FACH SCHRIFTEN VERLAG
Juni/Juli 2019 € 3,50
Althaus modernisieren 6/7 2019
Österreich € 3,90; Schweiz sfr 6,30; BeNeLux € 4,20; Italien € 4,80; Slowakei € 4,80
Althaus
modernisieren
Wintergärten
Exklusive Glashäuser & mehr
Innenausbau
Elegante Türen & Treppen
Wärme fürs Haus
Gute Regelung spart Energie
Regenwasser sinnvoll nutzen SPECIAL: FassadenSanierung von A bis Z
Anbau nach Maß
VERLOREN IM DSCHUNGEL VON ETIKETTEN? DIE NF ZERTIFIZIERTEN WÄRMEPUMPEN - DIE ZERTIFIZIERTE SICHERHEIT ZU DEN BESTEN KOSTEN. Die Etiketten, Logos oder «Certificate of Excellence» fehlen nicht, aber nicht alle sind gleich. Die zertifizierten „European Heat Pump“-Wärmepumpen garantieren Ihnen ein Maß an energetischer Effizienz gemäß den europäischen Vorschriften. Dank der von Eurovent Certita Certification ausgestellten Zertifizierung «European Heat Pump» von Drittanbietern können Sie sicher sein, dass die von Ihrem Installateur empfohlene Wärmepumpe Ihre Erwartungen erfüllt. Die Leistung der von uns zertifizierten Wärmepumpen wird nach dem gleichen Protokoll bewertet. Die Tests werden unter genau den gleichen Bedingungen durchgeführt und die Fabrikprüfungen erfüllen die gleichen Anforderungen an Kompetenz, Unparteilichkeit und Unabhängigkeit. Mit mehr als 7000 in Europa zertifizierten Wärmepumpen bietet Ihnen die Marke «European Heat Pump» die größte Auswahl. Treffen Sie eine fundierte Entscheidung. Informieren Sie sich, indem Sie unsere Website besuchen, 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche und vergleichen Sie. Shutterstock ©Stokkete
www.eurovent-certification.com
E D ITO RIA L
Liebe Leserin, lieber Leser
S
ie halten jetzt die aktuelle Ausgabe Ihrer Zeitschrift in Händen. Wir hoffen, wie immer nach getaner Arbeit, dass Ihnen die Themenauswahl zusagt, dass Sie wichtige Erkenntnisse für Ihr Umbauvorhaben gewinnen können. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an alle LeserInnen, die sich bei uns melden, um uns ihre Erfahrungen bei der Renovierung des eigenen Hauses zu schildern. Dabei steht oft die vergebliche Suche nach Handwerkern im Mittelpunkt. Hier können wir oft den einen oder anderen Tipp geben. Denn bei größeren Maßnahmen sind meist Hersteller eingebunden, die wiederum ausführende Betriebe gelistet haben. Das ist eine große Hilfe. Die Auswahl unserer Umbau-Reportagen steht immer wieder bei Ihnen in der Kritik: Wir zeigen selbstverständlich auch Häuser, die in der gehobenen Preisklasse spielen. Aber wir sind überzeugt, dass sich trotzdem einzelne Aspekte und attraktive Ideen problemlos auf „normale“ Eigenheime herunterbrechen lassen. In dieser Ausgabe dürfen Sie sich auf eine ehemalige Molkerei und eine Windmühle freuen, die heute faszinierenden Wohnraum bieten. Was haben Sie für ein Bild vor Augen, wenn ich das Stichwort „Wintergarten“ nenne? Einen wunderschönen Glasanbau, der eine enge Verbindung zu Natur und Garten schafft und Sie bei Bedarf vor Wind und Wetter schützt? Dann sollten Sie unseren Beitrag ab Seite 60 nicht verpassen. Hier präsentieren wir die ganze Vielfalt an Möglichkeiten, sich diesen Traum zu erfüllen. Wer sich für dieses Renovierungsjahr eine Fassadensanierung auf die Agenda gesetzt hat, findet ab Seite 28 einen umfassenden Überblick – gerade auch mit dem Schwerpunkt Wärmedämmung, denn am Energiesparen kommt kein Hausbesitzer mehr vorbei. Apropos Energie: Unser Heiztechnik-Experte kümmert sich ab Seite 40 um die Wärmeverteilung mittels Heizkörper und danach steht das richtige Steuern und Regeln im Blickpunkt. Es erwarten Sie handfeste Tipps, wie Sie Ihre Heiztechnik auf Vordermann bringen können.
Und jetzt viel Freude beim Lesen unseres Magazins!
m2
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Laminatboden 'Hickory Donada' 1285 x 192 x 10 mm
24658357 Eiche Vigo 1285 x 192 x 8 mm
24654294 Eiche Milford 1285 x 192 x 8 mm
20810872 Hickory Narava 1285 x 192 x 10 mm
23017849 Diamant Eiche 2000 x 192 x 10 mm
20810863 Marsala 1285 x 192 x 10 mm
VINTO LAMINATBÖDEN Landhausdiele, Holznachbildung, Nutzungsklasse 32, V4-Fuge 20 Jahre Garantie, in verschiedenen Formaten erhältlich
Kurt Jeni, Chefredakteur
www.logoclic.info | www.bauhaus.info
I N H A LT ALTHAUS M ODE RNISIERE N
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Titelhaus
4 ALTHAUS MODERNISIEREN 6/7 2019
Alte Mühle
Dachausbau
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Umnutzung
R EPORTAGEN
R AT G E B E R
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Dachausbau Früher lieferten die Bauern hier ihre Milch ab. Heute ist die „Alte Molke“ ein schönes Wohnhaus mit einer bezaubernden Dachwohnung. 12 Umnutzung Wohnen, wo andere Urlaub machen: An der Südlichen Weinstraße baute Familie Pieper ein altes Weingut in ein modernes Eigenheim um. 22 Perfektes Doppel Ein filigraner Anbau mit Holzfassade schafft mehr Wohnraum und wertet das alte Siedlungshaus spürbar auf. 74 Wohnen in der Mühle Außergewöhnlicher kann man kaum wohnen: Eine alte Mühle im Münsterland mit bis zu 1,20 Meter dickem Gemäuer ist das neue Zuhause der rundum glücklichen Familie Bradford.
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Special Fassadensanierung Wir zeigen Ihnen in unserem großen Schwerpunktthema, wie Sie Ihre Hausfassade zeitgemäß ertüchtigen. Live vor Ort: Dacheindeckung Schiefer ist ein faszinierender Baustoff. Der Naturstein setzt ein Eigenheim glänzend in Szene. Heizkörper Sie sind Designobjekte und Wärme- lieferanten: Moderne Heizkörper senken den Energieverbrauch. Heizungsregelung Nur ein einjustiertes Regelsystem garantiert effiziente Wärme- erzeugung und Wärmeabgabe. Innentüren Wohnraumtüren sind zu einem wich- tigen Element der Raumgestaltung geworden. Wir stellen Ihnen die schönsten Modelle vor.
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Innentüren
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Wintergarten
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Trepppen
Heizkörper
PRO D UKT E UN D S E R VI C E
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Treppen 18 Sicher nach oben: Das müssen Sie 66 bei der Treppenwahl beachten. Schwimmbad 82 So verwirklichen Sie Ihren Traum vom privaten Pool im Garten. 83 Regenwassernutzung Wer Regenwasser sammelt, schont die Umwelt und den Geldbeutel. Wintergarten Ob klassisch oder modern: Winter- gärten erhöhen die Wohnqualität. Hier finden Sie Ihr Glashaus. Ferienimmobilien Reif für die Insel? Alles über den Immobilienkauf in Irland.
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renovieren.de
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Fassaden-Special 6/7 2019 ALTHAUS MODERNISIEREN 5
REPO RTA GE D ACHAUSBAU
Manfred Kaiser und seine Lebensgefährtin freuen sich über den geglückten Dachausbau.
Der Dachboden der „Alten Molke“ wurde vor dem Umbau lediglich als Abstellraum genutzt. Zum Glück waren das Dachgebälk und die alten Holzbalken überwiegend in gutem Zustand und konnten somit erhalten bleiben.
6 ALTHAUS MODERNISIEREN 6/7 2019
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Ortskern revitalisiert Zehn Jahre stand die „Alte Molke“ im Zentrum von Kettershausen im Allgäu leer. Manfred Kaiser nahm sich des über 100 Jahre alten Gebäudes an und erweckte es zu neuem Leben. Zum Mehrfamilienhaus umgebaut, belebt es nun die Ortsmitte. Eine große Herausforderung bei der Modernisierung war der bislang nicht genutzte, dunkle Dachboden. Zahlreiche Dachfenster verwandeln ihn jetzt in einen modernen und tageslichtdurchfluteten Wohnraum.
Die über 100 Jahre alte „Alte Molke“, eine Milchsammelstelle für die Bauern im Ort, hat man behutsam saniert. Das Satteldach wurde mit Biberschwanz neu gedeckt und gedämmt, die Rundbogenform der Fenster im Erdgeschoss blieb erhalten. Dachfenster bringen Licht und Luft in den ausgebauten Dachraum.
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6/7 2019 ALTHAUS MODERNISIEREN 7
REPO RTA GE D ACHAUSBAU
Im Wohnbereich sorgen die beiden großen Dachfenster für viel Tageslicht. Kunstlicht wird hier fast nur noch nach Sonnenuntergang benötigt.
Auf der anderen Seite der beiden Lichtlösungen gibt es zwei weitere Velux-Fenster. Querlüften funktioniert so perfekt.
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eerstand führt zu einer Verödung der Ortsmitten – ein Problem, vor dem viele Dörfer stehen. Auch in Kettershausen, einer Gemeinde im Allgäu mit rund 1800 Einwohnern, gab es Handlungsbedarf: die „Alte Molke“ im Ortskern, eine mehr als 100 Jahre alte Milchsammelstelle für die Bauern, die 10 Jahre leer stand, bis Manfred Kaiser das Gebäude erwarb. Getreu seinem Motto „Altes erhalten und Besseres daraus machen“ ließ er das alte Gemäuer sanieren und in ein modernes, schönes, lichtdurchflutetes Mehrfamilienhaus umwandeln. Die ehemalige
Gewerbefläche im Erdgeschoss wurde in eine Wohnung umgewandelt und die darüberliegende, bereits vorhandene Wohnung umfassend renoviert. Die größte Veränderung erfuhr der bisher ungenutzte Dachboden. Auch in diesem Raum sollte attraktiver Wohnraum entstehen. Um zeitgemäßen Ansprüchen an Wohnqualität gerecht zu werden, galt es, die 75 Quadratmeter große Wohnfläche mit viel Tageslicht und frischer Luft zu versorgen. „Ich genieße die Helligkeit und den tollen Ausblick durch die vielen Dachfenster jeden
Tag“, erzählt Manfred Kaiser, „und falls mal die Konzentration am Schreibtisch
nachlässt, lüfte ich kurz – schon geht’s wieder deutlich besser weiter. Es war für mich daher ganz klar, dass auch der Dachboden der Alten Molke mit so viel Licht versorgt werden soll, dass er auch in den trüben Wintermonaten noch schön hell ist.“ Das Dach musste für weiteren Tageslichteinfall geöffnet werden. Manfred Kaiser wollte die Geometrie der ursprünglichen Dachform, ein Satteldach mit Wiederkehr, möglichst wenig verändern und entschied sich deshalb bewusst gegen Gauben. Wie in den beiden Stockwerken darunter, ging der Bauherr auch beim Ausbau
Die zwei übereinanderliegenden Lichtlösungen „Duo“ nutzen den Abstand zwischen den alten Dachbalken perfekt aus. Rollläden sorgen auf Wunsch für Verdunkelung.
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REPO RTA GE D ACHAUSBAU
Insgesamt vier Dachfenster auf den gegenüberliegenden Dachseiten sorgen für viel frische Luft im Schlafzimmer.
Per Fernbedienung lässt sich der Rollladen ganz einfach öffnen und schließen.
10 ALTHAUS MODERNISIEREN 6/7 2019
Um den Bewohnern des Dachgeschosses den Zugang in den Garten zu ermöglichen, wurde vom Schlafzimmer eine Brücke direkt in den neu angelegten Terrassengarten gebaut.
Das Highlight der Dachgeschosswohnung sind allerdings die vielen Dachfenster, die Manfred Kaiser einbauen ließ: Insgesamt zwölf Velux-Fenster bringen Licht und Luft in den fast 50 Quadratmeter großen Koch-, Ess- und Wohnbereich und das angrenzende Schlafzimmer. Direkt neben der Küchenzeile sorgen zum Beispiel zwei übereinanderliegende Lichtlösungen „Duo“, die den Platz zwischen den Dachbalken perfekt ausnutzen, für einen fantastischen Ausblick. Gemeinsam mit den beiden gegenüberliegenden Dachfenstern können sie hervorragend für die Querlüftung genutzt werden. Küchengerüche und Feuchtigkeit können so schnell durch die geöffneten Dachfenster herausgelüftet werden. Im Wohnbereich befinden sich direkt über dem Sofa auf beiden Dachseiten große Dachfenster, die das Tageslicht großzügig in den Raum hineinlassen. „Es hat sich wirklich gelohnt, in den Wohn- und Essbereich mehr Dachfenster einzuplanen als gewöhnlich. Der Raum wirkt deutlich größer und freundlicher und Lampen benötigen die Mieter auch an trüben Tagen wirklich fast nur nach Sonnenuntergang“, freut sich Manfred Kaiser über die Entscheidung. „Die traditionelle Optik des Gebäudes wurde trotz der
zahlreichen Öffnungen im Dach kaum verändert.“ Auch das Schlafzimmer verfügt über zahlreiche Dachfenster. Insgesamt vier Bauelemente helfen dabei, ein gesundes, den guten Schlaf förderndes Raumklima herzustellen. So kann nicht nur die benötigte frische Luft schnell und einfach in das Schlafzimmer hereingelassen werden, auch die warme Luft im Raum, gerade im Sommer, kann dank effizienter Lüftung in den Abendstunden schnell mit der kühleren, frischen Außenluft ausgetauscht werden. Für die gewünschte Verdunkelung sorgen hier, wie auch im Wohnzimmer, außen liegende Rollläden. Sie verdunkeln den Raum nicht nur komplett, sondern halten auch noch optimal die Hitze ab und verbessern im Winter die Wärmedämmung. I
FAK TEN
ALT ABBRUCH NEU
Projekt: Sanierung „Alte Molke“ mit Dachausbau Baujahr: Wohnfläche im Dachgeschoss:
ca. 1910 ca. 75 m²
Bauweise: massiv Heizung: Flüssiggas
ABSTELL. WC/ BAD
WOHNEN, ESSEN KOCHEN
DACHGESCHOSS
ZIMMER
Dachfenster: 2 Schwingfenster 78 x 118 cm, 2 Schwingfenster 78 x 140 cm, 8 Klapp-SchwingFenster 78 x 140 cm, 11 „Integra“-Rollläden, elektrisch oder solarbetrieben, 1 Verdunkelungsrollo, alle von Velux
Fotos: Velux
des Dachgeschosses äußerst sensibel vor. Das Dach wurde natürlich gedämmt und wieder mit Biberschwanz eingedeckt. Das Dachgebälk und die Holzbalken im ersten Stock konnten weitestgehend erhalten bleiben, nur bei Bedarf wurden neue Balken eingesetzt. Im Dachgeschoss dienen die alten Balken nun auch als Gestaltungselement.
Auf der gemütlichen Terrasse lässt es sich schön entspannen und ausruhen.
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REPO RTA GE U MNUT Z UNG
Wohnen, wo andere Urlaub machen – und nicht andersherum: Nach diesem Motto stießen Anne und Michael Pieper bei ihrer Immobiliensuche in der SüdBauphase
lichen Weinstraße auf einen alten Winzerhof mitten im Ortskern. Beeindruckend, was daraus entstand.
Wohnen wie im Urlaub 12 ALTHAUS MODERNISIEREN 6/7 2019
6/7 2019 ALTHAUS MODERNISIEREN 13
REPO RTA GE U MNUT Z UNG
Tolles Raumgefühl und keine Einblicke von außen dank Tieferlegen dieser Ebene um 30 Zentimeter. Die Fenster blieben im bestehenden Raster, nur das hochformatige ist jetzt deutlich größer. Parkett: Eichenvollholz.
Die Brüstung der Galerie besteht aus Sicherheitsglas, der Handlauf aus Aluminium.
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Ganz oben: Die aus Buchen-Multiplexplatten gefertigte Treppenanlage sitzt an der Schnittstelle zum ehemaligen Kolonialwarenladen. Oben: Der Bodenbelag aus SechseckFeinsteinzeug (FAP Ceramiche) setzt sich an der Küchenwand fort. Links: Ein kleiner Kaminofen macht die geschützt neben der Treppe angeordnete Sitzecke noch gemütlicher.
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REPO RTA GE U MNUT Z UNG
Der Abriss einer Zwischenwand verdoppelte die Raumgröße. Die Ziegel der gemauerten Wandscheibe sind recycelt.
Split-Level: Auf der Zwischenebene befindet sich das Elternschlafzimmer. Fensterbretter: Eiche.
Die Treppe zur Schlafebene von Paula ist eine von den Bauherren selbst entworfene Schreinerlösung. Material: wiederum Buchen-Multiplex.
Die Natursteinwand im Eingangsbereich ist Teil des historischen Weinkellers. Sie wurde in aufwendiger Eigenleistung freigelegt und neu verfugt.
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Auch der Sockel ist jetzt verputzt. Die Fassaden sind hydrophobiert.
E
Recycling – ein wichtiges Stichwort bei dieser Umnutzung des bis in die 1970erJahre immer wieder überformten Anwesens. „Prämisse war die Erhaltung der historischen Elemente“, sagt Anne Pieper. Sie ist beruflich Stadtplanerin und beauftragte für die Leistungsphasen 1 bis 5 einen Architekten aus der Region: Gunther Hißler, der sie aufgrund seiner Referenzen und Erfahrung mit historischer Bausubstanz überzeugt hatte. Mit viel Eigenleistung entfernten die Bauherren die Geschossdecken. Der Bo-
HWR
den des künftigen Funktionsbereiches Wohnzimmer/Küche/Büro wurde 30 Zentimeter tiefer als die ehemalige Erdgeschossebene aufgelagert. Den Sandsteingewänden hatte die Witterung erheblich zugesetzt. Sie wurden, da man sich zugunsten eines teilweise bis zu 10 Zentimeter dick aufgebrachten Innendämmputzes gegen einen Vollwärmeschutz entschieden hatte, sandgestrahlt und im Eingangsbereich ersetzt. Für die Fassung des auf 3,50 Meter erhöhten, feststehenden Fensters wählten die Bauherren einen gelben Sandstein, der sich harmonisch ins Gesamtbild fügt. Glücksfall: Das ehemalige Hoftor musste weichen, sonst wäre der Kran nicht auf das Grundstück gekommen. Heute bildet ein Hoftor, gefertigt aus mit der Zeit silbern vergrauendem Lärchenholz den semitransparenten Übergang zum öffentlichen Raum. Eine Korkeiche markiert den Eingang. I
EINGANG
BAD
WOHNEN/ ESSEN
ALT KIND
ABBRUCH NEU
ERDGESCHOSS
OBERGESCHOSS
Baujahr: 1721/1876 Umbau: 2017 Wohnfläche: ca. 130 m2
Heizung: Gas-Brennwerttherme, Solarthermie
BÜRO
KOCHEN
FAK TEN
Bauweise: Fachwerk, Sandsteingewände teils erneuert, neue Deckenkonstruktionen, Dachdämmung: Holzweichfaserplatten, Fenster dreifachverglast
ELTERN
WC
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Architekt: Architekturbüro Hißler 67098 Bad Dürkheim www.architekturbuerohissler.de
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Fotos und Text: bernhardmuellerfoto.de, Vorherfotos: Marie-Katrin Turgetto
ine so umfassende Sanierung kann nicht ohne Überraschungen ablaufen. Die größte war bei Anne und Michael Piepers ambitioniertem Projekt eine Dachpfette, die sich während des laufenden Innenausbaus als nicht tragfähig genug erwies, weshalb das Dach komplett erneuert werden musste – logistisch zu diesem Zeitpunkt eine echte Herausforderung! Schon im Vorfeld war eine weitere Hürde erkannt worden: Der über dem historischen Weinkeller verbaute, fast 150 Jahre alte Tragbalken aus Eiche war abgesackt und sorgte für ein 7-prozentiges Gefälle im ganzen Haus. Dieses ließ sich nur durch die Erneuerung aller Geschossdecken und den Einzug eines Stahlträgers berichtigen. Der Balken lagert jetzt im Nebengebäude und harrt seiner Wiederverwertung, zum Beispiel als Rohmaterial für einen Esstisch.