
Balkan-Wanderung: Sechs Länder unter den Sohlen
Frauen-Netzwerk: Altes Wissen schafft Perspektiven
Auf Expedition: Wo ist Europas Urwald?



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Balkan-Wanderung: Sechs Länder unter den Sohlen
Frauen-Netzwerk: Altes Wissen schafft Perspektiven
Auf Expedition: Wo ist Europas Urwald?



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Ur- und Naturwälder auf dem Westbalkan Wandern am Grünen Band Balkan
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Inspirierende Frauen im Naturschutz: Frosina Pandurska-Dramikjanin
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Mentoring-Programm MENC
3 Editorial
14 Produkte EuroNatur Service GmbH
22 Kurz gemeldet
26 Haben Sie Fragen?
27 Pressespiegel
27 Impressum

Liebe Freundinnen und Freunde von EuroNatur, vielleicht fällt es Ihnen auch auf: Viele Menschen sprechen von „Natur“ als etwas, das völlig außerhalb von ihnen liegt. Ein Gegenüber. Ein Sehnsuchtsort im Positiven oder etwas Bedrohliches, das es zu regulieren und einzudämmen gilt im Negativen. Doch überzeugt diese Logik einer vollständigen Trennung? Atemluft auch für Menschen entsteht in Wäldern und Ozeanen; unsere Nahrung hängt von fruchtbaren Böden, Bestäubern und funktionierenden Ökosystemen ab; jede und jeder Einzelne ist Teil des Kreislaufs aus Werden und Vergehen. Es ist lange bekannt und gut begründet, Menschen eben auch als Teil der Natur zu verstehen – ein wichtiger Perspektivwechsel, der stets aufs Neue Motor für eine echte sozial-ökologische, also nachhaltige, Transformation werden könnte.
Die Umweltkrisen sind keine Krisen der Natur – sie sind eine Krise unserer Verhältnisse zu ihr. Wenn wir Natur nicht länger als bloße Ressource betrachten, sondern als Mitwelt, als Grundlage und Teil unseres eigenen Lebens, verändern sich Prioritäten. Wenn wir begreifen, dass wir Teil eines größeren Ganzen sind, landen Erhaltung und Förderung der Biodiversität, Klimaschutz und nachhaltiges Wirtschaften nicht länger in der „Schmuddelecke“ der Sonderthemen, sondern werden zum Maßstab politischen und gesellschaftlichen Handelns. Naturschutz ist
keine Nebensache und kein Luxusprojekt, sondern eine Frage der Verantwortung gegenüber uns selbst und kommenden Generationen.
Der Respekt vor dem eigenen Wert des Lebendigen ist ja sogar schon Teil internationaler Vereinbarungen, nämlich der UN-Konvention über die biologische Vielfalt (CBD 1992, Präambel) und auch des Bundesnaturschutzgesetzes (§ 1 seit 2002) und einigen Landesverfassungen. Die Verbundenheit mit dem Leben ist Ausdruck eines aufgeklärten Selbstverständnisses: Wir gehören dazu und zusammen.
Herzlichen Dank, dass Sie durch die Unterstützung der Arbeit von EuroNatur und unseren Partnerorganisationen ein Zeichen in diese Richtung setzen – gerade in politischen Zeiten, in denen dies aus dem Blick zu geraten droht! Auf den folgenden Seiten werden Sie spüren, dass Sie – dass wir – damit Teil einer starken Gemeinschaft sind.
Hoffnungsvoll grüßt Sie

Prof. Dr. Thomas Potthast
Präsident der EuroNatur Stiftung


Weg ist das Ziel
Petar Vanev gönnt sich eine wohlverdiente Pause mit beeindruckendem Ausblick. Petar hat den Veliki Shtrbac erreicht, ein berühmter Aussichtspunkt im serbischen Đerdap-Nationalpark. Auf den letzten Metern hoch zur Bergspitze muss sich Petar Vanev durch dichtes Gestrüpp kämpfen; der Pfad auf der Nordseite des Berges ist nahezu komplett überwuchert. Bei den hochsommerlichen Temperaturen kommt Petar mächtig ins Schwitzen. Schließlich erreicht er die Bergspitze und blickt auf das Eiserne Tor, den berühmten Donaudurchbruch im Osten Serbiens. Die spektakuläre Flussklippenlandschaft lässt Petar unweigerlich an die antike, in Griechenland verortete Schlacht bei den Thermopylen denken, als sich 300 Spartaner unter Führung König Leonidas einer persischen Übermacht entgegenstellten. Dabei ist Petar Vanevs Vorhaben, bei dem die Pause am Veliki Shtrbac nur ein kurzer Halt ist, alles andere als kriegerisch. Seine Wanderung entlang des Balkan Green Belt Trails steht für Frieden und Versöhnung am Grünen Band Balkan, wo die heißen und kalten Kriege des 20. Jahrhunderts tiefe Wunden in den Köpfen und Seelen der Menschen hinterlassen haben – und wo Flüchtlingstrecks und neues Großmachtstreben alte Ressentiments schüren.
So ein Ausblick lässt die Gedanken schweifen... Petar Vanev steht am Eisernen Tor, dem berühmten Donaudurchbruch an der serbisch-rumänischen Grenze.
Von der ungarisch-serbischen Grenze bis an die Adria im Westen und das Schwarze Meer im Osten: Petar Vanev von der bulgarischen Naturschutzorganisation Bulgarian Biodiversity Foundation (BBF) ist die gesamte Strecke des Grünen Bandes Balkan abgelaufen, rund 3.300 Kilometer. Das Ziel dahinter: die bestehenden Wege zu prüfen, weiterzuentwickeln, besser miteinander zu verknüpfen und zu bewerben. Ein solcher Wanderweg soll dazu beitragen, das Bewusstsein für die wertvolle Natur entlang des Grünen Bandes Balkan zu schärfen und sie erlebbar zu machen. Zudem steckt die Idee dahinter, den nachhaltigen Tourismus und damit verbundene Arbeitsplätze in der Region zu fördern. Das Konzept eines Balkan Green Belt Trails kann die Grundlage für einen Fernwanderweg entlang des gesamten Europäischen Grünen Bandes bilden. Das länderübergreifende Projekt mit fünf beteiligten Naturschutzorganisationen wurde durch das EU-geförderte „BESTbelt-Projekt“ finanziert.

Geh nicht nur die glatten Straßen. Geh Wege, die noch niemand ging…
Wie ein bulgarischer Naturschützer das Grüne Band Balkan hautnah erlebt

Petar Vanev begann seine Reise am Checkpoint der ungarischserbischen Grenze, dem nördlichsten Punkt des Balkan Green Belt Trails. Die flache Landschaft der Vojvodina ist geprägt von intensiver Landwirtschaft. Zu Zeiten des Kalten Krieges war der Norden Serbiens noch bewaldet, doch im Sommer 2024 führte Petars Weg vorbei an endlosen Weizenäckern und Sonnenblumenfeldern. Die Sonne brannte erbarmungslos auf den Wanderer. „Die Hitze auf diesem Streckenabschnitt war brutal, es gab kaum schattenspendende Bäume“, erinnert sich Petar. „Für gewöhnlich wandere ich mit leichtem Gepäck, fülle mein Wasser lieber unterwegs auf, als mehrere Flaschen mitzuschleppen. Doch auf diesem Abschnitt gab es kaum Möglichkeiten hierfür, weil frisches Trinkwasser Mangelware war. Erschwerend hinzu kam, dass es nicht in jedem kleinen Dorf einen Supermarkt gab. Beim nächsten Mal werde ich zumindest die Mittagshitze meiden“, sagt Petar schmunzelnd.
Karte: Rund 3.300 Kilometer ist Petar Vanev über die Balkanhalbinsel gewandert. Höhepunkte auf diesem Trip erlebte Petar viele; sechs besondere Momente haben wir für diesen Text herausgegriffen.
Wer den Balkan Green Belt Trail entlang wandert, muss mehrere Grenzen passieren, darunter auch EU-Außengrenzen; noch sind nicht alle Staaten auf dem Balkan Teil der Europäischen Union. Nachdem 2015 viele Geflüchtete die Balkanroute gewählt hatten, um in der EU Zuflucht zu finden, haben die Grenzen sogar wieder an Bedeutung gewonnen; konkret mit verstärkten Patrouillen, aber auch in den Köpfen vieler Menschen. Dies musste auch Petar feststellen. Kurz vor seinem Heimatland wurde der Bulgare vom serbischen Grenzschutz angehalten. „Ich habe das Gefühl, dass viele Menschen im Grenzgebiet seit den Flüchtlingsströmen 2015/16 wachsamer und skeptischer gegenüber Fremden geworden sind“, sagt Petar. „Das ist eine schmerzliche Entwicklung.“ Petars Vermutung deckt sich mit einer weiteren Erfahrung auf dem Trail weiter nördlich. „Als ich entlang der Felder gelaufen bin, wurde ich von einem Landwirt argwöhnisch beäugt. Er war schon kurz davor, sein Handy zu zücken und die Polizei zu rufen, als ich versuchte, ihm zu erklären, was ich hier mache. Die Verständigung mit meinem radebrechenden Serbisch war gar nicht so einfach. Letztendlich sagte er mir, dass er mich für einen illegalen Migranten hielt – wünschte mir nach dem Missverständnis aber eine gute Reise“, schildert Petar die Situation. „Beide Ereignisse zeigen, wie wichtig die Arbeit von EuroNatur und ihren Partnern am gesamten Grünen Band Europa ist“, betont Jessica Bitsch, EuroNatur-Projektleiterin für den Biotopverbund. „Bei diesem Projekt geht es nicht nur um Naturschutz, sondern auch um Völkerverständigung.“


3 Geisterdörfer
Je weiter südlich Petar kam, desto wilder wurde die Landschaft. Im Nordwesten Bulgariens passierte er fast verlassene Geisterdörfer. „In vielen Ortschaften waren mehr Häuser aufgegeben als bewohnt. Das hatte eine mitunter ziemlich unheimliche Atmosphäre“, erinnert Petar sich. „Manche Wege entlang des Trails waren so zugewachsen wie in einem Märchen, wo sich der Prinz einen Weg zum Schloss frei kämpfen muss.“ Was romantisch klingen mag, hat nicht nur eine gesellschaftliche Kehrseite, sondern kann auch zu einem ökologischen Problem werden. „Die Abwanderung vor allem junger Menschen ist eine große Herausforderung am Grünen Band Balkan“, sagt Jessica Bitsch. „Es gibt dort noch unglaublich wertvolle, artenreiche Kulturlandschaften. Diese Flächen wollen wir durch nachhaltige Landund Weidewirtschaft erhalten und so ein grünes Netzwerk entlang des einstigen Eisernen Vorhangs schaffen. Doch dazu muss die nächste Generation vor Ort bleiben und die traditionellen Bewirtschaftungsmethoden fortführen“, so die Umweltwissenschaftlerin.
Das von der EU finanzierte Projekt BESTbelt, das Teil der Europäischen Grünen Band-Initiative ist, hat zum Ziel, den Schutz der biologischen Vielfalt in 24 Ländern zu verbessern. Es wurde 2021 ins Leben gerufen und unterstützt zivilgesellschaftliche Organisationen mit kleinen Zuschüssen, um die biologische Vielfalt zu schützen, die Natur wiederherzustellen, das Umweltbewusstsein und Gemeinschaften zu stärken, sowie grüne Arbeitsplätze zu schaffen. BESTbelt läuft 2026 aus. Mit 49 Projekten in 21 Ländern, an denen rund 80 Organisationen beteiligt sind, fördert BESTbelt die grenzüberschreitende Zusammenarbeit, um die Vision der Erhaltung des längsten grünen Netzwerks Europas zu verwirklichen.
Eine ehemalige Grenzbefestigung auf der Spitze des Berges Tsarev im Dreiländereck von Bulgarien, Nordmazedonien und Griechenland.


Gruppe von jungen Menschen, die auf dem Balkan Green Belt Trail wandern. Die Route hat großes Potential für Wanderfreudige; Petar Vanev hofft, dass es nachhaltig geschöpft wird.

Eigentlich ein Punkt mit wunderschönem Ausblick: auf der linken Seite der Ohrid-See, auf der rechten der Prespa-See im Dreiländereck von Albanien, Nordmazedonien und Griechenland. Beide Gewässer gehören zu den ältesten Seen der Welt. Doch die Feuer in der Region häufen sich und zerstören weite Teile der Landschaft. Deutlich ist der Rauch am rechten Bildrand zu erkennen.
4 Herdenschutzhunde
In den Gebirgslagen des Balkans ist die Wanderweidewirtschaft noch verbreitet; davon profitiert auch die Natur. Die Schäfer hüten ihre Herden traditionell mit Herdenschutzhunden – und das sind keine Schoßhunde. Petar denkt zurück an eine brenzlige Situation: „Ich näherte mich einer Schafherde als plötzlich mehrere große Hunde laut anfingen zu bellen und auf mich zukamen. Die Tiere sahen wirklich respekteinflößend aus. Klar, sie sind ja auch dazu da, um die Schafe und Ziegen vor Wölfen und Bären zu schützen. Zum Glück war ein Schäfer bei seiner Herde, ein junger Mann, sehr freundlich. Als er mich sah, hat er seine Hunde sofort zurückgepfiffen.“ Petar hat zwei Tipps für Wanderer, die sich einer Herde näheren: „Erstens: Abstand zu den Tieren halten! Und zweitens: Sich möglichst frühzeitig der Schäferin oder dem Hirten zeigen und Kontakt aufnehmen.“
Der Balkan Green Belt Trail im Netz
Petar Vanev hat ein Videotagebuch seiner Wanderung in 19 Kapiteln geführt, in dem er uns bei seiner Reise von der ungarisch-serbischen bis an die bulgarisch-türkische Grenze mitnimmt. Erleben Sie atemberaubende Landschaften und emotionale Momente und gewinnen Sie einen Eindruck von seiner Reise: enatur.org/1073
Auf den Aufnahmen, die Petar mit seinem Handy während seiner Reise gemacht hat, sieht es am 26. August im Galičica-Nationalpark, gelegen zwischen dem Ohrid- und dem Prespasee, einfach nur wolkig aus. Doch es war Rauch, der die Luft erfüllte. „Ich konnte den beißenden Geruch des Rauchs riechen, war zunächst aber noch unbesorgt, weil ich dachte, das Feuer sei auf der anderen Seite der Grenze und mein Weg führe vom Feuer fort“, schildert Petar. Doch kaum hatte der Wanderer den höchsten Punkt im Gebirge, den Magaro, erreicht, erkannte er den Ernst der Lage. „Plötzlich bemerkte ich, dass es nicht nur in Albanien brannte, sondern auch in Nordmazedonien, ganz in meiner Nähe! Zum Glück trieben die Winde das Feuer nicht in meine Richtung. Zudem warfen mehrere Löschflugzeuge ihre nasse Fracht über den Feuern ab“, erinnert sich der Wanderer. „Infolge des Klimawandels leidet die Region zunehmend unter Dürre. Die überwiegend menschengemachten Feuer haben dann ein leichtes Spiel und zerstören weite Flächen der wertvollen Bergwelt. Das ist ein großes Problem, das sich in den kommenden Jahren vermutlich noch verstärken wird“, so Petar.

Trotz der sehr guten Vorarbeit von Petar Vanev ist der Balkan Green Belt Trail zum jetzigen Zeitpunkt eher ein Konzept als ein vollständig markierter oder gar gepflegter Wanderweg. Während einige Abschnitte über gut erkennbare Beschilderungen verfügen, sind andere gar nicht markiert und erfordern gute Orientierungsfähigkeiten, beziehungsweise Ortskenntnisse oder GPS-Unterstützung. Wanderinnen und Wanderer sollten sich vorab über die einzelnen Abschnitte, die sie wandern möchten, informieren. Eine vorausschauende Planung, Sicherheitsvorkehrungen und die Kenntnis der örtlichen Vorschriften sind unerlässlich. Die Wanderroute (GPX-Dateien) ist frei verfügbar als Download-Link auf der Website von BBF und auf Outdooractive.
t1p.de/biodiv-bg
t1p.de/outdoor-a
„ Auf meiner Wanderung war ich oft weit und breit der einzige
Noch immer sind viele Relikte des Kalten Kriegs auf dem Balkan Green Belt Trail zu sehen. Hier eine alte Grenzanlage bei dem bulgarischen Dorf Shtit, nahe der türkischen Grenze. “
6 Zieleinlauf
Die letzten zwanzig Kilometer auf dem Balkan Green Belt Trail führten Petar Vanev entlang der bulgarischen Küste. „Das Finale war wunderschön“, erinnert sich Petar. „Es ging fast immer entlang der Küstenlinie: das Meer, die Sonne, die Brise – herrlich. Leider war der schöne Strand von Silistar nicht passierbar, da aufgrund heftiger Unwetter in den Tagen zuvor der Fluss Veleka zu viel Wasser führte und den Strand unterspülte, doch das war am Ende kein Drama. Nach so einer abenteuerlichen Tour wird man ein Stück weit zum Stoiker“, sagt Petar lachend. „Auf meiner Wanderung habe ich so viele verschiedene Landschaften gesehen: von den Steppen der Vojvodina, entlang großer Flüsse, durch dichte Wälder und über hohe Berge bis zu artenreichen Feuchtwiesen und Sümpfen. Diese Vielfalt hat mich beeindruckt und mir gezeigt, wie schön und wie schützenswert das Grüne Band Balkan ist“, resümiert Petar Vanev.
Christian Stielow
Am Ziel: Petar Vanev steht am südöstlichsten Punkt Festlandeuropas; hier an der bulgarisch-türkischen Grenze endet der Balkan Green Belt Trail. Petar ist erschöpft - aber auch sehr glücklich und reich an neuen Erfahrungen.
Mensch; dieser Einsamkeit konnte ich viel abgewinnen. Vor allem in den schroffen Hochgebirgslandschaften von Stara Planina habe ich die wunderschöne Natur intensiv genossen.


Wir machen Frauen sichtbar, die mit Leidenschaft, Mut und Vision positive Veränderungen bewirken und wesentlich zum Schutz von Europas Natur beitragen.

„Ländliche Gemeinschaften haben ein tiefes Wissen über die Natur “ Warum für
Du hast großen Anteil daran, dass seit 2021 auch die nordmazedonische Seite des Gebirgszugs Shar-Korab-Korritnik unter Schutz steht. Ist das eine Erfolgsgeschichte?
Ja, durchaus. Tatsächlich ist der Shar Nationalpark ein schönes Beispiel dafür, wie die Lokalbevölkerung und viele nteressengruppen in den Prozess der Ausweisung einbezogen wurden. Heute gibt es eine Nationalparkbehörde, klare Regeln und auch Ranger, die dafür sorgen, dass die Vorschriften befolgt werden. Dadurch hat sich vieles zum Guten verändert, vor allem die illegalen Aktivitäten in dem Gebiet haben abgenommen. Vor der Ausweisung als Schutzgebiet gab es massive Abholzungen und überall wurde illegal gebaut. Heute braucht jedes Projekt die Genehmigung der Nationalparkbehörde. Dennoch muss sich die Institution deutlich weiterentwickeln, um auf Dauer etwas bewirken zu können. Vor allem braucht der Nationalpark finanzielle Stabilität, um sichere Arbeitsplätze für die Parkangestellten gewährleisten und ein echtes Vorzeigebeispiel für die Region werden zu können.
Du warst eine der tragenden Akteurinnen auf dem Weg zur Nationalpark-Ausweisung. Was hat dich diese Zeit gelehrt? Gab es Momente, die dich persönlich verändert haben?
Vor allem die Jahre unmittelbar vor der Schutzgebietsausweisung waren sehr hart. Ich stand damals als Pro Nationalpark-Sprecherin an vorderster Front. Auf den letzten Metern wurden wir plötzlich als Feinde angesehen und der Druck seitens einiger Interessengruppen war groß – vor allem, als wir am Ende gemeinsam mit dem Ministerium auftraten, denn staatliche Institutionen werden hierzulande generell als Gegner wahrgenommen. Die Leute realisierten: Der Nationalpark kommt wirklich. In dieser Phase gab es einige unangenehme Situationen, unter anderem mit Jägern, die den Nationalpark verhindern wollten. All die Jahre zuvor hatte ich mich vollkommen mit meiner Aufgabe als Aktivistin identifiziert. Dann wurde mir schlagartig klar, dass es zwar schön ist, sich leidenschaftlich für eine Sache zu engagieren, dass es aber gefährlich ist, seine komplette Identität davon abhängig zu machen. Das zu erkennen, war für mich zunächst ein Schock. Vielleicht war es aber auch der Moment, in dem ich verstanden habe, dass sich Dinge nicht erzwingen lassen, sondern dass Prozesse ihre ganz eigene Zeit brauchen und alles zu seiner Zeit geschieht, ganz egal, wie viel Geld, Aufmerksamkeit und Energie du bereits investiert hast. Mein Arbeitsverständnis hat sich seither grundlegend verändert. Bis dato hatte ich die klassische Projektmanagement-Einstellung von wegen, mit Maßnahme X erreiche ich Ziel Y, und ich habe stark gepusht.

Frosina Pandurska-Dramikjanin ist Sozialwissenschaftlerin, Kommunikationsprofi und seit mehr als 15 Jahren in Nordmazedonien für den Naturschutz aktiv. Frauen in ländlichen Gemeinschaften stärken, altes Wissen wiederbeleben und Tradition mit Innovation verbinden sind für Frosina vielversprechende Ansätze, um Antworten auf die Herausforderungen unserer Zeit zu finden.

Wissen über ökologische Zusammenhänge verloren.
“ Wir haben die Frauen nicht mit bestimmten Erwartungen unter Druck gesetzt. Die Ideen kamen aus ihnen selbst und genau darin lag die Schönheit des Projektes. ”
Welche Haltung ist dir heute wichtig?
Wirklich zu verstehen, wie die Lokalbevölkerung tickt, was die Menschen bewegt und was sie brauchen. Das ist etwas anderes als sie nur einzubeziehen, um am Ende ein bestimmtes Ergebnis zu erzielen, wie etwa die Ausweisung eines Nationalparks. Im Rahmen von BESTbelt habe ich intensiv mit Frauen in der Region Debar gearbeitet. Wir haben die Frauen nicht mit bestimmten Erwartungen unter Druck gesetzt, sondern sie lediglich begleitet. Unsere erste Frage war: Was ist deine Leidenschaft? Produziere das, was du am besten kannst! In dieser Freiheit lagen die Schönheit und die Kraft dieses Projekts. Die Frauen waren begeistert, denn sie wurden finanziell bei dem unterstützt, was sie ohnehin machen - ob handgezogene Nudeln, Wollpullover mit traditionellen Mustern oder Menüs aus regionalen Gerichten. Wir haben ihnen geholfen, ihre Produkte sichtbar zu machen und unter einem gemeinsamen Label zu vermarkten und dabei bewusst auch Produkte ausgewählt, die mit lokaltypischen Pflanzenarten verbunden sind. Zum Beispiel haben Frauen aus der Gemeinde Centar Župa für uns ein altes Rezept für Sirup aus schwarzen Maulbeeren wieder ausgegraben, der als natürlicher Süßstoff
verwendet werden kann. Das Wissen existiert, es wurde nur nie wertgeschätzt. In der Stadt kennt das Rezept für Maulbeersirup niemand mehr. Die Früchte fallen dort unbeachtet von den Bäumen. Dabei sind sie unglaublich süß, da brauchst du keinen Industriezucker. Ländliche Gemeinschaften leben in enger Verbindung zur Natur und haben ein riesiges Wissen. Indem wir Produkte aus der Region fördern, unterstützen wir nicht nur die Frauen, sondern halten auch Kenntnisse über lokaltypische Pflanzenarten und ihre Nutzung lebendig. Das ist ein Reichtum, den wir in den Städten verloren haben.
Erfahren Sie in diesem Video mehr über das EU-finanzierte BESTbelt-Projekt zur Stärkung von Frauen in ländlichen Regionen Nordmazedoniens und tauchen Sie tiefer in Frosinas Arbeit ein enatur.org/1072


Im
Ihr habt mit den Frauen Business-Pläne zur Vermarktung regionaler Produkte erarbeitet. Das war in dieser patriarchal geprägten Region sicher kein einfaches Terrain….
Es wurde tatsächlich deutlich wie traditionell verhaftet die Rollenbilder in der Region Debar noch sind. Die soziale Rolle der Frau besteht nicht darin, ein aktiver Teil der Gesellschaft zu sein, sondern die Hauptaufgabe ist es, sich um die Familie zu kümmern. Wir konnten nicht erwarten, dass die Männer auf einmal mit der Idee einverstanden sind, dass ihre Frauen anfangen, eigene Produkte zu verkaufen. Wir mussten sehr sensibel vorgehen, um die Frauen nicht mit zu hohen Erwartungen unter Druck zu setzen. Schon der Begriff „Business“ hat viele verunsichert. In den ländlichen Gebieten fehlen in dieser Hinsicht die weiblichen Vorbilder, vor allem in Dörfern, die nahezu von der Außenwelt abgeschnitten sind. Wir mussten erklären, dass es nicht darum geht, Unternehmerin zu werden, sondern um ein zusätzliches Einkommen, um die Wertschätzung ihrer Arbeit und auch darum, Anreize für die jüngere Generation zu schaffen, in der Region zu bleiben.
Du stellst festgefahrene Sichtweisen in Frage und legst gleichzeitig großen Wert darauf, Traditionen zu bewahren. Ist das ein Widerspruch?
Nein, aus meiner Sicht überhaupt nicht. In vielen Traditionen liegt ein unglaublicher Wissensschatz, aber sie müssen ins Heute übertragen werden. Das beste Beispiel ist die Wanderschäferei. Für mich ist sie eine der ursprünglichsten Formen unseres Zusammenlebens mit der Natur – lange bevor es um Profit ging. Schäferinnen und Schäfer haben

ein enormes Wissen über die Ökosysteme. Als Sozialwissenschaftlerin habe ich mich schon in meiner Masterarbeit mit dem Thema befasst und ich komme immer wieder zu dem Schluss, dass in der Transhumanz Antworten auf viele aktuelle Fragen liegen. Doch die traditionelle Wanderschäferei ist wie ein Dinosaurier, der sich nicht weiterentwickelt. Verständlicherweise sind die wenigsten jungen Menschen heute noch bereit, diese harte Arbeit zu machen, 16 Stunden allein auf dem Berg zu verbringen, ohne Internet, ohne Strom. Das Schäferhandwerk muss sich an die modernen Gegebenheiten anpassen, um überleben zu können, und das bedarf einer gesamtgesellschaftlichen Anstrengung. Dabei gilt es auch zu überlegen, wie wir Wolle als vergessene Ressource wieder nutzen können.
Worin liegt deine Hoffnung, dass wir uns als Menschheit in eine positive Richtung weiterentwickeln?
Ich halte es für überlebenswichtig, dass wir anfangen, interdisziplinär zu denken und zusammenzuarbeiten. Zum Beispiel sollten sich Naturschützerinnen und Naturschützer den Ideen junger Unternehmerinnen und Unternehmer öffnen, mehr mit sozialen Organisationen kooperieren, bereit sein, eine gemeinsame Sprache zu finden und voneinander zu lernen. Die junge Generation ist unglaublich inspirierend und risikobereit. Ich sehe so viele junge Menschen mit Start-ups, mit mutigen Ideen. Mit ihnen müssen wir uns verbünden, wenn wir wirkliche Veränderung anstoßen wollen. Viele junge Menschen arbeiten bereits an innovativen Lösungen und haben ein ganz anderes Bewusstsein für den Umweltschutz als wir früher. Das gibt mir Hoffnung.

stammt von Schafen aus dem Shar-Gebirge.
Du selbst denkst eher unkonventionell und fernab ausgetretener Bahnen. Hast du dafür ein unterstützendes Umfeld?
Ja, durch meine Arbeit habe ich ein großes Netzwerk aufgebaut und viele Möglichkeiten, meine Ideen mit anderen Menschen aus den verschiedensten Bereichen zu teilen und zu reflektieren. Das hilft mir, das große Bild zu sehen. Ich liebe es, Menschen miteinander zu vernetzen, damit neue Projekte entstehen können. Ganz besonders liegt es mir am Herzen, weiterhin Frauen in ländlichen Gebieten zu stärken und zu unterstützen. Seit Kurzem bin ich Mentorin für ein Netzwerk ländlicher Frauen in Serbien und würde etwas Ähnliches gerne auch in Nordmazedonien aufziehen. Die Frauen helfen sich gegenseitig, Projekt- oder Produktideen zu entwickeln und unterstützen sich dabei, sie umzusetzen. Was ich gelernt habe: Menschen lernen am besten voneinander, eine Imkerin von einer Imkerin, eine Schafhirtin von einer anderen Schafhirtin und eine Landwirtin von einer Landwirtin. In der Vergangenheit war die Nutzung von natürlichen Ressourcen in der Gesellschaft klar geregelt und das Wohl der Dorfgemeinschaften stand an oberster Stelle. Ich bin fest davon überzeugt, dass wir in der Zukunft ähnliche Systeme wieder einführen können, die sowohl der Natur als auch den Menschen Respekt entgegenbringen und nachhaltig sind. In diesem Zusammenhang möchte ich als Vermittlerin einen Beitrag leisten, im Sinne der Natur und der ländlichen Gemeinden.
Frosina, herzlichen Dank für dieses inspirierende Gespräch!
Interview: Katharina Grund
dem sich ein zusätzliches Einkommen generieren lässt. Die


Diese liebliche Landschaft birgt eine spektakuläre geologische Geschichte, in der der Vulkanismus eine bedeutende Rolle spielt. Naturliebhaber können sich zudem an einer beeindruckenden Flora und Fauna erfreuen in den zahlreichen Kalkmagerrasen, Buchenwäldern, Hochmooren, Bergwiesen und im spektakulären Moseltal. Dieses Tal, das die Südgrenze des Gebiets bildet, ist mit seinen steilen, felsigen und sonnenexponierten Hängen ein Hotspot für wärmeliebende Arten
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Rhiannon Gloor (genannt „Ria“), Martin Mikoláš und Siegmund Missall sind in Kroatien verabredet. Nicht am Strand. Treffpunkt ist ein Forschungscamp in einem der schönsten Urwälder des Landes – mitten im Nirgendwo. Ihre Mission: Die magischen Wälder des Westbalkans vor der Abholzung bewahren.
Am Busbahnhof in Gospić verabschiedet sich Siegmund von der Zivilisation. Schwer bepackt bricht er in die Ungewissheit auf, folgt einem rutschigen, halb zugewachsenen Pfad Stunde um Stunde tiefer hinein in den Wald im Velebit-Gebirge. Teilweise geht es steil nach oben, dann wieder gefährlich steil abwärts. Als die Dämmerung einsetzt und das Forschungscamp nirgends in Sicht ist, beschleicht ihn ein Gefühl des Ausgesetzt-Seins. Mit jedem Schritt spürt Siegmund deutlicher, dass er allein in der Wildnis unterwegs ist, und das mitten in Europa. Gerade noch rechtzeitig, bevor die Dunkelheit einsetzt, tauchen vor ihm etwa zwei Dutzend Zelte auf. Selten hat er sich über den Anblick anderer Menschen so gefreut wie in diesem Moment. Von allen Seiten kommen die Wissenschaftler und Forscherinnen von ihren Untersuchungsflächen zurück, wo sie den Tag über Daten dazu erfasst haben, was diesen Urwald zum Urwald macht. Bald brennt ein Lagerfeuer und Siegmund wird herzlich empfangen.
Die Urwälder finden, bevor es zu spät ist
„Hier sind hochkarätige Waldexpertinnen und -experten versammelt, die 12-Stunden-Tage unter schwierigsten Bedingungen in Kauf nehmen, ohne dafür bezahlt zu werden. Alles, was sie wollen, ist die letzten großartigen Wälder Europas retten – und das mit einer Wahnsinns-Energie. Und diese Menschen sind unsere Partner, das ist so inspirierend!“, sagt er. Woher diese „Wahnsinns-Energie“ kommt, beschreibt Martin Mikoláš so: „Es gibt riesige Wissenslücken darüber, wo sich die letzten Ur- und Naturwälder Europas befinden. Besonders auf dem Balkan sind die Karten nahezu leer. Gleichzeitig wissen wir, dass es dort noch ausgedehnte Ur- und Naturwälder gibt. Unsere stärkste Motivation ist es, sie zu kartieren, damit sie geschützt werden können, bevor es zu spät ist. Ich bin glücklich, dass EuroNatur ein Projekt ins Leben gerufen hat, bei dem es genau darum geht“, beschreibt Martin.


Weil er nicht mehr bereit war, die Abholzung der letzten Urwälder Europas hinzunehmen, hat Martin Mikoláš gemeinsam mit weiteren Wissenschaftlern eine Kartiermethode für Urwälder in der Slowakei entwickelt. So erreichte er mit vielen Mitstreitenden einen herausragenden Naturschutzerfolg für die Urwälder in seinem Heimatland: Die Regierung stellte im Jahr 2021 auf Basis der über sieben Jahre gewonnenen Daten 76 bis dahin ungeschützte slowakische Urwaldgebiete unter strikten Schutz. Martins Kartiermethode soll nun helfen, auch die Ur- und Naturwälder des Westbalkans zu retten.
Was macht eigentlich einen Urwald aus?
Folgen Sie Siegmund Missall in diesem Kurzvideo ins Velebit-Gebirge unter dem Internetlink enatur.org/1074
Ria Gloor ist einen Steilhang hochgeklettert und schraubt mit aller Kraft einen Kernbohrer in den Stamm einer Buche. Der Bohrkern wird den Forschenden später die Geschichte des meterdicken Baumes erzählen. Die über 400 Jahresringe zeugen von einem bewegten Leben mit Eisstürmen, gefallenen Nachbarbäumen, plötzlich hereinbrechendem Licht. Siegmund ist begeistert von dieser Dynamik, die hier einfach sein darf. In einem gewaltigen Durcheinander liegt und steht totes Holz herum, das über und über mit Pilzen bedeckt ist. Darauf, darunter und dazwischen quillt neues Leben heraus. In Baumhöhlen, Löchern und Aufspaltungen wohnen Fledermäuse und Tausende Insekten. So sehen echte Wälder aus! Der Zyklus von Werden und Vergehen ist hier direkt erfahrbar.
Die Ernüchterung folgt unmittelbar. Martin, Ria und Siegmund stoßen am unteren Ende der Forschungsfläche auf dutzende Bäume, die mit punktförmigen Markierungen für die Abholzung freigegeben wurden. Nicht weit entfernt wurde eine Forststraße angelegt, die großen Maschinen den Zugang ermöglichen soll. Die Schäden werden fatal sein. „Nach einem Kahlschlag braucht der Wald erstmal tausend Jahre, um sich zu erholen, wenn das überhaupt gelingt. Selbst wenn nur ein Teil der Biomasse herausgeholt wird, kommt der gesamte Kreislauf des Waldes unwiderruflich durcheinander. Nichts wird mehr sein wie vorher“, weiß Siegmund.
In einem Wettlauf gegen die Zeit gilt es, riesige Waldgebiete in Kroatien, Bosnien-Herzegowina, Montenegro und Albanien vor diesem Schicksal zu bewahren. Bislang hat sich allerdings noch niemand daran gewagt, den Kriterienkatalog zur Definition von Ur- und Naturwäldern an die Bedingungen auf dem Westbalkan anzupassen. „Zum Beispiel muss eine Fichte auf dem karstigen Untergrund der kroatischen Dinariden mit viel weniger Wasser auskommen als ihre Artgenossin in der slowakischen Tatra. Sie bleibt wegen der Trockenheit vielleicht klein und schmächtig, ist aber dennoch genauso alt. Wenn wir solche Unterschiede nicht berücksichtigen, fallen uns wertvolle Wälder durch die Maschen“, sagt Siegmund Missall. Auf Einladung von EuroNatur trafen sich Siegmung Missall, Martin Mikoláš und Rhiannon Gloor deshalb Anfang Februar in Sarajevo mit zwölf weiteren namhaften Urwaldexperten. Gemeinsam definierten sie, was auf dem Westbalkan verlässlich als Urwald gelten kann. In den kommenden Monaten gilt es, langjährige NGO-Partner von EuroNatur auf dem Balkan durch Workshops zu befähigen, ihre Wälder nach genau diesem Kriterienkatalog zu erfassen. Es wird spannend: noch in diesem Jahr sollen auf diese Weise riesige Waldgebiete gescannt werden, in der Hoffnung, dass viele Wälder dabei sind, die die strengen Kriterien erfüllen.
Katharina Grund

Du brauchst dich nur fünf Minuten umzuschauen und kannst die Vielfalt nicht fassen, die du siehst. Jede und jeder sollte die Urwälder auf dem Westbalkan kennenlernen.
Dann würden die Menschen verstehen, warum wir diese Wälder schützen müssen.
Rhiannon Gloor, Urwaldforscherin an der Tschechischen Agraruniversität Prag
Wir sind auf unseren Forschungsflächen in einem der schönsten Urwälder Kroatiens unterwegs, im Velebit-Gebirge. Doch die Zerstörung schreitet überall voran. Immer mehr Bäume, die zur Abholzung gekennzeichnet sind und neu angelegte Straßen. Es ist schrecklich!
Martin Mikoláš, Urwaldforscher an der Tschechischen Agraruniversität Prag


Der kritische Moment ist JETZT! Wir müssen die Urwälder auf dem Balkan finden und kartieren bevor es zu spät ist. Wenn ich mit Rhiannon und Martin unterwegs bin, spüre ich ihren Enthusiasmus wie ein ständiges Vibrieren und merke, dass es ihnen mit der Rettung dieser Wälder genauso ernst ist wie uns bei EuroNatur.
Siegmund Missall, Programmleiter Wald bei EuroNatur


Was braucht es, um junge Menschen zu stärken, die sich mit Herzblut für den Naturschutz einsetzen? Das Mentoringprogramm MENC von EuroNatur bringt engagierte Nachwuchskräfte mit erfahrenen Mentorinnen und Mentoren zusammen – und liefert damit mehr als nur fachliche Unterstützung. Es entsteht ein Raum für persönliches Wachstum, gegenseitige Inspiration und neue Perspektiven. Derzeit läuft bereits die vierte Runde des MENC-Programms und eine Fortsetzung ist vorgesehen. „Die positive Resonanz, die wir erhalten, zeigt, dass wir mit dem Programm offene Türen einrennen“, freut sich Leonie Kraut, Leiterin Verwaltung und Personal bei EuroNatur, die MENC mitentwickelt hat und seither koordiniert. Lesen Sie schöne Rückmeldungen auf den folgenden Seiten.
Mentoring for European Nature Conservation (MENC) ist ein Mentoring-Programm, das von EuroNatur organisiert und mit Unterstützung der Expertinnen und Experten von The Human Edge durchgeführt wird. Das Programm richtet sich in erster Linie an Mitarbeitende von Naturschutzorganisationen aus ganz Europa und dem Mittelmeerraum.
Mehr unter www.euronatur.org/mentoring

„MENC hat mich in meiner Überzeugung bestärkt, dass echte Verbindung über Entfernungen und Unterschiede hinweg leicht entstehen kann, wenn gemeinsame Werte, Ziele und Offenheit vorhanden sind.
Iva Naglić Dolić, Mentorin der 3. MENC-Kohorte
Liebes EuroNatur-Team,
MENC war für mich wahrhaft inspirierend und bereichernd. Als größtes Highlight empfand ich die aufrichtige Verbindung, die ich mit meiner Mentee Lisa aufgebaut habe. Obwohl wir uns nie persönlich getroffen haben, fühlten sich unsere Mentoring Sessions natürlich an. Ganz besonders war es zu erleben, wie sich unsere Mentoringbeziehung über vorgegebene Rollen hinaus entwickelt hat. Es entstand ein Raum voller Vertrauen, in dem wir voneinander lernen konnten und uns gegenseitig inspiriert haben. Über das Mentoringprogramm erhielten wir einerseits nützliche Instrumente und Anleitungen, gleichzeitig wurde uns aber auch zugetraut, unsere Mentoringbeziehung selbst zu gestalten, so dass sie sich für uns authentisch anfühlt.
Die Teams von EuroNatur, The Human Edge, und auch meine Mitmentorinnen und -mentoren haben eine unterstützende Atmosphäre geschaffen, in der sich ein Gefühl von Gemeinschaft und Zugehörigkeit entwickeln konnte. Mir wurde klar, dass wirksames Mentoring nicht so sehr bedeutet, Ratschläge zu geben, sondern vielmehr, einen sicheren Raum für Selbstreflexion und Selbsterforschung zu schaffen. Seither gehe ich Gespräche mit einer tieferen Präsenz und Neugierde an – ob mit Klienten, Kolleginnen oder Freunden. Ich wurde daran erinnert, wie wichtig es ist, langsamer zu werden, zuzuhören und Raum zu schaffen – Fähigkeiten, die nicht nur berufliche Beziehungen bereichern, sondern alle Aspekte des Lebens. Die Haltung, die ich während des Mentoringprogramms entwickelt habe, beeinflusst nachhaltig wie ich mit anderen zusammenarbeite, kommuniziere und wie ich meine Führungsrolle gestalte.
Die Mentoring Sessions haben mir gezeigt, wie viel persönliches Wachstum auch auf der Mentorenseite stattfindet. Ich habe viel Selbstvertrauen gewonnen, andere Menschen als Mentorin unterstützen zu können. MENC hat mich darin bestärkt, dass ich wirkungsvolle, strategische Kommunikation mit Mentoring verbinden und Einzelpersonen sowie Organisationen in den Bereichen Naturschutz und Nachhaltigkeit unterstützen möchte. Ich danke EuroNatur und The Human Edge herzlich für diesen sicheren Raum voller Aufmerksamkeit, in dem wir als Menschen im Mittelpunkt standen. Dadurch war so viel Wachstum möglich.
Alles Gute, Iva
„Mir ist klar geworden, dass es beim Mentoring nicht nur darum geht, zu lernen, wie man bei der Arbeit bessere Leistungen erbringt. Es geht auch darum, als Person zu wachsen.
Darko Kjitanoski, Mentee der 3. MENC-Kohorte “

Liebes EuroNatur-Team,
die Erfahrungen mit MENC haben meine Erwartungen weit übertroffen, in bestmöglicher Weise. Ich hatte mit ähnlichen Initiativen zuvor eher negative Erfahrungen gemacht. Alles fühlte sich starr, übermäßig strukturiert und wenig authentisch an. Im Rahmen von MENC erfuhr ich, dass es beim Mentoring nicht nur darum geht, zu lernen, wie man bei der Arbeit bessere Leistungen erbringt, sondern auch darum als Person zu wachsen und auf Herausforderungen zu reagieren. Mit meiner Mentorin Julia zu arbeiten, war unglaublich wertvoll. Wir haben eine gemeinsame Dynamik gefunden, die es uns ermöglichte, das Beste aus jeder Mentoring Session herauszuholen. Unsere Verbindung war so gut, dass wir beschlossen, uns auch über das Mentoringprogramm hinaus regelmäßig zu treffen und auszutauschen. Es war eine wirklich bereichernde Reise.
Großartig war auch die Möglichkeit, sich mit anderen Teilnehmenden von MENC zu vernetzen. Auch wenn wir nicht viel Zeit zusammen hatten, gelang es uns doch, uns gegenseitig kennenzulernen. Dadurch entstand ein Gemeinschaftsgefühl und wir spürten, dass wir gemeinsame Ziele verfolgen. Die bedeutsamste Veränderung in meinem Berufsleben während meiner Teilnahme an MENC war, dass ich befördert wurde. Ich bin fest davon überzeugt, dass ich diesen Entwicklungsschritt, zumindest teilweise, der Unterstützung meiner Mentorin zu verdanken habe. Ich begann, Aspekte meiner Arbeit aus einer neuen Perspektive zu betrachten und mit Herausforderungen bedachter und strategischer umzugehen. Diese Sicht- und Herangehensweise hat viel verändert – das Ergebnis spricht für sich.
Eine weitere einschneidende Erkenntnis für mich war, dass Mentoring keine Einbahnstraße ist, sondern in beide Richtungen funktioniert. Nicht nur die Mentees, sondern auch die Mentoren gewinnen neue Perspektiven. Das zu verstehen, hat meine beruflichen Beziehungen komplett verändert. Ich bin in meinem Berufsalltag offener, reflektierter und kooperativer geworden.
Beste Grüße, Darko



„Ich finde dieses Mentoringprogramm ungemein kostbar, denn für den Naturschutz als eine generationenübergreifende Aufgabe ist das Denken in großen Zeiträumen nach meinem Empfinden unabkömmlich. Gerade in der heutigen Zeit ist es enorm wichtig, Dinge klar und zielgerichtet kommunizieren zu können und dabei Selbstbewusstsein, Stärke und Sicherheit auszustrahlen - ganz gleich, in welcher Thematik man sich engagiert. Das eröffnet unter anderem die Möglichkeit, sein Gegenüber besser zu sensibilisieren, offen für Lösungen während des Gesprächs zu werden, vor allem jedoch Ziele auch gegen Widerstände erreichen zu können. Ich wünsche EuroNatur noch lange die finanziellen Mittel, um MENC fortsetzen zu können, damit daraus viele engagierte Menschen mit Spaß und neuem Selbst- und Gemeinschaftsverständnis herausgehen können, um gewappneter zu sein für die nächsten Herausforderungen.

„Einfach verschiedene Sichtweisen anzuhören, ohne das Gefühl, immer eine Antwort oder Lösung haben zu müssen, war fantastisch. Ich habe auch erkannt, dass die Dinge nicht immer genau so laufen müssen wie ich es erwartet habe. Manchmal entwickeln sie sich sogar viel besser.
Nevena Petković, Mentee der 3. MENC-Kohorte
Schreibt uns eine treue EuroNatur-Spenderin “ “


Unterschrift für den Flussschutz: von links nach rechts unterschreiben Annette Spangenberg von EuroNatur, Damjan Ćulafić (Umweltminister von Montenegro), Jovana Janjušević von CZIP und Andrijana Mićanović von CDE MES die Absichtserklärung zur Unterschutzstellung der Morača.
Das Umweltministerium in Montenegro hat gemeinsam mit EuroNatur sowie den montenegrinischen Partnerorganisationen CZIP und CDE MES eine Absichtserklärung zum besseren Schutz der Morača unterzeichnet. Der weitgehend frei fließende Fluss gehört zu den großen Naturschätzen des Balkans. Aufbauend auf ein umfassendes Konzept soll das gesamte Einzugsgebiet der Morača unter wirksamen Schutz gestellt werden. Parallel dazu sind Veranstaltungen mit der Lokalbevölkerung geplant, um diese für den Wert des Flusses zu sensibilisieren, so dass sie die Unterschutzstellung aktiv unterstützen. Die Vereinbarung
hat auch politische Signalwirkung in Richtung EU-Integration: Montenegro zeigt, dass es bereit ist, Umwelt- und Biodiversitätsstandards stärker in die verschiedenen Politikbereiche einzubeziehen. „Wir sind sehr froh, dass wir mit der Unterzeichnung der Absichtserklärung den offiziellen Auftakt zu einer Kooperation mit dem Umweltministerium machen konnten“, sagt Annette Spangenberg, Programmleiterin Fließgewässer bei EuroNatur. „Wir freuen uns auf die nächsten gemeinsamen Schritte, die hoffentlich zu einem umfassenden Schutz der Morača und ihrer Nebenflüsse führen werden.“
Die negative Nachricht zuerst: Der Zustand der Balkanflüsse verschlechtert sich rasant. Dies zeigt eine von EuroNatur und Riverwatch im Rahmen der Kampagne „Rettet das Blaue Herz Europas“ in Auftrag gegebene Studie von Dr. Ulrich Schwarz (Fluvius Wien). Untersucht wurden 83.824 Flusskilometer in elf Balkanländern. Der Anteil unberührter Flussabschnitte ist seit 2012 von 30 auf nur noch 23 Prozent im Jahr 2025 gesunken. Das bedeutet einen erschreckend großen Verlust von rund 2.500 Flusskilometern. Gleichzeitig haben stark veränderte Flussabschnitte zugenommen. Der Ausbau von Wasserkraft bleibt der Hauptgrund für die Verschlechterung, gefolgt von Wasserentnahmen, Kies- und Sandabbau sowie Infrastrukturprojekten. Insbesondere größere Flüsse sind von Kanalisierung betroffen. Am stärksten betroffen ist Albanien: Kein anderes Balkanland verlor in den vergangenen zehn Jahren so viele natürliche Flussabschnitte.
Die gute Nachricht: Es gibt auch Erfolge zu verzeichnen. Rund 900 Flusskilometer konnten in den untersuchten Ländern durch Naturschutzmaßnahmen gesichert werden, etwa durch den Stopp von Wasserkraftprojekten, ein Verbot von Kleinwasserkraftanlagen und die Ausweisung neuer Schutzgebiete. Die Ausweisung des Vjosa Wildfluss-Nationalparks bleibt einer der wichtigsten Erfolge. Doch Annette Spangenberg, EuroNatur-Programmleiterin
Fließgewässer warnt: „Das Fenster für wirksamen Schutz schließt sich schnell. Der Balkan beherbergt noch einige der letzten Wildflüsse Europas – ihr Schutz erfordert jetzt politischen Mut und einen klaren Kurswechsel weg von zerstörerischen Praktiken.“
Wir haben das Thema als interaktive Story mit Karten, Satellitenbildern und Fotos für Sie aufbereitet. Zu finden im Internet unter enatur.org/1075
Über die Erfolge und jüngsten Entwicklungen in der Kampagne “Rettet das Blaue Herz Europas” hält EuroNatur-Programmleiterin Annette Spangenberg am Mittwoch, 15. April 2026 um 18 Uhr einen Online-Vortrag.
Für das Webinar können Sie sich unter diesem Link kostenlos anmelden: euronatur.org/veranstaltungen


im
Bilder rechts: Wenig Wasser, viel gefrorener Schlamm: Traditionell führt der Bodensee im Winter weniger Wasser als im Frühsommer, wenn er durch Schmelzwasser aus den Alpen gefüllt wird. Bei dieser Mittwinterzählung war der Wasserstand besonders niedrig.
Tick Tick Tick … Die Daumen der freiwilligen Vogelzählerinnen sind an diesem frostigen Wintertag permanent in Bewegung. Mit ihren Ferngläsern und Spektiven scannen sie die Wasserfläche und erfassen Blässhühner und Haubentaucher, Kormorane und Lachmöwen, Höckerschwäne und Tafelenten; einfach alles, was an Wasservögeln zu sehen ist. Das Wetter ist nicht einladend – graues Wasser, grauer Himmel, grauer Horizont – und doch glühen ihre Wangen, nicht nur vor Kälte, sondern auch vor Begeisterung.
„Ich liebe die Wasservogelzählungen, es hat so was Meditatives“, sagt Dr. Justine Vansynghel, Projektleiterin Zugvogelschutz bei EuroNatur. „Man ist sehr fokussiert bei der Sache, hört nur das Schnattern der Enten und das Klicken der Zähler. Und dann gibt es immer wieder schöne Beobachtungen. Ich mag die Reiherenten mit ihrem lustigen Schopf und ich habe mich sehr über den einzelnen Großen Brachvogel gefreut, der im Schlamm nach Nahrung suchte“, beschreibt Dr. Justine Vansynghel ihre Eindrücke.
Gemeinsam mit ihren EuroNatur-Mitstreitenden Cornelia Mähr und Christian Stielow hat Justine an diesem 18. Januar die Strecke in Radolfzell gezählt. Die drei Vogelbegeisterten waren nicht die einzigen, die an diesem Tag – dick eingemummelt in Winterjacken – Wasservögel gezählt und deren Bestände in ihre Notizbücher eingetragen haben. Etliche ehren- und hauptamtliche Vogelschützerinnen aus aller Welt schulterten ihre Spektive. Mitte Januar steht traditionell die Mittwinterzählung an. In diesem Jahr war es eine besondere, nämlich die 60. Internationale Wasservogelzählung (International Waterbird Census, kurz IWC).


Dass das Zählen von Enten, Möwen, Rallen und anderen Wasservögeln den Freiwilligen Freude bereitet, steht wohl außer Frage. Doch das Ganze dient auch dem Schutz der Vögel. Die Ergebnisse aus 60 Jahren Zählung haben zur Ausweisung zahlreicher wertvoller Seen, Flussmündungen und Küstenabschnitte als Schutzgebiete beigetragen.
„Seit 60 Jahren zeigt die Internationale Wasservogelzählung, wie viel es bewirken kann, wenn Menschen gemeinsam für die Natur tätig werden. Sie hat sich zu einem Leuchtturm des Wissens und der Zusammenarbeit entwickelt, und zu einer Basis des Naturschutzes für Wasservögel und Feuchtgebiete auf der ganzen Welt“, sagt Coenraad Krijger, Geschäftsführer von Wetlands International, einer der Koordinatoren der IWC.
Tatsächlich sind viele Wasservogelpopulationen rückläufig. So gibt es besonders bei Watvögeln besorgniserregende Abwärtstrends, worin sich unter anderem der Druck auf Feuchtgebiete entlang ihrer Zugrouten widerspiegelt. „Die Stärke des IWC liegt in seiner Kontinuität“, sagt Dr. Justine Vansynghel. „Durch die jährliche Wiederholung wird eine langfristige Datenreihe aufgebaut. Diese ermöglicht es uns, die Populationstrends der Wasservögel zu verstehen, die auf mögliche Bedrohungen wie Wilderei oder Lebensraumverlust hinweisen können“, so Vansynghel.



Obwohl die Saline Ulcinj in den zurückliegenden Jahren ökologisch an Wert verloren hat, gehört sie nach wie vor zu den bedeutendsten Feuchtgebieten an der östlichen Adria. Die neuesten Entwicklungen machen Hoffnung.
Montenegro hat einen wichtigen Schritt zum Schutz der Saline Ulcinj getan: Am 30. Januar unterzeichneten die Gemeinde Ulcinj und das montenegrinische Umweltministerium den Vertrag zur Gründung einer gemeinsamen Schutzgebietsverwaltung. Unter der neuen Verwaltung sollen in Bälde konkrete Schutzmaßnahmen im 2019 als Naturpark ausgewiesenen Gebiet umgesetzt werden –einem der bedeutendsten Rastplätze für Zugvögel an der östlichen Adria. Gemeinsam mit ihren montenegrinischen Partnern CZIP und MSJA hat EuroNatur jahrelang auf diesen Schritt gedrängt.

Im Sommer 2025 zerstörten schwere Waldbrände rund 11.000 Hektar Wald in der Provinz León im Nordwesten Spaniens, darunter wichtige Braunbärenlebensräume. Dank Ihrer Unterstützung konnten wir mit unserer Giving Tuesday-Kampagne unter dem Motto „Bäume für Bären“ gemeinsam mit unserer spanischen Partnerorganisation Fapas ein wichtiges Hoffnungszeichen in den Kantabrischen Bergen setzen. „In einem Gebiet, das durch den Brand zerstört wurde, haben wir erreicht, dass 223 Obstbäume für die Bären gepflanzt werden“, freut sich EuroNatur-Projektleiterin Antje Henkelmann. „Jeder einzelne Baum mit seinen Früchten trägt dazu bei, dass sich die Braunbären des Kantabrischen Gebirges von den Bränden erholen werden“, sagt die Bärenexpertin. „Vielen Dank für Ihre Unterstützung zum Giving Tuesday!“
gemeldet
„Wir sind froh, dass dieser überfällige Schritt vollzogen ist“, sagt Dr. Stefan Ferger, Programmleiter Zugvogelschutz bei EuroNatur. „Die Schutzgebietsverwaltung muss die im Managementplan vorgesehenen Maßnahmen nun schnellstmöglich umsetzen. Dazu braucht sie eine kompetente Leitung, engagierte Mitarbeitende und die nötigen finanziellen Mittel. Wir erwarten, dass die Regierung in Podgorica und die Gemeinde Ulcinj nun rasch die nötigen Schritte für den tatsächlichen Aufbau der Schutzgebietsverwaltung in die Wege leiten“, so Ferger.

Mit vollem Körpereinsatz engagieren sich unsere spanischen Partner dafür, dass die Bären nach den schweren Bränden in Zukunft wieder ausreichend Nahrung vorfinden.

V.l.n.r.: Die Bürgermeister Heiner Kilger (Mauth) und Radek Thér (Kvilda) nahmen von Prof. Hubert Weiger (EuroNatur-Präsidiumsmitglied und Ehren-Vorsitzender des BUND) die Urkunden entgegen.

Die Modellgemeinde Mauth im Bayerischen Wald aus der Vogelperspektive.
Erstmals hat die European Green Belt Association zwei Kommunen gleichzeitig als „Modellgemeinden des Grünen Bandes Europa“ ausgezeichnet: Kvilda in Tschechien und Mauth in Deutschland. Gewürdigt wird damit ihr herausragendes grenzübergreifendes Engagement im Gebiet der Nationalparke Šumava und Bayerischer Wald. Die Auszeichnung ehrt Gemeinden, die sich in besonderer Weise für den Schutz, die nachhaltige Entwicklung und die Vermittlung der Werte des Grünen Bandes Europa einsetzen. Sowohl die Gemeinde Mauth als auch Kvilda stellen Flächen für die Wiedervernässung von Mooren bereit und fördern eine aktive Erinnerungskultur. Im Ortsteil Bučina klärt heute eine Gedenkstätte über die Geschichte des ehemaligen Eisernen Vorhangs auf, der zu Zeiten des Kalten Krieges dort verlief.
Auch in Mauth gibt es eine zweisprachige Informationsstele zur Natur- und Kulturgeschichte der Grenzregion. Ein grenzübergreifendes Rad- und Wanderwegenetz sowie regelmäßige gemeinsame Veranstaltungen sorgen für intensiven Austausch zwischen den Gemeinden. Prof. Hubert Weiger betonte: „Mauth und Kvilda engagieren sich für eine lebendige Kultur der Zusammenarbeit, bewahren den Naturreichtum der Region und schaffen so eine nachhaltige Basis für sanften Tourismus und regionale Entwicklung entlang des Grünen Band Europa.“ Begeben Sie sich auf eine virtuelle 360°-Tour und entdecken Sie die Region am Grünen Band Europa, in der die beiden neu ausgezeichneten Modellgemeinden liegen: 360-grad.bund.net/gruenes-band/bayerischerwald/
EuroNatur ist Mitglied bei der Initiative „Mein Erbe tut Gutes. Das Prinzip Apfelbaum“. In regelmäßigen Abständen bietet die Initiative in Kooperation mit der Anne-Sophie Mutter Stiftung Spenderinnen und Spendern exklusive Konzerte in verschiedenen Städten Deutschlands an. Jungen Profimusikerinnen und -musikern wird hierbei die Gelegenheit geboten, ihr Können auf der Bühne zu zeigen. Für das nächste Konzert in Flensburg („Vivaldi meets Piazolla“) am Donnerstag, 23. April 2026 um 18 Uhr haben wir vier Freikarten zu verlosen.
Beantworten Sie dafür folgende Frage und schicken Sie Ihre Antwort an info@euronatur.org
Unter allen richtigen Einsendungen wird der Gewinn verlost. Die Frage lautet: Zahlreiche Komponisten ließen sich von den Geräuschen der Natur inspirieren. Doch welcher von ihnen übernahm ganze Vogelgesänge in seine Werke?
A: Jean-Baptiste Lully
B: Hector Berlioz
C: Maurice Ravel
D: Olivier Messiaen
Haben Sie Fragen? Melden Sie sich gerne bei uns!
Redaktion EuroNatur-Magazin
Katharina Grund
Fon + 49 (0)7732/92 72 10
katharina.grund@euronatur.org



Online-Redaktion euronatur.org
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christian.stielow@euronatur.org
Grafik und Anzeigen
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Allgemeine Informationen EuroNatur
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Impressum
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Geschäftsstelle Radolfzell: Westendstraße 3
D-78315 Radolfzell Tel. 07732-9272-0, Fax 07732-9272-22 www.euronatur.org, E-Mail: info@euronatur.org
Spendenkonto: 8182005 (BLZ 370 205 00) Sozialbank / Bank für Sozialwirtschaft, Köln
IBAN DE42 37020500 0008182005 SWIFT/BIC BFSWDE33XXX
Herausgeber:
EuroNatur Service GmbH
Westendstraße 3, D-78315 Radolfzell Tel. 07732-9272-40, Fax 07732-9272-42
SWR, 18. Januar 2026
Seit mehr als 60 Jahren zählen Vogelkundler rund um den Bodensee regelmäßig die Wasservögel. Im Winterhalbjahr ziehen sie an je einem Sonntag im Monat los […] Sie sind ausgestattet mit Fernrohren, und ihr Anspruch ist es, möglichst alle Tiere zu erfassen [… ] Die Wasservogelzählung läuft nicht nur am Bodensee, sondern international. Darauf weist die Naturschutz-Stiftung EuroNatur mit Sitz in Radolfzell hin.
Balkan Insight, 21. Januar 2026
Eine neue Studie der Umweltorganisationen EuroNatur und River Watch über die Flüsse auf dem Balkan warnt davor, dass in den letzten 13 Jahren rund 2.450 Kilometer unberührte Flüsse verloren gegangen sind. Vor allem in Albanien und BosnienHerzegowina sei der Anteil unberührter Flüsse stark zurückgegangen.
Süddeutsche Zeitung, 30. Januar 2026
Seit 2022 gilt [in Bosnien-Herzegowina] ein neues Gesetz, das den Bau von Kleinwasserkraftwerken stark einschränkt. Solche Schritte deuten zumindest darauf hin, dass der Schutz der Wildflüsse in dem Land nach und nach einen höheren Stellenwert einnimmt – Anlass für Entwarnung bieten sie allerdings nicht. Angesichts der jetzt veröffentlichten Studie sagt Annette Spangenberg, Programmleiterin Fließgewässer bei EuroNatur: „Während die Flüsse der Region weiterhin ihren natürlichen Charakter verlieren, schließt sich das Fenster für wirksamen Schutz schnell.“
Vijesti, 16. Dezember 2025
[Die montenegrinische EuroNatur-Partnerorganisation] CZIP hat nach zehn Jahren Feldforschung und Überwachung mit Kamerafallen in ganz Montenegro die Anwesenheit von Luchsen im Naturpark Piva bestätigt. „Dieser Fund ist ein dokumentierter Nachweis für die Anwesenheit von Luchsen in Montenegro und ein wichtiges Ergebnis der langjährigen Suche nach dieser Tierart sowie ein starker Anstoß für Schutzmaßnahmen“, erklärte die Nichtregierungsorganisation.
Weitere Presseberichte finden Sie unter euronatur.org/pressespiegel
Redaktion und Texte: Katharina Grund (Redaktionsleitung EuroNatur-Magazin), Christian Stielow (Öffentlichkeitsarbeit), Gabriel Schwaderer (Geschäftsführer, V.i.S.d.P.)
Mitarbeit an dieser Ausgabe: Jessica Bitsch (Projektleiterin), Dr. Stefan Ferger (Programmleiter), Siegmund Missall (Programmleiter), Anja Nieden (Korrekturlesung), Sabrina Pohl (Fundraising), Prof. Dr. Thomas Potthast (Präsident), Annette Spangenberg (Programmleiterin), Dr. Justine Vansynghel (Projektleiterin), Isabel Wintermantel (Projektleiterin)
Art Direction:
Kerstin Sauer, EuroNatur Service GmbH
Druck:
Hartmanndruck & Medien GmbH, Hilzingen; gedruckt auf 100% Recyclingpapier Vivus Silk
Bildnachweis Heft 1/2026: Titel: blickwinkel / S. Ott Smaragdeidechse (Lacerta viridis viridis) Rückseite: blickwinkel / W. Layer Steinhummel (Bombus lapidarius)
Erscheinungsweise: vierteljährlich, Bezugspreis 20,- Euro jährlich, kostenlos für EuroNatur-Fördermitglieder ISSN 0945-148X
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/ Impressum
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