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Hausbau 5/6-2019

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Liebe Leserin, lieber Leser, der Hausbau ist ein archetypisches Bedürfnis des Menschen. Bereits im Babylonischen Talmud, der etwa im 2. Jahrhundert erstmals niedergeschrieben wurde, ist zu lesen, „dass der Mensch zuerst ein Haus baue, einen Weinberg pflanze und erst dann eine Frau nehme.“ Die Reihenfolge wird heute meist nicht ganz strikt eingehalten und der Weinberg ist im Laufe der Geschichte eher zum Vorgarten geschrumpft: Das Bedürfnis, ein eigenes Haus zu bauen äußert sich aber bei vielen Paaren immer noch verstärkt dann, wenn die Familienplanung konkret wird. Denn mit der Geburt von Kindern verändern sich das Leben und die Wohnansprüche: Stabilität und Zukunftssicherheit gewinnen an Wichtigkeit und damit rückt auch die eigene Immobilie in den Fokus! Doch keine Familie ist wie die andere – und somit unterscheiden sich auch Familienhäuser voneinander. In dieser neuen Ausgabe von Hausbau zeigen wir besonders gelungene und ganz unterschiedliche individuelle neue Häuser von jungen Familien: von schick aber alltagstauglich, günstig aber individuell, über nachhaltig und wohngesund bis hin zu besonders zukunftsträchtig weil barrierefrei. Die Zukunft sollten Sie als Bauherr bei der Planung Ihres Zuhauses – so weit wie möglich – immer fest im Blick haben. Denn schließlich möchten Sie möglichst lange glücklich und zufrieden in Ihrem neuen Heim leben. Zukunftstechnologien sind daher auch in dieser Hausbau ein wichtiger redaktioneller Bestandteil. Erfahren Sie, warum regenerative Heizsysteme Ihr Haus fit für morgen machen und lesen Sie den großen exklusiven Hausbau-Vergleich zum Thema Smarthomes! Beim Lesen dieser Hausbau und beim Planen Ihres neuen Zuhauses wünschen wir Ihnen viel Vergnügen und Erfolg! Herzlichst, Ihre Astrid Barsuhn, Chefredakteurin

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Titelthema: Familienhäuser

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REPORTAGEN 12 Drittes Haus für Familie Kurras

12

Mit Einliegerwohnung, Büroräumen sowie Innen- und Außenpool

110 Wohnen am Wasser

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RATGEBER 18 Alles nur Fassade?

Gängige Wandaufbauten im Fertigbau und ihre einfallsreichen Verkleidungen

26 Wohlfühl-Wände

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Wie lebendige Wandgestaltung den Charakter von Innenräumen prägt

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HAUSBAU VERGLEICH 84 Vier Smarthomes TOP-ADRESSEN FÜRS BAUEN IM INTERNET

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SERVICE 06 Hausbau Magazin

Ideen, Informationen, Inspiration

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baugui.de Wichtige Internet-Adressen fürs Bauen

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Das können Smarthomes

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Intelligenz sorgt für Komfortsteigerung, weniger Energieverbrauch und Spaß

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Anschriften Alle Adressen auf einen Blick Regionale Baupartner Der Osten Deutschlands stellt sich vor Kolumne „Kek” berichtet Der „Eigenheim & Garten”-Report Häuser heute & Impressum (106) Aktuelles rund ums Bauen & Einrichten Vorschau Spannende Themen in Heft 7/8-2019

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HAUSBAU Magazin

Nachhaltig

ist das neue Normal...

... so lautete das Motto der DGNB e.V. (Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen) zur diesjährigen BAU 2019, der Weltleitmesse für Architektur, Materialien und Systeme, die im Januar in München stattfand. Dazu passt, dass immer mehr Fertighaushersteller ihre Häuser auf Wunsch oder sogar standardmäßig mit Nachhaltigkeits-Zertifikat anbieten. Ab sofort ist jetzt auch jedes Haus der Firma Bien-Zenker mit einem Serienzertifikat in Gold der DGNB ausgezeichnet. Die Hausbesitzer profitieren laut Herstellerangaben von der Zertifizierung in Gold gleich mehrfach: Sie garantiert ihnen höchste Bau- und Wohnqualität, gesundes Wohnen und den dauerhaften Werterhalt ihres Eigenheims. > www.bien-zenker.de

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Am 5. Mai ist „Tag des deutschen Fertigbaus“

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Feuer und Flamme

Bundesweit öffnen Fertighaushersteller an diesem Tag ihre Tore und Interessierte können erleben, wie ein Holzfertighaus entsteht. Zum Programm gehören Werksbesichtigungen, Fachvorträge und Beratungsgespräche. Für die kleinen Besucher wird ein Unterhaltungsprogramm geboten und auch das leibliche Wohl kommt nicht zu kurz. Ein ausführliches Programm mit allen teilnehmenden Hausherstellern gibt es unter > www.fertighauswelt.de/ tag-des-deutschen-fertigbaus.html


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Fertighaus-Fakten Fertighäuser werden bei deutschen Bauherren immer beliebter. Schon jedes fünfte Einfamilienhaus entsteht in Fertigbauweise. Hier gibt es ein paar Zahlen zu diesem Trend. www.fertighauswelt.de

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Private Haushalte verschwenden Strom für

Milliarden Euro pro Jahr

und sind damit für unnötige Emissionen von fast 18 Millionen Tonnen CO2 verantwortlich. Das zeigt der neue Stromspiegel Deutschland, für den Daten von rund 226000 Privathaushalten ausgewertet wurden. Eine vierköpfige Familie in einem Einfamilienhaus, die ihr Wasser nicht mit Strom erwärmt und 5 000 Kilowattstunden im Jahr verbraucht, könnte gut 570 Euro sparen und etwa 1230 Kilogramm CO2 vermeiden. Anregungen zum Sparen gibt ein Test, mit dem Verbraucher ihren Stromkonsum mit dem eines deutschen Durchschnittsnutzers vergleichen können. > www.stromspiegel.de

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Beim dritten Hausbau hat Familie Kurras alle Bedürfnisse in einem individuell geplanten Haus vereint: separate Büroräume, eine Einliegerwohnung und viel Freiraum. Besondere Wünsche wie ein Innen- und ein Außenpool wurden auch erfüllt.

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DER AUSSENBEREICH ist wie gemacht zum Zusammensein. Große Öffnungen verbinden den Innenraum mit dem Esstisch am Pool. Vom Sitzbereich schweift der Blick weit ins Land.

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HAUSBAU Mit Pool und Büro

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ie sind gerade einmal 39 und 47 Jahre alt und dennoch haben Angelina und Jens Kurras bereits eine Dachgeschosswohnung und drei Fertighäuser in ihrer „Wohnbilanz“. „Immer wenn uns der Platz ausging und wir uns privat sowie geschäftlich vergrößern wollten, kam nur eines infrage: neu bauen.“ Zum dritten Hausbau kam es, da sich Nachbarn gegen einen Anbau ausgesprochen hatten. Also fasste das Ehepaar Kurras kurzerhand den Entschluss, noch einmal zu bauen. Dieses neue Eigenheim sollte aber definitiv das letzte sein. Ihre Wunschliste für das dritte Haus umfasste genügend Freiraum für Angelina und Jens Kurras mit Sohn Jan, eine Einliegerwohnung für die Eltern von Angelina Kurras sowie separate Büroräume. Um das ideale Grundstück zu finden, fuhren die beiden sechs Wochen lang „wie die Wilden“ durch die Gegend. Schließlich fanden sie gerade einmal 500 Meter oberhalb ihres damaligen Wohnorts einen Bauplatz mit wunderschöner Aus-

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sicht. Das individuell nach ihren Wünschen geplante Domizil in Fertighausbauweise besteht aus einem schlanken Baukörper mit Satteldach sowie einem Flachdach-Anbau. Die Zugänge in den Privatbereich der Familie Kurras und zum Büro sind nebeneinander unter einer schützenden Beton-Überdachung angeordnet. Eine Außentreppe erschließt die Einliegerwohnung der Eltern von Angelina Kurras im Obergeschoss. Eine breite Glasschiebetür führt im Hausinneren vom Flur in den L-förmigen Koch-, Ess- und Wohnbereich mit bodentiefen Fensterfronten. Das davorgelagerte Holzdeck setzt den kommunikativen Lebensbereich im Freien fort. Eine weitere Schiebetür verbindet Wohn- und Wellnessbereich. Dieser liegt im hinteren Teil dieser Ebene und ist ausgestattet mit Sauna, Whirlpool, Walk-In-Dusche und WC. An der frischen Luft ergänzt ein „Swim Spa“ mit Gegenstromanlage, bodeneben in die Terrasse eingelassen, das Wellness-Angebot. ❯


DER ESSPLATZ ist dank großflächiger ÜbereckVerglasungen hell, mit Blick ins Grüne. DIE OFFENE KÜCHE mit Kochinsel bildet das Herzstück des offenen Raumes und geht fließend in den Wohnbereich über. AUF DER COUCH kann man an kühlen Tagen das wärmende Kaminfeuer genießen.

„ An warmen Tagen sitzen wir am liebsten draußen und beobachten, wie die Insekten umherschwirren.“ Jens Kurras, Bauherr

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HAUSBAU Mit Pool und Büro

VOM INNENPOOL aus fällt der Blick in den Garten oder auch – bei geöffneter Schiebetüre – in den direkt anschließenden Wohnbereich. DAS BADEZIMMER im Obergeschoss bietet wie auch der Balkon eine bezaubernde Aussicht über Streuobstwiesen bis zum Wald.

Im Obergeschoss liegen die Rückzugsräume mit Elternschlafzimmer, Bad, Ankleide, Hauswirtschaftsraum, Bügelzimmer sowie die Einliegerwohnung von Angelina Kurras‘ Eltern. Sohn Jans Jugendzimmer verfügt sogar über eine integrierte Dusche. Am besten gefällt Familie Kurras die Weitläufigkeit ihres Hauses. Und trotz der Größe ist dank einer gut gedämmten Außenhaut, Photovoltaik-Anlage, Wärmepumpe und einer Zisterne für Toiletten und Garten ein energiesparendes Haus entstanden. Nicht nur seine Bewohner fühlen sich dort pudelwohl, sondern auch Verwandte und Freunde. Die Bauherren lachen: „Die meisten fragen, wann wir in den Urlaub fahren und bieten sich als Housesitter an.“ ■ av

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DIE STRASSENANSICHT ist schlicht und modern. Die Fassadengestaltung betont mit grauen Farbflächen die horizontale Anordnung der Fenster.


WC 2

HUND 2

MEETING 34

ESSEN 16,5

DIELE 17,5

BÜRO 34

KÜCHE 18,5

WOHNEN 26,5

DU/WC 8,5

WELLNESS 26

ERDGESCHOSS

KÜCHE 11,5

DU/WC 4,5

ZIMMER 23,5

AR 2,5 ESSEN/ WOHNEN 30,5

HWR 9,5

BÜGELN 7,5

SCHLAFEN 15

EMPORE 10

SCHLAFEN 15,5

DU/WC 8

WC 9

ANKL 9

„Unser Traumhaus wartet auf uns – das macht Laune.“

BAD 14

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DATEN UND FAKTEN Entwurf: „Weberhaus Individual“ Hersteller: Weberhaus Am Erlenpark 1, 77866 Rheinau-Linx Tel. 07853/83-0, www.weberhaus.de Weitere Häuser: www.bautipps.de/weber Konstruktion: Holzfachwerkkonstruktion, Edelputz 3 mm stark, vollflächiger Grundierungsputz, Armierung, Holzfaserdämmplatte 100 mm stark, mineralische Dämmung 160 mm stark, Holzfachwerk, Holzwerkstoffplatte, Dampfbremsvlies, Gipsplatte (U-Wert 0,15 W/m2K); Kunststoff-Fenster mit Dreifach-Verglasung (Ug-Wert 0,6 W/m2K), ­Satteldach 20 Grad, Eindeckung Betondachsteine Technik: Luft-Wasser-Wärmepumpe, Fußbodenheizung, Regenwasserpumpenanlage, „EnOcean“ Elektro-Systemtechnik, Hausautomatisierung „WeberLogic 2.0“ mit „my-HomeControl“, Effizienzhaus 55, Primär-Energiebedarf 38 kWh/m²a, Endenergiebedarf 21 kWh/m²a Abmessungen: 19,57 m x 18,00 m Wohnflächen: EG 185,5 m2, OG 170 m2 Preis: Auf Anfrage beim Hersteller

Gemeinsam gut gebaut. Ihre Wünsche, Fähigkeiten, Ressourcen und unsere Kompetenzen sind die sichere Basis für die Gestaltung Ihres (Haus-) Traumes. Gemeinsam gestalten wir Ihr hochwertiges, massives, energieeffizientes Eigenheim individuell nach Ihren Vorstellungen – und zwar zu einem exzellenten Preis-Leistungs-Verhältnis! Solide. Nachhaltig. Wertbeständig.

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Ratgeber Schutz der Außenwand

Alles nur 1

Fassade? 2

1 Die Putzfassade als Klassiker wird inzwischen gerne mit Holz kombiniert. Zum Beispiel fürs Dachgeschoss (rote Stülpschalung). 2 Aber auch eine komplette Holzfassade ist beliebt (rote Boden-Deckel-Schalung). 3 Genauso sind einzelne „Holz-DekoElemente” möglich (Filigran-Lamellen). Alle drei Fotos: > www. schwoererhaus.de

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Bei der Fassade eines Hauses geht es nicht nur um Optik. Materialbeschaffenheit und Langlebigkeit spielen – auch im Zusammenhang mit der Konstruktion hinter den Kulissen – eine wichtige Rolle. Wir zeigen die gängigen Wandaufbauten von HolzFertighäusern und wie einfallsreich diese nach außen geschützt werden können.

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er Fertigbau hat immer eine gedämmte Holzkonstruktion als Basis für ein Wandsystem. Grundsätzlich gibt es drei unterschiedliche Varianten. Estens: Die Holzkonstruktion mit vorgehängter hinterlüfteter Fassade. Hier sind die Funktionen Wärmeschutz und Witterungsschutz konstruktiv getrennt. Die Fassaden-Elemente werden auf einer Holz- oder Aluminium-Unterkonstruktion befestigt, die mit der eigentlichen Wand verbunden ist. Das System erlaubt die Wahl unterschiedlichster Fassadenbekleidungen. Zweitens: Die Holzkonstruktion mit Vorsatzschale. Hier

übernimmt den Wetterschutz eine eigenständige Vormauerung, die nicht mit der Holzwand in Verbindung steht. Dazwischen liegt eine Luftschicht. Fassadenbekleidungsmaterial ist hier meist Klinker oder Putz. Drittens: Die Holzkonstruktion mit sogenanntem WDVS (Wärmedämm-Verbundsystem. Der Aufbau besteht aus Dämmstoff, armiertem Unterputz und einer Oberflächenschicht aus Putz oder Flachverblendern. Das WDVS wird direkt mit der Holzkonstruktion verbunden und ist so Bestandteil der Fertigbau-Wand. Als Besonderheiten neben den drei Hauptkonstruktionsarten ❯


4 4 Putzfassade: Die moderne Architektursprache der ineinandergeschobenen Baukörper wird durch die unterschiedliche Farbgebung noch unterstützt. > www.wolf-haus.de

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5 Glasfassade: Haus mit Fachwerk-Konstruktion und ausschließlich Glas in den Gefachen. > www.huf-haus.com

DÄMMSTOFF-KATEGORIEN Es gibt ein breites Repertoire an ­verschiedenen Materialien, deren dämmende Eigenschaften für den Hausbau genutzt werden. Sie lassen sich grob in drei Kategorien einteilen: ­mineralisch, synthetisch und nachwachsend. Zur mineralischen ­Fraktion zählen so bekannte Ver­treter wie die Stein- und die Glaswolle, aber auch Mineralschäume und Schüttungen. Zu den Kunststoff-Schäumen gehören Polyurethan und Polystyrol. In der Kategorie der nachwachsenden Dämmstoffe werden sowohl pflanzliche als auch tierische Stoffe eingruppiert, wie beispielsweise Holz, Hanf, ­Kokos oder Schafwolle. Als Maß für die Leistungsfähigkeit e­ ines Dämm­stoffs dient die Wärmeleitfähigkeitsgruppe (WLG), die als dreistellige Zahl, zum Beispiel WLG 035, angegeben wird. Dabei gilt: je ­niedriger die WLG, desto besser die Dämmwirkung und desto weniger dick muss die Schicht sein.

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Ratgeber Schutz der Außenwand

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im Holzfertigbau gibt es die moderne Holzfachwerkkonstruktion (Skelettbau) und den Blockbau. Skeletthäuser bieten die Möglichkeit die Gefache wiederum mit einer gedämmten Konstruktion zu füllen oder komplett zu verglasen. Blockhäuser entstehen einschalig oder zweischalig mit Dämmung aus aufeinandergeschichteten und verzahnten Holzbohlen. Diese bilden nach außen gleichzeitig die Fassade.

Putz, Holz und Kombinationen Fertighäuser werden überwiegend mit verputztem Wärmedämm-Verbundsystem gebucht. Endbeschichtung sind dann Mineral- oder Kunstharzputze, die es in vielen Farben und Strukturierungen gibt. Zum Beispiel als Kellen-, Scheiben-, Kratz- oder Reibeputz. Putze haben sich grundsätzlich als wirksame Barriere gegen Witterungseinflüsse bewährt. Sie können Feuchtigkeit flächig aufnehmen, zwischenspeichern und wieder abgeben. Zur Erhaltung eines intakten Außenput-

1 Ein Klassiker von Gussek Haus mit gedämmter Holzkonstruktion und zusätzlicher Vormauerung mit Klinker im Erdgeschoss. > www. gussek-haus.de 2 Sogenannte Wood-Plastic-Composite-Produkte (WPC) kennt man von Terrassenbelägen (Dielen). Das robuste, witterungsbeständige Material in Holzoptik kann auch an der Fassade für Langzeitwetterschutz sorgen. Die Profilüberlappungen sorgen für eine geschlossene Fassade. > www.woodentec.ch 3 Mit hellen und dunklen Profilen durchzogen wird diese Metallfassade zu einem charaktervollen Spiel. Der Werkstoff der Sidings ist Aluminium. > www.prefa.com

Klassisch nordischer Look: Klinker

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zes wird alle zehn Jahre ein neuer Anstrich empfohlen. Als eine Alternative zur Putzfassade oder in Kombination dazu gilt Holz. Der Naturbaustoff ist widerstandsfähig und langlebig. Als waagerechte Stülp-, senkrechte Boden-Deckelschalung oder als Lamellenfassade mit Sichtfugen ist Holz flexibel einsetzbar. Ist das Holz fachgerecht verarbeitet und kann stets gut trocknen, ist die Fassade pflegeleicht und wartungsarm. Wichtig: eine Hinterlüftungsebene von mindestens 20 Millimetern. Während Putzfassaden fürs Fertighaus oft im Hauspreis enthalten sind, gelten für Holzverschalungen Aufpreise. Bezogen auf die drei BeispielHäuser (Seite 18) werden bei Schwörer Haus für die komplette rote Holzverschalung etwa 4100 Euro in Rechnung gestellt, für die Teil-Holzverschalung (Giebel, Kniestock) etwa 1500 Euro und für nur einzelne Holzelemente rund 500 Euro. Klinkerfassaden gelten als besonders robust und witterungsunempfindlich. Die Ziegelsteine bestehen aus Schamotten, Feldspaten und weiß- oder rotbrennenden Tonmineralien. Der einheimische Rohstoff wird bei 1200 Grad gebrannt. Das Material ist frostbeständig, nimmt kaum Wasser auf und bleibt ohne Pflegeaufwand Jahrzehnte schön. Klinkerhaus-Anbieter im Fertigbau sind zum Beispiel Danhaus (siehe Wandquerschnitte) und Gussek Haus (siehe Bild links oben). Hier wird neben der Klinkerschale auch eine verputzte Porenbeton-Vormauerung als Teil der sogenannten „Hybridwand” erstellt. In jedem Fall erhöht die Vormauer den Schallschutz erheblich. Der Aufpreis für ein solches zweischaliges Wandsystem im Vergleich ❯


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4 „Flexhouse“: Prägenstes Merkmal ist die Schlangenlinie mit geschuppter Haut aus rautenförmigen Blechschindeln. > www.evolution-design.info 4 6

5 Glaselemente, auf einem Wärmedämm-Verbundsystem verklebt: das System „weber. therm style Glas“. > www.solaris-glasstein.de 6 Keramik: Mit einer Veredelung wirkt sie antibakteriell ohne Chemie und beugt so der Veralgung vor. > www.agrobbuchtal.de

»Wir lieben unser Finger-Haus, weil ...

... unser Leben

an Qualität gewonnen hat.« Dennis Brussmann, FingerHaus-Bauherr

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Sonne, großer Garten, schönes Zuhause. Familie Brussmann vor ihrem Finger-Haus in Vöhl (Hessen).

Illustrationen: www.danhaus.de

WANDAUFBAUTEN FÜRS FERTIGHAUS Grundsätzlich gibt es drei unterschiedliche Varianten, denen zunächst immer eine gedämmte Ständer-Konstruktion zugrunde liegt. Erstens: Konstruktion mit Wärmedämm-Verbundsystem als Bestandteil der Wand (links). Zweitens: Konstruktion mit vorgehängter hinterlüfteter Fassade (Mitte). Drittens: Konstruktion mit Zusatzdämmung und hinterlüfteter Vormauerung aus Porenbeton oder Klinker (rechts). Alle drei Varianten im Programm hat zum Beispiel Hersteller Danhaus.

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Ratgeber Schutz der Außenwand

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zu einem einschaligen verputzten WDVS wird bei Gussek Haus so angegeben: durchschnittlich 2,5 Prozent bezogen auf den Gesamt-Hauspreis. Wer die Backstein-Optik günstiger haben will, wählt sogenannte Klinkerriemchen, die als Bestandteil eines WDVS auf die Fassade geklebt werden. Kundenhäuser mit Platten- und GlasFassaden sind insgesamt gesehen noch nicht sehr stark verbreitet. Möglichkeiten gibt es indes viele. Zum Beispiel Schiefer: Das Material ist widerstandsfähig und pflegeleicht. Als Naturprodukt besteht es aus reinstem Tonschlick, der sich am Meeresgrund unter großem Druck zu Tonstein verfestigt hat. Je nach Vorkommen gibt es Farb- und Oberflächenstruktur-Unterschiede. So bietet das Naturgestein zahlreiche Facetten von hell bis dunkel in Blaugrau oder sogar Grün. Bruchraue oder geschliffene Oberflächen prägen dabei ebenso das Bild wie die Formatgröße und die Verlegungsart. Faserzement-Platten bilden eine robuste Alternative zu Natursteinplatten. Sie sind wartungsarm, langlebig, hagel- und frostsicher, nicht brennbar und beständig gegenüber Korrosion und Fäulnis. Die relativ leichten Verbundplatten sind in verschiedenen Formen, Farben und Größen erhältlich. Zudem bieten verschiedene Verlegearten individuelle Gestaltungsmöglichkeiten. Kupfer-, Alu-, Zink- und Stahlbleche haben den Vorteil, dass sie besonders gut formbar sind und so auch abgerundete Verkleidungen ermöglichen. Ähnlich wie Holz können auch manche Metalle ihre Optik mit den Jahren verändern, die Qualität bleibt aber bestehen. ■ og

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1 Weil nach Willen der EU Neubauten bis zum Jahr 2020 weitgehend energieautark sein sollen, rückt das Thema Energie-Fassade mit Photovoltaik-Elementen immer stärker in den Vordergrund. Die dunklen Module werden wie die übrigen Fassadenplatten (hier in Rot) als vorgehängte hinterlüftete Fassade auf einer Unterkonstruktion befestigt. > www.baufritz.de 2 FaserzementProfile in Holzoptik, die wetterresistent, pflegeleicht und oberflächenrobust sind. > www.jameshardie.de

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3 Elegant: Ein Haus fast komplett im Schieferkleid. > www.rathscheck.de

WÄRMEDÄMM-VERBUNDSYSTEM Ein Wärmedämm-Verbundsystem (WDVS) wird zum außenseitigen Dämmen von Häusern verwendet. Sein Aufbau besteht immer aus einer Befestigung (zum Beispiel speziellen Dübeln, Klebern oder einem Schienensystem), einem Dämmstoff, einem armierten Unterputz als Trägerschicht und einer Oberflächenschicht – meist aus Putz. Da die Oberflächentemperatur der Wand außen niediger ist als bei einer ungedämmten Wand, kann sich hier Feuchtigkeit niederschlagen – ein guter Nährboden für Algenwachstum. Zur Verhinderung beigemischte Biozide im Putz gelangen mit der Zeit allerdings ins Grundwasser. Umweltfreundlichere Alternativen sind dickschichtige Mineralputze, die Wärme über Nacht speichern und so das Tauwasserproblem verringern. Reine Kalkputze sind alkalisch und verhindern das Algenwachstum ganz natürlich. Auch schnell trocknende Putze sind auf dem Markt. Für Flächen, wo die Fassade nicht mit einem Dachüberstand optimal geschützt werden kann, hat Brillux die Fassadenfarbe „Ultrasil HP 1901” entwickelt, die dafür sorgt, dass Feuchtigkeit in Form von Wassertropfen abperlt. Algen und Pilzen wird so die Grundlage entzogen. www.brillux.de F o to

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22 Hausbau

5/6 - 2019

Anschriften Seite 99

Plattenfassaden sind vielfältig


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Nicht nur in Deutschland setzen Profis, Bauherren und Hausbesitzer auf Mineralwolle. Sie ist auch der am häufigsten eingesetzte Dämmstoff in Europa.

Alle reden über Dämmung

SO VIEL SPRICHT FÜR MINERALWOLLE Mehr Behaglichkeit oder mehr Lärm- und Brandschutz? Größere Langlebigkeit oder einfachere Verarbeitung? Schonend für die Umwelt oder für den Geldbeutel? Immer mehr Bauherren und Planer entscheiden sich gegen das Oder – und für das Und: für eine Mineralwolldämmung. Lesen Sie hier, wie viel für das Multitalent unter den Dämmstoffen spricht! Sie erhöht den Wohnkomfort, sie schont das Klima, sie spart Heizkosten im Winter und hält kühl im Sommer, sie lässt sich leicht verarbeiten und hält über Jahrzehnte, sie schützt vor Lärm und ist nicht brennbar: Kein Wunder, dass Mineralwolle in Europa der am häufigsten eingesetzte Dämmstoff ist. Das flexible, aus Recyclingglas und mineralischen Rohstoffen wie Kalkstein, Basalt, Feldspat und Sand hergestellte Bauprodukt überzeugt Profis, private Bauherren und Hausbesitzer gleichermaßen.

Mineraler Klick, maximale Information Mehr zum Thema finden Sie unter www.der-daemmstoff.de – dem Infoportal rund ums Thema Mineralwolle. Ob gesetzliche Anforderungen, Praxiswissen für Bauherren, Planer und Handwerker, Services wie Förderung und Energieberatung oder der immer spannende Blog „Maximal Mineral“ – diese Website ist wie Mineralwolle: ein echtes Multitalent!

Mineraler Dämmstoff, maximale Flexibilität Den Anwendungsgebieten sind keine Grenzen gesetzt: Dächer und oberste Geschossdecken, Außen- und Trennwände, Fußböden sowie Kellerdecken – das in einigen Anwendungen auch von Heimwerkern leicht zu verarbeitende Material eignet sich zur Dämmung von innen und außen. Es macht Gebäude zu jeder Jahreszeit behaglicher – und das über viele Jahrzehnte. Mineraler Einsatz, maximale Lebensdauer Mineralwolle dämmt auch nach über 50 Jahren genauso gut wie am ersten Tag. Das schont nicht nur die Umwelt, sondern auch den Geldbeutel. Zudem ist sie gesundheitlich unbedenklich. Für so viel Qualität und Sicherheit stehen das Qualitätszeichen KEYMARK und das RAL Gütezeichen. Mineraler Aufwand, maximaler Klimaschutz Mit einer Dämmung des Hauses lässt sich auch den immer häufiger auftretenden Wetterextremen wirksam begegnen: Selbst starke Schwankungen der Außentemperaturen sind so kaum spürbar. Damit werden Heizkosten und der CO2-Ausstoß deutlich gesenkt. Eine Mineralwolldämmung leistet also auch einen entscheidenden Beitrag zum Klimaschutz.

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Vom Dach bis zum Keller, vom Fachmann bis zum Heimwerker: Mineralwolle lässt sich überall anwenden und leicht verarbeiten.

FMI Fachverband Mineralwolleindustrie e.V. Friedrichstraße 95, 10117 Berlin


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