreativen Arbeiten, wenn nicht gar mehr beitragen, spiegelt sich im diesjÀhrigen Programm beeindruckend wider.
âlonging to tellâ etwa verbindet die Stimme der Dichterin und MC akua naru mit der Musik von Tyshawn Sorey. Ausgangspunkt dieser âBlues Operaâ ist ein Oral-History-Interview ĂŒber Schwarze Frauenerfahrungen zwischen Trauma und Resilienz. Blues, Spoken Word und Rap verschmelzen zu einer eindringlichen Suche nach Wahrheit und Erinnerung.
Als immersive Klangerfahrung, ganz ohne Text, ist die technoide Performance âSungazingâ des Berliner ClubkulturDuos âLabourâ angelegt.
Den titelgebenden âSonnenguckerâ wĂŒrdigen Colin Hacklander und Farahnaz Hatam mit ihren elektronischen Synthi-Sounds, Live-Vokalisten und -Perkussionisten ge-
meinsam mit Video, Tanz und Licht anhand von Referenzen etwa an Platons Höhlengleichnis, griechische Mythologie und Rituale des jahrtausendealten Zoroastrismus oder alternative Medizin. Doch den Blick in die Sonne versteht das Kollektiv bewusst auch als Suche nach Selbsterkenntnis, der es durchaus kritisch begegnet, indem es Potenzial fĂŒr politisches Handeln und zivilen Ungehorsam der Clubszene hinterfragt.
Diese Phase des Lebens haben die meisten bereits hinter sich, wenn sie im Altersheim ihre letzten Jahre verbringen. Die tragikomische Kammeroper âAbendsonneâ (sireneOoperntheater) ist nach einer Seniorenresidenz benannt, in der ein todkranker pensionierter Arzt alles mögliche unternimmt, um wiedergeboren zu werden. FĂŒr das Libretto lieĂ sich Regisseurin Kristine Tornquist von Witold Gombrowiczâ Skandal-Buch âPornografiâ inspirieren, fĂŒhrt dessen Motive jedoch ganz anders aus, also ohne dessen amoralischen Aspekte.
Die an der mdw lehrende Dirigentin Antanina Kalechyts leitet das Ensemble PHACE durch die Partitur des jungen polnischen Komponisten Tomasz Skweres, der in seiner Musik die skurrilen Situationen besonders hervorhebt, trotzdem aber auch der Trauer und Ein-
samkeit der Protagonisten im Jugendstiltheater auf der Baumgartner Höhe klingend Raum gibt. Um einen Schritt weiter im Lebenszyklus, von hinten nach vorne aufgerollt, geht es in Ruth Cerhas musikalischem Stationentheater âDie Nacht weiĂ nicht vom Tageâ: Verantwortlich fĂŒr Idee, Komposition, Texte und Regie umreiĂt sie fĂŒnf âLebens-RĂ€umeâ. In den Soho-Studios darf sich das Publikum auf die âFragilitĂ€t und Kostbarkeit des Seinsâ einlassen, so Cerha, abseits von aktuellen Katastrophen und Szenarien. Und sie thematisiert darin auch die frĂŒhen Kriegserfahrungen ihres Vaters, des Komponisten Friedrich Cerha, und seinen Tod im Jahr 2023.
Ein weiteres MusiktheaterstĂŒck, in mehreren Produktionen international bereits erfolgreich erprobt, ist âAlice in Wonderlandâ von Unsuk Chin. Auf der groĂen BĂŒhne des Theater an der Wien wird die berĂŒhmte fantastische Geschichte vom MĂ€dchen, das in einen Kaninchenbau fĂ€llt, erzĂ€hlt.
Doch bei all den Abenteuern, die es durchstehen muss, bleibt eine Frage essenziell: âWer bin ich?â Abwechslungsreich musikalisch illustriert, schuf die sĂŒdkoreanische Komponistin in ihrer ersten Oper aus dem Jahr 2007 damit ein faszinierendes Werk, das mit dem


1 akua naru leiht ihre Power-Stimme der Bluesoper âlonging to tellâ. 2 Ru th Cerha erforscht unser VerhĂ€ltnis zur Endlichkeit. 3 Zw ischen Ritual und Clubkultur bewegt sich die Performance âsungazingâ. 4 An gĂ©lica CastellĂł wird ausgezeichnet und lotet in âF. Fire fl y (nothing)â fragile ZwischenrĂ€ume aus

ORF RSO Wien, geleitet von Stephan Zilias, in der Regie von Elisabeth Stöppler in Ăsterreich erstmals zur Auff ĂŒhrung kommt.
Keiner linearen Handlung folgt die installative Oper âCHAOUMâ, eine Gemeinschaftarbeit der Pianistin und Komponistin Katharina Klement, der Vokalistin Isabelle Duthoit und der Foto-, Medienund LichtkĂŒnstlerin Sabine Maier. Betitelt nach dem menschlichen Urlaut, entwickelt die Protagonistin aus unartikulierten Lauten, GerĂ€uschen und KlĂ€ngen, erzeugt mit diversen Körperteilen, nach und nach Worte und ein Alphabet, daraus dann sogar eine eigene Sprache. Aber wo beginnt es, dass uns ĂŒber Emotionen hinaus Inhalte und Botschaften ĂŒbermittelt werden? Zu der einzigartigen Vokalperformance von Isabelle Duthoit ertönen die Stimme von Christian Reiner vom Band sowie improvisierte und komponierte Musik und Video-Projektionen. âCHAOUMâ verspricht eine dichte szenische Performance im WUK-Projektraum zu werden.
Gleich ĂŒber eine ganze Dekade angelegt ist âMMM: WAS___â, aus dessen erster Projektphase beim diesjĂ€hrigen Wien Modern die Partiturmeter 1â66 erstmals prĂ€sentiert werden. Als Gegenentwurf zum schnell getakteten Social-Media-

Konsum entwickelt das Kollektiv MMM (Maja Osojnik, Mathia*s Lenz und Matija Schellander) eine interdisziplinĂ€re Raum- und Klangreise, die neue ZugĂ€nge zu Klang- und Bildstrukturen eröffnet â und Partituren jenseits gĂ€ngiger Notensysteme sichtbar macht. Das Publikum ist eingeladen, mitten in der im Ve.Sch Kunstverein ausgebreiteten Partitur teilzuhaben, denn fĂŒr MMM ist sie âdynamischer Prozess, kollektives Tagebuch, rĂ€umliche Klanglandschaftund Dialog zugleichâ. Thema der diesjĂ€hrigen Auseinandersetzung ist âHautâ, die Begrenzung zwischen innen und auĂen, die die Schlagwerkerin Ć pela Mastnak akustisch erforscht. Im finalenJahr von âMMM: WAS___â, 2036, wird die bis dahin entstandene Partitur in 100 Unikate zerschnitten und gemeinsam mit einer limitierte Vinyl Edition veröffentlicht
Die Komponistin und Performerin AngĂ©lica CastellĂł kam 1999 nach Wien, also in der eingangs erwĂ€hnten Zeit des Aufbruch und der Ăffnung.Mittlerweile unterrichtet sie an der mdw, etablierte sich als fixe GröĂe der Szene und wird heuer mit dem Ernst Krenek Preis der Stadt Wien ausgezeichnet. Ein willkommener Anlass fĂŒr die erste Party Modern der diesjĂ€hrigen Festivalausgabe mit einem eindrucksvollen Line-up in der Ottakringer Brauerei.
Doch zuerst erklingt die elektroakustische Komposition âF. Firefly(nothing)â von CastellĂł, eine Meditation ĂŒber die Zeit und ihre Reisen nach SĂŒdafrika und SĂŒdchile, eine Hommage an die Natur und prĂ€gende Persönlichkeiten, und auch hier: eine ReflexionĂŒber das VergĂ€ngliche. F
Party Modern: Ernst Krenek Preis der Stadt Wien fĂŒr AngĂ©lica CastellĂł O tt akringer Brauerei, 1.11., 19.30 Uhr
LABOUR: sungazing Tanzquartier Wien Halle G, 8. & 9.11., 19 Uhr
Abendsonne Jugendstiltheater Steinhof, 10. bis 17.11., 19.30 Uhr
Die Nacht weiĂ nicht vom Tage Soho Studios, 12. bis 26.11., 19.30 Uhr
Alice in Wonderland Theater an der Wien, 17. bis 26.11., 19 Uhr
longing to tell MQ Wien Halle E, 19.11., 20 Uhr
CHAOUM WUK Projektraum, 22.11., 20 Uhr & 23.11., 17 Uhr
MMM: WAS___ Ve.Sch, 6.11. bis 13.11., 17.30 & 19.30 Uhr
Mehr GrenzgÀnge!
Salon Souterrain
Der Salon Souterrain ĂŒbertrĂ€gt das Konzept des bĂŒrgerlichen Salons in die Gegenwart â als off enes, nomadisches Format zwischen Performance, Philosophie und Musik. 2018 von Elisabeth Bakambamba Tambwe gegrĂŒndet, versteht sich die Reihe als Gegenmodell zu gesellschaft licher Abscho tt ung. Tambwe, in Kinshasa geboren und in Wien lebend, ist vieles zugleich: Bildhauerin, Choreografi, Regisseurin, Gr en zgĂ€ngerin. Sie interessiert, wie Machtstrukturen durch Körper sichtbar werden â und wie Kunst sie in Bewegung bringt. Unter dem Titel âEchoes of Numbersâ widmen sich zwei Abende im Palais Schönborn den Gesichtern der Statistik: als Spiegel und Maske, Werkzeug der Erkenntnis und Instrument der Kontrolle. Zahlen ordnen die Welt, doch sie formen auch unsere Wahrnehmung, unsere WĂŒnsche, unsere TrĂ€ume. Im Salon Souterrain werden sie körperlich, sinnlich, performativ verhandelt. KĂŒnstler, Denker und Musiker aus unterschiedlichen Disziplinen â von Komposition ĂŒber Tanz bis Soziologie âreagieren aufeinander, improvisieren, widersprechen, suchen nach neuen Formen des Verstehens. Tambwe fragt, wann eine Zahl aufh ört zu informieren â und beginnt zu regieren.
Palais
Schönborn-Ba tt hyåny, 8. & 15.11., 21 Uhr
Mehr Spiegelbilder!
INSULĂ
Pierre Jodlowski, polnisch-französischer Komponist und MultimediakĂŒnstler, entwir ft mit PHACE eine Performance-Installation w ie eine Insel zwischen Wirklichkeit und Traum. In âINSULĂâ verschrĂ€nken sechs Musiker Klang, Körper und Bild, wĂ€hrend Projektionen auft auchen, k ippen, sich wieder ver flĂŒchtigen. RealitĂ€t und Illusion ĂŒberlagern sich, Grenzen verschwimmen. Das Publikum wird in ein Szenario gezogen, das irritiert und fasziniert: Ein Abend, an dem Musik, Theater und visuelle Kunst ineinander greifen und eine fragile, unwirkliche Gegenwart entwerfen.
MuTh, 5.11., 19.30 Uhr
Mehr
G ött innen!
Hannigan & Chamayou
Wenn Barbara Hannigan und Bertrand Chamayou zusammentreff en, prallen auch Welten aufeinander: die expressive Stimmkunst der Sopranistin und die poetische Klangsprache des Pianisten. Im Zentrum steht John Zorns Zyklus âJumala tt aretâ, eine Hommage an neun Gö tt innen des Kalevala. Musik, die schamanisches Ritual, Volkslied und eruptive Moderne verbindet.
Konzerthaus, 14.11., 19.30 Uhr

Ausgehend von Ingeborg Bachmanns ErzĂ€hlung âUnter Mördern und Irrenâ seziert Birgit Minichmayr das Wien der Nachkriegsgesellscha ft
Nicht weinen unter Mördern und Irren
Ingeborg Bachmann verwebt Klang, Verletzlichkeit und Sprachmusik zu literarischen RĂ€umen
NACHHALL:
DANIEL ENDER
Zerbrechlich und sensibel, unerbittlich zu sich selbst, kompromisslos gegenĂŒber unwahrhaftigerSprache: Es liegt nahe, die Texte Ingeborg Bachmanns und die Person dahinter mit Ă€hnlichen Worten zu beschreiben. Erfahrungen von Fremdheit, Sprachlosigkeit und Verletzlichkeit, VergĂ€nglichkeit und die FragwĂŒrdigkeit menschlicher Beziehungen fĂŒhrten sie zu einem Aufbechen der Sprache, in der Klang und Rhythmus, Erleben und Reflexionuntrennbar verwoben sind. Birgit Minichmayrs Lesung trifftbei Wien Modern auf Musik von Klaus Lang und Philipp Maintz â eine kongeniale Verbindung von Wort und Klang.
Ingeborg Bachmann (1926â1973) entwickelte im dĂŒsteren Nachkriegsösterreich als Zeugin einer kollektiven Zeit- und Geschichtserfahrung in ihren Texten eine oft beschriebene und doch unbeschreibliche MusikalitĂ€t. âAn der Garderobe bringt das Publikum die Ohren in Ordnung und gibt das Gehör abâ, heiĂt es in ihrem Prosatext âDie wunderliche Musikâ (1956): âWas hörst du noch, weil du mich nicht hören kannst, wenn die Musik zu Ende ist?â In solchen paradoxen, verrĂ€tselten Formulierungen kĂŒndet ihre Sprache vom Ver-
stummen und stellt hÀufigeine Beziehung zur Tonkunst her. Damit öffete Bachmann literarische RÀume, in denen Musik selbst als Denkfiur aufscheint.
Die Musik hat Bachmann als Sujet ihrer Texte von den frĂŒhesten Gedichten bis zu ihren letzten Werken beschĂ€ftigt. Bereits 1945 erzĂ€hlt das Gedicht âVor einem Instrumentâ von der Beziehung zum Klavier, zehn Jahre spĂ€ter entsteht âSchwarzer Walzerâ ĂŒber eine Gondelfahrt durch Venedig: âIntroduktion, dann den Auftakt zur Stille und nichts nachher, Pausen schlagende Ruder und die Coda vom Meer!â âEnigmaâ (1967) paraphrasiert Werke von Alban Berg (âNichts wird kommenâ) und Gustav Mahler (âDu sollst ja nicht weinen, sagt eine Musikâ).
Gewidmet ist âEnigmaâ Hans Werner Henze, Bachmanns Freund und kĂŒnstlerischem Mitstreiter. Parallel zu Opernlibretti entstanden musikĂ€sthetische Essays, in denen sie die Beziehung zwischen Musik und Literatur befragte und stets die Politik und Gesellschaftihrer Gegenwart kritisch einbezog. Die âĂberlappungen von Textenâ und der âgleichzeitige Ablauf von kontradiktorischen, variierten oder zur Deckung kommenden Textstellenâ betrachtete Bachmann als besondere QualitĂ€t von Musiktheatertexten. Eine derartige Polyphonie flos auch in
ihren einzigen vollendeten Roman âMalinaâ (1971) ein. Bachmann betonte ihr âbesonderes VerhĂ€ltnis zur Musikâ, zu der sie âeine vielleicht noch intensivere Beziehung als zur Literaturâ habe. In der Musik sehe sie âdas Absoluteâ, das der Sprache nicht erreichbar sei.
Konsequenterweise enthĂ€lt Malina eigene âmusikalischeâ Ebenen mit einem reichen Geflcht an Zitaten â von klassischer Instrumentalmusik ĂŒber Opern, Operetten, Volkslieder, Chansons bis zu Filmmusik âsowie Leitmotive von Schönberg, Mozart, Wagner, Offenbachund Bellini. Der Pierrot lunaire bildet einen Dreh- und Angelpunkt des Texts, und Schönbergs SchlussstĂŒck âO alter Duftaus MĂ€rchenzeitâ taucht zu Beginn und kurz vor Schluss des Romans auf â eine Anspielung auf das verlorene GlĂŒck der Titelfiur. FĂŒr Bachmann war die fehlende Aufarbeitung der NS-Vergangenheit im Nachkriegsösterreich eine offeneWunde, die sie wiederholt schonungslos freilegte. In âUnter Mördern und Irrenâ (1961) leben TĂ€ter und Opfer scheinbar friedlich nebeneinander her, âwenn keiner gegen das Schweigen aufkommtund jeder in sich versinktâ . F
Ingeborg Bachmann: Unter Mördern und Irren Konzerthaus, 29.11., 19.30 Uhr

Nach einem Jahr Vorbereitung erklingt Cardews 1968 uraufgefĂŒhrtes Werk mit Hunderten Mitwirkenden in Wien
Vom Chorknaben zum Soundrevoluzzer
Cornelius Cardews âThe Great Learningâ fĂŒllt zum Finale alle Ecken des Wiener Konzerthauses
LERNSTĂCK:
DANIEL ENDER
D as Lernen ist immer Prinzip seiner Arbeit gewesenâ, schrieb der NeueMusik-Experte und Radiomacher Friedrich Spangemacher 1992 ĂŒber Cornelius Cardew, der zehn Jahre zuvor tödlich verunglĂŒckt war: âEr hat sich zeit seines Lebens einem Lernprozess unterzogen, der an RadikalitĂ€t kaum mit einem anderen britischen Komponisten vergleichbar ist.â
Sein Weg hatte Cardew von den traditionellsten englischen Musikinstitutionen zu den Spitzen der Avantgarde gefĂŒhrt, bevor er sich auch von diesen emanzipierte.
In seiner Kindheit zum Chorknaben an der Kathedrale in Canterbury ausgebildet, studierte er anschlieĂend an der Royal Academy of Music Klavier, Violoncello und Komposition. AuĂerdem lernte er Gitarre â und zwar so hervorragend, dass er 1957 bei der Londoner ErstauffĂŒhrung von Boulezâ âLe Marteau sans maĂźtreâ mitwirken konnte. Im selben Jahr ĂŒbersiedelte er nach Köln, studierte bei Karlheinz Stockhausen, war aber bald fasziniert von John Cages Befreiung der KlĂ€nge und des Musikbegriffs
Nach seinen frĂŒhen, seriell geprĂ€gten Kompositionen widmete er sich in-
tensiv einer Befreiung von determinierten musikalischen AblĂ€ufen und suchte in verschiedenen Formationen nach neuen Möglichkeiten freier Improvisation âebenso nach Wegen, um die Beziehung zwischen Komponierenden und Interpretierenden durch Alternativen jenseits ungleicher MachtverhĂ€ltnisse neu zu gestalten, die er auch als Ausdruck gesellschaftlicherPhĂ€nomene ansah.
Das 1969 gemeinsam mit Howard Skempton und Michael Parsons gegrĂŒndete Scratch Orchestra vereinte experimentelle Musikschaffendemit Menschen aus der Bildenden Kunst, Mixed Media und Performance â ein Lernprozess fĂŒr sich, der gemeinsam mit Cardew allerdings nur fĂŒnf Jahre andauern sollte.
Das Orchester wollte Mitwirkende aus allen Gesellschaftschichten umfassen und ein ebenso breites Publikum ansprechen: Bauern, Industriearbeiter ebenso wie traditionelle Konzertbesucher und Studierende. GemÀà Cardews Interpretation seiner Konfuzius-LektĂŒre sollte die kĂŒnstlerische Arbeit Selbsterkenntnis der Einzelnen ermöglichen und sie in die Gesellschafttragen â ein Projekt, das im zwischen 1968 und 1971 entstandenen Zyklus âThe Great Learningâ kumulative Gestalt annahm. Sieben AbsĂ€tze aus dem ersten Kapitel von Konfuziusâ âDĂ xuĂ©â in
der Ăbersetzung von Ezra Pound bilden die Abschnitte des zwischen vier und sieben Stunden dauernden, grafisch und verbal notierten Zyklus (die mit Paragraph 1â7 ĂŒberschrieben sind).
Seine frĂŒheren Vorbilder sah Cardew jedoch â auch das war eine Form des âLernensâ â bald mit Distanz, ja Ablehnung. In seinem 1974 publizierten Essayband âStockhausen Serves Imperialismâ kritisierte er ebenso Cage (âGhost or Monster?â) wegen dessen Akzeptanz durch den Mainstream. In weiterer Folge revidierte er auch seine âkonfuzianischenâ, von Pound vermittelten Ăberzeugungen â allerdings zugunsten einer Zuwendung zum Maoismus, engagierte sich direkt politisch und geriet mehrfach in Konfliktmit den Behörden.
UnabhĂ€ngig von den wechselnden ideologischen Positionen Cardews öffne sein Schaffendurch die Aufhebungder Trennung von Komponierenden, Interpretierenden und Publikum den Blick fĂŒr die Verteilung von AutoritĂ€t in Kunst und Gesellschaftâ ein Thema, das im 21. Jahrhundert mit Blick auf Demokratie, Teilhabe und Machtstrukturen kaum aktueller sein könnte. F
The Great Learning Konzerthaus, 30.11., 11. bis 19 Uhr
Mehr Junge Musik!
Klingende Dinge Luft ballons knarzen, zischen und quietschen bei Filidei, Osojnik macht aus einer grafischen Partitur ein klingendes Labyrinth, und Rileys legendĂ€res âIn Câ zieht in einen Strudel aus Wiederholung, Variation und v ibrierender Energie. Ab 3 Jahren.
Dschungel Wien, 1.11., 15 Uhr 2.11., 10.30 & 15 Uhr 3 bis 5.11., 10 Uhr 8.11., 10.30 & 15 Uhr
Mehr Sprachen!
Vielfalt der Sprache/n Die Reihe Zykan+ lĂ€sst Sprachvielfalt klingen: Von Zykan und Mautner bis zu neuen Stimmen spannt sich das Panorama â von der vielsprachigen Stadt ĂŒber Friedensvisionen bis zur Mini-Oper ĂŒber den âKriegâ.
MuTh, 17.11., 19.30 Uhr
Mehr Verwandlung!
Klangwandler
Die mdw Klangwandler entwerfen ein klingendes Mosaik: Zarte Naturbilder, monumentale Dramatik, stille Einkehr und Visionen von Verwandlung fĂŒgen sich zu einem Konzert voller Kontraste und Farben.
mdw Klangtheater, 29.11., 11 Uhr

Billone beschreibt âME. Studie fĂŒr Ensembleâ als eine Bewegung zwischen Stille, chaotischen Klangmassen und wiederkehrender Leere
âEine
lange Klangtransformationâ
Der in Pisa geborene Komponist und Wahlwiener Pierluigi Billone erhÀlt den Erste Bank Kompositionspreis
HINEINHĂREN:
DANIEL ENDER
S vincolarsiâ lautet ein Eintrag des Jahres 2018 in den manchmal aphoristischen, manchmal essayistischen Notizen, die Pierluigi Billone in loser Folge aufgezeichnet hat. âSvincolarsiâ, nur ein einziges Wort, auf Deutsch: â(um) sich zu befreienâ. Wer seine Werke hört, spĂŒrt bestĂ€ndiges Suchen, Hineinhören in unbekannte Richtungen, vernimmt ein insistierendes Forschen â und darf sich entscheiden, sich mit auf einen Weg nehmen zu lassen, dessen Verlauf ungewiss erscheint.
Geboren 1960 in Italien, studierte Billone zunĂ€chst bei Salvatore Sciarrino und anschlieĂend bei Helmut Lachenmann â Komponisten mit einer frappierend unterschiedlichen Ăsthetik, von denen sich Billone freilich lĂ€ngst und grĂŒndlich emanzipiert hat.
âIch habe hart gearbeitet und viel lernen mĂŒssen, vor allem allein, aber ich suchte nicht nach einer Möglichkeit, mich ,auszudrĂŒckenâ, ich suchte nicht nach ,meiner Stimmeâ als Komponist. Meine kleine, ,groĂe Aufgabeâ bestand darin, all die Hindernisse zu verstehen und zu ĂŒberwinden, die mich daran hinderten, das, was mir dringend, vorrangig und wich-
tig erschien, ans Licht zu bringen und fĂŒr mich und andere hörbar zu machen. Letztendlich ist es immer noch meine groĂe Aufgabe ⊠Ein bisschen wie die Blues Brothers, die sich ,auf einer Mission Gottesâ fĂŒhlten (,Weâre on a mission from Godâ).â
Was Billone sowohl mit Sciarrino als auch mit Lachenmann verbindet, ist zumindest dem flchtigen Höreindruck nach ein obsessiver Drang, neue KlÀnge zu entdecken (die eigentlich notwendige Diffeenzierung hat auf dieser Seite nie und nimmer Platz, bitte hören Sie sich die Musik selbst an oder melden Sie sich beim Autor!).
Billone kennt die Frage nach gezielten Forschungen nach dem Unerhörten und widerspricht: âTrotz des Anscheins suche ich nicht nach neuem Klangmaterial. Ich erkenne traditionelle und bekannte Grenzen einfach nicht als endgĂŒltig an und bewege mich daher frei in Bereichen, die anderen lediglich als Frucht des Interesses eines Forschers (oder Schmetterlingssammlers) erscheinen. In einer bewussten Arbeitsweise sind Experiment, Erfahrung, Wahrnehmung und Reflexionuntrennbare Pole derselben Praxis. Aber nicht nur das. Die Methode und die Arbeitsmittel sind ebenfalls integraler Bestandteil der
Praxis. Es geht also um die Methode und die Stringenz innerhalb der Methode, was natĂŒrlich auch die ReflexionĂŒber die Methode selbst einschlieĂt (die mit intelligenter FlexibilitĂ€t ĂŒberdacht werden muss).â
Sein neues StĂŒck âME. Studie fĂŒr Ensembleâ beschreibt der Komponist als eine lange Bewegung der Klangtransformation, die verschiedene Phasen und Momente durchlĂ€uft. Der Fokus verschiebt sich stĂ€ndig und bewegt sich zwischen extremen Situationen: von einer einzelnen, in Stille isolierten Schwingung ĂŒber die chaotische Entwicklung von Massen voller innerem Leben bis hin zur stĂ€ndigen RĂŒckkehr ,leererâ Momente.
Die Konstruktion des Werks, so der Komponist, macht diese Klangentwicklung bewusst unkenntlich, zumindest beim ersten Hören. Das Werk ist ein schlichtes Angebot (oder eine Einladung) an den Zuhörer, sich mit der tiefen Bedeutung dieser richtungslosen Transformation zu versöhnen: der Leere und Klanglosigkeit als tiefem Kern der Transformation, den kraftollen und verborgenen Kraftlinien,die sie ermöglichen. Um sich zu befreien. F
Erste Bank Kompositionspreis Konzerthaus, 6.11., 19.30
Mehr
Mut zur Trauer!
Lovemusic
âThe Sad Albumâ heiĂt die neue Produktion von Laura Bowler und dem internationalen Kollektiv Lovemusic, das mit einem Preis der Ernst von Siemens Musikstift ung ausgezeichnet wurde und nun erstmals bei Wien Modern auft ritt Bowler, Komponistin und Performerin, wagt mit ihren Mitspielern eine Expedition in die Landschaft der Trauer â in ihre dunklen, bizarren, manchmal zĂ€rtlichen Winkel. Geschichten wurden geteilt, Masken ausprobiert und zertrĂŒmmert, es wurde geweint, gelacht und getobt: ein Jahr und ein Tag Material, verdichtet zu einer Stunde Musiktheater. Das Resultat changiert zwischen universell und intim, komisch und tragisch, prĂ€zise gebaut und zugleich roh wie ein Ausbruch. Bowler stöĂt ihre Stimme in SchĂŒben von Texten heraus, wĂ€hrend die Instrumente sich in atemlosen Schleifen verstricken. Nichts bleibt bei der bloĂen Klangproduktion: Lovemusic setzt den ganzen Körper ein, erzeugt choreografiertes Cha os, in dem Trauer als widersprĂŒchliche Krafterfahrbar wird. âThe Sad Albumâ, uraufgefĂŒhrt beim Musica F e stival in StraĂburg, ist keine Beichte und kein Requiem, sondern eine mutige Einladung, ĂŒber Traurigsein nicht nur zu sprechen, sondern es auszuhalten, in einer Performance, die zugleich ĂŒberwĂ€ltigt, irritiert und befreit. Konzerthaus, 16.11., 17 Uhr
KALENDARIUM WIEN MODERN 2025
So 26.10. | 10.00
Erste Bank Filmmatinee: John Ford + Blueblut: Three Bad Men Gartenbaukino
Do 30.10. â Do 6.11. Francis AlĂżs: Childrenâs Games MAK, SĂ€ulenhalle
Do 30.10. â Do 6.11. Volkmar Klien: Einander zĂ€rtlich zugewandt Konzerthaus, Foyer
Do 30.10. | 19.30 Eröffnungskonzert: ORF RSO Wien, Vimbayi Kaziboni Konzerthaus, GroĂer Saal
Fr 31.10. | 19.30
Arditti 51.
Konzerthaus, Mozart-Saal
Sa 1.11. | 15.00 NAMES: Klingende Dinge Dschungel Wien
Sa 1.11. | 17.30 Arditti 51. Konzerthaus, Mozart-Saal
Sa 1.11. | 19.30 Party Modern: Ernst Krenek Preis fĂŒr AngĂ©lica CastellĂł
Ottakringer Brauerei, Hefeboden
So 2.11. | 10.30, 15.00 NAMES: Klingende Dinge Dschungel Wien
So 2.11. | 11.00 EinfĂŒhrungsmatinee: Alice in Wonderland Theater an der Wien
So 16.11. | 11.00
So 16.11. | 17.00
So 16.11. | 19.00
So 16.11. | 19.30
Sprechbohrer: Im Zwischenreich Alte Schmiede
Förderpreis Ensemble der Ernst von Siemens Musikstiftung: Lovemusi Konzerthaus, Mozart-Saal
Klangforum Wien: Tower of Babel Geschliffene Grenze Konzerthaus, GroĂer Saal
Abendsonne Jugendstiltheater
Alice in Wonderland
Mo 17.11. | 19.00 Theater an der Wien
Mo 17.11. | 19.30 Abendsonne Jugendstiltheater
Mo 17.11. | 19.30
Di 18.11. | 19.30
Di 18.11. | 19.30
Mi 19.11. | 18.00, 20.00
Reihe Zykan+: Vielfalt der Sprache(n) in Wien MuTh
Die Nacht weiĂ nicht vom Tage Soho Studios
Phace & Schtum: Loom Konzerthaus, Berio-Saal
Ensemble Ionisation instrumentale MUK.theater
So 2.11. | 11.00 Alte Schmiede
So 2.11. | 16.00 Wolfram Schurig: Capricci Reaktor
So 2.11. | 19.30 Arditti 51. Musikverein, Brahms-Saal
Mo 3.11. | 10.00 NAMES: Klingende Dinge Dschungel Wien
Mo 3.11. | 17.30 Childrenâs Games (Konzert mit Videos) MAK, SĂ€ulenhalle
Mo 3.11. | 19.30 Kontrapunkte: Chaya Czernowin
Di 4.11. | 19.30 Arditti 51.
Musikverein, GlÀserner Saal
Di 4.11. | 10.00 NAMES: Klingende Dinge Dschungel Wien
Musikverein, Brahms-Saal
Mi 5.11. | 10.00 NAMES: Klingende Dinge Dschungel Wien
Mi 5.11. | 19.30 Pierre Jodlowski: INSULĂ MuTh
Do 6.11. â Do 13.11 MMM: WAS_____ (Ausstellung) Ve.Sch
Do 6.11. | 17.30, 19.30 MMM: WAS_____ (Performance) Ve.Sch strings & noise: Körper.exe
Mi 19.11. | 19.00
Mi 19.11. | 20.00
Do 20.11. | 18.00
Do 20.11. | 20.00
Fr 21.11. â Sa 29.11
Fr 21.11. | 19.30
Alice in Wonderland Theater an der Wien
longing to tell Museumsquartier, Halle E
Whatwhy Gugak Korea Kulturzentrum
Black Page Orchestra Musikverein, GlÀserner Saal
Der Blöde Dritte Mittwoch: Blöd un undiszipliniert #2 (Ausstellung) Reaktor
Die Nacht weiĂ nicht vom Tage Soho Studios
Fr 21.11. | 20.00 Reaktor
Sa 22.11. | 17.00
Sa 22.11. | 19.00
Sa 22.11. | 20.00
Sa 22.11. | 20.00
Gagokbounce: One by One
Ice x mdw: Composing while Black, Vienna edition mdw Campus, Joseph-Haydn-Saal
Alice in Wonderland Theater an der Wien
Chaoum WUK, Projektraum
Gagokbounce: One by One Reaktor
So 23.11. | 17.00 Chaoum WUK, Projektraum
Erste Bank Kompositionspreis: Pierluigi Billone
Do 6.11. | 19.30 Konzerthaus, Mozart-Saal
Fr 7.11. | 17.30, 19.30 MMM: WAS_____ (Performance) Ve.Sch
Fr 7.11. | 19.00 HĂŒbsch Martel Zoubek + Bertoncini | Endless Breakfast echoraum
Sa 8.11. | 10.30, 15.00 NAMES: Klingende Dinge Dschungel Wien
Sa 8.11. | 16.00 Pacific Quartet Vienn Schömer-Haus
Sa 8.11. | 19.00 Sungazing
Sa 8.11. | 21.00
Tanzquartier Wien, Halle G
Salon Souterrain: Echos of Numbers I Palais Schönborn-Batthyån
So 9.11. | 11.00 Judith Fliedl: Embodied Resonances Alte Schmiede
So 9.11. | 13.00 Matinée petite mumok
So 9.11. | 17.30, 19.30 MMM: WAS_____ (Performance) Ve.Sch
So 9.11. | 19.00 Sungazing
Tanzquartier Wien, Halle G
Mo 10.11. | 19.30 Abendsonne Jugendstiltheater
Di 11.11. | 20.00 Carte blanche à Pierluigi Billone Musikverein, GlÀserner Saal
Mi 12.11. | 19.30 Abendsonne Jugendstiltheater
Mi 12.11. | 19.30
Die Nacht weiĂ nicht vom Tage Soho Studios
Mi 12.11. | 22.00 Sfiema: Heimat, fremde Heimat Café Korb
Do 13.11. | 10.00â22.00 Christine Schörkhuber: Farbfilm vergessen St. Ruprechtskirche
Do 13.11. | 17.30, 19.30 MMM: WAS_____ (Performance) Ve.Sch
Do 13.11. | 19.30 Abendsonne Jugendstiltheater
Do 13.11. | 20.30 PARTY MODERN: SCH:CHT [SIĂT] FLUCC Deck
Fr 14.11. | 19.30 Abendsonne Jugendstiltheater
Fr 14.11. | 19.30 Barbara BertrandHannigan,Chamayou Konzerthaus, Mozart-Saal
Sa 15.11. | 19.30
Abendsonne Jugendstiltheater
Sa 15.11. | 21.00 Salon Souterrain: Echos of Numbers II Palais Schönborn-Batthyån
So 23.11. | 17.30
So 23.11. | 18.00
Kurt Schwertsik 90 Musikverein, Brahms-Saal
Noid: Verlagerung | Dislocation Theater am Werk im Kabelwerk
So 23.11. | 19.00 Trio Amos Theater am Werk im Kabelwerk
So 23.11. | 20.00
So 23.11. | 20.00
Mo 24.11. | 18.00
Mo 24.11. | 19.00
Mo 24.11. | 19.00
Mo 24.11. | 19.30
Mo 24.11. | 20.00
Di 25.11. | 19.30
Mi 26.11. | 19.00
Mi 26.11. | 20.00
Mi 26.11. | 19.30
Do 27.11. | 17.00
Do 27.11. | 18.00
Do 27.11. | 20.00
Fr 28.11. | 18.00
Fr 28.11. | 20.30
Sa 29.11. | 11.00
Sa 29.11. | 14.00
Sa 29.11. | 19.30
So 30.11. | 11.00â19.00
Ice x mdw: Polyaspora Musikverein, GlÀserner Saal
Ćnm 50 | Clemens GadenstĂ€tter: Archipel Life Theater am Werk im Kabelwerk
Noid: Verlagerung | Dislocation Theater am Werk im Kabelwerk
Alice in Wonderland Theater an der Wien
Trio Amos Theater am Werk im Kabelwerk
Die Nacht weiĂ nicht vom Tage Soho Studios
Ćnm 50 | Clemens GadenstĂ€tter: Archipel Life
Theater am Werk im Kabelwerk
Claudio Abbado Konzert Musikverein, GroĂer Saal
Alice in Wonderland Theater an der Wien
Der Blöde Dritte Mittwoch: Blöd un undiszipliniert #2 (Performance) Reaktor
Die Nacht weiĂ nicht vom Tage Soho Studios
La fanfare de la touff Reaktor
Vienna Improvisers Orchestra KĂŒnstlerhaus, Factory
Use/Less Manual Reaktor
Mivos Quartett Arnold Schönberg Center
Studio Dan: Cobra ff. Game Piece MuTh
mdw Klangwandler mdw, Klangtheater
Pierluigi Billone: Mani.Marathon Reaktor
Ingeborg Bachmann: Unter Mördern und Irren Konzerthaus, GroĂer Saal
Cornelius Cardew: The Great Learning Konzerthaus, im ganzen Haus