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Althaus modernisieren 06/07-2026-Leseprobe

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Haustüren & mehr

Wärmepumpen

Die neuen Bäder

Garagen & Carports

Schimmel sanieren

Liebe Leserin, lieber Leser,

wenn Sie dieses Magazin in Händen halten, dürfen Sie es hoffentlich bei angeneh men Temperaturen durchblättern und lesen. Während ich das Editorial schreibe, hat es draußen knapp unter 40 Grad Celsius. Wir alle schwitzen jetzt bereits fast zwei Wochen an einem Stück. Glücklich, wer zu Hause ein System einsetzen kann, das zu jeder Jahreszeit für ein angenehmes Wohnklima sorgt. Verfügt eine Wärmepumpe zum Beispiel über eine Kühlfunktion, kann sie den Heizprozess im Sommer einfach mal umkehren. Statt Wärme aus der Umwelt ins Gebäude zu transportieren, wird überschüssige Wärme aus den Innenräumen abgeführt. Über das Verteilsystem – ideal sind Fußboden-, Wand- oder Deckenheizsysteme oder Wärmepumpenheizkörper – zirkuliert dabei angenehm temperiertes Wasser, das die Raumtemperatur sanft senkt. Wer unter der Schräge lebt, hat ein zusätzliches Problem mit dem Wärmeeintrag über die Dachflächenfenster. Hitzeschutz können Rollläden bieten, dazu mehr ab Seite 58 in dieser Ausgabe. Fakt ist: Perspektivisch benötigen wir Menschen ein ganzes Bündel an Sonnenund Hitzeschutzlösungen, damit wir bei veränderten Klimabedingungen vernünftig leben können. Dafür müssen die Häuser entsprechend umgebaut und saniert werden. Wer im Eigenheim lebt, hat es in der eigenen Hand, die nötigen Maßnahmen umzusetzen.

Seit über 50 Jahren publizieren wir in „Althaus modernisieren“ Ratgeberbeiträge, die sich mit den Themen Dämmung, Fenster, Heizung und Klima auseinandersetzen. Da jedes Haus in gewisser Weise ein Solitär ist, benötigen die Modernisierungswilligen vorab einen Sanierungsfahrplan, der von Experten erstellt wird. Dann lassen sich die Maßnahmen in vernünftige Schritte einteilen.

Ein anderes Thema: Es geht um eine Schnapszahl. Genauer gesagt um die Zahl 33. Damit Sie sich nicht verwundert die Augen reiben, kommt nach der kurzen Vorrede sogleich die Auflösung: Im Sommer 1993 habe ich die Chefredaktion von „Althaus modernisieren“ übernommen. Jetzt ist es doch mal an der Zeit, vor allem Ihnen als treue Leserinnen und Leser zu danken. Ohne Ihr Vertrauen in die Zeitschrift wäre diese Erfolgsgeschichte nicht möglich gewesen. Und natürlich, so viel Ehrlichkeit muss sein, haben wir es unseren Anzeigenkunden zu verdanken, dass Sie unser Magazin in gedruckter Form zu einem vernünftigen Preis erwerben können. Was die Zukunft bringt – die digitale Welt und vor allem KI lassen grüßen – das wissen wir im Augenblick noch nicht, aber das wusste ich vor 33 Jahren auch nicht so genau.

Und jetzt viel Freude beim Lesen unseres Magazins.

VIEL MEHR TAGESLICHT FÜRS FAMILIENLEBEN UNTERM DACH

REPORTAGEN

Glasanbau

10 Rückzugsort im Wienerwald Bäckerhaus

18 Der alte Charme blieb erhalten Reihenhaus

24 Der Star ist die neue Wärmepumpe Bauernhaus

76 Lebensmittelpunkt unterm Dach

RATGEBER

30 Wärmepumpen ersetzen Öl und Gas

51 Garagen & Carports mit viel Nutzen

54 Haustür als Multifunktionstalent

58 Hitzeschutz unterm Dach: Rollläden

LIVE VOR ORT

60 Wohlfühlklima für die Zukunft: Bei der umfassenden Sanierung einer Altbauwohnung haben Klimaplatten auch das Schimmelproblem gelöst HAUSTÜR SAGT

LIVING

64 Die neuen Bäder präsentieren sich als persönliche Rückzugsorte

70 Bei der Inneneinrichtung zeigen sich vermehrt farbenfrohe Optiken

SERVICE

03 Editorial

06 News & Trends

74 Schaufenster: Für Sie ausgesucht

82 Vorschau

83 Adressen/Impressum

100 Jahre Einbauküche

Als Ernst May, Architekt und Stadtplaner 1925 im Rahmen des Wohnungsbauprojektes „Neues Frankfurt“ die erste studierte Architektin Österreichs, Margarete Schütte-Lihotzky, nach Frankfurt holte, sollte sie bei der Planung passender Einbauküchen vor allem den Forderungen der Zeit gerecht werden: nach Standardisierung, schneller, kostengünstiger Produktion, effizienter Raumnutzung auf wenigen Quadratmetern sowie Ergonomie, Hygiene und Pflegeleichtigkeit. Das Ziel war es, Formen und Funktionen der Küche so genau aufeinander abzustimmen, dass die tägliche Küchenarbeit schnell und leicht von der Hand ging. Was dabei entstand, ging allerdings weit über diese historischen Entstehungsbedingungen hinaus, denn Schütte-Lihotzkys „Frankfurter Küche“ wurde zum Urtyp der modernen Einbauküche, wie wir sie heute kennen – und damit zu einem Meilenstein der Architekturgeschichte.

Anlässlich dieses besonderen Jubiläums bringt Häcker die „Limited Edition 1926“ heraus, welche die Qualitätsansprüche und die Einfachheit der Frankfurter Küche von 1926 aufgreift und neu interpretiert. www.haecker-kuechen.de

Beispielhafte Darstellung der „Limited Edition 1926“ (individuell konfigurierbar) in Panorama-Blau.

Intelligente Kombination von Solar- und Klimaanlagen

Klimaanlagen haben in Deutschland einen denkbar schlechten Ruf – sie gelten als teuer, energiehungrig und umweltschädlich. Doch trotz eines schlechten Leumunds und vergleichsweise moderater Durchschnittstemperaturen in Mitteleuropa zog die Nachfrage nach Klimaanlagen in den letzten Jahren deutlich an. Den hohen Stromverbrauch von Klimaanlagen spüren die Betreiber im Geldbeutel. Wird die Klimaanlage mit Netzstrom betrieben, summieren sich die Kosten für die Kühlung eines Raums schnell auf 150 Euro im Jahr. „Wer hingegen Solarstrom vom eigenen Dach nutzt, kann die Stromkosten für die Klimaanlage um rund 65 Prozent senken“, sagt Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Solarwirtschaft. „Damit der steigende Energiebedarf für Klimaanlagen und industrielle Kühlprozesse nicht dazu führt, dass mehr teurer Graustrom genutzt wird und in Folge der CO₂-Ausstoß steigt und die weltweiten Klimaschutzziele gerissen werden, muss Kälte in Zukunft zwingend aus Erneuerbaren Energien erzeugt werden. Die perfekte Lösung ist die Kombination von Solar- und Klimaanlagen, denn die Sonne scheint immer dann, wenn auch der Bedarf nach Hitzeschutz am höchsten ist – an warmen, sonnigen Sommertagen.“ www.solarwirtschaft.de

Matthias Zott, SchwäbischHall-Bausparexperte

Lohnt sich Bausparen für junge Leute? In Deutschland gibt es derzeit zwischen 22 und 27 Millionen Bausparverträge – rechnerisch hat damit etwa jeder zweite Haushalt einen. Lange galt Bausparen als Standardweg ins Eigenheim. Doch passt das noch? Gerade in unsicheren Zeiten wächst der Wunsch nach planbarer Finanzierung. Schwäbisch Hall-Bausparexperte Matthias Zott ordnet ein: Gerade für junge Menschen bietet Bausparen oft einen guten Einstieg in den Vermögensaufbau. Wer früh beginnt, hat mehr Zeit, Eigenkapital für spätere Wohnvorhaben aufzubauen. Zudem profitieren insbesondere Berufseinsteiger mit niedrigeren Einkommen von staatlichen Förderungen wie der Wohnungsbauprämie, der Arbeitnehmersparzulage oder Wohn-Riester beziehungsweise künftig der neuen Eigenheimrenten-Förderung. Wer seinen Bausparvertrag vor dem 25. Lebensjahr abschließt, kann das angesparte Guthaben inklusive Wohnungsbauprämie später auch ohne wohnwirtschaftliche Bindung verwenden. „Was vielen nicht bewusst ist: Die Einkommensgrenzen für Förderungen wurden angehoben. Damit können zum Beispiel heute rund 70 Prozent der Bevölkerung die Wohnungsbauprämie bekommen. Es profitieren also nicht nur junge Menschen, sondern auch Familien, Sanierer oder Anschlussfinanzierer“, sagt Zott. www.schwaebisch-hall.de

Expertentipp des VPB

Bestandsaufnahme Haus: Keller

Vor dem Kauf eines Hauses gilt es, sich ein genaues Bild von der Bausubstanz zu machen. Auch wer bereits im Eigenheim lebt, sollte den Zustand im Blick behalten. So vermeidet man Folgeschäden, erspart sich unnötige Kosten – und erhält den Wert des Hauses. „Bauphysikalisch sollte man sein Haus immer als Gesamtsystem betrachten“, rät Klaus-Dieter Hammes, der das Regionalbüro des Verbands Privater Bauherren (VPB) in Aachen leitet. „Eine darauf abgestimmte, professionelle und unabhängige Beratung ist unverzichtbar, um Schäden durch falsch konzipierte Sanierungen zu vermeiden.“ Zu den wichtigen Einzelbereichen des Hauses zählt der Keller. „Da dort in der Regel niedrige Raumtemperatur und hohe Luftfeuchtigkeit zusammenkommen, sind Keller anfällig für Schimmel“, weiß Hammes. „Wer ein Haus im Bestand kaufen möchte, sollte dort besonders gut hingucken.“ Am besten, man zieht einen unabhängigen Bausachverständigen wie die aus dem Netzwerk des VPB zurate. Ein Kennerblick entdeckt auch Mängel, die Laien nicht auffallen würden. Dies vermeidet spätere böse Überraschungen und Kosten. Hausbesitzer können Schimmelbildung vorbeugen, indem sie ihren Keller im Frühling gründlich durchlüften. „Damit die Luft optimal zirkulieren kann, sollten die Außenwände frei sein“, empfiehlt Hammes. „Wer Möbel und Gegenstände ein Stück in den Raum hineinrückt, hat außerdem freie Sicht auf die Wände, um diese zu prüfen.“ Wichtig sei, betont Hammes, den Keller in den warmen Monaten nur bei kühlen Außentemperaturen zu lüften: „Warme Luft speichert mehr Feuchtigkeit, die sie beim Einströmen in die kühlen Kellerräume in Form von Kondenswasser an die Wände abgibt.“ Dies begünstigt Schimmelbildung. Den Keller gilt es auch in anderer Hinsicht trocken zu halten: indem man die Rückstausicherung an Waschmaschine, Spülbecken oder in Bodenabläufen auf ihre Funktionstüchtigkeit überprüft. „Rückstausicherungen sind notwendig, wenn Abwasser unterhalb der sogenannten Rückstauebene – üblicherweise die Straßenkante – abgeleitet wird“, erklärt Hammes. Der Hintergrund: Wenn heftige Niederschläge die Kanalisation überlasten, drücken diese das Abwasser zurück in die Grundstücksentwässerungsanlagen der umliegenden Häuser. „In Abstellräumen reicht häufig ein Rückstauverschluss mit Pendelklappe“, sagt Hammes. „Auch wenn kein Gefälle zum Kanal besteht, ist eine kontinuierliche Entwässerung von Nöten.“ Dann kommt üblicherweise eine Abwasserhebeanlage zum Einsatz. www.vpb.de

So sehen viele Kellerwände bei Altbauten aus: Feuchtigkeit hat zu Abplatzungen und Schäden an der Putzoberfläche geführt. Der Sachverständige misst im Bild die Feuchtigkeit und gibt dann Empfehlungen für die fachgerechte Sanierung.

Zum Tag des Bades am 19. September 2026 laden die Bad-Profis in Ihrer Nähe unter dem Motto „Mein gutes Bad“ dazu ein, sich in ihren Ausstellungen inspirieren und ganz unverbindlich beraten zu lassen.

Hilfestellung beim Badumbau: Eine professionelle Vorbereitung ist die beste Grundlage für eine moderne Badsanierung. Denn das Bad von der Stange gibt es nicht. Professionelle Badplaner sind in den Badstudios des Handwerks und den Ausstellungen des Großhandels zu finden.

Tag des Bades 2026

Wie Ihr Bad-Traum Realität werden kann

Träumen Sie immer noch von einem schönen neuen Bad? Und fragen sich, wie es ausgestattet sein muss, damit es auch in zehn Jahren noch auf dem neuesten Stand ist? Oder sich Ihren steigenden Komfortbedürfnissen anpassen kann? Ihrem Lifestyle, Ihrem Geschmack? Welche Einrichtungsund Styling-Trends sich heute im Bad umsetzen lassen? Antworten erhalten Sie am Tag des Bades. Dann laden die Bad-Profis in Ihrer Nähe unter dem Motto „Mein gutes Bad“ dazu ein, sich in ihren Ausstellungen inspirieren und ganz unverbindlich beraten zu lassen.

Ein Bad zu planen und zu realisieren ist keine Kleinigkeit. Kosten- und Gestaltungsfragen sind so aufwendig und komplex wie bei kaum einem anderen Wohnbereich. Zudem ist die Planung von persönlichen Bedürfnissen bestimmt. Schließlich geht es nicht nur um eine reibungslose Organisation des Alltags, sondern auch um Körperpflege und Regeneration, um Gesundheit und Selbstständigkeit.

Illustration: Björn Steinmetzler, Vereinigung

Mit dem Tag des Bades am 19. September wollen wir sichtbar machen: Mein gutes Bad –das ist so individuell wie mein Lebensstil.

erklärt Jens J. Wischmann, Geschäftsführer der Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft e. V. (VDS), den Zweck des Aktionstags.

Aber mit der richtigen Unterstützung ist die Realisierung eines neuen Badezimmers vielleicht leichter, als man denkt.

Nur ein Bad, das passt, ist ein gutes Bad Professionelle Beratung fängt nicht bei dem Design Ihres Traumbads an, sondern bei der Frage, was Sie brauchen, um sich im Bad wohlzufühlen, welche Funktionen es erfüllen soll, und wie es sich am besten in Ihre Lebensplanung einfügen kann – technisch, energetisch, architektonisch, zeitlich, budgetär. Und natürlich in einem Stil, der zu Ihnen passt. Nur so erhalten Sie ein nachhaltig gutes Bad.

Moderner Bad-Standard für mehr Komfort im Alltag, Sicherheit und Lifestyle-Feeling Ein gutes Bad ist den Aufwand wert. Bodenebene Dusche, bedienungsfreundliche und energiesparende (Thermostat-) Armaturen, ergonomische Badewanne, Waschplatz und moderne Badmöbel mit gut strukturiertem Stauraum und integrierter LED-Beleuchtung, Handtuchheizkörper oder Fußbodenheizung, reinigungsfreundliche Oberflächen oder ein modernes, eventuell mit Duschfunktion ausgestattetes WC: Der Komfortgewinn durch eine moderne Ausstattung

wertet den Alltag auf und wirkt belebend – das Bad wird zum Rückzugsort. Als Altersvorsorge begriffen ist ein modernes, sich an verändernde Anforderungen anpassbares Badezimmer zudem die beste Garantie für ein lange selbstbestimmtes Leben.

Jetzt ist der richtige Zeitpunkt

„Das Bad ist kein Zimmer wie jedes andere – es ist der einzige Raum, den wir wirklich für uns allein haben, und damit ein Stück Lebensqualität. Genau das wollen wir mit dem Tag des Bades sichtbar machen: Mein gutes Bad – das ist so individuell wie mein Lebensstil“, erklärt Jens J. Wischmann, Geschäftsführer der Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft e. V. (VDS), den Zweck des Aktionstags. „In Zeiten großer Veränderungen ist es schwer, den Mut und den richtigen Zeitpunkt für Bau- oder Umbau-Projekte zu finden. Es ist kaum absehbar, wie es morgen mit Förderungen und der allgemeinen Kostenentwicklung aussieht. Sicher ist hingegen der Sanierungsbedarf vieler privater Bäder in Deutschland zur Bewältigung der Energiewende und der Altersentwicklung unserer Gesellschaft. Da muss früher oder später jeder ran – heute besser als morgen.“ www.gutesbad.de

Foto: Oliver Dietze; Vereinigung
Deut sche

Ein zweites Zuhause im Grünen

Mitten im Biosphärenpark Wienerwald hat sich eine Familie ihren Traum vom Leben im Grünen erfüllt. Aus einem sanierungsbedürftigen Einfamilienhaus aus den 1970er-Jahren ist ein moderner Rückzugsort entstanden.

VORHER: Ein Abriss des Gebäudes war nie eine Option. Die Familie entschied sich bewusst für den behutsamen Umgang mit Bestand und Ressourcen.

Die Sanierung zeigt eindrucksvoll, wie selbst problematischer Bausubstanz mit Kreativität und Sorgfalt neues Leben eingehaucht werden kann.

Foto: Christoph Welkovits

Der alte Anbau wich einer klaren, modernen Erweiterung: offen, hell und ohne räumliche Begrenzung.

Anstelle eines Abrisses entschieden sich die Bauleute bewusst für die Sanierung. Die alten Mauern sollten nicht weichen, sondern Grundlage für Neues sein, nachhaltig und mit Respekt vor dem, was bereits da war. Mit dem Studio Stark fanden sie den passenden Partner für ihre Idee: ein Architekturbüro, das denselben Anspruch an ressourcenschonendes Bauen und klare Gestaltung teilt. „Abriss ist für uns nicht mehr zeitgemäß“, erklärt Architekt Birk Stauber vom Wiener Büro. „Wir wollten die graue Energie bewahren und zeigen, welche Qualitäten in unscheinbaren Gebäuden schlummern können.“ Da ein Teil der Bausubstanz durch frühere Umbauten kaum erhaltenswert war, erforderte es hier Fingerspitzengefühl. Doch den Bauleuten – einer amerikanischen Familie – ging es nicht allein um ökologisches Bauen, sondern um ein Zuhause, das ihre Lebensfreude, ihren Sinn für Schönheit und ihre Liebe zu gemeinsamen Momenten widerspiegelt.

Wohnen mit Ideenreichtum: Mit einem flexiblen Grundriss und viel Kreativität verwandelten die Architekten das Haus in ein helles, großzügiges Zuhause. Der bestehende, marode Anbau wurde entfernt und

Ein offener, barrierefreier Raum bildet das Herz des Hauses. Ein Ort zum Kochen, Spielen, Arbeiten und Feiern, an dem die Familie zusammenkommt.

Zusammengefaltet und als unauffälliges Glaspaket auf der Terrasse geparkt, öffnet die Glas-Faltwand den Innenraum vollständig zur Landschaft.

Uns war wichtig, dass die Konstruktion so leicht wie möglich wirkt. Die Profile treten optisch zurück – übrig bleiben Raum, Licht und Landschaft.

Birk Stauber, Architekt

Hochwertige und natürliche Materialien wie Sichtbeton, Holz und Glas unterstreichen das nachhaltige Gestaltungskonzept.

Fließende Übergänge zwischen drinnen und draußen – auch die Outdoor-Küche ist perfekt ins attraktive Wohnen eingebunden.

durch einen neuen ersetzt. Dabei wurde der Grundriss vollständig neu strukturiert: Der ursprüngliche Eingangsbereich wich einem lichtdurchfluteten Homeoffice – ein Ort, der Arbeit und Rückzug harmonisch verbindet.

Eine neu angelegte Terrasse mit Pool und Außenküche lädt dazu ein, den Sommer vor allem draußen zu genießen.

Innen entstanden offene, von Tageslicht durchflutete Räume: ein neuer Eingangsbereich, ein helles Homeoffice und im Dachgeschoss ein großzügiger Spielraum für die Kinder, mit Netzen und Kletterelementen als kleine Abenteuerlandschaft.

Zur Südterrasse hin lassen sich die GlasFaltwände flexibel in zwei Richtungen öffnen. Der wegfaltbare Eckpfosten schafft eine komplett offene Ecke – für ein Wohnerlebnis ohne Trennung.

Herzstück des Hauses ist ein offener Begegnungsbereich, der weit mehr bietet als eine klassische Wohnküche. Hier kommt alles zusammen – Kochen, Spielen, Arbeiten und Feiern. Großzügige Glas-Faltwände öffnen den Raum zur sonnigen Terrasse und lassen das Familienleben mühelos zwischen drinnen und draußen stattfinden.

Offenheit, die verbindet: Für diese außergewöhnliche Transparenz entschieden sich Architekt und Bauherren für das Glas-FaltwandSystem „Ecoline“ von Solarlux. Zwei über Eck angeordnete Anlagen – eine mit fünf, die andere mit sechs Flügeln – bieten maximale

Handwerkskunst mit Detail: Die von einem örtlichen Schreiner gefertigte Treppe kommt ohne sichtbare Verschraubungen aus und fügt sich mit ihrer filigranen Anmutung harmonisch in das Gesamtbild des Hauses ein.

Gestaltungsfreiheit. Die Elemente lassen sich nach rechts oder links bewegen und parken im geöffneten Zustand platzsparend zur Seite.

Ausschlaggebend für die Wahl war, so Architekt Birk Stauber, die hohe Wertigkeit und Vielseitigkeit des Systems: „Wir haben verschiedene Systeme geprüft, doch Solarlux überzeugte uns durch seine technische Qualität – insbesondere durch den wegfahrbaren Eckpfosten und die Möglichkeit, die Glasflächen vollständig zu öffnen.“

Auch im geschlossenen Zustand bleibt das Wohnerlebnis flexibel: Eine integrierte Drehtür, die sich um 180 Grad öffnen lässt, dient als komfortabler Zugang zur Terrasse.

Durch ihre filigrane Profilkonstruktion mit einer Ansichtsbreite von nur 99 Millimetern wirkt die Glas-Faltwand besonders leicht und elegant. „Ist die Glas-Faltwand geöffnet, scheint sich das Haus aufzulösen. Innen und Außen verschmelzen zu einer Einheit. Genau das war unser Ziel: Freiheit und Offenheit erlebbar zu machen,“ fasst Stauber zusammen.

Natürlich schön und langlebig: Auch bei der Materialwahl stand Nachhaltigkeit im Mittelpunkt. Sichtbeton, Holz und Glas bilden ein harmonisches Zusammenspiel. Ehrlich, robust und zeitlos schön. Die Architektur darf Patina bekommen, darf zeigen, dass sie mit der Zeit lebt.

Im Badezimmer wurden alte Dachbalken freigelegt und mit viel Sorgfalt restauriert. Ein schönes Detail, das Geschichte sichtbar macht.

Begrünte Flachdächer, energieeffiziente Haustechnik und die Zusammenarbeit mit regionalen Handwerksbetrieben ergänzen das ökologische Konzept. So entstand aus einem sanierungsbedürftigen Gebäude ein inspirierendes Beispiel dafür, wie Bestand und Zukunft harmonieren können. Dieses Haus strahlt Nachhaltigkeit, Schönheit, Verbundenheit und Spielfreude aus – Werte, die den Bauherren besonders am Herzen liegen. I

Haus mitten in der Natur

BAUJAHR 1970er-Jahre

NUTZFLÄCHE 240 m2

AUFGABE

aufwendige Sanierung mit Anpassung an die modernen Bedürfnisse seiner Bewohner

MATERIALIEN

Sichtbeton, Holz und Glas, Glas-Faltwand-System „Ecoline“, Hersteller Solarlux, www.solarlux.de

ARCHITEKTEN

Studio Stark, www.studiostark.at

Der liebevoll gestaltete Spielraum lädt zum Toben ein. Er entstand aus dem einst abgehängten Dachstuhl.

Fotos: Christoph Welkovits für Solarlux

Klassik neu erweckt: Die historische Fassadenstruktur wurde behutsam mit Stuckarbeiten nachgebildet. Die Fensterproportionen, Tiefe, Sprossen und helle Farbe betonen den ruhigen, ausgewogenen Rhythmus der Fassade.

Ein Haus mit Geschichte

Wenn Häuser erzählen könnten, würde dieses hier ganze Kapitel über vergangene Jahrhunderte füllen. Jetzt wurde es behutsam renoviert, ohne den alten Charme zu zerstören.

Pure Harmonie: Warme Beigetöne, an den Wänden, Holzboden und sanfte Deckenrundungen erzählen still von einem Haus, das viel gesehen hat.

Im Esszimmer unter dem sanft geschwungenen Gewölbe wird die Geschichte des Hauses spürbar. Weiches Tageslicht macht den Moment stiller.

Im Inneren zeigt sich die Persönlichkeit des Hauses: Kein Winkel ist rechtwinklig – jede Wand folgt dem Straßenverlauf. Spuren der Zeit.

Das Fenstermodell Amber: charmant, Holz/Aluminium, schlanke, proportional ausgewogene Rahmen – ideal für Sanierungen. Weiße, versetzte Rahmen mit Sprossen wirken klassisch und zeitlos. Sie passen perfekt zum Wohnstil dieses Hauses.

Wir haben mit der Renovierung sogar ein Jahr gewartet, um genau dieses Fenstermodell einbauen zu können. Denn wir wussten: Es wird perfekt zu unserem Haus passen. Baufamilie

Helles, liebevoll gestaltetes Badezimmer – das sanfte Tageslicht sorgt sofort für Ruhe und Wohlbefinden.

Die Farbharmonie erhält durch die Vorhänge einen gestalterischen Akzent. Die auch formal stimmige Fenstertür in der Nische ermöglicht den Zugang ins Freie.

Ruhiges, harmonisches Schlafzimmer. Das Fenster setzt einen eleganten Akzent und bringt angenehme Helligkeit. Naturtöne, warme Stoffe und die strukturierte Wand hinter dem Bett schaffen Gemütlichkeit.

Die Bauherren hatten ein Ziel: Dieses Haus sollte nicht einfach nur erneuert, sondern in seinem ursprünglichen Charakter wieder erlebbar werden. Das sogenannte „Bäckerhaus“ – ein Gebäude mit Geschichte, das seit der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts besteht – wurde mit viel Liebe, Feingefühl und Respekt vor seiner Vergangenheit restauriert. Die Seele blieb erhalten, das feine Gespür für Ästhetik ist an jeder Stelle des Gebäudes zu spüren. Das beginnt schon bei der Fassade. Die historische Fassadenstruktur wurde behutsam durch präzise Stuckarbeiten und eine harmonische Neuaufteilung der Fenster nachgebildet. Die dezente Farbgestaltung sorgt dafür, dass sich das Haus unaufdringlich in die Umgebung eingliedert. Gerade die Fenster spielen hier überhaupt eine Schlüsselrolle: Ihre Proportionen, Tiefe, die Sprossen und die helle Farbe fügen sich nahtlos in die klassische Gestaltung ein und betonen den ruhigen, ausgewogenen Rhythmus der Fassade.

Der besondere Charme blieb erhalten Im Inneren offenbart das Haus seine ganz eigene Persönlichkeit. Kein Winkel ist rechtwinklig – jede Wand folgt dem ursprünglichen Straßenverlauf. Besonders im Esszimmer, unter dem sanft geschwungenen Gewölbe, wird die Geschichte des Hauses spürbar. Durch die Fenster fällt weiches Tageslicht. Das warme Beige der Wände, der Holzboden und die zarten Rundungen der Decke erzählen von einem Haus, das schon vieles gesehen hat. Die Fenster fügen sich durch die Sprossen und die feine Profilierung harmonisch in die historischen Räume ein.

Wunsch der Baufamilie war ein helles, liebevoll gestaltetes Badezimmer, das durch das sanfte Tageslicht sofort eine wohltuende Stimmung ausstrahlen sollte. Dazu ein ruhiges, harmonisches Schlafzimmer: Naturtöne, warme Stoffe und eine strukturierte Wand sorgen für eine gemütliche, entspannte Atmosphäre.

Bei der Auswahl der Fenster fiel die Entscheidung bewusst auf Josko. Ursprünglich war geplant, klassische Kastenfenster einzubauen, doch der Wunsch, die historischen Laibungen zu erhalten, führte zu einer anderen Lösung. Das gewählte Fenstermodell Amber vereint die Wärme von Holz im Innenraum mit der Langlebigkeit von Aluminium außen – ein Fenster für Generationen.

Das Haus zur alten Bäckerei im Innviertel ist ein Beispiel dafür, wie historische Architektur in neuem Licht erstrahlen kann. I

Haus zur alten Bäckerei

OBJEKTTYP

Einfamilienhaus

BAUJAHR zweite Hälfte 18. Jahrhundert

PROJEKTART

Sanierung Stil New Classic

PRODUKTE

Fenster, Ganzglassysteme, Terrassentür: Amber Holz/Aluminium Innen: Fichte in einem warmen Weiß

Außen: Aluminium in Seidengrau

HERSTELLER

Josko Fenster und Türen

Josko Straße 1

A-4794 Kopfing

Telefon +43 (0)7763/2241-0 office@josko.at www.josko.com

Die Fenster mit dem elegantem Griff bieten viel Licht und setzen einen ruhigen, klaren Kontrast zur lebendigen Wandgestaltung.

Fotos: Heidemarie Pleschko für Josko

Das Ruheplätzchen vor dem Haus mit der Außeneinheit der Luft/Wasser-Wärmepumpe als fotogener Hintergrund: Cathrin Geils sieht der Zukunft des Heizens ganz entspannt entgegen, denn mit der Wärmepumpen-PVKombination ist ihr Haus zu einem beträchtlichen Anteil energetisch unabhängig.

Jetzt energetisch zukunftsfähig

Mit nur wenigen Maßnahmen und ohne zusätzliche Fassadendämmung hat Familie Geils aus Rotenburg an der Wümme ihr Reihenhaus auf eine Luft/WasserWärmepumpe umgestellt.

Das eigene Reihenhaus energetisch zukunftsfähig zu machen, also auch ohne Gasheizung, das war das Ziel von Frank und Cathrin Geils. Ihre Wahl fiel auf eine Luft/Wasser-Wärmepumpe, die sie zu über 50 Prozent mit eigenproduziertem Strom betreiben. Damit ist die Familie vor unkalkulierbaren Kostensteigerungen von fossilen Brennstoffen sicher. Das Reihenhaus mit 140 Quadratmetern Wohnfläche ist typisch für das Baujahr 1968 –solide, aber energetisch ineffizient. Die Gebäudehülle ließ Familie Geils größtenteils unberührt und entschied sich für kleine Maßnahmen mit großer Wirkung. Der Umbau erfolgte demnach

mit minimalinvasivem Aufwand: Keine Dachoder Fassadendämmung, kein Fenstertausch, sondern nur die Dämmung der obersten Geschossdecke und der Fensternischen hinter den Heizkörpern sowie der Einbau drei neuer Heizkörper für eine effizientere Verteilung der von der neuen Luft/Wasser-Wärmepumpe gelieferten Wärme.

Die Außeneinheit der Luft/Wasser-Wärmepumpe platzierte Frank Geils neben der Haustür unter dem Küchenfenster – installationstechnisch optimal, weil die Anbindeleitungen in den ehemaligen Heizungskeller nur kurz sind. Und auch die geringen Laufgeräusche stören niemanden.

„Zusätzlich wurde eine PV-Anlage installiert. Meine Nachbarn konnten also ganz konkret sehen, wie einfach auch energetisch nicht so günstige Bestandsgebäude auf diese nachhaltige Wärmetechnik umgestellt werden können. Das hat einen spürbaren Sogeffekt erzeugt“, erzählt Frank Geils.

„Unser Heizungstausch hat wie eine Initialzündung gewirkt“, berichtet Frank Geils. Als der SHK-Handwerksmeister vor rund zwei Jahren im Rahmen der Renovierung seines Reihenhauses den Heizungstausch vornahm, war das schnell das Gesprächsthema in der Nachbarschaft. Inzwischen haben die beiden Nachbarhäuser und diverse andere in der Siedlung nachgezogen. Nicht ohne Grund, denn die Umstellung zahlt sich aus.

Das Energiekonzept im Detail: Das Herzstück des neuen Heizsystems bildet die Luft/ Wasser-Wärmepumpe „aroTHERM plus“ mit 5,4 Kilowattstunden Heizleistung. Ergänzt wird sie durch einen Warmwasserspeicher vom Typ „uniTOWER plus“ sowie eine Photovoltaik-

Der Standort der Außeneinheiten jeweils im Eingangsbereich war nur kurz ein Thema: Die Wärmepumpen sind so leise, dass sie selbst unter Volllast kaum zu hören sind, so die Anwohner.

Mit der neuen Heiztechnik lässt es sich während der kalten Jahreszeiten in allen Räumen einfach schöner und behaglicher wohnen.

anlage mit 5,7 Kilowattpeak Leistung und einem Batteriespeicher.

In den vergangenen zwei Jahren hat das berufstätige Ehepaar pro Jahr im Schnitt etwa 7000 Kilowattstunden Strom verbraucht. Mehr als die Hälfte dieses Verbrauchs haben sie über die eigene PV-Anlage erzeugt und zu gut zwei Drittel selbst direkt verbraucht und 1346 Kilowattstunden haben sie eingespeist, wie die Auswertung über die „myVaillant“-App

Eine Häuserzeile aus vier Einheiten, energetisch unterschiedlich saniert – aber drei davon werden bereits durch identische Luft/WasserWärmepumpen vom Typ „aroTHERM plus“ beheizt.

Effiziente Stromerzeugung auf dem eigenen Hausdach: Inzwischen verfügen weitere Reihenhäuser über Photovoltaikanlagen.

„In aller Regel reicht die vorhandene Wärmeverteilung auch in nur teilsanierten Altbauten mehr als aus, um die Wärmepumpen effizient betreiben zu können“

Frank Geils, SHK-Handwerksmeister

SHK-Handwerksmeister Frank Geils (rechts) und Vaillant-Verkaufsberater

Stefan Reichelt sehen die Luft/Wasser-Wärmepumpe auch in nur teilsanierten Bestandsbauten als wesentlichen Baustein der Wärmewende.

Die witterungsgeführte Funk-Regelung „sensoCOMFORT“ ist einfach zu bedienen und hilft dabei, Energie zu sparen.

zeigt. „Im Ergebnis haben wir also noch etwa 4300 Kilowattstunden Strom zukaufen müssen“, rechnet Frank Geils vor: „Bei einem Strompreis von 30 Cent pro Kilowattsunde macht das am Ende Energiekosten von nur noch 1290 Euro pro Jahr aus.“

Reihenhaus

BAUJAHR 1968

WOHNFLÄCHE 140 m²

DÄMMUNG

Geschossdecke und Fensternischen hinter den Heizkörpern

PHOTOVOLTAIK

Module mit 5,7 Kilowattpeak

Leistung, Batteriespeicher

HEIZECHNIK

Luft/Wasser-Wärmepumpe aroTHERM plus WARMWASSER

uniTOWER plus, 185 Liter, 3 neue Heizkörper

HERSTELLER

Vaillant www.vaillant.de

Die Modernisierungskosten von rund 50 000 Euro für die Luft/Wasser-Wärmepumpe samt Warmwasserspeicher und PV-Anlage hat eine staatliche Förderung von rund 20 000 Euro spürbar abgefedert. Auf den ersten Blick erschien die Investition höher als bei einem konventionellen Heizungstausch. Doch wie Cathrin Geils betont: „Mit der CO₂-Bepreisung auf Gas ist das eine Milchmädchenrechnung. Die Preise für fossile Brennstoffe werden künftig stärker steigen als bisher. Mit der elektrischen Luft/Wasser-Wärmepumpe, die zu über 50 Prozent durch Strom vom eigenen Hausdach angetrieben wird, sind wir aber vor diesen unkalkulierbaren Kostensteigerungen sicher.“ I Reportage Wärmepumpe

Aber die Umstellung zahlt nicht nur auf die Energiekosten, sondern auch auf Nachhaltigkeit ein. Denn auf einen Teil Antriebsenergie

kommen fast drei Teile nachhaltige Umweltwärme. Frank Geils betont: „Wir schonen mit unserer neuen Heizungsanlage nicht nur die Umwelt, sondern gleichzeitig den Geldbeutel – und das auf Jahre hinaus.“

Die Kosten-Nutzen-Analyse

Fotos: Vaillant

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Ratgeber

Die smarte Wahl

Wenn die Heizanlage in einem Altbau modernisiert werden soll, stellen sich Eigentümer häufig folgende Frage: Sind Wärmepumpen eine realistische Alternative zu Gas oder Öl? Entgegen der weitverbreiteten Annahme, Wärmepumpen seien nur für Neubauten rentabel, belegen Studien aus der Praxis längst das Gegenteil.

Lange Zeit herrschte der Irrglaube, dass die Wärmepumpe eine ineffiziente und teure Lösung für alte Gebäude ist. Diese Skepsis speiste sich vor allem aus den Kinderkrankheiten früherer Gerätegenerationen, die den spezifischen Anforderungen von Bestandsbauten oft nicht gewachsen waren. Doch die technologische Entwicklung ist seither rasant vorangeschritten. Heutige Systeme sind leistungsfähiger, flexibler und arbeiten unter Bedingungen, die vor einem Jahrzehnt noch als undenkbar galten. Um die tatsächliche Leistungs-

fähigkeit moderner Wärmepumpen zu bewerten, ist daher ein Blick auf aktuelle, empirische Daten unerlässlich.

Effizienz ist keine Frage des Baujahrs

Der Schlüsselindikator für die Effizienz einer Wärmepumpe ist die Jahresarbeitszahl (JAZ). Sie beschreibt das Verhältnis von erzeugter Wärme zum eingesetzten Strom im Jahresdurchschnitt. Mithilfe von entsprechenden Rechnern lässt sich diese messen. Beispiel: Produziert eine Anlage aus einem Teil Strom drei

Teile Wärme, beträgt die JAZ 3. Für Altbauten gilt ein solcher Wert bereits als wirtschaftlich.

Die Ergebnisse von wissenschaftlichen Feldtests wie denen des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme (ISE) widerlegen alte Vorurteile gegenüber Wärmepumpen eindrücklich. Die Studienergebnisse zeigen, dass marktübliche Luft-Wasser-Wärmepumpen in Bestandsgebäuden im Schnitt Werte von 3,1 bis 3,3 erreichen. Systeme, die auf Erdwärme zurückgreifen, erreichten sogar eine JAZ von durchschnittlich 4,1.

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