05 2025 MAI CHF 12.— FACES.CH / @FACESMAG
270 YEARS OF DOING BETTER IF POSSIBLE
ANNIVERSARY EDITIONS
VAC H E R O N CO N S TA N T I N F E I E R T 270 J A H R E S T R E B E N N AC H E X Z E L L E N Z M I T E I N E R S E R I E VO N L I M I T I E R T E N E D I T I O N E N .
JEDER EINZELN NUMMERIERTE ZEITMESSER VERFÜGT ÜBER D I E S I G N AT U R Z U M 270 -J Ä H R I G E N J U B I L ÄU M , E I N E D L E S , VO M M A LT E S E R K R E U Z I N S P I R I E R T E S Z I F F E R B L AT T D E KO R U N D E I N E S P E Z I E L L E K A L I B E R V E R E D E LU N G .
VA C H E R O N - C O N S TA N T I N . C O M
N°05/2025 S.16 The Faces Jamila, Tramell Tillman, Beate Karlsson, Loren Kramar, Michaela Coel, Adam Selman,Sophie Thatcher, Nathan Fielder, Claudia Sheinbaum, Toni Bravo
S.34 The Hype
Die Zeit ist reif für eine volle Ladung sommerliche Modeinspiration.
Fashion, Beauty, Travel, Living&Design
S.62
S.52 The Hype Special Watches
Wir verraten dir, womit wir diesen Frühling unsere eigenen vier Wände schmücken wollen.
S.48
S.62 In Full Bloom Photography: Maximilian Marx Es ist allerhöchste Zeit, die schönsten Uhren der Saison vorzustellen.
S.52
N°05 / 2025
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S.82 And... Action! Photography: Eric James Guillemain
S.92 The Final Bastard Portrait: Jack Nicholson
S.98 Pixel Perfect
Die ehemalige GNTM-Gewinnerin Toni Dreher verwandelt sich für uns in eine moderne Barock-Königin.
photo basel 2025
S.118
S.118 Baroque Nouveau
Was passiert am Filmset, wenn die Kamera nicht läuft? Fotograf Eric James Guillemain hat die intimen Momente in einem Buch festgehalten.
Photography: Robert Larsen
S.82
S.132 Sole Rebel Interview: Bridie Husband Die photo basel steht vor der Tür. Einen Vorgeschmack auf die Fotografie-Messe gibt es bei uns schon jetzt.
S.98 6
N°05 / 2025
S.132 Ora Et Labora Watches
S.146 Vibrant Photography: Lois Cohen
Surreal und satirisch: Wir kriegen nicht genug vom Kreativduo Lois Cohen und Indiana Roma Voss.
S.146
S.158 Island Breeze Photography: Nathalie Zimmermann
Mit dieser Modestrecke träumen wir uns direkt nach Andalusien.
S.158
S.178 WTF Kunst
S.10 Impressum
COVER Photography: Maximilian Marx Styling & Creative Direction: Alexander Huber Hair & Make-up: Tanja Fritzler Model: Em Stenberg
S.12 Contributors
Kleid von H&M X MAGDA BUTRYM. Ohrringe von TIFFANY & CO. Sonnenbrille von ALAÏA.
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N°05 / 2025
NEU
Anti-Aging-Exzellenz für die Sonne Sunleÿa revolutioniert den Sonnenschutz, indem sie die schädlichen Auswirkungen der Glykation*, dem Hauptfaktor der lichtbedingten Hautalterung, korrigiert. Die Haut ist geschützt und langanhaltend gebräunt. Anti-Falten. Verbesserung der Elastizität. Prävention von Pigmentflecken.
* In-vitro-Test
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IMPRESSUM HERAUSGEBER Stefan Berger – berger@faces.ch Patrick Pierazzoli – pierazzoli@faces.ch CHEFREDAKTEUR Patrick Pierazzoli VERLAGSLEITUNG Stefan Berger CREATIVE CONSULTANTS Florian Ribisch Alex Wiederin REDAKTION Michael Rechsteiner Josefine Zürcher Livia Schneckenburger FASHION DIRECTOR Nadia Hartzer GRAFIKLEITUNG Bianca Ugas – grafik@faces.ch GRAFIKASSISTENZ Gian Ganter FACES, Bertastrasse 1, CH-8003 Zürich AUTORINNEN Jasna Lohr, Michael Rechsteiner, Josefine Zürcher FOTOS & ILLUSTRATIONEN Lois Cohen, Eric James Guillemain, photo basel international art fair, Robert Larsen, Maximilian Marx, Nathalie Zimmermann, pa picture alliance (dpa), Launchmetrics SpotlightSM TYPEFACES Synt (Dinamo) Salt Lake (Florian Ribisch) ANZEIGEN & KOOPERATIONEN SCHWEIZ Monika Brändli – monika.braendli@faces.ch Pascal Konrad – pascal.konrad@faces.ch +41 (0) 43 322 05 37 ANZEIGEN & KOOPERATIONEN DEUTSCHLAND & ÖSTERREICH FACES Deutschland, Straßburger Straße 6D, D-10405 Berlin Julia Gelau, Managing Director Germany & Austria – julia@faces.ch; +49 (0) 30 552 02 383 ANZEIGEN & KOOPERATIONEN ITALIEN EDICONSULT INTERNAZIONALE srl, Piazza Fontane Marose 3, I-16123 Genova milano@ediconsult.com; +39 (0) 010 583 684 ANZEIGEN & KOOPERATIONEN FRANKREICH & GROSSBRITANNIEN Nina Neuhaus – nina.neuhaus@condenast.de; +33 (0) 6 88 58 71 74 ABONNEMENTSPREISE FACES erscheint 8 Mal im Jahr. Einzelverkaufspreis CHF 12.— ; Jahresabo CHF 68.— © Copyright 2025 Fairlane Consulting GmbH Der FACES-Schriftzug/-Stern sind eingetragene Markenzeichen der Fairlane Consulting GmbH und dürfen nicht ohne deren Zustimmung verwendet werden. Nachdrucke, auch auszugsweise, nur mit schriftlicher Genehmigung des Verlags.
PEFC-zertifiziert Dieses Produkt stammt aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern und kontrollierten Quellen PEFC/04-31-0714
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www.pefc.de
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windsor.ch
MERCI It’s our friends that allow us to grow.
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Maximilian Marx
Alex Huber
Robert Larsen
Alessia Ryazanova
Vor 15 Jahren rasten Maximilians Freunde mit dem Skateboard an ihm vorbei – er hielt sie fotografisch fest. Dass ihn dies einmal zur Fashion-Fotografie bringen würde, ist gar nicht so abwegig, wie es klingen mag. Denn Bewegung, Energie und Leben braucht es auch in Modestrecken. Für Maximilian besteht Modefotografie aus mehr als dem Abbilden von Trends. Vielmehr geht es um ein Spiel mit Stil, Emotionen und Identität.
Er findet für alle das beste Outfit: Pamela Anderson, Lena Gercke und Helene Fischer hat Stylist Alex Huber bereits in die Stoffe gehüllt, die ihre Persönlichkeiten am besten ausdrücken. Mit unserem Editorial macht er uns so richtig Laune auf Sommer. Hat man ein solches Gespür für Trends, ist klar, dass Magazine wie Vogue, GQ, Glamour – und natürlich auch wir – Teil davon sein wollen.
Vor 20 Jahren startete Robert mit seinem eigenen Tonstudio in die Selbstständigkeit. Auch wenn heute noch fünf Gitarren und ein Bass in seinem Studio stehen – sein Hauptwerkzeug ist die Kamera. Und was er mit dieser zaubert, ist regelmäßig in Harper’s Bazaar, Elle, Cosmopolitan und natürlich FACES zu sehen. Der Fleiß zeichnet sich aus: 2021 wurde Robert von Lürzer’s Archive als einer der 200 Best Ad Photographers Worldwide ausgezeichnet.
Für gutes Styling braucht es ein noch besseres Auge. Dieses hat die in Sibirien geborene Alessia, denn bevor sie Fashion Journalism and Communication studierte und sich danach aufs Styling fokussierte, absolvierte sie eine Ausbildung zur Augenoptikerin. Statt Dioptrien stehen nun Dior und Co. auf dem täglichen Arbeitsplan. Ihr Faible für die skurrilsten Schuhe bringt sie auch in Stylingkonzepte ein: Diese sollen die BetrachterInnen dazu bringen, genau hinzusehen. N°05 / 2025
www.thaden.ch See the bag in 3D
Coming together is a promise, working together is success.
Nathalie Zimmermann Andere genießen mit 14 noch die Unbeschwertheit der Jugend, doch Nathalie legte dann bereits die Weichen für ihre Zukunft: Sie entdeckte ihre Leidenschaft zur Fotografie. Das hat sich gelohnt, denn heute ist sie als Mode- und Portraitfotografin tätig. Zuhause ist sie im multikulturellen Frankfurt – und im Rest der Welt, denn sie liebt es, zu reisen. Ihr in Andalusien geshootetes Editorial bringt uns ebenfalls in Reiselaune.
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René Schaller
Monika Brändli
Julia Gelau
Die Marke Wunderkind ist schuld: Dort entdeckte René Schaller als Quereinsteiger seine Leidenschaft für Mode. Seit acht Jahren ist er als Fashion Buyer bei Burresi tätig, wo er eng mit internationalen Luxusmarken zusammenarbeitet. Zuvor war er als Stylist beim renommierten Kostümhaus Theaterkunst in Berlin beschäftigt, wo er kreative Projekte für Film und Fernsehen betreute und seine Expertise für Stil und Ästhetik verfeinerte.
Ist der Cola Zero Vorrat genügend aufgestockt, ist Monika bereit, Vollgas zu geben. Wenn unsere Senior Consultant nicht gerade Kooperationen aufgleist, bringt sie uns allerlei Wissenswertes bei. Zum Beispiel, dass man unter anderem einen Coiffeur kennen muss, um in die besten Clubs von LA reinzukommen. Statt in Clubs zieht es sie aber heutzutage lieber mit ihrer Familie in Richtung Süden, wo Sonne und Strand warten.
Unsere Executive Director Germany & Austria ist ein echter PR- und Kommunikationsprofi und steht selten still. Zwischen Berlin, München, Wien und Zürich zieht sie für uns die coolsten Shootings und Kooperationen an Land. Und das schon bald seit einem Jahrzehnt. Ist Julia für einmal doch nicht auf Achse, was tatsächlich vorkommen kann, dann weilt sie in Berlin – eine Stadt, die mit ihrem CoolnessLevel mithalten kann.
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Reserve Collection
THE FACES Text: Michael Rechsteiner
„AIN’T NO MOUNTAIN HIGH ENOUGH.“ 16
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© R O BE RTO EC CL ESI A JR .
First she takes Manhattan, then she takes the world.
JAMILA
IN THE SPOTLIGHT
Wer es in New York schafft, der schafft es überall, sang Frank Sinatra einst, als er zwischen zwei Whiskys kurz Luft holte. Also heben wir unser Glas auf Jamila. Neulich leuchtete das Antlitz der Sängerin von einem großen Billboard am Times Square. Anlass war ihre Ernennung durch Spotify zum Equal Global Ambassador. Mit diesem Titel werden die weltweit spannendsten Künstlerinnen hervorgehoben. Und wer durch die neue EP „Boyfriend of the Year“ der Zürcherin mit palästinensischen Wurzeln schwelgt, kann dieser Einschätzung nur beipflichten. N°05 / 2025
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© P IC TU RE AL L I A NC E / C OV ER I M AG ES / FAYE ‘ S VI SI ON
Spielt auch Figuren ohne weiße Weste.
TRAMELL TILLMAN
OUT OF OFFICE
Wie ein Mitarbeiter, der sich freundlich lächelnd in der Mittagspause Thunfisch in der Mikrowelle aufwärmt, ist Mr. Milchick die perfekte Repräsentation von subtilem Büroalltagshorror. Gespielt wird die Figur von Tramell Tillman im Serienhit „Severance“. Der 39-Jährige kann auf ein halbes Leben unfreiwilliger Recherche zurückgreifen: Vor dem Hollywood-Durchbruch war er selbst in diversen Schreibtischjobs gefangen. Jetzt geht es dafür umso schneller: Demnächst spielt Tramell neben Tom Cruise im letzten Teil der „Mission Impossible“-Reihe. 18
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© B EAT E K A RL SSO N / AVAVAV
Le Schreck, c’est chic!
BEATE KARLSSON
SCARY FAIRY
Die Mode von Beate Karlsson? Der reinste Horror. So zumindest inszeniert es die Designerin für die Laufsteg-Spektakel ihres Labels Avavav. In Mailand geriet die Präsentation der Herbst/Winter-Kollektion zur Zombie-Apokalypse. Mit der Pracht der lebenden Toten landete die Schwedin mal wieder eine virale Sensation. Solche verbuchte Beate bereits mit einem tragbaren Kardashian-Gesäß aus Silikon und den klauenartigen Monsterstiefeln. Doch hinter der Provokation verbirgt sich stets verspielter Chic für Fashionbiester, die sich etwas trauen. N°05 / 2025
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© @ LO RE NK R AM A R / HED I SL I MANE
Der Captain von unserem Herzen.
LOREN KRAMAR
CHOIRBOY
Erstes Gebot: Wir sollen keine anderen Göttinnen haben neben Lana Del Rey. Doch wenn Propheten ihre Worte singen, lauschen wir ebenso andächtig. Erst recht wenn sie klingen wie Loren Kramar. Der Sänger hat ein Album mit Coverversionen von Lana aufgenommen, die mitunter noch enigmatischer klingen als das große Idol. Das ist besonders Lorens verletzlicher Stimme geschuldet, die das Herzblut aufrührt wie ein Cocktailstab. Und auch seine eigenen Songs – aktuell zum Beispiel auf dem Soundtrack von „On Swift Horses“ – verdienen eine eigene Kirche. 20
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© P IC TU RE AL L I A NC E / PAT RI C I A SCH L EI N / A D MEDI A
Was sie schreibt, schalten wir ein.
MICHAELA COEL
POETIC JUSTICE
Was Michaela Coel produziert, ist Reality TV. Nicht die Art, bei der zehn aspirierende OnlyFans-Models auf eine Insel geflogen und solange mit Hard Seltzer gefüttert werden, bis Mascara-Tränen fließen. Sondern Fernsehkunst, die mitten aus Coels gelebter Realität auf unseren Bildschirm gebracht wird. Fünf Jahre hat es gedauert, bis wir die Drama-Serie „I May Destroy You“ verdaut haben. Jetzt kehrt die Autorin, Produzentin und Hauptdarstellerin für ihr neues autobiografisches Werk „First Day on Earth“ zurück. Wir atmen tief ein – und sind bereit. 22
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© V I CT O R IA ’S S EC RE T
In Lingerie und Schnurrbärten macht ihm niemand was vor.
ADAM SELMAN
UNDERWEAR OVERLORD
Kaum ein anderer Mann in der Modewelt kommt so vielen Frauen so nahe wie Adam Selman. Der Amerikaner ist neuer Executive Creative Director von Victoria’s Secret, davor war er Chief Design Officer bei Savage X Fenty. Das macht Adam sozusagen zum Lingerie-Papst, doch bitte dieses Bild schnell wieder aus dem Kopf schlagen. Was drunter geht, hat er längst perfektioniert. Doch auch drüber versteht der 43-Jährige sein Handwerk: Im Verlauf seiner schillernden Karriere entwarf Selman unter anderem Kostüme für Rihanna, Beyoncé, Lady Gaga und RuPaul. 24
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RADO.COM
MASTER OF MATERIALS
RADO ANATOM
© P IC TU RE AL L I A NC E / G EI SL ER -F OT O P RE SS / DAVE STARBUCK
Schaut in eine rosige Zukunft.
SOPHIE THATCHER
QUEEN OF COOL
Sophie Thatcher steht im Regen. Zum Glück nur im Video zur neuen Herbst/Winter-Kampagne von Valentino. Und selbst das bringt die Schauspielerin nicht aus der Fassung, während sie durchgestylt ihr Gelato schleckt. Ansonsten scheint nämlich die Sonne über dem Karrierepfad der 24-Jährigen. Zum Beispiel wenn sie die Schattenseiten moderner Technik im Sci-Fi-Thriller „Companion“ verkörpert. Das tat sie so eiskalt, dass Regisseur Nicolas Winding Refn („Drive“) warm ums Herz wurde und für sein neues Projekt „Her Private Hell“ bei Sophie anklopfte. 26
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© @ NAT HA N FI EL DER / I N TERVI E W MAGAZ I NE / JONNI E CHAMBE RS
Macht Comedy, die auch mal Schatten wirft.
NATHAN FIELDER
NO JOKE
Auf den ersten, zweiten und dritten Blick ist Nathan Fielder so lustig wie ein Kindergeburtstagclown, der mit dem Gesicht nach unten in einem Swimming Pool treibt. Trotzdem gibt ihm der Sender HBO einen Millionenbetrag für eine Comedy-Show. In der zweiten Staffel von „The Rehearsal“ heckt der Kanadier einen Plan aus, damit fortan keine Flugzeuge mehr abstürzen. Bereits in seiner Serie „The Curse“ mit Emma Stone testete Fielder aus, wie unwitzig ein Komiker sein darf, um noch als Genie zu gelten. Erneut scheint ihm dieses Experiment zu gelingen. 28
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matiere-premiere.com
© P I CT U RE AL LI A NCE / NURPHOTO / E YE PI X / CARLOS SANTI AGO
Definitiv kein Fähnchen im Wind.
CLAUDIA SHEINBAUM
LA LIDERESA
Sie ist die Anführerin der MAGA-Bewegung: Mexico Against General Assholery. Und als solche wickelt Claudia Sheinbaum erstaunliche Gegner um den Finger. Donald Trump schwärmt nach Verhandlungen mit der mexikanischen Präsidentin, als hätte sie ihm mit Hamburgerfett polierte Golfschläger aus Gold geschenkt. Dabei verfolgt die Politikerin, die als erste Frau das höchste Amt ihres Landes bekleidet, einen progressiven Kurs und bricht konservative Mauern nieder. Bei der Bevölkerung kommt es an. Aktuell genießt Sheinbaum einen Zustimmungswert von 75%. 30
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The Round Crossbody Bag Swiss Design, Italian Craftsmanship
Statement Leather Pieces and Clothing YVY Store and Studio Dufourstrasse 31 8008 Zurich yvy.ch @yvyleather
© @ B ON I T RAV O
Verändert den Ton in der Beauty-Industrie.
TONI BRAVO
THROWING SHADES
Schwarzmalerei in der Beauty-Industrie? Ja, bitte. Denn noch immer stehen Personen von dunkler Hautfarbe oft mit leerem Einkaufskorb im Make-up-Shop, weil keine Produkte mit ihrem Teint korrespondieren. So erging es auch Toni Bravo, bevor sie begann, auf Social Media Beauty-Produkte und -Techniken spezifisch für People of Color zu präsentieren. Inzwischen ist die Kalifornierin eine der führenden InfluencerInnen auf dem Gebiet. Ebenso treibt sie die Aufklärung in der Branche voran mit spannenden Essays auf ihrem Substack-Newsletter. Pflichtabo! 32
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SCHWEIZER PA R F U M P R E I S 2025
VOTING 1. – 31. MAI
Wählen
& GEWINNEN
THE HYPE Text: Josefine Zürcher
„AIN’T NOTHING LIKE THE REAL THING.“ 34
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FASHION The trend now is to stay away from trends.
Trend
RUFFLED FEATHERS
Rüschen sind zu kitschig, Federn erinnern zu sehr an ein Karnevalkostüm, Fransen haben einen zu starken Cowboylook. Ein Mittelmaß muss her. Man nehme dazu: Die Romantik eines Rüschenkleidchens, die fransige Textur einer Lederweste und mischt das Ganze mit einer Prise zerrissenem Boho-Grunge. Das beste Beispiel ist dieser pastellfarbene Traum von Alexander McQueen, den wir den ganzen Sommer lang tragen wollen. N°05 / 2025
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Liebling
IT-GIRL MEETS IT-BAG Wer nur mit Vornamen sofort erkannt wird, hat definitiv Superstar-Level erreicht. So wie Jennie von der K-Pop-Girlband Blackpink, die sich auch als Schauspielerin und Solokünstlerin einen
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Namen gemacht hat. Als It-Girl schlechthin präsentiert sie nun den It-Bag, auf den gerade alle ein Auge geworfen haben: Chanel 25 aus der aktuellen FrühjahrSommer-Kollektion.
Damit auch jede TaschensammlerIn die perfekte neue Alltagsbegleiterin findet, gibt es die 25 nicht nur in drei Größen, sondern auch in klassischem Schwarz und einer Pastellpalette von
hellgelb bis mintgrün. Und wer mit Leder nichts anfangen kann, schnappt sich die Denim-Version. „Chanel 25“, Tasche, klein ca. 5'400.—, mittel ca. 5'740.—, groß ca. 6'330.—, chanel.com
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Collaboration
KNALLBUNT
Es sind die unerwarteten Paare, die am besten harmonieren. Beispiel gewünscht? Die schlichten, klassischen Lederloafers von Scarosso und Toiletpaper, das wilde Magazin und Kreativstudio von Maurizio Cattelan und Pierpaolo Ferrari. Diesem Zusammentreffen
entsprangen vier einzigartige Paar Schuhe, die das Beste der beiden Welten vereinen: Handwerkskunst und Qualität sowie knallbuntes künstlerisches Design. Wer das Magazin schon länger verfolgt, erkennt die ikonischen Designs, die, bevor sie auf Schuhen landeten, bereits Vasen,
Möbel und Wände schmückten. Die bunten Treter wurden während der Mailänder Möbelmesse gebührend gefeiert: Im dreistöckigen Toiletpaper Headquarter mit DJ-Sets und – für die volle Ladung ItaloPower – einem SpaghettiFest. scarosso.com, shoptoiletpaper.com
Unfuck the World
LESS IS MORE
Wie viel Kleidung ist genug? Wahrscheinlich um einiges weniger, als sich bei uns allen im Kleiderschrank anstaut. Bei Société Angelique stehen deshalb kleinere Kollektionen auf dem Plan. KonsumentInnen werden ermutigt, in wenige Lieblingsstücke zu investieren, die dafür vielfältig gestylt werden können. Doch damit nicht genug: Auf der Kleidung findet man einen QR-Code, der nicht nur die Herkunft des Materials verrät, sondern auch, wer das Stück gemacht hat. societeangelique.eu
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New Collection
HANDWERK
In ihrem Berliner Atelier fertigt Franziska Vogt skulpturale Schmuckstücke aus recyceltem 925er-Silber an. Und zwar abseits aller Traditionen: Ihr Label YCCIJ (You can call it jewellery) kennt kein Geschlecht und keine Kollektionszyklen. Dafür wird Nachhaltigkeit ebenso groß geschrieben wie Ästhetik. Gut erhaltene, ausgefasste Steine 38
aus Altgold erhalten in den Kreationen von YCCIJ ein zweites Leben. Jetzt ist eine neue Kollektion aufgetaucht, die siebte aus der Werkstatt. „Pars pro toto“ beinhaltet alles, um sich auffällig zu schmücken: Markante Earcuffs, Creolen, Armspangen und eine handgefertigte Kette. yccij.com N°05 / 2025
„You don’t change your style by changing your bag.“ Stefano Gabbana It-Piece
Book
SEIDENWEICH
Es ist eine Kunst, den Grat zwischen großmütterlich und chic zu erwischen, wenn es darum geht, sich kunstvoll ein Seidentuch umzubinden. Gucci kriegt die Kurve seit den Fünfzigerjahren. Denn seit
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PEEPING
dann stehen Seidentücher immer wieder auf dem Programm. Dieses Jahr sorgen einige Stargäste dafür, dass das Tuch wieder cool ist. Julia Garner in einer Kampagne, zahlreiche KünstlerInnen,
die dem Stück Stoff ihren eigenen Stempel aufdrücken und zu guter Letzt ein bei Assouline erschienenes Buch, das die Kunst des Gucci-Seidentuchs von A bis Z erklärt. gucci.com, assouline.com
Das Beste an der Mode sind doch die Stücke, die exakt zwei Emotionen – an entgegengesetzten Fronten – hervorrufen: leidenschaftlicher Hass oder flammende Liebe. Ein solches Exemplar sind Peep-Toes. Manche lieben sie, andere werden nie verstehen, warum eineinhalb zerquetschte Zehen aus einem Schuh hervorblitzen müssen. That’s fashion – alles ist erlaubt, nichts muss sein. Die gute Nachricht für alle, die auf der Fanseite dieses Schuhwerks stehen: Diese Saison sind PeepToes zurück.
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BEAUTY Something like a phenomenon.
Hair Trend
GESTREIFT
Da bestellt man ein paar sommerliche Strähnchen beim Hairstylisten seines Vertrauens und sieht danach unfreiwillig aus wie ein Zebra: Anfangs Zweitausender waren dicke Blocksträhnen zwar noch trendy, galten danach aber oft als Frisur-Fauxpas. Trends werden aber regelmäßig ausgegraben und in ihrem Revival ironisch überzeichnet. Der StreifenhörnchenLook kann also durchaus gewollt sein. 40
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New Perfume
SKANDALÖS
Eine schillernd-wilde Clique, in ihrer Mitte Model Malika El Maslouhi, ein alter Zug und eine endlose Reise: Ein Duft soll nicht nur ein, zwei Assoziationen auslösen, sondern eine
Geschichte von A bis Z erzählen. Für „Scandal Intense“, den neuen Duft von Jean Paul Gaultier, landen wir also in einem Nachtzug, in dem die Schlafabteile nur zur
Dekoration sind, denn Party ist angesagt. Und wie riecht so eine Skandalzugfahrt? Unter anderem nach betörender YlangYlang-Blüte, Vanille und warmem Kardamom
für sie und aromatischem Salbei, sanften Ledernoten und glühendem Vetiver für ihn. Jean Paul Gaultier, „Scandal Intense“, Parfüm, 50 ml, ca. 120.—, jeanpaulgaultier.com
Liebling
WATERMELON SUGAR
Poren kann man nicht wegzaubern. Muss man auch nicht. An einem verfeinerten Hautbild zu arbeiten ist trotzdem nicht verkehrt. Bei Glow Recipe gibt’s alles für die heiß begehrte, sogenannte Glass Skin und einen sonnengeküssten Glow. Da die hübschen, skulpturalen Flaschen fast zu schade sind zum wegschmeißen, kann man ihnen ein zweites Leben als Vase oder Dekoobjekt schenken. glowrecipe.com N°05 / 2025
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We Love
FOR THE GREEK GODS
Skincare, Anti-Aging und Co. ist nur etwas für Frauen? Komplett falsch, wenn nicht sogar ein bisschen sexistisch. Denn altern tun wir alle und unserem größten Organ geht es mit Pflege besser als ohne. Durch häufige Rasur ist Männerhaut anfällig für Reizungen. Die griechische Brand Korres, 1996 vom Apotheker Giorgos Korres gegründet, hat darum eine Männerlinie lanciert. Die Rezepturen basieren auf verschiedenen pflanzlichen Heilmitteln. Mit Gesichtscremes, Bartpflege und Aftershave-Balsam kann Mann sich eine ausgeklügelte SkincareRoutine zusammenbasteln. korres.com
Make-up Trend
IT WAS ALL YELLOW Auf pastellrosa Lippenstift wechseln, weil der Frühling da ist? Irgendwie langweilig. Ein Farbwechsel muss aber trotzdem her. Dieser kann auch an den Augen 42
stattfinden. In gelb getünchte Wimpern sorgen für einen wachen Blick. Oder jede andere Farbe, die man sich zuvor noch nie als Mascara vorstellen konnte. N°05 / 2025
Exhibition
JUST ADD GLITTER
Er bringt unser Make-up zum Funkeln, Prinzessinnen-liebende Kinderaugen zum Strahlen und in seiner essbaren Form Torten zum Schillern, klebt an Protestplakaten und trägt zum Mikroplastikproblem bei: Glitzer ist allgegenwärtig. Trotzdem ist das Museum für Kunst und Gewerbe in Hamburg das erste weltweit, das dem Material eine Ausstellung widmet. In dieser wird deutlich, dass Glitzer nicht nur ein essentieller Make-up-Baustein ist, sondern ein Symbol für Zugehörigkeit, Empowerment und Selbstbestimmung. Protest, Performance und Popkultur sind N°05 / 2025
undenkbar ohne das funkelnde Material. Unter anderem ein glitzerndes Jugendzimmer der Hamburger Künstlerin Jenny Schäfer, ein Bühnenoutfit von Bill Kaulitz sowie Fotografien von Quil Lemons zelebrieren die Vielfältigkeit von Glitzer. Wem das noch immer nicht genug funkelt: Ab Juni wird die Ausstellung mit der Rauminstallation „Puff Out“ des türkischbelgischen Duos :mentalKLINIK um 300 Quadratmeter fuchsiafarbenen Glitzer erweitert. Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, „Glitzer“, bis 26. Oktober 2025, mkg-hamburg.de 43
TRAVEL The longer you stay, the more you pay.
Book
EYES ON OSAKA
Louis Vuitton kann mehr als Fashion. Regelmäßig schickt das Modehaus FotografInnen für seine „Fashion Eye“-Buchreihe los. Der Auftrag? Ein Land, eine Region oder eine Stadt soll aus der Sicht einer ModefotografIn festgehalten werden. Die neueste Sicht? Osaka, festgehalten von Jean-Vincent Simonet. Er mischt Analoges mit Digitalem, alte Fototechniken mit moderner Retusche und schafft so gemäldeartige Werke, die in diesem Fall Osaka aus einem ganz eigenen Blickwinkel erleuchten. Louis Vuitton, Jean-Vincent Simonet, „Fashion Eye Osaka“, ca. 55.—, louisvuitton.com
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N°05 / 2025
We Love
KULT
Anno 1975 jagte Steven Spielberg mit „Jaws“ KinobesucherInnen einen Schrecken ein – ohne CGI, ohne KI und ohne den weißen Hai überhaupt richtig zu zeigen. Das ist Kinokunst. Klar, feiert man den kultigen Hit auch 50 Jahre nach Erscheinungsdatum. Eastpak zelebriert den Klassiker mit Gepäckstücken, die man mitten in der Flut an langweiligen schwarzen Koffern nie mehr verliert. Wer es ernst meint mit dem Abenteuern, holt sich den Sailor Bag – eine wasserfeste Tasche, in die allerlei überlebenswichtige Utensilien passen. eastpak.com
New Product
INSTANT MEMORIES Dass man mit dem Smartphone stets eine handliche Kamera mit sich trägt, ist Polaroid herzlich egal. Auch nach 80 Jahren taucht die ikonische Sofortbildkamera mit Innovationen auf. Die Polaroid Flip erinnert visuell an ihre Vorgängerinnen, hat sich innerlich aber weiterentwickelt: Der leist-ungsstarke N°05 / 2025
Blitz beleuchtet bis zu 4,5 Meter weit und warnt vor potenzieller Überoder Unterbelichtung. Ein Sonar-Autofokus bestimmt die Entfernung zum Motiv und wählt so die optimale Linse für maximale Schärfe aus – sogar bei Dunkelheit. Eine Brücke zur digitalen Welt wird doch geschlagen: Mit der Polaroid-App verbunden kann man mit Doppelbelichtungen,
Selbstauslöser und optimierten manuellen Einstellungen seiner Kreativität freien Lauf lassen. Pro Filmpackung sind nur acht Bilder möglich – eine gute Übung für alle, auf deren Smartphone zehntausende Fotos lagern. Polaroid, „Polaroid Flip“, Sofortbildkamera, ca. 220.—, polaroid.com 45
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N°05 / 2025
New Opening
FARM LIFE DELUXE
Urlaub auf dem Bauernhof klingt vor allem für GroßstädterInnen verlockend. Aber Kühe melken und Ställe misten ist dann doch nicht die Art von entspannten freien Tagen, die wir suchen. Gut, hat das Farmstay Hotel Corte Pravecchio in der Nähe des Gardasees eröffnet. Dort gibt es Bauernhofcharakter mit einer Portion Luxus. Sechs Suiten, eine Dampfsauna, ein Pool und jede Menge Natur sorgen für einen italienischen dolce far niente Sommer. Wenn es dann doch zu viel niente wird, gibt es einiges zu entdecken: Das Mühlendorf Borghetto, lokale Märkte, Vinotheken und Sehenswürdigkeiten in Verona. Wer Lust auf Socializing hat: Das Gastgeberpaar freut sich, mit den Gästen zusammenzusitzen und zu plaudern. Agriturismo Corte Pravecchio, Corte Pravecchio 9, 37067 Valeggio sul Mincio, Italien, cortepravecchio.it
Places
GESCHICHTSTRÄCHTIG
Minimalismus erobert schon so lange unser Leben – clean girl aesthetic und Marie Kondo lassen grüßen. Eine Schnörkel-Revolution muss her. Und zwar in Form eines entspannten Urlaubs. Wer einen Fuß ins Grand Hotel Son Net auf Mallorca setzt, reist sogleich in die Vergangenheit. Hier ein paar Rüschen, da eine Handvoll romantische Muster, die aufeinanderN°05 / 2025
treffen. Leere Weite sucht man hier vergeblich. Chaotisch wird es trotzdem nie, denn der klassische Charme ist bis ins letzte Detail durchdacht. Letztes Jahr eröffnete ein brandneuer Spabereich. Umso mehr Grund, der spanischen Insel einen Besuch abzustatten. Grand Hotel Son Net, Castillo Son Net s/n, Puigpunyent, 07194, Spanien, sonnet.es 47
LIVING&DESIGN The primary factor is proportions.
Exhibition
THEORY OF EVOLUTION
Im Wort Revolution steckt nicht umsonst das Wort Evolution. Die Revolution bei Formica passierte aber nicht etwa mit Protest und Megafon, sondern indem die Firma das Hochdrucklaminat populär machte. Dies wiederum führte zu bunten Designinnovationen, da man plötzlich mit mehr Farben und Mustern experimentieren konnte. Am Salone del Mobile in Mailand eröffnete die Ausstellung „Formica (R)evolution“, die der Vergangenheit einen Besuch abstattet. Ikonische Designstücke der Dekaden zwischen 1930 und 1980 zeigen, wie Formica die Designwelt nicht nur veränderte, sondern ein Stück weit revolutionierte. formica.com
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N°05 / 2025
„Design is more than just a few tricks to the eye. It’s a few tricks to the brain.“ Neville Brody Liebling
PAST MEETS FUTURE Ein Blick auf die KD28Lampe von Kartell und man fragt sich, wozu man überhaupt noch Neues erfindet. 1967 hat Joe Colombo mit diesem leuchtenden Stück bereits Perfektion erreicht. Obwohl, ein
bisschen upgraden und re-imaginieren geht immer. Recycelte Materialien und ein neu interpretierter, satinierter Lampenschirm bringen die KD28 ins Jahr 2025. Für die besonders Nostalgie-geplagten
unter uns lohnt sich die Ausstellung „Memories of the Future“ im Kartell Museum in Mailand. Diese führt durch die vergangenen Kapitel des Lampendesigns. kartell.com
We Love
FARBE SATT
Fantastisches Design löst Fragen aus. Wie kriegt man beispielsweise ein Schachbrettmuster auf ein Trinkglas? Erstens, indem man eine talentierte GlasmacherIn ist. Dann braucht es eine Portion Präzision und N°05 / 2025
mehrschichtiges Glas, sogenanntes Überfangglas, bei dem die oberste Schicht farbig ist. Das Glas wird kalt geschliffen – man schleift gezielt Schichten weg, bis das gewünschte Muster entsteht. hermes.com 49
New Collection
TEA O’CLOCK
Müsste ein Objekt nichts mehr tun, als seine Funktion erfüllen, wäre die Welt ein trostloser Ort. Dann säßen wir da mit unseren langweiligen Teekannen und schlürften freudlos unser Kräuterwasser. Gut, ist eines der Geheimnisse herausragender Designs, öfters die Form über die Funktion zu stellen. 25 KünstlerInnen durften anlässlich der Mailänder Möbelmesse für Loewe Teekrüge & Co. gestalten. Heraus kamen skulpturale Formen und niedliche Gesichter, die das scheinbar triviale Alltagsobjekt mit einem Augenzwinkern in ein kleines Kunstwerk verwandeln. loewe.com 50
Limited Edition
RETROFUTURISM
Anno 1970 kam ein Plattenspieler auf den Markt – und nistete sich fortan als Lieblingspiece in den Wohnzimmern aller Musiknerds ein. Da gibt’s eigentlich nicht mehr viel zu ändern, oder? Statt das Rad, oder den Turntable, neu zu erfinden, kehrt Bang & Olufsen darum immer wieder zur „Beogram 4000“-Serie zurück. Für die aktuelle Kollaboration
mit Saint Laurent Rive Droit wurden exakt zehn Original-Plattenspieler der „Beogram 4000“-Serie restauriert und in eine für den zeitgenössischen Gebrauch modernisierte „Beogram 4000c“Neuauflage verwandelt. Jedes Stück ist in einem Gehäuse aus massivem Ziricote-Holz untergebracht und einzeln nummeriert. Für SammlerInnen bleibt jetzt nur
noch eine Frage: In die seltene Platte von Pink Floyd investieren, die online für eine verbotene Summe versteigert wird, oder doch ins Sammlerstück, das die Plattensammlung zum Besten gibt? Bang & Olufsen x Saint Laurent Rive Droit, „Beogram 4000c Edition by Anthony Vaccarello“, Plattenspieler, ca. 29'990.—, bang-olufsen.com, ysl.com
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Collaboration
WEICHE LANDUNG
Floor-Time nennt das Internet es, wenn man einfach mal horizontalen Bodenkontakt sucht, um in einen Zustand der Entspannung zu kommen. Ein flauschiger Teppich macht das Ganze etwas angenehmer. Diesen schnappt man sich am besten bei Radici. Designerin und Art Director Serena Confalonieri hat für das italienische Unternehmen die Spezialkollektion „Chroma“ angefertigt. Was auch immer Confalonieri anfasst, wird bunt: Acht Designs voller psychedelischer Muster stellen alle anderen Wohnzimmermöbel in den Schatten. radicicarpet.it, serenaconfalonieri.com N°05 / 2025
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WATCHES The game isn’t over till the clock hits zero.
Skulptural
SCHMUCKSTÜCK
1933 ist nicht zwingend ein Jahr, an das man sich mit Freude erinnert. Wobei: Die meisten von uns haben keine aktive Erinnerung daran – und die Weltlage sieht heute auch nicht viel besser aus. Etwas Gutes passierte aber damals: Jeanne Toussaint wurde 1933 als erste Frau Kreativ-direktorin von Cartier. Die Schmuckuhr „Tressage“ ist eine Hommage an sie. Was aussieht wie aus Gold und Silber geflochtene Zöpfe, bietet Platz für, man glaubt es kaum, 916 Diamanten im Brillantschliff bei der silbernen Version. cartier.com 52
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Maximalism
BLING
Was so futuristisch aussieht, wurde bereits vor 90 Jahren kreiert. 1935 überraschte die „Cadenas“ mit ihrem abgewinkeltem Zifferblatt und einem Look, der mehr an ein Schmuck-armband oder ein Deko-Objekt erinnert. 2025 ist sie zurück – modernisiert und ebenso auffällig wie vor fast einem Jahrhundert. Und mit einer Prise Maximalismus, die in Zeiten wie diesen gerade gut tut: Gelbgold, Weißgold, Saphire und Diamanten schmücken das Stück. vancleefarpels.com
Oldschool
ANGEHALTENE ZEIT „Wer die Zeit vergisst, genießt sie.“ Dieses Paradoxon stellt Hermès in den Mittelpunkt ihrer aktuellen Kollektion „Maillon libre“. Wer so philosophisch unterwegs ist, landet früher oder N°05 / 2025
später bei revolutionären Gedanken und hat Lust, Konventionen zu brechen. In der Uhrenbranche kann dies auch ganz harmlos geschehen – indem man Altes neu erfindet. Die Broschenuhr,
eines der ältesten Accessoires aus der Herrengarderobe, ist zurück. Aber mit Lederband, sodass man sie auch als Anhänger tragen kann. hermes.com 53
Himmelwärts
NACHTBLAU
Farbinspiration findet man zum Beispiel, indem man den PantoneFarbfächer durchblättert. Das ist Audemars Piguet dann doch zu mainstream. Der Uhrenhersteller blickte nämlich anno 1972 in den Himmel über dem
Vallée de Joux und dachte sich: Dieses Blau und kein anderes. Die Ursprünge der Zeitmessung liegen ebenfalls im Blick gen oben: Astronomische Beobachtungen setzten den Startschuss. Den dunkelblauen Nachthimmel auf ein
Gehäuse zu bringen, dauerte einige Jahre, aber die Zeit steht ja in der Horlogerie im Mittelpunkt. Das Zifferblatt der allerersten Royal Oak erhielt einen Anstrich im „Bleu Nuit, Nuage 50“. Nun wurde das Tiefblau weiterentwickelt.
Drei neue Modelle der Royal Oak und Royal Oak Offshore erleuchten in einem neuen KeramikFarbton, der noch immer eine Hommage an den Nachthimmel über dem Vallé de Joux ist. audemarspiguet.com
Anniversary
BACK TO THE EIGHTIES
Wer sich mit Uhren auseinandersetzt, denkt unweigerlich über die Zeit nach. Wie schnell diese vergeht, lernt man zum Beispiel, wenn man realisiert, dass Keith Richards eine 28jährige Enkeltochter hat, die sich als PiagetModel toll macht. Das It-Girl mit Rolling-StonesBlut trägt die „Polo 79“, die, wie der Name verrät, anno 1979 auf den Markt kam und die AchtzigerÄsthetik maßgeblich mitprägte. Auch Ursula Andress trug sie einst am Handgelenk. Anlässlich des 150-Jahr-Jubiläums des Hauses kommt sie nun in neuer Form zurück – und erinnert daran, wie sehr die Zeit doch wirklich rast. piaget.com
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„Every man needs a good, solid watch.“ French Montana
Cosmopolitan
WORLD WIDE WATCH
Manche Uhren zeigen uns, wie spät es ist, andere zeigen uns die ganze Welt. So wie die „Omega Planet Ocean Worldtimer“. Dank globaler Desti-nationen am äußeren Ring des Zifferblattes sieht man auf einen Blick, welche Zeit in
welcher Stadt ist. Sollte das eine exis-tenzielle Krise auslösen, hilft ein Sprung ins kalte Nass. Wie der Name verrät, besticht die Uhr mit einer beeindruckenden Wasserdichte. 600 Meter unter der Wasserober-
fläche kann man immer noch nach-schauen, ob in New York gerade die Sonne aufgeht und wie spät es in Biel, der Heimatstadt von Omega, ist. omegawatches.com
Opulenz
ZU TISCH
Die schönsten Dinge im Leben sind die extravaganten Objekte, die man eigentlich nicht braucht. Wobei, wer definiert schon, was wir brauchen und was nicht? Kann man die Uhrzeit ständig am Smartphone ablesen? Ja. Darf man sich deswegen keine opulente Tischuhr mitten auf die Tafel stellen? Natürlich nicht. Wir haben ja freien Willen. Was man zusätzlich noch braucht, ist eine Million in Cash. Dafür N°05 / 2025
kriegt man die „27000M“ von Patek Philippe, eine komplizierte Tischuhr, deren Kaliber sieben Jahre Entwicklungsarbeit brauchte und für das ganze neun Patente angemeldet wurden. Es kombiniert einen ewigen Kalender mit einer Anzeige der Kalender-woche, die in einem beweglichen Fenster angezeigt wird. Nur die Zukunft voraussagen, das kann sie dann doch nicht. patek.com 55
Limited
ADRENALINRAUSCH
Manchen von uns schießt das Adrenalin durch die Adern, wenn das Telefon unerwartet klingelt, andere müssen die Seven Summits erklimmen, um sich lebendig zu fühlen. Das nennt man Vielfalt. Reinhold Messner, Montblanc-Ambassador und Extrembergsteiger, gehört eher zur letzteren Sorte. Er erklomm die sieben höchsten Gipfel auf den sieben Kontinenten – das gelang bisher nur 500 Menschen. Ein neuer Zeitmesser aus der „1858 Geosphere“-Kollektion von Montblanc zollt dem Alpinisten Respekt. Die „0 Oxygen Mount Vinson“ ist auf 986 Stücke limitiert. Ein Hinweis auf das Jahr 1986, als Messner den Mount Vinson, den höchsten Berg von Antarktika, bestieg. Wer lieber Landschaften bestaunt als sich von der voranschreitenden Zeit stressen lässt, der findet auf der Rückseite der Uhr eine filigrane Abbildung des Mount Vinson. montblanc.com
Bellissima
DIAMONDS ON THE WRIST Glitzernde Diamanten sind zum Glück nicht nur für Schmuck reserviert. Dass sie sich auch am Zifferblatt einer Uhr großartig machen,
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zeigt die „L’Heure du Diamant“-Kollektion von Chopard. Warum funkelt diese eigentlich so stark? Das mag einerseits an Über-Model Bella Hadid
liegen. Der zweite Grund ist eine eigens von Chopard entwickelte Fasstechnik, bei der V-förmige Krappen die Diamanten sicher
halten und zugleich ein Maximum von Licht ins Innere der Steine gelangen lassen. Das Ergebnis: Maximales Funkeln. chopard.com N°05 / 2025
Weltrekord
SKINNY LEGEND
Dem Ultradünn-SeinTrend sind wir eigentlich skeptisch gesinnt. Bei Uhren machen wir aber eine Ausnahme. Die „Octo Finissimo Ultra Tourbillon“ stellte zum 10. Mal einen Welt-rekord für ihre schlanke Figur auf. Gerade einmal 1,85 Millimeter dünn ist die neueste Edition der Octo Finissimo – sie hat also seit 2014 0,1 Millimeter abgenommen. Ihr Geheimnis ist nicht e twa eine strikte Diät, sondern das Können der UhrmacherInnen. Trotz
ihrem flachen Auftreten ist nämlich einiges los in ihrem Innern: Ein manuell aufgezogenes mechanisches Uhrwerk schlägt mit 28'800 Schwingungen pro Sekunde. An der diesjährigen Watches & Wonders stellte Bvlagri das erste Mal aus – und hatte die dünnste Uhr natürlich mit im Gepäck. Fabrizio Buonamassa, Executive Director of Watch Design bei Bvlgari, sorgt zudem dafür, dass die Uhr auch visuell überzeugt. bulgari.com
Zwischenstopp
HANDWERKSKUNST
In einem Zeitalter, in dem immer mehr Menschen mit drei Klicks fragwürdigen KI-Einheitsbrei generieren und es Kunst nennen, freut man sich umso mehr, echtes Handwerk zu sehen. Pinsel, Hände, Ideen, die im eigenen Kopf gewachsen sind – und, im Falle der „LVKV02 GMR 6“ von Louis Vuitton und dem finnischen Uhrmacher Kari Voutilainen, Maschinen aus dem 18. Jahrhundert. N°05 / 2025
Mit diesen entstand nämlich das komplizierte Muster auf dem Zifferblatt. Der Look basiert außerdem auf dem letztjährig erschienenen EscaleDesign – was so viel heißt wie Zwischenstopp. Passend zum Reisethema wird jedes der lediglich fünf Stück in einem Reiseköfferchen im unverkennbaren LouisVuitton-Stil präsentiert. louisvuitton.com 57
„I’d never choose to turn the clock back.“ Geri Halliwell
Versteckt
PUT IT IN REVERSE Figurine
MADAME COCO
Klassischer Zweiteiler und Pumps: Gabrielle „Coco“ Chanel erkennt man alleine aufgrund einer Outfitbeschreibung – oder als Minifigürchen, wie es die „Necklace 58
Watch Coco Black Jacket“ von Chanel ziert. Wer die Uhrzeit wissen will, klappt einfach Madame Cocos schwarzen Hut auf und eine winzige Uhr verrät’s. chanel.com
Eigentlich hat Jaeger Le-Coultre die ikonische „Reverso“ ja erfunden, damit das Zifferblatt beim Polospielen keinen Schaden nimmt. Wer nicht aus reichstem Hause stammt, spielt wohl eher weniger Polo. Die „Reverso“ überrascht trotzdem Saison für Saison mit neuen Farben und
Mustern. Alle, die Mühe damit haben, dass man die Zeit nicht stoppen kann, dürfen sich dafür im Verdrängen üben. Umklappen und weg ist sie, die ewige Erinnerung daran, dass niemand die Sekunden stoppen kann und alles vergänglich ist. jaeger-lecoultre.com N°05 / 2025
Vroom
AUF DER ZIELGERADEN
Was hat ein Rennauto mit einer Luxusuhr zu tun – abgesehen davon, dass beide sich im obersten Preissegment tummeln? Das Auto gibt Vollgas, die Uhr hat dabei die Fähigkeit, die verstrichene Zeit zu messen. Ein Traumpaar also. Die Beziehung von Ferrari und Richard Mille begann schon 2021. Nun entsprang dem It-Couple ein limitierter Zeitmesser: Der „RM 43-01 Tourbillon Split-Seconds Chronograph Ferrari“. In der Zeit, in der man braucht, um den Namen auszusprechen, hat Lewis Hamilton bereits fünf Runden gedreht. Um sich eines der Stücke zu ergattern, muss man aber fast so schnell wie der Rennprofi hinter dem Steuer sein, denn die Uhr ist limitiert auf 150 Stück. 75 davon sind aus feingestrahltem Titan, die anderen 75 aus Carbon TPT®. Visuell diente die komplexe Geometrie der Ferrari Motorblöcke und Kurbelgehäuse als Inspiration für die dreidimensionale Architektur des Uhrwerks. richardmille.com N°05 / 2025
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Zweifarbig
LA DOLCE VITA
Manche modeaffinenen Menschen mögen eine Blacklist mit Fashionsünden führen – und alle, die Silber und Gold kombinieren, landen
direkt auf dieser. Wir nehmen’s nicht ganz so ernst mit den Regeln. Longines ebenfalls nicht. Denn die „Mini Dolcevita“Kollektion lanciert neue
Bicolor-Modelle, die Edelstahl entweder mit Gelb- oder Roségold verbinden. Und wenn auch Schauspielerin und Supermodel
Barbara Palvin die eckigen Modelle trägt, dann verstummt selbst die Fashionpolizei. longines.com
Elegance
PAINT ME SILVER
Was braucht man, um im tickenden Dickicht von Uhren herauszustechen? Wiedererkennungswert. Diesen hat Ebel mit dem Wellenmuster auf den Armbändern. Und mit der Sports Classic Kollektion. Das neueste Stück aus dieser, die „Sport Classic 29 mm White Silver“, trägt das charakteristische Muster erstmals auf dem Zifferblatt. Klassisch elegant bleibt das Ganze trotzdem, dank dem Weißsilber und den schwarz lackierten römischen Ziffern. ebel.com 60
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Tribute
ODE TO GENEVA
Vor 270 Jahren machte Jean-Marc Vacheron Genf zur Uhrenstadt: Bis heute liegt der Sitz von Vacheron-Constantin in der multikulturellen Minimetropole. Der auf einer kleinen Insel mitten in der Rhone gelegene Tour de l’Île ist der letzte erhaltene Teil einer im 13. Jahrhundert zum Schutz von Genf errichteten Burg. Ab 1843 befanden sich die Werkstätten der Maison im Turm. 1906 eröffnete darin die erste Boutique. Drei Uhren, deren Zifferblätter man ins Museum – oder in eine kleine Vitrine –
hängen könnte, zelebrieren den jahrhundertealten Turm. Emaille-Miniaturmalereien, Guillochage und Gravur schmücken die drei Zeitmesser des „Les Cabinotiers“-Tributes. Doch wer sind eigentlich diese Cabinotiers? Ein Team von KunsthandwerkerInnen und UhrmacherInnen, die eben solche filigranen Einzelanfertigungen schaffen und so das Erbe der Vorfahren aus dem 18. Jahrhundert fortführen. vacheron-constantin.com
Superlative
TEST BESTANDEN
Die Prüfungsphase an der Uni ist anstrengend? Die „Oyster Perpetual Land-Dweller“ von Rolex hat dafür nur ein müdes Lächeln übrig. Sie hat es mindestens so schwer wie eine StudentIn – nicht etwa wegen ihres komplizierten Namens, sondern weil sie und alle ihre Mitmodelle einen intensiven PrüfungsN°05 / 2025
marathon durchlaufen müssen. Zuerst folgt die offizielle Zertifizierung des Uhrwerks durch das unabhängige Schweizer Prüfinstitut Contrôle officiel suisse des chronomètres (COSC). Dann geht’s weiter mit Tests, die von Rolex in eigenen Labors sowie nach eigenen Kriterien durchgeführt werden. Die Belohnung für
die Strapazen? Eine Zertifizierung mit dem hübschen Namen „Chronometer der Superlative“. Klar, zieht dieses Maß an Perfektion seinesgleichen an, wie etwa die chinesische Pianistin Yuja Wang. Ob sie die Rolex auch während dem Klavierspielen trägt? rolex.com 61
SOLSTICE
FLOURISH
Photography: Maximilian Marx Styling & Creative Direction: Alexander Huber Hair & Make-up: Tanja Fritzler Model: Em Stenberg
PASTEL 62
FLICKER N°05 / 2025
Kleid von FERRAGAMO. Socken von KUNERT. Schuhe von LOUBOUTIN. Ohrringe von WEMPE.
Stay-Ups von FALKE. Socken von KUNERT. Schuhe von LOUBOUTIN.
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Kleid von LOUIS VUITTON. Brille von CARTIER.
Halskette und Ohrringe von CHANEL.
Shirt und Hose von DRIES VAN NOTEN.
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Shirt von AKRIS. Rock von SARA WONG. Mantel von TOMMY HILFIGER. Schuhe von JIMMY CHOO. Ohrringe von SWAROVSKI.
Look von PRADA.
Armreif, erster und dritter Ring von TIFFANY & CO. Ring Mitte von WEMPE.
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Kleid von SPORTMAX. Socken von KUNERT. Schuhe von CASADEI. Armreif von TIFFANY & CO.
Jumpsuit und Schuhe von EMPORIO ARMANI. Kette mit Blatt-Motiv von WEMPE. Choker und Ohrringe von CARTIER. Sonnenbrille von BOTTEGA VENETA.
Kleid von H&M X MAGDA BUTRYM. Ohrringe von TIFFANY & CO. Sonnenbrille von ALAÏA.
Kleid und Schuhe von MICHAEL KORS COLLECTION. Ohrringe und Ringe von SWAROVSKI.
Shirt von ETRO. Rock von VERSACE.
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Body von CHRISTIAN DIOR. Hose von ERMANNO SCERVINO. Schuhe von MICHAEL KORS COLLECTION. Ohrringe von MESSIKA.
Liebe geht durch die Nase, das weiß auch Elena Spirina von Anomalia Paris.
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SCENTSATIONS
AUS LUFT WIRD LIEBE Elena Spirina baut Duftschlösser. Solche, in deren Türme die Erinnerungen an bedeutende Momente wohnen. Denn nichts bringt die Vergangenheit so sinnlich zurück ins Jetzt wie ein unvergessliches Aroma. 2020 gründete Elena in ihrer Heimat Frankreich das Parfum Maison Anomalia Paris. Nachhaltige Produktion und ein luxuriöses Resultat sind das erklärte Ziel der Marke. Aber auch die Freiheit der KundInnen, sich eine ganz persönliche Duftkombination zu alchemieren. Im Interview nimmt uns die Creative Director von Anomalia Paris mit auf eine olfaktorische Zeit- und Weltreise – von französischen Turnhallen bis hin zur Auto-Rallye durch die Wüste Afrikas. Und verrät außerdem, welche Parfum-Fauxpas man besser vermeiden sollte. Text: Michael Rechsteiner Fotos: Anomalia Paris N°05 / 2025
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FACES: Welche Gerüche erinnern dich an deine Kindheit? Elena Spirina: Der Geruch meiner Turnhalle, in der ich rhythmische Sportgymnastik trainierte, kommt mir in den Sinn – eine Mischung aus Gummibällen, Teppich und dem Holzboden, auf dem wir Choreografien einstudierten. Dann ist da noch der salzige Duft der Meeresluft, da ich in der Nähe des Ozeans aufgewachsen bin; das knackige, frische Aroma der grünen Äpfel aus dem Garten. Der Duft des Parfums „Chanel N°5“ und der kräftige rote Lippenstift meiner Großmutter bleiben unvergesslich. Ebenso der Duft der Lancôme-Handcreme, die meine Mutter immer benutzte und seltsamerweise auch der Geruch von Motorradbenzin. F: In welchem Alter hast du angefangen, Parfum zu tragen? Kannst du dich an deinen ersten Duft erinnern? ES: Ich habe recht früh angefangen, Parfum zu tragen. Etwa im Alter von fünf bis sechs Jahren, wenn auch nicht mit großer Absicht. Meine ersten Erfahrungen sammelte ich mit den Parfums meiner Mutter und Großmutter – „Chanel N°5“, „Diorissimo“ von Dior und „Poison“ von Dior. Später, während der Schulzeit, war mein allererstes persönliches Parfum „Anaïs Anaïs“, ein Geschenk meines Freundes. F: Bevor du Anomalia Paris gegründet hast, warst du in der Film- und Marketingbranche tätig. Erzähle uns mehr darüber. ES: Ich habe Anfang der Zweitausenderjahre eine der führenden Agenturen für Marketingkommunikation gegründet. Wir betreuten Marketing- und Werbekampagnen für zahlreiche große Marken. Interessanterweise spielte ich eine entscheidende Rolle bei der Einführung der Armani-PrivéDüfte in Moskau. Im Anschluss daran habe ich eine „Bibel“ für Armani Privé Parfums erstellt – ein luxuriöses Buch mit fesselnden Geschichten und atemberaubendem Bildmaterial. Unsere Arbeit erstreckte sich auch auf die Organisation exklusiver privater Veranstaltungen auf globaler Ebene, bei denen wir mit bekannten Namen wie dem Cirque du Soleil, den Scorpions, Dita Von Teese und Preston Bailey sowie Bruno Aveillan für Videowerbung zusammenarbeiteten. Bei einer besonderen Gelegenheit arbeiteten wir mit Parfumeur Francis Kurkdjian zusammen, was den Beginn einer langjährigen Freundschaft markierte. Außerdem produzierten wir preisgekrönte Werbespots, Dokumentarfilme für das Fernsehen und Musikvideos für verschiedene KünstlerInnen. F: Wie hilft dir deine frühere Arbeit in diesen Bereichen jetzt in der Parfum-Branche? ES: Alles, was ich in meinem Leben gemacht habe, ist eng mit der Kunst verbunden – auch der Sport. Rhythmische Gymnastik ist zum Beispiel eine der künstlerischsten Sportarten der Welt. Aber um das klarzustellen: Ich bin keine Parfumeurin, sondern Creative Director. Ich ziehe eine Parallele zur Kinematographie, wo das Sprichwort lautet: Wenn du es sehen kannst, kannst du es auch filmen; eine ähnliche Philosophie gilt für die Parfumerie. Ich visualisiere den Duft und nehme sein Aroma wahr, noch bevor er existiert. Dank dieser Fähigkeit kann ich für die MeisterparfumeurInnen, mit denen wir zusammenarbeiten, die präzisesten und detailliertesten kreativen Briefings erstellen. 80
F: Was waren einige der anfänglichen Herausforderungen „Wenn du bei der Einführung der Marke? Wie hast du sie gemeises sehen kannst, tert? ES: Die Zeit. Die Zeit ist unsere größte Herausforderung. Ich kannst du ziehe es vor, schnell und effizient zu arbeiten, aber es auch filmen; unsere Branche schreitet aufgrund der Besonderheiten der Produktion und der Zertifizierung nur langsam eine ähnliche voran. Selbst die Neuformulierung eines Duftes – ein Philosophie gilt Prozess, der Kreativität erfordert – nimmt Zeit in Anspruch, da er auch eine Reifezeit erfordert. Das kann für die bedeuten, dass man wochen-, manchmal monatelang Parfumerie.“ warten muss, ohne Gewissheit über das Endergebnis zu
haben. Ich sage oft, dass das Leben kurz ist – ich will alles haben, und zwar schnell. Ich musste jedoch lernen, die Zeit zu respektieren. Und das ist nach wie vor die größte Herausforderung, die ich zu meistern habe. F: Du spielst eine wichtige Rolle im kreativen Prozess des Parfumdesigns. Als Gründerin von Anomalia Paris bist du aber auch für die Leitung des Unternehmens verantwortlich. Wie bringst du diese gegensätzlichen Aspekte unter einen Hut? ES: Gute Frage! Einer der Hauptpfeiler der DNA von Anomalia ist die Dualität. Ich habe das Gefühl, dass ich mehrere Persönlichkeiten in mir trage. Die eine ist zutiefst künstlerisch und kreativ, während die andere geschäftsorientiert ist. Die eine ist freundlich und geduldig, während die andere anspruchsvoll und durchsetzungsfähig ist. Diese Eigenschaften in Einklang zu bringen, kann eine Herausforderung sein, aber ich genieße es wirklich. Manchmal kann ich fast körperlich spüren, wie mein Gehirn zwischen Kreativität und Finanzen oder Marketing und Produktion wechselt. Um effektiv zu bleiben, weise ich bestimmte Tage für verschiedene Aufgaben zu – einige für kreative Arbeit, einige für Finanzen, andere für Marketing – und ich stelle sicher, dass ich auch etwas Zeit für mich selbst habe. F: Du besitzt eine große Sammlung seltener und alter Parfums. Erzähl uns davon – was sind einige deiner Lieblingsdüfte? Welche sind besonders ungewöhnlich? ES: In meiner Sammlung gibt es ein paar alte Düfte, die ich wirklich sehr schätze. Dazu gehören ein „Chanel N°5“ Cologne, das zu Lebzeiten von Mademoiselle Coco Chanel herausgegeben wurde, und eine Erstausgabe von „Diorissimo“. Dies sind zeitlose Klassiker – ikonisch und grundlegend für die Welt der Düfte. Auch die seltenen Flakons von Mitsouko nehmen einen besonderen Platz auf meiner Favoritenliste ein. Meine Mutter war nie so süchtig nach Düften wie ich, aber eines Tages schenkte sie mir ihre gesamte, akribisch aufbewahrte Sammlung. Sie hatte sie über Jahre hinweg in perfektem Zustand aufbewahrt, was sie für mich noch wertvoller macht. Ihre Sammlung umfasst eine Vielzahl von Miniaturparfums, insbesondere von Lancôme. Diese Miniaturen sind bei weitem die unbezahlbarsten und einzigartigsten Schätze in meiner Sammlung. Ich wuchs umgeben von diesen zarten Flakons auf, und sie sind ein Teil meiner Kindheitserinnerungen. Sie fühlen sich auch heute noch lebendig an, als trügen sie die Essenz dieser wertvollen Momente in sich. N°05 / 2025
F: Bei Anomalia Paris spielt auch das Layering, also das Kombinieren verschiedener Düfte, eine große Rolle. Was sollte man dabei beachten? Gibt es bestimmte Düfte oder Techniken, die besonders gut miteinander funktionieren? ES: Wichtig ist: Freiheit. Freiheit, und noch einmal Freiheit. Die Leute nehmen die Verwendung von Düften oft zu ernst. Aber Parfums sind ein künstlerischer Ausdruck – ein persönliches Spiel, bei dem man frei experimentieren kann. Du kannst so viele Düfte mischen, wie du möchtest – es ist deine Entscheidung und deine kreative Spielwiese. Niemand sollte dir vorschreiben, wie du Parfums verwenden solltest. Dennoch gibt es ein paar grundlegende Richtlinien, die dir den Einstieg erleichtern. Wenn du zum Beispiel einen blumigen Duft zu einem holzigen oder lederartigen Parfum hinzufügst, ist das fast immer eine sichere Wahl – du kannst wirklich nichts falsch machen. Vor allem Moschus ist unglaublich einfach zu kombinieren und passt zu fast allem. Mit etwas mehr Erfahrung kann man dann auch kühn experimentieren, indem man zwei oder drei komplexe Düfte gleichzeitig übereinander legt und so einzigartige Mischungen kreiert. Es gibt mehrere anerkannte Techniken, wie z. B. das vertikale Auftragen und das parallele Auftragen. Meiner Meinung nach ist eine echte Schichtung jedoch dann gegeben, wenn du mehrere Düfte auf dieselbe Stelle sprühst, so dass sie vollständig miteinander verschmelzen und interagieren können. In diesem Mischungsprozess liegt die wahre Magie. F: Was sind einige Parfumtrends für den kommenden Sommer? Und welche Düfte werden sich immer anhaltender Beliebtheit erfreuen? ES: Rote Früchte, Moschus, von Tee inspirierte Düfte und innovative Oud-Stile prägen die Trends für dieses Jahr. Vor allem scheint es darum zu gehen, mit Düften positive und aufmunternde Schwingungen zu erzeugen. Florale und süße Düfte haben einen unvergänglichen Charme. Während Kreativität völlig einzigartige und ungewöhnliche Parfums hervorbringen kann, bleiben süße Düfte weltweit ein Dauerbrenner. Natürlich variieren die Vorlieben je nach kulturellen Einflüssen. Einige Regionen bevorzugen leichte und luftige Düfte, während andere zu kräftigen, tiefen und intensiven Noten tendieren. Insgesamt sind die Favoriten durchweg süße und fruchtige Düfte – sie sind zeitlose Champions. F: Was sind die häufigsten „Parfum-Fauxpas“, die man vermeiden sollte? ES: Das ist eine heikle Frage. Einer der häufigsten Fehler ist die Wahl eines extrem starken Parfums mit einer überwältigenden Duftnote. Manche mögen zwar die Kühnheit genießen, aber solch intensive Düfte können für andere aufdringlich sein. Die übermäßige Projektion eines Duftes stört oft seine Eleganz und seinen Charme. Für mich liegt der wahre Luxus eines Parfums in seiner Subtilität und Raffinesse – Eigenschaften, die überwältigenden Düften oft fehlen. Interessanterweise neigt der Markt dazu, Potenz, Langlebigkeit und Sillage zu bevorzugen, wobei sich viele Menschen zu starken Düften hingezogen fühlen. Dieser Trend hebt jedoch oft die Essenz von Eleganz und N°05 / 2025
ANOMALIA PARIS Als die Welt den Atem anhielt, tauchte Elena Spirina ein in die Welt der Düfte. Während der Pandemie lancierte die Unternehmerin Anomalia Paris. Das Maison produziert luxuriöse Parfums aus nachhaltiger Herstellung. Ergänzt wird das Angebot von Duftkerzen und Raum Fragrances. Anomalia versteht seine Kreationen als Farben und die Haut der KundInnen als Leinwand: Durch eine individuelle Kombination von Düften entstehen Kunstwerke, die sich dem Anlass und der Tageszeit anpassen. anomaliaparis.com
Raffinesse auf. Für mich verkörpert Luxus Freiheit – die Fähigkeit, sich anzupassen und zu verändern. Dazu gehört auch, dass man sein Parfum mehrmals am Tag wechseln kann, um es den verschiedenen Anlässen anzupassen, so wie man auch sein Outfit wechseln kann. Eine solche Vielseitigkeit ist mit sehr starken Düften nur schwer zu erreichen. Das Streben nach Langlebigkeit und Sillage ist daher nicht der richtige Ansatz, wenn es um echte Raffinesse und Luxus geht. Dennoch gibt es Momente, in denen wir uns alle nach etwas Mutigerem und Durchsetzungsfähigerem sehnen. Das richtige Gleichgewicht zwischen persönlichen Vorlieben und gesellschaftlicher Rücksichtnahme ist entscheidend. F: Dein neues Parfüm heißt „Sahara 4800“. Es ist eine Zusammenarbeit zwischen Anomalia Paris und der legendären Rallye Dakar. Wie kam es zu dieser unerwarteten Kombination? Und wie kreiert man einen Duft, der von einem Autorennen durch die Wüste inspiriert ist? ES: Der Duft ist von der Rallye Dakar inspiriert – zwar nicht direkt von dem Rennen selbst, aber von drei Kernelementen, die es repräsentiert: die schiere Kraft des menschlichen Willens, die unvergleichliche Schönheit der Natur und die Stärke fortschrittlicher Technologie. Durch die Verbindung dieser drei Säulen entsteht ein wirklich fesselndes und einzigartiges Universum. Dahinter steckt auch eine sehr persönliche Verbindung – mein Ehemann. Er fuhr für das deutsche X-Raid-Team und wurde mit seinem Mini zweimal Weltmeister und DakarSieger. Ich habe schon immer leidenschaftliche, furchtlose Menschen bewundert – diejenigen, die das scheinbar Unmögliche erreichen und ständig an ihre Grenzen gehen und diejenigen, die den Intellekt haben, ein solch anspruchsvolles Spiel zu meistern. Das machte „Sahara 4800“ zu einem sehr persönlichen Parfum und zu dem einzigen Duft, den ich als Parfumeurin ganz allein zu kreieren versucht habe. Ich habe immer noch den Originalflakon, den ich komponiert habe. Schließlich beschloss ich aber, diese kreative Herausforderung an die talentierte Parfümeurin Sidonie Lancesseur weiterzugeben. Sie hat die Essenz meiner Vision perfekt eingefangen und das endgültige „Sahara 4800“ in ihrem allerersten Versuch kreiert. In diesem Jahr sind wir mit unserer Vision noch einen Schritt weiter gegangen und haben in Saudi-Arabien bei der Rallye Dakar 2025 die Frauen von Dakar sowie das X-Raid-Team unterstützt. Mein Ziel ist es, die Energie dieser Erfahrung weltweit zu verbreiten und diese außergewöhnlichen Frauen und Männer und ihre kraftvollen Geschichten der Welt zu präsentieren. F: Welchen Duft assoziierst du mit deinem Zuhause? ES: Ich habe das Glück, in Südfrankreich zu leben, eingebettet in die Berge, am Rande des Waldes. Ich habe einen atemberaubenden Garten voller weißer Blumen, darunter Magnolien und Sakura. Ich liebe auch den Regen. Der Duft von feuchter Erde, gemischt mit dem Aroma eines blühenden Gartens, ist zweifellos der Duft meines Hauses. Und natürlich Kaffee. Ich trinke sehr viel Kaffee. 81
PRELUDE
AND… Erst mal die Füße hochlegen, bevor es heißt: We’re rolling!
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ACTION! Hinter der Kamera ist es genau so spannend wie davor.
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Ruhige Momente der Reflexion braucht es vor jeder Szene.
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Was passiert eigentlich am Filmset in den magischen Minuten, in denen die Kamera noch nicht läuft? Fotograf Eric James Guillemain weiß es – denn er hält die Stars Backstage in ihren intimsten Momenten fest, bevor sie sich in die Charaktere verwandeln, die wir auf der Leinwand bewundern. In seinem Buch „Backstage Dreams: The Secret Door to Sets“ lässt er uns teilhaben an den stillen Szenen, die er die letzten 15 Jahre lang begleitet hat. Und bedient damit das kleine bisschen Voyeurismus, das wir alle in uns tragen. Fotos: Eric James Guillemain
Anya Taylor-Joy sieht immer camera ready aus.
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Noch ein allerletzter Blick aufs Skript, dann gilt es ernst.
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Was Eric James Guillemain so nebenbei aufnimmt, könnte man auch als Werbekampagne brauchen.
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Lily Allen: der Inbegriff eines Cool Girls.
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BACKSTAGE DREAMS: THE SECRET DOOR TO SETS Eric James Guillemain wollte eigentlich Musiker werden, doch dann verschlug es ihn hinter die Kamera statt hinters Mikrofon. Genauso intim wie eine akustische Performance in der schummrigen Bar sind aber seine Porträts von den größten Kinostars unserer Zeit. 200 dieser Fotografien gibt es in seinem ersten Monograph „Backstage Dreams: The Secret Door to Sets“ zu bestaunen. Endlich wissen wir, wie Léa Seydoux, Jennifer Lawrence, Ewan McGregor und Co. ihre ruhigsten Minuten verbringen, bevor es heißt: And we’re rolling! Eric James Guillemain, „Backstage Dreams: The Secret Door to Sets“, Damiani, ca. 50.—, damianibooks.com
Eric James Guillemain fängt die Backstage-Realität ein, die auf der Kinoleinwand weggezaubert wird.
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DEVILISH
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THE FINAL BASTARD
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Wenn er auftaucht, wirds brenzlig: Jack Nicholson bei den Dreharbeiten zu „One Flew Over the Cuckoo’s Nest“.
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Wenn der Teufel dich anlächelt, ist es bereits schon zu spät. Doch niemand ließ so gekonnt das Böse in Versuchung auftreten wie Jack Nicholson. Und manchmal braucht es eben auch den ultimativen Halunken, der dich auf den Weg in die Freiheit rempelt. So wie es Jack vor fünfzig Jahren in seinem vielleicht besten Film getan hat. Text: Michael Rechsteiner 94
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Diese Rolle machte ihn endgültig zum Überflieger Hollywoods: Jack Nicholson in „One Flew Over the Cuckoo’s Nest“.
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Geiles Leben im Uhrzeigersinn: Oscar Nummer 1 für „One Flew Over the Cuckoo’s Nest“. Mit Langzeitfreundin Anjelica Huston. Mit Filmfreundin Meryl Streep. Jacks Lieblingsrolle: Fan vom Basketball-Team L.A. Lakers.
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Durchbruch als Schauspieler in „Easy Rider“. Unter Hochdruck in „One Flew Over the Cuckoo’s Nest“. Ein Gesicht, das Filmgeschichte schrieb: Szene aus „The Shining“, 1980. Mit Regisseur Roman Polanski am Set von „Chinatown“.
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Bitte erlaube uns, ihn dir vorzustellen. Er ist ein Mann mit Vermögen und Geschmack. Er treibt sich schon seit vielen, vielen Jahren herum. Hat so manchem Mensch die Seele und den Glauben gestohlen. Fans von den Rolling Stones mit Englischkurs auf Duolingo geht bei dieser Introduktion hoffentlich ein Licht auf. Allen anderen sei verraten: Wir haben Sympathy for the Jack. Denn wie der Mann persönlich einst in einem Interview mit Playboy feststellte: „Die Leute haben eine gewisse Zuneigung für den Kerl, der den Teufel gespielt hat.“ Einmal im wahrsten Sinne („The Witches of Eastwick“, 1987), meist aber in Form raffinierter Manipulatoren und Schurken (von „Carnal Knowledge“, 1971 bis „The Departed“, 2006). Doch der größte Trick, den Nicholson als Zelluloids geschmeidigster Belzebub beherrscht, offenbarte einst Schriftsteller Henry Miller in seinem Essay „On Seeing Jack Nicholson for the First Time“: „Man vergibt ihm all seine Missetaten. Und genau das ist seine größte Missetat.“ Das gilt für die Leinwand offenbar genauso wie im Privatleben. Nicholsons längste Liebesbeziehung mit Schauspielkollegin Anjelica Huston endete 1990 nach 17 turbulenten Jahren, als seine Geliebte Rebecca Broussard von ihm schwanger wurde. Bis heute verbindet Jack und Anjelica dennoch eine innige Freundschaft – zuletzt bot der Schauspieler seiner Ex-Partnerin Obdach bei sich an, als sie 2024 vor den Waldbränden in Los Angeles flüchten musste. Inzwischen hat Jack sechs Kinder. Vielleicht. Mindestens eine Tochter hat er nie offiziell anerkannt. Für die anderen fünf Nachkommen stand der Lothario manchmal sogar um halb sieben in er Früh auf, was er sonst nicht mal für eine Million Dollar macht. Seinen eigenen Vater lernte Jack nie kennen. Von einem Journalisten erfuhr er, dass die Frau, die Nicholson zeitlebens für seine Schwester hielt, tatsächlich seine Mutter sei. Diese war bei seiner Geburt im Jahr 1937 noch so jung, dass sich seine Großmutter als Mom ausgab und ihn aufzog. Als Jack die Wahrheit erfuhr, war er 37 Jahre alt und hatte gerade „Chinatown“ gedreht. Beiden Frauen waren zu diesem Zeitpunkt bereits verstorben. Jack verdaute den Schock schnell und pragmatisch – und griff zum nächsten Script.
Achtzigerjahren wie Pokémon-Karten: Michelangelo Antonioni, Stanley Kubrick, Roman Polanski, Ken Russell und Elia Kazan forderten das Ausnahmetalent. Doch es war Jacks tour de force vor der Kamera von Miloš Forman, die ihm 1976 den ersten seiner drei Oscars einbrachte. Die Hauptrolle in der Romanverfilmung „One Flew Over the Cuckoo’s Nest“ kulminiert Jacks Können, gleichzeitig Charlatan und Charmeur zu sein. Protagonist der Geschichte ist Randle McMurphy, ein wegen Gewaltdelikten und Sex mit Minderjährigen verurteilter Straftäter. Um der Zwangsarbeit im Gefängnis zu entgehen, täuscht er eine geistige Störung vor und hofft so auf eine gemütliche Zeit in der Psychiatrie. Man vergibt ihm all seine Missetaten, denn schnell wird das Großmaul zum Befreier der Insassen, die unter dem strengen Regime einer resoluten Oberschwester leiden. In einer Diktatur der sedierten Anpassung ist Randles hedonistisches Chaos ein Heldenakt. Er vollzieht ihn mit einem Greatest-Hits-Programm von Jack-Nicholsonismen: Augenbrauen, die so steil hoch und runter gehen wie der Bitcoin-Kurs. Ein Grinsen, das sich so bedrohlich auseinanderzieht wie ein Grizzly, der seine Pranken ausbreitet. Schäumende Wutausbrüche, die den Grizzly mit eingezogenem Schwanz in die Flucht schlagen würden. Zum Schluss aber auch: unheimliche Stille. Wir sind so dreist und spoilern einen 50 Jahre alten Film: Randle muss das ultimative Opfer bringen, damit sein Rebellentum gegen die Unmenschlichkeit der Langeweile triumphiert. Am Ende hat es Nicholson erneut geschafft: Wir haben unser Herz an einen Dreckskerl verloren. You’ve been hijacked.
SCHLUSS MIT LISTIG
Im April feierte Jack Nicholson seinen 88. Geburtstag. Vielleicht. Ob er tatsächlich mit Party-Hut die Kuchenkerzen auspustete, ist schwer zu verifizieren. Die LeinwandIkone lebt inzwischen zurückgezogen in einer schwer zugänglichen Ecke in den Hollywood Hills. Kürzlich gab es einen seltenen öffentlichen Auftritt, als Jack bei einer Jubiläumsshow der Comedy-Sendung „Saturday Night Live“ seinen Freund Adam Sandler ankündigte. Mit Sonnenbrille und einem Béret der New York Yankees machte Jack den Eindruck, als hätte er zumindest noch einen letzten großen MONSTER UNTER IRREN Filmauftritt in sich. So wie uns aber Amerika in den ver„Je weniger die Leute über mich wissen, desto einfacher gangenen Monaten enttäuscht hat, wäre es wahrscheinlich ist mein Job“, verriet der Schauspieler einst. Doch auch inmit- die Gastrolle als Lord Glipglop in einem weiteren Marvelten solch dramatischer Offenbarungen aus der Familienge- Einlauf. Gönnen wir deshalb Jack Nicholson seinen Ruheschichte lieferte Nicholson einige der überragendsten Jobs stand. Trotzdem müssen wir feststellen: Seit der Teufel in in seiner Karriere ab. Kollaborationen mit den größten Pension gegangen ist, scheint es der Welt nicht besser zu Regisseuren der Welt sammelte er in den Siebziger- und gehen. Ganz im Gegenteil.
ONE FLEW OVER THE CUCKOO’S NEST 1975 drehte Jack Nicholson durch. In „One Flew Over the Cuckoo’s Nest“ spielt er einen Straftäter, der sich in die Psychiatrie schwindelt, um einer härteren Strafe zu entgehen. Doch bald sieht er sich dort mit weitaus größeren Problemen konfrontiert. Der Film warf Fragen auf über den institutionalisierten Umgang mit psychisch erkrankten Personen – und tut es bis heute. Das Drama räumte an den Oscar-Verleihungen mit fünf Auszeichnungen in den Hauptkategorien ab, unter anderem für Jack Nicholson als bester Hauptdarsteller. Aktuell lässt sich der Film über Apple TV und Amazon Video streamen.
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DENIS DAILLEUX, GARÇON À LA PLAGE À JAMES TOWN, GHANA, 2009 Auf den ersten Blick strahlen seine Fotografien eine Ruhe aus, beim zweiten Hinschauen erkennt man, was unter der Oberfläche brodelt: Denis Dailleux porträtiert das reale Leben in Ghana und in Ägypten, wo er die Revolution in Kairo fotografisch festhielt. Im Jahr 2000 schnappte er sich den World Press Photo Award.
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PIXEL PERFECT Kein Bock mehr, auf Social Media zu scrollen und von KI-generiertem, einfallslosem Einheitsbrei erschlagen zu werden? Dann hoch von der Couch und ab nach Basel an die photo basel international art fair, wo sich Mitte Juni sechs Tage lang alles um die Fotografie als Kunst dreht. Galerien aus aller Welt präsentieren ihre KünstlerInnen – vom aufstrebenden Talent bis zur altbekannten Fotografie-Ikone ist alles dabei. Wir geben vorab einen Einblick in unsere Favoriten. Text: Josefine Zürcher – Fotos: photo basel international art fair N°05 / 2025
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CHRIS TILLE, #007, CAMILLE COROT, BARBIZON UND #030, PISSARO, MONET, MANET, PARIS, 2024 Ohne Licht keine Fotografie. Das weiß auch der deutsche Fotograf und Künstler Chris Tille, der zugleich die Wissenschaft in seine Werke integriert. So fallen bei ihm die traditionellen Werkzeuge wie Pinsel und Kameras weg. Stattdessen hat er das Licht für eine seiner Serien mit einem Spektrometer analysiert.
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OLENA ZUBACH, UNTITLED #8, 2023 Eigentlich hat die Ukrainerin einen Masterabschluss in Finanzwirtschaft. Statt an die Börse ging’s für sie dann aber an die School of Photography in Kiew. In ihrer Kunst lässt sie das traditionelle Stillleben der Malerei auf moderne Art anhand von Collagen und Fotografie neu aufblühen.
OL’GA BLEYOVÀ, POEMS ON A DREAM AND SAD PLEASURES 11, 1970 In den Sechzigern und Siebzigern sorgte die Slovakin in der Kunstszene für Furore, denn die Experimentierfreudigkeit war ihr kein Fremdwort, sondern ihre tägliche Begleiterin. Vor allem ihre Nacktbilder zeichneten sich durch einen poetischen, deutlich weiblichen Blickwinkel aus.
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KATI HORNA, SANS TITRE, SÉRIE ODE À LA NÉCROPHILIE, 1962 Obwohl die meisten ihrer Werke während des Spanischen Bürgerkriegs verloren gingen, bleibt die in Ungarn geborene Fotojournalistin Kati Horna eine der einflussreichsten Stimmen ihrer Zeit. In ihrem bewegten Leben ließ sie sich unter anderem in Mexiko einbürgern, war für verschiedene Zeitschriften tätig und wurde Professorin.
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CHRISTER STRÖMHOLM, PIGALLE, PARIS, 1954 Der schwedische Fotograf brachte einige Stationen hinter sich: 1935 war er Austauschstudent in Deutschland, danach zog es ihn nach Paris, Italien, Monte Carlo und Spanien. Bald kristallisierte sich seine präferierte Arbeitsweise heraus: Available Light – er arbeitete also mit den Lichtverhältnissen, die vorhanden sind.
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JULIAN SCHNABEL, UNTITLED, MONTAUK STUDIO, 2004 Der Amerikaner ist zwar vor allem als Maler, Bildhauer und Filmregisseur bekannt, doch da ist der Weg zur Fotografie nicht mehr weit. Seit zwanzig Jahren fertigt er fotografische Unikate mit einer seltenen Polaroidkamera aus den Siebzigerjahren an. Die großformatigen Einzelstücke erlauben ein breites Spektrum an Farben und Schattierungen.
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STÉPHANE BELZÈRE, DIAQUARELLE 7, 2022 UND DIAQUARELLE 01, 2019/20 Fotografie und Malerei sind beste Freundinnen, vielleicht sogar Geschwister. Klar, sind sie darum nicht immer eindeutig trennbar. Was eine Kamera, ausgestattet mit einem Kodak-Film, festhalten könnte, malt der Schweiz-Französische Stéphane Belzère schlichtweg selbst.
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OLAF UNVERZART, DEMOLITION, KATAR, 2010 Die Kunst der Fotografie liegt darin, Destruktion so wunderschön und fesselnd darzustellen, wie der deutsche Fotograf und Künstler Olaf Unverzart es tut. Seine Bilder lösen zuerst Bewunderung, dann Fragen nach Veränderung und Zerstörung der Natur aus.
PATRICK LO GIUDICE, ESSO, 2024 UND SHELL, 2024 Das Subjekt vor der Kamera muss nicht aufregend sein. Der italienischstämmige Schweizer Patrick Lo Giudice beweist, dass auch etwas Triviales wie eine Tankstelle Emotionen von süßer Nostalgie bis bitterer Melancholie auslösen kann.
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ALFONS SCHILLING, UNTITLED (H), 1999 Alfons Schilling widmete sich in den späten Sechzigern der Linsenrasterfotografie, einem Verfahren, bei dem verschiedene Aufnahmen vereint werden, wobei je nach Blickwinkel jeweils nur ein Bild wahrnehmbar ist. Den flirrenden Effekt bildet man sich also nicht ein, sondern er beweist, dass mit der Fotografie bereits vor Photoshop und Co. so ziemlich alles möglich war.
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CARLI HERMÈS, BLACK LIGHT, BLUE LIGHT, YELLOW LIGHT UND GREEN LIGHT, 2025 Eigentlich sind sie zwei verschiedene Dinge, die Werbefotografie und die Kunst, doch der Niederländer Carli Hermès lässt sie gekonnt zu einem verschmelzen. Dank leuchtender Farben und ein bisschen Provokation möchte man ganz genau hinschauen.
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BÁRA PRÁŠILOVÁ, THE THREE OF US, 2020
MIGUEL MAS, LAURA UND MARIA SIBYLLA, 2024
Surrealistisch, wunderbar seltsam und bis ins allerletzte Detail geplant: So lassen sich die Fotoserien der Tschechin beschreiben, die nicht nur mit ihrem künstlerischen Aspekt überzeugen, sondern auch, weil sie gesellschaftliche Normen auf spielerische Weise hinterfragen.
Zehn Jahre arbeitete Miguel Mas in der Mikrobiologie, dann zog es ihn zur Kunst. Die Natur blieb, in Form von Flüssigkeit, die sich wie ein roter Faden durch die Werke des Spaniers zieht. Sie verzerrt die Realität und kreiert so eine neue. Denn woher wissen wir schon, welche Wirklichkeit die richtige ist?
PHOTO BASEL INTERNATIONAL ART FAIR Kein Platz mehr an der Art Basel zwischen all den Kunsthungrigen? Kein Problem. Die photo basel hat mindestens so viel zu bieten. Galerien und KünstlerInnen aus zahlreichen Ländern zeigen, dass es im Medium Fotografie keine Grenzen gibt. Dieses Jahr feiert die einzige Schweizer Messe, die auf Fotografie als Kunst spezialisiert ist, ihr zehnjähriges Jubiläum. photo basel, 17. bis 22. Juni 2025, Volkshaus Basel, Rebgasse 12-14, 4058, Basel, Schweiz, photo-basel.com
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DRAMATIC
OPULENT
Photography: Robert Larsen Styling: Alessia Ryazanova Make-up: Anna Glaser Wig Artist: Katherina Ivkina Retouch: Alina Onyshkiv Photography Assistance: Jana Geissler Styling Assistance: Noah Sumpf Model: Toni Dreher-Adenuga
SPECTACLE 118
RÊVERIE N°05 / 2025
Kleid von & OTHER STORIES X ROKSANDRA. Jacke von MARELLA X EMILY RATAJKOWSKI. Schmuck von MONIES. Schuhe von LOUBOUTIN.
Weste, Gürtel & Handschuhe von DIOR. Rock von ENTIRE STUDIOS. Schuhe von LOUBOUTIN. Halskette von TIFFANY & CO. Sonnebrille von BOTTEGA VENETA.
Kleid von CHANEL. Top von MISS SOHEE. Schmuck von SWAROVSKI.
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Body, Hose & Handschuhe von JUUN. J. Schuhe von MICHAEL KORS. Ohrringe von CHANEL.
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Bluse von STYLE ICON (über LODENFREY.COM). Hose von JEAN PAUL GAULTIER. Schuhe von ROGER VIVIER. Hut von & OTHER STORIES X ROKSANDRA. Ohrringe von BUCHERER. Ring von MONIES.
Kleid von HORROR VACUI (über LODENFREY.COM). Weste von CHANEL. Halskette von SWAROVSKI.
Mantel, Schuhe, Top & Shorts von GUCCI. Strumpfhose von FALKE X KAVIAR GAUCHE. Schmuck von MONIES.
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Hose, Kleid & Tasche von LOUIS VUITTON. Schuhe von LOUBOUTIN. Ohrringe von TIFFANY & CO.
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Kleid von HORROR VACUI (über LODENFREY.COM). Socken von FALKE. Schuhe von BILLI BI. Handschuhe von HANDSOME. Halskette von SWAROVSKI.
BUZZ
SOLE REBEL Bunt, nostalgisch und doch neu: Bridie Husband steckt hinter dem neuen Buzz-Schuh von Dr. Martens, der so viel Neunziger-Energie versprüht, dass uns ganz warm ums Herz wird. Um den Doc’s-Fans dieses Gefühl zu entlocken, hat sich die Schuhdesignerin tief durchs Archiv gewühlt – und gleichzeitig die Trends von heute beobachtet, denn Innovation muss sein. Sie verriet uns außerdem, wie ihre Arbeitstage aussehen, welche Trends sie liebt und wie man es schafft, ein neues Paar Dr. Martens einzulaufen, ohne dass die Füße dabei allzu großen Schaden nehmen. Interview: Michael Rechsteiner, Josefine Zürcher Fotos: Dr. Martens 128
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Genau so bunt, kreativ und unangepasst wie ihr Look sind Bridie Husbands Kreationen für Dr. Martens.
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„Ich trage Doc’s seit meiner Teenagerzeit aus Überzeugung.“
FACES: Wie hat dich dein Weg zu Dr. Martens geführt? Wolltest du schon immer Schuhdesignerin werden? Bridie Husband: Nachdem ich Modedesign und Marketing an der Universität studiert hatte, sicherte ich mir ein Praktikum im Rahmen eines Graduiertenprogramms, das es mir ermöglichte, bei verschiedenen Marken zu arbeiten, bevor ich eine Chance bei der Kultmarke Dr. Martens bekam. Es war aber tatsächlich schon immer mein Ziel, Schuhdesignerin zu werden. Ich war auch schon immer ein großer Dr. Martens Fan – Mein erstes Paar habe ich mir zu meinem 15. Geburtstag gekauft, die Cherry Red 1460 Stiefel, und ich habe sie immer noch! Ich trage Doc’s seit meiner Teenagerzeit aus Überzeugung. F: Wie sieht dein typischer Arbeitstag aus und welche falschen Vorstellungen haben die Leute von deinem Job? BH: Kein Tag ist wie der andere! Ein weit verbreiteter Irrglaube ist, dass wir den ganzen Tag damit verbringen, Ideen zu skizzieren, aber es gibt so viel mehr, was dazu gehört. Ein typischer Tag kann Archivrecherchen, das Entwerfen von Prototypen und das Testen von Mustern beinhalten. Im kreativen Prozess geht es ebenso sehr um Problemlösung wie um Ästhetik. F: Um die Buzz-Kollektion zu entwerfen, bist du ins Archiv eingetaucht. Welche unerwarteten Designideen hast du da gefunden und bist du auf Trends gestoßen, die wir jetzt sehen? BH: Die Laufsohle habe ich zusammen mit dem Entwicklungsteam entworfen und mich dabei von den Archiven inspirieren lassen. Außerdem habe ich eine Reihe von Oberteilen für das Sortiment entworfen. Mein Favorit ist der Buzz 5-Eye-Schuh in Hair On mit Mikro-Leopardenprint – die Textur und der Print machen den Style einzigartig. Trends sind zyklisch. Wenn sich etwas neu anfühlt, hat es oft historische Wurzeln. Viele der kühnen, klobigen Designs, die wir heute sehen, gab es schon in den vergangenen Jahrzehnten – es geht nur darum, sie für das moderne Publikum neu zu interpretieren. F: Was hast du zuerst im Kopf, wenn du ein neues Design entwirfst: eine bestimmte Person oder den fertigen Schuh? BH: Wir beginnen immer mit einem tiefen Blick in unser Archiv, um einen Ausgangspunkt zu finden – sei es eine ursprüngliche Silhouette, die wir neu interpretieren wollen, oder ein Designdetail, das wir weiterentwickeln können. Diese historische Grundlage ist der Schlüssel, um sicherzustellen, dass alles, was wir kreieren, unserer DNA treu bleibt. Neben dem Archiv lassen wir uns durch den Besuch von Vintage-Läden, Ausstellungen, Galerien und Pop-up-Spaces inspirieren und nehmen ständig kulturelle Anregungen auf. Außerdem beobachten wir genau, wie sich unsere TrägerInnen in den wichtigsten Städten der Welt stylen – wie sie sich bewegen, ausdrücken und Einflüsse kombinieren. 130
F: Die Buzz-Kollektion ist eine Hommage an die Neunziger. Warum sind wir so nostalgisch in Bezug auf diese Zeit und warum lieben wir die Mode aus diesem Jahrzehnt so sehr? BH: Die Neunzigerjahre sind ein einzigartiger kultureller Moment, in dem sich Rebellion, Individualität und ein Gefühl von unbeschwertem Selbstbewusstsein vermischten – es war eine Ära, die von Subkulturen geprägt war, sei es in der Musik, der Mode oder der Identität. Dieser Geist passt natürlich zur DNA von Dr. Martens, die schon immer für Selbstausdruck stand. Die Mode dieses Jahrzehnts basierte auf Authentizität – es ging nicht darum, Trends zu folgen, sondern darum, seinen eigenen persönlichen Look zu kreieren und Grunge, Minimalismus, Sportswear und mutige Statements zu mischen. Unsere TrägerInnen sehnen sich auch heute noch nach dieser Freiheit und Haltung. Die Buzz-Kollektion erinnert mit ihren klobigen, abgerundeten Proportionen, den verspielten Leopardenprints und den unerwarteten Pink-Tönen an die Neunziger. Aber es geht nicht nur darum, zurückzublicken; es geht darum, diese Nostalgie in etwas Frisches und Relevantes für eine neue Generation zu verwandeln, die neu definiert, was Selbstausdruck bedeutet. F: Was ist dein Lieblingstrend aus den Neunzigern, den du bis heute liebst? BH: Ganz klar Grunge. Ich fühle mich zu übertriebenen und übergroßen Silhouetten hingezogen. F: Welche Schuhtrends erspähst du für die kommenden Saisons? BH: Wir haben immer Makrotrends im Blick – solche, die von kulturellen Veränderungen und globalen Bewegungen geprägt sind, und nicht von kurzlebigen Modezyklen. Mit einer fast 65-jährigen Tradition sind unsere Archive eine ständige Inspirationsquelle, die uns hilft, uns selbst treu zu bleiben und uns gleichzeitig weiterzuentwickeln. Mit Blick auf die Zukunft denke ich, dass wir einen stärkeren Fokus auf flachere Silhouetten und eine Zunahme von raffinierten, hochwertigen Designs sehen werden, die Zeitlosigkeit mit Modernität verbinden. F: Wenn der Buzz-Schuh ein Lied oder ein Album wäre, welches wäre er? BH: „Tragic Kingdo“ von No Doubt. F: Mit welchen Kleidungsstücken würdest du den Buzz kombinieren? BH: Ich kombiniere den Buzz besonders gerne mit einem Minikleid, aber seine Vielseitigkeit bedeutet, dass er mühelos mit Kleidern jeder Länge sowie mit Shorts, Hosen oder Jeans kombiniert werden kann. Der Schuh lässt sich ähnlich wie ein Sneaker stylen, wertet aber auch Alltagsoutfits auf. F: Welche Veränderungen können wir von der Buzz-Kollektion erwarten? Gibt es noch nicht gesehene Farbkombinationen oder Muster, auf die wir uns freuen können? BH: Auf jeden Fall. Die Buzz-Kollektion wird um neue Drucke, Materialien und unerwartete Farbkombinationen N°05 / 2025
„Im kreativen Prozess geht es ebenso sehr um Problemlösung wie um Ästhetik.“
erweitert – sowohl in unserem Hauptsortiment als auch durch kommende Markenkooperationen. Außerdem erweitern wir das Angebot an Silhouetten für Herbst-Winter 25. Mit der kühnen, klobigen Laufsohle von Buzz als Grundlage sind die kreativen Möglichkeiten endlos. F: Welche Materialien und Texturen würdest du gerne in ein Schuhdesign einbauen, die du bisher noch nicht verwendet hast? BH: Bei Dr. Martens sind wir ständig auf der Suche nach Innovationen, nicht nur beim Design, sondern auch bei den Materialien, die wir verwenden. Wir wollen mehr nachhaltige und biobasierte Materialien in unsere Kollektionen einbauen, um sicherzustellen, dass sie immer noch die Langlebigkeit und Qualität bieten, für die wir bekannt sind, aber die Grenzen auf neue, zukunftsweisende Weise erweitern. F: Wen würdest du gerne in der neuen Buzz-Kollektion herumstapfen sehen? BH: Jeder und jede! Alle, die DM’s als eine Form des Selbstausdrucks tragen – wir lieben es, das an unseren TrägerInnen zu erkennen. F: Welcher Dr. Martens-tragenden Musikikone aus der Geschichte würde deiner Meinung nach die Buzz Kollektion gefallen? BH: Siouxsie Sioux, PJ Harvey und Gwen Stefani könnten diese Schuhe auf jeden Fall tragen. F: Wenn du nicht Schuhdesignerin wärst, was würdest du dann tun? BH: Ich habe mich schon immer leidenschaftlich für Design interessiert. Wenn ich also nicht in der Schuhbranche tätig wäre, würde ich wahrscheinlich immer noch entwerfen – sei es in der Mode oder in der Inneneinrichtung. Ich liebe die Idee, Funktionalität mit Ästhetik zu verbinden, daher wäre alles, was in diese Richtung geht, eine natürliche Ergänzung. F: Welche Nischentrends oder Subkulturen inspirieren deine Arbeit? BH: Unsere TrägerInnen haben Dr. Martens zu der Marke gemacht, die sie heute ist – jede Subkultur und jeder Nischentrend übernimmt und adaptiert unsere Schuhe auf eigene Art und Weise. Es ist diese Vielfalt, die unsere Kreativität immer wieder antreibt. Jede Subkultur bringt etwas anderes mit sich, und so konzentrieren wir uns nicht auf eine, sondern lassen uns von den vielen inspirieren, die uns im Laufe der Jahrzehnte geschätzt haben. F: Gibt es Moderegeln, die du gerne brichst – sowohl privat als auch bei der Arbeit? BH: Ich glaube nicht an Moderegeln – ich denke, die wahrhaftigste Form des Ausdrucks ist es, einfach das zu tragen, was man will und wie man es will. F: Wie groß ist deine persönliche Schuhsammlung? BH: Nicht so groß, wie man vielleicht erwarten würde, aber alle Paare, die ich besitze, werden geliebt und gut getragen. F: Dr. Martens ist bekannt für seine Kooperationen mit N°05 / 2025
anderen Marken. Mit welchem Brand würdest du gerne in Zukunft zusammenarbeiten? BH: Wir haben einige aufregende Kooperationen in Aussicht – ein paar davon stehen ganz oben auf meiner Wunschliste... Welche Marken das sind, darf ich aber leider noch nicht verraten! F: Verrätst du uns Insider-Tipps, wie man ein neues Paar Dr. Martens leicht einlaufen kann, ohne dass die Füße allzu sehr leiden müssen? BH: Unsere Stiefel und Schuhe werden aus hochwertigem Leder gefertigt, das auf Haltbarkeit und Langlebigkeit ausgelegt ist. Das bedeutet, dass sie natürlich ein wenig Zeit brauchen, um sich perfekt an die Füße anzupassen. Für mich kommt es von Anfang an auf die richtige Passform und Einstellung an – zum Beispiel, dass die Schnürung fest sitzt, damit der Fuß sicher bleibt und nicht reibt. Außerdem empfehle ich, anfangs dickere Socken zu tragen und Einlegesohlen zu verwenden, wenn man zwischen den Größen liegt. Ein Hauch von Lederpflegemittel kann ebenfalls dazu beitragen, das Material weicher zu machen. Sobald sie eingelaufen sind, werden sie für viele Jahre dein Lieblingspaar sein. F: Wenn du dich zwischen den beiden entscheiden müsstest: Lieber ein schöner Schuh oder ein bequemer? BH: Für mich geht es nie darum, zwischen Komfort und Stil zu wählen – beides sollte immer Hand in Hand gehen. Bei Dr. Martens haben wir beides im Blick. Unsere ikonische luftgepolsterte Sohle und stützende Details wie gepolsterte Knöchelkragen sind für den ganztägigen Tragekomfort ausgelegt, ohne dabei Kompromisse bei den ausdrucksstarken Designs einzugehen, die jede Kollektion ausmachen. F: Was macht es besonders interessant, die Schuhe von Dr. Martens neu zu interpretieren? BH: Es ist immer etwas Besonderes, einen archivierten Stil auf neue Weise wieder aufleben zu lassen. Wir stellen sicher, dass wir uns an unser Erbe halten, indem wir uns auf das Archiv beziehen und Elemente wie Form, Höhe und eine vielseitige Farbpalette anpassen. F: Seit den Sechzigerjahren war Dr. Martens Teil vieler Jugendbewegungen und Subkulturen. An welcher hättest du gerne teilgenommen und warum? BH: Ich wäre gerne Teil der Punk-Bewegung in den späten Siebziger- und frühen Achtzigerjahren gewesen. Es war eine so mutige, furchtlose Zeit, in der es bei der Mode nicht nur darum ging, gut auszusehen – sondern darum, ein Zeichen zu setzen und gegen die Norm zu rebellieren. Ich finde es toll, wie die Leute ihre Doc’s zu ihrem eigenen Stil gemacht haben – sie haben sie mit Nieten versehen, sie angemalt und man hat ihnen jedes bisschen Abnutzung angesehen. Diese rohe DIYEnergie ist etwas, das mich auch heute noch beim Entwerfen inspiriert.
BRIDIE HUSBAND Als Fünfzehnjährige kaufte sich Bridie Husband ihr erstes Paar Dr. Martens. Dass ihre berufliche Reise sie zum kultigen Brand führen wird, stand also schon in den Sternen geschrieben. Die Britin studierte Modedesign und Marketing, stets mit dem Ziel vor Augen, eines Tages Schuhe zu designen. Bei Dr. Martens hauchte sie dem ikonischen Buzz Schuh neues Leben ein. Wir können auf weitere Kollaborationen mit Brands und bunte, innovative Designs gespannt sein. dr.martens.com
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CULT
Die Zeit frisst ihre Kinder. Das einzige was wir tun können, ist für diesen Anlass die Tafel besonders schön zu decken. Zum Beispiel mit diesen hinreißenden Uhren-Modellen, die ihren eigenen Altar verdienen. Da kriegt selbst Chronos Appetit auf mehr. 132
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LOUIS VUITTON, „Tambour Bushido Automata“, aus 18 Karat Roségold N°05 / 2025
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PATEK PHILIPPE, „Cubitus Roségold“, aus Roségold 134
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VACHERON CONSTANTIN, „Patrimony Mondphase Retrograde“, aus 18 Karat Roségold N°05 / 2025
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CHANEL, „Première Cuff Blush“, schwarz beschichtetes Stahlgehäuse 136
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CARTIER, „Santos-Dumont“, extragroßes Modell, aus Gelbgold mit Holzdetails N°05 / 2025
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AUDEMARS PIGUET, „Code 11.59“, aus 18 Karat Weißgold 138
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MONTBLANC, „Star Legacy Nicolas Rieussec Chronograph 43mm“, aus Edelstahl N°05 / 2025
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RICHARD MILLE, „RM 75-01 Flying Tourbillon Sapphire“, aus Saphir 140
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VAN CLEEF & ARPELS, „Lady Arpels Pont des Amoureux Soirée“, aus 18 Karat Roségold, mit Diamanten und Saphiren N°05 / 2025
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OMEGA, „Seamaster Diver 300M“, aus Bronzegold 142
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CHOPARD, „Coussin L’heure du Diamant“, aus 18 Karat Roségold, mit Diamanten N°05 / 2025
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PIAGET, „Aura“, aus 18 Karat Weißgold, mit Saphiren, Smaragden, Chrysoberyllen, Tsavoriten und Diamanten 144
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HERMÈS, „Hermès Cut Le temps suspendu“, aus Roségold N°05 / 2025
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VIBRANT DREAMSCAPES
Was passiert hier? Das ist der eigenen Fantasie überlassen. © Lois Cohen
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Legende: Wie man Unzählige ein bild beschreiben kann. Oder ein guten einfällt. Augenpaare, doch nureinfach eines davon sieht Satz dich.dazu © Lois Cohen
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Betty Boop revisited: Lois Cohen und Indiana Roma Voss stellen weibliche Archetypen mit einer Prise Surrealismus auf den Kopf. © Lois Cohen, Indiana Roma Voss
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Wir haben genug romantische Traumpaare gesehen. Darum fokussieren wir lieber auf eine Freundschaft, die seit Teenagerjahren besteht und der allerlei wilde und künstlerische Universen entsprungen sind. Fotografin und Creative Director Lois Cohen und Stylistin und Creative Director Indiana Roma Voss blühen zusammen zum spannendsten Duo auf. Angesiedelt zwischen Fotografie und Fashion erschaffen sie Welten, die mit Humor und knalligen Farben konsequent mit Archetypen brechen. Ihre Porträtserie „Local Angels“ dokumentiert die exzentrische Underground-Szene Amsterdams. Und „Metamorphosis“ wurde in Galerien in Paris und Amsterdam ausgestellt. Die 12-teilige Serie rekonfiguriert weibliche Ikonen – campy, satirisch und wunderbar ästhetisch hyper-inszeniert.
Interview: Jasna Lohr Fotos: Lois Cohen, Indiana Roma Voss
Howdy! Auch so können ein Cowboy und sein Pferdchen daherkommen. © Lois Cohen
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Weite Hosen und Bomberjacken: Dieser spezifische Stil entsprang der niederländischen „Gabber“-Subkultur, die eigentlich einen bestimmten Stil des Hardcore-Technos bezeichnet. © Lois Cohen
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Momentaufnahme aus dem Stadtteil Peckham in London. © Lois Cohen
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Mit der Serie „Local Angels“ zelebrieren Lois Cohen und Indiana Roma Voss exzentrische Charaktere, die keine Lust darauf haben, sich den gesellschaftlichen Normen anzupassen. Legende: Wie man ein bild beschreiben kann. Oder einfach einCohen, guten Satz dazu einfällt. © Lois Indiana Roma Voss
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Hi Barbie! Ist deine Schrotflinte auch ordentlich geladen? © Lois Cohen, Indiana Roma Voss
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WLP ART Das vielschichtige White Label Project lässt sich irgendwo zwischen Concept Store und Community ansiedeln. Wer auf der Suche nach sorgfältig kuratierter Luxusmode, Kunstwerken und Einrichtungsgegenständen ist, wird garantiert fündig. Neu dazugestossen ist WLP Art: Die OnlineGalerie für zeitgenössische KunstfotografInnen mit starken Erzählungen und globalen Perspektiven. Von Berlin bis Bangalore, von Lois Cohen bis Natasha Wilson – streng limitierte Kunstdrucke von aufstrebenden KünstlerInnen für deine eigenen vier Wände findest du bei WLP Art. whitelabel-project.com
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Neunziger-Vibes in den Quartieren von London. © Lois Cohen, Indiana Roma Voss
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„DIE KUNSTSCHULE IST EINE ABZOCKE.“ LOIS COHEN FACES: Deine Kunst ist... Lois Cohen: Juicy! Indiana Roma Voss: Paradox. F: Wen oder was liebt ihr und warum? LC: „Housewives of Beverly Hills“, weil mich das durch den ersten Lockdown gebracht hat. IV: John Waters, weil er ein Perverser ist. F: Welcher berufliche Erfolg bedeutet euch am meisten? LC: Die Eröffnung unserer Einzelausstellung in Amsterdam, in einem großen Galerieraum mit riesigen Drucken unseres Projekts „Metamorphosis“ und einer Gruppe von fabelhaften DarstellerInnen, die wie die Figuren auf unseren Fotos gekleidet waren. Das hatte die beste Energie. Es kamen so viele Leute, dass sie die halbe Straße vor der Galerie füllten. Ein ekstatischer Moment. IV: Der Gewinn des Elle Stylist of the Year Award kommt gleich nach unserer ersten Einzelausstellung. F: Könntet ihr eine ganze Woche lang nur Pfannkuchen essen? LC: Klingt ein bisschen verrückt, aber wahrscheinlich schon. IV: Natürlich. F: Wohin geht ihr, wenn ihr ganz bei euch selbst sein wollt? LC: Ich bin Atheistin, aber in einer stillen Kirche zu sitzen beruhigt meine Seele. IV: Strand, Sauna, Schlafzimmer, Flughafen. F: Erzählt uns etwas über eure Ausbildung. IV: Die Kunstschule ist eine Abzocke. LC: (Lacht) Und wie sie das ist. Ich bin nur froh, dass ich es hinter mir habe, denn es hat verdammt lange gedauert. In meinem dritten Jahr haben sie den Leiter der Abteilung für Fotografie gewechselt, und ich kann euch sagen, dass dieser neue Typ nicht zufrieden mit mir war. Ich arbeitete bereits viel als Fotografin und es fiel mir schwer, eine konsequente Studentin zu sein, um es vorsichtig auszudrücken – also kann ich es ihm nicht wirklich verübeln. Es ist jetzt Jahre her, dass ich die Kunstschule abgeschlossen habe, aber ich habe immer noch Albträume davon... dieses Gefühl der Unendlichkeit... In diesen Träumen sind 30, 40, 50 Jahre vergangen, und ich treibe immer noch in diesem elenden Gebäude herum. F: Warum Fotografie? 156
LC: Es ist die unmittelbarste Möglichkeit, die Realität zu verändern. F: Warum Styling? IV: Es ist das zugänglichste Werkzeug, das ständig in Bewegung ist, ein Spiegelbild des Zeitgeistes. F: Was war die seltsamste Begegnung, das verrückteste Abenteuer oder der schönste Moment, den du bei einem Shooting erlebt hast? IV: Nachdem ich nach New York gezogen war, haben Lois und ich eine gefühlte Ewigkeit nicht mehr zusammen gearbeitet. Das erste Mal, als wir wieder zusammenkamen und am Set waren, fühlte es sich an wie eine Heimkehr. Ich habe ihre Lieblingsmusik aufgelegt und wir haben getanzt und gemeinsam etwas geschaffen... Es war wirklich großartig. F: Was ist wichtiger: Die Form oder der Inhalt? LC: Ich betrachte das nicht als zwei getrennte Dinge, sie sind vielmehr miteinander verwoben. Wenn ich von einer bestimmten Idee oder Erzählung ausgehe, treffe ich visuelle Entscheidungen, die diese Idee/Erzählung unterstützen und aufwerten, und so entsteht die Ästhetik. Oder es ist eher ein intuitiver Prozess: Ein zufälliges Bild kommt mir in den Sinn, und ich mag es einfach, aber das bedeutet nicht, dass es keine Bedeutung hat, nur weil es nicht auf einem bewussten Gedanken beruht. Manchmal entwickelt sich die Geschichte in einer späteren Phase. Manchmal auch nicht, und das ist auch in Ordnung. Wir müssen nicht immer alles intellektualisieren. F: Welcher Teil des menschlichen Gesichts gefällt euch am besten? LC: Die Augäpfel. IV: Der Knochenbau. F: Wo ist die Inspiration zuhause? LC: Widersprüche. Meine Inspiration findet sich so ziemlich überall, es ist die Dualität der Dinge, Situationen und Menschen, die mich interessiert. F: Was würdest du tun, wenn du keine Angst hättest? IV: Ich kann ganz ehrlich sagen, dass ich keine Angst habe. Das hört sich sehr selbstbewusst und vielleicht auch ein wenig eingebildet an, aber ich habe keine Angst. Angst war noch nie ein Faktor, der mich aufgehalten oder zurückgehalten hat. Vielleicht ist es eher meine Schwäche, zu viel vom Gegenteil der Angst zu haben. Furchtlos bis hin zur Rücksichtslosigkeit.
Die exzentrischen Underdogs dieser Welt gehören vor Lois Cohens Kamera. Denn sie inszeniert am liebsten Figuren, die mit traditionellen Archetypen brechen. Ihre Liebe fürs Kino und alles Obskure scheint in jedem ihrer Shoots durch. Das zieht auch die großen Brands an: Lois Cohen hat bereits Kampagnen für Adidas, Nike und Gucci fotografiert. Sie hat einen Bachelor in Fotografie von der Royal Academy of Arts und sammelt fleißig Preise für ihre Arbeit: Unter anderem von Huis Marseille, dem British Journal of Photography und ADCN Dutch Creativity Awards. instagram.com/loisycohen
INDIANA ROMA VOSS Wer nicht weiß, was man eigentlich unter Visual Storytelling versteht, braucht nur einen Blick auf Indiana Roma Voss’ Arbeit zu werfen. Als Stylistin bringt sie ihren unverkennbaren Modestil in Kampagnen und Editorial Shootings. Seit kurzem fließt ihr Talent auch ins Bewegtbild, denn sie versucht sich vermehrt als Regisseurin. Indiana Roma Voss stylte bereits fürs Lampoon Magazin und führte Regie für eine Kampagne der Marke Songs of Siren. Mit Lois Cohen kreiert sie immer wieder auffällige Fotostrecken irgendwo zwischen Kunst und Fashion Editorial. indianaromavoss.com
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Das Duo Cohen und Voss hat für ihre Serie „Metamorphosis“ die ikonische Pink-Ranger-Figur als Muslimin neu interpretiert. © Lois Cohen, Indiana Roma Voss
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RED
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Photography: Nathalie Zimmermann Styling: René Schaller Model: Sahana C., Louisa Models
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BLISS N°05 / 2025
Kleid von ZIMMERMANN. Jacke von MM6.
Mantel und Kleid von IVY OAK.
Look von MM6.
Look von MARQUES ALMEIDA.
Hose von SOSUE. Jacke von TRUE RELIGION. Schuhe von GIANVITO ROSSI.
Anzug von IVY OAK. Tasche von DRAGON.
Look von DIESEL.
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WO GEHT DIE REISE HIN?
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Kia Concept EV2: Ein blaues Wunder mit grüner Energie.
Kia PV5 Passenger: Viel Platz auch im engen Stadtverkehr.
Kia PV5 WKNDR: Pop-up-Campingplatz inklusive.
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Bitte anschnallen für die Zukunft: An der Milan Design Week sprachen Kias kreativste Köpfe Klartext.
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Das Autoradio spielt Zukunftsmusik. An der Milan Design Week blickte Kia voraus und präsentierte Modelle, die in den kommenden Jahren unsere Mobilität neu denken. Wir nahmen auf dem Beifahrersitz Platz und unterhielten uns mit Kias Designteam. Fotos: Kia Im roten Licht werden die Gäste empfangen von Roboterarmen, die Werkzeuge aus Tierknochen schwingen. Hat künstliche Intelligenz jetzt etwa auch die Jobs von Höhlenmenschen übernommen? Nein. Die Kunstinstallation namens „The Cave“ vom Duo A.A.Murakami ist ein Sinnbild für den Moment, als der Mensch zum ersten Mal nach Stein und Holz als Arbeitsgerät griff – und damit bereits die Chance auf den Computerchip in den Händen hielt. In Auftrag gegeben hatte das Werk Kia für seinen Auftritt an der Milan Design Week. Auch den französischen Künstler Philippe Parreno holte der Autohersteller an Bord für seinen Ausstellungspavillon mit dem Motto „Opposites United: Eclipse of Perceptions“. Ein Ort, an dem Gegensätze vereint und Vorstellungen überholt wurden.
PLATFORM BEYOND VEHICLE Kia steht unter Strom. Als einer der führenden Fahrzeughersteller für Elektroautos lanciert das koreanische Unternehmen in diesem Jahr seinen ersten vollelektrischen Van PV5 Passenger. Mit diesem Modell stellt Kia auch sein Konzept Platform Beyond Vehicle vor. Dank einem Modularsystem lässt sich das Auto durch drei Karosserievarianten den eigenen Bedürfnissen anpassen. Geplante Markteinführung des PV5 Passengers ist die zweite Jahreshälfte 2025. Zeit genug, ausreichend Platz in der Garage zu machen. kia.ch
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Dschungel. Für den Trip ins Grüne denkt Kia noch weiter und zeigte in seinem Pavillon das Konzeptauto PV5 Passenger WKNDR. Mit Solarmodulen und Wasserturbinenrädern setzt es auf eine komplett neue und autarke Form des Elektroantriebs. Der Innenraum lässt sich zum mobilen Speiseraum umformen und das Dach zur Schlafmöglichkeit aufklappen. Der WKNDR ist ein Camper auf den zweiten Blick: Problemlos meistert er den Stadtverkehr, zeigt seine wahren Talente aber in der freien Natur. Insbesondere mit der Stromversorgung haben die Kia-Ingenieure eine Vision in die Welt gesetzt, an der die Branche in Zukunft hoffentlich fleißig Inspiration tankt. Als drittes Modell präsentierte Kia das Concept EV2. Vergleichbar mit einem „Balkon auf Rädern“ ist das Konzeptauto gleichermaßen ein kompakter Citycar und Ort STADT, LAND, BUS der Erholung: Das offene Interior ist ein Remedium gegen Der Weg ist das Ziel – das gilt besonders in der Fahr- dichten Straßenverkehr. Zudem lassen sich die Wagentüzeugherstellung. Doch je nach Ziel der Fahrt ändern sich ren seitwärts aufschwingen wie der Zugang zu einer Terauch die Bedürfnisse der Passagiere und damit der Weg zum rasse. Damit steht dem Picknick im Stadtpark nichts mehr perfekten Auto. Mit dem Campingwagen schnell durch den im Weg. Zur Konstruktion wurde unter anderem biobasierStadtverkehr? Böses Erwachen. Mit dem Cabrio gut aus- tes Verbundmaterial aus Flachsfasern verwendet und gerüstet zum Campingausflug? Gute Nacht. Mit seinen drei dadurch die Verwendung synthetischer Stoffe verringert. vorgestellten Modellen schlägt Kia die Brücke (und Straße Damit wird das Fahrzeug leichter und energieeffizienter, und Tunnel) zwischen den Ansprüchen für städtisches und bleibt aber Widerstandsfähig – und weist den Weg in eine ländliches Fahrvergnügen. Aber auch zwischen passagier- umweltbewusstere Produktion. freundlicher Formgebung und nachhaltiger Mobilität. So lanciert das Unternehmen im Verlauf des Jahres DER SCHLÜSSEL ZUR ZÜNDENDEN IDEE mit dem PV5 Passenger seinen ersten vollelektrischen Van Wer sich zum ersten Mal ans Lenkrad setzt, wird oft für den europäischen und koreanischen Markt. In einer vom Kribbeln ergriffen, dass einem erst jetzt die Welt so Diskussionsrunde hielten Karim Habib (Head of Kia Global richtig offensteht – man mit dem Auto hinfahren kann, Design), Andre Luis (Head of Future Design Kia America), wohin man auch will. Von diesem Gefühl unendlicher MögJochen Paesen (Head of Kia Future Design Group) und lichkeiten sprachen auch die verantwortlichen Kia-DesigThomas Kearns (Senior Chief Designer, Head of Kia Design ner am Interview-Panel der Milan Design Week. Das erste America) fest, dass ein elektrischer Antrieb auch völlig Mal am Lenkrad und tausend Möglichkeiten; an jedem neue Möglichkeiten im Design eröffnet. Auspuff, Kardan- Arbeitstag wird dieses aufregende Gefühl in neue Innovatunnel und Kühlergrill nehmen beispielsweise keinen Platz tionen umgesetzt. Eben ganz ein bisschen so, als vor langer, mehr ein. Das erlaubt in der Gestaltung Freiheiten und langer Zeit der Mensch zum ersten Mal nach einem Tierzusätzlichen Raum, der dem Fahrkomfort zugutekommt knochen griff. Und daraus 2,6 Millionen Jahre später einen und – wie im Fall vom PV5 Passenger – eine individuelle Elektromotor baut. Mit „Opposites United: Eclipse of PerSitzplatzgestaltung erlaubt. ceptions“ gab Kia in Mailand nicht nur Einblick ins eigene Schaffen. Sondern betätigte den Vorwärtsgang in eine Welt, in der sich gutes Design und innovative Technik GROSSE FAHRTEN, GROSSE IDEEN Wenn für die nächste Fahrt ganz viel mit muss, dient gegenseitig beflügeln. Bitte einsteigen, der spannendste der PV5 Passenger als praktischer Transporter im urbanen Teil der Reise liegt noch vor uns. 169
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SHOP UNTIL YOU DROP
Fürs Einkaufen reicht eine Internetverbindung, weil heute eh alles online läuft? Von wegen. Einen virtuellen Warenkorb zu füllen ist lange nicht so spaßig, wie ein Einkaufszentrum von Mode bis Kulinarik so richtig auszunutzen. Ines Sophie Schlumpf hat das Shoppi Tivoli von A bis Z erkundet und für uns ihre liebsten Orte ausfindig gemacht. Fotos: Shoppi Tivoli, Ines Sophie Schlumpf
Von Kleidung über Interior bis Verpflegung: Im Shoppi Tivoli bleiben keine Wünsche offen.
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Mit vollem Magen und vollen Einkaufstaschen konnte Ines Schlumpf ihren Tag im Shoppi Tivoli als erfolgreich abhaken.
SHOPPI TIVOLI Dem Einkaufszentrum wird immer wieder der Untergang prophezeit. Das kümmert das Shoppi Tivoli in Spreitenbach wenig. Dort ist nämlich immer etwas los: Über 150 Shops und Restaurants, ein neu eröffnetes Fitnesscenter und regelmäßige Events decken alle Bedürfnisse ab. Das grösste Schweizer Shopping- und Lifestylecenter steht nie still: Neueröffnungen laden ein, die bunte Shoppi-Tivoli-Welt immer wieder neu zu erkunden. shoppitivoli.ch
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FACES: Dein erster Gedanke, als du ins Shoppi Tivoli reingelaufen bist? Ines Schlumpf: Ich war beeindruckt, wie groß, geräumig, sauber und hell alles ist. F: Wie kaufst du persönlich am liebsten ein: Online oder vor Ort? IS: Ich kaufe lieber vor Ort ein. So kann ich die Kleider oder die Objekte direkt anschauen und anprobieren und mich entscheiden, bevor alles zu mir nach Hause geliefert wird – und ich es bei Nichtgefallen wieder zurückschicken muss. F: Was hebt einen Tag Shopping im Einkaufszentrum vom gemütlichen Online-Shopping auf der Couch ab? IS: Neben meinem Studium und meinem Job ist es eine Art Belohnung, weil ich mir etwas gönnen kann. Ich kann einfach mal abschalten und Zeit mit mir oder auch FreundInnen verbringen. Beim Online-Shopping hingegen ist man meist alleine und kann nicht die Meinung anderer erfragen, dabei ist doch genau dies das Tolle am Shoppen vor Ort: Man kann sich im Spiegel anschauen, die Dinge anfassen, FreundInnen nach ihrer Meinung fragen. Und man ist unter Menschen. F: Was steht gerade zuoberst auf deiner Shopping-Wunschliste? IS: Ich hätte schon lange gerne einen Dyson Airwrap, bin aber nie ganz sicher, ob dieser geeignet ist für meine Haarstruktur. F: Du musst jemandem, der noch nie im Shoppi Tivoli war, die besten Plätze verraten: Was steht ganz oben auf der Liste? IS: Ganz klar Cinnamood. Dort gibt es fantastische Zimtschnecken. F: Wenn dich jetzt jemand im Shoppi Tivoli ablädt und nach einer halben Stunde schon wieder abholt: Wo verbringst du dann diese dreißig Minuten? IS: Dann geht’s direkt zu Zara, meinem Lieblingskleiderladen – und ein Abstecher zu Cinnamood liegt bestimmt auch noch drin. F: Und das umgekehrte Szenario: Du hast den ganzen Tag Zeit. Wie gestaltest du ihn im Shoppi Tivoli?
IS: Ich schlendere an allen Läden vorbei, um mir einen Überblick zu verschaffen. Dann hole ich mir bei Starbucks einen Kaffee und schnappe mir in der ersten Etage etwas zu Essen. Eine Zimtschnecke von Cinnamood darf natürlich nicht fehlen. Danach kaufe ich mir Kleider und Schmuck und stöbere bei Maisons du Monde und Micasa durch Möbel und Inneneinrichtung. F: Was gefällt dir am Shoppi Tivoli am meisten? IS: Ich finde es toll, wie neu und sauber alles ist. Auch, dass es so groß ist, finde ich super – und trotzdem ist es einfach, die Übersicht zu behalten. F: Bist du eher der Typ, der vorausplant und budgetiert, oder shoppst du lieber nach Lust und Laune? IS: Ich shoppe definitiv nach Lust und Laune. Wenn ich mir etwas in den Kopf setze, dann will ich es sofort haben – dann gibt es kein Warten mehr (lacht). Als Studentin muss ich natürlich auf mein Geld schauen, darum gehe ich eher selten shoppen. Dafür gönne ich mir auch etwas, wenn ich dann einmal gehe. F: Was ist dein peinlichster Fehlkauf ever? IS: Eine bestickte Jeansjacke von & Other Stories. F: In welchem Store verlierst du jegliches Zeitgefühl? IS: Im Zara und im Flying Tiger. F: Wonach shoppst du am liebsten und welcher Store im Shoppi Tivoli hat dieses Bedürfnis am ehesten erfüllt? IS: Ich shoppe am liebsten Kleidung. Bei Zara und Stradivarius habe ich ganz tolle Sachen gefunden. F: Wo isst und trinkt man im Shoppi Tivoli am besten? IS: Da fällt meine Antwort einmal mehr auf Cinnamood. Für Kaffee würde ich wohl Starbucks empfehlen. Und bei Hans im Glück isst man sehr lecker. F: Hast du einen Ort entdeckt, von dem du bisher nicht wusstest, dass es ihn im Shoppi Tivoli gibt? IS: Tatsächlich Cinnamood. Und ich wusste auch nicht, dass es ein Beauty & Health Corner gibt, mit einem Zahnarztzentrum und einem Tattoostudio. F: Wenn das Shoppi Tivoli eine Person wäre – wie würdest du sie beschreiben? IS: So, wie ich meinen Tag dort erlebt habe: freundlich, unkompliziert und offen. 171
FACES’ FAVOURITES REBIRTH
Eine Teezeremonie kann so einiges: Beruhigen, heilen, oder einfach den Durst löschen. Darum trinkt die Menschheit seit mindestens 5'000 Jahren Tee. Etwas länger ging es, um das Potenzial des Tees für die Parfümerie zu entdecken. Vor gut 30 Jahren brachte Bvlgari ihre ikonischen, vom Grün- und Weißtee inspirierten Eau Parfumée auf den Markt. Die Düfte waren nicht nur die ersten, die das Kräutergetränk als Inspiration nahmen, sie kamen auch geschlechtsneutral daher. Die besten Innovationen gelingen, wenn man sich traut, die Vergangenheit zu besuchen, ohne sie eins zu eins zu kopieren. Die moderne Wiedergeburt der Bvlgari-Düfte zeichnet sich durch technologische Innovation aus: Sie kommen nun als Eau de Toilette daher und enthalten das erste Mal echte natürliche Extrakte aus Teeblättern. Die Thé-Vert-Version besteht aus 94 Prozent natürlichen Zutaten. Den Grüntee-Extrakt, der dem Duft die belebende Frische verleiht, gab es 1992 noch nicht. Bei der Thé-Blanc-Version sorgen 89 Prozent natürliche Zutaten für eine wärmende, holzig-florale Atmosphäre. Ganz alles muss nicht neu sein: Genau wie bei ihren Vorgängern erinnern die edlen Flakons auch bei den neuen Düften an römische Säulen. Bvlgari Eau Pafumée au Thé Vert, 75 ml, 119.—, Bvlgari Eau Parfumée au Thé Blanc, 75 ml, 119.—, bulgari.com
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FACES Jahresabo 8 Ausgaben für CHF/€ 68.–
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8.4., ŠKODA X MILAN DESIGN WEEK, MAILAND
TEATRO ALLA ŠKODA
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Text: Michael Rechsteiner Fotos: Škoda In Mailand sorgte ausnahmsweise nicht die Scala, sondern Škoda für Aufsehen. Während der Milan Design Week entdeckten Gäste im Pavillon des Fahrzeugherstellers das neue Modell Elroq RS. Der italienische Künstler Marcantonio kreierte dazu unter anderem riesige Tierskulpturen, welche die Eigenschaften des Autos symbolisieren. Als Location diente der Hof vom Padiglione d’Arte Contemporanea – das Museum für moderne Kunst. Damit unterstrich Škoda seinen Anspruch, hochwertige Technik mit zeitgenössischem Stil zu verbinden. Dieses pflegt der Autohersteller mit seinem aktuellen Designkonzept Modern Solid – und fand an der Milan Design Week die perfekte Kulisse, um es spektakulär in Szene zu setzen. Da lässt man selbst in Mailand für einmal die Vespa am Straßenrand stehen.
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Highlight: Der pink gefiederte Škoda Elroq RS stahl selbst dem Flamingo auf Rollschuhen die Show. Fazit: O Škoda mio – Mailand steht dem neuen Modell bellissimo. 174
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1 Petra Debnárová, Color and Trim Designer Škoda Auto & Stefan Berger, Herausgeber FACES 2 Martin Jahn, Vorstand Sales and Marketing Škoda & Marcantonio, Designer 3 Der Škoda Elroq RS: Pretty auch in Plüsch und Pink. 4 Dem perfekten Design auf der Spur. 5 Ein museumsreifer Parkplatz.
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6 Marcantonio nimmt Platz auf seinem Kunstwerk. 7 Grünes Licht für grünen Antrieb. 8 Karsten Schnake, Vorstand für Beschaffung bei Škoda Auto und Nachhaltigkeitsbeauftragter des Vorstandes & Marcantonio, Designer 9 Style auf Rädern. Gilt für Auto und Flamingo. 10 In der Nacht strahlte der Škoda Elroq RS noch mehr.
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12. - 13.4., GUESS JEANS X COACHELLA COMPOUND, COACHELLA VALLEY MUSIC AND ARTS FESTIVAL, KALIFORNIEN
HOT MASS
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Text: Michael Rechsteiner Fotos: Guess Jeans Wer mit dem Golfcart durch die kalifornische Wüste fährt, verzweifelt auf der Suche nach einem frischen Glas Champagner, findet keine bessere Oase als das Coachella Festival. In diesem Jahr fand der Anlass zu alter Stärke zurück, auch dank Gigs von Lady Gaga und Charli XCX. Letztere schnappte sich nach dem Auftritt ihre Crew für eine Afterparty im Compound von Guess Jeans. Seit vier Jahren schmeißt die Marke unmittelbar neben dem Festivalgelände den ultimativen InsiderEvent, zu dem in diesem Jahr unter anderem Stars wie Timothée Chalamet, Lorde, Leonardo DiCaprio, Cara Delevingne und Alex Consani vorbeischauten. Für die visuelle Gestaltung des Areals war diesmal der japanische Künstler Verdy verantwortlich und sorgte für Putzigkeit im Partyglam.
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Highlight: Come for the party, stay for the rap festival: Don Toliver kriegt für sein Set Unterstützung von Ty Dolla $ign, Shaboozey, Tyga und YG. Fazit: Selbst in der Wüste dreht Guess Jeans die Hitze noch etwas höher. 176
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1 Cara Delevingne 2 Emma Chamberlain 3 Don Toliver 4 Anya Taylor-Joy 5 Shaboozey 6 Charli XCX 7 Anderson Paak
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8 Lights on, action! Poolund Dinner-Party in einem. 9 Paris Hilton 10 The Dare 11 Ty Dolla $ign 12 Julia Fox 13 Gabbriette Bechtel
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WTF
„Für meinen nächsten Trick lasse ich 5 Billionen Dollar Börsenwert verschwinden“, verkündete kürzlich ein gescheiterter CasinoEntertainer aus den USA und tat genau das. Aber keine Bange, es gibt auch gute Nachrichten: „Fartcoin Preis bleibt widerstandsfähig und deutet auf Anstieg von 160% hin“, lautete neulich eine tatsächliche Schlagzeile, weil im Jahr 2025 alles ganz normal und wie am Schnürchen läuft. Klar in diesem Chaos bleibt: Geld verdienen ist eine Kunst. Aber Kunst ist auch Geld verdienen. Menschen, die in Kunst investieren, sind jedoch zurückhaltender geworden. Gemäß einem Marktreport der Art Basel und UBS wurden im letzten Jahr Kunstwerke im Wert von 57.5 Milliarden Dollar gehandelt, ein Minus von 12% im Vergleich zu 2023. Insbesondere bei Objekten mit einem Wert von über 10 Millionen Dollar ist der Rückgang enorm. Weniger van Gogh, mehr Fartcoin? Zum Glück empfehlen wir Handtaschen und keine Investments.
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