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EuroNatur Magazin 2026/3

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Heft 3/2026

Flamingo beflügelt Widerstand in Albanien Sehet und staunet: Siegerbilder des Fotowettbewerbs 49 Projekte am Grünen Band Europa zeigen Wirkung

www.euronatur.org


Gewinner Fotowettbewerb

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INHALT 4

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Immer im Heft

Flamingo-Revolution in Albanien: Die Farbe des Widerstands ist rosa

Gewinner des Fotowettbewerbs 2026

Wie BESTbelt das Grüne Band Europa stärkt

20 Jahre Einsatz für den Balkanluchs

Der Erblotse: Testament einfach und sicher entwerfen

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Inhalt

Jubiläum im Storchendorf Rühstädt

Was vor dem Klick geschah: Inferno im Urlaubsparadies

3 Editorial 16 Produkte EuroNatur Service GmbH 28 Kurz gemeldet 31 Pressespiegel 31 Impressum 3 /2026

Bild: ERA - Balkanluchs (Lynx lynx balcanicus))

Bild: Tivet Studio

Bild: Enric Riera Romà- Gewinner des Titelbildes Kalender 2027 - Rosaflamingo (Phoenicopterus roseus)

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Bild: Thomas Potthast - privat

Liebe Freundinnen und Freunde von EuroNatur, auch wenn es dieser Tage eher anders auszusehen scheint: Manchmal sind es nicht die Mächtigen, die Geschichte schreiben, sondern die Menschen, die sich ihnen entgegenstellen. Friedlich und fantasievoll, beharrlich und mutig. Die Geschehnisse der zurückliegenden Monate aus Albanien haben mich tief beeindruckt: Tausende Menschen gehen täglich auf Straßen und Plätze, junge und ältere, Künstler, Wissenschaftlerinnen, Familien. Sie protestieren gegen die Zerstörung eines einzigartigen Naturraums an der Küste ihres Landes. Und sie tun dies mit einer Symbolfigur, die auf den ersten Blick ungewöhnlich erscheinen mag: dem Flamingo. Die „Flamingo-Revolution“, wie die Bewegung in den Medien schon früh betitelt wurde, ist weit mehr als Protest gegen ein einzelnes Bauprojekt oder der Konflikt um die Zukunft einer Lagune. Sie steht für eine grundlegende Frage unserer Zeit: Sind attraktive Orte mehr als bloße Ressource? Orte, deren vermeintlicher Wert sich nicht in Yachten, Luxus-Resorts oder Golfplätzen bemessen lässt? Aus ethischer Sicht, die politisch in der UN-Konvention über die biologische Vielfalt (CBD) sowie im Bundesnaturschutzgesetz auch rechtlich-politisch verankert wurde, ist die Antwort eindeutig: Natur besitzt auch einen eigenen Wert. Sie ist nicht nur für Menschen und deren Interessen da, sondern bildet die Wertvolle Grundlage allen Lebens. Die Narta-Lagune mit ihren Flamingos, Pelikanen und zahllosen anderen Arten ist kein leerer Raum, der auf wirtschaftliche Erschließung wartet. Sie ist ein gewachsenes Ökosystem und Teil des europäischen Naturerbes. Wer einen solchen Ort verteidigt, verteidigt mehr als einen Lebensraum. Er oder sie verteidigt die Grenzen dessen, was wir als Gesellschaft bereit sein müssen zu achten, zu erhalten und zu fördern.

Gerade deshalb berührt nicht nur mich die albanische Protestbewegung so sehr. Hier treten Menschen für die Unverletzbarkeit der gewachsenen Natur ihres Landes ein. Sie machen deutlich, dass Fortschritt nicht darin bestehen kann, die letzten intakten Naturräume zu opfern. Und sie zeigen, dass Naturschutz keine Angelegenheit weniger lokal Betroffener und Fachleute ist, sondern eine Verantwortungsfrage für die gesamte Gesellschaft. Wie sich die Lage in Albanien weiterentwickelt, wissen wir nicht, genauso wenig ob es der Flamingo-Bewegung letztlich gelingen wird, den wirksamen Schutz der Narta-Lagune zu erreichen. In jedem Fall hat diese Bewegung schon jetzt wesentliche Veränderungen erreicht: Die albanische Zivilgesellschaft sendet ein klares Zeichen pro Naturschutz in einer Zeit, in der der Schutz der biologischen Vielfalt massiven Gegenwind erfährt. Zudem erinnert die albanische Zivilgesellschaft die Regierenden Albaniens daran, dass sie im Mai 2025 zwar für weitere vier Jahre gewählt wurden, dass sie dies jedoch nicht von ihrer Rechenschaftspflicht entbindet. Zu guter Letzt haben die Bürgerinnen und Bürger Albaniens erfahren, dass Meinungsäußerung und politische Einmischung wirksam sind. Alle drei Elemente gehen weit über die Narta-Lagune hinaus und senden ein hoffnungsvolles Signal für die Zukunft. Möge diese Hoffnung Schule machen. In Albanien. In Europa. Und überall dort, wo von Menschen bedrohte Natur viele andere Menschen braucht, die für sie einstehen. Ihr Prof. Dr. Thomas Potthast Präsident der EuroNatur Stiftung

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Editorial

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Bild: Trivet Studio

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Flamingo-Revolution

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Die Farbe des Widerstands ist rosa

Bauarbeiten in der Narta-Lagune führen zur Flamingo-Revolution Bagger, LKW, Planierraupen: Wo eigentlich Flamingos und Pelikane auf Nahrungssuche gehen, Meeresschildkröten ihre Eier ablegen und sich sogar die sehr seltenen Mönchsrobben blicken lassen, rollten in diesem Frühling schwere Maschinen. An Albaniens Adriaküste rissen sie Dünen auf und legten Baustraßen an. Was den Weg ebnen sollte für ein Mega-Resort an einem der letzten unverbauten Küstenabschnitte Albaniens, könnte sich für Premierminister Edi Rama zu einem Eigentor entwickeln. Er hat offensichtlich nicht mit der Empörung seiner Landsleute über den unverschämten Ausverkauf des Landes und seiner Naturschätze gerechnet. Wochenlang demonstrieren die Menschen in Albanien jeden Tag für Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und den Schutz eines einzigartigen Naturparadieses: Vjosa-Narta. Auch die albanische Diaspora hat sich rasch mobilisiert und in etlichen europäischen und amerikanischen Städten große ausdauernde Proteste auf die Beine gestellt. Dabei avancierte der Flamingo zum Symboltier der Protestierenden. Der Flamingo vereint ein ganzes Volk: In weiten Teilen Albaniens gehen (sehr) Jung und Alt auf die Straße, um gegen die Baupläne der Regierung in der Narta-Lagune zu demonstrieren. 3 /2026

Flamingo-Revolution

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Bilder: Trivet / Motrat Paja, Nikoleta Mehmeti, Trivet Studio

Idyllisch: Das Schutzgebiet Vjosa-Narta ist ein Mosaik verschiedener Lebensräume und ein Hotsport der Artenvielfalt an der Adriaküste. Bild rechts: Zerstörerisch: Die Investorenpläne bedrohen das Schutzgebiet. LKW haben bereits die Grundlagen für Straßen im Gelände gelegt.

Spa statt Schutzgebiet?

Luxusresort-Pläne bedrohen Albaniens Naturschätze „Herrliche weiße Sandstrände“ April 2026: Klare Morgenluft liegt über der Narta-Lagune, die ersten Sonnenstrahlen lassen das Wasser schimmern. Schwärme von Watvögeln ziehen über die Lagune, Möwen kreisen rufend am Himmel, und zwischen den seichten Ufern suchen Flamingos nach Nahrung. Ihr zartes Rosa hebt sich von den Blau- und Grüntönen der unverbauten Landschaft ab, die sich bis zu den Dünen und Pinienhainen an der Adriaküste erstreckt. Wo Süß- und Salzwasser aufeinandertreffen, entfaltet sich ein außergewöhnlicher Reichtum an Leben. Reiher stehen reglos im flachen Wasser, Kormorane trocknen ihre Flügel in der Sonne und aus den Büschen erklingen die Balzrufe etlicher Schwirle und Rohrsänger. Szenenwechsel, Mai 2026: Bagger fressen sich Meter für Meter durch den sandigen Boden, Planierraupen ziehen tiefe Furchen durch das Gelände, Lastwagen rollen über provisorische Straßen. Statt Vogelgesängen und Möwenrufen übertönt das Dröhnen von Motoren die Lagune; Staub liegt in der Luft. Die Weite der Landschaft ist noch da, das Glitzern des Wassers sichtbar. Aber zwischen Meer und Lagune hat ein anderer Takt Einzug gehalten: Es ist nicht mehr der Rhythmus der Natur, sondern der einer Baustelle, die eine der wertvollsten Naturlandschaften Albaniens zerstört.

Als Hauptinvestor wird der Schwiegersohn des US-Präsidenten, Jared Kushner genannt. Dessen Frau Ivanka Trump schwärmt öffentlich von herrlichen weißen Sandstränden und einer wunderschönen Privatinsel im Mittelmeer. Doch die Lage ist verworren. Vermutlich stehen hinter den aktuellen Bauarbeiten auch albanische Oligarchen und mafiöse Strukturen. Auf jeden Fall geht es um viel Geld. „Eigentlich spielt es keine große Rolle, wer hinter den Plänen steckt“, sagt Gabriel Schwaderer, Geschäftsführer von EuroNatur. „Der eigentliche Skandal ist, dass hier überhaupt gebaut wird.“ Die Gegend ist nämlich Teil des seit 2005 bestehenden Landschaftsschutzgebiets Vjosa-Narta und gehört zum Mündungssystem der Vjosa – die erst 2023 in ihrer Gänze als Vjosa-Wildfluss-Nationalpark unter höchsten Schutz gestellt wurde.

Hier ein Kiosk, dort ein paar Sonnenschirme, ansonsten ist der Strand bei Zvërnec noch unverbaut. Das soll sich, ginge es nach den Plänen der albanischen Regierung, bald ändern.

Bild: Arsen Roshi

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Mitten in die weitestgehend unberührte Natur des Vjosa-Deltas soll ein milliardenschweres Tourismusprojekt gebaut werden: mit Luxushotels, Yachthäfen und Ferienvillen. Die Pläne machen vor der Narta-Lagune keinen Halt. Auch die unbewohnte Insel Sazan, einst eine Militärbasis, ist ins Visier der Investoren geraten.

Flamingo-Revolution

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Mutig: Zu Tausenden gehen die Albanerinnen und Albaner auf die Straße, um ihre Stimme gegen das Bauvorhaben zu erheben.

Gesetzesänderung öffnet Tür für Bauprojekte in Schutzgebieten

Proteste zeigen Wirkung

Grundlage für die Bauarbeiten, die ohne transparente Genehmigungsverfahren, Umweltverträglichkeitsprüfungen oder öffentliche Beteiligung erfolgen, ist eine dubiose Gesetzesänderung vor zwei Jahren. Diese ermöglicht eine Umgehung oder zumindest eine deutliche Beschleunigung von Genehmigungsverfahren für Tourismusgroßprojekte in Schutzgebieten. Schon damals haben wir im Zuge dieser Gesetzesänderung gemeinsam mit unseren albanischen Partnern auf die möglichen Folgen für die Natur des Landes durch diesen juristischen Winkelzug aufmerksam gemacht, vor allem in Brüssel.

Der ungewohnte Druck von Seiten der Europäischen Union kommt für Premier Edi Rama vermutlich überraschend. Womit er sicher nicht gerechnet hat, ist der Druck von der Straße. Tausende Albanerinnen und Albaner demonstrieren seit Ende Mai wochenlang gegen die Regierung in Tirana, ganz überwiegend friedlich und sehr kreativ. Schnell reichten die Proteste weit über den Schutz der Narta-Lagune hinaus. Es geht den Albanerinnen und Albanern um Landrechte, Korruption und den befürchteten Ausverkauf ihres Landes an Investoren. Viele fordern den Rücktritt Edi Ramas.

Zwar haben sich die Europäische Union, der Albanien unbedingt beitreten möchte, und der Adria-Staat bei der Eröffnung des Umweltkapitels im Rahmen der EU-Beitrittsverhandlungen darauf geeinigt, dass die gegen EU-Recht verstoßende Änderung des albanischen Schutzgebietsgesetzes zurückgenommen wird. Als Frist für die Erledigung aller Hausaufgaben im Rahmen des Umweltkapitels wurde Ende 2027 vereinbart. Offensichtlich verfolgt die albanische Regierung unter Premierminister Edi Rama jedoch einen perfiden Plan und will die Schlupflöcher des albanischen Schutzgebietsgesetztes bis Ende nächsten Jahres nutzen, um so viele Bauprojekte wie möglich in Naturschutzgebieten zu genehmigen.

Albaniens Premier will davon jedoch nichts wissen. Er sieht, ähnlich wie beim Bau des Vlora-Flughafens unweit der aktuellen Baustelle, keine rechtlichen Bedenken und will das Projekt unbedingt durchdrücken. Gleichzeitig behauptet er, dass es gar kein Projekt gäbe und nennt ziemlich fadenscheinige Gründe für die offensichtlichen Bauarbeiten in der Lagune. Zumindest hat Rama aber veranlasst, diese vorläufig zu stoppen.

„Was im Vjosa-Delta vor sich geht, gefährdet nicht nur einzigartiges Naturerbe, sondern untergräbt auch die Glaubwürdigkeit Albaniens im EU-Erweiterungsprozess“, sagt Gabriel Schwaderer. „Mit der EU getroffene Vereinbarungen werden von der albanischen Regierung offensichtlich nicht ernst genommen. Wir fordern die sofortige Rücknahme der Änderungen des albanischen Schutzgebietsgesetzes, die nicht mit EU-Recht vereinbar sind. Bis dies geschieht, fordern wir ein Moratorium für alle Genehmigungsverfahren in Naturschutzgebieten. Das EU-Parlament unterstützt diese Forderung“, so Schwaderer.

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Es wird also weiterhin entscheidend sein, im Kampf für den Erhalt des Vjosa-Deltas nicht aufzugeben. Der vielfältige Druck auf die Regierung Rama muss aufrecht erhalten bleiben: der Druck aus Brüssel, der Druck von EuroNatur und ihren albanischen und internationalen Partnern, vor allem aber der Druck der Zivilgesellschaft in Albanien, die für die Bewahrung ihrer wunderschönen Natur und gegen den Ausverkauf ihres Landes so mutig und engagiert streiten.

Flamingo-Revolution

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„ Die Vorstellung macht mich sprachlos“ Stimmen zu den Ereignissen in der Narta-Lagune

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Bei meinen bisherigen Besuchen im Vjosa-Narta Schutzgebiet habe ich ein Gefühl der Weite erlebt: der Blick auf die unverbaute Strand- und Dünenlandschaft und auf das Meer sind einzigartig. Die Vorstellung, dass dieses Juwel in ein Luxusresort mit 10.000 Betten und Jachthafen umgewandelt werden soll, das nur wenigen zugänglich ist, macht mich sprachlos. Hier steht maßlose Profitgier gegen den Erhalt eines einzigartigen Naturgebiets, das von europäischer Bedeutung ist. Annette Spangenberg, Programmleiterin Fließgewässer bei EuroNatur

Auch die Albanerinnen und Albaner in der weltweiten Diaspora erheben ihre Stimme für den Schutz der Natur in Albanien und die Zukunft des Landes. Wir sagen entschieden Nein zur Zerstörung unserer Küsten, Lagunen und Schutzgebiete. Stattdessen fordern wir einen wirklichen Schutz der Natur, nicht nur auf dem Papier. Wir wollen transparente Entscheidungen, keine Umweltzerstörung für private Interessen und Respekt vor bestehenden Umweltgesetzen. Oneda Vruzhaj, Organisatorin der Proteste in Berlin

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Christian Stielow

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Flamingo-Revolution

Bilder: Anika Konsek, Lorena Pyze Xhafaj, Joan, Trivet Studio

Rilke schrieb einst: ‚Ein Kunstwerk ist gut, wenn es aus der Notwendigkeit heraus entstanden ist.‘ Vielleicht ist genau das hier geschehen. Der Protest fand seinen eigenen Weg – von der Wut zur Kreativität, von der Frustration zur Phantasie, vom Einzelnen zur Gemeinschaft. Was dabei entstanden ist, ist mehr als nur ein Symbol. Es ist eine Möglichkeit, mit dem Landschaftsschutzgebiet Vjosa–Narta verbunden zu bleiben. Der Protest geht weiter, die Fragen bleiben, ebenso wie die Hoffnung, dass diese wachsende Aufmerksamkeit letztendlich zu etwas Greifbarem für die Narta-Lagune führen wird. Lorena Pyze Xhafaj, Kommunikations- und PR-Managerin bei PPNEA

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Die Flamingo-Revolution sorgt für große mediale Aufmerksamkeit, nicht nur in Albanien selbst, sondern weltweit. Hier eine Auswahl der deutschen Presse. Frankfurter Rundschau, 12. Juli 2026 Das geplante Luxusresort in Zvërnec, rund 150 Kilometer südwestlich von Tirana, soll bis zu 10.000 Gäste beherbergen und vier Milliarden Dollar kosten. […] Die Stiftung EuroNatur schlug bereits 2024 Alarm, als die Pläne an die Öffentlichkeit gelangten. Geschäftsführer Gabriel Schwaderer sprach von einem „Desaster für Albaniens Natur“, sollten die Pläne umgesetzt werden. Süddeutsche Zeitung, 22. Juni 2026 Umweltschützer, etwa von der Stiftung EuroNatur, sehen dadurch „eines der wertvollsten Küstenökosysteme Europas“ existenziell bedroht: Das Mündungsgebiet des Flusses Vjosa, zu dem die Narta-Lagune gehört, ist Lebensraum für mehr als 200 Vogelarten und Dutzende andere, teils bedrohte Arten wie die Mittelmeer-Mönchsrobbe und Meeresschildkröten. Tagesschau, 14. Juni 2026

Vor zwei Wochen intensivierten sich die Proteste plötzlich […] Auslöser für die Empörung über das Projekt war laut Aleksandr Trajce von der Umweltschutzorganisation PPNEA die Einzäunung eines Gebiets bei Zvërnec. Als Baumaschinen und eine private Sicherheitsfirma eingesetzt wurden, sei die lokale Bevölkerung „richtig ärgerlich“ geworden, sagte Trajce laut der britischen Zeitung Guardian. Nun gehe es nicht mehr nur um die Umwelt – jetzt gehe es um etwas „viel Größeres“.

ZDF heute, 12. Juli 2026

Das Gebiet umfasst Lagunen, Salzwiesen, Dünen, Flussmündungen – damit ist es bedeutsam über die Grenzen Albaniens hinaus. Denn es betrifft den Schutz der biologischen Vielfalt in Europa im weiteren Sinne. Insbesondere angesichts der Tatsache, dass Albanien die EU-Mitgliedschaft anstrebe, so Annette Spangenberg von EuroNatur.

Der Spiegel, 4. Juni 2026 Anwohner und Umweltschützer sorgen sich eher um die Flora und Fauna der Insel [Sazan]. „Dieses Gebiet liegt im Meeresnationalpark Karaburun-Sazan. Das bedeutet, dass die Strände und Gewässer im Umkreis von zwei Kilometern um die Küste geschützt sind. Welche Auswirkungen werden große öffentliche Bauvorhaben, der Bau von Anlegestellen, der Yachtverkehr und Abwasserabflüsse auf diesen Ort haben?“ Olsi Nika, Umweltbiologe und Leiter der Nichtregierungsorganisation EcoAlbania, hat große Bedenken wegen des Trump-Kushner-Projekts. Weitere Presseberichte finden Sie auf Seite 31 und unter euronatur.org/pressespiegel

Transparenzhinweis: Dieser Text basiert auf dem Stand von August 2026. Möglicherweise hat sich die Situation bei Erscheinen des Heftes geändert. Bleiben Sie online auf dem aktuellen Stand:

www.euronatur.org/vjosa-delta

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Flamingo-Revolution

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Platz 3: Vladislav Mitkov Tasev Tod im Goldstaub

Ein wenig erinnert dieses Foto an die Gräber Hochwohlgeborener in früheren Zeiten, etwa an Pharaonen und ihre goldenen Sarkophage. Diese Honigbiene wurde in einer Sonnenblumenblüte vom Tode heimgeholt, noch während sie mit ihrer langen Zunge den Pollen aufgenommen hat. Die Todesursache des kleinen Insekts ist unbekannt, doch der Fotograf hat ihr mit dieser Aufnahme ein künstlerisches Vermächtnis geschaffen.

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Fotowettbewerb „Naturschätze Europas 2026“

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Schillernde Stars

Höhepunkte des Fotowettbewerbs „Naturschätze Europas “

In Albanien sind Flamingos zum Symbol einer Revolution geworden – übrigens das erste Mal in der Geschichte, dass eine Tierart namensgebend für eine Revolte steht – und auch den diesjährigen Kalender unseres Fotowettbewerbs zieren die eleganten Vögel. Doch es lohnt sich, nicht nur beim Cover des Kalenders zu verharren... Bereits zum 33. Mal veranstaltete EuroNatur in Kooperation mit der Zeitschrift natur, der Gelsenwasser AG und dem Fotofachgeschäft LichtBlick in Konstanz den internationalen Fotowettbewerb. Und noch immer gibt es Premieren: Zum ersten Mal belegt mit der Polin Agnieszka Florczyk eine Frau den ersten Platz der „Naturschätze Europas“. Wir gratulieren Agnieszka und allen anderen Gewinnerinnen und Siegern! Hinweis: Wegen Punktgleichheit der Jury gibt es diesmal zwei achte Plätze, aber keinen neunten Platz.

Die Jury des Fotowettbewerbs: EuroNatur Art Directorin Kerstin Sauer (o.l.) natur-Redakteurin Xenia El Mourabit (o.r.) Christiane Stewen von der Gelsenwasser AG (u.l.) Umwelt- und Agrarjournalist Peter Laufmann (u.r.)

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Fotowettbewerb „Naturschätze Europas 2026“

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Platz 1: Agnieszka Florczyk Am Schlafittchen gepackt Kraniche gehören zu den Vögeln, die vom Ausbruch der Vogelgrippe in den zurückliegenden Jahren besonders schwer getroffen wurden. Zu Tausenden verendeten die Vögel des Glücks an ihren Rastplätzen und Überwinterungsgebieten. Die Exemplare dieses Schwarms in Polen waren Ende Januar 2025 in bester Verfassung, einige Kraniche hatten sogar schon Frühlingsgefühle. Wer als vermeintlicher Nebenbuhler der Holden zu nahekam, musste mit einer Schwanzfeder dafür zahlen.

Platz 2: Luciano Casagranda Augen auf und durch Der Eisvogel jagt seine Beute per Fangstoß. Dabei lauern Eisvögel auf Sitzwarten über der Wasseroberfläche oder fliegen im Rüttelflug und stoßen dann mit dem Kopf voraus hinab. Die Augen des Eisvogels sind perfekt an das Tauchen angepasst: Er kann unter Wasser die Pupillen mit einer speziellen Haut schützen und so seine Augen offenhalten, um die Beute auch unter Wasser zu sehen. Eisvögel bevorzugen deshalb klares Wasser; im Trüben fischen sie erfolglos.

Platz 4: Alex Basha Die Stadt, die Qualle und das Meer Im Hintergrund sieht man die leider typische Silhouette einer spanischen Küstenlandschaft, verbaut mit Hochhäusern. Viele der Touristinnen und Urlauber, die in diesen Bettenburgen unterkommen, ahnen vermutlich nichts von den Wundern, die sich im Meer vor ihrer Hoteltür tummeln. Hier wiegt eine Spiegeleiqualle in den Wellen. Die für Badende vollkommen harmlose Quallenart kann sich im Gegensatz zu den meisten ihrer Verwandten aktiv fortbewegen.

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Fotowettbewerb „Naturschätze Europas 2026“

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Platz 5: Danijel Turnšek Reflexionen eines Braunbären Ein Moment, in dem alles zusammenpasst und sich zum perfekten Foto vereint: das warme Licht des Herbstes, die spiegelglatte Oberfläche des Sees, der direkte Blick des Braunbären auf sein eigenes Spiegelbild. Ob der Bär in diesem Moment über sich und sein Leben reflektiert hat? So oder so macht der Kontrast zwischen der kraftvollen Präsenz des Bären und die friedliche, fast zart anmutende Szenerie den Reiz dieses Bildes aus.

Platz 6: Krzysztof Baranowski Brautgeschenk Es geht noch einmal in die Nordischen Wälder, wo fern ab der Zivilisation oft nur die Stimmen der Tiere zu hören sind. In diesem Fall machte ein rufender Bartkauz den Fotografen in seinem Tarnzelt auf sich aufmerksam. Wenig später flog der Kauz mit einer erbeuteten Maus im Schnabel zu seinem Weibchen, das im Brutbaum auf ihren Eiern hockte. Bald schon würde das Männchen noch mehr Nahrung heranschaffen müssen.

Platz 7: Fabrizio Stefani Ich sehe dich! Schon wieder ein Fuchs? Denen begegnet man doch mittlerweile selbst am Potsdamer Platz in Berlin! Diese Aufnahme des kleinen Beutegreifers, der die sanften Wintersonnenstrahlen auf einem schneebedeckten Feld genoss, hat die Jury dennoch überzeugt. Vielleicht lag es an der Intention des Fotografen? Ihm war es wichtig, den Blick des Tieres einzufangen „und so die Tiefe der dahinterstehenden Persönlichkeit zu offenbaren“. Dies ist ihm unzweifelhaft gelungen. 3 /2026

Fotowettbewerb „Naturschätze Europas 2026“

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Platz 8: Bertrand Muffat Joly Verraten Dieser Schneehase in den französischen Alpen ist in seiner Schneemulde eigentlich perfekt getarnt; nur seine Pfotenabdrücke verraten ihn. Schneehasen haben sich im Laufe der Evolution perfekt an die harschen Bedingungen im winterlichen Gebirge angepasst, doch die fortschreitende Klimaerwärmung erschwert das Überleben der alpinen Population, auch durch die Hybridisierung mit den immer höher aufsteigenden Feldhasen.

Platz 8: Kotryna Burokevičiūtė Observiert Fühlen Sie sich beobachtet? Mit dem Gefühl sind Sie nicht allein… Während wir mit einem Augenpaar auskommen, haben Springspinnen derer vier. Vor allem in ihren auffällig großen und nach vorn ausgerichteten Hauptaugen haben diese Vertreter der Arachnoiden einen hoch entwickelten Sehsinn. Den brauchen die kleinen agilen Jäger aber auch; der namensgebende Sprung dieser Spinnen auf ihre Beute erfordert ein hohes Maß an räumlichen Sehfähigkeiten.

Platz 10: Pepe Badia Hängepartie Der richtige Moment fürs ideale Motiv währt meist nur Millisekunden und ist häufig eine Mischung aus Expertise und Erfahrung des Fotografen sowie Zufall. In diesem Fall wollte der Bildermacher eigentlich Blütenstängel fotografieren, doch der Siebenpunkt-Marienkäfer auf seiner Tour durch die violette Blütenlandschaft kam ihm durchaus gelegen. Es gelang dem Fotografen genau den Moment einzufangen, als der Käfer von einem Stängel zum anderen krabbelte – wobei dieser sich ganz schön strecken musste.

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Fotowettbewerb „Naturschätze Europas 2026“

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Platz 11: Konrad Funk Süßer Zahn Was ist denn das für eine süße Maus, mag manch einer beim Anblick dieses Bildes denken. Doch auch wenn sie ein wenig so aussieht und die Maus sogar in ihrem Namen trägt, ist die Haselmaus taxonomisch betrachtet gar keine Maus. Sie gehört zur Familie der Bilche; ihre nächsten Verwandten sind demnach der Garten- oder der Siebenschläfer, ähnliche niedliche Zeitgenossen. Neben einer Vorliebe für Beeren frisst die Haselmaus auch Samen, Knospen, Insekten und natürlich Haselnüsse.

Platz 12: Kerstin Pankratz Mit Schirm und Charme

Auch im kommenden Jahr findet der Fotowettbewerb wieder statt (Einsendeschluss: 31. März 2027). Mehr Informationen zur Ausschreibung finden Sie in der nächsten Ausgabe des EuroNaturMagazins und ab Ende November 2026 unter euronatur.org/foto

2027

Den EuroNatur-Kalender 2027 können Sie über den Bestellschein in der Heftmitte oder unter euronatur-shop.com bestellen. Christian Stielow

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Fotowettbewerb „Naturschätze Europas 2026“

Titelbild: Enric Riera Romà - Rosaflamingo (Phoenicopterus roseus); Camargue (Südfrankreich)

Kaum eine Tierklasse leidet unter den Auswirkungen des Klimanotstands so sehr wie die Amphibien; ihnen trocknet der Lebensraum unter den Schwimmhäuten weg. An diesem Märzmorgen in einem Naturschutzgebiet im Norden Dortmunds war die Amphibienwelt allerdings in bester Ordnung. Etliche Grasfrösche haben sich hier zur Paarung versammelt, es war ein einziges Gequake, Gehüpfe und Gedränge. Die Fotografin legte sich am Gewässerrand auf die Lauer und wartete geduldig auf den perfekten Zeitpunkt.

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Kalender aus dem Weingarten Verlag

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Eifel Am nordwestlichen Rand des mitteldeutschen Hügellands erhebt sich die Eifel. Das uralte Gebirge ist zu einer Hochfläche abgetragen, in die sich Bäche und Flüsse tief eingeschnitten haben. 336 Seiten; 21 x 15 cm, zahlreiche Farbfotografien, Illustrationen und Karten

Wald-Wimmel-Puzzle Was kreucht und fleucht in unserem Wald? Welche Pflanzen, Pilze und Flechten wachsen dort? Dieses Wald-Wimmel-Puzzle ist genau das richtige für Puzzlefans mit Vorliebe zu unseren vielfältigen Wäldern. Der Biologe, Fotograf und bekannte Naturmaler Dr. Roland Spohn hat das Motiv speziell für dieses Puzzle gezeichnet und darin 62 unterschiedliche Bewohner dieses Lebensraumes versteckt – eine bunte Mischung aus Säugetieren, Vögeln, Reptilien, Amphibien, Insekten, Schnecken, Pflanzen, Pilzen und Flechten. Die abgebildetenArten sind mit Namen auf der Schachtelrückseite aufgeführt, durchnummeriert und im dort abgedruckten Puzzlebild vermerkt, damit man sie entsprechend zuordnen kann.

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Geeignet für Kinder ab 10 Jahren und für Erwachsene.

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Bilder: Silvana Mielke

Am Grünen Band Europa findet man einzigartige Landschaften und eine vielfältige Artenwelt. Vor allem in den ländlichen Regionen fehlen allerdings wirtschaftliche Perspektiven. Dabei liegt hier großes Potenzial für eine nachhaltige Entwicklung.

Wie aus kleinem Großes entsteht Gemeinsam für das Grüne Band Europa „Wir sind umgeben von Natur, Tradition und Geschichte, und haben eine vielfältige Kultur, die das widerspiegelt. Aber gleichzeitig sind die Möglichkeiten hier begrenzt: Es gibt nicht viele Freizeitangebote oder Arbeitsmöglichkeiten für junge Menschen. Oft sind wir gezwungen, in größere Städte zu ziehen“, sagt Greta Seferasi, die in Korça in Albanien studiert. Die Kleinstadt liegt am Grünen Band Europa – Europas größter Naturschutzinitiative, die durch 24 Länder entlang des ehemaligen Eisernen Vorhangs verläuft. In dessen Schatten konnte sich ein einzigartiger Biotopverbund mit einer erstaunlichen Artenvielfalt entwickeln. Gerade in den ländlich geprägten Regionen am Grünen Band Europa fehlen jedoch wirtschaftliche Perspektiven. Dabei steckt dort großes Potenzial: Nachhaltiger Tourismus, ökologische Landwirtschaft, Forstwirtschaft sowie die Pflege und Wiederherstellung wertvoller Lebensräume können nicht nur die biologische Vielfalt erhalten, sondern auch neue Einkommensmöglichkeiten schaffen.

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Neue Perspektiven: In Korça entdecken junge Menschen, was ihre Heimat beruflich zu bieten hat.

Wie BESTbelt das Grüne Band Europa stärkt

Das Projekt in Korça demonstriert, wie das in der Praxis aussehen kann. Es hat Greta und anderen jungen Menschen aus der Region die Möglichkeit gegeben, Berufe im Bereich Natur- und Kulturerbe kennenzulernen und neue berufliche Perspektiven in ihrer Heimat zu entdecken (mehr dazu auf der nächsten Doppelseite).

Genau hier setzte das von der Europäischen Union geförderte Pilotprojekt BESTbelt an. Es unterstützte lokale Organisationen entlang des Grünen Bands Europa dabei, Biodiversität zu schützen und nachhaltige Regionalentwicklung zu fördern. Mit kleinen Förderbeträgen ermöglichte BESTbelt diesen Organisationen, eigene Projekte umzusetzen und aktiv zu werden: Die Menschen hinter den Projekten schützten und renaturierten Lebensräume, sensibilisierten Menschen für den Wert der Natur und entwickelten neue Ideen für nachhaltiges Wirtschaften und grüne Arbeitsplätze.

Welche Wirkung BESTbelt von 2021 bis heute entfaltet hat, zeigte sich auch vom 23. bis 25. Juni 2026 auf der Pan-Europäischen BESTbelt Konferenz im italienischen Gorizia, das direkt an der Grenze zu Slowenien und damit am ehemaligen Eisernen Vorhang liegt. Mehr als 100 Vertreterinnen und Vertreter aus Naturschutz, Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft kamen zusammen, um Erfahrungen auszutauschen, die grenzüberschreitende Zusammenarbeit weiter zu stärken und Projektergebnisse und Erfolge vorzustellen.

Abschluss BESTbelt

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Bild: BESTbelt Conference; Porträt: Kerstin Sauer - Jessica Bitsch

Naturschützerinnen und Naturschützer aus 21 Ländern haben sich Ende Juni im italienischen Gorizia getroffen.

49 Kleinprojekte mit Wirkung Die Bilanz kann sich sehen lassen: Mehr als 80 Organisationen aus 21 Ländern haben im Rahmen von BESTbelt insgesamt 49 Projekte umsetzen können. Darüber hinaus hat das Pilotprojekt die grenzüberschreitende Zusammenarbeit entlang des Grünen Bandes Europa gestärkt. Es brachte Akteurinnen und Akteure aus verschiedenen Ländern und Regionen zusammen und baute das Netzwerk dieser einzigartigen europäischen Naturschutzinitiative weiter aus. Auch wenn das Pilotprojekt BESTbelt dieses Jahr mit vielen Erfolgen endet, sind die Herausforderungen am Grünen Band Europa nach wie vor vorhanden. Der Schutz der biologischen Vielfalt über Grenzen hinweg und die Entwicklung nachhaltiger Perspektiven für ländliche Regionen sind langfristige Aufgaben, die auch in Zukunft kontinuierliches Engagement benötigen.

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Das Pilotprojekt BESTbelt hat bereits wichtige Impulse für das Grüne Band Europa gesetzt. Um die Erfolgsgeschichte fortzusetzen, wollen wir nun verstärkt nachhaltige Einkommensmöglichkeiten für die lokale Bevölkerung schaffen – auf Grundlage der einzigartigen Geschichte, Kultur und Natur des Grünen Bandes Europa. Gleichzeitig gilt es Lebensräume und Arten vermehrt zu schützen sowie die Zusammenarbeit über Grenzen hinweg zu vertiefen.

Jessica Bitsch, Projektleiterin Grünes Band Europa

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Das Grüne Band Europa verbindet eine Vielzahl wertvoller Lebensräume mit außergewöhnlicher biologischer Vielfalt. Es erstreckt sich über 12.500 Kilometer entlang des ehemaligen Eisernen Vorhangs und verläuft durch 24 Länder. Heute ist es ein Symbol für Frieden und grenzüberschreitende Zusammenarbeit in Europa. Entlang des Grünen Bands reihen sich alte Wälder und Moore, artenreiche Kulturlandschaften sowie wilde Gebirgs- und Flusslandschaften aneinander. Sie bieten zahlreichen bedrohten Tier- und Pflanzenarten, darunter dem Balkanluchs, wertvolle Rückzugs- und Lebensräume.

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Abschluss BESTbelt

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Bilder und Porträts: Silvana Mielke

Begleiten Sie uns in diesem Video nach Nordmazedonien und erhalten Sie weitere Einblicke in die Projektarbeit vor Ort: https://enatur.org/1082

Anita Maloska (links im Bild) hat das Handwerk des Strickens von ihrer Mutter und Großmutter gelernt. Ihre Wollprodukte verziert sie mit traditionellen Mustern, die für die Region typisch sind.

Zwei aus 49

„Im Rahmen von BESTbelt habe ich intensiv mit Frauen rund um Debar zusammengearbeitet. Wir haben ihnen keine bestimmten Erwartungen auferlegt, sondern sie einfach begleitet. Unsere erste Frage war: ‚Wofür brennt ihr? Macht das, was ihr am besten könnt!‘ Die Schönheit und Stärke dieses Projekts lag genau in dieser Freiheit.“ Frosina Pandurska-Dramikjanin, Projektmanagerin, ACORN Skopje

Zwei Beispielprojekte zeigen, wie das Natur- und Kulturerbe entlang des Grünen Bandes Europa geschützt und nachhaltig bewahrt werden kann.

Frauen stärken, Traditionen bewahren In den ländlichen Gebieten der Regionen Debar und Centar Župa in Nordmazedonien mangelt es an Arbeitsplätzen und wirtschaftlichen Perspektiven. Gleichzeitig verfügen dort viele Frauen über wertvolles traditionelles Wissen, haben jedoch oft keine Möglichkeiten, daraus ihr eigenes Einkommen zu generieren. Die Gefahr besteht, dass sowohl das tradierte Wissen als auch ursprüngliche Formen der Landnutzung verloren gehen, wenn diese nicht als ökonomisch-tragfähige Lebensgrundlage genutzt werden können.

Die Idee: Das von ACORN Skopje gemeinsam mit dem Verein Radika-DE Debar umgesetzte Projekt setzte genau hier an: Es unterstützte Frauen dabei, kleine nachhaltige Unternehmen mit traditionellen Erzeugnissen aufzubauen und diese mit dem wachsenden Tourismussektor der Region zu verbinden. Gelingt es uns in Osteuropa, Erfolge zu erzielen, ist das ein starkes Signal an den Rest der Welt, dass engagierter Arten- und Klimaschutz auch in politisch schwierigen Zeiten möglich ist.

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Abschluss BESTbelt

„Früher war Handarbeit einfach nur ein Hobby, eine Möglichkeit, sich die Zeit zu vertreiben. Heute stärkt es die wirtschaftliche Unabhängigkeit von Frauen – angefangen bei mir selbst.“ Anita Maloska, Unternehmerin aus der Region Debar

Das Ergebnis: Insgesamt entwickelten zehn Frauen mit dem neu erlernten Wissen aus Workshops und Exkursionen eigene nachhaltige Geschäftsmodelle auf Basis traditioneller Produkte. Eine von ihnen ist Anita Maloska, die das Handwerk des Strickens von ihrer Mutter und Großmutter gelernt hat. Ihre Wollprodukte mit typischen Mustern aus der Region tragen mittlerweile zu ihrem Einkommen bei.

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Die Studentin Greta und Lirika, eine Schneiderin für traditionelle Kostüme, kamen im Mentoring zusammen, um sich auszutauschen und voneinander zu lernen.

Unser Video ergänzt den Artikel durch zusätzliche Eindrücke aus der Projektarbeit in Korça, Albanien: https://enatur.org/1083

„Die Erfahrungen aus dem Mentoring-Programm geben mir viel Hoffnung, in meiner Heimat zu bleiben und nicht weggehen zu müssen. Sie geben mir die Möglichkeit, etwas Eigenes aufzubauen, das mit der Natur und den Traditionen meiner Region verbunden ist.“

Auf einer interaktiven Karte können Sie alle BESTbelt-Projekte entdecken, und mehr über ihre Ziele und Erfolge erfahren. Jetzt online ansehen: www.europeangreenbelt.org/bestbelt/ projects

Greta Seferasi, Studentin und Teilnehmerin am Mentoring-Programm

Eine Zukunft für junge Menschen vor Ort Entlang des Grünen Bandes Europa in Albanien stehen viele Regionen vor ökologischen und sozialen Herausforderungen. Weil es an Arbeitsmöglichkeiten und Entwicklungsmöglichkeiten fehlt, sehen junge Menschen keine Perspektiven in ihrer Region. Gleichzeitig setzen nicht nachhaltiger Tourismus und intensive Landwirtschaft wertvolle Lebensräume unter Druck und führen zum Verschwinden traditioneller Formen der Landnutzung.

„Das Grüne Band Europa schafft einen gemeinsamen Raum, in dem Naturschutz und Gemeinschaft zusammenkommen – und in dem junge Menschen zur Stimme einer grüneren Zukunft werden.“

Die Idee:

Das Ergebnis:

Das Projekt wollte jungen Menschen die Natur und das Potenzial ihrer Region näherbringen und ihnen neue berufliche Perspektiven eröffnen. Durch Workshops, Exkursionen, Austauschprogramme, Mentoring und Praktika erhielten sie Einblicke in verschiedene Berufsfelder – vom Naturschutz über nachhaltigen Tourismus bis hin zum traditionellen Handwerk. Gleichzeitig brachte das Projekt junge Menschen, lokale Unternehmen, Gemeinden und Schutzgebietsverwaltungen zusammen, um gemeinsam an der langfristigen Entwicklung und dem Schutz der Region zu arbeiten.

Das Projekt erreichte 40 junge Menschen, von denen ein Teil ein berufliches Praktikum absolvierte. Darüber hinaus trug das Projekt dazu bei, die Bekanntheit des Grünen Bandes Europa zu steigern. Außerdem entstanden neue Partnerschaften und Kooperationen vor Ort, die auch über das Projektende hinaus den Naturschutz, nachhaltigen Tourismus und die lokalen Traditionen stärken.

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Margarita Buxhaku, Projektmanagerin, ACEG

Silvana Mielke

Abschluss BESTbelt

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Bilder: Sebastian Kennerknech Bild: Lorena Xhafaj.

20 Jahre Monitoring mit Kamerafallen und Telemetrie haben entscheidende Erkenntnisse über den Balkanluchs geliefert. Für das Besendern einzelner Tiere setzt das BLRP spezielle Kastenfallen ein. Ein besonderer Moment für das Team. Im Foto rechts ist ein Luchs in Narkose zu sehen.

Das BLRP-Team beim letzten Partnertreffen in Vlora, Albanien im Jahr 2025.

Im Einsatz für das Phantom des Waldes 20 Jahre Balkan Lynx Recovery Programme Vor 20 Jahren glich der Balkanluchs einem Phantom. Zwar war bekannt, dass diese seltene Unterart des Eurasischen Luchses in den Wäldern des Balkans lebt, doch über ihre Ökologie wusste man kaum etwas. Sichtungen waren eine Seltenheit, wissenschaftliche Daten praktisch nicht vorhanden. Als Forscherinnen und Naturschützer begannen, systematisch nach dem scheuen Beutegreifer zu suchen, bestätigten sich ihre schlimmsten Befürchtungen: Schätzungen zufolge lebten weniger als 50 Tiere in freier Wildbahn. Angesichts dieser alarmierenden Situation schlossen sich Naturschutzorganisationen aus den Verbreitungsländern des Balkanluchses und internationale Partner zusammen. 2006 gründeten sie das Balkan Lynx Recovery Programme (BLRP). Heute, zwanzig Jahre später, setzt sich das Programm noch immer für das Überleben einer der seltensten Katzen Europas ein - teilweise mit denselben Menschen, die von Anfang an dabei waren.

Was hat das BLRP in zwei Jahrzehnten erreicht? Der größte Erfolg des Programms liegt im enormen Wissenszuwachs über den Balkanluchs. Vor 20 Jahren war nicht einmal sicher, ob die Population überhaupt noch existierte. Heute wissen wir, wo der Luchs vorkommt, welche Gebiete besonders wichtig für seine Fortpflanzung sind, welche Arten er als Beute bevorzugt und welche Lebensräume er benötigt. Möglich wurde dies durch jahrelange und intensive Feldarbeit. Grenzüberschreitend koordinierte Kamerafallen-Erhebungen und das Monitoring besenderter Tiere haben wertvolle Einblicke in das Leben des Balkanluchses geliefert. Aus einzelnen Spuren im Schnee und seltenen Sichtungen ist Schritt für Schritt ein immer klareres Bild entstanden.

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20 Jahre Einsatz für den Balkanluchs

Gleichzeitig arbeitet das BLRP kontinuierlich daran, das Management von Schutzgebieten zu verbessern und die Vernetzung wichtiger Lebensräume des Balkanluchses zu stärken. Die im Rahmen des Programms erhobenen Daten aus Forschung und Monitoring haben zur Ausweisung bedeutender Schutzgebiete beigetragen, darunter der Nationalpark Shebenik, der Naturpark Korab-Koritnik und der Naturpark Munella in Albanien, der Nationalpark Shar-Gebirge in Nordmazedonien sowie der Nationalpark Bjeshkët e Nemuna im Kosovo. Darüber hinaus unterstützte das Programm die Entwicklung und Überarbeitung von Managementplänen, den Kapazitätsaufbau bei den zuständigen Institutionen sowie die Identifizierung wichtiger Wildtierkorridore. Ein wichtiger Grund dafür, dass das Programm über zwei Jahrzehnte hinweg erfolgreich arbeiten konnte, ist das Vertrauen, das vor Ort aufgebaut wurde. Lokale Behörden, Ranger, Landwirtinnen und Bauern sowie Jagdgemeinschaften sind heute wichtige Partner des Luchsschutzes. Ihre Unterstützung ist entscheidend für den Erhalt einer Art, die große Lebensräume benötigt und sich nicht an Ländergrenzen hält. Von Beginn an spielte auch Umweltbildung eine zentrale Rolle. Die persönliche Einstellung gegenüber Wildtieren verändert sich nicht von heute auf morgen. Umso wichtiger ist es, Menschen verschiedener Generationen und Interessengruppen einzubeziehen. Bei vielen Bewohnern und Bewohnerinnen vor Ort ist das Verständnis für die ökologische Bedeutung des Balkanluchses heute deutlich größer als noch vor einigen Jahren. Das trägt dazu bei, die Akzeptanz für Schutzmaßnahmen zu stärken. Erfahren Sie mehr über 20 Jahre Balkanluchsschutz in unserem (englischsprachigen) Webinar am 19. Oktober 2026. Anmeldung unter euronatur.org/veranstaltungen 3 /2026


Wer steht hinter dem Programm? Das BLRP wird gemeinsam von MES aus Nordmazedonien, PPNEA aus Albanien sowie ERA aus Kosovo umgesetzt. Wissenschaftliche Unterstützung erhält das Programm von der Stiftung KORA aus der Schweiz, die Gesamtkoordination liegt bei EuroNatur.

Bild: ERA; Porträt: BLRP; Porträt Kerstin Sauer - Lisa Leschinski

Getragen wird das Programm jedoch von weit mehr Menschen als den Projektteams allein: Rangerinnen und Ranger, Freiwillige, Jagd- und Landwirtschaftsgemeinschaften sowie lokale Behörden leisten einen unverzichtbaren Beitrag zum Schutz des Balkanluchses. Ohne ihr Engagement wäre diese 20-jährige Reise nicht möglich gewesen.

„Das BLRP ist mit 20 Jahren eines der längsten laufenden Naturschutzpro-

gramme auf dem Balkan. Diese 20 Jahre waren nur möglich durch den Einsatz von vielen engagierten Menschen, die nie aufgehört haben an eine Vision zu glauben, in der der Balkanluchs auf dem Balkan überlebt und das nicht nur heute oder morgen, sondern auch in den nächsten 50 oder 100 Jahren. Wir haben viel erreicht und trotzdem ist die Population noch fragil und braucht weiterhin unsere Unterstützung, damit diese Vision Wirklichkeit wird. Lisa Leschinski, Projektkoordinatorin BLRP bei EuroNatur

“

Von der Strategie zur Umsetzung Zu den jüngsten Erfolgen des Programms zählt ein wichtiger Schritt auf internationaler Ebene: 2024 wurde der Balkanluchs in die Bonner Konvention zum Schutz wandernder Tierarten aufgenommen. Mehrere Staaten hatten den Antrag gemeinsam eingebracht, um den Schutz des Luchses auf dem Balkan zu stärken.

Verlust und der Fragmentierung von Habitaten stellt auch die illegale Tötung von Tieren eine Herausforderung für den langfristigen Erhalt des Balkanluchses dar, weshalb stärkere gesetzliche Schutzmaßnahmen erforderlich sind, um die Zukunft dieser und vieler weiterer Arten zu sichern.

Parallel dazu entwickelten das BLRP, Vertreterinnen und Vertreter von verantwortlichen Behörden und internationale Fachleute die „“Regionale Strategie zur Rettung und Erhaltung des Balkanluchses”. Auf der diesjährigen Vertragsstaatenkonferenz der Bonner Konvention wurde die Strategie offiziell verabschiedet - ein bedeutender Meilenstein für den grenzüberschreitenden Schutz des Balkanluchses.

Auch die genetische Situation der Balkanluchs-Population muss verbessert werden. Da die Population sehr klein und isoliert ist, pflanzen sich nahe verwandte Tiere zwangsläufig miteinander fort. Dies kann die Widerstandsfähigkeit der Population gefährden und zu Krankheiten und Missbildungen führen. Daher plant das BLRP Maßnahmen, um die genetische Vielfalt der Population langfristig zu stärken. Die mögliche Unterstützung durch Tiere aus benachbarten Populationen könnte dazu beitragen, den Genpool zu erweitern und das Überleben des Balkanluchses zu sichern.

Diese Erfolge machen Mut. Sie schaffen die Grundlage für bessere Schutzmaßnahmen, stärken die Zusammenarbeit in der Region und erhöhen die Chancen für das langfristige Überleben der Population. Dennoch bleibt noch viel zu tun. Der Balkanluchs ist auf große, zusammenhängende und möglichst ungestörte Waldgebiete angewiesen. Solche Lebensräume geraten jedoch durch den Ausbau der Infrastruktur, die zunehmende menschliche Nutzung und einer damit verbundenen Aufweichung von Schutzgebietsgesetzen immer stärker unter Druck. Neben dem

Nach 20 Jahren engagierter Arbeit blickt das BLRP mit Zuversicht in die Zukunft. Vieles wurde erreicht, doch der Weg zur Sicherung der Population ist noch nicht zu Ende. Dass der Balkanluchs heute bessere Überlebenschancen hat als vor zwei Jahrzehnten, ist dem Einsatz zahlreicher Menschen zu verdanken, die sich Tag für Tag für seinen Schutz engagieren. Laura Böttges

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20 Jahre Einsatz für den Balkanluchs

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Ein Vermächtnis, das bleibt: Gemeinnütziges Vererben Wo möchten Sie Spuren hinterlassen und wie möchten Sie Ihre Werte an kommende Generationen weitergeben? In dieser Frage liegt die Möglichkeit, eine nachhaltige Zukunft mitzugestalten. Ihre Lebensentscheidungen formen bereits heute die Welt von morgen. Selbst nach dem Tod können Sie weiterhin Gutes bewirken, indem Sie Projekte unterstützen, die Ihnen am Herzen liegen. Immer mehr Menschen entscheiden sich dafür, in ihrem Testament nicht nur Familie und Freunde zu bedenken, sondern auch gemeinnützige Zwecke zu berücksichtigen – ob Umweltschutz, soziale Projekte, Bildung oder Forschung. Rechtlich gibt es dabei verschiedene Wege: Eine Organisation kann als Erbin eingesetzt werden oder ein Vermächtnis erhalten. Zuwendungen an gemeinnützige Organisationen sind zudem in der Regel von der Erbschaftsteuer befreit, wodurch der volle Betrag dem gewählten Zweck zugutekommt. Doch bevor ein solches Vermächtnis Wirklichkeit wird, steht eine praktische Frage im Raum: Wie verfassen Sie ein Testament, das Ihren Wünschen entspricht und zugleich rechtssicher ist? Der Erblotse: Testament einfach und sicher entwerfen Ein Testament zu erstellen bedeutet, den eigenen Nachlass nach persönlichen Vorstellungen zu regeln und zugleich rechtliche Vorgaben einzuhalten. Persönliche Wünsche und formale Vorschriften müssen sorgfältig bedacht werden. Viele fragen sich:

Wie stelle ich sicher, dass meine Wünsche umgesetzt werden, wenn ich nicht mehr bin? Wie vermeide ich Streit? Der digitale Testamentsgenerator von Erblotse kann dabei unterstützen. Die Plattform wurde von erfahrenen Rechtsanwältinnen, Steuerberatern und Notaren entwickelt und begleitet Sie Schritt für Schritt bei der Erstellung des Testaments. Ihre eigenen Wünsche werden verständlich und rechtssicher formuliert. Den Entwurf müssen Sie anschließend nur noch handschriftlich abschreiben und mit Ort, Datum und Unterschrift versehen. Über die Website von EuroNatur steht der Testamentsgenerator kostenlos zur Verfügung. Wer möchte, kann auf diesem Weg auch den Schutz des europäischen Naturerbes durch EuroNatur bedenken. Jedes Testament kann helfen, Lebensräume für bedrohte Arten zu sichern, Wilderei zu bekämpfen und ein konfliktarmes Zusammenleben von Mensch und Tier zu fördern. So schaffen Sie Klarheit und stellen sicher, dass Ihr Engagement über Generationen hinweg spürbar bleibt – für die Menschen, die Ihnen wichtig sind, und für die Natur Europas. Sabrina Peloso

Zusammen mit unserem Kooperationspartner Erblotse helfen wir Ihnen, Ihre testamentarischen Gestaltungsmöglichkeiten zu verstehen und ein rechtssicheres Testament zu erstellen. Prüfen Sie, wer Ihre gesetzlichen Erben sind, ergänzen Sie Einfach, Erbenverständlich und Vermächtnisnehmer. und kostenlos. Bestimmen Sie, wer welche Gegenstände und Vermögenswerte erbt. Testament online rechtssicher & kostenlos erstellen: vererben.erblotse.de/p/euronatur

Bild: artawkrn-Y0To - unsplash

Die Erblotse-Plattform und deren Services wurden mit Rechtsanwälten, Notaren und Nachlass-Experten entwickelt.

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Erblotse

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Bild: Jonathan Kunkel / NABU Brandenburg

Bild: EuroNatur: Weißstorch (Ciconia ciconia)

Auch wenn‘s nicht mehr so viele Störche in Rühstädt gibt wie einst, ziehen noch immer zahlreiche Paare der großen Schreitvögel im Dorf an der Elbe ihre Jungen groß.

Bei der Eröffnung des Storchenfestes (v. l.): Vorsitzender des Storchenclubs Gerald Neu, die ehrenamtliche Bürgermeisterin von Rühstädt, Heike Warnke, der Amtsdirektor von Bad Wilsnack/Weisen, Torsten Jacob, der Vorstandsvorsitzende des NABU Brandenburg, Björn Ellner, und Felix Wolf, Leiter des NABU-Besucherzentrums Rühstädt.

Doppeljubiläum in Rühstädt

30 Jahre Europäisches Storchendorf, 30 Jahre NABU-Besucherzentrum Gastbeitrag von Felix Wolf, NABU Rühstädt

Rühstädt hat gefeiert und zwar gleich zwei Jubiläen auf einmal. Am 25. Juli kamen Besucherinnen und Besucher aus nah und fern in das brandenburgische Storchendorf, um 30 Jahre Auszeichnung „Europäisches Storchendorf” und 30 Jahre NABU-Besucherzentrum Rühstädt zu feiern, eingebettet in das mittlerweile 40. Storchenfest.

Europäisches Storchendorf in Deutschland

Seit 1996 trägt Rühstädt die von EuroNatur verliehene Auszeichnung, die Orte würdigt, die sich besonders für den Schutz des Weißstorchs einsetzen. „Für uns ist der Titel wichtig, gerade was den Tourismus angeht“, sagt die ehrenamtliche Bürgermeisterin Heike Warnke. Björn Ellner, Vorstandsvorsitzender des NABU Brandenburg, bezeichnet Rühstädt als „Magnet für Besucher aus ganz Deutschland“, auch internationale Gäste zieht es regelmäßig ins Elbtal. Zum Jubiläum eröffnete das NABU-Besucherzentrum eine Sonderausstellung, die die Geschichte der zurückliegenden 30 Jahre des Europäischen Storchendorfs nachzeichnet. Parallel dazu konnten Kinder bei einem Malwettbewerb ihrer Fantasie Ausdruck verleihen: Wie würden Störche wohl selbst ihr Jubiläum feiern? Weitere Programmpunkte der beteiligten Vereine und Organisationen sorgten für ein rundum gelungenes Fest.

„Wir freuen uns, uns künftig aktiv

im Netzwerk der Europäischen Storchendörfer einbringen zu können.

Felix Wolf, Leiter des NABU-Besucherzentrums Rühstädt

“

Neuer Schwung in Rühstädt

Ein Wendepunkt im Storchendorf hat sich derweil hinter den Kulissen abgespielt: Der Storchenclub Rühstädt, der drei Jahrzehnte lang bei der Pflege der Horste half, hat sich mangels Nachwuchses aufgelöst. Den direkten Kontakt zu EuroNatur übernimmt künftig der NABU Brandenburg. Der Landesverband wird sich damit verstärkt am Netzwerk beteiligen. Mit dem NABU Brandenburg als neuem Ansprechpartner soll die Zusammenarbeit im internationalen Storchendorf-Netzwerk künftig enger und verbindlicher werden – ein wichtiger Schritt, damit Rühstädt seine Rolle als Vorzeige-Storchendorf auch über die nächsten 30 Jahre hinaus mit Substanz füllen kann.

Durchwachsene Brutsaison

Und wie sah es dieses Jahr bei den Störchen im Horst aus? Auf jeden Fall zeigte sich, wie sehr die Auswirkungen der Klimakrise Meister Adebar zusetzen: 28 Brutpaare zogen in diesem Jahr 35 Jungstörche auf. 1996, im Jahr der Auszeichnung Rühstädts zum Europäischen Storchendorf, waren es noch 44 Paare mit 73 Jungtieren. Hauptgrund ist das Ausbleiben des Frühjahrshochwassers der Elbe, das die Feuchtwiesen austrocknen lässt und den Störchen die Nahrungsgrundlage entzieht. redigiert: Christian Stielow Die ehrenamtliche Bürgermeisterin von Rühstädt Heike Warnke und Felix Wolf bei der Preisverleihung des Malwettbewerbs.

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Storchenfest Rühstädt

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Das Magazin für Naturfotografie Von Fotografen für Fotografen NaturFoto wendet sich als größte deutschsprachige Fachzeitschrift für angewandte Naturfotografie gleichermaßen an ambitionierte Amateur- wie Berufsfotografen. Das monatlich erscheinende Magazin bietet in jeder Ausgabe Erfahrungsberichte und Reportagen sowie opulente Portfolios herausragender Naturfotografen.

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Bild: Antje Henkelmann

Inferno im Urlaubsort

Manche Orte werden zu Herzensorten. Unserer begegnete uns vor zwölf Jahren eher zufällig – nach einer Bulli-Panne. Seitdem gehört ein rustikaler Campingplatz im Pinienwald von Cap Ferret für uns zum Sommer. In der Nacht auf den 23. Juli endete unser Urlaub dort früher als gedacht. Am Vortag war bei Saumos, westlich von Bordeaux, ein Feuer ausgebrochen. Extreme Hitze, Trockenheit und wechselnde Winde trieben die Flammen Richtung Lège-Cap-Ferret. Mitten in der Nacht forderte uns die Polizei auf, den Zeltplatz sofort zu verlassen, unsere Sachen blieben zurück. Um über die einzige Zufahrtsstraße von der Halbinsel zu gelangen, mussten wir zunächst dem Feuer entgegenfahren – eine ziemlich beunruhigende Aussicht.

Bild: Antje Henkelmann

Das Bild zeigt den Blick aus unserem Bulli-Fenster auf dem Weg in eine Notunterkunft. Rund 42.000 Hektar wurden vom Feuer erfasst, zahlreiche Häuser zerstört und rund 220.000 Menschen zeitweise evakuiert. Was für uns eine beängstigende Nacht war, bedeutete für viele Betroffene einen viel tieferen Einschnitt.

Antje Henkelmann

ist Projektleiterin für Braunbären- und Wolfsschutz bei EuroNatur. Sie reist gern dorthin, wo sich Wolf und Bär gute Nacht sagen – oder im Sommer an den französischen Atlantik. Fotografieren würde sie gern öfter und besser. Dieses Bild entstand in einem aufwühlenden Moment, in dem dafür eigentlich keine Zeit war. Der Campingplatz blieb übrigens von der Feuersbrunst verschont, doch die Zerstörungen drum herum sind verheerend.

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Auch in Regionen Spaniens und des Balkans, in denen EuroNatur arbeitet, hinterließen schwere Brände in diesem Sommer ihre Spuren. Der Klimawandel erhöht mit häufigerer Hitze und Trockenheit das Risiko, dass Feuer außer Kontrolle geraten. Auch die Landnutzung spielt eine Rolle: Werden extensive Beweidung oder Mahd aufgegeben, kann sich mehr brennbare Vegetation ansammeln. Monokulturen begünstigen ebenfalls die Ausbreitung von Bränden – so wie die großflächigen Kiefernforste, die die Landschaft der Gironde prägen. Um Feuerkatastrophen solchen Ausmaßes zukünftig zu verhindern, braucht es nicht nur dringend konsequenten Klimaschutz und gutes Brandmanagement, sondern auch vielfältige, naturnahe Landschaften, die besser mit Trockenheit und steigendem Feuerrisiko umgehen können.

Fotografen erzählen die Geschichte hinter einem besonderen Bild

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Drei Länder, ein gemeinsames Anliegen: Bei der dritten Internationalen Oder-Konferenz tauschen sich Fachleute aus Polen, Tschechien und Deutschland darüber aus, wie die Oder und ihr Einzugsgebiet ökologisch gestärkt und nachhaltig entwickelt werden können.

Gemeinsam für die Zukunft der Oder Wie kann die Oder grenzüberschreitend ökologisch wiederhergestellt und widerstandsfähiger gegenüber dem Klimawandel gemacht werden? Mit dieser Frage beschäftigten sich am 9. Juni Fachleute aus den Bereichen Wasserwirtschaft, Flussökologie und Renaturierung sowie Entscheidungsträger und Vertreterinnen aus Polen, Tschechien und Deutschland bei der dritten Internationalen Oder-Konferenz in Breslau. Auch EuroNatur war dabei. Im Mittelpunkt der Konferenz stand die EU-Verordnung zur Wiederherstellung der Natur: Welche Chancen bietet sie für die Renaturierung der Oder und ihres Einzugsgebiets, und welche Herausforderungen gilt es zu bewältigen?

Die dritte Internationale Oder-Konferenz setzt den grenzüberschreitenden Dialog über die Zukunft und die Perspektiven der Oder fort. Organisiert wurde die Veranstaltung von unseren Partnern Fundacja EkoRozwoju (Polen), Arnika (Tschechien) und BUND (Deutschland), die Mitglieder der internationalen Koalition „Zeit für die Oder“ sind. In diesem Jahr fand die Konferenz außerdem im Rahmen der beiden internationalen Oder-Projekte EURENI und „Lebendige ODER – für Mensch UND Natur“ statt – an letzterem ist auch EuroNatur beteiligt.

Bilder: Filip Pobłocki

Die Teilnehmenden tauschten sich über den Stand der nationalen Wiederherstellungspläne der drei Länder sowie über praktische Erfahrungen aus der Flussrenaturierung aus. Darüber hinaus diskutierten sie, wie grenzüberschreitende Ansätze dazu beitragen können, eine naturnähere, ökologisch wiederhergestellte Oder und ein nachhaltig entwickeltes Oder-Einzugsgebiet in allen drei Ländern zu fördern.

„Die Verordnung zur Wiederherstellung der Natur kann zu einem Katalysator für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit werden – und so dazu beitragen, die Oderregion als lebendige und widerstandsfähige Landschaft zu stärken“, sagt Theresa Wagner, Projektkoordinatorin für den Oderschutz beim Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND).

Mit ihren weiten Auen, dynamischen Uferlandschaften und ihrer artenreichen Natur ist die Oder ein wertvoller und schützenswerter Lebensraum. Dafür setzen wir uns zusammen mit unseren Partnern ein.

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Bilder: Silvana Mielke, Ramino Korito

Interessante Informationen, nette Begegnungen und charmante Geschenkideen: Es lohnt sich, bei den Naturschutztagen am Stand von EuroNatur Halt zu machen.

Siegmund Missall vor einer alten Buche, die gefällt werden soll. Seien Sie gespannt auf seine eindrücklichen Schilderungen aus den Urwäldern des Westbalkans.

Jubiläum bei den Naturschutztagen

Ohne Geld keine Wiederherstellung von Europas Natur Europa hat sich ein ambitioniertes Ziel gesetzt: Bis 2050 sollen alle geschädigten Ökosysteme wiederhergestellt werden. Mit der EU-Naturwiederherstellungsverordnung wurde 2024 ein wichtiger rechtlicher Rahmen dafür geschaffen. Und das ist auch dringend nötig, denn derzeit befinden sich über 80 Prozent der geschützten Lebensräume in einem schlechten oder sehr schlechten Zustand – mit gravierenden Folgen für die Artenvielfalt Europas. In ihrem im Juni erschienenen Bericht „ Unlocking nature financing: National cost estimates for effective nature restoration” (zu dt. „Finanzierung der Renaturierung: Nationale Kostenschätzungen für eine wirksame Wiederherstellung der Natur“) zeigen EuroNatur und CEE Bankwatch Network auf, welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, damit die Renaturierung von Europas Natur gelingt. Die Studie wurde im Europäischen Parlament im Rahmen einer von dem Europaabgeordneten César Luena (S&D) ausgerichteten Veranstaltung vorgestellt. Sie soll den EU-Mitgliedstaaten als Grundlage für die Planung ihrer nationalen Wiederherstellungspläne dienen, die sie am 1. September an die EU übermitteln mussten. Die Untersuchung der fünf EU Mitgliedstaaten Kroatien, Estland, Ungarn Lettland und Polen verdeutlicht, dass die Wiederherstellung von 3 /2026

Ein besonderes Highlight erwartet Sie am 9. Januar: Siegmund Missall, Programmleiter Urwälder bei EuroNatur, berichtet in seinem Vortrag über die letzten Ur- und Naturwälder in den Westbalkanstaaten, wo er selbst erst im Juli dieses Jahres kartierte. Siegmund Missall gibt in seinem Vortrag unmittelbare und sehr persönliche Eindrücke aus den wilden Wäldern des Westbalkans wieder. Lassen Sie sich bezaubern von urwüchsigen Waldlandschaften und melden Sie sich online für die 50. Naturschutztage an: naturschutztage.de/besucherinfo

Bild: Gosia Zubowicz, CEE Bankwatch Network

1977 kamen zum ersten Mal Naturschutzinteressierte aus ganz Deutschland in Radolfzell zusammen, um sich über aktuelle Entwicklungen in der Branche auszutauschen und gemeinsam am Bodensee auf Exkursion zu gehen. Daraus ist eine jahrzehntelange Tradition geworden, die 2027 ihr 50-jähriges Jubiläum feiert. Von Mittwoch, 6. Januar bis Samstag, 9. Januar 2027, haben Sie im Milchwerk in Radolfzell die Gelegenheit, bei Vorträgen, in Seminaren und während Ausflügen mehr über die Natur am Bodensee und weit darüber hinaus zu erfahren. Wie jedes Jahr ist auch EuroNatur mit einem Stand im Foyer des Milchwerks vertreten. Wenn Sie uns persönlich treffen möchten, kommen Sie vorbei; wir freuen uns auf den Austausch mit Ihnen!

Der Report „Unlocking nature financing: National cost estimates for effective nature restoration“, erarbeitet von EuroNatur und Bankwatch, soll die EUMitgliedsstaaten bei der Planung ihrer Renaturierungsmaßnahmen unterstützen.

Europas Natur nur mit ausreichenden und langfristig gesicherten Investitionen gelingen kann. „Unsere Ergebnisse zeigen, dass nationale Wiederherstellungspläne ohne angemessene Finanzierung Gefahr laufen, reine Symbolpolitik zu sein und dass sie nicht ehrgeizig genug sind, um den Zustand von Arten und Lebensräumen zu verbessern“, betont Tess Hartmann-Hergott, EU Policy Officer für Biodiversitätsfinanzierung bei EuroNatur und Mitautorin der Studie. Der Bericht macht zugleich deutlich, dass neben einer Finanzlücke auch veraltete Daten über den Zustand von Lebensräumen sowie unzureichende Kapazitäten in Behörden die Umsetzung von Renaturierungsmaßnahmen in den Mitgliedstaaten gefährden. Vor dem Hintergrund der laufenden Verhandlungen über den nächsten EU-Haushalt fordern EuroNatur und Bankwatch, mindestens zehn Prozent der Gelder gezielt für die Wiederherstellung und den Erhalt der biologischen Vielfalt bereitzustellen und diese Mittel in der europäischen Budgetplanung stärker zu verankern. Die kommenden Monate werden entscheidend dafür sein, ob es Europa gelingt, seine Wiederherstellungsziele in konkrete Maßnahmen zu übersetzen – oder ob die Umsetzung an fehlenden Mitteln scheitert, mit allen Folgen für Mensch und Natur.

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Karte: Vukašin Kartalović

Bild: Uroš Stojiljković - Kaiseradler Felix (Aquila heliaca)

Auf diesem Bild noch hinter Gittern: Kaiseradler Felix wartet darauf, wieder am Himmel seine Kreise zu ziehen.

Kaiseradler unternehmen weite Wanderungen; die von Felix endete abrupt im Norden Syriens.

Entführter Kaiseradler zurück in Serbien Nach einer dramatischen Odyssee ist der junge Kaiseradler Felix zurück in Serbien. Als erstes Küken seit über 70 Jahren in der Region Bačka geschlüpft, galt Felix schon früh als Symbol für den Erfolg des Naturschutzes im Land – bis seine Reise eine dramatische Wendung nahm.

Bilder: Zoo vrt Palić, Miroslav Dudok

Auf seiner ersten großen Wanderung zog Felix über den Balkan bis in den Nahen Osten. In Syrien nahmen ihn Wildtierhändler gefangen und zerstörten gezielt seinen Peilsender, um ihre Spuren zu verwischen. Kurz darauf forderten die Täter Lösegeld für Felix‘ Freilassung – ein Fall, der exemplarisch für den illegalen Wildtierhandel in der Region steht.

Durch das Engagement internationaler Partner, insbesondere der Lebanese Association for Migratory Birds und unserer serbischen Verbündeten von BPSSS, konnte Felix schließlich aus der Gefangenschaft befreit werden. Nach sechs Monaten Pflege in einer Auffangstation nahe Beirut und intensiven diplomatischen Bemühungen gelang Ende Juni 2026 schließlich seine Rückkehr nach Serbien. Die Geschichte von Kaiseradler Felix zeigt eindrücklich die Gefahren entlang der eurasisch-afrikanischen Vogelzugroute – und wie entscheidend internationale Zusammenarbeit im Vogelschutz ist.

Endlich wieder in Freiheit: Felix nach seiner Freilassung in Serbien. Mittlerweile zieht der Kaiseradler wieder weite Bahnen; zuletzt hielt er sich im slowakischukrainischen Grenzgebiet auf.

Vogelvergiftung: Verdächtiger in Serbien festgenommen Nahe der Ortschaft Svrljig im Osten Serbiens ist ein streng geschützter Mönchsgeier im Mai dieses Jahres vergiftet worden. Das Tier gehörte zu einem internationalen Wiederansiedlungsprogramm für die in der Region lange Zeit ausgestorbene Art. Naturschützerinnen und Ornithologen unserer serbischen Partnerorganisation BPSSS fanden den toten Geier neben einem präparierten Kadaver, der offenbar mit einem hochgiftigen Insektizid behandelt worden war.

Zwar lag bis Redaktionsschluss noch kein Urteilsspruch der Staatsanwaltschaft vor. „Doch allein, dass der Fall noch nicht zu den Akten gelegt wurde, zeigt, dass er ernst genommen wird. Dies ist eine positive Entwicklung, auf die unsere Partner von BPSSS jahrelang hingearbeitet haben“, so Vansynghel.

Immer wieder fallen Mönchs- und andere Geierarten ausgelegten Giftködern zum Opfer. Artenschutzbemühungen werden dadurch konterkariert.

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Kurz gemeldet

Bild: Slobodan Marković - Mönchsgeier (Aegypius monachus)

Umgehend schalteten die Vogelschützer die Behörden ein. Kurz darauf versuchte ein Verdächtiger, Beweise zu beseitigen, indem er die Kadaver entfernte. Die Polizei konnte diese jedoch sicherstellen und nahm einen 57-jährigen Mann fest. Ihm werden unter anderem Umweltverbrechen und Strafvereitelung vorgeworfen. Der Fall verdeutlicht erneut das Ausmaß illegaler Vergiftungen in Serbien: „Seit dem Jahr 2000 sind mehr als 3.000 Wildtiere von Vergiftungen betroffen. Solche Vorfälle gefährden die aufwendigen Bemühungen zur Wiederansiedlung und zum Schutz bedrohter Arten massiv“, sagt Dr. Justine Vansynghel, Projektleiterin Vogelschutz bei EuroNatur. 3 /2026


Nordkurier, 25. Juli 2026 Die Besucher kommen aus nah und fern – und wollen an diesem hochsommerlichen Sonnabend das Storchenfest in Rühstädt feiern. Es ist nicht irgendeins, es ist die 40. Auflage. Außerdem trägt Rühstädt seit 1996 den Titel „Europäisches Storchendorf“. Diese Auszeichnung wird von der Stiftung EuroNatur an Orte verliehen, die sich in besonderem Maße um den Schutz des Weißstorches verdient machen. Südkurier, 11. Juni 2026

„Der Schwarzwald wäre theoretisch ein Habitat“ [für Braunbären], sagt auch Laura Böttges von der EuroNatur Stiftung aus Radolfzell, die sich für den Artenschutz in Europa einsetzt. Allerdings gebe es im Schwarzwald viele Straßen, auch hier ist der Mensch sehr präsent. „Bären sind scheue Tiere, sie queren eher ungern Gebiete, in denen sie Menschen treffen könnten“, sagt Böttges.

TGR (Italien), 23. Juni 2026

49 Projekte in 24 Ländern Europas. In Gorizia beginnt das European Green Belt-Symposium. […] Gabriel Schwaderer, Geschäftsführer von EuroNatur, erklärt: „Eines unserer derzeit ehrgeizigsten Projekte heißt BestBelt und stützt sich auf eine Reihe kleinerer Initiativen auf lokaler Ebene, um das Potenzial der lokalen Gemeinschaften im Bereich des Naturschutzes und der Wiederherstellung der Biodiversität zu entwickeln. Was die Grenzen getrennt haben, vereint nun die Natur wieder.“

Hercegovina.Info, 5. April 2026

Bild: Zoo vrt Palić - Kaiseradler Felix (Aquila heliaca)

In der Föderation Bosnien und Herzegowina sind Dutzende Windparks geplant, darunter in unmittelbarer Nähe des Livanjsko Polje und entlang wichtiger Vogelzugkorridore. […] Auch die deutsche Naturschutzstiftung EuroNatur warnt davor und bezeichnet das Livanjsko Polje als eines der wertvollsten Naturgebiete in diesem Teil Europas. […] EuroNatur warnt zudem davor, dass die Entwicklung erneuerbarer Energiequellen nicht auf Kosten der Natur erfolgen darf. Weitere Presseberichte finden Sie unter euronatur.org/pressespiegel

Impressum EuroNatur Stiftung Europäisches Naturerbe Geschäftsstelle Radolfzell: Westendstraße 3 D-78315 Radolfzell Tel. 07732-9272-0, Fax 07732-9272-22 www.euronatur.org, E-Mail: info@euronatur.org Spendenkonto: 8182005 (BLZ 370 205 00) Sozialbank / Bank für Sozialwirtschaft, Köln IBAN DE42 37020500 0008182005 SWIFT/BIC BFSWDE33XXX Herausgeber: EuroNatur Service GmbH Westendstraße 3, D-78315 Radolfzell Tel. 07732-9272-40, Fax 07732-9272-42

3 /2026

Redaktion und Texte: Anja Arning (Redaktionsleitung EuroNatur-Magazin), Christian Stielow (Öffentlichkeitsarbeit), Gabriel Schwaderer (Geschäftsführer, V.i.S.d.P.)

Druck: Hartmanndruck & Medien GmbH, Hilzingen; gedruckt auf 100% Recyclingpapier Vivus Silk

Mitarbeit an dieser Ausgabe: Prof. Dr. Thomas Potthast (Präsident) Silvana Mielke (Social Media Managerin), Laura Böttges (Projektkommunikation), Antje Henkelmann (Projektleiterin), Annette Spangenberg (Programmleiterin), Dr. Justine Vansynghel (Projektleiterin), Dr. Stefan Ferger (Programmleiter), Anika Konsek (Projektkommunikation), Sabrina Peloso (Fundraising), Anja Nieden (Korrekturlesung)

Bildnachweis Heft 3/2026: Titel: blickwinkel/AGAMI/S. Gatto Rosaflamingo (Phoenicopterus roseus) Rückseite: Kerstin Sauer Kornblumen Centaurea cyanus

Art Direction: Kerstin Sauer, EuroNatur Service GmbH

Erscheinungsweise: vierteljährlich, Bezugspreis 20,- Euro jährlich, kostenlos für EuroNatur-Fördermitglieder ISSN 0945-148X facebook.com/euronatur youtube.com/euronatur de.linkedin.com/company/euronatur instagram.com/euronatur Pressespiegel / Impressum

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Spenden statt Geschenke wünschen

Nutzen Sie Ihren Geburtstag – oder andere feierliche Anlässe – um Gutes zu tun. Erstellen Sie in wenigen Minuten Ihre eigene Spendenseite und bitten Sie Ihre Gäste, für den Erhalt wilder Flüsse, alter Wälder und bedrohter Tierarten zu spenden. So setzen Sie gemeinsam mit Familie und Freunden ein starkes Zeichen für Europas Natur. Mehr erfahren unter: euronatur.org/spendenaktion Wenden Sie sich gerne an Markus Dressnandt.

markus.dressnandt@euronatur.org

Bild Titel: blickwinkel - Rückseite: Kerstin Sauer / ; Art Direction: Kerstin Sauer - EN 3/26

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