Die Wohnungsfrage wird zur Wirtschaftsfrage · Im Gespräch mit Jan Kurth
Die Küche wird Teil der Architektur · Architektonisches Denken bestimmt Planungspraxis und Herstellerkonzepte
Der Rückzug ins Eigene · Die aktuelle Wohntraumstudie der Interhyp AG
Differenzierung am PoS
Das Freundschaftssymbol der echten Küchenspezialisten
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Die Küche ist kein Möbel mehr
Es ist ein unscheinbarer Satz, den Küchenplaner in letzter Zeit erstaunlich häufig sagen: „Wir planen kaum noch für Neubauten.“
Noch vor wenigen Jahren hätte man darin eine Krise der Branche gelesen. Tatsächlich beschreibt er vor allem eine Verschiebung im Bauen selbst. Die Zahl der Neubaugenehmigungen sinkt, während sich die Arbeit der Planer verlagert hat – in die Häuser, die bereits stehen. In Siedlungen der 60er bis 90erJahre, in Reihenhäuser, Nachkriegswohnungen und Einfamilienhäuser, deren Grundrisse für andere Lebensumstände gedacht waren.
Diese Beobachtung kommt nicht aus Statistiken, sondern aus Planungsgesprächen. Küchenstudios berichten übereinstimmend, dass ein großer Teil der aktuellen Projekte mit Umbauten zusammenhängt: Grundrisse werden geöffnet, Leitungen neu geführt, Geschosse verbunden, Nutzungen verlagert. Die Küche ist dabei selten Ausgangspunkt – aber fast immer der Raum, an dem der Umbau konkret wird.
„Der Architekt denkt vom Innenraum aus.“
Ingenieurkammern, Baukulturberichte und Energieinstitute weisen seit einiger Zeit auf denselben Hintergrund hin: Ein großer Teil des Wohnungsbestands in Deutschland entstand vor den ersten Wärmeschutzvorschriften. Entsprechend hoch ist der energetische Sanierungsbedarf. Doch energetische Modernisierung verändert Gebäude nicht nur technisch. Sie verändert ihre Nutzung. Neue Fenster, geänderte Leitungsführungen, Fußbodenheizung oder kontrollierte Lüftung greifen in den Innenraum ein. Und dieser Innenraum entscheidet sich nicht zuerst an Fassaden oder Dachaufbauten, sondern dort, wo technische Infrastruktur und Alltag zusammentreffen: In der Küche.
Wände, Essbereiche werden integriert, Flure verkürzt. Die Küche rückt in die Mitte des Grundrisses. Sie wird nicht unbedingt größer, aber zentraler. Früher lag die Küche im Haus. Heute organisiert sie das Haus. Auffällig ist dabei, dass die meisten Bestandsküchen technisch noch funktionsfähig sind, wenn sie ersetzt werden. Ihre Lebensdauer ist hoch. Erneuert werden sie nicht primär wegen Materialverschleiß, sondern weil Raumstruktur, Nutzung und Haustechnik nicht mehr zusammenpassen. Das verweist auf eine größere Entwicklung im Bauen. Die sogenannte Umbaukultur beschreibt einen Perspektivwechsel: Gebäude gelten zunehmend als gespeicherte Ressource. In ihnen steckt bereits Energie – die graue Energie ihrer Herstellung. Wer ein Haus weiter nutzt, arbeitet mit Vorhandenem. Doch genau das verlangt, den Innenraum neu zu denken, und diesen bedingen weniger Fassaden als die Räume mit hoher technischer Dichte.
Adolf Loost
KüchE und Bad Während Bäder meist aus technischen oder hygienischen Gründen erneuert werden, hat die Küche eine andere Rolle. Sie ist der Raum, von dem aus das tägliche Leben organisiert wird. Man kann ein Haus modernisieren und trotzdem nicht darin ankommen. Erst wenn dieser Raum funktioniert, wird aus Bestand wieder Wohnen.
Damit verschiebt sich auch die Frage der Materialien. Im Neubau wird eine Küche oft auf einen definierten Lebenszyklus geplant. Im Bestand steht sie in einem Gebäude, das möglicherweise noch Jahrzehnte genutzt wird. Entscheidend ist deshalb nicht nur, wie eine Oberfläche aussieht, sondern wie sie altert, repariert und angepasst werden kann.
YvonnE DavY Chefredakteurin
Hier liegen Wasser, Abwasser, Stromlasten, Lüftung und Bewegungsflächen übereinander. Schon kleine Eingriffe –eine veränderte Bodenhöhe, ein entfallender Heizkörper oder eine verschobene Fensterachse – können eine bestehende Planung unbrauchbar machen. Nicht weil sie schlecht war. Sondern weil sich das Gebäude verändert hat. Deshalb ersetzt man Küchen heute oft nicht aus Verschleiß, sondern aus Anpassung.
Viele Häuser wurden mit kleinen, abgeschlossenen Arbeitsküchen gebaut. Wenn Gebäude umgebaut oder Lebenssituationen neu organisiert werden, verschwinden
Darum ist die Küche kein Möbel im eigentlichen Sinn. Sie ist gebaute Infrastruktur im Kleinen. Wenn sich das Bauen vom Neubau zum Weiterbauen verschiebt, wird dieser Raum noch wichtiger. Die Zukunft des Wohnens entscheidet sich weniger an neuen Quartieren als an bestehenden Häusern — und fast jedes Weiterbauen beginnt dort, wo Nutzung, Technik und Alltag zusammenlaufen.
Die Küche gehört nicht mehr eindeutig zur Möblierung. Sie bewegt sich in die Nähe des Ausbaus – dorthin, wo Planung, Haustechnik und Nutzung zusammenkommen:
Im Zentrum des Hauses.
Die Armatur CHOICE LUNEOO-S und das Becken OOVALON bilden eine abgestimmte Blanco-Unit, die den Wasserplatz in der Küche gestalterisch in den Mittelpunkt rückt. Die schlanke, skulpturale Armatur mit textilummanteltem Schlauch und separatem Bedienrad bietet zwei Strahlarten und optional eine 6-in-1-Funktion von gefiltertem über gekühltes bis kochend heißes Wasser, hygienisch getrennt geführt.
OOVALON überzeugt mit ovaler Geometrie, „KingSize-CapFlow“-Ablauf und dem samtig-robusten Material Velgranit. Die feine Randgestaltung erlaubt nahezu flächenbündigen oder Unterbau-Einbau, Farben und Metalloberflächen sind kombinierbar. Gemeinsam verwandeln Armatur und Becken den Küchenwasserplatz in eine ruhige, funktional durchdachte Designmitte der Küche.
www.blanco.de
1 Die Küche ist kein Möbel mehr
Editorial
4 Die Wohnungsfrage wird zur Wirtschaftsfrage
Ein Gespräch mit Jan Kurth, Hauptgeschäftsführer der verbände der Deutschen Möbelindustrie
10
Der
Rückzug ins Eigene
Warum die Wohntraumstudie weniger über Stil als über die Blockade des Wohnungswechsels erzählt
14 Die Küche wird Teil der Architektur
architektonisches Denken bestimmt heute sowohl die Planungspraxis als auch die Gestaltungskonzepte der Hersteller
22 Die Stärke der Spezialisierung
Der Schwarzwälder Hersteller Rempp Küchen versteht sich nicht als volumenanbieter, sondern als spezialisierter Planungshersteller
28 Die Keramikspüle als Gestaltungselement
Im Gespräch mit Kevin Göbel und Felix Engel, den geschäftsführenden Gesellschaftern von Systemceram
Inhalt 1/2026
32 Vom Funktionsbereich zum Lebensbereich: Wie sich der Alltag am Wasserplatz verändert
Im Gespräch mit Thorsten neelen, vice President / Head of Region DaCH Blanco
36 Zwischen Spülbecken und Wasserhub
Im Gespräch mit Gregory oswald, Geschäftsführer Franke Home Solutions DaCH
40 Systemdenken für die Küche von morgen
Der naber Katalog 2026 als Planungsinstrument für architektur, Innenraum und Küche
42 Eggerzum 2026 in Brilon – Orientierung statt Inszenierung
Die bewusste Weiterentwicklung einer gewachsenen Designhaltung
48 Die guten Adressen der Branche
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Impressum
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QuEllEnnaCHWEISE:
Seite 06/07: ChatGPT Images auf Basis der Pressemitteilung nr. 052 vom 18.02.2026 des Statistischen Bundesamts (Destatis) Seite 09: ChatGPT Image nach vorläufigen außenhandelsdaten des Statistischen Bundesamts (Destatis) sowie angaben der verbände der Deutschen Möbelindustrie, Pressemitteilung vom 24.02.2026
Ein Gespräch mit Jan Kurth, Hauptgeschäftsführer der Verbände der Deutschen Möbelindustrie
Foto: Katrin Biller
Die deutsche Möbelindustrie befindet sich seit drei Jahren in einer anhaltenden Schwächephase, die eng mit der Entwicklung des Wohnungsbaus verbunden ist. Die Lage der Möbel- und Küchenmöbelindustrie erscheint zunächst wie eine konjunkturelle Branchenentwicklung. Tatsächlich berührt sie einen Bereich, dem im deutschen Grundgesetz besondere Bedeutung zukommt: den privaten Lebensraum. Die Wohnung steht unter verfassungsrechtlichem Schutz. Sie gehört zu den grundlegenden Voraussetzungen einer menschenwürdigen Existenz. Entsprechend wirkt sich jede Veränderung beim Bauen, Einrichten und Wohnen weit über einzelne Unternehmen hinaus aus. Das Interview wurde schriftlich autorisiert und redaktionell gekürzt.
nach Branchenangaben arbeiten im Cluster „Bauen und Einrichten“ rund eine Million Beschäftigte – von Industrie und Zulieferern über Handel und Handwerk bis zur Montage. Gleichzeitig besitzt es trotz seiner Größe, vergleichsweise wenig politisches Gewicht. Verschobene Bauvorhaben, zurückhaltende Investitionen und veränderte Kaufentscheidungen zeigen sich hier besonders unmittelbar und machen die Branche zu einem sensiblen Indikator wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Entwicklungen.
Im Gespräch erläutert Jan Kurth, Hauptgeschäftsführer der Verbände der deutschen Möbelindustrie, wie sich die aktuelle Situation einordnen lässt, welche strukturellen Veränderungen bereits sichtbar sind und warum die Entwicklung von Wohnen und Einrichten nicht nur eine Marktfrage bleibt. Die grau hinterlegten Passagen enthalten redaktionelle Hintergrund und Markteinordnungen.
diE aKtuEllE laGE dEr BranchE
Herr Kurth, wir schreiben das Jahr 2026: Wie stellt sich die aktuelle Lage der deutschen Möbel- und Küchenmöbelindustrie aus Ihrer Sicht dar?
Jan Kurth: Die Lage lässt sich nicht für alle Segmente gleichermaßen zusammenfassen. Insgesamt bleibt die Branchenentwicklung unbefriedigend: 2025 war erneut ein schwaches Jahr – das dritte schwierige in Folge. Schaut man genauer hin, zeigt sich jedoch ein differenziertes Bild. Im Küchensegment haben wir inzwischen eine deutliche Stabilisierung erreicht, dort dürfte auch als Erstes wieder eine positive Entwicklung sichtbar werden. In anderen Bereichen zeichnet sich dagegen noch keine Stabilisierung ab. Die Belastungsfaktoren ähneln sich: schwache Konjunktur, ein unsicheres geopolitisches Umfeld sowie vor allem die schwache Baukonjunktur – all das wirkt derzeit bremsend auf unsere Branche. Wenn man sich die Zahlen für 2025 anschaut, bestätigt sich dieses Bild. Der Umsatz der deutschen Küchenmöbelindustrie lag bei rund 5,6 Mrd. Euro und damit leicht unter dem Vorjahr. Im Inlandsgeschäft sehen wir mit etwa 3 Milliarden Euro ein kleines Plus von 0,3 Prozent. Das zeigt, dass sich der Markt stabilisiert, aber eben noch nicht wirklich wächst.
Sind wir damit schon an einem Punkt der Stabilisierung – oder erleben wir weiterhin eine Phase struktureller Anpassung?
Jan Kurth: Es ist spürbar weniger düster als noch vor einem Jahr, aber wir sind noch nicht am Ende der schwierigen Phase. Für 2026 rechne ich weiterhin mit Herausforderungen; zugleich halte ich es für realistisch, dass wir uns trendmäßig um die Nulllinie bewegen, eventuell sogar leicht ins Plus kommen. Für die Unternehmen bedeutet das: etwas mehr Perspektive, aber noch keine wirkliche Entwarnung.
Nach den außergewöhnlich starken Nachfragejahren während der Pandemie haben viele Hersteller ihre Produktion ausgebaut. Könnte ein Teil der aktuellen Marktschwäche auch damit zusammenhängen, dass derzeit mehr Produktionskapazitäten vorhanden sind, als der Markt kurzfristig aufnehmen kann?
Jan Kurth: Sicherlich sind die Kapazitäten derzeit nicht voll ausgelastet, daher nutzt ein Drittel der von uns jüngst befragten Hersteller im ersten Quartal 2026 Kurzarbeit. Die Marktschwäche und damit der Umsatzrückgang in den vergangenen drei Jahren sind jedoch nachfragebedingt; die Verbraucherinnen und Verbraucher halten sich bei langfristigen Anschaffungen zurück und sparen lieber, das Konsumklima ist schwach. Ende 2025 lag das Produktionsvolumen der Küchenmöbelindustrie um 10 Prozent unterhalb des VorCoronaniveaus von 2019.
Man spürt auch Konsolidierung: Wie viele Möbelhersteller gibt es heute noch in Deutschland – und was bedeutet das für die Branche?
Jan Kurth: Aktuell sprechen wir von rund 400 Unternehmen in Deutschland (mit 50 und mehr Beschäftigten) – deutlich weniger als noch vor fünf oder zehn Jahren. Es hat also eindeutig eine Konsolidierung stattgefunden. Gleichzeitig sind die verbliebenen Betriebe im Durchschnitt größer geworden und vereinen einen höheren Anteil an der Möbelproduktion auf sich. Dieses Muster kennen wir aus vielen Branchen. Die heutigen Unternehmen sind stärker aufgestellt und leistungsfähiger als manche Marktteilnehmer, die in den vergangenen Jahren ausgeschieden sind.
Die Wohnungsfrage wird zur Wirtschaftsfrage
Der neubau fehlt – der Bestand reicht nicht
diE aBhänGiGKEit vom wohnunGsmarKt
Viele Ihrer Argumente führen letztlich zur Baukonjunktur. Ist die Möbelbranche inzwischen stärker vom Wohnungsbau abhängig als früher?
Jan Kurth: Die Abhängigkeit ist sehr hoch, insbesondere in der Küchenmöbelindustrie. Küchen werden typischerweise dann angeschafft, wenn gebaut oder umgezogen wird. Deshalb ist der Wohnungsneubau für uns ein entscheidender Faktor. Genau dort haben wir derzeit jedoch ein massives Problem: Es wird deutlich zu wenig gebaut – und das wirkt unmittelbar auf unsere Branche.
nutzunG dEr wohnunG als nachfraGEanKEr
Neue Wohnungen, Umzüge und Eigentumsbildung lösen typischerweise Einrichtungsentscheidungen aus. Bleibt die Bautätigkeit schwach, werden Anschaffungen verschoben – häufig nicht nur aus Kostengründen, sondern wegen fehlender Planungssicherheit. Die Möbelnachfrage folgt damit weniger kurzfristigen Konsumimpulsen als der Dynamik des Wohnungsmarktes.
Wie stark schlägt die Baukrise konkret auf die Küchenmöbelindustrie durch?
Jan Kurth: Sehr stark. Wenn keine neuen Wohnungen entstehen, fehlen automatisch auch neue Küchen. Ersatzkäufe gibt es zwar weiterhin, aber die Neubauküche ist ein zentraler Nachfrageimpuls – und der ist momentan deutlich geschwächt. Entsprechend sehen wir die Entwicklung des Wohnungsbaus unmittelbar in unseren Auftragseingängen.
Was ist aus Ihrer Sicht das Kernproblem im Wohnungsbau –Zinsen, Kosten oder Regulierung?
Jan Kurth: Es ist das Zusammenspiel mehrerer Faktoren. Die gestiegenen Zinsen haben den Wohnungsbau zunächst stark gebremst. Gleichzeitig sind die Baukosten erheblich gestiegen, hinzu kommen regulatorische Anforderungen. Zusammen führt das dazu, dass viele Projekte wirtschaftlich nicht mehr darstellbar sind – deshalb wird weniger gebaut, und das trifft unsere Branche direkt.
Was müsste passieren, damit sich die Situation wieder verbessert?
wohnEn als öKonomischEr faKtor
Der Wohnungsbau erscheint hier nicht als gewöhnlicher Wirtschaftszweig, sondern als Voraussetzung wirtschaftlicher Planungssicherheit für private Haushalte. Werden Bau und Finanzierung unsicher, verschieben Haushalte nicht nur Anschaffungen, sondern auch grundlegende Lebensentscheidungen, wie Umzüge oder Eigentumsbildung. Die schwache Nachfrage nach Möbeln ist damit mitunter weniger ein kurzfristiges Konsumphänomen als Ausdruck gesunkener Planungssicherheit.
Jan Kurth: Entscheidend ist, dass wieder mehr neu gebaut wird. Dafür brauchen wir bessere Rahmenbedingungen: Planungssicherheit, schnellere Genehmigungsverfahren und insgesamt verlässlichere politische Entscheidungen. Wenn der Wohnungsbau wieder anzieht, wird sich auch die Lage unserer Branche spürbar verbessern.
Wenn der Neubau schwächelt, könnte der Markt stärker von Renovierungen und Bestandsumbauten getragen werden. Beobachten Ihre Unternehmen hier bereits zusätzliche Nachfrage nach Küchen im Bestand?
Jan Kurth: Wir rechnen uns – gerade angesichts des schwachen Neubaus – Wachstumspotenzial bei Renovierungen aus. Wir haben aber leider keine Informationen dazu vorliegen, aus welchen Quellen sich die aktuelle Stabilisierung der Auftragslage der Küchenindustrie speist.
Entwicklung der Baugenehmigungen
Nach drei Rückgängen in Folge steigt die Zahl der genehmigten Wohnungen wieder: 2025 wurden in Deutschland 238 500 Wohnungen bewilligt, 10,8 Prozent mehr als 2024 (215 300). Baugenehmigungen gelten als Frühindikator für die künftige Bauaktivität und umfassen sowohl Neubauten als auch Wohnungen, die durch Umbau entstehen.
Die meisten genehmigten Wohnungen entstehen weiterhin im Neubau. 2025 entfielen 198 100 Wohnungen auf neu errichtete Gebäude, weitere 40 400 Wohnungen wurden durch Umbauten im Bestand geschaffen. Beide Kategorien sind Teil der amtlichen Baugenehmigungsstatistik.
Sie sprechen die Verunsicherung der Verbraucher an. Spüren Ihre Unternehmen diese Unsicherheit bereits im Kaufverhalten?
Jan Kurth: Ja, absolut. Möbelkäufe sind in der Regel keine spontanen Anschaffungen, sondern größere Investitionen. Wenn Menschen unsicher sind – sei es durch wirtschaftliche Entwicklungen oder politische Diskussionen – werden solche Anschaffungen eher verschoben. Genau das erleben wir derzeit: Die Verbraucher sind zurückhaltender, sie warten ab und vertagen ihre Kaufentscheidungen.
KonsumEntEnvErhaltEn
Die Zurückhaltung hängt damit weniger allein vom Einkommen ab als von Erwartungen in die eigene wirtschaftliche Situation. Größere Anschaffungen, wie Küchen oder Einrichtungen, stehen meist im Zusammenhang mit Umzügen oder Haushaltsgründungen und setzen daher verlässliche Perspektiven voraus. Möbelkäufer reagieren somit sowohl auf die Entwicklung des Wohnungsmarktes als auch auf allgemeine wirtschaftliche Erwartungen.
warum sich ausGErEchnEt dEr KüchEnmarKt staBil zEiGt
Sie haben vorhin schon angedeutet, dass sich das Küchensegment stabiler entwickelt als andere Bereiche der Möbelindustrie. Woran liegt das eigentlich?
Jan Kurth: Ich glaube, das hängt an mehreren Faktoren. Zum einen sind die Unternehmen in der Regel größer strukturiert als in anderen Teilen des Marktes. Dadurch sind Produktionsprozesse stärker skaliert und effizienter organisiert. Gerade in der Fertigung ist der Personalkostenanteil deutlich geringer als in anderen Möbelsegmenten – die Produktion ist sehr rationell, besonders bei den großen Herstellern. Das hilft natürlich, am Markt zu bestehen.
Ein zweiter Punkt ist die deutlich geringere Importkonkurrenz. Die Küchenmöbelindustrie ist weniger anfällig für günstige Importe als
Eigene Darstellung, Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis), Pressemitteilung Nr. 052 vom 18. Februar 2026
Neubauten konzentrieren sich vor allem auf Mehrfamilienhäuser. In neu errichteten Wohngebäuden wurden 2025 insgesamt 198 100 Wohnungen genehmigt, darunter 128 100 in Mehrfamilienhäusern (64,6 %). Deutlich weniger entfielen auf Ein- und Zweifamilienhäuser sowie Wohnheime.
etwa Polster oder Mitnahmemöbel. Bei Küchen spielen Importe kaum eine Rolle, anders als in anderen Möbelsparten. Und drittens verfügt die Branche über ein sehr breit aufgestelltes Absatzgebiet. Der Exportanteil liegt mit knapp 50 Prozent deutlich über dem der Gesamtbranche. Das ist grundsätzlich eine Stärke, weil man damit weniger abhängig vom deutschen Markt ist – und der ist derzeit ja nach wie vor schwierig. Kurzfristig sehen wir allerdings, dass gerade die internationalen Märkte etwas schwächer laufen: 2025 lag der Export bei rund 2,6 Milliarden Euro und damit etwa 0,9 Prozent unter dem Vorjahr. Diese konjunkturelle Schwäche bremst die Gesamtentwicklung, auch wenn die internationale Aufstellung strukturell ein stabilisierender Faktor bleibt.
Natürlich beobachten wir die handelspolitischen Entwicklungen sehr genau. Die US Einfuhrzölle wirken sich zwar negativ aus und verteuern unsere Produkte für die amerikanischen Verbraucherinnen und Verbraucher, aber sie sind auch nicht so einschneidend, dass sie unser Geschäft grundsätzlich verhindern. Zumal es oftmals um PremiumMöbel geht, deren Käuferschaft vielleicht nicht ganz so preissensibel ist. Dauerhaft lassen sich staatliche Einnahmen über Zölle jedenfalls kaum stabil sichern.
Häufig wird Export vor allem mit Überseemärkten verbunden. Für unsere Branche gilt das nur eingeschränkt. Wir sehen innerhalb Europas weiterhin erhebliche Wachstumsmöglichkeiten. In vielen Ländern besteht Nachholbedarf beim Wohnungsbau, und wo gebaut wird, entsteht auch Einrichtungsbedarf. Deshalb bietet gerade der europäische Markt für deutsche Hersteller noch deutliches Entwicklungspotenzial – oft mit geringeren Risiken als in sehr weit entfernten Märkten. Wenn man genauer hinschaut, erkennt man deutliche regionale Unterschiede. Sehr positiv entwickelt sich derzeit beispielsweise Spanien, wo die Bautätigkeit hoch ist. Auch in Teilen Skandinaviens und Südeuropas sehen wir gute Perspektiven. Der Mittlere Osten wächst ebenfalls, allerdings noch von einem relativ kleinen Ausgangsniveau aus. In anderen Regionen ist die Lage schwieriger. China etwa bleibt momentan ein anspruchsvoller Markt, während sich innerhalb Europas zugleich neue Chancen ergeben, etwa durch steigende Einkommen in Ländern wie Polen.
handEl und KonsumEntEn
Wenn sich Märkte und Nachfrage verändern, betrifft das nicht nur die Industrie, sondern auch den Vertrieb. Wie entwickelt sich derzeit der Möbel- und insbesondere der Küchenhandel?
Jan Kurth: Natürlich ist der Handel von diesem Marktumfeld genauso betroffen wie die Industrie. Konzentrationsprozesse sehen wir schon seit Jahren, und sie setzen sich fort. Deshalb würde es mich nicht wundern, wenn die Handelslandschaft Ende 2026 noch einmal anders aussieht als heute.
Hinzu kommt die sinkende Frequenz in großen Flächenhäusern. Wie diese Häuser damit umgehen und welche Konsequenzen das für ihre Kostenstrukturen hat, wird sich erst noch zeigen.
vErtriEBsstruKtur
Neben der konjunkturellen Schwäche zeigt sich ein struktureller Wandel im Vertrieb. Die Bedeutung großer stationärer Flächen nimmt ab, während digitale Planung und Kundenansprache an Gewicht gewinnen. Dadurch verschieben sich Aufgaben innerhalb der Wertschöpfungskette zwischen Industrie, Handel und Dienstleistung.
Verändert das auch die Kräfteverhältnisse zwischen Industrie und Handel?
Jan Kurth: Verschiebungen wird es sicher geben. Wenn Handelsstrukturen sich konzentrieren, hat das zwangsläufig Auswirkungen auf Hersteller und Verbände. Gleichzeitig müssen Händler neue Wege finden, ihre Kunden überhaupt noch zu erreichen.
Spielt dabei der Online-Vertrieb künftig eine größere Rolle –selbst bei Küchen?
Jan Kurth: Küche ist vielleicht ein wenig weiter davon entfernt als andere Möbelbereiche – aber nur ein wenig. Wenn ich heute eine Küche bereits online mit Konfiguratoren planen kann, inklusive GrundrissUpload, ist der Schritt zur vollständigen OnlineAbwicklung nicht mehr sehr groß. Deshalb glaube ich, dass wir auch das in einigen Jahren sehen werden. Zumindest werden sich die Anforderungen verändern. Denkbar ist eine Kombination: OnlineAnsprache und Planung, dahinter aber weiterhin Service – etwa Beratung oder Montage vor Ort.
auftEilunG dEr wErtschöpfunG
Digitale Werkzeuge strukturieren den Verkaufsprozess zunehmend. Die konkrete Küchenplanung, Beratung, Aufmaß und Anpassung an den Grundriss erfolgen weiterhin überwiegend im Studio durch Fachberater. Online-Konfiguratoren dienen vor allem der Vorbereitung und Orientierung der Kunden. Dadurch verschiebt sich die Rolle des Handels nicht weg von der Planung, sondern hin zu stärkerer Projekt- und Beratungsverantwortung innerhalb eines vernetzten Vertriebsprozesses.
politiK, standort und zuKunft
Wie bewerten Sie derzeit die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen am Standort Deutschland?
Jan Kurth: Die Rahmenbedingungen sind derzeit nicht optimal. Viele Unternehmen sehen sich mit steigenden Kosten, wachsender Bürokratie und erheblicher Unsicherheit konfrontiert. Für Investitionsentscheidungen ist Verlässlichkeit jedoch entscheidend – und genau diese wird momentan von vielen Unternehmen vermisst. Was ich als problematisch empfinde, ist die Vielzahl einzelner politischer Vorstöße ohne Gesamtkonzept. Das führt vor allem zu zusätzlicher Verunsicherung bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern. Was fehlt, ist ein konsistentes wirtschaftspolitisches Konzept – eine klare Linie, die über mehrere Jahre trägt. Was Unternehmen derzeit besonders verunsichert, ist weniger eine einzelne Maßnahme als die Vielzahl einzelner politischer Vorstöße ohne klaren Gesamtzusammenhang. Immer wieder werden neue Ideen diskutiert, die für sich genommen vielleicht sinnvoll sein können, zusammen aber kein erkennbares wirtschaftspolitisches Konzept ergeben.
Für Investitionen – und auch für größere Anschaffungen der Verbraucher – ist jedoch Planbarkeit entscheidend. Hier wäre mehr Kontinuität und eine längerfristige Linie sehr hilfreich.
ErwartunGEn und invEstitionEn
Die Kritik verweist sowohl auf konkrete wirtschaftspolitische Entscheidungen als auch auf deren Wirkung auf Erwartungen und Investitionsbereitschaft. Bei größeren Investitionen reagieren die Unternehmen besonders sensibel auf die wirtschaftspolitische Verlässlichkeit.
Spüren Ihre Unternehmen diese Unsicherheit?
Jan Kurth: Ja. Viele Menschen warten ab, weil sie nicht wissen, welche Belastungen künftig auf sie zukommen könnten. Dadurch werden Investitionen in Wohnen und Einrichten verschoben. Gerade unsere Branche lebt aber stark von Umzügen und neuen Lebenssituationen. Wenn sich dort nichts bewegt, spüren wir das sofort.
Gleichzeitig hören wir aus Zulieferindustrien, dass Produktionsstandorte zunehmend ins Ausland verlagert werden – etwa wegen Energie- und Personalkosten. Gilt diese Sorge auch für die Möbel- und Küchenmöbelindustrie?
Jan Kurth: Energie, Material und Logistikkosten sind auch für unsere Branche in Deutschland ein Thema, ebenso Personalkosten. Allerdings muss man das immer im Vergleich zu anderen Produktionsstandorten betrachten. Mit Investitionen in moderne Produktionsanlagen, Digitalisierung und auch KI lässt sich am Standort Deutschland weiterhin viel erreichen.
Welche Bedeutung bekommt die Digitalisierung künftig?
Jan Kurth: Nicht nur KI, sondern Digitalisierung insgesamt wird wichtiger. Es geht um Datenformate, Kommunikation mit Zulieferern und Handel sowie künftig den digitalen Produktpass im Zuge der Ökodesignverordnung.
Eigene Darstellung nach vorläufigen Außenhandelsdaten des Statistischen Bundesamts (Destatis) sowie Angaben der Verbände der Deutschen Möbelindustrie, Pressemitteilung vom 24.02.2026.
Das wird die gesamte Wertschöpfungskette betreffen – von Beschlägen und Holzwerkstoffen bis zum fertigen Möbel. Ich glaube, das wird noch einmal einen deutlichen Digitalisierungsschub in der Branche auslösen. Und da müssen wir vorne bleiben.
infrastruKtur dEr BranchE
Digitalisierung ist eine infrastrukturelle Voraussetzung für die Zusammenarbeit innerhalb der gesamten Wertschöpfungskette – vergleichbar mit Standardisierung in industriellen Produktionsprozessen.
Wenn Bau, Möbel, Handwerk und Zulieferer so eng zusammenhängen – wird Ihre Branche politisch ausreichend wahrgenommen?
Jan Kurth: Wir haben durchaus eine Interessenvertretung, aber die Branche ist relativ zersplittert organisiert. Je nach Abgrenzung sprechen wir rund um Bauen, Wohnen und Einrichten von etwa einer Million Beschäftigten. Entscheidend ist, die wirtschaftliche und soziale Bedeutung gemeinsam zu sehen. Wohnen ist nicht nur ein ökonomisches Thema, sondern auch ein sozialpolitisches. Diese Zusammenhänge müssen stärker zusammen gedacht werden.
Herr Kurth, wir danken Ihnen für dieses informative Gespräch.
Die Aussagen zeigen, wie eng Branchenentwicklung, Wohnungsmarkt und gesamtwirtschaftliche Erwartungen derzeit miteinander verbunden sind.
Über die Branchenlage hinaus zeigt sich im Gespräch ein größerer Zusammenhang: Die Lage der Möbelindustrie verweist damit auf mehr als eine konjunkturelle Schwächephase. Wo weniger gebaut, umgezogen und eingerichtet wird, verändern sich nicht nur Absatzmärkte, sondern Lebensverläufe. Die Entscheidung für eine Wohnung ist immer auch eine Entscheidung für einen Lebensabschnitt – für Haushaltsgründung, Familienplanung oder Eigentum. Bleiben diese Schritte aus oder werden sie aufgeschoben, zeigt sich das zuerst nicht in Statistiken der Demografie, sondern in den Auftragsbüchern nachgelagerter Branchen. Die Entwicklung der Möbelindustrie wird so zu einem indirekten Maßstab gesellschaftlicher Beweglichkeit. Die Wohnungsfrage ist damit nicht nur eine soziale Frage – sie beschreibt zunehmend die wirtschaftliche Dynamik selbst.
Der Rückzug ins Eigene
Warum die Wohntraumstudie weniger über Stil als über die Blockade des Wohnungswechsels erzählt
Die aktuelle Wohntraumstudie der Interhyp AG beschreibt auf den ersten Blick eine Stimmung: 93 Prozent der Befragten wünschen sich in unsicheren Zeiten einen sicheren Rückzugsort. Kriege, wirtschaftliche Unsicherheit und Klimarisiken prägen nach Aussage des Unternehmens zunehmend auch Erwartungen an das Wohnen. Das Zuhause wird als Schutzraum gelesen. Für die Planung bedeutet das: Nicht das Bild vom Wohnen verändert sich zuerst, sondern die Erwartung, dass Räume – insbesondere Küche und Bad – mehrere Lebensphasen in derselben Wohnung tragen müssen. Die Wohntraumstudie beschreibt damit weniger einen Geschmackstrend als eine strukturelle Veränderung des Wohnens: Der Wohnungswechsel verliert seine Funktion als Anpassungsmechanismus.
Quelle: Interhyp Wohntraumstudie 2025, Darstellung: Autor
Entscheidend ist jedoch die zweite Zahl: 80 Prozent möchten langfristig in ihrer aktuellen Wohnung bleiben. Das ist nicht nur Ausdruck von Bindung, sondern vor allem ein Hinweis auf eingeschränkte Wechselmöglichkeiten. Die Studie untersucht Einstellungen, nicht Architektur – doch sie zeigt, welche Leistungen Gebäude und Innenausbau künftig erbringen müssen.
vom umzuG zur anpassunG
Rund 60 Prozent der Befragten möchten ihre Wohnsituation anpassen — vergrößern oder altersgerecht gestalten. Gleichzeitig empfinden 63 Prozent den Immobilienmarkt als festgefahren, und 60 Prozent sehen sich finanziell außerstande, eine andere Immobilie zu erwerben. Mehr als die Hälfte hält Wohnraum grundsätzlich für zu knapp. Damit beschreibt die Studie kein „Wohnen aus Zufriedenheit“, sondern ein Wohnen unter Bedingungen: Viele Haushalte verbleiben in Wohnungen oder Häusern, die nicht mehr optimal zu ihrer Lebenssituation passen, weil Eigentum oder die passende größere Wohnung nicht erreichbar ist. Anpassung verschiebt sich vom Ortswechsel in die Wohnung selbst. Für Küchen und Badplanung ist diese Verschiebung zentral. Früher löste der Wohnungswechsel viele Umbrüche: mehr Platz nach der Geburt eines Kindes, ein anderes Layout im Homeoffice, barriereärmere Situationen im Alter. Heute bleiben Grundriss und Leitungsführung gleich – die Lebenssituation nicht. Damit werden aus Einrichtungsfragen bauliche Fragen: Wo liegt der Installationskern, wie groß sind Bewegungsflächen, wie zugänglich sind Anschlüsse, wie robust sind Oberflächen und wie leicht lassen sich Elemente austauschen, ohne Wände zu öffnen? Der Wohntraum wird dadurch weniger eine Stilentscheidung als eine Frage von Umbaufähigkeit – und diese Umbaufähigkeit konzentriert sich in den immobilsten Zonen der Wohnung: Küche und Bad.
dEr praGmatischE wohntraum
Das freistehende Einfamilienhaus bleibt mit 54 Prozent das häufigste Wunschbild, zugleich gewinnen pragmatischere Wohnformen an Bedeutung: Doppelhaushälften und Wohnungen in Mehrfamilienhäusern werden häufiger akzeptiert. Wohnträume werden funktionaler und stärker am Alltag ausgerichtet.
Zwei Drittel der Mieter wünschen sich weiterhin Eigentum, sehen die Realisierung jedoch erschwert. 75 Prozent nennen niedrigere Immobilienpreise als wichtigste Voraussetzung, 53 Prozent geringere Kreditzinsen. Politische Stellschrauben wie Grunderwerbsteuer, verlässliche Förderprogramme oder eine stärkere Ankurbelung des Neubaus werden als Hebel benannt. Der Kern bleibt: Zwischen Wunsch und Möglichkeit wächst die Lücke.
was das architEKtonisch BEdEutEt
Die Untersuchung liefert keine Aussagen zu konkreten Grundrissen, macht jedoch eine zentrale Verschiebung sichtbar: Fällt der Wohnungswechsel als Anpassungsmechanismus aus, muss die Anpassung innerhalb des Gebäudes selbst stattfinden.
Diese Fähigkeit entscheidet sich nicht am architektonischen Stil, sondern an der baulichen Struktur. Ausreichende Raumtiefen müssen unterschiedliche Möblierungen und Nutzungen zulassen. Klar definierte Installationszonen sind notwendig, damit Küchen und Bäder bei veränderten Anforderungen verlegt oder ergänzt werden können.
Genau hier entscheidet sich Zukunftsfähigkeit: nicht im Wohnzimmer, sondern in den Nass und Installationszonen. Küche und Bad
EIN MASSGEFERTIGTER RAUMTEILER, der Küche und Wohnbereich verbindet. Er trennt nicht, sondern vermittelt – als Stauraum, Ordnungssystem, Sichtschutz und architektonisches Statement zugleich.
sind die teuersten und technisch dichtesten Räume – und zugleich jene, die bei veränderten Haushaltsformen am stärksten unter Druck geraten. Planerisch heißt das: Anschlusspunkte, Zugänglichkeit, Reservekapazitäten und Nachrüstpfade werden zu Entwurfsparametern auf Augenhöhe mit Raumproportionen. Die „gute Küche“ ist damit weniger die perfekte Erstplanung als eine, die Umbauten im Bestand möglichst ohne Eingriff in Statik und Leitungen zulässt. Entscheidend ist dabei nicht ein einzelnes Detail, sondern das Zusammenspiel mehrerer struktureller Faktoren: Die Erschließung bestimmt, ob Wohnungen teilbar, zusammenlegbar oder durch Nebenwohnen erweiterbar bleiben. Ebenso maßgeblich ist die Tragstruktur: Nur wenn tragende Elemente unabhängig von der inneren Raumaufteilung organisiert sind, lassen sich Veränderungen ohne Eingriff in die Statik realisieren. Die Lage der Nasszellen entscheidet darüber, ob spätere Umbauten überhaupt möglich werden. Hinzu kommt die technische Nachrüstbarkeit — sowohl für Haustechnik und energetische Anforderungen als auch für digitale Infrastruktur. Schließlich wird Barrierefreiheit zu einer vorausschauenden Planungsaufgabe und nicht erst zu einer nachträglichen Anpassung. Robustheit bedeutet damit nicht formale Beständigkeit, sondern die Fähigkeit eines Gebäudes, unterschiedliche Nutzungen nacheinander aufnehmen zu können, ohne seine Grundordnung zu verlieren.
BEstand als struKturEllE GrEnzE
Diese Anforderungen lassen sich im Neubau gut berücksichtigen. Im Bestand sind sie dagegen nur eingeschränkt erreichbar. Gerade deshalb gewinnt der Neubau eine neue Rolle. Wenn Haushalte seltener umziehen, entscheidet sich die langfristige Nutzbarkeit einer Wohnung bereits im Erstentwurf. Für Bauträger und Projektentwicklungen bedeutet das eine Verschiebung: Die Wohnung wird nicht mehr für einen typischen Erstnutzer geplant, sondern für mehrere aufeinan
Foto: Grambow & widmer
RAUMTEILUNGSREGAL „Watch-it“ von Rastelli, Design Ulisse Narcisi: Vertikale Skulptur aus schwarz eloxiertem Aluminium mit individuell konfigurierbaren Holz- oder Metallböden. Ein architektonisches Statement zwischen Leichtigkeit, Funktion und Struktur.
DURCH MULTIFUNKTIONALE MöBEL lassen sich offen gestaltete Grundrisse indivuell und flexibel nutzen. Auf der einen Seite eine wohnliche, in sich geschlossen wirkende gemütliche Küche, während die Rückseite des Möbels eine Garderobe beherbergt.
Foto: Rastelli
Foto: Beckermann
RäUME sollen sich nicht mehr nur statisch definieren, sondern sich bewegen, verändern und neu kombinieren lassen. Mit „FurnSpin“ von Hettich wird das Möbel selbst zur beweglichen Struktur im Raum: Ein Schrank, der sich wendet, eine Fläche, die ihre Funktion ändert.
derfolgende Nutzergruppen. Küchen und Badpositionen, Installationsführungen, Bewegungsflächen und Nachrüstoptionen werden damit zu Fragen der Lebensdauer eines Gebäudes. Eine heute optimal verkaufbare Grundrisslösung kann sich langfristig als unflexibel erweisen, während leicht überdimensionierte oder variabel anschließbare Zonen spätere Umbauten erheblich erleichtern. Der Neubau wird damit nicht weniger relevant, sondern entscheidend – weil hier festgelegt wird, ob Anpassung später möglich ist oder dauerhaft ausgeschlossen bleibt.
Die entscheidenden Parameter — Raumtiefen, Installationszonen, Erschließung, Tragstruktur, Nasszellenlage, technische Nachrüstbarkeit und Barrierefreiheit — gehören zur konstruktiven Grundordnung eines Gebäudes. Nachträgliche Eingriffe wären technisch aufwendig, wirtschaftlich kaum tragbar oder greifen in Statik und Haustechnik ein.
GEradE darin liEGt diE spannunG:
Gebäude mussten nicht den gesamten Lebensverlauf aufnehmen, weil der Lebensverlauf den Wohnort wechselte. Die Wohnung bleibt gleich, während sich Haushalt, Arbeit, Alter und Unterstützungsbedarf verändern Die Anpassung verschiebt sich deshalb von der Konstruktion zur Nutzung.
dauErhaftiGKEit statt typoloGiE Gefragt sind Räume, deren Funktion wechseln kann, ohne dass das Gebäude grundsätzlich umgebaut werden muss. Ein Zimmer muss Kinderzimmer, Arbeitsraum oder Schlafzimmer sein können; Bereiche müssen trennbar sein, ohne ihre Nutzbarkeit zu verlieren. Das Gebäude wird damit weniger für einen idealtypischen Haushalt entworfen als für mehrere aufeinanderfolgende Nutzungen – und damit auch wechselnde Anforderungen an die zentralen Arbeits und Versorgungsräume.
diE zwEitE anpassunGsEBEnE: BEstand und innEnraum Weil der Großteil der Menschen im Bestand lebt, entscheidet sich diese Robustheit häufig nicht im Neubau, sondern im Umgang mit vorhandenen Grundrissen. Viele Bestandswohnungen besitzen feste Zimmerhierarchien, kleine Bäder oder starre Erschließungen — sie funktionieren, solange Lebenssituationen stabil bleiben.
Wenn Stabilität jedoch nicht gegeben ist und der Umzug als Lösung ausfällt, wird der Innenraum zur Anpassungsfläche: Möbel, mobile Trennungen und Mehrfachnutzungen übernehmen Aufgaben, die früher ein Wohnungswechsel gelöst hat. Inneneinrichtung wird damit zu einer zweiten Planungsebene. Sie organisiert den Alltag räumlich und zeitlich zugleich. Gestaltung ist dabei nicht nur ästhetische Ergänzung, sondern Voraussetzung der Nutzbarkeit. Erst durch ihre Anordnung, Proportion und Beweglichkeit können Räume ihre Funktion wechseln, ohne umgebaut zu werden. Die langfristige Anpassungsfähigkeit entsteht somit aus einer Verbindung von Gestaltung und Multifunktionalität — der Innenraum wird zur Schnittstelle zwischen architektonischer Struktur und gelebtem Alltag. Für Küche und Bad verschiebt sich damit der Schwerpunkt: Gestaltung bleibt entscheidend, gewinnt aber eine zweite Ebene. Zukunftsfähig ist eine Planung dann, wenn sie neben der ästhetischen Qualität auch Umbau, Pflege, veränderte Haushaltsgrößen und technischen Austausch innerhalb derselben Wohnung ermöglicht.
Die Wohntraumstudie beschreibt damit weniger ein neues Wohnideal als eine veränderte Ausgangslage: Viele Haushalte rechnen damit, ihre Wohnsituation nicht mehr durch einen Umzug anpassen zu können. Anpassung verlagert sich damit in die bestehende Wohnung – in Grundriss, Küche, Bad und Innenausbau. Die Aufgabe der Planung besteht künftig darin, diese Anpassung innerhalb desselben Wohnraums überhaupt möglich zu halten.
Foto: Hettich
Die Küche wird Teil der architektur
In neu geplanten Wohnungen beginnt der Wohnraum häufig nicht mehr hinter der Küche – sondern mit ihr. Sie liegt im Sichtfeld, strukturiert den Raum und prägt den ersten Eindruck. Mit den offenen Grundrissen gewinnt sie einen neuen Stellenwert: Die Küche als abgegrenzter Funktionsbereich ist passé, sie wird Teil der innenarchitektonischen Gestaltung. Küchenmöbel müssen sich deshalb zunehmend in Raumkonzepte, Proportionen und Materialzusammenhänge einfügen. Diese Veränderung zeigt sich in der Planungspraxis wie auch in den Konzepten der Hersteller.
HÉLèNE BANGERT, Geschäftsleitung Strategisches Marketing Baumann Group
SVEN HERDEN, geschäftsführender Gesellschafter Rotpunkt Küchen
ROGER KLINKENBERG, Geschäftsführer Pronorm Küchen
TIM GORONTZy, Marketing-Leitung Express-Küchen
MARKUS SCHüLLER, geschäftsführender Gesellschafter Schüller
Foto: Bauformat
Hélène Bangert, Geschäftsleitung Strategisches Marketing der Baumann Group: „Offene Grundrisse führen dazu, dass Küchenmöbel heute deutlich stärker als Teil eines ganzheitlichen Wohnkonzepts gedacht werden. Die Küche ist nicht mehr funktional abgegrenzt, sondern visuell und architektonisch integriert; das beeinflusst Proportionen, Linienführung und Materialität ebenso wie die Möblierung selbst. Neu ist diese Entwicklung allerdings nicht, da sich offene Architekturen bereits seit einigen Jahren stetig etablieren. In der Konsequenz werden Küchen ruhiger, architektonischer und wohnlicher geplant – mit reduzierten Frontbildern, klaren Volumen und stärkerer Orientierung an angrenzenden Wohnbereichen. Gleichzeitig zeichnet sich ein leiser Gegentrend ab: An die Stelle ehemals geschlossener Küchenräume treten heute Raumtrenner aus Möbelelementen und Regalen.“
Die veränderte Rolle der Küche zeigt sich vor allem in ihrer gestalterischen Ausformulierung.
Roger Klinkenberg, Geschäftsführer Pronorm Küchen: „Offene Räume verlangen nach Küchen, die mehr leisten als reine Funktion. Die Gestaltung wird wohnlicher, Materialien durchgängiger und die Linienführung ruhiger. Kücheninseln übernehmen eine prägende Rolle im Raum, während Wohnmöbel wie Sideboards oder Lowboards die Küche mit dem Wohnbereich verbinden. So entsteht ein zusammenhängendes Raumbild, das den individuellen Einrichtungsstil ablesbar macht.“
Sven Herden, Geschäftsführer Rotpunkt Küchen: „Offene Wohnund Küchenbereiche führen dazu, dass Küchenmöbel konsequent als wohnliche Möbelarchitektur gedacht werden und nicht mehr als reiner Arbeitsraum. Fronten, Materialien und Proportionen werden so geplant, dass sie in Ess und Wohnbereich übergehen – etwa durch hochgebaute Schrankzeilen, raumbildende Inseln und Wandlösungen, die sich in den Wohnraum fortsetzen. Gleichzeitig rücken Stau
raumorganisation und integrierte Technik stärker in den Hintergrund, beispielsweise über geschlossene Funktionszeilen sowie Pocket und Geräteschranklösungen, um die offene Atmosphäre nicht zu stören.“
In den Programmen der Hersteller wird diese Entwicklung sichtbar. Markus Schüller, geschäftsführender Gesellschafter Schüller: „Zunehmend offene Wohnkonzepte und planungen bedeuten weichere Übergänge zwischen Küche, Wohnraum und Esszimmer. Rundungen und abgerundete Elemente von Schüller sind ein Küchentrend, der dies aktuell aufgreift. Ruhige Materialien und Dekore machen Küchen nicht nur wohnlicher, sondern erlauben auch einen einfacheren Übergang der verschiedenen Räume ineinander – oder eine optische Angleichung. Elemente, die mehrere Räumlichkeiten miteinander verbinden, greifen diesen Trend ebenso auf.“
Mit der räumlichen und gestalterischen Integration verändert sich auch die Nutzung der Küche im Alltag.
Tim Gorontzy, Marketing-Leitung Express-Küchen: „Da die Küche dauerhaft im Sichtbereich liegt, rücken neben der Funktion zunehmend gestalterische Aspekte in den Fokus. Damit entwickelt sie sich immer stärker zum sozialen Zentrum des Zuhauses.“
Die Küche wird damit weniger typologisch, sondern stärker raumbezogen geplant.
GEstaltunG folGt masssystEm
Die Integration in den Wohnraum stellt Küchenplanungen vor eine neue Aufgabe: Möbel müssen nicht nur gestaltet, sondern auch über Raumgrenzen hinweg koordinierbar sein. Dafür werden Raster, Proportion und Materialkontinuität zu zentralen Werkzeugen.
Roger Klinkenberg, Pronorm: „Durchgängige Materialien, klare Raster und präzise Proportionen schaffen Ruhe und architektonische Klarheit.
Farb und Materialkontinuität über Programme hinweg ermöglicht es, Küchenmöbel in unterschiedliche Raumkonzepte einzubinden.“
Hélène Bangert, Baumann Group: „Materialkontinuität, Raster und Proportion sind zentrale Gestaltungselemente. Sie schaffen visuelle Ruhe und ermöglichen es, Küchenmöbel über Raumgrenzen hinweg konsistent zu planen. Einheitliche Raster erleichtern die Kombination unterschiedlicher Möbelelemente und Höhen, ohne das Gesamtbild zu stören, und gewinnen mit wachsender Planungsvielfalt zunehmend an Bedeutung. Gerade im Zusammenspiel mit offenen Wohnkonzepten sind diese Aspekte entscheidend für eine architektonisch überzeugende Planung.“
Sven Herden, Rotpunkt: „Materialkontinuität ist ein zentrales Gestaltungsthema: Dekore, Lacke und Holznachbildungen lassen sich vom Küchenbereich in Hauswirtschaftsraum, Ankleide oder Wohnmöbel weiterführen. Klare Rastersysteme und fein abgestimmte Proportionen sichern ein ruhiges Frontbild und ermöglichen durchgängige Linienführungen über Unterschränke, Hochschränke und Regale hinweg. Das präzise Zusammenspiel aus Raster, Korpushöhen und Geräteintegration erlaubt es, auch in komplexen Grundrissen eine konsistente architektonische Ordnung herzustellen.“
Tim Gorontzy, Express Küchen: „Unsere Planung basiert auf einem 15erRaster, bei dem alle Elemente auf abgestimmten Höhen aufbauen – sowohl im Unter als auch im Oberschrankbereich. Dadurch entstehen klare Linienführungen und eine nachvollziehbare Planung.“ Feste Maßsysteme spielen dabei ebenfalls eine Rolle.
Markus Schüller, Schüller: „next125 fußt auf dem Architektenmaß von 125 mm, das für puristisches Design und klare Formensprache steht – aber ebenso für klare und ansprechende Proportionen sorgt. Materialkontinuität schafft ebenfalls Ruhe und unterstreicht den
wichtigen wohnlichen Charakter der modernen Küche. Schüller bietet hier unter anderem mit dem neuen Programm Cremona eine durchgängige Lösung – als Front mit haptisch einnehmender Synchronpore sowie als Korpusinnenfarbe. So verschmelzen verschiedene Elemente der Küche zu einer ruhigen, ausgewogenen Einheit. Auch die neue Arbeitsplattenstärke von 25 mm schafft bei Schüller harmonische Proportionen.“
diE KlassischE KüchE rEicht nicht mEhr aus
Mit der Integration der Küche in den Wohnraum verändern sich nicht nur Gestaltung und Planung – auch die vertrauten Küchenformen stoßen an ihre Grenzen.
Roger Klinkenberg, Pronorm: „Konventionelle Küchentypologien sind häufig zu funktional und zu wenig flexibel, um den Anforderungen offener, architektonisch anspruchsvoller Grundrisse gerecht zu werden. Die Verschmelzung von Kochen, Wohnen und Arbeiten lässt sich damit nur eingeschränkt abbilden; in modernen Raumkonzepten wirken solche Lösungen oft zu starr.“
Wo sich diese Grenzen konkret zeigen, beschreiben die Hersteller sehr anschaulich.
Sven Herden, Rotpunkt: „Klassische Typologien wie die reine Zeilenküche oder klar getrennte Arbeits und Wohnküche stoßen an ihre Grenzen, wenn Küchen heute als multifunktionale Kommunikationszonen funktionieren sollen. Reine Funktionszeilen werden dem Wunsch nach Aufenthaltsqualität, Stauraumoptimierung und fließenden Übergängen häufig nicht mehr gerecht.“ Neben der Nutzung spielt dabei auch die gestalterische Einbindung eine Rolle.
Hélène Bangert, Baumann Group: „Klassische Küchentypologien sind häufig zu stark auf Funktionszonen ausgerichtet und lassen sich
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Pronorm
nur eingeschränkt in offene, multifunktionale Räume integrieren. Gefragt sind flexible Systeme, die sich in Maß, Gestaltung und Funktion an unterschiedliche Raumsituationen anpassen lassen. Entscheidend wird dabei auch das Zusammenspiel von Farben und Materialien –etwa zwischen Küchenfronten und Wohnmöbeln oder Arbeitsplatte und Bodenbelag.“ Neben offenen Grundrissen können auch äußere Bedingungen die klassische Küchenform in Frage stellen.
Tim Gorontzy, Express Küchen: „Auch extreme klimatische Bedingungen, etwa große Hitze wie in Dubai, können klassische Küchenlösungen an ihre Grenzen bringen.“ Neue modulare Konzepte greifen diese Entwicklung auf.
Markus Schüller, Schüller: „Klassischgeschlossene Küchen verlieren in offenen Grundrissen an Wirkung, dies gilt es mit modularen und offenen Konzepten zu lösen – next125 und Schüller schaffen dies mit offenen Regalsystemen, dem next125 Kochtisch sowie abgerundeten Elementen.“
Die Küche wird damit weniger als festgelegter Typ geplant, sondern zunehmend als Teil eines räumlichen Gesamtkonzepts. Klassische Typen verlieren an Bedeutung – wichtiger wird die Anpassung an den Grundriss.
planunG statt proGramm
Mit der Integration der Küche in ganzheitliche Raumkonzepte verändert sich die Zusammenarbeit zwischen Herstellern, Architekten und Planern. Küchenmöbel werden nicht mehr nur ausgewählt, sondern Teil des Entwurfsprozesses. Gefragt sind dabei weniger einzelne Möbel als planbare Systeme, die sich in unterschiedliche Projektanforderungen integrieren lassen. Hersteller reagieren darauf mit unterschiedlich aufgebauten Systemlogiken.
Roger Klinkenberg, Pronorm: „Unser PlattformKonzept ermöglicht durchgängige Farbwelten, kombinierbare Linien sowie Griff und grifflos Varianten und damit Lösungen mit klarer architektonischer Handschrift. Viele Typen, die andernorts Sonderanfertigungen wären, lassen sich innerhalb dieses Systems realisieren. Ergänzende Wohnmöbel, Garderoben, Ankleiden und Hauswirtschaftsbereiche erweitern den Gestaltungsspielraum.“
Hélène Bangert, Baumann Group: „Modular aufgebaute Möbelsysteme schaffen ein hohes Maß an Planungsfreiheit. Unterschiedliche Korpushöhen, Tiefen, Raster und Materialien ermöglichen individuelle Lösungen – auch über die klassische Küche hinaus. Entscheidend ist dabei, gestalterische Freiheit zu bieten, ohne die Planung unnötig zu verkomplizieren. Schulung, persönlicher Austausch und eine nachvollziehbare Produktdarstellung unterstützen Architekten und Planer zusätzlich in der Projektarbeit.“
Sven Herden, Rotpunkt: „Die modular aufgebauten Möbelsysteme decken ein breites Spektrum an Höhen, Breiten und Tiefen ab und lassen sich präzise in architektonische Raster und Achsmaße einfügen. Abgestimmte Oberflächen, Innenausstattungen und Beleuchtung ermöglichen es, projektspezifische Konzepte – vom Apartment bis zum Objektbau – konsistent durchzuplanen. Auch eine Fertigung in Losgröße 1 eröffnet zusätzliche Spielräume für individuelle Lösungen.“
Tim Gorontzy, Express Küchen: „Klar definierte Module und Standards schaffen eine verlässliche Grundlage für die Planung. Dadurch lassen sich neben Küchen auch Garderoben, Wohn und Hauswirtschaftsbereiche aus einer Systemlogik heraus realisieren. Die Konzepte bleiben dabei auch unter einfachen Rahmenbedingungen effizient und praktikabel umsetzbar.“ Solche Systemlogiken zeigen sich auch in ergänzenden Planungselementen.
Markus Schüller, Schüller: „Unsere Zweimarkenstrategie ermöglicht eine genaue Ansprache des Marktes: Die breite Zielgruppe und Vielfalt bei Schüller, eine designaffine Zielgruppe bei next125. next125 und Schüller bieten jeweils ein vielfältiges Portfolio an Materialien, Farben und Systemen, die bei Bedarf auch individuell erweiterbar bzw. anpassbar sind (next125 Cube, Flex Boxen etc.). Trotz der industriellen Fertigung sind maßgenaue Sonderanfertigungen möglich. So können flexible Lösungen für unterschiedlichste Planungen verwirklicht werden. Die Rasterlogik von next125 sowie funktionale aber dennoch optisch ansprechende Möbel/Elemente wie der next125 Trolley oder das Barboard von Schüller erleichtern eine präzise Planung ebenso wie durchgängige Materialkonzepte.“
was Ein KüchEnmöBEl hEutE lEistEn muss
Mit der stärkeren Einbindung in Architektur und Objektprojekte verändern sich die Erwartungen an Küchenmöbel. Neben die Gestaltung treten Fragen nach Dauerhaftigkeit, Anpassungsfähigkeit und Wirtschaftlichkeit in den Vordergrund.
Tim Gorontzy, Express Küchen: „Im Projektbereich werden zunehmend Vollausstattungen nachgefragt. Im Fokus stehen klare Linienführungen und eine reduzierte Gestaltung. Hochwertige Küchen mit deckenhohen Lösungen unterstreichen den Anspruch an Qualität und zeitlose Erscheinung.“ Doch Gestaltung allein genügt den Anforderungen inzwischen nicht mehr.
Roger Klinkenberg, Pronorm: „Die Nachfrage nach langlebigen, verlässlichen und nachhaltig produzierten Möbeln wächst spürbar. Gleichzeitig steigt der Wunsch nach Individualität und gestalterischem Ausdruck. Planer und Bauherren suchen Lösungen, die sichere Entscheidungen über längere Zeiträume ermöglichen.“
Damit rücken auch Planungs und Prozessfragen stärker in den Fokus. Hélène Bangert, Baumann Group: „Architekten und Planer erwarten vor allem Flexibilität, Planungssicherheit und eine klare Systemlogik. Produkte müssen sich an veränderte Budgets, Bauzeiten und Nutzungskonzepte anpassen lassen. Gefragt sind Lösungen, die gestalterisch hochwertig sind, aber zugleich wirtschaftlich umgesetzt werden können.“ Insbesondere im Objektbereich spielt darüber hinaus der Lebenszyklus eine wachsende Rolle.
Sven Herden, Rotpunkt: „Angesichts hoher Kosten und dichter Terminpläne werden langlebige, ressourcenschonende Produkte mit nachvollziehbarer Qualität erwartet. Themen wie CO₂Reduktion und zertifizierte Materialien gewinnen an Bedeutung. Gleichzeitig steigt der Bedarf an Lösungen, die sich bei veränderten Nutzerstrukturen ohne Komplettaustausch weiterverwenden oder erweitern lassen.“ Gleichzeitig werden gestalterische, funktionale und nachhaltige Anforderungen zunehmend gemeinsam gedacht.
Markus Schüller, Schüller: „Vor allem visuelle Ruhe bzw. eine wohnliche Ästhetik sowie Materialauthentizität sind gefragt. Außerdem werden modulare System für unterschiedliche Grundrisse stetig wichtiger. Gleichzeitig gewinnen auch nachhaltige Lösungen sowie kompakte, ergonomische Systeme an Bedeutung, die Funktionalität und Design mit optimal genutztem Stauraum vereinen.“
Küchenmöbel werden damit zunehmend als langfristiger Bestandteil eines Gebäudes betrachtet – nicht mehr nur als austauschbare Ausstattung.
wEnn KüchEnmöBEl zum BautEil wErdEn
Neben gestalterischen und wirtschaftlichen Anforderungen entscheidet im Projektgeschäft vor allem die Umsetzbarkeit. Küchenmöbel
Fotos: Express Küchen
müssen sich in Bauabläufe integrieren, mit anderen Gewerken koordinieren und sich verlässlich montieren lassen.
Hélène Bangert, Baumann Group: „Einheitliche Raster, flexible Maßsysteme und eine reduzierte Designsprache erleichtern Planung und Umsetzung. Hinzu kommen robuste Materialien, eine hohe Wiederholbarkeit sowie verlässliche Liefer und Produktionsprozesse –Faktoren, die u.a. auch im Projektgeschäft entscheidend sind. Individuelle Maß und Produktanpassungen können darüber hinaus bei Ausschreibungen ein Zuschlagskriterium sein.“ Neben der Planbarkeit spielt die Ausführungssicherheit eine zentrale Rolle.
Roger Klinkenberg, Pronorm: „Flexibel einsetzbare Systeme, hochwertige Materialien und eine verlässliche Kombinierbarkeit innerhalb des Portfolios schaffen Planungssicherheit. Programmübergreifende Lösungen reduzieren Fehlerquellen und vereinfachen die Umsetzung, was besonders bei komplexen Projekten relevant ist.“ Besonders deutlich wird dies in der Abstimmung mit anderen Gewerken. Sven Herden, Rotpunkt: „Küchenmöbel sind dann besonders projekttauglich, wenn sie ein klares, normnahes Raster, hohe Fertigungsqualität und vielseitige Kombinierbarkeit verbinden. Standardisierte, fein abgestufte Korpushöhen, Breiten und Tiefen erleichtern die Koordination mit Haustechnik, Sanitär und Geräteplanung. Ergänzt um Stauraumkonzepte und multifunktionale Elemente entstehen Lösungen, die auch in anspruchsvollen Grundrissen hohe Funktion bei ruhiger Wirkung ermöglichen.“
Dabei werden Maßsysteme, Materialdurchgängigkeit und funktionale Ergänzungen zunehmend Teil der Projektplanung.
Markus Schüller, Schüller: „Planungssicherheit entsteht durch durchgängige Materialien, klare Raster, funktionale Stauraumlösun
gen sowie hochwertige, langlebige Materialien. Das 125mm Rastermaß verleiht next125 eine eigene Logik für höchste Planungssicherheit. Schüller überzeugt ebenfalls mit Raster sowie mit Materialvielfalt und funktionalen Lösungen wie dem Barboard oder der neuen Korpusinnenfarbe in Sandeiche für höhere Durchgängigkeit.“
Projekttauglichkeit zeigt sich damit weniger in einzelnen Ausstattungsdetails als in der Verlässlichkeit von Maßsystem, Fertigung und Montage im Bauablauf. Spätestens im Projektgeschäft zeigt sich: Küchenmöbel werden nicht mehr wie Ausstattung behandelt.
wiE sich diE EntwicKlunG im produKt zEiGt
Wie sich diese Entwicklung im Produkt niederschlägt, lässt sich an aktuellen Systemen und Programmen ablesen.
Roger Klinkenberg, Pronorm: „Alle unsere Produktlinien lassen sich mit Wohn und Funktionsmöbeln kombinieren und ermöglichen zusammenhängende Raumkonzepte. Küche, Wohnen und Stauraum werden dabei als durchgängige Möblierung geplant, die sich an unterschiedliche Räume und Nutzungssituationen anpassen lässt.“
Sven Herden, Rotpunkt: „Unsere aktuellen Programme führen Küchen, Hauswirtschafts und Ankleidebereiche gestalterisch zusammen. Durchgangstüren, zusätzliche Planungselemente und Zubehör ermöglichen offene Raumfolgen, in denen Küche, Flur und angrenzende Räume als zusammenhängende Möblierung wahrgenommen werden.“
Hélène Bangert, Baumann Group: „Mehrere unserer Programme sind so angelegt, dass sie sich sowohl als klassische Küche als auch als wohnraumintegriertes Möbelsystem planen lassen. Klare Linien, ruhige Frontbilder und flexible Raster erleichtern die Einbindung in unterschiedliche Raumkonzepte. Natürliche Hölzer und zurückhaltende
Farbtöne unterstützen die Abstimmung mit angrenzenden Wohnbereichen sowie Boden und Wandmaterialien.“
Die Entwicklung zeigt sich zudem in einzelnen Elementen der Programme.
Markus Schüller, Schüller: „Bei Schüller sind dies Programme wie Cremona in Sandeiche als Korpusaußen und innenfarbe, das Barboard in verschiedenen Ausführungen oder die neue Arbeitsplattenstärke von 25mm, die für neue Planungsmöglichkeiten sorgt. Ansatzund Kochtisch von next125 lockern die Küche auf und erleichtern eine Verbindung zum Ess und Wohnbereich.“
JEnsEits KurzfristiGEr trEnds
Die Veränderungen in Planung, Gestaltung und Nutzung wirken sich zunehmend auf den Markt selbst aus. Die Hersteller erwarten in den kommenden Jahren weniger kurzfristige Trends als strukturelle Verschiebungen.
Tim Gorontzy, Express Küchen: „In den kommenden 12 bis 24 Monaten wird der Küchenmarkt weiterhin von wohnlichen, offenen Konzepten und flexiblen modularen Lösungen geprägt sein. Chancen ergeben sich vor allem durch anpassungsfähige Möbelsysteme, klare Gestaltung und eine effiziente Planbarkeit.“
Gleichzeitig verändern sich die Erwartungen an Marken und Anbieter. Hélène Bangert, Baumann Group: „Der Trend zu reduzierten, langlebigen und vielseitig nutzbaren Küchenmöbeln wird sich weiter verstärken. Zugleich gewinnen Service, Verlässlichkeit und klare Positionierung an Bedeutung.“
Roger Klinkenberg, Pronorm: „Der Markt bewegt sich hin zu mehr Modularität, Flexibilität und detaillierten Systemlösungen. Gleichzeitig steigen die Erwartungen an Service, Zuverlässigkeit und reibungs
lose Abläufe. Gefragt sind Systeme, die unterschiedliche Lebensentwürfe unterstützen – vom kompakten urbanen Raum bis zum offenen Wohnkonzept.“
Neben strukturellen Veränderungen werden selbstverständlich Material und Wohntrends den Markt beeinflussen.
Markus Schüller, Schüller: „Vermutlich eine noch stärkere Verschmelzung von Küche und Wohnraum, was organische und weiche Formen sowie wohnliche Materialien noch gefragter machen wird. Eine natürliche Material und Farbwelt mit Sand, Erd oder leichten Pastelltönen. Außerdem damit verbunden flexible Möbelelemente und modulare Lösungen im HWR oder der Speisekammer bei Schüller. In allen Bereichen sehen wir uns sowohl mit Schüller als auch mit next125 gut aufgestellt und arbeiten stetig an der Weiterentwicklung unseres Portfolios.“
Gleichzeitig rechnen einige Hersteller mit weitergehenden strukturellen Veränderungen des Marktes.
Sven Herden, Rotpunkt: „Der Markt wird sich weiter auseinanderentwickeln: Während das mittlere Segment stärker unter Preisdruck gerät, gewinnen im hochwertigen Bereich langlebige Lösungen an Bedeutung. Die Zusammenführung von Küche, Wohnen und Arbeiten ist weniger ein LifestyleThema als eine Folge veränderter Wohn und Nutzungsanforderungen. Nachhaltigkeit entwickelt sich dabei von einem Differenzierungsmerkmal zur Voraussetzung. Chancen liegen in raumübergreifenden Möbelsystemen, digitalen Planungsprozessen und Materialien, die langfristig bestehen.“
Je stärker Kochen, Wohnen und Arbeiten räumlich zusammenrücken, desto weniger lässt sich die Küche als eigenständiger Bereich planen. Sie wird Teil des architektonischen Entwurfs – und damit auch fest im Bauablauf verankert.
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Schüller
ZU DEN OPTISCHEN
HIGHLIGHTS der Ausstellung zählt die Dekorlinie „Cliff“. Sie greift den aktuellen Gestaltungstrend zu Beton- und Steinoptiken auf und verbindet diesen mit reinigungsfreundlichen Eigenschaften. In Kombination mit den matt lackierten, unifarbenen Elementen der Reihe „Toronto“ entsteht ein ruhiges, wertiges Gesamtbild, das den wohnlichen Charakter der Küche unterstreicht.
Rempp Küchen: Die Stärke der Spezialisierung
Im Showroom von Rempp Küchen sind neben großzügigen, weitläufigen Inszenierungen auch ganz bewusst kompakte, realitätsnahe Küchenplanungen zu sehen – so wie sie tatsächlich in Wohnungen umgesetzt werden. Für Geschäftsführer Matthias Rempp ist das kein Zufall, sondern Ausdruck einer grundsätzlichen Haltung. Der Schwarzwälder Hersteller Rempp versteht sich nicht als Volumenanbieter, sondern als spezialisierter Planungshersteller. Und genau darin sieht er seine Rolle in einem Küchenmarkt, der sich zunehmend differenziert.
Küchen
Rempp
Fotos:
MATTHIAS REMPP, GESCHäFTSFüHRER REMPP KüCHEN:
„Für einen besonders wohnlichen Akzent sorgt eine Nischenverkleidung mit einer Heutapete. Die getrockneten, auf ein Vlies gepressten Blütenblätter lassen sich auf ein Trägermaterial aufbringen und individuell verplanen. Außerdem verfügt das Naturmaterial über einen angenehmen Duft.“
Das Familienunternehmen blickt auf rund 90 Jahre Bestehen zurück und arbeitet bis heute mit einem soliden Liquiditätsmanagement. Für Matthias Rempp ist diese Kontinuität eng mit der eigenen Positionierung verbunden. „Man muss zu jeder Zeit haushalten“, sagt er. Wachstum versteht er nicht nur als Ausweitung der Produktion, sondern auch als Weiterentwicklung der planerischen Möglichkeiten.
Aus seiner Sicht hat sich der Küchenmarkt in den vergangenen Jahren deutlich verändert. Während große Anbieter ihre Stärke in industrieller Serienfertigung ausbauen, wächst gleichzeitig die Nachfrage nach individuell geplanten Lösungen – insbesondere im Zusammenspiel mit Architekten, Innenausstattern und spezialisierten Fachhändlern. „Die Differenzierung erfolgt über Individualität, Detailqualität und Verarbeitung – nicht über Volumenproduktion“, fasst Matthias Rempp zusammen. Ziel sei ausdrücklich keine Massenfertigung, sondern „eine klar definierte Nische“.
Ein marKt zwischEn sEriEnfErtiGunG und planunG
Die wirtschaftliche Schwäche in Deutschland verstärke die von ihm beschriebene Polarisierung zusätzlich, erläutert er. Wachstum lasse
sich derzeit am deutschen Markt nur noch durch Spezialisierung und das Exportgeschäft erzielen.
Rempp Küchen erwirtschaftet mit 130 Mitarbeitern rund 20 Millionen Euro Umsatz, etwa 25 Prozent davon im Ausland.
Zu den wichtigsten Auslandsmärkten gehören die Schweiz, Großbritannien, Belgien und die Niederlande. Auch in Frankreich und Österreich ist das Unternehmen aktiv, erläutert er. Darüber hinaus verfügt Rempp in den USA und in Dubai über Partner, die das nischenorientierte hochwertige Profil des schwäbischen Küchenmöbelherstellers zu schätzen wissen.
„Der Markt in Deutschland zeigt ein sehr diffuses Bild – von sehr zufrieden bis sehr schlecht läuft alles parallel“, beschreibt er die Situation. Eine einheitliche Lage gebe es nicht mehr.
Der Wohnungsbau komme nur schleppend in Gang und die Kaufzurückhaltung der Konsumenten halte weiterhin an. Gleichzeitig verschwänden immer mehr frühere Herstellermarken und Hersteller, die Branche konsolidiere sich sichtbar.
Die stabile Entwicklung des eigenen Hauses führt Matthias Rempp auf Kontinuität zurück. Über Jahrzehnte habe man konsequent auf die eigene Kernkompetenz vertraut und diese ausgebaut. „Solidität und
Seriosität haben für uns einen sehr hohen Stellenwert“, bilanziert er. Dazu gehört auch die eigene Nachwuchsförderung: Derzeit bildet das Unternehmen sechs Schreiner aus. Matthias Rempp beobachtet dabei, dass insbesondere junge Menschen wieder stärkeres Interesse an handwerklichen Berufen zeigen und sich zielbewusst und engagiert präsentieren.
warum individualität hEutE
zum vErKaufsarGumEnt wird
Der Küchenmarkt sei deutlich anspruchsvoller geworden, stellt Matthias Rempp fest. Kunden wollten heute nicht mehr einfach aus einem Sortiment auswählen. Sie erwarteten gezielt hochwertige Materialien und individuelle Lösungen. „Die Küche wird zunehmend als Möbel und Teil des Wohnraums verstanden“, erläutert er. Sie sei nicht länger ausschließlich funktionaler Arbeitsbereich. Entscheidend seien vielmehr der wohnliche Eindruck und die gestalterische Gesamtwirkung. Gleichzeitig bleibe die Budgetspreizung groß.
Die Zusammenarbeit mit Küchenspezialisten sowie Architekten und Planern aus dem Objektgeschäft führe zu besonderen Anforderungen und Sonderlösungen. Diese bestätigten den eingeschlagenen Weg, forderten aber zugleich Weiterentwicklung. So sei man ständig gefordert, neue Ideen zu entwickeln und Lösungen zu erarbeiten. „Von den Ideen und Anforderungen unserer Kunden profitieren wir“, erläutert Matthias Rempp. Diese Zusammenarbeit trage dazu bei, dass sich sowohl Produkte als auch Fertigungsprozesse kontinuierlich weiterentwickelten.
partnEr statt massE: vErtriEB üBEr spEzialisiErunG Rempp Küchen arbeitet überwiegend mit Küchenstudios, Vollsortimentern und Schreinern zusammen, welche Multiplikatoren für Objektplaner, Architekten und Endkunden sind. Die Spezialisierung auf individuelle Einrichtung nehme nach Einschätzung des Unternehmens zu. Viele Küchenfachgeschäfte suchten eine flexiblere Alternative, um noch individuellere Kundenwünsche erfüllen zu können.
Auch die hauseigene Ausstellung spielt dabei eine wichtige Rolle. Die jährlich stattfindende Hausmesse bei Rempp Küchen ist regelmäßig sehr gut besucht und dient vielen Fachhändlern als Gelegenheit, sich ein konkretes Bild von Fertigungstiefe und Planungsvielfalt zu machen. Auf diesem Weg gewinnt das Unternehmen kontinuierlich neue Partner.
RemppPartner profitieren von der hohen MaßVariabilität in Korpushöhe, breite und tiefe. Mehrere Korpushöhen stehen ohne Aufpreis zur Verfügung. „Gerade innenarchitektonisch anspruchsvolle Kunden fragen heute deutlich mehr Individualität nach. Wir haben zwar ein Standardsortiment mit Melaminharz, bieten inzwischen aber auch erweiterte Platten und Furnierlösungen mit Uni und Holztönen an. Es gibt Planer, die für eine einzelne Küche gezielt ein bestimmtes Dekor auswählen – dies bestellen wir dann kommissionsbezogen. Das läuft überraschend gut.“
Auch im Objektgeschäft werden die Anforderungen spezieller, etwa wasserbeständige Materialien oder besondere Oberflächen. „Teilweise bekommen Entscheider eine Farbkarte in die Hand, fixieren sich auf ein Dekor, und dann muss genau das umgesetzt werden“, schildert Matthias Rempp seine Erfahrung. „Die Kunst für uns ist es, trotz SerienherstellerLogik, die notwendige Flexibilität zu behalten und einen vernünftigen Spagat zu schaffen. Reine Einheitslösungen werden langfristig nicht bestehen, die Nische aber schon.“
wiE sich diE positioniErunG im produKt zEiGt
Beim Rundgang durch die Ausstellung wird diese Positionierung räumlich sichtbar. Rempp Küchen versteht sich als mittelständischer Hersteller mit klarer Spezialisierung im Küchenmarkt. Im Erdgeschoss werden die Exponate großzügig inszeniert, während im Obergeschoss die Abmessungen durchschnittlicher Küchen den Maßstab bilden. Viele regionale Händler nutzen die Ausstellung, um potenziellen Käufern Gestaltungsmöglichkeiten und Trends zu vermitteln.
Grundsätzlich beobachtet Matthias Rempp eine Verschiebung: Die Küche entwickle sich vom funktionalen Raum zum Wohnmöbel mit
Vitrinen und Möbelcharakter. Beleuchtung, Materialwirkung und Inszenierung seien heute ebenso wichtig wie Stauraum oder Technik. Der Hersteller tätigt mittlerweile rund zehn Prozent seines Umsatzes mit Einrichtungsbereichen außerhalb der Küche. Die Abgrenzung des Unternehmens zeigt sich vor allem in handwerklichen Details. Auf Gehrung gefertigte Fronten, massive Holzschubkästen und verdeckte Beschläge bei Klapptüren unterstreichen den wohnlichen Charakter der Möbel. Die Differenzierung liege nicht allein im Einzelmaterial, sondern in dessen Verarbeitung. Die gestalterische Ausrichtung zeigt sich dabei nicht nur im Material, sondern vor allem in der Formensprache. Gestalterisch spielen organische Formen eine wachsende Rolle. Abgerundete Wangen, Sockel und Übergänge werden bewusst eingesetzt, um ein harmonisches Gesamtbild ohne sichtbare Fugen zu schaffen. Ergänzt wird dieser Ansatz durch ver
EIN WEITERER
BLICKFANG ist eine Kücheninsel im Werkbank-Design. Ein massives EichenGestell in StollenKonstruktion wird mit matt lackierten Fronten mit schmalen Rahmen kombiniert. Regalsysteme mit optional beleuchteten Einlegeböden bilden eine Einheit und schaffen eine wohnliche Atmosphäre.
deckte Beschläge, grifflose oder integrierte Öffnungssysteme und eine konsequent durchlaufende Linienführung. Selbst kleine Maßanpassungen – etwa wenige Millimeter bei Regalen – werden vorgenommen, damit Fronten optisch exakt fluchten. Matthias Rempp erläutert dies beim Rundgang anhand eines unscheinbaren Details: „Wir sind auf die Linienführung sensibilisiert. Schauen Sie hier zum Beispiel dieses Regal: Das hat jetzt nicht Korpusmaß, sondern Frontmaß. Hätten wir das Korpusmaß genommen, hätten wir hier einen Versatz von 2 mm. Das Regal hat deshalb nicht 500 mm Breite, sondern 496 mm, mit einer kleinen Spannleiste dazwischen, sodass hier sauber diese Linie durchläuft und nicht so ein 2mmVersatz entsteht.“ Der Besucher bemerkt diese Abweichung nicht bewusst – sie beeinflusst jedoch die Wahrnehmung der gesamten Küche. Nicht das einzelne Maß sei entscheidend, sondern die optische Ruhe der Frontflächen. Kleine
Maßkorrekturen dienen deshalb ausschließlich dazu, dass Kanten und Fugen visuell fluchten und die Möbelkörper harmonisch wirken. Auch funktionale Aspekte werden integriert: Modulare Nischensysteme, flexible Einhängeelemente oder konstruktive Lösungen zur Kabelführung sollen Technik unsichtbar machen und gleichzeitig Alltagstauglichkeit sichern. Gezielt emotionale Effekte setzt das Unternehmen etwa mit MassivholzSchubkästen oder besonderen Rückwandmaterialien, die beim Öffnen einen bewussten „AhaEffekt“ erzeugen. Entscheidend sei jedoch nicht das einzelne Element, sondern der Gesamteindruck aus Material, Proportion, Lichtwirkung und handwerklicher Ausführung.
GEstaltunG als zusammEnspiEl von matErial, licht und dEtail
Die Materialpalette reicht von Lack über Furnier bis zu Melaminharz und Schichtstoff, zu dem auch das Fenixmaterial zählt. Technisch sei heute ein sehr breites Spektrum möglich. Nahezu alle Frontmaterialien könnten auf Gehrung gefertigt werden, lediglich wenige Materialien unterliegen noch Einschränkungen. Die breite Materialpalette ermöglicht es, Küchen sowohl im gehobenen als auch im mittleren Preisbereich individuell zu planen.
Auch die Bekantung von Kunststofffronten auf PolyurethanBasis und mit Lasertechnik lasse diese optisch nahezu wie aus einem Guss erscheinen; früher sichtbare Fugen seien nahezu verschwunden. „Küchen müssen in sehr unterschiedlichen Preisniveaus funktionieren“, weiß der Unternehmer. Dabei nimmt die Nachfrage nach hochwertiger Verarbeitung zu.
GESTALTERISCH SPIELEN ORGANISCHE FORMEN EINE WACHSENDE ROLLE
Abgerundete Wangen, Sockel und übergänge werden bewusst eingesetzt, um ein harmonisches Gesamtbild ohne sichtbare Fugen zu schaffen.
Damit gehören natürlich auch MelaminFronten in das Sortiment des Herstellers. Mit ihnen lassen sich natürliche Materialien optisch sehr überzeugend nachbilden, mit dem Vorteil, dass sie deutlich unempfindlicher im Alltag sind.
Zu den optischen Highlights der Ausstellung zählt die Dekorlinie „Cliff“. Sie greift den aktuellen Gestaltungstrend zu Beton und Steinoptiken auf und verbindet diesen mit pflegeleichten Eigenschaften. In Kombination mit den matt lackierten, unifarbenen Elementen der Reihe „Toronto“ entsteht ein ruhiges, wertiges Gesamtbild, das den wohnlichen Charakter der Küche unterstreicht.
Für einen besonderen Akzent sorgt zudem eine Nischenverkleidung mit einer Heutapete. Die getrockneten, auf ein Vlies gepressten Blütenblätter lassen sich auf ein Trägermaterial aufbringen und individuell verplanen. Außerdem, so Matthias Rempp, verfüge das Naturmaterial über einen angenehmen Duft.
Ein weiterer Blickfang ist eine Kücheninsel im WerkbankDesign. Ein massives EichenGestell in StollenKonstruktion wird mit matt lackierten Fronten mit schmalen Rahmen kombiniert. Regalsysteme mit optional beleuchteten Einlegeböden bilden eine Einheit und schaffen eine wohnliche Atmosphäre.
Ein weiteres Element sind Abschlusswangen mit ViertelkreisRundung. Sie erzeugen weiche Blickachsen, lassen Schrankecken optisch zurücktreten und sorgen insbesondere in offenen Wohnkonzepten für eine fließende Raumwirkung. Insellösungen erhalten dadurch einen geschlossenen, formvollendeten Charakter.
„Ob sich organische Formen über Formwangen hinaus am Markt durchsetzen werden, bleibt abzuwarten“, wirft Matthias Rempp ein.
sichtBarKEit im marKt: vom showroom zur KüchEnmEilE Neben der Weiterentwicklung von Gestaltung und Sortiment gewinnt für das Unternehmen deshalb auch die direkte Ansprache neuer Partner an Bedeutung. Rempp Küchen wird 2026 erstmals während der Küchenmeile A30 auf der Area30 in Löhne ausstellen. Die Präsentation ist für den Zeitraum vom 19. bis 25. September 2026 geplant und soll gezielt neue Fachhandelspartner ansprechen. Während große Anbieter auf Volumen setzen und Planer immer individuellere Lösungen verlangen, positioniert sich Rempp Küchen bewusst dazwischen. Spezialisierung, planerische Flexibilität und handwerkliche Detailqualität sind für Matthias Rempp keine kurzfristige Strategie, sondern der Kern des Unternehmens. www.rempp-kuechen.de
Raum für Lösungen.
Bei allen gezeigten und erwähnten Dekoren handelt es sich um Reproduktionen.
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DIE NEUE „SOLVA 80“ markiert den kompakten Einstieg in die Qualitätskeramik.
Die Keramikspüle als Gestaltungselement
Offene Wohnküchen verändern die Anforderungen an Material, Form und Nutzung. Ein Gespräch mit Kevin Göbel und Felix Engel, den geschäftsführenden Gesellschaftern von Systemceram, über Designwandel, Alltagstauglichkeit und partnerschaftliche Zusammenarbeit mit dem Fachhandel.
In der Küchenplanung verändert sich gerade etwas, das man nicht sofort bemerkt – bis man darauf hingewiesen wird. „Achten Sie mal darauf“, Kevin Göbel lächelt, „die Küche wird ruhiger.“ Er meint nicht die Geräte. Nicht die Technik. Er meint die Formensprache. Tatsächlich zeigen aktuelle Planungen weniger Kontraste, weichere Übergänge und natürlichere Farben. Skandinavische Einflüsse und JapandiÄsthetik ersetzen die einst dominierende Hochglanzküche. Für Kevin Göbel und seinen Mitgeschäftsführer Felix Engel ist das kein kurzfristiger Trend, sondern ein grundlegender Wandel im Einrichtungsdesign. Entwicklungen, die heute branchenweit sichtbar sind, habe man im Westerwald bereits Jahre zuvor vorbereitet.
zwEi produKtE, diE dEn wandEl vorwEGnahmEn
2023 brachte Systemceram die Spülenserie „Juna“ auf den Markt –mit organischer Formensprache, fließenden Übergängen und ineinander übergehenden Funktionszonen. „Wir wollten weg von der rein technischen Anmutung“, erklärt Felix Engel. „Die Spüle steht heute im Wohnraum. Also muss sie sich auch so verhalten.“ Die „Juna 90“ erhielt den German Design Award 2025. Ein Jahr später folgte „Kentro“, eine moderne Interpretation des klassischen Spülsteins: klarer in der Form, minimalistischer und nicht mehr auf die Landhausküche beschränkt. Damit passte ein Spülstein stilistisch plötzlich auch in grifflose Küchen, skandinavische Planungen oder JapandiKonzepte.
Dass dieser Ansatz im Markt ankommt, zeigt auch ein Branchenranking: Beim Produktdesign verbesserte sich Systemceram von Platz drei auf Platz eins. „Das war für uns der Hinweis: Die Richtung stimmt“, stellt Kevin Göbel fest. 2025 kam mit der „Kentro 90“ eine größere Variante hinzu und parallel dazu ein bewusst anderer Ansatz: „Solva 80“. „Diese Spüle sollte gar nicht spektakulär sein“, so der Unternehmer. „Sie sollte funktionieren.“
Reversibel montierbar, vier Farben, schnelle Planung – gedacht für
GöBEL UND FELIx ENGEL, geschäftsführende Gesellschafter Systemceram
Händler, die im Alltag Geschwindigkeit brauchen. „Aber ohne Abstriche bei der Qualität“, ergänzt Felix Engel.
warum KEramiK wiEdEr GEwählt wird
Die Entscheidung für Keramik sei selten rein emotional, sondern vor allem praktisch, weiß Kevin Göbel aus Erfahrung. Gegenüber Edelstahl zeigten sich im Alltag deutliche Unterschiede: kaum Wasserflecken oder Fingerabdrücke, weniger Geräusch beim Wasseraufprall und geringerer Pflegeaufwand. Selbst die Ablauffläche könne für einfache Schneidarbeiten genutzt werden.
SOLVA 80“: Auf das Wesentliche reduziert mit einer klar strukturierten Abtropffläche und reinigungsfreundlichen Beckenradien. Wie alle Spülen von systemceram wird auch sie aus robustem Feinsteinzeug gefertigt. Die bei rund 1.220 °C gebrannte, porenfreie Oberfläche ist hygienisch, kratzfest, hitzebeständig und pflegeleicht.
KEVIN
Fotos:
Der eigentliche Unterschied liege jedoch im Material. Feinsteinzeug bestehe nahezu vollständig aus natürlichen Rohstoffen, enthalte keine Kunstharze, werde bei etwa 1240 Grad gebrannt. Der Werkstoff ist durchgefärbt, kratzfest ohne Beschichtung und bei üblicher Nutzung und Pflege bleibe das Erscheinungsbild der Keramik über viele Jahre erhalten. Die porenfreie Oberfläche, ursprünglich aus der Laborkeramik bekannt, lässt Verschmutzungen kaum haften: Keime finden so keinen Nährboden. „Im Alltag reichen Wasser und Spülmittel“, betont Felix Engel.
Auch Nachhaltigkeit spielt eine Rolle: Ein Großteil der Rohstoffe stammt aus der Region Westerwald, Bruchstücke werden vollständig in den Produktionskreislauf zurückgeführt. „Viele Kunden entscheiden sich genau wegen dieser Kombination“, weiß Kevin Göbel – messbare Alltagsvorteile und ein gutes Gewissen. prEisdrucK – ohnE QualitätsvErlust
Preisdruck im Küchenmarkt verschweigt das Unternehmen nicht. „Natürlich spüren wir das“, sagt Felix Engel. „Aber die Antwort kann nicht sein, schlechter zu werden.“ Die Reaktion liege stattdessen in vereinfachten Prozessen. Die „Solva 80“ ermögliche schnelle Abwicklung, Lagerkonzepte und einfache Planung für Fachhandel, Großfläche und OEMPartner. „Unsere Reaktion liegt nicht in Qualitätsabstrichen, sondern in vertriebsfreundlicheren Abläufen.“
diE spülE wird sichtBar
Mit offenen Wohnküchen verändert sich die Rolle der Wasserstelle grundlegend. „Früher war die Spüle Arbeitsbereich. Heute ist sie Teil des Wohnraums“, stellt Kevin Göbel fest. Das Design müsse deshalb Ruhe ausstrahlen. Harmonische Flächen, sanfte Radien und klare Linien integrieren die Spüle in den Raum. Zwei Nutzungsformen hätten sich etabliert, erklärt Felix Engel: großzügige Einzelbecken mit funktionalem Zubehör sowie klassische Einbauspülen mit Abtropffläche als Vorbereitungszone.
Auch formal existieren zwei Richtungen nebeneinander. Die klare Geradlinigkeit entspreche dem Wunsch nach aufgeräumter Gestaltung, während organische Formen mit fließenden Übergängen zunehmend an Bedeutung gewinnen – und zugleich die Reinigung erleichtern. Die Beckentiefe orientiere sich am Einsatzzweck: große Einzelbecken bieten Volumen für Töpfe und Pfannen, kompakte Lösungen passen in kleinere Unterschränke.
Entscheidend sei jedoch etwas Grundsätzliches: Die Form folge heute nicht mehr allein der Funktion. In offenen Küchen werde die Spüle bewusst als Gestaltungselement geplant.
Dunkle Keramikfarben wie Nero, Nigra oder Schiefer würden dabei häufig als Kontrast zu helleren Möbeln eingesetzt. Die Spüle solle sichtbar sein, aber sich nicht aufdrängen – ein „selbstbewusstes Understatement“, wie der Marktkenner es beschreibt.
„KENTRO , eine moderne Interpretation des klassischen Spülsteins: klarer, minimalistischer und nicht mehr auf die Landhausküche beschränkt. Damit funktioniert ein Spülstein plötzlich auch in grifflosen Küchen, skandinavischen Planungen oder Japandi-Konzepten.
Fotos: Systemceram
DIE SPüLENSERIE
„JUNA“ mit organischer Formensprache, fließenden übergängen und ineinander übergehenden Funktionszonen. Sie erhielt den German Design Award 2025.
nEuBau, rEnoviErunG und planunGspraxis
Die schwache Baukonjunktur habe den Markt spürbar beeinflusst, während Renovierungen an Bedeutung gewinnen. In bestehenden Küchen bestimmten vorhandene Maße und Ausschnitte die Planung; reversible Modelle oder Standardgrößen böten hier Vorteile. Neubauten erlaubten dagegen größere Freiheit. Einen eindeutigen Trend zu größeren oder kleineren Spülen beobachtet man bei Systemceram nicht. In offenen Wohnküchen gewännen große Einzelbecken wie „Kentro 90“ oder „Juna 90“ an Bedeutung, während kompakte Lösungen für 50erUnterschränke weiterhin gefragt seien. Unterschiedliche Wohnsituationen bestimmten die Wahl: platzsparende Varianten in Appartements, großzügige Becken bei mehr Raumangebot. Das 60ZentimeterMaß bleibe bestimmend. „Heute muss auch eine kleine Spüle gestalterisch überzeugen“, betont Kevin Göbel. Größe allein sei längst kein entscheidendes Kaufkriterium mehr.
armaturEn als GEstaltunGspartnEr
Auch Armaturen werden zunehmend als Teil der Planung verstanden. Mattschwarz bleibt hier die meistgewählte Oberfläche, Edelstahloptiken passen zu nordischen Küchen, Kupfer bildet eine kleinere, aber nachgefragte Nische. Kevin Göbel verweist auf die massive VollEdelstahlarmatur „Skiva“, die den Wunsch nach Materialauthentizität aufnimmt. Bestseller bleibt jedoch die „Sila“Serie im LDesign mit verschiedenen Oberflächen. Für designorientierte Küchen bietet Systemceram weitere Linien wie „Offeo“, „Tono“ oder die auf organische Spülen abgestimmte „Mania“Familie. Spüle und Armatur würden zunehmend gemeinsam geplant. „Das muss aus einem Guss wirken“, so der versierte Unternehmer.
diE zuKunft dEr wassErstEllE Feinsteinzeug werde auch künftig das zentrale Material bleiben, sind sich beide Geschäftsführer einig. Radikale Materialwechsel erwarten sie nicht; vielmehr gehe es um die Weiterentwicklung bewährter Qua
SPüLE UND ARMATUR werden zunehmend gemeinsam geplant, wie z.B. die auf organische Spülen abgestimmte „Mania“-Familie zeigt.
lität und um eine stärkere Integration der Spüle in den Lebensraum Küche. Gleichzeitig erweitern sich die Einsatzbereiche – etwa im Möbel oder Caravanbereich. Vor allem aber verändert sich die Nutzung: SpülcenterLösungen mit Filter und Bereitstellungsfunktionen direkt am Wasserplatz gewinnen an Bedeutung. Die Spüle entwickelt sich zur multifunktionalen Wasserstelle.
Gestalterisch werden organische Formen weiter zunehmen, während klare Linien parallel bestehen bleiben. Einen einheitlichen Stiltrend gebe es nicht – entscheidend sei, wie bewusst die Spüle künftig in offenen Wohnküchen eingesetzt wird.
Abschließend formuliert Kevin Göbel es schlicht: „Die Küche ist heute Wohnraum. Und wenn sich der Wohnraum verändert, verändert sich automatisch auch die Spüle.“ Vielleicht liegt genau darin die eigentliche Entwicklung: Nicht die Spüle hat an Bedeutung gewonnen – sondern die Art, wie Menschen wohnen. www.systemceram.de
vom Funktionsbereich zum lebensbereich: Wie sich der alltag am Wasserplatz verändert
BLANCO DRINK.SySTEMS – Die modular aufgebauten Wassersysteme lassen sich nahtlos in die Küchenplanung integrieren und verbinden gefiltertes, gekühltes, kohlensäurehaltiges oder auch kochendes Wasser mit innovativen Armaturen.
Solche All-in-One-Lösungen erhöhen die Up-SellingQuote im Fachhandel spürbar.
Im Beratungsgespräch zeigt sich schnell, dass sich viele Planungsfragen am Wasserplatz bündeln: Der Wasserplatz wird intensiver thematisiert als noch vor wenigen Jahren. Hintergrund ist weniger eine neue Funktion als eine veränderte Nutzung. Händler berichten, dass Kunden hier besonders häufig Komfortfragen stellen – etwa zu Trinkwasser, Bedienbarkeit, Reinigung oder Integration in offene Grundrisse. Damit entwickelt sich die Spülenzone vom reinen Funktionsbereich zu einem Bereich, der stärker unter ergonomischen und alltagspraktischen Gesichtspunkten geplant wird. Blanco versteht den Wasserplatz deshalb nicht mehr als einzelnes Produkt, sondern als abgestimmtes Zusammenspiel aus Spüle, Armatur und Zubehör, das je nach Nutzung erweitert werden kann.
aus Sicht des Unternehmens wird der Wasserplatz deshalb nicht isoliert betrachtet, sondern als Bestandteil der gesamten Küchenplanung, bei dem Spüle, Armatur, Zubehör und zusätzliche Wasserfunktionen aufeinander abgestimmt werden. Wir sprechen mit Thorsten Neelen, Vice President / Head of Region DACH darüber, welche Anforderungen daraus für Planung und Beratung entstehen.
Herr Neelen, welche Entwicklungen beeinflussen aktuell die Auswahl im Küchenstudio?
Thorsten Neelen: Einen besonders deutlichen Einfluss sehen wir aktuell bei unseren Blanco Drink.Systems. Die modular aufgebauten Wassersysteme lassen sich nahtlos in die Küchenplanung integrieren und verbinden gefiltertes, gekühltes, kohlensäurehaltiges oder kochendes Wasser mit innovativen Armaturen. Solche AllinOneLösungen erhöhen die UpSellingQuote im Fachhandel spürbar und schaffen sowohl für Konsumenten als auch für den Handel einen klaren Mehrwert, weil der Wasserplatz aus einer Hand geplant werden kann. Parallel sehen wir beispielsweise auch eine sehr positive Entwicklung bei Edelstahlspülen der Produktfamilie Claron Durinox. Damit sprechen wir besonders designorientierte Planer und Nutzer mit hohem Qualitätsanspruch an, die Wert auf Robustheit und Unempfindlichkeit legen. Auch hier zeigt sich, wie wichtig die Abstimmung aller Komponenten innerhalb des Wasserplatzes geworden ist.
Bleiben Trinksysteme ein Thema für hochwertige Küchen –oder erreichen sie den Alltag?
Thorsten Neelen: Wir sehen bereits eine klare Demokratisierung. Trinksysteme werden zunehmend auch in Küchen mit kleineren Budgets eingeplant. Komfort und Nutzen sind also nicht mehr nur ein Thema von HighEndKüchen. Perspektivisch wird ein Trinksystem in vielen Planungen selbstverständlich werden.
THORSTEN NEELEN, Vice President / Head of Region DACH Blanco
Wie lassen sich dabei unterschiedliche Ausstattungsstufen sinnvoll anbieten?
Thorsten Neelen: Der Preis steht immer im Zusammenhang mit dem Nutzen. Unterschiede zeigen sich nicht nur in der Nutzung selbst, sondern auch in Planung, Komfortfunktionen, Hygieneeigenschaften, Konnektivität und Service. So kann ein Kunde je nach Bedarf zwischen einfacheren und umfangreicheren Lösungen wählen.
Wo liegen aktuell die größten Hürden in Beratung und Entscheidung?
Thorsten Neelen: Hochwertige Produkte benötigen Beratung. Entscheidend ist, für den jeweiligen Anwendungsfall die passende Lösung zu finden. Deshalb schulen wir unsere Handelspartner intensiv und nutzen neben VorOrtTrainings auch digitale Tools. Wichtig ist außerdem eine gute Präsentation am POS, damit das Produkt in Funktion erlebbar wird.
Gerade im Fachhandel spielt dabei die Präsentation im Studio eine zentrale Rolle. Unterschiede zwischen Lösungen werden häufig erst im direkten Vergleich nachvollziehbar. Entsprechend unterstützt Blanco seine Partner mit Schulungen, digitalen Planungshilfen und technischem Service, damit Funktionen und Ausstattungsvarianten in der Beratung verständlich vermittelt werden können. Ergänzend spielt der Service eine zentrale Rolle – ein flächendeckendes Servicenetz und technische Unterstützung auch nach dem Kauf sind dafür entscheidend.
Materialien werden häufig emotional diskutiert. Welche Argumente sind aus Nutzersicht entscheidend?
Thorsten Neelen: Edelstahl überzeugt nicht nur vom Design, sondern vor allem auch funktional: Das Material ist hygienisch, nimmt keine Gerüche an und ist sehr langlebig. Nicht umsonst wird es auch in professionellen Küchen eingesetzt. Zudem ist Edelstahl vollständig recycelbar und damit auch unter Nachhaltigkeitsaspekten relevant. Gestalterisch kommt hinzu, dass klare Kanten, filigrane Radien sowie Unterbau oder flächenbündige Einbaulösungen in sehr unterschiedliche Küchenkonzepte passen. Mineralwerkstoffe wie Silgranit oder Velgranit spielen ihre Stärken aus, wenn Farbe und Gestaltungsfreiheit gefragt sind. Sie verbinden Pflegeleichtigkeit mit einer großen Vielfalt an Formen und zahlreichen Farbtönen. Dadurch lassen sich Küchen sehr individuell planen und der Wasserplatz kann gestalterisch exakt auf das Gesamtkonzept abgestimmt werden.
DAS OVALE SPüLBECKEN OOVALON und die ikonische Armatur LUNEOO-S definieren den Wasserplatz neu. Das Becken OOVALON begeistert mit einer Balance aus harmonischen weichen Formen und markanten Konturen und setzt gleichzeitig auf kompromisslose Funktionalität.
Keramik wiederum überzeugt durch ihre extreme Härte. Das Material ist kratz, säure und hitzebeständig und gleichzeitig sehr pflegeleicht, da sich Verschmutzungen in der Regel einfach entfernen lassen. Hinzu kommt der ästhetische Aspekt: Keramik passt speziell zu traditionellen zu unterschiedlichen Küchenstilen und bildet in Kombination mit passenden Armaturen und Zubehör ein stimmiges Gesamtbild am Wasserplatz.
Welche Rolle spielen Gestaltung und Sichtbarkeit in offenen Küchen?
Thorsten Neelen: Der Trend zu farbigen Oberflächen nimmt weiter zu. Dort, wo Wohn und Küchenbereich ineinander übergehen, wird der Wasserplatz stärker wahrgenommen. Neben der Funktion spielt deshalb auch die Gestaltung eine Rolle. Trinksysteme können bewusst inszeniert werden, ebenso Designlösungen wie eine OovalonSpüle. Gleichzeitig bleibt der Wunsch nach nahtloser Integration bestehen, etwa durch Unterbau oder flächenbündigen Einbau. So verbinden sich Optik und Funktionalität.
Und welche Bedeutung hat die konkrete Spülenform für den täglichen Gebrauch?
Thorsten Neelen: Entscheidend ist der Anwendungsfall. Die Bedürfnisse eines SingleHaushalts unterscheiden sich von denen einer Familie. Generell beobachten wir größere Becken und eine stärkere Integration von funktionalem Zubehör, etwa beim Befüllen von Gläsern in Verbindung mit Trinksystemen. Zusätzliche Arbeitsebenen erhöhen den Nutzen
DIE SPüLENSERIE BLANCO ETAGON überzeugt neben höchster Funktionalität ebenso durch ihre hochwertige Ausstattung, wie z.B. Schneidbretter und praktische Multifunktionsschalen. Auf der Stufe abgelegt bieten die ETAGON-Schienen nahezu unbegrenzte Einsatzmöglichkeiten. Der überlauf C-overflow und das Ablaufsystem InFino sind elegant integriert und dank des EdelstahlMaterials besonders pflegeleicht.
deutlich. Funktionalität und Ergonomie beschränken sich heute nicht mehr auf klassische Einbauspülen – auch Einzelbecken bieten beispielsweise im Rahmen des EtagonKonzepts vielfältige Möglichkeiten.
Worauf achten Kunden bei der Auswahl einer Küchenarmatur heute besonders?
Thorsten Neelen: Die Bandbreite reicht von minimalistischen bis zu stark funktionalen Lösungen. Ob farblich abgestimmt oder bewusst kontrastierend – letztlich entscheidet der persönliche Geschmack. Wichtig ist, dass die Armatur qualitativ hochwertig ist und zur individuellen Nutzungssituation passt.
Auch preisbewusste Kunden erwarten heute deutlich mehr als reine Funktion. Eine Armatur muss zuverlässig, langlebig und funktional sein. Deshalb verfolgen wir den Anspruch, dass jede Armatur – unabhängig vom Preissegment – denselben Qualitätsstandard erfüllt. Hochwertige Komponenten, geprüfte Sicherheit und eine intuitive Bedienung gehören ebenso dazu wie ein durchdachtes Design. Ziel ist immer eine langlebige und wertige Lösung. Wie man sieht, zeigt sich am Wasserplatz viel Spielraum. Anforderungen an Nutzung, Gestaltung und Budget lassen sich über unterschiedliche Materialien, Funktionen und Ausstattungen lösen, ohne auf eine feste Standardlösung festgelegt zu sein. Welche Lösung sinnvoll ist, entscheidet sich daher weniger an einzelnen Merkmalen als am jeweiligen Nutzungsprofil und der konkreten Planungssituation. Mit der richtigen Planung am Wasserplatz wird das zentrale Element der Küche damit langfristig viel Freude in der täglichen Nutzung bereiten. www.blanco.de
MIT DER ARMATUR CATRIS-S FLExO FILTER setzt Blanco Maßstäbe in Funktionalität, Design und Wasserqualität. Die hochwertige 3-in-1 Küchenarmatur, hier in mattem Schwarz, liefert kaltes, warmes und gefiltertes Wasser aus einer Einheit.
BLANCO LANORA steht für klares Armaturendesign in modernen Küchen. Wesentlichen Anteil daran hat die Fertigung aus massivem, hochwertigen Edelstahl. Kleine Details wie die radial gebürsteten Oberflächen der Bedienelemente vervollständigen den edlen Gesamteindruck.
MIT DER MyTHOS
WATER HUB bietet
Franke eine innovative Multifunktionsarmatur, die auf Knopfdruck stilles, medium oder sprudelndes Wasser liefert – gekühlt, kochend oder bei Raumtemperatur, stets frisch gefiltert und in der gewünschten Menge.
Franke –zwischen Spülbecken und Wasserhub
Wie sich Funktion, Gestaltung und Technik in der Küche neu sortieren –ein Gespräch mit Franke über Materialien, Marktverschiebungen und die Zukunft des Wassersystems. Der Wasserplatz gehört zu den konstanten Arbeitsbereichen der Küche. Vorbereitung, Reinigung und Organisation laufen hier zusammen. Verändert hat sich vor allem das Angebot rund um diesen Bereich. Neue Materialien, mehr Beckenvarianten, differenzierte Armaturen und komplette Wassersysteme erweitern die Möglichkeiten deutlich. Für die Planung bedeutet das mehr Komfortoptionen für den Kunden –aber auch eine engere Abstimmung aller Komponenten an einer Stelle.
an der Spüle treffen Gestaltung, Nutzung und Technik unmittelbar aufeinander. Gregory Oswald, Geschäftsführer Franke Home Solutions DACH, Jason Iles, Category Manager Spülen & Zubehör DACH, und Sandro Schneider, Category Manager Armaturen & Wassersysteme DACH, geben dazu Einblicke aus ihren Aufgabenbereichen bei Franke.
Herr Oswald, beginnen wir mit dem Markt: Was hat sich in den letzten zwei Jahren konkret verändert – nicht theoretisch, sondern im Verkaufsgespräch im Fachhandel? Gregory Oswald: Den größten Einfluss haben aktuell Individualisierungsmöglichkeiten, insbesondere bei Farben und Oberflächen. Aufeinander abgestimmte Produktfamilien stehen dabei im Fokus, etwa bei der Mythos Masterpiece Kollektion mit Spüle und Armatur in Gold, Kupfer oder Anthrazit, die als harmonische Einheit geplant werden können.
Ein weiterer Trend ist Multifunktionalität: Wir haben das Portfolio sowohl bei den Armaturen als auch bei den Spülen und Becken um multifunktionelle Modelle erweitert und um zusätzliche Farboptionen ergänzt. Stark nachgefragt wird zudem Zubehör, das Arbeitsabläufe in der Küche effizienter gestaltet. Nicht zuletzt hat Franke das EdelstahlArmaturen Portfolio deutlich ausgebaut.
Herr Iles, Materialien sind in Küchen emotional diskutiert –aber am Ende zählen Argumente. Beginnen wir mit Edelstahl: Warum überzeugt er noch?
Jason Iles: Edelstahl überzeugt durch seine porenfreie, hygienische Oberfläche. Das Material ist schlagfest und hitzebeständig, ein wesentliches Argument im Kontext multifunktionaler Systeme. Hochwertiger ChromNickelstahl, wie er von Franke verarbeitet wird, ist korrosions und rostbeständig. Darüber hinaus ist Edelstahl recyclebar – ein zunehmend relevantes Kaufargument für Kunden, die Wert auf Nachhaltigkeit legen.
Und Mineralwerkstoffe – wo liegen deren reale Vorteile ?
Jason Iles: Spülen und Becken aus Mineralwerkstoff besitzen eine höhere Schlag und Bruchfestigkeit, es gibt eine große Auswahl an
– auch trendigen – Farbtönen. Viele Kunden schätzen die warme Haptik und Optik. Je nach Einbausituation kann zudem das geringere Gewicht im Vergleich zu Keramik eine Rolle spielen.
Dennoch erlebt Keramik gerade eine Renaissance. Was suchen Kunden darin?
Jason Iles: Keramik ist zeitlos und edel. Das Material lässt sich mit unterschiedlichsten Einrichtungsstilen kombinieren, vom Landhaus über klassische Küchen bis hin zu modernen skandinavisch inspirierten Konzepten. Optisch setzt Keramik ein Statement in der Küche. Darüber hinaus bietet sie praktische Vorteile: Die extrem glatte und porenfreie Oberfläche ist hygienisch, hitzebeständig und dauerhaft farbecht.
Kommen wir zur Planung selbst: Wie stark beeinflusst die konkrete Form der Spüle heute den Entwurf einer Küche?
Jason Iles: Die Spülenform hat hohe planerische Relevanz, daher bieten wir als Vollsortimenter ein breites Spektrum an – von kompakten Becken für moderne CityApartments bis hin zu großzügigen Einzeloder Doppelbecken für offene Wohnküchen. Auch die Beckentiefe ist ein entscheidender Planungsfaktor, etwa in Kombination mit einem Abfalltrennsystem.
GREGORy OSWALD, Geschäftsführer Franke Home Solutions DACH
Fotos: Franke
BOx PRO und KUBUS 2 PRO (Details) vereinen Funktionalität mit raffinierter, klarer ästhetik. Das Highlight ist das intelligente 3-Stufen-Bediensystem, ermöglicht durch eine im Becken integrierte Stufe. Dieses Konzept verwandelt den klassischen Spülbereich in eine multifunktionale Vorbereitungszone.
Offene Grundrisse verändern Küchen grundlegend. Verändert sich damit auch die Spüle?
Jason Iles: In offenen Küchen wird die Spüle zunehmend zum Designelement. Nahtlose Unterbauspülen etwa unterstreichen eine reduzierte, ruhige Optik. Klare Linien und homogene Materialien unterstützen ein minimalistisches Erscheinungsbild, bei dem sich die Spüle optisch zurücknimmt. Großzügige Becken vermitteln Wertigkeit und erleichtern den Küchenalltag. Zusätzliche Effizienz entsteht durch multifunktionales Zubehör zum Waschen, Abtropfen, Schneiden oder Ordnen.
Welche Größen verkaufen sich aktuell am besten?
Jason Iles: In der DACHRegion (Deutschland, Österreich, Schweiz) liegen die Bestseller bei Unterschrankbreiten von 45 bis 60 cm. Die Küchentypen und Einsatzbereiche variieren extrem – abhängig von Raumgröße, Nutzungsverhalten und individuellen Präferenzen.
Werden Küchen eher größer oder kompakter?
Jason Iles: Der Trend geht klar hin zu kompakteren Lösungen. 12 Personenhaushalte machen inzwischen etwa 70 % aus. Daher gewinnt eine durchdachte Raumplanung – auch in der Küche – weiter an Bedeutung. Ziel ist es, vorhandene Flächen optimal zu nutzen und Arbeitsabläufe effizient zu gestalten. Parallel dazu bleiben großzügige Lösungen im hochwertigen Wohnsegment weiterhin gefragt.
In der öffentlichen Wahrnehmung wird viel über Neubau gesprochen. Spüren Sie in Ihrem Bereich tatsächlich Wachstum aus neuen Projekten – oder kommt die Nachfrage derzeit überwiegend aus dem Bestand?
Jason Iles: Im Wohnungsbau lag der Anteil des Neubaus 2024 bei nur 23 %, der überwiegende Teil der Bautätigkeit entfiel auf den Bestand. Entsprechend ist die Renovierung, auch im Küchenbereich, derzeit das dominierende Marktsegment.
Herr Schneider, wechseln wir zur Armatur. Welche Typen funktionieren derzeit am besten – klassisch oder Hightech?
Sandro Schneider: Zu den Bestsellern zählen weiterhin die klassischen Modelle mit Seitenbedienung oder Armaturen mit zeitlosem LAuslauf. Gleichzeitig steigt die Nachfrage nach unseren Semi Pro Modellen. Ein deutlich wachsendes Segment sind auch die multifunktionalen Wassersysteme und Filterarmaturen. Kunden wissen um deren Vorteile und legen Wert auf eine nachhaltige und gesunde Lebensweise. Systeme, die viele Funktionen in einer Armatur vereinen, sorgen zudem für eine aufgeräumte, reduzierte Küchenoptik.
Wie wichtig sind Farbe und Oberfläche inzwischen wirklich im Verkauf?
Sandro Schneider: Edelstahl und Chrom bleiben zeitlose Klassiker. Farbige Armaturen setzen entweder kontrastierende Akzente oder bilden ein harmonisches Farbmatch mit der Spüle. Die klassischen Granitfarben sind gefragt, insbesondere aber gewinnen Schwarz matt sowie die metallischen PVD Farben Schwarz, Anthrazit, Gold und Kupfer an Bedeutung und werden sehr stark nachgefragt. Diese setzen als Eyecatcher gestalterische Highlights und können entweder ToninTon mit dem Becken oder bewusst kontrastierend eingesetzt werden.
Was muss eine ganz normale Küchenarmatur heute können, damit auch preisbewusste Käufer überzeugt sind?
Sandro Schneider: Entscheidend sind Zuverlässigkeit, Langlebigkeit und eine hochwertige Verarbeitung, Handling und Ergonomie müssen intuitiv überzeugen. Darüber hinaus spielen praktische Details eine Rolle, etwa ein Zugauslauf oder der spritzarme Laminarstrahl.
in Goldoptik vereinen Eleganz und Funktionalität.
Solche Funktionen können preisbewusste Kunden überzeugen, denn sie bieten einen Mehrwert über die Standardfunktionen hinaus. Nicht zuletzt ist das Design relevant, da die Küche heute mehr denn je Treffpunkt und repräsentativer Wohnraum ist.
Kommen wir zu Wassersystemen: Bleiben sie ein Premiumprodukt?
Sandro Schneider: Wassersysteme werden weiter an Bedeutung gewinnen und sich sukzessive demokratisieren. Treiber sind technologische Weiterentwicklungen, differenzierte Features sowie eine zunehmende Marktdurchdringung.
Wie lässt sich das preislich sinnvoll staffeln?
Sandro Schneider: Durch klar definierte Varianten mit abgestuften Funktionsumfängen. So bietet Franke beispielsweise das umfassende System Mythos Water Hub All in One, das unterschiedlichste Was
serqualitäten in einem Produkt vereint. Ergänzend gibt es aber auch die Mythos Water Hub Sparkling ohne die Funktion Kochendwasser. Bei Konnektivität und Smartness lassen sich ebenfalls sinnvolle Abstufungen anbieten.
Wo liegen derzeit die größten Verkaufshürden?
Sandro Schneider: Erfolgsentscheidend ist Einfachheit. Das bedeutet: Die Systeme müssen einfach in der Handhabung sein, verständlich und intuitiv bedienbar. Sie müssen aber auch einfach zu installieren sein. Ebenso wichtig ist ein schneller und verlässlicher Service. Die Küche verändert sich nicht spektakulär – aber fundamental. Nicht mehr einzelne Segmente definieren ihren Wert, sondern Schnittstellen: Wasser, Vorbereitung, Organisation. Genau dort entsteht Planungskompetenz. Die Spüle wird zum Arbeitsplatz, die Armatur zur Steuerzentrale, das Wassersystem zum Komfortfaktor. www.franke.de
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Steinkühler Unternehmensberatung GmbH & Co. KG
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Ihr Ansprechpartner ist Michael Steinkühler.
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DIE PESCARA SEMI-PRO in trendigem Kupfer und die PESCARA J mit Auszugsbrause
WASSERWERK GRACE
Systemdenken für die Küche von morgen
Der Naber Katalog 2026 als Planungsinstrument für Architektur, Innenraum und Küche
Die Küche ist längst mehr als ein funktionaler Arbeitsraum. Sie ist Teil ganzheitlicher Architekturkonzepte, Schnittstelle zwischen Wohnen, Technik und Design. Mit dem neuen Naber Katalog 2026 positioniert sich der Nordhorner Küchenzubehör-Vollsortimenter Naber GmbH als systemischer Partner für Planer, Architekten und das Fachhandwerk. Gültig ab dem 1. April 2026, versteht sich der Katalog als strukturierte Arbeitsgrundlage für die zeitgemäße Küchenplanung –mit klarer Sortimentslogik, vernetzten Lösungen und hoher gestalterischer Flexibilität.
Seit vielen Jahrzehnten entwickelt Naber Küchenzubehör im engen Austausch mit Hochschulen, Industriepartnern und dem Handel. Internationale Fachmessen wie die Area30 dienen dabei nicht nur als Präsentationsfläche, sondern als Diskussionsraum für Materialien, Technik und Nutzungsszenarien. Der persönliche Dialog mit Planern, Architekten und Branchenexperten bildet die Grundlage für Produkte, die funktionale Anforderungen mit architektonischem Anspruch verbinden.
dEr KataloG 2026: struKtur statt EinzElproduKt Inhaltlich bündelt der neue Katalog bewährte Sortimentsstärken mit gezielten Erweiterungen in den Bereichen Spülen, Armaturen, Licht, Elektrifizierung, Möblierung und Lüftungstechnik. Bereits ab Mitte
März werden die neuen Printsätze ausgeliefert – in neu gestalteten Ordnern mit aktualisiertem Design. Der modulare Aufbau unterstützt die Planung komplexer Küchen und Wohnraumlösungen und reagiert auf aktuelle Marktanforderungen, Designtrends und technische Entwicklungen.
spülEn: matErial, form und EinBindunG Ein zentrales Kapitel des Katalogs bildet das weiter ausgebaute Spülensortiment. Mit der neuen Einbauspüle SILQUA, entwickelt in Zusammenarbeit mit Hans Winkler Design, Grafenau, zeigt Naber, wie sich Spülen als präzise gestaltete Bausteine in architektonische Konzepte integrieren lassen. Weich gerundete Innenradien treffen auf streng geometrische Außenkonturen. Die Spüle ist in Keramik und
Fotos: Naber
NABER-CONTURA
Composite erhältlich und lässt sich aufliegend, flächenbündig oder als Unterbau realisieren – ein entscheidender Vorteil für unterschiedliche Arbeitsplattenmaterialien und Planungsansätze. Ergänzt wird das Portfolio durch neue CompositeSpülen der NABERCONTURA® Serien, die sich durch hohe Widerstandsfähigkeit, seidige Haptik und anhaltende Farbbrillanz auszeichnen. Neue Farbnuancen wie marmoriertes Weiß, lichtes Grau, schimmerndes Braun und sattes Schwarz eröffnen zusätzliche Spielräume für die Küchengestaltung.
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Zum funktionalen Zentrum der Küche gehört neben Spüle und Abfallsystem die Armatur. Im ARMATE® Sortiment erweitert Naber die Namor® Küchenarmaturen aus Edelstahl 304 mit einem neuem Spülmittelspender in mehreren Farbvarianten. Ergänzt werden sie durch die WasserwerkNewcomer „Grace“ mit hohem Cförmigem Auslauf. Beide Linien verbinden ergonomische Bedienbarkeit mit klarer Formensprache und hochwertiger Materialität – ausgelegt auf den täglichen Gebrauch in anspruchsvollen Küchenkonzepten.
licht, ElEKtrifiziErunG und offEnE struKturEn
Licht wird im Katalog 2026 als integraler Bestandteil der Raumplanung verstanden. Das weiterentwickelte LUMICA® MEC LEDSystem ermöglicht vernetzte Beleuchtungslösungen bis hin zur Integration in SmartHomeAnwendungen auf Basis von ZigBee 3.0. Ergänzt wird das Sortiment durch das „Lucento“ Reling und LEDLichtsystem aus Aluminium mit schwarzer Oberflächenveredelung. Es kombiniert offene Aufbewahrung, Beleuchtung und Gestaltung in einem modularen Ansatz – insbesondere für Nischen und offene Küchenarchitekturen.
stützElEmEntE und intEriEur
Auch konstruktive Details rücken stärker in den Fokus. Neue Stützund Sockelfüße aus dem TRADUR® Sortiment, teilweise ausgestattet mit Steckdosen und USBChargern, schaffen zusätzliche Möglichkei
ten für Theken, Kücheninseln und raumgliedernde Elemente. Ergänzend zeigt Naber Möbelneuheiten wie Stühle, Hocker und Tischgestelle, die Küche und Wohnraum gestalterisch miteinander verbinden und den architektonischen Anspruch unterstreichen.
lüftunG als tEil dEr architEKtur Im Bereich Lüftungstechnik setzt Naber weiterhin auf COMPAIR® Systeme. COMPAIR® PRIME flow und GREENflow ermöglichen eine strömungsoptimierte, geführte Umluft bei Muldenlüftern. Sie schützen Möbelkorpusse vor Feuchtigkeit und Schadstoffen und leisten einen wichtigen Beitrag zur Langlebigkeit hochwertiger Küchenarchitekturen.
wEsco® – iKonischEs dEsiGn im systEmGEdanKEn Bereits 2024 übernahm Naber die immateriellen Vermögenswerte und Markenrechte des Traditionsunternehmens WESCO. „Wir handeln im Sinne unserer Kunden“, betont der geschäftsführende Gesellschafter Lasse Naber. Die Integration der Marke steht für eine Strategie, die bewährte Klassiker bewahrt und zugleich neue Anwendungsfelder erschließt.
Im Katalog 2026 und auf der Ambiente 2026 präsentiert sich WESCO mit neu strukturiertem Sortiment, ikonischen Solisten sowie funktionalen Einbausystemen für das Abfallmanagement. Neue Produktkategorien – darunter ToGoArtikel, Vorratslösungen und erstmals Produkte für den Haustierbereich – erweitern das Einsatzspektrum und fügen sich in ganzheitliche Wohn und Küchenkonzepte ein. Der Naber Katalog 2026 ist mehr als ein Nachschlagewerk. Er ist Ausdruck eines systemischen Verständnisses der Küche als architektonischer Raum. Die Verbindung aus Materialkompetenz, technischer Vernetzung und klarer Gestaltung bietet Planern und Architekten ein präzises Werkzeug für anspruchsvolle Küchen und Wohnraumkonzepte. In einem komplexer werdenden Markt setzt Naber damit auf Struktur, Kontinuität und gestalterische Qualität – und denkt die Küche konsequent weiter. naber.com
COMPAIR PRIME FLOW
NABER SILQUA
LUMICA SUN BEAM
Eggerzum 2026 in Brilon –orientierung statt Inszenierung
Nirgendwo lassen sich Dekor- und Oberflächentrends besser erleben als auf der jährlich stattfindenden Eggerzum. Diese Veranstaltung steht für einen Anspruch, der sich nicht über Inszenierung definiert, sondern über Nähe. Nähe zum Markt, zur Branche und zu den Menschen, mit denen Egger arbeitet. Damit positioniert sich die Eggerzum bewusst als Dialogformat, das Orientierung bietet, statt Produkte in den Vordergrund zu stellen.
Fotos: Egger
EIN STARKES TEAM MIT KLAREN ROLLEN: (V.l.n.r.) Michael Bernd Wehmeyer, Leiter Vertrieb und Marketing des Geschäftsbereichs Decorative Products Central der Egger-Gruppe, Matthias Wombacher, verantwortlich für Design & Decor Management der Egger Gruppe, Klaus Monhoff, langjähriger Leiter des Designmanagements bei Egger, und Roland Auer, Chief Marketing Officer der Egger Gruppe, – vereint strategische Marktkompetenz, gestalterische Exzellenz, langjährige Designexpertise und übergeordnete Marketingführung.
Diese kommunikative Grundhaltung prägt die gesamte Veranstaltung. Sie bestimmt auch den Umgang mit einer Branche, die unter spürbarem Druck steht. Diese Verantwortung versteht Egger nicht abstrakt, sondern als konkreten Handlungsrahmen für Investitionen, Marktpräsenz und Partnerschaften.
marKt, intEGration und invEstitionEn
Egger ist seit jeher ein Unternehmen mit nationalem wie internationalem Anspruch. Sichtbar wird das auch durch die einleitende Marktanalyse von Michael Bernd Wehmeyer, Leiter Vertrieb und Marketing des Geschäftsbereichs Decorative Products Central der Egger Gruppe. Ein Schwerpunkt lag in diesem Jahr auf dem Blick nach Italien. Nachdem die Eggerzum im Vorjahr erstmals im italienischen Caorso stattgefunden hatte, fiel das Kundenfeedback so eindeutig aus, dass eine erneute Durchführung beschlossen wurde. Caorso ist dabei kein neuer Standort, nimmt jedoch eine strategisch wichtige Rolle ein. Das Werk bei Piacenza gehört seit 2022 zur Egger Gruppe und ist als Egger Italia S.p.A. vollständig integriert. Prozesse, Organisation und Vertrieb entsprechen den Standards der übrigen Standorte. Die Verantwortung für den italienischen Markt liegt bei Alessandro Scotta, der sowohl den Produktionsstandort Caorso als auch das Vertriebsbüro in Treviso betreut.
Caorso ist auf die Produktion von Spanplatten und beschichteten Holzwerkstoffen für die Möbelindustrie spezialisiert. Gefertigt wird ausschließlich mit recyceltem Holz. Parallel dazu entstehen Dekorund Strukturentwicklungen mit klar italienischer Prägung, die als Bestandteil der globalen Egger Industriekollektion international eingesetzt werden. Der neu gestaltete Showroom trägt die Handschrift des
Briloner Designteams um Klaus Monhoff und Matthias Wombacher, übertragen auf die Anforderungen des italienischen Marktes. Textile Dekore, neue Eichenentwicklungen und differenzierte Unifarben prägen das Erscheinungsbild. Ergänzt wird dies durch die erstmals präsentierte S Kollektion – 75 in Caorso gefertigte DekorStrukturKombinationen, vollständig in die Industriekollektion eingebunden. Caorso steht damit exemplarisch für Eggers Anspruch, lokale Marktanforderungen mit globalen Standards und Designkompetenz zu verbinden.
Neben Italien wurde auch der Standort Markt Bibart thematisiert. Das ehemalige RauchSpanplattenwerk ist inzwischen vollständig in die Egger Gruppe integriert. SAPSysteme, Vertriebsstrukturen und Prozesse wurden innerhalb weniger Monate vereinheitlicht. Rund 200 Millionen Euro investierte Egger in Recyclinganlagen, Holzaufbereitung, Beschichtungstechnologien und Automatisierung. Markt Bibart bleibt Rohspanplattenproduzent und beliefert weiterhin Kunden aus der Türen und Möbelindustrie. Ab Februar sollen erste verkaufsfähige Materialien ausgeliefert werden, im Sommer ist die Präsentation des abgeschlossenen Ausbaus vorgesehen.
Die Investitionen in Markt Bibart verdeutlichen, dass Egger auch in einem herausfordernden Marktumfeld konsequent auf langfristige industrielle Substanz setzt. Trotz des derzeit angespannten Marktes investiert die Unternehmensgruppe kontinuierlich weiter in die Zukunft. Diese Investitionsentscheidungen stehen jedoch in einem Umfeld, das von strukturellen Veränderungen und regional unterschiedlich verlaufenden Entwicklungen geprägt ist.
Im Jahr 2025 wurden in Europa rund 1,46 Millionen Wohneinheiten fertiggestellt, in Deutschland etwa 205.000. Gleichzeitig zeigten sich
GROUNDED ELEGANCE – Hier rücken Materialgewicht und Präzision stärker in den Fokus. Lineare, handwerklich anmutende Holzoptiken werden mit klassischen Materialien wie Travertin und Marmor kombiniert.
GENTLE COCOONING – Dieses zentrale Thema setzt auf Räume, die über Ordnung, Materialruhe und klare Flächen wirken. Helle, natürliche Holzoptiken treffen auf warme neutrale Farbtöne von Sand- und Softbeige bis hin zu gedeckten Braunnuancen.
erste Belebungen, insbesondere im Tiefbau. Steigende Mieten und Kaufpreise könnten Investitionen wieder attraktiver machen. Serieller Wohnungsbau und Holzbau blieben zentrale Themen – Bereiche, in denen Egger entsprechend
Besonders deutlich wurde die Marktsituation in der Möbelindustrie. Rückgänge, Margendruck und volatile Auftragseingänge prägten das Bild. Als strukturellen Vorteil stellte Michael Bernd Wehmeyer die Eigentümerstruktur des Familienunternehmens heraus: Gewinne verbleiben im Unternehmen und werden konsequent weiter investiert – in Anlagen, Nachhaltigkeit und Mitarbeitende.
MöBEL UND UMFELD AUS EINEM GUSS –FUSSBODEN
INKLUSIVE, diese Möglichkeit bietet Egger kreativen Küchenund Einrichtungsplanern mit seinem Sortiment.
Die kommenden Jahre seien herausfordernd und nur gemeinsam zu bewältigen. Gerade diese Struktur ermöglicht Entscheidungen jenseits kurzfristiger Marktlogiken und schafft Stabilität für Kunden und n von innEn – roland auEr
Mit Roland Auer erhält der Blick auf die Egger Gruppe eine zusätzliche Tiefe. Als neuer Chief Marketing Officer bringt er mehr als drei Jahrzehnte Branchenerfahrung ein und verbindet diese mit einer Perspektive, die weniger von Außenbeobachtung als von innerem Verständnis geprägt ist. Sein Zugang zum Unternehmen ist dabei nicht der eines Neulings, sondern der eines Kenners, der vertraute Strukturen aus einer neuen Nähe heraus betrachtet. Aus früheren beruflichen Zusammenhängen ist Egger für ihn kein unbekanntes Terrain. Kontakte zu Klaus Monhoff, Matthias Wombacher und zahlreichen Fachbereichen bestanden bereits. Erst aus der Innenperspektive jedoch erschließt sich die tatsächliche Komplexität der Unternehmensgruppe. Deutlich wird dabei ein Selbstverständnis, das Unternehmertum nicht als Leitmotiv formuliert, sondern als alltägliche Praxis lebt. Entscheidungen, Investitionen und der Umgang miteinander folgen einer Logik langfristiger Verantwortung. Diese Innenperspektive verleiht und Marktkommunikation zusätzliche Glaubwürdigkeit
MIT DER STAFFELSTABüBER-
GABE VON KLAUS MONHOFF
AN MATTHIAS WOMBACHER wird ein neues Kapitel der Egger Designgeschichte aufgeschlagen. Mehr als 33 Jahre hat Klaus Monhoff die Farb- und Oberflächenentwicklung geprägt. Der Wechsel wirkte nicht wie ein Abschied. Klaus Monhoff und Matthias Wombacher hatten den übergang über mehr als anderthalb Jahre gemeinsam vorbereitet. Der Wechsel steht damit für die bewusste Weiterentwicklung einer gewachsenen Designhaltung.
üBErGaBE und Kontinuität – dEsiGn als haltunG
Dieser Anspruch zeigt sich nicht nur in strategischen Entscheidungen, sondern auch dort, wo Kontinuität und Wandel unmittelbar sichtbar werden. Ein emotionaler Moment markierte einen Übergang: Mit der Staffelstabübergabe von Klaus Monhoff an Matthias Wombacher wird ein neues Kapitel der Egger Designgeschichte aufgeschlagen.
Mehr als 33 Jahre hat Klaus Monhoff die Farb und Oberflächenentwicklung geprägt. Design verstand er als Übersetzungsarbeit zwischen Kulturen, gesellschaftlichen Veränderungen und Räumen, die Orientierung geben sollten.
ken nicht mehr in großen Zielbildern“, sagte er, „sondern in einzelnen, nachvollziehbaren Schritten.“
ROLAND AUER sprach über seine ersten Monate im Unternehmen und wie sich Egger aus der Innenperspektive anfühlt – geprägt von Unternehmertum und Vertrauen.
Der Wechsel wirkte nicht wie ein Abschied. Klaus Monhoff und Matthias Wombacher haben den Übergang über mehr als anderthalb Jahre gemeinsam vorbereitet. Was in Brilon sichtbar wurde, war kein Einschnitt, sondern das Ergebnis eines abgestimmten Prozesses. Der Wechsel steht damit nicht für einen Stilbruch, sondern für die bewusste Weiterentwicklung einer gewachsenen Designhaltung.
oriEntiErunG statt proGnosE – dEr trEndrEport 2026
Aus dieser Kontinuität heraus entwickelt sich der inhaltliche Blick nach vorn. Matthias Wombacher, verantwortlich für Design & Decor Management der Egger Gruppe, stellte den Trendreport 2026 vor. Dabei machte er deutlich, dass es nicht um klassische Zukunftsbilder gehe. Zukunft lasse sich heute nicht mehr verlässlich planen, sondern entwickle sich aus einer Abfolge konkreter Entscheidungen. „Wir den
Diese Schritte beschrieb er mit dem Begriff der „Minorstones“. Gemeint seien keine Meilensteine im klassischen Sinn, sondern kleine, klar definierte Etappen, die Orientierung im Prozess gäben. Ein Projekt entstehe nicht mehr aus einem großen Entwurf, sondern aus einer Reihe überprüfbarer Entscheidungen. Für Planer und Gestalter bedeute dies eine höhere Sicherheit im Prozess, weil Entscheidungen flexibel angepasst werden können, ohne das Gesamtkonzept zu verlieren. Für Planung und Gestaltung bedeute das, Räume so zu konzipieren, dass sie Veränderungen zuließen, ohne jedes Mal neu gedacht werden zu müssen.
MICHAEL BERND WEHMEyER eröffnete die Eggerzum 2026 mit einem ruhigen, offenen Blick auf Markt, Verantwortung und gemeinsame Wege nach vorn.
Dieses Denken spiegele sich längst im Alltag wider. Nicht der ferne Abschluss stehe im Mittelpunkt, sondern der nächste Schritt. Übertragen auf Gestaltung heiße das: Materialien, Oberflächen und Strukturen müssten auch dann funktionieren, wenn sie ergänzt oder neu kombiniert würden. Beständigkeit entstehe nicht durch starre Konzepte, sondern durch Systeme, die Weiterentwicklung zuließen.
tEchnoloGiE, nachhaltiGKEit und anwEndunG
Was zunächst theoretisch klingt, zielt auf konkrete Anwendung. Die Herausforderung liege weniger in mangelndem Wissen als in der Überfülle an Optionen. Orientierung entstehe dort, wo Auswahl bewusst getroffen werde. Gestaltung müsse sich an dem orientieren, was
technisch umsetzbar, wirtschaftlich sinnvoll und gesellschaftlich akzeptiert sei. Nicht jede Möglichkeit führe zu besseren Räumen. Diese Überlegungen wirkten sich unmittelbar auf Handel und Materialwelt aus. Der stationäre Handel bleibe relevant, weil er Vergleich und Maßstab ermögliche. Räume, in denen Materialien real erlebt werden könnten, böten Orientierung – gerade in einer Zeit digitaler Bilder.
Künstliche Intelligenz sei längst Alltag geworden, doch Vertrauen bleibe entscheidend. Menschliche Expertise bleibe unverzichtbar. Parallel dazu habe sich das Verständnis von Nachhaltigkeit verändert. Messbarkeit über PCFWerte ersetze pauschale Aussagen. Orientierung entsteht dabei nicht durch technische Möglichkeiten allein, sondern durch deren verantwortungsvolle und nachvollziehbare Anwendung. In der Materialwelt zeigten sich ungebleichte Oberflächen, sichtbare Recyclinganteile und eine neue Ehrlichkeit. Reduzierte Weißanteile, alternative Papiere auf Basis von Sylphiefasern und der bewusste Verzicht auf Druck eröffneten ökologische und gestalterische Potenziale. Muster blieben Maßstab – erst im Raum entfalte sich ihre Wirkung.
GEstaltEtE vErBindunG – connExtion · nExt stEps
Vor diesem Hintergrund führte Matthias Wombacher den Trendreport in die konkrete Übersetzung. Egger versteht Trends nicht als kurzfristige Stilrichtungen, sondern als Arbeitsgrundlage. Nicht als Vorgaben, sondern als Angebote, die
TERRA SHADES
sich kombinieren und weiterdenken ließen. Daraus entwickelten sich mehrere Stilwelten, die sich thematisch ergänzten. Die „Next Steps“ fungieren damit als verbindendes Arbeitsmodell zwischen Marktanforderungen, Design und technischer Umsetzbarkeit.
Unter dem Leitmotiv conNEXTion – Next Steps führt Egger das bereits etablierte Thema der Verbindung konsequent weiter. Im Mittelpunkt standen nicht kurzfristige Stilbewegungen, sondern Ansätze, die Orientierung in einer zunehmend komplexen Planungs und Lebensrealität geben sollten. Verbindungen wurden dabei nicht nur technologisch verstanden, sondern auch als Zusammenspiel von Material, Gestaltung und Nutzung.
Die Next Steps knüpfen an bestehende Entwicklungen an und zeigen, wie sich gesellschaftliche Veränderungen, neue Anforderungen an Flexibilität und ein verändertes Sicherheitsbedürfnis in Materialien und Oberflächen übersetzen lassen. Trends werden dabei nicht als modische Abfolge gedacht, sondern als Arbeitsgrundlage, innerhalb derer Gestaltung verlässlich funktionieren sollte. Entscheidend war weniger die einzelne Richtung als vielmehr die Möglichkeit, unterschiedliche Ansätze miteinander zu kombinieren.
GEntlE cocooninG
Dieses zentrale Thema setzt auf Räume, die über Ordnung, Materialruhe und klare Flächen wirken. Helle, natürliche Holzoptiken treffen auf warme neutrale Farbtöne von Sand und Softbeige bis hin zu ge
GENTLE cOcOONING
deckten Braunnuancen. In Küchen zeigt sich dieser Ansatz in ruhigen Frontbildern, zurückgenommenen Kontrasten und Oberflächen, die sich nicht in den Vordergrund drängen. In architektonischen Anwendungen wird Cocooning über zusammenhängende Raumfolgen und eine reduzierte Materialpalette übersetzt, die Nähe erzeugt, ohne den Raum zu beschweren.
GroundEd ElEGancE
Hier rücken Materialgewicht und Präzision stärker in den Fokus. Lineare, handwerklich anmutende Holzoptiken werden mit klassischen Materialien wie Travertin und Marmor kombiniert. Wertigkeit entsteht nicht über dekorative Effekte, sondern über das Zusammenspiel von Oberfläche, Struktur und Proportion. Konkrete Dekor und Materialkombinationen wie U220 ST9 Softbeige, U250 ST9 Caramelbeige, F9581 ST20 Crossed Metal Bronze, F9071 PM Glamos Marmor grau oder H9799 ST12 Bookmatch Nussbaum zeigen einen zurückhaltenden Umgang mit Eleganz, der sowohl im Küchenumfeld als auch im architektonischen Innenausbau funktioniert.
tErra shadEs
Diese Stilrichtung bringt erdige Farbtöne und natürliche Nuancen ins Spiel. Terrakotta und Lehmfarben werden nicht als Akzent eingesetzt, sondern als Fläche gedacht. In Verbindung mit neuen neutralen Farben und zeitgemäßen Holzoptiken entsteht eine weiche, harmonische
Palette aus Rot und Brauntönen. Diese Farbwelt lässt sich sowohl in Küchen als auch im Innenausbau einsetzen und vermittelt eine Nähe zur Materialität, ohne ins Rustikale oder Dekorative abzurutschen.
intErior match
Interior Match zieht sich als verbindendes Prinzip durch alle Next Steps. Arbeitsplatten, Fronten, Korpusse und Böden werden nicht isoliert betrachtet, sondern als zusammenhängendes System gedacht. Ziel ist es, Materialien und Dekore so aufeinander abzustimmen, dass sie sich über verschiedene Anwendungen hinweg fortführen lassen. Für Küche und Architektur bedeutet das eine Vereinfachung der Planung: weniger Brüche, klarere Entscheidungen und Materialien, die sich ohne erklärende Übergänge einsetzen lassen.
Die Stilwelten sind weniger ästhetische Angebote als vielmehr strukturierende Werkzeuge für konsistente Material und Raumkonzepte.
KlEinE schrittE, KlarEr anspruch
In der Gesamtschau zeigt sich, dass Trendarbeit bei Egger nicht auf Effekte zielt. Sie dient der Vereinfachung, der Reduktion von Entscheidungen und der langfristigen Tragfähigkeit von Gestaltung.
Die Eggerzum 2026 fügt sich zu einem Gesamtbild, das Zukunft nicht als Versprechen versteht, sondern als fortlaufende Entwicklung. Nicht als großen Wurf, sondern als Abfolge nachvollziehbarer Schritte. www.egger.com
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