Jahresbericht 2025
Editorial & Inhalt
Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freundinnen und Freunde von EuroNatur! Es gibt Momente, in denen wir erkennen, dass unser Verhältnis zur Mitwelt mehr ist als Nutzung oder Ausbeutung – und da bin ich mir bei Ihnen als geschätzte Lesende unseres Jahresberichts sicher. Wenn sich ein Fluss nach der Befreiung aus seinem Betonkorsett wieder frei entfalten und die Landschaft formen kann, wenn Ökosysteme sich erholen und verdrängte Arten zurückkehren, dann zeigen sich ökologische Erfolge und damit zugleich die Anerkennung, dass wir Teil eines Ganzen sind, nicht dessen Eigentümer.
EuroNatur arbeitet in diesem Spannungsfeld. Unser Engagement gründet zugleich auf wissenschaftlicher Evidenz und einem ethischen Selbstverständnis: Natur hat Wertdimensionen, die über ihren bloßen ökonomischen und funktionalen Nutzen für Menschen hinausgehen. Dieser Gedanke ermutigt uns, konsequent zu handeln – grenzüberschreitend, langfristig und mit dem Mut, naturzerstörerische Taten öffentlich sichtbar zu machen und lautstark zu kritisieren.
Aktuell ist diese Einsicht dringlicher denn je. Der Druck auf Europas Natur ist Ausdruck einer tieferliegenden Problematik – einer Krise der Verantwortung. Denn die Frage, wie wir leben, wirtschaften und entscheiden, ist untrennbar mit der Frage verbunden, welche Rechte unserer Mitwelt einschließlich anderer Lebewesen ebenso wie kommender Generationen von Menschen wir anerkennen.
Der Jahresbericht 2025 ist nicht nur eine Dokumentation unserer Arbeit, sondern Ausdruck einer Haltung, die sich nicht mit dem Machbaren zufriedengibt und das moralisch und politisch Richtige sucht. Möge er uns darin bestärken, unseren gemeinsamen Weg für den Naturschutz in Europa entschlossen weiterzugehen. Ihr
Prof. Dr. Thomas Potthast Präsident der EuroNatur Stiftung
2 Editorial 3 Orientierungskarte 4 Europas Wälder 6 Europas Flüsse 12 Grünes Band Europa 14 Bär, Wolf & Luchs 18 Europas Zugvögel 24 EU-Politik 26 Medien & Öffentlichkeit 28 EuroNatur digital 29 Umgang mit möglichen Risiken 30 Transparenz 32 Wirtschaftliche Lage im Geschäftsjahr 2025 38 Bilanz 39 Gewinn- & Verlustrechnung 40 Unsere Förderschwerpunkte 2025 48 Mission & Vision 49 Unsere Werte 50 Organisation & Struktur 51 Spendenaufruf 52 Testamentsspende für Europas Natur 54 Impressum 2
Jahresbericht 2025
Bild: Kerstin Sauer - Thomas Potthast
Orientierungskarte Diese Karte dient der Orientierung und zeigt lediglich die im EuroNatur-Geschäftsbericht 2025 dargestellten Projektgebiete. Der Geschäftsbericht veranschaulicht die Kernthemen sowie Arbeitsweisen der Stiftung beispielhaft. Erfolge oder Herausforderungen im Jahr 2025 sind schlaglichtartig herausgehoben. Auch in Projekten, die aus Platzgründen nicht ausführlich dargestellt werden konnten, engagieren wir uns kontinuierlich für den Schutz des europäischen Naturerbes. Eine vollständige Übersicht aller EuroNatur-Aktivitäten gibt das Kapitel „Förderschwerpunkte 2025“. Über aktuelle Entwicklungen informieren der EuroNatur-Newsletter www.euronatur.org/newsletter sowie das EuroNatur-Magazin www.euronatur.org/magazin. 1 2
Kantabrisches Gebirge (Spanien) Seite 15 Knepp Estate und Storrington (Großbritannien) Seiten 22-23
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Prypiat-Stohkid-Nationalpark (Ukraine) Seite 21
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Region Liptow (Slowakei) Seite 16
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Vojvodina (Serbien) Seite 19
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Komarnica (Montenegro) Seiten 8-9
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Mavrovo-Nationalpark (Nordmazedonien) Seite 7
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Aoos / Vjosa (Griechenland, Albanien) Seiten 10-11 Zahlreiche Aktivitäten zum Schutz von Flüssen, Wäldern, Feuchtgebieten, Lebensräumen von Zugvögeln und großen Beutegreifern.
Grünes Band Europa
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Grafik: Kerstin Sauer
Jahresbericht 2025
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Europas Wälder Grenzüberschreitender Schutz von Ur- und Naturwäldern Geographische Lage in Europa
Ur- und Naturwälder auf dem Balkan: Europas Hotspots biologischer Vielfalt.
Situation
In Europa gibt es nur noch wenige Ur- und Naturwälder – in sich geschlossene Waldökosysteme, die sich über Jahrhunderte ohne menschliche Eingriffe entwickelt haben. Dabei sind sie wahre Schatzkammern der Artenvielfalt und wichtige CO₂Speicher. Auf dem Balkan fallen viele dieser Naturjuwelen einer fortschreitenden Abholzung zum Opfer, auch, weil sie bisher nicht vollständig erfasst wurden. Eine detaillierte Kartierung ist dringend notwendig, um sie wirksam zu schützen und das Ziel der EU-Biodiversitätsstrategie zu erreichen, mindestens zehn Prozent der Fläche der EU bis 2030 unter strengen Schutz zu stellen. Im Rahmen der Kampagne „Save Paradise Forests“ hat sich EuroNatur viele Jahre lang gemeinsam mit lokalen Partnern für den Schutz der bedrohten rumänischen Ur- und Naturwälder eingesetzt – und das trotz vieler Herausforderungen mit Erfolg. So hat unsere Arbeit unter anderem dazu beigetragen, dass eine Fläche von über 4.000 Hektar – darunter das Boia Mica Tal (960 ha) – unter strikten Schutz gestellt wurde. Darüber hinaus konnten deutliche Verbesserungen zum Schutz von Ur- und Naturwäldern erzielt werden. Dazu zählen strengere Schutzstandards in Nationalparks, verpflichtende Umweltprüfungen bei Eingriffen in die Natur und bessere Kontrollsysteme zur Überwachung von Holzeinschlag. Im Rahmen einer Strategieüberprüfung in Rumänien fokussieren wir uns 2025 mit „Forest Beyond Borders“ auf den grenzüberschreitenden Schutz von Ur- und Naturwäldern auf dem westlichen Balkan.
Ziel
Wir wollen sämtliche Ur- und Naturwälder in sieben ausgewählten Ländern des westlichen Balkans in und außerhalb der EU erfassen. Mithilfe dieser Daten setzen wir uns gemeinsam mit unserem Netzwerk aus lokalen Partnern für politische und rechtliche Rahmenbedingungen ein, die ihren dauerhaften Schutz gewährleisten.
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Jahresbericht 2025
Illustrationen: Kerstin Sauer Bild: Ilir Shyti - Wälder auf dem Balkan.
Holz gilt als grüner Rohstoff, doch seine Nutzung bedroht wertvolle Waldökosysteme – besonders in Südosteuropa, wo einige der letzten Ur- und Naturwälder Europas existieren. Gemeinsam mit lokalen Partnern in ausgewählten Balkanländern setzen wir uns für ihren Schutz ein.
Ausgewählte Aktivitäten und Erfolge 2025 Gemeinsam mit Expertinnen und Experten haben wir erste Überblickskarten über Ur- und Naturwälder erstellt und eine wissenschaftliche Methodik entwickelt, mit der wir diese Wälder ab 2026 im Gelände erfassen und genau kartieren werden.
Ausblick
Wir haben ein hochrangiges, fünfzehnköpfiges Expertengremium aus Ost- und Südosteuropa für die Unterstützung unserer Arbeit versammeln können. Dieses garantiert die wissenschaftliche Qualität unserer Arbeit.
Langfristig wollen wir eine detaillierte Kartierung aller Ur- und Naturwälder des westlichen Balkans erstellen. Gemeinsam mit unseren Partnern vor Ort wollen wir sie unter dauerhaften Schutz stellen. Partner: PPNEA, CZZS, CZIP, BIOM, BPSSS, CZU Förderung: Aage V. Jensen Charity Foundation, EuroNaturSpenderinnen und -Spender
Bilder: Karol Kalisky - Buchen und Kalkstein im Velebit-Gebirge. Hier erkundeten Martin Mikoláš, Siegmund Missall und Rhiannon Gloor (von links) Urwälder. Bild rechts zeigt sie bei einer abendlichen Lagebesprechung.
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Europas Flüsse Rettet das Blaue Herz Europas Geografische Lage in Europa
Ökologisch wertvolle Fließgewässer auf dem Balkan, das blaue Herz Europas.
Das blaue Herz Europas
Situation
Wasserkraft gilt verbreitet als grün, doch sie zerstört die Natur – besonders in Südos teuropa, wo Europas letzte Wildflüsse fliessen. Gemeinsam mit lokalen Partnern in den Balkanländern setzen wir uns für ihren Schutz ein.
Die wilden Flusslandschaften der Balkanhalbinsel zählen zu den artenreichsten Lebensräumen Europas. Doch sie sind bedroht: Über 3.200 Wasserkraftwerke sind geplant oder im Bau, davon nahezu die Hälfte in Schutzgebieten. Mehr als 90 Prozent dieser Projekte sind Kleinwasserkraftwerke (< 10 MW), die nur sehr wenig Strom erzeugen. Die Folgen jedoch sind verheerend und unumkehrbar für Natur und Mensch. Der Handlungsdruck durch geplante Wasserkraftprojekte bleibt hoch, insbesondere in Schutzgebieten. Seit rund 15 Jahren setzen sich EuroNatur und RiverWatch gemeinsam mit lokalen Partnern im Rahmen der Kampagne „Rettet das blaue Herz Europas“ für den Schutz der letzten frei fließenden Balkanflüsse ein. Seither haben wir ein breites Netzwerk auf nationaler, auf EU und internationaler Ebene aufgebaut.
Ziel
Wir wollen die letzten frei fließenden Balkanflüsse vor der Zerstörung durch Wasserkraft bewahren. Wir setzen uns unter anderem dafür ein, dass nach dem Vjosa-Wildfluss-Nationalpark in Albanien weitere große Fluss-Schutzgebiete ausgewiesen werden.
Infos, Fotos und Filme im Internet unter www.balkanrivers.net/de oder auf Social Media unter www.facebook.com/balkanrivers und www.instagram.com/blueheartrivers.
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Jahresbericht 2025
Ausgewählte Aktivitäten und Erfolge 2025 Das Umweltverträglichkeitsprüfungsverfahren für das geplante Wasserkraftwerk am Komarnica-Fluss in Montenegro wurde ausgesetzt, das Projekt damit vorerst gestoppt. Breite zivilgesellschaftliche und wissenschaftliche Unterstützung sowie hohe mediale Aufmerksamkeit verstärkten den politischen Druck und schaffen eine konkrete Perspektive für den dauerhaften Schutz der Komarnica. Der Stillstand des Skavica-Wasserkraftprojekts in Albanien wurde von unseren lokalen Partnern genutzt, um die Grundlagen für künftige Naturschutzarbeit in der Region zu stärken. Ein dreitägiges Umweltcamp gab den Auftakt zum Aufbau eines Jugendnetzwerks, das sich dauerhaft für den Schutz des Schwarzen Drin engagiert. Nordmazedonien hat die Verabschiedung eines EU-konformen Naturschutzgesetzes zur nationalen Priorität erklärt. Ausgelöst wurde dieser Schritt durch den politischen Druck der internationalen Naturschutzkonferenz in Skopje, an der unter anderem eine Vertreterin der Berner Konvention teilnahm. Gleichzeitig wächst der internationale Reformdruck: Die anhaltenden Verzögerungen bei der Neuausrufung des Mavrovo-Nationalparks führten zu der Entscheidung der Berner Konvention, 2026 eine erneute Vor-Ort-Bewertung durchzuführen.
Ausblick Langfristig verfolgen wir die Umsetzung eines nachhaltigen Regionalentwicklungsprogramms entlang geschützter Flüsse auf dem Balkan. Zudem wollen wir unsere lokalen Partner dabei unterstützen, nationale Anlaufstellen für den Flussschutz zu werden. Partner: Riverwatch, EcoAlbania, MedINA, CDE MES, DPRS, Ekosvest, GARD, Qendra Network Albania Förderung: 1% for the Planet, ClientEarth, Fondation Genevoise de Bienfaisance „Valeria Rossi di Montelera”, Holdfast Collective, Manfred-Hermsen-Stiftung, EuroNatur-Spenderinnen und -Spender
Bilder: Bruno D'Amicis - Gelbbauchunke (Bombina variegata) in der Komarnica. Solutions4you - "Wildes Wasser = Freiheit“ steht auf dem Schild, das Jelena Popović vor sich herträgt. Sie hat gemeinsam mit Andrijana Micanović die Initiative „Rettet die Komarnica“ gegründet. Matic Oblak - Gewaltsam gestoppter Fluss. Wie ein Mahnmal ragt der Piva-Staudamm auf. Ein ähnliches Bauwerk droht auch die Komarnica zu zerstören.
Jahresbericht 2025
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Europas Flüsse Kein Aufschub mehr: Komarnica braucht dauerhaften Schutz! Geografische Lage in Europa
Der Fluss Komarnica in Montenegro mitsamt gleichnamiger Schlucht. (Karte S. 3, Nr. 6).
Situation
Der Fluss Komarnica in Montenegro ist einer der letzten Wildflüsse Europas mit unberührten Canyon-Ökosystemen, in denen seltene und endemische Arten leben. National ist die Komarnica als Naturpark und Naturdenkmal geschützt – und dennoch stark bedroht. Trotz breiter Kritik hält die Regierung am Bau eines 172-MW-Wasserkraftwerks in der Komarnica-Schlucht fest. Unabhängige Gutachten zeigen, dass sich die geschätzten Baukosten seit 2012 auf heute rund 350 Mio. Euro nahezu verdoppelt haben, während das Kraftwerk weniger als zwei Prozent zum nationalen Energiebedarf beitragen würde. Expertinnen warnen vor unumkehrbaren Schäden an diesem einzigartigen Biodiversitätshotspot durch einen Staudamm.
Ziel
Im Rahmen der Kampagne „Save Komarnica“ setzen wir uns gemeinsam mit unseren lokalen Partnern und einem breiten Netzwerk aus Expertinnen, Wissenschaftlern und NGOs dafür ein, die Komarnica dauerhaft zu schützen und das Wasserkraft-Projekt endgültig zu stoppen.
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Eine Genehmigung des KomarnicaWasserkraftprojekts würde nicht nur ein nationales Naturerbe zerstören, sondern auch das Vertrauen der Öffentlichkeit in umweltpolitische Entscheidungen noch weiter aushöhlen. Andrijana Micanovic, Montenegrin Ecologists Society
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Jahresbericht 2025
Bild: Aleksa Popović
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Ausgewählte Aktivitäten und Erfolge 2025
Ausblick
Die Komarnica wurde erstmals im Europäischen Parlament als relevantes Thema im EU-Beitrittsprozess Montenegros problematisiert. Gleichzeitig haben sich unsere lokalen Partner auf Anfrage von Entscheidungsträgerinnen regelmäßig an nationalen Konsultationen beteiligt. Dadurch haben sich die Einflussmöglichkeiten der Zivilgesellschaft spürbar vergrößert.
Wir wollen den politischen Druck weiter erhöhen, um den Schutz der Komarnica im EU-Beitrittsprozess als klare Priorität zu verankern. Darüber hinaus setzen wir uns für die Aufnahme des Flusses in das bestehende UNESCO-Weltnaturerbegebiet Durmitor ein. Unser Ziel ist es, den Canyon dauerhaft vor den Wasserkraftplänen zu schützen.
Der Dokumentarfilm „Komarnica: The Wild That Remains“ feierte im Dezember in Podgorica Premiere. Parallel dazu wurde eine Petition veröffentlicht, die den endgültigen Stopp des Wasserkraftprojekts sowie die Aufnahme des Canyons in den Durmitor-Nationalpark und das UNESCO-Welterbe fordert. Dies führte zu einer breiten öffentlichen Mobilisierung zum Schutz des Komarnica-Canyons.
Partner: CDE MES Förderung: Holdfast Collective, EuroNatur-Spenderinnen und -Spender
Bilder: Milk Bulajić - Was für eine Erfahrung! Jelena Popović liebt es, die Wildheit der Komarnica vom Kajak aus zu erleben. Solutions4you - Kajaken auf der Komarnica.
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Europas Flüsse Wildfluss Aoos/Vjosa: Vom Schutzstatus zur gelebten Praxis Geografische Lage in Europa
Der Fluss Aoos/Vjosa in Griechenland und Albanien einschließlich Einzugsgebiet (Karte S. 3, Nr. 8).
Situation
Der grenzüberschreitende Fluss Aoos/Vjosa ist mit 270 km einer der letzten Wildflüsse Europas und bildet mit seinen nahezu freifließenden Nebenflüssen ein einzigartiges, artenreiches Flussnetzwerk. Mit der Ausweisung der Vjosa zu Europas erstem Wildfluss-Nationalpark sowie der Anerkennung des Aoos als geschützte Landschaft und Naturformation in Griechenland im Jahr 2023, haben wir gemeinsam mit unseren Partnern zentrale Meilensteine für den internationalen Flussschutz erreicht. Gleichzeitig bleibt das Flussökosystem bedroht: Gesetzesänderungen in Albanien haben im Februar 2024 zentrale Schutzmechanismen aufgehoben und den Weg für große Infrastrukturprojekte in Schutzgebieten eröffnet, so auch im Vjosa-Nationalpark. Zwar hat sich die Regierung im Rahmen des EU- Beitrittsprozesses verpflichtet, diese Änderungen bis Ende 2027 zurückzunehmen, doch entsteht bis dahin ein langes Zeitfenster für mögliche ökologische Schäden. Darüber hinaus stockt die Umsetzung des bestehenden Managementplans für den Nationalpark.
Ziel
Wir wollen den dauerhaften Schutz des Aoos/Vjosa Einzugsgebiets als grenzüberschreitenden Wildfluss-Nationalpark sichern, den Bau sämtlicher Wasserkraft- und Infrastrukturprojekte verhindern und uns dafür einsetzen, dass bestehende Managementpläne konsequent umgesetzt werden.
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Jahresbericht 2025
Bild: George Gounezos - Teilnehmende am Transboundary River Forum.
Ausgewählte Aktivitäten und Erfolge 2025
Ausblick
Das Transboundary River Forum in Ioannina und Konitsa (Griechenland) brachte Ende September über 130 Teilnehmende aus neun Ländern zusammen, stärkte die griechisch-albanische Zusammenarbeit und führte zur Verabschiedung einer gemeinsamen Absichtserklärung zum länderübergreifenden Flussschutz.
Wir wollen uns für einen vertieften, grenzüberschreitenden politischen Dialog zwischen Albanien und Griechenland einsetzen, um konkrete Schritte für einen gemeinsamen Wildfluss-Nationalpark Aoos/Vjosa voranzutreiben. Darüber hinaus werden wir auf die konsequente Umsetzung der Nationalpark-Regeln bestehen, damit der Schutz vor Ort wirksam wird.
Der Bericht „Mapping Pressures in the Vjosa Wild River National Park“ machte sichtbar, dass der Nationalpark trotz Schutzstatus weiterhin unter Druck steht, und verlagerte die öffentliche Debatte auf die unzureichende Durchsetzung von Schutzauflagen; eine Pressereise sorgte für breite nationale und internationale Medienaufmerksamkeit.
Partner: EcoAlbania, MedINA, RiverWatch Förderung: Holdfast Collective, Manfred-Hermsen-Stiftung, EuroNatur-Spenderinnen und -Spender
Bild: Joshua David Lim - Drohnenaufnahme des Aoos-Grenzgebiets zwischen Albanien und Griechenland.
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Grünes Band Europa Grenzen trennen, Natur verbindet
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Geografische Lage in Europa
Verbund von Lebensräumen mit außergewöhnlicher biologischer Vielfalt, der sich entlang des ehemaligen Eisernen Vorhangs aus den Zeiten des Kalten Kriegs über 12.500 Kilometer erstreckt (Karte S. 3). Das Grüne Band Europa verbindet acht biogeografische Regionen und 24 Länder.
Ziel
Mit BESTbelt wollen wir das Bewusstsein für das Grüne Band Europa und seine besondere Bedeutung im Hinblick auf Naturschutz, die europäische Geschichte sowie grenzüberschreitende Zusammenarbeit steigern.
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Frosina Pandurska-Dramikjanin
Erfahren Sie in diesem Video mehr über dieses EU-finanzierte BESTbelt-Projekt zur Stärkung von Frauen in ländlichen Regionen Nordmazedoniens und tauchen Sie tiefer in Frosinas Arbeit ein: enatur.org/1081
Situation
Obwohl die Bedeutung des Grünen Bandes Europa politisch anerkannt und es Teil der europäischen grünen Infrastruktur ist, fehlt es bislang an gut zugänglichen und speziell zugeschnittenen Finanzierungsinstrumenten. Besonders auf lokaler Ebene mangelt es an Geld, Know-how und personellen Kapazitäten, um Schutzprojekte wirksam umzusetzen. Kleine zivilgesellschaftliche Organisationen sind dabei gegenüber größeren, erfahrenen Akteuren benachteiligt. Deshalb wurde 2021 das von der EU finanzierte Projekt BESTbelt ins Leben gerufen. Die Initiative unterstützt zivilgesellschaftliche Organisationen mit kleinen Zuschüssen, um die biologische Vielfalt zu schützen, die Natur wiederherzustellen, das Umweltbewusstsein und Gemeinschaften zu stärken sowie das Wissen um Einkommensmöglichkeiten im Bereich Natur zu erhöhen.
Ländliche Gemeinschaften haben ein tiefes Wissen über die Natur.
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Die landschaftliche Vielfalt auf meiner Reise hat mich beeindruckt und mir gezeigt, wie schön und wie schützenswert das Grüne Band Balkan ist. Petar Vanev
Erfahren Sie mehr über Petars Reise und den südlichsten Teilabschnitt des Fernwanderwegs am Grünen Band Europa auf unserer Webseite: enatur.org/1078 12
Jahresbericht 2025
Bilder: Silvana Mielke - Frosina Pandurska-Dramikjanin; Petar Vanev - privat
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Ausgewählte Aktivitäten und wichtige Erfolge 2025 Im Berichtsjahr wurden 18 BESTbelt-Projekte erfolgreich abgeschlossen, darunter ein Projekt zur Förderung einer nachhaltigen Bewirtschaftung im Shar-Gebirge. Das Projekt stärkte die grenzüberschreitende Zusammenarbeit zwischen lokalen Gemeinschaften, der Nationalparkverwaltung und Kommunen in Nordmazedonien und Kosovo, um den Schutz wertvoller Ökosysteme im Shar‑Gebirge zu verbessern. 2025 ist die Entwicklung eines europäischen Fernwanderwegs am Grünen Band Europa von der Ostsee bis zur Adria, bzw. dem Schwarzen Meer gestartet, um nachhaltigen Tourismus und lokale Wertschöpfung zu fördern. Dafür wurden auch Partnerschaften mit Dachorganisationen der europäischen Wander- und Bergsteigerverbände geknüpft. Das Grüne Band Europa geht mit der Zeit – und hat seit August 2025 einen Instagram-Account. Interessierte können nun auch auf diesem Weg Eindrücke von der landschaftlichen Schönheit und von Projekten entlang des Grünen Bandes Europa bekommen. Über 250 Follower folgen dem Kanal bereits. Sie auch bald? instagram.com/europeangreenbelt
Ausblick Die aktuelle Phase von BESTbelt wird Ende 2026 abgeschlossen. Bis dahin werden wir die noch laufenden Projekte erfolgreich beenden. Auf einer im Sommer 2026 stattfindenden paneuropäischen Abschlusskonferenz werden die erzielten Projektergebnisse bewertet. Partner: BUND Nationales Kompetenzzentrum Grünes Band, BUND Mecklenburg-Vorpommern, Mitgliedsorganisationen des Vorstands der European Green Belt Association Förderung: Europäische Union, EuroNatur-Spenderinnen und -Spender
Bilder: Petar Vanev - Relikte des Kalten Kriegs auf dem Balkan Green Belt Trail. Silvana Mielke - Eine Frau aus der Region Debar produziert Wollprodukte mit traditionellen Mustern. Acorn / Jovan Bozhinovski - Schäfer im Shar-Gebirge.
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Bär, Wolf & Luchs Große Beutegreifer unter Druck Geografische Lage in Europa
Balkanhalbinsel (von Slowenien im Norden bis nach Griechenland im Süden), Slowakei (Region Liptov, Karte S. 3, Nr. 4), Kantabrisches Gebirge im Norden Spaniens (Karte S. 3, Nr. 1).
Situation
Die Situation bei den drei Großen Beutegreifern in Europa stellt sich recht unterschiedlich dar. Während sich in den zurückliegenden Jahren die Wolfspopulation in einigen Teilen Europas dynamisch entwickelt hat, bleibt die Situation für Europas Braunbären fragiler. Dramatisch steht es nach wie vor um den Balkanluchs, der vom Aussterben bedrohten Unterart des Eurasischen Luchses. Derzeit gibt es nur noch weniger als 50 Individuen. Alle drei Arten stehen vor großen Herausforderungen wie Lebensraumverlust und illegaler Verfolgung. Zudem wird vor allem für den Wolf das politische Klima in Europa rauer. Im Mai 2025 wurde der Schutzstatus des Wolfs auf EU-Ebene herabgestuft – ein äußerst bedenklicher Schritt.
Ziele
Wir wollen das Überleben von Bären, Wölfen und Luchsen in Europa langfristig sichern. Ein wichtiger Bestandteil davon ist die Aufklärung und Unterstützung der lokalen Bevölkerung, die mit den Großen Beutegreifern eng zusammenlebt, durch unsere Partnerorganisationen. Gelingt die konfliktarme Koexistenz von Tier und Mensch, haben Bär, Wolf und Luchs auch im dicht besiedelten Europa gute Überlebenschancen.
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Bild: depositphotos / Giedriius - Braunbär (Ursus arctos).
Seit vielen Jahren setzen wir uns gemeinsam mit unseren Partnerorganisationen sowie mit engagierten Unterstützerinnen und Unterstützern für den Schutz von Bären, Wölfen und Luchsen in Europa ein. Wir sind überzeugt, dass auch die Grossen Beutegreifer in Europa ihren festen Platz haben müssen – auch wenn sich das Zusammenleben mit ihnen herausfordernd darstellen kann.
Europas Bären: Verheerende Feuer und gesicherte Bienenstöcke Ausgewählte Aktivitäten und Erfolge 2025
Ausblick
Im Sommer 2025 zerstörten schwere Waldbrände rund 11.000 Hektar Wald im Nordwesten Spaniens, darunter bedeutende Bärenlebensräume. Auch dank der Unterstützung vieler Spenderinnen und Spender konnten wir mit unserer Giving Tuesday-Kampagne unter dem Motto „Bäume für Bären“ Geld sammeln, mit dem unsere Partner von Fapas 223 neue Obstbäume für die Braunbären gepflanzt haben – ein wichtiges Hoffnungszeichen für Meister Petz im Kantabrischen Gebirge.
Das erfolgreiche, grenzüberschreitende Tripoint-Bärenprojekt (TBBC), an dem EuroNatur sowie Naturschutzorganisationen aus Albanien, Griechenland und Nordmazedonien beteiligt sind, hat maßgeblich den Weg zu einem noch wesentlich umfassenderen, von der EU geförderten LIFE-Projekt bereitet: „LIFE DinPin Bear“ zielt auf den Schutz der gesamten Braunbärenpopulation in den Dinariden und im Pindosgebirge. In insgesamt neun Ländern werden 21 Partnerorganisationen eine umfassende Schutzstrategie für die Braunbärenpopulationen in dieser Region umsetzen. EuroNatur wird das Projekt in den kommenden Jahren koordinieren.
Ein bedeutender Schritt in Richtung konfliktarme Koexistenz war die Installation und Inbetriebnahme von bärensicheren Elektrozäunen an besonders gefährdeten Standorten in Serbien. Diese Maßnahmen trugen zu einem deutlichen Rückgang der durch Bären verursachten Schäden bei. Die aktive Einbindung der Imkerinnen und Bienenzüchter bei der Installation und die Schulung in die Funktionsweise der Zäune stärkten das lokale Eigenverantwortungsbewusstsein und das Vertrauen in kooperative Lösungen erheblich.
Partner: Fapas, MES, Ekosvest, PPNEA, Callisto, BPSSS Förderung: Bernd Thies Stiftung, EuroNatur-Spenderinnen und -Spender, EuroNatur-Patinnen und -Paten
Bilder: Fapas - Mit vollem Körpereinsatz engagieren sich unsere spanischen Partner dafür, dass die Bären nach den schweren Bränden in Zukunft wieder ausreichend Nahrung vorfinden.
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Bär, Wolf & Luchs Wölfe: Koexistenz statt Abschuss Ausgewählte Aktivitäten und Erfolge 2025 In unseren Projektgebieten in Bosnien-Herzegowina wurden Wölfe erfolgreich mittels Trittsiegeln und Kotanalysen, Kamerafallen und direkter Beobachtung erfasst, wobei zahlreiche Nachweise, darunter auch Rudel, dokumentiert werden konnten. Dies ist eine wichtige Ergänzung zu den offiziellen Jagdstatistiken, um wirklich belastbare Zahlen der Wolfspopulation im Land zu erhalten. Es wurden Maßnahmen zur konfliktarmen Koexistenz von Wolf und Mensch in Bosnien-Herzegowina umgesetzt, etwa durch die Installation von Elektrozäunen. Ein wichtiger Erfolg war zudem der angestoßene institutionelle Dialog im Land. Die fragmentierte Gesetzgebung in Bosnien-Herzegowina erschwert den Wolfsschutz; das wollen wir gemeinsam mit unseren Partnern ändern. Eine Errungenschaft beim Wolfsschutz in der Slowakei war die Ermittlung einer statistisch fundierten Populationsschätzung von 75 Wölfen in Liptov, einem wichtigen Verbreitungsgebiet von Wölfen im Land. Diese Zahl steht in krassem Gegensatz zu den offiziellen Zahlen (419 Tiere) und belegt die erhebliche Überschätzung der behördlichen Meldungen. Eine Hochrechnung legt nahe, dass die realistische Populationsgröße bei etwa 800 Wölfen in der gesamten Slowakei liegt und nicht bei über 4.500, wie in den offiziellen Jagdstatistiken angegeben.
Ausblick Die Aufrechterhaltung einer unabhängigen jährlichen Bestandsüberwachung bleibt unerlässlich, um sicherzustellen, dass die Jagdquoten für den Wolf innerhalb nachhaltiger Grenzen bleiben und der Erhaltungszustand der Wölfe in der Slowakei langfristig nicht beeinträchtigt wird. Partner: CZZS, SWS Förderung: Bernd Thies Stiftung, EuroNatur-Spenderinnen und -Spender, EuroNatur-Patinnen und -Paten
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Jahresbericht 2025
Bild: Aleksandra Anja Dragomirović - privat
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Die Menschen wollen praktikable Lösungen für das Zusammenleben mit dem Wolf, keine Ausrottung.
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Aleksandra Anja Dragomirovic, Center for Environment (CZZS)
Luchse: Auszeichnung und Öffentlichkeitsarbeit Ausgewählte Aktivitäten und Erfolge 2025 Das LIFE-Lynx-Projekt (2017-2024) hat zwei prestigeträchtige LIFE 2025-Preise gewonnen: Die Expertenjury zeichnete das internationale Artenschutzprojekt, an dem auch EuroNatur beteiligt war, als das Beste in Europa in der Kategorie Naturschutz und biologische Vielfalt aus; zudem wählte die Öffentlichkeit LIFE Lynx zum Gewinner des Publikumspreises. Der vom Aussterben bedrohte Balkanluchs braucht dringend Aufmerksamkeit. Eine Wanderausstellung mit Aufnahmen des scheuen und seltenen Tiers wurde 2025 in verschiedenen Orten Nordmazedoniens gezeigt und erfreute sich hoher Besucherzahlen. Zudem wurde die hochwertige Broschüre „Wild and Rare: The Balkan Lynx Story“ im Berichtsjahr veröffentlicht. Mit informativen Texten, aufwendigen Grafiken und hochklassigen Fotos soll die Broschüre für den Schutz des Balkanluchses sensibilisieren. Weitere Aktivitäten aus der Öffentlichkeitsarbeit: der Relaunch der Projektwebseite und des Balkanluchsnewsletters; schauen Sie vorbei und melden Sie sich an (beides engl.): balkanlynx.com/en
Im September 2025 hat EuroNatur zu einer Veranstaltung im Europäischen Parlament eingeladen, bei der es um die Rolle der Europäische Union bei den Schutzbemühungen für den Balkanluchs ging. Akteure aus Regierungs- und Nichtregierungsorganisationen kamen in Brüssel zusammen, um sich über konkrete Schutzmaßnahmen und die Herausforderungen der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit auszutauschen.
Ausblick Die Entwicklung nationaler Aktionspläne im Zuge der länderübergreifenden Regionalstrategie zum Schutz des Balkanluchses soll von zuständigen Behörden und Luchsexpertinnen weiter vorangetrieben werden. Dabei spielt auch die grenzüberschreitende Vernetzung der letzten wichtigen Rückzugsgebiete des Balkanluchses eine wichtige Rolle. Partner: MES, PPNEA, ERA, Stiftung KORA Förderung: Hans Wilsdorf Stiftung, EuroNatur-Spenderinnen und -Spender, EuroNatur-Patinnen und -Paten
Bilder: Annette Spangenberg - Street-Art-Werk vom albanischen Künstler Franko Dine an der Fassade der Vasil-Shanto-Grundschule in Tirana. arhiv ZGS - Gregor Danev (links), Direktor der slowenischen Forstbehörde, und Rok Černe, Koordinator des LIFE-Luchs-Projekts, bei der LIFE 2025 Awards-Zeremonie.
Jahresbericht 2025
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Europas Zugvögel Einsatz für sichere Zugrouten Geografische Lage in Europa
Vogellebensräume entlang der Adria-Zugroute (Adriatic Flyway), die von Nordost- bis Mitteleuropa über den Balkan nach Afrika führt. Zahlreiche Projektgebiete in sechs Ländern des Westbalkans: Slowenien, Kroatien, Serbien, Bosnien-Herzegowina, Montenegro und Albanien
Situation
Der alljährliche Vogelzug ist ein faszinierendes Phänomen, für die Vögel selbst jedoch ein riskantes Unterfangen. Zu natürlichen Gefahren wie Fressfeinden und ungünstigen Wetterlagen kommen menschengemachte Bedrohungen wie Lebensraumverlust, Stromtrassen oder Glasfassaden hinzu. Zudem fallen auf ihren Reisen jedes Jahr Millionen von Vögeln der legalen und illegalen Jagd zum Opfer.
Ziele
Mit Hilfe unseres Netzwerks an Naturschutzpartnern wollen wir die illegale Tötung, den Fang, die Entnahme und den Handel von Vögeln im Mittelmeerraum bis 2030 um mindestens 50 Prozent reduzieren (im Vergleich zu unserer Ausgangsbasis 2015). Von den nationalen Regierungen der Westbalkanstaaten fordern wir wirksame Maßnahmen, um die Wilderei zu beenden. Da deren Umsetzung nur schleppend vorangeht, bleibt das Engagement der Zivilgesellschaft von entscheidender Bedeutung beim Kampf gegen die illegale Vogeljagd.
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Jahresbericht 2025
Bild: Alper Tüydes - Blauracke (Coracias garrulus).
Auf ihren Reisen zwischen den Kontinenten werden Zugvögel getötet, kollidieren mit Hindernissen oder finden nicht ausreichend Rastplätze. Entsprechend wichtig is t ein möglichs t umfassender Schutz, der alle S tationen ihrer Reise miteinbezieht. In diesem Rahmen setzt EuroNatur sich gemeinsam mit ihren Partnern für sichere Zugwege in Europa ein.
Ausgewählte Aktivitäten 2025
Trotz entschlossener Zusagen, die Zugvögel in ihren Ländern zu schützen, sind die meisten europäischen Staaten erschreckend weit von diesem Ziel entfernt. Dies zeigt eine Studie, die EuroNatur und BirdLife International im Mai 2025 gemeinsam herausgegeben haben. „The Killing 3.0“ deckt schonungslos auf, dass die große Mehrheit der Mittelmeer-Anrainer ihr Versprechen bisher nicht einhält, die illegale Vogeljagd bis 2030 zu halbieren. Die Studie liefert aber auch einige Lichtblicke, die demonstrieren, dass konsequent umgesetztes Durchgreifen der Behörden Wirkung zeigt. Die Studie wurde in der nationalen und internationalen Presse vielfach aufgegriffen (s. EuroNatur in den Medien). Alle EuroNatur-Partner entlang der Adria-Zugroute haben 2025 illegale Vogeljagd dokumentiert; überwiegend im Feld, aber auch in Restaurants und auf Märkten oder im Online-Handel. Unsere serbischen Partner von BPSSS führten im Herbst 2025 eine groß angelegte Überwachungskampagne durch, um illegale Wachteljagd in ganz Serbien aufzudecken und zu melden. An 23 Einsatztagen wurden 102 aktive elektronische Lockattrappen gefunden. Die Polizei unterstützte die Entfernung der Attrappen in mehreren Fällen; gegen mindestens einen Täter wurde Strafanzeige erstattet.
Wichtige Erfolge 2025
Einen Lichtblick aus Südosteuropa gab es im Oktober 2025. Nach vielen Jahren unermüdlichen Einsatzes gegen die illegale Vogeljagd haben unsere montenegrinischen Partner von CZIP ein wichtiges Zwischenziel erreicht: Die Verabschiedung des Nationalen Aktionsplans gegen Vogelkriminalität durch die Regierung Montenegros. Der nächste Schritt wird die Einrichtung einer nationalen Koordinierungsstelle und die Umsetzung des Aktionsplans sein. Unsere Partner in den Ländern entlang des Adria-Zugwegs haben das Thema illegale Vogeljagd erfolgreich in den klassischen und den sozialen Medien untergebracht. Bei den Facebook-Accounts einiger Partnerorganisationen hat sich die Beitragsreichweite 2025 im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt. In Serbien etwa fand eine sehr erfolgreiche Sensibilisierungskampagne rund um das Thema „Kamikaze-Tauben“ statt, also der illegalen Greifvogeljagd mit Hilfe von mit Gift präparierten Zuchttauben.
Bilder: evgenyiL / deposit - Traurige Realität in Europa: Millionen von Vögeln fallen den Flinten der Wilderer zum Opfer; Jagdstrecke mit verschiedenen Entenarten und einer Waldschnepfe. Karsten Hofmann - Im Nacken der Taube lässt sich gut die Stelle erkennen, an der das Gift aufgetragen wurde.
Jahresbericht 2025
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Europas Zugvögel
Ausblick
Unsere Analyse der Gesetzgebung rund um die illegale Vogeljagd in den westlichen Balkanstaaten soll 2026 veröffentlicht werden. Der Bericht zeigt Defizite in den nationalen Gesetzgebungen auf und formuliert konkrete, länderspezifische Empfehlungen zu deren Weiterentwicklung. Gemeinsam mit unseren Partnerorganisationen werden wir den Bericht durch gezielte Kommunikationsund Lobbyarbeit begleiten und so die Regierungsverantwortlichen zum Handeln bewegen. Partner: BirdLife International, BirdLife Europe & Central Asia, BirdLife Middle East & BirdLife Africa, VCF, Tour du Valat, BPSSS, HDZZP, Biom, Naše ptice, CZIP, PPNEA, AOS, DOPPS Förderung: Hans Wilsdorf Stiftung, EuroNatur-Spenderinnen und -Paten
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Jahresbericht 2025
Bild: Zydjon Vorpsi - Rosaflamingo-Schwarm im Schutzgebiet Vjosa-Narta, Albanien.
Rettung für Europas seltensten Singvogel Der Seggenrohrsänger ist einer der seltensten Vögel Europas – sein einst für die Seggensümpfe Osteuropas typischer Gesang droht zu verstummen. Denn die Feuchtgebiete, auf die er angewiesen ist, verschwinden seit Jahrzehnten aufgrund intensiver Nutzung und Entwässerung. Das Ende 2024 gestartete Projekt „LIFE4AquaticWarbler“ will den Trend umkehren. In fünf Ländern – von Litauen über Polen und die Ukraine bis nach Ungarn und Deutschland – werden rund 4.000 Hektar Moor- und Wiesenlebensräume entbuscht und wiedervernässt und somit langfristig gesichert. Außerdem sollen zahlreiche Jungvögel gezielt in revitalisierte Gebiete umgesiedelt werden, um frühere Brutplätze zurückzuerobern.
Das LIFE-Projekt zur Rettung des Seggenrohrsängers schützt weit mehr als nur einen kleinen braunen Vogel: Etliche andere Tier- und Pflanzenarten profitieren von den Schutzmaßnahmen. Zudem speichern wiedervernässte Moore enorm viel Kohlenstoff – ein wichtiger Beitrag für den Klimaschutz. Ein erster Erfolg konnte bereits im Sommer 2025 erzielt werden: Seit mehr als zwanzig Jahren wurden in Litauen nicht mehr so viele singende Seggenrohrsängermännchen gezählt wie im Berichtsjahr. Eine erfreuliche Nachricht, die zeigt, dass die Schutzmaßnahmen im baltischen Staat bereits jetzt greifen.
Partner: BEF - Baltic Environmental Forum, Förderverein Naturschutz im Peenetal e.V., Landschaftspflegeverband UckermarkSchorfheide, OTOP - Ogólnopolskie Towarzystwo Ochrony Ptaków, USPB - Ukrainian Society for the Protection of Birds, Hortobágy Természetvédelmi Egyesület Förderung: EU LIFE Programm, Umweltstiftung Michael Otto, EuroNaturSpenderinnen und -Spender
Bilder: Žymantas Morkvėnas - Nest mit Küken des Seggenrohrsängers (Acrocephalus paludicola) wird umgesiedelt. Baltic Environmental Forum - Lithuania Seggenrohrsängermännchen in Litauen.
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Europas Zugvögel Storchendorfnetzwerk goes Britain Ein kleines Mädchen, das in Freudentränen ausbricht, als ihm klar wird, dass Störche im echten Leben existieren und keine Fabelwesen aus Kinderbüchern sind: Diese Anekdote aus dem südenglischen Storrington verdeutlicht vielleicht am besten, was für eine Erfolgsgeschichte die Rückkehr der Weißstörche nach Großbritannien darstellt – und wie sehr dieser Erfolg im Artenschutz die Menschen in England bewegt. Nach 600 Jahren Abwesenheit kreisen wieder Weißstörche über Großbritannien. Das ist kein glücklicher Zufall, sondern menschengemacht. Entscheidenden Anteil daran haben Isabella Tree und ihr Mann Charlie Burrell, die das Knepp Rewilding Projekt auf dem gleichnamigen Familienstammgut nahe der Ortschaft Storrington ins Leben gerufen haben. Nachhaltige Beweidung, Renaturierungsmaßnahmen und die Auswilderung flugunfähiger Störche aus dem Warschauer Zoo haben in den zurückliegenden zehn Jahren die Grundlage dafür gebildet, dass sich immer mehr von Festlandeuropa kommende Störche auf dem Anwesen niederlassen. Das große Engagement von Isabella Tree und ihren Mitstreitenden bei der erfolgreichen Wiederansiedlung von Weißstörchen in Großbritannien wurde auch von EuroNatur gewürdigt: Am 5. Mai 2025 wurden das Knepp Estate und das Dorf Storrington als Europäisches Storchendorf ausgezeichnet. Damit ist die von EuroNatur ins Leben gerufene Initiative nach vielen Jahren wieder um eine Gemeinde gewachsen. Die Ehrung fand im feierlichen Rahmen des Storrington White Stork and Nature Revival Festivals in Storrington statt. „Wir fühlen uns geehrt, dass wir in das Netzwerk der Europäischen Storchendörfer aufgenommen wurden und freuen uns sehr auf die Zusammenarbeit mit unseren neuen Kollegen auf dem ganzen Kontinent“, sagte Laura Vaughan-Hirsch, Projektleiterin Weißstorch bei der Knepp Wildland Foundation im Rahmen der Auszeichnung.
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Bild: Anja Arning - Isabella Tree
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Störche haben die Fähigkeit, die Menschen für die Natur und die Vogelbeobachtung zu begeistern.
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Isabella Tree, Knepp Wildland Foundation
Storchendorftreffen in der Slowakei und Nistplattformen in Spanien Sogleich prima eingebracht hat sich das neue Mitglied Storrington auch beim alljährlichen Storchendorftreffen, das vom 25. bis 28. Mai 2025 im slowakischen Buzica stattfand. Laura Vaughan-Hirsch berichtete über die Erfahrungen mit der erfolgreichen Wiederansiedlung von Weißstörchen auf dem Knepp Estate. Im Mittelpunkt der Vorträge und Diskussionen während des Treffens standen die Gefahren, denen Weißstörche auf ihrer Zugroute ausgesetzt sind, etwa Bedrohungen durch die Strominfrastruktur oder illegale Jagd. Bei einer Exkursion zu den wiedervernässten Wiesen nahe Buzica konnten sich die Teilnehmenden ein Bild von den Maßnahmen zur Verbesserung des Lebensraums für die Störche machen.
Im spanischen Storchendorf Malpartida de Cáceres wurden im Herbst 2025 zehn korbförmige Nistplattformen für Weißstörche errichtet, die ältere und kleinere Plattformen ersetzen. Erste Storchenpaare nahmen die neuen Plattformen bereits im Dezember 2025 an; Spaniens Weißstörche beginnen früh mit der Besetzung geeigneter Nistmöglichkeiten.
Partner: Europäische Storchendörfer und ihre nationalen Naturschutzpartner Förderung: EuroNatur-Spenderinnen und -Spender, Akron Zoo
Bilder: Knepp Estate White Stork Project - Very british: Ein Weißstorch bewacht sein Nest auf Knepp Castle. Stefan Ferger - Storch-Zeichnungen von Schulkindern in Buzica, Slowakei.
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EU-Politik Mehr Geld für Natur im EU-Budget sichern Die Europäische Kommission hat 2025 einen neu strukturierten Haushalt für den Zeitraum 2028–2034 vorgeschlagen und verfolgt dabei einen leistungsorientierten Ansatz mit starkem Fokus auf Vereinfachung und Effizienz. Dieser Wandel bringt sowohl Chancen als auch erhebliche Risiken mit sich und birgt eine existenzielle Gefahr für das bewährte LIFE-Programm. Auch die Einbeziehung der Biodiversität in alle Politikbereiche wird infrage gestellt. Hier setzt die konkrete Arbeit von EuroNatur an. Wir zeigen die Bedürfnisse und Möglichkeiten für Finanzierungsströme im Bereich Naturschutz und Renaturierung auf, identifizieren Risiken und Chancen und schlagen entsprechende Lösungen vor. Ein wichtiger politischer Hebel ist die „Verordnung über die Wiederherstellung der Natur“ von 2024 und die darin enthaltenen neuen Verpflichtungen für EU-Mitgliedsstaaten, die die dringende Notwendigkeit einer Aufstockung der finanziellen Mittel unterstreichen. Dafür haben wir im Berichtsjahr gemeinsam mit unseren nationalen Partnern eine Berechnungsmethodik erstellt, welche die Kosten der Renaturierung auf nationaler Ebene in den fünf Mitgliedstaaten Lettland, Estland, Polen, Ungarn und Kroatien darlegt. Dieser Report zeigt auf, welche Kosten voraussichtlich auf die Mitgliedsstaaten zukommen und ist vor allem eine Grundlage für die laufenden Budgetverhandlungen. Hinzu kommt als weiterer Ansatz die Mobilisierung von Interessengruppen und Sondierungsarbeiten zu innovativen Finanzierungsmechanismen für biologische Vielfalt durch einen offenen Dialog mit Wissenschaftlern und Workshops. Ein Erfolg im Berichtsjahr war, dass EuroNatur in die Expertengruppe der Europäischen Kommission für Nature Credits berufen wurde. Ausblick: Der Report zur Kalkulation der Renaturierungskosten wird 2026 im Europäischen Parlament in Brüssel vorgestellt. Ein Webinar zur Zukunft des LIFE-Programms sensibilisiert die relevanten Stakeholder über die Bedeutung dieses Programms für Europas Natur. Geographischer Fokus: Europäische Union, Brüssel, Polen, Lettland, Estland, Kroatien, Ungarn. Partner: Bankwatch, Zelena Akcija, OTOP, NSC, ERL, Green Liberty Förderung: Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit, European Climate Foundation
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Bild: Konrad Funk - Mittlerer Weinschwärmer (Deilephila elpenor).
EuroNatur verteidigt die Gemeinwohlinteressen der Zivilgesellschaft und der Natur in Brüssel. Wir wollen erreichen, dass Investitionen in die richtige Richtung gelenkt werden, um die grossen Umweltziele der EU zu erreichen. Im EU-Erweiterungsprozess wollen wir den EU-Umweltgesetzen auf dem Westbalkan zu oberster Priorität verhelfen.
Natur als Faktor in der EU-Erweiterung Die Erweiterung der Europäischen Union wird konkreter, die ersten Staaten des Westbalkans sind kurz davor, den Beitrittsprozess abzuschließen – Montenegro voraussichtlich 2028, und auch Albanien soll zeitnah folgen. Wie die Westbalkanstaaten ihre umwelt- und naturschutzrechtlichen Pflichten umsetzen, ist dabei ein wichtiger Faktor. EuroNatur stützt sich auf konkrete Informationen von der Basis, um die Wirksamkeit bestehender politischer Maßnahmen und die Umsetzung der EU-Vorgaben in den Ländern des Westbalkans zu bewerten und konkrete Empfehlungen zur Behebung ihrer Mängel abzugeben. Unsere Aktivitäten haben eine entscheidende Lücke in Brüssel geschlossen: Biodiversitätsschutz ist dort nun verstärkt auf der Tagesordnung, insbesondere durch unseren Ende 2024 veröffentlichten Biodiversitätsreport aus den Westbalkanstaaten (Link zum englischsprachigen PDF: enatur.org/9), den wir 2025 weiter in den politischen Raum getragen haben. Auch Events wie die von EuroNatur im Europäischen Parlament organisierte Veranstaltung zur Bedeutung des Schutzes des Balkan-Luchses mit zahlreichen unserer Partnerorganisationen sind ein Baustein der grenzüberschreitenden europäischen Zusammenarbeit. Wir stellen inzwischen erfreut fest, dass EuroNatur als wichtige Referenz für die EU-Kommission und das Europäische Parlament oder das Sekretariat der Berner Konvention dient, wenn es um die Einschätzung der Lage in den Westbalkanstaaten geht. Bestes
Beispiel hierfür ist die Narta-Lagune im albanischen Vjosa-Delta: Wir haben schon seit Jahren bei der Berner Konvention und der EU darauf hingewiesen, dass Albanien mit dem Bau des Flughafens Vlora in einem Schutzgebiet seine Verpflichtungen als zukünftiger EU-Mitgliedsstaat verletzt, was zu konkreten Reaktionen und Aussagen von internationalen Gremien und Institutionen geführt hat. Die illegalen Bauarbeiten im Schutzgebiet Vjosa-Narta waren nur der Beginn der Zerstörungswelle in den albanischen Schutzgebieten – das zu benennen und Lösungen aufzuzeigen, ist eine unserer wichtigsten Aufgaben in Brüssel. Ausblick: EuroNatur wird im Rahmen des EU-Erweiterungsprozesses weiterhin mit den lokalen Partnern zusammenarbeiten und sich an der Umsetzung der EU-Umweltvorschriften beteiligen, insbesondere der Vogelschutz- und Habitatrichtlinie. Wir konzentrieren uns auf konkrete, umsetzbare Ziele, darunter insbesondere die Sicherung und Ausweitung der Schutzgebiete. Als kompetente europäische Stimme bringen wir unsere Expertise und unser NGO-Netzwerk in die Debatte ein. Partner: Unser NGO-Partnernetzwerk auf dem Westbalkan Förderung: EuroNatur-Spenderinnen und -Spender
Bild: Anette Spangenberg - Bauarbeiten mit Lkw und Bagger im Naturschutzgebiet des Vjosa-Deltas (Narta-Lagune, Strand von Dalan).
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Medien und Öffentlichkeit
Riffreporter, 19. Mai 2025
Vogeljagd und Weißstörche erregen Aufmerksamkeit Die illegale Jagd auf ihren Zugwegen gehört zu den größten Gefahren für das Überleben vieler Vogelarten. Bis 2030 haben sich die Länder Europas, Nordafrikas und des Nahen Ostens dazu verpflichtet, das Ausmaß der illegalen Vogeljagd mindestens zu halbieren – von diesem Ziel sind sie allerdings weit entfernt. Die von EuroNatur und BirdLife herausgegebene Studie „The Killing 3.0“ wurde 2025 in der nationalen wie internationalen Presse aufgegriffen. Doch es gab auch ein schönes Vogelthema im Berichtsjahr, das sich in der Presse vermehrt wiederfand: Die Rückkehr der Weißstörche nach Großbritannien und die damit verbundene Auszeichnung vom Knepp Estate und der Gemeinde Storrington als erstes Storchendorf in England.
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Die Vogelbestände in Europa und den benachbarten Regionen sind in den letzten Jahrzehnten in historischem Ausmaß eingebrochen. Die übermäßige legale und illegale Bejagung gilt als eine der Hauptursachen für das weltweite Aussterben von Vogelarten. […] „Die Zahl der jedes Jahr illegal getöteten Vögel bleibt inakzeptabel hoch“, sagt Justine Vansynghel, EuroNatur-Projektmanagerin. „Für viele Zugvögel bedeutet das den Tod, bevor sie überhaupt ihre Brutgebiete erreichen können.“
Mongabay, 16. Mai 2025
Einem neuen Bericht zufolge halten sich die meisten Länder, die sich verpflichtet haben, die Zahl der illegal getöteten Vögel […] in Europa und im Mittelmeerraum zu reduzieren, nicht an diese Verpflichtung. Für den Bericht haben die Naturschutzorganisationen BirdLife International und EuroNatur die Fortschritte von 46 Ländern in Europa, Afrika und dem Nahen Osten untersucht, die sich zum „Rome Strategic Plan“ verpflichtet haben – einem Zehnjahresziel, das darauf abzielt, das illegale Töten, Fangen und den Handel mit Wildvögeln bis 2030 im Vergleich zu 2020 zu halbieren.
The Guardian, 17. März 2025
Jetzt, nach der erfolgreichen Rückkehr des Weißstorchs [seit seinem Aussterben im UK], wurden Storrington und das nahe gelegene Knepp-Anwesen zum „Europäischen Storchendorf“ ernannt. Die Auszeichnung bedeutet, dass die Gemeinden nun Teil des Netzwerks Europäischer Storchendörfer sind, einer länderübergreifenden Initiative der Stiftung EuroNatur zur Vermeidung des Lebensraumverlusts für diese Vögel. Zusammen bilden Storrington und Knepp den 16. Ort in Europa, der als Storchendorf anerkannt wurde, und der erste im Vereinigten Königreich.
Bild: Knepp Estate White Stork Project - Weißstorch (Ciconia ciconia).
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Dieser Erfolg, hinter dem so viele engagierte Menschen stehen, zeigt, dass ein Wandel möglich ist, sogar in einer Welt, in der es sich häufig so anfühlt, als würden unsere Stimmen nicht gehört. Der Preis ist eine Erinnerung daran, was möglich ist, wenn Menschen sich zusammentun: Sie können das Unmögliche möglich machen. Besjana Guri
„Umwelt-Oscars“ für albanische EuroNatur-Partner
EuroNatur-Webinarreihe gestartet
Besjana Guri und Olsi Nika wurden am 21. April 2025 (damals beide noch für unsere albanische Partnerorganisation EcoAlbania tätig) mit dem Goldman-Umweltpreis geehrt, der höchsten Auszeichnung für Umweltschützerinnen und -schützer. Sie erhielten den Preis für ihren unermüdlichen Einsatz für den Wildfluss Vjosa. „Der Schutz der Vjosa ist der erste große Sieg für die Umwelt in Albanien“, sagte Besjana Guri in ihrer Dankesrede bei der Zeremonie in San Francisco. Im März 2023 wurde die Vjosa mitsamt ihrer Nebenflüsse zum Nationalpark erklärt, ein riesiger Erfolg für EcoAlbania, EuroNatur und die gesamte Kampagne „Rettet das Blaue Herz Europas“. Dennoch ist das Flussökosystem durch Infrastrukturprojekte der Regierung in Tirana nach wie vor bedroht.
Wir möchten Menschen für den Schutz des europäischen Naturerbes begeistern, Wissen teilen und gemeinsam wirkungsvolle Impulse für den Erhalt unserer Lebensräume setzen. Eine Möglichkeit hierfür: Webinare, in denen unsere Projektleiterinnen und Projektleiter in regelmäßigen Abständen über ausgewählte Themen berichten. Am Giving Tuesday 2025 haben wir die Reihe mit einem Webinar zu Spaniens Braunbären gestartet; weitere Onlinevorträge fanden bereits statt, beziehungsweise sind noch in der „Pipeline“. Bleiben Sie über unsere Webseite informiert unter folgendem Link: euronatur.org/veranstaltungen
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Lernen Sie Besjana Guri und Olsi Nika in diesem Video kennen: https://t1p.de/gmp
Bilder: Anika Konsek - Besjana Guri Goldman Environmental Prize - Besjana Guri und Olsi Nika vor der Vjosa.
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EuroNatur in den Sozialen Medien Auch im letzten Jahr konnten wir über Social Media vielfältige Einblicke in unsere Projekte und unsere Arbeitsweise geben und diese einem breiten Publikum zugänglich machen.
Verständlichkeit und Klarheit:
Wir bereiten unsere Themen so auf, dass sie für unsere Follower leicht verständlich und greifbar werden. Dafür erklären wir komplexe Inhalte Schritt für Schritt und veröffentlichen unter anderem kurze Wissensformate und authentische Einblicke in Projektreisen.
Austausch und Vernetzung:
Social Media hilft uns dabei, auch online eine aktive und unterstützende Community aufzubauen und uns mit Menschen aus vielen verschiedenen Ländern auszutauschen. Gemeinsame Beiträge und Inhalte mit Partnerorganisationen zeigen zudem unsere Zusammenarbeit und Vernetzung in den Projekten.
Wir informieren über aktuelle Entwicklungen in unseren Projekten sowie über Veranstaltungen, Webinare und weitere Aktivitäten.
Sichtbarkeit und Vertrauen:
Durch kontinuierliche und authentische Kommunikation möchten wir unsere Themen stärker in den Fokus rücken und das Vertrauen in unsere Arbeit stärken. Jahresbericht 2025
Instagram:
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Umgang mit möglichen Risiken Die EuroNatur Stiftung ist mit einem vergleichsweise geringen Stiftungskapital ausgestattet. Daher ist sie, um ihre Aufgaben als Anwältin für Europas Natur wirksam wahrnehmen zu können, dringend auf Spenden und Zuschüsse Dritter angewiesen. Wir sind uns bewusst, dass wir für diese Mittel eine große Verantwortung tragen und setzen uns täglich für ihre möglichst effiziente Verwendung ein. Hinzu kommt, dass die Weitergabe von Zuschüssen und Spendenmitteln an Partnerorganisationen im Ausland aufgrund anderer Rechtssysteme, Sprachbarrieren und eventuell höherer Korruptionsrisiken ein sensibles Thema ist, das ein sehr gutes Netzwerk mit über Jahren aufgebauten Kontakten voraussetzt. Zudem ist ein mehrstufiges Kontrollsystem wichtig, um Risiken frühzeitig zu erkennen und ihnen wirksam begegnen zu können. Auch hinsichtlich der Vermögensanlage sind risikomindernde Maßnahmen erforderlich.
Mögliche Risiken und unsere Maßnahmen Finanz- und Wirtschaftskrisen
und die Stärkung der Zivilgesellschaft im Süden und Osten Europas. Ausgangspunkt für die Projektarbeit von EuroNatur ist immer die Zusammenarbeit mit einer Partnerorganisation vor Ort. Existiert ein solcher Partner nicht, ist das ein Grund für EuroNatur, sich in dem entsprechenden Gebiet nicht zu engagieren.
Unser wichtigster Kompass auf diesem Weg: Die EuroNatur Stiftung legt das Eigenkapital möglichst risikoarm und unter Anwendung ethisch-ökologischer Kriterien mit guten Renditechancen an. Zudem werden Rücklagen aufgebaut, um mögliche Schwankungen bei den Erlösen ausgleichen zu können. Für eventuell erforderliche Abschreibungen im Anlagevermögen haben wir in den vergangenen Jahren eine Umschichtungsrücklage aufgebaut, die wir im Jahr 2025 nutzen, um Verluste aus außerordentlichen Abschreibungen auszugleichen.
Veruntreuung von Mitteln
Nach den erheblichen Auswirkungen der Corona-Pandemie, den anhaltenden geopolitischen Spannungen und den Folgen der Energiepreiskrise sind die Lebenshaltungskosten für jede und jeden Einzelnen weiterhin hoch. Bei Geldanlagen wird es immer schwieriger, den richtigen Mittelweg zwischen Sicherheit und Rendite zu finden.
Mangel an kompetenten und vertrauenswürdigen Partnerorganisationen
Die EuroNatur Stiftung setzt ganz bewusst nicht auf ein Europa überspannendes Netz an Geschäftsstellen mit hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und spart dadurch Verwaltungsaufwendungen in erheblichem Umfang ein. Es geht uns vorrangig um die Kooperation mit bestehenden Naturschutzorganisationen, die in ihrem Umfeld gut vernetzt sind und erfolgreich arbeiten. In vielen Ländern Süd- und Osteuropas gibt es nur sehr wenige gemeinnützige und unabhängige Naturschutzorganisationen. Der Mangel an kompetenten und vertrauenswürdigen Partnern schränkt unsere Möglichkeiten ein. EuroNatur investiert deshalb in den systematischen Aufbau
Wir haben uns selbst strikte Regeln zur Finanzkontrolle gegeben. Alle Auszahlungen werden auf rechnerische und sachliche Richtigkeit überprüft. Zahlungsanweisungen unterliegen dem VieraugenPrinzip. Monatlich werden Soll-Ist-Vergleiche erstellt, so dass Unregelmäßigkeiten sehr schnell entdeckt werden können. Unser Jahresabschluss 2025 wurde von der unabhängigen Wirtschaftsprüfungsgesellschaft WISTA AG geprüft und mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen.
Ineffizienz und Ineffektivität der Projektarbeit
Wir durchleuchten unsere internen Prozesse regelmäßig und steigern dadurch kontinuierlich unsere Effizienz. Wir analysieren auch die Arbeit unserer Partner und erarbeiten gemeinsam mit ihnen Möglichkeiten für die Steigerung ihrer Effizienz und Wirksamkeit. Die Verwendungsnachweise unserer Partner werden inhaltlich vom zuständigen Projektleiter oder der Projektleiterin und finanziell von der Buchhaltung geprüft. Alle Verwendungsnachweise werden vor Auszahlung finanzieller Förderungen der Geschäftsleitung zur Freigabe vorgelegt. Wir bilden uns und unsere Partner beständig inhaltlich und methodisch weiter, um die Wirksamkeit unserer Arbeit zu verbessern.
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Transparenz –
wichtiger Grundsatz bei EuroNatur DZI-Siegel bescheinigt seriöse Arbeit
Die EuroNatur Stiftung trägt seit dem Jahr 2006 das DZI-Spendensiegel. Dieses bescheinigt uns unter anderem, dass wir die sieben Spenden-Siegel-Standards wie folgt erfüllen: wir leisten satzungsgemäße Arbeit; Leitung und Aufsicht sind angemessen strukturiert, klar voneinander getrennt und werden wirksam wahrgenommen; in unserer Werbung und Öffentlichkeitsarbeit informieren wir klar, wahr, sachlich und offen; wir berichten offen und umfassend über unsere Arbeit, Strukturen und Finanzen; die gezahlten Vergütungen berücksichtigen den Status der Gemeinnützigkeit, die Qualifikation, das Maß an Verantwortung und den branchenüblichen Rahmen; Mittelbeschaffung und -verwendung sowie die Vermögenslage werden nachvollziehbar dokumentiert und angemessen geprüft; der Anteil der Werbe- und Verwaltungsausgaben an den Gesamtausgaben ist im Jahr 2025 nach DZI-Maßstab vertretbar („vertretbar“ = 20 % bis 30 %). Die Wirksamkeit des Mitteleinsatzes wird überprüft, die Ergebnisse werden dokumentiert und veröffentlicht.
Initiative Transparente Zivilgesellschaft
Die EuroNatur Stiftung ist seit dem Jahr 2010 Mitglied der Initiative Transparente Zivilgesellschaft. Unterzeichner der Initiative verpflichten sich freiwillig, zehn Informationen über ihre Organisation auf ihrer Website zu veröffentlichen. Dazu zählen unter anderem: die Satzung, die Namen der wesentlichen Entscheidungsträger sowie Angaben über Mittelherkunft, Mittelverwendung und Personalstruktur.
Wirtschaftsprüfung
Die EuroNatur Stiftung hat auch im Jahr 2025 die freiwillige Jahresabschlussprüfung durch einen Wirtschaftsprüfer beauftragt. Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft WISTA AG hat den Jahresabschluss 2025 der EuroNatur Stiftung nach § 317 ff. HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten Grundsätze ordnungsgemäßer Durchführung von Abschlussprüfungen geprüft und mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen. Hier ein Auszug aus dem Bestätigungsvermerk: Wir haben den Jahresabschluss bestehend aus der Bilanz zum 31.12.2025 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 01.01.2025 bis zum 31.12.2025 sowie dem Anhang geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht für das Geschäftsjahr vom 01.01.2025 bis zum 31.12.2025 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für alle Kaufleute geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Stiftung. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen, für alle Kaufleute geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat. 02.06.2026, WISTA AG, Mannheim
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Bild: Kerstin Sauer - Ansicht Radolfzell mit Münster und Hafen vom See aus.
Transparenz Vermögensanlage nach ökologisch-ethischen Kriterien
Die EuroNatur Stiftung verfügt inzwischen über ein Stiftungskapital von 8,46 Mio. €. Zudem verwaltet die EuroNatur Stiftung treuhänderisch das Vermögen von drei unselbstständigen Stiftungen in Höhe von rund 2,17 Mio. €. Die EuroNatur Stiftung folgt bei der Vermögensanlage ihrer Überzeugung und legt das Vermögen entsprechend ökologischethischer Kriterien an. Dabei kommen Negativ- sowie Positivkriterien zur Anwendung. Ausgeschlossen sind zumindest Anlageprodukte, die in Unternehmen der Atomwirtschaft, der Agrochemie, der Rüstung, der Gentechnik, der Pornographie, der Alkohol- oder Tabakproduktion, der Verbrenner-Automobilwirtschaft, der Öl- und Kohleindustrie, in Fluggesellschaften oder in Anleihen von Staaten investieren, welche die Todesstrafe durchführen, die Atomenergie aktiv vorantreiben oder die als korrupt gelten. Zu den Finanzdienstleistern, mit denen wir bei der Verwaltung unseres Anlagevermögens insbesondere zusammenarbeiten, zählten im Jahr 2025 die Bank Vontobel Europe AG, München und die V-Bank AG, München. Einen großen Teil des Anlagevermögens verwalten wir selbst und lassen uns dabei seit Sommer 2017 von einem unabhängigen Finanzberater auf Honorarbasis beraten.
Vergütungssystem
Die Stiftung ist in drei Abteilungen organisiert: Naturschutz, Kommunikation und Verwaltung. Diese Abteilungen sehen folgende Funktionsebenen vor: Verwaltung/Kommunikation I-III, Projektleitung – Assistenz, Projektleitung I und II (Naturschutz), Policy Assistant, Policy Officer, Senior Policy Officer sowie Abteilungsleitung. Für die Funktionsebenen sind Vergütungsbänder festgelegt, die um 20 % nach oben und unten ausgreifen. Der Mittelpunkt lag in den Vergütungsbändern im Jahr 2025 jährlich wie folgt: Verwaltung/Kommunikation I: 50 T€ Verwaltung/Kommunikation II: 54 T€ Verwaltung/Kommunikation III: 64 T€ Projektassistenz: 46 T€ Projektleitung I: 59 T€ Projektleitung II: 68 T€ Policy Assistant: 46 T€ Policy Officer: 56 T€ Senior Policy Officer: 68 T€ Abteilungsleitung: 73 T€ Die Brutto-Jahresgesamtbezüge des Geschäftsführers beliefen sich im Jahr 2025 auf 108 T€. Die Mitglieder des Präsidiums und des Kuratoriums sind alle ausnahmslos ehrenamtlich tätig und erhalten lediglich Auslagenersatz für entstandene Kosten, aber keine pauschalen Aufwandsentschädigungen.
Werbung und Spenderinformation
Die EuroNatur Stiftung informiert ihre Spenderinnen und Spender sechsmal jährlich über aktuelle Projekte und wirbt mit diesen Aussendungen sowie über www.euronatur.org, dem digitalen EuroNaturNewsletter und eMailings jeweils für die Unterstützung konkreter Vorhaben. Darüber hinaus erhalten Spenderinnen und Spender, welche die EuroNatur Stiftung regelmäßig unterstützen, viermal im Jahr das EuroNatur-Magazin sowie themenspezifische Projektberichte. Die Spendenwerbung und die Spenderinformation wurde im Jahr 2025 von der EuroNatur Stiftung selbstständig durchgeführt. Neben Druckereien und der EuroNatur Service GmbH wurden, im Zusammenhang mit Marketing- und Fundraisingmaßnahmen, folgende externe Dienstleister beauftragt: Agentur Socialmind, Agentur Nerd Solutions, Agentur Neun GmbH, Agentur Deutsche Fundraising Company.
Wirkungsbeobachtung und Wirkungsanalyse
Einer der wichtigsten Grundsätze für die Arbeit der EuroNatur Stiftung ist der effiziente Einsatz der Mittel, die uns unsere Spenderinnen und Spender sowie fördernde Organisationen (öffentlich und nicht-öffentlich) zur Verfügung stellen. Voraussetzung für die effiziente Mittelverwendung ist eine systematische Planung der Aktivitäten und eine umfassende Wirkungsbeobachtung. Die EuroNatur Stiftung ist fördernd und operativ tätig. Für Projekte, welche die Stiftung selbst mit ihren Partnerorganisationen und meist mit Unterstützung Dritter (öffentliche und nicht-öffentliche Förderungen) durchführt, berichtet sie umfassend an die Geldgeber. Bereits bei der Projektentwicklung und -beantragung beginnt die Wirkungsbeobachtung. Die EuroNatur Stiftung entwickelt Projekte auf der Grundlage einer umfassenden Bedarfs- und Situationsanalyse. Gemeinsam mit unseren Partnern formulieren wir übergeordnete Zielsetzungen und erarbeiten auf dieser Grundlage Projektanträge für die Mittelakquise bei Dritten. Diese Projektanträge haben nur dann Aussicht auf Förderung, wenn Zielsetzungen klar formuliert und Aktivitäten vorgesehen werden, die auch der Zielerreichung dienen. Die Nachweise über die Mittelverwendung verlangen umfassende Bewertungen zur Zielerreichung sowie Begründungen, warum Aktivitäten und eventuell auch Zielsetzungen verändert und angepasst werden mussten. Für die Zuschüsse, welche die EuroNatur Stiftung vergibt, verlangt sie von den Antragsstellern eine schlüssige Projektkonzeption, welche den oben dargestellten Grundsätzen entspricht. Die Berichte der Partner werden umfassend ausgewertet und die Projektfortschritte mit den Partnern bei regelmäßigen Besuchen unserer Projektleiterinnen und Projektleiter in den Projektgebieten diskutiert. Positive Entwicklungen werden ebenso wie Schwierigkeiten ausgewertet, um im Projektverlauf nachsteuern und für die Zukunft lernen zu können. Fortschrittsberichte dokumentieren die Entwicklungen der Projekte bis zu ihrem Abschluss. Jahresbericht 2025
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Wirtschaftliche Lage „ Einfach ein durchschnittliches Jahr Die EuroNatur Stiftung ist stabil durch das Jahr 2025 gekommen. Geschäftsführer Gabriel Schwaderer erzählt im Interview, warum Rücklagen so wichtig sind und welche politische Entwicklung ihm am meisten Sorge bereitet.
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Wie war die wirtschaftliche Lage der EuroNatur Stiftung im Jahr 2025? Finanziell war das Jahr 2025 ein eher durchschnittliches Jahr mit Licht und Schatten. Positiv ist, dass wir mehr Spenden erhalten haben als im Vorjahr. Auch hervorzuheben sind überdurchschnittliche Testamentsspenden. Unser Finanzergebnis war allerdings nicht so positiv wie erwartet. Die Erträge haben unsere Aufwendungen für den Naturschutz in Europa nicht ganz decken können. Um diesen Mehraufwand decken zu können, haben wir Rücklagen aufgelöst. Diese Rücklagen haben wir genau für solche Situationen aufgebaut und investieren jetzt diese Mittel in sinnvolle Naturschutzaufgaben. Woher stammen denn diese Rücklagen? Bis ins Jahr 2020 ist es uns gelungen, einen hohen Bestand an Ergebnisrücklagen aufzubauen. Das war kein Selbstzweck, sondern diente eben als Puffer für schwierigere Zeiten oder Phasen, in denen wir ganz bewusst mehr in Projekte investieren wollen. Genau das ist jetzt 2025 passiert: wir haben einen Teil dieser sehr hohen Ergebnisrücklagen – zu Hochzeiten fast 3 Millionen Euro – aufgewendet für Naturschutzzwecke.
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Bild: Gerald Jarausch - Gabriel Schwaderer
Spender bilden die Basis Die Förderkreismitglieder, Patinnen und Paten sowie Spenderinnen und Spender der EuroNatur Stiftung bildeten auch im Jahr 2025 das finanzielle Fundament für unsere konkrete Naturschutzarbeit in Europa, die politische Lobbyarbeit, die Kampagnen- und Aufklärungsarbeit sowie die Umweltbildung. EuroNatur hat im Jahr 2025 erneut umfangreiche Förderungen für die Umsetzung konkreter Projekte vor allem von privaten Stiftungen sowie der öffentlichen Hand einwerben können.
Hervorzuheben sind für dieses Jahr: Aage V. Jensen Charity Foundation, Austrian Development Agency, Bernd Thies-Stiftung, Bundesumweltministerium, ClientEarth, Deutsche Bundesstiftung Umwelt, DIMFE – Donors‘ Initiative for Mediterranean Freshwater Ecosystems, Dr. Manfred und Gudrun Keim-Stiftung, European Climate Foundation, Europäische Union, Fondation Prince Albert II de Monaco, Hans Wilsdorf Stiftung, Holdfast Collective, MSA – Monk Seal Alliance, Nando und Elsa PerettiStiftung, Fondation Genevoise de Bienfaisance, Lappat-Stiftung, LudwigRaue-Gedächtnisstiftung, Umweltbundesamt, Umweltstiftung Michael Otto
Für viele Naturschutzorganisationen ist es immer schwieriger, Spenden einzuwerben. Gilt das auch für EuroNatur? Es gibt zunächst gesamtgesellschaftlich den Trend, dass weniger Menschen spenden. Diejenigen, die spenden, spenden durchschnittlich mehr. Das beobachten wir auch bei EuroNatur. Außerdem ist es sehr schwierig, neue Spenderinnen und Spender zu gewinnen und diese mittel- und langfristig für unsere Arbeit zu begeistern. Umso dankbarer sind wir für alle, die jetzt schon sehr lange EuroNatur die Treue halten. Insbesondere Testamentsspenden sind der Ausdruck von großem Vertrauen und Identifikation mit unserer Arbeit. Dafür sind wir dankbar und fühlen uns diesen Spenderinnen und Spendern besonders verbunden. Ziel ist, den überwiegenden Teil der Testamentsspenden in unser Stiftungsvermögen zu überführen, um damit die finanzielle Substanz von EuroNatur zu verbessern. Das ist uns in den vergangenen Jahren und auch 2025 wieder gelungen - wir konnten das Stiftungsvermögen auf inzwischen rund 8,5 Millionen Euro erhöhen.
Bild: Hans Martin Braun - Türkenbund-Lilie (Lilium martagon).
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Wirtschaftliche Lage
Gibt es Besonderheiten, die beim Jahresabschluss 2025 herausstechen? Der Jahresumsatz ist im Vergleich zum Vorjahr gesunken, das hat allerdings mit einer außerordentlich hohen Testamentsspende im Vorjahr zu tun. Ansonsten gab es einen leichten Rückgang bei externen Zuschüssen, der aber im Rahmen der normalen Schwankung über die Jahre liegt. Als Konsequenz haben wir etwas weniger an Projektförderungen ausgezahlt, aber auch hier im Bereich der natürlichen Schwankung. Wie gesagt, es war ein durchschnittliches, aber stabiles Jahr. Und was ist der Weg hin zu einem überdurchschnittlichen Jahr? Wir haben jetzt das erste Jahr mit unserer EuroNatur Strategie gearbeitet, aber auch mit thematischen und sektoralen Strategien, die wir daraus entwickelt haben, und merken, wie zielführend das ist. Die Strategie gibt uns eine hervorragende Orientierung bei unseren Alltagsentscheidungen und hilft uns dabei, uns nicht im Kleinklein zu verzetteln. Insofern können wir schon nach einem Jahr sagen, dass der sehr intensive Prozess der Erarbeitung sich auf jeden Fall gelohnt hat und ich bin sicher, dass uns dieses Instrument in den kommenden Jahren viel nutzen wird. In der Strategie haben wir auch verankert, dass wir in die Weiterentwicklung der Organisation investieren wollen. Da geht es um die Digitalisierung unserer Prozesse, um die Stärkung wichtiger zentraler Funktionen, aber auch darum mehr zu tun für Gesundheit am Arbeitsplatz, unseren Teamspirit sowie die persönliche und fachliche Weiterentwicklung aller Mitarbeitenden. Die damit verbundenen Kosten sind für Nonprofit-Organisationen immer eine riesige Herausforderung, weil es kaum Finanzierungen dafür gibt. Wir sind sehr froh und privilegiert, dass immer mehr große Förderstiftungen erkennen, wie wichtig institutionelle Förderung für die dauerhafte und nachhaltige Entwicklung von Naturschutzorganisationen ist. Diese unterstützen uns nun über mehrere Jahre bei unserer Weiterentwicklung.
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Jahresbericht 2025
Darstellung des Geschäftsberichts nach den Vorgaben des DZI Bei der Darstellung der Einnahmen und der Ausgaben in diesem Geschäftsbericht orientieren wir uns an den verbindlichen Gliederungsvorgaben der Spendensiegel-Leitlinien des DZI (Deutsches Zentralinstitut für soziale Fragen). Dies führt insbesondere bei der Gewinnund Verlustrechnung zu Abweichungen von üblichen Darstellungen nach dem Handelsgesetzbuch. Das DZI prüft unter anderem auch, ob zwei wichtige Schwellenwerte eingehalten werden: Der Anteil der Werbe- und Verwaltungsaufwendungen an den maßgeblichen Gesamtausgaben sowie der Anteil der Werbeausgaben am Sammlungsergebnis. Mehr zum Spendensiegel des DZI im Kapitel Transparenz auf Seite 30.
Was sind darüber hinaus die wichtigsten Herausforderungen für EuroNatur in den kommenden Jahren? Im Jahr 2027 steht sogar ein runder Geburtstag an – die Stiftung wird 40 Jahre alt. Der Ausblick auf die nächsten Jahre ist ambivalent. Einerseits sehen wir, dass wir große Unterstützung erhalten von unseren Spenderinnen und Spendern und auch von Stiftungen, die unsere Arbeit großzügig fördern. Andererseits sehen wir, dass sich im politischen Umfeld viel verändert hat, was zum Beispiel dazu geführt hat, dass die Europäische Kommission das erfolgreiche und wirkungsvolle LIFE-Programm für Umweltmaßnahmen streichen möchte. Das erfüllt uns mit großer Sorge und hätte auch direkte Auswirkungen auf unsere Arbeit, weil EuroNatur momentan an der Umsetzung von zwei LIFE-Projekten leitend beteiligt ist. Ohne diese Förderung wird der Druck auf uns, Mittel für die Umsetzung unserer Projekte zu akquirieren, deutlich größer. Und dies in einer Zeit, in der unsere Aufgaben eigentlich größer werden! In der sich beschleunigenden Diskussion über die EU-Erweiterung vor allem der Staaten des Westbalkans, wo wir unser Schwerpunktgebiet haben, müssten wir eigentlich dort mehr Mittel und Arbeit investieren, um Sorge zu tragen, dass in diesem Beitrittsprozess nicht in Paniknutzung wertvollste Naturgebiete zerstört werden. Genau das beobachten wir gerade vor allem in Albanien, das noch zahlreiche unberührte Naturschätze besitzt. Aber wir gehen natürlich weiter mit einem engagierten Team unseren Weg und lassen uns nicht entmutigen. Fragen: Anja Arning
Bild: Annette Spangenberg - Strand von Zvernec in der Narta-Lagune.
Jahresbericht 2025
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Wirtschaftliche Lage
Testamente für Europas Natur Für die Unabhängigkeit und Leistungsfähigkeit der EuroNatur Stiftung als erfolgreicher Anwältin für Europas Natur ist die weitere Stärkung der finanziellen Substanz der Stiftung von großer Bedeutung. Die Erhöhung des Stiftungskapitals schafft Planungssicherheit und Unabhängigkeit. Deshalb sind Zustiftungen und Testamentsspenden für uns eine sehr wertvolle Unterstützung und ein großer Vertrauensbeweis, den wir als besondere Verpflichtung ansehen. Erlöse aus Erbschaften und Vermächtnissen haben wir im Jahr 2025 zu einem großen Teil dem Stiftungskapital zugeführt. Dies hat wie die zugeflossenen Zustiftungen zur weiteren Stärkung der finanziellen Leistungsfähigkeit der EuroNatur Stiftung geführt.
Erbschaften und Vermächtnisse 2025 Im Jahr 2025 haben EuroNatur folgende Personen (in alphabetischer Reihenfolge) mit einer Testamentsspende bedacht. Ihnen fühlen wir uns besonders verpflichtet und ehren ihr Andenken. Johannes Peter Delker Dr. Christina Michaela Kraft Dr. Alexander Prestel und Rita Annette Prestel
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Jahresbericht 2025
Bild: Kerstin Sauer - Bodenseekiesel, Insel Reichenau.
Unselbstständige Stiftungen und Namensfonds EuroNatur betreute im Jahr 2025 drei unselbstständige Stiftungen und drei zweckgebundene Namensfonds. Das Kapital der Namensfonds (607 T€) wurde gegenüber dem Vorjahr um 105 T€ erhöht, diese Summe floss in den EuroNatur-Fonds für Ostdeutschland. Das Kapital der unselbstständigen Stiftungen (2.169 T€) blieb unverändert. Die Erlöse der unselbständigen Stiftungen kamen auch im Berichtsjahr vollständig der EuroNatur-Projektarbeit zugute. Dr. Manfred und Gudrun Keim-Stiftung Ludwig Raue Gedächtnisstiftung Stiftung Lappat EuroNatur-Fonds für Ostdeutschland EuroNatur-Fonds für Zugvogelschutz Elisabeth Seifert-Becker Stiftungsfonds zum Wolfschutz in Erinnerung an Viktoria Neumann, Emilie und Franz Seifert
Gemeinsam für Europas Natur Die Erfolge, die EuroNatur im Jahr 2025 für den Naturschutz in Europa erreichen konnte, waren nur möglich, da wir vielfältige Unterstützung von Förderkreismitgliedern, Patinnen und Paten, Spenderinnen und Spendern sowie von Zuschussgebern und Sponsoren erhalten. Hierfür bedanken wir uns ganz herzlich!
Bild: Daniela Löchle - Blick auf die Mettnau.
Jahresbericht 2025
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Bilanz zum 31.12. 2025 Aktiva
2025 T€
A. Anlagevermögen
2024 T€
T€
10.658 I. Immat. Vermögensgegenstände
0
10.435 0
II. Sachanlagen
853
879
III. Finanzanlagen
9.805
9.556
B. Umlaufvermögen
4.195
1.667
5
6
II. Forderungen und sonst. Vermögensgegenstände
598
545
III. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten
3.592
1.116
I. Vorräte
C. Rechnungsabgrenzungsposten
Summe
Passiva
0
4
14.853
12.106
2025 T€
A. Eigenkapital
T€
2024 T€
T€
10.328
T€
10.196
I. Stiftungskapital Grundstockvermögen Zustiftungen (im Geschäftsjahr 27 TEUR, i.V. 10 TEUR)
II. Ergebnisrücklagen
77
8.385
7.998
1.866
2.121
B. Rückstellungen
206
195
C. Verbindlichkeiten
4.319
1.715
D. Rechnungsabgrenzungsposten
Summe
38
77
Jahresbericht 2025
0
0
14.853
12.106
Gewinn-/ VerlustRechnung 2025 Einnahmen nach DZI
2024
%
%
T€
T€
2025
2024
Geldspenden
1.003
891
15,62
10,34
Sachspenden
13
14
0,20
0,16
Nachlässe
560
2.050
8,72
23,78
Bußgelder
0
5
0,00
0,06
1.576
2.960
Zwischensumme - Sammlungseinnahmen * (ohne Zustiftungen)
2025
Zuwendungen der öffentlichen Hand
1.180
1.588
18.38
18,42
Zuwendungen anderer Organisationen
3.007
3.480
46,83
40,37
0
46
0,00
0,53
Zins- und Vermögenseinnahmen
576
509
8,97
5,90
Sonstige Einnahmen
82
38
1,28
0,44
Gesamteinnahmen
6.421
8.621
100,00
100,00
245
283
Leistungsentgelte
Entnahmen aus Ergebnisrücklagen Entnahmen aus Umschichtungsrücklage
121
123
6.787
9.027
2025
2024
%
%
T€
T€
2025
2024
Personalausgaben
1.673
1.850
26,49
24,88
Sach- und sonstige Ausgaben
2.896
3.571
45,86
48,03
Personalausgaben
286
269
4,53
3,62
Sach- und sonstige Ausgaben
291
312
4,61
4,20
Ausgaben nach DZI Programmausgaben
Ausgaben für Werbung und Öffentlichkeitsarbeit
Ausgaben für Verwaltung Personalausgaben
542
614
8,58
8,26
Sach- und sonstige Ausgaben
126
483
2,00
6,50
501
336
7,93
4,52
6.315
7.435
100,00
100,00
360
1.571
Ausgaben Vermögensverwaltung & Geschäftsbetrieb
Vermögensverwaltung Gesamtausgaben Einstellung ins Stiftungskapital Einstellung in Ergebnisrücklagen Einstellung in Umschichtungsrücklage
0
21
112
0
6.787
9.027
* Im Geschäftsjahr 2025 beliefen sich die Sammlungs-
zuflüsse auf insgesamt 1.777 TEUR, davon wurden 174 TEUR aufgrund von Zweckbindungen noch nicht vereinnahmt, sondern werden voraussichtlich im Folgejahr und bei tatsächlicher Mittelverwendung vereinnahmt. Zu den Sammlungszuflüssen zählen auch die Zustiftungen in Höhe von 26.505,65 EUR (i.V. 10.205,65 EUR); diese sind nicht in der Gewinn-/ Verlustrechnung dargestellt.
Jahresbericht 2025
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Unsere Förderschwerpunkte 2025
8,9% 19,0%
7,4% 6,5%
24,5%
21,4%
12,3%
40
Jahresbericht 2025
Grafik: Kerstin Sauer; Zahlen: Markus Dressnandt
Anteile der aufgewendeten Mittel in 2025 Wer bekommt welchen Anteil vom Kuchen? Das Tortendiagramm zeigt Ihnen auf einen Blick, wie hoch der Anteil der aufgewendeten Mittel aufgeschlüsselt auf unsere Projektbereiche ist.
19,0%
779.548 Euro
Schutz des Grünen Bandes Europa
24,5 % 1.005.637 Euro
Schutz der Flüsse und Flusslandschaften in Europa
12,3 %
504.491 Euro
Schutz der Zugvögel in Europa
21,4 %
876.872 Euro
Schutz von großen Beutegreifern in Europa
6,5 %
265.343 Euro
Schutz von Europas letzten wilden Wäldern
7,4 %
301.584 Euro
Schutz artenreicher Kulturlandschaften in Europa
8,9 %
366.768 Euro
EU-Politik
Bild: Kerstin Sauer - Vergissmeinnicht (Myosotis) im Wollmatinger Ried.
Jahresbericht 2025
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Unsere Förderschwerpunkte 2025
Die EuroNatur Stiftung hat im Jahr 2025 folgende Projektschwerpunkte umgesetzt: Schutz des Grünen Bandes Europa inklusive Weiterentwicklung der Initiative „Grünes Band Europa“ Schutz der Flüsse und Flusslandschaften in Europa Schutz der Zugvögel in Europa Schutz von großen Beutegreifern in Europa Schutz von Europas letzten wilden Wäldern Schutz artenreicher Kulturlandschaften in Europa EU-Politik Dieser Geschäftsbericht stellt eine Auswahl der in den einzelnen Förderschwerpunkten umgesetzten Projekte beispielhaft dar. Über die Förderschwerpunkte hinaus hat die EuroNatur Stiftung weitere Projekte und Initiativen unterstützt und umgesetzt. Auf sie kann im Rahmen dieses Geschäftsberichts allerdings nicht näher eingegangen werden.
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Jahresbericht 2025
Bild: Petar Vanev - Der Magaro-Gipfel im Galičica-Nationalpark, Nordmazedonien – links der Ohrid-See, rechts der Prespa-See.
Förderschwerpunkt „Grünes Band Europa“
Förderschwerpunkt Schutz der Flüsse und Flusslandschaften in Europa
Aufgewendete Mittel: 779.548 Euro
Aufgewendete Mittel: 1.005.637 Euro
Projekte:
Projekte:
Schutz und Entwicklung des Grünen Bandes Europa sowie Weiterentwicklung der Initiative (Partner: Alle Mitglieder der EGBA und die Akteure der Initiative Grünes Band Europa; Förderung: EuroNaturSpenderinnen und -Spender), BESTbelt - Vernetzung und Schutz einzigartiger Landschaften in Europa durch die Stärkung lokaler Akteure (Partner: BUND, EGBA und Akteure der Initiative Grünes Band Europa; Förderung: Europäische Union, EuroNatur-Spenderinnen und -Spender), Stärkung der grenzübergreifenden Zusammenarbeit von Naturschutzorganisationen im Prespa-Becken (Partner: MES, PPNEA, SPP; Förderung: Aage V. Jensen Charity Foundation, EuroNatur-Spenderinnen und -Spender), Grenzüberschreitendes Management von Schutzgebieten im Westbalkan (Partner: CZIP, MES, PPNEA; Förderung: Bundesumweltministerium, EuroNaturSpenderinnen und -Spender)
Kampagne „Rettet das Blaue Herz Europas“ (Partner: Riverwatch, EcoAlbania, MedINA, CDE MES, DPRS, Ekosvest, GARD, Qendra Network Albania; Förderung: 1% for the Planet, Manfred-Hermsen-Stiftung, Fondation Genevoise de Bienfaisance „Valeria Rossi di Montelera“, Holdfast Collective, Client Earth, EuroNaturSpenderinnen und -Spender), Rettung des letzten europäischen Wildflusses Vjosa/Aoos (Partner: Riverwatch, EcoAlbania, MedINA; Förderung: Fondation Genevoise de Bienfaisance „Valeria Rossi di Montelera”, Holdfast Collective, EuroNatur-Spenderinnen und -Spender), Schutz der Narta-Lagune im Vjosa-Delta vor der Zerstörung durch das Flughafenprojekt Vlora (Partner: PPNEA; Förderung: DIMFE, EuroNatur-Spenderinnen und -Spender), Engagement für eine frei fließende Oder (Partner: FER, BUND; Förderung: Post Code Lottery, EuroNatur-Spenderinnen und -Spender), Stärkung der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Politik im Zusammenhang mit der Entwicklung des VjosaProjekts, ESPID4Vjosa (Partner: EcoAlbania; Förderung: Austrian Development Agency, EuroNatur-Spenderinnen und -Spender), Förderung des Schutzes des Moraca-Flusses (Partner: CZIP, CDE MES; Förderung: Aage V. Jensen Charity Foundation, EuroNaturSpenderinnen und -Spender)
Jahresbericht 2025
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Unsere Förderschwerpunkte 2025
Förderschwerpunkt Schutz der Zugvögel in Europa Aufgewendete Mittel: 504.491 Euro Projekte:
Sicherung der Zugvogelroute entlang des Adriatic Flyway (Partner: BirdLife, VCF, Tour du Valat, HDZPP, Biom, DOPPS, BPSSS, CZIP, Naše ptice, AOS, PPNEA; Förderung: Hans Wilsdorf Stiftung, EuroNaturSpenderinnen und -Spender), Nature Returns – ein alternatives Modell für die Finanzierung & das Management von Schutzgebieten durch Förderung innovativer Geschäftsmodelle lokaler Akteure zum Naturschutz, u.a. im Naturpark Saline Ulcinj, Nationalpark Shar Planina und Naturpark Lonjsko Polje (Partner: Nature Returns – federführend; Förderung: Nature Returns, EuroNaturSpenderinnen und -Spender), Grenzübergreifende Initiative zur Wiederherstellung der Seggenrohrsängerpopulation (Partner: BEF – federführend; Förderung: EU LIFE, EuroNatur-Spenderinnen und -Spender), Schutz der Feuchtwiesen und -weiden in Europa, insbesondere in den Europäischen Storchendörfern (Partner: Europäische Storchendörfer und ihre nationalen Naturschutzpartner; Förderung: EuroNatur-Spenderinnen und -Spender)
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Jahresbericht 2025
Bild: Raimund Brandstaetter - Rosaflamingo und Flussseeschwalbe (Phoenicopterus roseus und Sterna hirundo).
Förderschwerpunkt Schutz von großen Beutegreifern in Europa Aufgewendete Mittel: 876.872 Euro Projekte:
Schutz der Braunbären im Kantabrischen Gebirge (Partner: Fapas; Förderung: EuroNatur-Spenderinnen und -Spender), Schutz der Braunbären in Serbien (Partner: BPSSS; Förderung: Bernd Thies-Stiftung, EuroNatur-Spenderinnen und -Spender), Grenzübergreifender Schutz der Braunbären im Dreiländereck Albanien, Nordmazedonien, Griechenland (Partner: PPNEA, MES, Callisto, Ekosvest; Förderung: EuroNatur-Spenderinnen und -Spender), Schutz der Braunbären, Luchse und Wölfe in den Nördlichen Dinariden (Partner: Universität Zagreb, Carnivora Magna; Förderung: EuroNatur-Spenderinnen und -Spender), Programm zum Schutz des Balkanluchses (Partner: MES, PPNEA, ERA, Stiftung Kora; Förderung: Hans Wilsdorf Stiftung, EuroNatur-Spenderinnen und -Spender), Luchsmonitoring in Montenegro (Partner: CZIP; Förderung: Bernd Thies-Stiftung,
EuroNatur-Spenderinnen und -Spender), Förderung der Fortsetzung des Wolfsmonitoringprogramms in den slowakischen Karpaten (Partner: SWS; Förderung: EuroNatur-Spenderinnen und -Spender), Schutz von großen Beutegreifern in BadenWürttemberg, Handlungsleitfaden Wolf (Partner: EuroNatur ist Mitglied des Arbeitskreises Wolf und Träger des Schadenausgleichsfonds in Baden Württemberg; Förderung: Lappat-Stiftung, EuroNatur-Spenderinnen und -Spender), Schutz der Mönchsrobbenkolonie am Cap Blanc (Partner: CBD Habitat; Förderung: EuroNatur-Spenderinnen und -Spender), Schutz der MittelmeerMönchsrobbe in der Östlichen Adria (Partner: Archipelagos, FlagPine, PPNEA, CZIP, Biom; Förderung: MSA, EuroNaturSpenderinnen und -Spender)
Bild: Depositphotos / Ondrej Prosicky - Luchs (Lynx lynx).
Jahresbericht 2025
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Unsere Förderschwerpunkte 2025 Förderschwerpunkt Schutz von Europas letzten wilden Wäldern Aufgewendete Mittel: 265.343 Euro Projekte:
Grenzübergreifender Schutz von Ur- und Naturwäldern auf dem Westlichen Balkan (Partner: PPNEA, ERA, CZZS, CZIP, Biom, MES, BPSSS; Förderung: Aage V. Jensen Charity Foundation, EuroNatur-Spenderinnen und -Spender), Ökologischer Waldumbau von Kiefernmonokulturen in Brandenburg zu naturnahen Mischwäldern (Partner: Naturparkverwaltungen Dahme-Heideseen, Märkische Schweiz, Schlaubetal, Nabu Regionalverband Märkische Schweiz, Stiftung Naturschutzfonds Brandenburg, lokale Naturschutzgruppen und Landwirte; Förderung: EuroNatur-Fonds für Ostdeutschland, EuroNatur-Spenderinnen und -Spender)
Förderschwerpunkt Schutz artenreicher Kulturlandschaften in Europa
Förderschwerpunkt EU-Naturschutzpolitik
Aufgewendete Mittel: 301.584 Euro
Aufgewendete Mittel: 366.768 Euro
Projekte:
Projekte:
Unterstützung des Schutzes sowie einer nachhaltigen regionalen Entwicklung des bosnischen Karstpoljes Livanjsko Polje (Partner: Naše ptice, CZZS, Jugendzentrum Livno; Förderung: DIMFE, NEPF, GBTN, EuroNatur-Spenderinnen und -Spender), Sicherung von Fledermausquartieren in Brandenburg und Polen (Förderung: Interreg, Ludwig-Raue-Gedächtnisstiftung, EuroNatur-Spenderinnen und -Spender), Lebenswichtige Weideflächen im grenzüberschreitenden Gebiet Shar/Korab-Koritnik/Mavrovo (Partner: CNVP, MES, PPNEA; Förderung: Aage V. Jensen Charity Foundation, NEPF)
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Jahresbericht 2025
Bild: Erika Poltronieri - Herbstwald.
Finanzierung der Biodiversität in der EU (Partner: Bankwatch, PGN, Green Liberty, Zelena Akcija, DOPPS, NSC Ungarn; Förderung: Bundesumweltministerium), Biodiversitätsschutz in Albanien und Montenegro im Rahmen des EU-Beitrittsprozesses (Partner: PPNEA, CZIP; Förderung: EuroNatur-Spenderinnen und -Spender), Finanzierung von Biodiversitätsschutz in der EU (Förderung: European Climate Foundation), Ökologisierung des EU-Haushalts (Partner: Bankwatch, Zelena Akcija, OTOP; Förderung: Bundesumweltministerium)
Abkürzungen Partner:
Förderung:
DIMFE: Donors‘ Initiative for Mediterranean Freshwater Ecosystems AOS: Albanian Ornithological Society GBTN: Giving back to nature Biom: BirdLife Kroatien EU-LIFE: Umwelt-Finanzierungsinstrument der Europäischen Union BEF: Baltic Environmental Forum (Litauen) MSA: Monk Seal Alliance BPSSS: Bird Protection and Study Society of Serbia NEPF: Nando und Elsa Peretti Stiftung BUND: Bund für Umwelt und Naturschutz PONT: Prespa Ohrid Nature Trust CBD Habitat: Foundation for the Conservation of Biodiversity and its Habitat in Spain CDE MES: Montenegrin Ecologists Society CNVP: Connecting Natural Values and People CZIP: Zentrum für Vogelschutz und -forschung in Montenegro CZZS: Umweltzentrum in Bosnien-Herzegowina DOPPS: BirdLife Slowenien DPRS: Slowenische Gesellschaft für heimische Fischarten EGBA: European Green Belt Association Fapas: Fonds zum Schutz der Wildtiere FER: Fundacja EkoRozwoju (Polen) GARD: Group of Rural Activists of Dibra HDZPP: Kroatische Gesellschaft für Vogel- und Naturschutz Kora: Stiftung für Raubtierökologie und Wildtiermanagement MedINA: Mediterranean Institute for Nature and Anthropos MES: Macedonian Ecological Society MOm: Griechische Gesellschaft für die Erforschung und den Schutz der Mönchsrobbe OTOP: Verein zum Schutz der Vögel in Polen PGN: Polish Green Network PPNEA: Protection and Preservation of Natural Environment in Albania SPP: Society for the Protection of Prespa SWS: Slovak Wildlife Society USPB: Ukrainian Society for the Protection of Birds VCF: Vulture Conservation Foundation
Bild: Kerstin Sauer - Kornblumen (Centaurea cyanus) im Rapsfeld.
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Mission & Vision
EuroNatur – Menschen und Natur verbinden
Wir engagieren uns für die Verbindung von Menschen und Natur in einem friedlichen Europa – über Grenzen hinweg. Dabei werden wir von unseren Förderern unterstützt. Die wachstumsorientierte Lebens- und Wirtschaftsweise unserer Zeit ist geprägt durch die rücksichtslose Ausbeutung der natürlichen Ressourcen und hat zu allgegenwärtiger Naturzerstörung sowie dramatischen Klimaveränderungen geführt. Weltweit spüren Menschen die negativen Folgen. Natur ist Lebensgrundlage für alle Menschen. Die Vielfalt von Arten und Lebensräumen ist die Voraussetzung für eine lebenswerte Umwelt. Wir wollen ein Europa mit freifließenden Flüssen, urwüchsigen Wäldern, vielfältigen Kulturlandschaften und dabei ausreichend Raum für wilde Tiere und ziehende Vögel.
WIE WIR ARBEITEN
Wir setzen uns europaweit und länderverbindend für den Schutz von Pflanzen, Tieren und Lebensräumen ein, indem wir lokale Naturschutzorganisationen stärken und international vernetzen. Gemeinsam mit unserem Partnernetzwerk schaffen wir Lösungen dafür, wie Menschen im Einklang mit der Natur leben und wirtschaften können. Die Förderung Dritter (unserer Partner) steht im Fokus unserer Arbeitsweise. Wir haben fachliche Expertise in unseren Themenfeldern und bringen uns ins operative Geschäft in den Projekten ein. Wir streben eine vertrauensvolle Zusammenarbeit unter gleichrangigen Menschen mit unseren Partnern an.
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Jahresbericht 2025
Dabei folgen wir unserem bewährten Ansatz: WISSEN
Wir belegen mit seriösen wissenschaftlichen Studien die Schutzwürdigkeit, Einzigartigkeit und Bedrohung von Arten, Landschaften und Lebensräumen.
SCHÜTZEN
Wir treiben die Unterschutzstellung von bedrohten Arten sowie ökologisch besonders wertvollen Lebensräumen und Landschaften voran. Wir nutzen die nationalen und internationalen politischen Strukturen, um dieses Ziel zu erreichen.
SICHERN
Geschützte Gebiete und Arten müssen wirksam geschützt bleiben. Wir unterstützen Maßnahmen zur Kontrolle und fordern den konsequenten Schutz bei den nationalen und internationalen politischen Organen und Gerichten ein. Wo notwendig, üben wir auf die Entscheidungsträger öffentlichen Druck aus (zum Beispiel durch Protestaktionen und mediale Aufmerksamkeit).
LEBEN
Wir schaffen Akzeptanz für den Schutzbedarf und die damit möglicherweise verbundenen Einschränkungen bei der lokalen Bevölkerung. Gemeinsam mit der Bevölkerung etablieren wir naturverträgliche Nutzungsweisen in den geschützten Lebensräumen, die sozio-ökonomische Perspektiven eröffnen. So gewinnen wir die Menschen vor Ort als Partner für unsere Naturschutzziele und schaffen die Grundlage für die langfristige Wirksamkeit unserer Bemühungen.
Bilder: Anika Konsek - Wissenschaftswoche im Vjosa Delta; Kerstin Sauer - Flußkrebsschere, Hände mit Esskastanie (Castanea sativa) und Bachmuschel (Unio crassus).
Unsere Werte
VERANTWORTUNG
Wir übernehmen Verantwortung für die Themen, denen wir uns verschrieben haben, für die Gebiete sowie für unsere Partner, mit denen wir langfristig verbunden sein wollen. Wir sind verlässlich, arbeiten mit Weitblick und hinterfragen regelmäßig unsere Wirksamkeit. Wir übernehmen Verantwortung für die Ergebnisse unserer Arbeit.
RESPEKT
Respekt ist die Grundlage unseres Handelns. Wir bringen Mensch und Natur aufrichtigen Respekt entgegen, vertrauen und achten einander. Wir begegnen einander mit Wertschätzung und Offenheit für alle Lebenswirklichkeiten. Uns ist es wichtig, respektvoll zu kommunizieren und andere Positionen anzuhören.
Wir übernehmen Verantwortung für uns selbst und füreinander.
UNABHÄNGIGKEIT
Wir sind in unseren Positionen unabhängig und stellen weder unsere inhaltliche Arbeit noch unsere Ideale zur Disposition. Wir streben - so weit wie möglich - nach finanzieller Unabhängigkeit. Wir ermöglichen es darüber hinaus unseren Partnern, unabhängig von externen Einflussnahmen wirksam zu arbeiten.
INTEGRITÄT
Wir stehen für diese Werte und Ideale ein. Auch in schwierigen Situationen zeigen wir Rückgrat und Haltung. Wir halten unsere Versprechen und sind zuverlässige Partner.
Illustration: Kerstin Sauer
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Organisation & Struktur
Stiftung für Europas Natur
EuroNatur ist eine gemeinnützige Stiftung, die im Jahr 1987 vom Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND), dem Naturschutzbund Deutschland (Nabu) und der Deutschen Umwelthilfe (DUH) gegründet wurde. Sie hat ihren Sitz in Radolfzell und ist rechtlich, organisatorisch sowie finanziell unabhängig, eigenständig und überparteilich. Im Unterschied zu einem Verein hat eine rechtsfähige Stiftung, so auch EuroNatur, keine Mitglieder. Der letzte Freistellungsbescheid des Finanzamtes Singen stammt vom 20. März 2026. EuroNatur ist u.a. Mitglied folgender Organisationen: European Green Belt Association, Weltnaturschutzunion (IUCN), European Habitats Forum, Deutscher Naturschutzring, AgrarBündnis und Wetlands International – European Association. Die aktuelle Satzung findet sich unter: www.euronatur.org/satzung
Präsidium als Aufsichtsorgan
Neue Präsidiums-Mitglieder werden von den bestehenden Mitgliedern vorgeschlagen und per Mehrheitsbeschluss gewählt. Die Präsidentin bzw. den Präsidenten wählen die Präsidiumsmitglieder aus ihrer Mitte. Das Präsidium der EuroNatur Stiftung bestand im Jahr 2025 aus sechs stimmberechtigten Mitgliedern, die ehrenamtlich tätig sind. Zu ihren Aufgaben zählt die strategische Ausrichtung, die Genehmigung der Haushaltsplanung sowie der Jahresrechnung. Das Präsidium kontrolliert die Arbeit des Geschäftsführers auf Rechtmäßigkeit, Zweckmäßigkeit und Wirtschaftlichkeit. Persönliche Angaben zu den Mitgliedern des Präsidiums sind dargestellt unter www.euronatur.org/ueber-euronatur/organisation/praesidium.
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Jahresbericht 2025
Kuratorium als Beratungsgremium
Für das Kuratorium können vom Präsidium Persönlichkeiten bestellt werden, die für die Anliegen der Stiftung eintreten. Das Kuratorium der EuroNatur Stiftung bestand im Jahr 2025 aus 10 Mitgliedern. Die Mitglieder des Kuratoriums sind ehrenamtlich tätig und unterstützen EuroNatur in drei Feldern: fachliche Beratung, insbesondere im Bereich der Mittelerschließung; Öffentlichkeitsarbeit; gesellschaftliche Verankerung der Stiftung und ihrer Arbeit. Der Vorsitzende des Kuratoriums nimmt beratend an den Präsidiumssitzungen teil. Persönliche Angaben zu den Mitgliedern des Kuratoriums sind unter www.euronatur.org/ueber-euronatur/organisation/kuratorium dargestellt.
Geschäftsführung als Leitungsorgan
Der Geschäftsführer ist zuständig und verantwortlich für die Steuerung der operativen Arbeit der Stiftung. EuroNatur hatte im Berichtsjahr 37 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die in den Abteilungen Naturschutz, Verwaltung und Kommunikation tätig sind. Die EuroNatur Stiftung wird durch mehr als 30 Ehrenamtliche und Freiwillige unterstützt.
EuroNatur Service GmbH
Die EuroNatur Stiftung hat 1995 eine 100-prozentige Tochtergesellschaft gegründet, die EuroNatur Service GmbH. Dieses kleine, aber leistungsfähige Dienstleistungsunternehmen publiziert und vertreibt unter anderem Naturkalender und Naturreiseführer für EuroNatur-Projektgebiete sowie eine ganze Reihe weiterer Fachbücher und exklusiver Artikel. Zudem hat sich die EuroNatur Service GmbH auf Layout- und Versanddienstleistungen spezialisiert, die sie der EuroNatur Stiftung und anderen Kunden anbietet.
Bild: Bruno D‘Amicis - Unterwasserwelt im Zeta Fluss - Elritze (Phoxinus phoxinus) und Telestes souffia montenegrinus.
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Europa braucht Natur Spenden Sie für eine lebenswerte Zukunft! www.euronatur.org/spenden
“
Ohne die internationale Unterstützung von Organisationen wie EuroNatur, den Spenderinnen und Spendern könnten wir unsere Arbeit nicht machen. Wir hätten keine Mittel für unsere Feldarbeit und für unser Personal. Der Beitrag jedes und jeder Einzelnen ist wichtig.
„
Tibor Mikuska von der Kroatischen Gesellschaft für Vogel- und Naturschutz
Bild: Bruno D‘Amicis - Graureiher (Ardea cinerea) am Fluss Una.
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ein Testament für Europas Natur Was bleibt? Weitergeben schenkt Lebenssinn Durch eine letztwillige Verfügung können wir über unser individuelles Leben hinaus etwas bewirken und für Menschen und Themen, die uns wichtig sind, Sorge tragen. Das ist nicht selbstverständlich und nicht in jeder Rechtsordnung so. Diesen Freiraum können Sie bewusst für die Verwirklichung Ihrer Ideale nutzen. Mit einer Erbschaft oder einem Vermächtnis an EuroNatur tragen Sie wesentlich dazu bei, ein Europa zu erhalten, in dem es freifließende Flüsse, urwüchsige Wälder, vielfältige Kulturlandschaften und ausreichend Raum für wilde Tiere gibt. Testamentsspenden (die durch Erbschaften oder Vermächtnisse erfolgen können) schaffen ein wertvolles Fundament für einen wirksamen Naturschutz und damit weitreichende Perspektiven für Menschen und Natur. Falls Sie EuroNatur bedenken möchten, müssen Sie dies mit einem Testament regeln. Nur mit einem Testament wird die gesetzliche Regelung außer Kraft gesetzt.
Wissenswertes rund ums Testament Auf unserer Webseite www.euronatur.org/testament finden Sie Wissenswertes rund um das Thema Nachlassgestaltung und Antworten auf Fragen wie „Die gesetzliche Erbfolge: Brauche ich ein Testament?“ „Wie ändere ich mein Testament?“ Oder „Ist mein Vermögen nicht zu klein für eine Testamentsspende?“ Sie finden dort auch den Erben-Rechner, der hilft, Ihre persönliche Erbschaftssituation einzuschätzen. Er zeigt Ihnen, wer derzeit erbberechtigt ist und berechnet die Erbquote. Außerdem erfahren Sie, wie hoch die Pflichtteile sind und über welchen Betrag Sie frei verfügen können. Der Erbenrechner funktioniert ohne die Eingabe von persönlichen Daten, damit Sie anonym bleiben können. Die Seite Wie schreibe ich ein Testament? gibt in kurzen Videos Denkanstöße, Orientierung und praktische Tipps zu Fragen der Nachlassplanung. Dort können Sie auch mit dem digitalen Assistenten Erblotse konkrete Unterstützung beim Verfassen eines Testaments bekommen, das sowohl Ihren eigenen Wünschen entspricht als auch rechtlich Bestand hat. Auch hier hat der Schutz Ihrer Daten höchste Priorität. Sofern Sie den Erblotsen über den Link auf euronatur.org aufrufen, ist die Nutzung des Dienstes sogar gebührenfrei. Das Sich-Befassen und Nachdenken über den eigenen Nachlass ist meist ein längerer Prozess, der von zahlreichen Fragen begleitet ist. Gerne nehmen wir uns in vertraulichen und unverbindlichen Gesprächen Zeit für Sie. 52
Jahresbericht 2025
Bild: Kerstin Sauer - Ines Fantinato
Unsere Ansprechpartnerin für Nachlässe, Ines Fantinato, ist gerne persönlich für Sie da. Sie erreichen sie unter: Ines Fantinato ines.fantinato@euronatur.org Fon: + 49 7732 9272 16 Bei ihr können Sie auch unsere Testamentsbroschüre mit Informationen rund um das Thema Nachlassplanung anfordern. Weitere Informationen unter: www.euronatur.org/testament
Das Erbschaftssiegel „In guten Händen“ Die Erbschaftsinitiative „Mein Erbe tut Gutes“ hat im Jahr 2020 ein Erbschaftssiegel herausgegeben, das für Seriosität in diesem sensiblen Bereich steht. Auch EuroNatur – Stiftung Europäisches Naturerbe trägt als Mitgliedsorganisation diese Auszeichnung und verpflichtet sich damit – wie alle anderen Organisationen und Stiftungen, die das Siegel nutzen – den elf Richtlinien, gegliedert in die drei Abschnitte:
Wahrung der freien Entscheidung Sorgfalt und Respekt im Umgang mit Ihrem Erbe Wahrung aller gesetzlichen Vorgaben und höchster Transparenz Die vollständigen Richtlinien finden Sie auf der Seite www.mein-erbe-tut-gutes.de/erbschaftssiegel/
Bild: Bruno D‘Amicis - Fluss Una in Bosnien-Herzegowina.
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Impressum
Das EuroNatur-Team im April 2026 (reihenweise von links nach rechts): Vorne: Sabrina Pohl, Patrizia App, Antje Henkelmann, Elfrun Lindenthal, Leonie Kraut, Christian Stielow, Dr. Amelie Huber, Laura Böttges, Silvana Mielke Hinten: Tess Hartmann-Hergott, Dr. Justine Vansynghel, Anja Arning, Markus Dressnandt, Mareike Brix, Gerd Wiest, Siegmund Missall, Cornelia Mähr, Gabriel Schwaderer, Dr. Stefan Ferger, Leonard Sonten, Michael Fantinato, Ines Fantinato, Anne Katrin Heinrichs, Annette Spangenberg, Lola Arriola, Marion Lenz, Jessica Bitsch, Leah Nyamey, Isabel Wintermantel
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Jahresbericht 2025
Bild: Silvana Mielke - Gruppenfoto EuroNatur-Team im April 2026.
Präsidium
Präsident: Prof. Dr. Thomas Potthast Vizepräsidentin: Dr. Anna-Katharina Wöbse Präsidiumsmitglieder: Prof. Dr. Hannes Knapp, Dr. Elsa Nickel, Jörg Nitsch, Prof. Dr. Hubert Weiger
Geschäftsführer Gabriel Schwaderer
Ombudsperson
Dr. Thomas Griese ombudsperson@euronatur.org
Impressum
EuroNatur Stiftung Westendstraße 3 D - 78315 Radolfzell Fon + 49 (0) 7732 / 92 72 0 Fax + 49 (0) 7732 / 92 72 22
Redaktion und Texte
Anja Arning (Redaktionsleitung), Christian Stielow, Gabriel Schwaderer (V.i.S.d.P), Anika Konsek, Leonie Kraut, Silvana Mielke, Markus Dressnandt, Ines Fantinato
Titel
Enric Riera Romà Rosaflamingo (Phoenicopterus roseus)
Gestaltung
Kerstin Sauer; EuroNatur Service GmbH ISSN 0945-148X
Druck
Fischer Druck GmbH & Co. KG, gedruckt auf 100% Recyclingpapier
Spendenkonto
SozialBank / Bank für Sozialwirtschaft, Köln IBAN DE42 3702 0500 0008 1820 05 SWIFT/BIC BFSWDE33XXX
Naturschutz braucht Taten - und Geld! Zielgerichtete Strategien, effiziente Methoden, fundiertes Wissen, reiche Praxiserfahrung und seriöse Partner in den Projektgebieten sorgen für den Erfolg unserer Arbeit. Doch erst durch das Engagement unserer Spenderinnen und Spender kann das vorhandene Potential auch in konkrete Maßnahmen münden.
Spenden an gemeinnützige Stiftungen wie EuroNatur sind steuerlich abzugsfähig. Bitte nutzen Sie Ihre Möglichkeiten, um Europas Natur zu helfen. Helfen Sie uns, neue Freunde für EuroNatur zu gewinnen! www.euronatur.org
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Das DZI-Spendensiegel bescheinigt EuroNatur einen effektiven und vertrauenswürdigen Umgang mit Spendengeldern. Bild: Kerstin Sauer - Sibirische Schwertlillien (Iris sibirica) im Wollmatinger Ried.
Jahresbericht 2025
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