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09 2026 SEPTEMBER € 12.— FACESMAG.DE / @FACESMAG
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THE FACES Text: Michael Rechsteiner
„HOLDING OUT FOR A HERO.“ 18
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© P IC TU RE AL L I A NC E / C AP TI TA L P I CTU RE S | MA RTI N HARRI S
Streift gekonnt an der Nostalgie-Welle vorbei.
SIENNA SPIRO
RETROFITTING
Man kann im Jahr 2026 Petticoats und Beehive Frisur tragen, ohne dabei auf Instagram einen Sauerteig zu kneten, bis der Trad Husband nach Hause kommt. Optisch und musikalisch scheint Sienna Spiro direkt aus einem MilkshakeWetttrinken circa 1956 gefallen zu sein. Doch ihre Songs behandeln Themen, die moderne Befindlichkeiten ergründen. Statt sonniger Nostalgietrip ist Siennas Debütalbum „Visitor“ zur melancholischen Gegenwartsanalyse geworden. Als würden sich Dusty Springfield und Billie Eilish die Hand reichen. Herbstblues-Soundtrack: Check! N°09 / 2026
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THE HYPE Text: Josefine Zürcher
„A ROCKIN’ GOOD WAY.“ 34
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FASHION At the end of the day, it’s what people wear.
Trend
EVERYTHING AT ONCE
Der Sommer ist eigentlich die schlechteste Jahreszeit für ModeliebhaberInnen. Gibt ja kaum etwas zu stylen, wenn man in einer Schicht schon zu schwitzen beginnt. Jetzt beginnt allmählich die Zeit, in der alles geht: Layern, Rollkragen, Minirock, eine Sonnenbrille braucht’s immer noch, aber die Handschuhe als Fashion-Statement kann man ebenfalls schon auspacken. N°09 / 2026
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BEAUTY What feels right never goes wrong.
Make-up Trend
WATCH ME PARTY ON YOU
Was macht man, wenn die Gegenwart etwas zu trostlos scheint – von der Zukunft gar nicht erst anzufangen? Richtig, man steigt in die imaginäre Zeitmaschine und reist an einen nostalgischen Moment seiner Wahl. Makeup-technisch gesehen am besten in die späten Neunziger und frühen Zweitausender, wo es noch keine Clean Girls gab, dafür wilde Party-It-Girls, die schwarzen Eyeliner und Lidschatten ebenso gierig konsumierten wie Zigaretten. Das beste Beispiel dafür gab’s diese Saison auf dem Laufsteg von Gucci, wo die Smokey Eyes so richtig Lust auf Party à la Kate Moss machten.
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New Perfume
VIBRANT, VELVET, VIOLET Zeit für eine Botanikund Mythologielektion in einem: Die Blüten fast aller Veilchenarten sind essbar. Das violette Blümchen steht für Demut und Unschuld. Und im antiken Griechenland schmückten sich Gäste bei Feiern mit Veilchenkränzen, um sich vor Trunkenheit zu schützen. Ob das funktionierte? In der Parfümerie zeigt die Blume eine neue Seite von sich. „Velvet Violet“
von Dries van Noten kombiniert sie mit geröstetem Sesam. Statt einem typisch blumigen Duft betört dieser mit herben und holzigen Noten und bleibt gleichzeitig leicht und frisch. Bei Dries van Noten kann man den Duft aber auch getrost kaufen, bevor man ihn gerochen hat: Die Flakons sind kleine Kunstwerke. Dries van Noten, „Velvet Violet“, Parfüm, 100 ml, ca. 285.—, driesvannoten.com
Liebling
COASTAL CLEAN GIRLS Das Leben ist schon kompliziert, also muss es die Hautpflege nicht auch noch sein. So denkt zumindest die in Los Angeles gegründete Skincare-Marke Merit. Bei ihr steht nämlich Clean Beauty auf dem Programm. Alle Produkte sind darauf ausgelegt, die eigene Routine so einfach wie möglich zu gestalten. Die Inhaltsstoffe müssen nicht nur effektiv, sondern verträglich sein. So gehören Niacinamid, Hyaluronsäure und pflanzN°09 / 2026
liches Squalan zu den Top-Performern. Und wer nicht abliefert, fällt durch: Bei Merit durchläuft jedes Produkt eine strenge Entwicklung mit dutzenden Tests – beim getönten Sonnenschutz The Uniform beispielsweise waren es etwa fünfzig. Um sich einzudecken, braucht man keinen Trip nach Kalifornien zu planen. Seit diesem Jahr gibt es Merit auch in Europa bei Sephora. meritbeauty.com, sephora.de, sephora.ch 41
TRAVEL The more you see, the more you know you haven’t seen.
Places
EINE WELLNESS ODYSSEE
Griechenland kann einem nie verleiden. Das Land mit den unzähligen Inseln hat diesen Sommer dank „The Odyssey“ bestimmt noch ein paar mehr AnhängerInnen gewonnen. Schließlich war Odysseus jahrzehntelang unterwegs und hat auf jeder Insel Neues erlebt. Wobei, in Schweine verwandelt und von Sirenen via Gesang gequält zu werden, das ist zum Glück nur Teil der Mythologie. Im echten Leben ist Griechenland ein Traum, und zwar auch auf dem Festland. Im One&Only Aesthesis bei Athen steht Luxus auf dem Programm – mit Suiten mit eigenem Pool, Massagen, Cryosauna und allem, was das WellnessHerz begehrt. Oder Sport, für alle, die nicht still sitzen wollen. Denn das Resort liegt genau dort, wo die Marathonlegende lebendig wurde: An der Athener Riviera, nur einen Steinwurf von der Originalstrecke entfernt. Man kann sich also auch an 42 Kilometer durch karge Landschaft, vorbei am Hymettos-Gebirge, hinein ins PanathinaikoStadion wagen – und sich danach im Guerlain Spa im Aesthesis so richtig erholen. One&Only Aesthesis, Leoforos Poseidonos 110, 166 74 Glyfada, Athen, Griechenland, oneandonlyresorts.com/ aesthesis 44
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Exhibition
ZEITREISE
Die bittere Wahrheit ist: Man kann nicht überall hin reisen. Aus zeitlichen und finanziellen Gründen nicht, aber auch, weil es unseres Wissens nach noch keine Zeitmaschine gibt. Aber es gibt die Fotografie. Das Photo Elysée in Lausanne ehrt die Schriftstellerin, Fotografin und große Reisende Ella Maillart mit einer Ausstellung, die ihren Reisen durch Zentralasien in den 1930er-Jahren gewidmet ist. Die Geschichtslektion ist in diesen Fotografien inbegriffen. Ella Maillart dokumentierte historische Ereignisse wie die Einführung des Stalinismus in Zentralasien oder die territorialen und kulturellen Spannungen nach dem Untergang des chinesischen Kaiserreichs. Reisen macht schlau und öffnet den Horizont. Reisefotos anderer Menschen anzuschauen ebenfalls. „Ella Maillart. Fotografische Erzählungen“, bis 1. November 2026, Photo Elysée Lausanne, elysee.ch N°09 / 2026
Book
DEN (REISE)HUNGER STILLEN Wir sagen’s wie’s ist: Etwas vom Schönsten am Reisen ist das Essen. Sich eine Woche durch Köstlichkeiten schlemmen, die man zuvor noch nie probiert hat? Ein Traum für alle GenießerInnen. Und der schnellste Weg, eine Kultur besser zu verstehen. Das geht sogar von Zuhause aus – indem man statt zum hundertsten Mal dieselbe Pasta zu kochen ein Kochbuch aufschlägt, das sich einer in unseren Breitengraden etwas weniger bekannten Küche widmet. „Pakistan. Das Kochbuch“ von Maryam Jillani beispielsweise. Auf 287 Seiten geht es auf eine genussvolle Reise durch die Regionen von Jillanis Heimat: Vom malerischen Hunza-Tal nach Punjab, dem Land der Flüsse, bis an die Küste des Arabischen Meers nach Karatschi. Gegessen
werden Mamtu (HähnchenTeigtaschen), Tamatar Kat (Tomaten-Chutney) oder Be Sabzi (Lotuswurzel mit Tomaten). „Dieses Buch handelt nicht nur von den schönen pakistanischen Speisen, sondern auch von seinen Menschen, die Tag für Tag Herzlichkeit, Großzügigkeit und Einfallsreichtum verkörpern, weil sie keine andere Art zu leben kennen“, sagt die Autorin. Maryam Jillani, „Pakistan. Das Kochbuch“, Ars Vivendi, 287 Seiten, ca. 38.—, arsvivendi.com
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FASHION
CLOTHING Die Welt brennt und wir sitzen trotzdem Front Row an den Fashion Shows. Oder, wie es Autor Alec Leach in seinem Buch „The World is on Fire But We’re Still Buying Shoes“ aufschlüsselt: Wir wissen zwar, dass die Modeindustrie dem Planeten schadet, können und müssen unseren Konsum aber nicht einfach stoppen. Denn Mode ist emotional und wortwörtlich Teil von uns. Und sie ist überall: im Büro, in der Politik, im Schlabberlook, den wir nur zuhause tragen – und natürlich auf dem Laufsteg. Von dort schnappen wir uns die Inspiration für alles, was wir diesen Herbst sein wollen: warm eingepackt, laut, leise, bunt. Manche Leute behaupten ja, die Mode wiederhole sich dauernd. Wir hingegen entdecken jede Saison aufs Neue, wie sich die Stoffe wandeln und widerspiegeln, was gerade so auf der Welt passiert. Redaktion: Nadia Hartzer, Patrick Pierazzoli, Michael Rechsteiner, Bianca Ugas, Josefine Zürcher Fotos: Launchmetrics SpotlightSM 56
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REPORT
ARGUMENT Givenchy
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FREE FALL SOFT FLOW
AIR Photography: Giada Ramera
Art Direction: Martina Di Marco Styling: Cristian Azazel Make-up: Serena Pohl Hair: Alessandro Pompili @ W-Management Nails: Giulia Zacconi @ Blend Management Model: Irene Bonchuck @ Fashion Model Management Casting: Fabio Carrusci Production: Ariae Studio & Roberta Ripamonti Styling Assistance: Margherita Bonometti, Mariantonietta Gattulli Photography Assistance: Mattia Biagini, Nando Alberto Rivolta
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Kleid von MARCO RAMBALDI. Schmuck von ROSANTICA.