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Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011

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Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011

Entwicklungen im Bereich der Grundlagen der nuklearen Aufsicht


Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011 Entwicklungen im Bereich der Grundlagen der nuklearen Aufsicht

Rapport sur la Recherche et les Expériences en 2011 Développements dans les bases techniques et légales pour la surveillance nucléaire

Research and Experience Report 2011 Developments in the technical and legal basis of nuclear oversight


Inhaltsverzeichnis Einleitung

4

Zusammenfassung

5

Résumé

9

Summary

13

1.  Regulatorische Sicherheits­forschung 17 1.1  Brennstoffe und Materialien 17 1.1.1 OECD Halden Reactor Project – Bereich Brennstoff- und Material­verhalten 17 1.1.2 Untersuchungen an Halden-Proben IFA-638 20 1.1.3 OECD SCIP – Studsvik Cladding Integrity Project 21 1.1.4 OECD CABRI Waterloop Project 22 1.1.5 KORA-II – Korrosionsrisswachstum in austenitischen Strukturwerkstoffen 23 1.1.6 PARENT – Program to Assess the Reliability of Emerging Nondestructive Techniques 25 1.1.7 NORA – Noble Metal Depo­sition Behaviour in Boiling Water Reactors 26 1.1.8 PISA – Pressure Vessel Integrity and Safety Analysis 28 1.1.9 Bruchmechanische Bewertung von Reaktordruckbehälter-Mehrlagenschweissnähten 30 1.2 Interne Ereignisse und Schäden 32 1.2.1 OECD CODAP - Component Operational Experience, Degradation and Ageing Programme 32 1.2.2 OECD COMPSIS - Exchange of Operating Experience Concerning Computer-based Systems Important to Safety 33 1.2.3 OECD ICDE – International Common-Cause Failure Data Exchange 34 1.2.4 OECD FIRE – Fire Incident Record Exchange 35 1.3 Externe Ereignisse 36 1.3.1 OECD DIDELSYS – Defence In Depth in ELectrical SYStems and Grid Interaction 36 1.3.2 OECD IRIS_2010 – Tragwerksverhalten von Stahlbetonwänden bei Anpralllasten 38 1.3.3 IMPACT II – Flugzeugabsturz auf Stahlbetonstrukturen 40 1.3.4 Expertengruppe Starkbeben/ Standorte KKW 42 1.3.5 IAEA KARISMA – Tragwerksverhalten des KKW Kashiwa­zaki-Kariwa beim Erdbeben vom 16. Juli 2007 44 1.3.6 SMART-2008 – Erdbebenberechnung von Stahlbetonbauwerken von Kernkraftwerken 47 1.4 Menschliche Faktoren 49 1.4.1 OECD Halden Reactor Project – Bereich Mensch-Technik-Organisation 49 1.4.2 Human Reliability Analysis 51 1.5 Systemverhalten und Störfallabläufe 52 1.5.1 STARS - Safety Research in Relation to Transient Analysis for the Reactors in Switzerland 53 1.5.2 PASSPORT – Methodik für ­die Analyse der Wirksamkeit von Sicherheitssystemen mit gekoppelten System- und Containmentprozessen 55 1.5.3 LINX – Dynamik dünner Flüssigkeitsfilme in einer Umgebung mit Kondensation und Wiederverdampfung 55 1.5.4 MELCOR – Methods for Estimation of Leakages and Consequences of Releases 57 1.5.5 ARTIST II – Aerosol Trapping in the Steam Generator 58 1.5.6 MSWI – Melt-Structure-Water-Interactions during Severe Accidents in LWR 60 1.6 Strahlenschutz 62 1.6.1 Strahlenschutzforschung 62 1.7 Entsorgung 65 1.7.1 Abfallbewirtschaftung im Vergleich 65 1.7.2 Forschungsprojekt Felslabor Mont Terri 67 1.7.3 OECD-NEA Clay Club 70 1.7.4 Forschungsprojekte zu den Themen Monitoring, Pilotlager und Lagerauslegung 71 1.7.5 FORGE – Fate of Repository Gases 74 1.7.6 Klimamodellierung Würm-Eiszeit 77 1.7.7 Datierung quartärer Sedimente im Alpenvorland 79


2.  Lehrreiche Vorkommnisse in ausländischen Anlagen 2.1  L'accident nucléaire de Fukushima1 2.1.1 Le Japon 2.1.2 L’événement de Fukushima Dai-ichi 2.1.3 L’événement de Fukushima Dai-ni 2.1.4 Réactions de l’IFSN 2.2   Der Zwischenfall im Block 2 des Kernkraftwerks Laguna Verde 2.3   Der Zwischenfall im Kernkraftwerk Doel im Block 4 2.4   Der Zwischenfall im ­Kernkraftwerk Tricastin 2.5   Der Zwischenfall im Kernkraftwerk Cattenom in den Blöcken 2 und 3

81 82 83 84 92 93 94 95 95 95

3.  Internationale Zusammenarbeit 3.1  Internationale Übereinkommen 3.1.1 Übereinkommen über nukleare Sicherheit 3.1.2 Gemeinsames Übereinkommen über die Sicherheit der Behandlung abgebrannter ­Brennelemente und über die Sicherheit der Behandlung radioaktiver Abfälle 3.1.3 OSPAR-Übereinkommen über den Schutz der Meeresumwelt des Nordost-Atlantiks 3.2  Multilaterale Zusammenarbeit 3.2.1 Internationale Atomenergieagentur IAEA 3.2.2 Kernenergieagentur NEA der OECD 3.3  Behördenorganisationen 3.3.1 Western European Nuclear Regulators' Association (WENRA) 3.3.2 European Nuclear Safety Regulators Group (ENSREG) 3.3.3 European Nuclear Energy Forum (ENEF) 3.3.4 EBRD-Fonds für die nukleare Sicherheit in Osteuropa 3.4  Bilaterale Zusammenarbeit 3.4.1 Gemischte Kommission Frankreich-Schweiz für die nukleare Sicherheit und den ­Strahlenschutz (CFS) 3.4.2 Deutsch-Schweizerische Kommission für die Sicherheit kerntechnischer ­ Einrichtungen (DSK) 3.4.3 Nuklearinformationsabkommen Schweiz-Österreich 3.4.4 Weitere bilaterale ­Zusammen­arbeiten

97 98 98 98 98 99 99 102 107 107 108 109 109 110 110 110 111 111

4.  Aktuelle Änderungen und Entwicklungen in den Grundlagen der nuklearen Aufsicht 4.1  Verordnung über das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat 4.2  Richtlinien 4.2.1 ENSI-G01: Sicherheits­technische Klassierung für bestehende Kernkraftwerke 4.2.2 ENSI-B01: Alterungs­über­wachung 4.2.3 ENSI-B02: Periodische ­Berichterstattung der Kern­anlagen 4.2.4 ENSI-B09: Ermittlung und Aufzeichnung der Dosis strahlen­exponierter Personen

113 113 113 113 114 114 114

5. Strategie und Ausblick

115

Anhang A: Jahresberichte der Forschungsprojekte

117

Anhang B: Vertretungen des ENSI in internationalen Gremien

285

Anhang C: Publikationen und Vorträge 2011

289

Anhang D: Richtlinien des ENSI/Directives de l'ENSI/Guidelines of ENSI

295


Einleitung Das im Februar 2005 in Kraft getretene Kernener-

logischen Zustand und die Notfallübungen und

giegesetz (KEG) verlangt, dass die zuständigen Be-

Ausbildungen in den schweizerischen Kernan-

hörden die Öffentlichkeit regelmässig über den

lagen. Er beinhaltet zudem die Tätigkeiten im

Zustand der Kernanlagen und über Sachverhalte

Transport- und Entsorgungsbereich.

informieren, welche die nuklearen Güter und radioaktiven Abfälle betreffen. Das Eidgenössische

❚ Im Strahlenschutzbericht wird der radiologische

Nuklearsicherheitsinspektorat (ENSI) erfüllt die-

Zustand innerhalb und ausserhalb der schweize-

se Verpflichtung unter anderem durch die Veröf-

rischen Kernanlagen beschrieben.

fentlichung seiner Jahresberichte. Diese Berichte – der Aufsichtsbericht, der Strahlenschutzbericht

❚ Der vorliegende Erfahrungs- und Forschungsbe-

und der Erfahrungs- und Forschungsbericht – sind

richt beschreibt und bewertet die Ergebnisse der

auch in elektronischer Form auf www.ensi.ch un-

regulatorischen

ter «Dokumente ➢ Jahresberichte» erhältlich.

wählte Vorkommnisse in ausländischen Kernan-

Sicherheitsforschung, ausge-

❚ Der Aufsichtsbericht beschreibt und bewer-

sowie Änderungen im Regelwerk des ENSI. Die

lagen, den internationalen Erfahrungsaustausch tet die wichtigsten Betriebsereignisse und Vor-

Kapitel 1 bis 5 richten sich an die interessierte

kommnisse, die durchgeführten Nachrüstungen

Öffentlichkeit, der Anhang A vornehmlich an ein

und Instandhaltungsmassnahmen, die Ergeb-

Fachpublikum.

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nisse der Wiederholungsprüfungen, den radio-

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ENSI, CH-5232 Villigen-ENSI (Schweiz), Telefon +41 (0)56 310 38 11, Fax +41 (0)56 310 39 95 und +41 (0)56 310 39 07, www.ensi.ch

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ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011


Zusammenfassung Regulatorische Sicherheits­ forschung

spielsweise zu Rohrleitungsschäden, Brandereignissen

oder

sogenannten

«Common

Cause»-Fehlern – aufgebaut, mit denen die Bei der Wahrnehmung seiner Aufsichtstätigkeit

entsprechenden Betriebserfahrungen aus zahl-

über die Kernanlagen ist es für das ENSI unerläss-

reichen Staaten systematisch ausgewertet wer-

lich, auf dem aktuellen Stand von Wissenschaft

den. Mit dem neuen Projekt CODAP der OECD

und Technik zu sein. Deshalb unterstützt und ko-

wird eine umfassendere Übersicht zu Alte-

ordiniert das ENSI Projekte im Rahmen der regula-

rungs- und Schädigungsmechanismen von me-

torischen Sicherheitsforschung. Deren Ergebnisse

chanischen Ausrüstungen in Kernkraftwerken

gehen teils unmittelbar in Richtlinien und Einzel­

geschaffen. Sie integriert die Daten aus den

entscheide des ENSI ein. Im weiteren Sinne die-

früheren Projekten OPDE (Rohrleitungsschä-

nen die Projekte der Ausbildung und dem Kom-

den) und SCAP (Spannungsrisskorrosion an ver-

petenzerhalt beim ENSI und seinen Experten. Und

schiedenen Komponenten).

schliesslich leistet das Forschungsprogramm Bei-

3.  Das ENSI beschäftigt sich seit geraumer Zeit

träge an zahlreiche internationale Projekte, die

intensiv mit externen Ereignissen, im For-

in der Schweiz alleine nicht durchgeführt werden

schungsbereich seit 2010 insbesondere mit Erd-

könnten. Hierdurch wird der für die nukleare Si-

beben, Flugzeugabstürzen und energiereichen

cherheit ausserordentlich wichtige internationale

Überspannungen im Hochspannungsnetz. Mit

Austausch gefördert.

der Expertengruppe Starkbeben beim Schwei-

Das Programm «Regulatorische Sicherheitsfor­

zerischen Erdbebendienst verstärkt das ENSI

schung» gliedert sich in sieben Themenbereiche:

seine Kompetenz in diesem sicherheitsrele-

1.  Der Themenbereich Brennstoffe und Mate-

vanten Bereich. Neu im Forschungsprogramm

rialien beschäftigt sich mit dem Reaktorkern

ist zudem das internationale Projekt IMPACT,

sowie den gestaffelten Barrieren für den Ein-

das die Auswirkungen von Flugzeugabstürzen

schluss der radioaktiven Stoffe. Die in diesem

auf die Tragwerke von Gebäuden untersucht.

Bereich untersuchten Prozesse der Alterung

4.  Der Einfluss von Operateurhandlungen auf

von Strukturmaterialien sind entscheidend für

Störfälle in Kernkraftwerken steht bei den

den Langzeitbetrieb der bestehenden Kern-

menschlichen Faktoren im Mittelpunkt. Da-

kraftwerke. Die Projekte Bruchmechanik und

bei geht es vor allem um die Zuverlässigkeit des

KORA lieferten wesentliche Beiträge für die

Verhaltens von Bedienpersonal unter verschie-

neue ENSI-Richtline B01 zur Alterungsüberwa-

denen Bedingungen. Ein weiterer Schwerpunkt

chung. Bei den Brennstoffen geht es vor allem

ist der Einfluss der Kontrollraumgestaltung auf

um die Beanspruchung der Brennstab-Hüll-

die Leistung der Operateure.

rohre durch verschiedene Mechanismen. Ein

5.  Systemverhalten und Störfallabläufe in

besonderes Augenmerk liegt hier auf den zu-

Kernkraftwerken werden ausgehend vom Nor-

nehmend hohen Abbränden. 2.  Die Projekte der OECD zu internen Ereignis-

malbetrieb bis hin zu Kernschmelz-Unfällen analysiert. Dazu werden Computermodelle er-

sen und Schäden fördern den internationa-

stellt und mit Hilfe von Experimenten validiert.

len Erfahrungsaustausch über Störfälle sowie

Zunehmend werden verschiedene Modelle und

Schäden an Komponenten, die Störfälle auslö-

Rechencodes gekoppelt, um das Anlageverhal-

sen oder ungünstig beeinflussen können. Dazu

ten umfassender simulieren zu können. Das

werden themenspezifische Datenbanken – bei-

gilt insbesondere für das Projekt PASSPORT. Als

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011

5


Folge der Sistierung der KKW-Neubauprojekte

shima Dai-ichi eine Vielzahl von Hilfsanlagen,

wurde dieses Projekt auf die Kopplung von Vor-

Wasserfassungen, Rohrleitungen etc. zerstört.

gängen in Reaktoranlage und Containment be-

Dadurch versagten die Strom- und Kühlwasser-

stehender Kernkraftwerke ausgerichtet.

versorgung am Standort. Trotz Notfallmanage-

6.  Die anwendungsbezogenen Arbeiten im Strah-

mentmassnahmen konnten bei vier der sechs

lenschutz reichen von der Strahlenmesstechnik

Reaktorblöcke von Fukushima Dai-ichi schwe-

über die Aeroradiometrie bis hin zur Entwick-

re Schäden nicht vermieden werden. Es kam

lung neuer Analysemethoden für Radionukli-

zu erheblichen Freisetzungen von Radioakti-

de. Zudem trägt die Mitarbeit an internationa-

vität in die Umwelt, der Unfall wurde deswe-

len Normen zur länderübergreifenden Harmo-

gen auf der höchsten Stufe 7 der Ereignisskala

nisierung von Methoden im Strahlenschutz bei. 7.  Mit dem Fortschreiten des Verfahrens gemäss

INES klassiert. Die Umgebung des Kraftwerksstandorts wurde weiträumig evakuiert.

dem Sachplan geologische Tiefenlager wird

Das ENSI hat den Unfall mit einer internen, in-

auch die Forschung im Themenbereich Ent-

terdisziplinären Gruppe vertieft analysiert, um

sorgung immer wichtiger. Neben der Untersu-

daraus allfällige Schlüsse für die Sicherheit der

chung des Wirtsgesteins Opalinuston im Felsla-

Kernkraftwerkanlagen in der Schweiz zu ziehen.

bor Mont Terri spielen die Auslegung und Über-

Die Ergebnisse wurden in Form von vier Berich-

wachung von Tiefenlagern, die Eigenschaften

ten zwischen August und Dezember 2011 veröf-

der radioaktiven Abfälle, deren Gasentwicklung

fentlicht (http://www.ensi.ch/de/dossiers/fukus-

sowie der Einfluss von möglichen zukünftigen

hima-2/). Die wichtigsten übergeordneten Leh-

Gletschern eine Rolle. Das ENSI unterstützt neu

ren können in folgenden fünf Punkten zusam-

ein Projekt der Universität Bern, das die langfri-

mengefasst werden:

stige Landschaftsentwicklung im Alpenvorland

❚ An erster Stelle steht eine korrekt auf das lo-

betrachtet, und verstärkt sein Engagement bei

kale Gefährdungsprofil abgestimmte Ausle-

einer OECD-Arbeitsgruppe, die sich mit der Ent-

gung jedes Kernkraftwerks. Denn diese be-

sorgung radioaktiver Abfälle in Tongesteinen

stimmt massgeblich die Robustheit der An-

befasst.

lage, indem sie bereits die Entstehung eines schweren Unfalls verhindert. Die Gefähr-

Lehrreiche Vorkommnisse in ausländischen Kernanlagen

dungsannahmen müssen regelmässig für jeden Standort gemäss dem Stand von Wissenschaft und Technik neu überprüft und definiert werden.

Vorkommnisse in Kernanlagen sind ein wichtiger

❚ Für die Beherrschung eines sich dennoch

Bestandteil der Betriebserfahrung. Sie liefern kon-

entwickelnden Unfalls und für die Begren-

krete Hinweise auf Schwachstellen und Verbesse-

zung von dessen Auswirkungen müssen alle

rungsmöglichkeiten in sämtlichen Bereichen der

notwendigen Notfall-Einrichtungen und

Auslegung und des Betriebs. Über die Vorkomm-

-Proze­duren verfügbar sein. Diese umfassen

nisse in Schweizer Kernanlagen berichtet das ENSI

insbesondere

im Aufsichtsbericht. Im vorliegenden Bericht ist

Einrichtungen zur Verhinderung von Wasser-

eine Auswahl besonders lehrreicher ausländischer

stoff-Explosionen,

gefilterte

Containment-

Ereignisse beschrieben. Sie wurden analysiert mit

Druckentlastung und adäquate technische

dem Ziel, ihre Relevanz für die Schweizer Kernanla-

Entscheidungshilfen für das Unfallmanage-

gen zu überprüfen. Demnach sind die wichtigsten

ment (Severe Accident Management Guidance

Ergebnisse aus Sicht des ENSI folgende:

SAMG). Das Unfallmanagement muss darauf

−  Der Unfall von Fukushima war das mit Abstand wichtigste Vorkommnis im Jahre 2011. Am 11.

6

Notstrom-Dieselgeneratoren,

ausgerichtet sein, auch unter erschwerten äusseren Bedingungen alle Betriebszustände so-

März ereignete sich an der Nordostküste Japans

wie sämtliche Phasen eines schweren Unfalls

das stärkste bisher registrierte Erdbeben in der

abzudecken. Dazu gehört auch ein lang an-

Geschichte Japans. Alle betroffenen Kernkraft-

dauernder Ausfall sämtlicher Wechselstrom-

werke haben die unmittelbaren Einwirkungen

quellen und der letzten Wärmesenke. Dafür

des Erdbebens gut überstanden. Der vom Erd-

nötige Ausrüstung muss auch extern gelagert

beben ausgelöste Tsunami hat aber anschlies-

sein und zum Beispiel mittels Helikoptern an

send auf dem Areal des Kernkraftwerks Fuku­

den Einsatzort transportiert werden können.

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011


❚ Das Notfallmanagement ausserhalb der An-

INES 2. Die Schweizer Kernkraftwerke haben

lage muss ebenfalls auch unter erschwerten

die Übertragbarkeit des französischen Befundes

Bedingungen wie einer zerstörten Infrastruk-

überprüft und einzelne zusätzliche Massnah-

tur funktionieren und dementsprechend vor-

men eingeleitet.

bereitet sein. Für den Schutz der Bevölkerung müssen klare Vorkehrungen getroffen sein, eine allfällige Evakuation der Kraftwerksum-

Internationale Zusammenarbeit

gebung muss gut durchdacht und klar geregelt sein. ❚ Die internationale Kooperation im Nukle-

Durch die Zusammenarbeit mit internationalen Organisationen und ausländischen Aufsichtsbehör-

arbereich muss verbessert werden. Nötig sind

den stellt das ENSI sicher, dass die Schweiz im Be-

insbesondere mehr Verbindlichkeit der inter-

reich der nuklearen Sicherheit den internationalen

nationalen Vorgaben und mehr Transparenz,

Standard erfassen und in die eigene Aufsicht um-

ohne die vorhandene Abkommen wenig Wir-

setzen kann. Das ENSI pflegt die Zusammenarbeit

kung entfalten. ❚ Zentral für die nukleare Sicherheit sind die Si-

insbesondere mit der IAEA, der OECD/NEA, der WENRA und im Rahmen von bilateralen Abkom-

cherheits- und Aufsichtskultur. Sie basieren

men unter anderem mit Frankreich, Deutschland,

wesentlich auf der Unternehmenskultur der

Österreich und den USA. Das ENSI bringt die in der

Beaufsichtigten und der Unabhängigkeit der

Schweiz geltenden hohen Anforderungen an die

Aufsicht, aber auch auf länderspezifischen

nukleare Sicherheit in die internationalen Harmo-

kulturellen Faktoren. Eine hinterfragende Hal-

nisierungsbestrebungen ein.

tung ist bei allen Beteiligten zu fördern.

Der Unfall von Fukushima prägte auch die interna-

−  Nach dem Versagen eines Notstrom-Dieselge-

tionale Zusammenarbeit im Berichtsjahr. IAEA und

nerators im französischen Kernkraftwerk Bla-

NEA veranstalteten Ministerialkonferenzen, an de-

yais ergab dessen Untersuchung eine vorzei-

nen Konsequenzen und erste Lehren des Unfalls

tige Qualitätsverschlechterung der Pleuellager-

diskutiert wurden. Der von der IAEA verabschie-

schalen des Motors, mit der auch bei anderen

dete Aktionsplan greift die Anliegen der Schweiz

Notstrom-Dieselgeneratoren gerechnet werden

auf, darunter insbesondere periodische interna-

muss. Pleuellagerschalen dieses Typs sind in Ge-

tionale Überprüfungen der nuklearen Sicherheit

neratoren von acht französischen Kernkraftwer-

in den Kernenergieländern und die Transparenz

ken im Einsatz. Bei den Blöcken 3 und 4 des KKW

von deren Resultaten; allerdings sollen die Mass-

Tricastin sind im Unterschied zu den anderen be-

nahmen weiterhin freiwillig von den Einzelstaaten

troffenen Standorten alle Generatoren damit

durchgeführt werden.

ausgestattet, was die Aufsichtsbehörde ASN mit

ENSI-Direktor Hans Wanner übernahm im Herbst

INES 2 bewertete. Die übrigen sieben Fälle wur-

2011 den Vorsitz der WENRA, die massgeblich an

den mit INES 1 bewertet. In der Schweiz sind

der Entwicklung des EU-Stresstests beteiligt war.

ausschliesslich im Kernkraftwerk Gösgen (KKG)

Das ENSI verpflichtete die schweizerischen Kern-

Dieselmotoren desselben Herstellers im Einsatz,

kraftwerke zur Beteiligung am Stresstest und

nicht aber Pleuellagerschalen des fehlerhaften

reichte der EU fristgerecht Ende Dezember den

Typs. Das KKG weitete dennoch vorsorglich Mo-

Schweizer Länderbericht ein.

toröl-Analysen an den Generatoren aus, um all-

Das ENSI liess sich im November im Rahmen einer

fällige Schäden frühzeitig zu erkennen. Der Her-

IRRS-Mission der IAEA überprüfen. Während zwei

steller leitete Motortests ein, welche vom KKG

Wochen untersuchten 24 Experten aus 14 Natio-

und vom ENSI verfolgt werden.

nen, ob die Schweizer Nuklearaufsicht den IAEA-

−  Bei den Blöcken 2 und 3 des französischen

Vorgaben entspricht. Sie kamen zu einem posi-

Kernkraftwerks Cattenom wurde im Zuge ei-

tiven Ergebnis, das insgesamt 19 «Good Practices»,

ner Inspektion im Dezember festgestellt, dass

also vorbildlichen Lösungen, umfasst. Sie machten

die Einspeiseleitung für die Kühlung der Brenn-

aber auch konstruktive Empfehlungen und Vor-

element-Lagerbecken nicht mit Öffnungen zur

schläge für weitere Verbesserungen, an denen das

Strömungsunterbrechung versehen war. Diese

ENSI bereits arbeitet.

sollen verhindern, dass aufgrund von Fehlern

Im April fand in Wien die 5. Überprüfungskonfe-

unzulässig viel Wasser aus dem Becken abge-

renz der Convention on Nuclear Safety CNS (Si-

saugt werden kann. Die ASN bewertete dies mit

cherheit von Kernkraftwerken) statt. Die bereits

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011

7


im August 2010 eingereichten Berichte der Vertragsstaaten wurden dabei im Rahmen von Ländergruppen diskutiert. Dabei erhielt die Schweiz

Aktuelle Änderungen und Entwicklungen in den Grundlagen der nuklearen Aufsicht

gute Noten, insbesondere für die gesetzlich vorgeschriebene Nachrüstpflicht der Kernkraftwerke

Das bestehende Regelwerk wird den Anforde-

entsprechend dem Stand der Nachrüsttechnik. Bei

rungen der neuen Kernenergiegesetzgebung an-

der Konferenz wurde beschlossen, Ende August

gepasst und gleichzeitig mit den internationalen

2012 eine ausserordentliche Konferenz durch-

Standards abgestimmt. Diese Arbeiten wurden

zuführen, die sich mit den Lehren aus dem Un-

auch im Jahr 2011 weitergeführt. Das ENSI revi-

fall von Fukushima befassen wird. Im Hinblick auf

dierte eine bestehende Richtlinie zur periodischen

die im Mai 2012 stattfindende 4. Überprüfungs-

Berichterstattung der Kernanlagen. Es verabschie-

konferenz zur Joint Convention (Sicherheit abge-

dete drei neue Richtlinien, die sich auf die sicher-

brannter Brenn­elemente und radioaktiver Abfäl-

heitstechnische Klassierung für bestehende Kern-

le) reichte das ENSI Ende Oktober fristgerecht den

kraftwerke, die Altersüberwachung von Kernanla-

Schweizer Länderbericht bei der IAEA ein.

gen sowie die Ermittlung und Aufzeichnung der Dosis strahlenexponierter Personen beziehen. Am 1. November 2011 traten zudem vom Bundesrat vorgenommene Anpassungen der Verordnung über das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat (ENSIV) in Kraft; diese betreffen die Anforderungen an die Unabhängigkeit der Mitglieder des ENSI-Rats.

8

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011


Résumé Recherche en matière de sécurité nucléaire

cer une influence défavorable. On élabore pour cela des banques de données spécifiques par exemple à l’endommagement des tuyaute-

Dans sa gestion de la tâche de surveillance des ins-

ries, à des incendies ou des défaillances d’ori-

tallations nucléaires, l’IFSN se doit de toujours être

gine commune, ce qui permet d’évaluer systé-

au niveau le plus récent de la science et de la tech-

matiquement les expériences de fonctionne-

nique. C’est pourquoi elle soutient et coordonne

ment correspondantes de nombreux pays. Le

des projets dans le cadre de la recherche en ma-

nouveau projet CODAP de l’OCDE permet de

tière de sécurité nucléaire. Une partie des résul-

créer une vue d’ensemble plus large des méca-

tats ainsi obtenus sont directement appliqués dans

nismes de vieillissement et d’endommagement

des directives et des décisions de l’IFSN. Dans un

des équipements mécaniques des centrales nu-

sens plus large, ces projets permettent à l’IFSN et

cléaires. Cette vue d’ensemble intègre les don-

à ses experts d’acquérir une meilleure formation

nées des précédents projets OPDE (endomma-

et de maintenir leurs compétences. Enfin, le pro-

gement des tuyauteries) et SCAP (corrosion fis-

gramme de recherche contribue à de nombreux

surante sous tension de différents composants).

projets internationaux qui ne pourraient pas être

3.  L’IFSN voue depuis un certain temps une at-

réalisés seulement en Suisse. Un échange interna-

tention soutenue aux événements externes

tional extrêmement important pour la sécurité nu-

et s’occupe depuis 2010 de recherche notam-

cléaire se trouve ainsi encouragé.

ment sur les séismes, les accidents d’avion et les

Le programme «Recherche en matière de sécuri-

surtensions fortes dans le réseau haute tension.

té nucléaire» s’organise autour de sept domaines

Avec le groupe d’experts «Starkbeben» (Forts

thématiques:

séismes) du Service Sismologique Suisse, l’IFSN

1.  Le domaine des combustibles et matériaux

renforce ses compétences dans ce domaine im-

concerne le cœur du réacteur ainsi que les bar-

portant pour la sécurité. Par ailleurs, le projet

rières de sécurité échelonnées visant le confine-

international IMPACT est un nouveau projet du

ment des substances radioactives. Les proces-

programme de recherche: il analyse les effets

sus du vieillissement des matériaux de structure

d‘accidents d’avion sur la structure porteuse de

analysés ici sont déterminants pour le fonction-

bâtiments importants pour la sécurité.

nement à long terme des centrales nucléaires

4.  L’influence qu’exerce l’action des opérateurs

existantes. Les projets KORA et de mécanique

sur les pannes dans les centrales nucléaires est

de la rupture ont contribué de manière essen-

au centre des facteurs humains. Il s’agit ici es-

tielle à la nouvelle directive B01 de l’IFSN sur

sentiellement de la fiabilité du comportement

la surveillance du vieillissement. Pour les com-

du personnel de service dans différentes condi-

bustibles, il s’agit surtout de la contrainte des

tions. L’influence de la configuration de la salle

gaines de combustible par différents méca-

des commandes sur la performance des opéra-

nismes. Une attention particulière est accordée ici aux taux de combustion toujours plus élevés.

teurs est un autre élément important. 5.  Le comportement du système et les méca-

2.  Les projets de l’OCDE sur les événements in-

nismes de progression des incidents dans

ternes et les dommages favorisent l’échange

les centrales nucléaires sont analysés tant en

d’expériences international en matière de dé-

fonctionnement normal qu’en cas d’accident

faillances et d’endommagement des compo-

de fusion du cœur. On élabore pour cela des

sants pouvant provoquer des incidents ou exer-

modèles informatiques validés à l’aide d’expé-

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011

9


riences. Les modèles et les codes de calcul sont

lysés dans le but d’en vérifier la pertinence pour les

toujours plus couplés les uns aux autres pour si-

installations nucléaires suisses. L’IFSN en a tiré les

muler de manière plus complète le comporte-

conclusions les plus importantes suivantes:

ment de l’installation. Cela s’applique notam- −  L’accident de Fukushima a été de loin l’événement au projet PASSPORT. Suite à la suspension

ment le plus important de l’année 2011. Le

des projets de nouvelles constructions de cen-

11 mars, la côte nord-est du Japon a été frap-

trales nucléaires, ce projet s’est orienté sur le

pée par le séisme le plus fort de l’histoire du Ja-

couplage de processus ayant lieu dans l’instal-

pon jamais enregistré. Toutes les centrales nu-

lation du réacteur et l’enceinte de confinement

cléaires touchées ont bien supporté les consé-

des centrales nucléaires existantes.

quences immédiates du séisme. Mais le tsuna-

6.  Les travaux de mise en œuvre dans le domaine

mi déclenché par le tremblement de terre a en-

de la protection contre le rayonnement vont

suite détruit sur l’aire de la centrale nucléaire de

de la technique de mesure du rayonnement au

Fukushima Dai-ichi de nombreuses installations

développement de nouvelles méthodes d’ana-

auxiliaires, prises d’eau, tuyauteries, etc., entraî-

lyse des radionucléides, en passant par l’aéro-

nant la défaillance de l’approvisionnement en

radiométrie. Par ailleurs, la participation à l’éla-

électricité et en eau de refroidissement sur le

boration de normes internationales contribue à

site. Malgré des mesures de gestion d’urgence,

l’harmonisation des méthodes de radioprotec-

de très lourds dégâts dans quatre des six réac-

tion.

teurs de Fukushima Dai-ichi n’ont pas pu être

7.  L’avancement de la procédure du plan sec-

évités. Il s’en est ensuivi de considérables re-

toriel «Dépôts en couches géologiques pro-

lâchements de radioactivité dans l’environne-

fondes» confère toujours plus d’importance

ment et l’accident a été classé au niveau maxi-

à la recherche dans le domaine de la gestion

mal 7 de l’échelle INES. La zone du site de la

nucléaire. Outre l’étude de la roche d’accueil

centrale a été très largement évacuée.

«argiles à Opalinus» au laboratoire souterrain

L’IFSN a procédé avec un groupe interne inter-

du Mont Terri, le dimensionnement et la sur-

disciplinaire à une analyse approfondie de l’acci-

veillance des dépôts profonds, les caractéris-

dent pour en tirer d’éventuelles conclusions pour

tiques des déchets radioactifs, leur dégagement

la sécurité des installations nucléaires en Suisse.

gazeux ainsi que l’influence d’éventuels futurs

Les résultats ont été publiés entre août et dé-

glaciers jouent un rôle important. L’IFSN sou-

cembre 2011 dans quatre rapports (http://www.

tient maintenant un projet de l’Université de

ensi.ch/fr/dossiers-2/fukushima/). Les enseigne-

Berne qui considère l’évolution à long terme

ments majeurs les plus importants peuvent être

du paysage dans les Préalpes et renforce son engagement auprès d’un groupe de travail de

récapitulés dans les cinq points suivants : ❚ Un dimensionnement correct de chaque

l’OCDE s’occupant de la gestion des déchets ra-

centrale nucléaire, adapté au profil local de

dioactifs dans des roches d’argile.

risques est primordial. Il détermine en effet largement la robustesse de l’installation en

Evénements instructifs survenus dans des installations nucléaires de l’étranger

empêchant l‘occurrence même d’un accident grave. Les hypothèses de risques doivent être régulièrement examinées et redéfinies pour chaque site en fonction de l’état de la science et de la technique.

Les événements qui se produisent dans des instal-

❚ Toutes les installations et procédures d’ur-

lations nucléaires constituent un élément impor-

gence nécessaires doivent être disponibles

tant de l’expérience d’exploitation. Ils apportent

pour maîtriser un accident qui se produit tou-

des informations concrètes sur les points faibles et

tefois et pour en limiter les effets. Il s’agit no-

les améliorations possibles dans tous les domaines

tamment des générateurs diesels de secours,

du dimensionnement et de l’exploitation. Les évé-

des dispositifs empêchant les explosions d’hy-

nements qui surviennent dans les installations nu-

drogène, de la décompression filtrée de l’en-

cléaires suisses sont consignés dans le rapport de

ceinte de confinement et des aides à la dé-

surveillance de l’IFSN. Le présent rapport décrit

cision techniques adéquates pour la gestion

quelques événements particulièrement instructifs

d’accident (Severe Accident Management

survenus à l’étranger. Ces événements ont été ana-

Guidance SAMG). La gestion d’accident doit

10

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011


être conçue de sorte à couvrir tous les états

moteur aux générateurs pour identifier très tôt

de marche ainsi que toutes les phases d’un

d’éventuels dommages. Le fabricant a introduit

accident grave, même dans des conditions extérieures plus difficiles. Une défaillance

des tests de moteur suivis par la CNG et l’IFSN. −  Dans les tranches 2 et 3 de la centrale nucléaire

persistante de l’ensemble des sources de cou-

française de Cattenom, il a été constaté au cours

rant alternatif et de la source froide ultime en

d’une inspection en décembre que les tuyaute-

font aussi partie. Les équipements pour cela

ries de refroidissement des piscines d’entrepo-

nécessaires doivent être stockés également à

sage des combustibles n’étaient pas pourvues

l’extérieur et pouvoir être par exemple trans-

d’orifices permettant l’interruption de l’écoule-

portés par hélicoptère sur le lieu d’interven-

ment. Ces derniers doivent permettre d’empê-

tion.

cher une vidange trop importante de la piscine

❚ La gestion d’urgence à l’extérieur de l’ins-

en cas de problème. L’ASN a classé l’événement

tallation doit être opérationnelle et préparée

au niveau 2 de l’échelle INES. Les centrales nu-

en conséquence, même dans des conditions

cléaires suisses ont vérifié si le constat en prove-

aggravées telles qu’une infrastructure dé-

nance de France pouvait s’appliquer à la Suisse et

truite. Concernant la protection de la popu-

introduit certaines mesures en plus.

lation, des mesures claires doivent être prises et une éventuelle évacuation de la zone de la centrale doit être mûrement réfléchie et clai-

Coopération internationale

rement réglée. ❚ La coopération internationale dans le do-

En coopérant avec des organisations internatio-

maine nucléaire doit être améliorée. Il faut no-

nales et des autorités de surveillance de l’étranger,

tamment que les définitions internationales

l’IFSN s’assure qu’en matière de sécurité nucléaire,

soient plus contraignantes, il faut aussi plus

la Suisse atteigne le niveau international et l’ap-

de transparence pour que les accords exis-

plique à la surveillance. L’IFSN veille à une bonne

tants aient davantage d’effets.

coopération en particulier avec l’AIEA, l’AEN de

❚ La culture de la sécurité et de la sur-

l’OCDE, la WENRA, ainsi que dans le cadre d’ac-

veillance est capitale pour la sécurité nu-

cords bilatéraux avec notamment la France, l’Alle-

cléaire. Elle se base essentiellement sur la

magne, l’Autriche et les Etats-Unis. L’IFSN contri-

culture d’entreprise de ceux qui sont surveillés

bue aux efforts d’harmonisation internationaux en

et sur l’indépendance de la surveillance, mais

apportant les exigences élevées posées à la sécuri-

aussi sur des facteurs culturels spécifiques à

té nucléaire en Suisse.

chaque pays. Il faut aussi encourager tous les

Au cours de l’exercice sous revue, l’accident de

intervenants à s’interroger.

Fukushima a marqué aussi la coopération interna-

−  L’analyse de l’anomalie générique d’un généra-

tionale. L’AIEA et l’AEN de l’OCDE ont organisé des

teur diesel de secours constatée dans la centrale

conférences ministérielles au cours desquelles il a

nucléaire française de Blayais a révélé une dé-

été discuté des conséquences et des premiers en-

térioration prématurée de la qualité du coussi-

seignements de l’accident. Le plan d’action adopté

net de tête de bielle du moteur. Il faut en tenir

par l’AIEA reprend les préoccupations de la Suisse

compte aussi pour d’autres générateurs diesel

avec notamment les réexamens périodiques inter-

de secours. Des coussinets de tête de bielle de

nationaux de la sécurité nucléaire dans les pays

ce type sont utilisés dans les générateurs de huit

producteurs d’énergie nucléaire et la transparence

centrales nucléaires françaises. Dans les tranches

de leurs résultats; les mesures continueront toute-

3 et 4 de la centrale nucléaire de Tricastin, tous

fois d’être réalisées par chaque Etat sur une base

les générateurs en sont équipés, contrairement

volontaire.

aux autres sites concernés, ce que l’autorité de

A l’automne 2011, le directeur de l’IFSN Hans

surveillance ASN a classé au niveau 2 de l’échelle

Wanner a repris la présidence de WENRA qui avait

INES. Les sept autres cas ont été classés au ni-

participé de manière déterminante au développe-

veau 1. En Suisse, seule la centrale nucléaire de

ment des tests de résistance de l’UE. L’IFSN a en-

Gösgen (CNG) utilise des moteurs diesels du

gagé les centrales nucléaires suisses à participer à

même fabricant, mais pas de coussinets de tête

ces tests de résistance et présenté dans les délais

de bielle du type défectueux. La CNG a pourtant

fin décembre le rapport de synthèse national de la

étendu préventivement les analyses d’huile de

Suisse à l’UE.

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011

11


L’IFSN a été contrôlée en novembre dans le cadre d’une mission IRRS de l’AIEA. Pendant deux semaines, 24 experts de 14 pays différents ont ana-

Changements et développement des bases de la surveillance nucléaire

lysé si la surveillance nucléaire suisse correspondait aux définitions de l’AIEA. Ils sont parvenus à un ré-

Le règlement en place est adapté aux exigences

sultat positif totalisant 19 «Good Practices», donc

de la nouvelle législation sur l’énergie nucléaire et,

des solutions exemplaires. Mais ils ont fait aussi

dans le même temps, harmonisé aux normes in-

des recommandations et propositions construc-

ternationales. Ces travaux se sont poursuivis aussi

tives pour de nouvelles améliorations sur lesquelles

tout au long de l’année 2011. L’IFSN a révisé une

l’IFSN travaille déjà.

directive sur le compte rendu périodique des ins-

réunion d’examen de la Convention sur

tallations nucléaires. Elle a adopté trois nouvelles

la sûreté nucléaire CNS (Sécurité des centrales

directives concernant le classement en matière

La 5

ème

nucléaires) s’est déroulée en avril à Vienne. Les

de sécurité des centrales nucléaires existantes, la

comptes-rendus des Etats contractants déjà pré-

surveillance du vieillissement des installations nu-

sentés en août 2010 ont été discutés ici dans le

cléaires, ainsi que l’évaluation et l’enregistrement

cadre de groupes nationaux. La Suisse a été bien

de la dose des personnes exposées aux radiations.

notée, notamment pour l’obligation légale de réé-

Par ailleurs, des adaptations de l’Ordonnance

quipement de ses centrales nucléaires conformé-

sur l’Inspection fédérale de la sécurité nucléaire

ment à l’état de la technique de rééquipement.

(OIFSN) faites par le Conseil fédéral sont entrées en

Lors de la conférence, il a été décidé de réaliser fin

vigueur le 1er novembre 2011; elles concernent les

août 2012 une conférence extraordinaire sur les

exigences posées à l’indépendance des membres

enseignements de l’accident de Fukushima. Dans

du conseil de l’IFSN.

l’optique de la 4

ème

réunion d’examen sur la Joint

Convention (Sécurité des assemblages combustibles usés et des déchets radioactifs) qui a eu lieu en mai 2012, le rapport de synthèse national de la Suisse a été remis dans les délais fin octobre à l’AIEA.

12

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011


Summary Regulatory research into safety

numerous countries. CODAP is a new OECD project that will provide a more comprehensive

In order to carry out its regulatory responsibili-

overview of the ageing and degradation mech-

ties for nuclear facilities, it is essential that ENSI re-

anisms affecting mechanical equipment in nu-

mains informed of the latest developments in sci-

clear power plants. It will include data from the

ence and technology. Hence, it supports and co-

previous projects OPDE (Piping Failure Data Ex-

ordinates research into regulatory safety. Some of

change Project) and SCAP (Stress Corrosion

the findings from this research feed directly into

Cracking and Cable Ageing Project for a range

the guidelines and individual decisions issued by

of components).

ENSI. On a more general level, research projects

3.  For some time, ENSI has given considerable at-

provide training and thereby ensure that ENSI and

tention to external events and since 2010 it

its experts possess the required expertise. Finally,

has been conducting research into earthquakes,

the ENSI research programme includes contribu-

plane crashes and energy-rich surges in the

tions to many international projects that Switzer-

high-voltage network. Working with the expert

land could not conduct on its own. This in turn en-

group from the Swiss Seismological Service

courages the international exchange of expertise

looking at strong earthquakes, ENSI is strength-

that is so crucial to nuclear safety.

ening its expertise in an area that has a partic-

The ENSI «Research into Regulatory Safety» Pro-

ular relevance to safety. Another new research

gramme is divided into seven main areas:

project is IMPACT, an international project look-

1.  Fuels and materials: this research relates to the reactor core and the multiple barriers used

ing at the effects of plane crashes on building structures.

for the containment of radioactive materials.

4.  The effect of operator behaviour on accidents

Research into the ageing mechanisms affecting

in nuclear power plants is a central element of

structural materials is vital for the long-term

research into human factors. This research is

operation of existing nuclear power plants. The

looking primarily at the reliability of operator

«Fracture Mechanics» and «KORA» Projects

behaviour under various conditions but is also

are supplying essential information for the new

focussing on the influence of control room lay-

ENSI Guidelines B01 on the monitoring of age-

out on the performance of operating staff.

ing processes. The research into fuels is look-

5.  Analysis of system behaviour and accident

ing primarily at stresses on fuel rod cladding

sequences in nuclear power plants – in condi-

caused by a range of mechanisms, with par-

tions ranging from normal operations through

ticular attention on the increasingly high burn-

to accidents involving core melt-down: As part

up rates.

of this research, computer models are being

2.  The OECD Projects on internal events and

developed and validated by means of experi-

damage encourage international exchange of

ments. Increasingly, various models and com-

experience on accidents and component dam-

puter codes are being combined in order to

age, which can trigger accidents or have a det-

provide a more comprehensive simulation of

rimental effect. For this purpose, specialist da-

plant behaviour. This is particularly the case

tabases are being created, e.g. on pipe damage,

with the PASSPORT Project. Following the de-

fire damage or so-called common cause er-

cision to suspend the projects to construct new

rors. These databases will facilitate a systematic

nuclear power plants, PASSPORT has been rea-

analysis of relevant operating experience from

ligned and is now dedicated to coupled proc-

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011

13


esses between reactor systems and the contain-

iary units, water-supply systems, piping, etc. at

ment in existing nuclear power plants.

Fukushima Dai-ichi. The on-site power and cool-

6.  Applied research in the field of radiological

ant supply failed and despite emergency man-

protection ranges from the technology used

agement measures, it was impossible to avoid

to measure radiation to aero-radiometry and

serious damage to four of the six reactor units

the development of new methodologies for ra-

at Fukushima Dai-ichi. The resultant release of

dionuclide analyses. In addition, the involve-

radiation into the environment was significant

ment of ENSI in the development of interna-

and the accident was classified as level 7, the

tional norms is contributing to the cross-border

highest on the INES Scale. The area around the

harmonisation of radiological protection meth-

power station was largely evacuated.

ods.

ENSI established an internal, inter-disciplinary

7.  With work continuing on the procedures speci-

group to conduct an in-depth analysis of the

fied in the Sectoral Plan for deep geological re-

accident in order to identify whether it could

positories, research into disposal is of increas-

have implications for the safety of nuclear pow-

ing importance. In addition to the ongoing re-

er plants in Switzerland. The results were pub-

search at the Mont Terri Rock Laboratory into

lished in four reports between August and De-

Opalinus Clay as a host rock, the research in-

cember 2011 (http://www.ensi.ch/de/dossiers/

cludes in this case the design and monitoring of

fukushima-2/). The five main lessons are as fol-

deep repositories, the properties of radioactive

lows:

waste, the development of gases and the influ-

❚ First and foremost, the design of any nucle-

ence on possible future glaciers. ENSI is also

ar power plant must accurately reflect the lo-

supporting a new project at the University of

cal hazard profile. To a large extent, this de-

Bern looking at the long-term development of

termines the robustness of each plant and its

the landscape of the northern alpine foreland

ability to prevent a serious accident. The haz-

and is increasing its involvement in an OECD

ard profile assumed for each individual loca-

Working Group dealing with the disposal of ra-

tion must be reviewed regularly and then re-

dioactive waste in clay host rocks.

defined to reflect the current state of science and technology.

Instructive events from nuclear facilities abroad

❚ If despite this, an accident does occur, emer-

gency equipment and procedures capable of limiting its consequences must be available; in particular this must include emergency die-

Incidents in nuclear facilities are an important el-

sel generators, systems to prevent hydrogen

ement of operational experience as they provide

explosions, filtered containment venting and

tangible evidence of weaknesses and offer the po-

adequate technical decision-making tools for

tential for improvements in all areas of design and

accident management purposes (Severe Acci-

operation. Information on incidents in Swiss nu-

dent Management Guidance SAMG). The ac-

clear facilities is contained in the ENSI Surveillance

cident management must be designed to cov-

Report. The Research and Experience Report pro-

er all operating conditions and all phases of

vides information on a selection of particularly in-

a serious accident, including difficult external

structive incidents in nuclear facilities outside Swit-

conditions. This includes the lengthy failure of

zerland. Incidents are analysed with a view to iden-

all AC sources and the ultimate heat sink. The

tifying any potential relevance to Swiss nuclear fa-

required equipment must also be stored exter-

cilities. From the perspective of ENSI, the main out-

nally and capable of being transported to a lo-

comes were as follows: −  The accident at Fukushima was by far the most

14

cation, for example by helicopter. ❚ The emergency management system out-

important event in 2011. The strongest earth-

side the plant must function even under diffi-

quake ever recorded in the history of Japan oc-

cult conditions such as infrastructure destruc-

curred on 11 March on the North-East coast

tion. It must, therefore be prepared accord-

of Japan. Although the nuclear power plants

ingly. Clear action must be taken to protect

withstood the immediate effects of the earth-

the public and evacuations from the vicinity

quake, the tsunami triggered by the earth-

of the power plant must be well planned and

quake subsequently destroyed numerous auxil-

properly regulated.

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011


❚ International cooperation in the nuclear

field must be improved. In particular, the re-

of nuclear safety. It can then incorporate them into its own regulatory activities. ENSI maintains par-

quirement to comply with international regu-

ticularly active links with the IAEA, OECD/NEA and

lation must be strengthened and transparency

WENRA and also has a series of bilateral agree-

must be increased. Unless these exist, existing

ments with countries such as France, Germany,

agreements are of little effect.

Austria and the USA. The ENSI contribution to cur-

❚ The safety and surveillance culture is cru-

rent negotiations on increased global harmonisa-

cial to nuclear safety. It is not only based on

tion is based on the stringent nuclear safety stand-

the corporate culture in a regulated facility

ards applicable in Switzerland.

and its independence, but also on cultural factors particular to an individual country. A chal-

The accident at Fukushima also shaped interna-

lenging attitude by all involved, should be en-

tional cooperation during the year under review.

couraged.

The IAEA and NEA organised ministerial confer-

−  Investigations following the failure of an emer-

ences to discuss the consequences of the accident

gency diesel generator at the nuclear power

and the initial lessons to be learned from it. An Ac-

plant (NPP) at Blayais in France identified a pre-

tion Plan approved by the IAEA is addressing the

mature deterioration in the quality of the mo-

concerns expressed by Switzerland. They include

tor bearing bushings. It could also be expected

a regular international review of nuclear safety in

that it would occur in other emergency genera-

countries with nuclear power and the need for the

tors. Eight French NPPs were found to be using

results of such reviews to be transparent; although

this type of bearing bushing. In contrast to seven

admittedly, the introduction of measures by indi-

of these locations, the generators in use at Re-

vidual countries remains voluntary.

actors 3 and 4 of the Tricastin NPP were all fitted with this type of bearing bushing. As a re-

In autumn 2011, Hans Wanner, the ENSI Director

sult, ASN, the French Nuclear Safety Authority

General, took over as Chair of WENRA. WENRA is

rated it as INES 2 and the other seven cases as

one of the main advocates of the EU Stress Tests

INES 1. In Switzerland, only the Gösgen nuclear

and ENSI required the participation of all Swiss nu-

power plant (KKG) uses diesel motors from the

clear power plants in these Stress Tests. The report

same manufacturer. However, they were not fit-

for Switzerland was submitted at the end of De-

ted with this type of bearing bushing. Neverthe-

cember 2011 in compliance with the EU deadline.

less, as a precaution KKG has extended its analyses of the engine oil used in the generators so

In November 2011, ENSI was reviewed by an IRRS

that it can identify damage at an early stage. The

Mission from IAEA. For two weeks, 24 experts

manufacturer also tests the motors and these

from 14 countries investigated whether Swiss

tests are monitored by KKG and ENSI. −  During an inspection at the Cattenom nuclear

nuclear surveillance complied with IAEA requirements. The results were positive and ENSI received

power plant in France, it was found that the in- «Good Practice» ratings in 19 areas. However, the jection pipes for the cooling of the fuel storage

Mission also made constructive recommendations

ponds for Reactors 2 and 3 were not fitted with

and suggestions for further improvements. ENSI is

the required siphon breaker orifices. These ori-

already working on these.

fices are designed to stop excessive water inadvertently being sucked out of the pool as a result

The 5th Review Meeting of the Convention on Nu-

of a fault. ASN rated this event as INES 2. The

clear Safety CNS (safety of nuclear power plants)

Swiss nuclear power plants reviewed the French

was held in Vienna in April. The reports submit-

findings for relevance and introduced some ad-

ted by signatory countries in August 2010 were

ditional measures.

discussed during meetings of the Country Groups. Switzerland was rated as good, in particular for its

International Cooperation

statutory requirement that nuclear power plants carry out backfitting measures in line with the latest developments of technology. At the meeting,

By cooperating with international organisations

it was agreed to convene an extraordinary con-

and regulatory bodies, ENSI ensures that Switzer-

ference at the end of August 2012 to discuss les-

land remains abreast of developments in the field

sons learned from the accident at Fukushima. In

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011

15


preparation for the 4th Review Meeting of the Joint

ergy legislation and is harmonised with interna-

Convention (safety of spent fuel and radioactive

tional standards. Work on this task continued in

waste) in May 2012, ENSI submitted the report for

2011. ENSI revised its guideline on regular report-

Switzerland to the IEAE on time at the end of Oc-

ing by nuclear facilities. It also approved three new

tober 2011.

guidelines: safety classification for existing nuclear power plants, ageing management of nuclear facilities and the collection/recording of doses

Current changes and developments in underlying surveillance principles

Swiss Federal Nuclear Safety Inspectorate (ENSIV)

The existing regulatory framework is being re-

to requirements governing the independence of

vised so that it complies with recent nuclear en-

members of the ENSI Board.

of persons exposed to radiation. Amendments by the Swiss Federal Council to the Ordinance on the came into force on 1 November 2011; they relate

16

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011


1. Regulatorische Sicherheitsforschung Zur Wahrnehmung seiner Aufsichtstätigkeit ist es

jedes Forschungsprojekt durch einen Experten aus

für das ENSI unerlässlich, im Bereich der nukle-

den ENSI-Fachsektionen begleitet wird. So flies-

aren Sicherheit auf dem Stand von Wissenschaft

sen die im Projekt gewonnenen Erfahrungen in die

und Technik zu sein. Ein wesentliches Element da-

Aufsichtstätigkeit ein und dienen damit direkt der

für ist das Programm «Regulatorische Sicherheits-

nuklearen Sicherheit.

forschung», also die von staatlicher Seite unter-

Im vorliegenden Kapitel fassen die ENSI-Projekt-

stützte Forschung im Bereich der nuklearen Sicher-

begleiter die Forschungsresultate mit besonderem

heit. In diesem Rahmen vergibt und koordiniert das

Blick auf Praxisrelevanz und Zielerreichung für die

ENSI Forschungsaufträge mit folgenden Zielen:

interessierte Öffentlichkeit zusammen. Vor allem

1.  Resultate von Forschungsprojekten dienen un-

bei den umfangreicheren Projekten liegen zudem

mittelbar der laufenden Aufsichtstätigkeit. Sie

detaillierte Berichte der Forscher in Anhang A vor.

gehen einerseits in vom ENSI zu erstellende Richtlinien ein, die rechtliche Anforderungen in den Bereichen Kernenergie und Strahlen-

1.1 Brennstoffe und Materialien

schutz konkretisieren. Andererseits zieht das ENSI auch für konkrete Einzelentscheide die Er-

Dieser Themenbereich beschäftigt sich mit dem

gebnisse von Forschungsprojekten als Grundla-

Reaktorkern sowie den Strukturmaterialien der

ge heran.

wichtigsten gestaffelten Barrieren, welche den

2.  Die vom ENSI geförderten Forschungsprojekte

Brennstoff und den Reaktorkern umgeben und

dienen dem Kompetenzerhalt nicht nur inner-

die radioaktiven Stoffe einschliessen. Die Brenn-

halb des ENSI, sondern darüber hinaus auch bei

elemente werden mehrere Jahre im Reaktorkern

Forschungsinstitutionen. Das ENSI fördert mit

eingesetzt, bevor sie abgebrannt sind und ausge-

diesen Forschungsprojekten insbesondere die

tauscht werden; beim Brennstoff und den Brenn-

Ausbildung im Bereich der nuklearen Sicher-

stab-Hüllrohren stehen deshalb die Anforde-

heit.

rungen während dem Normalbetrieb und während

3.  Nicht zuletzt dienen Forschungsprojekte der

bestimmten Störfällen im Mittelpunkt. Anders ist

internationalen Vernetzung des ENSI und der

dies bei den wenigen nicht austauschbaren Kom-

schweizerischen Forschung. Der internationale

ponenten des Primärkreislaufs, vor allem dem Re-

Austausch ist im Bereich der nuklearen Sicher-

aktordruckbehälter, sowie beim Sicherheitsbehäl-

heit ausserordentlich wichtig. Die Projekte des

ter, dem sogenannten Containment; bei diesen

Forschungsprogramms werden grossteils von

sind vor allem die Prozesse der Materialalterung

Organisationen aus verschiedenen Ländern fi-

entscheidend. Im Hinblick auf den Langzeitbetrieb

nanziert oder zumindest in Kooperation mit in-

der Kernkraftwerke muss gewährleistet sein, dass

ternationalen Partnern durchgeführt. So erhält

für alle Anforderungen weiterhin ausreichende Si-

das ENSI auch Resultate, die in der Schweiz al-

cherheitsmargen vorhanden sind.

leine nicht erzielt werden könnten. Dazu muss das ENSI auch eigene Beiträge leisten können. Das ENSI ist in über 70 internationalen Gremien vertreten. In vielen von diesen werden For-

1.1.1 OECD Halden Reactor Project – Bereich Brennstoff- und Material­ verhalten

schungsprojekte gesteuert und deren Ergebnisse in internationale Standards umgesetzt.

Auftragnehmer: Halden Reactor Project, Norwegen

Die vom ENSI unterstützten Forschungsprojekte

ENSI-Projektbegleiter: Reiner Mailänder, Markus

tragen zur Erhaltung und zum Ausbau der hohen

Straub

Sicherheit der Schweizer Kernanlagen bei. Sie er-

Bericht der Forscher im Anhang A

möglichen es, potenzielle Problembereiche zu erkennen, mögliche Verbesserungen zu erarbeiten,

Einleitung

Unsicherheiten zu verringern und Verfahren zu

Das OECD Halden Reactor Project (HRP) ist ein

verbessern. Zur Strategie des ENSI gehört es, dass

gemeinsames Forschungsprogramm von über

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011

17


100 Wissenschafts-, Behörden- und Industrie-

Die Berichterstattung über die Arbeiten im Bereich

organisationen aus 19 Staaten. Es steht un-

Mensch-Technik-Organisation findet sich im Kapi-

ter der Schirmherrschaft der Kernenergieagen-

tel 1.4.1.

tur NEA der OECD und feierte 2008 sein 50-jähtungen: Brennstoff- und Materialverhalten sowie

Projektziele des Berichtsjahres und wichtige Ergebnisse

Mensch-Technik-Organisation.

riges Bestehen. Das HRP hat zwei Stossrich-

18

Experimentelle

Der Halden-Reaktor war im Jahre 2011 wie ge­

Arbeiten werden primär im norwegischen Hal-

plant 190 Tage im Volllast-Betrieb, dabei wurden

den durchgeführt, wo rund 250 wissenschaft-

zwölf Experimente ausgeführt. Zumeist werden

liche Mitarbeitende am Projekt beteiligt sind und

dabei Kernbrennstoff-Anordnungen in sogenann-

ein Versuchsreaktor, eine Werkstatt zur Herstel-

ten Loop Systems bestrahlt, in denen die thermo-

lung instrumentierter Brennstoff-Versuchsanord-

hydraulischen Bedingungen von Leichtwasserre-

nungen, ein Labor zur Interaktion von Mensch

aktoren simuliert werden. Dank ausgeklügelter In-

und Maschine (Man-Machine Laboratory) sowie

strumentierung können zahlreiche Parameter wie

ein Simulationszentrum (Virtual Reality Centre)

Temperaturverlauf

zur Verfügung stehen (Abbildung 1). Forschungs-

und Brennstabverformung während des Versuchs-

einrichtungen in den Mitgliedsländern (z.B. Paul

ablaufs gemessen werden. Andere Daten werden

Scherrer Institut) oder die Nuklearindustrie (z.B.

durch anschliessende Untersuchungen der einge-

Kernkraftwerk Leibstadt) beteiligen sich ebenfalls

setzten Materialien im Hotlabor in Kjeller gewon-

an den Experimenten. Die schweizerischen Part-

nen (sogenannte Post Irradiation Examination PIE).

nerorganisationen des HRP – ENSI, PSI, Kernkraft-

Im Jahre 2011 wurden unter anderen folgende

werksbetreiber – tauschen die Information zum

Versuche durchgeführt:

und ihre Bedürfnisse an das Programm im Rah-

Langfristige Versuche an mit Gadolinium dotiertem

men eines nationalen Komitees aus. Über ihre

Brennstoff haben gezeigt, dass es im Gegensatz

Vertreter in den HRP-Gremien Halden Programme

zu undotiertem Brennstoff zu keiner Nachver-

Group (verantwortlich für die technisch-wissen-

dichtung kommt. Die Schwellraten sind für beide

schaftliche Steuerung des Programms) und Hal-

Brennstoffarten ähnlich. Gadolinium ist ein Neu-

den Board of Management (verantwortlich für

tronenabsorber, der im Laufe des Einsatzes im Re-

die Aufsicht und Strategie des Programms) spei-

aktor verbraucht wird.

sen sie diese Bedürfnisse ins Projekt ein. Das ENSI

Ein Experiment zum nicht-thermischen Kriechen

hat Einsitz im Board of Management, die schwei-

von Uranoxid- und Mischoxid-Brennstoff unter Be-

zerischen Kernkraftwerke und das PSI haben je

strahlung wurde abgeschlossen. Es zielte darauf

einen Vertreter in der Programme Group.

ab, Daten für die Modellierung des Brennstoff-

Die Arbeiten im hier beschriebenen Projektbereich

Verhaltens bei der mechanischen Interaktion zwi-

führen zu grundlegenden Erkenntnissen über die

schen Brennstoff und Hüllrohr (Pellet Cladding Me-

Eigenschaften und das Verhalten von Leichtwas-

chanical Interaction PCMI) zu erhalten. Dabei wur-

serreaktor-Brennstoffen und -Materialien, die lan-

de mit Chrom dotierter Brennstoff und undotierter

ge Zeit im Reaktor im Einsatz sind. Dazu gehö-

Brennstoff verglichen. Nach dem Ende der Brenn-

ren auch Versuche, in denen Kernbrennstoffe

stoff-Verdichtung wurden axiale Spannungen von

schnell wechselnde Druck- und Temperaturbedin-

30, 45 und 60 MPa bei Temperaturen zwischen

gungen durchlaufen, wie sie in Reaktoren bei so-

400 und 800 °C angelegt. Die Kriechrate des mit

genannten Transienten auftreten, beispielswei-

Chrom dotierten Brennstoffs erwies sich als ver-

se infolge eines Kühlmittelverlust-Störfalls. Bei

gleichbar mit der des undotierten Brennstoffs, der

den Kernbrennstoff-Experimenten werden Brenn-

Temperatureinfluss war gering.

stabsegmente in instrumentierte Versuchsanord-

Seit mehreren Jahren läuft eine Versuchsserie zum

nungen eingesetzt und im Halden-Reaktor weiter

Verhalten von hoch abgebrannten Brennstäben

bestrahlt. Die Brennstabsegmente können wäh-

unter Bedingungen, wie sie bei einem Kühlmittel-

rend der Bestrahlung auch Druck- und Tempera-

verlust-Störfall auftreten. Bei einem solchen Stör-

turänderungen ausgesetzt werden, und die Reak-

fall werden die Brennstäbe in relativ kurzer Zeit er-

tion des Brennstoffs und Hüllrohrs auf diese Än-

höhten Druck- und Temperaturbedingungen aus-

derungen wird laufend sowie im Anschluss an den

gesetzt, und beim anschliessenden Wiederbefüllen

Versuch mittels Nachbestrahlungs-Experimenten

des Reaktordruckbehälters werden sie mit kühlem

analysiert.

Wasser abgeschreckt, was zu grossen Material-

oder

Brennstab-Innendruck

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011


Abbildung 1: Der Stand­ort des OECD Halden Reactor Projects. Der Reaktor befindet sich in einer Kaverne in den hinten sichtbaren Felsen (Quelle: Halden Reactor Project).

spannungen führt. Im Mai 2012 wurde ein Test

erhöhtem pH-Wert, gesteigerter Leis­tung und so-

mit Brennstoff aus dem Kernkraftwerk Leibstadt

genanntem unterkühltem Sieden untersucht. Un-

durchgeführt (IFA 650.12), der einen Abbrand von

terkühltes Sieden meint die Blasenbildung an der

72 MWd/kg aufwies. Ziel des Versuchs war, das

heissen Hüllrohr-Oberfläche, während das restliche

bei diesen Versuchen typische Aufblähen des Hüll-

Kühlmittel noch nicht die Siedetemperatur erreicht.

rohrs (Ballooning) durch die Druck- und Tempera-

Die Versuche laufen bei einer Stableis­tung von 33–

turerhöhung gerade so weit zu treiben, dass das

45 kW/m, das Kühlmittel enthält 10 ppm Lithium

Hüllrohr noch nicht versagt. Das PSI unterstützte

und 2–3 ppm Wasserstoff bei einem pH-Wert von

den Versuch mit Vorausrechnungen zum Brenn-

7.4. Im Juni 2011 wurde nach 159 Bestrahlungsta-

stoff-Verhalten. Wie geplant kam es über ca. 730–

gen eine erste Beprobung durchgeführt. Bis dahin

740 °C zu Deformation und Ballooning, der Ver-

hatte sich an den Hüllrohren eine Oxidschicht von

suchsabbruch durch Schnellabschaltung (Scram)

5–10 µm Dicke gebildet.

erfolgte mit noch intaktem Hüllrohr bei einer Temreduzierten Innendruck als Folge der Volumenver-

Bedeutung des Projekts, Beitrag zur ­nuklearen Sicherheit

grösserung. Das Hüllrohr versagte jedoch infolge

Die Untersuchung von Kernbrennstoffen und Ma-

von Spannungen in der Abkühlphase, und es trat

terialien aus dem Reaktor unter Bestrahlung ist

Brennstoff aus. Der Brennstab soll nun im Hotlabor

eine Kernkompetenz des HRP. Es verfügt über eine

untersucht werden. Interessant ist dabei nicht nur

weltweit einzigartige Erfahrung bei der Auslegung

der Zustand des Hüllrohrs, sondern auch die Frag-

und Instrumentierung von Experimenten wie auch

mentierung und Verlagerung des Brennstoffs.

bei der Interpretation der Messwerte. Die Resultate

Ein weiteres Versuchsfeld beschäftigt sich mit der

fliessen in Sicherheitsanalysen ein und dienen als

Korrosion des Hüllrohrs und der Hydridbildung

Grundlage für die Validierung der von Brennstoff-

im Hüllrohr-Material durch von aussen eindiffun-

herstellern und Forschungslaboratorien benutzten

dierten Wasserstoff. Ein noch laufendes Experiment

Rechenmodelle zum thermomechanischen Verhal-

untersucht den Einfluss von aggressiveren Kühl-

ten von Brennstoffen mit unterschiedlichen Ab-

mittel-Eigenschaften, verglichen mit denjenigen

bränden. Die Daten zur Spannungsrisskorrosion

in Leis­tungsreaktoren, auf moderne Zircaloy-Hüll-

von Reaktormaterialien geben Hinweise auf die

rohre. Dabei wird an je vier Segmenten von sechs

Materialalterung und die Anforderungen an die

vorher unbestrahlten Brennstäben die Wirkung von

Alterungsüberwachung.

peratur von etwa 800 °C und einem um etwa 50%

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011

19


Neu vorgeschlagene Versuche und Messungen

den. Während des Einsatzes kommt es an der Aus-

werden von der Halden Programme Group beur-

senseite der Hüllrohre zur Bildung einer oxidierten

teilt und durch Arbeiten in den Partnerländern des

Grenzschicht. Im Rahmen dieses Projekts wurden

Projekts sowie durch Brennstofflieferungen aus

an einigen IFA-638-Hüllrohrproben die Mikrostruk-

Kernkraftwerken unterstützt. Die Steuerung durch

turen der Grenzschicht und ihrer Umgebung mit-

das Dreieck Board of Management, Programme

tels Transmissions-Elektronenmikroskopie (TEM)

Group und Projektleitung ist konsens- und resultat­

untersucht. So soll zum besseren Verständnis von

orientiert. Ingesamt wird das HRP dem Ruf als Vor-

Oxidationsvorgängen unter den Bedingungen von

zeigeforschungsprojekt der NEA gerecht.

Druckwasserreaktoren (DWR) beigetragen werden.

Mit dem Engagement des ENSI, des PSI und der neue Erkenntnisse im Bereich Brennstoff- und Ma-

Projektziele des Berichtsjahres und wichtige Ergebnisse

terialsicherheit und kann ihre eigene Kompetenz

Der Transport von sechs Proben und die Präpara-

auf diesem Gebiet verstärken. Konkret ist das PSI

tion von vier Proben für die TEM-Untersuchungen

bei folgenden Versuchen im Bereich Brennstoff-

wurden erfolgreich durchgeführt. Bei den Pro-

und Materialverhalten beteiligt: Detailuntersu-

ben handelt es sich sowohl um in Leistungsreak-

chungen des Inertmatrix-Brennstoffs (Halden-Ex-

toren vorbestrahltes als auch erst im Halden-Re-

periment IFA-651 IMF/MOX); Modellierung des

aktor bestrahltes Material. 2011 wurden die vier

Stabverhaltens in den Experimenten durch STARS/

präparierten Proben dreier verschiedenen Legie-

LRS (Halden-Experiment IFA-650 LOCA); Korrosi-

rungstypen (M5 frisch/vorbestrahlt, E 635 frisch,

onstest von Druckwasserreaktor-Hüllrohren (Hal-

ZIRLO frisch) elektronenmikroskopisch untersucht.

den-Experiment IFA-638).

Zwei Arten von Ausscheidungen wurden in der

Kernkraftwerke beim HRP gewinnt die Schweiz

Grenzschicht und in ihrer Umgebung festgestellt,

Ausblick

die vom Eisengehalt des Hüllrohrmaterials abhän-

Die Arbeiten des Projekts liegen grösstenteils gut

gen. Dabei zeigte sich, dass in Legierungen mit ho-

im Zeitplan. Mit dem Jahr 2012 geht das HRP in

her Oxidationsresistenz die eisenhaltige Ausschei-

eine weitere Dreijahresperiode, in der neu auch

dung nicht nachweisbar war. Alle Ausscheidungen

das französische Commissariat à l'Energie Ato-

zeigten einen gewissen Grad der Auflösung bei

mique (CEA) und die italienische Agenzia nazio-

Bestrahlung. Dieser Effekt ist im Oxid stärker als

nale per le nuove tecnologie, l’energia e lo sviluppo

im Metall.

economico sostenibile (ENEA) teilnehmen. Nach2010 unter Beteiligung aller Mitgliedsländer disku-

Bedeutung des Projekts, Beitrag zur ­nuklearen Sicherheit

tiert worden war, ergaben sich mit dem Unfall von

Die Oxidation des Hüllrohrs ist ein im Reaktorbe-

Fukushima vom März 2011 zusätzliche mögliche

trieb relevanter Auslegungsparameter. Sie darf

Aspekte wie zum Beispiel neuartige Hüllrohrmate-

bestimmte vorgeschriebene Grenzen nicht über-

rialien oder das Verhalten von Operateuren unter

schreiten und hat bei den in schweizerischen An-

extremen Bedingungen. Diese Themen werden im

lagen erreichten hohen Abbränden besondere Be-

Jahre 2012 noch zu diskutieren sein.

deutung. Neu entwickelte Hüllrohrmaterialien, z. T.

dem das Programm für die neue Periode seit Ende

auch die in diesem Projekt verwendeten, sind in verschiedenen Vorläufer-Brennelementen in Schwei-

1.1.2 Untersuchungen an HaldenProben IFA-638

zer KKW im Einsatz. Der Abbrand von zwei der verwendeten Proben liegt zudem im Bereich der geltenden Grenzwerte für die schweizerischen Reak-

20

Auftragnehmer: Paul Scherrer Institut

toren. Durch die Untersuchung der Oxidationsvor-

ENSI-Projektbegleiter: Andreas Gorzel

gänge können die bestehenden Modelle auf eine

Bericht der Forscher in Anhang A

breitere physikalische Grundlage gestellt werden.

Einleitung

Ausblick

Die Versuchsreihe IFA-638 am Forschungsreaktor

Die zwei ausstehenden Proben (ZIRLO vorbestrahlt,

in Halden (siehe auch Kapitel 1.1.1) befasste sich

Alloy A frisch), die aufgrund ihrer hohen Dosisleis­

mit Korrosionsversuchen an Hüllrohrmaterialien

tung 2011 nicht untersucht werden konnten, sol-

auf Zirkoniumbasis bei hohen Brennstoff-Abbrän-

len im Jahre 2012 elektronenmikroskopisch ana-

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011


lysiert werden. Der Einfluss der Mikrostruktur und

(Spannungsrisskorrosion, Pellet Cladding Interac-

der chemischen Zusammensetzung auf das Oxida-

tion PCI) kann ebenfalls zu Schädigungen des Hüll-

tionsverhalten sollen ermittelt werden.

rohrs führen. Die Vermutung, dass (Al+Si)-Agglomerate Cäsium binden, hat sich bestätigt. Eine grobkörnige Brennstoffprobe, die trotz der sehr

1.1.3 OECD SCIP – Studsvik Cladding Integrity Project

hohen Endleistung von 70 kW/m und BrennstoffZentralschmelzen intakt geblieben ist, wurde mittels Raster-Elektronenmikroskopie und Elektronen-

Auftragnehmer: Studsvik, Schweden

strahl-Mikroanalyse untersucht; sie zeigte nur Cs

ENSI-Projektbegleiter: Andreas Gorzel, Reiner Mai-

als potenziell chemisch aktives Element in der Um-

länder

gebung der Hüllrohrinnenwand. Es konnte auch demonstriert werden, dass sich innerhalb eines

Einleitung

zunächst optisch homogenen Kristalls tatsächlich

Der nukleare Brennstoff wird in Form kleiner Zy-

unterschiedliche Gitterausrichtungen zeigen. Dies

linder von ca. 8 bis 9 mm Durchmesser (Tablet-

deutet darauf hin, dass sich bei Leistungsrampen

ten, englisch Pellets) in Hüllrohre eingefüllt, die zu

kleinere Einzelkristalle bilden können (subgrain

Brennelementen zusammengesetzt werden. Damit

formation). Zum Einfluss des Hüllrohrs kann be-

keine radioaktiven Spaltprodukte in den Primär-

merkt werden, dass optimierte Materialien auch

kreislauf freigesetzt werden, muss die Integ­rität

die PCI-Resistenz verbessern.

der Hüllrohre den vielfältigen Belastungen stand-

Durch von aussen eindiffundierten Wasserstoff kön-

halten. Das ENSI unterstützt seit Mitte des Jahres

nen Hüllrohr-Schwächungen (Hydrogen Embrittle-

2009 das seit 2004 laufende Studsvik Cladding In-

ment HE und Delayed Hydride Cracking DHC) indu-

tegrity Project SCIP der OECD, an dem 25 Organi-

ziert werden. Neben Kriechtests dient als Versuchs­

sationen beteiligt sind. Das Projekt befasst sich mit

anordnung ein sogenanntes Coin Set-up. Eine flache

Schädigungsmechanismen, die in den aus Zirko-

Scheibe (Coin) von der Grösse des Hüllrohr-Innen-

niumlegierungen bestehenden Hüllrohren – auch

durchmessers befindet sich in einem zweiteiligen

unter Einbeziehung des Pelleteinflusses – ablau-

Mantelrohr, das sich wiederum innerhalb eines Hüll-

fen können. Im SCIP-Projekt werden Materialver-

rohrs befindet. Durch Auseinanderziehen der zwei

suche und -modellierungen bei der Firma Studsvik

Mantelrohrteile erfährt das Hüllrohr lokale Span-

in Schweden und Leistungsrampenversuche am

nungen an den zwei Kontaktpunkten zum Coin.

OECD-Halden-Reaktor in Norwegen durchgeführt.

Der Testaufbau wurde fertiggestellt. Die ersten Tests sollen an unbestrahltem, spannungsarm geglühtem

Projektziele des Berichtsjahres und wichtige Ergebnisse

Zircaloy-4-Hüllrohr durchgeführt werden. In Kriech-

Im Jahre 2011 wurden folgende Projektziele er-

höher als diejenige von Zirkaloy-2. Wasserstoff führt

reicht, respektive aufgrund neuer Anforderungen

wie erwartet dazu, dass die Materialhärte zunimmt.

modifiziert:

Dies gilt allerdings nur bei tiefen Dehnraten.

Bei Leistungsrampen kann es durch die mechanische

In einer von der amerikanischen Aufsichtsbehör-

Interaktion zwischen Pellet und Hüllrohr (Pellet Clad-

de finanzierten Anlage wurden Versuche zum Ver-

ding Mechanical Interaction PCMI) zu Schädigungen

halten von Brennstäben bei Kühlmittelverlust-Stör-

des Hüllrohrs kommen. Mehrere Versuche an Brenn-

fällen durchgeführt, bei denen die Brennstabseg-

stabsegmenten wurden durchgeführt, u. a. mit

mente erhöhten Temperaturen ausgesetzt sind.

versuchen erwies sich die Relaxation von ZIRLO als

einem neu entwickelten Hüllrohrmaterial, mit Alu-

Vier Brennstäbe mit Abbränden um 70 MWd/

minium- und Chrom-dotiertem Brennstoff (Al, Cr)

kg und einer Oxiddicke von 20-30 μm wurden

und mit Brennstoff, der den Absorber Gadolinium

in einem Infrarotstrahlungsofen bis auf knapp

(Gd) enthielt. Die Brennstabsegmente mit den Ad-

1200 °C aufgeheizt. Die Versuche wurden be-

ditiven AI und Cr wiesen grössere Restdehnungen

wusst bis zum Versagen des Hüllrohrs mit Austritt

der Hüllrohre auf als solche mit Standard UO2-Brenn-

von Brennstoff (bei einem Druck zwischen 77 und

stoff. Wird die Endleistung der Rampen noch meh-

113 bar und bei Temperaturen um 700 °C) durch-

rere Stunden beibehalten, dann zeigten sich im Gd-

geführt. Die Korngrössenverteilung der zurück-

Brennstoff deutlich mehr Risse im Hüllrohr.

gebliebenen Brennstoff-Fragmente wird noch un-

Die Interaktion zwischen Brennstoff und Hüll-

tersucht, um weitere Hinweise auf das Brennstoff-

rohr bei Anwesenheit gasförmiger Spaltprodukte

Verhalten bei diesen Störfällen zu erhalten.

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011

21


Bedeutung des Projekts, Beitrag zur nuklearen Sicherheit

kühlbar bleibt. Die allgemeine Tendenz zur Stei-

Das Hüllrohr bildet die primäre Barriere gegen die

dung weiterentwickelter Brennstoff- und Hüllrohr-

Freisetzung von radioaktiven Spaltprodukten in

materialien macht eine Absicherung der Sicher-

Kernkraftwerken. Dementsprechend trägt der Er-

heitskriterien notwendig.

halt der Hüllrohr-Integrität zur Gewährleistung

Das CABRI International Project (CIP) wird von

des Schutzziels «Einschluss radioaktiver Stoffe»

der Nuclear Energy Agency (NEA) und dem fran-

bei. Der Projektplan von SCIP-II ist auch vor dem

zösischen Institut de Radioprotection et de Sûre-

Hintergrund des in den letzten Jahren gesteiger-

té Nucléaire (IRSN) getragen. In diesem Projekt sol-

ten Brennstoff-Abbrands in den Kernkraftwerken

len am Forschungsreaktor CABRI in Cadarache,

zu sehen. Dabei wird stärker angereicherter Brenn-

Frankreich, Versuche zum Verhalten von Brenn-

stoff verwendet und dieser besser ausgenutzt, wo-

stabsegmenten bei schnellen Reaktivitätsstörfäl-

bei die Brennelemente länger im Reaktor verblei-

len in Kernreaktoren durchgeführt werden. Zu die-

ben. Gleichzeitig wurden auch die Hüllrohr-Materi-

sem Zweck wurde die bisher mit Natrium gekühl-

alien laufend verbessert. Das Projekt SCIP soll dazu

te Testschleife des CABRI-Reaktors auf Wasserküh-

beitragen, mit der stärkeren Beanspruchung der

lung umgebaut (CABRI Water Loop, CWL), damit

Hüllrohre zusammenhängende Sicherheitsfragen

die Versuchsanordnung den in Leichtwasserreak-

zu klären, dies auch vor dem Hintergrund, dass es

toren vorhandenen Betriebs- und Störfallbedin-

auch in schweizerischen Anlagen vorübergehend

gungen besser entspricht. Bevor Versuche im Re-

zu Hüllrohrschäden durch PCI gekommen ist.

aktor durchgeführt werden können, sind aber

gerung der Brennstoffabbrände und die Verwen-

noch Anpassungen und Überprüfungen der An-

Ausblick

lage sowie weitere Testvorbereitungen nötig. Das

Das Projekt verläuft bisher innerhalb des geplanten

CIP-Projekt stützt sich auch auf Einzeleffekt-Tests

Zeitrahmens. Im Jahr 2012 sollen weitere Rampen-

im Rahmen des Versuchsprogramms PROMETRA

versuche sowie mechanische Tests und Experi-

(Transient Mechanical Properties). Mit diesen wird

mente durchgeführt werden. Änderungen in der

vom Commissariat à l’Energie Atomique (CEA) in

Testmatrix hängen von den Resultaten der wei-

Saclay, Frankreich, das mechanische Verhalten be-

teren Versuche ab.

strahlter Hüllrohrproben bei den für RIA typischen hohen Dehnungsraten untersucht.

1.1.4 OECD CABRI Waterloop Project

Projektziele des Berichtsjahres und ­wichtige Ergebnisse

Auftragnehmer: OECD-NEA und IRSN

Im Jahre 2011 wurden folgende Projektziele er-

ENSI-Projektbegleiter: Andreas Gorzel

reicht resp. aufgrund neuer Anforderungen modifiziert:

Einleitung

❚ Zahlreiche Inbetriebnahmetests nach den seis-

Im Rahmen der Auslegung von Kernkraftwerken

mischen Nachrüstungen des Reaktorgebäudes

mit Druckwasser- oder Siedewasser-Reaktoren

wurden erfolgreich durchgeführt. Die Tests sol-

(DWR bzw. SWR) werden auch postulierte Störfäl-

len bis Mitte 2012 komplett abgeschlossen wer-

le untersucht, bei denen der Reaktor durch schnel-

den.

le unkontrollierte Bewegung eines Steuerelements

❚ Das PROMETRA-Programm zum Verformungs-

bzw. Steuerstabs kurzzeitig überkritisch wird. Aus-

verhalten von Hüllrohrsegmenten wurde fortge-

lösende Ereignisse für solche Reaktivitätsstörfälle

setzt. Versuche an M5-Hüllrohren unter ebener

(Reactivity Initiated Accidents, RIA) sind der pos­

Belastung (plane strain tests) bei 280 °C und

tulierte Bruch des Stutzens eines Steuerelement-

350 °C zeigten ein duktileres Verhalten als Zirlo-

antriebs (DWR) bzw. das Entkuppeln eines Steuer­

und Zy-4-Hüllrohre. ❚ Ebenfalls im Rahmen von PROMETRA erfolgten

bundene Auswurf des Steuerelements bzw. das

Zugversuche an SWR-Zy 2-Hüllrohren. Sie stam-

Herabfallen des Steuerstabs führt zu einem

men aus dem Kernkraftwerk Leibstadt (SWR)

Leistungsanstieg in den benachbarten Brenn­

und waren sieben Zyklen im Einsatz. Ihr Tem-

stäben. Durch Einhaltung spezieller Sicherheits-

peraturverhalten (20 °C bis 800 °C) bezüglich

kriterien wird das Ausmass möglicher Brennstab-

Dehngrenze und Maximaldehnung ist den DWR-

schäden derart begrenzt, dass der Reaktorkern

Hüllrohren (Zy-4, Zirlo und M5) sehr ähnlich.

22

stabs von seinem Antrieb (SWR). Der damit ver-

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011


❚ Die Testmatrix beinhaltet auch einen Versuch

der Umbauarbeiten durchgeführt. Mit dem neuen

an einem Mischoxid-Brennstabsegment (MOX),

Wasserkreislauf wird in Kürze eine weltweit einma-

das im Kernkraftwerk Beznau im Einsatz war.

lige Anlage zur realitätsnahen Simulation von RIA-

Die Voruntersuchungen wurden am Institut für

Störfällen unter DWR-Bedingungen bestehen. Der

Transurane (ITU) in Karlsruhe durchgeführt, ab-

Erfolg wird sich aber frühestens mit der Durchfüh-

geschlossen und dokumentiert.

rung und Auswertung des ersten Tests Ende 2012

❚ Ein RIA-Workshop zu Brennstabauslegungs-Pro-

grammen wurde durchgeführt. Für

bewerten lassen.

verschie-

dene RIA-Szenarien wurden wichtige Parameter (Enthalpieeintrag, Spaltgasfreisetzung, etc.) zwischen den Programmen verglichen. Der Vergleich mit experimentellen Daten war im Wesentlichen

1.1.5 KORA-II – Korrosionsrisswachstum in austenitischen Strukturwerkstoffen

beschränkt auf die Hüllrohrverformung und das Auftreten von Hüllrohrschäden. Basis der RIA-

Auftragnehmer: Paul Scherrer Institut PSI

Szenarien waren unter anderem bisherige und

ENSI-Projektbegleiter: Klaus Germerdonk

zukünftige Versuche am CABRI-Reaktor.

Bericht der Forscher in Anhang A

Bedeutung des Projekts, Beitrag zur nuklearen Sicherheit

Einleitung

Die vom ENSI im Jahre 2004 festgelegten Sicher-

chanismen der Spannungs- und Schwingrisskor-

heitskriterien für Reaktivitätsstörfälle in schweize-

rosion. Spannungsrisskorrosion kann auftreten,

rischen Kernkraftwerken bedürfen der weiteren

wenn ungünstige Bedingungen für mechanische

experimentellen Absicherung. Dies betrifft vor

Belastung, Wasserchemie und Werkstoffzustand

allem die Kriterien für MOX-Brennstoff und die-

zusammenkommen. In diesen Fällen können dann

jenigen für Uranoxid-Brennstoff unter SWR-Be-

relativ lange, verzweigte Risse entstehen. Schwing­

dingungen. Bestätigt wurde dies in einem OECD-

risskorrosion ist eine spezielle Form des umge-

NEA-Workshop, der zu diesem Thema im Septem-

bungsbedingten Risswachstums, in der mecha-

ber 2009 in Paris stattfand.

nische Belastungen zyklisch auftreten. Als Fortset-

Der CABRI-Reaktor ist neben dem Forschungs-

zung von KORA-I wurde das Projekt KORA-II mit ei-

reaktor NSRR (Nuclear Safety Research Reactor)

ner Laufzeit von drei Jahren gestartet und im Jahr

in Japan weltweit die einzige Anlage, an der das

2011 abgeschlossen.

Brennstoffverhalten bei schnellen Reaktivitätsstör-

Das Projekt KORA-II gliedert sich in drei Teilpro-

fällen in Leichtwasserreaktoren realitätsnah simu-

jekte, die wesentliche Fragestellungen zum Korro-

liert werden kann. Es besteht eine Kooperation mit

sionsrisswachstum in austenitischen Behälter- und

dem ALPS-Programm (Advanced LWR Fuel Perfor-

Rohrleitungs-Stählen behandeln.

KORA beschäftigt sich mit den Schädigungsme-

mance and Safety Research Program) am NSRR, die einen Datenaustausch und eine Versuchsabstimmung zwischen beiden Projekten ermöglicht. Nach

Projektziele des Berichtsjahres und wichtige Ergebnisse

von ALPS nicht mehr gesichert, was die Bedeutung

Teilprojekt I: Schwingrisskorrosion in austenitischen Stählen

des CABRI-Projekts noch erhöht.

Im Jahre 2011 wurden vielfältige Untersuchungen

Die Versuchsergebnisse des CIP werden es erlau-

mit den neu aufgebauten Prüfständen fach- und

ben, die Störfallphänomene in den verschiedenen

termingerecht durchgeführt (Abbildung 2). Zielset-

Berechnungsprogrammen (z. B. FALCON, welches

zung ist die Quantifizierung des Einflusses des Um-

vom PSI verwendet wird, vgl. das Projekt STARS)

gebungsmediums auf die Schwingrisskorrosion.

genauer zu modellieren. Damit können die festge-

Mit den neuen Prüfständen sind Untersuchungen

legten Sicherheitskriterien für Reaktivitätsstörfälle

zur Schwingrisskorrosion unter Umgebungs- und

überprüft und nötigenfalls verbessert werden.

Lastbedingungen möglich, die den tatsächlichen

den Ereignissen von Fukushima ist die Fortführung

Verhältnissen an Komponenten im Kernkraftwerk

Ausblick

sehr nahe kommen. Dazu gehören insbesondere

Mit sehr grossem personellem Aufwand, auch mit

last- und dehnungskontrollierte Versuche mit klei-

dem Einsatz von finanziellen Mitteln aus anderen

ner Dehnamplitude, die mit Temperaturwechseln

Forschungsbereichen, hat das IRSN einen Grossteil

der durch die Proben strömenden Flüssigkeit über-

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011

23


Abbildung 2: Anlage zur Unter­ suchung von durch­ strömten Hohlproben im PSI-Labor für nukleare Materialien. Die Probe (Specimen) wird von unten nach oben durchströmt und gleichzeitig mecha­ nisch belastet (Quelle: PSI).

Schweisseigenspannungen resultieren. ­Erste Ergebnisse zeigen, dass unter diesen Laborbedingungen auch in hochreinem Primärwasser ein Risswachstum aus dem Inconel-182-Schweissgut in den Behälterwerkstoff hinein möglich ist. Die dabei beobachteten Risse beschränken sich in bisherigen Versuchen auf die Wärmeeinflusszone der Schweissnaht, die gemessenen Risswachstumsraten sind gering. Weitere Untersuchungen insbesondere mit grösseren Testkörpern sind im Folgeprojekt SAFE geplant. Ein weiteres wichtiges Thema zur Spannungslagert werden. Die Versuchsanordnung erlaubt

risskorrosion im Grenzbereich zwischen dem

eine Variation von wichtigen Einflussparametern

Schweissmaterial Inconel-182 und dem ferri-

auf die Rissinitiierung und das Risswachstum, ein

tischen Stahl des RDB ist der Einfluss von Verun-

besonders wichtiger Faktor ist die Temperatur. Es

reinigungen des Primärwassers durch mögliche

konnte mit den Versuchen gezeigt werden, dass

Chlorideinträge. Es wurde bereits früher gezeigt,

es bereits ab 100 °C zu einer relevanten Redukti-

dass unter den Bedingungen der Normalwasser-

on der Lebensdauer durch den Einfluss des Umge-

chemie für Siedewasserreaktoren bereits sehr ge-

bungsmediums kommen kann.

ringe Chloridkonzentrationen ausreichen können,

In weiteren Experimenten zum Einfluss des Umge-

um eine Rissverlängerung aus dem Inconel-182 in

bungsmediums auf die Schwingrisskorrosion wur-

das ferritische Grundmaterial auch bei relativ tie-

den der Einfluss der Haltezeiten auf die Rissinitiie-

fen Beanspruchungen zu ermöglichen. Für die

rung und das Risswachstum analysiert. Im Berichts-

Schweiz ist aber eher das Materialverhalten unter

zeitraum wurde insbesondere der Einfluss des Last-

den typischen Bedingungen der Wasserstofffahr-

verhältnisses aus Mittelspannung (resultierend aus

weise (HWC) für Siedewasserreaktoren von Inte-

dem Betriebsdruck) und den Betriebstransienten

resse. Die bisherigen Untersuchungen bestätigen

untersucht. Dabei wurde ein signifikanter Einfluss

die deutlich höhere Toleranz unter diesen Wasser-

bestimmter Lastfälle dokumentiert, die den bishe-

chemiebedingungen gegenüber möglichen Chlo-

rigen Kenntnisstand erweitern.

rideinträgen im Primärwasser.

Teilprojekt II: Spannungsrisskorrosion in Mischnähten Ein weiteres Projektziel von KORA-II sind Untersu-

Teilprojekt III: Initiierung von Spannungs­ korrosionsrissen in rostfreien und niedrig ­legierten Stählen

chungen zur Spannungsrisskorrosion an Mischnäh-

Im Berichtszeitraum wurden in diesem Teilpro-

ten. Diese Schweissnähte stellen eine Kombination

jekt gemäss Projektplan weitere

einer Nickelbasislegierung, hier Inconel-182, mit

chungen zu den mikrostrukturellen Vorgängen der

einem niedriglegierten ferritischen Stahl dar.

Spannungsrisskorrosion an niedrig legierten Stäh-

Im Rahmen von KORA-II wurden gemäss Projekt-

len durchgeführt. Von besonderem Interesse wa-

plan mehrere Referenzkörper für das internationa-

ren auch hier Untersuchungen zum Einfluss nied-

le PARENT-Projekt hergestellt, siehe Bericht zu PA-

riger Chloridkonzentrationen im Primärwasser. Für

RENT in Kapitel 1.1.6.

das Verständnis des Korrosionsmechanismus sind Spannungsrisskorrosi-

vor allem Experimente zum Passivierungsverhal-

on im Grenzbereich zwischen dem Schweissma-

ten unter den verschiedenen typischen Wasserche-

terial Inconel-182 und dem ferritischen Stahl des

miebedingungen wichtig (siehe auch Teilprojekt

Reaktordruckbehälters (RDB) wurden fortgesetzt.

II). Dazu wurde eine spezielle Versuchsanordnung

Bisher wurden diese Experimente überwiegend

aufgebaut, die es ermöglicht, in einer Mikrokapil-

unter moderaten Belastungen durchgeführt, die

lare die Rissinitiierung auf Gefügeebene experi-

mit dem Betriebsdruck korrelieren. Ein Untersu-

mentell zu beobachten. Damit konnte der Repas-

chungsschwerpunkt im Berichtsjahr war nun die

sivierungsvorgang einzelner Mikrorisse messtech-

Charakterisierung des Risswachstums unter hohen

nisch verfolgt werden. Der günstige Einfluss der

Beanspruchungen. Diese können aus einer Überla-

HWC-Fahrweise auf das Initiierungsverhalten un-

gerung des Betriebsinnendrucks mit zusätzlichen

ter Chlorideinwirkung konnte somit auch durch di-

Die Untersuchungen zur

24

Laboruntersu-

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011


rekte elektrochemische Messungen nachvollzogen

Ermüdung in wichtigen Strukturwerkstoffen von

werden.

Leichtwasserreaktoren. Andererseits geht es um

Im letzten Berichtsjahr des KORA-II-Projekts wur-

die Spannungsrisskorrosion, insbesondere um das

den die experimentellen Arbeiten zu den drei Teil-

damit verbundene Risswachstum in RDB-Misch-

projekten erfolgreich abgeschlossen und ausge-

nähten und um Grundlagenuntersuchungen zur

wertet. Im Teilprojekt II konnten allerdings nicht alle

damit verbundenen Rissbildung in ferritischen und

geplanten Versuche zur Spannungsrisskorrosion im

austenitischen Stählen.

Grenzbereich zwischen dem Schweissmaterial Inconel-182 und dem ferritischen Stahl des Reaktordruckbehälters (RDB) durchgeführt werden. In Abstimmung mit dem ENSI wurde der zeitkritischen Herstellung von Referenzkörpern für zerstörungs-

1.1.6 PARENT – Program to Assess the Reliability of Emerging Nondestructive Techniques

freie Untersuchungen (siehe Projekt PARENT) im Berichtsjahr eine höhere Priorität eingeräumt.

Auftragnehmer: Internationales Forschungsprojekt unter der Leitung der amerikanischen Auf-

Bedeutung des Projekts, Beitrag zur nuklearen Sicherheit

sichtsbehörde U.S.NRC ENSI-Projektbegleiter: Klaus Germerdonk

Die neue Kernenergiegesetzgebung der Schweiz sieht keine generelle Beschränkung der Betriebs-

Einleitung

dauer von Kernanlagen vor. Somit basiert die Ent-

PARENT beschäftigt sich mit den Anforderungen

scheidung für einen sicheren Betrieb der Kernan-

an moderne zerstörungsfreie Methoden zur Erken-

lagen primär auf technischen Erkenntnissen über

nung von betriebsbedingten Rissen. Insbesondere

den Zustand der Anlagen und deren Komponen-

Spannungs- und Schwingrisskorrosion an Misch-

ten. In diesem Umfeld kommt daher der Alte-

nähten aus Nickelbasislegierungen stellen hohe

rungsüberwachung und der Zustandsbeurteilung

Anforderungen an die Prüftechnik. Die Erfahrung

der sicherheitsrelevanten (und nicht oder schwer

zeigt, dass solche Risse zwar gefunden werden

austauschbaren) Komponenten eine erhöhte Be-

können, aber eine konservative Bestimmung der

deutung zu. Das Projekt KORA-II hat dazu einen

maximalen Risstiefe schwierig ist.

signifikanten Beitrag zu aktuellen Fragenstel-

Das internationale Projekt PARENT (Program to As-

lungen von Rissinitiierung und -wachstum un-

sess the Reliability of Emerging Nondestructive

ter realitätsnahen Wasserchemie- und Lastbedin-

Techniques) wurde im Jahr 2010 als Nachfolgepro-

gungen in den Kernkraftwerken geleistet. Die ent-

jekt des abgeschlossenen Projekts PINC ­(Program

sprechenden Erkenntnisse sind bereits in nationale

for the Inspection of Nickel Alloy Components) ge-

Regelwerke zur Alterungsüberwachung eingeflos-

startet. Thema ist die Leistungsfähigkeit der ver-

sen (Richtlinie ENSI-B01). Die Gegenüberstellung

fügbaren modernen Prüftechnik für diese Aufga-

zur Literatur und zu bestehenden internationalen

benstellung. Im Projekt PARENT werden auch die

Regelwerken zeigt, dass z.B. bisher ein höherer

offenen Fragen aus dem bereits abgeschlossenen

Grenzwert für die Temperatur angegeben wird, ab

PINC-Projekt weiter bearbeitet. Von besonderem

dem der Mediumseinfluss auf die Lebensdauer un-

Interesse ist die Methodik zur Risstiefenbestim-

ter Ermüdungsbeanspruchung zu berücksichtigen

mung für geometrisch komplexe Prüfsituationen.

ist. Durch die gute Vernetzung des Projekts ist si-

Dazu sind sogenannte Round-Robin-Versuche, also

chergestellt, dass die PSI-Ergebnisse bei der aktu-

vergleichende Versuche mehrerer Labors, gestartet

ellen Überarbeitung von internationalen Standards

worden. An den ausgewählten Prüfkörpern werden

(z.B. NUREG/CR-6909) berücksichtigt werden.

auch neuartige Techniken untersucht. Am Projekt beteiligen sich Aufsichtsbehörden sowie Betreiber

Ausblick

und Forschungseinrichtungen aus den USA, Korea,

Basierend auf den Erkenntnissen des KORA-Pro-

Japan, Schweden, Finnland und der Schweiz.

jekts, internationalen Erkenntnissen (siehe EPRIdem Aufsichtsbereich des ENSI zur Alterungsüber-

Projektziele des Berichtsjahres und wichtige Ergebnisse

wachung wurde das Folgeprojekt SAFE definiert.

Im Jahr 2011 wurde im Rahmen zweier Projekt-

SAFE befasst sich einerseits mit möglichen Umge-

sitzungen eine umfangreiche Testmatrix für die

bungseinflüssen auf die Bruchzähigkeit und die

Durchführung der Round-Robin-Versuche erarbei-

Bericht 1023012) sowie aktuellen Themen aus

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011

25


tet. Dazu wurden aus der Vielzahl an relevanten

rungen aufweisen, wie sie auch aus der bishe-

Mischnahtverbindungen in den Kernkraftwerken

rigen Betriebserfahrung in Kernkraftwerken be-

zwei Geometrien ausgewählt und für diese ca. 40

kannt ist.

Testkörper selektiert. Somit können geometrisch tiv komplexe Bodendurchführungen des Reaktor-

Bedeutung des Projekts, Beitrag zur nuklearen Sicherheit

druckbehälters (RDB) abgedeckt werden. Ein Teil

Aufgrund aktueller Schadensfälle in ausländischen

dieser Testkörper wurde speziell für das PARENT-

Kernkraftwerken an Inconel-182-Mischnähten be-

Projekt neu gefertigt. Die Testkörper wurden soge-

steht ein besonderes Interesse an einer robusten

nannten offenen und verdeckten Messreihen zu-

Prüftechnik für diese Aufgabenstellung. Auch aus

geteilt. Bei den offenen Testkörpern sind im Ge-

dem geplanten Langzeitbetrieb können sich mög-

gensatz zu den verdeckten Testkörpern die Fehler-

liche neue Anforderungen an die Leistungsfähig-

geometrien bekannt. Diese Testkörper sind damit

keit der eingesetzten zerstörungsfreien Prüftech-

insbesondere für die Validierung neuer Messtech-

nik ergeben. Das Projekt PARENT soll einen Beitrag

niken interessant. In der Testmatrix wird die Ab-

zu diesen aktuellen Fragestellungen leisten und

wicklung der Messkampagne, bei der über 20 La-

zu einer Weiterentwicklung und Optimierung der

bors und Prüffirmen in Europa, Asien und in den

Prüftechnik beitragen.

einfache Rohrleitungsübergänge, aber auch rela-

USA involviert sind, geregelt. Das ENSI hat mit dem Paul Scherrer Institut (PSI),

Ausblick

der Firma ALSTOM (Schweiz), dem Schweize-

Entsprechend dem Projektplan für PARENT star-

rischen Verein für technische Inspektionen (SVTI)

ten 2012 die Round-Robin-Versuche. Dazu kom-

und

Materialprüfanstalt

men auch ausgewählte Testkörper in die Schweiz.

(EMPA) eine Schweizer Beteiligung am PARENT-

An diesen z.T. über 100 kg schweren Testkörpern

Projekt abgestimmt. Als wesentlicher Schwei-

sind diverse zerstörungsfreie Messungen vorge-

zer Beitrag für das PARENT-Projekt sind spezielle

sehen. Die Messungen werden durch einen offi-

Testkörper aus dem Projekt KORA-II (siehe Kapitel

ziellen externen Fachmann überwacht. Für die

1.1.5) vorgesehen, die für offene Tests verwendet

Round-Robin-Versuche in Europa kommt die-

werden können. Dazu wurden im Berichtsjahr am

ser Fachmann von der schwedischen Qualifizie-

PSI insgesamt 8 Testkörper gefertigt. Diese neuar-

rungsstelle.

der

eidgenössischen

tigen Referenzprobekörper weisen realitätsnahe Spannungskorrosionsrisse auf, die durch sehr zeitaufwendige Versuche von bis zu 5 Monaten unter typischen Wasserchemiebedingungen von Siedeund Druckwasserreaktoren erzeugt wurden. Die

1.1.7 NORA – Noble Metal Depo­ sition Behaviour in Boiling Water Reactors

Versuche wurden abgebrochen, sobald der Riss auf eine gewünschte Grösse im Testköper ange-

Auftragnehmer: Paul Scherrer Institut PSI

wachsen war.

ENSI-Projektbegleiterin: Heike Glasbrenner

Im Rahmen der Schweizer Beteiligung wurden im

Bericht der Forscher in Anhang A

Berichtsjahr umfangreiche zerstörungsfreie Un-

Einleitung

körpern durchgeführt. Ziel war dabei insbeson-

Die Sicherheit und Lebensdauer von Leichtwasser-

dere die Bestimmung der maximalen Risstiefe, die

reaktoren werden massgeblich durch die Struk-

für die weitere Verwendung bei den Round-Ro-

turintegrität des Reaktordruckbehälters und der

bin-Versuchen erforderlich ist. Dazu wurden ver-

Hauptkühlmittelleitungen bestimmt. Die welt-

schiedene moderne Ultraschallverfahren sowie

weite Betriebserfahrung von Siedewasserreak-

eine Röntgentomographie eingesetzt. Zur Validie-

toren (SWR) zeigt, dass sich während des Reaktor-

rung und zum Vergleich der eingesetzten zerstö-

betriebes bei ungünstigen Randbedingungen un-

rungsfreien Prüftechniken wurde eine Probe auf-

ter dem Einfluss des Reaktorkühlmittels und der

gebrochen. Dabei konnte die zuvor zerstörungs-

thermomechanischen

frei gemessene Risstiefe bestätigt werden. Weiter-

sowie von Eigenspannungen Korrosionsrisse in

hin wurde gezeigt, dass die im Labor erzeugten

druckführenden Primärkreislaufkomponenten bil-

Risse die typische Rissoberfläche von interkristal-

den und ausbreiten können. Gleichzeitig kann sich

liner Spannungsrisskorrosion in Nickelbasislegie-

die Bruchzähigkeit des Materials unter dem Ein-

26

tersuchungen an den im PSI hergestellten Test-

Betriebsbeanspruchungen

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011


fluss der Neutronen-Bestrahlung, des Reaktorkühl­

Versuchsreihen gefahren, bei denen die Zugabe

mittels und der langen Betriebsdauer bei erhöh-

des Platins bzgl. Menge und Dosiergeschwindig-

ten Temperaturen mit zunehmendem Anlagenal-

keit zum Kreislauf variiert wurde. Die meisten der

ter verringern.

bei den Experimenten ausgelagerten Proben wur-

Ziel ist es, die Anfälligkeit von Reaktorkernein-

den bereits oberflächenanalytisch nachuntersucht.

bauten und Rohrleitungen auf Spannungsrisskor-

Die ersten Resultate zeigen, dass bei einer höheren

rosion (SpRK) durch die entsprechende Wahl der

Platin-Einspeiserate das Abscheideverhalten des Pt

wasserchemischen Randbedingungen zu minimie-

effektiver ist als bei einer geringeren Einspeiserate.

ren. Dies kann mit der klassischen Wasserstoffche-

Dies wird anhand eines niedrigeren Korrosionspo-

mie-Fahrweise (Hydrogen Water Chemistry HWC)

tenzials belegt, bei dem der Schutz vor SpRK ver-

realisiert werden, erfordert allerdings die Zuga-

bessert ist. Eine längere Voroxidationsphase der

be grosser Mengen an Wasserstoff, um das erfor-

Proben scheint ebenfalls die Pt-Konzentration an

derliche (sehr tiefe) Korrosionspotenzial an denje-

den Oberflächen der Proben zu erhöhen.

nigen Oberflächen zu erreichen, die mit Medium

Aufgrund der anfänglichen Schwierigkeiten mit

in Kontakt stehen. Unter anderem wird bei die-

dem neu konstruierten Hochtemperaturkreislauf

ser Fahrweise aber auch Stickstoff reduziert und

sowie einem Personalwechsel in Teilprojekt SP1

es kommt zu einer erhöhten Freisetzung von radi-

ist eine leichte Verzögerung im Vergleich zum ur-

oaktivem Stickstoff N-16. Dies hat wiederum hö-

sprünglich erstellten Projektplan feststellbar. Das

here Dosisleistungen als negativen Nebeneffekt

PSI geht aber davon aus, dass die wesentlichen

zur Folge.

Ziele dieses Projekts bis zum vorgesehenen Pro-

Bei dem sogenannten On-line-NobleChem TM

jektende erreicht sein werden.

(OLNC)Verfahren, welches in beiden SWR der Volllastbetriebs ein wasserlöslicher Platinkomplex

Bedeutung des Projekts, Beitrag zur nuklearen Sicherheit

dem Reaktorwasser in einem festgelegten Zeit-

Die Wirksamkeit der NobleChemTM-Technolo-

raum zugegeben. Im Idealfall schlägt sich Platin

gie in Kraftwerken ist noch nicht vollumfänglich

(Pt) gleichmässig auf den Oberflächen der Kernein-

nachgewiesen und verstanden. Laboruntersu-

bauten und Rohrleitungen nieder. Diese Edelme-

chungen haben gezeigt, dass bei einem stöchio-

tall-Partikel wirken als Katalysator, so dass bereits

metrischen Wasserstoffüberschuss und einer aus-

mit geringen Mengen an Wasserstoff das erforder-

reichenden Oberflächenbedeckung mit extrem

liche, niedrige Korrosionspotenzial erreicht wird.

fein verteilten Pt-Partikeln die Anfälligkeit gegen-

Unter diesen Randbedingungen kommt es radio-

über Spannungsrisskorrosion deutlich reduziert

logisch zu deutlich weniger Freisetzungen als bei

werden kann. Jedoch ist sehr wenig über das Abla-

der HWC-Fahrweise. Das Verfahren wurde von Ge-

gerungs- und Verteilungsverhalten sowie die Haft-

neral Electric (heute GE-Hitachi) entwickelt. Welt-

fähigkeit dieser Pt-Partikel unter Strömungsver-

weit wird es gegenwärtig bereits in vielen SWR an-

hältnissen, wie sie in einem Reaktor herrschen, be-

gewendet.

kannt. Deshalb befasst sich das Projekt NORA in-

Schweiz zum Einsatz kommt, wird während des

tensiv mit dem Ablagerungsverhalten von Pt unter

Projektziele des Berichtsjahres und wichtige Ergebnisse

simulierten SWR-Bedingungen in einem eigens da-

Die für das zweite Projektjahr vorgesehenen Pro-

alen SWR. Zudem wird eine zerstörungsfreie Tech-

jektziele konnten in den beiden Teilprojekten SP1

nik entwickelt, um Pt-Partikel auf verschiedenen

«Experimentelle Untersuchungen des Ablage-

Komponenten im Reaktor charakterisieren zu kön-

rungsverhaltens von Pt unter simulierten SWR-Be-

nen.

dingungen und in einem SWR» und SP2 «Entwick-

Diese Arbeiten des PSI sind für die Aufsicht wichtig,

lung einer zerstörungsfreien Charakterisierungs-

da das ENSI dadurch von einem unabhängigen For-

methode für Pt-Ablagerungen auf Reaktorkompo-

schungslabor Ergebnisse zu OLNC erhält. Da mitt-

nenten und chemische sowie mikroskopische Ana-

lerweile die Kernkraftwerke Mühleberg (KKM) und

lytik» weitestgehend erfüllt werden. Der eigens für

Leibstadt (KKL) die OLNC-Fahrweise anwenden, ist

dieses Projekt erstellte Hochtemperaturkreislauf

es umso wichtiger, möglichst alle beobachteten Ef-

(Abbildung 3) wurde im Laufe des Jahres aufgrund

fekte, die bei dieser Fahrweise bereits aufgetreten

der während des Einsatzes gewonnenen Erkennt-

sind, zu verstehen. Das Projekt NORA kann dazu

nisse weiter entwickelt. Insgesamt wurden acht

einen massgeblichen Beitrag liefern.

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011

für konzipierten Versuchskreislauf und in einem re-

27


Abbildung 3: Blick auf die Anlage des Hoch­temperatur­ kreislaufs im PSILabor für ­nuk­leare ­Materialen (Quelle: PSI).

Ausblick

des geringfügigen Rückstands zum eigentlichen

Im dritten Projektjahr sind für NORA folgende Ar-

Projektplan alle wesentlichen Fragestellungen bis

beiten geplant: Im Teilprojekt SP 1 werden im PSI-

zum Projektabschluss bearbeitet werden.

Kreislauf weitere Proben unter Zugabe von Pt ausgelagert und anschliessend analysiert. Um die Ergebnisse aus dem Vorjahr abzusichern, werden bestimmte Versuche wiederholt. Des Weiteren

1.1.8 PISA – Pressure Vessel Integrity and Safety Analysis

werden Proben, die im KKL-Kreislauf exponiert wurden, ausgebaut und am PSI nachuntersucht.

Auftragnehmer: Paul Scherrer Institut PSI

Im Teilprojekt SP 2 wird neben den aufwendigen

ENSI-Projektbegleiter: Klaus Germerdonk

Nachuntersuchungen der Proben mit der Entwick-

Bericht der Forscher in Anhang A

lung einer zerstörungsfreien Prüfmethode begonnen. Ziel ist es, das Ablagerungs- und Langzeitver-

Einleitung

halten von Pt nicht nur im Labor, sondern auch an

Als Voraussetzung für den Langzeitbetrieb der

realen Kraftwerksproben aus den Schweizer SWR

Schweizer Kernkraftwerke ist von den Betreibern

zu untersuchen. Diese Prüftechnik soll zunächst an

u.a. nachzuweisen, dass für Laufzeiten über 40 Jah-

Proben, die im PSI-Kreislauf ausgelagert wurden,

re hinaus die Integrität des Reaktordruckbehälters

getestet werden.

(RDB) für Normalbetrieb, Betriebsstörungen und

Die Literaturrecherche konnte bedingt durch die

pos­tulierte Auslegungsstörfälle gewährleistet bleibt.

personellen Änderungen nicht wie ursprünglich

Im Jahr 2009 wurde das neue Projekt PISA begon-

geplant im letzten Jahr abgeschlossen werden.

nen, das den Stand von Wissenschaft und Technik

Ende des Jahres 2012 soll ein Bericht vorliegen, in

auf dem Gebiet der Sprödbruch-Sicherheitsnach-

dem neben der Literaturrecherche auch eine Zu-

weise des RDB untersuchen soll. Daraus abgeleitet

sammenfassung von NobleChem -Anlagendaten

wurden erweiterte Messungen und Modellberech-

von KKL und KKM zusammengefasst sind.

nungen zur Strukturintegrität des RDB unter Lang-

Die Projektleitung des PSI ist überzeugt, dass trotz

zeitbedingungen durchgeführt.

TM

28

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011


Das Projekt beinhaltet folgende Teilprojekte:

die Neutronenbestrahlung. Die Literaturstudie dis-

❚ Untersuchungen zu fortschrittlichen Messme-

kutiert den Kenntnisstand zum Materialverhalten

thoden mit dem Ziel, den Versprödungsgrad des

bei höheren Fluenzen (die Fluenz dient als Mass

RDB-Materials an Materialproben zerstörungs-

für die akkumulierte Neutronenbestrahlung). Für

frei zu bestimmen,

den Langzeitbetrieb der Schweizer Kernkraftwerke

❚ Erstellen einer Literaturstudie zum aktuellen

sind in diesem Zusammenhang insbesondere die

Kenntnisstand der Schädigungsmechanismen

Vorhersagemodelle für den weiteren Schädigungs-

und Modelle der mikrostrukturellen Vorgänge

fortschritt und damit für das Versprödungsverhal-

bei Neutronenbestrahlung von RDB-Stählen,

ten von Bedeutung; dabei werden auch kleine Un-

❚ Untersuchungen von probabilistischen Metho-

terschiede in der Werkstoffzusammensetzung der

den, die im Rahmen der Sprödbruch-Sicherheits-

RDB-Stähle berücksichtigt. Weitere identifizierte

nachweise ergänzend zu den deterministischen

Themen beschäftigen sich z.B.mit den Randbe-

Nachweisen eingesetzt werden können.

dingungen des sogenannten «warm pre-stress»­Effekts. Dieser Effekt tritt bei einer Warmvorbelas­

Projektziele des Berichtsjahres und wichtige Ergebnisse

tung während einer Belastungstransiente auf und

In Vorstudien wurde gezeigt, dass ein spezieller Zu-

Das dritte Teilprojekt beschäftigt sich mit proba-

sammenhang zwischen dem thermoelektrischen

bilistischen Methoden zur Sicherheits- und Integ­

Effekt (Seebeck-Koeffizient) und dem Versprö-

ritätsbewertung des RDB. Dazu wurde im Berichts-

dungsgrad des untersuchten RDB-Materials vor-

jahr die Implementierung des bereits ausgewähl-

liegt. Daher wurde die Messung des Seebeck-Ko-

ten Software-Pakets weiter verfeinert. Unter der

effizienten als aussichtsreiche Methode eingestuft,

Verwendung von realistischen Parametern für

um an ausgebauten Surveillance-Proben (Kerb-

Thermoschock-Störfallanalysen wurden verschie-

schlagbiegeproben) den Versprödungsgrad zerstö-

dene Parameterstudien durchgeführt. Hintergrund

rungsfrei bestimmen zu können. Ziel der Arbeiten

sind postulierte Kühlmittelverlust-Störfälle, die zu

im Berichtszeitraum zum ersten Teilprojekt war die

relativ hohen mechanischen Belastungen des RDB

abschliessende technische Optimierung der Mess-

führen können. Mit den Modellen kann eine pos­

technik. Es wurde angestrebt, unter Laborbedin-

tulierte Materialversprödung durch die Neutro-

gungen belastbare Messungen an realen Bestrah-

nenbestrahlung berücksichtigt werden. Für die Be-

lungsproben durchzuführen.

rechnungen wurden kraftwerkstypische Materi-

Im Berichtszeitraum wurden weitere Verbesse-

alkennwerte und Geometrieverhältnisse gewählt

rungen der Messtechnik realisiert und mehrere

und Verteilungsfunktionen für die Eingangsgrös-

Messkampagnen an ausgewählten Referenzstü-

sen definiert. Die Ergebnisse der Modellrechnung

cken durchgeführt. Insbesondere erfolgten auch

liegen in Form von berechneten Wahrscheinlich-

Messungen an bestrahlten Original-Kerbschlag-

keiten für Rissinitiierung sowie ein späteres Bau-

proben des Kernkraftwerks Gösgen. Die Auswer-

teilversagen vor. In den Modellrechnungen wurden

tung der Messergebnisse zeigte, dass mit dem neu-

auch Vorhersagefunktionen zur weiteren Versprö-

en Aufbau messtechnisch bedingte Streuungen re-

dungszunahme berücksichtigt.

duziert und eine sehr gute Reproduzierbarkeit von

Die Projektziele im letzten Berichtsjahr des PISA-

Einzelmessungen erreicht werden konnte. Weiter-

Projekts zu den drei Teilprojekten wurden weitge-

hin wurde aber auch festgestellt, dass der Zusam-

hend erreicht. Die experimentellen Arbeiten zur

menhang von thermoelektrischem Effekt und Ver-

Optimierung der zerstörungsfreien Messtechnik

sprödungsgrad des Werkstoffes durch andere Ma-

zur Bestimmung des Versprödungsgrads wurden

terialeigenschaften beeinflusst wird. Ohne genaue

abgeschlossen. Die optimierte Messtechnik stand

Kenntnis dieser Einflüsse ist der Einsatz der Metho-

leider erst zum Projektende zur Verfügung, damit

de auf bestimmte Anwendungen begrenzt.

konnten nicht alle Messkampagnen durchgeführt

Im Rahmen des zweiten Teilprojekts wurde gemäss

werden. Die Ergebnisse der Literaturstudie aus

Projektplan eine Literaturstudie zum Thema RDB-

dem zweiten Teilprojekt wurden dem ENSI vorge-

Integrität durchgeführt. Unter dem Fokus Lang-

stellt, der zugehörige technische Bericht befindet

zeitbetrieb wurde der Stand von Wissenschaft und

sich in der Fertigstellung. Die Implementierung der

Technik zu relevanten Schädigungsmechanismen

probabilistischen Berechnungsmodule ist abge-

des RDB zusammengestellt. Von besonderem In-

schlossen, im Rahmen der Qualitätssicherung wur-

teresse ist dabei die Materialversprödung durch

de ein Vergleich mit internationalen Referenzmo-

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011

beeinflusst den Risswiderstand.

29


dellen erfolgreich durchgeführt. Weitere Plausibili-

Einleitung

tätsüberprüfungen zur durchgeführten Parameter-

Bei den Werkstoffen des Reaktordruckbehälters

studie sollen im Folgeprojekt bearbeitet werden.

(RDB) im kernnahen Bereich führen die Bestrahlung mit schnellen Neutronen und die darauf fol-

Bedeutung des Projekts, Beitrag zur nuklearen Sicherheit

genden Reaktionen im Material zu einer Abnahme

Die Strukturintegritätsnachweise des RDB un-

RDB-Werkstoffe werden durch ein spezielles Über-

ter Berücksichtigung der Werkstoffalterung sind

wachungsprogramm zeitlich voreilend geprüft und

insbesondere für den geplanten Langzeitbetrieb

quantifiziert. Die Ergebnisse fliessen in den sicher-

der Schweizer Kernkraftwerke sehr wichtig. Da-

heitstechnischen Nachweis der strukturellen Integ­

bei ist eine Vielzahl von Einflussgrössen zu beach-

rität des RDB und in die betrieblichen An- und Ab-

ten. ­Neben den Aspekten der werkstoffkundlichen

fahrbegrenzungen sowie in die Mindesttempera-

­Alterung müssen auch die Nachweisgrenzen und

tur-Festlegung der wiederholten Druckprüfung

Mess­unsicherheiten der eingesetzten zerstörungs-

des Reaktorkühlsystems ein.

freien Messtechniken berücksichtigt werden. PISA

Der wesentliche Werkstoffkennwert bei der

ist in internationale Projekte zur Beurteilung mo-

Sprödbruchabsicherung des RDB ist die Zähig-

derner probabilistischer Modelle für Strukturinteg­

keit bzw. die Bruchzähigkeit kIC. Die kIC, T-Kurve

ritätsnachweise eingebunden. Im Rahmen des

(ASME kIC-Kurve Section XI) für den jeweiligen

der Zähigkeit. Diese Materialveränderungen der

­Projekts PISA wurden wichtige Fragestellungen

Werkstoff wird nach dem klassischen RTNDT- oder

identifiziert, die im Folgeprojekt bearbeitet werden

dem Master­kurve-Konzept RTT0 bzw. RTref indi-

sollen. Damit sollen auch der Kompetenzerhalt

ziert. Die klassische RTNDT-Methode ermittelt auf

und Wissensausbau (Forschung) auf dem Gebiet

indirektem, halbempirischem Weg eine Referenz-

der Sprödbruch-Sicherheitsnachweise des RDB in

temperatur und beruht auf der gesicherten An-

der Schweiz sichergestellt werden.

nahme, dass der aktuelle Werkstoffzustand durch die Indexierung der unteren Grenzkurve der

Ausblick

Bruchzähigkeit mit RTNDT erfasst werden kann. Die

Der Aufbau einer zerstörungsfreien Messtechnik zur

moderne ­Masterkurve-Methode ermöglicht die

Bestimmung des Versprödungsgrads durch Messung

direkte Bestimmung der Bruchzähigkeit an unbe-

des Seebeck-Koeffizienten ist nach Einschätzung des

strahltem und bestrahltem Werkstoff sowie der

ENSI im Rahmen des Forschungsprojekts PISA ab-

auf den aktuellen Werkstoffzustand justierten Re-

geschlossen. Es konnte gezeigt werden, dass mit-

ferenztemperatur. Die Masterkurve-Methode ba-

tels dieser thermoelektrischen Messung der Versprö-

siert auf werkstoffwissenschaftlichen und statis­

dungsgrad an bestrahlten Kerbschlagbiegeproben

tischen Modellen.

unter Laborbedingungen ermittelt werden kann.

Die Anwendung der Masterkurve-Methode ist in

Basierend auf den Ergebnissen der Literaturstudie

der ENSI-Richtlinie B01 geregelt und wird als Alter-

soll sich das Nachfolgeprojekt auf spezifische Fra-

native zum klassischen Verfahren vom ENSI akzep-

gestellungen zur RDB-Integrität fokussieren. Da-

tiert. Obwohl die Masterkurve-Methode wesent-

bei sollen vertieft moderne probabilistische Mo-

liche Vorteile gegenüber der klassischen Methode

delle beurteilt und mit eigenen Berechnungen er-

bietet, gibt es noch einige offene Fragen. Insbe-

gänzt werden. Von Interesse ist die Diskussion der

sondere der Einfluss von inhomogenem Material

berechneten Sicherheitsmargen, dabei sollen ins-

(Mehrlagenschweissgut) auf die Bestimmung der

besondere die spezifischen Randbedingungen für

Bruchzähigkeit und Referenztemperatur ist bisher

den Langzeitbetrieb berücksichtigt werden.

wenig untersucht.

1.1.9 Bruchmechanische Bewertung von ReaktordruckbehälterMehrlagenschweissnähten

Projektziele des Berichtsjahres und wichtige Ergebnisse Das Projektziel besteht in der Überprüfung der Anwendbarkeit der Masterkurve-Methode für RDBMehrlagenschweissnähte und der Validierung notwendiger Sicherheitsmargen bei Anwendung

sendorf

der Methode im Rahmen der Sprödbruch-Sicher-

ENSI-Projektbegleiter: Dietmar Kalkhof

heitsnachweise des RDB. In den schweizerischen

Bericht der Forscher in Anhang A

Kernkraftwerken sind die Bestrahlungsproben des

30

Auftragnehmer: Helmholtz-Zentrum Dresden-Ros-

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011


Schweissmaterials überwiegend derart orientiert,

grosser Bedeutung. Die Sicherheit des RDB muss zu

dass sich die Rissfortschrittsrichtung in Schweiss-

jedem Zeitpunkt gewährleistet und nachweisbar

richtung befindet (TL). Bei dieser Probenorientie-

sein. Diese Forderung gilt für den bestimmungsge-

rung umfasst die Rissfront mehrere Schweisslagen

mässen Betrieb und bei Störfällen, besonders beim

mit einem makroskopisch inhomogenen Gefüge,

postulierten Kühlmittelverlust-Störfall.

für welches die Masterkurve-Methode streng ge-

Bei der Auswertung der Ergebnisse wurde fest-

nommen nicht gilt. Im Jahr 2011 wurde deshalb

gestellt, dass bei Datensätzen von Proben aus un-

experimentell untersucht, ob TL-orientierte Proben

terschiedlichen

für die bruchmechanische Prüfung von Schweiss-

Schweisslagen) mit einer grösseren Streuung der

material nach der Masterkurve-Methode geeignet

Bruchzähigkeitswerte gerechnet werden muss als

sind.

bisher angenommen. Diese vom Material verur­

Die bruchmechanischen Versuche vom Vorjahr

sachte Streuung ist in der gemäss Prüfstandard

mit TL-orientierten Proben wurden 2011 fort-

der Masterkurve-Methode ermittelten Standard-

gesetzt und abgeschlossen. Zum Vergleich der

abweichung nicht enthalten. Bei der Verwendung

Messergebnisse wurden gleichartige Versuche

der Methode im Rahmen der Sprödbruch-Sicher-

mit TS-orientierten Proben (Rissfortschritt in Di-

heitsnachweise des RDB muss diese Streuung an-

ckenrichtung, senkrecht zur Schweissrichtung)

gemessen berücksichtigt werden. Die Vorgehens-

durchgeführt. In den TS-Proben umfasst die Riss-

weise bei Anwendung der Masterkurve-Metho-

front homogenes Gefüge von einer bestimmten

de zum Sprödbruch-Sicherheitsnachweis des RDB

Schweisslage. Auch diese Versuche sind abge-

wurde in der Richtlinie ENSI-B01 entsprechend an-

schlossen und ausgewertet. Nach Abschluss

gepasst.

Dickenlagen

(unterschiedliche

der Experimente wurden die Ergebnisse an den TL- und TS-orientierten Proben verglichen, und

Ausblick

es wurden einige Schlussfolgerungen abgelei-

Die wesentlichen Untersuchungen und Auswer-

tet. Die mittels TL-Proben bestimmten Referenz-

tungen des ursprünglich geplanten Versuchspro-

temperaturen liegen leicht über den Werten der

grammes wurden vom Auftragnehmer fachge-

TS-Proben. Es wurde ermittelt, dass die Bruch-

recht durchgeführt. Die Ergebnisse fanden Ein-

zähigkeitswerte der TL-Proben geringere Streu-

gang in die Anforderungen des ENSI bei der An-

ungen aufweisen als die entsprechenden Werte

wendung der Masterkurve-Methode zum Spröd-

der TS-Proben. Damit wird bestätigt, dass auch

bruch-Sicherheitsnachweis des RDB.

mit den TL-orientierten Proben aus mehrlagigen

Es wurden ergänzende Untersuchungen mit dem

Schweiss­verbindungen bruchmechanische Kenn-

Auftragnehmer vereinbart, die einige der bishe-

werte mit der Masterkurve-Methode bestimmt

rigen Erkenntnisse weiter absichern sollen. Zu-

werden können.

nächst werden die Kerbschlag-Biegeversuche mit

Ein weiterer Schwerpunkt 2011 waren die frakto-

TL- und TS-orientierten Proben ausgewertet und

grafischen und metallografischen Untersuchungen

mit den Ergebnissen der bruchmechanischen Un-

zur Verteilung der Rissinitiierungsorte entlang der

tersuchungen verglichen. Weiterhin sind zusätz-

Rissfront. An einer repräsentativen Anzahl von Pro-

liche fraktografische und metallografische Unter-

ben wurde untersucht, ob spezielle mikrostruktu-

suchungen vereinbart worden. Die Bewertung,

relle Bereiche vorkommen, in denen die Risse be-

wie das Gefüge des Schweissgutes die Rissinitiie-

vorzugt starten. Es wurde jedoch festgestellt, dass

rungsorte beeinflusst, soll unter anderem damit

sowohl für die TL- als auch für die TS-orientierten

validiert werden.

Proben die Rissinitiierungsorte über der gesamten

Für die Untersuchungen wurde Schweissmate-

Rissfront statistisch gleichmässig verteilt sind. Da-

rial einer Umfangschweissnaht des nicht in Be-

mit wird eine weitere Bedingung für die Anwen-

trieb genommenen RDB der deutschen Anlage

dung der Masterkurve-Methode zur bruchmecha-

Biblis C verwendet. Bei der Auswertung der Un-

nischen Prüfung erfüllt.

terlagen zur Herstellung der Schweissnaht ergaben sich einige offene Punkte, die weiter abzu-

Bedeutung des Projekts, Beitrag zur nuklearen Sicherheit

klären sind.

Die Integrität des RDB ist zur Gewährleistung der

programmes wurde vom ENSI die Laufzeit des

Kernkühlung und als eine der mehrfachen Barrie-

Vertrages bis zum 31. Dezember 2012 verlän-

ren, die das radioaktive Inventar einschliessen, von

gert.

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011

Aufgrund

des

erweiterten

Untersuchungs­

31


1.2 Interne Ereignisse und Schäden

der Schädigungen und der Wirksamkeit vorbeugender Massnahmen zu erreichen,

Die Projekte in diesem Bereich werden von der Or-

❚ Allgemeine Hintergrund-Informationen zu Kom-

ganisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit

ponenten und Schädigungsmechanismen zu

und Entwicklung (OECD) koordiniert. Sie fördern den internationalen Erfahrungsaustausch über Störfälle in Kernkraftwerken sowie über Schäden

sammeln, ❚ Zusammenfassende Berichte zu den Schädi-

gungsmechanismen zu erstellen.

an Komponenten, die Störfälle auslösen können.

Wie im SCAP-Projekt sollen im CODAP-Projekt

Dazu werden themenspezifische Datenbanken

Ressourcen für die Auswertung der Datenbank

aufgebaut, in die systematisch Schadensfälle und

und die Erstellung von «Commendable Practi-

Ereignisse aus den teilnehmenden OECD-Staaten

ces» bereitgestellt werden. Das Projekt geht da-

eingegeben werden. Die Daten werden anschlies-

mit über eine reine Datensammlung hinaus und

send ausgewertet mit dem Ziel, auf der Basis ei-

kann so eine gemeinsame Basis für das Verständ-

ner grösseren Anzahl von Fällen systematische Hin-

nis von Alterungs- und Schädigungsmechanismen

weise auf Ursachen und Häufigkeiten von Schäden

von mechanischen Ausrüstungen in Kernkraftwer-

bzw. Störfällen zu erhalten. Ein Zusammenschluss

ken schaffen.

auf internationaler Basis ist dazu notwendig, weil die relevanten Ereignisse und Schäden in Kernkraftwerken selten sind.

Projektziele des Berichtsjahres und wichtige Ergebnisse Zur OPDE-Datenbank wurden 2011 noch einige Datensätze hinzugefügt, ausstehend ist auch noch

1.2.1 OECD CODAP – Component Operational Experience, Degradation and Ageing Programme

die Übersetzung von rund 100 französischen Datensätzen ins Englische. Die vorhandenen Daten aus OPDE und SCAP-SCC der teilnehmenden Länder wurden in eine neue gemeinsame CODAP-Vorkommnisdatenbank (Event-Database) übertragen.

Auftragnehmer: OECD-NEA

Dazu wurde ein Leitfaden (CODAP Coding Guide-

ENSI-Projektbegleiterin: Susanne F. Schulz

line) erstellt, der sich im Wesentlichen an demjenigen des OPDE-Projekts orientiert und die Inhalte

Einleitung

der neuen Datenbank definiert. Anders als die OP-

Das CODAP-Projekt der OECD/NEA ist das Nach-

DE-Datenbank wird die neue CODAP-Datenbank

folgeprojekt der abgeschlossenen Schadensda-

ganz auf einer Internet-Plattform der OECD-NEA

tenbank-Projekte OPDE (OECD Piping Failure Data

laufen. Der Betrachtungsumfang erstreckt sich

Exchange Project) und SCAP-SCC (Stress Corro-

auf die druckführende Umschliessung von mecha-

sion Cracking and Cable Ageing Project, Teilpro-

nischen Komponenten aus sicherheitstechnisch

jekt Spannungsrisskorrosion). Es wurde im Juni

klassierten Bereichen, wobei auch unklassierte

2011 begonnen und übernimmt die in den Vor-

Komponenten einbezogen werden, wenn diese zu

gängerprojekten

Überflutungen oder anderen sicherheitstechnisch

gesammelten

Schadensdaten

der beteiligten Mitgliedsländer. Am CODAP Pro-

relevanten Vorkommnissen beigetragen haben.

jekt sind nach derzeitigem Stand zwölf Länder be-

Ein Hauptarbeitspunkt im Jahre 2011 war die Ge-

teiligt: Deutschland, Frankreich, Schweden, Süd-

staltung der Datenfelder für die Event-Database, in

korea, USA, Schweiz, Finnland, Spanien, Taiwan,

der die einzelnen Schadensfälle erfasst werden sol-

Kanada, Tschechien und Japan. Es gibt möglicher-

len. Die Zahl der Datenfelder sollte möglichst ge-

weise weitere insbesondere europäische Länder,

ring gehalten werden und sich auf die für die ver-

die eine Teilnahme anstreben. Bereits jetzt ist ein

schiedenen Auswertungen nützlichen Felder kon-

grosser Teil der Kernkraftwerke westlicher Bauart

zentrieren.

durch die beteiligten Länder im Projekt vertreten.

Datenfelder, die sich aus der Instandhaltungs-

Die Ziele des CODAP-Projektes sind:

praxis heraus nicht füllen lassen, aber wesentlich

❚ Informationen zu Schadensfällen an passiven

zum Verständnis des Schädigungsmechanismus

metallischen Komponenten von Kernkraftwer-

sind, sollen in eine zusätzliche Wissensdatenbank

ken in einer Datenbank zu sammeln,

(Knowledge-Database) integriert werden, deren Aufbau sich an derjenigen des SCAP-SCC-Projekts

Verständnis der Ursachen und Auswirkungen

orientiert. So sind gewisse, für das Verständnis von

32

❚ Informationen auszuwerten, um ein besseres

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011


strömungsunterstützer Korrosion (Flow-Assisted

den herausgegeben werden. Für das CODAP-Pro-

Corrosion FAC) gewünschte, Datenfelder in der In-

jekt werden weiter Daten zu Schadensfällen ge-

standhaltungspraxis nicht verfügbar, wie zum Bei-

sammelt und es wird mit der Arbeit an der Wis-

spiel für detaillierte lokale Strömungsverhältnisse.

sensdatenbank begonnen.

In der Wissensdatenbank werden daher auch Er-

Für die Schweiz ist vorgesehen, die Betreiber der

kenntnisse aus Laborversuchen und Forschungs-

Kernkraftwerke in das CODAP-Projekt einzubin-

projekten berücksichtigt, soweit diese veröffent­

den. Zum einen können dann die Daten aus Scha-

licht sind oder von den Teilnehmern zur Verfügung

densfällen aus erster Hand in die Schadensdaten-

gestellt werden. Eigene Laborversuche innerhalb

bank eingetragen werden, zum anderen steht den

des CODAP-Projekts sind nicht vorgesehen.

Betreibern eine weitere Quelle für die Auswertung der internationalen Betriebserfahrung für die In-

Bedeutung des Projekts, Beitrag zur nuklearen Sicherheit

standhaltung und Alterungsüberwachung zur Verfügung.

Die aktuelle Version der Event-Database des CODAP-Projekts umfasst über 4300 Datensätze von Schäden an mechanischen Ausrüstungen, 90 davon aus der Schweiz. Inbegriffen sind unter anderem die Daten der in den 1980er-Jahren ausgetauschten Umwälzschleife des Kernkraftwerks

1.2.2 OECD COMPSIS – Exchange of Operating Experience Concerning Computer-based Systems Important to Safety

Mühleberg, die zu typischen klassischen Fällen von Spannungsrisskorrosion in Siedewasseranla-

Auftragnehmer: OECD-NEA

gen zählen. Die Datenbank trägt so auch zum Wis-

ENSI-Projektbegleiter: Rudolf Jäggi

senserhalt über frühere Schadensfälle bei. Für das ENSI steht mit der Datensammlung und

Einleitung

der Hintergrundinformation eine direkte und ak-

Im COMPSIS-Projekt der Nuclear Energy Agen-

tuelle Quelle der internationalen Erfahrung mit

cy (NEA) der OECD wurde eine internationale

Schadensfällen an klassierten mechanischen Aus-

­Datenbank über Betriebserfahrungen mit com-

rüstungen zur Verfügung. Diese kann unmittelbar

puterbasierten Systemen in Kernkraftwerken er-

angewendet werden zur Beurteilung von:

stellt. Die Daten wurden erweitert und ausgewer-

❚ Instandhaltungsprogrammen und -massnahmen,

tet. In der Projektphase von 2008 bis 2011 war

❚ W iederholungsprüfprogrammen,

die Zusammensetzung der Teilnehmerländer fol-

❚ Alterungsüberwachungsprogrammen,

gendermassen: Deutschland, Finnland, Schwe-

❚ Qualifizierungsfehlern für zerstörungsfreie Prü-

den, Südkorea, Taiwan, Ungarn, USA und die

fungen, ❚ Risikoinformierte Anwendungen in der Instand-

haltung, ❚ Quantifizierung von Schadensfällen im Rahmen

der probabilistischen Sicherheitsanalyse.

Schweiz. Das Projekt wird von einer Gruppe von Fachleuten aus den Teilnehmerländern gesteuert («Steering Group», SG). Die SG wird vom norwegischen Institut für Energietechnik (IFE) unterstützt, welches als Operating Agent (OA) auch für

Bei der Beurteilung von meldepflichtigen Schäden

die Betreuung der Datenbank und die Qualitätssi-

trägt das Projekt dazu bei, die Ursachenuntersu-

cherung der Daten verantwortlich ist. Das IFE be-

chungen und die Folgemassnahmen der Betreiber

treibt unter anderem auch den Forschungsreak-

zu bewerten.

tor in Halden und organisiert das dazugehörige

Ein von allen Teilnehmern erkannter wichtiger Ne-

OECD-Halden-Projekt. Die Inhalte der COMPSIS-

benaspekt beim Projekt CODAP ist der damit mög-

Datenbank sind nur von den bezeichneten Mit-

liche Wissens- und Erfahrungstransfer an die nach-

gliedern der Steering Group und dem Operator

folgende Generation von Nuklearingenieuren, da-

Agent einsehbar.

mit das Wissen aus früheren Schadensfällen nicht durch den Personalwechsel verloren geht.

Projektziele des Berichtsjahres und wichtige Ergebnisse

Ausblick

Das im Jahr 2009 definierte Hauptziel für die Erfas-

2012 werden noch ein Projekt-Abschlussbericht

sung und Bereitstellung von weiteren Daten konn-

für das OPDE-Projekt erstellt und eine weitere ab-

te im Jahr 2010 und 2011 stark verbessert werden.

schliessende CD mit Daten zu Rohrleitungsschä-

Im Jahr 2011 wurden noch weitere 19 Schadens-

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011

33


ereignisse erfasst. Mit Stand Ende 2011 sind somit insgesamt 97 Ereignisse erfasst worden. Davon sind 82 Meldungen überprüft und in der Daten-

1.2.3 OECD ICDE – International Common-Cause Failure Data Exchange

bank für die Mitgliedländer zugänglich. Die restlichen 15 Ereignisse werden nach den Kriterien der

Auftragnehmer: OECD-NEA

Datenerfassungs-Richtlinien (Coding Guidelines)

ENSI-Projektbegleiter: Roland Beutler

durch das Team des OA geprüft und anschliessend in die Datenbank aufgenommen. Von der Schweiz

Einleitung

ist bis jetzt lediglich ein Ereignis eingegeben wor-

Das International Common-Cause-Failure-Data-

den, was unter anderem daran liegt, dass erst bei

Exchange-Projekt (ICDE) wird seit 1998 unter der

einem Werk der Reaktorschutz in digitaler Leit-

Federführung der OECD Nuclear Energy Agen-

technik ausgerüstet wurde.

cy betrieben. Generelles Ziel dieses Projekts ist

Die Mitglieder der SG des Projekts COMPSIS ha-

die Förderung des internationalen Erfahrungsaus-

ben im Rahmen ihres letzten Meetings im Novem-

tausches über sogenannte Common-Cause-Failu-

ber einen Bericht über die vergangene Projektpha-

re-Ereignisse (CCF). Dies sind Ereignisse, bei de-

se verfasst. Der Bericht wurde per Ende Jahr 2011

nen gleichartige Fehler an mindestens zwei Kom-

zu Handen des Committee for the Safety of Nucle-

ponenten aufgrund einer gemeinsamen Ursache

ar Installations (CSNI) eingereicht.

auftreten. Im Projekt werden Daten zu CCF-Ereignissen von verschiedenen Komponententypen

Bedeutung des Projekts, Beitrag zur nuklearen Sicherheit

gesammelt, ausgewertet und die Erkenntnisse in

Das Projekt soll Daten zu Ausfällen und Fehlern in

sich am ICDE-Projekt neben der Schweiz zehn wei-

digitalen Leittechniksystemen in einer Datenbank

tere Länder, in denen der Grossteil der weltweiten

bereitstellen. Diese Datenbank liefert Informati-

Kernkraftwerke betrieben wird. Das Projekt wird

onen über die Grundursachen und Fehlerarten und

durch Beiträge der beteiligten Länder finanziert.

über die wechselseitige Beeinflussung von Hard-

Die Phase VI des Projekts wurde im April 2011 ge-

ware und Software. Die Datensammlung erfolgt

startet und wird bis Dezember 2014 dauern.

Projektberichten veröffentlicht. Zurzeit beteiligen

unabhängig von der Sicherheitsrelevanz der LeitDie COMPSIS-Datenbank liefert Informationen

Projektziele des Berichtsjahres und wichtige Ergebnisse

über die Betriebserfahrung vieler Kernkraftwerke

Aufgrund der Fukushima-Ereignisse wurde das

aus verschiedenen Ländern. Diese Erkenntnisse

­erste der beiden jährlichen ICDE-Projekt-Treffen

können auch bei der Begutachtung und bei In-

im Frühjahr 2011 annulliert. Daher haben sich ver-

spektionen von rechnerbasierten Systemen ver-

schiedene Arbeiten verzögert. Im Jahr 2011 konn-

wendet werden.

ten insbesondere folgende Arbeiten durchgeführt

systeme, um eine grössere Datenbasis zu erhalten.

werden:

Ausblick

❚ Datenerfassung: Im Berichtsjahr wurden wei-

Die laufende Projektphase (2008–2010/11) wur-

tere Ereignisse in die ICDE-Datenbank aufge-

de mit dem Bericht per Ende November 2011 ab-

nommen. Die Datenbank enthält insgesamt an-

geschlossen. Der Bericht konnte bis zur CSNI-Sit-

nähernd 1600 potenzielle oder effektive CCF-Er-

zung im Dezember nicht von allen Mitgliedern der

eignisse für 10 verschiedene Komponententypen.

Programme Review Group eingesehen werden

❚ Kodierungsrichtlinien: In den sogenannten

und soll voraussichtlich an der nächsten Sitzung

Kodierungsrichtlinien werden die Anforderun­

dem CSNI vorgelegt werden. Die Weiterführung

gen an die Datenerfassung von spezifischen

des COMPSIS-Projekts ist wegen mangelnder Be-

Kom­ponententypen festgelegt. Von Zeit zu Zeit

teiligung der Mitgliedsländer fraglich. Der defini-

werden diese Kodierungsrichtlinien überarbei-

tive Entscheid darüber soll im Juni 2012 anlässlich

tet. Wie geplant wurde an der Entwicklung der

des nächsten Treffens gefasst werden. Damit die

folgenden Kodierungsrichtlinien gearbeitet:

Erkenntnisse aus dem COMPSIS-Projekt weiter ge-

– Eine neue Version der Kodierungsrichtlinie für

nutzt werden können, soll auch geprüft werden,

den Komponententyp Lüfter liegt vor und wur-

ob eine Zusammenlegung mit anderen Projekten

de den teilnehmenden Ländern zur Stellung-

sinnvoll wäre.

nahme geschickt. – Eine überarbeitete Version der Kodierungs-

34

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011


richtlinie für den Komponententyp Frisch-

stehen und um mögliche Massnahmen zur Verhin-

dampf-Absperrventile wurde erstellt.

derung oder zur Eingrenzung der Auswirkungen

– Die generelle Kodierungsrichtlinie (Dokument

zu ergreifen. Die ausgewerteten Ereignisse können

ICDE CG00-09) zum allgemeinen Vorgehen

zudem für die Quantifizierung der Wahrscheinlich-

bei der Datensammlung wurde bearbeitet. Die

keit von CCF, wie sie für die probabilistischen Si-

letzte öffentliche Version vom Jahr 2004 ist auf

cherheitsanalysen (PSA) benötigt wird, genutzt

der ICDE-Projekt-Webseite verfügbar.

werden.

❚ Komponentenberichte: Zu jedem betrachteten

Komponententyp wird im Rahmen des ICDE-Pro-

Ausblick

jekts ein sogenannter Komponentenbericht er-

Folgende Ziele sind für das nächste Jahr angesetzt:

stellt. Aufgrund der vom ICDE gesammelten Da-

❚ Die neue Version des Komponentenberichts

ten werden darin zum Beispiel die häufigste Art

zu Kreiselpumpen soll als NEA/CSNI-Bericht im

der Fehleridentifizierung oder die wesentlichen Fehlermechanismen von CCF dargelegt. Im Berichtsjahr wurden folgende Komponentenberichte bearbeitet: – Unter der Leitung von Schweden wurde eine neue Version des Komponentenberichts zu

Frühling 2012 veröffentlicht werden. ❚ Der letzte Entwurf der Kodierungsrichtlinie für

den Komponententyp Lüfter soll erstellt werden. ❚ Die Datensammlung für den Komponententyp

Frischdampf-Absperrventile soll nach einer Testphase im Jahr 2012 beginnen.

Wärmetauschern erstellt. – Unter der Leitung der U.S.NRC wird der Komponentenbericht für den Komponententyp Steuer-

1.2.4 OECD FIRE – Fire Incident Record Exchange

stabantriebe entworfen. Ein neuer Entwurf des Berichts (Version 3, September 2011) liegt vor. – Der letzte Entwurf des überarbeiteten Kompo-

Auftragnehmer: OECD-NEA ENSI-Projektbegleiterin: Annette Ramezanian

nentenberichts zu Kreiselpumpen wurde den teilnehmenden Ländern verteilt.

Einleitung

❚ Übergeordnete Projektberichte: Im Rahmen

Das Ziel des Projektes «OECD Fire Incident Record

des ICDE-Projektes werden auch Berichte er-

Exchange» (OECD FIRE) ist die Erhebung und die

stellt, die übergeordnete Aspekte des Projekts

Analyse von Daten zu Brandereignissen in Kern-

beschreiben (wie z. B. Projektbeschreibung,

kraftwerken der OECD-Mitgliedsstaaten. Das Pro-

Qualitätssicherung, Berichterstattungskriterien).

jekt soll dazu beitragen, die Ursachen, die Ausbrei-

Im Berichtsjahr wurde folgender übergeordneter

tung und die Auswirkungen von Bränden besser

Bericht bearbeitet:

zu verstehen. Es ist zudem darauf ausgerichtet,

– Eine aktualisierte Version des übergeordneten

die Brandverhütung weiter zu optimieren und die

Berichtes zum ICDE-Projekt (Dokument ICDE

phänomenologische und statistische Basis für Pro-

PR00: Summary of the ICDE Project) wurde auf

babilistische Sicherheitsanalysen (PSA) von Kern-

die öffentliche Webseite des ICDE-Projekts auf-

kraftwerken zu verbessern. Die in OECD FIRE ent-

geschaltet.

wickelte Datenbank steht denjenigen Staaten zur

Die im Rahmen des ICDE-Projekts im Jahr 2011

Verfügung, die Daten beisteuern. Derzeit sind dies

­gesammelten und ausgewerteten Erfahrungen

Deutschland, Finnland, Frankreich, Japan, Kanada,

­bezüglich CCF-Ereignissen lieferten keinen Anlass,

Niederlande, Schweden, Schweiz, Spanien, Südko-

Massnahmen in den schweizerischen Kernkraft-

rea, Tschechien und die USA.

werken zu ergreifen. Das Budget für das Jahr 2011 wurde eingehalten.

Projektziele des Berichtsjahres und wichtige Ergebnisse

Bedeutung des Projekts, Beitrag zur nuklearen Sicherheit

Planmässig wurden im Jahr 2011 Daten zu wei-

CCF-Ereignisse haben ein hohes Schädigungspo-

Ereignisse wurden von den entsprechenden Län-

tenzial, denn sie können die Funktion mehrerer re-

dervertretern während einer Projektsitzung vertieft

dundanter Stränge eines Sicherheitssystems beein-

dargestellt. Im Rahmen der Projektsitzung wurde

trächtigen. Im Rahmen des ICDE-Projekts werden

eine Kategorisierung von Komponenten für die

CCF-Ereignisse über längere Zeiträume gesammelt

FIRE-Datenbank verabschiedet. Auf dieser Grund-

und ausgewertet, um die Ursachen besser zu ver-

lage wurden die weiteren Schritte zur Bestimmung

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011

teren Brandereignissen gesammelt. Einige dieser

35


komponentenbezogener

Brand-Eintrittshäufig-

betracht der geringen Anzahl neuer Brandereig-

keiten diskutiert (Möglichkeit der Erhebung der

nisse kommt dieser Möglichkeit, die Datenbasis

Anzahl von Komponenten in Kernkraftwerken, Er-

zu verbreitern, eine grosse Bedeutung zu. Als Ziel

hebung der erfassten Zeiten des Lastbetriebs und

für das Jahr 2012 ist der Abschluss der Auswer-

des Stillstands von Kernkraftwerken). Die Auswer-

tungen der Datenbank bezüglich hochenerge-

tung der Datenbank bezüglich raumbezogener

tischer Lichtbögen vorgesehen. Als weiteres Ziel

Brand-Eintrittshäufigkeiten

abgeschlos-

wird die ­Bestimmung komponentenbezogener

sen. Der Bericht (Topical Report) zu hochenerge-

wurde

Brand-Eintrittshäufigkeiten angestrebt. Da dies

tischen Lichtbögen konnte nicht wie geplant fer-

weiter­gehende Datenerhebungen zur kraftwerks-

tiggestellt werden, da den mit dieser Aufgabe be-

spezifischen Anzahl von Komponenten der ver-

trauten Ländervertretern im Jahr 2011 wegen der

schiedenen Gruppen voraussetzt, ist dieses Ziel nur

erforderlichen Aufarbeitung der Ereignisse in Fu-

langfristig zu erreichen.

kushima kein ausreichendes Zeitbudget zur Verfügung stand. Der Bericht soll neu im Frühjahr 2012 verabschiedet werden. Damit wurden die Projekt-

1.3 Externe Ereignisse

ziele für 2011 nur teilweise erreicht. Das Budget wurde eingehalten.

Neben den Schäden, die durch Ereignisse innerhalb eines Kernkraftwerks entstehen können, berück-

Bedeutung des Projekts, Beitrag zur nuklearen Sicherheit

sichtigen die Sicherheitsanalysen für Kernkraft-

Das Committee on the Safety of Nuclear Installa-

sen treffen können. Das ENSI unterstützt zu die-

tions (CSNI) führte eine Untersuchung zum Rei-

sem Bereich mehrheitlich internationale Projekte

fegrad der probabilistischen Brandanalysen für

unter Federführung der OECD, der Internationa-

Kernkraftwerke durch. Basierend auf einer Umfra-

len Atomenergie-Agentur IAEA und der finnischen

ge in den Kernenergie produzierenden OECD-Mit-

Forschungseinrichtung VTT. Einerseits wird die Ro-

gliedsstaaten wurde das Sammeln zuverlässiger

bustheit von sicherheitsrelevanten elektrischen

Brandereignisdaten als einer der wichtigsten Punkte

Sys­temen gegenüber den Auswirkungen von

zur Weiterentwicklung der Brandanalyse identifi-

Überspannungen betrachtet; diese können vom

ziert. In der Folge beschloss das CSNI, das Projekt

Hochspannungsbereich ausgehen und sich wegen

OECD FIRE zu initiieren. Da Brandereignisse in Kern-

ihres hohen Energiegehalts auf eine grosse Zahl

kraftwerken sehr selten sind, war ein Zusammen-

von Kraftwerkssystemen negativ auswirken. An-

schluss auf internationaler Basis zwingend notwen-

dererseits geht es um die Auswirkungen von Erd-

dig. In der Schweiz unterhalten alle vier Kernkraft-

beben und Flugzeugabstürzen auf die Tragwerke

werk-Betreiber eine werkspezifische Brand-PSA.

von sicherheitsrelevanten Gebäuden. Weil dabei

Diese Analysen sind, wie die gesamte PSA, regel-

aufwendige Experimente und Simulationen durch-

mässig zu aktualisieren und dem Stand der Tech-

geführt werden, ist die internationale Zusammen-

nik anzupassen. Sowohl für diese Weiterentwick-

arbeit wichtig. Zugleich wird der Erfahrungsaus-

lung der Brand-PSA als auch für deren Überprüfung

tausch zwischen den Ländern gefördert. Speziell

durch das ENSI ist eine belastbare, auf realen Brand-

auf die Schweizer Verhältnisse zugeschnitten ist

ereignissen basierende Datenbasis wichtig.

schliesslich die Arbeit der Expertengruppen Stark-

werke auch Ereignisse, die eine Anlage von aus-

beben des Schweizerischen Erdbebendienstes SED.

Ausblick Die Daten zu neu auftretenden Brandereignissen sollen weiterhin laufend erhoben und die Datenbank soweit möglich durch weitere Brandereignisse aus der Vergangenheit ergänzt werden. Fer-

1.3.1 OECD DIDELSYS – Defence In Depth in ELectrical SYStems and Grid Interaction

ner sollen jährlich im Rahmen der Projektsitzungen konkrete Auswertungen der Datenbank festgelegt

Auftragnehmer: OECD-NEA

werden. Diese sollen nicht nur Fragestellungen der

ENSI-Projektbegleiter: Franz Altkind

teilnehmenden Länder beantworten, sondern da-

Einleitung

jekt beizutreten, Brandereignisdaten beizusteu-

Bei dem Projekt DIDELSYS geht es um Auswir-

ern und von der Datenbank zu profitieren. In An-

kungen von Überspannungen, welche in einem

36

rüber hinaus weitere Länder motivieren, dem Pro-

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011


Kernkraftwerk auftreten können. Diese können

nannten «Technical Opinion Paper» – TOP. Der Ver-

durch Blitz oder auch Fehlschaltungen in der Hoch-

treter der Schweiz hat dazu einen Beitrag zum The-

spannungsanlage ausgelöst werden, wie dies im

ma «Communication Interface between NPP and

Jahre 2006 im schwedischen Kernkraftwerk Fors-

Grid» geliefert. Dieser Bericht wurde vom Commit-

mark 1 der Fall war. Der Ursprung für solche Über-

tee on the Safety of Nuclear Installations CSNI bei

spannungen liegt im Hochspannungsbereich, wo-

der Dezember-Sitzung gutgeheissen.

bei der Energiegehalt durch die Speisung vom Netz

Zudem wurde aus aktuellem Anlass das Thema Fu-

bzw. vom Generator sehr hoch ist. Das hat zur Fol-

kushima aufgenommen. Es wurde beschlossen,

ge, dass sich die Überspannungen auf eine grosse

dass sich eine neue Expertengruppe diesem The-

Zahl von Systemen negativ auswirken können. Da-

ma annehmen soll. Dazu wurde ein Grundlagen-

her sind die Ausrüstungen, die Annahmen und die

papier erarbeitet, welches den inhaltlichen Auftrag

gestaffelte Sicherheitsvorsorge (defense in depth)

wie folgt beschreibt:

sowohl bei der Erstauslegung als auch bei Ände-

Die Auslegung von Kernkraftwerken ist bezüg-

rungen entsprechend zu prüfen. Konkret sollen

lich Ereignisannahme und Unfallmanagement zu

Überspannungen auf der Höchstspannungsebene

erweitern respektive zu überprüfen. Insbesonde-

keine bzw. beherrschte Auswirkungen auf andere

re soll hier neben dem Betriebsverhalten auch das-

Ebenen wie zum Beispiel die Notstromspannungs-

jenige während Abstellungen berücksichtigt wer-

ebenen haben. Bei Inbetriebnahme bzw. wieder-

den. Als Erkenntnis sollen auch die Lagerbecken

kehrenden Tests von Schutzeinrichtungen sollten

des Brennstoffes miteinbezogen werden. Die Situ-

Methoden angewendet werden, die sicherstellen,

ation bei vollständigem Verlust der Energieversor-

dass alle denkbaren Ereignisse abgedeckt werden.

gung muss bedacht und bewertet werden.

Das Projekt hat vor allem zwei Ziele: Erstens soll

Generell soll die Robustheit der elektrischen Sys­

der Stand des Wissens zur Robustheit von sicher-

teme für externe Ereignissen überprüft werden.

heitsrelevanten elektrischen Systemen zusam-

Dabei sind auch die notwendigen Unterstützungs-

mengestellt werden; dabei sollen die Wechselwir-

systeme zu analysieren und zu bewerten. Ebenso

kungen mit anderen elektrischen Systemen, die

gilt dies für die damit zusammenhängenden Ab-

Nutzung neuer Technologien und die damit ver-

läufe und Ausbildungen. Für den Fall eines totalen

bundene Modernisierung älterer Anlagen berück-

Stromverlustes ist ein übergreifender Ansatz not-

sichtigt werden. Zweitens sollen im Projekt Richtli-

wendig. Insbesondere sind wichtige Kenngrössen

nien für die Kommunikation zwischen Netzbetrei-

wie raumbezogene Wärmeentwicklung, Ventilati-

bern, Aufsichtsbehörden und Betreibern entwi-

on, Leckage sowie Borkonzentration und Kapazi-

ckelt werden.

tät der Notstandsbatterien dabei entscheidend. Als weiterer Punkt soll der Umgang mit teilde-

Projektziele des Berichtsjahres und wichtige Ergebnisse

fekten elektrischen Ausrüstungen und Reparatur-

Bei einer Projektsitzung im Mai 2011 wurden un-

arbeit mit werksfremden Organisationen ist zu hin-

ter anderem Ergebnisse von Simulationsmodellen

terfragen. Dasselbe gilt für die Vorkehrungen zur

in Spanien und Frankreich betreffend den mög-

Wiederverbindung der Einspeisungen, um die mi-

lichen Überspannungen nach einem Kurzschluss

nimalen Ausrüstungen für die Nachzerfallswär-

aufgezeigt. Das Beispiel des Vertreters von Eng-

meabfuhr betreiben zu können. Dazu sollen Un-

land zeigte auch auf, dass externe nahegelegene

wägbarkeiten und potenzielle Hindernisse erkannt

Fehlhandlungen Auswirkungen auf KKWs haben

werden. Die Möglichkeiten zur behelfsmässigen

können (z.B. wurde durch eine fehlerhafte Hand-

Fremdeinspeisung zur Versorgung der Werksinfra-

lung in nahegelegenen Windparks die Abschal-

struktur sollen vorsorglich untersucht werden. Die

tung eines KKW bewirkt). Ein weiterer Vortrag be-

Wahrnehmung der Reparatur- und Behelfsmass-

schäftigte sich mit der elektrischen Auslegung des

nahmen im Fall des Verlustes der externen Einspei-

European Pressurized Water Reactor EPR und di-

sung innerhalb der Notfallplanung soll beachtet

versen Massnahmen betreffend dem Thema Com-

werden. Auch die Begeh- respektive Befahrbarkeit

mon Cause Failure CCF (siehe zu diesem Ereignis­

zum Werksgelände nach einem externen Ereignis

typ auch das Projekt OECD-ICDE, Kap. 1.2.3) und

ist zu berücksichtigen.

Diversität bei diesem Anlagentyp.

Insgesamt sind die Bedeutung der elektrischen

Das wichtigste Ziel war jedoch die Festlegung des

Ausrüstung sowie die wichtigen Informationen

Inhalts und der anzustrebenden Tiefe des soge-

mit deren Darstellungsmöglichkeiten festzulegen

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011

möglichkeiten untersucht werden. Die Zusammen-

37


und entsprechend in den zukünftigen Normen zur

Tests zurück (sogenannte Meppen-Tests), anderer-

Elektro- und Leittechnik abzubilden.

seits wurden neue Impact-Versuche im «VTT Technical Research Centre» in Finnland durchgeführt.

Bedeutung des Projekts, Beitrag zur nuklearen Sicherheit

Mit unterschiedlichen Berechnungsmethoden der

Das Projekt hat eine grosse Bedeutung, da der Vor-

gebnisse nachvollzogen bzw. vorhergesagt.

fall in Forsmark gezeigt hat, dass sowohl bei der

Das ENSI hatte 2010 aktiv am Benchmark-Projekt

Planung als auch bei der Inbetriebnahme und bei

teilgenommen und wurde von der Firma Basler &

den Wiederholungsprüfungen von Anlageteilen

Hofmann (B&H) unterstützt. Insgesamt hatten 28

Verbesserungen nötig sind. Die möglichen Szena-

Fachteams aus 11 Ländern (aus Europa, USA, Ka-

rien müssen überprüft bzw. die Ausrüstungen ent-

nada, Japan und Südkorea) Berechnungen durch-

sprechend umfassend getestet werden.

geführt und ins Projekt eingegeben. Im Jahr 2011

verschiedenen Teilnehmer wurden die Versuchser-

kam als weiterer Experte des ENSI die Stangen-

Ausblick

berg und Partner Ingenieur-GmbH (SPI), Bochum,

Für das Jahr 2012 ist die Publikation des DIDELSYS

Deutschland, hinzu. Im Jahr 2011 wurden modifi-

Task Group Report und des TOP geplant. Ausser-

zierte Nachberechnungen zu den VTT-Anprallver-

dem soll der Projektabschluss von DIDELSYS 2 er-

suchen in Kenntnis der Versuchsergebnisse durch-

folgen.

geführt.

Grundsätzlich ist der Schnittstelle Netz – KKW, ten handelt, zum Beispiel bei Änderungen ein er-

Projektziele des Berichtsjahres und wichtige Ergebnisse

höhtes Augenmerk zu schenken. Änderungen na-

Im Berichtsjahr wurden seitens der Projektleitung

tionaler bzw. globaler Art wie solche der Grund-

weitere Auswertungen der Ergebnisse der teilneh-

satzphilosophie des Netzbetreibers sind in Bezug

menden Fachteams durchgeführt und die Arbeiten

auf den sicheren Betrieb von Kernkraftwerken zu

am OECD-Schlussbericht begonnen. Eine Auswahl

untersuchen.

der bisherigen Schlussfolgerungen und Empfeh-

auch wenn es sich um nicht klassierte Komponen-

lungen sind nachstehend aufgeführt: ❚ Von den beiden VTT-Testtypen, zum einen mit do-

1.3.2 OECD IRIS_2010 – Tragwerksverhalten von Stahlbetonwänden bei Anpralllasten

minierendem Biegetragverhalten infolge Weichgeschossaufprall (flexural tests) und zum andern mit ausgeprägtem Durchstanztragverhalten in Form von Hartgeschoss-Penetration/Perforation

Auftragnehmer: Stangenberg und Partner Inge­

(punching tests), konnten die Biegeversuche bes-

nieur-GmbH, Bochum, Deutschland und Basler &

ser vorausgesagt werden. Bei den «Punching»-

Hofmann AG, Ingenieure, Planer und Berater, Zürich

Versuchen spielten die starken Unschärfen der

ENSI-Projektbegleiter: Christian Schneeberger

hier massgebenden dynamischen Betoneigenschaften eine grosse, erschwerende Rolle.

Einleitung

❚ Eine genaue Simulation der Versuchsergebnisse

Das Projekt beschäftigt sich mit den Berechnungs-

kann nicht erwartet werden. Schäden wie Beton-

methoden (Computerprogramme, vereinfachte

Erosion sind numerisch nur schwer zu simulieren.

Modelle, empirische Formeln) für das Tragwerks-

❚ Die Streuung der Simulationsberechnungen ist

verhalten von Stahlbetonstrukturen unter stossar-

gross, was hauptsächlich an der Erfahrung der

tigen Einwirkungen und leistet damit einen Beitrag

Fachteams, der verwendeten Methoden, unter-

zur Behandlung des Lastfalles Flugzeugabsturz.

schiedlichen Annahmen der Materialkennwerte

Der Titel dieses Projekts lautet «Improving Robust-

und weniger an den eingesetzten Berechnungs-

ness Assessment Methodologies for Structures Im-

programmen liegt.

pacted by MissileS», kurz IRIS_2010.

❚ Es sollten Berechnungsprogramme verwendet

Das Ziel dieses Projektes ist es, Leitlinien und ge-

werden, mit denen die Fachteams gut vertraut

eignete Methoden zur Bewertung der Integrität

sind. Dabei sollten möglichst verschiedene nu-

von Stahlbetonstrukturen unter stossartigen Ein-

merische Simulationsberechnungen durchge-

wirkungen zu entwickeln bzw. vorhandene Me-

führt werden.

thoden zu validieren. Das Projekt greift einerseits

❚ Es sollten Sensitivitätsstudien mit Variation der

auf verfügbare Daten von bereits durchgeführten

wesentlichen Parameter durchgeführt werden.

38

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011


❚ Der zu berechnende Fall sollte so einfach wie

möglich behandelt werden, z. B. mit Einsatz des

1000

Blind pre-computation Post-comp. SPI fct Post comp. GRS fct

Riera-Verfahrens für das Lastmodell und Verwendung eines 2-D-FE-Modells im Falle einer über-

800

Die Bauexperten B&H und SPI revidierten ihre Berechnungen zu IRIS_2010 im Berichtszeitraum. Dabei revidierte SPI lediglich die Ermittlung der Stoss-

Load [kN]

wiegenden Biegebeanspruchung.

last-Zeit-Funktion beim Biegeversuch VTT. Die Lastfunktion wurde aufgrund einer reduzierten Ein-

600 400 200

schätzung des Berstwiderstandes des Projektils nach dem Riera-Verfahren neu ermittelt und zeigte

0

kleinere Amplituden und eine grössere Zeitdauer, vgl. blaue (Vorberechnung) und grüne (Nach-

0

4

8

12

16

Time [ms]

20

berechnung) Kurven in Abbildung 4 oben. Ausserdem wurde eine von der Gesellschaft für Reaktorsicherheit (GRS), Köln, mit einem aufwendigen

80

3-D-Modell des Projektils errechnete Lastfunk­tion

Blind pre-computation Post-comp. SPI fct Post comp. GRS fct Test B1 Test B2

verwendet (hellblaue Kurve). Es ergaben sich im den sonst unveränderten Nachberechnungen sehr gute Übereinstimmungen bei Verschiebungen in Plattenmitte (Abbildung 4 unten) sowie bei Betonund Stahldehnungen (Abbildung 5). SPI präsentierte die für das Projekt IRIS_2010 durchgeführten

Displacement [mm]

Vergleich zu den Messwerten (rote Kurven) aus

60 40 20

eigenen Vor- und Nachberechnungen sowie einige der B&H-Nachberechnungen auf der Konferenz SMiRT21 (Structural Mechanics in Reactor Technology, New Delhi, Indien, 6.-11. November 2011).

0 0

20

40

Time [s]

60

80

Bedeutung des Projekts, Beitrag zur nuklearen Sicherheit Mit dem Projekt IRIS_2010 der OECD kann ein

einem von den Organisatoren vorgegebenen ein-

aktueller Überblick zum Stand von Wissenschaft

deutigen Satz von Materialkennwerten noch ein-

und Technik für die Berechnungsmethoden in Be-

mal zu berechnen und die Übereinstimmung mit

zug auf die Einwirkung Flugzeugabsturz erarbeitet

den Testresultaten zu verbessern. Durch die Klä-

werden. Die Validierung der Berechnungsmodelle

rung der genauen Materialkennwerte sollen die

fördert eine realistischere Abschätzung von Versa-

epistemischen Unsicherheiten reduziert werden.

gensgrenzen und von vorhandenen Tragreserven.

Es sollen in diesem Projekt von den beteiligten

Das ENSI festigt durch die Teilnahme an diesem

Fachteams verstärkt auch vereinfachte Modelle

Projekt das Know-how zur Sicherheitsbeurteilung

eingesetzt werden.

der Kernanlagen bei Flugzeugabsturz und anderen

Das ENSI beabsichtigt, sich mit Unterstützung sei-

stossartigen Einwirkungen wie zum Beispiel Last-

ner Bauexperten B&H und SPI auch am Folgepro-

absturz. Damit wird ein wesentlicher Beitrag zur Si-

jekt IRIS_2012 zu beteiligen. Die Ziele sind, einer-

cherheit der Kernanlagen geleistet.

seits weiterhin den Kontakt und fachlichen Austausch mit den weltweit führenden Experten auf

Ausblick

dem Gebiet der Analyse von extremen Anprall-

Die OECD wird 2012 ein Nachfolgeprojekt organi-

lasten auf Stahlbetonstrukturen zu behalten und

sieren, das Projekt IRIS_2012. Neue Versuche sind

andererseits das Know-how zur Beurteilung der Si-

im Rahmen von IRIS_2012 nicht vorgesehen, son-

cherheit der Kernanlagen gegen Flugzeugabsturz

dern es soll den Teilnehmern von IRIS_2010 und

weiter zu pflegen und zu verbessern. Insbesondere

neu hinzukommenden Fachteams die Gelegen-

soll bei den künftigen VTT-Versuchen (siehe Projekt

heit gegeben werden, die IRIS_2010-Versuche mit

IMPACT-II) der für die Praxis der Auslegung gegen

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011

39

100

Abbildung 4: VTT Bie­ge­tragversuche, Zeitverläufe der Last und der Verschiebung in Plattenmitte.


IRIS_2010 mit dem Tragwerksverhalten von Stahl-

0.4 Concrete strain [%]

betonstrukturen unter stossartigen Einwirkungen.

Blind pre-computation Post-comp. SPI fct Post-comp. GRS fct Test B1 Test B2

Bei diesem Projekt liegt der Schwerpunkt dagegen auf der Durchführung von Impact-Versuchen mit Variation zahlreicher Versuchsparameter. Es werden neben dem Verhalten der Stahlbetonstrukturen auch die Einflüsse anderer Parameter wie im

0

anprallenden Projektil vorhandene Flüssigkeiten, in den Stahlbetonstrukturen herrschende Vorspannung und Liner untersucht.

-0.4

Das Ziel dieses Projektes ist es, experimentelle Daten und Informationen zu physikalischen Phäno-

0

20

40

60

Time [ms]

80

100

menen beim Anprall eines Flugzeuges auf Stahlbetonstrukturen zu erarbeiten. Im Rahmen von IMPACT II wurden bis Ende 2011 mehr als 50 Versuche im «VTT Technical Research Centre» in Finnland durchgeführt. Das Versuchsprogramm

6 Steel strain [%]

umfasste 15 Versuche zum Studium des Durch-

Blind pre-computation Post-comp. SPI fct Post-comp. GRS fct Test B1

stanzverhaltens in Form von Hartgeschoss-Penetration/Perforation (Punching tests, Testmatrix A), 17 Versuche zum Studium des Biegetragverhaltens infolge Weichgeschoss-Anprall (Flexural tests, Test-

4

matrix B) und 21 Versuche zur Messung der Stosslast-Zeit-Funktion. Das ENSI hat sich 2011 entschieden, aktiv an dem

2

Projekt IMPACT II teilzunehmen, und es wird dabei von den Bauexperten B&H und SPI unterstützt. Am

0

IMPACT-Projekt arbeiten 9 Teams aus 7 Ländern

0

20

40

60

Time [ms]

80

100

mit, darunter befinden sich die nuklearen Aufsichtsbehörden aus 6 Ländern (Finnland, Frank­ reich, Kanada, Grossbritannien, USA, Schweiz).

Abbildung 5: VTT Biegetragver­ suche, Zeitverläufe der ­Betondehnungen und der Stahldehnungen.

Aus Deutschland ist die Gesellschaft für AnlagenFlugzeugabsturz sehr wichtige Fall einbezogen

und Reaktorsicherheit (GRS) beteiligt, die die deut-

werden, dass die Grenztragfähigkeit annähernd

schen nuklearen Aufsichtsbehörden berät. VTT

ausgeschöpft wird – sowohl bezüglich Biegung als

und STUK (Aufsichtsbehörde Finnland) starteten

auch bezüglich des durch die Querkraftbewehrung

das Projekt IMPACT im Jahr 2003. Im Rahmen des

abzusichernden Durchstanzens. Dies ist durch die

Folgeprojektes IMPACT I (2006 bis 2008) schlossen

bisherigen VTT-Versuche nicht abgedeckt.

sich auch ausländische Partner an.

1.3.3 IMPACT II – Flugzeugabsturz auf Stahlbetonstrukturen

Projektziele des Berichtsjahres und wichtige Ergebnisse Die Versuche der Testmatrix A erfolgten mit harten Anprallkörpern («hard missile impact»), wel-

Auftragnehmer: Stangenberg und Partner Inge-

che vor allem das Eindring- und Durchstanzver-

nieur-GmbH, Bochum, Deutschland und Basler &

halten von Triebwerken oder anderer kompakter

Hofmann AG, Ingenieure, Planer und Berater, Zü-

Flugzeugteile (grosse harte Masse, kleine Auftreff-

rich

fläche) repräsentieren. Die Versuche der Testma-

ENSI-Projektbegleiter: Christian Schneeberger

trix B erfolgten mit relativ weichen Anprallkörpern («soft missile impact») und simulieren das Verhal-

40

Einleitung

ten eines Flugzeugrumpfs oder -flügels. Die Ver-

Das 2009 gestartete Projekt IMPACT II («Impact

suchskörper bestanden in allen Fällen aus quadra-

of an aircraft against a structure») beschäftigt

tischen Betonplatten mit 2 m Seitenlänge und 0,15

sich grundsätzlich ebenso wie das Projekt OECD-

m («soft missile impact») bzw. 0,25 m («hard mis-

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011


sile impact») Plattendicke. Die Anprallkörper hat-

❚ den Versuch WE1A1 aus der Testmatrix B, vgl.

ten Massen von rund 50 kg und Anprallgeschwin-

hierzu Fotos der Plattenvorderseite und des Pro-

digkeiten von etwa 100 m/s bis 160 m/s.

jektils nach dem Versuch in Abbildung 7.

Im Berichtsjahr nahm das ENSI an zwei Work-

Das von SPI verwendete Finite-Element (FE)-Mo-

shops und sogenannten Technical-Advisory-Group

dell mit Abbildung der Stahlbetonplatte, des Stahl-

(TAG)-Meetings in Finnland teil. Dabei wurden von

rahmens und den Stahlrohren zur Abstützung an

ENSI und SPI einerseits Nachberechnungen zu zwei

den Felshorizont (sog. «back pipes») ist in Abbil-

schon durchgeführten IMPACT II-Versuchen prä-

dung 6 rechts dargestellt. Die Nachberechnungen

sentiert. Andererseits wurde auch ein erster kon-

von SPI zu WE1A1 zeigten gute Übereinstim-

kreter Vorschlag für einen Versuch des Projekts

mungen zwischen Messung und Rechnung. Den

­IMPACT III (2012 bis 2014) vorgestellt (zum letzt-

gemessenen Maximalwerten der Verschiebungen

genannten Punkt siehe unter «Ausblick»).

von 45 mm, Stahldehnungen von 6 % und Beton-

Bei den zwei Nachberechnungen, zu denen alle

dehnungen von -3 ‰ standen Rechenwerte von

Teams im Workshop am 7.12.2011 ihre Ergebnisse

50 mm, 4 % und -2 ‰ gegenüber. Der Punching-

vorstellten, handelt es sich um

Versuch CTL21, der blind vorauszuberechnen war,

❚ die Versuche CTL3 und CTL21 aus der Testmatrix

zeigte eine vollständige Penetration (Perforation

A, vgl. hierzu Foto der Plattenrückseite nach dem

des Betons), gebrochene Dywidag-Stäbe, gebro-

Versuch CTL3 in Abbildung 6 links (Durchschla-

chene Bewehrung, keine Perforation des Liners,

gen der Platte und des Liners, Restgeschwindig-

plastische Dehnung des Linerblechs 4 % und eine

keit des Projektils 17,5 m/s) und

bleibende Verschiebung von ca. 10 cm. Aufgrund

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011

41

Abbildung 6: Versuchsplatte (Rück­ seite) CTL3 nach Test (links) und FE-Berech­ nungsmodell (rechts).

Abbildung 7: Versuchsplatte (Vor­ derseite) WE1A1 (links) und Projektil (rechts) jeweils nach Test.


der Vielzahl der Parameter (Vorspannung, Liner)

stellen nach Auffassung von ENSI und SPI eine Ver-

wurden hier nur Abschätzungen vorgenommen.

besserung des bisherigen Versuchsprogramms dar.

Dabei wurde von SPI richtig vorausgesagt, dass al-

Im ersten Halbjahr 2012 werden zwei Biegever-

ler Wahrscheinlichkeit nach keine Perforation der

suche, zwei Durchstanzversuche und ein Versuch

Platte zu erwarten war.

mit kombiniertem Verhalten Biegung/Durchstanzen durchgeführt. Für den letztgenannten Versuch

Bedeutung des Projekts, Beitrag zur nuklearen Sicherheit

haben ENSI und SPI einen detaillierten Versuchs-

Mit dem Projekt IMPACT wird sichergestellt, dass

wartenden Ergebnisse im TAG-Meeting im Dezem-

dem ENSI stets der weltweit aktuelle Stand von

ber 2011 vorgestellt.

plan vorgelegt sowie Vorberechnungen der zu er-

Wissenschaft und Technik bezüglich Versuchsdaten und Berechnungsmethoden in Bezug auf die Die Validierung der Berechnungsmodelle fördert

1.3.4 Expertengruppe Starkbeben/ Standorte KKW

eine realistischere Abschätzung von Versagens-

Auftragnehmer: Schweizerischer Erdbebendienst,

grenzen und von vorhandenen Tragreserven.

ETH Zürich

Das ENSI festigt durch die Teilnahme an diesem

ENSI-Projektbegleiter: Thomas van Stiphout

Projekt das Know-how zur Auslegung der Kern-

Bericht der Forscher in Anhang A

Einwirkung Flugzeugabsturz zur Verfügung steht.

anlagen gegen Flugzeugabsturz. Überdies erfolgt ein regelmässiger Austausch zu dieser Thema-

Einleitung

tik mit den Experten und nuklearen Aufsichtsbe­

Die Expertengruppe Starkbeben des Schweize-

hörden anderer Länder. Damit wird ein wesent-

rischen Erdbebendienstes (SED) beschäftigt sich

licher Beitrag zur Sicherheit der Kernanlagen

mit

­geleistet.

Forschungsthemen und der Datenaufbereitung

aufsichtsgerichteten

erdbebenspezifischen

dazu. Übergeordnetes Ziel der Forschungstätig-

Ausblick

keit ist der Erhalt und die Erweiterung von fach-

In den Jahren 2012 bis 2014 wird das Folgepro-

und standortspezifischem Wissen sowie das früh-

jekt IMPACT III durchgeführt, an dem sich das ENSI

zeitige Erkennen von möglichem Handlungsbedarf

ebenfalls beteiligt. In diesem Projekt erfolgt später

aufgrund neuer Erkenntnisse in der Erdbebenfor-

auch ein neuer Versuchsaufbau, der Versuche mit

schung. Die Expertengruppe steht ausserdem bei

Betonplatten von 3,5 x 3,5 m und Projektilen bis

der Erarbeitung erdbebenrelevanter Teile von ENSI-

100 kg Masse und bis 200 m/s Geschwindigkeit er-

Richtlinien und internationalen Dokumenten zur

lauben wird. Die beiden bisherigen VTT-Testtypen

Verfügung.

decken nicht den für die Praxis der Auslegung

Seit Juli 2010 sind zwei von ursprünglich ange-

gegen Flugzeugabsturz sehr wichtigen Fall des

dachten vier Vollzeitstellen mit einer Laufzeit von

Weichgeschossanpralls ab, bei dem die Grenztrag-

jeweils vier Jahren durch das ENSI finanziert. Auf-

fähigkeit annähernd ausgeschöpft wird – sowohl

grund der Sistierung der neuen Kernkraftwerkpro-

bezüglich Biegung als auch bezüglich des durch

jekte und dem politischen Entscheid zum Ausstieg

die Querkraftbewehrung abzusichernden Durch-

aus der Kernenergie wurde die Expertengruppe

stanzens (siehe auch Projekt OECD-IRIS_2010).

entgegen ursprünglichen Plänen nicht weiter aus-

ENSI und SPI haben daher vorgeschlagen, dass im

gebaut. Das ENSI hat den Forschungsinhalt und

Projekt IMPACT III neben den bisherigen reinen

die Forschungsziele der Expertengruppe zusam-

Biege- und Durchstanzversuchen auch Versuche

men mit dem SED entsprechend angepasst und

mit kombiniertem Verhalten Biegung/Durchstan-

vermehrt auf die Thematik der geologischen Tie-

zen (Weichgeschossanprall) erfolgen, also soge-

fenlagerung fokussiert.

nannte «combined bending and punching tests». den Versuchsgruppe wird das ENSI die Federfüh-

Projektziele des Berichtsjahres und wichtige Ergebnisse

rung übernehmen und die Parameter der Versuche

Der Schwerpunkt der Forschung des Projekts im

massgeblich definieren können. Die Versuche

Jahre 2011 lag auf der Verbesserung der regio-

mit kombiniertem Verhalten Biegung/Durchstan-

nalen und lokalen Erdbebengefährdungs-Abschät-

zen kommen dem realen Verhalten einer Stahlbe-

zung an den existierenden Standorten von Kern-

tonstruktur bei Flugzeugabsturz am nächsten und

anlagen sowie in den vorgeschlagenen Standort-

Innerhalb dieser aus 12 Versuchen bestehen-

42

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011


gebieten geologischer Tiefenlager. Dazu wurden

Verhältnissen, um die vertikale Komponente der

die wichtigsten Prozesse untersucht, welche zur

Bodenbewegung an die relevanten Szenarien für

Bodenbewegung bei Erdbeben beitragen. Diese

die horizontale Komponente anzupassen. Es wur-

umfassen die Beschreibung der Abminderung der

de eine Methode entwickelt, mit welcher das V/H-

seismischen Energie mit grösser werdender Distanz

Bodenbewegungsverhältnis für weiche Ablage-

zum Erdbebenherd, die Entwicklung von Model-

rungen an einen spezifischen Standort angepasst

len für die Verstärkung der Bodenbewegungen in

werden kann. Ein neu eingeführter Parameter

Oberflächennähe sowie das Verständnis der Phä-

(quarter-wave-length seismic impedance constrast

nomene der seismischen Wellenausbreitung in he-

parameter) scheint deutliche Verbesserung zu zei-

terogenen, nichtlinearen Medien. Ausserdem wur-

gen, insbesondere für die Berücksichtigung von

de an alternativen Modellen zur Charakterisierung

Resonanzphänomenen im V/H-Verhältnis.

von seismischen Quellen in der Schweiz geforscht

Um zukünftige Entwicklungen im Bereich der Erd-

sowie der historische Erdbebenkatalog weiter er-

bebengefährdungs-Analyse abzuschätzen, unter-

gänzt.

sucht die Expertengruppe Starkbeben die Voraus-

Für die Abschätzung der Bodenbewegung an

setzung für den Übergang von der probabi-

einem Standort sind neben der Charakterisie-

listischen zur physik-basierten Erdbebengefähr-

rung der Erdbebenquelle vor allem die Abmin-

dungsanalyse, die für die weitere Entwicklung

derung der seismischen Energie mit der Distanz

nach dem PRP eine tragende Rolle spielen wird.­­

zum Erdbebenherd und die Verstärkung von Bo-

Die Charakterisierung von seismischen Quellregio­

denbewegungen durch lokale Sedimentabla-

nen, die aktuell auf klassischen Zonierungsmodel-

gerungen entscheidend (vgl. Resultate des PE-

len ­beruhen, ist ein wesentliches Element der

GASOS Refinement Projects PRP). In der Schweiz

heuti­gen Erdbebengefährdungs-Analysen. Da in

ist die Seismizität relativ gering und somit eben-

der Schweiz aufgrund der geringen Seismizität,

so die Datenverfügbarkeit (beschränkte Spannwei-

der relativen kurzen Beobachtungszeit und der oft

te an Mag­nituden und Bodenbewegungs-Ampli-

diffus auftretenden Seismizität seismisch aktive

tuden). Die Modellierung der Bodenbewegungen

Brüche kaum oder gar nicht bekannt sind, wird in-

anhand sogenannter Ground Motion Prediction

nerhalb einer Quellregion die Seismizität als räum-

Equa­tions (GMPEs) basiert daher mehrheitlich auf

lich und zeitlich homogen verteilt angenommen.

global erhobenen Datensätzen, welche Schweiz-

Durch die Extrapolation auf die niedrigen Eintre-

spezifische geologische Eigenschaften vernach-

tenswahrscheinlichkeiten von Erdbeben, welche

lässigen. Zur Ergänzung der in PRP vorhandenen

für Kernanlagen relevant sind, sind die Resultate

globalen GMPEs wurde durch den SED mittels ei-

mit relativ hohen Unsicherheiten behaftet. Deswe-

ner stochas­tischen Methode eine Schweiz-spezi-

gen werden diese Modelle immer stärker durch

fische GMPE eingeführt, welche auf dem in der

geo­logisch und physikalisch parametrisierte Mo-

Schweiz vorhandenen Datensatz basiert und die

delle ersetzt. Der SED verfolgte deswegen einen

geologischen ­Bedingungen und Beobachtungen

neuen Ansatz und modellierte mit fraktaler Vertei-

in der Schweiz am besten repräsentiert. Die Ex-

lung von Erdbeben eine realitätsnahe Verteilung

pertengruppe Starkbeben engagiert sich bei der

der Seismizität. Dieser Ansatz stellt einen ersten

Weiterentwicklung dieses Schweiz-spezifischen

Schritt zur simulationsbasierten Gefährdungsbe-

Abminderungsmodelles, untersucht dessen Ei-

rechnung der Quellen dar und wird langfristig mit

genschaften mit den verfügbaren Daten und ver-

der Modellierung komplexer Wellenausbreitungs-

gleicht es mit den globalen GMPEs.

phänomene und mit nichtlinearem Verhalten der

Die Berücksichtigung der lokalen Einflüsse der Se-

Wellenausbreitung kombiniert. Die Expertengrup-

dimentbedeckungen an einem Standort (Standort-

pe hat dazu begonnen, Wellenausbreitungsphäno­

effekt) erfolgt meist über eine Standortcharakteri-

mene in dreidimensionalen und heterogenen

sierung und daraus abgeleitete standortspezifische

­Medien sowie die Auswirkungen von nichtlinea­

frequenzabhängige Amplifikationsfunktionen für

rem Bodenverhalten auf die lokalen Amplifikatio­

die horizontale Bodenbewegung. Mit dem V/H-

nen und Standort­effekte zu untersuchen. Dabei

Verhältnis lässt sich die Bodenbewegung in verti-

wird das Wissen über physikalische Grenzen der

kaler Richtung aus der horizontalen Bodenbewe-

Bodenbewegun­gen von Sedimenten und Fels ver-

gung herleiten. Die aktuellen Erdbebengefähr-

bessert. Dies wird langfris­tig die Unsicherheiten in

dungs-Analysen (Probabilistic Seismic Hazard As-

den Gefährdungsanalysen reduzieren, um somit die­

sessement – PSHA) bedingen den Einsatz von V/H-

Gefährdung besser einzuschätzen. Im Jahr 2011

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011

43


wurden zudem ers­te Arbeiten in Angriff genom-

Die Forschungsbereiche zu alternativen Ansätzen

men, um die Wahrscheinlichkeiten für Oberflä-

in der Erdbebengefährdungs-Berechnung, wel-

chenverwerfungen zu bestimmen, welche in PE-

che geologisch-basierte und physik-basierte Si-

GASOS und PRP nicht berücksichtigt sind.

mulationen erforschen, liefern wichtige Randbe-

Erdbebendaten bilden die Grundlage für die Erd-

dingungen und neue Erkenntnisse für zukünftige

bebengefährdungs-Berechnungen. Da Schadens-

Gefährdungsabschätzungen. Die Zusammenarbeit

beben in der Schweiz selten sind, muss bei diesen

mit der Expertengruppe erlaubt dem ENSI, frühzei-

Berechnungen auf möglichst weite Zeiträume zu-

tig Handlungsbedarf im Rahmen der Erdbebenge-

rückgegriffen werden. Die instrumentelle Seismo-

fährdung zu erkennen.

logie liefert erst seit 1975 verlässliche Daten zur seismischen Aktivität auf dem Gebiet der Schweiz.

Ausblick

Die Untersuchung der seismischen Gefährdung ist

Trotz Sistierung der Neubauprojekte für Kernkraft-

deshalb auf historische Quellen aus der «vorinstru-

werke in der Schweiz und dem politischen Ent-

mentellen Zeit» angewiesen. Für grosse Erdbeben

scheid zum Ausstieg aus der Kernenergie bleibt die

werden auch archäologische und paläoseismolo-

Erdbebengefährdung der existierenden schweize-

gische Untersuchungen zur Interpretation von Er-

rischen Kernanlagen ein zentraler Aspekt. Die Ar-

eignissen herbeigezogen. Deshalb beteiligt sich die

beiten des PRP werden weiterhin fachlich verfolgt.

Expertengruppe Starkbeben im Rahmen ihres Auf-

Darüber hinaus berät die Expertengruppe das ENSI

trags an der historischen Datenaufarbeitung von

bezüglich des Vorgehens bei der Analyse der Erd-

Erdbeben. In diesem Zusammenhang wurde 2011

bebengefährdung für die Zeit nach Abschluss des

der überarbeitete Erdbebenkatalog ECOS-09 der

PRP.

Öffentlichkeit online zugänglich gemacht. Er be-

Die Ausrichtung der Forschungstätigkeit der Ex-

inhaltet seismische Parameter sowie, soweit vor-

pertengruppe Starkbeben wird sich über die beste-

handen, Informationen über die Verteilung der

henden Anlagen hinaus vermehrt den Fragestel-

Intensitäts-Datenpunkte und bibliografische An-

lungen im Zusammenhang mit dem Sachplanver-

gaben. Da die historische Seismologie keine ab-

fahren und der zukünftigen Erstellung von Ober-

schliessende Wissenschaft darstellt, wird sich die

flächen- und Untergrundanlagen zur geologischen

Expertengruppe Starkbeben weiterhin an der his­

Tiefenlagerung zuwenden. Dazu wird die Exper-

torischen Aufarbeitung von Erdbebenereignissen

tengruppe Starkbeben das ENSI zu Aspekten der

beteiligen, um die Datengrundlage für die Erdbe-

Erdbebenauswirkungen in Untertagebauwerken

bengefährdung weiter zu verbessern. Insbeson-

unterstützen.

dere sollen bestehende Lücken in der historischen Seismologie für den Zeitraum seit 1878 geschlossen werden.

Bedeutung des Projekts, Beitrag zur nuklearen Sicherheit

1.3.5 IAEA KARISMA – Tragwerksverhalten des KKW Kashiwa­ zaki-Kariwa beim Erdbeben vom 16. Juli 2007

Die Ereignisse rund um die Kernanlagen von Fukushima haben erneut gezeigt, dass die Erdbe-

Auftragnehmer: Stangenberg und Partner Inge-

bengefährdung im Zusammenhang mit der nukle-

nieur-GmbH, Bochum, Deutschland und Basler &

aren Sicherheit ein wichtiges Thema darstellt. Dies

Hofmann AG, Ingenieure, Planer und Berater, Zü-

betrifft nicht nur die Kernanlagen selbst, sondern

rich

auch nahe Bauwerke, von denen Gefahren für die

ENSI-Projektbegleiter: Christian Schneeberger

Sicherheit der Kernanlagen ausgehen können. Mit

Einleitung

beiten wird angestrebt, das gesammelte Wissen

Das Kernkraftwerk Kashiwazaki-Kariwa in Japan

aus dem 2012 zu Ende gehenden Projekt PRP zu

wurde am 16. Juli 2007 von einem Erdbeben,

erhalten und weiter zu entwickeln. Ergebnisse aus

dem sogenannten Niigataken-chuetso-oki earth-

den Forschungsarbeiten zur Abminderung von

quake (NCOE) der Magnitude 6.6, erschüttert.

seismischen Wellen im Untergrund und zu Stand-

Wegen der geringen Distanz von 16 km zum Epi-

orteinflüssen sowie zum neuen Erdbebenkatalog

zentrum und dank der guten seismischen Anla-

ECOS-09 sind zum Teil bereits in PRP berücksich-

geninstrumentierung steht vom Hauptstoss und

tigt worden.

von den zahlreichen Nachstössen des Erdbebens

44

den von der Expertengruppe durchgeführten Ar-

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011


Abbildung 8: Schematische Dar­stel­ lung des eingebette­ten Kashiwazaki-Reaktor­ gebäudes (Quelle: B&H).

Standort wurden die Erschütterungen in Bohrlö-

Projektziele des Berichtsjahres und wichtige Ergebnisse

chern und in den Bauwerken registriert. Im Rah-

Im Berichtsjahr nahm das ENSI mit den Bauexper­

men ihres Extra Budgetary Project on Seismic Sa-

ten B&H und SPI am zweiten und dritten soge-

fety of Existing Nuclear Power Plants koordiniert

nannten Review Meeting (RM) teil (24.–26. Mai

die IAEA die Studie KARISMA (KAshiwazaki-Ka-

und 6.–8. Dezember in Wien). Projektziel im

riwa Research Initiative for Seismic Margin As-

­Berichtsjahr war erstens die globaldynamische

sessment). Mit diesem Projekt wird das Verhal-

­Berechnung der Erdbeben-Erschütterungen im

ten des im Baugrund tief eingebetteten Reaktor-

Gebäudeinnern unter Beachtung der Boden-Bau-

gebäudes von Block 7 und ausgewählter Einrich-

werks-Wechselwirkung des vergleichsweise tief

tungen analysiert. Dabei werden die Ergebnisse

eingebetteten Reaktorgebäudes (Vorstellung und

von in der Praxis üblichen Modellrechnungen mit

Diskussion der Teambeiträge im zweiten RM, vgl.

den gemessenen Daten verglichen. Dadurch kön-

hierzu Abbildung 8). Zweitens ging es um die

nen wertvolle Erkenntnisse über die vorhandene

­Ermittlung der Tragwerksreserven des Reaktor­

Erdbebensicherheit bestehender Kernkraftwerke

gebäudes mittels nichtlinearer dynamischer Be-

und über den Einfluss einer tiefen Einbettung im

rechnungen; dazu wurde die Erdbebenlast stufen-

Baugrund (Boden-Bauwerks-Interaktion) gewon-

weise bis zum 6-Fachen der Beschleunigung am

nen werden.

Bezugshorizont -155 m gesteigert (Vorstellung

Das ENSI nimmt seit 2010 aktiv am Projekt KA-

und Diskussion der Teambeiträge im dritten RM).

RISMA teil. Insgesamt hatten 21 Fachteams aus

Dabei wurden von den Fachteams die folgenden

14 Ländern (aus Europa, Argentinien, China, In-

Berechnungsergebnisse erwartet:

dien, USA, Pakistan und Südkorea) Berechnungen

❚ Verschiebungen, Beschleunigungen und Etagen-

durchgeführt und ins Projekt eingegeben. Im Jahr

antwortspektren im Reaktorgebäude bei Ansatz

2011 kam als weiterer Experte des ENSI die Stan-

des Erdbeben-Hauptstosses (NCOE) mit auf die

genberg und Partner Ingenieur-GmbH (SPI), Bo-

Tiefe -155 m umgerechnetem Signal nach Vor-

chum, Deutschland, hinzu. Das ENSI beteiligt sich

gabe der IAEA («Reference Analysis») und bei

an diesem Projekt (Teil Bauwerksverhalten) auch

von den jeweiligen Teams selbst definierten An-

deshalb, um Zugang zur umfangreichen und wert-

nahmen («Best Estimate Analysis»), vgl. hierzu

vollen Datengrundlage und zu den Analysen an-

Bauwerksmodell und Etagenantwortspektren in

eine umfangreiche Datenbasis zur Verfügung. Am

derer Organisationen zu erhalten. Zudem soll der internationale Erfahrungsaustausch gefördert werden.

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011

Abbildung 9. ❚ Statisch-nichtlineare

Last-Verformungs-Kurven

(Push­over-Kurven) bei Annahme einer Festein-

45


3D Model FP2 3rd Floor Direction Y

Acceleration [g]

Reference Analysis Best Estimate Analysis Measured

1

0.1 1

Abbildung 9: Aussenansicht des ­3-dimen­sio­nalen­ Bauwerks-­Modells (links) und Etagen­ antwortspektren im Gebäude beim Hauptstoss des NCOEErdbebens (rechts, Quelle: SPI).

Frequency [Hz]

10

spannung des Reaktorgebäudes und bei Berück-

❚ Aufbau von Kenntnissen bezüglich neuer nicht-

sichtigung der Boden-Bauwerk-Wechselwirkung.

linearer Berechnungsmethoden auf dem Gebiet

❚ ADRS-Spektren (Acceleration Displacement Re-

der Boden-Bauwerks-Interaktion; dies ist insbe-

sponse Spectra), Kapazitätsspektren und «Perfor-

sondere wichtig im Hinblick auf zu erwartende

mance Points» bei Annahme einer Festeinspan-

Untersuchungen an bestehenden Bauwerken

nung des Reaktorgebäudes und bei Berücksichti-

infolge der aktualisierten Erdbebengefährdung

gung der Boden-Bauwerk-Wechselwirkung.

(Projekt PEGASOS bzw. Projekt PEGASOS Refine-

❚ Ermittlung des Grenzzustandes der Tragfähig-

ment, siehe auch Kapitel 1.3.4).

keit des Reaktorgebäudes («Margin Determinati-

❚ Möglichkeit einer besseren Abschätzung von

on»), dabei Steigerung der Erdbebenlast bis zum

Versagensgrenzen bzw. vorhandenen Tragreser-

6-Fachen des auf die Tiefe -155 m umgerechne-

ven, da die Anlage Kashiwazaki-Kariwa teilwei-

ten Signals des Erdbeben-Hauptstosses (NCOE).

se bis zum Niveau der Bemessungsgrenzen bean-

❚ Ermittlung der relativen Stockwerksverschiebun­

sprucht wurde. Eine verfeinerte Analyse von Ver-

gen als Schädigungsindikatoren bis zur 6-­fachen NCOE-Erregung. ❚ Ermittlung der sog. HCLPF-Werte (High Confi-

dence of Low Probability of Failure, Aufgabe op-

letzbarkeitsfunktionen wird ermöglicht. ❚ Teilnahme an einer internationalen Plattform für

den Erfahrungsaustausch bei Fragen zur Erdbebenbemessung.

tional). Die Arbeiten zur ersten dieser Aufgaben wurden

Ausblick

im zweiten Review Meeting, die Arbeiten zu den

Die Laufzeit des Projekts KARISMA wurde zwar

übrigen Aufgaben wurden im dritten Review Mee-

formal Ende 2011 beendet. Für die meisten Teams

ting vorgestellt und diskutiert.

war jedoch der Bearbeitungszeitraum für die Phase 3 zu kurz, und es waren einige Unklarheiten in den Vorgaben vorhanden. Daher wird allen Teams

Das ENSI sieht vor allem den folgenden Nutzen des

endgültigen Berechnungsergebnisse unter sei-

Projekts für die nukleare Sicherheit:

tens der IAEA präzisierten Randbedingungen ge-

❚ Überblick zum Stand der Wissenschaft und Tech-

geben. Danach erstellt die IAEA einen Gesamtbe-

nik für die Erdbebenberechnungen von Kernan-

richt, der voraussichtlich im Juni 2013 vorgelegt

lagen mit tiefer Einbettung im Baugrund, inklusi-

werden wird. Das ENSI beabsichtigt, sich mit sei-

ve der Validierung der Berechnungsmodelle auf

nen Bauexperten B&H und SPI an den oben ge-

der Basis umfangreicher Aufzeichnungsdaten re-

nannten abschliessenden Arbeiten zu KARISMA

aler Starkbeben.

weiter zu beteiligen.

46

Bedeutung des Projekts, Beitrag zur nuklearen Sicherheit

noch bis Ende Mai 2012 Zeit zur Abgabe ihrer

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011


1.3.6 SMART-2008 – Erdbebenberechnung von Stahlbetonbauwerken von Kernkraftwerken

Schlussberichten. Der Schlussbericht für die Phase

Auftragnehmer: Basler & Hofmann AG, Ingenieure, Planer und Berater, Zürich

Projektziele des Berichtsjahres und wichtige Ergebnisse

ENSI-Projektbegleiter: Urs Bumann

Vom 15. bis 17. Dezember 2010 fand in Saclay (FR)

eins wurde im September 2009, für die Phase zwei im Dezember 2010 fertig gestellt.

der abschliessende Workshop für die Phase zwei

Einleitung

des Projekts SMART 2008 statt. Die Expertenteams

Für die Erdbebenberechnung von Stahlbetonbau-

präsentierten die Ergebnisse ihrer Verletzlichkeits-

werken von Kernkraftwerken haben sich die Me-

studien (Fragility-Analysen), die Projektinitianten

thoden,

verfügbaren

CEA und EDF präsentierten erste vergleichende

Rechnerleistungen in den letzten Jahren stark wei-

Auswertungen dieser Ergebnisse. Von den ur-

terentwickelt. Die Finite-Elemente-Modelle und

sprünglich 30 Teams haben nur noch 10 Teams Ver-

-Programme erlauben heute eine detaillierte Simu-

letzlichkeitsstudien durchgeführt, wobei nicht alle

lation des räumlichen und des nichtlinearen Ver-

dieser 10 Teams sämtliche geforderten Resultate

haltens von Stahlbetonbauwerken und Aussagen

geliefert haben. Pro Team wurden insgesamt 15

über die Tragreserven bis zum Versagen.

Verletzlichkeitskurven verlangt, unterschieden nach

Das Commissariat à l'Energie Atomique CEA hat in

❚ Versagenskriterien (Gebäudeverschiebungen, Ab­

Rechenprogramme

und

Zusammenarbeit mit der Electricité de France EDF

­­fall der Eigenfrequenzen und der Steifigkeit),

die Vergleichsstudie SMART-2008 initiiert. SMART

❚ Erdbebenparametern (Peak ground accelerati-

steht für Seismic design and best-estimate Me-

on PGA, cumulative absolute velocitiy CAV, peak

thods Assessment for Reinforced concrete buildings subjected to Torsion and non-linear effects. Im Mittelpunkt des Programms stehen Rütteltisch-

ground spectral displacement PGD) und ❚ tolerierbaren Bauwerksschäden (leicht, mittel,

schwer).

versuche auf dem AZALEE-Rütteltisch der CEA in

Soll die Gebäudehülle nach einem Erdbeben noch

Saclay bei Paris. Ein typisches 3-stöckiges Stahlbe-

dicht bleiben, sind nur geringe Bauwerksschäden

tonbauwerk mit asymmetrischer Tragstruktur im

akzeptabel. Gilt jedoch ausschliesslich die Zielset-

Modellmassstab 1:4 wurde auf dem Rütteltisch

zung, einen Gebäudekollaps zu vermeiden, sind

unter Erdbebenanregungen untersucht. Die Ver-

schwere Schädigungen des Bauwerks zulässig. Je

suche liefern die Vergleichsdaten für die vorausge-

geringer die akzeptierten Bauwerksschäden sind,

henden und anschliessenden Modellrechnungen

desto geringer sind die Erdbebeneinwirkungen,

mit linearen und nichtlinearen Methoden. Am Pro-

die zu diesen Schadensbildern führen. Unter An-

gramm beteiligen sich über 30 Expertenteams aus

nahme von schweren zulässigen Bauwerksschä-

zahlreichen Ländern.

den sind nachfolgend die Kurven für die Versa-

In einer ersten Phase (2007–2009) wurden als

genswahrscheinlichkeiten in Abhängigkeit der ma-

Wettbewerb Vorausrechnungen durchgeführt. Es

ximalen Baugrundbeschleunigungen (Peak ground

wurden die Bauwerksschwingungen und die Eta-

acceleration PGA) dargestellt. Die Linien stellen die

genantwortspektren mit unterschiedlichen Me-

Ergebnisse der Teams in Abhängigkeit verschie-

thoden berechnet, diese untereinander und mit

dener Versagenskriterien dar. Cas 1, Cas 4, Cas 7

den Versuchsresultaten verglichen und damit die

sind Versagenskriterien, die sich auf maximal zu-

Möglichkeiten und Grenzen der Berechnungsme-

lässige horizontale Gebäudeverschiebungen be-

thoden aufgezeigt. In einer zweiten Phase (2009–

ziehen, Cas 10 und Cas 13 unterstellen als Versa-

2010) wurden die Modelle und Methoden auf-

genskriterium den Abfall der ersten beiden Eigen-

grund der Vergleiche verfeinert und Berechnungen

frequenzen respektive indirekt den Abfall der Ge-

bis zum Tragwerksversagen durchgeführt, mit Fo-

bäudesteifigkeit.

kus auf die Einflüsse der Unsicherheiten in der An-

Die von den Teams berechneten Verletzlichkeits-

regung und in den Modellparametern. Unter Be-

kurven variieren stark. Abbildung 10 zeigt, dass die

rücksichtigung dieser Unsicherheiten, durch Vari-

Kurven nicht nur abhängig sind von den zulässigen

ation von Modellparametern, sind Verletzlichkeits-

Gebäudeschäden, sondern insbesondere auch von

kurven (Fragilities) berechnet worden. Balser &

der Annahme der Versagenskriterien und der von

Hofmann dokumentierte die Arbeiten und Ergeb-

den Teams gewählten unterschiedlichen Berech-

nisse der Phasen eins und zwei in zwei separaten

nungsmethoden.

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011

47


Abbildung 10: Verletzlichkeitskurven (Versagenswahrschein­ lichkeiten in Abhängig­ keit der Peak Ground Acceleration PGA) unter Annahme schwerer Bauwerksschäden.

Erste vergleichende Ergebnisanalysen der Exper-

legung neuer und der Requalifikation bestehen-

tenteams wurden am Workshop zwischen dem 15.

der Tragwerke als auch zur Beurteilung probabi-

und 17. Dezember 2010 von den Projektinitianten

listischer Sicherheitsanalysen.

CEA und EDF vorgestellt. Der von den Initianten für das Jahr 2011 in Aussicht gestellte Synthesebe-

Ausblick

richt konnte aufgrund anderer Prioritäten im Ge-

Nach Vorliegen des abschliessenden Synthese­

folge des Fukushima-Ereignisses leider noch nicht

berichtes der Initianten des Projekts SMART-2008

erstellt werden. Ebenso sind im Jahr 2011 keine

und nach der Präsentation des Nachfolge-

weiteren Angaben zum geplanten Nachfolgepro-

projekts SMART-2011 wird das Team ENSI/

jekt SMART-2011 gemacht worden.

Basler&Hofmann die weitere Teilnahme prüfen. Mit den Schlussberichten zu den Phasen eins und

Bedeutung des Projekts, Beitrag zur nuklearen Sicherheit

zwei des Projekts SMART-2008 wurde die Arbeit

Das Projekt liefert wertvolle Erkenntnisse zu zahl-

dass die Streuung in den Verletzlichkeitskurven

reichen Teilaspekten der Ermittlung der Erdbeben-

(Fragilities) sehr gross ist, hängt die Teilnahme an

sicherheit typischer Kernkraftwerksbauten. Es sind

SMART-2011 auch davon ab, ob die Verletzlich-

dies vor allem:

keitskurven mit Versuchen am neuen Versuchs-

❚ Verhalten der Tragwerke im Bereich zwischen der

körper validiert werden, z.B. mit zyklischen Zug-

Auslegungsgrenze und dem Versagen

teamintern abgeschlossen. Da sich gezeigt hat,

und Druckversuchen.

❚ Effektive und rechnerisch nutzbare Tragreserven

Aufgrund der Ereignisse in Fukushima hat das

❚ Vergleich und Interpretation linearer und nichtli-

ENSI verfügt, dass die Erdbebensicherheit der be-

nearer Berechnungen ❚ Einfluss des nichtlinearen Materialverhaltens bei

extremer Anregung ❚ Einfluss des Torsionsverhaltens und der Nichtline-

aritäten auf die Etagenantwortspektren

stehenden Kernkraftwerke erneut zu überprüfen ist. Am 30. November 2011 wurden von den ­Betreibern unter anderem Struktur- und Fragility­ analysen für Gebäude eingereicht. Bei der Beurteilung dieser Analysen profitieren das ENSI und

❚ Einfluss der Streuungen von Erdbebenanregung

sein Prüf­ingenieur Basler&Hofmann direkt von den

und Modelleigenschaften auf das Erdbebenver-

aus SMART-2008 gewonnenen Erkenntnissen, da

halten (Beanspruchungen, Etagenantwortspek-

die im Rahmen von SMART-2008 angewendeten

tren, Verletzlichkeitskurven)

­Methoden vergleichbar sind mit den von den Wer-

❚ Aufzeigen der Möglichkeiten zur Bestimmung

ken eingereichten Berechnungsmethoden. Auch

von Verletzlichkeitskurven mit nichtlinearen Fi-

in Zukunft wird das ENSI nichtlineare Erdbebenbe-

nite-Elemente-Modellen

rechnungen zu beurteilen haben. Damit zukünftig

Die Berechnungen mit modernen Methoden und

Unklarheiten bezüglich der Erdbebenbemessung

Rechenprogrammen dienen zur besseren Beurtei-

vermieden werden, sind allgemeine Randbedin-

lung der Erdbebensicherheit sowohl bei der Aus-

gungen auch für nichtlineare Berechnungsmetho-

48

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011


den (Anwendungsbereiche, Modellierung, Mate-

Einleitende, allgemeine Bemerkungen zum HRP

rialgesetze) vorzugeben, beispielsweise in Richtli-

finden sich im Kap. 1.1.1 dieses Berichts, in dem

nien. Dies sollte nach Vorliegen der Erdbebenge-

die Resultate aus dem Bereich Brennstoff- und

fährdungsstudie aus dem PEGASOS-Refinement

Materia­lverhalten zusammengefasst sind.

Project erfolgen. Erkenntnisse aus diesem Projekt

Die Forschungsarbeiten im Bereich Mensch-Tech-

können als Grundlage zur Definition dieser Rand-

nik-Organisation (MTO) umfassen hauptsächlich

bedingungen dienen.

Studien zur menschlichen Zuverlässigkeit bzw.

Der stetige internationale Erfahrungsaustausch ist

Leis­tungsfähigkeit, die Konzeption und Bewer-

in diesem Fachgebiet wichtig und soll unter ande-

tung von Schnittstellen zwischen Mensch und

rem mit solchen Projekten weiter gepflegt werden.

technischen Systemen (Human-System Interface HSI), elektronische Visualisierungs-Instrumente so-

1.4 Menschliche Faktoren

wie die Verlässlichkeit von Computer-Software. ­Diese Themen spielen eine wichtige Rolle für den sicheren Betrieb bestehender Kernanlagen, für die

Übergeordnetes Ziel in diesem Bereich ist unter an-

Modernisierung von Kontrollräumen und digitalen

derem die Reduktion der Unsicherheiten bei der

Systemen sowie für die Auslegung zukünftiger

Quantifizierung der Zuverlässigkeit menschlicher

Kernkraftwerke.

Handlungen im Rahmen der Probabilistischen Silen in Kernkraftwerken quantitativ erfasst. Der Be-

Projektziele des Berichtsjahres und wichtige Ergebnisse

reich umfasst vor allem zwei Schwerpunkte. Einer-

Von den Arbeiten des Jahres 2011 werden die fol-

seits geht es um den Einfluss menschlicher Hand-

genden, teils wegen Bezug zur Schweiz, exempla-

lungen auf Störfälle und deren Beherrschung.

risch herausgegriffen:

Dabei wird vor allem die Zuverlässigkeit des Opera-

Im Bereich der menschlichen Zuverlässigkeit wird

teurverhaltens unter verschiedenen Bedingungen

der Einfluss von Arbeitsumgebung und Organisa-

mit der sogenannten Human Reliability Analysis

tion auf die Sicherheit untersucht. Ein Ziel der ak-

(HRA) untersucht. Während die versehentliche Un-

tuellen Forschung ist es, Methoden für die Ana-

terlassung erforderlicher Eingriffe relativ gut un-

lyse menschlicher Zuverlässigkeit (Human Reliabili-

tersucht ist, sind fehlerhafte Handlungen, welche

ty Analysis HRA) bewerten zu können. Grundlage

den Verlauf eines Störfalls negativ beeinflussen

für die Bewertung sind Daten, die in Experimenten

können, weniger gut erforscht. Diese sogenann-

mit Operateur-Teams unter simulierten Notfallbe-

ten Errors of Commission werden daher im Pro-

dingungen im Halden Man-Machine Laboratory

jekt HRA systematisch identifiziert und quantifi-

(HAMMLAB) gewonnen wurden. Die seit mehre-

ziert. Zweiter Schwerpunkt im Bereich «Mensch-

ren Jahren laufenden Vergleichsstudien verschie-

liche Faktoren» ist der Einfluss der Kontrollraum-

dener HRA-Methoden mit empirischen Daten aus

gestaltung auf die Leistung der Operateure (Hu-

Simulatortests, an denen massgeblich auch das

man-System Interface).

Paul Scherrer Institut PSI beteiligt ist, wurden 2011

cherheitsanalyse (PSA), die das Risiko von Störfäl-

mit einer Studie an einem amerikanischen Kernkraftwerk fortgesetzt. Diese wurde von der ameri-

1.4.1 OECD Halden Reactor Project – Bereich Mensch-TechnikOrganisation

kanischen Aufsichtsbehörde geleitet, das HRP war daran unterstützend beteiligt. Die Studie war stärker praktisch ausgerichtet als die vorherigen, bestätigte aber die bisherigen Ergebnisse grossteils.

Auftragnehmer: Halden Reactor Project, Norwe-

Unterschiede zwischen Operateurgruppen zeigten

gen

sich vor allem in den komplexen Störfallszenarien,

ENSI-Projektbegleiter: Reiner Mailänder, Markus

die sich von den standardmässig trainierten Szena-

Straub

rien unterschieden. Damit konnten auch die Ope-

Bericht der Forscher im Anhang A

rateurgruppen tiefere Einsicht in konkrete Szenarien und Abläufe gewinnen.

Einleitung

Eine Studie zum Einfluss unterschiedlicher Kultur

Das OECD Halden Reactor Project (HRP) verfolgt

auf das Operateurverhalten ist deshalb interessant,

die zwei Stossrichtungen Brennstoff- und Mate-

weil damit die Generalisierbarkeit von Forschungs-

rialverhalten und Mensch-Technik-Organisation.

ergebnissen zum Zusammenspiel von Mensch und

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011

49


Maschinen getestet wird. Dafür wurde ein Sche-

Sicherheitsvorschriften, die Rollenverteilung der

ma des niederländischen Anthropologen Geert­

Operateure, die Arbeitsorganisation usw. Der neue

Hofstede verwendet, welches davon ausgeht,

HRP-Bericht fasst die Erfahrung zu ISV-Prozessen in

dass sich kulturelle Differenzen auf vier verschie-

verschiedenen Modernisierungsprojekten in Kern-

denen Ebenen äussern. Die auf dieser Basis erstell-

kraftwerken zusammen.

ten Messskalen wurden dazu benutzt, um sechs

Im Hinblick auf Strahlungsbelastungen von Per-

Operateurgruppen aus Korea, Schweden und den

sonal bei Revisionen sind zwei neue Berichte des

USA zu vergleichen. Es zeigten sich überraschend

HRP im Bereich der elektronischen Visualisierungs-

geringe Unterschiede zwischen den Gruppen. Dies

Instrumente interessant. Der erste beschäftigt sich

könnte darauf hindeuten, dass sich Merkmale ei-

mit Software für 3D-Anwendungen zur Visuali-

ner gemeinsamen Industriekultur zeigen. Das HRP

sierung von Strahlenfeldern, der zweite mit der

interpretiert das Ergebnis aber vorsichtig, weil Kul-

Planung von Revisionen mit komplexen radiolo-

tur nicht der einzige Faktor ist, der die Generalisier-

gischen Bedingungen.

barkeit von Forschungsergebnissen beeinflusst. So

Um die wichtigsten Resultate der Projektperiode

sind zum Beispiel auch Kompetenzen, Regelungen

2009–2011 und damit zusammenhängende Ent-

und Arbeitsweisen der Operateure in den Ländern

wicklungen in den Mitgliedsländern vorzustellen

unterschiedlich.

und zu diskutieren, wurde im Oktober 2011 ein

Ganz spezifisch zu Mensch-Maschine-Schnittstel-

Treffen der erweiterten Halden Programme Group

len stellte das HRP im Jahre 2011 einen Bericht fer-

veranstaltet. An den beiden Diskussionsgruppen

tig, der die Modernisierung von Kontrollräumen

für die Themenbereiche Brennstoff- und Materia­

betrifft. Am Ende des Prozesses für die Auslegung

lverhalten

der Kontrollräume müssen diese genau getestet

nahmen insgesamt 300 Vertreter der Mitgliedsor-

werden. Dabei ist besonders wichtig, dass validiert

ganisationen teil.

sowie

Mensch-Technik-Organisation

wird, inwiefern das neue Design die menschliche ser Prozess wird oft als Human Factors Integrated

Bedeutung des Projekts, Beitrag zur nuklearen Sicherheit

System Validation (ISV) bezeichnet. Er betrach-

Die Studien im Bereich HRA dienen dazu, Analyse-

tet die Funktionalität des Kontrollraums gesamt-

methoden für Auslöser und Wahrscheinlichkeit von

heitlich, d.h. er bezieht nicht nur die Mensch-Ma-

menschlichem Versagen weiter zu verbessern. Die

schine-Schnittstelle selbst ein, sondern auch die

immer grösser werdende Abhängigkeit auch der

Leistungsfähigkeit tatsächlich gut unterstützt. Die-

Abbildung 11: Im Halden-Labor für virtuelle Realität (Quelle: Halden Reactor Project).

50

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011


nuklearen Sicherheitstechnik von rechnerbasierten

Errors of Commission (EOC): Es ist Stand der Tech-

Systemen ist ein zentrales Forschungsthema im HRP.

nik, mit der HRA Fehlerwahrscheinlichkeiten für

Die diesbezüglichen Arbeiten dienen dazu, die Zu-

Handlungen zu bestimmen, die während eines

verlässigkeit solcher Systeme weiter zu verbessern.

Störfalls gefordert sind, aber unterlassen werden.

Das Ziel im Bereich HSI-Design ist es, Stärken und

Hingegen fehlt ein etabliertes Verfahren zur sys­

Schwächen der Schnittstellen zwischen Mensch

tematischen Identifizierung und Quantifizierung

und technischen Systemen zu bestimmen und Lö-

von ungeplanten menschlichen Handlungen, wel-

sungen zu deren Optimierung zu erarbeiten. Da-

che den Verlauf eines Störfalls negativ beeinflus-

raus folgen auch innovative Ansätze, wie Kontroll-

sen, den sogenannten EOC. In diesem Zusammen-

räume am benutzerfreundlichsten zu gestalten

hang soll die vom PSI bereits entwickelte Methode

sind. Experimente zeigen, inwieweit die Einfüh-

verfeinert und für Schweizer Kernkraftwerke an-

rung neuer Technologien die Leistungsfähigkeit

gewendet werden.

der Operateure in kritischen Situationen beein-

Anwendung von Simulatorstudien: Es soll unter-

flusst. Die Resultate liefern gleichzeitig erste Ant-

sucht werden, inwieweit Simulatorstudien für die

worten auf die Frage, wie die Operateure in Zu-

Bewertung wie auch für die Verbesserung der

kunft geschult werden sollen. Elektronische Vi-

HRA-Methoden verwendet werden können.

sualisierungs-Instrumente, die mit virtueller Rea-

Wissensbasis bezüglich der Wirkungen von Erdbe-

lität arbeiten (siehe Abbildung 11), können dazu

ben auf die menschliche Zuverlässigkeit: Die dies-

beitragen, die Strahlenexposition bei Arbeiten im

bezügliche internationale Erfahrung soll erfasst

Kernkraftwerk zu reduzieren.

werden.

Ausblick Die Arbeiten des Projekts liegen grösstenteils gut

Projektziele des Berichtsjahres und wichtige Ergebnisse

im Zeitplan. In der neuen Dreijahresperiode ab

Die Projektziele und deren Umsetzung für das Jahr

2012 werden insbesondere organisatorische As-

2011 lassen sich wie folgt zusammenfassen:

pekte, die als Folge des Unfalls von Fukushima

EOC: Bereits im Rahmen eines Vorgängerprojekts

grösseres Gewicht erhalten, einzuarbeiten sein. Zu

wurde die sogenannte Commission Errors Search

diesen Themen werden im Jahre 2012 noch Details

and Assessment Methode (CESA) entwickelt. Im

diskutiert werden.

Berichtsjahr wurde die Methode wie geplant überarbeitet, um die Quantifizierung der EOC nachvollziehbarer zu gestalten. Mit einem vom PSI erstell-

1.4.2 Human Reliability Analysis

ten Programm kann die Quantifizierung der EOC nun computergestützt erfolgen. Dadurch wird si-

Auftragnehmer: Paul Scherrer Institut PSI

chergestellt, dass der Anwender der CESA-Metho-

ENSI-Projektbegleiter: Gerhard Schoen

de die für die Quantifizierung benötigten Daten

Bericht der Forscher in Anhang A

(welche auf Basis der internationalen Betriebserfahrung erhoben wurden) auf strukturierte und

Einleitung

nachvollziehbare Weise selektiert. Ferner wird mit

Mit der Human Reliability Analysis (HRA) wird der

dem Programm die der EOC-Quantifizierung zu-

Einfluss menschlicher Handlungen auf Störfälle in

gehörige Unsicherheitsrechnung weitgehend au-

Kernkraftwerken untersucht. Die HRA analysiert

tomatisiert. Zur Auswahl eines weiteren Schwei-

diese Handlungen und bewertet sie unter Berück-

zer Kernkraftwerks für die Anwendung von CESA

sichtigung der entsprechenden Randbedingungen

wurden verschiedene Gespräche geführt und mit

wie zum Beispiel das für die Handlung zur Verfü-

einem Betreiber eine entsprechende Analyse ver-

gung stehende Zeitintervall, die Komplexität der

einbart. Wegen Ressourcenmangels beim PSI wur-

Handlung, die Ausbildung der Operateure und de-

den die entsprechenden Arbeiten im Berichtsjahr

ren Hilfsmittel (insbesondere Vorschriften).

noch nicht begonnen.

Das übergeordnete Ziel der Forschung im Bereich

Anwendung von Simulatorstudien: Den Schwer-

HRA ist die Reduktion der Unsicherheit bei der

punkt dieses Teilprojekts bildet zunächst eine US-

probabilistischen Bewertung von Operateurhand-

amerikanische Simulatorstudie, die dazu genutzt

lungen. Vor diesem Hintergrund bearbeitet das PSI

werden soll, verschiedene HRA-Methoden zu be-

im Rahmen dieses Forschungsprojektes folgende

werten. Im Rahmen dieser Studie wurden drei Sze-

drei Hauptthemen:

narien von (abhängig vom Szenario) jeweils drei

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011

51


bis vier Schichtmannschaften im Simulator durch-

die Grundlagen zur EOC-Analyse weiter zu verbes-

gespielt. Unabhängig davon wurden die entspre-

sern, so dass eine realistischere Risikoanalyse er-

chenden Operateurhandlungen mit vier verschie-

möglicht wird.

denen Methoden von jeweils mindestens zwei

Neben der langfristig genaueren Bestimmung des

HRA-Expertenteams bewertet. Diese Arbeiten wur-

Anlagerisikos bewirkt dieses Forschungsvorha-

den im Berichtsjahr abgeschlossen und eine ers­te

ben auch eine Betrachtung der Störfallvorschriften

Auswertung vorgenommen. Es zeigte sich, dass

aus der Optik der EOC. Für Fallbeispiele werden

die Experten den Schwierigkeitsgrad und die Ver-

Störfallvorschriften von Kernkraftwerken in der

sagenswahrscheinlichkeiten mit den HRA-Metho-

Schweiz herangezogen und aus dem Blickwinkel

den richtig einordneten. Auch wurden die Schlüs-

dieser Forschung hinterfragt. Die EOC-Analyse für

selelemente der Operateurhandlungen, welche für

ein weiteres schweizerisches Kernkraftwerk wird

die Versagenswahrscheinlichkeiten bestimmend

deshalb als sehr positiv bewertet.

sind, richtig vorhergesagt. Jedoch wurde die Zu-

Die Untersuchungen zur Nutzung von Simulator-

verlässigkeit von zwei Handlungselementen mög-

studien sowie zur Wirkung von Erdbeben auf die

licherweise zu optimistisch eingeschätzt. Es ist ge­

menschliche Zuverlässigkeit zielen darauf ab, die

plant, die vorliegenden Daten vertieft zu analysie-

Unsicherheit der HRA-Methoden längerfristig zu

ren und die Ergebnisse zu veröffentlichen.

reduzieren, was im Sinne einer Verbesserung der

Wissensbasis bezüglich der Wirkungen von Erd-

Risikoanalyse sinnvoll ist.

beben auf die menschliche Zuverlässigkeit: Im

Das im HRA-Projekt erarbeitete Wissen steht dem

Berichtsjahr wurde die Datenerfassung zu vorlie-

ENSI im Rahmen seiner Aufsichtstätigkeit zur Verfü-

genden Angaben des Verhaltens der Operateure

gung. Seit 1999 liefern die PSI-Forscher Expertisen zur

nach Erdbebenereignissen fortgesetzt. Diese Infor-

Überprüfung von werkspezifischen HRA-Studien.

mationen sollen dazu dienen, die wichtigen Einflussfaktoren von Erdbeben auf die Zuverlässigkeit

Ausblick

menschlicher Handlungen zu belegen und daraus

Das Projekt hat sich aufgrund Ressourcenmangels

Empfehlungen für die Anwendung von HRA-Me-

beim PSI verzögert. Für das kommende Berichts-

thoden abzuleiten. Von Interesse sind dabei As-

jahr sollen die offenen Stellen besetzt, die Anwen-

pekte wie Arbeitsbelastung, Beeinflussung der

dung der CESA-Methode für ein weiteres Schwei-

Operateure durch nicht die nukleare Sicherheit

zer Kernkraftwerk begonnen sowie die Datenaus-

betreffende Arbeiten nach einem Erdbeben, er-

wertung bezüglich Simulatorstudien und Erdbebe-

schwerende Arbeitsbedingungen, Zusammenar-

nereignisse fortgeführt werden.

beit der Notfallorganisationen und die Kommunikation. Es zeigt sich, dass die Datenlage für eine solche Auswertung im Allgemeinen gering ist.

1.5 Systemverhalten und Störfallabläufe Dieser Bereich betrifft die in der Reaktoranlage

Ereignisse in Kernanlagen zeigen, dass uner-

und im Containment ablaufenden Prozesse, aus-

wünschte Handlungen, die den Störfallablauf ne-

gehend vom Normalbetrieb über Änderungen des

gativ beeinflussen, von grosser Bedeutung sein

Reaktorverhaltens, die bei Störfällen in kurzer Zeit

können. EOC sind risikotechnisch bislang schwer

ablaufen können, bis hin zu Kernschmelz-Unfäl-

fassbar, da theoretisch sehr viele Möglichkeiten

len. Für so genannte deterministische Sicherheits-

für unerwünschte Handlungen bestehen. Der Ein-

analysen werden Computermodelle dieser Vor-

fluss nicht oder nur unvollständig ausgeführter

gänge erstellt und mit Hilfe von Experimenten vali-

Operateurhandlungen auf den Ablauf eines Stör-

diert. Sie dienen auch als Grundlage für die quan-

falls wird schon heute erfolgreich in Risikoanalysen

titative Ermittlung des Anlagenrisikos in probabi-

modelliert. EOC werden hingegen mangels eta-

listischen Sicherheitsanalysen. Zunehmend werden

blierter Analysemethoden in den Risikomodellen

verschiedene Modelle bzw. Rechenprogramme ge-

für Kernkraftwerke bislang kaum berücksichtigt.

koppelt, um das Anlageverhalten umfassender si-

Mit der vom PSI entwickelten CESA-Methode kön-

mulieren zu können. Das gilt insbesondere für das

nen potenzielle EOC mit relevantem Einfluss auf

Zusammenspiel der physikalischen Vorgänge, wel-

die Störfallbeherrschung effizient identifiziert und

che in der Reaktoranlage einerseits und dem um-

quantifiziert werden. Das Projekt zielt darauf ab,

gebenden Containment andererseits ablaufen.

52

Bedeutung des Projekts, Beitrag zur nuklearen Sicherheit

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011


1.5.1 STARS – Safety Research in Relation to Transient Analysis for the Reactors in Switzerland

­betrieben. Die Leistungsverteilung im Reaktor konnte damit sehr gut reproduziert werden, wobei aber noch grössere Abweichungen von der kritischen Borkonzentration festgestellt wurden,

Auftragnehmer: Paul Scherrer Institut PSI

die noch untersucht werden. Im Rahmen des EU-

ENSI-Projektbegleiter: Torsten Krietsch, Andreas

Projekts NURISP wurde das Brennstabgitter-Pro-

Gorzel

gramm APOLLO weiterentwickelt. Benchmark-

Bericht der Forscher in Anhang A

Rechnungen für Druck- und Siedewasserreaktoren (DWR, SWR) zeigten die Eignung für Uranoxid-

Einleitung

und Mischoxid-Brennstoff. Die Validierungsbasis

Mit dem Projekt STARS wird die seit 1988 erfolg-

für SWR-Stabilitätsanalysen mit dem Rechenpro-

reiche Zusammenarbeit zwischen dem ENSI und

gramm SIMULATE-3K wurde anhand älterer KKL-

dem PSI im Bereich der Sicherheitsanalysen fortge-

Stabilitätstests erweitert. Es zeigte sich eine sehr

setzt. Die Aufgabe des STARS-Projekts ist die Pfle-

gute quantitative Beschreibung des Schwingungs-

ge und Weiterentwicklung von Methoden und Re-

verhaltens. Nur bei einem weiter in der Vergan-

chenprogrammen für die Durchführung von de-

genheit liegenden Test (Zyklus 10) gab es grössere

terministischen Sicherheitsanalysen. Diese schlies-

konservative Abweichungen, die wohl auf die zu

sen das Anlageverhalten vom Normalbetrieb bis zu

diesem Zeitpunkt deutlich anderen Brennelement-

auslegungsüberschreitenden Störfällen (bis zum

typen zurückzuführen sind.

evtl. Kernschmelzen) ein.

Systemverhalten

Projektziele des Berichtsjahres und wichtige Ergebnisse

Die Modellierung der schweizerischen Kernan-

Brennstoffverhalten

STARS konsequent fortgesetzt. Es wurden me-

Die Weiterentwicklung und Validierung des Brenn-

thodische Neuentwicklungen für die bestehen-

stoffprogramms FALCON für die Simulation von

den schweizerischen Reaktoren durchgeführt. Die

Kühlmittelverlust- und Reaktivitätsstörfällen wur-

Modelle wurden anhand verschiedener Methoden

de fortgesetzt. Insbesondere wurde am OECD-

validiert: mittels Nachrechnungen für Transienten

Haldenreaktor anhand der Vorausberechnungen

bestehender Anlagen, Experimenten an grosstech-

mit FALCON ein Kühlmittelverlusttest mit einem

nischen Versuchsanlagen im Rahmen von Bench-

Brennstabsegment aus dem Kernkraftwerk Leib-

mark-Programmen oder durch den Vergleich mit

stadt (KKL) durchgeführt, der die Eignung von

anderen Rechenprogrammen, deren Eignung be-

FALCON bestätigte. Für Kühlmittelverlusttests im

reits nachgewiesen war.

Rahmen des japanischen ALPS-Forschungspro-

Weitere Schwerpunkte der Entwicklung liegen im

jekts konnten die wichtigsten Parameter sehr ge-

Bereich der Kopplung von Methoden, beispiels-

nau simuliert werden. Die Teilnahme an einem Ver-

weise des Systemcodes TRACE mit Simulations-

gleichstest (Benchmark) im Rahmen der OECD/

programmen für die Fluiddynamik (Computational

NEA für die Berechnung von Reaktivitätsstörfällen

Fluid Dynamics CFD). Erste Untersuchungen mit

zeigte ebenfalls die Eignung von FALCON auf, wo-

dem FLICA-4-Code für Unterkanalanalysen und

bei auch eine Schwachstelle hinsichtlich der quan-

für Abschätzungen des Filmsiedeabstandes (De-

titativen Beschreibung der Hüllrohrdehnung er-

parture from Nucleate Boiling DNB) bei Druckwas-

kannt und behoben wurde.

serreaktoren wurden durchgeführt. Kopplungen

lagen mit dem Systemcode TRACE wurde durch

zwischen TRACE und CFX wurden validiert un-

Reaktorkern

ter Verwendung von Ergebnissen des FLORIS-Ver-

Eine Unterkanal-Analysemethode für die Bestim-

suchsstands.

mung des Abstands zum Filmsieden (Departure

Im Bereich Multiphysik und Unsicherheitsanaly-

from Nucleate Boiling, DNB) in Brennelementen

sen erfolgen vorwiegend dynamische Kopplungen

wurde weiterentwickelt. Die Nachrechnung eines

der Thermohydraulik des Reaktors und des Primär-

OECD-Benchmarks zum DNB-Verhalten zeigte

kreislaufs mit der dreidimensionalen Kinetik des

eine gute Übereinstimmung, wobei die berech-

Reaktorkerns. Die Verifikation der Kopplung zwi-

nete DNB-Leistung meist etwas kleiner ausfiel, d.

schen TRACE und S3K wurde mit der Teilnahme

h. konservativ war. Die Einführung des Brennstab­

an der Analyse des OECD/NEA-Benchmarks zum

gitter-Programms CASMO-5M wurde verstärkt­

Frischdampfleitungsbruch an Druckwasserreak-

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011

53


Decks (Eingabedaten) für Transienten mit Versa-

Bedeutung des Projekts, Beitrag zur nuklearen Sicherheit

gen der Reaktorschnellabschaltung (ATWS) entwi-

Das STARS-Projekt ist zertifiziert gemäss ISO

ckelt, bei denen eine Kopplung zwischen TRACE

9001:2008 und stellt mit seinen Methoden und

und dem 3D-Reaktorkernmodell S3K besteht. Auf

seinem hochqualifizierten Personal ein technisches

der Basis dieser Kopplung hat STARS die Berech-

Zentrum für die Durchführung von Sicherheitsana-

nung des auslegungsüberschreitenden Störfalls

lysen für Leichtwasserreaktoren dar. Es unterstützt

«Schliessen aller Frischdampf-Isolationsventile un-

das ENSI bei seinen sicherheitstechnischen Bewer-

ter ATWS-Bedingungen hinsichtlich des Einflusses

tungen, z. B. hinsichtlich Anlageänderungen oder

von Brennelementen mit teillangen Brennstäben

Vorkommnissen. Die dazu notwendigen Arbeiten

sowie des Speisewasser-Runbacks» durchgeführt

sind die Durchführung von Forschungstätigkeiten

und weiterentwickelt.

zur Weiterentwicklung der eingesetzten Analyse-

TRACE ist ein dem Stand von Wissenschaft und

methoden und die Durchführung von unabhän-

Technik entsprechendes Programm für die Simu-

gigen Sicherheitsanalysen und anderen Analysen

lation des Systemverhaltens von Leichtwasserre-

auf Anforderung des ENSI aus seiner Aufsichtstä-

aktoren. Die gemeinsame Nutzung des System-

tigkeit heraus (On-Call). Dank der Kapazität der

codes TRACE durch das PSI (STARS) und das ENSI

Projektgruppe STARS können stationäre und insta-

auf der Basis des CAMP-Vertrages mit der amerika-

tionäre neutronenphysikalische und thermohyd­

nischen Aufsichtsbehörde U.S.NRC befähigt auch

raulische Berechnungen für Systeme,

das ENSI, eigene Transientenanalysen durchzufüh-

kerne und andere Konfigurationen wie Lager oder

ren. Dies ist ein wichtiger Beitrag für die Entwick-

Behälter durchgeführt werden. Damit kann das

lung und Nutzung deterministischer Analyseme-

ENSI im Rahmen seiner Aufsicht über die schwei-

thoden am ENSI. Die vom PSI durchgeführten Ent-

zerischen Kernkraftwerke sowohl die Einhaltung

wicklungen und Validierungen sind unabhängig

des gestaffelten Sicherheitskonzepts als auch die

von den eigenen, sehr praxisorientierten Entwick-

Wirksamkeit (Integrität) der hintereinander gestaf-

lungen des ENSI und bilden eine Basis für die wei-

felten Barrieren bei Störfällen fundiert beurteilen.

toren weiter verfolgt. Ferner wurden KKL-Input-

Reaktor-

tere Zusammenarbeit im Bereich der Sicherheits­ analysen. STARS bietet darüber hinaus im Bereich

Ausblick

Transientenanalysen Unterstützung und schult die

Es bleibt das Ziel, angemessene und dem Stand

Fachspezialisten des ENSI zur Weiterentwicklung

von Wissenschaft und Technik entsprechende Me-

der Input-Decks und bei der Arbeit mit TRACE, bei-

thoden bereitzustellen, um anspruchsvolle For-

spielsweise zur Einbindung der Punktkinetik in die

schungsaufgaben zum weiteren sicheren Betrieb

Input-Decks.

der Kernkraftwerke in der Schweiz bearbeiten zu können. Dazu sind weitere Qualifizierungen und

Sicherheitsanalysen

Validierungen der Methoden durch Teilnahme an

Ein wesentliches Ziel des Projekts ist die Durch-

internationalen Forschungsprogrammen und die

führung von Sicherheitsanalysen zu Fragestel-

Mitarbeit in internationalen Expertengruppen un-

lungen aus der regulatorischen Tätigkeit, für die

erlässlich. Darauf aufbauend soll das ENSI weiter-

das ENSI einen detaillierten und unabhängigen

hin beim Aufbau eigener Kompetenzen im Bereich

Analysebedarf sieht. Im Berichtszeitraum wurden

deterministische Sicherheitsanalysen unterstützt

durch STARS fünf Sicherheitsanalysen bearbeitet.

werden.

Zwei befassten sich mit Kühlmittelverlust-Störfäl-

Die Bearbeitung von On-Calls des ENSI soll mit der

len im Reaktor und im Brennelement-Lagerbecken

erreichten Qualität und Quantität fortgesetzt wer-

und wurden wegen des Ereignisses in Fukushima

den. Für das Jahr 2012 soll die Aktualisierung der

durchgeführt. Die anderen Themen waren die Flu-

Kernfolgerechnungen für alle schweizerischen An-

enzberechnung an Steuerstabspitzen, die Zyklus-

lagen weitergeführt werden. Im Bereich Transien-

vorausberechnung für eine Anlage im Rahmen des

tenanalysen ist beispielsweise das Input-Deck für

Brennelementwechsels und die Bewertung eines

das KKL an die im Rahmen des Projektes YUMOD

zur Freigabe beantragten neuen Brennstabausle-

geplanten Anlageänderungen anzupassen und zu

gungs-Programms.

verifizieren, damit neue unabhängige Begutachtungen von Störfallanalysen des Betreibers für das ENSI qualitätsgesichert durchgeführt werden können.

54

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011


1.5.2 PASSPORT – Methodik für ­ die Analyse der Wirksamkeit von Sicherheitssystemen mit gekoppelten System- und Containmentprozessen

geführt und veröffentlicht. Weiterhin wurde mit der Recherche geeigneter Experimente als Datenbasis für die Modellentwicklung begonnen. Dabei wurden Experimente am PSI wie auch extern veröffentlichte Daten einbezogen. Als Ausgangspunkt für die Entwicklung der Modelle in TRACE

Auftragnehmer: Paul Scherrer Institut PSI

und GOTHIC wurde das am PSI durchgeführte Ex-

ENSI-Projektbegleiter: Thomas Wintterle

periment PANDA ISP-42 ausgewählt. Bei PANDA

Bericht der Forscher in Anhang A

handelt es sich um eine Grossversuchsanlage zur Untersuchung des Containmentverhaltens. Eben-

Einleitung

falls wurde mit der Kopplung der beiden Rechen-

Das ursprüngliche Ziel des Projekts PASSPORT war,

codes TRACE und GOTHIC begonnen, und die ers­

das Verhalten und die Wirksamkeit von passiven

ten Ergebnisse wurden anhand der PANDA-Experi-

Sicherheitssystemen neuer KKW-Typen der dritten

mente überprüft.

Generation (z.B. AP1000) zu untersuchen. Passive onieren allein auf der Grundlage einfacher physi-

Bedeutung des Projekts, Beitrag zur nuklearen Sicherheit

kalischer Gesetzmässigkeiten wie der Schwerkraft.

Das Projekt liefert einen Beitrag zur Bewertung von

Daher gelten sie als zuverlässiger im Vergleich zu

Vorgängen im Containment beispielsweise wäh-

aktiv betriebenen Komponenten wie beispielswei-

rend eines Störfalls mit Verlust von Kühlmittel. Vor-

se Pumpen. Die Besonderheit gegenüber den ak-

gelagert ist die Entwicklung einer engen Kopplung

tiven Sicherheitssystemen zur Beherrschung von

zwischen dem Systemcode TRACE und dem Con-

Auslegungsstörfällen besteht in einer wesentlich

tainmentcode GOTHIC. Beide Rechenprogramme

stärkeren Kopplung der Vorgänge im Primärkreis-

entsprechen dem Stand der Technik, womit das

lauf mit Prozessen im Sicherheitsbehälter (Con-

ENSI wie auch das PSI eigene Kompetenz aufbau-

tainment). Die thermohydraulischen Abläufe im

en können, um verbesserte sicherheitstechnische

Primärkreislauf können gut mit eindimensionalen

Bewertungen von Störfällen vornehmen zu kön-

Rechenprogrammen (sogenannten Systemcodes)

nen.

Systeme benötigen keine Hilfsenergie, sie funkti-

berechnet werden; hingegen werden die dreidimensionalen Vorgänge im Containment mit ein-

Ausblick

dimensionalen Rechenprogrammen nur unzu-

Die Kopplung zwischen dem Systemcode TRACE

reichend wiedergegeben. Dafür liefern die dem

und dem Containmentcode GOTHIC soll weiter-

Stand der Technik entsprechenden 3D-Rechenpro-

entwickelt und anhand von Daten, wie sie die PAN-

gramme gute Ergebnisse, diese sind aber wiede-

DA-Experimente geliefert haben, validiert werden.

rum nicht geeignet für die Berechnung der Vor-

Ebenfalls wird die Literaturrecherche laufend fort-

gänge im Primärkreislauf.

geführt, so dass die Datenbasis für die Modellent-

Aufgrund der sistierten Neubauprojekte wurde

wicklung erweitert wird.

beschlossen, die Anwendungsbasis so auszurichten, dass das Projekt den Fokus auf Containmentvorgängen bestehender Reaktoren hat. Dies beinhaltet die Entwicklung einer Methodik zur engen Kopplung der Thermohydraulik-Codes des Reaktors und des Containments.

1.5.3 LINX – Dynamik dünner Flüssigkeitsfilme in einer Umgebung mit Kondensation und Wiederverdampfung

Projektziele des Berichtsjahres und wichtige Ergebnisse

Auftragnehmer: Paul Scherrer Institut PSI

Am Anfang des Jahres 2011 wurde die Einstellung

Bericht der Forscher in Anhang A

ENSI-Projektbegleiter: Werner Barten

zweier wissenschaftlicher Mitarbeiter (Post Docs) erfolgreich abgeschlossen, so dass das Projekt ge-

Einleitung

startet werden konnte. Im Berichtszeitraum wur-

Am Labor für Thermohydraulik des Paul Scher-

de wie geplant eine Literaturstudie über passive Si-

rer Instituts werden Experimente zur Thermohyd­

cherheitssysteme und Kopplungstechniken für die

raulik des Sicherheitsbehälters (Containment)

beiden Rechencodes TRACE und GOTHIC durch-

mit hoher Genauigkeit und Auflösung durchge-

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011

55


Projektziele des Berichtsjahres und wichtige Ergebnisse

Abbildung 12: Erläuterung der ver­ schiedenen optischen Messungen. Dargestellt ist ein PSI-Mitarbeiter, der eine Tasse heissen Wassers trinkt, wobei die obere Darstellung der gewohnten Sicht entspricht. Das mittlere Bild wurde im nahen Infrarotbereich (NIR) im optimalen Wellen­ längenbereich für die Messung der Dicke des Flüssigkeitsfilms und mit Beleuchtung durch eine Halogenlampe aufgenommen. Ent­ sprechend der Absorp­ tionseigenschaften des Wassers sieht die Tasse hier tiefschwarz aus, wie Kaffee. Das untere Bild ist die Darstellung im mittleren Infrarotbe­ reich (mid-wave infrared MWIR), wie es für die Temperaturmessung verwendet wird. Die heisse Tasse und das mit Dampf aus der Tasse beschlagene rechte Glas der Brille sind entspre­ chend besonders hell.

Wie geplant hat ein Doktorand Anfang 2011 seine Tätigkeit aufgenommen, die im ersten Jahr hauptsächlich auf dem experimentellen Teil lag, und sich in das Projekt einschliesslich der LINX-Anlage eingearbeitet. Diese Phase beinhaltete eine kritische Literaturstudie über die Dynamik von Flüssigkeitsfilmen (speziell für den Parameterbereich und die Bedingungen mit Kondensation und Wiederverdampfung), die Evaluation verschiedener instrumenteller Techniken für die Bestimmung der Dicke und Temperatur von Flüssigkeitsfilmen, die Anschaffung und Tests der entsprechend benötigten neuen Messinstrumente sowie die Auslegung und Entwicklung von Komponenten und Hilfsapparaturen für die geplanten Experimente am PSI. Erste Messungen zeigen, dass die Flüssigkeitsschicht sehr heterogen ist. Es bilden sich verändernde Tröpfchen und Tropfen verschiedener Grösse, die sich zu Rinnsalen (Rivulets) vereinigen. Die Dynamik des Flüssigkeitsfilms hängt sehr von den lokalen Eigenschaften der Platte ab, wobei es insbesondere wegen der Benetzungseigenschaften grosse Unterschiede zwischen reinem Metall und lackierten Oberflächen gibt. Deshalb werden, wie für die Temperatur, auch für die Messung der Dicke der Flüssigkeitsschicht optische Methoden, vornehmlich im nahen Infrarotbereich (Near InfraRed NIR) verwendet. Die optischen Methoden greifen weniger in den Versuch ein und sind daher geeigneter als die zunächst vorgesehene Methode mit einem aufgeklebten Maschensensor. In Abbildung 12 sind die Unterschiede der drei verwendeten optischen Messmethoden an einem Testbeispiel aufgezeigt. Für die gleichzeitige Anwendung der entsprechenden Kameras und weiterer Messtechniken wird derzeit das experimentelle SCAführt und mit Rechenprogrammen simuliert. Ne-

RAB-Modul entworfen, in dem hochpräzise Rand-

ben dem ENSI fördert das französische Institut de

bedingungen, z. B. für Oberfläche und Temperatur

Radioprotection et de Sûreté Nucléaire (IRSN) die-

der vertikalen Platte sowie den Massenstrom des

se Arbeiten. In dem damit zusammenhängenden

Flüssigkeitsfilms, vorgegeben werden können. Für

Doktorandenprogramm wird das dynamische Ver-

Versuche bei Atmosphärendruck genügt das Mo-

halten von dünnen Flüssigkeitsfilmen auf einer

dul selbst. Für Experimente mit erhöhtem Druck

beheizten vertikalen Oberfläche in einer Wasser-

soll es in den LINX-Behälter eingebaut werden, der

dampfatmosphäre untersucht. Darüber hinaus

auf 10 bar ausgelegt ist.

werden die Auswirkungen des sich räumlich und fizienz des Wärmeübergangs betrachtet. Aus den

Bedeutung des Projekts, Beitrag zur nuklearen Sicherheit

gemessenen Daten soll ein verbessertes physika-

Während Störfällen in einem Leichtwasserreaktor

lisches Modell für Simulationsprogramme des Si-

können auf den Oberflächen des Containments

cherheitsbehälters (Containment-Codes) wie AS-

Wasserfilme kondensieren, sich bewegen und an-

TEC oder GOTHIC entwickelt werden.

schliessend wieder verdampfen. Diese physika-

zeitlich verändernden Flüssigkeitsfilms auf die Ef-

56

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011


lischen Phänomene sind relevant für die Sicher-

stattfinden, direkt gefolgt von einer Reihe von

heit der Anlage. Sie beeinflussen unter anderem

­Experimenten zur Flüssigkeitsfilm-­Dynamik in ­einer

den Druck und die Temperatur im Containment

Umgebung mit Kondensation und Wiederver-

sowie die Verteilung und den Transport der Gase

dampfung. Die ersten Experimentreihen werden

(Luft, Dampf, Wasserstoff) und der Radioisotope

zunächst mit Atmosphärendruck durchgeführt.

innerhalb der verschiedenen Abschnitte im Containment. Diese Faktoren sind entscheidend für die Beurteilung der Integrität des Containments und eine allfällige Freisetzung von radioaktiven Stoffen (Quellterm).

1.5.4 MELCOR – Methods for Estimation of Leakages and Consequences of Releases

Derzeit sind die mit der Wärme- und Massenbilanz zusammenhängenden Prozesse in einem sich be-

Auftragnehmer: Paul Scherrer Institut PSI

wegenden Flüssigkeitsfilm auf einer Oberfläche in

ENSI-Projektbegleiter: Peter Zinniker

den meisten Rechencodes für Leichtwasserreak-

Bericht der Forscher in Anhang A

toren nur unzureichend abgebildet. Dies betrifft neben den Codes, die effektive Parameter und

Einleitung

Korrelationen verwenden, auch aktuelle Simulati-

Das Rechenprogramm MELCOR dient der Simula-

onsprogramme für die Fluiddynamik (Computati-

tion von schweren Unfällen in Leichtwasserreak-

onal Fluid Dynamics CFD) und deren Behandlung

toren. Es bildet Unfallverläufe vom auslösenden

der Filmdynamik.

Ereignis bis zur Freisetzung radioaktiver Substan-

Das Hauptziel dieses Projekts ist ein verbessertes

zen in die Umgebung ab. Das Programm wurde

Verständnis der raum-zeitlichen Dynamik eines

von den Sandia National Laboratories (SNL) für die

Flüssigkeitsfilmes, das heisst der Kondensati-

amerikanische Aufsichtsbehörde USNRC entwi-

on, Bewegung und Wiederverdampfung, an be-

ckelt und wird laufend den aktuellen Erkenntnis-

heizten vertikalen Oberflächen. Mit den hochprä-

sen der Unfallforschung angepasst. In der Schweiz

zisen Experimenten am PSI soll ein physikalisches

wird MELCOR vom ENSI und von einigen Betrei-

Modell entwickelt werden, um es in Rechenpro-

bern der Schweizer Kernkraftwerke benutzt.

grammen für Sicherheitsanalysen von Leichtwas-

Ein bedeutendes Phänomen bei schweren Unfällen

serreaktoren, zum Beispiel für die Berechnung der

ist die Oxidation der Brennstoff-Hüllrohre bei Luft-

Containment-Thermohydraulik, einsetzen zu kön-

zufuhr, wenn die Brennstäbe bei ungenügender

nen.

Kühlung abgedeckt werden. Sauerstoffeinbruch

Der fortgeschrittene ASTEC-Code soll dann in Zu-

kann die Zerstörung des Kerns beschleunigen und

sammenarbeit mit der französischen IRSN vom

die Freisetzung von Spaltprodukten erhöhen. Die

Doktoranden als Referenz-Code zum Testen und

Hüllrohre bestehen aus Zirkoniumlegierungen und

Validieren der neuen Modelle verwendet werden.

werden ständig weiterentwickelt. Mit MELCOR soll

Die Projektzusammenarbeit trägt zur internationa-

der Aufheiz- und Oxidationsprozess realistisch be-

len Vernetzung des PSI und des ENSI bei. Parallel

rechnet werden können, wobei die neusten Ent-

zum ASTEC-Code wird der GOTHIC-Code am PSI

wicklungen berücksichtigt werden.

verwendet werden.

Die bestehenden Luft-Oxidationsmodelle bilden die relevanten physikalischen Prozesse nicht voll-

Ausblick

ständig ab, und daher ist nicht unter allen Umstän-

Die herausfordernden Aufgabenstellungen des

den gewährleistet, dass die Ergebnisse konserva-

ers­ten Projektjahres wurden einschliesslich der ge-

tiv sind. Typischerweise erfolgt die Oxidation un-

planten Testmessungen erfüllt. Die Einarbeitung

ter sauerstoffreichen Bedingungen anfänglich sehr

des Doktoranden in das Modul des ASTEC Codes

schnell (parabolische Kurve) und geht mit dem An-

für die Behandlung von Kondensationsphäno-

wachsen der schützenden Oxidschicht nach eini-

menen im Containment ist für das Jahr 2012 vor-

gen Minuten in einen linearen Verlauf über. Durch

gesehen, mit Unterstützung durch die französische

Reaktionen der Oxidschicht mit Stickstoff können

IRSN. Im Jahr 2012 soll auch das voranschreitende

Teile der Oxidschicht jedoch abbrechen, womit sich

Design des experimentellen SCARAB-Moduls fer-

an diesen Stellen die Oxidationsreaktion wieder

tiggestellt werden. Die Konstruktion dieses ­Moduls

beschleunigt und ein quasi-zyklischer Verlauf von

einschliesslich der Montage der relevanten Instru-

Wachstum und Abbrechen der Oxidschicht entste-

mentierung soll ebenfalls noch im selben Jahr

hen kann. Das PSI entwickelte auf der Grundlage

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011

57


von Experimenten des Forschungszentrums Karls-

Sicherheitsanalysen (PSA) und dient der Optimie-

ruhe FZK (heute Karlsruher Institut für Technolo-

rung von Accident Management Massnahmen.

gie KIT) ein Modell, welches diesen Oxidationsver-

Die Richtlinie ENSI-A05 (PSA: Umfang und Quali-

lauf des gängigen Hüllrohrmaterials Zircaloy-4 bes-

tät) nennt MELCOR als einen der Rechencodes, die

ser beschreibt. Mit diesem Projekt wird das Mo-

dem aktuellen Stand von Wissenschaft und Tech-

dell weiterentwickelt, nochmals anhand von Da-

nik entsprechen.

ten aus Experimenten verifiziert und in MELCOR

Das Projekt dient zudem der Erhaltung von Fach-

implementiert. Das PSI ist im Rahmen der MEL-

wissen in der Schweiz. Das PSI verfolgt und be-

COR-Weiterentwicklung auch an entsprechenden

einflusst die Entwicklung von MELCOR und von

Versuchsprogrammen am KIT und des OECD NEA

anderen Rechenprogrammen für schwere Unfäl-

Sandia Fuel Projects der SNL (Projekt SFP) beteiligt.

le und gibt sein Wissen den Schweizer Benutzern weiter.

Projektziele des Berichtsjahres und wichtige Ergebnisse

Ausblick

Weiterentwicklung des Oxidationsmodells

Mehrere Experimente zeigen beim Oxidationspro-

Das Modell wurde im Berichtsjahr anhand von

zess für verschiedene Hüllrohrmaterialien grössere

Daten aus verschiedenen internationalen Experi-

Unterschiede, insbesondere im unteren Tempera-

menten weiter verifiziert und angepasst. Der neue

turbereich. Die Modellerweiterungen im Rahmen

Programm-Code wurde erfolgreich für Analysen

dieses Projekts werden helfen, Unfallsituationen

von Testergebnissen benutzt. Die Russian Acade-

mit Lufteinbruch in Brennelemente-Lagerbecken

my of Science (RAS) hat das neue Modell des PSI in

besser zu simulieren. Das Oxidationsmodell soll bis

MELCOR 1.8.6 implementiert. Ein Teilprozess die-

2012 in MELCOR integriert und validiert sein und

ser MELCOR-Implementierung wurde bereits vali-

damit das Programm MELCOR als eine Grundlage

diert, die vollständige Validierung anhand von wei-

für die PSA weiter verbessern.

teren experimentellen Daten wird fortgesetzt.

Aus verschiedenen Experimenten ist ein Einfluss von Stickstoff auf den Oxidationsprozess erkenn-

Beteiligung am Projekt SFP

bar. Das Abbrechen der Oxidschicht scheint emp-

Im Rahmen des Projekts SFP werden zwei Experi-

findlich auf Zirkonium-Nitrid (ZrN) zu reagieren.

mente mit originalgetreuen Nachbildungen von

Die Bildung von ZrN erfolgt unter Ausschluss von

Brennelementen für Druckwasserreaktoren durch-

Sauerstoff und ist besonders ausgeprägt bei vor­

geführt. Diese dienen der Validierung von MEL-

oxidierten Hüllrohren. Die Berücksichtigung dieses

COR und anderen Programmen zur Berechnung

Effekts könnte eine sinnvolle Erweiterung des Mo-

von schweren Reaktorunfällen. Das erste Experi-

dells sein.

ment mit einem einzelnen Brennelement wurde im März 2011 durchgeführt und simulierte den Antrockener Luft bis zum Brand durch die oxidations-

1.5.5 ARTIST II – Aerosol Trapping in the Steam Generator

bedingte Zündung. Der beobachtete Temperatur-

Auftragnehmer: Internationales Forschungskon-

und Oxidationsprozess zeigte gute Übereinstim-

sortium unter der Leitung des Paul Scherrer Insti-

mung mit den Werten, die mit dem MELCOR-Mo-

tuts PSI

dell berechnet wurden.

ENSI-Projektbegleiter: Thomas Schange

stieg der Temperatur bei natürlicher Konvektion an

Bericht der Forscher in Anhang A

Einleitung

Die Oxidation von Hüllrohren bei Luftzufuhr kann

Im Projekt ARTIST-II (2008-2011) wurden die For-

bei Unfällen mit Kernbeschädigung je nach Szena-

schungsarbeiten des Vorgängerprojekts ARTIST-I

rio Brennelemente im Reaktorbehälter, im Brenn-

(2002-2007) fortgesetzt. Untersucht wurden be-

stoff-Lagerbecken oder im Transportbehälter be-

stimmte Unfallsequenzen bei Druckwasserreak-

treffen. Die Weiterentwicklung des MELCOR-Pro-

toren, die verbunden sind mit Kernschmelzen und

gramms und dessen Anpassung an neue Erkennt-

einem Bypass des Containments (d.h. Freisetzung

nisse aus der Unfallforschung zur Simulation sol-

von Stoffen unter Umgehung der Barrieren) beim

cher Vorgänge verbessert die Risikoabschätzung

Bruch eines oder mehrerer Dampferzeuger-Heiz-

schwerer Unfälle im Rahmen von Probabilistischen

rohre und fehlerhafter Isolation des Dampferzeu-

58

Bedeutung des Projekts, Beitrag zur nuklearen Sicherheit

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011


gers. Solche Unfallsequenzen haben eine ausser-

maulförmiger und ringförmiger Bruch mit ver-

ordentlich geringe Eintretenshäufigkeit. Da bei

schiedenen Öffnungsquerschnitten) auf das

diesem Unfalltyp jedoch radioaktive Stoffe direkt

Strömungsverhalten in der unmittelbaren Umge-

an die Umwelt abgegeben werden können, sind

bung des Rohrbruches untersucht. Diese Mes-

sie für Risikobetrachtungen von Kernkraftwerken

sungen wurden mit Hilfe optischer Messverfah-

trotzdem von grosser Bedeutung. Deshalb ist es

ren durchgeführt und erfolgreich abgeschlossen.

wichtig zu wissen, welcher Anteil der bei einem

Simulationsrechnungen

solchen Unfall freigesetzten Spaltprodukte in Form

wurden mit strömungsmechanischen Rechen-

von Wassertropfen und in Form von Aerosolen

programmen (Computational Fluid Dynamics

(feinste Partikel im Mikrometer-Bereich) auf der

CFD) durchgeführt und mit den Messergebnis-

Primär- und Sekundärseite eines Dampferzeugers

sen ver­glichen.

des Strömungsfeldes

zurückgehalten werden. tungsprozesse zu identifizieren und zu quantifizie-

Rückhaltung von Tropfen im Dampftrockner (Phase VI)

ren. Die gewonnene Datenbasis soll anschliessend

Das Tropfenverhalten mit den darin enthaltenen

in die Risikobetrachtungen von Unfallsequenzen

Spaltprodukten wird in dieser Phase untersucht.

mit Bruch von Dampferzeuger-Heizrohren integ­

Die Bruchstelle des Heizrohres befindet sich am

riert werden.

oberen Ende des Dampferzeuger-Rohrbündels, so

Das Forschungsprojekt wurde in einem internatio-

dass feinste primäre Flüssigkeitstropfen erzeugt

nalen Konsortium durchgeführt, an dem sich ins-

und durch die Tropfenabscheider und den Dampf-

gesamt 12 Organisationen aus den USA, Japan,

trockner transportiert werden. Zur gezielten Cha-

den Niederlanden, Finnland und der Schweiz be-

rakterisierung des Tropfenverhaltens im Dampf­

teiligten. Die Leitung erfolgte durch das PSI.

trockner werden Versuche zur Tropfenrückhaltung

Das Ziel des ARTIST-Projekts ist es, diese Rückhal-

in einer speziell dafür konzipierten Teststrecke

Projektziele des Berichtsjahres und wichtige Ergebnisse

durchgeführt. In einer sehr umfangreichen Mess-

In ARTIST-II wurden verschiedene Einzelaspekte

ren Rückhaltung für verschiedene primäre Trop-

des Aerosol- und Tropfentransports und deren

fengrössen bei unterschiedlichen Durchflussraten

Abscheidungsverhaltens untersucht, die im Laufe

des Trägergases ermittelt werden (siehe Abbil-

von ARTIST-I zusätzliche Bedeutung erlangt hat-

dung 13). Hiermit liegt nun eine Datenbasis vor,

ten. Das Projekt war nach räumlichen Gesichts-

mit der die Rückhaltung für unterschiedliche Par-

punkten der untersuchten Effekte im Dampfer-

tikelgrössenklassen durch entsprechende Modelle

zeuger in verschiedene Teile, die sogenannten

beschrieben werden kann.

Projektphasen, gegliedert. In jeder Projektpha-

Im Berichtsjahr wurden vier grundlegende expe-

se wurden bestimmte lokale Aspekte untersucht.

rimentelle und analytische Arbeiten in Form von

kampagne konnte das Tropfenverhalten und de-

Im letzten Projektjahr konzentrierten sich die ex-

Abbildung 13: Tropfenrückhaltung als Funktion der Stokes-Zahl der Trop­ fen (kennzeichnet den Tropfendurchmesser) für verschiedene Durch­ flussraten des Träger­ gases. Quelle: PSI

perimentellen und analytischen Arbeiten im Wepunkte der Projektziele und deren Umsetzung für das Jahr 2011 lassen sich wie folgt charakterisieren:

Aerosol-Rückhaltung im Nahbereich des Heizrohrbruches (Phase II) Im Nahbereich des Heizrohrbruches können ­­sehr hohe Gasgeschwindigkeiten auftreten, die die Rückhaltung von Aerosolen entscheidend beeinflussen können. Zur Entwicklung von Modellen, die das Aerosolverhalten unter diesen Bedin-

100

prozentuale Rückhaltung, %

sentlichen auf zwei Projektphasen. Die Schwer-

90 80 70 60 50 40

20

gungen beschreiben, ist die Kenntnis des drei­

10

dimensionalen Geschwindigkeitsfeldes notwen-

0

dig. In zahlreichen Tests wurde der Einfluss des

Durchflussrate Trägergas 50 kg/h 100 kg/h 200 kg/h 600 kg/h 800 kg/h

30

Stk, 1

Gasdurchsatzes und der Bruchgeometrie (fisch-

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011

59


Doktorarbeiten durchgeführt. Hierbei erfolgten einerseits Untersuchungen zum Verständnis des physikalischen Verhaltens des Partikel- und Aero-

1.5.6 MSWI – Melt-Structure-Water-Interactions during Severe Accidents in LWR

soltransports in einem durch einen Temperaturgradienten erzeugten Strömungsfeld. Andererseits

Auftragnehmer: Königlich-Technische Hochschule

wurden Studien zum Auseinanderbrechen von Ae-

(KTH), Stockholm

rosolpartikeln bei der Impaktion auf Oberflächen

ENSI-Projektbegleiter: Rainer Hausherr

für verschiedene Aerosolmaterialien, Morpholo-

Bericht der Forscher in Anhang A

gien und Partikelgeschwindigkeiten durchgeführt. Des Weiteren werden Experimente zum Blasenver-

Einleitung

halten in einer Rohrbündelgeometrie mit verschie-

Das Programm MSWI wird von der schwedischen

denen Bruchgeometrien, Gasdurchflussraten und

Königlich-Technischen

Wasserüberdeckungen vorgenommen.

Stockholm durchgeführt. Neben dem ENSI för-

Die geplanten Experimente der Projektphasen

dern als weitere Partner die schwedische Sicher-

wurden in den verschiedenen ARTIST-Testeinrich-

heitsbehörde (SSM), schwedische Kraftwerksbe-

tungen durchgeführt und die Ergebnisse doku-

treiber, das Nordic Nuclear Safety Research Pro-

mentiert. Die wesentlichen Ergebnisse des gesam-

gram (NKS) sowie die EU (SARNET-Programm)

ten Projekts wurden in einem Abschlussbericht zu-

die Projektarbeiten. Seit dem Beginn seiner Teil-

sammengefasst.

nahme am Programm (1996) kann das ENSI di-

Hochschule

(KTH)

in

rekt auf alle erarbeiteten Resultate zugreifen und

Bedeutung des Projekts, Beitrag zur nuklearen Sicherheit

hat die Möglichkeit, die Forschungsziele mitzubestimmen.

Durch das Projekt können die komplexen Phänogungen besser verstanden werden. Diese Erkennt-

Projektziele des Berichtsjahres und wichtige Ergebnisse

nisse können zudem in PSA-Studien integriert wer-

Seit 2006 liegt der Schwerpunkt der Forschungs-

den. Möglicherweise können auch Empfehlungen

arbeiten bei der Untersuchung von Phänomenen,

für die Massnahmen zur Unfallbeherrschung (Acci-

welche bei einem schweren Unfall in einem Sie-

dent Management) in den Kernkraftwerken abge-

dewasserreaktor (SWR) auftreten könnten. Bei

leitet werden. Ferner kann das vertiefte Verständ-

schweren Unfällen kann der Reaktorkern wegen

nis dieser Störfallabläufe zu einer realistischeren

fehlender Kühlung schmelzen. Gelingt es im Zuge

Quellterm- und somit Dosisprognose beitragen

der Unfallbeherrschung nicht, die Kernschmelze

und so helfen, die effektiv notwendigen Notfall-

zu kühlen, kann der umgebende Reaktordruckbe-

schutzmassnahmen vorzubereiten.

hälter (RDB) versagen und die Kernschmelze aus-

mene des Aerosoltransports unter Störfallbedin-

treten.

Ausblick

Die MSWI-Projektarbeiten lassen sich in folgende

Das ARTIST-II-Projekt endete am 31.12.2011. Es

vier Bereiche einteilen:

ist geplant, das ARTIST-Projekt im Rahmen einer

❚ Kühlbarkeit einer Kernschmelze im RDB und Un-

internationalen Kooperation zum Informationsaustausch in den Jahren 2012–2014 fortzusetzen («ARTIST-Ex»). Ziele des Extensionsprojekts sind eine Konsolidierung des Verständnisses zur Behandlung des Quellterms bei derartigen Unfallse-

fallbeherrschungsstrategien (INCOSAM) ❚ Formation von Schmelzpartikelschüttungen in-

nerhalb und ausserhalb des RDB (DEFOR) ❚ Kühlbarkeit einer Schmelzpartikelschüttung in-

nerhalb und ausserhalb des RDB (POMECO)

quenzen, die Weiterentwicklung von Modellen zur

❚ Risikobeurteilung von Dampfexplosionen (SERA)

Implementierung in Rechencodes, die Anwendung

Das übergeordnete Projektziel besteht darin, das

des gewonnenen Datenmaterials und Modellie-

Verständnis der bei einem schweren Unfall ablau-

rungen für Analysen von Unfallsequenzen in Kern-

fenden Prozesse zu verbessern. Dafür werden Ex-

kraftwerken. Da der regulatorische Nutzen des ge-

perimente durchgeführt, Methoden und Modelle

planten Folgeprojekts vom ENSI als nicht ausrei-

erforscht und Computercodes entwickelt. Durch

chend beurteilt wird, verzichtet das ENSI auf eine

diese Arbeiten sollen unter anderem die Unsicher-

weitere Beteiligung.

heiten bei der Quantifizierung der Risiken eines schweren Unfalles reduziert werden. Die wichtigsten Arbeiten im Jahre 2011 waren:

60

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011


INCOSAM (In-vessel Coolability and Severe Accident Management):

Schüttbett durch die Nachwärme erzeugte Ener-

Für einen Siedewasserreaktor (Nordic BWR) wur-

zu einer Austrocknung des Schüttbettes führt. Die­

de unter anderem untersucht, ob nach einer Kern-

se Kühlbarkeitsgrenze wird als Dryout Heat Flux

schmelze die Führungsrohre der Instrumentierung

(DHF) bezeichnet. Zur Validierung des Codes wur-

(Instrumentation Guide Tube, IGT) im Bereich der

den die ermittelten Daten aus den POMECO-HT-

Durchflussbegrenzer verklemmen. Dies würde das

Experimenten verwendet. Die in diesen Experi-

Herausfallen dieser Führungsrohre aus der Boden-

menten gemessenen DHFs liessen sich durch den

kalotte des RDB nach dem Aufschmelzen der IGT-

Code mit guter Genauigkeit (Differenzen kleiner

Schweissnähte verhindern. Für die Analyse wur-

5%) vorhersagen. Die Forschungsresultate zeigen,

den der maximale Schmelzepool (1.9 m) sowie ein

dass der DHF stark von der Schüttbettform abhän-

möglichst mittig positioniertes Führungsrohr ge-

gig ist.

giedichte (in kW pro Kubikmeter Schüttbett) nicht

wählt. Die durchgeführte Analyse zeigt, dass das Führungsrohr nicht verklemmt und somit der Re-

SERA (Steam Explosion Risk Assessment):

aktordruckbehälter zuerst im Bereich der IGT ver-

Mittels sogenannter Einzeltropfen-Experimenten

sagt. Bei anderen Mächtigkeiten des Schmelze-

wird das Phänomen Dampfexplosion erforscht. Da-

pools und anderen IGT-Positionen könnten die Re-

bei werden Tropfen eines flüssigen Kernsimulati-

sultate unterschiedlich sein, was weiter zu unter-

onsmaterials in eine Wasservorlage fallen gelassen

suchen sein wird.

und die Reaktionen analysiert. Es wurden weitere Experimente mit geringer Überhitzung (100 °C

DEFOR (Debris Formation):

über dem Schmelzpunkt) durchgeführt. Dabei be-

Wenn die Kernschmelze als Strahl aus dem RDB

stätigte sich die Vermutung, dass die Material­

austritt und auf eine Wasservorlage trifft, so wird

effekte (z.B. Mechanismen wie «mushy-phase»)

der Strahl mit zunehmender Eintrittstiefe in die

erst in diesem Überhitzungsbereich eine wesent-

Wasservorlage immer weiter aufgetrennt, bis

liche Rolle spielen. Die Unterschiede zwischen eu-

schliesslich nur noch Tropfen vorhanden sind. Dies

tektischen und nicht-eutektischen Mischungen bei

wird als «Jet-Breakup» bezeichnet und die dazu

der Erstarrung wurden mittels Analyse der durch

benötigte Wassertiefe als «Jet-Breakup Length».

die Dampfexplosionen erzeugten Feinpartikel wei-

Die Analysen zeigen, dass wenn die Wasservorlage

ter erforscht. Mit einem CFD-Rechenprogramm

mehr als 2 Meter tiefer als die Jet-Breakup Length

(Computational Fluid Dynamics) wurde die Defor-

ist, keine signifikante Agglomeration von Schmelz-

mation der Schmelztropfen simuliert. Die vorläu-

partikeln zu erwarten ist. Diese Agglomeration ist

figen Resultate zeigen unter anderem die Bedeu-

unerwünscht, da das Schüttbett dann schlech-

tung der Eigenschaften der Schmelze auf die Vor-

ter kühlbar ist. Der Einfluss der Überhitzung der

konditionierung (Bedingungen für eine nachfol-

Schmelze auf die Streuung der Resultate ist deut-

gende Dampfexplosion).

lich geringer als der der Jet-Breakup Length. In der die Mächtigkeit der Wasservorlage, welche erfor-

Bedeutung des Projekts, Beitrag zur nuklearen Sicherheit

derlich ist, um eine unerwünschte Agglomerati-

Das Projekt MWSI liefert Erkenntnisse zu den kom-

on von Schmelzpartikeln zu vermeiden, in Abhän-

plexen Abläufen bei schweren Reaktorunfällen.

gigkeit des Strahldurchmessers dargestellt. Im Be-

Je umfassender das Verständnis der Unfallphä-

trachtungsjahr konnte eine erste Version dieser

nomene ist, desto präziser können diese model-

Agglomeration Mode Map entwickelt werden. Mit

liert werden. Dadurch werden z.B. belastbarere

dem entwickelten DECOSIM (Debris Coolability Si-

Risikoquantifizierungen in der Stufe 2 der Proba-

mulator) Code wird die Ausbildung des Schütt-

bilistischen Sicherheitsanalyse (PSA) möglich. Sie

bettes simuliert, wenn die Kernschmelze kontinu-

spielen beim Entscheid über technische Nachrüs­

ierlich in die Wasservorlage fällt.

tungen und auch bei der Optimierung von Unfall-

sogenannten «Agglomeration Mode Map» wird

beherrschungsstrategien (SAMG) und der Not-

POMECO (Porous Media in- and ex-vessel Coolability):

fallplanung eine wesentliche Rolle. So liefern die

Zur Bestimmung, ob ein Schüttbett kühlbar ist,

darüber, mit welchen Methoden und Erfolgsaus-

wird der MEWA 2D Code (Universität Stuttgart)

sichten die Kernschmelze vor oder nach einem Ver-

eingesetzt. Ein Schüttbett ist kühlbar, wenn die im

sagen des Reaktordruckbehälters gekühlt werden

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011

Forschungsresultate beispielsweise Erkenntnisse

61


kann. Bemerkenswert ist die konsequente Ausrich-

1.6.1 Strahlenschutzforschung

tung der MSWI-Forschungsarbeiten auf unmittel-

Auftragnehmer: Paul Scherrer Institut PSI

bare Anwendbarkeit der Resultate in den oben ge-

ENSI-Projektbegleiter: Franz Cartier

nannten Bereichen, insbesondere für SWR, wel-

Bericht der Forscher in Anhang A

che – wie beispielsweise die Schweizer Anlagen – als zentrale Massnahme bei einem Kernschmelz-

Einleitung

unfall das Containment fluten. Ferner ermöglicht

Die Sektion Messwesen der Abteilung für Strahlen-

die Mitwirkung am MSWI-Projekt dem ENSI den

schutz und Sicherheit des PSI ist von der Schweize-

direkten Zugang zum aktuellen Stand des Wissens

rischen Akkreditierungsstelle SAS als akkreditierte

auf dem Gebiet der Leichtwasserreaktor-Schwer-

Stelle zugelassen. Unter anderem gehören zum

unfallforschung (auch über die Projektthemen hi-

Aufgabengebiet der Sektion:

naus).

❚ das Betreiben einer anerkannten Dosimetrie- und

Ausblick

❚ die Kalibrierung und Eichung von Strahlenmess-

Inkorporationsmessstelle, Die Arbeiten an der KTH sind bislang insgesamt

geräten,

sehr zufriedenstellend verlaufen. Der Forschungs-

❚ das Betreiben eines Radioanalytiklabors.

vertrag wurde deshalb verlängert. In der neuen

Die Personendosimetrie, also die Messung der äus-

Projektperiode (2012 – 2016) sollen determinis­

seren und inneren Strahlenexposition von Men-

tische und probabilistische Analysen kombiniert

schen, ist eine wichtige Aufgabe des Strahlen-

werden, um den Einfluss der Unfallszenarien auf

schutzes. Die Dosimetrieverordnung stellt hohe

die Kühlbarkeit der Kernschmelze nach RDB-Ver-

technische Anforderungen an die Dosimetriestellen.

sagen und auf Dampfexplosionen systematisch be-

Die Kalibrierung und Eichung von Strahlenmess-

rücksichtigen zu können, Dafür wird die «Risk Ori-

geräten ist eine wichtige Voraussetzung zum

ented Accident Analysis Methodology (ROAAM)»

Nachweis der Einhaltung von gesetzlichen Grenz-

herangezogen. Die Forschungsaktivitäten für die

werten. Grosse Bedeutung haben auch die Mes-

Projektperiode 2012 – 2016 können wie folgt un-

sungen zur Freigabe von Materialien aus kontrol-

terteilt werden:

lierten Zonen und zur Überwachung der Abgaben

❚ Risikoevaluation und Synthese (RES)

radioaktiver Stoffe an die Umgebung.

❚ Analyse, wie die Kernschmelze aus dem RDB aus-

In der Radioanalytik werden chemische und phy-

tritt – Melt ejections mode (MEM) ❚ Kühlbarkeit des Schüttbettes – Debris coolabili-

ty map (DECO) ❚ Auswirkungen einer Dampfexplosion – Steam

explosion impact map (SEIM)

sikalisch-chemische Untersuchungen in Verbindung mit Kernstrahlungsmessungen an verschiedensten radionuklidhaltigen Proben durchgeführt. Die Radioanalytik hat im Strahlenschutz einen hohen Stand erreicht. Dennoch ergeben sich immer neue Anforderungen aus der Praxis, denen mit

1.6 Strahlenschutz

Neuentwicklungen von Messmethoden und mit neuen Lösungsansätzen begegnet werden muss. Beispiele sind Freigabemessungen von Schlämmen

Die Arbeiten im Bereich Strahlenschutz umfassen

sowie Messungen von Umweltproben im Rahmen

ein breites Spektrum anwendungsbezogener The-

der Immissionsüberwachung oder von Proben zur

men. Sie reichen von der Überprüfung und Kalib­

Überwachung der Inkorporation.

rierung von Messsystemen für ionisierende Strah-

Für das ENSI führt die Sektion Messwesen der Ab-

lung und der von Helikoptern aus durchgeführten

teilung für Strahlenschutz und Sicherheit des PSI

Messung der Ortsdosisleistung in der Umgebung

Expertisen sowie Entwicklungs- und Forschungs-

von Kernanlagen (Aeroradiometrie) bis hin zur Ent-

arbeiten auf dem Gebiet der Strahlenmesstechnik

wicklung neuer Analysemethoden für Radionukli-

und der Radioanalytik durch.

de. Zudem trägt die Mitarbeit an internationalen rung im Strahlenschutz bei. Mit diesen Aktivitäten

Projektziele des Berichtsjahres und wichtige Ergebnisse

werden der Strahlenschutz in der Schweiz auf dem

Generische Strahlenschutzforschung

Stand der Technik gehalten und die Ausbildung

Im Berichtsjahr wurde die Doktorarbeit zur Ent-

von Nachwuchskräften gefördert.

wicklung eines Modells zur atmosphärischen Aus-

Normen zur länderübergreifenden Harmonisie-

breitung von Radionukliden, das die Topografie

62

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011


und die Gebäude des PSI berücksichtigt und tur-

Im Jahr 2012 nahm die Sektion Messwesen an

bulente Strömungen mit hoher Auflösung berech-

Vergleichsmessungen im Bereich der Radioana-

nen soll, weitergeführt. Nach einem Wechsel zu

lytik und Neutronendosimetrie sowohl auf natio-

besser geeigneten Rechencodes und dem Einsatz

naler wie auch internationaler Ebene teil. Bei al-

vereinfachter Modelle der PSI-Topografie konn-

len Vergleichsmessungen liess sich eine gute Über-

ten wichtige Grundlagen für die Simulationen mit

einstimmung der PSI-Resultate mit den Referenz-

der rea­len PSI-Topografie erarbeitet werden. Zu-

werten feststellen.

sätzlich ist geplant, das Modell mit Hilfe von Mes-

In der Gruppe Radioanalytik wurde ein neues Flüs-

sungen der Luft-Aktivitätskonzentration von Posi-

sig-Szintillationsspektrometer mit Dreifach-Dop-

tronenstrahlern in der Umgebung des PSI zu über-

pel-Koinzidenz-Messtechnik erfolgreich kalibriert

prüfen. Die Positronenstrahler werden von den Be-

und seine Alpha-Beta-Trennung optimiert. Im Be-

schleunigeranlagen des PSI kontinuierlich im Rah-

richtsjahr untersuchte ein Industriepraktikant des

men der zulässigen Grenzwerte an die Umgebung

NE-Masterkurses der ETHZ die CR-39-Neutronen-

abgegeben. Dazu wurde im Berichtsjahr ein erster

Detektor-Materialien von drei verschiedenen Her-

Prototyp einer gammaspektrometrischen Messsta-

stellern. Dabei wurden Untergrunddetektoren

tion mit einem 3-x-3-Zoll-NaJ-Detektor im Mess-

und vorgängig bestrahlte Detektoren untersucht.

feld PSI-OASE in Betrieb genommen.

Die Ergebnisse der Studie werden 2012 auf einem

Am Testaufbau des neuen Probenahmesystems

Kongress der International Radiation Protection

des Hochkamins Ost wurden die Gesamtübertra-

Association (IRPA) in Glasgow präsentiert.

gungsraten von Aerosolpartikeln durch zwei auf diese Prüfung spezialisierte Firmen gemessen. Die

Praktische Strahlenschutzforschung

Analyse zeigte eine gute Übereinstimmung der

Im Rahmen des Teilprojekts «Teilnahme an und

Messergebnisse beider Firmen. Auch stimmte die

Berichterstattung über die jährlichen Aeroradio­

vom PSI durchgeführte Modellrechnung für klei-

metrieübungen» wurden die Routine-Messge-

ne und mittlere Partikel mit den Messergebnissen

biete um die Kernkraftwerke Mühleberg (KKM)

gut überein. Für grosse Partikel vernachlässigte das

und Gösgen (KKG), das Reuss-Delta und Gebiete

Modell die Resuspension einmal abgelagerter Teil-

im Kanton Tessin aeroradiometrisch ausgemes-

chen, so dass das Modell eine Übertragungsrate

sen. Zusätzlich wurde gemeinsam mit den Einsatz-

von Null vorhersagte, was der Wirklichkeit nicht

kräften des Kantons Tessin eine Einsatzübung mit

entsprach. Die vom PSI zur Verfügung gestellten

einem simulierten Transportunfall durchgeführt.

Prüfaerosole im mittleren Grössenbereich lagen

Es konnten mit Ausnahme der Betriebsareale der

deutlich unter den erwarteten Werten, was die

Kernkraftwerke keine erhöhten Messwerte regist­

Hypothese einer zusätzlichen Abscheidung durch

riert werden. Auf den Betriebsarealen wurden die

elektrostatische Kräfte für diese Art von Partikel

gesetzlichen Grenzwerte eingehalten.

nahelegte.

Im Jahr 2011 wurden die Neutronen-Bestrah-

Im Gebiet der internationalen Strahlenschutznor-

lungseinrichtungen der PSI-Kalibrierstelle neu

mung arbeitet je ein Vertreter des PSI in den Ar-

­charakterisiert. Dazu wurden die Felder der 241Am-

beitsgruppen WG14 und WG17 der Internatio-

Be- und der

nal Organization for Standardization ISO aktiv mit.

derator (Schwerwasser) ausgemessen und model-

Die WG14 hat mit der Neuerstellung von zwei ISO-

liert. Auch wurde der Photonenanteil dieser Quel-

Normen begonnen. Die eine behandelt die Raum-

len mit sieben verschiedenen Messgeräten be-

luftüberwachung am Arbeitsplatz und die ande-

stimmt. Für die

re die Raum- und Fortluftüberwachung von Be-

des ISO-Wasserphantoms, das zur Kalibrierung

schleunigern zur Herstellung von Radionukliden

von Dosimetern verwendet wird, auf die Streu-

für die Positronen-Emissionstomographie (PET).

strahlung im Raum mit Messung und Monte-­

In der WG 17 wird weiter an der Revision der ISO

Carlo-Simulation untersucht. Ein Phantom ist ein

7503, einer Norm über die Messung und Beurtei-

– in diesem Fall mit Wasser gefüllter – Behälter,

lung von Oberflächenkontaminationen, gearbei-

der stellvertretend für lebendes Gewebe verwen-

tet. Die Sektion Messwesen ist in mehreren Ar-

det wird. Phantome sollen eine dem lebenden

beitsgruppen von EURADOS (European Radiation

­Gewebe vergleichbare Durchlässigkeit für ionisie-

Dosimetry Group) vertreten, die die Zusammenar-

rende Strahlung aufweisen.

beit auf dem Gebiet der ionisierenden Strahlung

Im KKM wurde die Cs-137-Bestrahlungsanlage

im europäischen Raum fördert.

durch die akkreditierte Kalibrierstelle des PSI er-

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011

252

Cf-Quelle ohne und mit D2O-Mo-

252

Cf-Quelle wurde der Einfluss

63


folgreich überprüft. Das KKG hat zur Überwa-

lysen durchführen lassen kann. Ein wesentlicher

chung der Oberflächenkontamination von Per-

Gewinn ist die Umsetzung des Stands der Tech-

sonen fünf neue Endmonitore gekauft. Da diese

nik der chemischen Trenn- und Analyseverfahren

Monitore auch für die Triagemessung zur Inkor-

in der Radioanalytik und die nationale Zusammen-

porationsmessung gemäss Dosimetrieverordnung

arbeit in diesem Spezialgebiet.

verwendet werden sollen, hat die Eichstelle des PSI

Bedeutend ist auch die Ausbildung von Nach-

einen Monitor im Sinne eines Prototyps mit dem

wuchskräften, die nur dank der Attraktivität von

Blockphantom IGOR erfolgreich kalibriert.

Verfahren nach dem neuesten Stand der Technik

In der Radioanalytik wurden vier Messmethoden

für dieses Gebiet gewonnen werden können.

entwickelt und erfolgreich getestet: ❚ Mikrowellenaufschluss von aktiviertem Beton

und Bestimmung der Aktivität der Aktiniden 241

Am,

239

Pu,

240

Pu,

234

U,

238

U,

230

Th und

232

Th

❚ Bestimmung der Aktiniden aus dem Boden mit

Ausblick Die Zusammenarbeit in der Strahlenschutzforschung wird fortgesetzt. Für das Jahr 2012 sind ­Arbeiten an folgenden Projekten im Bereich der

einem Diglycolamide-Harz (DGA-Resin) als Vor-

generischen Strahlenschutzforschung geplant:

konzentrationsschritt

❚ Durchführung und Fachbegleitung einer Doktor-

❚ Optimierung der radiochemischen Schnellme-

thode für die simultane Bestimmung von U, Pu, Am und Cm in Abwasserproben ❚ Analysemethode zur Bestimmung von 210Pb/210Po

und

226

Ra/

228

Ra in Trink- und Mineralwässern

Zusätzlich konnte durch die Radioanalytik die Bestimmung des Nuklidvektors von HotlaborSchlammproben abgeschlossen werden. Das Projekt zur Charakterisierung des PSI-Ganzkörperzählers mittels Messungen und Monte-Car-

arbeit auf dem Gebiet der radioaktiven Ausbreitung ❚ Dokumentation der Bestimmung von Aerosol-

verlusten in komplexen Leitungssystemen ❚ Erstellung

neuer radiologischer Karten der

Schweiz ❚ Mitarbeit bei der internationalen Normung in

Strahlenmesstechnik ❚ Teilnahme der Radioanalytik an internationalen

Vergleichsmessungen

lo-Simulationen in Zusammenarbeit mit dem In-

❚ Anwendung der validierten ISOCS/LABSOCS-

stitut de Radiophysique in Lausanne (IRA) wurde

Software für Dichte, Summations- und Geomet­

auch im Berichtsjahr weitergeführt. Im Jahr 2011

rie-Korrekturen in der Gamma-Spektrometrie

wurden nach Abschluss der Charakterisierung mit

❚ Absolutmessungen reiner Beta-Strahler mit der

einfachen Geometrien die Messungen und Rech-

TDCR-Methode für Halbwertszeitbestimmungen

nungen mit komplexen Geometrien fortgesetzt.

langlebiger Nuklide (10Be, 32Si, 63Ni, 93Zr, 129I)

Für die Rechnungen wurden neben den Rechnern

❚ Dokumentation der Studien in Neutronen-Do-

der IRA zusätzlich der Supercomputer des Swiss

simetrie mit neuer Auswertetechnik für CR-39-

National Supercomputing Centre (CSCS) bei Lugano verwendet.

Detektoren ❚ Mitarbeit in EURADOS-Programmen mit di-

rektem Bezug zu aktuellen Fragestellungen in

Bedeutung des Projekts, Beitrag zur nuklearen Sicherheit

Für die praktische Strahlenschutzforschung sind es

Die Entwicklungs- und Forschungsarbeit auf dem

die folgenden Arbeiten:

Gebiet der Strahlenmesstechnik fördert die nukle-

❚ Begleitung der Aeroradiometrieübungen mit Be-

are Sicherheit und stärkt die Rechtssicherheit. Dies gilt insbesondere für die Überprüfung und Kalib­

der Schweiz

richterstattung ❚ Charakterisierung der Neutronen-Bestrahlungs-

rierung von Messsystemen. Auch wird ein erheb-

einrichtungen (Messung und Simulation)

licher Beitrag zur Qualitätssicherung der technisch

❚ Evaluation von aktiven Personendosimetern

immer komplexer werdenden Messeinrichtungen

❚ Messungen zum Thema «Übernahme der Clea-

und Messaufgaben geleistet.

rance-Werte aus dem zukünftigen europäischen

Die vom PSI geleisteten Arbeiten bei der Revision

Regelwerk für die maschinelle Freimessung»

der ISO-Normen tragen zu einer international har-

❚ Mitarbeit bei metrologischen und legalen Fra-

monisierten Erhebung und Beurteilung von Mess-

gestellungen des Bundesamts für Metrologie

werten bei. Dank der Zusammenarbeit in der Radioanalytik ist gewährleistet, dass das ENSI jederzeit Probenana-

64

­(METAS) ❚ Weiterentwicklung

und Optimierung einge-

führter Messmethoden in KKW

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011


❚ Bestimmung von Aktiniden in Sedimentproben

«EAWAG-Klingnau-Projekt» ❚ Bestimmung von Aktiniden aus Strahlkompo-

nenten Target »M» ❚ Optimierung extraktionschromatischer Trennung

nicht-radioaktiven Abfälle. Sie betreffen unter anderem die Abfallminimierung, den Umgang mit organikahaltigen radioaktiven Abfällen und die Verbringung metallischer Werkstoffe in geologische Tiefenlager.

von Am und Cm aus Bodenproben mittels DGA-

In der Schweiz wird die Bewirtschaftung nicht-ra-

Resin

dioaktiver Abfälle im Umweltschutzgesetz, die Bewirtschaftung radioaktiver Abfälle im Kernener-

1.7 Entsorgung

gie- bzw. Strahlenschutzgesetz geregelt. Im Vergleich bestehen einige wichtige Unterschiede, die beispielsweise die Verbringung organischer Abfäl-

Mit dem Fortschreiten des Verfahrens gemäss dem

le oder metallischer Werkstoffe in unterirdische

Sachplan geologische Tiefenlager wird auch die

Deponien anbelangen. So gilt für nicht-radioak-

Forschung im Bereich Entsorgung immer wich-

tive Abfälle im Bezug auf den Organikagehalt ein

tiger. Bei der geologischen Tiefenlagerung radio-

verbindlicher Grenzwert, während für radioaktive

aktiver Abfälle spielt die Untersuchung geeigneter

Abfälle bzgl. geologischer Tiefenlagerung die or-

Gesteinsformationen eine zentrale Rolle. Dazu

ganischen Stoffe zwar zu minimieren sind, dafür

werden hydrogeologische, geochemische und

aber keine quantitative Beschränkung besteht (im

felsmechanische Eigenschaften des Opalinustons

Extremfall handelt es sich bei den einzulagernden

im Felslabor Mont Terri untersucht. Die Auslegung

Abfällen um bituminierte Ionenaustauscherharze

eines Tiefenlagers und dessen Überwachung wird

aus Kernkraftwerken). Gemäss Umweltschutzge-

ebenso beleuchtet wie die Eigenschaften der da-

setz gelten Metalle als Rohstoffe, welche von den

rin einzulagernden Abfälle. Zudem werden die in

übrigen Abfällen zu trennen und der Wiederver-

einem Tiefenlager ablaufenden physikalisch-che-

wertung zuzuführen sind. Die metallischen Kom-

mischen Prozesse betrachtet, darunter insbeson-

ponenten der radioaktiven Abfälle sind jedoch

dere die Gasentwicklung. Darüber hinaus beschäf-

häufig durchgehend aktiviert, und eine direkte

tigen sich die Projekte mit langfristigen Prozessen,

Wiederverwertung des Materials ist meistens nicht

welche die Sicherheit eines geologischen Tiefenla-

möglich.

gers beeinträchtigen können, nämlich die Tiefen­ ge grossräumiger tektonischer Hebung der Land-

Projektziele des Berichtsjahres und wichtige Ergebnisse

schaft.

Das Projekt «Abfallbewirtschaftung im Vergleich»

erosion durch Gletscher und die Abtragung als Fol-

beinhaltet eine systematische Analyse der heutigen Bewirtschaftungspraxis für radioaktive und nicht-

1.7.1 Abfallbewirtschaftung im Vergleich

radioaktive Abfälle. Es wird geprüft, ob relevante Regelungen und Prinzipien des Umweltschutzgesetzes in der Gesetzgebung zur Bewirtschaftung

ENSI-Projektbegleiter: Markus Hugi

radioaktiver Abfälle genügend berücksichtigt werden. Die Studie zeigt auf, wo bei der Entsorgung

Einleitung

radioaktiver Abfälle diesbezüglich Handlungsbe-

Das Projekt «Abfallbewirtschaftung im Vergleich»

darf besteht und welche Massnahmen angezeigt

ist Teil des Forschungsprogramms «Radioaktive Ab-

sind. In Bereichen, wo kein Handlungsbedarf be-

fälle» der Arbeitsgruppe des Bundes für die nuk­leare

steht, soll die Studie dafür überzeugende Begrün-

Entsorgung (AGNEB). Das ENSI bearbeitet dieses

dungen liefern.

Projekt gemeinsam mit dem Bundesamt für Umwelt

Im Berichtsjahr wurden die vorgesehenen Arbeiten

(BAFU), dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) so-

bezüglich Vermeidungspotenzial und Behand-

wie der Kommission für nukleare Sicherheit (KNS).

lungsverfahren mit einem Fachgespräch am Paul

Nach Bedarf wurden die Abfallverursacher und die

Scherrer Institut (PSI, Sektion Rückbau und Ent-

Nationale Genossenschaft für die Lagerung radioak-

sorgung) abgeschlossen. Das Gespräch bezog sich

tiver Abfälle (Nagra) als Experten beigezogen.

auf die Bewirtschaftung der radioaktiven Abfäl-

Das Projekt beinhaltet sowohl strategische als auch

le aus dem Zuständigkeitsbereich des BAG (Medi-

technisch-wissenschaftliche Überlegungen zur ak-

zin, Industrie und Forschung). Im Hinblick auf eine

tuellen Bewirtschaftung der radioaktiven und

möglichst geringe Gasproduktionsrate im geolo-

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011

65


gischen Tiefenlager stand einmal mehr die Vermei-

Abbau Gase produzieren. Die Abbauprodukte

dung metallischer Abfälle im Vordergrund. Wich-

können die Wirkung der technischen und natür-

tige Behandlungsverfahren zu diesem Ziel sind Ab-

lichen Barrieren beeinträchtigen und dadurch die

falltrennung, Wiederverwertung, Abklinglagerung

Freisetzung der Radionuklide aus einem Tiefenla-

und Freimessung. Brennbare (organische) Abfälle

ger beschleunigen.

werden kompaktiert und anschliessend in der Plas-

Eine Reduktion der in den radioaktiven Abfällen

ma-Anlage des ZWILAG (Würenlingen) verbrannt.

enthaltenen metallischen bzw. organischen In-

Der Einsatz von radioaktivem Graphit aus dem DI-

haltsstoffe wird damit zu einer längerfristig erhöh-

ORIT-Forschungsreaktor als Zuschlagsstoff für Ze-

ten Sicherheit eines geologischen Tiefenlagers füh-

mentmörtel und dessen Verwendung zur Kondi-

ren.

tionierung von metallischen DIORIT-Abfällen stellt ein innovatives, eigens am PSI entwickeltes Verfah-

Vorläufige Projektergebnisse

ren dar. Die Ausbildung der Mitarbeitenden in Hin-

Obschon zunehmend als wichtig erachtet, wird

blick auf die Vermeidung radioaktiver Abfälle hat –

die Thematik einer «konsistenten» Abfallbewirt-

wie bei anderen Abfallverursachern – am PSI einen

schaftung (radioaktive vs. nicht-radioaktive Abfäl-

hohen Stellenwert. Das Inventar der Stilllegungs-

le) in anderen Ländern durch die nationalen Ent-

abfälle aus den Grossforschungsanlagen (PSI-West

sorgungsorganisationen und Aufsichtsbehörden

und CERN) wird derzeit in Zusammenarbeit mit der

nicht proaktiv bearbeitet. «Inkonsistenzen» beste-

Nagra überprüft, und die Nachführungen werden

hen in der schweizerischen Gesetzgebung in ers­

dokumentiert.

ter Linie bezüglich der Bewirtschaftung von orga-

Die Ergebnisse und Schlussfolgerungen aus der

nischen und metallischen Abfällen.

mittlerweile abgeschlossenen Bestandesaufnah-

Die Arbeiten haben bestätigt, dass Harze, Konzent­

me wurden in einem Berichtsentwurf zusammen-

rate und Mischabfälle aus dem Betrieb der Kern-

gefasst und den Projektpartnern am 24. Oktober

kraftwerke sowie Abfälle aus der Nachbetriebs-

2011 anlässlich der vierten Projektsitzung vorge-

phase besonders bedeutungsvoll sind. Aus Grün-

stellt.

den der radiologischen Sicherheit und der Kosten ist speziell in Kernkraftwerken die Abfallvermei-

Bedeutung des Projekts, Beitrag zur nuklearen Sicherheit

dung oberstes Gebot. Dazu verhelfen optimierte

Das Verhalten von Abfällen in einem geologischen

Verfahren zur Dekontamination der Abfälle mit an-

Tiefenlager hängt von den physikalisch-che-

schliessender Freimessung. Alternative Abfallbe-

mischen (Umgebungs-)Bedingungen des Einlage-

handlungsmethoden unterliegen allerdings stren-

rungsbereichs und von den Materialeigenschaften

gen Prüfkriterien: Sicherer Betrieb/nukleare Sicher-

des Abfallprodukts ab. In Hinblick auf die zentralen

heit, Strahlenschutz, industrielle Reife, technische

Fragestellungen des Projekts erweisen sich die fol-

Umsetzbarkeit, Kosten usw.; dabei sind die Be-

genden radioaktiven Abfälle als besonders bedeu-

treiber in ihren Möglichkeiten stark von den Sys­

tungsvoll: Harze, Konzentrate und Mischabfälle

temlieferanten abhängig. Die Möglichkeiten für

aus dem Betrieb der Kernkraftwerke sowie Abfäl-

eine alternative Behandlung organischer Ionen-

le aus deren Nachbetriebsphase. Die Zusammen-

austauscherharze oder das Potenzial einer verlän-

setzung dieser Abfälle (insbesondere Organika und

gerten Abklinglagerung speziell für metallische

Metalle) ist bekannt und in den entsprechenden

Grosskomponenten aus den Sekundärkreisläufen

Abfallsortenberichten umfassend dokumentiert.

wurden im Rahmen des vorliegenden Projekts von

Verschiedene Inhaltsstoffe sind von sicherheitsre-

der Nagra geprüft.

betriebliche Abläufe, aber auch weiter entwickelte

levanter Bedeutung, indem sie die Mobilität der

Organische Abfälle

spiel dafür sind organische Stoffe, deren Degrada-

Bezüglich organischer Abfälle sind Ionenaustau-

tionsprodukte in Form von Komplexbildnern die

scherharze (IAH) aus dem Betrieb der bestehenden

Rückhaltung der Radionuklide im Tiefenlager ver-

Kernkraftwerke in Hinblick auf die zentralen Fra-

mindern und zu einer beschleunigten Degradation

gestellungen des Projekts massgebend. Sie tragen

der Zementbarrieren im Nahfeld führen können.

nach Aufsättigung des verschlossenen Tiefenla-

Dazu kommen Materialien, die im Fall metallischer

gers durch mikrobiellen Abbau zur Produktion von

Werkstoffe durch anaerobe Korrosionsprozesse

Gasen bei, erhöhen durch komplexierende Abbau-

oder bei organischen Stoffen durch mikrobiellen

produkte die Mobilität der Radionuklide und füh-

66

Schadstoffe bzw. Radionuklide erhöhen. Ein Bei-

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011


ren unter Umständen zu einer beschleunigten De-

sungen aus der Wiederaufarbeitung) stammen

gradation der Zementbarrieren im Nahfeld.

98 % der produzierten Gesamtgasmenge von den

Als Massnahme zur Reduktion der IAH-Mengen

Lagerbehältern aus Stahl. Deren Vorteile liegen in

stehen ein optimaler Reaktorbetrieb (d.h. dichter

der einfachen Herstellung und dem Verschluss, der

Brennstoff) und der Einsatz von adäquaten (kor-

mechanische Stabilität, der Handhabung (insbe-

rosionsresistenten) Werkstoffen im Vordergrund.

sondere Rückholbarkeit) sowie den verhältnismäs-

­Ionenaustauscherharze liessen sich in einem

sig geringen Kosten. Unter Umständen kann den

­Pyrolyseprozess (evtl. in einer Gemeinschafts­

Stahlbehältern aber auch eine Funktion als Ele-

anlage) mineralisieren. Für höher aktivierte er-

ment der Langzeitmarkierung eines geologischen

schöpfte IAH können separate Sammeltanks zur

Tiefenlagers HAA zukommen. Als Massnahme zur

Verfügung gestellt werden, während normal ak-

Reduktion der produzierten Gasmenge steht die

tivierte IAH der Verbrennung (ZWILAG) zugeführt

Verwendung alternativer Behältermaterialien wie

werden können.

Kupferummantelung oder keramische Werkstoffe im Vordergrund. Die Entsorgungspflichtigen ha-

Metallische Abfälle

ben entsprechende Abklärungen veranlasst.

Bei den metallischen schwach- und mittelaktiven Abfällen (SMA) handelt es sich vorwiegend um

Ausblick

Stilllegungsabfälle aus Eisen oder Stahl aus Kern-

Gemäss aktuellem Terminplan wird das Projekt

kraftwerken und Grossforschungsanlagen (PSI,

mit der Bereinigung des Schlussberichts im ersten

CERN). Mengenmässig ist der eigentliche Rohab-

Halbjahr 2012 abgeschlossen. Eventuelle Nachfol-

fall massgebend, während die Metallkomponen-

geprojekte in Bezug auf eine systematische Un-

ten der Lagercontainer und Abfallgebinde weniger

tersuchung einer risiko-orientierten Abfallbewirt-

ins Gewicht fallen.

schaftung sowie bezüglich alternativen Behälter-

Trennen, dekontaminieren, freimessen und wieder

materialien für hochaktive Abfälle sind prüfens-

verwenden erweisen sich als erfolgversprechende

wert.

und prüfenswerte Massnahmen zur Reduktion der Abfallmengen, die teilweise durch die Abfallverursacher bereits umgesetzt wurden. Es gilt, zwischen inaktiven metallischen Behältermaterialien sowie

1.7.2 Forschungsprojekt Felslabor Mont Terri

kontaminierten und aktivierten Metallen zu unterscheiden.

Auftragnehmer: Forschungsgruppe Ingenieur­

Bei optimaler Prozessführung resultieren durch das

geologie der ETH Zürich

Einschmelzen aktivierter Metalle weitgehend in-

ENSI-Projektbegleiter: Erik Frank

aktive Giesslinge, die gegebenenfalls wieder ver-

Bericht der Forscher in Anhang A

wertet werden können, während die radioaktive Schlacke der Entsorgung zugeführt wird. Zumin-

Einleitung

dest aber führt das Umschmelzen zu einem güns­

Mit dem internationalen Forschungsprojekt Mont

tigeren Oberflächen-Volumen-Verhältnis und da-

Terri werden Grundlagedaten zu den hydrogeo-

mit zu einer geringeren Gasproduktionsrate für die

logischen, geochemischen und felsmechanischen

metallischen Abfälle. Die Realisierung einer ent-

­Eigenschaften des Opalinustons erhoben. Diese

sprechenden Gemeinschaftsanlage wird durch die

­Eigenschaften sind für die Beurteilung der Sicher-

Abfallverursacher geprüft.

heit und die Abklärung der grundsätzlichen bau-

Durch eine verlängerte Abklinglagerung ist zu er-

technischen Machbarkeit geologischer Tiefen­

warten, dass sich die Entsorgungssituation für

lager in Tongesteinen massgebend. Anhand von

KKW-Abfälle nicht signifikant ändern würde. Hin-

Demonst­rationsexperimenten wird ferner das Ma-

gegen würde für Abfälle aus Grossforschungsanla-

terialverhalten einzelner technischer Barrieren (u.a.

gen (die einen grossen Teil von metallischen Kom-

Bentonit, Zement, Stahl) – in Wechselwirkung zum

ponenten beinhalten) eine Verlängerung der Ab-

Opalinuston – untersucht. Am Forschungsprojekt

klinglagerung über die gesetzlich erlaubten 30

beteiligen sich aktuell 14 Organisationen aus 7 Län-

Jahre hinaus potenziell eine Reduktion der einzula-

dern (Schweiz, Frankreich, Deutschland, Spanien,

gernden Abfälle bedeuten.

Belgien, Japan und USA). Das ENSI beteiligt sich seit

Bei den hochaktiven Abfällen (HAA – verbrauchte

2003 am Mont-Terri-Projekt mit eigenen Arbeiten

Brennelemente und verglaste Spaltproduktlö-

im Rahmen seiner regulatorischen Forschung.

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011

67


Projektziele des Berichtsjahres und wichtige Ergebnisse

hoben und für die Rechensimulationen verfügbar

Der Schwerpunkt der Forschungsarbeiten lag

gemacht werden. Am RC-Experiment beteiligen

2011 auf der Fortführung und Auswertung des

sich neben dem ENSI und der ETH die deutsche

RC-Experimentes (Rock Mass Characterisation-

Bundesanstalt für Geowissenschaften und Roh-

Experiment), welches von der Ingenieurgeologie

stoffe BGR (geophysikalische Messungen) und die

der ETH Zürich im Rahmen einer Dissertationsar-

Swisstopo (geodätische Messungen).

beit durchgeführt wird. Zielsetzung dieses vierjäh-

Neben dem RC-Experiment beteiligt sich das ENSI

rigen Experimentes ist einerseits die Untersuchung

weiterhin an zwei kleineren Experimenten. Das Cy-

der durch den Bau der Galerie-08 (Ausbruchquer-

clic Deformation-Experiment untersucht das zy­k­

schnitt von 22 m ) infolge von Spannungsumlage-

lische Austrocknungsverhalten der Stollenwand in

rungen hervorgerufenen Deformationen im Opa-

Abhängigkeit des Stollenklimas (Temperatur, Luft-

linuston (Entstehung der sogenannten Auflocke-

feuchtigkeit). Mit dem Evaporation Logging-Expe-

rungszone in unmittelbarer Umgebung des Stol-

riment evaluiert das ENSI zusammen mit der Swiss­

lens). Andererseits geht es um die Erfassung der

topo eine neue Methode der Durchlässigkeitsbe-

sehr langsam ablaufenden, langfristigen Verfor-

stimmung in Bohrungen.

mungen im Gebirge (Konsolidation, Kriech- und

Die Auswertungen zum RC-Experiment sind be-

Quellprozesse) mittels verschiedener Bohrloch-

reits weit fortgeschritten und umfassten in der Be-

Monitoring-­Systeme. Ergänzt werden diese Unter-

richtsperiode folgende Arbeitspakete:

suchungen durch umfangreiche felsmechanische

❚ Auswertung des Verformungsverhaltens des

Laborversuche an der ETH Zürich, mit welchen die

Opalinustons im Sohlenbereich der Galerie-08,

2

Abbildung 14: Darstellung der kumu­ lierten longitudinalen Verformungsbeiträge an­ 7 Messpunkten entlang der vertikalen Bohrung BRC-1 während und nach Ausbruch der ­Galerie-08.

felsmechanischen Kennwerte des Opalinustons er-

gemessen in der vertikalen Bohrung BRC-1 während und nach dem Ausbruch der Galerie-08 (Abbildung 14): Die Orientierung und Längen der gemessenen Verschiebungsvektoren weisen auf ein unterschiedliches zeitabhängiges Verformungsverhalten entlang der vertikalen Bohrung hin. Für die Periode des Ausbruchs der Galerie-08 zeigen die meisten Messungen Verformungsvektoren senkrecht zur Schichtung. Demgegenüber weisen die Verformungsmessungen näher zur Tunnelsohle bzw. in Bereichen stärkerer tektonisierter Zonen flacher liegende Verschiebungsvektoren auf, wobei in der späteren Ausbruchphase höhere Verschiebungsbeträge zu beobachten sind. Für die Periode nach Ausbruch der Galerie-08 (post-excavation phase I mit 199 Tagen und post-excavation phase II mit 270 Tagen) konzentrieren sich die Verformungen auf die oberen 4 m der Bohrung, mit kumulierten vertikalen Hebungskomponenten aller vier oberen Bewegungsvektoren von 4.9 bzw. 5.3 mm. Aus diesen Ergebnissen können folgende vorläufige Schlussfolgerungen gezogen werden: a)  Das Verformungsbild im Sohlenbereich der Galerie-08 entlang der vertikalen Bohrung BRC-1 ist zeitlich und räumlich heterogen. b)  Die durch den Ausbruch der Galerie-08 induzierten Spannungsumlagerungen haben zu Verformungen bis zur Endteufe der Bohrungen von 7 m geführt. c)  Nach dem Ausbruch sind wesentliche Verformungen (90 % der kumulierten Verfor-

68

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011


mungen) nur in den oberen 4 m der Bohrung

rung kontrollieren. Das Auftreten stärker defor-

zu beobachten.

mierbarer Zonen führt somit zu Spannungskon-

d)  Ausmass und Verteilung der Verformungen

zentrationen im angrenzenden, steiferen Gebir-

während des Vortriebes lassen darauf schlies-

ge und folglich zu grösseren Verformungen. Die

sen, dass sich das Gebirge in 2 bis 4 m Tie-

Synthese strukturgeologischer Detailaufnahmen

fe unterhalb der Sohle der Galerie-08 als dis-

und Verformungsmessungen im Tunnelabschnitt

kreter Block bewegt hat.

zeigt, dass Verformungen im Gebirge auf eine

e)  Die hohen Verformungsbeträge nach dem

Kombination von Gleitverschiebungen entlang

Ausbruch lassen vermuten, dass neben Span-

bestehender Trennflächen (Störungen, Scherzo-

nungsumlagerungsprozessen auch Quellpro-

nen, Klüfte), Scherversagen entlang der Schich-

zesse der Tonminerale eine Rolle gespielt ha-

tung sowie spröden Bruchprozessen zurückge-

ben. Zur Klärung dieser Frage sind hydrau-

führt werden können.

lisch-mechanisch gekoppelte Modellierungen

❚ Auswertung der Verformungsmessungen in der

vorgesehen, die Aufschluss darüber geben

horizontalen Bohrung BRC-2 (Magnet-Extenso-

sollen, wie weit das Verformungsverhalten

meter und Chain-Deflectometer): Die grössten

des Opalinustons zu Änderungen des Poren-

umlagerungsbedingten Verformungen während

wasserdrucks im Gebirge geführt hat.

des Ausbruchs der Galerie-08 wurden im Bereich

❚ Auswertung der durch den Ausbruch der Ga-

der RC-Startnische sowie im Bereich der Haupt-

lerie-08 induzierten Verformungen im Tunnel-

störung (Main Fault) gemessen. Die horizontalen

abschnitt GM 110 bis GM 124 im Bereich der

Komponenten der Verformungen erweisen sich

Seitenwände und des Firsts der Galerie-08: Die

dabei als deutlich grösser als die vertikalen, was

hochauflösenden geodätischen Messungen als

sich mit der räumlichen Ausbreitung und Geo-

auch die Laserscanaufnahmen zeigen ein he-

metrie der Spannungsumlagerungsfront an der

terogenes Verformungsbild (Abbildung 15) mit

Brust des Stollens erklären lässt. In der Phase

den höchsten Verformungen im Firstbereich der

nach dem Ausbruch wurden nur noch sehr ge-

Galerie-08. Die Bereiche mit den grössten Ver-

ringe Verformungen, beschränkt auf tektonische

formungsbeträgen (bis zu 40 mm) liegen jeweils

Schwächezonen, festgestellt.

vor bzw. nach der etwa 4 m breiten Hauptstö-

❚ Laboruntersuchungen an Opalinustonproben:

rung (Main Fault), die hier den RC-Experiment-

Wie anhand von Spaltzugversuchen (Brazili-

bereich quert. Diese unerwarteten Ergebnisse

an Tensile Strength Tests BTS) gezeigt wurde,

zeigen deutlich, dass das Verformungsverhalten

hängt die Zugfestigkeit stark vom Wassergehalt

des Opalinustons stark durch diese Störungszo-

der Probe ab. In weiteren Versuchsserien wurde

ne bestimmt wird, insbesondere dem Kontrast

auch der Einfluss des Karbonatgehalts auf die

der Deformierbarkeit zwischen wenig und stark

Zugfestigkeit analysiert, welche aber keine Ab-

tektonisierten Zonen, die die Spannungsumlage-

hängigkeit zeigte. Im Opalinuston kann der Kar-

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011

69

Abbildung 15: Zusammenstellung der kumulativen Verformun­ gen im Tunnelabschnitt GM 107 bis GM 124 der Galerie-08 (abge­ wickelte Aufnahme der Tunnelparamente «side walls» und des Firsts «crown»). a) Verformungsbild unterlegt mit der geolo­ gischen Karte, b) farbcodiertes Verfor­ mungsbild in Metern: Positive Werte geben Hebungen, negative Werte Senkungen an.


bonatanteil gänzlich an Bioklasten (biogene Ge-

von Fachpublikationen oder Tagungsbeiträgen vor

steinsbruchstücke) gebunden sein, die isoliert in

(siehe Referenzverzeichnis, Forschungsbericht in

der Ton-Quarz-Matrix liegen. Einaxiale Druckver-

Anhang A).

suche (UCS) zeigen nun, dass die Druckfestigkeit des Opalinustons tendenziell mit höherem Bioklastengehalt abnimmt. Eine mögliche Erklä-

1.7.3 OECD-NEA Clay Club

rung dazu liefern rasterelektronische Untersuchungen von Klinkenberg et al. 2009 (siehe An-

Auftragnehmer: OECD-NEA

hang A). Diese Untersuchungen zeigen, dass bei

ENSI-Projektbegleiter: Erik Frank

geringerem Anteil an Bioklasten induzierte Mik­ ro-Risse in der Matrix enden, bei höherem An-

Einleitung

teil jedoch zusammenwachsen und dadurch die

Die Sicherheit geologischer Tiefenlager für radio­

Spitzenfestigkeit der Gesteinsprobe reduzieren.

aktive Abfälle wird im Rahmen der OECD-NEA «Radioactive Waste Management Committee»-

Bedeutung des Projekts, Beitrag zur nuklearen Sicherheit

Aktivitäten in der Arbeitsgruppe «Integration

Das Mont-Terri-Forschungsprojekt liefert dem ENSI

Eine Untergruppe der IGSC, die «Working Group

wichtige Grundlagendaten, die für die Beurteilung

on Measurements and Physical Understanding of

der Sicherheit und bautechnischen Machbarkeit

Groundwater Flow through Argillaceous Media»

eines geologischen Tiefenlagers im Opalinus­ton

oder kurz «Clay Club» genannt, befasst sich da-

von grosser Bedeutung sind. Das RC-Experiment

bei seit 1991 mit spezifischen Aspekten des Stoff-

ermöglicht, Rückschlüsse über das mechanische

transportes in Tongesteinen, dem in der Schweiz

Gebirgsverhalten und die Mechanismen der Ver-

bevorzugten Wirtgestein für geologische Tiefenla-

formungen zu ziehen. Die Ergebnisse des CD-Ex-

ger. In der Untergruppe sind Behörden und Orga-

perimentes zeigen das zyklische Austrocknungs-

nisationen aus 9 Ländern vertreten, die sich mit der

verhalten der Stollenwand in Abhängigkeit des

sicheren Entsorgung radioaktiver Abfälle in Tonge-

Stollenklimas (Temperatur, Luftfeuchtigkeit) und

steinen befassen.

geben Einblick in die damit verknüpften Prozesse

Ziel des Clay Clubs ist es, den internationalen Stand

(Aufsättigungs- und Entsättigungsvorgänge). Mit

der Wissenschaft in der Tongesteinsforschung zu

dem FM-D-Experiment werden Grundlagen zur

verfolgen, den Kenntnisstand der sicherheitsrele-

Messung lokaler Gesteinsdurchlässigkeiten ge-

vanten Prozesse und Parameter von Tongesteinen

schaffen, die für die Interpretation hydraulischer

zu diskutieren, allfällige Lücken zu erkennen und

Bohrlochmessungen und das Verständnis verschie-

mit gemeinsamen Projekten zu schliessen.

Group for the Safety Case» (IGSC) bearbeitet.

dener Prozesse (Selbstabdichtungsvermögen des Die Beteiligung am Mont-Terri-Forschungsprojekt

Projektziele des Berichtsjahres und wichtige Ergebnisse

liefert dem ENSI unabhängige Vergleichsdaten, die

In der Berichtsperiode standen insbesondere fol-

für Beurteilungen im Rahmen des Sachplans geo­

gende Tätigkeiten im Vordergrund: Erstens wur-

logische Tiefenlagerung verwendet werden. Die

den zwei vom «Clay Club» erarbeitete Review-

Forschungsarbeiten stellen zudem den Erhalt und

und Syntheseberichte abgeschlossen («Claytrac-

die Förderung der Fachkompetenz beim ENSI und

Project: Natural Tracer Profiles Across Argillaceous

bei seinen Experten sicher.

Formations» und «Self-sealing of Fractures in Ar-

Opalinustons) wichtig sind.

gillaceous Formations»). Zweitens wurde eine in-

70

Ausblick

ternationale Fachtagung zum Thema «Imaging

Das RC-Experiment hat eine grosse Anzahl wissen-

and Nano Scale Characterisation of Clays» an der

schaftlicher Messdaten und Ergebnisse geliefert

technischen Hochschule in Karlsruhe (D) durchge-

und befindet sich nun in der Phase der Auswer-

führt. Die Tagung zeigte, dass der Stofftransport in

tung und Dokumentation. Die Arbeiten schreiten

Tongesteinen stark vom Konsolidierungsgrad des

planmässig voran, ein abschliessender wissen-

Gesteins, von der Porosität und Architektur des Po-

schaftlicher Arbeitsbericht wird im Rahmen einer

renraumes, der Permeabilität, der Wasserchemie

ETH-Dissertation für Ende 2012 erwartet. Einige

sowie der Tonmineralogie (Sorptionsprozesse) ab-

Ergebnisse zur felsmechanischen Charakterisie-

hängt. Als Beispiele seien die für Anionen zugäng-

rung des Opalinustons liegen bereits in Form­

liche Porosität, makroskopische Effekte (chemische

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011


Osmose, Hyperfiltration), Gastransportpfade so-

ren Hochskalierung für die Sicherheitsanalyse»

wie felsmechanische Eigenschaften (Gesteinsfes­

(2013).

tigkeiten) erwähnt. Zum besseren Verständnis dieser Phänomene ist ein Einblick in den Nano-Ska-

❚ Workshop zum Thema «Gastransport in Tonge-

steinen» (koordiniert durch IGSC in 2013).

lenbereich notwendig. Ziel des Workshops war es

Zum Thema «Anomale Druckhöhen in Tongestei-

deshalb, den aktuellen Stand von Wissenschaft

nen» ist an der nächsten internationalen Clay Con-

und Technik auf diesem Gebiet aufzuzeigen. Die

ference in Montpellier (F) im September 2012 eine

heute verfügbaren Techniken sind klassische rönt­

spezielle Session geplant.

genografisch-elektronenmikroskopische-spek­tro­

Um die Zusammenarbeit mit Industrie und Akade-

skopische Methoden wie μ-XRF/XAS (micro-X-Ray

mie zu verstärken, ist für 2014 geplant, das Clay

Fluorescence/micro-X-Ray Absorption Spectrosco-

Club Steering Meeting zusammen mit der Jahres-

py), TEM-EDS (Transmission Electron Micro­scopy

tagung der Clay Mineral Society (CMS) durchzu-

coupled to Energy Dispersive detection System),

führen. Der Clay Club schlägt für die Tagung ei-

SEM-EDX (Scanning Electron Microscopy coupled

nen Programmbeitrag zur geologischen Tiefenla-

to Energy Dispersive ­X-ray Spectroscopy), nano-

gerung in Tongesteinen unter dem Spezialthema

SIMS (nano-Secondary Ion Mass Spectro­scopy).

«Further development of microscopic observation,

Dazu kommen Neuentwicklungen wie QENS (Qua-

modelling technique and upscaling of argillaceous

sielastic Neutron Scattering), ­FIB-nt ­(Focused Ion

formations for PA» vor.

Beam nano-tomography) sowie die Verwendung von Spallationsneutronen- oder Synchrotron-Quellen (z.B. μ-XANES = micro X-ray ­Absorption Near Edge Structure). Mit diesen Verfahren ist heute eine Auflösung bis in den ­Nanometer-Bereich

1.7.4 Forschungsprojekte zu den Themen Monitoring, Pilotlager und Lagerauslegung

möglich. Ein eindrückliches Beispiel der Anwendung verschiedenster Methoden präsentierte

ENSI-Projektbegleiter/in:

D. Grolimund ­(PSI-SLS) anhand der Abbildung

ring), Ann-Kathrin Leuz (Pilotlager), Meinert Rahn

Erik

Frank

(Monito-

eines Cäsium-­Migrationsversuches an Kernproben

(Lager­auslegung)

von Opalinuston.

Einleitung Bedeutung des Projekts für die nukleare Sicherheit

Die drei hier beschriebenen Projekte werden vom

Der Clay Club der OECD/NEA ist eine wichtige

schungsprogramms «Radioaktive Abfälle». Dieses

internationale Plattform für die Tongesteinsfor-

Forschungsprogramm wurde von der Arbeits-

schung, in der Vertreter der Sicherheitsbehörden,

gruppe des Bundes für die nukleare Entsorgung

der Hochschulen, der Industrie sowie der Endlager-

(Agneb) initiiert.

projektanden ihr Wissen einbringen und austau-

Ein geologisches Tiefenlager für radioaktive Abfäl-

schen können. Die Mitwirkung des ENSI im Clay

le besteht gemäss Kernenergieverordnung (KEV)

Club liefert wichtige Grundlagen für die sicher-

aus einem Hauptlager, aus einem Pilotlager und

heitstechnische Beurteilung geologischer Tiefen-

aus Testbereichen. Das Pilotlager enthält einen

lagerprojekte.

kleinen, aber repräsentativen Anteil des Lagerin-

ENSI geleitet, sind aber zugleich Teil des For-

ventars. Mit Hilfe des Pilotlagers ist das Verhalten

Ausblick

der Abfälle, der Verfüllung und des Wirtgesteins

Für die nächsten zwei Jahre haben sich die Mit-

bis zum Ablauf der Beobachtungsphase zu über-

glieder des OECD-NEA Clay Clubs auf folgende

wachen. Die Ergebnisse dienen der Erhärtung des

vier Arbeitsschwerpunkte geeinigt:

Sicherheitsnachweises und müssen auf das Haupt-

❚ Ausarbeitung eines Dokumentes über die für die

lager übertragbar sein. Die Ergebnisse aus dem Pi-

Sicherheitsbeurteilung von Tongesteinen rele-

lotlager bilden somit eine Grundlage für den nach

vanten FEP’s (Features, Events, Processes).

der Beobachtungsphase erfolgenden Entscheid

❚ Dokumentation der Tagungsergebnisse «Ima-

des Lagerverschlusses.

ging and Nano Scale Characterisation of Clays»

Das schweizerische Standortauswahlverfahren er-

in einem NEA-Bericht bis Mitte 2012.

folgt gemäss dem Sachplan geologische Tiefen-

❚ Vorbereitung eines Workshops zum Thema

lager. In dessen Etappe 1 wurden von der Natio-

«Molekulare Modelle für Tongesteine und de-

nalen Genossenschaft für die Lagerung radioak-

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011

71


tiver Abfälle (Nagra) sechs geologische Standort-

men des Sachplans um etwa ein Jahr verzögert.

gebiete für ein SMA-Lager (schwach und mittel

Die Projekte besitzen viele Schnittstellen unterei-

aktive Abfälle) und drei Standortgebiete für ein

nander, was eine enge Koordination und Koo-

HAA-Lager (hochaktive Abfälle) identifiziert und

peration voraussetzt. Im Berichtsjahr erfolgte für

für die weitere Standortevaluation vorgeschla-

die beiden Projekte «Pilotlager» und «Lageraus-

gen. Dies geschah anhand eines schrittweisen Ein-

legung» der Beginn regelmässiger Sitzungen. Für

engungsprozesses und vorgegebenen sicherheits-

beide Projekte wurden externe Experten verpflich-

technischen Kriterien. Ende November 2011 hat

tet und Vertreter der Kantone einbezogen.

der Bundesrat zugestimmt, diese Standortgebiete

Das Projekt «Pilotlager: Auslegung und Inven-

in die Raumplanung aufzunehmen, nachdem die

tar» untersucht die notwendigen Anforderungen

Behörden und die verschiedenen Expertengremien

an das Pilotlager, an dessen Platzierung, Bestückung

in ihren Gutachten bzw. Stellungnahmen den Vor-

und die wichtigen zu überwachenden Parameter.

schlägen der Nagra zugestimmt haben. Als Ergeb-

Im Berichtsjahr wurden die damals von der Ex-

nis der Etappe 1 werden in der Schweiz nur ton-

pertengruppe Entsorgungskonzepte für radioak-

reiche Wirtgesteine für die geologische Tiefenla-

tive Abfälle (EKRA) formulierten Empfehlungen

gerung weiter betrachtet. Aspekte des Pilotlagers,

für ein Pilotlager (diese wurden später in KEG/KEV

der Überwachung (Monitoring) und der Lageraus-

übernommen) mit ehemaligen EKRA-Mitgliedern

legung können daher in Zukunft auf tonige bzw.

diskutiert. Zusätzlich wurde über den aktuellen

tonreiche Gesteine fokussiert betrachtet werden.

Stand der Forschungs- und Entwicklungsarbeiten

In drei Projekten wird gegenwärtig fundiert abge-

zum Monitoring der französischen Organisation

klärt, ob über die heutige Richtlinie ENSI-G03 hi-

für die Entsorgung radioaktiver Abfälle in geolo-

naus gehend zusätzliche Anforderungen an die

gischen Tiefenlagern (Andra) und über bisherige

Auslegung eines geologischen Tiefenlagers, das

Ergebnisse des laufenden EU-Monitoring-Projekts

darin integrierte Pilotlager und das Monitoring zu

MoDeRn informiert.

stellen sind.

Das Projekt «Auslegung und Inventar des Pilot­

Das Forschungsprogramm der Agneb umfasst

lagers» wurde aufgrund der oben erläuterten Ver-

zwei eng miteinander verknüpfte Projekte, welche

zögerungen bis Juni 2013 verlängert.

sich einerseits mit dem Pilotlager (Projekt 4.3, «Pi-

Das Projekt «Monitoringkonzept und -einrich-

lotlager: Auslegung und Inventar») und anderer-

tungen» fokussiert auf alle Schritte der Überwa-

seits mit Aspekten der Überwachung eines geo-

chung, angefangen bei einer dem Bau eines Fels-

logischen Tiefenlagers (Projekt 4.4, «Monitoring-

labors vorangehenden Umweltüberwachung (Er-

konzepte und -einrichtungen») auseinanderset-

fassung der ungestörten Umweltbedingungen),

zen. In Ergänzung dazu hat das ENSI ein Projekt zu

der Messung der durch den Bau hervorgerufenen

Aspekten der Lagerauslegung gestartet, das nach-

Veränderungen bis hin zur Möglichkeit, nach Ver-

träglich ins Agneb-Forschungsprogramm aufge-

schluss des Lagers die Überwachung zur Kontrol-

nommen worden ist.

le des Lagerverhaltens fortzusetzen. Das Projekt

Alle drei Projekte haben zum Ziel, den aktuellen

soll dem ENSI einen möglichst breiten und voll-

Stand von Wissenschaft und Technik bezüglich der

ständigen Überblick über mögliche Monitoring-

aufgeführten Themenbereiche zu ermitteln, um

konzepte und -techniken verschaffen. Es soll zu-

dem ENSI die notwendigen Grundlagen für Ent-

dem Entscheidungsgrundlagen liefern, die für

scheide im Rahmen des Sachplanverfahrens geo-

die Festlegung der Anforderungen an die Über-

logische Tiefenlager zu verschaffen. Dazu werden

wachung eines Pilotlagers erforderlich sind. Die

national wie international Expertenmeinungen

Aktivitäten des Projekts sind eng an die umfang-

eingeholt, ausgewertet und in Berichten doku-

reichen Aktivitäten und Resultate des laufenden

mentiert.

EU-Forschungsprogramms MoDeRn (Monitoring Developments for Safe Repository Operation and Staged Closure) geknüpft. Der Schwerpunkt der

Die Projekte «Lagerauslegung», «Pilotlager: Ausle-

sem Jahr auf die Sichtung der bisherigen Ergeb-

gung und Inventar» und «Monitoringkonzept und

nisse des MoDeRn-Forschungsprogrammes und

-einrichtungen» wurden in der zweiten Jahres-

auf die Teilnahme an einer von der EU-Projektlei-

hälfte 2010 lanciert, jedoch wurde ein tiefer Ein-

tung organisierten Fachtagung, bei der Zielset-

stieg in die Projekte durch die Aktivitäten im Rah-

zungen, Strategien und Techniken des Monito-

72

Projektziele des Berichtsjahres und wichtige Ergebnisse

Projektarbeiten konzentrierte sich deshalb in die-

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011


wurden.

Bedeutung der Projekte, Beitrag zur nuklearen Sicherheit

Das Projekt «Monitoringkonzept und -einrich-

Das etappenweise Vorgehen des Sachplans erlaubt

tungen» läuft unter Berücksichtigung der Dauer

eine schrittweise Realisierung eines geologischen

des EU-Projekts MoDeRn bis Dezember 2013 mit

Tiefenlagers unter Berücksichtigung des jeweiligen

dem Ziel, die Schlussergebnisse des MoDeRn-For-

aktuellen Standes von Wissenschaft und Technik.

schungsprogrammes in das Agneb-Projekt einbe-

Dabei hat die Sicherheit oberste Priorität. Ferner

ziehen und für das schweizerische Lagerkonzept

ist auch das in der Richtlinie ENSI-G03 geforderte

nutzbar zu machen.

Optimierungsgebot zu berücksichtigen, gemäss

Das Projekt «Lagerauslegung» beschäftigt sich

dem ein Projektant bei jedem Realisierungsschritt

mit der Auslegung der verschiedenen Lagerteile

auch Alternativen (z.B. in der Lagerauslegung) auf-

und deren Beziehung zueinander, wobei die lo-

zuzeigen hat und seine Wahl sicherheitstechnisch

kale geologische Situation und die Eigenschaften

begründen muss. Die drei Projekte bilden dabei

des Wirtgesteins zu berücksichtigen sind. Für den

eine wichtige Plattform, anhand derer diese Wahl

ersten Teil der Projektarbeit wurde ein Fragebogen

im Kreis von Experten diskutiert wird.

mit ca. 60 Fragen erstellt. Dieser wird gegenwär-

Die Elemente eines geologischen Tiefenlagers

tig seitens der Experten beantwortet, und die Ant-

umfassen gemäss Kernenergiegesetzgebung das

worten werden an gemeinsamen Sitzungen dis-

Hauptlager zur Aufnahme der Abfälle, das Pilot-

kutiert.

lager und Testbereiche. Das Hauptlager wird da-

Aufgrund der zu Beginn des Jahres 2012 erfolgten

bei so ausgelegt, dass nach Einbringung der Abfäl-

Präsentation von Vorschlägen der Nagra zu Stand-

le die Stollen verfüllt und versiegelt werden, um si-

orten für die Oberflächenanlagen in den Standort-

cherzustellen, dass die erforderliche passive Lang-

gebieten bzw. in den darum herum befindlichen

zeitsicherheit durch das Mehrfachbarrierensystem

Planungsperimetern hat die Frage der Zugangs-

gewährleistet ist, auch wenn die Zugänge der Ge-

bauwerke eine hohe Priorität erhalten. Die Ober-

samtanlage (Erschliessungsbauwerke) noch nicht

flächenanlage und die unterirdischen Anlagenteile

verschlossen sind. Die Gesetzgebung schreibt vor

können entweder durch einen Schacht oder eine

dem ordnungsgemässen Verschluss des Tiefenla-

Rampe oder eine Kombination aus beiden verbun-

gers eine so genannte Beobachtungsphase (Mo-

den werden. Dabei muss auch bei einer Schacht-

nitoring) vor. Das Pilotlager dient dabei der Über-

verbindung nicht zwangsweise die Oberflächenan-

wachung des Verhaltens der technischen Barri-

lage direkt oberhalb der untertägigen Anlagen zu

eren des Nahfelds und der Geosphäre und der

liegen kommen. Jedoch sind sicherheitstechnische

Überprüfung der Prognosemodelle, mit denen

Vor- und Nachteile von Schacht und Rampe früh-

die Langzeitsicherheit aufgezeigt wurde. Abwei-

zeitig abzuklären, damit bei der Platzierung der

chungen von den Modellen oder unerwartete Ent-

Oberflächenanlagen keine sicherheitstechnischen

wicklungen des Lagersystems sollen damit recht-

Bedenken zu den Zugangsbauwerken einmal vor-

zeitig erkannt werden können. Das Pilotlager hat

geschlagene Standorte diskreditieren.

somit die Funktion eines Nachweislagers, welches

Aufgrund der Fachgespräche innerhalb des Pro-

über die Versiegelung des Hauptlagers hinaus eine

jekts lässt sich bezüglich Schacht und Rampe fest-

Langzeitkontrolle ermöglicht und die Grundlagen

halten: Sowohl Schächte wie auch Rampen sind

zum späteren Verschluss des geologischen Tiefen-

grundsätzlich bautechnisch machbar, für beide be-

lagers liefert.

rings in einem internationalen Rahmen erörtert

stehen weltweit grosse Erfahrungen. Beide Arten der Zugangsbauwerke können auch länger als 100

Ausblick

Jahre unterhalten werden. Beide Varianten ha-

Der Ende 2011 erfolgte Abschluss von Etappe 1

ben Vor- und Nachteile, welche standortspezifisch

des Sachplanverfahrens bedeutet bezüglich der in

vertieft zu betrachten sind. Keiner dieser Aspekte

der Schweiz angestrebten Wirtgesteine eine Ein-

schliesst jedoch aus sicherheitstechnischen Grün-

schränkung auf tonige bzw. tonreiche Gesteine.

den die eine oder andere Option aus. Damit erge-

Dieser Entscheid ist in den zukünftigen Arbeiten

ben sich für ausserhalb der Standortgebiete plat-

an den drei Agneb-Forschungsprojekten zu be-

zierte Oberflächenanlagen keine grundsätzlichen

rücksichtigen. Die für 2012 vorgesehenen Fach-

Nachteile.

sitzungen und Expertenbefragungen konzentrie-

Parallel zum Projekt «Pilotlager» wird das Projekt

ren sich deshalb ausschliesslich auf Tiefenlagerpro-

«Lagerauslegung» bis Juni 2013 dauern.

jekte und Monitoringkonzepte in Tongesteinen.

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011

73


1.7.5 FORGE – Fate of Repository Gases

Projektziele des Berichtsjahrs und deren Umsetzung Das Ziel des Arbeitspakets WP1.2 ist, ein Bench-

ENSI-Projektbegleiter: Manuel Lorenzo Sentís

mark-Modell eines Zwei-Phasen-Flusssystems für ein ganzes geologisches Tiefenlager zu definieren.

Einleitung

Dabei werden verschiedene Werte wie Gas- und

FORGE ist ein Projekt der EU im Rahmen des 7.

Wasserdruck,

Rahmenprogramms. Es hat zum Ziel, die sicher-

berechnet. Ausgehend von einem zweidimensio-

heitstechnische Bedeutung der durch Gase verur­

nalen System werden im Laufe des Projekts sukzes-

sachten Prozesse im Nah- und Fernfeld eines Tie-

sive Benchmark-Modelle bis zu einer vollständigen

fenlagers zu untersuchen, beispielsweise den

Modellierung des gesamten Lagerkavernensystems

Druckaufbau im Tiefenlager oder den Transport

definiert. In allen diesen Modellen wird der Einfluss

von Gasen und Radionukliden aus dem Tiefenla-

der Grenzflächen zwischen Materialien untersucht.

ger ins Wirtgestein. Im EU-Projekt FORGE werden

Das erste Benchmark-Modell wurde Ende 2009

Teilaspekte der Gasentstehung in einem Tiefenla-

definiert, und die meisten Gruppen (darunter auch

ger und des anschliessenden Gastransports durch

das ENSI) haben zwischen Ende 2009 und Anfang

das Wirtgestein untersucht. Die Arbeiten sind in 5

2011 Resultate abgeliefert. Das Gastransportver-

Pakete (Work packages WP) unterteilt:

halten wird in einem zweidimensionalen System

❚ WP1: Behandlung von Gas in Sicherheitsanalysen

(Abbildung 16) mit einer Grenzfläche («Interface»)

❚ WP2: Gasbildung

zwischen der Auflockerungszone und dem Abfall-

❚ WP3: Technische Barrieren

behälter betrachtet. Die geringe Ausdehnung die-

❚ WP4: Gestörte Wirtgesteine

ser Grenzfläche war eine Herausforderung bei der

Wasserstoffkonzentrationen,

etc.

❚ WP5: Ungestörte Wirtgesteine

Modellierung für alle involvierten Gruppen. Die Er-

24 Partner nehmen an FORGE teil, darunter sind

gebnisse zeigen, dass die Modellierung der Grenz-

neben dem ENSI weitere Aufsichtsbehörden (aus

fläche zwischen der Auflockerungszone und dem

Belgien, Tschechien und Frankreich) sowie entsor-

Behälter als eigenständige Schicht einen Einfluss

gungspflichtige Institutionen vertreten. Das Pro-

auf die Resultate der Gastransportsimulationen

jekt wurde im Februar 2009 gestartet, die Dauer

hat. Die verschiedenen Gruppen mussten vereinfa-

des Projekts umfasst 4 Jahre.

chende Annahmen treffen, um die komplexe Auf-

Das ENSI nimmt am Arbeitspaket WP1 («Treat-

gabenstellung zu lösen.

ment of Gas in performance assessments») teil.

Das ENSI führte mit den Programmen TOUGH2

Die Arbeiten beinhalten eine Bestandsaufnah-

und TOUGH2-MP alle Referenzfälle und Variati-

me des technischen und wissenschaftlichen Wis-

onen der in WP1.2 definierten ersten Benchmark-

sens zu der Gasproblematik in einem Tiefenla-

Berechnungen des Gastransportes in einem zwei-

ger (WP1.1) sowie die Definition und die Durch-

dimensionalen Modellsystem durch. Das ENSI und

führung von sicherheitstechnisch relevanten Ver-

die anderen Arbeitsgruppen erhielten für diese Be-

gleichsberechnungen (Benchmark) zum Gastrans-

rechnungen vergleichbare Resultate. Unterschiede

port (WP1.2).

zwischen den Resultaten der Gruppen sind auf die

Abbildung 16: Generisches Modell für das erste Benchmark.

74

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011


Point P4

verschiedenen Vereinfachungen und Annahmen im Modell zurückzuführen. Ein Auszug der Resultate wird in Abbildung 17 gezeigt. Ein dreidimensionales System (Abbildung 18) mit Grenzfläche zwischen Behältern und Auflockerungszonen wurde als zweite Vergleichsberechnung im Oktober 2010 definiert, und erste Resultate wurden in der Projekt-Sitzung im Januar 2011 in Brugg präsentiert. Vollständige Resultate liegen zurzeit nur von einer Gruppe vor. Das ENSI ist zurzeit daran, eine neue Software zu testen, um aufwendige dreidimensionale Zwei-Phasenfluss-Modelle mit dem Programm TOUGH2 zu erstellen. Mit den Kenntnissen aus dem FORGE-Projekt erwartet das ENSI einerseits, neue Modelle mit TOUGH2 erstellen zu können, die für die Beurteilung der Berechnungen der nächsten Etappen des Sachplans vom Vorteil sein können. Andererseits ermöglicht dieses Projekt, Programme kennenzulernen, die andere Teilnehmer benutzen. Ende 2011 wurde das vollständige Modell für das gesamte Lager (Abbildung 19) präsentiert. Das Modell besteht aus einer Zusammenstellung der C.NT.AEAP.10.xxxx

© Andra

Module des zweiten Benchmarks.

AGENCE NATIONALE POUR LA GESTION DES DÉCHETS RADIOACTIFS – FORGE WP1.2 08-09/06/2010

Die Arbeitsgruppe des WP1.2 traf sich zweimal während des Jahres 2011. Am 17. und 18. Januar

um über den Stand der Modellierungsarbeiten des

organisierte das ENSI ein Treffen in Brugg, bei dem

Benchmarks 2 zu sprechen. In diesen regelmässigen

die aktuellsten Resultate des Benchmarks 1 prä-

Sitzungen (zweimal pro Jahr) werden der Stand der

sentiert wurden. Ende Juni 2011 traf sich die Ar-

Arbeiten sowie die Fortschritte der verschiedenen

beitsgruppe WP1.2 dann zum zweiten Mal in Paris,

Partner im WP1.2 diskutiert. Ausserdem wird das

Abbildung 17: Vergleich der Resul­ tate der verschiedenen Gruppen für Gas- und Porenwasserdruck des ersten generischen Benchmark-Modells. Die Unterschiede in den Resultaten sind auf die verschiedenen Vereinfa­ chungen und Annahmen in den Modellen zurück­ zuführen.

Abbildung 18: Generisches Modell für das zweite Benchmark.

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011

75


Abbildung 19: Generisches Modell für das dritte Benchmark.

weitere Vorgehen bei der Definition von neuen Ver-

nur langsam abgeführt werden, und es kommt zu

gleichsberechnungen (Benchmarks) festgelegt.

einem Druckaufbau in den Lagerstollen. Die für die

Die Arbeitsgruppe WP1.1 befasst sich mit der Ver-

Langzeitsicherheit eines Tiefenlagers wichtige Fra-

fassung eines Berichts über den Stand von Wissen-

ge ist, ob durch diesen Druckaufbau die Rückhal-

schaft und Technik und in Bezug auf die Gasbil-

tefähigkeit des Wirtgesteins durch die Bildung von

dung und den Gastransport in einem Tiefenlager.

Rissen gefährdet wird.

Die Projektpartner trafen sich in Barcelona im Mai

Das EU-Projekt FORGE bietet dem ENSI Gelegen-

2011, um Informationen über die verschiedenen

heit, sich bezüglich aller relevanten Fragestel-

Teilprojekte auszutauschen, um die in den ver-

lungen im Bereich von Gasbildung und Gastrans-

schiedenen Teilprojekten gewonnenen Erkennt-

portfragen in Tiefenlagern auf den neusten Stand

nisse ins Projekt WP1.1 zu integrieren und um die

von Wissenschaft und Technik zu halten. Die Er-

Zusammenarbeit zwischen den Partnern der Teil-

kenntnisse dieser Arbeiten werden in die Überprü-

projekte und den Modellierern des WP1.2 zu op-

fung der Dokumente der Nagra im Rahmen des

timieren. Es wurde beschlossen, die weiteren Fort-

Sachplans Geologische Tiefenlager einfliessen.

schritte des Projekts mit klar definierten Fragen zu

Weitere Informationen über das EU-Projekt FOR-

wichtigen Aspekten der Gasproblematik zu steu-

GE sind unter http://www.bgs.ac.uk/forge/home.

ern. In einem Treffen in London im Januar 2012

html erhältlich.

werden Teilnehmer der verschiedenen Arbeitspakete diese relevanten Aspekte in Form von Fragen

Ausblick

festhalten (siehe unten Kapitel Ausblick).

In den nächsten Projektschritten werden die Resultate der jeweiligen Berechnungen der Teilnehmer am WP 1.2 verglichen sowie Probleme und

Die in einem geologischen Tiefenlager eingela-

transportprozessen diskutiert. Das Ziel ist, inner-

gerten Metalle und organischen Stoffe produzie-

halb der Laufzeit des Projekts belastbare Berech-

ren durch Korrosionsprozesse oder aufgrund des

nungen eines 3D-Modells eines Tiefenlagers zu

Stoffwechsels von vorhandenen Mikroben Gase

entwickeln, um die sicherheitstechnische Bedeu-

wie Wasserstoff und Methan in den Einlagerungs-

tung der Gasentwicklung im Tiefenlager vertiefter

stollen. In dichten Wirtgesteinen kann dieses Gas

beurteilen zu können.

76

Bedeutung des Projekts, Beitrag zur nuklearen Sicherheit

Lösungen der numerischen Modellierung von Gas-

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011


Im Januar 2012 in London werden Teilnehmer der

vor ca. 21 000 Jahren (letztes glaziales Maximum

verschiedenen Arbeitspakete im Zusammenhang

LGM), mit zwei unterschiedlichen Szenarien für die

mit dem WP1.1 spezifische Fragen für die verschie-

Höhe der Eisschilde im beginnenden Mittelwürm.

denen Arbeitsgruppen definieren. Die Fragen be-

Durch die Klimamodellierung werden Luftdruck-

treffen alle Arbeitsgruppen und werden im Laufe

verhältnisse, Sturmpfade und Niederschläge bei-

des Jahres 2012 behandelt. Die Antworten werden

der Eiszeitphasen jeweils als Differenz zur Nacheis-

zu den Schlussfolgerungen des FORGE-EU-Projekts

zeit dargestellt und untereinander verglichen. Als

beitragen. Die Fragen werden die folgenden As-

Referenz für die Nacheiszeit wird eine relativ küh-

pekte beinhalten:

le Klimaperiode verwendet, die sich im Spätmittel-

❚ Variabilität und Ungewissheit der Gasgenerati-

alter bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts (1850

onsraten

A.D.) erstreckte und als Kleine Eiszeit bezeichnet

❚ Mechanismen für den Gastransport

wird. Ziel der Sensitivitätsstudie ist ein verbessertes

❚ Bedeutung der Zwischenräume an Materialgren-

Verständnis der atmosphärischen Zirkulation im

zen für den Gastransport ❚ Übertragung von Laborergebnissen und Ergebnis-

Verlauf einer Eiszeit und deren Abhängigkeit von der Eisschildgeometrie.

sen von in-situ-URL-Experimenten auf grosstechlager. Können experimentelle Ergebnisse für die

Projektziele des Berichtsjahres und wichtige Ergebnisse

nischen Massstab in einem geologischen TiefenSicherheitsanalyse erfolgreich umgesetzt werden?

Die Modellrechnungen für beide Zeiträume wur-

❚ W ie können Prozesse im Zusammenhang mit

den nach einer Erweiterung des ursprünglich pro-

Gasbildung und -migration die Sicherheitsfunk-

jektierten Simulationsumfanges von drei auf sie-

tionen in einem Tiefenlager beeinträchtigen?

ben Glazialsimulationen im Mai 2011 plangemäss beendet. Die anschliessend durchgeführten globalen Analysen der Daten haben gezeigt, dass die

1.7.6 Klimamodellierung WürmEiszeit

atmosphärische Dynamik und damit die Niederschlagsverteilung über dem Nordatlantik und Europa von der Höhe des Laurentischen Eisschildes

Auftragnehmer: Physikalisches Institut, Abteilung

(Nordamerika) massgebend beeinflusst wird: Je

Klima- und Umweltphysik, Universität Bern

höher das Laurentische Eisschild ist, desto mehr

ENSI-Projektbegleiter: Andreas Dehnert

verschieben sich die Zugbahnen aussertropischer

Bericht der Forscher in Anhang A

Stürme nach Süden (Abbildung 20). Hierdurch erreicht auch weniger Feuchtigkeit den europä-

Einleitung

ischen Kontinent, speziell die Gebiete nördlich der

Im Rahmen des Sachplans geologische Tiefenlager

Alpen. Die Daten zeigen weiterhin, dass dieser Ef-

spielen zukünftige Erosions-Szenarien eine wich-

fekt besonders in den Wintermonaten zur Geltung

tige Rolle für die Beurteilung der Langzeitsicher-

kommt, mit den entsprechenden Folgen auf das

heit der Standortgebiete. Insbesondere für das Po-

Wachstum der europäischen Eischilde bzw. Glet-

tenzial linienhafter Tiefenerosion durch Gletscher

scher. Der Einfluss der Erdbahnparameter auf die

sind aus Sicht des ENSI weitere Untersuchungen

Niederschlagsverteilung ist hingegen nur von un-

vorzusehen. Das Erosionspotenzial vorrückender

tergeordneter Rolle. Zuverlässige Aussagen für die

Gletscher hängt stark vom Ausmass zukünftiger

Schweiz lassen sich jedoch nur beschränkt aus der

Vergletscherungen und damit vom Niederschlag in

Datenanalyse ableiten, da sich die beobachteten

den Alpen und in Mitteleuropa ab. Eine Abschät-

Ereignisse für das Gebiet der Schweiz knapp inner-

zung über das Ausmass zukünftiger Vorlandver-

halb der Modellunsicherheiten bewegen.

gletscherungen ist daher stark von der Klimaent-

Anfang Dezember 2011 wurde ein umfassender

wicklung abhängig.

Artikelentwurf zur wissenschaftlichen Begutach-

In der durch das ENSI in Auftrag gegebenen Studie

tung an die Fachzeitschrift Climate of the Past

soll die letzte Eiszeit (Würm) betrachtet werden,

(www.clim-past.net) eingereicht.

welche vor etwa 120 000 Jahren begann und vor lierung ist ein Vergleich zwischen der Frühphase

Bedeutung des Projekts, Beitrag zur nuklearen Sicherheit

vor ca. 65 000 Jahren (Übergang vom Früh- zum

Bei der geologischen Tiefenlagerung hochak-

Mittelwürm) und der Hochphase der Würmeiszeit

tiver Abfälle mit einem Betrachtungszeitraum von

gut 10 000 Jahren endete. Ziel der Klimamodel-

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011

77


1 Million Jahre ist die glaziale Tiefenerosion ein

Ausblick

wichtiger, zu beachtender Prozess. Das Erosions­

Das Projekt hat ein grosses Datenvolumen gene­

potenzial vorrückender Gletscher hängt stark vom

riert. Es wurde beschlossen, diese Daten für spe­

Ausmass zukünftiger Vergletscherungen und da­

zielle Fragestellungen weiter auszuwerten. Durch

mit vom Niederschlag in den Alpen und in Mittel­

die Verlängerung des Projekts bis Ende März 2012

europa ab. Durch die Klimamodellierung werden

wird die bestehende Analyse des langfristigen

ein verbessertes Verständnis der atmosphärischen

mittleren klimatischen Zustandes durch die Unter­

Zirkulation im Verlauf einer Eiszeit gewonnen und

suchung von kurzfristigen Variationen, insbeson­

die entscheidenden Parameter evaluiert.

dere Veränderungen in den Grosswetterlagen und extreme Niederschlagsereignisse, erweitert. Es ist

Abbildung 20: Niederschlagsver-­ ­teilung in Millimeter­ pro Tag zwischen­ 90° W und 60° E. Oben: Referenz­periode Kleine Eiszeit 1850 A.D. Mitte: Differenz zwi­ schen 1850 A.D und LGM (vor 21 000 Jahren). Unten: Differenz zwischen 1850 A.D. und Beginn Mittelwürm (vor 65 000 Jahren) mit ausgeprägtem ­Eisschild über ­Nordamerika.

78

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011


geplant, dass die Analyse stärker auf Europa eingegrenzt wird, um – soweit mit der aktuell benutzten Auflösung möglich – regionale Einflussfaktoren herauszuarbeiten. Hierdurch wird ein besseres Verständnis der entscheidenden Prozesse für die Akkumulationsrate und damit der Gletscherausbreitung und -variabilität im Alpenvorland erwartet. Zur Veröffentlichung der Ergebnisse ist eine zweite Fachpublikation vorgesehen. Die Nagra sieht bei den Standortgebieten für hochaktive Abfälle Modellierungen der Landschaftsentwicklung vor. Für diese Modellierungen benötigt sie entsprechende Klimadaten. Im Anschluss an das Forschungsprojekt sollen daher die generierten Klimadaten einer Landschafts- und Erosionsmodellierung als Eingangsdaten bzw. Randbedingungen zugeführt werden.

1.7.7 Datierung quartärer Sedimente im Alpenvorland

Projektziele des Berichtsjahres und wichtige Ergebnisse Im Jahr 2011 wurde an einem Vorprojekt gearbei-

Auftragnehmer: Institut für Geologie, Universität Bern

tet, um an Lokalitäten mit einfachen sedimentären

ENSI-Projektbegleiter: Andreas Dehnert

Lagerungsverhältnissen und klarer stratigrafischer Zuordnung die Methodik zu testen. Im Rahmen

Einleitung

des Vorprojekts waren an den Lokalitäten Man-

Die Nordschweiz, in der fünf der sechs Standort-

dach (Tiefere Deckenschotter) und Irchel (Höhere

gebiete für geologische Tiefenlager liegen, ist be-

Deckenschotter) vertikale Profile sowie in Siglis-

deckt mit den Sedimenten der quartären Eiszeiten.

dorf (Höhere Deckenschotter) ein horizontales Pro-

Die klassische Aufteilung der Ablagerungen in

fil aufgenommen und daran

vier grosse Eiszeiten ist in den letzten Jahrzehnten

durchgeführt worden (Akçar et al., in review). Für

durch ein differenzierteres Bild von mehr als einem

die Tieferen Deckenschotter bei Mandach konnte

Dutzend Eisvorstössen ersetzt worden. Während

so ein Minimalalter von 800 000 Jahren bestimmt

den Vorstössen wurden Täler zum Teil mehrfach

werden (Abbildung 21). Beide Vertikalprofile (Man-

ausgeräumt und anschliessend wieder gefüllt. Um

dach, Irchel) zeigen die charakteristischen, mit der

sowohl die Dynamik der glazialen Erosion zu ver-

Tiefe abnehmenden Isotopengehalte. Für eine ge-

stehen als auch genauere Erosionsraten bestim-

nauere Abklärung der Sedimentationsverhältnisse

men zu können, müssen die Alter der einzelnen

(das Irchel-Profil weist auf mehrere Ablagerungs­

quartären Schichten bekannt sein.

zyklen hin) soll jedoch im Rahmen des Hauptpro-

Gegenwärtig beschränken sich die vorhandenen

jekts eine deutlich dichtere Beprobung angestrebt

numerischen Alter auf die jüngeren Schichten,

werden. Für das Horizontalprofil bei Siglisdorf feh-

die mit den Methoden der Radiokohlenstoff-Da-

len gegenwärtig noch die 26Al-Werte, um aus den

tierung (14C) und der optisch stimulierten Lumi-

Proben Alterswerte bestimmen zu können.

10

Be-Bestimmungen

neszenz (OSL) bestimmt werden können. Diese­ 50 000 ( C) bzw. 200 000 Jahre (OSL). Ein lau-

Bedeutung des Projekts, Beitrag zur nuklearen Sicherheit

fendes, von Nagra und Schweizerischem National-

Die von der Nagra vorgeschlagenen Standort-

fonds unterstütztes Projekt führt OSL-Datierungen

gebiete liegen mit einer Ausnahme in der Nord-

an den Hoch- und Niederterrassenschottern der

schweiz, in der Geodäsie-Messungen auf aktuelle

Nordschweiz und eine methodische Ausweitung

Hebungsraten im Bereich von 0.0 bis 0.2 mm ­pro

der OSL-Datierung durch. Um die deutlich älteren

Jahr hinweisen. Für die Beurteilung der Langzeit-

Deckenschotter zu datieren, wird seitens ENSI und

sicherheit geologischer Tiefenlager müssen Prog­

der Universität Bern die Datierung mittels kosmo-

nosen für die Hebung (und gleichzeitige Erosi-

gener Nuklide ( Be und Al) angestrebt.

on) erstellt werden. Diese Prognosen orientieren

Alter erreichen methodenbedingt maximal circa 14

10

26

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011

79

Abbildung 21: Gemessene 10Be-Kon­ zentrationen entlang der obersten 4 Meter eines Vertikalprofils in den Tieferen Dec­ kenschottern (TDS) bei Mandach. An die Kon­ zentrationswerte wurde mathematisch eine Kurve angepasst. Das daraus abgeleitete Mi­ nimalalter von 800 000 Jahren stellt die erste numerische Altersda­ tierung der Tieferen Deckenschotter in der Nordschweiz dar (Akçar et al., in review).


sich insbesondere an den langfristigen Erosions-

Phasen entsprechen. Mit Hilfe der Resultate sollen

und Hebungsraten. Beim Lager für schwach- und

anschliessend Erosionsraten bestimmt und ­diese

mittelaktive Abfälle (SMA) sind dabei die letzten

(unter Annahme einer erosiven Kompensation der

100 000 Jahre von Relevanz, beim Lager für hoch-

Hebung) mit den geodätisch bestimmten aktuellen

aktive Abfälle (HAA) die letzten 1 000 000 Jahre.

Hebungsraten verglichen werden. Das Datierungs-

Für die Bestimmung von Hebungsraten sind die

projekt wird in der ersten Hälfte 2012 gestartet

Deckenschotter als älteste, heute am höchsten ge-

und im Rahmen einer Doktorarbeit an der Univer-

legene quartäre Ablagerungen des Alpenvorlandes

sität Bern (mit gemeinsamer Betreuung durch die

gut geeignet. Sie sollen aufzeigen, ob die heute

Universität und das ENSI) umgesetzt.

gemessenen Hebungsraten einer nur kurzfristig

Das ENSI plant ausserdem eine Mitarbeit in einem

gültigen Rate oder einem mit langfristigen Raten

internationalen Bohrprojekt (ICDP) mit dem Titel

vergleichbaren Wert entsprechen. Aufgrund dieser

«Drilling Overdeepened Alpine Valleys». Unter der

Ergebnisse können gewisse Standortgebiete ab-

Leitung eines internationalen Konsortiums soll da-

hängig von der Tiefe der Wirtgesteine sicherheits-

rin im Alpenraum und in dessen Vorland ein aus-

technisch bessere oder schlechtere Bewertungen

gedehntes Bohr-, Charakterisierungs- und Datie-

erhalten.

rungsprogramm von quartären (und tertiären) Sedimenten in den von Gletschern periodisch aus-

Ausblick

geräumten Rinnen durchgeführt werden. Der ge-

Das Vorprojekt hat gezeigt, dass die Methodik

plante Start der Arbeiten ist 2014.

bei den dabei verwendeten Proben funktioniert, so dass Minimalalter hergeleitet werden können.

Zitierte Literatur

Das eigentliche Datierungsprojekt soll anhand von

Akçar N., Ivy-Ochs S., Alfimov V., Graf H.R., Kubik­

mehreren Schlüssellokalitäten die Alter für die ver-

P.,­ Meinert R., Kuhlemann J., Schlüchter C., in re-

schiedenen Deckenschottersedimente bestimmen

view. The challenge of dating Swiss Deckenschot-

und die Frage beantworten, ob die vorhandenen

ter with cosmogenic

Schotter tatsächlich einer Sedimentationsphase

Geo­chronology.

10

Be and

26

Al. Quaternary

oder mehreren zeitlich voneinander getrennten

80

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011


2. Lehrreiche Vorkommnisse in ausländischen Anlagen Das ENSI ist in ein internationales Netzwerk zur Erfassung und Verbreitung von Betriebserfahrung eingebunden. Über diesen Verbund erhält das ENSI Information aus Kernanlagen rund um den Globus und stellt im Gegenzug Betriebserfahrung aus Schweizer Kernanlagen zur Verfügung. Vorkommnisse sind ein wichtiger Bestandteil dieser Betriebserfahrung. Zwei wesentliche Knotenpunkte dieses Netzwerks sind Dienste der Internationalen Atomenergieorganisation IAEA mit Sitz in Wien in Zusammenarbeit mit der Nuclear Energy Agency NEA der OECD mit Sitz in Paris (Abbildung 1): ❚ Das Incident Reporting System IRS sammelt Be-

richte über Vorkommnisse, bereitet diese auf und stellt sie in einer Datenbank den Mitgliedsländern zur Verfügung. ❚ Die internationale Ereignisskala INES wurde zur

Einstufung von nuklearen und radiologischen Er-

Ereignissen. Die Mitgliedsländer der IAEA haben

eignissen erstellt und dient als Kommunikations-

sich verpflichtet, Vorkommnisse von globalem In-

mittel gegenüber der Öffentlichkeit. Die Berichte

teresse oder ab der INES-Stufe 2 zeitnah an die

über Vorkommnisse werden in einer Datenbank

IAEA zu melden. Die IAEA ihrerseits verbreitet ak-

gesammelt, welche den Mitgliedsländern zur Ver-

tuelle Meldungen öffentlich über ihre News-Web-

fügung steht.

site (http://www-news.iaea.org/).

Das Netzwerk der nationalen IRS-Koordinatoren

Im Kalenderjahr 2011 wurden der IAEA 23 Vor-

und INES-Beauftragten ermöglicht einen raschen

kommnisse der INES-Stufen 2 oder höher gemel-

Informationsaustausch nach dem Auftreten von

det:

INESStufe

Bezeichnung

Kurzbeschreibung

2

Zwischenfall

Die meisten Vorkommnisse waren auf Bestrahlung von Personen mit resultierenden Strahlendosen oberhalb der zulässigen nationalen Grenzwerte in Industrie, Medizin und einem Kernkraftwerk zurückzuführen. Zudem wurden der Diebstahl einer Strahlenquelle und die Kontamination von Personal gemeldet. Das Kernkraftwerk Onagawa-2 in Japan wurde vom Erdbeben am 11. März 2011 mit nachfolgendem Tsunami betroffen. Es erfolgte eine automatische Reaktorabschaltung. Trotz des Ausfalls von zwei Notstrom-Dieselgeneratoren und eines Nachwärme-Abfuhrsystems konnte die Kühlung des Reaktors gewährleistet werden. Weitere Vorkommnisse sind in den Berichtsabschnitten 2.2 bis 2.5 näher beschrieben.

3

Ernsthafter Zwischenfall

Die Vorkommnisse im Kernkraftwerk Fukushima Dai-ni wurden durch das Erdbeben und den Tsunami am 11. März 2011 hervorgerufen. Eine ausführlichere Darlegung dieser Vorkommnisse erfolgt im Berichtsabschnitt 2.1.

4

Unfall ohne signifikante Gefährdung der Umgebung

Die Bestrahlung mehrerer Arbeiter in Bulgarien war die Folge der unsachgemässen Handhabung einer Strahlenquelle.

7

Schwerwiegender Unfall

Für die Auswirkungen des starken Erdbebens und des Tsunamis am 11. März 2011 auf das Kernkraftwerk Fukushima Dai-ichi nahe der Ostküste von Japan erfolgte nach zunächst tieferer Klassierung gesamthaft eine Höherstufung auf INES 7. Eine ausführliche Darlegung dieser Vorkommnisse erfolgt im Berichtsabschnitt 2.1.

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011

81

Abbildung 1: Sitz der OECD/NEA in Paris. Das Treffen der IRS-Koordinatoren zum Erfahrungsaustausch über Vorkommnisse im September 2011 fand an diesem Ort statt (Foto: ENSI).


Abbildung 2: Treffen der EU-­ Clearinghouse-Mit­ glieder zum Erfah­ rungsaustausch über Vorkommnisse in 2011 (Januar 2012 Petten, Niederlande) (Foto: ENSI).

Alle Einstufungen der Vorkommnisse in Japan

Vorkommnisse verfügt. Zudem sind die Betreiber

sind vorläufig, da eine abschliessende Bewertung

weiteren Vereinigungen angeschlossen, wie zum

durch Japan zurzeit nicht vorliegt.

Beispiel der Vereinigung der Grosskraftwerks-Be-

Seit dem Jahr 2008 gibt es in Europa einen wei-

treiber VGB in Europa, ebenfalls mit dem Ziel eines

teren Knotenpunkt im Erfahrungsnetzwerk: das

breit angelegten Erfahrungsaustausches.

European Clearinghouse on Operational Expe-

Die nachfolgenden Abschnitte beschreiben aus-

rience Feedback mit Sitz im niederländischen Pet-

gewählte wichtige Vorkommnisse aus dem Jahr

ten, an dem auch die Schweiz beteiligt ist. Diese

2011 und wie das ENSI ihre Relevanz für die

Institution unterstützt ihre Mitglieder bei der Be-

Schweiz bewertet. Den Anfang machen die Vor-

reitstellung und Umsetzung von Betriebserfah-

kommnisse in den Kernkraftwerken an den Stand-

rung auf nationaler Ebene und führt Analysen zu

orten von Fukushima. Von Interesse waren zudem

Schwerpunktthemen durch (Abbildung 2).

die Vorkommnisse in Frankreich mit Problemen

Als weitere Informationsquellen dienen perio-

bei Notstrom-Dieselgeneratoren, der Ersatz einer

dische Berichte oder Mitteilungsorgane auslän-

Pumpe im Kernkraftwerk Doel 4 in Belgien ohne

discher Anlagen und Behörden sowie die Teilnah-

vollständige Prüfung der erforderlichen Funktions-

me an internationalen Arbeitsgruppen, wie bei-

tauglichkeit und die nach einem Test nicht wieder

spielsweise die Working Group on Operational Ex-

funktionsfähig geschalteten Reaktorschutzsignale

perience WGOE der NEA. Auch Pressemeldungen

im Kernkraftwerk Laguna Verde 2 in Mexiko.

werden systematisch nach Vorkommnissen durchsucht. Liegen solche vor, wird versucht, über das fachliche Netzwerk nähere Informationen über den Vorfall einzuholen.

2.1 L'accident nucléaire de Fukushima1

Das ENSI verfolgt kontinuierlich eingehende Meldungen über Vorkommnisse in ausländischen An-

Le 11 mars 2011 à 14 h 46 heure locale, le Japon a

lagen und wertet diese durch Fachgruppen und

été frappé pendant 90 secondes par le plus impor-

-spezialisten aus. Es klärt, ob ein Vorkommnis

tant tremblement de terre jamais enregistré dans

Auswirkungen auf die Schweiz oder Relevanz für

ce pays. L’épicentre du séisme Tohoku-Chihou-Tai-

Schweizer Anlagen hat, und falls ja, welche Mass-

heyo-Oki se situait à 150 km à l’Est de la ville de

nahmen eingeleitet werden müssen.

Sendaï. Ce tremblement de terre de magnitude 9

Die Betreiber von Kernanlagen haben sich ihrer-

a généré un tsunami (de plusieurs vagues) pou-

seits zum Verband der «World Association of Nuclear Operators» (WANO) zusammengeschlossen, der über ein eigenes Informationsnetzwerk über

82

1 Le présent chapitre se base sur des informations valables à la fin février 2012.

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011


vant atteindre 38 mètres dans certaines régions de

de télécommunications ont également été gran-

la côte Est de l’île principale du Japon, Honshu, qui

dement affectés.

a touché une zone de près de 561 km , causant la

La centrale nucléaire de Fukushima Dai-ichi qui a

mort de plus de 15 000 personnes. A l’heure ac-

subi de multiples défaillances de ses systèmes, in-

tuelle, plus de 3 000 personnes sont toujours por-

cluant ici l’alimentation électrique, a relâché une

tées disparues. Ces chiffres ne tiennent pas comp-

quantité massive de radioactivité, mettant en dan-

te des nombreuses personnes blessées, évacuées

ger l’être humain ainsi que l’environnement. Cet

ou dont le village a purement et simplement été

événements a ainsi été classé en accident nucléaire

balayé par les flots.

majeur de niveau 7 sur l’échelle internationale de

A côté de ce désastre humain, ces catastrophes

classement des événements nucléaires (INES). Les

naturelles conjointes ont affecté de multiples in-

efforts mis en œuvre pour gérer la situation ont

stallations, y compris des centrales nucléaires. Au

été retardés par les dommages collatéraux causés

moment du tremblement de terre, trente-cinq

dans les environs par ces catastrophes naturelles.

2

tranches nucléaires étaient en exploitation et couplées au réseau dans le pays. Cinq centrales situées sur la côte Est ont été touchées par le séisme

2.1.1 Le Japon

et son tsunami: Higashi Dori, Onagawa, Fukushima Dai-ichi, Fukushima Daini et Tokai Daini. Toutes

Le Japon est constitué de plusieurs îles dans l’Asie

ont subi des dommages, mais les deux sites de Fu-

Orientale, à l’Est de la Corée et de la Russie, dans

kushima ont été les plus touchés. Ces événements

l’océan Pacifique. Ce sont près de 127 millions

n’ont pas seulement touché des installations nu-

d’habitants qui vivent sur 377 835 km2, dont 35

cléaires mais aussi d’autres industries comme des

millions dans l’aire urbaine de Tokyo, la capitale.

usines pétrochimiques ainsi que les infrastructures

Le Japon est une zone de subduction de trois pla-

de transports et le réseau électrique. Les moyens

ques tectoniques, engendrant annuellement des Figure 1: Carte du Japon (source: Forum nucléaire Suisse).

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011

83


internationales comme l’Agence Internationa-

Figure 2: Prise de vue aérienne de la centrale ­nucléaire de Fukushima Dai-ichi (source: TEPCO).

le pour l’Energie Atomique (AIEA) et l’Agence de 6 5

4

3

2

1

l’Energie Nucléaire de l’Organisation de Coopération et de Développement Economique (OCDEAEN). L’autorité de surveillance des installations nucléaires japonaises était au moment des faits l’Agence de sûreté industrielle et nucléaire (Nuclear and Industrial Safety Agency – NISA). Un deuxième avis pouvait être émis sur son travail par la commission de sécurité nucléaire (Nuclear Safety Commission – NSC) qui était aussi en charge de la définition de la philosophie nationale en matière

milliers de séismes de magnitude pouvant att-

de sécurité nucléaire et de l’élaboration de certains

eindre les niveaux 4 à 9 sur l’échelle de Richter. Un

textes règlementaires.

cinquième de tous les séismes supérieurs à 6 enregistrés dans le monde se situe au (ou aux alentours du) Japon. Un séisme se produisant en mer peut générer un tsunami, qui est d’ailleurs un mot japo-

2.1.2 L’événement de Fukushima Dai-ichi

nais (tsu signifiant port et nami signifiant vague). Les typhons et tempêtes tropicales sont fréquents

2.1.2.1 Le site de Fukushima Dai-ichi

entre juin et octobre.

Le site de la centrale nucléaire de Fukushima Dai-

Le mix énergétique japonais est constitué à hau-

ichi se situe à 60 km de Sendai, le long de la côte

teur de 30% de nucléaire, avec une politique (au

Pacifique du Japon, dans la préfecture de Miya-

moment des faits) d’augmentation de cette part

gi, à 240 km au Nord de Tokyo. Tokyo Electric Po-

à 50%. Ses 48 000 MWel produits annuellement

wer Company (TEPCO) y exploite six tranches. Les

par ses centrales le classent 3ème plus grand pro-

réacteurs à eau bouillante (REB, BWR en anglais)

ducteur d’énergie d’origine nucléaire après les

de types et de puissances variés ont été construits

Etats-Unis d’Amérique (USA) et la France. A la fin

dans les années 1970 sur un modèle de concepti-

2010, dix entreprises de production d’électricité se

on de General Electric (GE). L’énergie totale pro-

partageaient l’exploitation des cinquante-quatre

duite sur le site était de 4 696 MWel.

tranches alors en opération dans le pays: trente

Lorsque le tremblement de terre a eu lieu, seules

réacteurs à eau bouillante (REB) et vingt-quatre

les tranches 1 à 3 étaient en exploitation. Les tran-

réacteurs à eau sous pression (REP).

ches 4, 5 et 6 subissaient une inspection pério-

La Japon est membre de plusieurs organisations

dique. Les tranches 1 à 4 ont été les plus touchées.

Figure 3: Schéma de l’alimen­ tation électrique des tranches 1 à 4 de la centrale nucléaire de Fukushima Dai-ichi avant le séisme (source: ENSREG).

84

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011


Tranches de Fukushima Dai-ichi

Type

Année

MWel

Concepteur

Tranche 1

BWR-3

1971

460

General Electric

Tranche 2

BWR-4

1974

784

GE/Toshiba

Tranche 3

BWR-4

1976

784

Toshiba

Tranche 4

BWR-4

1978

784

Hitachi

Tranche 5

BWR-4

1978

784

Toshiba

Tranche 6

BWR-5

1979

1 100

GE/Toshiba

2.1.2.2 Le tremblement de terre

2.1.2.3 Le tsunami

La succession de séismes affectant le site de la

Quarante-huit minutes après la secousse, le site

centrale nucléaire de Fukushima Dai-ichi, a débu-

a été touché par une vague d’environ 14 mètres

té avec un tremblement de terre de magnitude 7,3

de hauteur. La conception contre les tsunamis de

le 9 mars 2011 et a été suivi par une série de plus

la centrale nucléaire de Fukushima Dai-ichi ne

«faibles» répliques (de magnitude comprise entre

prenait en considération qu’une vague de 5,7

7,0 et 7,7 jusqu’au 11 avril 2011). Le choc princi-

mètres de haut. Le site a donc été submergé.

pal, de magnitude 9,0 (aussi connu sous le nom de

L’eau s’est répandue sur l’installation, a entou-

Tohoku-Chihou-Taiheiyo-Oki) a eu lieu le 11 mars

ré les bâtiments qu’elle a inondés par les portes

2011 à 14 heures 46 heure locale et a duré 90 se-

d’accès situées au rez-de-chaussée, les chemins

condes.

de câbles ou encore les traversées (de murs). Les

Lors de la survenue du tremblement de terre, les

groupes électrogènes de secours à moteur Die-

réacteurs se sont arrêtés automatiquement et leur

sel situés 5 à 6 mètres au-dessus du niveau de la

refroidissement a débuté. Le réseau électrique de

mer ont été noyés (exception faite de l’un des

la région a cependant été détruit, entraînant une

Diesel de la tranche 6). Les stations de pompa-

perte totale d’alimentation électrique sur le site

ge d’eau de mer ont été détruites pour toutes

(Loss Of Off-site Power – LOOP). Les groupes élec-

les tranches.

trogènes de secours à moteur Diesel (deux pour

Le 11 mars 2011, à 15 h 36, toutes les sources

chaque tranche et trois pour la sixième), consti-

d’alimentation en courant alternatif triphasé étai-

tuant le mode d’alimentation électrique de se-

ent perdues pour les tranches de 1 à 4, le Station

cours, ont alors démarré, exception faite de l’un

Blackout (SBO) a eu lieu. Pourtant, l’évacuation de

de ceux de la tranche quatre qui était en révision

la puissance résiduelle nécessitait de l’électricité,

(cf ­­­figure 3)

l’énergie étant nécessaire au fonctionnement des

Tableau 1: Description des tranches de la centrale nucléaire de Fukushima Dai-ichi.

Figure 4: Schéma de l’alimen­ tation électrique des tranches 1 à 4 de la centrale nucléaire de Fukushima Dai-ichi après le tsunami (sour­ ce: ENSREG).

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011

85


2.1.2.4 Déroulement de l’événement Principaux événements sur la tranche 1 Après le séisme Le 11 mars 2011, après l’arrêt automatique du réacteur (SCRAM) et le déclenchement de l’alimentation électrique de secours à 14 h 47, en conséquence du LOOP, l’évacuation de la chaleur résiduelle a d’abord été assurée comme prévu par le condenseur d’isolement (Isolation Condenser IC). Compte tenu de la forte variation de température accompagnée d’une chute de pression, l’IC a été arrêté manuellement environ 10 minutes après le début des événements. Le circuit A de l’IC a par la suite été utilisé pour réguler la pression dans la cuve du réacteur. La mise hors fonction de l’IC a entraîné une Figure 5: Schéma d’un réacteur à eau bouillante du même type que les tranches 1 à 4 de Fukushima Dai-ichi.

montée en pression dans la cuve et le déclen-

Figure 6: Schéma de la structure condenseur d’isolement (IC) de la tranche 1 (source: NISA).

systèmes de sécurité chargés du refroidissement

chement du dispositif de décompression, tan-

des cœurs.

dis que la cuve du réacteur était maintenue

Le tsunami a également entraîné une perte de

en arrêt à chaud. Cet état ne permettait pas

l’instrumentation et des systèmes de contrôle. Les

d’atteindre le critère de déclenchement automa-

opérateurs sont donc demeurés dans le noir, avec

tique ­(niveau de remplissage du réacteur) de la

peu de moyens de communication ni aucune in-

pompe d’alimentation pour injection de calopor-

formation; et ce, pour ramener l’ensemble des in-

teur sous haute pression (High Pressure Coolant

stallations en état sûr.

Injection HPCI) qui aurait assuré l’injection de ­caloporteur. Après le tsunami Le 11 mars 2011 à 15 h 35, se sont produits le SBO et la perte de source froide d’ultime secours (Ultimate Heat Sink UHS – ici refroidissement par de l’eau de mer). Il ne restait donc plus que le torus pour absorber la chaleur résiduelle. La tranche 2, rencontrant les mêmes difficultés que la tranche 1, n’a pas pu venir en aide à cette dernière. En raison de l’indisponibilité des affichages (en salle des commandes) notamment de l’HPCI et des valves de l’IC, TEPCO a considéré que le HPCI n’était plus en mesure d’assurer ses fonctions. L’émission d’énergie résiduelle, couplée à la défaillance de la réalimentation en caloporteur de l’IC n’a eu de cesse de faire baisser le niveau d’eau dans la cuve du réacteur, entraînant le dénoyage des assemblages combustibles. La limitation de la pression s’est vraisemblablement effectuée par l’ouverture de valves dans le torus. Ces trois faits ont entraîné une augmentation de la température dans le torus et donc de la pression y régnant, et dans le drywell une fois la température d’ébullition atteinte dans le torus. La présence de décombres/débris sur le site a retardé l’arrivée et le branchement des groupes

86

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011


électrogènes mobiles. L’alimentation électrique

ode importante jusqu’à la réalisation de l’éventage

de l’instrumentation et la surveillance du niveau

tenait de raisons techniques (préparation, appro-

de remplissage de la cuve ont été perdues dans

visionnement du matériel ou entraînement) et de

les heures qui ont suivi. Une injection alternative

raisons administratives (évacuation, communica-

d’eau était possible mais requérait des interven-

tion et autorisation). Cet après-midi-là, les événe-

tions humaines.

ments suivants se sont produits:

Le circuit A de l’IC a été ouvert brièvement à deux

❚ 15 h 36, endommagement de la structure du bâ-

reprises dans la soirée (il aurait été fermé manu-

timent réacteur par une explosion d’hydrogène

ellement 5 h après le début des événements sans que le chef de quart en soit informé).

dans sa partie supérieure. ❚ 18 h 25, évacuations obligatoire de la population

Le retour temporaire de l’éclairage et de

dans une zone de 20 km autour de la centrale et

l’alimentation en salle de commande permettaient

volontaire dans un rayon de 30 km.

de constater que le niveau d’eau dans la cuve était

❚ 19 h 04, début de l’injection d’eau de mer.

de + 200 mm au-dessus du haut de la hauteur ac-

❚ 19 h 55 et 20 h 05 autorisation du gouverne-

tive (top of active fuel).

ment et de la NISA pour injecter de l’eau borée.

Le 11 mars à 20 h 50, le gouvernement a décidé

Cette action a débuté à 20 h 45. Elle a été re-

d’évacuer la zone de 2 km de rayon autour de la

tardée en raison de sujétions d’ordre administra-

centrale, en raison de la suspicion de dommages

tif ou des déficits dans la communication. Cette

au cœur vers 22 h 20 (qui a en fait été entièrement

injection pourrait cependant avoir débuté avant

dénoyé environ 4,5 h après le SCRAM). A 21 h 20,

même l’aval des autorités.

l’évacuation a été étendue à la zone des 3 km, le

L’alimentation électrique externe a pu temporaire-

confinement dans les habitations dans un rayon de

ment être rétablie le 20 mars, l’éclairage dans la

10 km. L’accès au bâtiment réacteur a été condam-

salle de commande le 24 mars.

né en raison d’un débit de dose trop élevé. Vers minuit, la pression élevée imposait de recourir à un éventage de l’enceinte de confinement. La demande a été effectuée auprès des autorités à 01 h 30. Leur aval n’a été reçu qu’à 03 h 00, sous réserve d’achèvement de l’évacuation de la population. Le 12 mars au matin, le personnel de la salle de commande a eu pour ordre de porter des masques de protection individuels en raison de l’augmentation permanente de la dose locale avant d’être évacué vers la tranche 2. A ce moment, le gouvernement ordonnait l’évacuation d’une zone d’un rayon de 10 km autour de la centrale. Le 12 mars à 09 h 04 ont débuté les opérations d’éventage qui ne pouvaient être achevées manuellement en raison de débits de dose trop importants. Le déclanchement manuel a été remplacé par des alternatives mécaniques. Le 12 mars à 14 h 30 la pression du drywell diminue, soulignant le succès de l’éventage. Cette péri-

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011

Figure 7: Dommages sur site à Fukushima Dai-ichi (source: TEPCO).

87

Figure 8: Schéma des doses mesurées sur les doubles portes du bâtiment réacteur de la tranche 1 les 11 et 12 mars 2011 (source: TEPCO).


Figure 9 & figure 10: Vues de la tranche 1 après l’explosion hydrogène (source: TEPCO).

Piscine de stockage des assemblages

Principaux événements sur la tranche 2

combustibles usés

Après le séisme

Le SBO de la tranche 1 a entraîné la perte de la

Le 11 mars 2011, après le SCRAM et le déclen-

fonction de refroidissement de la piscine.

chement de l’alimentation électrique de secours à

Le 12 mars 2011 à 15 h 36, moment de l’explosion

14 h 47, en conséquence du LOOP, l’évacuation

de la poche d’hydrogène ayant affecté la structure

de la chaleur résiduelle a été assurée comme pré-

du bâtiment réacteur, la piscine s’est retrouvée à

vu par le Reactor Core Isolation Cooling System

ciel ouvert. Le manque de refroidissement a ent-

(RCIC) mis en fonction manuellement; ce système

raîné un abaissement du niveau d’eau dans la pis-

ne nécessitait pas d’alimentation par le réseau

cine dans laquelle l’injection du caloporteur n’a pu

électrique. Mais en raison de la réception du si-

reprendre que le 31 mars 2011 par intermittence.

gnal «niveau de remplissage haut», le Système

Cette piscine contenait depuis le 27 septembre

RCIC s’est arrêté automatiquement à plusieurs

2010 392 assemblages combustibles dont 100

reprises. Jusqu’au 14 mars 2011 aux environs de

neufs. Leur état actuel n’est pas évaluable.

midi, l’injection d’eau à partir du torus et du réservoir des condensats froids a permis de maintenir ce mode de refroidissement.

Figure 11: Diagramme des paramètres initiaux de la tranche 1 au moment des faits. (source: TEPCO).

88

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011


Après le tsunami Le 11 mars 2011 à 15 h3 8, se sont produits le SBO et la perte de l’UHS. Le retour temporaire de l’éclairage et de l’alimentation en salle de commande ont permis de constater que le niveau d’eau était mesuré à + 3400 mm au-dessus du haut de la hauteur active. La pression dans le drywell augmentait. Le 12 mars 2011 à 02 h 55, le RCIC fonctionnant, la priorité a été accordée à la décompression de la tranche 1. Dans l’après-midi, le directeur de la centrale annonçait le début des préparatifs de l’éventage dont les procédures ont débuté le matin du 13 mars 2011. Les fonctions techniques de contrôle-commande et de mesure ont pu connaître des défaillances en raison de l’alimentation électrique ou de l’état du caloporteur. Le 14 mars à 11 h 01, l’explosion sur la tranche 3 a entraîné la perte de la fonction d’éventage ainsi que celle d’une partie des préparatifs effectués pour l’injection d’eau pourtant nécessaire en rai-

De 19 h 20 à 19 h 54, en raison d’une panne

son de l’augmentation de la pression et de la tem-

de carburant des groupes électrogènes mobiles,

pérature dans le torus.

l’injection d’eau de mer a été stoppée. Le point

Ce même jour, des brèches ont été effectuées

bas du cœur aurait été atteint d’après les estima-

dans la toiture afin d’éviter de nouvelles explosi-

tions, environ 76 h après l’arrivée du tsunami.

ons d’hydrogène. Dans l’après-midi, la perte tota-

Des mesures de réduction de pression ont été me-

le d’injection en eau et donc de refroidissement a

nées dans la nuit. Cependant, le 15 mars 2011

eu lieu. En conséquence, le niveau d’eau a atteint

vers 03 h 00, une nouvelle tentative s’est soldée

le haut de la hauteur active.

par un échec.

A 16 h 34 ont commencé les préparatifs pour

Le 15 mars 2011 à 06 h 14, une explosion hydro-

l’injection d’eau de mer après décompression de

gène a ébranlé la structure du bâtiment réacteur.

la cuve qui a eu lieu de 18 h 03 à 19 h 03 et a été

Elle se serait vraisemblablement produite dans la

suivie d’une augmentation de pression.

région du torus.

Figure 12: Schéma de la structure du système RCIC des tranches 2 et 3 (source: NISA).

Figure 13: Diagramme des para­ mètres initiaux de la tranche 2 au moment des faits (source: TEPCO).

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011

89


Le 20 mars 2011 à 15 h 46 l’alimentation élec-

ment été rétabli dans la salle de commande princi-

trique externe était rétablie temporairement.

pale dans la soirée. Le 12 mars 2011, à 11 h 36, le RCIC s’est mis hors

Piscine de stockage des assemblages ­combustibles

fonction automatiquement tandis que le HPCI

usés

s’est lancé à 12 h 35 en raison d’un niveau d’eau

Le SBO de la tranche 2 a causé la perte de la fon-

insuffisant dans la cuve. Une chute de pression

ction de refroidissement de la piscine. Le man-

importante au niveau du réacteur a eu lieu dans

que de refroidissement a entraîné un abaisse-

l’après-midi laissant supposer une fuite vapeur au

ment du niveau d’eau dans la piscine dans laquelle

niveau du système HPCI. La pression du torus ne

l’injection du caloporteur n’a pu reprendre que le

cessant d’augmenter, TEPCO a annoncé le début

20 mars 2011 à 15 h 05.

des préparatifs pour l’éventage à 17 h 30.

Le dernier ajout d’assemblages combustibles dans

Le 13 mars 2011, à 02 h 42, l’HPCI a cessé de fon-

la piscine a eu lieu le 18 novembre 2010, portant le

ctionner. Plus aucune injection d’eau n’était dispo-

total des assemblages à 615 dont 28 neufs.

nible. La pression dans la cuve augmentant avec l’arrêt de l’HPCI confirmait les soupçons de fuite.

Principaux événements sur la tranche 3

Le cœur s’est retrouvé dénoyé dans la fin de nuit.

Après le séisme

Le matin débutait l’arrosage via l’eau diffusée

Le 11 mars 2011, après le SCRAM et le déclen-

de l’enceinte. L’injection d’eau a pu commencer

chement de l’alimentation électrique de secours à

après la décompression de la cuve à 09 h 08 (dont

14 h 47, en conséquence du LOOP, l’évacuation

les préparatifs ont été annoncés à 05 h 15). En mi-

de la chaleur résiduelle a été assurée comme pré-

lieu de matinée, la pression baissait. En raison de

vu par le Reactor Core Isolation Cooling System

débits de dose trop élevés dans la salle de com-

(RCIC) mis en fonction manuellement, relayé plus

mande, les opérateurs ont été évacués vers la tran-

tard par la pompe d’alimentation pour injection

che 4.

de caloporteur sous haute pression (High Pressure

Le 14 mars, suite à une courte interruption de

Coolant Injection HPCI). Tout comme pour la tran-

l’injection d’eau, le niveau de remplissage de la

che 2, le RCIC s’est arrêté plusieurs fois.

cuve a diminué.

La pression a augmenté. Les

préparatifs pour une nouvelle décompression Après le tsunami

ont commencé à 05 h 20. A 11 h 01 une explo-

Le 11 mars 2011 à 15 h 38, se sont produits le SBO

sion d’hydrogène s’est produite dans le bâtiment

et la perte de l’UHS. Le RCIC a été mis en fonction

réacteur et a provoqué d’importants dégâts au

manuellement à 16 h 03. L’éclairage a temporaire-

bâtiment et aux équipements de la tranche ainsi

Figure 14: Vue des tranches 3 & 4 après les explosions hydrogène (source: TEPCO).

90

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011


Figure 15: Diagramme des para­ mètres initiaux de la tranche 3 au moment des faits (source: TEPCO).

qu’au bardage du bâtiment de la tranche 4. Elle

Après le tsunami

a également interrompu les interventions sur la

Le 11 mars 2011 à 15 h 38, se sont produits le

tranche 2. Les décombres fortement irradiés ont

SBO et la perte de l’UHS, entraînant la perte de la

rendu les interventions encore plus difficiles.

fonction de refroidissement de la piscine et donc un abaissement progressif du niveau d’eau. Le

Piscine de stockage des assemblages

14 mars 2011, la température atteignait 84 °C.

combustibles usés

Le 15 mars 2011, au matin, un débordement

Le SBO de la tranche 3 a causé la perte de la fon-

d’hydrogène de la tranche 3 par la cheminée com-

ction de refroidissement de la piscine qui a entraî-

mune a probablement engendré l’explosion dans

né un abaissement du niveau d’eau dans la piscine

le bâtiment réacteur. Cette dernière est survenue

dans laquelle l’injection du caloporteur n’a pu re-

au même moment que celle de la tranche 2 et a

prendre que le 16 mars 2011.

provoqué des dégâts à la structure du bâtiment.

Depuis le 23 septembre 2010, elle contenait 566

Le 21 mars 2011, de l’eau a pu être injectée pour

assemblages combustibles, dont 52 neufs.

la première fois dans le bassin et s’est poursuivie

Compte tenu des graves dommages subis par le

de façon à assurer le refroidissement et la compen-

bâtiment réacteur et des décombres qui se sont ef-

sation de l’évaporation.

fondrés dans le bassin de stockage, il convient de

D’après des analyses de nucléides effectuées dé-

considérer que les assemblages combustibles pré-

but mai 2011, les 1535 assemblages combustibles

sents ont subi des dommages mécaniques, argu-

(dont 204 neufs) n‘ont presque pas été endom-

ment étayé par l’augmentation de débit de dose

magés.

après des émissions de vapeur du bassin et la présence de césium dans les analyses Figure 16: Vue des débris dans la piscine de stockage des assemblages combustibles usés de la tranche 3 (source: TEPCO).

Principaux événements sur la tranche 4 – ­ ­piscine de stockage des assemblages ­combustibles usés Après le séisme Les travaux de maintenance effectués sur la tranche 4 à l’arrêt ont entraîné l’indisponibilité d’un diesel de secours. Son jumeau a cependant démarré automatiquement. Les travaux ont tous été suspendus.

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011

91


Figure 17: Vue de la piscine de stockage des assem­ blages combustibles usés de la tranche 4 le 29 avril 2011 (source: TEPCO).

Piscine commune La piscine commune comportait quant à elle 6 375 assemblages combustibles. Le refroidissement du bassin a également été perdu à la suite du SBO. En l’absence d’injection de caloporteur, la température de l’eau a oscillé entre 30 °C et 60 °C. De l’eau a pu être injectée le 21 mars 2011 dans la journée et rétablie le 24 mars 2011 à 18 h 05,­permettant la stabilisation de la température sous 30 °C.

Principaux événements sur ­­les tranches 5 et 6 Après le tsunami

2.1.3 L’événement de Fukushima Dai-ni

Les réacteurs étaient tous deux en révision périodique et intégralement chargés (arrêt à froid pour

Le site de la centrale nucléaire de Fukushima Dai-

le 6 et en test d’étanchéité pour le 5). De même

ni se situe à 12 km au Sud du site de Fukushima

que pour les autres, le 11 mars 2011 à 15 h 35, la

Dai-ichi. TEPCO y exploite 4 tranches. Les REB sont

deuxième vague du tsunami a entraîné la destruc-

de type BWR-5 et ont commencé leur production

tion de la station de pompage d’eau de mer, ent-

dans les années 1980. L’énergie totale produite sur

raînant ainsi la perte de l’UHS, la submersion de

le site était de 4 400 MWel. Au moment du trem-

tous les diesels de secours de la tranche 5 et donc

blement de terre, les quatre tranches étaient en

le SBO à 15 h 38. Un diesel de la tranche 6 n’a tou-

exploitation et couplées au réseau.

tefois pas cessé de fonctionner et a donc pu éviter

Tout comme à Fukushima Dai-ichi, le tremblement

à cette tranche d’être en SBO.

de terre a provoqué le SCRAM des réacteurs mais

Les piscines de stockage des assemblages combu-

n’a pas provoqué de perte de l’alimentation exter-

stibles des tranches 5 et 6 comportaient respec-

ne. Les groupes électrogènes de secours à moteur

tivement 994 et 940 assemblages.

Diesel ont cependant tout de même démarré.

Figure 18: Schéma de l’alimen­ tation électrique de la tranche 6 à la tranche 5 (source: TEPCO).

92

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011


Le tsunami a entraîné la perte des stations de pom-

Tranches de Fukushima Dai-ni

Type

Année

MWel

Concepteur

de l’UHS. La tranche 3 a atteint l’état d’arrêt à fro-

Tranche 1

BWR-5

1982

1 100

Toshiba

id dès le 12 mars 2011 à midi. La hauteur d’eau

Tranche 2

BWR-5

1984

1 100

Hitachi

au niveau des bâtiments était de 2,50 mètres.

Tranche 3

BWR-5

1985

1 100

Toshiba

L’alimentation en caloporteur a rapidement été

Tranche 4

BWR-5

1987

1 100

Hitachi

page des tranches 1, 2 et 4, provoquant la perte

rétablie, permettant d’atteindre l’arrêt à froid des autres tranches les 14 mars 2011 (tranches 1 et 2) et 15 mars 2011 (tranche 4).

tégories: la conception, la gestion de situations d’urgence, le retour d’expérience, la surveillance, la radioprotection et la culture de sécurité. Ce re-

2.1.4 Réactions de l’IFSN

Tableau 2: Description des tranches de la centrale nucléaire de Fukushima Dai-ni.

groupement entraîne des recouvrements car un même sujet doit parfois être considéré à partir de

Au début, l’IFSN a mis en place son organisation

plusieurs points de vue thématiques. On note aus-

d’urgence. Après environ 12 jours, elle a créé un

si que la culture de sécurité est transverse à toutes

groupe de travail dédié à l’analyse de la situation

les autres catégories.

à Fukushima: l’équipe Japon. Grâce aux informa-

Les points de contrôle font l’objet d’un monito-

tions récoltées et au travail effectué, l’IFSN a rapi-

rage constant à l’aide de plans d’action annu-

dement pris des mesures pour les centrales suisses.

els. L’IFSN prévoit d’avoir analysé tous les points

Les détails concernant les actions déjà entreprises

de contrôle et d’avoir adopté toutes les mesures

par l’IFSN en 2011 peuvent être consultés dans le

nécessaires qui en découlent d’ici à 2015. Le plan

rapport de surveillance 2011 de l’IFSN.

d’action 2012 est également disponible sur le site

Les rapports concernant le déroulement de

internet de l’IFSN www.ifsn.ch.

l’événements, la part des facteurs humains et organisationnels, les enseignements et l’analyse ra-

2.1.4.2 Principaux enseignements

diologique ainsi que les décisions de l’IFSN con-

S’il est des enseignements à retenir de Fukushima,

cernant Fukushima et ses enseignements sont dis-

ils se situent au niveau de la conception basée sur

ponibles sur le site internet de l’IFSN www.ifsn.

la défense en profondeur, de la préparation hors

ch. Les principaux enseignements pouvant être

site aux situations d’urgence, d’une amélioration

tirés de l’événements sont résumés dans les para-

de la surveillance et de la coopération internatio-

graphes ci-dessous.

nales ainsi que de la culture de la sécurité de la part de l’exploitant aussi bien que de l’autorité.

2.1.4.1 Analyse de l’événement: ­Lessons Learned et points de contrôle

Selon la philosophie de la défense en profondeur

Fin octobre 2011 a été publiée la troisième par-

ellement la mitigation des conséquences d’un

tie du rapport de l’IFSN, portant sur les enseigne-

accident; ainsi il est prioritaire de pouvoir gérer

ments tirés de l’accident de Fukushima, à savoir

l’accident avec les moyens dédiés au combat des

la prévention vient avant le contrôle et éventu-

les «Lessons Learned». Ce document regroupe

Tableau 3: Présentation des niveaux de défense en profondeur pour des réacteurs existants.

les 37 points de contrôle déterminés pour la SuNiveau de défense en profondeur

Objectif du niveau

«Chronologie des événements à Fukushima Dai-

Niveau 1

ichi et Daini à la suite du séisme Tohoku Chihou

Prévention du fonctionnement anormal et des défaillances

Conception originelle de la Niveau 2 centrale

isse à partir des 39 enseignements essentiels identifiés par l’équipe d’analyse à travers les rapports

Taiheiyou Oki du 11 mars 2011» et «Analyse approfondie de l’accident de Fukushima le 11 mars 2011 tenant particulièrement compte des facteurs

Niveau 3

Contrôle des accidents de dimensionnement

Niveau 4

Contrôle des conditions dégradées à la central, y compris prévention de la progression d’un accident et atténuation des conséquences des accidents graves

organisationnels et humains». Les enseignements de l’IFSN ont dans un premier temps été rassemblés sans prise en compte de leur pertinence ou de leur applicabilité en Suisse. A partir de ces enseignements, l’équipe d’analyse de l’IFSN a élaboré, après évaluation des conditions analogues suisses, des points de contrôles regroupés en six ca-

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011

Situations hors dimensionnement

Contrôle du fonctionnement anormal et détection des défaillances

Préparation aux situations Niveau 5 d’urgence

Atténuation des consequences radiologiques des rejets importants de matières radioactives.

93


accidents de dimensionnement (jusqu’au niveau de sécurité 3) avant qu’il ne se développe en accident grave (niveau de sécurité 4 puis 5).

2.2 Der Zwischenfall im Block 2 des Kernkraftwerks Laguna Verde

La gestion des accidents de dimensionnement doit donc mettre l’accent sur le troisième niveau de sé-

Gemäss IAEA-Dokumenten wurde am 19. Janu-

curité; plus particulièrement, le dimensionnement

ar 2011 im Block 2 des mexikanischen Kernkraft-

doit être en adéquation avec les hypothèses de ris-

werks Laguna Verde bei einer Reaktorleistung von

que. Ces dernières doivent régulièrement être dé-

rund 43% ein Leittechniktest durchgeführt. Ge-

finies et réévaluées d’après l’état de la science et

genstand des Tests war das Signal zur Auslösung

de la technologie avec des calculs spécifiques pour

eines Lastabwurfs. Bei einem Lastabwurf wird das

chaque site. En effet, la définition de ces hypo-

Kraftwerk vom externen Stromnetz getrennt und

thèses est cruciale pour définir correctement les

die Leistung rasch so weit reduziert, dass nur noch

événements auxquels l’installation doit faire face.

die vom Kraftwerk für den Eigenbedarf benötigte

Une fois que le niveau de sécurité 3 est optimisé,

Leistung produziert wird. Während des Tests stieg

il s’agit de prendre des dispositions pour le niveau

die Drehzahl der Turbine an, worauf die Turbinen-

4 (accidents hors dimensionnement). Les installa-

regelventile schlossen, um die Turbinendrehzahl

tions et les procédures qui régissent leur utilisati-

zu regeln. Im weiteren Verlauf kam es durch ein

on doivent en toutes situations être disponibles et

Signal des Beschleunigungsbegrenzers zu einem

accessibles, y compris en cas de SBO prolongé, de

Turbinenschnellschluss. Entgegen der Auslegung

perte de source froide d’ultime secours ou des Die-

führte dieses Signal nicht zu einer Reaktorschnell­

sels de secours. Des moyens d’intervention de se-

abschaltung. Hingegen löste das Signal «hoher

cours devront être prévus (ainsi que leur achemi-

Druck im Reaktordruckbehälter» eine Reaktor-

nement) pour le cas d’une destruction totale de

schnellabschaltung aus.

l’infrastructure externe en employant par exemple

Ursache dieses Anlageverhaltens war ein mensch-

des hélicoptères. De même, les problèmes pou-

licher Fehler nach einem vorangegangenen Test

vant être liés à la production d’hydrogène doivent

des Wasserabscheider-Zwischenüberhitzers. Wäh-

faire l’objet de mesures spécifiques.

rend des Tests war es erforderlich, das Turbinen-

En relation avec le niveau de sécurité 5, la gestion

schnellschluss-Signal zu deaktivieren. Nach Ab-

d’urgence hors-site doit également être préparée

schluss dieses Tests wurde es nicht wieder akti-

à affronter des conditions difficiles. Les mesures

viert. Deshalb stand das Reaktorschutzsignal infol-

d’évacuation et de protection de la population né-

ge Turbinenschnellschluss während rund 40 Minu-

cessitent des consignes claires.

ten nicht zur Verfügung.

Au-delà des facteurs typiquement associés à la con-

In der Schweiz ist ein derartiger Vorkommnisab-

ception, on remarque qu’il est nécessaire d’améliorer

lauf aus mehreren Gründen unwahrscheinlich.

la coopération et la surveillance au niveau internati-

Die vorhandenen Turbinenbypässe verfügen über

onal. Pour ce faire, il s’agit de mettre l’accent sur la

hohe Kapazitäten, so dass auch bei einem Turbi-

transparence sans laquelle les effets ne peuvent pas

nenschnellschluss keine Reaktorschnellabschal-

être ressentis. Différentes initiatives sont en marche

tung erforderlich ist. Daneben sorgt ein automa-

à ce sujet, voir le plan d’action de l’AIEA et les tests

tisches Einschiessen oder Einfallen ausgewählter

de résistance de l’Union Européenne.

Steuerstäbe für eine rasche Leistungsreduktion

Le dernier point qui mérite une réflexion approfon-

des Reaktors, bevor eine Anregung des Reaktor-

die relève de l’aspect culturel. Les cultures de sécu-

schutzsignals erforderlich wird. Zudem werden bei

rité et de surveillance sont au cœur de la sécurité

derartigen Funktionskontrollen standardmässig

nucléaire. Ces cultures se basent essentiellement

alle Änderungen einer unabhängigen Gegenkon-

sur la culture d’entreprise de l’exploitant, sur le rôle

trolle durch das Kraftwerkspersonal unterzogen.

ainsi que l’indépendance de l’autorité de sécurité,

Darüber hinaus inspiziert das ENSI derartige Tests

mais aussi des facteurs liés au contexte culturel du

der Anlage, welche durch den Betreiber durchge-

pays. Elles ne peuvent s’établir de manière posi-

führt werden. Das Beispiel verdeutlicht die Wich-

tive que par la favorisation d’une attitude de que-

tigkeit dieser Inspektionen.

stionnement de la part des différentes parties et ne changent que par un processus d’intériorisation requérant parfois des temps importants.

94

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011


2.3 Der Zwischenfall im Kernkraftwerk Doel im Block 4

kraftwerken Tricastin 3 und 4 alle Notstrom-Dieselgeneratoren mit diesen Lagerschalen ausgestattet. Die ASN bewertete deshalb den Sachverhalt in

Der Block 4 des Kernkraftwerks Doel verfügt

diesen beiden Anlagen als schwerwiegender und

für den Ausfall des Hauptspeisewassersystems,

ordnete ihn der INES-Stufe 2 zu. Bei den anderen

welches im Normalfall die Bespeisung der Dampf-

betroffenen Kernkraftwerken (Blayais, Bugey, Chi-

erzeuger gewährleistet, über weitere Systeme, um

non, Cruas, Dampierre, Gravelines und Saint-Lau-

die Dampferzeuger mit Kühlwasser zu versorgen.

rent) steht mindestens ein Notstrom-Dieselgenera-

Hierfür stehen das Hilfsspeisewassersystem und

tor zur Verfügung, welcher keine derartigen Lager-

das Notspeisewassersystem zur Verfügung. Ge-

schalentypen enthält. Für diese Standorte ordnete

mäss Dokumenten der IAEA und des European

die ASN den Befund der INES-Stufe 1 zu. Als So-

Clearinghouse on Operational Experience for NPP

fortmassnahme verlangte die ASN vom Betreiber

stellte der Betreiber am 18. März 2011 bei einem

EDF einen Vorgehensplan zur Bereinigung der er-

Test des Hilfsspeisewassersystems fest, dass eine

kannten Schwachstellen. EDF sieht den Ersatz der

der Pumpen für bestimmte Störfallverhältnisse ei-

Lagerschalen und neue Betriebsvorschriften bei

nen nicht ausreichenden Durchfluss aufweist, was

den betroffenen Notstrom-Dieselgeneratoren vor.

den Annahmen im Sicherheitsbericht widerspricht.

Für die Kernkraftwerke Beznau, Leibstadt und

Der Test war durch die Aufsichtsbehörde angeregt

Mühleberg ist keine Übertragbarkeit gegeben, da

worden, da diese Pumpe im Jahr 2009 als Ersatz

dort keine Dieselmotoren des betreffenden Her-

für eine ausser Betrieb genommene Pumpe ein-

stellers und entsprechende Lagerschalen in Ver-

gebaut wurde. Beim Betrieb der neuen Hilfsspei-

wendung sind. Im Kernkraftwerk Gösgen (KKG)

sewasserpumpe traten Vibrationsprobleme auf,

sind einige Dieselmotoren dieses Herstellers im

weshalb als Gegenmassnahme die Pumpensoll-

Einsatz. Pleuellagerschalen des fehlerhaften Typs

drehzahl reduziert wurde. Die Pumpe wurde da-

werden allerdings im KKG nicht verwendet. Die

nach auf die Betriebstauglichkeit getestet, aber die

vom KKG vorgenommene Auswertung werksin-

Durchfluss-Druck-Kennlinie wurde nicht verifiziert.

terner Vorkommnisse bei Notstrom-Dieselgene-

In den Kernkraftwerken der Schweiz wird nach In-

ratoren über den Zeitraum der letzten 10 Jahre

standhaltungseingriffen an sicherheitsrelevanten

zeigte keine Probleme mit Lagerschalen auf. Das

Pumpen ein Systemfunktionstest durchgeführt,

KKG weitete darüber hinaus präventiv die Motor-

um die geforderten Betriebsparameter zu kontrol-

ölanalysen der Notstrom-Dieselgeneratoren aus,

lieren. Das ENSI inspiziert gezielt derartige Funkti-

um eventuelle Schädigungen von Pleuellagerscha-

onstests im Anschluss an vorangegangene Anla-

len frühzeitig erkennen zu können. Der Hersteller

geänderungen und Arbeiten an Systemen.

leitete Motortests ein, um die aufgetretenen Schäden erklären zu können. Das KKG und das ENSI

2.4 Der Zwischenfall im ­Kernkraftwerk Tricastin Die französische Aufsichtsbehörde Autorité de Sûreté Nucléaire (ASN) meldete am 16. Februar

verfolgen die Testergebnisse.

2.5 Der Zwischenfall im Kernkraftwerk Cattenom in den Blöcken 2 und 3

2011 ein INES-2-Vorkommnis für das Kernkraftwerk Tricastin. Bei einem periodischen Test eines

Nach Angaben der ASN führte der Betreiber des

Notstrom-Dieselgenerators im Kernkraftwerk Bla-

Kernkraftwerks Cattenom (EDF) am 21. Dezem-

yais am 7. Februar 2011 hatte dieser versagt. Ge-

ber 2011 aufgrund der Lehren aus den Unfallab-

mäss den Ergebnissen einer ersten Untersuchung

läufen von Fukushima eine Inspektion in der Anla-

durch den Betreiber Électricité de France (EDF) und

ge durch. Dabei fand EDF heraus, dass in den Ein-

seinen Lieferanten ist das Versagen beim Test auf

speiseleitungen der Brennelementlagerbecken der

die vorzeitige Qualitätsverschlechterung der Pleuel­

Blöcke 2 und 3 keine Öffnungen (Siphonbrecher)

lagerschalen des Dieselmotors zurückzuführen. In

vorhanden sind, um ein Ansaugen von Wasser zu

den französischen Kernkraftwerken sind mehre-

verhindern, wodurch es zu einer ungenügenden

re Notstrom-Dieselgeneratoren mit diesem Lager-

Wasserüberdeckung oder sogar Abdeckung der

schalentyp ausgestattet. Im Unterschied zu den

gelagerten Brennelemente kommen könnte. In

anderen betroffenen Anlagen sind in den Kern-

den beiden anderen Blöcken 1 und 4 sind diese

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011

95


96

Öffnungen vorhanden. Nach der Meldung durch

klappen in den Tauchrohren vorhanden, und das

die EDF kontrollierte die ASN diesen Sachverhalt

Kernkraftwerk Leibstadt verfügt über Vakuum-

und forderte sofortige Gegenmassnahmen gegen

brecher im Brennelement-Beckenkühlsystem. Das

ein unfallbedingtes Entleeren des Brennelementla-

Kernkraftwerk Mühleberg hat geplant, in jeder

gerbeckens sowie die rasche Behebung des Man-

Leitung des Brennelementbeckens als diversitäre

gels. Am 3. Februar 2012 war der Mangel in bei-

Absicherung für den Fall eines Versagens der Rück-

den Blöcken behoben.

schlagklappe eine Anti-Siphon-Bohrung anzubrin-

Als Vorkehrungen gegen die ungewollte Entlee-

gen. Das Kernkraftwerk Leibstadt überprüft auf-

rung von Brennelementlagerbecken sind beispiels-

grund des Befunds in Cattenom regelmässig die

weise im Kernkraftwerk Mühleberg Rückschlag-

Vakuumbrecher.

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011


3. Internationale Zusammenarbeit Die internationale Behördenzusammenarbeit für

heitsregimes und wurde dabei von zahlreichen

die Sicherheit der Kernenergie dient in erster Linie

Staaten unterstützt: Einerseits soll die nukleare Si-

der Weiterentwicklung und Harmonisierung der

cherheit in allen Kernenergieländern periodisch

Sicherheitsvorgaben, um den Kernenergiestaaten

von internationalen Experten im Hinblick auf die

ein Instrumentarium für die Regulierung zur Verfü-

Erfüllung der Anforderungen der IAEA überprüft

gung zu stellen. Das Fundament für diese Sicher-

werden, andererseits sollen die Resultate dieser

heitsvorgaben bilden die internationalen Überein-

Überprüfungen auch öffentlich gemacht werden.

kommen Convention on Nuclear Safety, Conventi-

Die Forderungen fanden Eingang in einen Akti-

on on the Physical Protection of Nuclear Materials,

onsplan der IAEA, jedoch nur in Form von Mass-

Joint Convention on the Safety of Spent Fuel Ma-

nahmen, die auf Freiwilligkeit beruhen. Zu diesen

nagement and on the Safety of Radioactive Waste

Massnahmen gehören Überprüfungen der staat-

Management, Convention on Early Notification of

lichen Aufsicht über die Kernenergie im Rahmen

a Nuclear Accident und Convention on Assistance

von Missionen des Integrated Regulatory Review

in the Case of a Nuclear Accident or Radiological

Service (IRRS) und Überprüfungen der betrieb-

Emergency. Die Grundsätze der Übereinkommen

lichen Sicherheit von Kernkraftwerken im Rah-

werden in den Safety Standards der Internationa-

men von Missionen des Operational Safety Review

len Atomenergieagentur IAEA weiter ausgeführt,

Teams (OSART) der IAEA.

auf die sich wiederum die Safety Reference Levels

Die internationale Zusammenarbeit ist ein Stütz-

der Western European Nuclear Regulators‘ Associ-

pfeiler der unabhängigen Aufsichtstätigkeit des

ation WENRA abstützen.

ENSI. Entsprechend wendet es für sein internatio-

Die Weiterentwicklung der Sicherheitsvorgaben

nales Engagement erhebliche Ressourcen auf. Bei

basiert auf zwei weiteren Zielen der internationa-

der IAEA und der NEA wirkt das ENSI in rund 50

len Zusammenarbeit, nämlich dem Austausch der

Komitees und Arbeitsgruppen mit. Zählt man die

betrieblichen und regulatorischen Erfahrung sowie

internationalen Behördenorganisationen, die bila-

der Weiterentwicklung des Standes von Wissen-

teralen Kommissionen mit den Nachbarländern,

schaft und Technik. Für letzteres bedeutsam sind

die Mitgliedschaft in internationalen Fachverbän-

auch die in Kapitel 1 beschriebenen Forschungs-

den und die EU-Institutionen hinzu, in denen das

projekte der Kernenergieagentur NEA der OECD,

ENSI Beobachterstatus hat, resultieren über 70

die durch Fachbeiträge zahlreicher Forschungs-

Gremien, in denen Mitarbeitende des ENSI perma-

institutionen in den Mitgliedsstaaten unterstützt

nent Einsitz haben. Für mehrere dieser Gremien

werden. Ein Beispiel hierfür ist das Halden Reac-

organisiert das ENSI periodisch Veranstaltungen

tor Project, das von über 100 Institutionen in mitt-

in der Schweiz. Zum internationalen Engagement

lerweile 19 Staaten getragen wird (siehe Kapitel

hinzu kommen die Teilnahme von ENSI-Experten

1). Ein weiteres Beispiel ist die internationale Vor-

an internationalen Symposien sowie Besuche aus-

kommnisdatenbank IRS (siehe Kapitel 2), ein Ge-

ländischer Delegationen beim ENSI.

meinschaftsprojekt der IAEA und der NEA.

Die Zusammenarbeit mit internationalen Organi-

Im Berichtsjahr stand die internationale Zusam-

sationen stützt sich auf Art. 87 und Art. 104 des

menarbeit im Zeichen des nuklearen Unfalls in

Kernenergiegesetzes (KEG). Sowohl die bilaterale

den Blöcken 1 bis 4 des Kernkraftwerks Fukus-

als auch die multilaterale Zusammenarbeit sind

hima-Daiichi, der sich infolge des Erdbebens und

durch Staatsverträge (SR 0.732) geregelt.

Tsunamis vom 11. März 2011 in Japan ereignete.

Im Folgenden werden die für die Aufsichtstätig-

Die IAEA und die NEA veranstalteten im Juni bzw.

keit wichtigsten internationalen Gremien und Ak-

im September Ministerialkonferenzen, an denen

tivitäten des ENSI im Berichtsjahr kurz zusammen-

die Regierungen der Mitgliedsstaaten die Konse-

gefasst.

quenzen und erste Lehren aus dem Unfall erörterten. Die Schweiz, die unter anderem durch das ENSI vertreten wurde, forderte an diesen Konferenzen eine Verschärfung des globalen Sicher-

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011

97


3.1 Internationale Übereinkommen

rung sowie die Aktualisierung der Erdbebengefährdungsannahmen aufgrund des PEGASOS-Projekts1. An der 5. Überprüfungskonferenz wurde be-

3.1.1 Übereinkommen über nukleare Sicherheit

schlossen, Ende August 2012 eine ausserordentliche Konferenz durchzuführen, die die Lehren aus dem nuklearen Unfall im japanischen Fukus-

Das internationale Übereinkommen über nukleare

hima sowie allfällige Anpassungen der CNS zum

Sicherheit (Convention on Nuclear Safety CNS) hat

Thema haben wird. Das ENSI wird die Schweiz an

das Ziel, weltweit einen hohen Stand der nukle-

der Konferenz vertreten und erstellt im Hinblick

aren Sicherheit zu erreichen und aufrecht zu erhal-

darauf einen Länderbericht.

ten. Es sollen wirksame Abwehrvorkehrungen in Kernanlagen gegen mögliche strahlungsbedingte Gefahren geschaffen werden, um Menschen und Umwelt vor schädlichen Auswirkungen der Radio­ aktivität zu schützen. Die Schweiz hat das Übereinkommen im Oktober 1995 unterzeichnet und im September 1996 ratifiziert. Die Vertragsparteien haben sich verpflichtet, die Grundsätze des

3.1.2 Gemeinsames Übereinkommen über die Sicherheit der Behandlung abgebrannter Brennelemente und über die Sicherheit der Behandlung radioaktiver Abfälle

Übereinkommens anzuwenden und erstellen hierzu alle drei Jahre einen Länderbericht. Die Berichte

Ziel dieses internationalen Übereinkommens («Joint

werden im Rahmen einer Konferenz bei der IAEA

Convention») ist es, in den Vertragsstaaten ein ho-

in Wien überprüft.

hes Mass an nuklearer Sicherheit bei der Behand-

Seit der Inkraftsetzung der CNS fanden 5 Überprü-

lung und Lagerung abgebrannter Brennelemente

fungskonferenzen statt, die letzte vom 4. bis 14.

und radioaktiver Abfälle zu erreichen und zu erhal-

April 2011. Die Schweiz wurde der Ländergruppe

ten. Die Schweiz hat die Joint Convention 1997 un-

5 zugeteilt, zusammen mit Kanada, Deutschland,

terzeichnet und 1999 ratifiziert. Wie bei der CNS

Bulgarien, Armenien, Österreich, Peru, Nigeria,

sind die Vertragsparteien verpflichtet, die Grund-

den Vereinigten Arabischen Emiraten, Griechen-

sätze des Übereinkommens anzuwenden und er-

land und Irland. Das ENSI vertrat die Schweiz und

stellen hierzu alle drei Jahre einen Länderbericht.

hatte den Länderbericht Ende August 2010 fristge-

Die Berichte werden im Rahmen einer Konferenz

recht bei der IAEA eingereicht. Die weiteren Vor-

bei der IAEA in Wien überprüft. Die letzte fand im

bereitungsarbeiten beinhalteten die Prüfung der

Mai 2009 statt. Auch hier stiessen die Leistungen

Berichte anderer Länder mit der Formulierung von

der Schweiz auf Anerkennung, unter anderem das

Fragen zu diesen Berichten sowie die Beantwor-

transparente Sachplanverfahren Geologische Tie-

tung von Fragen, die andere Länder zum Bericht

fenlagerung mit Partizipation der Öffentlichkeit

der Schweiz stellten. An der 5. Überprüfungskonfe-

und die Reduzierung des Abfallvolumens mittels

renz schliesslich wurden die Berichte in den Länder-

Verbrennungs- und Schmelzanlage im Zwischen-

gruppen präsentiert und eingehend diskutiert. Die

lager Würenlingen. Die 4. Überprüfungskonfe-

Schweiz erhielt dabei gute Noten. Unter anderem

renz wird vom 7. bis 16. Mai 2012 stattfinden, an

würdigten die anderen Staaten die im Schweizer

der das ENSI die Schweiz vertreten wird. Das ENSI

Kernenergiegesetz verankerte Nachrüstpflicht der

hat den Schweizer Länderbericht im Oktober 2011

Kernkraftwerke im Sinne der ständigen Verbesse-

fristgerecht bei der IAEA eingereicht.

1 In dem von 2001 bis 2004 laufenden Projekt PEGASOS (Probabilistische Erdbebengefährdungsanalyse für die KKWStandorte in der Schweiz) wird die Erdbebengefährdung unter möglichst umfassender Berücksichtigung des Kenntnisstandes der international massgebenden Fachwelt ermittelt. Mit dem Projekt wurde international ein neuer Standard gesetzt. Eine Herausforderung für die Umsetzung bereitete die grosse Bandbreite der Ergebnisse, die nicht zuletzt darauf zurückzuführen war, dass für starke Erdbeben in unseren Regionen kaum Erfahrungswerte vorliegen. Deshalb wurde 2007 ein Projekt zur Verfeinerung der PEGASOS-Studie, das PEGASOS Refinement Project (PRP) gestartet, das voraussichtlich bis Ende 2012 abgeschlossen werden wird.

98

3.1.3 OSPAR-Übereinkommen über den Schutz der Meeresumwelt des Nordost-Atlantiks Das nach den beiden Vorläufer-Verträgen – der OSLO-Konvention (OSCOM) von 1972 und der Paris-Konvention (PARCOM) von 1974 – benannte OSPAR-Übereinkommen wurde 1992 in Paris abgeschlossen und trat am 25. März 1998 nach der Rati-

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011


fikation durch alle Mitgliedsländer in Kraft. Die Ver-

Peace»-Organisation der Vereinten Nationen ge-

tragsparteien Schweiz, Belgien, Deutschland, Däne-

gründet und hat heute 152 Mitgliedsstaaten. Sie

mark, Finnland, Frankreich, Grossbritannien, Irland,

richtet ihre Arbeit auf die nukleare Sicherheit so-

Island, Luxemburg, Norwegen, Niederlande, Portu-

wie die Sicherung und Überwachung spaltbarer

gal, Spanien, Schweden sowie die Europäische Uni-

Kernmaterialien aus. Weiter fördert die IAEA die

on verpflichten sich, die Meeresverschmutzung als

Forschung und Technik für die Anwendung ioni-

Folge menschlicher Aktivitäten zu bekämpfen. Bei-

sierender Strahlung in der Medizin, Nahrungsmit-

spielsweise verbietet das Übereinkommen die Ab-

telsicherheit, Landwirtschaft und Umweltüberwa-

fallversenkung sowie die Verbrennung von Abfäl-

chung. Das höchste Gremium der IAEA ist die Ge-

len auf See. Das ENSI vertritt die Schweiz im Komi-

neralkonferenz der Mitgliedsstaaten, die norma-

tee über radioaktive Substanzen RSC der OSPAR,

lerweise einmal jährlich tagt. Das ENSI ist in zahl-

das sich mit der Einleitung von Radioaktivität in die

reichen Kommissionen und Arbeitsgruppen der

Nordsee und den Nordostatlantik befasst. Das Ziel

IAEA vertreten (siehe Anhang B).

der OSPAR im Bereich radioaktive Substanzen ist es, die künstlich eingetragene Radioaktivität bis zum Jahr 2020 so weit wie möglich zu reduzieren. Im Jahr 2003 hatte die Ministerkonferenz der OSPAR in Anbetracht einer signifikanten Freisetzung von Technetium in die Irische See die erhöhten Freisetzungen radioaktiver Stoffe infolge von variablen Betriebsbedingungen, der Konditionierung alter Abfälle oder der Stilllegung und des Rückbaus von Kernanlagen zum Thema erklärt. Obwohl in der Zwischenzeit solche Freisetzungen seitens Grossbritannien praktisch nicht mehr vorkamen, bleibt die Frage offen, ob ähnliche Verhältnisse wiederum auftreten könnten. Das mit dem Thema beauftragte RSC erarbeitete dazu einen Fragebogen, um die Sicht der einzelnen Vertragsparteien zu erheben. Die Schweiz hat den Fragebogen im Berichtsjahr beantwortet. Zusammenfassend konnte festgestellt werden, dass in der Schweiz in den letzten Jahren in allen Auf-

3.2.1.1 IAEA Safety Standards

sichtsbereichen die Menge nicht konditionierter ra-

Das Sicherheitsniveau von Kernanlagen soll welt-

dioaktiver Abfälle stark reduziert wurde. Zurzeit ste-

weit einen vergleichbar hohen Stand haben. Das

hen noch das Projekt zur Konditionierung von flüs-

international geforderte Niveau wird von der IAEA

sigen Abfällen im Hotlabor und das Projekt zur Kon-

erarbeitet und in den Safety Standards definiert.

ditionierung von Schlamm in einem Rückhaltebe-

Sie reflektieren den Stand von Wissenschaft und

cken der Abwasseranlage des PSI an. Auch beim

Technik und werden aktualisiert, wenn sich neue

Rückbau von Kernanlagen sind aufgrund in- und

Erkenntnisse aus der Betriebserfahrung oder For-

ausländischer Erfahrungen keine Freisetzungen aus-

schung ergeben. Die Safety Standards umfassen

serhalb der aktuellen Betriebs­limiten zu erwarten.

alle Themenbereiche der Reaktorsicherheit, des Strahlenschutzes, des Transports nuklearer Güter

3.2 Multilaterale Zusammenarbeit

und der Entsorgung radioaktiver Abfälle. Sie gliedern sich in drei hierarchische Stufen: ❚ In den 2006 publizierten Fundamental Safety

Principles werden 10 Grundprinzipien für die

3.2.1 Internationale Atomenergie agentur IAEA

nuk­leare Sicherheit als Voraussetzung für das übergeordnete Ziel «Schutz von Menschen und Umwelt vor schädlichen Wirkungen ionisie-

Die IAEA mit Hauptsitz in Wien (Abbildung 1)

render Strahlung» ausgeführt.

unterstützt die sichere und friedliche Nutzung

❚ Die Safety Requirements konkretisieren diese

der Kerntechnik. Sie wurde 1957 als «Atoms for

Grundprinzipien und legen themenspezifische

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011

99

Abbildung 1: Der Sitz der IAEA in Wien. Quelle: ENSI.


Anforderungen zur Gewährleistung der Sicher-

❚ SSG-13

Chemistry Programme for Water

heit fest. Diese Anforderungen sind als «Soll-Be-

Cooled Nuclear Power Plants

stimmungen» formuliert.

❚ SSG-14

Geological Disposal Facilities for

Radioactive Waste

quirements weiter aus und schlagen Massnah-

❚ SSG-18

Meteorological and Hydrological

men und Verfahren zur Einhaltung der Safe-

Hazards in Site Evaluation for

ty Requirements vor. Die Empfehlungen in den

Nuclear Installations

Safety Guides sind als «Sollten-Bestimmungen»

❚ SSG-19

National Strategy for Regaining

formuliert und zeigen Wege auf, wie die Um-

Control over Orphan Sources and

setzung der Safety Requirements erfolgen kann.

Improving Control over Vulnerable

Sie sind nicht bindend. Eine Nichtanwendung

Sources

der Massnahmen sollte aber begründet oder es

An der Überarbeitung der International Basic Sa-

sollte eine gleichwertige andere Massnahme er-

fety Standards für den Strahlenschutz, die diejeni-

griffen werden.

gen von 1996 ersetzen und die neusten Erkennt-

❚ Die Safety Guides führen ihrerseits die Safety Re-

Die Safety Principles und Requirements werden

nisse und Empfehlungen insbesondere der Inter-

vom Board of Governors, einem Ausschuss von

national Commission on Radiological Protection

35 Mitgliedsstaaten, verabschiedet, die Safety

berücksichtigen, wirkten verschiedene Instituti-

Guides vom Generaldirektor der IAEA. Die Com-

onen wie das Committee on Radiation Protection

mission on Safety Standards (CSS) leitet die stän-

and Public Health der Kernenergieagentur NEA

dige Weiterentwicklung der Safety Standards.

der OECD massgeblich mit. Auf der Internetsei-

Der CSS sind vier Fachkomitees zugeordnet, be-

te der IAEA sind unter www-ns.iaea.org/standards

stehend aus Experten der Mitgliedsstaaten, die

die gültigen Safety Standards abrufbar.

mit Unterstützung des IAEA-Sekretariats die Sa-

Im Gefolge des nuklearen Unfalls im japanischen

fety Requirements und Guides erarbeiten: Nuclear

Fukushima einigten sich die Mitgliedsstaaten an

Safety Standards Committee (NUSSC, Reaktorsi-

der Generalkonferenz vom September 2011 auf

cherheit), Radiation Safety Standards Committee

einen IAEA Action Plan on Nuclear Safety. Mit die-

(RASSC, Strahlenschutz), Waste Safety Standards

sem Aktionsplan bekennen sie sich zu – freiwil-

Committee (WASSC, Umgang mit radioaktiven

ligen – Massnahmen. Die im Aktionsplan formu-

Abfällen) und Transport Safety Standards Com-

lierten zwölf Punkte beziehen sich zusammenge-

mittee (TRANSSC, Transporte nuklearer Güter).

fasst auf folgende Bereiche:

Die Experten beraten das IAEA-Sekretariat im be-

❚ Sicherheitsanalysen der Kernkraftwerke im Lich-

treffenden Fachgebiet und sind bei der Entwick-

te der Erkenntnisse aus dem Fukushima-Unfall;

lung und Revision der Safety Standards federfüh-

❚ Überprüfung der Unabhängigkeit und der Res-

rend. Das ENSI ist in allen vier Fachkomitees ver-

❚ Verbesserung des Notfallschutzes und Verstär-

treten. Die erarbeiteten Safety Standards werden vor ihrer Veröffentlichung einer Vernehmlassung in den

kung der internationalen Rolle der IAEA in diesem Bereich;

Mitgliedsländern unterzogen. Hier hat das ENSI

❚ periodische Überprüfungsmissionen der IAEA in

nochmals die Möglichkeit, Änderungswünsche

den Bereichen staatliche Aufsicht, Notfallschutz

einzubringen. Im Jahr 2011 wurden folgende Sa-

sowie Auslegung und Betrieb von Kernkraftwer-

fety Standards veröffentlicht:

ken in den Mitgliedsstaaten, transparente Be-

❚ GSR Part 3 Radiation Protection and Safety

richterstattung zu diesen Missionen;

(Interim) of Radiation Sources: International

100

sourcen der Nuklear-Aufsichtsbehörden;

❚ Überprüfung und allfällige Anpassung der inter-

Basic Safety Standards – Interim

nationalen Übereinkommen im Bereich nukle-

Edition

are Sicherheit sowie der IAEA Safety Standards,

❚ SSR-2/2

Safety of Nuclear Power Plants:

wirksame Umsetzung dieser Sicherheitsvorga-

Commissioning and Operation

❚ SR-5

Disposal of Radioactive Waste

❚ GSG-2

Criteria for Use in Preparedness

und -Infrastruktur in den Kernenergieländern

and Response for a Nuclear or

und solchen, die in die Kernenergie einsteigen

Radiological Emergency

❚ SSG-11

Radiation Safety in Industrial

Radiography

gen in den Mitgliedsstaaten; ❚ Ausbau

der Nuklearsicherheits-Kompetenzen

wollen; ❚ Schutz von Menschen und Umwelt nach einem

nuklearen Unfall durch Nutzung des internatio-

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011


nalen Know-hows und der vorhandenen Techniken für die Strahlenüberwachung und Dekontamination; ❚ verbesserte Kommunikation im Falle eines nukle-

aren Unfalls und Verstärkung der internationalen Rolle der IAEA in diesem Bereich; ❚ Förderung der Nuklearsicherheitsforschung.

3.2.1.2 Integrated Regulatory Review Service (IRRS) Auf Anfrage eines Landes überprüft die IAEA mit einem internationalen Expertenteam, ob dessen Nuklearaufsicht ihren Vorgaben entspricht. Die Schweiz hat diese internationale Überprüfung in Art. 2 Abs. 3 der ENSI-Verordnung gesetzlich verankert: «Es [Das ENSI] lässt sich periodisch im Hinblick auf die Erfüllung der Anforderungen der IAEA durch externe Expertinnen und Experten überprüfen.» Auch die EU hat in ihrer Mitte 2009 in Kraft gesetzten EURATOM-Richtlinie für die Sicherheit kerntechnischer Anlagen eine entsprechende Verpflichtung

Die Mission fand im November des Berichtsjahres

eingeführt, dass die Mitgliedsstaaten mindestens

unter Beteiligung von 24 Experten aus 14 Natio-

alle zehn Jahre eine Überprüfung der nuklearen Ge-

nen statt, die das ENSI während zwei Wochen un-

setzgebung und Aufsicht durch internationale Ex-

ter die Lupe nahmen (Abbildung 2). Sie stellten

perten (Peer Review) durchführen lassen.

dem ENSI am Schluss ein gutes Zeugnis aus mit

Der IRRS dient der Stärkung der behördlichen Auf-

19 «Good Practices», die als vorbildliche Lösungen

sicht und staatlichen Infrastruktur für die nukle-

für andere Staaten gelten. Unter anderem wurde

are Sicherheit. Aufgrund von schriftlichen Unter-

die jährliche Veröffentlichung des Erfahrungs- und

lagen, Beobachtungen und Gesprächen mit den

Forschungsberichts mit Berichterstattung über die

Behörden verfasst das Expertenteam – zumeist

regulatorische Sicherheitsforschung, internationa-

hochrangige Vertreter der Aufsichtsbehörden von

le Zusammenarbeit, Betriebserfahrung und Neue-

­IAEA-Mitgliedsländern – einen Bericht, in dem es

rungen im Regelwerk mit einer Good Practice ge-

auf Verbesserungsmöglichkeiten sowie auch auf

würdigt. Die Experten machten aber auch kon-

gute Praxis hinweist. Zwei bis drei Jahre nach ei-

struktive Empfehlungen und Vorschläge für wei-

ner IRRS-Mission wird im Rahmen einer Folgemis-

tere Verbesserungen, deren Umsetzung das ENSI

sion überprüft, inwieweit das geprüfte Land die

bereits an die Hand genommen hat. Die Empfeh-

Empfehlungen des Expertenteams umgesetzt hat.

lungen aus der Überprüfung von 1998 und der

Die Schweiz liess sich als erste westliche Aufsichts-

Folgemission von 2003 trugen im Übrigen mass-

behörde bereits 1998 überprüfen und beantragte

geblich dazu bei, dass das ENSI eine unabhängige

bei der IAEA eine weitere IRRS-Mission für 2011.

öffentlich-rechtliche Anstalt des Bundes geworden

Im Hinblick darauf führte das ENSI eine umfas-

ist und nach einem integrierten Aufsichtskonzept

sende Selbstüberprüfung anhand von rund 1500

arbeitet.

Fragen der IAEA durch, die sich auf die Safety Re-

Das ENSI beteiligt sich selbst aktiv am IRRS-Pro-

quirements des GSR Part 1 «Governmental, Legal

gramm der IAEA und stellte bisher Experten für

and Regulatory Framework for Safety» beziehen.

16 Überprüfungsmissionen in andere Staaten zur

Diese Selbstüberprüfung zeigte auf, in welchen

Verfügung. Zwei dieser Missionen wurden vom

Bereichen die Schweiz und das ENSI Handlungsbe-

ENSI geleitet. Die Erfahrungen zeigen, dass durch

darf haben, um die Vorgaben dieser IAEA Safety

Teilnahme an solchen internationalen Experten­

Requirements zu erfüllen. Das ENSI erstellte einen

überprüfungen auch wertvolle Erkenntnisse für

Aktionsplan, der bis zur Mission die Implementie-

die Aufsicht in der Schweiz gewonnen werden.

rung der selbst identifizierten Verbesserungsmass-

Den Anstoss für die Einführung von Werksinspek-

nahmen grundsätzlich gewährleistet hat.

toren gab beispielsweise die Teilnahme an einer

Abbildung 2: Die IRRS-Mission in die Schweiz stiess auf grosses Medieninteresse. Vorne Jean-Christophe Niel, Generaldirektor der französischen Aufsichts­ behörde ASN und Mission Team Leader, neben ihm James Lyons, Leiter der IAEA Division of Nuclear Installation Safety, an der Medienkonferenz im ENSI anlässlich des Abschlusses der IRRS-Mission. Quelle: ENSI.

IRRS-Mission nach Grossbritannien.

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011

101


3.2.1.3 IAEA-Datenbanken

weiten nuklearen Stromerzeugungskapazität. Die

Im Bereich Kernenergie betreibt die IAEA über 20

NEA mit Sitz bei Paris (Abbildung 3) unterstützt

Datenbanken zu den Themen Kernkraftwerke,

ihre Mitgliedsländer bei der Weiterentwicklung

Brennstoffkreislauf, Behandlung von radioaktiven

der technischen, wissenschaftlichen und recht-

Abfällen etc. Die meisten davon sind öffentlich.

lichen Grundlagen. Sie fördert das gemeinsame

An zwei für die Schweiz wichtigen Datenbanken

Verständnis für Schlüsselfragen der nuklearen Si-

arbeitet das ENSI mit, dem Power Reactor Infor-

cherheit und erarbeitet Stellungnahmen, die den

mation System (PRIS) und International Nuclear

Mitgliedsstaaten als Entscheidungsbasis dienen

Information System (INIS).

können. Die Kernkompetenzen der NEA sind die

PRIS gibt es schon seit 40 Jahren und ist als In-

Reaktorsicherheit, Aufsicht über Kernanlagen,

formationsquelle für die Kernenergie einzigar-

Entsorgung radioaktiver Abfälle, Strahlenschutz,

tig. Die Grunddaten über die Kernkraftwerke der

wirtschaftliche und technische Analysen des

Welt werden beispielsweise von folgenden Or-

Brennstoffkreislaufs, Kernenergierecht und -haft-

ganisationen genutzt: IAEA, OECD, Europäische

pflicht sowie die Information der Öffentlichkeit.

Kommission, World Energy Council, Internatio-

Die NEA unterstützt zudem eine Vielzahl von For-

nal Centre for Theoretical Physics ICTP, Europä-

schungsvorhaben auf diesen Gebieten. Die meis­

ischer Verband für Strom- und Wärmeerzeugung,

ten der NEA-Berichte sind frei auf dem Internet

World Nuclear Association, World Association of

erhältlich unter http://www.oecd-nea.org/pub.

Nuclear Operators. Aus den Datensätzen in PRIS

Im Bereich der nuklearen Sicherheit arbeiten zwei

erstellt die IAEA jährlich die Publikationen Nucle-

Kommissionen. Das Committee on Nuclear Regu-

ar Power Reactors in the World, Country Nucle-

latory Activities (CNRA) beschäftigt sich schwer-

ar Power Profiles und Operating Experience with

punktmässig mit Fragen der nuklearen Aufsicht,

Nuclear Power Stations in Member States. Die

das Committee on the Safety of Nuclear Instal-

wichtigsten Daten sind im Internet unter www.

lations (CSNI) mit Forschungsthemen im Bereich

iaea.org/pris abrufbar.

der Sicherheit von Kernanlagen. Beide Kommis-

Die Datenbank für Kernenergieliteratur INIS wur-

sionen haben eine Reihe von permanenten Ar-

de 1970 gestartet, indem bereits existierende Li-

beitsgruppen und speziellen Gruppen, die ad

teratursammlungen (Nuclear Science Abstracts)

hoc zur Bearbeitung aktueller Themen einge-

einzelner Staaten, vor allem der USA, der Sowjet-

setzt werden. Im Bereich Strahlenschutz ist das

union und Grossbritanniens zusammengeführt

Committee on Radiation Protection and Public

wurden. Seither wurde die Datenbank kontinuier-

Health (CRPPH) aktiv und im Bereich Entsorgung

lich vergrössert und ihre Funktionen wurden ver-

das Radioactive Waste Management Committee

bessert, z.B. durch Schlagwörter, Mikrofilm-Ver-

(RWMC). Weitere Arbeitsbereiche der NEA sind

sion, dann elektronische Verfügbarkeit zunächst

wissenschaftliche Datenbanken, Kernenergie-

über CD-Versand ab 1992, später über Internet.

recht, Entwicklung der Kernenergie, Kernenergie

Seit April 2009 ist INIS nicht nur für die Mitglieds-

und Nachhaltigkeit sowie Kernenergie und Ge-

länder, sondern frei im Internet unter http://www.

sellschaft. Geleitet und überwacht wird die gan-

iaea.org/inis/ zugänglich. Derzeit enthält die Da-

ze Organisation vom Steering Committee for Nu-

tenbank über 3,3 Mio. Einträge. Die Nutzung von

clear Energy.

INIS hat seit der vollständigen Öffnung stark zugenommen, von ca. 150 000 jährlichen Zugriffen bis 2008 auf deutlich über eine Million heute.

3.2.2.1 Steering Committee for Nuclear Energy Das ENSI vertritt die Schweiz zusammen mit dem Bundesamt für Energie im Steering Committee.

3.2.2 Kernenergieagentur NEA der OECD

Dieses überwacht die Arbeit der Kommissionen, erstellt die Strategie und genehmigt die Zweijahres-Arbeitspläne sowie das Budget der NEA.

102

Die Kernenergieagentur (Nuclear Energy Agency

Letzteres war auch im Berichtsjahr ein zentrales

NEA) der Organisation für wirtschaftliche Zusam-

Diskussionsthema. Seit 2008 ist es eingefroren,

menarbeit und Entwicklung (OECD) fördert die si-

da die grossen Beitragszahler einen anderen Ver-

chere und friedliche Nutzung der Kernenergie. 30

teilschlüssel der Beiträge wünschen. Nominales

der 34 OECD-Staaten sind Mitglied der NEA. Zu-

Nullwachstum heisst jedoch realer Rückgang. Ein

sammen verfügen sie über rund 85% der welt-

speziell für Budgetfragen eingesetzter Ausschuss

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011


empfahl, dass sich das Budget wenigstens bei

Anlagen sind mittlerweile wieder in Betrieb. Die

Neubeitritten erhöht, denn bisher verringerten sich

Gruppe analysierte verschiedene Optionen für die

die Beiträge der bestehenden NEA-Mitglieder mit

zukünftige Versorgung mit 99Mo – den Einsatz von

jedem neuen Beitragszahler. Im Berichtsjahr wur-

niedrig angereichertem statt hoch angereicher-

de Slowenien und im Jahr davor Polen als neues

tem Uran für die 99Mo-Produktion (wegen Prolife-

NEA-Mitglied begrüsst, und kommendes Jahr wird

rationsbedenken), direkte Produktion des für den

voraussichtlich Russland – als erstes Nicht-OECD-

medizinischen Einsatz erwünschten Endprodukts

Mitglied – der NEA beitreten. Die Kooperation mit

99m

Indien soll weitergeführt werden. Indien ist zwar

dass das Grundproblem nicht technischer, sondern

kein Vertragspartner des Non-Proliferation Treaty,

ökonomischer Natur ist, nämlich dass keine wei-

hat nach Einschätzung der NEA jedoch entschei-

teren Investitionen in 99Mo-Produktions- und Auf-

dende Fortschritte gemacht und seine zivilen Re-

bereitungskapazität getätigt werden. Das Stee-

aktoren dem lAEA-Safeguardsregime unterstellt.

ring Committee verabschiedete eine Erklärung mit

Indien wurde im Weiteren zur Mitgliedschaft beim

sechs Prinzipien für die weltweite Versorgungssi-

Multinational Design Evaluation Programme für

cherheit mit 99Mo bzw. 99mTc, die im Wesentlichen

neue Kernkraftwerke eingeladen.

darauf hinausläuft, dass die Staaten aufgerufen

Der nukleare Unfall im japanischen Fukushima

werden, die strukturellen und ökonomischen Rah-

war ein zentrales Diskussionsthema des Steering

menbedingungen für eine nachhaltige Versor-

Committee. Die NEA setzte unter anderem eine

gungskette zu schaffen.

Tc in Zyklotronen, etc. Sie kam zum Schluss,

Arbeitsgruppe (Senior-level Task Group on Impacts im Juni die Pariser G8/G20-Konferenz zum The-

3.2.2.2 Committee on Nuclear Regulatory Activities (CNRA)

ma Fukushima sowie im Oktober ein International

Das CNRA ist ein Forum für Vertreter der nukle-

Symposium on Decontamination in Fukushima

aren Aufsichtsbehörden. Es tagt zweimal pro Jahr

selbst. Die Senior-level Task Group Fukushima hat

und diskutiert Fragen, welche für die Sicherheit

sich zunächst stark auf den Informationsaustausch

von Kernanlagen relevant und aktuell sind. Aus

konzentriert und hält diese Aufgabe auch für die

dieser Arbeit leitet das Komitee Themen ab, die in

kommenden Monate zunächst für vordringlich.

Arbeitsgruppen vertiefter untersucht werden. Das

Für die Themengebiete Krisenmanagement, Not-

CNRA hat vier ständige Arbeitsgruppen:

fallvorbereitung und Unfallanalyse wurde der Kon-

❚ Working

of the Fukushima Accident) ein und organisierte

takt zu den anderen NEA-Gremien aufgenommen.

Group

on

Operating

Experience

(WGOE);

Themen wie die gestaffelte Sicherheitsvorsorge

❚ Working Group on Inspection Practices (WGIP);

oder das Accident Management verdienen nach

❚ Working Group on Public Communication of Nu-

Meinung der Task Group eine vertiefte Betrachtung. Bevor hier konkrete Schritte unternommen werden, sollen aber – auch vor dem Hintergrund

clear Regulatory Organisations (WGPC); ❚ Working Group on the Regulation of New Reac-

tors (WGRNR).

der zahlreichen derzeit laufenden Aktivitäten – die

An den CNRA-Tagungen erstatten die Arbeits-

Massnahmen der Mitgliedsländer analysiert wer-

gruppen jeweils Bericht. Die CNRA koordiniert –

den. Ebenfalls erachtet die Task Group den jet-

wie die anderen Kommissionen – die Tätigkeiten

zigen Zeitpunkt als zu früh, um Anpassungen am

der Arbeitsgruppen und genehmigt die Publikati-

Regelwerk zu diskutieren.

on von Berichten. An ihrer Dezember-Tagung hat

Die NEA hat zwei neue Forschungsprojekte lan-

die CNRA beispielsweise das «Green Booklet»

ciert: Das Source Term Evaluation and Mitigati-

zum Langzeitbetrieb von Kernkraftwerken verab-

on (STEM) Project und das Cable Aging Data and

schiedet. Das ENSI ist sowohl in der Kommission

Knowledge (CADAK) Project. Ein weiteres The-

selbst wie auch in den Arbeitsgruppen vertreten.

ma des Berichtsjahres war die Versorgung mit me-

Die Teilnahme an der WGRNR wurde sistiert, nach-

dizinischen Radioisotopen. Die NEA hatte dazu

dem Bundesrat und Parlament beschlossen hat-

2009 eine hochrangige Arbeitsgruppe (High-level

ten, in der Schweiz keine neuen Kernkraftwerke

Group on the Security of Supply of Medical Iso-

zu bauen.

topes) einberufen. Auslöser war die gleichzeitige

Die WGOE hat das Ziel, die nukleare Sicherheit

Nichtverfügbarkeit der grössten Produktionsan-

durch den Austausch betrieblicher Erfahrungen

lagen für Molybdän-99 (99Mo), des kanadischen

insbesondere im Zusammenhang mit Vorkomm-

NRU und des HFR im holländischen Petten. Beide

nissen in Kernanlagen zu verbessern. Dazu be-

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011

103


treibt die NEA zusammen mit der IAEA eine Vor-

beitet. Für die Inspektion der Notfallorganisation

kommnis-Datenbank, das International Repor-

wurde ein Fragebogen erstellt, der jetzt von den

ting System for Operating Experience (IRS). Für das

Mitgliedsländern beantwortet wird. Im Weiteren

ENSI ist die WGOE eine wichtige Quelle für Infor-

führt die Arbeitsgruppe einen Statusbericht über

mationen zu Vorkommnissen und daraus abgelei-

die Philosophie, Organisation und Praxis der In-

teten Lehren. In der Folge von Fukushima wurden

spektionen, der von den Mitgliedsländern perio-

die Vorteile und Nachteile klassischer konservativ

disch aktualisiert wird.

ausgelegter Kernkraftwerke mit überschaubarer

Die Kommunikation mit der Öffentlichkeit ist eine

Technik gegenüber komplexen Kernkraftwerk-De-

wichtige Aufgabe der Aufsichtsbehörden. Die

signs erörtert. Denn neuartige Notfalllagen verlan-

WGPC der CNRA befasst sich mit den Themen

gen auch unkonventionelle Massnahmen, die sich

Transparenz der Tätigkeit von Aufsichtsbehörden,

schnell umsetzen lassen und keine lange Vorbe-

Information der lokalen Bevölkerung um Kernan-

reitung erfordern. Die WGOE kam zum Schluss,

lagen, Wahrnehmung der Behörde in der Öffent-

dass eine einfachere Kernkraftwerkstechnik hier-

lichkeit sowie Krisenkommunikation. Zu den ers­

bei auch Vorteile bieten könnte. Die Arbeitsgrup-

ten drei Themen veröffentlichte die Arbeitsgruppe

pe hat entschieden, dass sie in ihrem weiteren Ar-

«Green Booklets». Die Berichte mit Empfehlungen

beitsprogramm Vorläufervorkommnisse genauer

basieren im Wesentlichen auf Umfragen in den

unter die Lupe nehmen will.

Mitgliedsstaaten. Im Berichtsjahr stand auch bei

Die WGIP befasst sich mit Inspektionstätigkeiten

der WGPC der Unfall von Fukushima im Zent­rum

in den Mitgliedsstaaten. Sie bewertet die Wirk-

der Aufmerksamkeit. Sie beschloss, im Mai 2012

samkeit von Inspektionen und analysiert Inspek-

einen Workshop zum Thema Krisenkommunikati-

tionsmethoden und -techniken im Zusammen-

on durchzuführen. Unter anderem soll dabei dis-

hang mit aktuellen und zukünftigen Herausforde-

kutiert werden, welche Rolle heute die Social Me-

rungen bei der Aufsicht über die Kernanlagen. Ne-

dia bei der Krisenkommunikation der Kernener-

ben den halbjährlichen Treffen führt sie alle zwei

gie-Aufsichtsbehörden einnehmen.

Jahre einen Workshop zu ausgewählten Themen nächsten WGIP-Workshop wird das ENSI 2012 in

3.2.2.3 Committee on the Safety of Nuclear Installations (CSNI)

der Schweiz organisieren. 2011 standen neben

Das CSNI beschäftigt sich mit sicherheitstech-

der gegenseitigen Berichterstattung über inspekti-

nischen Aspekten der Auslegung, des Baus, des

onsrelevante Neuerungen in den Mitgliedsstaaten

Betriebs und der Stilllegung von Kernanlagen.

die Themen Inspektion von Instandhaltungs-Pro-

Ziel ist es, die Mitgliedsstaaten darin zu unterstüt-

gramm und -Aktivitäten sowie Inspektion der Not-

zen, die nötigen technischen und wissenschaft-

fallorganisation im Zentrum der Arbeiten. Für ers­

lichen Kompetenzen für die Beurteilung der Si-

teres wird ein Entwurf von Empfehlungen erar-

cherheit von Kernanlagen zu erhalten und auszu-

mit einem erweiterten Teilnehmerkreis durch. Den

Abbildung 3: Der Sitz der Kern­ energieagentur NEA der OECD in Issy-lesMoulineaux bei Paris. Quelle: NEA.

104

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011


bauen. Das CSNI verfolgt den Stand von Wissen-

ge für die Arbeitsgruppe sind experimentelle For-

schaft und Technik und erstellt darüber Berichte.

schungsarbeiten, die helfen, die bei Störfallen auf-

Es fördert die Koordination von Forschungs- und

tretenden Phänomene zu verstehen und Compu-

Entwicklungsprojekten in den Mitgliedsstaaten

terprogramme für die Modellierung von Störfall­

und veranlasst eigene Programme in Bereichen

abläufen zu entwickeln. Im Jahre 2011 wurden

mit gemeinsamen Interessen. Das CSNI tagt zwei-

zwei von der WGAMA erstellte Berichte vom CSNI

mal jährlich, diskutiert dabei aktuelle Themen der

verabschiedet: ein Bericht zu Wasserstoff-Verbren-

nuklearen Sicherheit und der Forschung, bespricht

nungsprozessen und der Abschlussbericht zum

laufende und beschliesst neue Projekte. Das um-

Projekt MCCI (Molten Corium Concrete Interac-

fangreiche Arbeitsprogramm bestreiten folgende

tion), das die Wechselwirkung von Kernschmelze

permanente Arbeitsgruppen:

und Beton des Containment-Bodens untersucht

❚ Working Group on Integrity and Ageing of Com-

hatte. Als neue Aktivität wird sich die WGAMA

ponents and Structures (WGIAGE); ❚ Working Group on Analysis and Management of

Accidents (WGAMA);

mit der Quantifizierung von Unsicherheiten physikalischer Modelle in thermohydraulischen Rechenprogrammen befassen und dazu bis 2014 einen

❚ Working Group on Risk Assessment (WGRISK);

Bericht erstellen.

❚ Working Group on Human and Organisational

Die WGRISK hat die Aufgabe, die Entwicklung und

Factors (WGHOF);

Anwendung der Probabilistischen Sicherheitsana-

❚ Working Group on Fuel Safety (WGFS);

lyse (PSA) voranzutreiben. Verabschiedet wurden

❚ Working Group on Fuel Cycle Safety (WGFCS).

im Jahre 2011 zwei Berichte zu Workshops, die

Daneben gibt es mehrere themenspezifische

sich mit der PSA für neue und fortgeschrittene Re-

Gruppen und Forschungsprojekte (Details siehe

aktorkonzepte sowie mit Simulatorstudien zu Fra-

die Internetseite des CSNI: www.oecd-nea.org/

gen der menschlichen Zuverlässigkeit befassten.

nsd/csni ). Das ENSI ist im Komitee selbst und in

Mit Zustimmung des CSNI wird die WGRISK ab

allen erwähnten Arbeitsgruppen ausser der WG-

2012 die Ergebnisse der OECD-Datenbankpro-

FCS vertreten.

jekte genauer betrachten, an denen auch das ENSI

Die WGIAGE befasst sich mit der Integrität und

beteiligt ist (siehe Kap. 1.2.1-1.2.4). In diesen Pro-

Alterung mechanischer Komponenten und Be-

jekten werden Daten gesammelt zu Themen wie

tonstrukturen sowie der Erdbebensicherheit von

Feuerereignissen, Schäden an Strukturmateri-

Kernanlagen. Das CSNI – wie auch das CNRA –

alien oder computerbasierten Systemen sowie so-

erachtet den Langzeitbetrieb von Kernkraftwer-

genannten

ken als zentrales Thema und plante, am 8. Juni

welche vereinfacht als Fehler an mindestens zwei

2011 einen Workshop mit beiden Komitees durch-

Komponenten aufgrund einer gemeinsamen Ur-

zuführen. Diese Veranstaltung wurde aus aktu-

sache beschrieben werden können. Die WGRISK

ellem Anlass zu einem Forum für die Diskussion

wird sich vor allem damit befassen, wie die ge-

der Folgen von Fukushima genutzt (siehe unten).

sammelten Daten für die PSA verwertet werden

Die WGIAGE­ erarbeitete im Laufe des Jahres ein

können.

Dokument, in dem die wichtigsten aktuellen Fra-

Die WGHOF soll das Verständnis über den Einfluss

gestellungen zur Alterung zusammengestellt sind.

von Mensch und Organisation auf die nukleare Si-

Dieses Dokument soll nach letzten Überarbei-

cherheit weiter verbessern. Zudem fördert die Ar-

tungen dem CSNI bei seiner Sitzung im Juni 2012

beitsgruppe die Entwicklung und Anwendung von

vorgelegt werden. Als neue Aktivität will die WGI-

Methoden zur Analyse und Bewertung der sicher-

AGE bis Ende 2012 einen Bericht zum Stand der

heitsrelevanten Aspekte im Bereich Mensch und

seismischen Inputdaten (vor allem geotechnische

Organisation. Im abgelaufenen Jahr genehmigte

Daten zu Gesteinseigenschaften) für das Nah- und

das CSNI einen Bericht der WGHOF zur Eignung

Fernfeld von Kernanlagen erstellen.

der Organisationsstrukturen, Personalressourcen

Die WGAMA beschäftigt sich mit der Thermohy-

und -kompetenzen.

draulik des Reaktorkühlsystems sowie der Sicher-

Die WGFS befasst sich mit dem Verhalten von

heits- und Nebensysteme, dem Verhalten eines

Kernbrennstoffen unter Störfallbedingungen. Sie

beschädigten Reaktorkerns, dem Verhalten und

stützt ihre Ergebnisse wesentlich auf die Versuche

Schutz des Sicherheitsbehälters (Containment)

des Halden Reactor Project ab (siehe Kap. 1). Im

und den Vorgängen, die bei der Freisetzung von

Jahre 2011 wurde der von der Arbeitsgruppe auf-

Spaltprodukten auftreten. Eine wichtige Grundla-

datierte Überblicksbericht zu Sicherheitskriterien

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011

Common-Cause-Failure-Ereignissen,

105


von Brennstoffen vom CSNI gutgeheissen. Weiter

haften Lösungen («Good Practices») für die inter-

beschäftigte sich die WGFS speziell mit Vergleichs-

nationale Koordination und Kommunikation. Über

studien (Benchmarks) zum Verhalten von Brenn-

20 Länder haben zugesagt, eine solche Übung

stoff bei Reaktivitätsstörfällen (Reactivity Initia-

durchzuführen.

ted Accidents RIA) und mit Fragen zu zukünftigen

106

Hüllrohrmaterialien wie Siliziumcarbid.

3.2.2.5 Radioactive Waste Management Committee (RWMC)

3.2.2.4 Committee on Radiation Protection and Public Health (CRPPH)

Das RWMC unterstützt die Mitgliedsstaaten bei

Das CRPPH hat den Auftrag, aktuelle Themen

Zentrum steht dabei die Entwicklung von Strate-

und Problemstellungen im Strahlenschutz zu be-

gien für die sichere Entsorgung hochaktiver lang-

arbeiten, deren Auswirkungen auf die Sicherheit

lebiger Abfälle. Das ENSI hat im Hauptkomitee, in

abzuschätzen und allenfalls geeignete Massnah-

der RWMC-Arbeitsgruppe Integration Group for

men zu empfehlen. Es fördert die Umsetzung wis-

the Safety Case of Radioactive Waste Repositories

senschaftlicher Erkenntnisse in Vorgaben für den

(IGSC) sowie im RWMC Regulators’ Forum und im

Strahlenschutz und verfolgt die Ausbildung. Es ist

Forum on Stakeholder Confidence Einsitz.

auch ein Forum für den Austausch von Informa-

Das Schwerpunktthema der IGSC im Berichtsjahr

tion und Erfahrungen zwischen den Aufsichtsbe-

war der Gastransport im Tiefenlager für radioaktive

hörden und international im Strahlenschutz täti-

Abfälle und dessen Berücksichtigung im Sicher-

gen Gremien wie ICRP (International Commission

heitsnachweis. Die mit der Entsorgung radioak-

on Radiological Protection), IAEA, WHO, ILO (In-

tiver Abfälle betrauten Institutionen verschiedener

ternational Labour Organisation), UNSCEAR (Uni-

Staaten stellten ihr Vorgehen für die Berechnung

ted Nations Scientific Committee on the Effects of

des Gastransports und dessen Berücksichtigung

Atomic Radiation) und IRPA (International Radiati-

bei der Lagerauslegung vor. Die Berechnungen

on Protection Association). Das CRPPH hat mehre-

können mit Erkenntnissen aus den Felslaborex-

re Ad-hoc-Experten- und Arbeitsgruppen zu den

perimenten im Mont Terri verglichen werden. Der

Themen berufliche Strahlenexposition, Umset-

Clay Club, eine Untergruppe der IGSC, beschäf-

zung von Empfehlungen der ICRP, Strahlenschutz

tigte sich unter anderem mit dem Thema «Tonge-

und öffentliche Gesundheit, Einbezug von Stake-

steine unter nano- und mikroskopischer Betrach-

holdern, neuester Stand der Technik sowie Not-

tung». Der Stofftransport in Tongesteinen hängt

fallschutz. Das ENSI ist im Komitee selbst sowie in

stark von der Dichte des Gesteins, der Porosität

dessen Working Party on Nuclear Emergency Mat-

und Architektur des Porenraumes, der Wasserche-

ters (WPNEM) vertreten und stellt den schweize-

mie sowie von der Sorptionsfähigkeit der Tonmi-

rischen Verantwortlichen für das Informationssys­

nerale ab. Zum besseren Verständnis dieser Phä-

tem für berufliche Strahlenexposition (Informati-

nomene ist ein Einblick in den Nano-Skalenbe-

on System on Occupational Exposure ISOE), der im

reich notwendig. Ziel eines im Berichtsjahr durch-

Rahmen seines Mandats auch die schweizerischen

geführten internationalen Clay Club Workshops

Zahlenwerte für die weltweit benutzte ISOE-Da-

war es, den aktuellen Stand von Wissenschaft und

tenbank bereitstellt.

Technik auf diesem Gebiet aufzuzeigen. Die heute

Der Fokus der WPNEM-Arbeiten ist die Verbesse-

verfügbaren Techniken sind klassische röntgeno-

rung der Notfallschutzplanung und der Notfallor-

grafische, elektronenmikroskopische und spektro-

ganisation auf internationaler Ebene. Im Berichts-

skopische Methoden, mit denen eine Auflösung

jahr wurden unter anderem die Durchführung und

bis in den Mikro- und Nano-Bereich möglich ist.

Auswertung von sogenannten INEX-4-Übungen in

Das Forum on Stakeholder Confidence themati-

Mitgliederländern thematisiert. Österreich und die

siert die sozialen Aspekte der nuklearen Entsor-

Schweiz präsentierten die in den jeweiligen Län-

gung und den Dialog mit der Öffentlichkeit. Im

dern durchgeführten Übungen. Die Ziele der von

Jahr 2010 legte Schweden der Endlagerstandort

der WPNEM initiierten INEX-4-Übungen sind die

für hochradioaktive Abfälle fest. Zur Wahl standen

Überprüfung der Eignung der nationalen bzw. in-

die Gemeinden Oskarshamn und Östhammar. Die

ternationalen Vorkehrungen für die Bewältigung

für die nukleare Entsorgung in Schweden verant-

der Unfallfolgen («Consequence Management»)

wortliche SKB unterstützt Investitionen vor allem in

und die Rückkehr zur Normalität («Transition to

Infrastrukturprojekte und die Bildung in der Endla-

Recovery») sowie die Identifizierung von beispiel-

gerregion, die einen Mehrwert von ungefähr CHF

Fragen zur Entsorgung radioaktiver Abfälle. Im

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011


300 Mio. generieren sollen. Drei Viertel dieser In-

❚ Notfallvorbereitung und Umgang mit einem

vestitionsbeiträge fliessen dabei in die Gemeinde,

Notfall in einer Anlage selbst (onsite) und dar­

die das Tiefenlager nicht erhält – also Oskarshamn.

über hinaus (offsite);

Das hatten die Gemeinden Östhammar und Os-

❚ Forschungsbedarf, der sich im Zuge der neu-

karshamn so ausgemacht. Dieser Entscheid, der

en Erkenntnisse bei der Aufarbeitung des Un-

zu einem Vertrag zwischen SKB und den Standort-

falls von Fukushima ergeben wird. Dabei dürf-

gemeinden führte, erregte weltweites Aufsehen.

te es vor allem um die physikalischen Vorgänge

Der letztjährige Workshop des Forums on Stake-

beim Unfallverlauf und deren Modellierung mit

holder Confidence fand in einer Nachbargemein-

Rechenprogrammen gehen.

de von Östhammar statt und bot Gelegenheit, mit den involvierten Personen von SKB und den beiden Standortgemeinden den damaligen Vertrag,

3.3 Behördenorganisationen

den Standortentscheid und die weiteren Schritte zu diskutieren. In beiden Gemeinden befinden sich bereits Kern-

3.3.1 Western European Nuclear Regulators' Association (WENRA)

anlagen (Kernkraftwerk Forsmark und Endlager für schwach- und mittelradioaktive Abfälle bei

Die Leiter der nuklearen Aufsichtsbehörden West-

Östhammar, Kernkraftwerk Oskarshamn, ein Fels-

europas schlossen sich 1999 in der Western Eu-

labor sowie Zwischenlager für radioaktive Abfäl-

ropean Nuclear Regulators' Association (WENRA)

le bei Oskarshamn). In beiden Regionen sind auch

zusammen. Sie hatten damals das Ziel, einen ge-

kernenergiekritische Stimmen in die regionale Par-

meinsamen Standpunkt zur Sicherheit von Kern-

tizipation eingebunden. Auffallend ist, mit welch

anlagen zu erarbeiten und die nukleare Sicherheit

grossem Pragmatismus die schwedischen Gemein-

in den Staaten der EU-Beitrittskandidaten aus ih-

den die Situation angehen. Das schwedische Pro-

rer Warte zu beurteilen. Die Studien der WENRA

gramm ist gegenüber dem schweizerischen Sach-

flossen in einen Bericht der Europäischen Kom-

plan Geologische Tiefenlagerung um mehrere Jah-

mission und in Empfehlungen für die Beitrittsver-

re voraus.

handlungen ein. Heute zählt die WENRA 17 Mitglieder. Die Schweiz ist durch das ENSI vertreten

3.2.2.6 Komitee-übergreifende Aktivitäten als Reaktion auf den Unfall von ­Fukushima

und gehört zusammen mit Belgien, Deutschland,

Das CNRA und das CSNI veranstalteten gemein-

Gründerstaaten. Im Jahr 2003 stiessen mit Bulga­

sam am 8. Juni 2011 ein Forum, auf dem die Er-

rien, Litauen, Rumänien, der Slowakei, Slowenien,

kenntnisse aus dem Unfall von Fukushima, die Ak-

Tschechien und Ungarn die Länder Mittel- und

tivitäten in einzelnen Ländern und das weitere

Osteuropas dazu, die selbst über Kernkraftwerke

Vorgehen im Rahmen der NEA diskutiert wurden.

verfügen. Europäische Nicht-Kernenergiestaaten

Das CNRA hat daraufhin eine spezielle Arbeits-

sowie Russland, Armenien und die Ukraine neh-

gruppe (Senior Task Group) eingerichtet, welche

men als Beobachter bei der WENRA teil.

Informationen zusammenführt und die Aktivitäten

Im Zentrum der Aufgaben der WENRA stehen

der NEA mit Bezug auf den Unfall von Fukushima

heute die Harmonisierung der Sicherheitsanforde-

koordiniert. Sie arbeitet mit den übrigen Komitees

rungen und die gemeinsame Antwort auf neue Fra-

eng zusammen, insbesondere mit dem CSNI und

gen, die sich im Zusammenhang mit der Sicherheit

dem CRPPH. Das CSNI und seine Arbeitsgruppen

und Aufsicht im Bereich Kernenergie stellen. Das

erarbeiteten im Laufe des Jahres 2011 die wich-

Resultat der Harmonisierungsbestrebungen sind

tigsten technischen Fragestellungen, welche im

technische und organisatorische Vorgaben – soge-

Rahmen der NEA-Aktivitäten zum Fukushima-Er-

nannte Safety Reference Levels (SRL) – die auf jede

eignis verfolgt werden sollen. Diese beziehen sich

Kernanlage anwendbar sind und die jedes Land in

auf folgende Themenbereiche:

sein Regelwerk übertragen kann. Die WENRA erar-

❚ externe und interne auslösende Ereignisse;

beitet Safety Reference Levels für die Bereiche Re-

❚ die Widerstandsfähigkeit von Kernanlagen ge-

aktorsicherheit, Stilllegung von Kernanlagen, La-

genüber auslösenden Ereignissen; ❚ individuelles und kollektives Verhalten von Per-

sonal unter extremen Einsatzbedingungen;

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011

Finnland, Frankreich, Grossbritannien, Italien, den Niederlanden, Spanien und Schweden zu den

gerung sowie Entsorgung radioaktiver Abfälle. Sie rief zu diesem Zweck zwei Arbeitsgruppen, die Reactor Harmonisation Working Group (RHWG) und

107


Direktor des ENSI, wurde anlässlich der Herbstsitzung 2011 zum Chairman der WENRA gewählt. Er löste in dieser Funktion Jukka Laaksonen, Direktor der finnischen Aufsichtsbehörde STUK, ab (Abbildung 4). Das ENSI stellt mit Stefan Theis zudem den Vorsitzenden der WGWD.

3.3.2 European Nuclear Safety Regulators Group (ENSREG) Die ENSREG wurde 2007 von der EU eingesetzt. Die Aufgaben umfassen ähnliche Themen wie diejenigen der WENRA, nämlich die Harmonisierung der Anforderungen an die nukleare Sicherheit, der Anforderungen an die Lagerung abgebrannter Brennelemente und an die Entsorgung radioaktiver Abfälle sowie der Vorgaben für die Finanzierung von Stilllegung und Entsorgung. In beiden Gremien nehmen zumeist die gleichen Behördenvertreter Einsitz. Die Schweiz hat als Nicht-EUMitglied in der ENSREG im Gegensatz zur WENRA kein Mitspracherecht, sondern lediglich Beobach­ terstatus. Abbildung 4: Jukka Laaksonen (links), Direktor der finnischen Strahlen­ schutz- und Nuk­lear­ sicherheits­behörde STUK, übergibt das Amt des WENRA Chair an ENSI-Direktor Hans Wanner. Quelle: WENRA.

108

Die Europäische Kommission hat nach der «Richtlidie Working Group on Waste and Decommissio-

nie 2009/71/Euratom des Rates vom 25. Juni 2009

ning (WGWD) ins Leben. Ihr Auftrag lautet, die

über einen Gemeinschaftsrahmen für die nukleare

unterschiedlichen Ansätze für die nukleare Sicher-

Sicherheit kerntechnischer Anlagen» auch eine

heit zu analysieren, mit den Sicherheitsstandards

für die Handhabung der abgebrannten Brennele-

der IAEA zu vergleichen und Lösungen vorzuschla-

mente und radioaktiven Abfälle erstellt. Es handelt

gen, wie Unterschiede bereinigt werden können,

sich um die «Richtlinie 2011/70/Euratom des Rates

ohne die Sicherheit zu schwächen. Die SRL sollen

vom 19. Juli 2011 über einen Gemeinschaftsrah-

den besten Stand der Praxis bezüglich Sicherheit

men für die verantwortungsvolle und sichere Ent-

reflektieren. 2010 konstituierte sich zudem eine

sorgung abgebrannter Brennelemente und radio-

neue Arbeitsgruppe, die WENRA Inspection Wor-

aktiver Abfälle». Die ENSREG hatte die Richtlinie

king Group, die sich mit der Inspektionsmethodik

entworfen. Sie orientiert sich an der Joint Conven-

in den Mitgliedsstaaten auseinandersetzt mit dem

tion – analog zur Richtlinie vom 25. Juni 2009, die

Ziel, «Good Practices» für eine spätere Harmoni-

sich an der CNS orientiert (siehe weiter oben) und

sierung auf europäischem Niveau zu identifizieren.

diese um zusätzliche Anforderungen ergänzt. Die

Die Umsetzung der SRL im Bereich Reaktorsicher-

EU-Staaten müssen der EU alle drei Jahre paral-

heit ist in den Mitgliedsstaaten sowohl auf Richt-

lel zu den Überprüfungszyklen der CNS bzw. der

linienebene wie auch beim Vollzug in den Kern-

Joint Convention über die Umsetzung der beiden

kraftwerken bereits weit fortgeschritten. Die in

Richtlinien Bericht erstatten. Am 28. und 29. Juni

der WENRA vertretenen Behördenorganisationen

2011 führte die ENSREG im Weiteren die erste Eu-

erstatten darüber periodisch Bericht, so auch im

ropean Nuclear Safety Conference durch.

Jahr 2011. Im Berichtsjahr veröffentlicht hat die

Hauptaktivität der ENSREG im Berichtsjahr war je-

WENRA im Weiteren die Resultate eines Länder-

doch die Entwicklung des EU-Stresstests. Erstmals

vergleichs über die Umsetzung der SRL für die La-

wurden in der Folge von Fukushima die Kernkraft-

gerung radioaktiver Abfälle und abgebrannter

werke in verschiedenen Staaten nach einem inter-

Brennelemente. Im Zentrum stand jedoch die Re-

national abgestimmten Vorgehen überprüft. Die

aktion auf den Unfall von Fukushima. Die WENRA

Überprüfung fokussierte auf die Sicherheitsreser-

hat sich massgeblich an der Entwicklung des EU-

ven der Kernkraftwerke bei auslegungsüberschrei-

Stresstests beteiligt (siehe unten). Hans Wanner,

tenden Störfällen, die durch extreme externe Er-

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011


eignisse wie Erdbeben und Überflutung ausge-

­Energiemixes bleiben. Eric Besson, französischer

löst werden. Weiter untersucht wurde die Reakti-

Industrie- und Energieminister, erklärte, der Weg

on der Kernkraftwerke auf den Verlust der Strom-

hin zur Dekarbonisierung der Wirtschaft sei un-

und Kühlwasserversorgung. Schliesslich wurde die

umkehrbar und jedes Land entscheide autonom

Wirksamkeit der Notfallschutzmassnahmen unter

über seinen Energiemix. Auch die weiteren Red-

die Lupe genommen, die nach dem Ausfall der Si-

ner stellten die Fortführung der Kernenergie und

cherheitssysteme und Barrieren zur Anwendung

allfällige Neubaupläne – z.B. 6000 MW nukleare

kommen.

Erzeugungskapazität in Polen, neue KKW in den

Das ENSI ordnete die Durchführung des EU-

Niederlanden – nicht in Frage, während Deutsch-

Stresstests auch für alle schweizerischen Kernkraft-

lands Reaktion auf Fukushima mehrheitlich kriti-

werke an und übermittelte fristgerecht per Ende

siert wurde. Die Schweiz hat beim ENEF wie bei

Jahr den Schweizer Länderbericht an die EU (zu

der ENSREG nur Beobachterstatus.

Details siehe den Aufsichtsbericht). Es beteiligt sich auch an den Expertengruppen, die die verschiedenen Länderberichte überprüfen. Die Resultate werden voraussichtlich Ende April 2012 von der

3.3.4 EBRD-Fonds für die nukleare Sicherheit in Osteuropa

ENSREG veröffentlicht. Mitte 2012 wird dazu ein Bericht der Europäischen Kommission erwartet.

Die Schweiz ist Mitglied der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) und unterstützt osteuropäische Staaten im Bereich der nuk­

3.3.3 European Nuclear Energy Forum (ENEF)

learen Sicherheit. Das Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) vertritt die Schweiz bei den durch die EBRD verwalteten Nuklearfonds zur Behandlung

Im Mai 2011 fand in Prag das 6. European Nucle-

radioaktiver Abfälle beim Kernkraftwerk Tscher-

ar Energy Forum statt. Das ENEF wurde Ende 2007

nobyl (Nuclear Safety Account) und zum Bau ei-

von der EU ins Leben gerufen und widmet sich den

ner neuen Schutzhülle um den zerstörten Block 4

Chancen und Risiken der Kernenergie, als Ergän-

von Tschernobyl (Chernobyl Shelter Funds). Bei

zung zur ENSREG (siehe oben) sowie zur Sustai-

der Finanzierung von Projekten über die Nuklear-

nable Nuclear Energy Technology Platform (For-

fonds treten oft komplexe Problemstellungen auf,

schung). Es besteht heute aus den drei Arbeits-

deren Lösung kerntechnische Kenntnisse voraus-

gruppen Risks, Opportunities und Transparency

setzt. Das ENSI stellt dem SECO seine diesbezüg-

sowie Unterarbeitsgruppen, z.B. zu den Themen

liche Fachkompetenz zur Verfügung.

Anlagensicherheit und Abfallmanagement. Jähr-

Vor rund einem Jahr hat die Schweiz entschie-

lich findet eine Plenarsitzung statt, abwechslungs-

den, die Beiträge an den Nuclear Safety Account

weise in Prag und Bratislava. Die Redner und Teil-

bzw. den Chernobyl Shelter Funds zu kürzen. Das

nehmer sind in der Regel hohe Regierungsbeam-

SECO war seit längerem unzufrieden mit der Mit-

te oder Industrievertreter. Aufgrund des Kernener-

telverwendung und stellte kritische Fragen an den

gie befürwortenden Charakters des Forums haben

EBRD-Geberkonferenzen, die zumeist unzurei-

sich die Nichtregierungsorganisationen, die am

chend beantwortet wurden. Das ENSI beriet das

Anfang noch mit dabei waren, vollständig zurück-

SECO in der Frage, auf welche der beiden Akti-

gezogen.

vitäten die Schweiz ihre Mittel im Falle einer Kür-

Der Unfall von Fukushima war ein zentrales Thema

zung konzentrieren soll: Neuer Sarkophag oder

der Plenarsitzung, die wie immer von den Premier-

Abfallmanagement. Das radiologische Risiko, das

ministern der beiden Gastgeberländer eingeleitet

vom durch den Unfall von 1986 zerstörten Re-

wurde. Tschechiens Premier Petr Necas zeigte sich

aktor 4 im Falle eines Sarkophag-Einsturzes aus-

erstaunt über die starke Reaktion Europas auf Fu-

geht, wird als ungleich grösser beurteilt als das-

kushima, die slowakische Premierministerin Iveta

jenige der bestrahlten Brennelemente und radio-

Radicova erklärte, die einzige Alternative zur

aktiven Abfälle, die ausserhalb des Sarkophags in

Kernenergie wäre die Kohle. EU-Energiekommis-

der Anlage zwischengelagert werden. In der Folge

sar Günther Oettinger sagte, die Importabhängig-

hat das SECO der EBRD den Austritt der Schweiz

keit der EU bezüglich Rohstoffe und Energie stei-

aus dem Nuclear Safety Account bekannt gegeben

ge in den nächsten 20 Jahren von 55 auf 75%.

und mitgeteilt, dass die Schweiz fortan nur noch

Die Kernenergie werde für viele Jahrzehnte Teil des

an den Chernobyl Shelter Fund beitragen wird.

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011

109


3.4 Bilaterale Zusammenarbeit

in Kernanlagen und Strahlenschutzeinrichtungen in beiden Ländern durch und nehmen als Beo-

Die bilaterale Zusammenarbeit mit den Nachbar-

bachter an Notfallübungen der anderen Partei teil.

staaten Deutschland und Frankreich dient dem

Diese bilaterale Zusammenarbeit wird von beiden

gegenseitigen Informationsaustausch über die Si-

Staaten als wertvoll und lehrreich gewürdigt.

cherheit von Kernanlagen und über die Aufsicht.

Im Zentrum der CFS-Hauptversammlung 2011

Eine besondere Bedeutung kommt dabei der

(Abbildung 5) stand der Austausch über die Er-

grenzüberschreitenden Abstimmung zum Schutz

kenntnisse aus dem Unfall in Fukushima. Ein wei-

der Bevölkerung bei einem Notfall zu. Dieser Punkt

terer Schwerpunkt war das Kernkraftwerk Fessen-

ist auch Thema der jährlichen Gespräche mit Ös-

heim, das nur gut 30 Kilometer nördlich von Basel

terreich.

am Rhein steht. Die drei Schweizer Grenzkantone Basel-Stadt, Baselland und Jura hatten um zusätzliche Informationen zur Betriebsverlänge-

3.4.1 Gemischte Kommission Frankreich Schweiz für die nukleare Sicherheit und den Strahlenschutz (CFS)

rung von Fessenheim über dreissig Jahre hinaus gebeten. Ihr Begehren, Einsicht in wichtige Unterlagen zu Fessenheim zu erhalten, wurde von ASN-Präsident Lacoste positiv aufgenommen. Die

Die Commission franco-suisse de sûreté nucléaire

französische und die schweizerische Delegation

et de radioprotection (CFS) wurde 1989 auf Basis

vereinbarten zudem eine Reihe von «inspections

einer Vereinbarung zwischen den Regierungen der

croisées» in Fessenheim, dem westlich von Genf

Schweiz und Frankreichs ins Leben gerufen. Die

liegenden französischen Kernkraftwerk Bugey

Mitglieder der Kommission sind auf französischer

und den schweizerischen Kernkraftwerken.

Seite Vertreter der Aufsichtsbehörde Autorité de sûreté nucléaire ASN und auf schweizerischer Seite Vertreter des ENSI, des Bundesamts für Ener­ gie BFE, des Bundesamts für Gesundheit BAG, der Nationalen Alarmzentrale NAZ, des Eidg. DeAbbildung 5: Die CFS an ihrem Jahrestreffen 2011 in Zürich unter Leitung von André-Claude Lacoste, Präsident ASN (9. von rechts) und Hans Wanner, Direktor ENSI (7. von rechts). Quelle: ENSI.

110

3.4.2 Deutsch-Schweizerische Kommission für die Sicherheit kerntechnischer Einrichtungen (DSK)

partements für Auswärtige Angelegenheiten EDA sowie ein Delegierter der Kantone. Für den Not-

Die DSK wurde 1982 mit einer Vereinbarung zwi-

fallschutz und für den Strahlenschutz im Bereich

schen den Regierungen der Schweiz und der Bun-

Medizin, Industrie und Forschung hat die CFS ge-

desrepublik Deutschland geschaffen. Die Kom-

meinsame Arbeitsgruppen. Zudem führen franzö-

mission setzt sich aus Vertretern schweizerischer

sische und schweizerische Fachleute regelmässig

und deutscher Bundesstellen, der Bundesländer

gemeinsame Inspektionen («inspections croisées»)

Baden-Württemberg und Bayern sowie des Kan-

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011


tons Aargau zusammen. In vier Arbeitsgruppen

hima. Weitere nennenswerte Themen waren der

der DSK vertiefen Fachleute die bilaterale Zusam-

Stand des Sachplans geologische Tiefenlagerung

menarbeit, die von beiden Staaten als wichtig und

und das Ereignis im Kernkraftwerk Leibstadt von

wertvoll beurteilt wird. Ende Oktober 2011 führte

2010, das auf Stufe 2 der internationalen Störfall-

die DSK im norddeutschen Lübeck ihr 29. Jahres-

bewertungsskala für Kernanlagen INES eingeord-

treffen durch. Zentrale Themen der Tagung waren

net wurde (siehe dazu den ENSI-Aufsichtsbericht

der nukleare Unfall von Fukushima, der Informati-

2010).

onsaustausch über die Sicherheit der Kernanlagen und den Strahlenschutz in beiden Ländern, die Koordination der Notfallschutz-Massnahmen in der

3.4.4 Weitere bilaterale ­Zusammen­arbeiten

Umgebung der grenznahen Anlagen und die Fortschritte bei der Entsorgung radioaktiver Abfälle.

Mit Italien schloss die Schweiz 1989 ebenfalls einen

Martina Palm vom deutschen Bundesministerium

Staatsvertrag ab, der wie die bilateralen Staatsver-

für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit

träge mit den anderen Nachbarländern primär die

(BMU) und Hans Wanner, Direktor des ENSI, lei-

gegenseitige Benachrichtigung bei nuk­learen Er-

teten die Tagung gemeinsam.

eignissen regelt. In Ergänzung dazu wurde 2011

Die vier DSK-Arbeitsgruppen erhielten zusätzliche

eine Vereinbarung zwischen dem ENSI und dem

Mandate, die mit den Auswirkungen des Unfalls

Istituto Superiore per la Protezione e la Ricerca

von Fukushima im Zusammenhang stehen. Neues

Ambientale ISPRA abgeschlossen. Ziel dieser Ver-

Mandat für die Arbeitsgruppe 1 (Anlagensicher-

einbarung ist ein jährliches bilaterales Experten-

heit) ist «Konsequenzen aus Fukushima», für die

treffen ab dem Jahr 2012. Im Berichtsjahr hat das

Arbeitsgruppe 2 (Notfallschutz) «Überprüfung der

ENSI im Weiteren ein Zusammenarbeits-Überein-

grenzüberschreitenden Informations- und Alar-

kommen mit der finnischen Strahlenschutz- und

mierungswege im Rahmen der Übung SEISMO

Kernenergieaufsichtsbehörde STUK unterzeich-

2012», für die Arbeitsgruppe 3 (Strahlenschutz)

net, mit dem die Grundsätze des gegenseitigen In-

«Erkenntnisse und Massnahmen infolge Fukushi-

formationsaustauschs auf Behörden­ebene in allen

ma», und für die Arbeitsgruppe 4 (Entsorgung)

Bereichen der nuklearen Sicherheit geregelt wer-

«Entsorgung der Brennelemente aus kurzfristig

den.

stillgelegten KKW in Deutschland».

Zwischen der Schweiz und den USA bestehen bilaterale Verträge für die gegenseitige Unterstützung bei Fragen der Kernenergie-Sicherheit. Es

3.4.3 Nuklearinformationsabkommen Schweiz-Österreich

handelt sich um das Rahmenübereinkommen zwischen der amerikanischen Aufsichtsbehörde Nuclear Regulatory Commission (NRC) und dem ENSI

Der Schweizerische Bundesrat und die Regierung

für den Austausch von technischer Information

der Republik Österreich schlossen 1999 ein Ab-

und die Zusammenarbeit in Belangen der nuk­

kommen über den frühzeitigen Austausch von

learen Sicherheit sowie das Umsetzungs-Über-

Information aus dem Bereich der nuklearen Si-

einkommen bezüglich Teilnahme am NRC-For-

cherheit und des Strahlenschutzes. Im Rahmen

schungsprogramm im Bereich schwerer Unfälle.

des 11. bilateralen Nuklearexperten-Treffens vom

Letzteres berechtigt das ENSI, den vom Sandia Na-

13. Mai 2011 in Bregenz orientierten sich die De-

tional Laboratory entwickelten MELCOR-Rechen-

legierten beider Staaten zu den Themen Rechts-

code für die Simulation von schweren Unfällen in

vorschriften und Behördenorganisation, Strahlen­

Leichtwasserreaktoren zu nutzen (siehe auch Kap.

überwachung, Notfallplanung und Bewilligungs-

1.5.4 und Anhang A dieses Berichts). Am Rande

verfahren. Die Schweiz nahm mit Vertretern des

der jährlichen Regulatory Information Conference

EDA, des BFE, des ENSI und der NAZ teil. Da Ös-

der NRC im März 2011 fand ein bilaterales Kollo-

terreich über keine Kernkraftwerke verfügt, liegt

quium zum Thema Entsorgung radioaktiver Abfäl-

der Schwerpunkt der Information bei den Vor-

le statt. Das ENSI präsentierte den aktuellen Stand

gängen in der Schweiz. Auf besonderes Interes-

und die zukünftigen Herausforderungen des Ent-

se bei der österreichischen Delegation stiessen die

sorgungsprogramms in der Schweiz, die NRC den

Sistierung der Rahmenbewilligungsgesuche für

Stand des Bewilligungsverfahrens für das Abfallla-

neue Kernkraftwerke und die Verfügungen des

ger Yucca Mountain in Nevada.

ENSI im Nachgang des nuklearen Unfalls in Fukus-

Das ENSI empfängt im Weiteren regelmässig De-

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011

111


112

legationen aus anderen Staaten, um die bilate-

japanischen Nuclear Safety Commission NSC so-

rale Diskussion über Nuklearsicherheitsfragen zu

wie eine Studentenklasse der Slowakischen Tech-

pflegen. Im Berichtsjahr besuchten unter anderem

nischen Universität das ENSI. Im Oktober fand

eine Delegation der rumänischen Kernenergie-

ein internationaler Kurs der ITC School of Under-

Aufsichtsbehörde CNCAN und der koreanischen

ground Waste Storage and Disposal beim ENSI

Kernenergieagentur KONEPA, eine Delegation der

statt.

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011


4. Aktuelle Änderungen und Entwicklungen in den Grundlagen der nuklearen Aufsicht Auch im Jahr 2011 führte das ENSI die mit dem In-

vorgeschlagene Lösung in Bezug auf die Sicherheit

krafttreten der neuen Kernenergiegesetzgebung

und Sicherung mindestens gleichwertig ist. Die

am 1. Februar 2005 begonnene Überarbeitung

bisherigen R-Richtlinien werden laufend durch so-

des Richtlinienwerks weiter. Der aktuelle Stand der

genannte A-, B- und G-Richtlinien ersetzt. A-Richt-

Umsetzung dieses Konzepts kann dem Anhang D

linien beziehen sich auf die Anlagebegutachtung

entnommen werden. Sämtliche gültigen Richtli-

und B-Richtlinien auf die Betriebsüberwachung.

nien finden sich auf der Website des ENSI. Im Be-

G-Richtlinien widmen sich generellen Themen, die

richtsjahr verabschiedete das ENSI drei neue Richt-

sowohl die Anlagebegutachtung als auch die Be-

linien und revidierte eine Richtlinie. Diese werden

triebsüberwachung betreffen.

nachfolgend kurz vorgestellt. Darüber hinaus hat das ENSI Anhörungen zu weiteren Richtlinien bzw. zu Revisionen von Richtlinien durchgeführt. Auf Verordnungsstufe traten neue Unabhängigkeits-

4.2.1 ENSI-G01: Sicherheits­ technische Klassierung für bestehende Kernkraftwerke

bestimmungen für die Mitglieder des ENSI-Rats in Kraft.

Auf der Grundlage von Anhang 4 Ziff. 3 der Kernenergieverordnung vom 10. Dezember 2004 (KEV;

4.1 Verordnung über das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat

SR 732.11), welche die Klassierungskriterien nur pauschal umschreibt, wurde die Richtlinie ENSI-G01 im Januar 2011 verabschiedet. Sie regelt die sicherheitstechnische Klassierung von mechanischen und elektrischen Ausrüstungen sowie von

Da das Bundesgesetz vom 22. Juni 2007 über das

Bauwerken von Kernkraftwerken, die über eine

Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat (EN-

Betriebsbewilligung verfügen, die vor dem 1. Ja-

SIG; SR 732.2) strengere Anforderungen an die

nuar 2011 erteilt worden ist. Zudem werden die

Unabhängigkeit der Mitglieder des ENSI-Rats stell-

Anforderungen an Klassengrenzen, an die Unab-

te als die Bestimmung in der Verordnung vom 12.

hängigkeit und Trennung von Ausrüstungen so-

November 2008 über das Eidgenössische Nukle-

wie die Anforderungen an Komponentenlisten

arsicherheitsinspektorat (ENSIV; SR 732.21), hat

festgelegt. Nach der Richtlinie ENSI-G01 klassier-

der Bundesrat die entsprechende Verordnungsbe-

te Behälter und Rohrleitungen fallen in den Gel-

stimmung angepasst und per 1. November 2011

tungsbereich der Verordnung vom 9. Juni 2006

in Kraft gesetzt (vgl. Art. 4, Art. 4a und Art. 4b

über sicherheitstechnisch klassierte Behälter und

ENSIV).

Rohrleitungen in Kernanlagen (VBRK; SR 732.13). Für die Planung, Herstellung und Montage von

4.2 Richtlinien

sicherheitstechnisch klassierten Behältern und Rohrleitungen ist die Richtlinie ENSI-G11 massgebend. Die Richtlinie ENSI-G01 ersetzt die Klas-

In seiner Eigenschaft als Aufsichtsbehörde oder

sierungskriterien aus drei HSK-Richtlinien. Die Si-

gestützt auf einen Auftrag in einer Verordnung

cherheitsklassen für mechanische Ausrüstungen,

erlässt das ENSI Richtlinien. Richtlinien sind Voll-

die Unterscheidung zwischen 1E-klassierten und

zugshilfen, die rechtliche Anforderungen konkre-

0E-klassierten elektrischen Ausrüstungen sowie

tisieren und eine einheitliche Vollzugspraxis er-

die Erdbebenklassen waren bisher in der Richtli-

leichtern. Sie konkretisieren zudem den aktuellen

nie HSK-R-06 «Sicherheitstechnische Klassierung,

Stand von Wissenschaft und Technik. Im Einzelfall

Klassengrenzen und Bauvorschriften für Ausrüs­

kann das ENSI Abweichungen zulassen, wenn die

tungen in Kernkraftwerken mit Leichtwasserre-

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011

113


aktoren» geregelt. Die Bauwerksklassen waren in der Richtlinie HSK-R-04 «Aufsichtsverfahren beim Bau von Kernkraftwerken, Projektierung von Bau-

4.2.3 ENSI-B02: Periodische ­Berichterstattung der Kern­ anlagen

werken» definiert. Die Unterscheidung zwischen sicherheitsbezogenen und nicht sicherheitsrele-

Diese Richtlinie wurde revidiert und im Juli 2011

vanten 0E-klassierten elektrischen Ausrüstungen

verabschiedet. In der geänderten Ziffer 4.7 wird

war in der Richtlinie HSK-R-30 «Aufsichtsverfah-

die mit der Richtlinie ENSI-B01 eingeführte Be-

ren beim Bau und Betrieb von Kernanlagen» fest-

richtspflicht über die Alterungsüberwachung auf-

gelegt. Da einzelne Regelungsinhalte aus den

genommen und deren Anforderungen genauer

Richtlinien HSK-R-04 und HSK-R-06 weiterhin an-

umschrieben. In der neuen Ziffer 8.5 Punkt b

wendbar sind, wurden sie im Jahr 2011 noch nicht

wurde lediglich die bereits bestehende Mittei-

ausser Kraft gesetzt.

lungspflicht des Bewilligungsinhabers über von ihm analysierte Vorkommnisse in in- und aus-

4.2.2 ENSI-B01: Alterungs­über­wachung

ländischen Kernanlagen, daraus gewonnene Erkenntnisse und abgeleitete Massnahmen für die eigene Anlage festgehalten. Damit ist die nach

Gestützt auf Art. 35 Abs. 4 KEV verabschiedete das

Art. 2 Abs. 2 der Verordnung des UVEK über die

ENSI im Juli 2011 die Richtlinie ENSI-B01. Sie regelt

Methodik und die Randbedingungen zur Über-

die Anforderungen an die Alterungsüberwachung

prüfung der Kriterien für die vorläufige Ausserbe-

für den Betrieb von schweizerischen Kernanla-

triebnahme von Kernkraftwerken (SR 732.114.5)

gen für alle gemäss Richtlinie ENSI-G01 zu klassie-

bestehende Mitteilungspflicht abgedeckt.

renden Bauwerke sowie elektrischen und mechanischen Ausrüstungen. Für die Alterungsüberwachung sind die sicherheitsrelevanten Aspekte der Werkstoffalterung von mechanischen und elekt­

4.2.4 ENSI-B09: Ermittlung und Aufzeichnung der Dosis strahlen­exponierter Personen

rischen Ausrüstungen sowie von Bauwerken zu betrachten. Als neues Element wurde im Rahmen

Diese im Juli 2011 verabschiedete Richtlinie gilt

der periodischen Berichterstattung der Kernanla-

seit 1. Januar 2012. Sie beinhaltet Vorgaben und

gen eine Jahresübersicht zur Alterungsüberwa-

Informationen über die Erfassung und Ermittlung

chung eingeführt. Grenzwerte für bestimmte si-

der Strahlendosen von beruflich strahlenexpo-

cherheitsrelevante Alterungsmechanismen sind

nierten und der übrigen Personen im Aufsichtsbe-

in der Verordnung des Eidgenössischen Departe-

reich des ENSI sowie die Aufzeichnung der Strah-

ments für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommu-

lendosen. Ferner präzisiert die Richtlinie Art und

nikation vom 16. April 2008 über die Methodik

Umfang der Berichterstattung über Individualdo-

und die Randbedingungen zur Überprüfung der

sen sowie arbeitsspezifische Kollektivdosen und

Kriterien für die vorläufige Ausserbetriebnahme

legt die entsprechenden Formate für die elektro-

von Kernkraftwerken (SR 732.114.5) festgelegt.

nische Übermittlung fest. Sie ersetzt die Richtlinie

Die Richtlinie ENSI-B01 ersetzt die bisherige Richt-

HSK-R-12 «Erfassung und Meldung der Dosen des

linie HSK-R-51 «Alterungsüberwachung für me-

strahlenexponierten Personals der Kernanlagen

chanische und elektrische Ausrüstungen sowie

und des Paul Scherrer Instituts».

Bauwerke in Kernanlagen».

114

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011


5. Strategie und Ausblick Mit dem ENSI verfügt die Schweiz über eine funk-

ereignisse PLATEX Einsitz nehmen. In der ersten

tionell, institutionell und finanziell unabhängige

Phase der PLATEX-Arbeiten werden Hochwasser­

Aufsichtsbehörde für den gesamten Kernenergie-

analysen im Vordergrund stehen.

bereich, welche die nukleare Sicherheit und die

Im November 2011 fand eine Überprüfung des

Sicherung abdeckt. Sie setzt damit die Vorgaben

ENSI durch ein in der Fachwelt angesehenes,

des Kernenergiegesetzes und des internationalen

24-köpfiges internationales Expertenteam der

Übereinkommens über die nukleare Sicherheit um.

IAEA statt. Ziel dieses sogenannten Internatio-

Das ENSI steht vor einer Reihe grosser Herausfor-

nal Regulatory Review Services (IRRS) ist es,

derungen. Hierzu gehören die Aufsicht über den

Verbesserungsmöglichkeiten zu identifizieren und

Langzeitbetrieb der bestehenden Kernkraftwerke,

die Arbeitsqualität der Aufsichtsbehörden welt-

die Vorbereitungen zur Stilllegung der Anlagen,

weit zu harmonisieren. Nachdem die IAEA-Über-

das Sachplanverfahren zur Standortsuche für geo-

prüfung der damaligen HSK im Jahr 1998 noch zu

logische Tiefenlager, die Überarbeitung des beste-

zahlreichen Empfehlungen geführt hat, schnitt das

henden Regelwerks sowie der Erhalt und weitere

ENSI bei der IRRS 2011 ausgezeichnet ab. Das Re-

Aufbau der Fachkompetenz. Dagegen wurden mit

sultat von 19 «Good Practices» und 13 «Recom-

der Sistierung der KKW-Neubauprojekte im März

mendations» bestätigt, dass das ENSI seine Auf-

2011 praktisch sämtliche Aktivitäten des ENSI in

sichtstätigkeit auf sehr hohem Niveau durch-

diesem Bereich beendet.

führt. Es zeigt aber auch, dass es in den Details

Der schwere Reaktorunfall im japanischen Fukus-

und vor allem auch im übergeordneten Regelwerk,

hima bestimmte die Arbeiten des ENSI im Jahr

welches allerdings ausserhalb der Kompetenz des

2011 ganz massgeblich. Die Analyse des Unfalls,

ENSI liegt, noch Verbesserungspotenziale gibt. Das

die einhergehende Neu-Überprüfung der Schwei-

ENSI hat – auch im Hinblick auf die Folgemission

zer Kernkraftwerke, die Ableitung geeigneter

der IAEA zur Kontrolle der Fortschritte – unmittel-

(Nachrüst-)Massnahmen zur Erhöhung der Sicher-

bar nach Abschluss der Überprüfung mit der Um-

heit, die Mitarbeit in nationalen und internationa-

setzung der Empfehlungen begonnen.

len Gremien, die Beteiligung am EU-Stresstest und

Die vom ENSI unterstützte Forschung wurde im

die laufend erfolgte Information der Öffentlichkeit

Jahr 2011 um drei Projekte ausgeweitet. Das un-

sind nur einige Beispiele, die in diesem Zusammen-

terstreicht die gestiegene Bedeutung der For-

hang zu nennen sind. Wesentliche Lehren aus dem

schung für die Erstellung des Regelwerks, den

Ereignis betreffen insbesondere die Beherrschung

Kompetenzerhalt und die internationale Vernet-

extremer Naturereignisse, aber auch das Notfall-

zung. Das ENSI hat zugleich der praktischen An-

management sowie die Aufsichts- und Sicherheits-

wendbarkeit der Forschungsergebnisse in der Auf-

kultur. Anlässlich der ausserordentlichen Konfe-

sicht eine hohe Priorität gegeben und wird dies

renz zur Convention on Nuclear Safety im August

auch in Zukunft tun.

2012 setzt sich das ENSI für mehr Verbindlichkeit

Der Langzeitbetrieb der Kernkraftwerke wird

und Transparenz im Bereich der nuklearen Sicher-

auch international ein immer wichtigeres Thema

heit ein. Auf der ENSI-Webseite findet sich im Dos-

und hat in der Schweiz mit dem Kernenergie-Aus-

sier «Fukushima» eine umfangreiche Dokumen-

stiegsbeschluss nochmals an Bedeutung gewon-

tation zum Thema. Die Aufarbeitung des Unfalls

nen. Die regulatorische Sicherheitsforschung um-

wird das ENSI noch auf Jahre hinaus beschäftigen.

fasst seit einigen Jahren verschiedene Projekte zu

Im Zusammenhang mit den Untersuchungen des

Alterungsmechanismen, Werkstoffprüfung sowie

ENSI zu Fukushima hat sich gezeigt, dass eine in-

Sicherheits- und Zuverlässigkeitsanalysen. Das na-

tensivere Zusammenarbeit auf Bundesebene im

tionale Paul Scherrer Institut (PSI), das bei fast allen

Bereich der Gefährdungsanalysen für extreme

Projekten beteiligt ist, ist dabei ein wichtiger – auch

Naturereignisse sinnvoll ist. Gemeinsam mit dem

international sehr angesehener – Forschungspart-

Bundesamt für Umwelt (BAFU), dem Bundesamt

ner des ENSI in diesem Bereich. Ab 2012 beteiligt

für Energie (BFE) und der MeteoSchweiz wird das

sich das ENSI zusätzlich am internationalen OECD-

ENSI in der neu gegründeten Plattform Extrem-

Projekt CADAK (Cable Ageing Data And Know-

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011

115


116

ledge), in welchem eine Datenbank zu Alterungs-

im Nah- und Fernfeld eines geologischen Tiefen-

schäden an Kabeln aufgebaut wird.

lagers und die Auswirkungen der erhöhten Tem-

Wie probabilistische Sicherheitsanalysen zeigen,

peratur auf Felsgesteine im Vordergrund. Um die

kommt dem Thema Erdbebengefährdung bei

langfristige Erosion im Alpenvorland mit Hinblick

der Beurteilung der Sicherheit von Kernanlagen

auf die geologische Tiefenlagerung besser beurtei-

eine besondere Bedeutung zu. Das ENSI unter-

len zu können, plant das ENSI ein verstärktes En-

stützt daher ein Forschungsprojekt zu Starkbeben

gagement bei der Datierung quartärer Sedimente.

in Zusammenarbeit mit dem Schweizerischen Erd-

Die Forschung im Bereich der Entsorgung wird vo-

bebendienst SED. Zusammen mit den bereits ge-

raussichtlich auch in den kommenden Jahren noch

starteten Projekten OECD SMART und IAEA KA-

weiter verstärkt werden, da mit Fortschreiten des

RISMA und dem Schwerpunkt Erdbeben im Pro-

Sachplanverfahrens die Bedeutung einer unabhän-

jekt HRA erhält die Thematik einen angemessenen

gigen Expertise durch das ENSI immer grösser wird.

Stellenwert in der regulatorischen Sicherheits-

Durch die Mitwirkung in internationalen For-

forschung.

schungskonsortien und die in Kapitel 3 beschrie-

Ein weiterer thematischer Schwerpunkt sind tradi-

benen Mitgliedschaften und Abkommen ist die

tionell die Sicherheitsanalysen, mit denen ver-

internationale Vernetzung des ENSI hervorra-

schiedene Forschungsarbeiten im Zusammenhang

gend. Das ENSI beteiligt sich aktiv an den Arbeiten

stehen. Genannt seien hier zum Beispiel die PSI-

verschiedener Gremien der IAEA und der OECD.

Projekte STARS, MELCOR und PASSPORT, in wel-

Der bilaterale Austausch mit den Nachbarländern

chen die numerische Modellierung von Störfällen

Deutschland, Frankreich, Österreich und Italien

methodisch verbessert werden soll. Die Zusam-

wird im Rahmen regelmässiger Treffen gepflegt.

menarbeit im Projekt STARS liefert dem ENSI unter

Ferner ist das ENSI in diversen Hochschulgremien,

anderem wertvolle Grundlagen für die Durchfüh-

internationalen Behördenorganisationen, Fachver-

rung eigener thermohydraulischer Analysen. Im

bänden und Normenorganisationen vertreten und

Projekt MELCOR wurden von den PSI-Fachleuten

vertritt die Schweiz bei der Erarbeitung und der

wesentliche Fortschritte bei der Modellierung der

Umsetzung internationaler Übereinkommen, wie

Hüllrohr-Oxidation nicht gekühlter Brennelemente

beispielsweise der Convention on Nuclear Safety.

erzielt. PASSPORT beschäftigt sich mit der Kopp-

Die Überarbeitung des ENSI-Richtlinienwerks

lung verschiedener Modelle und Computercodes.

wurde im Jahre 2011 weitergeführt. Dabei flos-

Generell plant das ENSI, die bewährte Zusammen-

sen auch Erkenntnisse aus der Forschung in ENSI-

arbeit mit dem PSI im Bereich der Sicherheitsanaly-

Richtlinien ein. Ferner wurden weitere technische

sen längerfristig fortzusetzen.

und organisatorische Vorgaben – die sogenannten

Die Entsorgung der radioaktiven Abfälle ist

Safety Reference Levels (SRL) der Western Europe-

ebenfalls ein zentrales Thema in der vom ENSI un-

an Nuclear Regulators‘ Association (WENRA) – ins

terstützten Forschung. Parallel zur laufenden zwei-

schweizerische Regelwerk übertragen. Mittlerwei-

ten Etappe des Sachplanverfahrens werden in ins-

le deckt dieses rund 80 % der SRL ab.

gesamt neun Projekten sicherheitstechnisch wich-

Zusammengefasst liefern die Resultate der regu-

tige Fragen behandelt. Die erfolgreiche Zusam-

latorischen Sicherheitsforschung, der internatio-

menarbeit im Mont-Terri-Projekt, insbesondere mit

nale Erfahrungsaustausch und die Erkenntnisse

der ETH Zürich, wird weiter fortgesetzt. Neben der

aus Vorkommnissen in ausländischen Kernanlagen

Felsmechanik stehen in Zukunft auch stärker Mo-

­einen wichtigen Beitrag, um die bisherigen und die

dellrechnungen zu hydromechanischen Prozessen

neuen Aufgaben optimal wahrnehmen zu können.

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011


Anhang A:

Jahresberichte der Forschungsprojekte

Inhalt OECD Halden Reactor Project

119

Project IFA-638– TEM Examinations of Metal-oxide ­interface of Zirconium alloys

127

KORA-II – Environmentally-Assisted Cracking in Austenitic LWR Structural Materials

137

NORA – Noble Metal Deposition Behaviour in Boiling Water Reactors

147

PISA – Pressure Vessel Integrity and Safety Analysis

157

Bruchmechanik – Bruchmechanische Bewertung von Reaktordruckbehälter  Mehrlagenschweissnähten

165

Expertengruppe Starkbeben

173

Human Reliability Analysis

183

STARS – Safety Research in relation to Transient Analysis of the Reactors in Switzerland

193

PASSPORT – Methodology for the analysis of safety system performance in ­relation to   coupled plant system and containment processes

211

LINX – Thin liquid film dynamics in a condensing and re-evaporating environment

219

Code Assessment Program for MELCOR1.8.6

229

ARTIST II – Aerosol Trapping in the Steam Generator

237

MSWI – Melt-Structure-Water Interactions During Postulated Severe Accidents in LWRs

245

Zusammenarbeit in der ­generischen Strahlenschutzforschung

255

Zusammenarbeit in der praktischen Strahlenschutzforschung

263

RC Experiment Rock Mass Characterization

271

Climate Modelling of the Weichselian Glacial Period

277

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011

117


OECD Halden Reactor Project Author und Co-author(s)

W. Wiesenack, Ă˜. Berg

Institution

Institutt for energiteknikk, OECD Halden Reactor Project

Address

P.O.Box 173, NO-1751 Halden, Norway

Tel., E-mail, Internet address

+47 (0)69 21 22 00, www.ife.no/hrp

Duration of project

2009 to 2011

ABSTRACT

tested to obtain data on stress corrosion crack-

The OECD Halden Reactor Project is an under-

ing and stress relaxation of reactor materials

taking of national organisations in 19 coun-

for plant lifetime assessments.

tries sponsoring a programme that provides

The research in the Man-Technology-Organ-

key information for safety assessments and li-

isation area comprises empirical studies of

censing as well as for the reliable operation of

the interaction between the reactor opera-

nuclear power stations. The programme is us-

tors and process control systems. It also com-

ing the Halden reactor, the Kjeller hot labora-

prises innovative work on Human System In-

tory, the Halden Man-Machine Laboratory and

terface design and Control Room design. 3D

the Halden Virtual Reality Centre for experi-

visualisation technologies by means of Virtu-

mental work.

al and Augmented Reality are being devel-

The activities in the Fuels & Materials area pro-

oped. During 2011, the international empiri-

vide fundamental knowledge on the proper-

cal validation of various HRA methods contin-

ties and behaviour of nuclear fuels and mate-

ued by studying LOFW scenarios and perform-

rials under long-term use in reactors as well as

ing studies at a US training facility. Work con-

during transients. In 2011, twelve in-core tests

tinued regarding the development and test-

were executed, a majority of them in loop sys-

ing of improved methods and techniques for

tems simulating the thermo-hydraulic condi-

plant state monitoring, fault diagnosis and

tions of LWRs. The tests encompassed various

plant performance optimization. Software

types of fuels and materials with zero to high

systems dependability addressed issues re-lat-

burnup or neutron fluence. The LOCA test se-

ed to modernisation of digital I&C systems, re-

ries continued with an experiment using a pre-

quirements engineering, risk assessment, and

irradiated BWR fuel rod. In-core materials were

error propagation.

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011

119


Project goals

fuel as well as cladding and in-core materials with various fluence levels. Many of the experiments

The Halden Reactor Projects research programme

are carried out using pre-irradiated test specimens

is defined as framework for 2009–2011 [1] and in

of fuels and materials taken from commercial re-

the detailed plan for 2011 [2].

actors and re-instrumented at Institute of ener-

The main goals of the R&D work in the fuels and

gy technology’s Kjeller hot laboratory. This pro-

materials area are to provide data on:

vides the necessary realistic starting point for ex-

❚ fuel properties needed for design and licensing

periments where fuel temperature, rod pressure,

of high burnup reactor fuel ❚ fuel response to transients, in particular on phe-

dimensional stability, corrosion and crack growth are being measured under representative thermal-

nomena occurring during loss-of-coolant acci-

hydraulic and water chemistry conditions.

dents

An integral fuel performance test with Gd-doped

❚ cladding creep, corrosion and hydriding to de-

fuel is nearing completion after nearly seven years

termine mechanisms and operational conditions

of irradiation. The experiment contains six rods

that affect cladding performance, e.g. water

with three rod pairs of UO2, 2 wt% and 8 wt% Gd-

chemistry issues

doped fuel. The instrumentation allows studying

❚ stress corrosion cracking of reactor materials

fuel thermal behaviour, fuel dimensional chang-

at representative stress conditions and water

es, fission gas release and general thermal per-

chemistry environments for plant lifetime as-

formance. Unlike the UO2 rods, the Gd-rods have

sessments

shown no densification, while swelling rates are

The main goals of the R&D work in the MTO area

similar for both types of fuel. The rig was moved to

are to:

a higher flux position in the core to increase pow-

❚ provide knowledge on how and why accidents

er at end of life.

occur, with the aim to prevent them from hap-

Another integral fuel performance test, but more

pening

short term and using pre-irradiated fuel (VVER-

❚ establish empirical knowledge about human po-

440, 55 MWd/kgU) was conducted with step-

tentials and limitations as operators in a control

wise power increments to study the onset and ki-

room setting based on experiments carried out

netics of fission gas release (FGR). FGR onset was

in HAMMLAB and the VR Centre

observed at around 900 °C and 1 % release at

❚ develop advanced information and support sys-

1090 °C. This finding agrees with earlier data from

tems for use in plant optimization, operation

similar experiments.

and maintenance

Athermal creep of UO2 and MOX fuels under irra-

❚ develop methods and tools to improve the de-

pendability of software based systems

diation is a function of applied stress and fission rate. A dedicated fuel creep experiment aims at generating data for improved modelling of fuel pe-

Work carried out and results ­obtained

riphery behaviour during PCMI. The test comprises standard UO2 fuel and commercially produced Cr-doped pellets. When fuel densification was finished, axial stresses of 30, 45 and 60 MPa were ap-

The results from the OECD Halden Reactor Proj-

plied at fuel temperatures of 400, 600 and 800 °C.

ect’s research programme are in detail reported to

Preliminary results suggest that the creep rate of

the members in two annual status reports [3, 4].

Cr-doped fuel is comparable to that of standard

Important activities are summarised below.

fuel. The dependence on temperature is weak, and the stress exponent is close to but less than 1.

Fuels and Materials Research

A fission gas release test containing standard UO2

The Halden Reactor was in planned operation ac-

fuel, Cr-doped fuel and BeO-doped is continuing.

cumulating about 190 full power days in 2011.

The six rods have been operated at heat rates of

Twelve experiments were active at various times as

30–35 kW/m and fuel temperatures in the range

part of the joint research programme of the Hal-

1200–1300 °C. The BeO – doped, which is expect-

den Reactor Project. The experiments comprised

ed to have higher thermal conductivity than UO2

studies of UO2 fuel, additive and gadolinia doped

fuel, shows in fact the lowest temperatures.

120

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011


A LOCA test with BWR fuel (IFA-650.12) was con-

samples and a tensile specimen prepared from

ducted in May. The fuel, provided by KKL (Swit-

the CW 316 TiSS are being irradiated to a higher

zerland), had been irradiated in the Leibstadt BWR

dose (~4 dpa).

to a burn-up of 72 MWd/kgU. The experimental

Thirty tensile specimens are included in the matrix

conditions were similar to those of previous LOCA

of a longterm creep and stress relaxation study.

tests, but the aim this time was to interrupt the

Twelve of the specimens are instrumented and

temperature transient in the ballooning phase by

prepared from Alloy 718, CW 316 SS, CW316

a scram action before clad failure, when the rod

Nlot, CW316LN and SA 304L SS. The uninstru-

pressure had decreased to around 50 % of its max-

mented specimen matrix comprises 6 Alloy 718, 6

imum hot pressure. The experiment was prepared

CW 316 SS and 6 SA 304 SS samples. The spec-

with considerable support by PSI which provid-

imens are being irradiated at temperatures rang-

ed design calculations and pre-calculations of the

ing from 290 to 390 °C. For the CW 316 SS spec-

transient. As predicted, significant creep deforma-

imens, irradiation creep and stress relaxation data

tion and ballooning occurred above 730–740 °C.

have been found to be consistent. The SA 304L

50 % pressure reduction was achieved at a tem-

and the CW 316LN (low SFE) samples show more

perature of about 800 °C. The rod was sound

creep/stress relaxation resistance than the CW 316

when the scram was taken, but failed 5–10 s later

SS. The aged Alloy 718 specimens exhibit signifi-

due to stresses induced by the cooling. The rod is

cantly higher stress relaxation than the CW 316

scheduled for post irradiation examination at the

SS specimens. By the middle of 2011, doses of

IFE hot laboratory.

1.2–1.6 dpa had been accumulated by the speci-

The main objective of the PWR cladding corro-

mens. The test is scheduled to continue to a dose

sion and hydriding study is to evaluate the per-

of 2 dpa.

formance of modern Zircaloy materials in aggres-

TEM/FEG STEM characterisation of the micro-

sive conditions exceeding those currently allowed

structure and microchemistry of as-irradiated 24

in operating PWRs. The effects of elevated pH,

dpa 304 SS and samples of 20 dpa 304 SS with

high power rating and significant subcooled boil-

three different post irradiation annealing treat-

ing on the performance of the materials is stud-

ments has been performed at VTT in Finland. The

ied to ascertain if sufficient margin is available

PIA treated materials had fewer fine precipitates,

for further increases in these parameters for fu-

and the grain boundary analyses revealed that the

ture PWR operation. The test contains six rods,

PIA treatments reduced radiation induced segre-

each made of four segments. The average heat

gation.

rate is 33–43 kW/m leading to a mass evapora-

RPV wall materials and austenitic stainless steels

tion rate of 3000–5000 kg/m2h. The loop system

in the form of small punch and tensile speci-

is being operated with 10 ppm Li, 1580 B (pH300

mens were prepared for loading and irradiation

7.4) and 2–3 ppm H2. The first interim inspec-

at 270 °C to fluences of 0.4 and 1 × 1020 n/cm2.

tion of the rods was performed in June 2011 af-

The objectives are to compare the effect of dose

ter 159 full power days of irradiation. The thick-

rate on RPV material properties and to study the

ness of the oxide layers on the segments was in

degradation of the austenitic stainless steel prop-

the range 5–10 μm.

erties. The study is being performed in collabora-

The integrated time to failure test is being contin-

tion with VUJE.

ued with 18 specimens, 9 in high flux and 9 in low flux positions. Two loads, about 80 and 100 % of yield stress, are applied to the samples which are also subjected to 20 % load cycling once a day.

Man-Technology-Organisation (MTO) Research

For future PWR crack growth studies, participants have provided the Project with two heats of un-

The MTO research carried out at the Halden Proj-

irradiated CW 316 SS, a CW 316 TiSS and a so-

ect is based on the Halden Man-Machine Labora-

lution annealed (SA) 304 SS reference material.

tory (HAMMLAB), a world-wide reference facili-

The materials, in the form of CTs, tensile speci-

ty for human factor studies and advice on control

mens and sheet samples, were irradiated in Hal-

room engineering. It provides the basis for studies

den in dry conditions to ~2 dpa. Two CTs, 2 sheet

on the performance of control room operators in

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011

121


complex and automated environments. Hammlab

nalized in this reporting period and comprises

is complemented by the Virtual Reality Laboratory,

analysis and comparisons based on the LOFW

a facility for rapid, interactive, high quality design

scenarios, ref. HWR-951. The LOFW part of the

of control rooms. Tools to assist in verification and

study found similar results as the SGTR part for

validation of such designs as well as tools for main-

many issues and many methods, such as the

tenance training have been developed.

importance of a good qualitative analysis and

Highlights of the work in the MTO area performed

the importance of including a cognitive part in

in 2011 are given below.

the analysis of crews’ operation with emergency operating procedures. These results strength-

Human Performance

ened the findings from the first part of the

Past accidents and incidents have underscored the

study. The HFEs in the LOFW scenarios were de-

influence of human performance on the safety

fined differently from the HFEs in the SGTR sce-

of nuclear power plants. In upgrades of existing

narios. This gave insights into the modelling of

plants or in advanced reactors, the quality and re-

dependency in dealing with sequential human

liability of human performance in operation is ex-

actions. The empirical data showed that, for the

pected to remain significant for the safe opera-

HFEs defined in these scenarios, modelling com-

tion of NPPs. Licensing of new designs will require

plete dependency between the HFEs was not

improved efforts in analysing the new work envi-

appropriate. In practical terms this means that

ronments and work organisation and their influ-

if the crews failed the first HFE, one could not

ence on safety. Human performance is therefore

assume that they would more probably fail the

a key area of research. The programme empha-

subsequent HFE.

sises empirical research, with special focus on ex-

❚ A follow-up study has been performed at a

periments in HAMMLAB. There is a strong focus

U.S. nuclear power plant. The aim was partly

on direct co-operation with active groups in the

the same as in the HAMMLAB study, to identify

member organisations within this field of research.

strengths and weaknesses of HRA methods. The

Main results:

study was run by the U.S. NRC, with the Halden

❚ HRA has been one of the focus areas. An in-

Project as a supporting organisation. The advan-

ternational collaborative study is being per-

tage for the Halden Project was to obtain prac-

formed where the outcomes from applying HRA

tice in how to perform an applied study at a nu-

methods are compared to empirical data from

clear power plant training simulator. The U.S.

HAMM­LAB. The study utilizes data collected

study confirmed some of the findings from the

in HAMMLAB including 14 crews running four

HAMMLAB study. Crew variability in the opera-

main scenarios: Two variants of SGTR (Steam

tion of the difficult scenarios was observed in the

Generator Tube Rupture), and two variants of

training simulator, as in HAMMLAB. The nature

LOFW (Loss of Feedwater). Participants from sev-

of these scenarios was slightly different from a

eral member organisations in ten countries, in-

standard training scenario, giving the instruc-

cluding industry, regulators and research organ-

tors and the crews new insights into plant oper-

isations, formed thirteen HRA teams analysing

ation of challenging scenarios. The main bene-

the scenarios. The U.S. NRC has put substantial

fits for the plant of this study were especially to

resources into the assessment group. The same

obtain insights into concrete scenario and pro-

is true for PSI from Switzerland, supported by

cedure issues.

the Swiss regulatory body ENSI. ❚ The first phase of the study, concluded in 2008

122

Operational Culture

and the results are reported in HWR-844. This

Culture may vary across nations and organisations

report is also issued by the U.S. NRC as NUREG/

that operate nuclear plants. This could limit the

IA-0216. Phase two of the work (2008 – 2009)

generalizability of human-machine research con-

consisted of analysis of the HAMMLAB data for

ducted in HAMMLAB and other simulator facili-

the rest of the HFEs (Human Failure Events) in

ties. We have therefore investigated cross-cultur-

the SGTR scenarios, reviewing the HRA analy-

al generalizability to find out whether nuclear na-

ses for these scenarios, and comparing the out-

tions and organisations share a common culture,

comes, ref. HWR-915. Phase three has been fi-

or have unique cultures.

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011


According to Geert Hofstede ref. HWR-956, cul-

Human System Interface work

tural differences manifest themselves in four gen-

The Project member organisations are very inter-

eral ways, namely through values; rituals; heroes;

ested in research related to Human System Inter-

and symbols. Symbols are words and objects car-

faces (HSIs) and in particular the innovative as-

rying particular meanings to those who share the

pects going beyond traditional P&ID-based pre-

culture, but these can easily change and/or be re-

sentation. Modernisation of nuclear power plant

placed, as well as copied by other cultures. Heroes

control rooms is taking place in many countries,

are persons who possess highly prized character-

moving from panel-based control rooms into hy-

istics in a particular culture, and serve as models.

brid solutions. Utilising the full capabilities of com-

Rituals are collective activities, technically super-

puterised solutions and at the same time maintain-

fluous in reaching desired ends, but socially im-

ing the human factors aspects are prioritised. Im-

portant and carried out for their own sake. These

proved information presentation will contribute to

three manifestations are visible to the outside ob-

safer and more efficient operation by supporting

server, but their cultural meanings are invisible and

operators in process understanding and creating

lie in the way they are interpreted by the insiders.

enhanced situation awareness.

Values are the core of a culture and are feelings

The main objective is to develop, test and evaluate

with a positive or negative prefix, and explain the

an HSI concept addressing the near-term needs of

tendencies to prefer certain states of affair to oth-

the industry to support on-going and planned con-

ers. Values are learned implicitly and cannot read-

trol room modernisation projects, and the main re-

ily be discussed, nor observed directly by outsiders.

sults achieved are:

Hofstede has developed instruments for assess-

❚ Two reports have been issued on large screen

ment of national and organisational culture. We

overview displays. «Large screen displays – a

used his measurement scales to profile culture

usability study of three different designs», ref.

among Swedish, Korean and US control room op-

HWR-1025, and «An empirical qualitative study

erators. The results are shown in the figure below.

of Information Rich Design (IRD) BWR HAM-

These profiles show that six plant organisations

MLAB Large Screen Display», ref. HWR-1023.

from different national cultures are surprisingly

❚ A requirement for control rooms in the nucle-

similar. This could be early evidence of an indus-

ar domain is to perform substantial verification

trial culture, which is promising with respect to

and validation of its capabilities to support hu-

the cross-cultural generalizability of simulator re-

man performance. The evaluations performed

search. It is important to be aware, however, that

towards the end of the design process focus on

culture is not the only obstacle to generalization

acceptance testing, and the testing of the fi-

across operator populations. Nuclear nations and

nal design solution is often referred to as Hu-

plant organisations may, for example, maintain

man Factors Integrated System Validation (ISV).

different operator competencies, training philos-

The main purpose of ISV is to investigate wheth-

ophies, regulation policies, rules and work prac-

er new control room designs keep human per-

tices.

formance within acceptable limits, and thereby

120 120

Line LinePlot Plotof ofNational NationalCulture Cultureper perPlant PlantOrganisation Organisation

4.0 4.0 3.8 3.8

100 100

3.6 3.6

8080

3.4 3.4

6060

3.2 3.2 3.0 3.0

4040

2.8 2.8

2020

2.6 2.6

00

2.4 2.4

-20 -20

2.2 2.2

-40 -40 -60 -60 -80 -80

Line LinePlot Plotof ofOrganisational OrganisationalCulture Cultureper perPlant PlantOrganisation Organisation

PDI PDI

IDV IDV

MAS MAS

UAI UAI

LTO LTO

KR1 KR1 KR2 KR2 SE1 SE1 SE2 SE2 SE3 SE3 US1 US1

2.0 2.0 1.8 1.8 1.6 1.6 1.4 1.4

P1 P1

P2 P2

P3 P3

P4 P4

P5 P5

P6 P6

KR1 KR1 KR2 KR2 SE1 SE1 SE2 SE2 SE3 SE3 US1 US1

PDI, IDV, MAS, UIA, LTO, P1, P2, P3, P4, P5 and P6 are dimensions of national and organisational culture (see Hofstede). KR= Korea, SE= Sweden, US= United States of America. The numbers after KR, SE or US refer to anonymous plants.

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011

123


support safe operation. ISV concentrates on the

has been issued, ref. HWR-979, and a report

functionality of the control room as a whole,

on maintenance planning support, «A Study of

i.e., the human performance resulting from the

Outage Planning under Complex Radio-logical

integrated functioning of the control room ele-

Conditions using Halden Planner», ref. HWR-

ments, such as e.g. the human machine inter-

982. A revised version of the Halden Planner

face, the operating procedures, the role defini-

software has been developed to support ALARA

tions and work organisation, the I&C functional-

optimisation and reporting.

ity, training and experience, etc. A report (HWR-

❚ A survey of 3D engines and 3D formats avail-

986) has been issued entitled «Human factors

able on the target platforms (currently Android

ISV – lessons learned from NPP modernisation

and iOS) has been carried out with the purpose

projects».

to support maintenance activities.

The Project also aims to act as a demonstration

❚ A user study of interaction techniques for 3D

bed for innovative solutions, assisting utilities, au-

user interfaces has been made which provides

thorities and vendors in their design and evalua-

lessons learned about various input devices and

tion processes related to future human system in-

interaction techniques for immersive VR sys-

terface designs:

tems, ref. HWR-983. Improvements have been

❚ The results have been described in HWR-936:

made to the software tool for developing VR-

«Innovative HSI concepts, rationale and design solutions». ❚ Initial roles and potential usefulness of multi-

touch interfaces for Outage Control Centers (OCCs) have been explored using multi-touch table-top technologies.

based training simulations. ❚ A study on stakeholder communication in a de-

commissioning process has been produced, ref. HWR-1000. ❚ Methods for radionuclide characterisation sup-

port have been described in «Characterization Implemented in a Virtual Environment», ref.

Visualization interface technology work

HWR-999. The initial HRP radiation calculator

The Visual Interface Technologies division develops

codes have been reviewed and documented in-

the software infrastructure used to support experi-

cluding design of an improved radiation calcu-

ments in HAMMLAB. It also conducts research on

lator.

topics related to planning, supporting and training field operators, and other applications of vi-

On-line monitoring technologies

sualisation technologies in the plant lifecycle. This

A number of computerised system and applica-

comprises software designed to support the edit-

tions have been developed through the years at

ing and management of simulated work scenarios

the Project to benefit safety and economy in op-

in 3D environments, e.g. collaborative training re-

erations and maintenance (O&M). Their potential

lated to safety of work operations. During 2011,

and advantages have, however, not yet been ful-

the following specific results have been achieved:

ly realized in the nuclear field as they have in oth-

❚ Implementation challenges related to incorpo-

er domains. Model-based Condition Monitoring

rating multi-touch support into HSIs has been

(MBCM) techniques include among others physi-

addressed in HWR-984: «Strategies for imple-

cal modelling techniques (TEMPO), empirical mod-

menting multi-touch HSIs».

elling techniques (PEANO, Aladdin), and knowl-

❚ A paper describing the results of the prototyp-

edge-based modelling techniques. The need to re-

ing work done to demonstrate the potential ad-

duce O&M costs and increase productivity, while

vantages of incorporating semantic information

maintaining adequate safety, is one of the main

into HSIs to facilitate design and implementa-

drivers behind most current and future plant mod-

tion.

ernisation projects. A renewed focus on business,

❚ A new and improved research test bed to inves-

technical and licensing acceptance issues of these

tigate the potential of computer-supported eval-

technologies is the unifying theme of the activities

uation of control rooms has been developed.

summarised here:

❚ On radiation visualisation, «A Comparative Study

❚ Model-Based Condition Monitoring has focused

of Radiation Visualisation Techniques for Interac-

on obtaining improved models for condensers.

tive 3D Software Applications (follow-up study)»

A TEMPO – Workshop on new condenser mod-

124

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011


ule from Laappeenranta University of Technolo-

❚ A conceptual model of traceability has been re-

gy (LUT), Finland, held June 2011 in Halden, has

fined. The conceptual model is published as a

been a valuable contribution.

part of the HWR-1002 which also includes an

❚ A Multilevel Flow Model (MFM) for the second-

assessment of security and safety techniques for

ary side of Loviisa-2 VVER nuclear power plant

risk identification and requirements elicitation of

has been finalised and can be used to perform

software systems.

fault diagnosis analysis. This gives the possibility

❚ A new failure modelling technique called failure

to identify one or more root causes for abnormal

sequence diagrams (FSD) was proposed. The re-

residual detected by TEMPO.

sults of the work have been published through

❚ C ondition-Based Maintenance Support has fo-

a conference paper.

cused on development of a diagnostic model,

❚ Assessment of error propagation and Common

using an empirical approach, which provides re-

Cause Failures (CCF) has lead to an initial con-

liable calculations of the erosion state of valves

ceptual model of a technique for describing de-

based on collected measurements of physical

pendencies in the system in terms of system

parameters. A prognostic model, which makes

components, functionality and interactions. A

use of a statistical method based on the gamma

paper was presented at EHPG-2011 on «Mod-

process, to accurately estimating the remaining

elling Dependencies of Digital I&C Designs for

useful life of the choke. The model is analytical and implemented in the Mimìr software.

CCF Analysis». ❚ The activity on assessment of advanced control

❚ A report on formal structuring of procedures has

systems has been reported in HWR-1004 enti-

been made and implementation of the drafted stan-

tled «Patterns for Handling Safety Critical Adap-

dard building blocks has been completed and inte-

tive Software».

grated into the COPMA-III system, ref. HWR-992. ❚ A n overview paper describing the HRP activi-

ties on Cable Ageing Assessment and Condition

National Cooperation

Monitoring in the period 2003–2011 has been prepared and was presented at EHPG Meeting in

The Fuels & Materials programme is supported by

Sandefjord, 2–7 October, 2011.

LOCA calculations performed at PSI; in particular regarding the specification of the conditions of

Software system dependability

the LOCA tests using segments from the Leibstadt

The research programme on software systems de-

NPP. The test executed in 2011 and the next one

pendability contributes to the introduction of digi-

planned for execution in 2012 makes use of Leib-

tal instrumentation and control (I&C) systems into

stadt fuel (70 MWd/kgU). PSI is also making active

nuclear power plants. Focus is on 4 topics impor-

use of other Halden reactor experiments, e.g., the

tant both to design and production of digital I&C

rod overpressure/clad lift-off test. The value of the

as well as safety assurance and licensing issues.

Halden Project’s results is also enhanced through

These topics are: modernisation of digital I&C, in-

post irradiation examinations carried out at PSI on

tegrating requirements engineering and risk as-

inert matrix fuel and on material from the com-

sessment, assessment of error propagation and

pleted corrosion test IFA-638.

Common Cause Failures, and assessment of ad-

An OECD HRP/NEA summer school on Plant Aging

vanced control systems. Summary of activities:

was arranged in Halden 28th August – 1st Septem-

❚ O n modernisation of Digital I&C, the difference

ber 2011 with Swiss participation.

between modernisation and development has

In order to make the results from the experiments

been defined and guidance for the use of several

in HAMMLAB more useful for HRA practitioners,

HRP requirements engineering means have been

the Halden Project has established close contact

formulated in HWR-1001. A modernisation pro-

with HRA specialists in the member organisations

cess has been developed.

in the planning of activities in HAMMLAB. In Swit-

❚ A process model for developing support for doc-

zerland close contact is established with PSI and

umentation of standards has been designed and

ENSI in these matters. Dr. Vinh Dang, PSI, is also

a template for the use of the IEC-61513 stan-

taking part in the NEA work group, WGRISK, on

dard has been constructed.

HRA information exchange where also the Halden

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011

125


Project is participating, and this further enhances the cooperation with PSI in this area.

Assessment 2011 and ­Perspectives for 2012

The Project has developed the new cable diagnostic tool called LIRA which now has been com-

The activities in 2011 of the Halden Project pro-

mercialised through the company Wirescan. Cable

gressed mostly according to schedules. Several

measurements have been performed with LIRA at

workshops and seminars were arranged to guide

Leibstadt NPP. The objective of this test was to es-

the current program and to help shaping future

timate the current condition of safety related low

activities.

power cables, all of them located inside the reac-

The experiments in the Halden reactor have pro-

tor containment, to verify the usability and per-

vided valuable data on the behaviour of reactor

formance of LIRA as a condition monitor tool for

fuel and materials during both normal operat-

assessing the cable condition at NPPs. A seminar

ing conditions and transients which are used to

was held at Leibstadt on March 31st 2011 discuss-

improve and validate safety analysis codes. The

ing cable aging assessment in NPPs using LIRA.

experiments in HAMMLAB have provided useful

This seminar gathered many experts from all the

data for HRA modelling and to technical bases for

Swiss Utilities.

human factors guidelines for design and evaluation of control room solutions and human-system

International Cooperation

interfaces. Methods and systems developed for plant surveillance and optimisation have been taken into use in NPPs in member countries.

The OECD Halden Reactor Project is a joint under-

The joint programme of the OECD Halden Reac-

taking of national organisations in 19 countries

tor Project is agreed upon for three years. 2011 is

sponsoring a jointly financed research programme

the last year of the current 3-year period 2009–

under the auspices of the OECD Nuclear Energy

2011 in accordance with the 2009–2011 frame-

Agency. The international members of the Halden

work programme [1] and the annual programme

Project participate actively in formulating, priori-

for 2011 as approved by the Halden Programme

tising and following up the research programmes.

Group [2]. The programme for 2012 has been de-

This ensures that the work is focused on tasks with

fined [5]. CEA (France) and ENEA (Italy) entered

direct safety relevance. In the execution of the

as new Associated Parties to the Project in 2011.

programme, the Halden Project maintains close

This means that there are currently 19 member

contacts with its member organisations in these

countries and the Project continues to look for

countries and with NEA and its relevant working

new members to join. The discussion on the con-

groups. A technical steering committee, the Hal-

tinuation of the Halden Reactor Project in the pe-

den Programme Group, with members from the

riod 2012–2014 is progressing well and according

participating organisations, approves the annual

to schedule.

research programme and oversees the progress of the work. The Enlarged Halden Programme Group Meeting

References

(EHPG) was held in Sandefjord 2nd–7th October 2011 with several participants from Switzerland. The previous EHPG meeting took place at Storefjell, Norway,

14th–19th

March 2010. This is a good

opportunity for exchanging information with the

[1] Halden Reactor Project Programme Proposal 2009 – 2011, HP-1233. [2] Halden Reactor Project Programme Proposal 2011, HP-1310.

international community on key research topics

[3] Status Report January – June 2011, HP-1333

within the Fuel & Materials and the MTO.

[4] Status Report July – December 2011, HP-1342 (to be issued in 2012). [5] Halden Reactor Project Programme Proposal 2012, HP-1334.

126

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011


Project IFA-638– TEM Examinations of Metal-oxide ­interface of Zirconium alloys Author und Co-author(s)

C. Proff and S. Abolhassani

Institution

Paul Scherrer Institut

Address

Paul Scherrer Institut, 5232 Villigen-PSI, Switzerland

Tel., E-mail, Internet address Sousan Abolhassani, + 41 56 310 2191, Sousan.abolhassani@psi.ch, www.psi.ch and http://lnm.web.psi.ch/ Duration of Project

End 2010 to End 2012

ABSTRACT

that two types of precipitates are present in

The objective of this project is to examine the

the alloys studied, depending on the Fe con-

metal-oxide interface of a number of mod-

tent of the material. In the case of alloys show-

ern zirconium based claddings, irradiated in

ing a better resistance to oxidation, the Fe con-

Halden reactor up to high burn-ups, in order

taining precipitate is absent or its frequency is

to compare the oxidation behaviour of these

statistically low. It has been observed that the

materials. The aim is to correlate the micro-

Fe containing precipitate undergoes a certain

structure of each cladding material to its com-

amorphization, where as the other type of pre-

position in view of better understanding the

cipitate, a -Nb type, does not show this be-

role of alloy composition and microstructure

haviour. All precipitates show certain dissolu-

on its oxidation behaviour. Four different sam-

tion under irradiation; this behaviour is inten-

ples have been examined this year, from three

sified in the oxide.

different alloy types. The results have shown

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011

127


Project goals

of the metal-oxide interface and the microstructure of the oxide is available till present. This proj-

The objective of this project is to examine the met-

ect attempts to fill this gap, in order to under-

al-oxide interface region and the microstruc-

stand the effect of irradiation on the materials be-

ture on both sides of the interface by transmis-

haviour and to contribute to the understanding of

sion electron microscopy (TEM), on different mod-

the mechanism of oxidation under irradiation. To

ern commercial zirconium alloys irradiated under

do so, it would have been necessary to study ar-

identical conditions in the IFA 638 campaign in the

chive materials in parallel, for comparison; how-

OECD Halden reactor project [1]. The characterisa-

ever, in the absence of such archive materials, the

tion of these claddings will be performed in agree-

data available on the microstructure from previ-

ment with the previous studies on irradiated zirco-

ous studies has been considered as reference [4–

nium alloys [2, 3]. The main goal of this study is to

6]. Whenever possible, the fresh and pre-irradiat-

contribute to the understanding of the oxidation

ed materials will be compared to see the evolu-

behaviour of these alloys under PWR conditions.

tion of the microstructure as a function of burn-

The TEM samples have been prepared by a dual

up/fluence.

beam focused ion beam (FIB).

Introduction

Experimental

In the framework of the IFA 638 started by Halden

Sample delivery and preliminary ­preparation

reactor project, a number of modern commercial

As Zircaloy-4 and certain other materials have

zirconium claddings have been irradiated to high

been studied in our previous projects [2, 3], they

burn-up under PWR water chemistry, fluence and

were no more selected in the present project, also

thermal hydraulic conditions. The aim of the IFA-

due to the limitation by the number of samples,

638 campaign has been to study the corrosion and

planned to be studied in this project, the choice

hydriding behaviour of the alloys.

of segments has been made based on the inter-

The project ended in 2007 after 13 reactor cycles

ests of the scientific community. The samples se-

of irradiation and the materials were finally extract-

lected for this project and their details after char-

ed and characterized by nondestructive and de-

acterisation by destructive examination performed

structive testing [1,7]. Three types of samples were

in Kjeller [7] are presented in (Table 1). For each

used for the IFA-638 project; i -coupons, ii -fueled

material a 5 mm long ring was prepared and de-

cladding segments without prior irradiation and

fueled at Kjeller. The work at PSI commenced with

iii -fueled cladding segments previously irradiated

measurement of the dose rate of each single sam-

in a nuclear power plant. The details of this proj-

ple and optical inspection. All samples with a dose

ect have been reported annually by Halden reactor

rate below 4 mSv/h (in contact), were prepared in

project in a series of reports [7]. In the framework

the shielded fume hood (Table 1). The two sam-

of a project financed by ENSI, PSI and Halden start-

ples with higher dose rates have to be prepared

ed a collaboration to examine by transmission elec-

in a shielded cell; this part of the project is fore-

tron microscopy (TEM) the microstructure of the

seen for 2012.

metal-oxide interface and the oxide of a number of

Prior to FIB sample preparation, the ring samples

fueled segments selected from both pre-irradiated

were first decontaminated by ultrasonic cleaning,

fueled claddings and fueled claddings without pri-

a thin ring (<1 mm) was cut from the 5 mm clad-

or irradiation (referred to in this study as pre-irradi-

ding ring, a segment of approximately 45° was

ated and fresh). In these TEM studies, the coupons

prepared and this segment was polished and

were not examined as it was considered that the

mounted on SEM holders for TEM sample prepa-

other two families are more representative of the

ration (dose rate below 10 µSv/h).

oxidation in reactor conditions. Although the microstructure of these commercial

FIB-TEM sample preparation

alloys has been studied in the metal, after irradia-

A Zeiss NVision 40 workstation FIB (equipped with

tion in the past [4-6], to our knowledge, no study

both electron and ion beams) with an EDS system

128

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011


M5 (preirradiated)

M5 (fresh)

E 635 (fresh)

ZIRLO (fresh)

ZIRLO (pre-­ irradiated)

Alloy A (fresh)

Burn-up MWd/KgU

76.5

44.0

44.0

53.4

78.5

53.4

dose rate in contact mSv/h

3.5

0.8

0.8

1.3

90.0

45.0

mean oxide thickness IFE [7]/µm

33 *

14 *

36

28

62

33

6–16 *

2–5 *

31–34

25–30

–

–

–

–

0–4

0–10

–

–

Sample

oxide thickness on prepared ring segments/µm thickness of CRUD on ­prepared ring segment/ µm

2

Table 1: Overview of ­irradiations and oxidation data of the samples and-the dose rates for received ­cladding rings.

* The Absence of CRUD could indicate a certain spalling of the oxide as observed by metallography. Grey part planned for 2012

Projekt IFA-638 TEM examinations

by Oxford instruments and a Kleindiek microma-

TEM observations

nipulator was used. The segment of each material

A JEOL2010 equipped with a LaB6 cathode and

EDS system DATA by Oxford Instruments was used. was investigated in the instrument to observe the TABLE 1: OVERVIEW OF IRRADIATIONS ANDan OXIDATION OF THE SAMPLES ANDinvestigations were focused on the geometry condition of the oxide and regions suitable The THE DOSE RATES FORidentify RECEIVED CLADDING RINGS. for preparation of the transverse samples. The M5 (preM5FIBSample TEM sample preparation followed the procedure irradiated) (fresh)

ofEthe the(precomposition 635metal-oxide ZIRLOinterface, ZIRLO Alloyand A microstructure of precipitates in the metal (fresh) and the (fresh) (fresh) irradiated)

describedBurn-up in [8]. 76.5during the 44.0 The irradiated material deformed thin-

oxide, the oxide microstructure and when possi53.4 53.4are ble44.0 the presence of hydrides. 78.5 The EDS analyses

ning due to internal stresses, therefore the width dose rate in contact 3.5 had to 0.8 of the electron-transparent window be re-

performed in particular on precipitates in the met-

stricted to approximately 6 µm; the frame strucmean oxide thickness 33 * 14 * ture shown in Figure 1 was intended to stabilize IFE [7] / øm the thinned region. oxide thickness on In the case of ring M5 fresh a thin 6-16 *spalling,2-5 * prepared seg- with oxide oxide layer of about ments / øm 4–5 µm was present. In this

are based on semi-quantitative analyses. 36 28 62

MWd/KgU mSv/h

0.8 and oxide-side 1.3 al-side of the 90.0 interface, the 45.0 results

Results 31-34

25-30

-

33 -

case it was possible thickness of CRUDtoonuse the top-view geometry for prepared sample preparation, not shown in Figure - 1. ring segment In general it was/ øm concluded, that more than one

M5 pre-irradiated

TEM sample will be needed for the full analysis of

terface is zigzagged at a submicron level. This has

each planned material. for 2012

been observed previously for Nb containing zirco-

*

Figure the metal-oxide- interface geome0-4 2 shows 0-10 try of this material. As it can be observed, the in-

The Absence of CRUD could indicate a certain spalling of the oxide as observed by metallography. Grey part

Figure 1: Sketch of TEM sample geometry, a: electron transparent region, b: frame in top view and c: frame in front view and (d) ­prepared final sample (M5 fresh).

Figure 1: Sketch of TEM sample geometry, a: electron transparent region, b: frame in top view and final sample (M5 fresh). 129

c: frame in front and (d) prepared ENSI Erfahrungsundview Forschungsbericht 2011


Figure 2: TEM Dark field contrast of the metal-oxide ­interface on pre-irradiated M5.

a

b

a

b

7

Projekt IFA-638 TEM examinations

Figure 2: TEM Dark field contrast micrographs of the metal-oxide interface on pre-irradiated M5.

Figure 2: TEM Dark field contrast micrographs of the metal-oxide interface on pre-irradiated M5. Figure 3: TEM Bright field contrast (a) of a precipitate band in the metal (b) precipitate in the oxide of pre-irradiated M5. INSET in (a) shows Dark Field contrast micrograph of precipitate in box (a) at higher magnification together with diffraction pattern.

Figure 3: TEM Bright field contrast (a) of a precipitate band in the metal (b) precipitate in the oxide of pre-irradiated M5. INSET in (a) shows Dark Field contrast micrograph of precipitate in box (a) at higheralloys magnification together with diffraction nium as reported by Abolhassani et al. pattern. [3], gen content of the precipitates in the oxide was

which was not observed for the alloys of the Zir-

5–10 at.% lower than that in the surrounding ma-

caloy group. In the metal adjacent to the interface

trix. This did not indicate metallic precipitates. The

the hydrides areBright oriented in circumferential exact speciation expected cannot be given, not Figure 3: TEM fieldmostly contrast (a) of a precipitate band in the metal (b) precipitate in the oxide of pre-irradiated M5. INSET in (a) shows Dark Fieldknowing contrast the micrograph of precipitate in box (a) at direction (Figure 2). exact composition of the precipitates higher magnification together with diffraction pattern. The precipitates in the metal are aligned in rows before irradiation, after incorporation into the oxand no sign of amorphization could be found in

ide and the amount of Nb in dissolution together

their diffraction patterns (Figure 3 a). The precip-

with the extent of contribution of the surround-

itates observed in the oxide showed small cracks

ing matrix oxide to the EDS signal. The compar-

on the side facing the outer surface (Figure 3b). It

ison with the fresh M5 will be very useful in this

is worth mentioning that it was difficult to identi-

respect.

fy precipitates in the oxide. EDS analysis of the precipitate composition in the

M5 fresh

metal showed a Nb/Zr ratio of 1.2. Doriot et al.

In the case of fresh M5 the metal-oxide interface

identified the precipitates in un-irradiated M5 as

is again zigzagged (see Figure 4) and hydride lens-

-Nb (80–85 wt.%Nb) [4]. The obtained Nb/Zr ra-

es are observed in the metal part of the interface

tio in this study deviates clearly from the one ex-

(Figure 4b). The hydrides are mostly oriented in cir-

pected for -Nb precipitates and is similar to what

cumferential orientation, some radial hydrides can

Doriot et al. observed after several irradiation cy-

also be observed. A series of features are present,

cles. The higher Zr content in the measured re-

they do not follow the general orientation of the

gion could be due to dissolution of precipitates to

hydrides in the metal grains (Figure 4b).

the matrix and re-precipitation in form of needle-

The precipitates in fresh M5 are mostly spherical;

shaped precipitates as reported in [4].

some exhibit an elongated shape (Figure 5). The

The precipitates observed in the oxide of this ma-

EDS analysis of the precipitates in fresh M5 has

terial exhibited even lower Nb/Zr ratios. The oxy-

given Nb/Zr ratios of up to 4.2, which is close to

130

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011


the expected value for un-irradiated -Nb precip-

did not show this amorphization ring. We could

itates. The precipitates in the oxide exhibit low-

conclude that at least a partial amorphization of

er oxygen contents than the surrounding matrix

the precipitates has taken place.

(10–20 at.%), indicating a delayed oxidation of

The EDS analysis of the precipitates in the met-

the precipitates. The crescent shaped crack of the

al shows for the majority a composition of ap-

precipitates at the metal-oxide interface (Figure

proximately Zr 40 %, Nb 40 %, Fe 20 %. Again

5b) and in the oxide (Figure 5c) indicates such de-

making reference to the literature, it has been ob-

layed oxidation behavior previously observed in

served, that the precipitate types in E635 with an

unirradiated binary Zr-Nb alloys [9].

alloy composition close to the studied material,

E635 fresh

Zr(Fe,Nb)2 [5].

Figure 6 shows a dark field contrast of the metal-

This observation implies that certain Fe depletion

oxide interface of E635 with some hydrides visible.

takes place in these precipitates. Shishov et al. [5]

The metal-oxide interface of this material is undu-

had also observed such iron depletion of the pre-

lated and a precipitate can be observed in the ox-

cipitates in the metal and mentioned amorphisa-

Projekt IFA-638 TEM examinations ide approximately 170 nm away from the interface

tion of the precipitates. The observation of amor-

(Figure 6 marked with P).The analysis of the dif-

phous precipitates in the oxide has been also re-

fraction patterns of the precipitates shows a ring

ported for this precipitate type for autoclave oxi-

indicating a certain amorphization of the precipi-

dation by Kim et al.[10]. Precipitates in the oxide,

tate a (Figure 7). b The diffraction pattern of the matrix adjacent to Projekt IFA-638 TEM examinations

as presented in Figure 7, show considerably low-

two types of precipitates are present, -Nb and

8

8

the precipitate both in the metal and in the oxide

a

er oxygen contents than the surrounding oxide (20–30 at.%), indicating clearly a delayed oxida-

b

Figure 4: TEM Dark (a) and Bright (b) field contrast micrograph of metal-oxide interface of fresh M5. The bright field contrast micrograph shows the hydrides in the metal side of the interface, also observable on the dark field contrast in inset

Figure 4: TEM Dark (a) and Bright (b) field contrast micrograph of metal-oxide interface of fresh M5. The bright field contrast micrograph shows the hydrides in the metal side of the interface, also observable on the dark field contrast in inset

Figure 4: TEM Dark (a) and Bright (b) field contrast of metaloxide interface of fresh M5. The bright field ­contrast micrograph shows the hydrides in the metal side of the interface, also ­observable on the dark field contrast in inset.

Figure 5: TEM Bright field contrast of precipitates in the metal (a), at the metaloxide interface (b) and in the oxide (c) of fresh M5. The electron diffraction patterns of precipitate (P) and the matrix beside (M) with no signs of an amorphization ring are shown for all three categories. The inset in (a) shows the precipitate used for the presented electron diffraction pattern in (a). Precipitates in contact with oxide show a crescent-shaped crack ­towards the outer surface.

Figure 5: TEM Bright field contrast of precipitates in the metal (a), at the metal-oxide interface (b) and in the oxide (c) of fresh M5. The electron diffraction patterns of precipitate (P) and the matrix beside (M) no signs an amorphization ENSI with Erfahrungsund of Forschungsbericht 2011 ring are shown for all three categories. The inset in (a) shows131 the precipitate used for the presented electron diffraction pattern in (a). Precipitates in contact with oxide show a crescent-shaped crack towards the outer surface.


tion of the precipitates. At more than 1 µm dis-

observed in this material (see also Sabol et al. [6]),

tance from the metal-oxide interface the precipi-

the majority of the precipitates are of -Nb type,

tates were found to be fully oxidised and the Fe

this type of precipitates remains crystalline in the

and Nb levels were much lower than close to the

metal and in the oxide (Figure 9a and b). The sec-

metal-oxide interface or in the metal, although no

ond type contains Fe beside Nb and Zr, this precip-

redistribution of the alloying element content to

itate type is found amorphous in metal and in the

the surrounding could be shown with EDS mea-

oxide. One such precipitate observed in the oxide

surements.

is presented in Figure 9c. The diffraction pattern of the oxide adjacent to this precipitate does not

ZIRLO fresh

show this ring. It could be concluded that at least

Figure 8 shows a dark field contrast of the metal-

a partial amorphization of the precipitate has tak-

oxide interface of ZIRLO with some hydrides visi-

en place.

ble in the metal. The metal-oxide interface of this

The Nb to Zr ratio of the -Nb type precipitates as

material is undulated. Two types of precipitates are

obtained by EDS point analyses varied, the highest Projekt IFA-638 TEM examinations

Figure 6: TEM Dark field contrast of metal-oxide interface of E635 with interface marked by arrow-heads, hydrides in the metal can be observed, precipitate in the oxide is marked with P.

Figure 6: TEM Dark field contrast of metal-oxide interface of E635 with interface marked by arrowheads, hydrides in the metal can be observed, precipitate in the oxide is marked with P.

Figure 7: TEM Bright field contrast of precipitates in the metal (a), at the metal-oxide interface (b) and in the oxide (c) of fresh E635 together with their corresponding diffraction patterns (P) and the matrix around (M). Diffraction patterns (P) of precipitates show an amorphization ring and the dif-fraction pattern of the matrix beside (M) no such ring.

9

Projekt IFA-638 TEM examinations

Figure 6: TEM Dark field contrast of metal-oxide interface of E635 with interface marked by arrowheads, hydrides in the metal can be observed, precipitate in the oxide is marked with P.

Figure 7: TEM Bright field contrast of precipitates in the metal (a), at the metal-oxide interface (b) and in the oxide (c) of fresh E635 together with their corresponding diffraction patterns (P) and the matrix ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011 132 around (M). Diffraction patterns (P) of precipitates show an amorphization ring and the diffraction pattern of the matrix beside (M) no such ring.

9


10

Projekt IFA-638 TEM examinations

Figure 8: TEM Dark field contrast of the metal-oxide 足interface of ZIRLO.

igure 8: TEM Dark field contrast of the metal-oxide interface of ZIRLO.

igure 8: TEM Dark field contrast of the metal-oxide interface of ZIRLO. Figure 9: TEM micrographs of precipitates in the oxide of ZIRLO. (a) shows a precipitate at the metal-oxide interface and (b) a precipitate in the oxide both with a crescent-shaped crack and (c) an amorphous precipitate as shown by the corresponding diffraction pattern.

Figure 9: TEM micrographs of precipitates in the oxide of ZIRLO. (a) shows a precipitate at the metaloxide interface and (b) a precipitate in the oxide both with a crescent-shaped crack and (c) an amorphous precipitate as shown by the corresponding diffraction pattern. ratio was found for a precipitate in the oxide with materials namely fresh M5, fresh alloy E635 and

a ratio of Nb/Zr of ca. 4.5, which corresponds to fresh ZIRLO together with the pre-irradiated M5 Figure 9: TEM micrographs of precipitates in the oxide of ZIRLO. (a) shows a precipitate at the metaltheir composition before provide information about these maoxide interface and (b) airradiation. precipitateThose in theprecipoxide both with ainteresting crescent-shaped crack and (c) an amorphous precipitateFeasasshown byNb theare corresponding pattern. their oxidation behaviour under itates containing well as most prob- diffraction terials regarding ably very similar to the precipitates reported by

irradiation.

Sabol et al. with a formula of Zr0.5Nb0.3Fe0.2 [6].

The oxidation behavior of the fresh alloys (which

Assuming a similar composition for these precipi-

have been loaded into the reactor without any pri-

tates prior to irradiation, we could conclude that

or irradiation) shows that the M5 has clearly a bet-

a considerable depletion of Fe has occurred as the

ter oxidation resistance in comparison to the two

measured concentration ratios are in the range of

other alloys. However, the oxide layer in the case

6:6:1 for Zr, Nb and Fe respectively. It is worth not-

of M5 spalls readily. This aspect of M5 behaviour

ing that both precipitate types exhibit lower alloy-

has to be considered for future examinations of

ing element concentrations in the oxide, in com-

this material. Not taking this aspect into account,

parison with that measured in the metal.

the composition of the alloys is to be considered in order to examine their differences. Two main

Intermediate Discussion and Conclusions

differences in the alloying element content of the above alloys can come into the discussion. The Fe content and the Sn content of these three alloys are different. The amount of Nb of all alloys is ba-

This study contributes to the large amount of

sically in the range of 1.0 wt%, with E635 having

data already available on the IFA-638 campaign.

1.1 wt.%, therefore at this stage we consider that

At this stage, the results studied on the three

Nb contents are at least comparable. In the case

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011

133


of Fe content, ZIRLO has twice the amount of Fe

The comparison of the Pre-irradiated M5 with

of M5 and alloy E635 has 6 times the Fe content

fresh M5, confirms that the effect of irradiation

of M5. The Sn content of M5 is negligible, and can

on the dissolution increases as a function of flu-

be considered as impurity, where as the amount of

ence, thus, the depletion of Nb takes place in the

Sn in alloy E635 is 1.25 wt%; the fresh ZIRLO has

-Nb precipitates and it can be expected that it will

1.0 wt% of Sn. In the composition range of the

cause a final exposure of the cladding to rapid ox-

claddings studied here, the Sn does not induce any

idation, this finding brings a new understanding

precipitation and can be considered to remain in

about the role of Nb containing precipitates in the

solid solution.

claddings used in the reactor.

The behaviour of precipitates in the different alloys is as follows: From the observations in this study and in agreement with the data available in the lit-

National Cooperation

erature, it can be observed that in the Fe containing alloys of this series, two families of precipitates

The Service of Microscopy and Nanoscopy (SMN)

are present. A Nb-rich, -Nb type and a precipitate

of the «Centre Suisse d’Electronique et Micro-

containing Fe. These precipitates are present both

technique» (CSEM) has provided access in case of

in the ZIRLO and in E635 alloys. The amount of Fe

special needs, for the use of TEM.

in the M5 seems to be below the threshold of formation of such precipitates, or their frequency is statistically very low; therefore they have not been

International Cooperation

encountered in the present study. The Fe containing precipitate type seems to amor-

This project has been started in collaboration with

phize under irradiation (already in the metal), and

the OECD Halden reactor project, and the IFE

their Fe content reduces, therefore a dissolution

Kjeller laboratory.

can be observed in these precipitates. This behaviour is observed both in the ZIRLO and the E635, however in the case of M5 in the absence of these precipitates, no amorphization of precipitates un-

Assessment 2011 and ­Perspectives for 2012

der irradiation is observed. The -Nb type precipitate does not amorphize in all alloys studied in

The examination of the present irradiated cladding

this part.

segments should be considered as a great success, as access to such cladding materials from the re-

Behaviour of precipitates in the metal and in the oxide

actor and the preparation of such materials for

Precipitates in the metal: these precipitates show

only the sample decontamination and preparation

dissolution under irradiation, the phenomenon is

is demanding, but also the transport of such ma-

present both for the -Nb and the Fe containing

terial from Norway has been a very lengthy pro-

precipitates, however, the rate of dissolution of

cess. As mentioned before, results obtained in this

precipitates seems to be slower, or the amount of

study allow a better understanding of the oxida-

TEM studies needs a great amount of effort. Not

alloying element larger for the -Nb in compari-

tion behavior of the modern claddings. The study

son with the Fe containing precipitates. The pre-

of the metal-oxide interface of the three types of

cipitates containing Fe are more frequent in E635,

cladding and the possibility of comparing the M5

this alloy contains more Fe and thus it is not sur-

fresh with pre-irradiated M5 adds to this success.

prising to find them more frequent in comparison

The metal-oxide interface of the TEM thin foils,

with the ZIRLO.

were not sufficiently homogenous to obtain the

Precipitates in the oxide: the trend observed in the

oxygen profile along the metal-oxide interface, in

metal is accentuated in the oxide. The dissolution

view of determining the diffusion parameters of

of the precipitates continues and oxidation can

the materials [2]. However, this was compensat-

lead to a further amorphization. The dissolution of

ed by the fact that the presence of precipitates in

the alloying element is also accentuated. This lat-

these materials, allowed the chemical analysis of

ter occurs in both types of precipitates.

these secondary phases in the metal and in the ox-

134

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011


ide and the analysis of their evolution with irradia-

[3] S. Abolhassani, R. Restani, T. Rebac, F. Groe-

tion and oxidation. The fact that two of the clad-

schel, W. Hoffelner, G. Bart, W. Goll and F.

ding rings had very high activity and could not be

Aesch­bach, TEM Examinations of the Metal-

prepared at this stage, brings a slight delay to the

Oxide Interface of Zirconium Based Alloys Irra-

project, however, knowing that such delays are

diated in a Pressurized Water Reactor. ASTM

possible in the study of these types of samples, attempt will be made to prepare these two materials as soon as possible, in 2012.

STP 1467, 2006, p. 467–493. [4] S. Doriot, D. Gilbon, J.L. Bechade, M.H. Mathon, L. Legras and J.P. Mardon, Microstructural stability of M5 (TM) alloy irradiated up to

Acknowledgements

high neutron fluences. ASTM STP 1467, 2005, p. 175–201. [5] V.N. Shishov, M.M. Peregud, A.V. Nikulina, P.V.

The authors wish to thank the OECD Halden re-

Shebaldov, A.V. Tselischev, A.E. Novoselov, G.P.

actor project team, T.M. Karlsen, B. Oberländer,

Kobylyansky, Z.E. Ostrovsky and V.K. Shamar-

M. Espeland and H. Jenssen from IFE Kjeller, for

din, Influence of zirconium alloy chemical

their collaboration and their support of the proj-

composition on microstructure formation and

ect, the supply of the cladding rings and the fruit-

irradiation induced growth. ASTM STP 1423,

ful meetings and discussions during the last years.

2002, p. 758–778.

A. Lagotzki from PSI is acknowledged for his sup-

[6] G.P. Sabol, R.J. Comstock, R.A. Weiner, P.

port during the transport phase of this project. A.

Larouere and R.N. Stanutz, In-Reactor Cor-

Bullemer is thanked for the assistance with optical

rosion Performance of ZIRLO and Zircaloy-4.

and SEM sample preparation.

ASTM STP 1245, 1994, p. 724–744. [7] S. Abolhassani, Minutes of the meeting in IFE,

References

Kjeller for the selection of IFA-638 samples for TEM analysis, 2009, PSI report AN-46-09-08, p. 8.

[1] M. Nakata and E. Hauso, Summary of charac-

[8] S. Abolhassani, P. Gasser, «Preparation of TEM

terisation data on cladding materials used in

samples of metal-oxide interface by the fo-

the corrosion test IFA-638 and in the creep test

cused ion beam technique», J. Microsc. 2006,

IFA-617, 1998, OECD Halden Reactor Project

Jul. 223 (Pt 1) pp.73–82.

HWR-566, p. 19. AND: P. Bennett, R. Stoenes-

[9] C. Proff, S. Abolhassani, C. Lemaignan, «Ox-

cu and T. Karlsen, The PWR corrosion and hy-

idation behaviour of binary zirconium alloys

driding test IFA-638. Final report. OECD Hal-

containing intermetallic precipitates», Journal

den Reactor Project, HWR-840, Oct 2010.

of Nuclear Materials, 416, 2011, issue 1–2, pp.

[2] S. Abolhassani, G. Bart and A. Jakob, Exami-

125–134.

nation of the chemical composition of irradiat-

[10] H.-G. Kim, J.-Y. Park and Y.-H. Jeong, Ex-reac-

ed zirconium based fuel claddings at the met-

tor corrosion and oxide characteristics of Zr-

al/oxide interface by TEM. Journal of Nuclear

Nb-Fe alloys with the Nb/Fe ratio. Journal of

Materials 399, 2010 (1), p. 1–12.

Nuclear Materials 345, 2005 (1), p. 1–10.

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011

135


KORA-II Environmentally-Assisted Cracking in Austenitic LWR Structural Materials

Authors and Co-author(s)

H.P. Seifert, M. Breimesser, H. Leber, S. Ritter

Institution

Paul Scherrer Institut

Address

Paul Scherrer Institut, 5232 Villigen PSI, Switzerland

Tel., E-mail, Internet address +41 (0)56 310 44 02, hans-peter.seifert@psi.ch, www.psi.ch und http://lnm.web.psi.ch/ Duration of project

January 1, 2009 to December 31, 2011

ABSTRACT

tal reduction of fatigue life may be stronger

Within the KORA-II project environmental

than predicted by the typical mean stress cor-

effects on fatigue initiation and short-crack

rections in air. The effect of load ratio on the

growth in austenitic stainless steels and Ni-

subsequent short crack growth is moderate

base alloys and the stress corrosion crack-

and similar to that in air and for deep cracks.

ing (SCC) behaviour of dissimilar metal welds

Sub-project-II – SCC in Dissimilar Metal

(DMW) under boiling (BWR) and pressurized

Welds (DMWs): Nine non-destructive (NDT)

water reactor (PWR) conditions are evaluat-

test bodies with mechanical air fatigue, BWR/

ed. These practical investigations are comple-

NWC SCC and primary PWR SCC cracks or an

mented by a more fundamental study on SCC

EDM notch were produced. The cracks were

initiation in stainless and low-alloy steels. In

characterized by ALSTOM by a non-standard

the third project year, the following work was

UT transmission technique, which seems to

performed and interim results were gained:

be able to readily characterize the crack depth,

Sub-project-I – Corrosion Fatigue in Aus-

in contrast to the standard UT techniques ap-

tenitic Stainless Steels: 30 in- and out-of-

plied in the field. With the PSI test bodies as

phase thermo-mechanical fatigue (TMF) and

in-kind contribution, a Swiss consortium of

isothermal low-cycle fatigue (LCF) experiments

ENSI, PSI, ALSTOM, EMPA and SVTI was ac-

in high-temperature water with hollow cylin-

cepted as a full member in the international

drical specimens were performed. The TMF life

PARENT program, which is dealing with NDT

was between that of the LCF tests at minimum

of DMWs. The tests concerning the SCC crack

and maximum temperature. The out-of-phase

growth perpendicular to the interface region

TMF life was usually 50 to 80 % higher than

between the Alloy 182 weld metal and adja-

in in-phase tests. Opposite effects might occur

cent RPV steel revealed that under highly ox-

at very small strain amplitudes, when distinct

idizing BWR/NWC conditions, 3 ppb of chlo-

secondary hardening occurs at higher temper-

ride are sufficient to induce fast SCC into the

atures > 250 °C. In autoclave experiments with

adjacent low-alloy RPV steel at KI-levels

sharply notched specimens, the effect of load

MPa·m1/2

ratio (mean stress) on corrosion fatigue initia-

of several cm per year! Similarly, 5 to 10 ppb

tion and short crack growth was investigated

of chloride can result in fast SCC into the ad-

in BWR/hydrogen water chemistry (HWC) en-

jacent RPV steel down to low KI-levels of 30

vironment. The preliminary test results indi-

MPa·m1/2.

cate that load ratio (mean stress) may have a

Sub-project-III – SCC Initiation in Stainless

tremendous effect on physical fatigue initia-

and Low-Alloy Steels: A strong effect of

tion life in high-temperature water in the fa-

chloride down to concentrations of at least 3

tigue endurance limit range. The environmen-

ppb was observed on strain-induced corrosion

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011

50

with crack growth rates in the range

137


cracking (SICC) initiation in low-alloy steels in

vidual sensitized grain boundary was detect-

chloride containing BWR/NWC environment,

ed by the electrochemical micro-capillary tech-

which occurred at much smaller strains than in

nique the first time world-wide. The observed

high-purity water. The subsequent SICC crack

current and potential transients, which are re-

growth rates, on the other hand, were hardly

lated to individual passive film rupture, anod-

affected by the chloride level and were in the

ic dissolution and repassivation events, con-

same range as in high-purity water. A scratch

firm the intermittent crack growth process by

electrode facility was constructed and success-

the slip dissolution mechanism and a qualita-

fully commissioned to study the effect of chlo-

tive interpretation of the macroscopic electro-

ride on repassivation in high-temperature wa-

chemical noise of IG SCC can be given based

ter. Within the PhD thesis, IG SCC on an indi-

on these experiments.

1. Introduction

To avoid the reoccurrence of such EAC cracking incidents and to ensure the safe and economic oper-

With regard to the new nuclear legislation and

ation, it is essential to identify those system condi-

the increased age of the Swiss nuclear power

tions which may lead to EAC initiation and growth

plant fleet (26 to 42 years), the current focus of

and to identify the major factors of influence. Re-

material-related regulatory safety research fund-

liable quantitative experimental data on EAC ini-

ed by the Swiss Federal Nuclear Safety Inspector-

tiation and growth under different LWR operation

ate (ENSI) is placed to the assessment and assur-

conditions and a basic knowledge on the underly-

ance of the integrity of the primary coolant cir-

ing mechanisms are essential to evaluate the pos-

cuit and containment in the context of material

sible effects of EAC on structural integrity/safe-

ageing [1].

ty and lifetime of components, to identify critical

Among the different ageing mechanisms of pri-

component locations/operating conditions and to

mary pressure boundary components (PPBC), en-

define and qualify possible mitigation, repair and

vironmentally-assisted cracking (EAC) caused most

maintenance actions.

practical problems in light water reactors (LWR) world wide in the last two decades. A plenty of EAC cracking incidents occurred in both boiling water (BWR) and pressurized water reactors (PWR)

2. Structure and Goals of the KORA-II Project

in a wide range of stainless steel, nickel-base alloy, carbon and low-alloy steel PPBC. Several of these

The KORA-II Project (2009â&#x20AC;&#x201C;2011) aims to fill se-

incidents with leakage of primary water inside the

lected important knowledge gaps in the field

containment seriously challenged the integrity of

of EAC in safety-relevant PPBC [3]. It consists of

PPBC. [2, 3]

three sub-projects (Table 1) and deals with envi-

Table 1: Topics of sub-projects of the KORA-II ­research program.

138

Sub-project

Topic

Share

SP-I

Environmental effects on fatigue initiation & short crack growth in stainless steels & Ni-alloys under PWR & BWR/HWC conditions

40 %

SP-II

SCC in dissimilar metal welds SP-IIa: NDT reference bodies with SCC cracks SP-IIb: SCC in the Alloy 182-RPV interface region

40 %

SP-III

SCC initiation in austenitic stainless steels & low-alloy steels

20 %

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011


ronmental effects on fatigue initiation in austen-

the minimum and maximum temperatures and at

itic stainless steels and Ni-base alloys, stress corro-

the same strain amplitude (0.5 %) and rate (1.67E-

sion cracking (SCC) in dissimilar metal welds and

2 %/s) in deoxygenated high-purity high-temper-

basic studies on SCC initiation in stainless and low-

ature water.

alloy steels in LWR environments [3]. The techni-

A significant environmental reduction of fatigue

cal background and the objectives of the individu-

live was already observed at 100 °C and thus well

al sub-projects were discussed in detail in the KO-

below the temperature threshold of 150 °C in the

RA-II project proposal [3].

NUREG/CR-6909 approach of the US NRC Regulatory Guide 1.207. Above this temperature, the en-

3. Performed Work and Results

vironmental reduction of fatigue life was increasing with increasing temperature in contrast to air, where temperature usually only has a moderate ef-

3.1. Sub-Project I – Environmental Effects on Fatigue

fect between 100 and 340 °C. The TMF life was between that of the isothermal LCF tests at minimum and maximum temperature.

The possibility of reactor coolant effects on fatigue

The OP TMF life was usually 50 to 80 % higher

of LWR structural materials is undisputed, but

than in IP TMF tests. This is not unexpected based

their adequate implementation in fatigue design

on the temperature effects, because the applied

and evaluation procedures is still not satisfactorily

strains above the threshold strain for environmen-

solved. This sub-project aims to contribute to the

tal effects ( 0.125 %) occur at the high temper-

experimental basis for such Code modifications.

atures in IP TMF tests, whereas they occur at low temperatures for OP TMF experiments.

P-2 Research Project KORA-II 3.1.1. T MF and

Isothermal LCF Initiation ­Behaviour in High Temperature Water

Opposite temperature effects and a different TMF

Around 30 in-phase (IF) and out-of-phase (OP)

plant-relevant strain amplitudes in air and high-

thermo-mechanical fatigue (TMF) and isothermal

temperature water environment (Figure 1b), when

low-cycle fatigue (LCF) experiments in high-tem-

distinct secondary hardening occurs at higher tem-

perature water with hollow cylindrical specimens

peratures > 250 °C due to dynamic strain ageing

were performed during the last year. The test re-

(DSA). More pronounced heat to heat variations

sults were compared with corresponding experi-

are also expected under these conditions.

behaviour might occur at very small and thus more

ments in air in the framework of the PhD thesis

mental reduction of fatigue lives in IP and OP TMF

3.1.2. Effect of Load Ratio on Corrosion Fatigue Initiation and Short Crack Growth

experiments between 100 and 340 °C with a tri-

Within the KORA-I & -II project, critical conjoint

angular temperature profile and a cycle period of

threshold conditions for strong environmental ef-

120 s with corresponding isothermal LCF tests at

fects on fatigue in stainless steels were identified,

of M. Ramesh, which was terminated last year

Ni

Air,T

/ Ni

6 4 2 0

a)

316 L, HWC

LCF 100°C

OP-TMF

IP-TMF

LCF 340 °C

Type of fatigue test

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011

b)

factor 5 increase

150 °C

H2O,T

8

316L, deoxygenated HTW -2 dε/dt = 1.67 x 10 %/s

288 °C

10

Sa,LEFM [MPa]

[-]

[4]. Figure 1a exemplarily compares the environ-

-3

4x10 %/s -2 4x10 %/s

factor 4 decrease PWR

ASME III air mean curve

Sa = E ⋅ εa

Cycle number Ni [-]

Figure 1: Comparison ­of environmental reduction of fatigue lives of isothermal LCF and IP and OP TMF tests in deoxygenated high-­purity water (a). Opposite temperature trends on fatigue lives in high-temperature water at large and small strain amplitudes in sharply notched specimens (b).

139


which, e.g., can be used as engineering criteria to

ly higher than in strain-controlled LCF experiments

identify critical component locations and/or oper-

with smooth specimens. A tremendous effect of

ating conditions [5, 6]. These lab corrosion fatigue

load ratio is observed, if the notch stress amplitude

investigations were performed by continuous cy-

at the low load ratio is below the stress threshold

clic loading experiments at zero mean stress. In

for environmental effects as shown in Figure 2b.

reality, periods with cyclic loading of PPBC (e.g.,

Here, CF life is reduced by a factor of 50 to 100,

plant transients) are often interrupted by very long

when increasing the external load ratio from 0.05

periods of moderate static stress (stationary pow-

to 0.5. The corresponding test in air at a load ra-

er operation) and it was suggested that these pe-

tio of 0.5 is not yet performed. Based on typical

riods might reduce the resulting environmental ef-

mean stress corrections and finite element cyclic

fects. Furthermore, in pressure boundary compo-

plasticity modeling of the notch, a reduction of

nents a positive mean stress (e.g., from internal

less than a factor of 2 is expected in air. Note that

pressure and/or residual stress) is superimposed to

in spite of a positive load ratio of 0.5, the notch

the fluctuating secondary thermal stresses in many

mean stress is only slightly positive and the notch

cases. The special emphasis during this year was

stress ratio is well below 0. The effect of load ra-

therefore placed to the effect of load ratio (mean

tio (and mean stress) on CF initiation in the endur-

stress) and very long static load hold periods. The

ance limit region seems to be more pronounced

latter is summarized in [7] and briefly discussed in

than predicted by typical mean stress corrections

the 2010 annual report.

(e.g., Goodman).

Figure 2 shows the effect of notch-root stress am-

Based on these preliminary test results it is thus

plitude Sa,LEFM and load ratio on CF initiation in

strongly recommended to further investigate

simulated HWC environment at 288 °C at a strain

mean stress effects in the fatigue endurance lim-

rate of 4 × 10-2 %/s. It seems that environmen-

it region. The load ratio only had a moderate ef-

tal effects disappear at very small strain/stress am-

fect on the subsequent short crack growth, which

plitudes and might be maximal in the intermedi-

was similar to that in air or for deep cracks in the

ate range. It is expected that at very high strain/

Paris region. More pronounced load ratio effects

stress amplitudes, the environmental effects satu-

may appear close the K-thresholds for fatigue

rate or even slightly decrease again, but his was

crack growth.

P-3 Research Project KORA-II

not yet investigated here, since this would require large specimens to assure small scale yielding conditions. The stress thresholds seem to decrease with in-

3.2. Sub-project II – SCC in ­Dissimilar Metal Welds

creasing load ratio. The rather limited amount of tigue initiation from notched surfaces disappear

3.2.1. Fabrication of NDT Test Bodies with Realisitic SCC Cracks

below a strain and stress amplitude threshold of

In recent years several SCC cracking incidents oc-

0.3 % and 400 MPa, respectively, which is slight-

curred in dissimilar metal welds (DMWs) in BWRs

data suggest that environmental effects on the fa-

4

E

R = 0.05

10

-2

III a

dε/dt ≈ 4 x 10 %/s ir

m

ea

n

cu

rv e

304 L, A (& 321)

R = 0.5 R 0.68

BWR/HWC, T = 288 °C, 0.15 ppm DH

Sa,LEFM [MPa]

AS M

Sa,LEFM [MPa]

Figure 2: Effect of notch stress amplitude and load ratio on CF initiation life (a) and effect of load ratio R on CF initiation at a notch stress amplitude of 840 MPa (b).

140

Cycle number Ni [-]

M E

III

BWR/HWC, T = 288 °C, 0.15 ppm DH ai rm ea n

cu rv e

R = 0.05

3

10

321, C 2

a)

AS

10 1 10

2

10

3

10

4

10

5

10

Cycle number Ni [-]

6

10

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011


MN 220 AD U TS 11

Post-test fractography UT x-ray tomography

BWR/NWC

[m/s]

Final rectangular NDT tets body

da/dtSCC

Remaining wall thickness [mm]

a)

Figure 3: a: Comparison applied NDT techniques with post-test fractography for a deep BWR/NWC SCC crack.

-8

10

-9

10

Swedish DL for Alloy 182 in PWR @ 320 °C -10

10

-11

10

-12

10

Position in thickness direction x [mm]

b)

10

b: Comparison of SCC crack growth rates derived by DCPD with disposition curves.

Swedish DL for Alloy 182 in PWR @ 290 °C

SCC crack growth rates under PPU R = 0.7, 500 s / 9000 s / 500 s P29 (MN 220 AD U TS 10) P38 (MN 220 AD U TS 3) P31 (MN 220 AD U TS 1)

20

30

40

50 1/2

KI [MPa⋅m ]

60

70

and PWRs, which seriously challenged the integri-

One of these specimens was broken open by air

ty of the primary coolant circuit in some cases. The

fatigue for the verification of the non-standard

detection and, in particular, sizing of such SCC de-

UT technique applied by ALSTOM. A highly load-

fects in DMWs by current non-destructive testing

ed specimen with large crack opening was used

(NDT) methods are both subjected to relevant un-

for this qualification. A fairly good correlation be-

certainties and errors. The goal of this sub-project

tween the non-standard UT and DCPD results with

is to generate NDT test bodies with different real-

only minimal underestimation of the real crack

istic SCC crack configurations, which can be used

depths was observed (Figure 3a). A clear iden-

to systematically evaluate the limitations of differ-

tification of the crack-tip signal by standard UT

ent emerging ultrasonic and eddy current testing

techniques was very difficult in spite of perfect

methods (UT & ECT). With the PSI test bodies as in-

lab and surface conditions. X-ray tomography, on

kind contribution, a Swiss consortium of ENSI, PSI,

the other hand slightly underestimated the maxi-

ALSTOM, EMPA and SVTI was accepted as a mem-

mum crack depths and was only able to detect ar-

ber in the international PARENT program, which is

eas with clear crack flank separation. The prelimi-

dealing with the assessment and quantification of

nary results with the other specimens with smaller

established and new emerging NDE techniques to

crack openings indicated that the situation might

detect and assess flaws in DMWs. This multina-

be even worse and that reliable sizing with state-

tional program is lead by the US NRC and includes

of-the-art techniques will be rather challenging

regulators, industrial groups and research institu-

and related to significant uncertainties.

tions and started in 2011. The PSI samples are the

A good indirect method of verification is the com-

sole test bodies with real SCC cracks in the whole

parison of the best estimate SCC crack growth

PARENT program.

rates derived by DCPD without post-test fractog-

In total nine test bodies with SCC and fatigue

raphy with typical rates and disposition curves for

cracks or a semi-elliptical EDM notch were fab-

these conditions. As shown in Figure 3b for the

ricated. The generation of NDT test bodies with

case of PWR conditions, a fairly good correlation

SCC cracks was extremely time consuming and ex-

was usually observed.

pensive, in particular in PWR environment, and inAll the SCC cracks in the test bodies were char-

3.2.2. SCC Crack Growth Behaviour in the Alloy 182-RPV Transition Region

acterized by a special high resolution mechanized

The recent SCC incidents in control rod drive mech-

UT immersion technique (transmission mode with

anisms and core shroud support welds in Japanese

strongly focused 10 MHz longitudinal waves) at

BWRs represent a serious safety concern. In these

ALSTOM in Switzerland. Selected samples were

highly constrained welds with very high residual

characterized by state-of-the-art UT techniques at

stresses, the stress intensity factors of SCC cracks

SVTI, which are used for the periodic in-service in-

with crack-tips in the interface region between the

spection in the field, as well as by x-ray tomogra-

weld metal and adjacent low-alloy RPV steel can

phy at EMPA.

reach high values of up to 50 to 90 MPa·m1/2. Un-

volved test durations of up to six months!

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011

141


der these conditions, the possibility of fast SCC

low ECPs. The mitigation effect of HWC will there-

into the RPV in BWR/NWC environment cannot

fore be investigated for the high KI-range

be excluded, in particular in high-sulphur RPV

MPa·m1/2.

steels. The goal of this sub-project is thus to char-

PWR conditions indicates that a SCC crack might

acterize the SCC crack growth perpendicular to

grow into the heat-affected zone of the RPV steel

the interface region between the Alloy 182 weld

in this high KI-range in chloride-free environment,

metal and adjacent RPV steel in BWR environ-

although with a smaller rate in the range of 1 mm/

ment in the high KI region and to quantify the

year.

60

A preliminary experiment under primary

thresholds for KI and chloride content for fast SCC crack growth into the RPV steel. This project is performed in collaboration with the Tohoku University and JNES.

3.3. Sub-Project III – Basic ­Studies on SCC Initiation

The current status is summarized in Figure 4 [8] parison reasons [9]. The test matrix is slightly de-

3.3.1. Effect of Chloride on SICC Initiation and Crack Growth

layed, since a higher priority was given to the ex-

The main focus of the experimental work this year

tremely time-consuming fabrication of the NDT

was placed on the further evaluation of the effect

test bodies by ENSI due to the time-constraints of

of chloride on the strain-induced corrosion crack-

the international PARENT program. Under highly

ing (SICC) initiation and subsequent crack growth

oxidizing BWR/NWC conditions, 3 ppb of chloride

in low-alloy steels at chloride concentrations be-

are sufficient to induce fast SCC into the adjacent

low 5 ppb. Furthermore, a scratch electrode facili-

low-alloy RPV steel at KI-levels

50 MPa·m1/2 with

ty was constructed and commissioned to study the

crack growth rates in the range of several cm per

effect of chloride on the repassivation behaviour

year! Similarly, 5 to 10 ppb of chloride can result

(Figure 5a). Both activities are part of a collabora-

in fast SCC into the adjacent RPV steel down to

tion with the Tohoku University, where the mecha-

low KI-levels of 30 MPa·m1/2. In high-purity water,

nism of the tremendous effect of chloride on SCC

SCC crack growth into the RPV HAZ was observed

in low-alloy steels shall be clarified.

at KI-levels

65 to 70 MPa·m1/2 with crack growth

In chloride containing BWR NWC environment

rates in the range of 3 mm per year, but these re-

(3 to 100 ppb), SICC initiation occurred briefly

sults have to be verified by additional tests with

after the onset of plastic yielding and at much

larger specimens.

smaller strains than in high-purity water. The ini-

Based on our previous investigations with homog-

tiation strains were similar for 3 to 10 ppb of

enous low-alloy steel specimens, a significantly

chloride and only slightly higher than for 100

higher chloride tolerance might be expected for

ppb chloride. In HWC environment with 200 ppb

and contains also similar results of TEPCO for com-

Figure 4: Critical conditions for fast SCC into the adjacent RPV steel in BWR/ NWC environment in DMWs.

chloride, on the other hand, no SICC was detected by electrochemical noise (EN) up to very high strains close to the elongation at fracture. These preliminary results clearly show the tremendous effect of very small amounts of chloride on the SICC initiation process in low-alloy steels in highly oxidizing BWR NWC environment and the much higher chloride tolerance in HWC environment at low ECPs. On the other hand, the chloride had very little effect on the subsequent SICC crack growth rates. [10] First pre-tests with the scratch electrode facility were performed in high-purity high-temperature water with electrochemical current measurements with our ECN facilities, which demonstrated the ability to follow the full repassivation process (Figure 5b).

142

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011


Figure 5: Scratch electrode facility for repassivation investigations in high-temperature water (a) and example of a current transient after oxide film rupture in high-purity water from pre-tests (b).

a)

b)

3.3.2. Evaluation of EN during SCC 足Initiation by a Novel Micro-Electrochemcial Approach

chemically characterized by the use of micro-elec-

The main goal of this PhD thesis work is to achieve

system was finally found, which is sufficiently ag-

a basic understanding of the EN of intergranular

gressive to initiate IG SCC in micro-capillary tests

(IG) SCC initiation in stainless steels on a micro-

and mild enough to avoid pitting, intergranular

structural level and to identify noise pattern on a

and crevice corrosion in the macroscopic experi-

macroscopic level that can be correlated with the

ments. As a highlight, IG SCC on an individual sen-

onset of SCC. An unique, combined micro- and

sitized grain boundary was the first time detect-

macro-electrochemical experimental approach

ed by electrochemical micro-capillary tests world-

was selected to identify and isolate the relevant

wide (Figure 6a) [11]. The observed current and

microscopic sources that contribute to the macro-

potential transients, which are related to individu-

scopic EN signal during the SCC process. On one

al passive film rupture, anodic dissolution and re-

side, the macroscopic noise signals during SCC

passivation events, confirm the intermittent crack

initiation and general corrosion on a macroscop-

growth process by the slip dissolution mechanism

ic heterogeneous surface are investigated at PSI.

(Figure 6b). Based on these investigations, the

On the other side single noise sources, which gen-

macroscopic EN of IG SCC can be explained in a

erate macroscopic EN are identified and electro-

semi-quantitative manner.

trochemical techniques at EMPA. After a big experimental effort, an environment

P-7P-7 Research Project KORA-II Research Project KORA-II

Figure 6: Current transients during IG SCC on an individual grain boundary measured by the micro-capillary technique (a) and schematic explanation of the observed shape by slip dissolution mechanism (b).

a)a)

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011

b)b)

143


4. National Collaborations

Furthermore, the Swiss consortium was accepted in 2010 as a full member of the new international

The collaboration and technology transfer on the

PARENT program (2011-13), which is dealing with

national level directly takes place in the Swiss nu-

NDT of SCC in DMWs.

clear community and in the ETH domain (1 PhD

In the field of SCC detection by EN, the collabora-

thesis, Corrosion and Materials Integrity Labora-

tion with the Chair for Surface Science and Corro-

tory of EMPA). A Swiss consortium for the PAR-

sion of the Department of Materials Science of the

ENT program involving ENSI, PSI, ALSTOM, EMPA

Friedrich-Alexander University of Erlangen-Nurem-

and SVTI was established in 2010. Close themat-

berg and the Ingenieurbüro Peter Schrems from

ic links exist to the ENSI project NORA (SCC miti-

Germany is continuing.

gation by NobleChemTM) and to the swissnucle-

Within a small collaboration with the Electric Pow-

ar project PLiM and a related CCMX MERU proj-

er Research Institute (EPRI) in the USA, we are

ect, which both are dealing with thermal fatigue

supporting as reviewers and consultants the revi-

in air. ENSI and the Swiss utilities are periodical-

sion of the BWRVIP-60 SCC disposition lines and

ly informed on the actual project status during

the development of a BWR Codes Case for LAS,

the annual project status and semi-annual proj-

which is related to Section XI of the ASME BPV

ect meetings.

Code. The underlying basic document for revision of BWRVIP-60 was prepared with substantial sup-

5. International Collaborations

port from PSI and is largely based on PSI‘s work in this field. The revised draft report is currently still under the final review process. PSI is also follow-

As active members of the International Co-oper-

ing and contributing to the new Environmental

ative Group on Environmentally-Assisted Crack-

Assisted Fatigue (EAF) Expert Panel of EPRI. With-

ing of Water Reactor Structural Materials (ICG-

in this activity, PSI results were an important el-

EAC) and of the European Co-operative Group

ement of the «Environmentally Assisted Fatigue

on Corrosion Monitoring of Nuclear Materials

Gap Analysis: A Roadmap for Future Research Ac-

(ECG-COMON) as well as of the Working Par-

tivities» report.

ty 4 (Nuclear Corrosion) of the European Federation of Corrosion (EFC) we are staying in very close contact with the international scientific and industrial community in this field. Our own re-

6. Assessment of 2011 and ­Perspectives for 2012

search activities are discussed and co-ordinated within these groups. Our activities shall also be

6.1 ASSESSMENT OF 2011

implemented as in-kind contributions to the new International Forum on Reactor Ageing Manage-

The overwhelming part of the project goals and

ment (IFRAM).

milestones for the third project year has been

As an associate member in the Network for Excel-

achieved and the project can be terminated as

lence for Nuclear Plant Life Prediction (NULIFE) we

planed by the end of this year. The fabrication of

were involved in the preparation on a white paper

the NDT test bodies took much more time than

and two project proposals on SCC initiation, which

originally expected at the cost of sub-project IIb

shall be submitted to the NULIFE End User Group

on SCC of DMWs. Since the corresponding JNES

EU-frame-

project is significantly delayed anyway, this has

(«MICRIN») and to the last call in

7th

work program («CORINI-mod») .

only moderate impact on that activity. The PhD

In the field of SCC of DMWs and chloride effects

thesis of M. Breimesser is in its final phase and

on SCC in low-alloy steel, there is a collaboration

can be successfully terminated by the end of Jan-

between PSI and the renowned Fracture and Reli-

uary 2012. The PhD examination is scheduled

ability Research Institute of the Tohoku University

for March 2012. The project generates results,

in Sendai/Japan, which was extended in 2010 by

which are of direct and practical use for the reg-

the participation of PSI in a large Japanese research

ulatory work and its integration in several inter-

program on that topic under the auspice of the

national programs further amplifies the benefit

Japan Nuclear Energy Safety Organization (JNES).

for ENSI.

144

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011


6.2. Perspectives for 2012

(2011) 23-30. ❚ H.P. Seifert, J. Hickling, and D. Lister, «Corro-

Major milestones for the next year are the success-

sion and environmentally assisted cracking of

ful termination of the project and of the PhD the-

carbon and low-alloy steels», in: Comprehen-

sis of M. Breimesser by the end of 2011 and Janu-

sive Nuclear Materials, Section 81, pp. 81–1 to

ary 2012, respectively, the final KORA-II report by

81–37, Editors: R. Konings, T. Allen, Elsevier, Ox-

the end of March 2012, the production of sever-

ford, UK, 2012.

al journal papers from the individual sub-projects, as well as the preparation for a new PhD thesis on

Conference Proceedings

SCC initiation in austenitic alloys by January 2012.

❚ S. Ritter, H.P. Seifert, «Environmentally-assist-

A new research project SAFE [12], which shall start

ed crack initiation behaviour of low-alloy steel

in January 2012, is in discussion with ENSI and will

in simulated BWR environment – effect of chlo-

involve as new key elements the emerging critical

ride», 18th International Corrosion Congress

issue of potential environmental effects on rap-

2011 Paper 429, Perth, Australia, November

id fracture and a PhD thesis on SCC initiation in

20–24, 2011.

austenitic alloys. The ongoing international activ-

❚ S. Ritter, H.P. Seifert, «Suitability of the electro-

ities on SCC and NDT of DMWs (JNES/FRI, PAR-

chemical nosie technique for the detection of

ENT) as well as on practically important and un-

SCC in stainless steel», 18th International Corro-

explored aspects of environmental effects on fa-

sion Congress 2011 Paper 428, Perth, Australia,

tigue (EPRI EAF, NULIFE) will be other central topics in this project.

November 20–24, 2011. ❚ M. Breimesser, S. Ritter, H.P. Seifert, T. Sut-

er, S. Virtanen, «A new approach towards the

7. Publications

characterization of IG SCC of austenitic stainless steel by the electrochemical micro-capillary technique», 220th ECS Meeting, Boston, MA,

Publications in Scientific Journals and Books

USA, October 9–14, 2011. ❚ H.P. Seifert, S. Ritter, H. Leber, «Environmental

❚ H .P. Seifert, S. Ritter, H.J. Leber, «Corrosion fa-

assisted fatigue in austenititc stainless steels un-

tigue crack growth behaviour of austenitic stain-

der light water reactor conditions», 37th MPA

less steels under light water reactor conditions»,

Seminar, October 6 and 7, 2011, Stuttgart, Ger-

Corrosion Science 55 (2012) 61–75.

many.

❚ H .P. Seifert, S. Ritter, and H. Leber, «Corrosion

❚ S. Ritter and H.P. Seifert, «Detektion von SpRK-

fatigue initiation and short crack growth behav-

Rissbildung in rostfreiem Stahl mittels elektro-

iour of austenitic stainless steels under light wa-

chemischen Rauschmessungen», 6. WS – Elek-

ter reactor conditions», Corrosion Science 59

trochemisches Rauschen, Magdeburg, Germany,

(2012) 20–34.

September 14 to 15, 2011.

❚ M . Breimesser, S. Ritter, H.P. Seifert, S. Virtanen,

❚ H.P. Seifert, S. Ritter, H. Leber, «Effect of static

T. Suter, «Application of the electrochemical mi-

load hold periods on the corrosion fatigue be-

cro-capillary technique to study intergranular

haviour of austenitic stainless steels in simulated

stress corrosion cracking of austenitic stainless

BWR environments», 15th International Confer-

steel on the micrometre scale», Corrosion Sci-

ence on Environmental Degradation of Materials

ence 55 (2012) 126–132.

in Nuclear Systems – Water Reactors, CD-ROM,

❚ M . Ramesh, H.J. Leber, K.G.F Janssens, M. Die-

ner, R. Spolenak, «Thermomechanical and iso-

NACE/TMS/ANS, Colorado Springs, Colorado, USA, August 7–11, 2011.

thermal fatigue behaviour of 347 and 316L aus-

❚ M. Breimesser, «IG SCC of austenitic steel: Char-

tenitic stainless tube and pipe steels», Interna-

actersistic current signals measured by the elec-

tional Journal of Fatigue 33 (2011) 683-691.

trochemical micro-capillary technique», 7th

❚ M . Ramesh, H.J. Leber, M. Diener, R. Spolenak,

ECG-COMON Meeting, Helsinki, Finland, June

«Conducting thermo-mechanical fatigue test

20–21, 2011.

in air at light water reactor relevant tempera-

❚ S. Ritter and H.P. Seifert, «Application of the EN

ture intervals», Journal of Nuclear Materials, 415

technique: Effect of chloride on SCC initiation in

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011

145


LAS under BWR conditions», 7th ECG-COMON

ulated BWR environments», 15th International

Meeting, Helsinki, Finland, June 20–21, 2011.

Conference on Environmental Degradation of

❚ H.P. Seifert, H. Leber, S. Ritter, «Effect of static

Materials in Nuclear Systems – Water Reactors,

load hold periods on corrosion fatigue of aus-

CD-ROM, NACE/TMS/ANS, Colorado Springs,

tenitic SS», ICG-EAC-Meeting 2011, Dresden,

Colorado, USA, August 7–11, 2011.

Germany, May 8 to 13, 2011.

[8] H.P. Seifert, S. Ritter and H.J. Leber, «Environ-

❚ K. Germerdonk, H.P. Seifert, D. Nussbaum,

mentally-Assisted Cracking Behaviour in the

H. Ernst, «New specimens for NDE-analysis of

Transition Region of Alloy 182/Low-Alloy Re-

laboratory produced IDSCC cracks», PARENT-

actor Pressure Vessel Steel Dissimilar Metal

Meeting, May 2011.

Weld Joints in Simulated Boiling Water Reactor Normal Water Chemistry Environment»,

8. References

in: 36th MPA-Seminar, Paper No. 31, Stuttgart, Germany, October 7–8, 2010. [9] K. Kumagai et al., «Effects of K and anion im-

[1] Strategiepapier «Regulatorische Sicher­

purity concentration on crack growth kinetics

heitsforschung der HSK», HSK-AN-6536, April

near alloy 182/A533B weld overlay boundar-

2008.

ies in BWRs», in 14th International Conference

[2] H.P. Seifert, «Research in the Field of Plant Life-

on Environmental Degradation of Materials

time Management of Primary Pressure Bound-

in Nuclear Systems – Water Reactors, NACE/

ary Components of LWR», PSI-AN-43-06-02,

TMS/ANS, Virginia Beach, Virginia, USA, Au-

February 26, 2006.

gust 23–27, 2009.

[3] H.P. Seifert, H. Leber, S. Ritter, «Projektantrag

[10] S. Ritter, H.P. Seifert, «Environmentally-assist-

KORA-II zu Handen der ENSI», PSI AN-46-09-

ed crack initiation behaviour of low-alloy steel

02, January 19, 2009.

in simulated BWR environment – effect of

[4] M. Ramesh, «Thermomechanical Fatigue Be-

chloride», 18th International Corrosion Con-

havior of Austenitic Stainless Tube and Pipe

gress 2011 Paper 429, Perth, Australien, No-

Steels under Light Water Reactor Relevant

vember 20–24 2011.

Temperature Conditions and Associated Mi-

[11] M. Breimesser, S. Ritter, H.P. Seifert, S. Vir-

crostructural Evolution», DISS. ETH Nr. 19137,

tanen, T. Suter, «Application of the electro-

ETH Zürich, Switzerland, June 2010.

chemical micro-capillary technique to study

[5] H.P. Seifert, S. Ritter, H.J. Leber, «Corrosion

intergranular stress corrosion cracking of

fatigue crack growth behaviour of austenitic

austenitic stainless steel on the micrometre

stainless steels under light water reactor con-

scale», Corrosion Science 55 (2012) 126–132.

ditions», Corrosion Science 55 (2012) 61–75.

[12] H.P. Seifert, H.J. Leber and S. Ritter, «Pro-

[6] H.P. Seifert, S. Ritter, and H. Leber, «Corro-

jektantrag SAFE zu Handen des ENSI, PSI-

sion fatigue initiation and short crack growth

AN-46-11-09, November 2011.

behaviour of austenitic stainless steels under light water reactor conditions», Corrosion Science 59 (2012) 20–34. [7] H.P. Seifert, S. Ritter, H. Leber, «Effect of static load hold periods on the corrosion fatigue behaviour of austenitic stainless steels in sim-

146

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011


NORA Noble Metal Deposition Behaviour in Boiling Water Reactors

Author und Co-author(s) S. Ritter, A. Ramar, P.V. Grundler, I. G端nther-Leopold, N. Kivel, S. Abolhassani-Dadras Institution

Paul Scherrer Institut

Address

Paul Scherrer Institut, 5232 Villigen PSI, Switzerland

Tel., E-mail, Internet address +41 (0)56 310 2983, stefan.ritter@psi.ch, www.psi.ch and http://lnm.web.psi.ch/ Duration of Project

January 1, 2010 to June 30, 2013

ABSTRACT

on the specimens. The ECP of the specimens

On-line NobleChemTM (OLNC) is a technolo-

and other parameters such as dissolved O2

gy developed by General Electric-Hitachi (GE-

and H2 concentration are measured in-situ. To

H) to mitigate stress corrosion cracking (SCC)

study the Pt deposition behaviour and to as-

in reactor internals and recirculation pipes of

sess the effectiveness of the OLNC technolo-

boiling water reactors (BWRs) without the

gy under real plant conditions, specimens are

negative side-effects of the classical hydro-

also exposed at two locations in nuclear pow-

gen water chemistry. For a more efficient re-

er plant Leibstadt (KKL). Scanning and trans-

duction of the electrochemical corrosion po-

mission electron microscopy techniques are

tential (ECP) noble metals (e.g., Pt) are inject-

used to characterise the Pt distribution on the

ed into the feed water during power opera-

oxide layer of the specimens. Additionally the

tion. They are claimed to deposit as very fine

specimens are analysed by Laser Ablation-In-

metallic particles on all water-wetted surfaces

ductively Coupled Plasma-Mass Spectrometry

and to stay electrocatalytic over long periods.

(LA-ICP-MS) to evaluate the Pt concentration

For the validation of this mitigation technique

on the specimens/oxide layers.

the research project NORA has been started

During the second project year the high-tem-

at PSI with two main objectives: (i) to gain

perature water loop has been optimised and

phenomenological insights and a better basic

a first set of experiments has been performed.

understanding of the Pt distribution and de-

The analytical techniques have been qualified

position behaviour in BWRs and (ii) to devel-

for analysing the Pt distribution behaviour us-

op and qualify a non-destructive technique to

ing the specimens from these tests. So far the

characterise the size and distribution of the Pt

tests revealed a more effective Pt deposition

particles and their local concentration on re-

behaviour, resulting in a lower electrochem-

actor components. A sophisticated high-tem-

ical corrosion potential (ECP) and therefore

perature water loop has been constructed, in

better protection against SCC, using a higher

which specimens can be exposed to simulat-

Pt injection rate. A longer pre-oxidation phase

ed BWR water. During the tests Pt solution

of the specimens seems to further increase

is injected into the loop and Pt is deposited

the Pt concentration on the specimen surface.

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011

147


1. Introduction

near-足stoichiometric concentration of H2 is available (H2/O2 molar ratio of 2) [12]. With OLNC all

BWRs are operated with neutral high-purity wa-

BWR locations with stoichiometric excess of H2

ter. Because of the radiolysis of the reactor coolant

and a sufficient Pt coverage of the surface are able

in the core and the limited volatility of H2O2, the

to lower the ECPs to < -450 mVSHE with a low feed

water contains a stoichiometric excess of O2 and

water H2 content with minimal negative impact

H2O2 over H2. Therefore, under normal water che-

on BWR plant operation.

mistry (NWC) conditions, the reactor water is high-

OLNC was first applied in 2005 in nuclear power

ly oxidising; this is reflected by the high ECPs of

plant M端hleberg (KKM). Meanwhile nuclear pow-

the structural materials from +100 to +250 mVSHE.

er plant Leibstadt (KKL) and six further BWR plants

This oxidising environment has caused numerous

[12] employ OLNC. It is expected that the number

corrosion problems in BWR plants. Intergranular

of nuclear power plants applying OLNC will signi-

SCC in corrosion-resistant stainless steel and ni-

ficantly increase because of the advantages of this

ckel-base alloy components of the primary circuit

technology.

led to tremendous capacity losses in BWR plants

To achieve new phenomenological insights and a

worldwide during the last three decades and in

better basic understanding of the Pt distribution

some cases even challenged the integrity of the

and deposition behaviour in BWRs the NORA re-

primary coolant circuit [1, 2]. From early labora-

search project (see [13]) has been started at PSI.

tory studies it was clear that the SCC susceptibility and growth rates can be relevantly reduced by lowering the ECP of these steels, e.g., by the injection of H2 into the feed water (hydrogen water

2. Structure and goals of the NORA project

chemistry, HWC), which recombines with O2 and H2O2 to H2O [3-5]. This method was first introdu-

For the validation of the OLNC technology the cur-

ced in the early eighties [6, 7].

rent project should deliver important input. There-

To overcome several disadvantages of the classi-

fore, the two main objectives of this project are to

cal HWC (e.g., high feed water H2 contents and

gain phenomenological insights and a better basic

increase of the main steam line dose rates), the

understanding of the Pt distribution and depositi-

OLNC technology has been developed by GE-H

on behaviour in BWRs, as well as the development

[8]. In this method, very dilute noble metal com-

and qualification of a non-destructive technique to

pounds (as Na2Pt(OH)6), are injected into the feed

characterise the size and distribution of the Pt par-

water where they quickly decompose. Very fine

ticles and its local concentration on reactor com-

noble metal particles are formed and are able to

ponents. Furthermore, available plant data from

deposit on the water-wetted surfaces of the dif-

OLNC applications in KKM and KKL will be collec-

ferent structural materials [9]. The noble metals

ted, evaluated and also used as input to the cur-

electrocatalyse very efficiently the recombination

rent research work. The technical background and

of H2 with O2 and H2O2 by providing surface sites,

the objectives of the project are described in more

on which the H2 and O2 can dissociatively adsorb

detail in the NORA project proposal [14].

and readily undergo electron exchange reactions

The project is performed as a joint programme of

[11]. Because the consumption of O2 (and H2O2)

ENSI, PSI and the Swiss utilities KKL and KKM. The

by the Pt particles on the steel surface is much

project consists of two sub-projects (Table 1): expe-

faster than the diffusion of O2 through the stag-

rimental (sub-project 1) and analytical work (sub-

nant boundary layer [4, 5, 9, 11] the surface oxi-

project 2), which are covered by two very close-

dant concentration is reduced to virtually zero if a

ly interacting Post-Docs. The Post-Docs are sup-

Table 1: Subjects and share of the two sub-projects of NORA.

148

Sub-project

Subject

Share

SP 1

Experimental evaluation of the Pt deposition behaviour under simulated BWR conditions and in a BWR

Approx. 50 %

SP 2

Development of a non-destructive characterisation method for Pt deposits on reactor components and chemical/microscopic analytics

Approx. 50 %

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011


ported by scientific specialists and technical staff

Pt particles; concentration of iron-particles/crud in

from the Laboratory for Nuclear Materials (LNM)

the feed and reactor water; surface conditions of

and Hot Laboratory Division (AHL) at PSI (Compo-

the steel (roughness, oxide layer, etc.); penetrati-

nent Safety (BTS), Isotope and Elemental Analysis

on depth of Pt into cracks as a function of crack

(IEA) and Nuclear Fuels (NF) groups). NORA is pl-

opening, crack path (intergranular vs. transgra-

anned as a 3.5 years project. KKL and KKM provi-

nular) and flow rate; etc. In the first two experi-

de relevant in-kind contributions (e.g., by granting

ments the effect of Pt injection rate and pre-oxi-

access to information and the possibility to expo-

dation time on the ECP and Pt deposition on stain-

se flat and cracked specimens in KKL’s mitigation

less steel specimens were investigated. The results

monitoring system and reactor water sample line).

of these tests and a SEM micrograph of the latest

The focus of the second project year was the op-

experiment are briefly presented in the following

timisation of the experimental set-up, a first series

sub-chapters.

of Pt deposition experiments (eight tests) and an assessment of the analytical techniques which are used to analyse the Pt distribution on the speci-

3.1. Material and specimens

mens. In the following chapter results of the first two experiments are briefly described and an ex-

For the investigation of the Pt deposition behavi-

ample of the Pt distribution on a specimen from

our a type 304L stainless steel (UNS S30403) from

the latest experiment is shown.

an original pipe from a nuclear power plant was chosen [13]. Coupons (13 × 10 × 4 mm) with a de-

3. Results from the first ­experiments

fined surface roughness (Ra

0.3 μm) were used

for the experiments. The specimens were either pre-oxidised for about 310 h in HWC environment or used in the «as received» state.

There are several aspects which are probably relevant for the Pt distribution and deposition behaviour on the water-wetted steel surfaces in a BWR.

3.2. Experimental procedure

Some of these points of interest are: amount, concentration and injection rate of the Pt injected into

The Pt deposition tests were performed in a so-

the feed water; flow velocity of the water on the

phisticated high-temperature water loop with 1 l

Pt treated steel surfaces; temperature of the feed

stainless steel autoclave (Figure 1). During the ex-

and reactor water; redistribution behaviour of the

periments all environmental parameters at inlet

Figure 1: Schematic of the high-temperature water loop facility.

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011

149


Table 2: Summary of the ­major test ­parameters during the two ­experiments.

Experiment designation

Test 1

Test 2

Experiment duration [h]

477

305

Pressure [bar]

90

90

Temperatureautoclave [°C]

280

280

Mass flow rateinlet water [kg/h]

10

10

Water chemistry

Inlet

Outlet

Inlet

Outlet

Molar ratio (DH/DO) DH [ppb] DO [ppb] Conductivity [µS/cm]

4.6 75 258 0.055

15 53 56 0.070

4.9 75 244 0.055

– 45 0 0.060

Pt conc. of solution [ppb]

9.7

9.6

Pt injection period [h]

207

40

Pt injection rate [µg/h]

0.24

1.20

24

120

48.6

47.9

Nom. Pt conc. in water [ppt] Total Pt injected [µg]

and outlet (dissolved oxygen (DO), dissolved hyd-

for chemical analyses. A secondary electron detec-

T, p, flow rate, etc.) were recorded

tor was used to investigate the oxide layer topo-

continuously. Four coupon specimens (two pre-

graphy, whereas a back scattered electron detec-

oxidised and two in «as received» state) were ex-

tor was used to identify Z (chemical) contrast ac-

posed to the high-temperature water in the au-

ross the oxide layers.

toclave, whereas one of them («as received» sta-

The Pt concentration on the surface of all speci-

te) was electrically connected with a wire for ECP

mens was measured by Laser Ablation-Inductively

measurement. The ECP of this specimen, of the

Coupled Plasma-Mass Spectrometry (LA-ICP-MS).

autoclave and the redox potential (Pt sheet) were

Front and back side of the specimens were abla-

measured vs. a Cu/Cu2O ZrO2-membrane refe-

ted using a UV laser ablation system, coupled to

rence electrode. BWR conditions were simulated

a sectorfield ICP-MS instrument (Element 2, Ther-

rogen (DH),

k,

with high-purity water at a temperature of 280 °C

mo Fisher Scientific, Bremen, Germany). The la-

and pressure of 90 bar. For HWC conditions, a

ser system is a quadrupled Nd:YAG laser delive-

mixture of H2 and O2 was adjusted (stoichiomet-

ring a beam of 266 nm wavelength [15]. Analy-

ric excess of H2). The Pt compound (Na2Pt(OH)6)

ses of Pt on the specimens were carried out using

was injected through ion-chromatography tubing

a point analysis mode. The Pt standards used for

into the inlet water stream by an Eldex high-pres-

the calculation of the Pt concentration on the sur-

sure dosing pump after one week of pre-oxidation

face of the specimens are homogenous thin films

(«t = 0»). Following several pre-tests, two compa-

of Pt with a layer thickness of 0.14 and 1.4 nm on

rable tests were performed injecting the same to-

SiO2 substrate. The layer thickness corresponds to

tal amount of Pt at two different Pt injection ra-

0.3 and 3 µg/cm2.

tes. Compared to plant OLNC applications, injection rates as well as the total amount of Pt injected were much lower in these tests. Three days after the Pt injection was finished, the experiments were shut-down. The major test parameters can

3.4. Effect of Pt injection rate on the electrochemical corrosion potential

be seen in Table 2. Figures 2a and 2b show the course of the specimen, autoclave and redox potentials during Tests

3.3. Analytical techniques

1 and 2, respectively. The small fluctuations of the potential curves are due to short interruptions of

150

The microstructural investigations were performed

the Pt injection (e.g., change of the Pt injection so-

using a Zeiss scanning electron microscope (SEM)

lution) and due to water sampling. Just before the

equipped with a field emission gun and X-ray

Pt injection the specimen potentials of both tests

energy dispersive spectrometer (EDS) from EDAX

were in a comparable range at about -200 and

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011


Figure 2: Course of the specimen, autoclave and redox potentials during the two tests with different Pt injection rates; SHE = standard hydrogen electrode scale; a) Test 1, b) Test 2.

-230 mVSHE. The slightly lower ECP in Test 2 can

ding to low Pt concentrations in the high-tempe-

be explained by the lower DO content in the out-

rature water) are less effective in depositing Pt on

let water. During each experiment more Pt depo-

the surface of stainless steel in BWR environment.

sits on the inner surface of the piping and auto-

The reason for this behaviour is not clear so far.

clave walls, which get more catalytic and therefo-

Further experiments with higher Pt injection rates

re more O2 is consumed. This can also be seen by

and amounts are necessary to confirm these ob-

the slightly lower redox potentials at the end of

servations and to find the optimal injection rate.

Test 1 and during Test 2. Shortly after the Pt injection was started the ECP decreased continuously in both experiments, although with different ra-

3.5. Microstructure

tes and to a different extent. With the lower Pt injection rate (0.24 µg/h) the ECP of the specimen

Comparing the non pre-oxidised («as received»)

decreased during 220 h by 100 mV and with the

and pre-oxidised specimens, the latter one have a

higher injection rate (1.20 µg/h) the ECP decrea-

higher density of larger faceted Fe oxide crystals in

sed 160 mV in only 40 h, even though the total

the case of both tests. All pre-oxidised specimens

amount of Pt injected was the same in both cases.

have very fine particles attached to the larger face-

After the Pt injection was stopped the ECP slight-

ted particles (arrows in Figure 3c), how­ever not

in Test 1

all particles are of the same elemental composi-

and at -360 mVSHE in Test 2. Considering the de-

tion. Only in the case of Test 2 some of them are

crease of the DO content during Test 1 this diffe-

found to be Pt particles (arrows in Figure 3h). The

rence is even more pronounced. The lower Pt con-

size distribution of the Fe oxide crystals differs bet-

centration measured on the specimens of Test 1

ween Tests 1 and 2, whereas the earlier one has

(see Section 3.6) fits well to these observations. It

larger crystals. This can be explained by the longer

seems that very low Pt injection rates (correspon-

test duration.

ly increased and stabilised at -290 mVSHE

Figure 3: Secondary (a & c) and back scattered (b & d) electron (SEM) images of a non preoxidised (a & b) and preoxidised (c & d) specimen from Test 1; secondary (e & g) and back scattered (f & h) electron (SEM) images of a non preoxidised (e & f) and preoxidised (g & h) specimen from Test 2.

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011

151


3.6. Pt concentration on the ­specimen surface

observations from the ECP measurements, SEM and LA-ICP-MS analyses, these first tests show that a more effective Pt deposition, resulting in a lower

Table 3 shows the Pt concentration measured on

ECP and therefore better protection against SCC,

the specimens from Tests 1 and 2. Although no

could be achieved using a higher Pt injection rate

Pt particles were discovered in the SEM analysis

(corresponding to a higher Pt concentration in the

(apart from the pre-oxidised specimens of Test 2),

high-temperature water). Pre-oxidation of the spe-

a very low but clearly measurable amount of Pt

cimens seems to additionally increase the Pt con-

has been detected on the surface of all specimens

centration on the specimen surface. Due to the

using LA-ICP-MS. The Pt concentration was found

preliminary character of these results no further

to be homogenous over the 120 measurement

conclusions can be drawn at this stage.

points across the front and back side of each spe-

A more detailed analysis of the surface/oxide film

cimen. However, the uncertainty level marked in

structure (e.g., using TEM) is necessary to get a

the table amounts up to 50 %, mainly caused by

more conclusive picture of the Pt distribution on

the calibration curve recorded at higher concent-

stainless steel. Experiments with higher amounts

rations.

of Pt (closer to plant OLNC application conditions)

In spite of the high level of uncertainty, a clear

and different injection rates are underway to con-

trend in Pt concentration between Tests 1 and 2

firm the results and to get better insights into the

and also between the non pre-oxidised and pre-

Pt deposition behaviour and processes behind. An

oxidised specimens can be seen. The specimens

example image from such a test is shown in the

of Test 1 have less Pt deposited on the surfaces

following sub-chapter.

than the ones from Test 2. This could be due to the higher Pt injection rate in Test 2 resulting in a higher Pt concentration in the high-temperature water (Table 2). This result is also confirmed by the

3.8. Example image of a specimen with higher Pt particle density

more pronounced reduction of the ECP during Pt injection in Test 2 (see Section 3.4). In case of both

A SEM micrograph of a specimen from the latest

tests, the non pre-oxidised specimens revealed lo-

experiment, where a higher amount of Pt has been

wer Pt concentrations than the pre-oxidised. This

injected into the high-temperature water loop

might be explained by the different size distribu-

(665 µg) is shown in Figure 4. In contrast to the

tion of the oxide crystals, such as bimodal struc-

first two tests (see above) a rather high density of

tures, leading to a higher surface roughness and

small Pt particles with a size distribution ranging

therefore more effective Pt deposition behaviour.

from 12 to 20 nm (15 nm in average) can be observed on the oxide crystals. The analytical investigation of this test (together with other compara-

3.7. Summary

ble tests) is still ongoing and conclusive results are expected soon.

In a sophisticated high-temperature water loop facility at PSI two experiments were performed investigating the Pt deposition behaviour under si-

4. National collaborations

mulated BWR conditions at two different (extremely low) Pt injection rates and with differently

The collaboration and technology transfer on the

pre-treated coupon specimens. Taken together all

national level takes place within the Swiss nuclear

Table 3: Pt concentration on the surface of specimens from Tests 1 and 2, ­determined by LA-ICP-MS.

152

Test 1 Pt concentration [ng/cm2]

Test 2 Pt concentration [ng/cm2]

Non pre-oxidised

Pre-oxidised

Non pre-oxidised

Pre-oxidised

10 ± 3

17 ± 6

11 ± 5

19 ± 6

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011


Figure 4: SEM micrograph (back scattered electron image, Z contrast) of a stainless steel specimen from a test where 665 µg Pt was injected with an injection rate of 11.6 µg/h. The Pt particles are represented by the white dots on the oxide crystals.

community. The NORA project consists of a con-

work of Excellence for Nuclear Plant Life Predic-

sortium formed by the Swiss Federal Nuclear Sa-

tion (NULIFE). PSI is also in close contact with GE

fety Inspectorate ENSI, the nuclear power plants

Global Research Centre concerning the research

Mühleberg (KKM) and Leibstadt (KKL) and two la-

on NobleChemTM. Additionally, cooperation with

boratories (Lab for Nuclear Materials and Hot Lab

the BWR Vessel and Internals Project of the Elec-

Division) at PSI. The ENSI and all Swiss utilities are

tric Power Research Institute (EPRI) was established

periodically informed on the actual project status

in 2011. PSI will provide KKL OLNC plant data for

during the annual ENSI-PSI project presentations.

EPRI, which they will use for the modelling of no-

Additionally, semi-annual project steering commit-

ble metal deposition in BWRs.

tee meetings are held where ENSI, KKM, KKL and PSI are represented. Close collaboration exists also to the KORA-II project.

6. Assessment of 2011 and ­perspectives for 2012

5. International collaborations

6.1. Assessment of 2011

The involved groups and scientists at PSI are very

The major part of the project goals and milesto-

well integrated in international research projects,

nes for the second project year has been achie-

networks and communities (e.g., International Co-

ved. The optimisation of the experimental facilities

operative Group on Environmentally-Assisted Cra-

at PSI (high-temperature water loop), a first series

cking of Water Reactor Structural Materials (ICG-

of Pt deposition experiments (eight tests) and the

EAC), European Co-operative Group on Corrosion

qualification of the analytical methods (investiga-

Monitoring of Nuclear Materials (ECG-COMON),

tion of the specimens by SEM, TEM and LA-ICP-

Working Party 4 (Nuclear Corrosion) of the Eu-

MS) covered the largest part of the project work

ropean Federation of Corrosion (EFC), etc.). Our

in 2011. Several meetings were held (at KKL, PSI

research activities are presented and discussed

and with EPRI), specimens exposed to the reactor

within these groups. Within the 6th EU-framework

water in KKL were transported to PSI, four confe-

program, the Component Safety group actively

rences (ICG-EAC 2011, EUROCORR 2011, GE-Hi-

participated as an associate member in the Net-

tachi Chemistry Conference 2011, and VGB Con-

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011

153


ference Chemistry in Power Plants 2011) were attended and a Post-Doc (replacing V. Karastoyanov)

in: 2011 GEH Chemistry Conference, GE-H, San Jose, CA, USA, September 26–27, 2011.

was recruited. Due to some difficulties with the

❚ V. Karastoyanov, S. Ritter, A. Ramar, S. Abolhas-

experimental facility and the change in personnel,

sani-Dadras, I. Günther-Leopold and N. Kivel,

there is a slight delay in some fields with regard to

«Laboratory Scale on-Line Noble Metal Deposi-

the very ambitious and optimistic time schedule in

tion Experiments Simulating BWR Plant Condi-

the project proposal [14]. This delay is regarded as

tions», in: VGB Conference «Chemistry in Pow-

uncritical, since it is expected that the major goals

er Plants 2011», VGB, Munich, Germany, Octo-

can be achieved until the end of the NORA project.

ber 26–27, 2011.

6.2. Perspectives for 2012

8. References

During the third year the systematic test program-

[1] R. Kilian and A. Roth, «Corrosion Behaviour

me in the high-temperature water loop and the

of Reactor Coolant System Materials in Nuc-

analysis of the specimens will be continued and

lear Power Plants», Materials and Corrosion,

first specimens from KKL will be investigated at

2002, 53, pp. 727–739.

PSI. Therefore, interesting results can be expected

[2] R.M. Horn, P.L. Andresen and J. Hickling,

for 2012. The final report of the literature survey

«BWR Alloy 182 Stress Corrosion Cracking

plant data

Experience», in: 5th Int. Symposium on Con-

evaluation will be finalised. Furthermore, the work

tribution of Materials Investigation to the Re-

on the development of the non-destructive tech-

solution of Problems Encountered in Pressu-

nique will be commenced. Beside the small delay,

rized Water Reactors (Fontevraud 5), Fonte-

and the results of the

NobleChemTM

the project can proceed as planed and described

vraud, France, September 23–27, 2002.

in the NORA project proposal [14] and as discussed

[3] K. Ishida, Y. Wada, M. Tachibana, H. Hoso-

and agreed with the ENSI in the semi-annual pro-

kawa and M. Nakamura, «Effects of Noble

ject steering committee meetings.

Metal Deposition Upon Corrosion Behavior of Structural Materials in Nuclear Power Plants,

7. Publications

(I)», Nuclear Science and Technology, 2005, 42(9), pp. 799–808. [4] Y.-J. Kim, «Effect of Noble Metal Addition

❚ S. Ritter, V. Karastoyanov, A. Ramar, I. Günther-

on Electrochemical Polarization Behaviour of

Leopold, S. Abolhassani-Dadras, N. Kivel and

H2 Oxidation and O2 Reduction on 304SS in

H.P. Seifert, «Noble Metal Deposition Behavi-

High Temperature Water», in: CORROSION

our in Boiling Water Reactors – the NORA Pro-

98, NACE, Paper No. 127, San Diego, CA,

ject», in: Annual Meeting of the International

[5] Y.J. Kim and P.L. Andresen, «Transformation

Cracking of Water Reactor Materials, G05 (CD-

Kinetics of Oxide Formed on Noble Metal-Tre-

ROM), Dresden, Germany, May 8–13, 2011.

ated Type 304 Stainless Steel in 288 Degrees

❚ V. Karastoyanov, A. Ramar, S. Ritter, S. Abolhas-

sani-Dadras, I. Günther-Leopold and N. Kivel,

C Water», Corrosion, 2003, 59(6), pp. 511– 519.

«In-Situ Pt Deposition on Stainless Steel under

[6] Y. Wada, K. Ishida, N. Uetake, M. Nakamu-

Simulated Boiling Water Reactor Conditions –

ra and K. Akamine, «Characterization of No-

Effect of Injection Rate on the Corrosion Poten-

ble Metal Deposition on Type 304 Stainless

tial and Pt Distribution», in: EUROCORR 2011,

Steel», in: 10th Int. Conference on Environ-

EFC, 4858 (CD-ROM), Stockholm, Sweden, Sep-

mental Degradation of Materials in Nuclear

tember 4–8, 2011.

Power Systems – Water Reactors, NACE/TMS/

❚ A. Ramar, S. Ritter, V. Karastoyanov, S. Abolhas-

sani-Dadras, I. Günther-Leopold and N. Kivel,

154

USA, March 22–27, 1998.

Cooperative Group on Environmentally Assisted

ANS, Lake Tahoe, NV, USA, August 6–10, 2001.

«Noble Metal Deposition Behavior in BWRs – the

[7] R.L. Cowan, C.C. Lin, W.J. Marble and C.P.

NORA Research Project and Preliminary Results»,

Ruiz, «Hydrogen Water Chemistry in BWRs»,

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011


in: 5th Int. Symposium on Environmental Degradation of Materials in Nuclear Power Systems – Water Reactors, NACE, Monterey, CA, USA, August 25–29, 1991.

ANS, Whistler, B.C., Canada, August 19–23, 2007. [12] S. Hettiarachchi, R.M. Horn, Y.-J. Kim and P.L. Andresen, «Electrochemical Corrosion Poten-

[8] T.M. Angeliu, S. Hettiarachchi, Y.J. Kim, T.P.

tial (ECP) Reduction and Crack Mitigation Ex-

Diaz and P.L. Andresen, «Application of Cata-

periences with NoblechemTM and On-Line No-

lytic Nanoparticles to High Temperature Wa-

blechemTM», in: 14th Int. Conference on Envi-

ter Systems to Reduce Stress Corrosion Cra-

ronmental Degradation of Materials in Nuc-

cking», in http://www.patentvest.com/con-

lear Power Systems – Water Reactors, NACE/

sole/reports/docs/grant/06793883.html, G.E.

TMS/ANS, Virginia Beach, USA, August 23–

Co., Editor, 2004: USA.

27, 2009.

[9] P.L. Andresen, Y.-J. Kim, T.P. Diaz and S. Het-

[13] S. Ritter, V. Karastoyanov, S. Abolhassani-Da-

tiarachchi, «Online NobleChem Mitigation

dras, I. Guenther-Leopold, and N. Kivel, «In-

Int. Conference on Envi-

vestigation of Noble Metal Deposition Behavi-

ronmental Degradation of Materials in Nuc-

our in Boiling Water Reactors – the NORA Pro-

lear Power Systems – Water Reactors, NACE/

ject», PowerPlant Chemistry, 2010, 12(11),

TMS/ANS, Snowbird, UT, USA, August 14–18,

pp. 628–635.

of SCC», in:

12th

[14] S. Ritter, H.P. Seifert, I. Günther-Leopold,

2005. [10] Y.-J. Kim, «Effect of Variations in Simulated

N. Kivel, S. Abolhassani-Dadras and J. Bertsch,

BWR Water Chemistry on High Temperature

«Project Proposal: NORA (Noble Metal De-

Electrochemistry of Stainless Steel», in: COR-

position Behaviour in Boiling Water Reac-

ROSION 2005, NACE, Paper No. 579, Hous-

tors)», Other, PSI Aktennotiz AN-46-09-12,

ton, TX, USA, April 3–7, 2005.

Paul Scherrer Institute, Villigen PSI, December

[11] Y.-J. Kim, P.L. Andresen, S. Hettiarachchi and

2009.

T.P. Diaz, «Effect of Variations in Noble Metal

[15] M. Guillong, P. Heimgartner, Z. Kopajtic,

Chemical Addition Process on Electrochemi-

D. Günther and I. Günther-Leopold, «A Laser

cal Catalytic Response in High Temperature

Ablation System for the Analysis of Radioacti-

Int. Conference on Environ-

ve Samples Using Inductively Coupled Plasma

mental Degradation of Materials in Nuclear

Mass Spectrometry», J. Anal. At. Spectrom.,

Power Systems – Water Reactors, NACE/TMS/

2007, 22, pp. 399–402.

Water», in:

13th

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011

155


PISA Pressure Vessel Integrity and Safety Analysis

Author und Co-author(s)

M. Niffenegger, H.P. Seifert, G. Qian, H. Leber, P. Simon

Institution

Paul Scherrer Institut, Laboratory for Nuclear Materials

Address

5232 Villigen

Tel., E-mail, Internet address +41 (0)56 310 26 86 Markus.Niffenegger@psi.ch, www.psi.ch and http://lnm.web.psi.ch/ssi/lnm_projects_cs.html Duration of Project

January 1, 2009 to December 2011

ABSTRACT

could be accepted for a routinely assess-

The PSI-ENSI project PISA is dedicated to the

ment of neutron embrittlement.

investigation of new methods for the non-de-

❚ A literature research, accompanied by the

structive detection of neutron embrittlement

participation in international specialists

(Subproject I), the state-of-the-art of Reactor

meetings, resulted in the identification of

Pressure Vessel (RPV) integrity analysis (Sub-

open questions in the field of RPV integri-

project II) and the complementing of deter-

ty analysis and of possible topics for future

ministic integrity assessment by probabilistic

research.

methods (Subproject III) [1]. The major goals

❚ The Probabilistic Fracture Mechanics (PFM)

of the project are to identify existing knowl-

code FAVOR was successfully applied to

edge gaps and needs for further research con-

study the safety margin of a RPV (calcula-

cerning RPV safety as well as to gather the ex-

tion of the conditional probabilities of crack

pertise in this field with respect to a safe op-

initiation and failure) for Pressurized Ther-

eration of Swiss Nuclear Power Plants (NPPs).

mal Shock (PTS) load.

The project is clearly focussed on the predic-

❚ The Master Curve method has been applied

tion and monitoring of material embrittle-

in the FAVOR code for considering the frac-

ment and on structural and fracture mechan-

ture toughness of the RPV material more

ics simulations of RPV’s behaviour.

realistically.

The main results achieved within the report

❚ The ASME model lead to more conservative

period 2011 are:

results than the FAVOR model and the Mas-

❚ A new ThermoElectric Power device (TEP)

ter Curve method yield the least conserva-

was built, tested and applied to RPV-mate-

tive results.

rial at PSI. It turned out that it has several

❚ The Master Curve method is more realistic

advantages as better accuracy and excellent

and promising than the FAVOR and ASME

repeatability for measuring the Seebeck co-

models for considering the fracture tough-

efficient of Charpy-Surveillance specimens.

ness.

❚ T he TEP-method is a promising method

Valuable knowledge and expertise in the field

for the non-destructive evaluation of RPV-

of RPV safety assessment as well as important

embrittlement, but further development

contacts to the leading scientist in this field

and tests to acquire the material proper-

were acquired within the project.

ties would be required before the method

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011

157


1. Introduction

2.2. SP 2: State-of-the-Art in the Field of RPV Integrity Analysis

The RPV, as one of the most important safety barriers of light water reactors, is exposed to neut-

❚ L iterature research with the intention to iden-

ron irradiation at elevated temperatures, which

tify the state-of-the-art of RPV integrity analysis

results in embrittlement of the RPV steel. The re-

and to evaluate the prediction methods for the

sulting decrease of the fracture toughness rai-

irradiation embrittlement of ferritic RPV steels.

ses the probability of brittle failure due to, e.g.

❚ R eview of current research topics and evaluation

of ongoing international projects.

PTS. Sufficient margins against brittle failure have thus to be assured during the whole anticipated life-time. The project PISA is manly dedicated to the inves-

2.3. SP 3: Probabilistic Integrity ­Assessment

tigation of new methods for the non-destructive detection of neutron embrittlement (Subproject I,

❚ D evelopment of the methodology for probabilis­

40 %), the state-of-the-art of RPV integrity analy-

tic assessment of RPVs and application to nuclear power plants.

sis (Subproject II, 20 %) and the complementing of deterministic integrity assessment by probabili-

❚ A pplication of the probabilistic code FAVOR to

stic methods (Subproject III, 40 %) [1]. The project

the assessment of a specific RPV under PTS load.

is clearly focussed on the prediction and monito-

❚ F urther development of the code in order to al-

ring of material embrittlement and on structural

low also probabilistic assessment of piping com-

and fracture mechanics simulations.

ponents by considering corrosion damage.

2. Project goals for 2011

3. Work carried out and results obtained

2.1. SP 1: Non-destructive ­Determination of RPV Material Embrittlement

3.1. SP 1: Non-destructive ­Determination of RPV Material Embrittlement

❚ Development and optimization of a new thermo-

electric nondestructive testing device. Figure 1a: Principle schema of the new TEP-device.

❚ Application of the thermoelectric method on ir-

Figure 1b: TEP-device consisting of sensor, nanovolt-meter and control-unit.

1a

3.1.1. A new Thermo Electric Power (TEP) Device (TSP) developed by PSI

radiated Surveillance specimens of Swiss NPPs

The thermoelectric power method for the non-

and assessment of the suitability for practical

destructive evaluation of neutron embrittlement

application.

was investigated [2]. The main goal is to impro-

1b

158

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011


Figure 2: Repeatability of the new device TSP compared to the old one TEP.

ve the applicability of measuring the Seebeck coefficient

. The accuracy of

is mainly determi-

ned by the measuring method itself (accuracy of measured temperatures and voltage), the offset which is given by the electronic components of the TEP-measuring system, the environment (ambient temperature and humidity) and the material dependent scatter of

which may vary in space

on the micro- or macroscopic scale. Dependent on the material type, the scatter of

can be rather

large. In order to improve the precision and repeatabiliFigure 3: Seebeck coefficient vs. fluence for KKG ­specimens.

ty, a new TEP-device was developed and tested at PSI. The device shown in Fig. 1 allows to apply a constant temperature gradient on Charpy specimens and to measure the electric voltage over this gradient.

is then calculated by dividing the ther-

moelectric voltage by the temperature difference. The advantage of applying a constant temperature gradient is that

is averaged over a larger volu-

me while other instruments yield very local values which may result in large scatter due to material inhomogeneity. The so achieved repeatability is smaller than 10 nV/K. Fig. 2 shows the increase in repeatability of the

Note that in the Charpy impact test the measu-

new device (TSP) compared to the old one (TEP).

red specimens were broken at different tempera-

The results stem from specimens made of unir-

tures and are therefore partially plastic deformed.

radiated RPV base material (GW), material from

Therefore time consuming preparation of the sam-

weld (SG) and heat affected zone (WEZ). A clear

ples surface was needed before precise measure-

difference between GW and SG was observed,

ments were possible.

whereas the difference between SG and WEZ is small. It was demonstrated that the TSP de-

3.1.3. Results and discussions

vice provides more precise results than the TEP

The test results of the new TSP-device are very sa-

device.

tisfying since both the repeatability and accuracy are excellent. Furthermore, the in-situ processing

3.1.2. Application of the TEP method to the assessment of irradiated RPV material

of the measured parameters as temperatures, vol-

The main goal of this subproject is to develop a

dynamics of the measurement. This is an impor-

method that allows to measure the Seebeck co-

tant advantage towards more reliable results.

efficient on Surveillance specimens and to use the

The measurement of irradiated Surveillance spe-

results for the direct determination of the shift

cimens confirmed former measurements. Howe-

of the ductile-to-brittle transition temperature,

ver, the inherent scatter of the material properties,

which is a measure for the material embrittle-

which is also reflected in the conventional Char-

ment. For this purpose the knowledge of materi-

py impact test results, remains relatively large. It

al dependent calibration curves are necessary. For

is therefore recommended to use the average va-

this reason the Seebeck coefficient of a set irra-

lue of a set of specimens at each fluence to ob-

diated Charpy specimens taken from the Surveil-

serve the change of . Single measurements on ir-

lance program of the KKG (base material) were de-

radiated, deformed and broken specimens show

bet-

a scatter that makes it difficult to distinguish the

termined. Fig. 3 shows that the change of

ween unirradiated and irradiated material up to a fluence of

2.6 × 1019

n/cm2

is about 400 nV/K.

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011

tage and Seebeck coefficient allows insight to the

change of

due to small increase of the fluence.

Nevertheless, the monotonic increase of

due to

159


neutron irradiation can clearly be measured. With

quality-assured international surveillance data ba-

a sufficient knowledge of the material properties,

ses. For older reactors, which are close to the PTS

adequate surface preparation and careful applica-

limits, open questions are primarily related to the

tion of the TEP-method it could be used to predict

warm pre-stress effects (WPS) and multi-axial frac-

the shift of the ductile-to-brittle transition tempe-

ture mechanics [3,4,5]. An ongoing European pro-

rature, which is a measure for the material emb-

ject (NESC VII) for the application of WPS in RPV

rittlement.

assessment including biaxial loading will end during 2012 [6]. In the last decade, complementary probabilistic in-

3.2. SP2: State-of-the-Art in the Field of RPV Integrity Analysis

tegrity assessment methods have been developed, which allow a better assessment of the safety margin situation. These models are able to consider

A literature research, accompanied by the partici-

both random (e.g., material behaviour in the duc-

pation in international specialists meetings, resul-

tile-to-brittle transition region) and lack of know-

ted in the identification of open questions in the

ledge uncertainties (e.g., defect sizes and distribu-

field of RPV integrity analysis and of possible to-

tions, transients) or inherent material scatter and

pics for future research. Qualified and well-appro-

variability (e.g., Cu content, yield stress). However,

ved tools for deterministic fracture mechanics in-

so far, the probabilistic methods currently only al-

tegrity assessments, for monitoring of irradiation

low simplified analysis (2D, simple geometries &

embrittlement (surveillance program) and mitiga-

boundary conditions) and their experimental vali-

tion (e.g., flux reduction) are available. The cur-

dation is difficult. Many assumptions (e.g., distri-

rent deterministic evaluation methods are conser-

butions for defect sizes) have a rather weak basis,

vative and adequate under most circumstances

but may have a strong influence on the failure fre-

(with only minor uncertainties for operation peri-

quency. Several research projects (EU and OECD)

ods < 50 years and CH-LWRs).

to improve probabilistic integrity assessment of

Ongoing research projects are focussed on the de-

RPVs are therefore currently in discussion.

velopment of better mechanistic models, predic-

Two reports describing the state-of-the-art in the

tion, and micro-structural characterization of irra-

field of RPV integrity analysis and RPV irradiation

diationinduced embrittlement for RPV steels. Most

embrittlement are in preparation and will be sent

R&D needs are identified in the context of lifetime

to ENSI by the end of March 2012.

extension and long-term operation over 50 to 60 years or for old plants, which are close to limits with minimal margins with regard to uncertainties. Important topics are, e.g., the general lack of (surveillance) data and knowledge on the embritt-

3.3. SP 3: Probabilistic Integrity ­Assessment of a RPV under PTS load

lement behaviour at high fluences > 2 to 3 × 1019 n/cm2. The potential formation of late blooming

The developed numerical tools for the integrity

phases in low Cu materials and of Cu-catalyzed

assessment of RPVs were first validated by com-

Mn- and Ni-rich precipitates in high Ni and Mn

paring own results with those from international

and medium to high Cu steels represent a con-

benchmarks (e.g. PROSIR). In a second step the

cern for very high embrittlement rates well abo-

method was applied to the calculation of proba-

ve the current prediction curves at high fluences.

bilities for crack initiation and failure of a RPV loa-

The validation of the universal shape of the Mas-

ded by two particular PTS transients. The compu-

ter Curve at high fluences and high degree of em-

ter code FAVOR is used for this analysis, the gene-

brittlement as well as for intergranular cracking

ral assessment procedure is described in detail in

and crack arrest represents a further important re-

the ENSI Research Report 2010 [2]. In brief it inclu-

search need. Another ongoing international ef-

des the calculation of transient temperature fields

fort is the development of new physical prediction

in the RPV wall, based on the history of cooling

curves for irradiation embrittlement with conside-

water temperature, heat transfer coefficients and

ration of the current level of mechanistic and mi-

the thermal properties of the RPV material. In a se-

crostructural understanding and their validation by

cond step the concerning strains and stress inten-

160

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011


3.3 SP 3: Probabilistic Integrity Assessment of a RPV under PTS load The developed numerical tools for the integrity assessment of RPVs were first validated by comparing own results with those from international benchmarks (e.g. PROSIR). In a second step the method was applied to the calculation of probabilities for crack initiation and failure of a RPV loaded by two particular PTS transients. The computer code FAVOR is used for this analysis, the general assessment procedure is described in detail in the ENSI Research Report 2010 [2]. In sity factors (SIF) at the crack tip of assumed initial brief it includes the calculation of transient temperature fields in the RPV wall, based on the history cracks are calculated and compared with the frac- and the thermal properties of the RPV maof cooling water temperature, heat transfer coefficients terial. In a second stepmaterial. the concerning strains and stress intensity factors (SIF) at the crack tip of ture toughness of the assumed initial cracks are calculated and compared with the fracture toughness of the material.

Figure 4: Simplification of the RPV with a two-­ dimensional numerical model containing axial and circumferential semi-elliptical surface cracks [Dimension in mm].

3.3.1 Numerical Numerical model of the RPVRPV 3.3.1 model of the Forthe the numerical numerical analysis thethe FAVOR For analysisofofthe theRPV RPVbyby FA- code, a simple two-dimensional model containing only the characteristic properties of the real RPV is created. The inner side of a RPV is

VOR code,toa be simple two-dimensional con- by the downstream of emergency cooling assumed subjected to a thermal model shock caused water. Even though the downstream is not homogeneous but typically in a plume shape coming taining only the characteristic properties of the real

from the inlet nozzles, in the numerical model the thermal load is assumed to be rotationally symmetric and homogeneous along the z-axis. A semi-elliptical surface crack with axial or circumfertoential be subjected thermal in shock causedregion by the orientationto is a postulated the beltline of the RPV, as shown in Fig. 4.

RPV is created. The inner side of a RPV is assumed downstream of emergency cooling water. Even

though the downstream is not homogeneous but typically in a plume shape coming from the inlet nozzles, in the numerical model the thermal load is assumed to be rotationally symmetric and homogeneous along the z-axis. A semi-elliptical surface crack with axial or circumferential orientation

However, in the following only conditional proba-

is postulated in the beltline region of the RPV, as

bilities, i.e. with the assumption that a certain tran-

shown in Fig. 4.

sient occurs (with a probability of 100 %), are pre-

In a deterministic assessment of RPVs, crack initiation or fracture is assumed to occur, when the stress intensity factor KI exceeds the fracture toughness KIC. The calculation of the KI is typically

sented. Since the actual occurrence of these transi-

Fig. 4: Simplification of the RPV with a ents is very small, the actual failure probability due two-dimensional numerical model containing axial and circumferential semi-elliptical to a PTS is much smaller than the conditional prosurface cracks [Dimension in mm].

babilities given below.

based on influence functions or on the finite ele-

Two transients, one concerning a 70 cm2 and the

ment method. The fracture toughness according

other describing a 3 cm2 leak were considered. The

to ASME is calculated by:

history of the water temperatures, pressure and heat transfer coefficients for the two transients are , (1)

where .

(2)

shown in Figs. 5 and 6.

3.3.2. Results and discussion

(1)

(2)

3.3.2.1. Assessment by using the prediction function

RTNDT0 is the initial (for the unirradiated material)

A linear elastic fracture mechanics analysis is per-

nil-ductility reference temperature. Two different

formed for a fluence of 6.04 × 1019 n/cm2 (accor-

methods to determine the shift RTNDT due to neu-

ding to 60 years of full power operation) consi-

tron irradiation were applied, namely the one ac-

dering all the variables as deterministic. All ther-

cording RG 1.99 Rev. 2 in which a prediction curve

mo-mechanical material properties for the base

based on chemical components and fluence is gi-

and cladding material are considered temperature

ven and the method in which direct use of Surveil-

dependent. Axial surface cracks with a depth of

lance data (measured T41J) is made. However, the

17 mm, 13 mm and 9 mm, and an aspect ratio of

results from the latter are not shown in this report.

6 are considered in the Core region 1 of the ves-

According to regulation guide 10CFR50.61 [3] is-

sel. Prediction function is used to calculate RTNDT.

sued by the U.S. NRC, RTNDT is the screening crite-

A comparison between KI and KIC of the crack tip,

rion used to define the limiting RTNDT. It specifies

as shown in Figs. 7 and 8, shows that during both

RTNDT < 149 °C for circumferential welds and RTNDT

the 3 cm2 and 70 cm2 leak transients KI is always

<132 °C for axially oriented welds and plates. For

smaller than KIC, implying crack initiation won't

the probabilistic safety assessment, the total failu-

occur according to the deterministic analysis.

re probability, that is the sum of the failure proba-

In the probabilistic analysis, the main material

bilities corresponding to the individual failure sour-

parameters are considered as random variables

ces, is compared to the acceptance criterion (cur-

(characterized by a mean values, standard devi-

rently 5×10-6 / year) acc. to U.S. NRC RG 1.154 [7].

ation and distribution type) as shown in Table 1

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011

161


Table 1: Main random variables used for the study for the Core region 1 of RPV.

Mean value

Standard deviation

Distribution type

Copper content [wt. %]

0.092

0.01

Normal

Nickel content [wt. %]

0.71

0.05

Normal

Phosphorous content [wt. %]

0.014

0.001

Normal

9

Normal

Parameters

RTNDT0 [°C] f0 [1019 n/cm2]

–1 1 up to 5

10% of mean value

Normal

RTNDT [°C]

RG 1.99 Rev. 2

KIC reference curve (FAVOR) KIC max=220 [MPa∙m0.5]

ORNL method

Weibull

KIa reference curve (FAVOR) KIa max=220 [MPa∙m0.5]

ORNL method

Lognormal

9.4

Normal

for the Core region 1 of the RPV, which is the

Figs. 9 and 10 also show that failure probability of

most critical material involved. The conditional

the 3 cm2 transient is much lower than that of the

crack initiation and failure probabilities at diffe-

70 cm2 leak transient, which is in agreement with

rent neutron fluences without considering WPS

the deterministic results. From Fig. 9, the crack in-

are given in Figs. 9 and 10. WPS effects have a

itiation is almost the same as the failure probabi-

positive influence on the stress state at the crack

lity for the same crack during the 3 cm2 leak tran-

tip and are made responsible that if KI was alrea-

sient. It means in this case, once crack initiation

dy larger at higher temperature during a transi-

occurs, it will lead to final failure rather than to

ent, cracks are not initiated, even if KI is larger

crack arrest.

than KIC. Therefore, if the WPS effects are consi-

In addition, it is shown in Fig. 10 that under the

dered, the calculated probabilities for crack initi-

70 cm2 transient, the failure probability of the

ation and failure are zero.

crack with a depth of 13 mm is the highest one. The failure probability of the crack with a depth

Figure 5: Water temperature ­history of the 3 cm2 and 70 cm2 leak transients.

of 9 mm is higher than that of the crack with a depth of 17 mm. It implies that the shorter crack doesn’t necessarily lead to a smaller failure probability, which is due to the fact that both KI and KIC increase with the crack depth. Thus, in the inspection of the RPV, attention should be given to both the shorter and deeper cracks.

3.3.2.2 Sensitivity analysis In the sensitivity analysis, the influence of the mean values of the contents of Cu, Ni, P and RTNDT0 on Figure 6: History of pressure and heat transfer ­coefficient of the 3 cm2 and 70 cm2 leak transients.

the crack initiation and failure probability of the RPV subjected to the 70 cm2 leak transient was analyzed. An axial crack with a depth of 17 mm and neutron fluence f0 of 5 × 1019 n/cm2 are assumed in the Core region 1 of the RPV. The crack initiation and failure probabilities increase from about 0 to 0.55 and 0.65, respectively, when increasing the Cu content from 0.1 % to 0.25 %. If RTNDT0 is changed from –20°C to 20°C the crack initiation and failure probabilities increase by a factor 1000, whereas the influence of Ni and P content is negligible.

162

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011


Figur 7 (left): Comparison of KI and KIC (before and after irradiation) of the RPV subjected to the 3 cm2 leak transient for axial cracks. Figur 8 (right): Comparison of KI and KIC of the RPV subjected to the 70 cm2 leak transient for axial cracks.

Figure 9 (left): Conditional probabilities for crack initiation and failure of the RPV subjected to the 3 cm2 leak transient, without considering WPS. Figur 10 (right): Conditional probabilities for crack initiation and failure of the RPV subjected to the 70 cm2 leak transient, without considering WPS.

4. National Cooperation

thermally treated steel of type WB36 was compared with the Charpy energy in order to evalua-

On the national level the cooperation and tech-

te the influence of temperature and time of tem-

nology transfer takes place in the field of nuclear

pering. The accuracy of the TEP-method is impro-

community. The regulatory authority ENSI and the

ved. Sufficient knowledge of the material proper-

Swiss utilities are regularly informed about the re-

ties, adequate surface preparation and careful ap-

sults of the project. Exchange of information with

plication of the TEP-method is needed to predict

the power utility representatives also takes place

the shift of the ductile-to-brittle transition tempe-

within the annual meetings of the steering com-

rature which is a measure for the material emb-

mittee «Begleitgruppe Material» of the swiss-nuc-

rittlement.

lear Plant Life Management (PLiM) project.

Deterministic and probabilistic analyses of a RPV subject to PTS transients have shown the influence of the considered parameters on the probability of

5. International Cooperation

both, the initiation of cracks and the failure of the RPV, respectively. Sensitivity analysis shows that

In the frame of the PISA project we are represen-

the failure probability increases with increasing of

ted in the Network of Excellence NULIFE (Nuclear

Cu, Ni and RTNDT0, whereas it is more sensitive to

Frame-

RTNDT0 and Cu than to Ni and P. Due to the fact

work Program. A participation in an Asian Round

that both KI and KIC increase with the crack depth,

Robin is foreseen in 2012.

shorter crack doesn’t necessarily lead to a smaller

Plant Life Prediction) of the EURATOM

6th

failure probability. It is shown that considering the

6. Assessment of 2011 and ­Perspectives for 2012

WPS effect decreases the probability by more than two orders of magnitude. In 2012, a quantitative analysis of WPS effects is foreseen as a next step in the PISA-II project. In the

The majority of the project goals for the third pro-

next step a three-dimensional model of the RPV

ject year are achieved. The Seebeck coefficient of

will be used for considering plumes.

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011

163


7. Publications

9. References

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2011, Espoo, Finland. ❚ SMiRT 21, November 5–12, 2011, New Delhi,

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164

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011


Bruchmechanik Bruchmechanische Bewertung von ReaktordruckbehälterMehrlagenschweissnähten

Autor und Koautoren

M. Thiele, H.-W. Viehrig

Beauftragte Institution

Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf

Adresse

Postfach 510119, 01314 Dresden, Deutschland

Tel., E-Mail, Internetadresse

+49 351 260 2216, m.thiele@hzdr.de, www.hzdr.de

Dauer des Projekts

1. April 2010 bis 31. Dezember 2012

Zusammenfassung

-93,7 °C mit einer Standardabweichung von

Die Richtlinie zur Alterungsüberwachung der

8,7 K. Für die 1T C(T)-Proben mit TL-Orientie-

schweizerischen Kernanlagen ENSI-B01/d [1]

rung aus unterschiedlichen Dickenlagen er-

regelt in der Anlage 5 einige Aspekte zum

gibt sich eine T0 von -90,5 °C mit einer Stan-

Nachweis der Sprödbruchsicherheit der Re-

dardabweichung von 7,5 K und für TS-orien-

aktordruckbehälter (RDB). Diese Anlage ent-

tierte Proben eine T0 von -96,4 °C mit einer

hält die Option, analog zu den ASME Code

Standardabweichung von ebenfalls 7,5 K. Im

Cases N-629 [2] und N-631 [3] die nach dem

Vergleich zu den 0,4T SE(B)-Proben liegt die

Prüfstandard ASTM E 1921 [4] ermittelte Re-

T0 für beide Probenorientierungen etwa 3 K

ferenztemperatur T0 als Referenztemperatur

tiefer. Bei der Berechnung der T0 mit KJc(1T)-

der KIC-Grenzkurve zu verwenden. Ziel dieses

Werten von 0,4T SE(B)-Proben aus den Di-

Vorhabens ist, die Anwendbarkeit des Prüf-

ckenlagen der Voreilproben nach KTA 3203

standards ASTM E 1921 auf RDB-Mehrlagen-

[5] und ASTM E 185-10 [6] wird für die TS-

schweissnähte zu überprüfen und notwendi-

orientierten Proben eine T0 von -95,2 °C und

ge Sicherheitsmargen zu validieren. Die Unter-

für die TL-orientierten Proben eine T0 von

suchungen werden an der Umfangsschweiss­

-87,6 °C bestimmt. Obwohl für TL-orientier-

naht zwischen dem oberen und unteren

te Proben aufgrund des makroskopisch in-

Schmiedering des RDB vom nicht in Betrieb

homogenen Gefüges die Grundannahmen

genommenen Kernreaktor Biblis C durchge-

des Master-Curve-Konzeptes nicht zutreffen,

führt. Im Vorhaben wird weiterhin der Ein-

wurden im Vergleich zu TS-Proben eine hö-

fluss der Probenorientierung auf die Streuung

here T0 bei geringerer Streuung der K Jc(1T)-

der Bruchzähigkeit beim instabilen Versagen

Werte gemessen. Daraus folgt, dass der Prüf-

der Proben und die daraus berechnete T0 un-

standard ASTM E1921 auch auf TL-orientierte

tersucht.

Proben aus Mehrlagenschweissgut angewen-

Die Untersuchungen haben ergeben, dass

det werden kann. Die Spannweite der über

die nach ASTM E 1921 ermittelten Refe-

die Dicke der Schweissnaht gemessenen Re-

renztemperaturen T0 für TL-orientierte Pro-

ferenztemperaturen T0 beträgt für die 0,4T

ben höher sind als für TS-orientierte Proben.

SE(B)-Probe 39 K bei der TL-Orientierung und

Dies gilt sowohl für die 0,4T SE(B)-Probe als

42 K bei TS-Orientierung. Grund für diese

auch für die 1T C(T)-Probe. Die 0,4T SE(B)-

Abweichung ist der inhomogene Gefügezu-

Proben mit TL-Orientierung aus 24 Dicken-

stand des Schweissguts. Mit fraktografischen

lagen ergeben eine gemittelte Referenztem-

und metallografischen Untersuchungen wird

peratur von -86,2 °C und eine Standardab-

gezeigt, dass sowohl bei TL- als auch bei TS-

weichung von 11,1 K. Für die 0,4T SE(B)-Pro-

orientierten Proben die Rissinitiierungsorte

ben mit TS-Orientierung von 23 Dickenlagen

über der gesamten Rissfront statistisch ver-

beträgt die gemittelte Referenztemperatur

teilt sind.

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011

165


Projektziele

clear Power Plants» [9], welche die Anwendung des MC-Konzeptes und die Festlegung von Sicher-

International besteht der Trend, die für eine Spröd-

heitsaufschlägen beinhaltet.

bruchsicherheitsbewertung notwendige Bruchzä-

Die Richtlinie zur Alterungsüberwachung der

higkeit der RDB-Werkstoffe nicht mit der in den

schweizerischen Kernanlagen ENSI-B01/d [1] re-

derzeitigen Regelwerken enthaltenen indirekten

gelt in der Anlage 5 einige Aspekte zum Nachweis

und korrelativen Verfahrensweise zu bestimmen,

der Sprödbruchsicherheit der Reaktordruckbehäl-

sondern direkt mit den Voreilproben zu messen.

ter (RDB). Diese Anlage enthält die Option, analog

Seitens der Betreiber und Aufsichtsbehörden be-

zu den ASME Code Cases N-629 [2] und N-631 [3]

steht zunehmend die Zielstellung, Regeln und

die nach dem Prüfstandard ASTM E 1921 ermittel-

Entscheidungen auf der Basis eines quantifizier-

te Referenztemperatur T0 als Referenztemperatur

ten Risikos zu treffen [7], [8], [9]. Das Master-Cur-

der KIC-Grenzkurve zu verwenden.

ve-(MC-)Konzept nach Wallin [10], [11] empfiehlt

Ziel dieses Vorhabens ist, die Anwendbarkeit des

sich dafür als ein geeignetes Werkzeug. Das Kon-

Prüfstandards ASTM E 1921 auf RDB-Mehrlagen-

zept hat bereits mit dem US-amerikanischen Stan-

schweissnähte zu überprüfen und notwendige Si-

dard ASTM E 1921 [4] «Standard Test Method for

cherheitsmargen zu validieren. Der verwendete

Determination of Reference Temperature, T0, for

Werkstoff eröffnet die Möglichkeit, eine bruch-

Ferritic Steels in the Transition Range» Eingang

mechanische Charakterisierung an Schweiss-

in die Regelwerke gefunden. Bei der Einführung

gut durchzuführen, welches repräsentativ für

des MC-Konzeptes in die Sprödbruchsicherheits-

die Kernkraftwerke in der Schweiz ist. Mit die-

bewertung von RDB wird ein kurzfristig zu reali-

ser Untersuchung kann die Anwendbarkeit des

sierender und ein langfristiger Weg beschritten [7],

Master-Curve-(MC-)Konzeptes auf das Schweiss-

[8]. Kurzfristig möchte man die historische Verbin-

gut von Mehrlagenschweissungen und die Re-

dung zu den vorhandenen KIC-Grenzkurven, die

präsentativität der mit Voreilproben aus unter-

auf umfangreichen Datenbanken basieren, beibe-

schiedlichen Bereichen der Schweissnaht ermit-

halten. Der ASME-Code Case N-629 [2], «Use of

telten Referenztemperatur T0 bewertet werden. In

Fracture Toughness Test Data to Establish Refe-

der Schweiz sind die Voreilproben aus Schweiss-

rence Temperature for Pressure Retaining Materi-

gut überwiegend TL-orientiert, d.h. die Rissfort-

als for Section XI» legt eine auf T0 basierende Re-

schrittsrichtung ist die Schweissrichtung. Bei die-

ferenztemperatur RTTo entsprechend Gl. (1) fest.

ser Probenorientierung umfasst die Rissfront mehrere Schweisslagen mit einem makroskopisch in-

RTT0 = T0 + 35 F (19,4 K)

(1)

homogenen Gefüge, für welches das Master-Curve-Konzept gemäss Definition nicht gilt. Es wird

Der Vorteil liegt darin, dass es sich um eine bruch-

geprüft, ob TL-orientierte Proben für die bruch-

mechanisch definierte Referenztemperatur han-

mechanische Prüfung von Schweissgut nach dem

delt, die direkt aus gemessenen KJc-Werten für den

Master-Curve-Konzept geeignet sind. In diesem

bestrahlten Zustand berechnet wird. Langfristig

Zusammenhang wird auch der Einfluss der Pro-

soll die MC direkt als Bruchzähigkeitskurve ver-

benorientierung auf die Streuung der Bruchzähig-

wendet werden. Die im 5. Rahmenprogramm der

keit und die daraus berechnete Referenztempera-

EU entwickelte VERLIFE-Prozedur [12] «Unified

tur T0 untersucht.

procedure for lifetime assessment of component and piping in WWER NPPs» verwendet die MC für 5 % Bruchwahrscheinlichkeit als untere Grenzkurve der Bruchzähigkeit und ist die erste direkte An-

Durchgeführte Arbeiten und ­erreichte Ergebnisse

wendung des MC-Konzeptes. Die 5 %-MC wird mit einer Referenztemperatur RT0 auf der Tempe-

Material und Proben

raturachse justiert, welche nach ASTM E 1921 er-

Das verwendete Schweissgut stammt aus der Um-

mittelt und mit einem Sicherheitsaufschlag verse-

fangsschweissnaht zwischen dem unteren und

hen wird. Weiterhin gibt es die Richtlinie «IAEA

oberen Schmiedering vom RDB des nicht in Betrieb

Guidelines for Application of the Master Curve Ap-

genommenen Biblis-C-Reaktors. Die Angaben zum

proach to Reactor Pressure Vessel Integrity in Nu-

Zusammenfügen der Schmiederinge bzw. die In-

166

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011


formationen der verwendeten Schweisszusatzwerkstoffe und -hilfsstoffe können aus dem ENSIJahresbericht 2010 [13] entnommen werden. Für die Untersuchungen standen die Segmente 220 AB S und 220 AD3 S zur Verfügung, welche aus den Teilstücken 220 AB und 220 AD3 des RDB stammen (siehe Abbildung 1). Die Probenfertigung der 0,4T SE(B)-Proben (T = 25,4 mm) aus dem Segment 220 AB S ist in dem ENSI-Jahresbericht von 2010 beschrieben [13]. Für die Untersuchungen des Einflusses der Proben­ orientierung auf die Streuung der Bruchzähigkeit wurden die Proben mit TL- (Probenachse axial und Rissfortschritt in RDB-Umfangsrichtung) bzw. TSorientiertem (axial und Rissfortschritt in RDB-Dickenrichtung) Hauptkerb gefertigt. Für die Untersuchung des Einflusses der Probengrösse auf T0 und zur Ermittlung von ISO-V-Parametern im Kerbschlagbiegeversuch sind weiterhin 1T C(T)- bzw. ISO-V-Proben aus dem Segment 220 AD3 S gefertigt worden (siehe Abbildung 2; O: oberer Ring, S: Schweissnaht und U: unterer Ring). Dazu ist ein Block S (Schweissnaht), der Abmessung 125 mm × 218 mm × 277/313 mm, aus dem Segment herausgetrennt und quer zur Schweissrichtung (L) in zwei Teilstücke aufgetrennt worden. Wie in Abbildung 2 dargestellt, erfolgte aus dem hinteren Teilstück die Fertigung

Abbildung 1 (oben): Reaktordruckbehälter Biblis C und die Teilstücke 220 AB und 220 AD3 [14].

von 20 Stück 1T C(T)-Proben. Bei der Herstellung wurde darauf geachtet, dass die Hauptkerben

Ergebnisse

und Ermüdungsrisse der Proben im Schweissgut liegen. Das Einbringen der Hauptkerben mit TL-

Einfluss der Probenorientierung und -lage auf die Referenztemperatur T0

und TS-Orientierung erfolgte durch Drahterodie-

In der Abbildung 3 sind die auf eine Probendicke

ren. Anschliessend sind in die Proben Ermüdungs-

von 1T (25,4 mm) umgerechneten Bruchzähig-

risse bis zu einem a/W-Verhältnis von 0,5 einge-

keitswerte KJc(1T) von 264 0,4T SE(B)-Proben mit TL-

schwungen und 20 %-ige Seitkerben eingebracht

Orientierung in Abhängigkeit von der auf die T0 der

worden.

jeweiligen Dickenlage normierten Prüftemperatur

Abbildung 2 (unten): Schematische Darstellung der Probenfertigung aus dem Segment 220 AD3 S.

(T – T0) dargestellt. Die mittlere Referenztempe-

Ermittlung der Referenztemperatur T0 nach ASTM E 1921

16 mm bis Y: 253 mm) beträgt -86,2 °C bei einer

Die Referenztemperatur T0 wurde nach ASTM E

Standardabweichung  von 11,1 K. Dabei liegen 8

1921-09a [1] quasistatisch ermittelt. Als Probentyp

der 264 KJc(1T)-Werte (3,4 %) unterhalb der Bruch-

kamen 0,4T SE(B)- und 1T C(T)-Proben in TL- bzw.

zähigkeitskurven für 2 % Versagenswahrschein-

TS-Orientierung zum Einsatz. Die 0,4T SE(B)- und

lichkeit. Im Vergleich dazu ist in Abbildung 4 das

1T C(T)-Proben wurden mit einer Prüfgeschwin-

Ergebnis für die TS-orientierten 0,4T SE(B)-Proben

digkeit von 0,2 mm/min bzw. 0,5 mm/min bis

dargestellt. Die aus 23 Einzellagen (B: 16 mm bis

zum instabilen Versagen mit einer servohydrau-

X: 242 mm) gemittelte T0 = -93,7 °C ist 7,5 K nied-

lischen Prüfmaschine MTS 810 monoton belas-

riger als bei den TL orientierten SE(B)-Proben. Ob-

tet. Pro Testserie sind mindestens 10 Proben 0,4T

wohl die Standardabweichung für den Mittelwert

SE(B) bzw. 8 Proben 1T C(T) bei Temperaturen im

der T0 mit 8,7 K um 2,4 K niedriger ist als bei den

Bereich T0 ± 50 K geprüft worden.

TL-Proben, tritt eine grössere Streuung der KJc(1T)-

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011

ratur T0 aller 24 Tiefenlagen der Schweissnaht (B:

167


Abbildung 3: MC der TL-orientierten 0,4T SE(B)-Proben, KJc(1T) über T-T0. Abbildung 4: MC der TS-orientierten 0,4T SE(B)-Proben, KJc(1T) über T-T0.

3

4

5

6

7

8

Abbildung 5: Referenztemperatur T0 über der Wanddicke (0,4T SE(B)-Probe, ­TL-Orientierung). Abbildung 6: Referenztemperatur T0 über der Wanddicke (0,4T SE(B)-Probe, TS-Orientierung).

Abbildung 7: MC der TL-orientierten 0,4T SE(B)-Proben, KJc(1T) über T-T0; Auswertung nach der KTA 3203 [5] und ASTM E 185-10 [6]. Abbildung 8: MC der TS-orientierten 0,4T SE(B)-Proben, KJc(1T) über T-T0; Auswertung nach der KTA 3203 [5] und ASTM E 185-10 [6].

Werte auf (Abbildung 4), wobei 16 von 251 KJc(1T)-

von 16 mm sowie die höchste T0 = -71,8 °C bei

Werten (6,4 %) unterhalb der Bruchzähigkeitskur-

119 mm und die maximale Differenz 41,7 K.

ven für 2 % Versagenswahrscheinlichkeit liegen.

Zur Bewertung der Repräsentativität der Voreilpro-

In den Abbildungen 5 und 6 sind die mit TL- bzw.

ben sind in den Abbildungen 7 und 8 die KJc(1T)-

TS-orientierten 0,4T SE(B)-Proben ermittelten T0-

Werte von Proben der Dickenlagen zusammenge-

Werte über die Dicke der Schweissnaht darge-

fasst, aus denen nach KTA 3203 [5] und ASTM E

stellt, wobei die T0 der einzelnen Dickenlagen aus

185-10 [6] die Voreilproben entnommen werden.

den KJc(1T)-Werten von mindestens 10 Proben be-

Nach KTA 3203 werden die Voreilproben aus dem

rechnet ist. Mit TL-Proben ist die niedrigste T0 =

Schweissgut ausserhalb der Flankenraupen, Deck-

-108,7 °C bei einer Wanddicke von 201 mm und

lagen und dem Mischbereich zwischen Wurzel-

die höchste T0 = -69,7 °C bei 170 mm ermittelt

und Fülllagen entnommen. In ASTM E 185-10 wird

worden, woraus sich eine maximale Differenz von

vorgeschrieben, dass Voreilproben im Abstand von

39 K ergibt. Für die TS-orientierten Proben beträgt

12,7 mm (1/2 inch) von den Decklagen bzw. dem

die niedrigste T0 = -113,5 °C bei einer Wanddicke

Bereich der Schweisswurzel entnommen werden

168

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011


Abbildung 9: Verteilung der Rissinitiierungsorte für ­TL-Orientierung für 3 Lagen. Abbildung 10: Verteilung der Rissinitiierungsorte für TS-Orientierung für 3 Lagen.

9

10

dürfen. Somit ergibt sich, dass für die nachfol-

Der Grund für die grosse Streuung der T0-Einzel-

gende Auswertung die Decklagen der RDB-In-

werte in den Abbildungen 5 und 6 ist der inho-

nenwand bis zu einer Wanddicke 26 mm, der Be-

mogene Gefügezustand des Schweissgutes. Mit

reich der Schweisswurzel von 88 mm bis 119 mm

Hilfe fraktografischer und metallografischer Un-

und die Decklagen der RDB-Aussenwand ab ei-

tersuchungen wird die Verteilung der Rissinitiie-

ner Wanddicke von 242 mm nicht in Betracht ge-

rungsorte in Bezug zum vorliegenden Gefüge be-

zogen wurden. Die für TL- und TS-Proben berech-

urteilt. Dazu sind an 0,4T SE(B)-Proben von jeweils

neten T0-Werte von -87,6 °C bzw. -95,2 °C unter-

drei Dickenlagen (B, L und T) der TL- bzw. TS-Ori-

scheiden sich nur gering (jeweils etwa 1,5 K) von

entierung Rissinitiierungsorte auf den Bruchflä-

den Mittelwerten aller Lagen (Abbildungen 3 und

chen mit dem Rasterelektronenmikroskop (REM)

4). Für TL-Proben liegen 3 von 174 KJc(1T)-Werten

ausgemessen worden. Nach der Ermittlung der

(1,7 %) und für die TS-Proben 12 von 173 KJc(1T)-

Koordinaten der Rissinitiierung wurde die Bruch-

Werten (6,9 %) unterhalb der Bruchzähigkeitskur-

fläche abgeschliffen und die entstandene Fläche

ve für 2 % Versagenswahrscheinlichkeit.

metallografisch präpariert. Anschliessend sind die

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011

169


Koordinaten der Rissinitiierung auf die metallo-

ten 1T C(T)-Proben dargestellt. Im Vergleich zu

grafischen Aufnahmen übertragen worden. Zur

der kleineren Probengeometrie ergibt sich für die

Beurteilung der Homogenität des Gefüges wur-

1T C(T)-Probe eine um etwa 3 K niedrigere T0.

de die Härte HV10 entlang der Rissfront gemes-

Jedoch ist der gleiche Trend der T0 wie bei den

sen. In den metallografischen Aufnahmen der Ab-

getesteten 0,4T SE(B)-Proben zu erkennen. Auch

bildung 9 (TL-Orientierung) bzw. 10 (TS-Orien-

hier wurde bei TL-orientierten Proben eine höhere

tierung) sind die Koordinaten der Rissinitiierung

T0 = -90,1 °C ermittelt, als für die TS-orientierten

durch die rot markierten Punkte von mindestens

Proben T0 = -96,4 °C. Auch die Streuung der ein-

10 Proben einer Lage dargestellt. Während die

zelnen Datenpunkte ist wie schon bei den kleine-

TS-Proben ein weitgehend homogenes Gefüge

ren Proben festgestellt, bei TL-Orientierung gerin-

mit geringen Unterschieden der HV10-Werte ent-

ger als bei der TS-Orientierung.

lang der Rissfront aufweisen, zeigen die TL-Proben deutlich sichtbare Unterschiede im Gefüge und der Härte. Dies führt zu der Annahme, dass bei einer TL-orientierten Probe die Rissinitiierung

Bewertung 2011 und Ausblick 2012

in bevorzugten Bereichen des Gefüges erfolgt. Die fraktografischen und metallografischen Un-

Die Ergebnisse der Untersuchungen zeigen, dass

tersuchungen bestätigen diese Annahme nicht.

die nach ASTM E 1921 ermittelten Referenztem-

Wie in den Abbildungen 9 und 10 sichtbar, zeigen

peraturen T0 für TL-orientierte Proben höher sind

die Proben für beide Orientierungen keine signifi-

als für TS-orientierte Proben. Dies gilt sowohl für

kanten Unterschiede in der Verteilung der Spalt-

die 0,4T SE(B)-Probe als auch für die 1T C(T)-Pro-

bruchinitiierung über die Rissfront.

be. Im Vergleich zu der kleineren Probengrösse ergibt sich für die 1T C(T)-Proben eine um etwa 3 K

Einfluss der Probengrösse auf die Referenztemperatur T0

ckenbereichen der Voreilproben nach KTA 3203

Der Einfluss der Probengeometrie und -grösse auf

und ASTM E 185-10 stammen, ergaben folgen-

T0 ist mit 1T C(T)-Proben untersucht worden. Dazu

des Ergebnis:

ist die Referenztemperatur T0 nach ASTM E 1921-

❚ T S-orientierte Proben: T0 = -95,2 °C

09a [16] mit in TL- und TS- orientierten Proben

❚ T L-orientierte Proben: T0 = -87,6 °C.

quasistatisch ermittelt. Zu beachten ist, dass eine

Im Vergleich zum Mittelwert der Einzellagen

separate Untersuchung für einzelne Dickenlagen

konnte kein signifikanter Unterschied festge-

bei den 1T C(T)-Proben aufgrund der Probengrös-

stellt werden. Die Streuung der KJc(1T)-Werte von

se nicht möglich war. Das bedeutet, dass eine Test-

TS-orientierten Proben ist im Vergleich zur TL-

serie Proben aus unterschiedlichen Dickenlagen

Orientierung grösser. Obwohl für TL-orientier-

enthält.

te Proben die Grundannahmen des MC-Kon-

In den Abbildungen 11 und 12 sind die Ergeb-

zeptes, ein makroskopisch homogenes Gefüge

nisse der MC-Tests für die TL- bzw. TS-orientier-

und eine statistische Verteilung der die Rissini-

niedrigere T0. 0,4T SE(B)-Proben, die aus den Di-

Abbildung 11 (links): MC der TL-orientierten 1T C(T)-Proben, KJc(1T) über der Prüftemperatur. Abbildung 12 (rechts): MC der TS-orientierten 1T C(T)-Proben, KJc(1T) über der Prüftemperatur.

170

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011


tiierung auslösenden Defekten entlang der Riss-

Referenzen

front nicht erfüllt sind, zeigen diese Ergebnisse eine im Vergleich zu den TS-Proben tendenziell

[1] N.N.: Altersüberwachung: Richtlinie für die

höhere T0 und eine geringere Streuung der KJc(1T)-

schweizerischen Kernanlagen ENSI-B01/d,

Werte. Somit können an TL-orientierten Proben

Eidgenössisches Nuklearsicherheitsinspekto-

aus Mehrlagenschweiss­verbindungen ermittelte

rat, Brugg, Schweiz, Entwurf Dezember 2010.

KJc(1T)-Werte nach ASTM E 1921 ausgewertet und

[2] ASME N-629: American Society of Mecha-

eine repräsentative T0 bestimmt werden. Die ma-

nical Engineers: «Use of fracture toughness

ximale Spannweite der Referenztemperaturen T0

test data to establish reference temperature

über die gesamte Dicke der Schweissnaht beträgt

for pressure retaining materials», Section XI,

für die 0,4T SE(B)-Probe 39 K bei TL-Orientierung

Division 1, ASME Boiler and Pressure Vessel

und 41,7 K bei TS-Orientierung. Grund für diese

Code Case N-629, ASME, New York, 1999.

Abweichung ist der inhomogene Gefügezustand

[3] ASME N-631: American Society of Mechani-

des Schweissguts. Dies zeigen auch die frakto-

cal Engineers: «Use of fracture toughness test

grafischen und metallografischen Untersuchun-

data to establish reference temperature for

gen zur Verteilung der Rissinitiierungsorte. Dabei

pressure retaining materials other than bol-

konnte festgestellt werden, dass die Rissinitiie-

ting for class 1 vessels», Section III, Division 1,

rungsorte über der gesamten Rissfront statistisch

ASME Boiler and Pressure Vessel Code Case

verteilt sind. Bei Datensätzen von Proben aus un-

N-631, ASME, New York, 1999.

terschiedlichen Dickenlagen muss mit einer gros-

[4] ASTM E 1921-09: Standard test method for

sen Streuung der KJc-Werte gerechnet werden.

deformation of reference temperature, T0, for

Diese vom Material verursachte Streuung ist in

ferritic steels in the transition range, 2009.

der nach ASTM E 1921-09 ermittelten Standard-

[5] KTA 3203: Überwachung des Bestrahlungs-

abweichung nicht enthalten und ist bei Verwen-

verhaltens von Werkstoffen der Reaktor-

dung von T0 in Sicherheitsnachweisen angemes-

druckbehälter von Leichtwasserreaktoren,

sen zu berücksichtigen.

Fassung 6/01, 2001.

Zur Validierung des Einflusses des Gefüges auf die

[6] ASTM E 185-10: Standard practice for design

Spaltbruchinitiierung sind weitere Untersuchun-

of surveillance programs for light-water mo-

gen geplant. So werden jeweils 9 0,4T SE(B)-Pro-

derated nuclear power reactor vessels, 2010.

ben von vier Dickenlagen bei gleicher Tempera-

[7] S. Rosinski, Validation of Master Curve frac-

tur geprüft, die Koordinaten der Rissinitiierungs-

ture toughness methodology for RPV integri-

orte fraktografisch bestimmt und mit den metal-

ty assessment (PWRMRP-26), PWR materials

lografischen Gefügeaufnahmen korreliert. Wei-

reliability project (PWRMRP) 1000707, final

terhin wurde die Prüfung von ISO-V-Proben mit

report, 2000.

dem Kerbschlagbiegeversuch abgeschlossen, wo-

[8] M. Kirk, M. Mitchell, Potential roles for the

mit ein Vergleich zwischen den direkt und indirekt

Master Curve in regulatory application, pro-

ermittelten Bruchzähigkeiten möglich ist.

ceedings of the IAEA Specialists Meeting on

Die Bearbeitung des Vorhabens liegt hinsichtlich

methodology and supporting research for

der ursprünglich geplanten experimentellen Ar-

pressurized thermal shock evaluation, Rock-

beiten im Zeitplan. Noch in Bearbeitung sind die

ville, MD, USA, July 2000.

Auswertung der Kerbschlagbiegeversuche mit TL-

[9] W.L. Server, et.al., IAEA Guidelines for appli-

und TS-orientierten ISO-V-Proben nach DIN EN

cation of the Master Curve approach to reac-

­10045-1 [15] sowie die bruchmechanischen Prü-

tor pressure vessel integrity in nuclear pow-

fungen nach ASTM E 1820-09 [16] von 0,4T SE(B)-

er plants, IAEA-Technical Reports Series 429,

Proben sowie 1T C(T)-Proben mit TL- bzw. TS-Ori-

IAEA in Austria, March 2005.

entierung. Zur Validierung der Bewertung des Ein-

[10] K. Wallin, The Master Curve: a new method

flusses des Gefüges des Schweissgutes auf die In-

for brittle fracture Int. J. of materials and pro-

itiierung des Spaltbruches sind zusätzliche Unter-

duct technology, Vol. 14, No. 2/3/4, pp. 342,

suchungen vereinbart worden, so dass eine Ver-

1999.

längerung der Laufzeit des Projektes bis zum 31. Dezember 2012 beim ENSI beantragt ist.

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011

[11] K. Wallin, Master Curve approach and structural integrity assessment, proceedings of the

171


workshop MASC 2002 «Use and application

[14] S. Ritter, H.-P. Seifert, Characterisation of the

of the Master Curve for determining fracture

lower shell and weld material of the Biblis C

toughness» VTT, Helsinki, June 12–14, 2002.

reactor pressure vessel, Paul Scherrer Institut,

[12] M. Brumovský, Unified procedure for life-

Villingen, Bericht-Nr. 02-01, 2002.

time assessment of component and piping in

[15] DIN EN 10045-1: Metallische Werkstoffe,

WWER NPPs «VERLIFE». European Commis-

Kerbschlagbiegeversuch nach Charpy, Teil1:

sion, Report Number: COVERS-WP4-D4.10,

Prüfverfahren, Köln, Beuth, 1991-04.

Contract No. 12727 (FI60), April 2008. [13] M. Thiele, Bruchmechanische Bewertung von

[16] ASTM E 1820-09 a: Standard test method for measurement of fracture toughness, 2009.

Reaktordruckbehälter-Mehrlagenschweiss­ nähten, ENSI-Jahresbericht 2010, Brugg, Schweiz, 2010.

172

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011


Expertengruppe Starkbeben Autor und Koautoren D. Fäh, S. Wiemer, D. Roten, B. Edwards, V. Poggi, C. Cauzzi, J. Burjanek, M. Spada, R. Grolimund, M. Gisler, G. Schwarz-Zanetti, P. Kästli Beauftragte Institution Schweizerischer Erdbebendienst Adresse

Sonneggstrasse 5, CH-8092 Zürich

Tel., E-Mail, Internetadresse

+41-44-633 3857, d.faeh@sed.ethz.ch, www.seismo.ethz.ch

Dauer des Projekts

Juli 2010 to Juni 2014

ZUSAMMENFASSUNG

sichtigt dabei den Einfluss von Geschwindig-

Das Projekt Expertengruppe Starkbeben ist in

keitsvariationen im Fels und in verschiedenen

fünf Teilprojekte unterteilt und folgt dem Ziel

Sedimenten sowie Resonanz-Phänomene.

der Verbesserung der regionalen und loka-

Als Vorbereitungen auf zukünftige Entwick-

len Erdbebengefährdungsabschätzung in der

lungen im Bereich der Erdbebengefährdungs-

Schweiz mit speziellem Fokus auf die Stand-

abschätzung werden die ersten Schritte für

orte der Kernanlagen und den potenziellen

den Übergang von der probabilistischen zur

Standorten für geologische Tiefenlager. Die

physik-basierten Erdbebengefährdungsab-

fünf Teilprojekte befassen sich mit der Ska-

schätzung gemacht. Dazu wird nichtlineares

lierung von Erdbeben und der Abminderung

Materialverhalten, einer der Schlüsselfaktoren

der seismischen Wellen als Funktion der Dis-

bei der physikalischen Limitierung der Boden-

tanz vom Erdbebenherd mit den lokalen Ver-

bewegung mittels Modellierungen und Labor­

stärkungen von Bodenbewegungen, den so-

analysen untersucht. Diese Arbeit verbessert

genannten Standorteffekten, mit der Model-

auch das generelle Verständnis der Wellenaus-

lierung von seismischen Wellen in komple-

breitungsphänomene und somit das Verständ-

xen nichtlinearen Medien, mit der alternativen

nis für die beobachteten Bodenbewegungen

Charakterisierung von seismischen Quellregi-

an der Erdoberfläche.

onen und mit der Aufarbeitung von histori-

Im Teilprojekt der seismischen Quellcharakte-

schen Daten zu Erdbeben.

risierung werden neue alternative Ansätze un-

Die Abminderung der seismischen Energie ist

tersucht, um die Seismizität in schwach-seis-

ein Hauptaspekt bei der Modellierung der Bo-

mischen Gebieten besser charakterisieren zu

denbewegung. Die Expertengruppe Starkbe-

können. Mit der Anwendung einer realitäts-

ben beteiligt sich an der Entwicklung eines

nahen Verteilung der Seismizität wird gezeigt,

Schweiz-spezifischen stochastischen, seismi-

dass herkömmliche PSHA Verfahren die Ge-

schen Abminderungsmodells, welches eine Al-

fährdung überschätzen und die Unsicherhei-

ternative zu den globalen Abminderungsmo-

ten unterschätzen. Des Weiteren wurde in

dellen im PRP darstellt.

diesem Teilprojekt Arbeiten in Angriff genom-

Für die Charakterisierung des Standorteffek-

men, um die Wahrscheinlichkeiten für Ober-

tes sind die vorhandenen Informationen wie

flächenrupturen zu berechnen.

beispielsweise die Bodenklasse, Bodenunru-

Unter dem Teilprojekt der historischen Seismo-

hemessungen, das gemessene Geschwindig-

logie werden kontinuierlich historische Erdbe-

keitsprofil oder Erdbebenaufzeichnungen von

beninformationen aufgearbeitet, welche als

grosser Wichtigkeit. Um die Unsicherheiten

Basisinformation in Schweizer Erdbebenkata-

dieser Charakterisierung zu reduzieren, unter-

log einfliessen. Die Expertengruppe beteiligte

sucht die Expertengruppe Starkbeben verschie-

sich in diesem Zusammenhang an der Über-

dene neue und existierende Proxys und berück-

arbeitung des Erdbebenkatalogs (ECOS-09).

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011

173


Projektziele

Drop limitiert, führen das Verständnis und die verbesserte Modellierung der verschiedenen Einfluss-

Die Expertengruppe Starkbeben stellt für das ENSI

grössen zu einer robusteren Vorhersage der Bo-

das Kompetenzzentrum für Fragestellungen im

denbewegung. Die Modelle, welche die Abmin-

Bereich Erdbeben dar. Die Expertengruppe wur-

derung beschreiben, werden auch Ground Mo-

de im Juni 2010 gestartet und im Laufe des Jah-

tion Prediction Equations (GMPE) genannt. GM-

res 2011, nach dem schweren Tohoku-Erdbeben

PEs basieren im Allgemeinen auf sehr komplexen

vom 11. März 2011, unter den neuen Rahmen-

Gleichungen mit Dutzenden von Parametern (Ver-

bedingungen (Sistierung der neuen Kernkraft-

gleiche z.B. Abrahamson et al., 2008). Allerdings

werkprojekte, Entscheide in Richtung Ausstieg

ist die Qualität der Meta-Daten oft beschränkt.

aus der Kernenergie in der Schweiz) nicht auf die

Beispielsweise ist die Beurteilung des sogenann-

ursprünglich vorgesehene Grösse mit vier Exper-

ten Vs30-Wertes (mittlere Scherwellengeschwin-

ten ausgebaut.

digkeit über die ersten 30 m) häufig unsicher, da

Ziel des Projektes Expertengruppe Starkbeben ist

der Wert nur abgeschätzt wurde oder von der ein-

die aufsichtsgerichtete Forschung und Datenauf-

gesetzten Messtechnik abhängig ist. Der Hinweis

arbeitung im Bereich Erdbeben. Dabei lag der Fo-

auf solche Unsicherheiten ist insofern wichtig, weil

kus vor den veränderten Rahmenbedingungen auf

für PSHA oft theoretische Modelle eingesetzt wer-

den Standorten der bestehenden und geplanten

den, die auf diesen unsicheren Parametern auf-

Kraftwerkstandorte sowie potenziellen Standor-

bauen. Eine GMPE zum Beispiel, welche sich in

ten für zukünftige geologische Tiefenlager. Mitt-

Wahrheit auf 760 m/s bezieht aber auf 900 m/s re-

lerweile wurden die Projektziele den veränderten

ferenziert wird, beinhaltet bereits eine bestimmte

Rahmenbedingungen angepasst, wobei der Fokus

unerwünschte Verstärkung, die nicht mehr korri-

auf geplante Kraftwerkstandorte entfällt.

giert werden kann. Es ist daher ein Ziel dieses Teil-

Das Projekt ist in 5 Teilprojekte unterteilt und folgt

projektes, die Grundlagen für die Entwicklung von

dem Ziel der Verbesserung der regionalen und lo-

GMPEs weiter zu verbessern und die bestehenden

kalen Erdbebengefährdungsabschätzung in der

Unsicherheiten der Modellparameter zu reduzie-

Schweiz mit speziellem Fokus auf die Standorte für

ren. Insbesondere werden neue Beschreibungen

Kernanlagen und den potenziellen Standorten für

der seismischen Quelle (z.B. Energie-Magnituden)

geologische Tiefenlager. Die 5 Teilprojekte befas-

und verbesserte Strategien für die Eingrenzung

sen sich mit der Skalierung von Erdbeben und der

von Kappa und der anelastischen Abminderung

Abminderung der seismischen Wellen als Funkti-

getestet, die zurzeit entwickelt werden.

on zur Herddistanz mit den lokalen Verstärkungen

Die PRP-Expertengruppe SP2 hat eine Auswahl

von Bodenbewegungen, sogenannten Standortef-

an bestehenden Ground Motion Prediction Equa-

fekten, mit der Modellierung von seismischen Wel-

tions (GMPEs) getroffen, um die Spannweite mög-

len in komplexen und nichtlinearen Medien, mit

licher Bodenbewegung auf Fels abzudecken. Zu-

alternativen Charakterisierungen von seismischen

sätzlich zur Auswahl von kalibrierten PRP SP2 GM-

Quellregionen und mit der Aufarbeitung von his-

PEs wurde ein stochastisches Modell einer Punkt-

torischen Daten zu Erdbeben.

quelle entwickelt, um eine für die Schweiz spezifische, auf das generische Fels-Referenzprofil bezo-

Aktivitäten und Resultate

gene GMPE zu definieren (Edwards et al., 2010b). Dieses Modell beinhaltet Quellenbedingungen, die mit den Resultaten der PRP-Quellen-Untersu-

Bodenbewegungs-Abminderungsmodelle und Erdbebenskalierung

chungen (Goertz-Allmann et al., 2010) und der

Die Abminderung der seismischen Energie (ein-

Schweiz ECOS-09 (Fäh, Giardini et al., 2011) kom-

schliesslich des Qualitätsfaktors Q in der Erdkrus-

patibel sind. Das stochastische Modell einer Punkt-

te, der geometrischen Abminderung und des Kap-

quelle wird in einem nächsten Schritt ausgebaut,

pa-Parameters) ist ein Hauptaspekt bei der Model-

um Effekte einer endlichen Quelle zu berücksich-

lierung der Bodenbewegung (z.B. Edwards et al.,

tigen. Mit Hilfe der beobachteten makroseismi-

2011a; Drouet et al., 2010). Da die Abminderung

schen Intensitäten und dem neu entwickelten ma-

auch die Auflösung des Quellenparameters Stress-

kroseismischen Abminderungsmodell der Schweiz

174

Magnitudenkalibrierung im Erdbebenkatalog der

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011


wird das Modell gegen höhere Magnituden skaliert (Figure 1). Zurzeit ist dieses Modell in der Evaluation. Die Berechnung von kompatiblen vertikalen Designspektren mit aktuellen PSHA-Verfahren bedingt den Einsatz von V/H-Verhältnissen der Bodenbewegung (z.B. Gülerce und Abrahamson, 2011). Ähnlich wie die GMPEs wurden die Modelle für die Vorhersage des V/H-Verhältnisses in den letzten Jahrzehnten verbessert, basieren aber oft auf komplexen Gleichungen. Aus japanischen und Schweizer Erdbebenregistrierungen wurde ein Modell des V/H-Verhältnisses für harten Fels entwickelt (Edwards et al., 2011b). Wir haben gezeigt, dass das V/H-Verhältnis für Felsstandorte aufgrund des Scherwellen-Geschwindigkeitsprofils mit einer vergleichsweise geringen Standardabweichung vorhergesagt werden kann. Ebenfalls wurden Korrekturen bestimmt, um die Zusammensetzung des Wellenfeldes im Nahbe-

Spektrum durch Multiplikation des horizontalen

reich der Quelle und im Hochfrequenzbereich zu

Durchschnittsspektrums mit dem V/H-Verhältnis

berücksichtigen. Diese Analyse ist auf harten Fels-

abgeschätzt. Dieser Ansatz stellt einen klaren Vor-

untergrund mit Geschwindigkeiten von mehr als

teil bei der Herstellung eines homogenen Erdbe-

800 m/s begrenzt.

ben-Szenarios dar, das sowohl für das horizontale wie das vertikale Design-Spektrum Gültigkeit hat.

Standorteinfluss: Entwicklung empirischer Modelle für die Verstärkung der horizontalen und vertikalen Bodenbewegung

Es wurde eine Methode entwickelt, um das V/HBodenbewegungsverhältnis für weiche Ablagerungen abzuschätzen. Der vorgeschlagene Ansatz

Figur 1: Vergleich zwischen beobachteten ­makroseismischen Intensitäten I (ECOS-09) und mit dem erweiterten stochastischen Abminderungsmodell simulierten Werten für verschiedene Perioden (Edwards und Fäh, 2010a).

erweitert die bisherige Methode von Edwards et al. Die lokalen Sedimentablagerungen können das

(2011b), um Verstärkungseffekte durch Resonanz­

einfallende Wellenfeld im Fels stark verändern.

erscheinungen zu berücksichtigen. Dazu wurde

Ziel dieses Teilprojekts ist es, diesen Einfluss des

ein neuer Parameter in den Vergleich mit den be-

Standorts möglichst genau aus den bestehenden

obachteten V/H Verhältnissen eingeführt. Der so-

Informationen wie beispielsweise der Bodenklas-

genannte Quarter-wave-length seismic impedance

se, Bodenunruhemessungen, dem gemessenen

contrast parameter (IC-Qwl) basiert auf der Schät-

Geschwindigkeitsprofil oder Erdbebenaufzeich-

zung des Kontrasts der seismischen Geschwindig-

nungen abzuleiten. Die Beschreibung erfolgt pri-

keit, den eine Welle einer vorgegebenen Frequenz

mär in Form einer standortspezifischen, frequenz-

an der entsprechenden Tiefe der Viertelwellenlän-

abhängigen Amplifikationsfunktion für die hori-

ge «sehen» kann (Figur 2). In Sedimentbecken mit

zontale Bodenbewegung und dem V/H-Verhält-

einem starken Geschwindigkeitskontrast weist die

nis, mit welchem sich die Bodenbewegung auf

IC-Qwl Kurve typische Minima auf, die direkt mit

der vertikalen Komponente aus der horizontalen

den wichtigsten Schichtgrenzen in der Tiefe in Ver-

Bodenbewegung herleiten lässt (e.g. Gülerce und

bindung stehen. Das erste Minimum einer solchen

Abrahamson, 2011). In der Praxis ist die direkte

Kurve kann mit der fundamentalen Resonanzfre-

Modellierung des vertikalen Design-Antwortspek-

quenz des Standorts in Beziehung gebracht wer-

trums mit GMPEs für die vertikale Komponente

den. Dieser neue Parameter wird in die Korrela­

(Campbell, 1997) für einen Standort auf Sedimen-

tion mit den beobachteten V/H-Verhältnissen und

ten möglich; allerdings kann das Erdbeben-De-

den Viertelwellenlänge Geschwindigkeitsprofilen

aggregations-Szenario zu einigen Unstimmigkei-

(Vs-Qwl) eingeführt. Als Ergebnis der Korrelations-

ten in Bezug auf die horizontale Bodenbewegung

analyse wurden dann Regressionskoeffizienten für

führen. Um dies zu vermeiden, wird das vertikale

eine Reihe von diskreten Frequenzen im Bereich

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011

175


teres Beispiel für diese Anwendungen wurden die Verfahren auf eine Reihe von Standorten des seismischen Netzes in der Schweiz und Japan angewendet, für die gemessene Geschwindigkeitsprofile und V/H-Verhältnisse verfügbar sind. Die Auswertung ist noch nicht abgeschlossen. Die vorliegende Arbeit unterstreicht die Notwendigkeit der Verwendung neuer Proxys für die lokale Standort-Charakterisierung. Insbesondere ist es nun offensichtlich, dass der alte Ansatz der Standort-Charakterisierung, welcher auf Schätzungen der Vs30 (mittlere Scherwellengeschwindigkeit über die ersten 30 m des Profils) beruht, nicht ausreicht. Es konnte gezeigt werden, dass die entwickelten V/H-Modelle für Standorte auf weichen Sedimenten ein wertvolles Standard-Tool darstellen.

Modellierung komplexer ­Wellenausbreitungsphänomene und ­nichtlineares Verhalten Das vorliegende Projekt befasst sich mit Grundlagen der Wellenausbreitung in heterogenen, nichtlinearen Medien. Diese Arbeiten bilden die Voraussetzungen für den Übergang von probabilistischer zu physik-basierter Erdbebengefährdungsanalyse. Die Schwerpunkte liegen auf den Phänomenen der Wellenausbreitung in dreidimensionalen, heterogenen Medien, auf den Auswirkungen

des nichtlinearen Bodenverhaltens auf die lokalen Figur 2: Beispiel der Beschreibung Amplifikationen und Standorteffekte und auf den eines Profils mit Hilfe iel der Beschreibung eineszwischen Profils 0,5 mitund Hilfe der quarter-wavelength oder Viertel-Wellenlänge 20 Hz bereitgestellt. Die vorge- physikalischen Grenzen der Bodenbewegung auf der quarter-wavelength die entsprechende IC-Kurve (IC-Qwl). Die gestrichelte Linie definiert den Frequenzbereich in oder Viertel-Wellenlänge stellte Methode wurde mit einer Auswahl von Se- Sedimenten und Fels. dimentstandorten des japanischen KiK-Net Netzes Besonders Auswirkungen des nichtlinearen fil zuverlässig ist, und beruht. Im grauen Bereich sind die Wertedie extrapoliert. Beziehung undauf die Messwerten ­entsprechende IC-Kurve kalibriert. Diese Standorte sind aufgrund einer Me- Materialverhaltens auf Oberflächenwellen und fo(IC-Qwl). Die ­gestrichelte thode zur Festlegung der Zuverlässigkeit der Pro- kussierten S-Wellen sind von Bedeutung. In der Linie definiert den Frequenzbereich, in file ausgewählt. Schliesslich analysierten wir die Praxis verwendete Programme simulieren die welcher das Profil zu- Abhängigkeit des V/H Verhältnisses von Distanz Wellenausbreitung nur in einer Dimension (z.B. verlässig ist, und auf und Magnitude. Diese basiert auf einer ResiduenLi, 1992, Prévost, 2010) und vernachlässigen daMesswerten beruht. Analyse zwischen berechnetenfür undStandorte beobachteten durch die energiereichen Oberflächenwellen, weligt werden, dass die entwickelten V/H Modelle auf weichen Sedimenten ein Im grauen Bereich sind markant zu Amplifikationen dard-Tooldiedarstellen. Es istV/H-Verhältnissen. geplant, die Ergebnisse dieser Arbeit in che einer Publikation in BSSA beitragen (z.B. Werte extrapoliert.

Bewertung der Periode 2010/2011

Im Weiteren wurde eine zweite MethodeinentwiBard & Bouchon, 1980a, (Poggi b). Ein Aspekt dieses Prosen. Auch werden die Resultate bei der ESG-2011 Konferenz Santa Barbara präsentiert ckelt, die das V/H-Verhältnis für Erdbebenauf-

gramms befasst sich daher mit der Wellenaus-

zeichnungen aus V/H-Verhältnissen der Bodenun-

breitung in nichtlinearen Medien in zwei und drei

ruhe herleitet (Edwards et al., 2011c). Die MethoAusblick 2011/2012 den wurden verwendet, um die V/H-Funktion zwi-

Dimensionen. Dabei sollen Simulationen in 2-D

schen 0,5 Hz und Peak-Beschleunigung (PGA) bei

durchgeführt werden. Diese Simulationen sollen

(z.B. Bonilla et al., 2006) und möglicherweise 3-D

Arbeit unterstreicht die Notwendigkeit der Verwendung neuer Proxies für die lokale Standortden Kernkraftwerkstandorten aus dem Geschwin- dazu beitragen, Aufzeichnungen der Bodenbeweng. Insbesondere ist es nundigkeitsprofil offensichtlich, dass der alte Ansatz der Standort-Charakterisierung, vorherzusagen (Poggi et al., 2011c). gung mit eindeutiger nichtlinearer Signatur beshätzungen der Vs30 (mittlere Scherwellengeschwindigkeit über dieserersten 30m des Profils) Der Vergleich mit den bestehenden Aufzeichnunzu erklären. usreicht. Das Ziel der Reduzierung der standortspezifischen kann nur durch die der Böden gegen von Erdbeben zeigt, dass die neuenUnsicherheiten Metho- Um die nichtlinearen Eigenschaften er neuen Generation von den Standort-Proxies auf Basis stabiler und physikalisch vertretbarer zuverlässige Voraussagen erlauben. Als wei- nauer zu modellieren, wurde zudem die Kalibrieicht werden. Wir planen die Vs-QWL Ansatz und ihre Auswirkungen auf die Vorhersage der g sorgfältig zu erkunden. Unser nächstes Ziel ist daher die Definition von allgemeinen ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011 176 toren für Fels- und Lockermaterialstandorte sowohl für Fourier- wie auch für Antwort-


rung der Bodenmodelle mit Labordaten verbes-

che am stärksten zur Gefährdung eines Standortes

sert. Dazu wurde ein Programm entwickelt, wel-

beitragen. Für die Simulation der Bodenbewegung

ches die im Labor gemessenen Kurven des Po-

werden verschiedene Methoden kombiniert. In ei-

renwasserdrucks und der Verformung nach den

nem ersten Schritt wird ein realistisches Modell der

Parametern im Modell von Iai et al. (1990a) in-

Quelle durch Simulation des dynamischen Bruch-

vertiert. Grundlage für diese Arbeiten bilden Ex-

vorgangs erstellt (z.B. Dalguer & Day, 2007). Resul-

perimente, welche an Proben aus dem Rhônetal

tate dieser Simulation bilden die Grundlage für ein

bei Visp durchgeführt (Weber et al., 2007) und

kinematisches Modell, mit welchem die Wellen-

für eine Studie von nichtlinearem Bodenverhalten

ausbreitung in einem detaillierten Modell der Erd-

und Bodenverflüssigung bei Erdbeben im Wallis

kruste simuliert wird (z.B. Olsen et al., 2009). Diese

verwendet wurden (Roten et al., 2009). Die ers-

Simulationen beschränken sich aufgrund des ho-

ten Versuche mit simulierten und gemessenen La-

hen Rechenaufwands auf Frequenzen bis 1 oder 2

bordaten verliefen erfolgreich. Die Resultate die-

Hz. Um synthetische Seismogramme für den rele-

ser Arbeiten wurden an der ESG-2011-Konferenz

vanten Frequenzbereich von 0–50 Hz zu generie-

in Santa Barbara präsentiert und in einem kurzen

ren, kommt eine Breitband-Methode zum Einsatz,

Paper vorgestellt (Roten et al., 2011b). Syntheti-

welche den hoch-frequenten Anteil mit Hilfe der

sche Seismogramme, welche mit dieser Metho-

Diffusions-Theorie berechnet (Mai et al., 2010 und

de generiert werden, dienen als Eingangssignal

Mena et al., 2010).

für die Simulation des nichtlinearen Bodenverhal-

Salt Lake Basin erstellt (Roten et al., 2011b). Die-

Innovative Ansätze zur Charakterisierung von seismogenen Quellregionen in der Schweiz

se Methode unterscheidet sich von der gängigen

Die Charakterisierung von seismischen Quellregi-

Praxis in der Verwendung synthetischer Seismo-

onen ist ein wesentliches Element der probabilis-

gramme anstelle von skalierten Starkbebenauf-

tischen seismischen Gefährdungsanalyse (PSHA).

zeichnungen. Daher ist die Sensibilität der nicht-

Die Modelle, die bislang im aktuellen schweize-

linearen Effekte und der Bodenverflüssigung auf

rischen Gefährdungsmodell von 2004 (Giardini

die Art des Eingangssignals ebenfalls ein Thema

et al., 2004; Wiemer et al., 2008) sowie auch

dieses Teilprojekts. Zudem sollen die Simulatio-

die Modelle, die im Pegasos- und PRP-Projekt im-

nen mit Aufzeichnungen an Standorten weltweit

plementiert wurden (Wiemer et al., 2009), be-

verglichen werden, welche eine vergleichbare Bo-

ruhen auf klassischen Zonierungsmodellen. In-

denbeschaffenheit aufweisen und Erdbeben in ei-

nerhalb einer Quellregion wird die Seismizität als

nem relevanten Magnitudenbereich erfahren ha-

räumlich und zeitlich zufällig verteilt angenom-

ben (z.B. KiK-Net in Japan). Um relevante Daten

men. Speziell wenn auf niedrige Eintrittswahr-

für die Schweiz zu sammeln und Modelle zu kali-

scheinlichkeiten, welche für kritische Anlagen re-

brieren, wird in Visp im Kontext des Projektes CO-

levant sind, extrapoliert wird, ist es erstrebens-

GEAR (http://cogear.ethz.ch) eine Starkbebensta-

wert, diese simp­len Modelle zunehmend durch

tion mit mehreren Bohrlochsensoren installiert.

geologisch und physikalisch parametrisierte Mo-

Ein weiterer Aspekt dieses Teilprojektes ist der Ein-

delle zu ersetzen. Die aktuellen Modelle sind in

fluss möglicher Anisotropie. Eine solche wurde

ihren Möglichkeiten begrenzt. So sind die Model-

an mehreren Standorten schweizerischer Kern-

le primär zweidimensional konzipiert, und aktu-

kraftwerke erkannt. Anisotropie hat einen gros-

elle Erkenntnisse über die 3D-Struktur der Krus-

sen Einfluss auf die Wellenausbreitung, ist aber

te werden nicht berücksichtigt. Diese Modelle

für oberflächennahe Strukturen nur wenig unter-

sind zudem extrem verschachtelt sowie komplex

sucht worden.

und daher fehleranfällig und nicht transparent.

Mittelfristig sollen die in diesem Projekt entwickel-

Des Weiteren verletzen einige Implikationen (z.B.

ten Methoden in einer umfangreichen Fallstudie

Oberflächenbrüche, maximal mögliche Magnitu-

getestet werden, die sich mit realistischen Erd-

de) geologische bzw. physikalische Randbedin-

bebenszenarien beispielsweise in der Region ei-

gungen, und der Spannungszustand sowie die

ner Schweizerischen Kernanlage befasst. Für diese

Rheologie der Erdkruste ist nicht durch quantita-

Szenarien werden Verwerfungen ausgewählt, wel-

tive Modelle integriert.

tens. Erdbebenszenarien auf Basis solcher gekoppelter Simulationen wurden bereits z.B. für das

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011

177


Figur 3: Vergleich der Gefährdungskurven basierend auf dem klassischen PSHA-Modell (rechts) und dem von uns eingeführten «Fractal PSHA». Die farbigen Einliegekarten illustrieren den Unterschied in der Verteilung der synthetischen Erdbeben mit und ohne Clustering.

100

D = 1.5 Mean Median 1σ 2σ 20 Different Realizations

Annual Probability of Exceedance

10−1

D = 2.0 Mean Median 1σ 2σ 20 Different Realizations

10−2

10−3

10−4

10−5

10−6

0

500

1000

1500

Spectral Acceleration (cm/s2)

2000 0

500

1000

1500

Spectral Acceleration (cm/s2)

2000

Das Ziel dieses Teilprojektes ist es, diese Einschrän-

3D seismischen Krustengeschwindigkeiten in der

kungen sukzessive zu überwinden und so realisti-

Schweiz mit Hilfe einer Kombination aus Daten der

schere seismogene Quellmodelle zu erstellen, die

«controlled source seismology» (CSS) und «recei-

aus numerischen Simulationen von realitätsnahen

ver functions» (RF) verbessert.

Modellen stammen. Dadurch wird es möglich sein, simulationsbasierte Gefährdungsberechnung der

Historische Seismologie

Quelle, der Ausbreitung und des lokalen Unter-

Da Schadenbeben auf dem Gebiet der Schweiz

grundes zu einem Gesamtmodell zusammenzufü-

relativ selten vorkommen, muss für Gefährdungs-

gen. Dazu wurden diesbezüglich die Arbeiten zum

berechnungen auf Daten aus entsprechend wei-

sogenannten «Fractal PSHA» für die Schweiz abge-

ten Zeiträumen zurückgegriffen werden. Die ins-

schlossen und publiziert [Spada et al., 2011]. Auf-

trumentelle Seismologie liefert erst seit 1975 ver-

grund der geringen Seismizität in erdbebenschwa-

lässliche Daten zur seismischen Aktivität auf dem

chen Gebieten und der Schwierigkeit, Bruchzonen

Gebiet der Schweiz. Die Untersuchung der seismi-

zu identifizieren, bietet die Simulation von Erdbe-

schen Gefährdung in der Schweiz ist deshalb auf

benkatalog mittels eines fraktalen Ansatzes eine

historische Quellen aus der «vorinstrumentellen

bessere Charakterisierung der Seismizität. Die bis-

Zeit», d. h. auf zeitnahe Berichte aus allen Jahr-

herigen Ergebnisse zeigen eine Überschätzung der

hunderten angewiesen. Diese liegen für die neu-

Gefährdung und eine Unterschätzung der Unsi-

este Geschichte u. a. in Form von makro-seismi-

cherheiten durch herkömmliche PSHA-Verfahren.

schen Erhebungen vor, für frühere Zeitperioden

Ein Beispiel für den Unterschied von uniformer ver-

müssen Primärquellen und historische Erdbeben-

sus fraktaler PSHA für den Standort Mühleberg

kataloge, die allerdings einer kritischen Prüfung

zeigt einen speziell grossen Unterschied in den Un-

bedürfen, beigezogen werden. Für grosse Erdbe-

sicherheiten (Figur 3). In einer anderen Forschungs-

ben werden auch archäologische und paläoseis-

richtung wird die Wahrscheinlichkeit, dass Erdbe-

mologische Befunde in die Interpretation der Er-

benbrüche die Erdoberfläche erreichen («Surface

eignisse einbezogen.

Faulting Probabilities»), für die Schweiz untersucht.

Die Arbeiten der Expertengruppe Starkbeben ist

Dazu wird zuallererst die Methodik erarbeitet und

in die Veröffentlichung des überarbeiteten Erdbe-

diese aufgrund des relativ einfach handhabbaren

benkatalogs ECOS-eingeflossen. Die Publikation

nationalen Gefährdungsmodells von 2004 ausge-

erfolgte einerseits in Form einer seit Juni 2011 öf-

testet. Des Weiteren wird die Interpretation der

fentlich zugänglichen Online-Ausgabe (www.seis-

178

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011


mo.ethz.ch), auf der die seismischen Parameter

rice Cotton und Stéphane Drouet (Universität Jo-

sowie, soweit vorhanden, Informationen über die

seph Fourier, Grenoble) und Frank Scherbaum und

Verteilung der Intensitäts-Datenpunkte und bib-

Nico Kühn (Universität Potsdam). Der neue Erdbe-

liographische Angaben abrufbar sind. Anderer-

benkatalog der Schweiz (ECOS-09) floss in die Ka-

seits wurde eine detaillierte Dokumentation zum

talogarbeit im EU-Projekt SHARE ein. Für die Simu-

Erdbebenkatalog bereitgestellt. Diese beinhaltet

lation der Wellenausbreitung in 2D ist eine Zusam-

eine zweibändige Buchpublikation (Schwarz-Za-

menarbeit mit Fabian Bonilla (IRSN) geplant. Es be-

netti und Fäh 2011, Gisler und Fäh, 2011), die

steht regelmässiger Austausch mit Kim Olsen von

den momentanen Forschungsstand in der histo-

der San Diego State University (SDSU) im Zusam-

rischen Seismologie am SED mit weiterführenden

menhang mit der Verwendung und Entwicklung

Kommentaren und Hinweisen vertieft zugänglich

der Programme für die 3D-Simulation der Wellen-

macht.

ausbreitung. Für das 3D-Referenzmodell für die

Weitere Aufgaben der nächsten Jahre sind weiter-

Schweiz sind wir in enger Zusammenarbeit mit

hin die Fortführung der historischen Dokumenta-

Wissenschaftlern vom Istituto Nazionale di Geofi-

tion, des wissenschaftlichen Austausches, der Ver-

sica e Vulcanologia (INGV).

mittlung der Forschungsergebnisse sowie der makroseismischen Erhebungen bei aktuellen Ereignissen, um die Datenbasis für die Kalibrierung historischer Erdbeben kontinuierlich zu verbessern. Zu-

Beurteilung 2011 und Perspektiven 2012

dem sollen Schadensbilder in Bezug auf die Einflüsse des geologischen Standorts und der Bau-

Nachdem die Expertengruppe Starkbeben nicht

substanz untersucht werden.

auf die ursprünglich vorgesehene Grösse mit vier Experten ausgebaut wird, besteht die Experten-

Nationale Kooperationen

gruppe zukünftig aus zwei Experten. Der Forschungsplan für die sich im Aufbau befindliche Expertengruppe konnte aufgrund der neuen Rah-

Der Forschungsplan wurde in Zusammenarbeit

menbedingungen nicht weiter verfolgt werden.

mit dem ENSI ausgearbeitet und am 24. Febru-

Die Neuausrichtung der Expertengruppe wurde

ar in Brugg vorgestellt und diskutiert. Verschiede-

zusammen mit dem ENSI definiert und wird sich

ne Gruppenmitglieder nahmen an diversen Work-

zukünftig auf Aspekte fokussieren, welche für die

shops des PRP teil. Die Teilnahme diente dazu, ei-

Aufsichtstätigkeit des ENSI wichtig sind. Hauptziel

nen Überblick über das PRP-Projekt zu erhalten,

wird es sein, das für die Tätigkeit des ENSI wichtige

sich in Aspekte des Projektes einzuarbeiten oder

Fachwissen im Bereich der Seismologie zu erhalten

Resultate vorzustellen.

und notwendigen Handlungsbedarf aufgrund von

Die Rechenzeit für numerische Simulationen wird

Forschungsfortschritten zu erkennen.

durch ein beim CSCS eingereichtes Projekt sicher-

Die Forschungstätigkeiten im Jahr 2011 konnten

gestellt. An der ETH Zürich arbeiten wir mit dem

unabhängig der Grösse der Expertengruppe Stark-

Institut für Geotechnik, den verschiedenen Grup-

beben und den bestehenden Randbedingungen

pen des SED und in enger Zusammenarbeit mit der

weitergeführt werden.

Arbeitsgruppe von Prof. Kissling (Seismologie und

Das Jahr 2012 steht im Zeichen der Umsetzung

Geodynamik) zusammen. Zudem besteht im Rah-

des ausgearbeiteten Forschungsplans für die Ex-

men des Projektes COGEAR (http://cogear.ethz.ch)

pertengruppe Starkbeben, bestehend aus 2 Exper­

eine intensive Zusammenarbeit mit Partnern aus

ten.

verschiedenen Bereichen des ETH-Bereichs.

Internationale Kooperationen

Publikationen

Eine enge Zusammenarbeit besteht im EU-Projekt

Peer-reviewed publications and books related to the project (November 2011)

SHARE (Seismic Hazard Harmonization in Euro-

❚ B. Edwards and D. Fäh (2011), A Stochastic

pe), insbesondere die Zusammenarbeit mit Fab-

Ground-Motion Model for Switzerland. Submit-

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011

179


ted to Bulletin of the Seismological Society of

Ground-Motion in Soft Sediment Sites. 4th IAS-

America.

PEI/IAEE International Symposium: Effects of

❚ B. Edwards, V. Poggi and D. Fäh (2011), A Predic-

Surface Geology on Strong Ground Motion,

tive Equation for the Vertical-to-Horizontal Ratio

2011, Santa Barbara, California. Available On-

of Ground Motion at Rock Sites Based on Shear-

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tion of a Neighbourhood Algorithm for Para-

racterizing the Vertical to Horizontal Ratio of

meter Identification in a Cyclic Mobility Model.

Ground-Motion at Soft Sediment Sites. Submit-

4th IASPEI/IAEE International Symposium: Effects

ted to Bulletin of the Seismological Society of

of Surface Geology on Strong Ground Motion,

America.

2011, Santa Barbara, California. Available On-

❚ M. Spada, S. Wiemer, and E. Kissling (2011),

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ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011


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182

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011


Human Reliability Analysis Author und Co-author(s)

V.N. Dang, L. Podofillini

Institution

Paul Scherrer Institut

Address

OHSA/D16, 5232 Villigen PSI

Tel., E-mail, Internet address

+41 (0)56 310 2967, vinh.dang@psi.ch, safe.web.psi.ch

Duration of the Project

2010 to 2013

ABSTRACT

predictions with reference data and prelim-

In the Human Reliability Analysis (HRA-IV)

inary method assessments were completed

Project, models and methods for the analy-

for review by the analysis teams. The rank-

sis of human factors in Probabilistic Safety

ing of human failure events (HFEs) was rea-

Assessments (PSAs) of nuclear power plants

sonable for most methods, while there was

(NPPs) are developed, applied, and evaluat-

one order of magnitude or less difference

ed. The project aims are to a) develop a meth-

among teams within each method, provid-

od for analyzing errors of commission (EOCs)

ing some indications on inter-analyst consis-

and use it to assess plant-specific EOC risk, b)

tency. On the other hand, variability in the

reduce the variability and uncertainty in the

HEP estimates for a very easy action was

results of HRAs, and c) develop HRA meth-

very significant, suggesting inconsistencies

ods for PSAs for area event initiators. In 2011,

in the methods’ baseline failure probabilities

the topics addressed and results achieved in-

and/or shortcomings in their guidance for

clude:

actions with a very small failure potential.

❚ R evision of the EOC quantification method

❚ Examination of selected earthquake experi-

CESA-Q (Commission Errors Search and As-

ences at nuclear power plants, focusing on

sessment) to improve traceability. A new ap-

information relevant for seismic HRA. One

proach for estimating EOC probabilities was

observation confirms that an earthquake

developed, according to which the proba-

is not a punctual event: personnel activi-

bilities are produced as outputs of a mathe-

ties do not return to a fully normal state for

matical model. The relationships underlying

an extended period after the main shock.

the model are determined from a database

The other is that even when safety-related

of errors of commissions during operation-

equipment and systems are to a large de-

al events. The reduced need for subjective

gree unaffected by the earthquake, dam-

judgment in the quantification will increase

age to non-safety-related or less important

traceability and reduce variabilty.

safety equipment can lead to a sustained in-

❚ E valuation of HRA methods by benchmark-

ing to simulator data. The comparison of

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011

crease in the workload of the personnel and affect their ability to respond.

183


Project goals

Like the earlier Error of Commission (EOC) pilot studies, this study is an assessment of potential

Human performance is central to the safe and re-

EOC scenarios and their risk significance for a spe-

liable operation of nuclear power plants and oth-

cific Swiss plant. At its conclusion, three of the

er complex systems. In the Probabilistic Safety As-

four Swiss plants will have an initial characteriza-

sessment (PSA) of human-technical installations,

tion of their EOC risk. The studies are pilot studies

Human Reliability Analysis (HRA) is the part that

due to the need for further developments in the

addresses the human element. In the HRA, the es-

method for the estimation of the probabilities of

sential personnel actions contributing to and re-

these scenarios.

quired in potential accident scenarios are identified, qualitatively analyzed, and their probabilities

Quantification of EOCs

of failures are estimated. A realistic evaluation of

2. Revision of CESA-Q guidance, focusing on

the human contribution is key to a sound evalu-

traceability and scope.

ation of safety and of the potential weaknesses

CESA-Q is PSI’s method for the quantification of er-

of a facility. This soundness is important to licens-

rors of commission. In applying the current meth-

ee and regulatory decisions that support and en-

od to estimate the probability of EOCs, one of the

hance safety in all areas, e.g., plant design, oper-

steps involves selecting a few events from the CESA

ation, maintenance, and accident prevention and

database that are most similar to the EOC of inter-

mitigation. The project Human Reliability Analysis

est and adjusting the probabilities associated with

(HRA-IV) addresses the following issues

these events in a fairly complex interpolation pro-

❚ The analysis of Errors of Commission and, more

cess. Due to the limited available data, few events

broadly, decision-related failures; the issue of

are available for selection as «most similar» and the

HRA dependence that is closely related to these;

adjustment for the EOC of interest is correspond-

and the recovery of decision failures.

ingly extensive. The aim of the work in 2011 was to

❚ Variability in the results of HRAs.

reduce the subjectivity involved with the selection

❚ The extension of HRA applications to scopes oth-

of the database events as well as with the adjust-

er than internal initiating events in Full Power

ments, which is a main source of inter-analyst vari-

and Low Power and Shutdown (LPSD) operating

ability. The work in 2011 consisted mainly of the re-

modes, for instance area events.

vision of CESA-Q to incorporate a Bayesian Belief

in four subprojects: 1) EOC plant-specific pilot

Network as a basis for quantification.

study III, 2) Quantification of EOCs, 3) Simulator data for HRA and HRA method assessment, 4) Technical basis for seismic

HRA.1

Simulator Data for HRA and Method ­Assessment 3. Evaluation of HRA predictions and method as-

The main goals for 2011 were:

sessment in the U.S. HRA Empirical Study. The HRA Empirical Studies are assessments of HRA

EOC plant-specific pilot study III

methods based on benchmarking them against

1. Organization of EOC Pilot Study III with a Swiss

simulator data for nuclear power plant emergen-

plant.

cy scenarios. The U.S. Study is a follow-on effort to the International HRA Empirical Study. In addition to assessing the methods based on compar-

1

In parallel to this research project, PSI/NES supports

ing HRA predictions against data, its main aims are

ENSI through on-call tasks. The tasks related to HRA

to: 1) evaluate the variability in the HRA results ob-

are mainly oriented towards reviews of the HRAs sub-

tained by different analysts using the same meth-

mitted to ENSI by the Swiss utilities as a part of their

od, which was not possible due to the design of

Probabilistic Safety Assessments (PSAs). The work

the earlier study, and 2) extend the conclusions

carried out within on-calls provides impulses for the

from the method assessments through additional

research and motivates the development efforts to

cases and the use of a full-scope training simula-

enhance current methods. As the on-call tasks are

tor at a U.S. nuclear power plant.

funded separately, their specific content and results

The main 2011 tasks were the comparisons of

are not addressed in the present report.

HRA predictions with the reference data. These

184

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011


comparisons and the preliminary method assess-

on a match-and-adjust approach: it involves com-

ments were presented to the HRA analysis teams

paring the EOC under analysis with entries from a

for feedback in a workshop.

database of 26 EOCs identified from operational

4. Derivation of scenario-specific lessons for HRA

events, already analyzed qualitatively and quanti-

from the data collected in the simulator studies of

tatively in [2, 3]. The closest entry in the database

the HRA benchmarks.

provides the reference probability value for the

The second goal related to simulator data for HRA

new analysis. Given the limited number of entries

is to derive information on human performance

in the database, the identification of a very close

for HRA practitioners (analysts) to take into con-

match is indeed rare and guidelines for adjusting

sideration in predictive analyses. In this case, this is

the reference are limited (and very difficult to de-

a parallel use of the data collected in the HRA Em-

velop). The consequence is that the HEP quantifi-

pirical Studies, in which HRA method assessments

cation may be of limited traceability and repeat-

have been the main objective.

ability (different analysts may get different results). Note this shortcoming was also pointed out in the

Technical Basis for Seismic HRA

recent evaluation of CESA-Q within the Interna-

5. Detailed overview of earthquake experiences at

tional Human Reliability Analysis (HRA) Empirical

selected nuclear power plants.

Study [4, 5].

The main 2011 goal was to document significant

The new concept developed in 2011 for EOC

earthquake experiences in nuclear power plants

quantification in CESA-Q is based on an explic-

worldwide up to 2011. The events at the Fuku-

it model, in contrast to the match-and-adjust ap-

shima site in Japan in March 2011, triggered by a

proach of [2]. The adoption of a model-based ap-

major earthquake and associated tsunami, change

proach is expected to reduce the subjectivity in

the overall context. However, they are not ad-

the current approach, because the applicable error

dressed at this time, in particular due to the slow

probability directly follows from the factor evalu-

emergence of the organizational and human re-

ations, without need for additional judgments by

sponse information that is of primary interest for

the analyst (on identification of the closest match

seismic HRA.

and on possible adjustment) [6]. The model is a Bayesian Belief Net (BBN), a mathematical frame-

Work carried out and results obtained

work to model complex probabilistic causal relationships [7]. BBNs have been used in various applications for risk and reliability analysis, where probabilistic models involve numerous, possibly

EOC plant-specific pilot study III

correlated and interacting factors [8].

â?&#x161; O rganization of EOC Pilot Study III with a Swiss

The quantitative relationships underlying the mod-

plant.

el are informed based on the existing CESA-Q da-

The study plan for EOC pilot study III was present-

tabase. To do so, a Bayesian approach was spe-

ed to a Swiss nuclear utility and resulted in a mem-

cifically tailored in the present work for use in the

orandum of understanding.

HRA field. From a conceptual point of view, the idea is to update belief concerning an unknown

Quantification of EOCs

variable (the human error probability), in light of

â?&#x161; R evision of CESA-Q guidance, focusing on trace-

evidence from a database entry. The developed

ability and scope.

approach has a number of interesting features in-

Errors of Commission (EOCs) are PSA Human Fail-

cluding its generality (could be relevant for other

ure Events (HFEs) where the personnel performs an

HRA methods) as well as possible combination of

action that aggravates an accident scenario. They

information from expert judgment and field data

can be contrasted to HFEs where a required action

(e.g. from simulator studies).

is not performed. PSIâ&#x20AC;&#x2122;s method for the quantifica-

The use of the developed model for EOC quan-

tion of EOCs, CESA-Q (Commission Errors Search

tification is shown in Figure 1. Taking the analyst

and Assessment) [1, 2], was revised with focus on

assessments as inputs, the model produces a dis-

improving traceability of the analysis. In its cur-

tribution in terms of strength of their impact on

rent form [1], quantification in CESA-Q is based

the error probability (this distribution is then pro-

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011

185


Projekt HRA-IV

For each figure, the proposed layout is shown, followed by the 100% figures (bitmaps).

Figure 1: In the proposed modelbased approach, the EOC probability (expressed as a category of error-forcing impact) is directly produced by the model once the input factors are ­evaluated. Depending on whether assessment Figure 1. involves relationships coved by the database, the model output can be well peaked (left) or very uncertain (right) (implemented in GeNIe ­modeling framework [9]).

cessed to derive the typical figures needed for PSA,

preceding international study. To allow for this,

the mean and error bounds). If the analyst assess-

each method was applied by multiple independent

ment involves model relationships that could be

teams: 3 HCR/ORE + Cause-Based Decision Tree

informed by the data, then the model produces

(EPRI Calculator) teams, 2 SPAR-H teams, 2 ATHE-

a well identifiable peak (Figure 1, left). If not, the

ANA teams, and 2 ASEP teams. PSI participates in

model predictions can be quite uncertain (Figure

the U.S. HRA Empirical Study, performing the eval-

1, right). At the present stage, the existing entries

uation of the HRA predictions for one of the two

in the database did not allow covering all relation-

ATHEANA analysis teams and contributing to the

ships needed to build the model. However, the

method assessments.

developed Bayesian approach to inform relation-

The main work for 2011 was the comparison of

ships can also be used to fill in with expert judg-

the HRA predictions with the reference data for

ment the missing evidence from the database. This

4 operator actions (human failure events or HFEs)

will be implemented in the future project work in

in 4 simulated emergency scenarios. These were

connection with the extension of the CESA-Q ref-

a Loss of Component Cooling Water with a po-

erence basis.

tential to induce a reactor coolant pump seal, a Loss of Coolant Accident, a Loss of Feedwater

Simulator Data for HRA and Method Assessment

event with an induced Steam Generator Tube

❚ Evaluation of HRA predictions and method as-

assessments of each team’s predictions were

sessment in the U.S. HRA Empirical Study.

186

Rupture (SGTR), and a base case SGTR. These documented in a draft report [Forester et al.,

The U.S. HRA Empirical Study addresses four HRA

2011] and presented to the HRA analysis teams

methods: ASEP, SPAR-H, the combination of HCR/

for feedback at a project workshop hosted by

ORE and cause-based decision trees (as recom-

the US Nuclear Regulatory Commission in June

mended in and supported by EPRI HRA Calcula-

2011. The workshop was also used to present an

tor), and ATHEANA. The assessment of inter-an-

initial set of conclusions concerning the observed

alyst reliability is one of the elements added to

variability in analysis practices as well as in the

the method assessment in this follow-on to the

assumptions for the analyzed actions (HFEs) and

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011


some relationships among the methods, their

Several patterns may be seen in this set of fig-

features, and their predictive performance and

ures; these observations are some of the start-

inter-analyst reliability.

ing points for the assessments of the methodsâ&#x20AC;&#x2122;

Figure 2 shows the preliminary quantitative HRA

performance and reliability, which were initiat-

analysis results plotted against the 90% confi-

ed at the June 2011 workshop and are on-going.

dence bounds of the reference data, based on

It should be emphasized that the comparison to

the simulator observations. The narrow bounds

the confidence bounds is only one of the quan-

for HFEs 2A and 1C reflect the fact that none

titative comparisons performed on this data; for

and only 1 of the four observed crews met the

example, the quantitative assessment criteria give

success criteria defined for these actions. In con-

a high weight to the ranking of the HFEs. Most

trast, all crews met the success criteria for HFE 1A

of the HRA analysis teams were able to distin-

and 3A; the small difference in the confidence

guish between the more difficult HFEs and the re-

bounds of the reference data for these HFEs is

maining HFEs; a notable exception is one of the

due to there being only 3 observations of the HFE

SPAR-H analyses that predicted practically the

3A task due to a simulator issue that arose dur-

same failure probability for all HFEs. Comparing

ing data collection. HFE 1B at the right represents

across methods, the four analysis teams applying

a scenario where the crews would allow the re-

SPAR-H and ATHEANA tended to underestimate

actor to trip automatically rather than manually;

the failure probability for HFE 2A. Consequently,

all crews tripped manually in this scenario so that

the assessments are currently reviewing wheth-

there were no observations of this performance

er the scope of these methods or their guidance

context.

may be systematically overlooking a feature of the

1

Projekt HRA-IV

Figure 2: Quantitative results used in the method assessments of the U.S. HRA Empirical Study [Forester et al., 2011]. The dashed lines represent the 90â&#x20AC;&#x2030;% confidence bounds of the reference data based on the simulator. For legibility, the predictions from each analysis team are connected with solid lines. The predictions for HFE1B are not connected and there are no confidence bounds because there were no simulator observations of this HFE. The methods are: ASEP (red), SPAR-H (green), ATHEANA (black), and EPRI HRA Calculator (blue).

Figure 2.

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011

187


performance context that is important in this HFE.

count for? Second, what is the state-of-knowl-

While the predictions from the EPRI HRA Calcula-

edge concerning these influences? Third, what in-

tor/CBDT analysis teams (shown in blue) also un-

fluences on human performance during and espe-

derestimate HFE 2A, it is worth noting here that

cially following earthquakes have been observed?

the confidence bounds for HFE 2A are narrow

The work in 2011 focused on the observations re-

but do result from a very small sample size. At the

lated to the experience at specific nuclear pow-

same time, all three analyses differentiate strong-

er plants.

ly between HFE 2A and the easier 2A and 3A ac-

The survey of large earthquakes near nuclear pow-

tions. Moreover, one ASEP (red) and EPRI calcula-

er plants, performed in 2010 and focusing on the

tor (blue) teams severely underestimate HFE 1C.

Pacific «rim of fire», indicated that the experience

Again, the presence of a systematic underlying

of NPPs at safe shutdown earthquake levels and

cause is also being examined.

above is limited to a very small number of sites.

As mentioned, the study design with multiple HRA

The only cases in the period 1989–2009 in which

analysis teams per method allowed inter-analyst

the facility’s safe shutdown earthquake was ex-

method reliability to be examined to some degree.

ceeded are the 2007 Chuetsu earthquake and the

Interestingly, the oldest and most recent methods

2005 Honshu earthquake in Japan. The safe shut-

show fairly strong consistency (ASEP in red and

down earthquake level (in Japan, the upper lim-

ATHEANA in black). The causes for the discrep-

it design basis extreme earthquake ground mo-

ancies between the SPAR-H (green) and among

tion), is the earthquake potential for which the

the EPRI HRA Calculator (blue) results are being

structures, systems, and components important to

investigated. Although the study is fairly limited

safety are designed to be functional. In the 2007

in terms of the number of scenarios and actions

earthquake, all 4 units at Kashiwazaki-Kariwa that

(HFEs), number of observed crews, and number

were not in outage shut down automatically; in

of HRA analysis teams, these examinations of the

the 2005 Honshu earthquake, the 3 Onagawa

predictions in light of simulator data remain able

units shut down automatically [10]. In the remain-

to identify limitations and potential improvements

ing cases, the earthquake ground motion at the

for the methods.

plant was below or near the operating basis earth-

The final report for the US study is under prepara-

quake, the level for which the reactor is designed

tion, for completion in 2012. It extends the draft

to be able to continue operating safely (although

report and consists of the revised benchmark com-

many plants are set to trip at levels below the op-

parisons of predictions and data and the overall

erating basis earthquake and did so).

assessments of each method and study findings.

In general, much of the scientific literature relat-

❚ Derivation of scenario-specific lessons for HRA

ed to the surveyed earthquakes deals with the ac-

from the data collected in the simulator studies

celerations, motions, and response of structures

of the HRA benchmarks

of interest to seismologists and civil/structural en-

The scenario-specific insights for HRA practitioners

gineers. The literature review found limited infor-

are in the scope of the final reports under prepa-

mation on the demands of the events and their

ration for the International and U.S. HRA Empiri-

impact on the operators, which is the primary fo-

cal Studies.

cus of this task. One reason for this is that, even

The report for the LOFW phase of the International

for earthquakes with extensive damage widely re-

Study was published [Dang et al, 2011].

ported in the news, the accelerations at the plant can be quite low due to distance from the epicen-

Technical Basis for Seismic HRA

ter to the power plant. An example is the 1995

❚ Detailed overview of earthquake experiences at

Kobe earthquake with 6434 reported fatalities,

selected nuclear power plants.

188

where the distance from epicenter to the nearest

Seismic HRA refers to the adjustments to human

commercial nuclear power plant is approximately

failure event probabilities to account for the effect

130 km. In terms of the plant response, reporting

of earthquakes. In this work, the improvement of

in the literature as well as operational experience

the technical basis for seismic HRA is addressed in

database will be limited if a plant shutdown is not

three parts. First, what mechanisms or influences

required or the plant shuts down safely. Informa-

on human reliability should the adjustments ac-

tion from reports and scientific articles on the two

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011


cases above and the 2003 earthquake in San Sime-

that even when safety-related equipment and sys-

on, California, USA, are summarized next.

tems are to a large degree unaffected by the earth-

The 2003 San Simeon earthquake resulted in 0.04 g

quake, damage to non-safety-related equipment

horizontal acceleration in the control room of the

can lead to a sustained increase in the workload

Diablo Canyon NPP (2 units) and the plant contin-

of the personnel. In addition, there can be interac-

ued to operate, in accordance with planning. No-

tions between safety-related and non-safety relat-

tification of the authorities and inspection of the

ed equipment, and between equipment and facil-

plant were performed, according to the require-

ity damage and the personnel’s ability to respond.

ments for such an event. The utility’s report to the

With the exception of the tsunami effects at Fuku-

nuclear authority provides details relevant to as-

shima in the March 2011 earthquake, the earth-

sessing the personnel’s workload. It notes that nu-

quake experience at NPPs shows limited to very

merous alarms, associated with the movement of

limited damage to safety-related equipment and

fluids in tanks, were activated in both units; these

limited or no adverse effects to the public and en-

were cleared and returned to normal after the seis-

vironment. (Note that at Fukushima, the tsunami

mic activity stopped. Personnel were dispatched

and its effects caused most of the damage to safe-

to the affected systems for visual inspection and a

ty-related equipment. Assessment of the extent of

plant inspection walk-down using a specific pro-

seismic damage to equipment is on-going.) With

cedure was initiated. Timed from the earthquake,

few exceptions, the reports on the surveyed events

the walk-down started at 14 minutes, the emer-

provide relatively little information regarding the

gency operations facility was staffed at 20 min-

challenges facing the personnel and the details of

utes, the authorities were notified at 25 minutes.

personnel performance. It can be seen that dam-

The plant declared a Notice of Unusual Event at 6

age to non-safety-related equipment may lead to

minutes and maintained this state for 24 hours,

a sustained workload for the personnel; further-

until inspections were completed as well as due to

more, communication with the authorities, me-

the aftershocks. The latter suggests that an earth-

dia, the public represent a significant additional

quake is not a punctual event: the activities of the

workload.

personnel do not return to a fully normal state for an extended period after the main earthquake. In the 2007 Chuetsu earthquake, all 3 operat-

National Cooperation

ing units (3, 4, and 5) and 1 unit in start-up (2) at the Kashiwasaki-Kariwa NPP shut down auto-

The research within the HRA project is oriented to

matically. The event was classed INES 0 (the low-

issues relevant for the Swiss nuclear power plants

est on the scale). Only equipment with low safe-

and to the conditions at these facilities. Although

ty importance failed; the most notable may be the

events from the international experience are used

fire at the Unit 3 house transformer, which had

in the work, e.g. to identify error mechanisms in

a social impact due to media reports, both local

a broad range of settings, the interpretation and

and worldwide. There was significant damage to

application of this information is oriented to the

non-safety related equipment. The reports note

Swiss situation. It considers the procedures and

that even for this non-safety related equipment,

practices at each of the Swiss plants.

measures were needed to address widespread im-

Agreement was reached with a Swiss plant to per-

pacts from common cause failures, there were ad-

form the third plant-specific pilot study on Errors

verse interactions with safety-related equipment,

of Commission, as foreseen in the project.

and the fire piping failed. The personnel’s ability to respond and the response to the earthquake and its consequences were affected by a) a dam-

International Cooperation

aged entrance door to the Technical Support Center, which prevented access to the dedicated line

In a follow-on effort to the International HRA Em-

for contacting the fire station, b) the lack of a

pirical Study, PSI is contributing to the benchmark

24-hour fire brigade, and c) the reliance of trans-

design and HRA method assessment. The U.S.

former fire protection on fire walls and the lack of

HRA Empirical Study is a cooperation between the

chemical fire-fighting engines. This event suggests

U.S. Nuclear Regulatory Commission and a U.S.

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011

189


utility, using its full-scope training simulator. The

port on the developed quantification approach

OECD Halden Project is also supporting the U.S.

will be completed in early 2012.

study with its staff as part of the Project’s Joint Pro-

While the 2011 revision of CESA-Q focused on

gramme, to which Switzerland (ENSI) contributes.

the quantification element, the main objective for

Additionally, a diverse group of partners including

2012 is the revision of the method guidance for

industry, regulators, and research institutes, are

qualitative error analysis, focusing on additional

contributing on the assessment group as well as

reference analyses that support identification of

in the HRA analyst teams. In addition to PSI, these

challenging conditions inducing more likely errors.

include EPRI, Sandia National Laboratories, Idaho

This would extend the scope of the method to sit-

National Laboratory, SAIC, all US; NRI, Czech Rep.

uations outside the current coverage of the CESA-

PSI is participating in a task group within the OECD

Q database.

NEA / Committee for the Safety of Nuclear InstallaCurrent Human Reliability Assessment Techniques

Simulator Data for HRA and Method Assessment

In Nuclear Risk Assessment». This task, led by the

3. Evaluation of HRA predictions and method as-

U.K. Nuclear Installations Inspectorate, is a joint

sessment in the U.S. HRA Empirical Study.

task of the Working Group on Human and Orga-

The preliminary evaluation in the U.S. study was

nizational Factors and the Working Group on Risk

completed and reviewed with the analysis teams

Assessment. Its aim is to perform an international

at a workshop hosted by the US NRC in Rock-

technical evaluation of HRA methods, considering

ville, MD, USA, in June 2011. The results will be

criteria shared by the member countries and oth-

presented publically in two contributions to the

er common criteria. The task group held its first

PSAM11 conference in June 2012. The final re-

meeting in Sept. 2011, with the next meetings

port on the U.S. study is scheduled to be complet-

planned for March and September/October 2012.

ed in 2012. In parallel, the study assessment team

The work related to crew-plant simulation for safe-

is completing a final overall report on the Interna-

ty assessment is supported by a cooperation with

tional Study, also to be published in 2012. The U.S.

the University of Maryland (Prof. A. Mosleh), on

study confirmed many of the earlier international

the ADS software tool for dynamic event tree anal-

study results, its final report focuses on the consis-

ysis [11, 12].

tency of predictions and of method performance

tions (CSNI), «Establishing Desirable Attributes of

across analysis teams.

Assessment 2011 and Perspectives for 2012

4. Derivation of scenario-specific lessons for HRA from the data collected in the simulator studies of the HRA benchmarks. These lessons are presented in the Internation-

EOC plant-specific pilot study III

al HRA Empirical Study final report, to appear in

1. Organization of EOC Pilot Study III with a Swiss

2012.

plant. The pilot study will be initiated in 2012, based on

Technical Basis for Seismic HRA

the agreement reached in 2011 with a Swiss plant.

5. Detailed overview of earthquake experiences at selected nuclear power plants.

Quantification of EOCs

The survey of earthquake experiences at nuclear

2. Revision of CESA-Q guidance, focusing on

power plants, focused on the human performance

traceability and scope.

elements, highlighted several issues relevant for

In the developed model-based quantification, the

seismic HRA: interaction of non-safety-related

human error probability is the direct output of the

damage with emergency response, weaknesses

model. This decreases the element of judgment

in limited aspects of emergency plans, the impact

(which is typically leading to low traceability and

of those weaknesses on personnel workload. The

repeatability) required for the analyst: once ap-

survey included only 1 event approaching the de-

propriate evaluations of the CESA-Q factors are

sign basis safe shutdown earthquake level (Suru-

made, the probability derivation does not need

ga Bay, 2009, for Hamaoka Unit 5), which means

any additional judgment from the analyst. A re-

that there was no or very limited damage to safe-

190

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011


ty-related equipment. In general, increased work-

❚ V.N. Dang, J. Forester, R. Boring, H. Broberg,

load was found at levels well below design basis

S. Massaiu, J. Julius, I. Männistö, H. Liao, P. Nel-

earthquake levels.

son, E. Lois, A. Bye, The International HRA Em-

The exception, outside the scope of the survey, is

pirical Study – Phase 3 Report, Results from

the 2011 earthquake and tsunami at Fukushima,

Comparing HRA Methods predictions to HAM-

where the tsunami’s effects led to significant dam-

MLAB Simulator Data on LOFW Scenarios, Hal-

age to safety-related systems and to the reactor

den Work Report HWR-951, OECD Halden Proj-

cores. This accident is expected to provide impor-

ect, Halden, Norway, September 2011.

tant insights for safety and emergency planning; however, information on personnel and organizational performance is only emerging gradually.

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lessons learned. This may imply that the experi-

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rors of Commission Identified from Operat-

ent provisions for earthquake response than those

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0216, Vol. 2, U.S. Nuclear Regulatory Commis-

in Reliability, Reliability Engineering and Sys-

sion, Washington, D.C., August 2011.

tem Safety 92 (2007), 92-108.

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011

191


[9] Decision Systems Laboratory, University of

[11] Y.J. Chang, D. Mercurio, V.N. Dang, A. Mosleh,

Pittsburgh: GeNIe modeling environment,

Recent Developments and Insights from Ap-

http://genie.sis.pitt.edu/.

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[10] World Nuclear Association: Nuclear Power

Proc. 9th Int. Conf. on Probabilistic Safety As-

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Kong, China, 18.–23.05.2008. [12] D. Mercurio, «Discrete Dynamic Event Tree Modeling and Analysis of Nuclear Power Plant Crews for Safety Assessment», Doctoral Thesis No. 19321, ETH Zürich, Dec. 2010.

192

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011


STARS Safety Research in relation to Transient Analysis of the Reactors in Switzerland Author and Co-author(s)

H. Ferroukhi, A. Vasiliev, G. Khvostov and Project Team

Institution

Paul Scherrer Institut

Address

CH-5232 Villigen PSI

Tel., E-mail, Internet address

+41 (0)56 310 4062, Hakim.Ferroukhi@psi.ch

http://stars.web.psi.ch

Duration of project

January 1, 2010 to December 31, 2012

ABSTRACT

On the fuel modelling side, new Halden LOCA

The STARS project aims at research related to

tests using high-burnup fuel samples from

multi-physics multi-scale state-of-the-art com-

KKL were designed with FALCON coupled to

putational methodologies for best-estimate

GRSW-A and a first test was on that basis car-

safety analyses of the Swiss Light-Water-Re-

ried out during the year; the ALPS LOCA tests

actors (LWR) under conditions ranging from

conducted at the NSSR facility were also anal-

normal operation to beyond-design-basis ac-

ysed with emphasis on rupture mechanics and

cidents. During 2011, in addition to activities

oxidation kinetics; a participation with FALCON

carried out in support to the national regulator,

coupled to GRWS-A to a new OCED/NEA code

significant progress was achieved in each of

benchmark on Reactivity-Initiated-Accidents

the three main technical areas.

(RIA) was launched.

On the thermal-hydraulic side, a consolidation

Along this, significant advances in the areas of

of TRACE models for the Swiss BWRs was car-

multi-physics methodologies and uncertainty

ried out to enlarge the range of application to

analysis were also achieved. Related to the for-

operational transients as well as Anticipated-

mer, the developed coupling scheme between

Transient-without-SCRAM (ATWS); a first as-

TRACE and CFX was further validated using

sessment of the FLICA-4 code for sub-channel

mixing experiments from the 足FLORIS facility;

analyses and PWR DNB calculations was ad-

the verification basis of the developed coupling

dressed; a high competitivity of the single-

scheme between TRACE and S3K was enlarged

phase CFD capabilities established within the

to analyse the OECD/NEA PWR Main-Steam-

project were shown in the framework of inter-

Line-Break benchmark; enhanced temporal

national research programs.

coupling schemes for neutronics/thermal-hy-

At the level of reactor physics and core analy-

draulic simulations were specified and selected

ses, a comprehensive assessment of the new

schemes were tested within the NURISP frame-

fine-group CASMO-5M solver as basis for the

work. Concerning uncertainty analysis, a very

Swiss reactor core models was carried out;

important milestone was achieved with the de-

advanced computational schemes were de-

velopment of a stochastic sampling method to

veloped for the NURISP APOLLO-2 transport

propagate nuclear data uncertainties from 2-D

solver and verified for PWR and BWR models

transport calculations down to the 3-D steady-

including both UOX and MOX fuel; the valida-

state and transient/accident simulation codes.

tion basis of S3K for BWR stability analyses was enlarged to wide range of tests conducted at KKL.

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011

193


Project goals

Then, a series of new On-Calls requested in 2011 were conducted as follows. First, using the STARS

During 2011, the project continued activities along

validated reference CMSYS core models, control rod

the following four main research lines: reference

tip fluence estimations for the KKB1 reactor were

model development and assessment for the Swiss

provided to ENSI in view of its yearly bilateral meet-

reactors, higher-order methods, coupled multi-

ing with the plant [3]. Secondly, following the Japan

physics methodologies and safety evaluations of

events, the project was requested on short-notice

operating as well as advanced LWR designs. This

to provide heat load estimations for the KKM spent

document presents the status and progress related

fuel pool [4] as well as to study the spatial-temporal

to the specific STARS activities carried out in the

evolution of the fuel rods during boil-off conditions

framework of the ENSI collaboration which had for

[5], taking advantage of the project capabilities by

2011, the following main objectives.

integrating CASMO/SIMULATE, TRACE and FALCON into the methodology. Next, a pilot project

Validation of CFD (STAR-CCM+) for boron dilution experiments

was conducted in collaboration with ENSI to assess

TRACE and CFD analyses for EPR

core design and fuel reload licensing calculations.

Development of 1-D code lumped parameter model of selected passive system design and assessment studies

As situation target, the KKB1 Cycle 40 core loading

Establishment of strategy (vulnerability search) for applications of TRACE coupled with DET analyses

the feasibility for STARS to provide verifications of

proposed by the vendor was modelled and analysed within CMSYS [6] and the results in terms of operating and safety relevant parameters were provided to

Completion of CASMO-5 transition and Assessment for all Swiss cores

ENSI as basis for their final approval. This pilot study

Modelling and assessment of NURISP codes towards 3-D full core higher-order pin-by-pin analyses of Swiss reactors

confirming however that a central success-criterion

Participation to OECD/NEA Oskarshamn stability benchmark with S3K and TRACE/S3K

illustrated the feasibility of such types of analyses, will be a timely planning and coordination with ENSI. Finally, three of the Swiss reactors (KKB, KKG as well as KKL) submitted applications to ENSI for

Quantification of neutron cross-section uncertainties with XSUSA for selected BWR transient analysis

the licensing of the new AREVA fuel performance

Analysis and design of HALDEN 2011 LOCA tests 1/2 for High Burnup KKL samples

review of the new models implemented in the code

Participation to OECD/NEA RIA fuel rod code benchmark

verification analyses with FALCON coupled to the

Assessment of FALCON for steady-state analyses of MOX fuel

cases [7].

PWR MSLB coupled 3-D core/system analysis with sub-channel methodology

code CARO-E3. To support this, STARS conducted a along with their validation basis and performed in-house GRSW-A model for selected benchmark

Plant system modelling and analyses For the Swiss nuclear power plants (NPPs), the modeling and simulations of the plant behaviour

Scientific support

during transients and accidents is primarily carried

A central mission of the research activities con-

out with the TRACE best-estimate system thermal-

ducted by STARS is to continuously develop, vali-

hydraulics code. During 2011, the main activities

date and maintain state-of-the-art computational

in this area were focused on the BWR models. On

methodologies for applications to the Swiss reactors

the one hand, following the validation of the KKL

in order to provide independent support to the na-

TRACE model for an ADS event [8], updates of the

tional regulator on safety-related questions. During

control- and balance-of-plant (BOP) systems were

2011, several support activities were conducted. To

performed to analyze the 109 % power Turbine

start, two activities initiated in 2010 in relation to the

Trip Test carried out at the plant during Cycle 16.

KKG plant were completed, including a verification

Using point-kinetics data obtained from the 足CMSYS

of the vendor methodology for Large-Break-Loss-

core model of Cycle 16, plant system analyses were

of-Coolant-Accidents (LBLOCA) simulations as well

performed to adjust the control systems and turbine

as a study of the behaviour of fuel rods with miss-

bypass valve logic, underlining that these models

ing pellet surfaces during reactor start-up ([1], [2]).

play a central role for a proper simulation of such

194

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011


transients. In that framework, a code deficiency in handling second order transfer functions was identified and reported to the US NRC, something that recently resulted in the release of a new official version.

TRACE pk (RPV) TRACE pk (Turbine)

Despite this correction, the turbine bypass logic was found not responding correctly to turbine inlet pressure changes. To counteract this, the control system logic was simplified based on a RETRAN-3D model previously used in STARS for the analysis of the same test. This allowed enhancing the performance of the TRACE plant system model which, as illustrated in the upper part of Fig. 1 for the turbine inlet- and reactor pressure vessel (RPV) pressures, provides now a reasonable agreement against both plant data as well as with the previous RETRAN-3D analysis. Further enhancements of the model will however be necessary to capture more precisely the pressure loss distribution in the main steam and bypass lines as well as to verify the flow characteristics of the Turbine Bypass Valve. Concerning KKM, emphasis was given to integrate a point-kinetic feature as well as to update specific control system parts of the TRACE

continuous validation of the code on the basis of

model in order to enlarge the range of application

international programs involving thermal-hydraulic

to beyond-design-basis-accidents. More specifically,

(T-H) experiments in integral-test-facilities (ITF) as

scoping simulations of the plant response during

well as separate-test-facilities (STF). During 2011,

an Anticipated-Transient-Without-Scram (ATWS),

STARS continued to be highly active in the two

initiated by a spurious Main Steam Isolation Valve

OECD/NEA international projects involving experi-

(MSIV) closure, were carried out with representative

ments at the ROSA and PKL large-scale ITF facili-

point-kinetic data [9]. Overall, the results indicated

ties. To start, a verification of a TRACE EPR model

the expected qualitative plant behaviour. In con-

using as basis, a scaled calculation of a SBLOCA

nection to this, the plant response as function of

conducted at the ROSA facility was completed

RCIC system availability was also studied, indicating

[10]. Moreover, PKL tests experiments were used

a time-window before core uncovery about 40%

to assess a new algorithm developed for TRACE

higher when assuming availability of the two RCIC

and aimed at improving the code capabilities to

trains instead of only one. Throughout this period,

track the evolution of soluble boron during tran-

the core was found to remain in a pre-CHF heat

sient/accident conditions ([11], [12]). Finally, sub-

transfer regime with fuel cladding temperatures

stantial efforts were conducted in relation to a

well below the imposed safety limits. As well, the

counter-part test conducted at both facilities. By

increased water temperature in the pressure sup-

carrying out the ÂŤsameÂť test (a SBLOCA in the hot

pression pool (PSP), following the steam discharge

leg concurrent with a loss-of-offsite-power) in two

from the safety relief valve, was found to remain

ITF facilities characterised by different scales and

well within the limits even when applying conserva-

geometries, the first objective was to study and

tive assumptions such as e.g. complete condensa-

compare facility-related effects on the evolution of

tion of the steam flow as well as no torus Residual

a given accident. A second objective was to assess

Heat Removal (RHR) cooling.

through these tests and in combination with the system code analyses, the performance of the core

Assessment of the trace system thermalhydraulics code

exit temperature (CET) measurements (normally

To ensure applicability and reliability of TRACE for

tween CET and Peak Cladding Temperature (PCT),

a wide-range of transient and accident conditions,

noting that scaling and geometrical effects are

a central component of the project activities is the

thought to have a strong impact on this relation.

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011

used to detect a core heat up) and the relation be-

195

Figure 1: KKL TRACE Model Validation for Cycle 16 Turbine Trip Test (Upper) and KKM TRACE Model Assessment for Postulated ATWS Event (Lower).


Figure 2: SBLOCA Counter-Part Test at ROSA and PKL Facility with TRACE ROSA analysis (left) and TRACE modeling of Halden LOCA Test IFA650.2 (right).

1600

CLADDING TEMPERATURE (K)

Scram

TRACE ("lower") TRACE ("upper") Exp. ("lower") Exp. ("upper")

1400 1200 1000 800

Natural circulation

600 400 200

Post-CHF Blowdown 0

200

400

TIME (s)

600

800

1000

The left-hand side of Fig. 2 shows the experimental

tations of 3-D local two-phase flow phenomena,

results of both facilities along with the preliminary

R&D efforts are invested to complement TRACE

TRACE simulation of the ROSA test, underlining

with more advanced thermal-hydraulic and fluid

that the PKL primary pressure is limited to 45 bar

dynamics simulation methods. Therefore, on the

and therefore, a «double» experiment at two dif-

basis of the on-going OECD/NEA PWR PSBT full

ferent pressures was carried out at the ROSA facil-

bundle experiment benchmarks, the assessment

ity in order to simulate both high-pressure (ROSA)

of the FLICA-4 code for sub-channel analyses was

and low pressure (ROSA and PKL) phenomenology.

continued. First, emphasis was given to sub-chan-

To further assess the TRACE code capabilities for

nel and bundle void predictions [14] and then, fo-

accurate PCT predictions during LOCAs, modelling

cus was oriented towards addressing the code ca-

and analyses of the HALDEN IFA-650 series of inte-

pabilities for PWR Departure-from-Nucleate-Boil-

gral, single-pin, in-pile LOCA tests were completed

ing (DNB) predictions. As illustrated in Fig. 3, it was

[13]. As summarized on the right-hand side of ­­­Fig. 2,­

found that for most of the investigated operating

showing the measured versus calculated PCTs at

conditions, including both steady-state and tran-

two axial locations, it was found that TRACE could

sient cases, FLICA-4 would yield a slightly lower

reproduce these experiments rather well with only

DNB power than measured i.e. predict occurrence

very moderate PCT overpredictions for all tests. In

of Critical-Heat-Flux (CHF) at a lower power than

that context, the most optimal code performance

in reality, something that thus ensures a certain lev-

was obtained for the fresh fuel test, something

el of conservatism. In that context, the CHF models

that could be indicative of increased difficulties in

available in the code were also studied, revealing a

reproducing the behaviour of high-burnup fuel,

better performance of the Groeneveld look-up ta-

underlining however that also in this case, the sim-

ble compared to the W3 correlation. However, dif-

ulations would nevertheless remain conservative. Some further lessons learnt from these analyses are that the water inventory upstream of the test section is essential in order to capture the early phase of the transient and that radiation can become the dominant mode of heat transfer, which underscores the importance of wall-to-wall radiation heat transfer during LOCA conditions.

PSI FLICA-4

Advanced thermal-hydraulic methods and CFD applications To ensure that capabilities are at hand to investigate situations requiring more detailed represen-

196

Figure 3: FLICA-4 Results for OECD/NRA PWR PSBT Steady State DNB Benchmark (Test Series 8).

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011


ficulties to appropriately predict the thermal mixing

rather satisfactory and competitive performance of

around the spacers were encountered, something

the STARS STAR-CCM+ solution.

that is believed to be related to the constraint of

An assessment of boiling models implemented

applying a single set of the turbulent multipliers for

in STAR-CCM+ for two-phase flow applications

the entire calculation domain.

was also continued on the basis of the PWR PSBT

Secondly, efforts undertaken in recent years to

benchmark. This revealed a substantial enhance-

implement the STAR-CCM+ CFD code for specific

ment in void predictions when applying the new

types of NPP applications were continued. To start,

generation boiling models implemented in the

a validation of a STAR-CCM+ EPR vessel model

code [17]. Finally, significant efforts were under-

developed within the project was completed [15].

taken to validate STAR-CCM+ for the vessel mix-

Moreover, STARS finalized its participation to the

ing experiments that were carried out at the RO-

OECD/NEA Vattenfall T-junction benchmark, aimed

COM facility within the framework of the OECD/

at investigating the capabilities of state-of-the-art

NEA PKL project. Some of the main results [18]

CFD codes to predict temperature fluctuations on

are shown on the right-hand side of Fig. 4. There,

pipe walls under flow mixing conditions and thus

the upper figure shows snapshots (after start of

related to thermal fatigue [16]. A wide range of so-

injection) of the predicted velocity profiles for the

lutions were submitted to this «blind» benchmark,

buoyancy-driven experimental test, characterized

including the STARS contribution as well as another

by a higher mass flow rate and a 12% higher den-

independent PSI solution. The figure of merits (FOM)

sity in Loop 1 compared to the three other loops,

combining the organizer’s ranking coefficients of

as well as for a sensitivity calculation assuming 0%

the submitted solutions in terms of predicted veloc-

density difference. These results emphasize a much

ity profiles and wall temperatures, are presented on

more homogeneous redistribution of the flow

the left-hand side of Fig. 4 noting that the lower

along the downcomer annulus when assuming no

the FOM, the «better» the code performance with

density differences. Now for the buoyancy-driven

regards to predicting the two above-mentioned

experiment, the calculated core inlet temperature

physical parameters. These results indicate thus a

as function of time is compared to the measured

OECD/NEA Vattenfall T-Junction Benchmark – Combined Figure-of-Merit of Participants Solutions 0

0.5

1

1.5

2

2.5

ONB / FLUENT

3

3.5

Figure 4: STARS Results with STAR-CCM+ for OECD/ NEA Single-Phase CFD Benchmarks.

OCED/NEA PKL-II ROCOM Mixing Experiments STAR-CCM+ Modeling and Analyses

4

Analysis of Test with 12% Density Difference

Calculation with assumed 0% Density Difference

NRG / STAR-CCM+ ANL /Nek5000 AEKI / FLUENT

Relative Velocity Magnitude

FNS / FLUENT USNRC / FLUENT FKG / FLUENT PSI-STARS / STAR-CCM+ NSI / CABARET AaltoU / OpenFOAM KINS / CFX SIA / CFX EDF / SATURNE UPV / CFX TexasA&M / STAR-CCM+ FKG / OpenFOAM IKE / FLUENT HacettepeU / FLUENT ASCOMP / TransAT JNES / AFFR FZD / CFX GRS / CFX PSI / FLUENT ANL / STAR-CCM+ Tractebel / CFX AthensU / CFX PisaU / CFX CNS / ModTurc_Clas-IST

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011

197


one on the right-hand lower part of Fig. 4, noting

shown here, a main challenge that was identified

that the results averaged over all measured sensors

is the appearance of local temperature oscillations

are there shown. Clearly, on average, STAR-CCM+

in the code results for sensors located in the outer

is able to predict rather well the strong and rapid

part of the core inlet plane. This indicates difficul-

reduction of the core inlet temperature although

ties in predicting the vortices occurring in the lower

the code stabilizes with time at a higher average

plenum, something that will thus deserve further

temperature compared to measurements. This fig-

studies.

ure also illustrates that when assuming no density similar core inlet temperature drop will occur but

Reactor physics and steady-state core analyses

with a certain delay in time. Finally, although not

Parallel to the continuous periodic cycle-specific

differences, i.e. in a momentum-driven regime, a

updates of the CMSYS 3-D core static models of the Swiss reactors, one objective for 2011 was Figure 5: Assessment of C5M for CMSYS Core Models â&#x20AC;&#x201C; KKL RMS 3-D Power (above) and KKB1 RMS Critical Boron.

to intensify the assessment of the new 2-D lat1

tice CASMO-5M (C5M) as basis for these models,

3

underling that C5M offers several advantages in

5

terms of modelling capabilities compared to its

7

predecessor CASMO-4E (C4E) and relies also on a more recent ENDF-B/VII neutron data library with

9

a 586 energy group structure. Therefore, the as-

Cycle

10b

sessment initiated last year for the KKG plant was

12

enlarged during this year to the KKL as well as the

14

KKB reactors. In that context, taking advantage of

16

the capabilities that are continuously being devel-

18

oped in CMSYS for systematic and efficient code/

20

method assessments [19], the impact of C5M on

22

the SIMULATE-3 accuracy for steady-state cycle

24

depletions was studied. As can be seen on the upper part of Fig. 5 show-

26 0.00 1.00 2.00 3.00 4.00 5.00 6.00 7.00 nodal RMS error [%] CASMO-4E/advJ2

ing the achieved accuracy in 3-D flux/power distribution for the KKL models, C5M (vers1) provides

CASMO-5M/vers1

CASMO-5M/vers2

soluble boron RMS error (ppm)

60

C4 (E4) C4 (J2) C4E (E4) C4E (J2) C5M (E7)

50 40 30 20 10 0

16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 32 33 34 35 36 37 38 ALL

cycle

198

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011


k-inf difference AP2-C5 [pcm]

200 100 0 -100 -200 -300 -400 -500 -600 -700 -800 -900

Figure 6: Differences between APOLLO-2 (AP2) and CASMO-5M (C5M) for different LWR pin-cell models.

0

20

40

60

80

100

relative burnup [%]

PWR-UOX BWR-VOI40

PWR-MOX BWR-VOI80

PWR-3cycles

a very satisfactory performance with nodal RMS

code along with the 281-group library based on

approaching the 4% level (below which further

JEFF-3.1 and updating consequently the scheme

enhancements are not considered as easily achiev-

with regards to the resonance self-shielding mod-

able when taking into account measurement bias-

els, decay chains as well as the output processing

es and uncertainties). The performance is however

capabilities. For the assessment, a series of bench-

not significantly better than with the predecessor

mark models including PWRs and BWRs as well as

C4E except when implementing the new option

UOX and MOX fuel, were set-up and analysed. To

(vers2) to model more precisely the water crosses

assess the APOLLO-2 solutions for these models,

in SVEA fuel (although this enhancement remains

the C5M code was used as reference solution and

moderate). For the PWR KKB1 and KKB2 plants, a

an overview of the obtained agreement in terms

similar performance was achieved in terms of 3-D

of the lattice multiplication factor k-inf is shown in

power distributions. However, for the predicted

Fig. 6. A few trends are noted among which the

critical boron concentration, the vali-dation results

most noticeable is the tendency for APOLLO-2 to

confirm the bias already observed for KKG. This is

produce increasingly lower reactivities as function

illustrated on the lower part of Fig. 5 where the

of burnup for the UOX cases. However, although

C5M results are compared to C4E solutions based

not shown here, this was found to be related to

on various library combina-tions. On the basis of

C5M predicting lower reactivity losses along deple-

these results and taking note that C5M is a fairly

tion, something indicative of a generally harder

direct descendant of C4E, the increased bias seen

spectrum compared to APOLLO-2. But on average,

with C5M is believed to be mainly attributed to the

the agreement is found to be around 500 pcm

new E7 library although further investigations are

which is well within the expected variation range

required to confirm this.

when considering for instance that only nuclear

Also related to lattice physics, STARS is within the

cross-section uncertainties could contribute to

EU 7th Framework NURISP project participating to

such differences if not higher. Therefore, this level

the development and verification of computational

of agreement is considered as sufficiently satisfac-

schemes for the CEA APOLLO-2 solver foreseen

tory, noting that additional analyses not shown

to be one of the main 2-D assembly depletion

here have indicated that the employed neutron

code within the NURESIM platform. During 2011,

group structure might in fact contribute more to

a computational scheme for pin-cell calculations

the differences than the computational schemes

was finalised, integrating the new APOLLO-2.8

or even the neutron data libraries.

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011

199


1

Calculated Decay Ratio (-)

1.00

C19 C13 C10 Meas=cal line

0.9 0.8

DR Relative Difference(%)

Figure 7: Validation of S3K for KKL Stability Tests in Cycle 10, 13 and 19 (left) and Assessment of C5M for Cycle 19.

0.7 0.6 0.5 0.4 0.3 0.2 0.1

0.00 -1.00 -2.00 -3.00 -4.00 -5.00 -6.00

0 0.1

0.2

0.3

0.4

0.5

0.6

0.7

0.8

0.9

1

BOC EOC 1

3

4

Measured Decay Ratio (-)

5

6

7

8

9

10

11

Case No. (-)

Reactor dynamics and 3-D kinetics

specially not for the ones employed in earlier cores

Within STARS, the SIMULATE-3K (S3K) code is

such as Cycle 10.

used as principal tool for dynamical simulations

Finally, as part of the transition to C5M for 2-D

requiring full 3-D core models and can be used

lattice transport calculations of the Swiss reactors,

on a fully stand-alone basis when only limited

it was considered appropriate to start integrating

parts or none of the plant system components

as part of such assessments, the impact all the way

are necessary. For BWR stability analyses, a vessel

down to reactor dynamics simulations. This was

model to represent the coolant recirculation loop

initiated by assessing the impact of C5M on the

is required in addition to the 3-D core model and

S3K stability results for KKL Cycle 19. The results

since this particular capability is available in S3K,

are shown on the right-hand side of Fig. 7 where

the development of a stability methodology based

the changes in decay ratio compared to the previ-

on S3K was initiated last year. During 2011, the

ous C4E based solutions are shown. As can be

validation for the methodology on the basis of the

seen, similarly as for the static core analysis accu-

KKL cycle 19 tests was completed and using the

racy, the impact on the stability results is moderate

validated vessel model, the stability tests carried

although a tendency for more stable predictions

out during Cycles 10 and 13 were also analysed

with C5M is observed, especially towards End-of-

([20], [21]). The results are summarized on the left

Cycle (EOC) conditions. A major reason for this

hand side of Fig. 7 where the calculated decay

was found to be that C5M produces less negative

ratios are compared to measurements. As can be

void reactivity coefficients and specially at high

seen, excellent results are also obtained for Cycle

burnups, noting that this induces a stabilising ef-

13, something that underlines the strength of the

fect via the reduced thermal-hydraulic feedback

methodology when considering that the only dif-

gain in the non-linear neutronics/T-H feedback

ference compared to the Cycle 19 analyses (except

system. Therefore, a corresponding study for the

of course the local test operating conditions) are

Cycle 10 tests is now planned as one of the steps

the cycle-specific core models which are directly

towards verifying if the less satisfactory perfor-

obtained from CMSYS. At the same time, the less

mance for this case can be confirmed to be mainly

satisfactory performance obtained for Cycle 10,

T-H related.

where S3K overpredicts the decay ratio for most

200

points, is an indication of the challenging task to

Fuel Rod modelling during LOCA

achieve a generic methodology for BWR stability

During 2011, the fuel modeling research on

simulations. Although further investigations are

LOCA fuel safety criteria was continued both

required to better understand the reason for the

with regards to previous Halden LOCA tests ([22],

Cycle 10 trends, it is believed that in particular the

[23]) and in the context of EPR safety analyses

T-H models, selected and adopted on the basis of

[24]. Also, large efforts were undertaken in re-

the validation carried out for the modern 10x10

lation to new Halden LOCA tests involving KKL

Cycle 19 core, might not be applicable in a generic

high-burnup fuel segments and aimed at study-

manner for all types of fuel assembly designs and

ing fuel relocation both during cladding balloon-

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011


ing and after cladding burst. To this aim, the

the prescribed internal pressure decrease relative

strategy adopted by the involved partners was to

to the maximum value had been reached, were

conduct two separate tests. The first test (Run 1)

in-line and consistent with the design recommen-

would be interrupted by reactor scram after the

dations. However, the failure that occurred later

development of a large balloon but before clad-

during the cooling down phase was not expected

ding rupture while the second test (Run 2) would

and the reasons for this have not yet been en-

be allowed to proceed until cladding burst when

tirely clarified. Preliminary post-test analyses have

it would then be terminated by reactor scram.

shown that the anomalous dynamics of pressure

In that framework, due to its intensive activities

could have been caused by a high gas tempera-

related to the further development and coupling

ture in the small upper plenum. Another hypo-

of the FALCON code with advanced in-house fuel

thetic assumption is that a considerable burst

behaviour models ([25], [26]), the STARS proj-

release of the fission gases retained by the large

ect was commissioned as lead participant for the

pores in the pellet rim and/or in the closed pellet-

design of these two tests. Consequently, using

cladding gap could have occurred, something

available PIE data from the mother rods, design

that was in fact already put forward by some of

studies were conducted a) to assess the feasibility

the parametric studies carried out as part of the

of such tests; b) to define the necessary fuel rod

design analyses. As shown in Fig. 8, the amount

characteristics; c) to establish the detailed test-

of fission gas that could result in a pressure level

ing procedure ([27], [28]). This resulted in two

as high as measured is estimated as ~ 7 % and

main recommendations concerning the fuel rod

such amount could thus have been available for

characteristics required to ensure that the tested

burst release. Some of the conducted analyses

specimens be representative of full-scale rods

showed indeed that around 10–13 % of the gas

with the same level of burn-up. First, from base

generated in the fuel pellet was lost by the matrix

irradiation calculations, the initial fill-gas pressure

during base irradiation solely due to formation of

was proposed to be 20 bar (room temperature)

High Burnup Structures (HBS) in the pellet rim.

for both samples. Secondly, for the non-burst

Therefore, it could be that a large fraction of this

Run 1, a relatively small free volume was pro-

gas was retained in the HBS-pores of the pellet

posed based on conservation of the gas-to-fuel

rim (and partly in the closed gap) after the base

volume ratio of the full-length rod, noting that

irradiation and that some of this gas could then

through this, an amplified feedback effect of the

have been released during the test. Currently,

ballooning on the internal gas pressure should allow for a significant pressure drop and slowing down (or interruption) of the ballooning before cladding burst. On the other hand, for the burst test Run 2, the use of a relatively large initial free volume was proposed as this would result in a more isobaric response of the internal pressure during the ballooning, which should facilitate a larger balloon. On this basis, the non-burst test Run 1, referred hereinafter as IFA-650.12, was carried out in May 2011. The cladding was remarkably ductile. It deformed at high temperature during a long period and the rod pressure decreased to ca. 50 % of the maximum pressure when the process was stopped by a reactor scram. However, a small signal from the gamma monitor ca. 5–7 s into the cool-down phase indicated a cladding crack. To a common agreement, the first test was thus considered as a partial success since the evolution of the test up to the moment of shut-down, which was made after that

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011

201

Figure 8: Measured and calculated gas pressure in the rod of IFA-650.12 LOCA test using different assumptions on initial instantane-ous burst release.


destructive PIE is on going at Halden and this is

shock and LOCA conditions. Therefore, the good

expected to provide additional information on

performance achieved for this test indicates that

the fuel state in the rod after the test, e.g. degree

a hydrogen concentration below 300 ppm is not

of fragmentation, relocation and fill-ratio for the

significant for the rupture behaviour since this

fuel in the ballooned area. Using this data, the fi-

corresponds to the level of measured content for

nal conclusion on whether or not the first test has

the sample in question.

reached its main goals will be drawn and based

Concerning oxidation kinetics, parametric studies

on these conclusions, recommendations for the

conducted under the assumption of no cracks in

second test will be put forward.

the oxide layer indicated the effect of temperature and pre-formed corrosion layer thickness as

Cladding modelling and oxidation kinetics

predominant factors when employing either the

The STARS project is participating to the model-

Cathcart-Pawell or Baker-Just correlations. And

ing and analyses of the ALPS tests carried out

under isothermal conditions, the time evolution

by JAEA and involving among others, KKL fuel

of the oxide thickness was found to follow a

samples. This experimental program was set-up

parabolic growth both as function of increased

with the specific objectives to promote a better

initial oxide layer as well as temperature. The ef-

understanding of high-burnup fuel behaviour

fects of burnup and/or cladding type were on

under RIA and LOCA conditions. For the latter,

the other hand found to be less significant for

particularly emphasis was given to investigate

the high-temperature oxidation rates. To assess

the thermal shock resistance of oxidized cladding

the reliability of these FALCON studies, measured

and the oxidation kinetics under simulated LOCA

oxidation data received recently by JAEA were

conditions. And it is in that framework that the

analyzed. The high temperature oxidation results

main project activities were during 2011 con-

are shown on the right-hand side of Fig. 9. This

ducted. More precisely, FALCON modeling and

shows a comparison between measured versus

analyses of selected ALPS LOCA tests involving

calculated (using the Cathcart-Pawel model) ox-

BWR as well as PWR high burnup fuel rods were

ide layers on the cladding inner diameter surfaces

performed [29]. Some of the obtained results

(ID) and outer diameter surfaces (OD) obtained

for a test involving a KKL sample from a fuel rod

after 600 s­of testing under isothermal conditions

with average burnup of 66 GWD/MT are shown

is presented for three temperature ranges. As can

in Fig. 9. As can be seen on the left- and middle

be seen, the calculated ID oxide layer show for all

parts of that figure, both the predicted rupture

temperatures, a remarquable agreement with the

temperature and the associated hoop strain are

measured data. On the other hand, much more

lower than the measured values, although very

pronounced discrepancies are obtained for the

close in both cases. In relation to this, it must be

OD oxide layers with a tendency for overpredic-

underlined that the current FALCON version does

tions by FALCON in the lower temperature range

not provide options to model hydrogen induced

and an opposite trend for the upper temperature

mechanisms on cladding failure during thermal

range. Part of the difficulties is that oxidation ki-

Temperature (K)

790

18

FALCON

780

16

770

14

760 750 740 730

8 6 4 2

700

0

80

FALCON

10

710

90

Measured

12

720

Rupture Temperature

202

20

Measured

Oxide Layer Thikness (µm)

800

Hoop Strain (%)

Figure 9: FALCON Analyses of ALPS LOCA Test with a KKL Fuel Sample.

70 60

Measured ID FALCON

ID

Measured OD FALCON OD

50 40 30 20 10

Maximum Hoop Strain

0 1000

1100

1200

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011


Figure 10: Modeling and Analysis with FALCON coupled to GRWS-A of CABRI CIP01 Test.

netics is strongly dependant, especially at high

yield feasible estimations of FGR, fuel and cladding

temperature, upon the initial oxide layer thickness

temperatures, cladding failure and residual hoop

and therefore, uncertainties in measured data

strain for the CABRI CIP01 case. Indeed, as shown

(with regards to the pre-oxide layer thickness in

on the left-hand side of Fig. 10, the predicted axial

both axial and azimuthal directions) makes it diffi-

profile of the residual cladding hoop strain shows

cult to fully assess the obtained code results. Fur-

a rather good agreement with the corresponding

thermore, some cracks were found in the oxide

measurement.

layer, something that was so far not considered

On the other hand, the PSI predictions stood apart

in the FALCON analyses. These studies are there-

from other solutions with respect to the cladding

fore planned to be continued in the perspective

elongation that occurred during this test. The rea-

of further enhancing the FALCON code predictive

son for this was recently found to be an inadequate

capabilities related to both oxidation kinetics as

restart option in the current FALCON scheme for

well as hydrogen pickup during accidents in gen-

base irradiation including fuel refabrication. To

eral and LOCAs in particular.

overcome this, an alternative scheme was applied, resulting in a much better agreement with mea-

Fuel behaviour during reactivity-initiatedaccidents

surements and showing at the same time, as illus-

Related to fuel safety criteria for reactivity-ini-

tant impact from the predicted gaseous swelling for

tiated-accidents (RIAs), an OECD/CSNI RIA code

a successful interpretation of the measured data.

trated on the right-hand side of Fig. 10, an impor-

benchmark was initiated during 2011 with the objective to assess the reliability of fuel behav-

Multi-physics and coupling methodologies

iour codes to reproduce the results of RIA tests

One central mission of STARS is to develop multi-

conducted at the IRSN CABRI and JAEA NSRR test

scale and multi-physics computational method-

reactors. Within STARS, the objective is to partici-

ologies to improve the reliability of models and

pate to this benchmark with FALCON coupled to

simulations applied for transient/accident safety

GRSW-A in order to further address and under-

evaluations. During 2011, emphasis was given

stand the role of transient gaseous swelling under

to multi-physics activities aimed at establishing

RIA conditions. Consequently, a first series of se-

numerical coupling schemes between simulation

lected CABRI tests were modeled and the analysis

codes handling different physical domains (e.g.

results were presented at a recent meeting of the

thermal-hydraulics, neutronics, thermo-mechan-

OECD-CSNI Work Group for Fuel Safety (WGFS).

ics) in order to take into account the relevant

In spite of a considerable scatter in the solutions

spatial/temporal feedback occurring between the

obtained by the different participants, the PSI re-

governing physical phenomena handled by each

sults using FALCON with GRSW-A were found to

stand-alone code.

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011

203


Figure 11: Verification of TRACE/ CFX Coupling Scheme for Tracer Mixing Tests at the PSI FLORIS Facility.

First, a PhD thesis aimed at developing a coupling

scenario are shown. These tests were then ana-

scheme between the three-dimensional CFD code

lysed first with CFX and TRACE in a stand-alone

ANSYS CFX and the best-estimate thermal-hy-

manner and then, in a coupled mode. As shown

draulic system code TRACE was completed ([30],

in the lower part of Fig. 11, it was found that

[31]). In that framework, the validation basis was

the coupled tool would provide a considerable

extended to analyse mixing experiments carried

improvement of the predicted tracer distribution

out at the dedicated PSI Flow circulation in LOwer

across the core channels compared to the TRACE

plenum and RISer (FLORIS) facility. These experi-

stand-alone simulations. However, the compari-

ments consisted of a tracer injection in one of the

son with FLORIS experimental data nevertheless

two loops in order to study its spatial/temporal

pointed out certain deficiencies of RANS turbulent

distribution across the lower plenum and within

models when treating complex geometries. More

the core region. This is illustrated in the upper part

precisely, difficulties by CFX to properly model the

of Fig. 11 where the measured versus CFX pre-

flow field in the lower plenum and towards the ex-

dicted concentrations after 10.5 s of the transient

ternal core bypass zone were encountered, point-

Distribution of Tracer 10.5 s after start of transient Measured

204

Calculated

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011


ing out the need for improved turbulence models for the treatment of flows with high curvature and large vortices or characterised by strong boundary layer detachment. Secondly, the validation of the TRACE/S3K (TS3K) coupling scheme developed by STARS in collaboration with the S3K code developers was continued and during this year, the OECD/NEA PWR coupled plant system/3-D core Main Steam Line Break (MSLB) computational benchmark was analysed [32]. The core/plant system data were taken from the benchmark specifications while the nuclear data were produced with the CASMO-4 lattice code and the SIMULATE-3 core simulator. Regarding the system model performance, despite a distinct deviation from the other solutions in terms of predicted break flow, the behaviour of the total Steam Generator fluid inventories was found to agree well with the previous submitted

Figure 12: Verification of TRACE/S3K Coupling Scheme for OECD/NEA PWR MSLB Benchmark.

results. Thereby, the behaviour of the strong cold leg cooldown in the affected loop as well as in

Newton (ABN) method which basically replaces

terms of temperature asymmetry between both

the straightforward FPI loop by a Newton method.

loops was predicted in a very similar manner as the

The actual implementation of these schemes is

other code solutions. And as illustrated in Fig. 12,

now up to the NURISP partners with access to the

the predicted 3-D core response was also found to

sources of the codes. Nevertheless, some improve-

be in good agreement with most other results al-

ments of the currently employed (explicit) Opera-

though the TS3K results can be seen to be located

tor Splitting (OS) scheme were also studied within

in a cluster of solutions characterised by a slightly

STARS in collaboration with KTH (Royal Institute of

later power reversal and a generally higher power

Technology of Sweden). These included: a) Tem-

maximum. From these points of views, it can be

poral extrapolation of the coupling fields from

concluded that TS3K has been shown to perform

the lagging code up to the end of the integration

in a similar manner as other state-of-the-art codes

time-step of the leading code (in an OS coupling,

Figure 13: PWR REA Simulation Accuracy for Various Operator Splitting Coupling chemes.

for this PWR benchmark simulating a complex transient sequence with strong coupling between core and system, proving thereby further confi-

1

10

OS/N−K STANDARD FULLY EXPLICIT LEAPFROG OS/N−K + T−H EXTRAPOLATION x 1.0 OS/N−K + T−H EXTRAPOLATION x 0.5

dence in its applications for the Swiss reactors. Finally, STARS is also participating in the multiphysics activities of the NURISP project, one main

0

10

hance coupling methods that could be implemented in the reactor analysis codes used for safety analyses of the Swiss reactors. During 2011, a set of functional specifications for semi-implicit code coupling that could allow for an increased numerical accuracy and stability of the coupled multiphysics NURISP solvers, were proposed [33] including three distinct schemes with increasing level of

POWER PEAK ACCURACY (−)

objective through this participation being to en−1

10

−2

10

−3

10

complexity. The first two schemes are based on the Fixed-Point-Iteration (FPI) method which requires minimum modifications of the codes while the third one is based on an Approximate-Block-

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011

−4

10

−4

10

−3

10

−2

TIME−STEP (S)

10

205

−1

10


the codes execute their time-step integration al-

parts of the activities were carried out. In that

ternatively, one code leading the other one); b)

framework, the efforts to develop and imple-

Implementation of an externalized adaptive time-

ment UQ methods for the C5M lattice code were

stepping technique based on the evaluation of the

continued. To start, the Direct Perturbation (DP)

fastest dynamical scale of the different coupling

method, implemented to allow perturbation of

fields of the simulation. These modifications were

microscopic capture, fission, nubar, fission spec-

tested for a PWR Rod Ejection Accident transient

trum, scattering, and (n,2n) cross sections for

using the codes DYN3D and FLICA4 coupled in the

the 586-group ENDF/B-VII-based nuclear data

NURESIM platform [34]. As illustrated in Fig. 13,

library, was tested for selected LWR models [36].

this showed that temporal extrapolation of the

As these first analyses showed that the DP ap-

coupling fields in a standard OS coupling can help

proach would produce underestimations of the

increasing the convergence rate of the power peak

total uncertainty, further studies were carried out

solution as function of the time-step size. Also the

and revealed that this was due to the usage by

time-stepping technique driven by the dynami-

C5M of a «combined» scattering matrix. For this

cal time scales of the coupling fields showed that

reason, the NJOY nuclear data processing code

significant savings in computation effort could be

was implemented in the STARS suite of codes

obtained without penalizing the accuracy of the

and using this tool, elastic/inelastic separation

key results.

was achieved by creating microscopic scattering libraries containing fractions of the C5M «com-

Figure 14: Uncertainties in CASMO5M 2-Group Homogenized Cross-Sections for a PWR Assembly using the PSI SHARX Method.

Best-estimate analyses with uncertainty quantifications

bined» scattering matrix for each sub-reaction:

As STARS aims at developing safety-related com-

then applied to the previously analysed cases

putational methodologies using state-of-the-art

and was confirmed to provide a significant en-

best-estimate codes, one important complemen-

hancement of the DP method through a proper

tary activity is to establish advanced and reliable

handling of the highly important uncertainties

methods to quantify the uncertainties associated

associated to U-238 inelastic scattering reac-

with the simulations results. During 2011, an

tions. To complement the DP approach, another

uncertainty quantification (UQ) method based

project milestone was achieved by developing

on statistic sampling was applied for TRACE

a stochastic sampling (SS) UQ method for C5M

thermal-hydraulic analyses of SBLOCA tests

which, similarly as for the DP approach, employs

carried out at the ROSA facility [35]. But it is

nuclear data uncertainties based on the SCALE

mainly in the area of neutron data uncertainty

variance/covariance matrix (VCM) library pro-

propagation from 2-D lattice transport all the

vided in a 44-group structure. To that aim, the

way down to 3-D core simulations that the major

COVERX module was developed to convert the

elastic, inelastic, and (n,2n). This capability was

SCALE 44-group VCMs into other group structures and the SHARKX module was established to generate relative samples of the nuclear data

D1 D2 Nusigf1 Nusigf2 Siga1 Siga2 Sigrem kinf

2.00

rel. std. dev. (%)

1.50

assuming multivariate normal distributions. Using these modules, the developed SS method was applied to quantify for selected LWR lattice models, the resulting uncertainties in predicted nuclide concentrations as well as 2-group ho-

1.00

mogenised cross-sections (which are used by the downstream 3-D core simulators). For the later, results obtained assuming uncertainties in the

0.50

nuclear data of all actinides and structure/moderator nuclides, are shown in Fig. 14, illustrating

0.00

0

10

20

30 40 burnup (MWD/kgHM)

50

60

first a k-inf uncertainty of above 1% already at zero burnup and showing the uncertainty behaviour as function of burnup for some of the main parameters used by 3-D nodal diffusion codes.

206

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011


National Cooperation

side, a consolidation of TRACE models for the Swiss BWRs was carried out to enlarge the range

To carry out its research and scientific support ac-

of applications to operational transients as well

tivities, the STARS project collaborates with ENSI as

as beyond design basis accidents. Also, a first as-

well as with swissnuclear and the Swiss individual

sessment of the FLICA-4 sub-channel code for

nuclear power plants. Along this, the project also

PWR DNB calculations was addressed, reaching

collaborates with other laboratories at PSI, among

thereby an important milestone towards the es-

which the Laboratory for Thermal-Hydraulics (LTH),

tablishment of a capability for CHF predictions of

the Laboratory for Energy Systems Analysis (LEA)

the Swiss PWR reactors. Finally, a very satisfactory

and the Laboratory for Nuclear Materials (LNM)

performance of the single-phase CFD capabilities

can be mentioned. Finally, the project is also in-

established within the project were shown both

volved in an increased collaboration with the Swiss

for thermal fatigue related applications as well as

federal polytechnic institutes ETHZ/EPFL for the

for predicting buoyancy-driven coolant mixing in

elaboration, supervision and realisation of relevant

a pressure vessel. At the level of lattice physics

MSc and PhD theses. Within the framework of the

and core analyses, a comprehensive assessment of

EPFL/ETHZ Nuclear Engineering Master Program,

the new advanced fine-group CASMO-5M solver

the STARS project was during this year also as-

as basis for the Swiss reactor core models was

signed to prepare and lead the new «Nuclear Com-

carried out, including comparisons to APOLLO-2

putation Laboratory» course that was organized

computational schemes also developed during the

for the first time in November 2011 [37].

year for the EU NURISP project. For the ­­CMSYS Swiss core models, the analyses underlined a very

International Cooperation

good performance in terms of 3-D power distributions but confirmed an increased bias for PWR critical boron predictions. Regarding reactor dy-

At the international level, the project collabo-

namics, focus was given to enlarge the validation

rates with international organisations (OECD/

of S3K for BWR stability analyses, illustrating a

NEA, IAEA) principally as part of working/expert

rather good performance for most of the global

groups as well as through international research

stability tests carried out at the KKL plant but un-

programs and benchmarks. The project also col-

derlining at the same time, the challenging task to

laborates with other research organisations, on

achieve a generic methodology for such types of

the one hand through e.g. EU 7th FP NURISP proj-

simulations. On the fuel modelling side, new Hal-

ect and on the other hand, through bilateral co-

den LOCA tests using high-burnup fuel samples

operation e.g. GRS, CEA, KTH, Purdue University.

from KKL were designed with FALCON coupled to

An active cooperation with the Finnish regula-

GRSW-A and the first test carried out during the

tory body STUK as well as with the AREVA plant

year confirmed the overall adequacy of the de-

vendor is also carried out for safety evaluations

signed test procedure. Also, the ALPS LOCA tests

related to the GIII/GIII+ EPR and Kerena reactors

conducted at the NSSR facility were analysed with

respectively. Finally, close cooperation with code

FALCON, this time with emphasis on rupture me-

developers and/or providers is necessary and con-

chanics and oxidation kinetics during LOCA condi-

ducted principally with US NRC (TRACE), Studsvik

tions. A comparison of measured versus calculated

Scandpower (CASMO-4/SIMULATE-3/SIMULATE-

results indicated a very good performance for the

3K) and EPRI/ANATECH (FALCON).

predicted rupture temperature and associated hoop strain as well as growth of the internal clad

Assessment 2011 and Perspectives for 2012

oxide layer. The oxide layer on the clad outside surface was however not predicted in a sufficiently satisfactory manner, something that remains to be further clarified. Along this, the project also

During 2011, in addition to activities carried out

intensified it efforts in the area of multi-physics

in support to the national regulator, significant

as well as uncertainty quantification. Related to

progress was achieved in each of the main techni-

the former, the coupling of TRACE with CFX as

cal areas of the project. On the thermal-hydraulic

well as TRACE with S3K was on the other hand

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011

207


continued, showing a very good performance for

carried out and clearly illustrated applicability of

the analysed transient/accident cases. A compre-

this method to quantify uncertainties in predicted

hensive review of temporal coupling schemes was

few-group homogenised nuclear data as well as

also performed, identifying thereby promising

nuclide compositions, the later being highly rele-

strategies for enhanced dynamical coupling meth-

vant also for spent fuel characterization. The main

ods for the suite of codes employed by STARS

deviation from the planned objectives was that

for the Swiss reactors. Concerning uncertainty

the participation to the OECD/NEA stability bench-

analysis, a very important milestone was achieved

mark could not be launched but this is simply be-

with the development of a stochastic sampling

cause the specifications were not finalised by the

method to propagate nuclear data uncertainties

organisers. Concerning the perspectives for 2012,

from 2-D transport calculations down to steady-

the plan is to continue R&D activities in most of

state and transient/accident simulations relying on

the above mentioned areas and currently, the

3-D core models. A first series of assessment was

foreseen main technical objectives are as follows.

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Experiment IFA-650.7 using the Falcon Code.

Ontario, Canada, September 25–30, 2011.

Proc. Enlarged Halden Project Group Meet-

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based on different power operating histories.

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applying Large-Eddy-Simulation Methods.

with the FALCON code. Nuclear Engineering

PSI Technical Report TM-41-11-07 V.0 (May

and Design, Vol. 241, Issue 8, August 2011,

2011).

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and test-conditions for the two-run Halden

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011

209


LOCA test using KKL BWR high-burnup fuel:

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Pre-calculation with the FALCON fuel behav-

mermann, Specifications for advanced tempo-

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A. Gommlich, S. Zimmer, S. Kliem, N. Crouzet

mann, O. Brémond, Pre-calculation using the

and M. A. Zimmermann, Revisiting tempo-

FALCON fuel behaviour code of the fuel rod

ral accuracy in neutronics/T-H code coupling

design parameters and the test-conditions

using the NURESIM LWR simulation plat-

for a two-run Halden LOCA test with KKL

form. The. 14th International Topical Meet-

BWR high-burnup fuel. Proc. Enlarged Hal-

ing on Nuclear Reactor Thermalhydraulics

den Project Group Meeting EHPGM’11, Nor-

(NURETH-14), Toronto, Ontario, Canada,

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September 25–30, 2011.

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[30]  D. Bertolotto, A. Manera, R. Chawla, Devel-

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System-Code Tool. Proc. Int. Congress on Ad-

NURETH-14, Toronto, Canada, September

vances in Nuclear Power Plants (ICAPP2011),

25–30, 2011.

Nice, France, May 2-5, 2011.

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2011, Rio de Janeiro, RJ, Brazil, May 8–12,

EPFL Thesis N° 5227, Lausanne, Switzerland,

2011.

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[37]  S. Canepa, A. Dokhane, H. Ferroukhi, J.

[32]  K. Nikitin, A. Manera, H. Ferroukhi, J. Judd,

Freixa, T-W. Kim, W. Wieselquist, Nuclear

G.M. Grandi, OECD/NEA Main Steam Line

Computation Lab – EPFL/ETHZ NE Master

Break PWR Benchmark Simulation by TRACE/

Program – November 2011. Course Docu-

S3K Coupled Code. Proc. Int. Top. Meetg. Nu-

ment Report, SB-EDU-ACT-002-11.001 (No-

clear Reactor Thermalhydraulics, NURETH-14,

vember 2011).

Toronto, Canada, September 25–30, 2011.

210

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011


PASSPORT Methodology for the analysis of safety system performance in ­relation to coupled plant system and containment processes

Author and Co-author(s) C. Adamsson, D. Papini, H. Ferroukhi, B. Niceno, H.-M. Prasser Institution

Paul Scherrer Institut

Address

CH-5232 Villigen PSI

Tel., E-mail, Internet address +41 (0)56 310 4062, Hakim.Ferroukhi@psi.ch http://stars.web.psi.ch Duration of project

January 1, 2010 to December 31, 2013

ABSTRACT

phenomena with primary system behaviour. In

The PASSPORT project aims at the develop-

this respect, the numerical coupling between

ment and validation of a novel computational

the two mentioned thermal-hydraulic codes is

methodology for the performance assessment

foreseen and related verification and validation

of LWR safety systems during design-basis-

activities are being prepared. The coupled code

accidents and beyond-design-basis accidents.

will be validated with experimental data from

The primary objective of the novel methodol-

relevant integral tests, e.g. the PANDA ISP-42

ogy under development is in fact to provide

experiments.

more accurate predictions of a nuclear power

Aimed also at training the scientific staff in the

plant by coupling 1D simulations of the pri-

utilization of the two different thermal-hydrau-

mary system components (handled by TRACE)

lic codes, a systematic study of a particularly

with typical 3D phenomena occurring in con-

critical component of the PANDA facility, i.e.

tainment compartments (better captured by

the Passive Containment Condenser (PCC),

the dedicated code GOTHIC).

was carried out with stand-alone calculational

During 2011, the recruitment of the scientific

models. The PCC – consisting of a vertical tube

staff was successfully completed and the proj-

heat exchanger submerged in a water pool

ect activities could on that basis be launched. In

located on top of the facility – plays a funda-

that context, reviews of passive safety systems

mental role in cooling the containment and

and code coupling techniques were carried out

mitigating its pressure increase in response to

and models for TRACE and GOTHIC of various

a generic incidental sequence leading to steam

parts of the PANDA test facility were complet-

release into the containment. The main scien-

ed. This large-scale facility, built and operated

tifically relevant results obtained by applying

at PSI, was selected for the analysis in view

separately the TRACE and GOTHIC codes to

of the availability of integral test experiments

predict the performance of the same safety

challenging the interaction of containment

system are presented in this report.

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011

211


Project goals

validation of the coupling methodology to be

The PASSPORT project was recently launched as a

developed;

joint research activity between ENSI and the Paul

❚ D evelopment of 1D system model (TRACE) as

Scherrer Institut (PSI) and involves a collaboration

well as 3D containment model (GOTHIC) for se-

between the STARS project at the Laboratory for

lected experimental test(s).

Reactor Physics and System Behaviour (LRS) and

This report presents the status and progress

the Laboratory for Thermal-Hydraulics (LTH). The

achieved during 2011 in relation to the above ob-

PASSPORT activities aim at the development and

jectives and outlines the perspectives for 2012.

validation of a novel computational methodology tems during design-basis-accidents and beyond-

Survey of systems and designs with primary side/containment coupling

design-basis accidents. One foreseen advantage of

A literature review was carried out and published

this methodology is to allow for a more advanced

as technical report [1] in order to identify the sys-

modelling and thereby more accurate simulations

tems and phenomena that must be addressed by

of accidents involving weak to strong interactions

the new methodology. Even though strong inter-

and feedback effects between primary side and

action between the primary system and the con-

containment. As this might be relevant not only

tainment may occur whether or not passive safety

for safety analyses of current operating G-II reactor

systems are involved, the passive systems are, as

types but also in order to bring forward state-of-

a consequence of their design, more likely to be

the-art in this area for the analysis of GIII/III+ con-

significantly affected by such phenomena. The lit-

cepts, especially those relying on passive systems,

erature study was hence focused on passive safety

the underlying principle is to achieve a compre-

systems. Furthermore, the review was restricted to

hensive and generic methodology for a wide range

three specific GIII+ reactor concepts (the AP1000,

of applications. Thus, one first main objective is

ESBWR and KERENA) which rely completely or to

to develop a numerical coupling scheme between

a very large extent on passive safety systems. The

the best-estimate state-of-the-art codes TRACE for

study thus covers a wide range of passive systems.

1-D system analysis and GOTHIC for 3-D contain-

The conclusions should, in general, be applicable

ment behaviour. The second and complementary

also to reactors of GIII or GII, which may only par-

objective is to validate this methodology on the ba-

tially rely on passive systems.

for the performance assessment of LWR safety sys-

sis of available integral and/or separate test-effects experiments with special emphasis on tests where

Review of code coupling techniques

interactions between primary side/containment

As a preparation for the planned coupling of the

systems are mainly driven by physical phenomena.

TRACE and GOTHIC codes the literature was re-

These types of tests would indeed be the most

viewed in order to identify and evaluate various

challenging ones for the methodology and there-

coupling techniques. The results of this study have

fore, simulating these accurately would provide

been documented in a technical report [2]. It was

stronger confidence in the acquired capabilities

concluded that the preferable method to couple

and range of applicability.

these codes is to exchange information at the end

For 2011, the specific objectives of the project

of each timestep avoiding modification of the nu-

were as follows:

merical solution algorithms of each code. Either ex-

❚ R eview of safety systems in LWR reactors with

plicit or implicit time-stepping may be considered,

identification of dominant phenomena be-

where the latter option would have to be based on

tween plant primary system and containment

fixed point iterations involving both codes at each

system;

timestep whereas the first option may require very

❚ L iterature survey on the development of strate-

small timesteps to maintain numerical stability.

gies for coupling 1D/3D with special emphasis tainment behaviour in NPP including those em-

PANDA ISP-42 experiment as first situation target

ploying passive safety systems;

The International Standard Problem (ISP) 42 is a

on coupling the reactor systems with the con-

212

❚ R eview and identification of available experimen-

series of tests performed at the PSI PANDA facil-

tal database (e.g. PANDA) of relevance for the

ity shown in Figure 1 and that were originally de-

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011


Figure 1: Schematic representation of the PANDA test facility as used in the ISP-42 experiment.

DW W DryW ell G DC D C S Gravity Driven Cooling System IC Isolation Condenser Passive Containment Condenser PC C R PV V R eactor Pressure V essel V acuum B reaker VB W et e etW tW ell tW WW

signed to simulate the passive safety systems and

of other system codes as well as the earlier inde-

containment of General Electricâ&#x20AC;&#x2122;s SBWR reactor

pendent TRACE simulation of the same experi-

concept.

ment. As illustration, Figure 2 compares experi-

A large number of lumped parameter codes have

mental and simulated pressure of steam and non-

been benchmarked against these tests in an inter-

condensable gas in the drywell during Phase A of

national effort including both a blind [3] and an

the ISP-42 experiment, showing hence an excel-

open [4] benchmark. The TRACE code, however,

lent agreement.

did not take part in the original benchmark as the the time. At least one limited study of the ISP-42

Trace and gothic modelling of PCC heat exchanger

experiment with TRACE has been performed later

A particularly complex component in the PANDA

[5] but it is apparent that these experiments have

facility is the Passive Containment Cooling System

code was in a too early stage of development at

not been fully utilized as a validation case for the TRACE code.

Trace model for PANDA ISP-42 and scoping validation tests As the PANDA ISP-42 program was identified as a suitable first situation target for benchmarking the TRACE and GOTHIC codes, first on a standalone basis and then in a couple mode and because of the reasons mentioned above, a TRACE model was during the year developed for the PANDA facility. The developed TRACE model has so far been applied to Phases A (drywell pressurization) and B (core flooding) of the ISP-42 experiment but can relatively easily be extended to cover the remaining phases as well. The results have been found to be in reasonable agreement with experimental data and fully comparable with the performance

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011

213

Figure 2: Experimental and TRACE simulated pressure in PANDA drywell for ISP42, Phase A.


Figure 3: Approximate design of PCC heat exchanger with feed, drain and vent pipes. Drawing is not to scale.

designed to operate in a wide range of conditions including the presence of non-condensable gases of various concentrations. It has been observed experimentally in the PANDA facility that complex flow patterns seem to establish in the PCC heat exchanger when a light non-condensable gas (helium) is present on the primary side [6]. As these flow patterns had not been predicted by available models of the PCC, it was decided to investigate whether a more detailed model of the heat exchanger would be able to reproduce them. Therefore, a fine nodalization, taking into account the slight variation in length among heat exchanger pipes, was developed for the TRACE code. The model did, indeed, qualitatively reproduce the observed flow patterns but also suggested that unsteady flow patterns may develop when a heavy non-condensable gas (air) is trapped in the PCC. Thorough inspection of the experimental data shows indications of flow instabilities even though they do not correspond exactly to the simulated (PCCS). As shown in Figure 3, it consists of a heat

flow patterns, as exemplified in Figure 4 and Fig-

exchanger with a large number of vertical pipes

ure 5.

submerged in a pool of water located on the top

Concerning GOTHIC, based on the open literature

of the mock-up.

[7] and up to the experience collected at PSI [8],

Accurately simulating the PCC is necessary in order

the crudest approximation identified in relation to

to correctly predict the pressure and temperature

previous GOTHIC models of the PANDA large-scale

in the containment volume. Moreover, the PCC is

facility is the representation of the condensation

Figure 4: Experimental wall temperature at four axial locations in one PCC pipe from T1.2 experiment. Data show that temperature gradient spontaneously reverses, indicating that flow direction has reversed as well.

214

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011


Figure 5: TRACE simulated temperature gradient in one PCC pipe. The flow spontaneously reverses in a way that resembles the experimental observations.

process in the PCC tubes and of its coupling with the pool serving as final heat sink. Therefore, in order to challenge a stand-alone application of GOTHIC to this critical component

䔀 渀瘀椀爀漀渀洀攀渀琀Ⰰ  眀椀琀栀 猀琀攀愀洀 瀀氀甀洀攀

of PANDA, and highlight related benefits as well

䌀漀漀氀椀渀最 愀椀爀

as drawbacks, a detailed model of PCC HX (Heat eXchanger) and pool was set up. The developed nodalization shown in Figure 6 consists of volumes representing the horizontal upper drum,

䘀攀攀搀 氀椀渀攀

䄀 椀爀⼀栀攀氀椀甀洀  猀甀瀀瀀氀礀

a generic vertical pipe and the horizontal lower drum, with reasonable axial discretization. Primary

倀䌀 䌀   䠀堀

side volumes are thermally connected to the pool volumes, where a medium-fine level of details is applied. As part of the review conducted so far with regards

倀䌀 䌀   瀀漀漀氀

to available experimental data, it was found that a specific separate effect test in the PANDA facility (other than the integral large-scale ISP-42 experiment) was indeed conducted with the specific and

嘀 攀渀琀  氀椀渀攀

䐀爀愀椀渀  氀椀渀攀

dedicated objective to conceptually characterize the PCC HX component. This test, referred as IPSS (Innovative Passive Safety Systems) Test B-series, was therefore selected here to validate the above PCC HX model. As illustrated in Figure 7, GOTHIC capabilities permit to reproduce the natural circulation flow pattern promoting water evaporation at the surface, as well as the water temperature distribution in the pool. The pool heats up due to

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011

Figure 6: PCCS nodalization developed with the GOTHIC code. PCC HX tubes are discretized axially in 8 nodes (1D model), whereas PCC pool comprises 126 nodes (3D model, 3 x 3 x 14). Connections with other PANDA components are simulated as well.

215


Figure 7: Pool liquid temperature behaviour at steadystate conditions. Simulation of IPSS project Test B1 (pure steam at 3 bar).

倀漀漀氀 氀椀焀甀椀搀 琀攀洀瀀攀爀愀琀甀爀攀猀 ⠀倀䌀䌀 挀攀渀琀攀爀氀椀渀攀⤀ ㄀ 㔀 ㄀ 㐀

吀 攀洀瀀攀爀愀琀甀爀攀 嬀䌀崀

㄀ ㌀

䠀堀  戀漀琀琀漀洀

㄀ ㈀

䠀堀  琀漀瀀

㄀ ㄀ ㄀ 㤀㤀 㤀㠀

吀ⴀ氀椀焀 渀漀搀攀 㔀 吀ⴀ氀椀焀 渀漀搀攀 ㄀㐀 吀ⴀ氀椀焀 渀漀搀攀 㐀㄀ 吀ⴀ氀椀焀 渀漀搀攀 㘀㠀 吀ⴀ氀椀焀 渀漀搀攀 ㄀ 㐀 吀ⴀ氀椀焀 渀漀搀攀 ㄀㄀㌀ 吀ⴀ氀椀焀 渀漀搀攀 ㄀㈀㈀

倀漀漀氀 猀甀爀昀愀挀攀

㤀㜀 㤀㘀 㤀㔀

㈀

㐀

㘀

㠀

㄀

吀 椀洀攀 嬀猀崀

HX thermal power, with higher temperature close

available from PANDA [9]. Full spectrum of con-

to top of HX and an equilibrium value fixed by the

densation phenomena involving pure steam (at

saturation temperature at the surface.

several pressure levels: 3 bar, 6 bar and 9 bar) and

The simulation of also the primary side of PCC with

steam/gas mixture (with non-condensable gases

GOTHIC code allows calculating in-pipe condensa-

both heavier – air – and lighter – helium – than

tion phenomena typically grasped by 1D system

steam) have been analysed. According to the rec-

codes (e.g., TRACE). Benchmarks between codes

ommended built-in condensation model of GOTH-

are possible, and are currently underway on the

IC, a good matching with experimental exchanged

basis of single-component test experimental data

power has been obtained, as shown in Figure 8.

Figure 8: PCC thermal power at steady-state conditions (IPSS Test B1, pure steam at 3 bar). Contribution of lower drum is negligible.

倀䌀䌀 栀攀愀琀 氀漀愀搀 㘀

吀 栀攀爀洀愀氀 瀀漀眀攀爀 嬀欀圀崀

㔀 㐀 ㌀

䠀堀  琀漀琀愀氀 䠀堀  琀甀戀攀猀 䠀堀  氀漀眀攀爀 搀爀甀洀 䠀堀  甀瀀瀀攀爀 搀爀甀洀 䔀砀瀀攀爀椀洀攀渀琀

㈀ ㄀

㈀

㐀

㘀

㠀

㄀

吀 椀洀攀 嬀猀崀

216

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011


Figure 7: PCC heat transfer coefficient distribution. The condensation process terminates before the end of the tubes.

䠀攀愀琀 吀 爀愀渀猀昀攀爀 䌀 漀攀昀昀椀挀椀攀渀琀 搀椀猀琀爀椀戀甀琀椀漀渀 ㄀㠀 瀀爀椀洀愀爀礀 猀椀搀攀 瀀漀漀氀 猀椀搀攀

㄀㘀

㈀

䠀吀 䌀  嬀圀⼀洀 䬀 崀

㄀㐀

琀甀戀攀 眀愀氀氀

㄀㈀ ㄀ 㠀 㘀 㐀 ㈀

䠀

堀

甀瀀 瀀攀 琀甀 爀 搀爀 䠀 戀攀 ⴀ 甀洀 堀    琀甀 渀漀搀 戀 攀  攀 䠀 堀     ⴀ  渀 㠀 漀 琀甀 戀攀 搀攀  㜀 䠀   ⴀ  渀 堀  漀搀 琀甀 攀 㘀 䠀 戀攀 ⴀ 堀   渀 漀 琀甀 戀攀 搀攀  㔀 䠀   ⴀ  渀 堀  漀搀 琀甀 攀 㐀 䠀 戀攀 ⴀ 堀    琀甀 渀漀搀 戀攀 攀 ㌀ 䠀 堀     ⴀ  渀 氀漀 琀甀戀 漀搀攀 眀   攀爀 攀 ⴀ 渀 ㈀  搀 漀 爀 搀 氀漀 眀 甀洀  攀 ㄀ 攀爀 ⴀ    搀 渀漀 爀 氀漀 搀攀 眀 甀洀   ㌀ 攀爀 ⴀ  渀  搀 爀 甀 漀搀 攀 洀  ⴀ    ㈀ 渀漀 搀攀  ㄀

A slight overprediction of the condensation heat transfer can be pointed out, as the heat transfer

Assessment 2011 and Perspectives for 2012

vanishes a bit before the bottom of the tubes once all the steam in-flow is condensed. This is illus-

The planned literature reviews of system interac-

trated in Figure 9 that shows the axial distribution

tions and code coupling strategies have been car-

of the condensation heat transfer coefficient, pool

ried out and published during 2011. Also, a survey

boiling heat transfer coefficient and the thermal

of available experimental database, both at PSI and

conductance of HX walls.

externally, has been started and although this has not been completed yet, it has allowed to identify

National Cooperation

and select the PANDA ISP-42 experiment as first situation target. For this case, the development of models for the TRACE and GOTHIC codes was

The project is carried out in a close collaboration

initiated and preliminary verification and validation

between the Laboratory of Reactor Physics and

cases were analysed with both codes on a stand-

Systems Behaviour (LRS), the Laboratory for Ther-

alone basis.

mal-Hydraulics (LTH) and ENSI. Synergies with the

For 2012, the following work is planned:

Swiss federal polytechnic institutes ETHZ/EPFL are

❚ A comprehensive review of available experimen-

expected with the preparation and supervision of

tal facilities and datasets that may be of interest

relevant MSc and PhD theses.

for the project, including experiments carried out at PSI as well as externally, will be completed with

International Cooperation

as main objective to identify additional situation targets for validation of the coupled code system. ❚ M odels for GOTHIC and TRACE of the PANDA

At the international level, a strong collaboration on the topic of passive safety exists between PSI and AREVA. This vendor is currently carrying out an experimental program on a large-scale facility (INKA) representing primary and containment side of KERENA, a G-III+ reactor employing passive safety systems.

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011

facility will be finalized and validated with data from the ISP-42 experiments. ❚ T he development of a coupling scheme between

TRACE and GOTHIC will be started. ❚ A verification of the numerical coupling will be

conducted for selected simplified test cases.

217


The events in Fukushima and the subsequent sus-

Tests) Open Phase Comparison Report, NEA/

pension of the new-builds in Switzerland have led,

CSNI/R(2003)7, May 2003.

upon ENSI’s request, to a change in the fields of

[5]  M. Zavisca and S. Bajorek, Assessment of the

application for the PASSPORT project such as to

TRACE Reactor Analysis Code against Selected

focus more on processes inside the containment of

Panda Transient Data, in Proceedings of the

existing reactors instead of Gen III/III+ reactors as

14th International Conference on Nuclear En-

was previously planned. This decision has however

gineering (ICONE 14), Miami, FL, USA, July

no bearing on the development and validation of

17–20, 2006.

the methodology for the code coupling between

[6]  D. Paladino, O. Auban, M. Huggenberger, and

TRACE and GOTHIC. Therefore, at the time of writ-

J. Dreier, A PANDA integral test on the effect

ing, detailed specifications for future fields of ap-

of light gas on a Passive Containment Cool-

plication remain under preparation.

ing System (PCCS), Nuclear Engineering and Design, vol. 241, no. 11, pp. 4551–4561, No-

Publications

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41-11-20, 2011.

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CSNI/R(2003)6, May 2003.

Steady-State Tests, Test Report, PSI report TM-

[4]  D. Lübbesmeyer and S.N. Aksan, ISP42 (PANDA

218

42-97-04, December 1999.

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011


LINX Thin liquid film dynamics in a condensing and re-evaporating environment

Author and Co-author(s) D. Paladino, J. Dupont, G. Mignot, M. Andreani, H.-M. Prasser Institution

Paul Scherrer Institut

Address

CH-5232 Villigen PSI

Tel., E-mail, Internet address

+41 (0)56 310 43 73, domenico.paladino@psi.ch

Duration of Project

2010 to 2013

ABSTRACT

olution of a thin film would be computation-

The physical phenomena, occurring during

ally too expensive. Indeed, the thickness of

postulated accident scenarios in the contain-

the film, its velocity under transient conditions,

ment of a Light Water Reactor (LWR), associ-

the partition of the wall between wet and dry

ated with liquid film formation by steam con-

portions, the heat transfer between the struc-

densation and liquid film re-evaporation have

tures and the film, etc. are all variables which

safety relevance because they affect the over-

should be included in the physical models for

all containment pressure and the distribution

representing the basic phenomena of conden-

of gases (air, steam, hydrogen) as well as ra-

sation and re-evaporation. The main objectives

dioisotopes within the containment compart-

of the research program proposed here are to

ments. The heat/mass transfer processes asso-

advance the knowledge on liquid film dynam-

ciated with the flow of the liquid film in the

ics with condensation and re-evaporation phe-

wall are not properly addressed in most of the

nomena taking place and to develop physi-

LWR containment codes, including advanced

cal models suitable for improving advanced LP

Lumped Parameters (LP) codes, where the film

and CFD codes used for nuclear safety anal-

dynamics is treated in a very rudimental way

ysis.

using empirical parameters. Moreover, mech-

The LINX project effectively started in 2011. It

anistic treatment of film tracking is still diffi-

includes experimental and analytical investiga-

cult even within the two-fluid model approach

tions designed to advance the knowledge on

used in the modern Computational Fluid Dy-

thin liquid film dynamics under the effect of

namics CFD codes, as thin liquid film flow (and

condensation and re-evaporation phenome-

hold-up when the film is thinner than a cer-

na. The project is co-financed by PSI, ENSI and

tain limit), depends on surface irregularities

IRSN and the research findings represent the

and wetting dynamics, and the numerical res-

basis for a PhD program at ETHZ.

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011

219


Project introduction, background and goals

Since 2003, the Paul Scherrer Institut has contributed to the creation of experimental database suitable for the assessment of the computational tools used

Background

for nuclear safety analysis within the framework of

A nuclear power plant’s containment is the last

several international research projects. A list of the

barrier in preventing the release of radiological

projects with the type of investigations is presented

material to the environment. The analysis of ther-

in Table 1. For the sake of brevity, only the OECD

mal-hydraulic processes occurring in an LWR con-

SETH project, which provides the background to

tainment building under accident conditions is

the LINX project, will be discussed. The SETH proj-

very complex due to the fact that a large number

ect addressed the basic phenomena of gas mixture

of interrelated variables have to be taken into con-

transport, mixing, stratification, condensation, re-

sideration. For instance, BWRs and PWRs have spe-

evaporation, in the containment. These phenome-

cific differences in their design which have to be

na were induced by basic flow structures such as

properly accounted for. The complexity also lies in

plumes and jets, expected to form as break flow

the modelling of the physical phenomena that oc-

during a postulated LOCA or a severe accident.

cur during the evolution of a transient, e.g. jet and

To enhance the suitability of the SETH experimen-

plume (with positive or negative buoyancy), dif-

tal data to validate LP and CFD codes, the PANDA

fuse flow, mixing and stratification, transport in-

instrumentation has been upgraded by increasing

duced by density or pressure differences, conden-

the number of sensors for temperature and mix-

sation induced by a wall or the activation of safety

ture composition measurements, by implement-

systems, and re-evaporation phenomena. To ana-

ing 2D flow velocity measurement with a Particle

lyze the LWR containment behaviour during pos-

Image Velocimetry (PIV) system, and by upgrading

tulated design-basis and beyond-design-basis ac-

the auxiliary systems used to establish and control

cident scenarios, advanced LP and CFD codes are

the initial and boundary conditions. The SETH PAN-

being applied. Currently, one obstacle in the as-

DA experimental data have been used to assess

sessment and validation of computational tools is

the strengths and drawbacks of a large number of

the lack of adequate experimental data with re-

advanced computational tools (e.g. GOTHIC (PSI),

spect to the representation of the broad range of

CFX-4 (PSI), ASTEC (IRSN), GASFLOW (KIT), FLUENT

phenomena and scenarios that may occur in vari-

(JNES, US NRC, VTT, NRI), MARS (KAERI), COCO-

ous LWR containments during postulated accident

SYS (GRS)) in analyzing the basic phenomena tak-

conditions.

ing place in the PANDA tests.

Table 1: PSI projects for the ­creation of CFD-grade experimental database on containment thermal-hydraulics.

Project/type of investing.

Basic phenomena

OECD/NEA: SETH 2003–2007

Hydrogen stratification build-up, one phase plume, jets

PSI/ENSI/IRSN: LINX 2010–2013

Wall condensation/ re-evaporation

OECD/NEA: SETH-2 2007–2010

Hydrogen stratification break-up, one phase plume, jets

EU-ROSATOM ERCOSAMSAMARA: 2010–2014

220

Components

Fundamental

Systems

Scaled ­scenarios

Physical model development Spray, cooler heat sources From generic containment to different facilities

Spray, cooler, heat sources

OECD-NEA: HYMERES 2012–2015

Spray+ cooler; Diffuse flow by flow2 sprays, 2 heat structure ­interaction sources

Drywell-Wetwell; Steam generator Compartment.

Swissnuclear ESPF 2012-2013

Hydrogen concentration build-up

Spent fuel pool degradation

Hydrogen release rate as function of decay heat

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011


The analysis of SETH PANDA tests with condensation/re-evaporation

porization phenomena affected the mixture den-

The SETH PANDA Test 9bis and Test 21bis have

of PANDA produced a global inter-compartmental

been performed to observe the effects of conden-

flow transport [2].

sation phenomena on the evolution of gas mixing,

The two tests were analyzed at PSI using the

transport, and stratification into the containment.

GOTHIC code. For Test 9bis, generally good agree-

In these tests, the two upper vessels (~8 m height,

ment was obtained with respect to variables such

~4 m diameter) were interconnected by a large

as vent flow and steam concentration, as well as

diameter (~1 m) pipe. These two tests were con-

distribution of steam in both vessels. A larger dis-

ducted with different geometrical configurations.

crepancy between simulations and experiment

In particular, Test 9bis belonged to the «near wall

was observed, however, in the time history of the

plume- lower injection» series, i.e. the horizontal

gas temperature in the zone where the phenom-

steam injection was from a pipe with exit near the

ena of evaporating liquid film was taking place. It

vessel wall at an elevation of 1.8 m above the bot-

is conjectured that in the simulation, the velocity

tom of the vessel. Test 21bis belonged to the «Free

of the falling film was higher than in the experi-

plume» series, i.e. the vertical steam injection took

ment (the liquid film velocity was not measured in

place from a pipe with an exit in the centre at an

the experiment) and the calculated re-evaporation

elevation of 6 m above the bottom of the vessel.

rate was lower than in the experiment (Andreani

The tests showed major differences in the gas mix-

et al. 2009). As the models implemented in GOTH-

ing, transport and stratification phenomena. The

IC (which are based on general conservation equa-

steam condensation, liquid film formation and re-

tions) do not consider the detailed physics of thin

evaporation phenomena were basically the same

films, sensitivity studies were performed to clari-

in both tests.

fy the effect of the liquid film on the fluid cooling

At the start of the tests, the vessels were precondi-

and mixture transport. The conditions of Test 21bis

tioned with air at a specified pressure and temper-

were much more challenging to simulate due to

ature. Steam was injected at a specified flow rate

the specific facility configuration in this test. The

and temperature during the tests. The pressure of

correct prediction of condensation and re-evapo-

the vessels was kept constant during the tests by

ration phenomena was critical for the correct pre-

venting the air-steam mixture from the top of Ves-

diction of the overall gas flow transport between

sel 2. The condensation started with some delay

PANDA vessels. The extensive sensitivity analyses

with respect to the beginning of the tests. It ap-

on the effect of various parameters and models

proximately started when the steam partial pres-

resulted in identifying, through the observation

sure reached the saturation pressure in the vessel.

of the low temperature of the fluid flowing from

Since the steam was lighter than air, the filling of

one vessel to the other, the ultimate cause of the

the vessel due to the steam injection started from

dramatic discrepancies obtained with the recom-

the upper region toward the lower region; there-

mended models. These simulations showed that

fore, a gradient in the steam partial pressure was

the results were strongly affected by the repre-

formed over the vessel height. The condensation

sentation of the heat transfer processes between

took place at the walls of the vessels. The conden-

the wall and the liquid film. The PANDA Tests 9bis

sation formed a thin liquid film on the wall, which

and 21bis were also analyzed by other organiza-

is then moved by gravity toward the vessel lower

tions participating to the SETH project using oth-

region with lower steam partial pressure than in

er computational tools (e.g. ASTEC, GASFLOW,

the upper region (the filling of vessel with steam

MARS, etc.). The main conclusion from these ana-

did not reach the lower region due to stratifica-

lytical activities was that a better description of the

tion). This results in the steam becoming super-

film would be necessary to improve the predictive

heated and vaporized again. Hence, the vapor-

capabilities of the computational tools under the

ization was not driven by temperature differenc-

conditions that were realized in the PANDA tests.

sity, which in the multi-compartment geometry

es, but rather by partial pressure gradients. The vaporization caused a fast drop of the fluid tem-

The goals of LINX project

perature which could be measured with thermo-

Steam condensation, thin liquid film formation,

couples. Additionally, the condensation and va-

and re-evaporation phenomena can be expected

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011

221


to occur during the evolution of postulated acci-

ried out. This included the literature review on the

dents in LWR containment (e.g. not only as conse-

subject of liquid film dynamics (especially for the

quence of jet or plume under condensing condi-

range of parameters and conditions more directly

tions, but also during the spray operation or cooler

related to condensation and re-evaporation pro-

activation). The failure to analyze these phenome-

cesses) [3], [4], [5], the evaluation of various in-

na could lead to incorrect temperature predictions

strumentation techniques for the characterization

in the various regions of the containment during

of liquid film thickness [6], [7] and liquid film tem-

a LOCA scenario and to erroneous gas mixture

perature [8], the purchase of the selected instru-

composition (hydrogen, air, steam) predictions and

mentation, and the design and development of

containment pressure evaluations during a severe

components and auxiliary systems for the over-

accident scenario.

all experimental setup. The second program re-

In consideration of the above problems, PSI, IRSN

view meeting has been carried out at IRSN in Par-

and ENSI have launched a combined theoretical

is on September 15th 2011. The following sub-

and experimental research project whose goal is

sections provide further details on the work per-

to advance the knowledge on liquid film dynamics

formed in 2011.

in a condensing and re-evaporating environment. tal campaign are:

Visualization of steam condensation on a vertical glass plate

â?&#x161; The thickness and velocity of a liquid film run-

Visualization of steam condensation on a vertical

ning down an initially dry, temperature-con-

glass plate has been carried out through a series

trolled surface. Both average and instantaneous

of photographic images These observations en-

values are planned to be measured.

able us to gain a greater understanding of the ba-

The variables to be studied within the experimen-

â?&#x161; Condensation and re-evaporation rates as func-

sic physical phenomena involved. The left side of

tion of boundary conditions (gas concentrations,

Figure 1 shows the early stage of condensation,

wall temperature, pressure, wall inclination).

with formation of droplets. The right side of Fig-

â?&#x161; Characterization of the film dynamics leading

ure 1 shows a later stage, after the droplets co-

to the formation of dry patches, rivulets, iso-

alesced together to form larger drops. The photo

lated droplets as a function of boundary condi-

also shows the gravity-driven drop-departure from

tions and wetting characteristics of the surface

the original position, on an overall background of

material.

small drops. The conditions favorable for liquid

The data to be obtained will be used for develop-

film formation were not met in this test.

ing detailed models for liquid film under condensof the models will be carried on by implementing

Visualization of condensation, stripe and rivulet formation

them in the advanced Lumped Parameter (LP) AS-

A small scale facility, named LST (LINX Scoping

TEC code and by analyzing the experimental cases.

Test), has been designed and built to observe the

The ASTEC code is one of the codes used by IRSN

liquid film formation by condensation, the con-

for safety analysis.

densation-evaporation transition, and the re-evap-

Finally, it should be noted that besides the imple-

oration phase. The plate and liquid film surface

mentation in ASTEC, the findings from this work

temperatures were measured by thermocouples

should be suitable for the improvement of any ad-

and a long wave infrared camera, respectively.

vanced Lumped Parameter (LP) containment codes

Figure 2 shows a schematic of the LST facility. A

and CFD codes including GOTHIC.

stainless steel plate has been equipped on one side

ing/evaporating conditions. An initial evaluation

with two baths. The upper bath was filled with ice,

Work carried out and results obtained

while the lower bath was filled with water heated with an electric heater. Steam was injected in the upper region through a perforated tube. As the steam came in contact with the cold plate, con-

The LINX project was effectively started in the year

densation was observed. The condensate which

2011. In accordance with the project plan, the

wetted the surface could be described as the su-

initially foreseen preparatory work has been car-

perposition of growing droplets at the nucleation

222

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011


sites and falling drops and rivulets. Rivulets and falling drops move down across the region of separation between the cold and hot sections. In the re-evaporation region, the thin film is replaced by Droplets dry surfaces. Rivulets and droplets that have deDroplets tached from the wetted upper-part and flowed Drop

down over the hot section could disappear after some distance due to re-evaporation. The minimum wetting rate required to obtain a stable fallDrop Departure ing film was not reached in this experiment. Un-

Drop Departure

der these flow conditions non-uniformities occur, whose characteristics strongly depend on the wetting properties of the surface used. The infrared thermography of three different types of surface treatment (aluminum foil, stainless steel and black

linear flow rate, and plate surface properties, in

paint) showed that besides the wetting of the sur-

particular, the roughness and chemical properties

face, the surface emissivity characterization is es-

which affect the wettability. For example, in the

sential for thermal infrared measurements.

case of a low wettability surface like epoxy paint used in nuclear containment, developed films will

Evaluation of optimal measurement 足techniques for the LINX facility

be only observed at high linear flow rates; thus,

The most challenging measurement in these ex-

for numerous scenarios.

Figure 1: Visualisation of water vapour condensation on a vertical glass plate. Observation: Nonuniform liquid film. Drop wise condensation occurs on glass surfaces.

falling droplets and rivulets can also be expected

periments is the liquid film thickness. When the minimum wetting rate for an established film [9]

Figure 3: Condensate regime 足evolution and transitions in function of the water flow rate.

has not been reached, local inhomogeneous heat transfer is to be expected; however, these local heat transfer rates need to be evaluated as well. The formation of the falling droplets, the rivulets, and the liquid film are a function of the thermodynamic boundary conditions, which determine the

Figure 2: Visualization of the condensate in form of rivulets, static and dynamic droplets. a) LST facility schematic with thermocouple locations. b) Condensation to evaporation transition zone; image performed with a standard visible range camera. c) Droplets and rivulets re-evaporation on three different surfaces; images taken with a microbolometer long wave infrared camera. Observation: Droplets instead rivulets occur for low wettable surface. Temperature measurements are strongly affected by the surface emissivity.

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011

223

Drop


The observations made during the LST tests with

cannot be applied for a free falling condensate

insufficient flow rate for liquid film formation re-

film because they either affect the surface and

veal that the condensate presents, in this case, a

thermal properties of the plate or require a seeding

very fine partition of wet and dry surfaces. Figure

process. The latter solution is not applicable when

3 shows that the partition characteristics (drop-

mass transfer occurs between the liquid film and

lets, rivulets, film) are a function of the linear film

its surroundings

flow rate [9]. The linear flow rates corresponding to the transition between two regimes are related

Infrared cameras

to the contact angle defined as the equilibrium be-

Time resolved liquid film thickness point measure-

tween the surface tensions at the solid/liquid/gas

ments based on infrared absorption techniques

interface. The contact angle, and thus the transi-

have been performed [8]. Based on the same prin-

tion positions, is affected by the surfaceâ&#x20AC;&#x2122;s wetting

ciple, a concept for spatially resolved measure-

properties. Therefore, sensors based on wire-mesh

ments (2D) is being developed. To understand the

technology are not suitable for this application as

measurement principles, one needs to know, in

they need a well developed liquid film for optimal

detail, both liquid and vapour water absorption

performance and because they modify locally the

properties in the visible and infrared (IR) range.

surface wetting properties.

Figure 4 shows the relevant water optical prop-

Most of the currently developed experimental

erties for infrared measurements. Liquid water

techniques for film thickness measurement [6], [7]

shows very low absorption properties in the visible

Figure 4: Water optical properties of interest for the liquid and gas phases. The HITRAN [10] data base provides the necessary information for water vapour absorption calculations. The wavelength ranges for film thickness and temperature measurements are shown. Two narrow bands in the Near InfraRed (NIR) and one broad band in the mid-wave (MWIR) region are well suited for the desired measurements in accordance with the absorption, refraction and emissivity values.

224

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011


Figure 5: NIR absorption measurements performed at FLIR ATS production centre in Paris. The signal consists of a number of digital counts based on a 14 bits signal. Here a large water drop on a horizontal plate illuminated by a halogen lamp. A narrow band filter has been used.

spectrum of light, whereas it possesses adequate

will thus provide water film surface and dry area

absorption properties for free falling film thick-

temperatures. Consequently, information on local

ness measurements in the near-infrared (NIR) re-

heat transfer at the border between wet and dry

gion. Using a near-infrared light source and corre-

areas would be accessible. Particularly, when drop-

sponding wavelength detector allows for the light

let or rivulet regimes are dominant, the non-uni-

absorption measurement in pure water. The infra-

form heat transfer at the surface could be spatially

red absorption technique is required since no ab-

and temporally evaluated.

sorbing or fluorescent substances can be mixed with the condensate for measurement in the vis-

Experimental setup

ible range. Figure 5 shows an initial attempt to

The experimental setup is shown in Figure 6. The

measure water absorption in a plane (2D). We

SCARAB module (Study of Condensation And Re-

performed these tests with a NIR camera at the

evaporation for the Analysis of containment Be-

FLIR ATS production centre in Paris. Results show a

haviour) is currently being designed. This new facil-

good correspondence between the film thickness

ity aims at performing film tracking, film thickness,

and the photon count acquired by the camera.

and heat transfer measurements of free falling

In addition to a NIR camera, a mid-wave infra-

condensate film under condensation or re-evap-

red (MWIR) camera has been purchased for film

oration conditions at atmospheric pressure. This

and plate surface temperature measurements.

module is intended to be used in the LINX facility

For wavelengths ranging from 2.5 to 5.1 micro足

for future tests conducted under higher pressure.

meters, the water light absorption is so high that

The SCARAB experimental set up will be initially

only blackbody emissions from the film surface

used for new instrumentation development, vali-

would be detected. These thermal measurements

dation, and calibration.

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011

225


cally and thermally. A movable steam injector will be placed in the upper part of the module to create a high vapour concentration zone to be condensed on the upper part of the plate. The water injection system can be used in parallel with the steam condensation in order to artificially increase the film flow rate when required. An optical window will be installed for infrared measurements. Beside the IR light source, the MWIR and the NIR cameras, the rainbow technique which consists of circular concentric colored light sources and a visible range camera will be implemented. The rainbow technique allows for spatially resolved measurements of the water surface angle. The angle formed by the plate and the water surface has to be known in order to extrapolate, with precision, the film thickness from the absorption measurements. As shown on Figure 4, the refraction index of liquid water in the NIR region is bigger than one (air refraction index is close to one); therefore the angle has to be measured. Finally, a water film collector will be installed for condensate flow rate measurements. The water film collector will be movable to measure the film flow rates at various heights.

Design for the thermostatic plate The thermostatic plate is a central element of the Figure 6: Schematic of the SCARAB module designed to ­validate and calibrate the ­measurement ­technique and to ­perform a test series at ­atmospheric pressure.

SCARAB module which will be used simultaneously as a control device and as a measurement tool. This module consists of a closed system with a

Its first purpose is to control the plate surface tem-

central plate and a porous wall film «doping» in-

perature vertical profile, while ensuring a uniform

jector surrounded by insulating materials. Behind

surface temperature. Temperature fluctuations

the plate there is a temperature control system

can be minimized by choosing the correct spacing

for the plate and where the film «doping» wa-

between the pipes and pipe arrangement, Figure

ter supply will be installed. A transparent hous-

7 right. The second purpose is to perform temper-

ing, which will enable direct observations, will be

ature measurements, for the performance of an

fixed on the front side, sealing the system hermiti-

energy balance in the coolant, and heat flux point

Figure 7: Design and simulations performed for best designed temperature controlled element. The film flows down the x axis. The special pipe arrangement allows for a low temperature fluctuation across the plate’s surface compared to the difference between the inlet and ­outlet temperatures inside the pipe.

226

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011


measurements in the plate (thermocouple array).

vestigations addressing condensation/evaporation

The optimization of the cooling element has been

and liquid film transport phenomena in contain-

done by simulating different designs and flow con-

ment have strong synergies with the ongoing EU-

ditions with ANSYS/FLUENT code, Figure 7 right.

ROSATOM ERCOSAM-SAMARA projects (2010–

The selected final design is expected to give a ho-

2014) (Table 1) which see the participation of sev-

mogeneous surface temperature distribution. The

eral European, Russian and Canadian Organiza-

machined element, Figure 7 left, underwent a sur-

tions and from which PSI is the Project Coordina-

face treatment to ensure a good diffuse emission

tor. These investigations will also have strong con-

of the IR radiation. As it has been done already

nections with the foreseen OECD/NEA HYMERES

with one of our previous designs, the surface tem-

project (Table 1) (2012–2015) in which PSI will be

perature will be measured with a thermal infrared

an Operating Agent.

camera and the surface temperature distribution will be compared to the calculations. The energy balance can be performed on the whole cooling block as well as in each channel

Assessment 2011 and Perspectives for 2012

separately. For temperature surface and heat flux point measurements, small thermocouples arrays

The challenging tasks defined for the first year of

inserted from behind the plate, similar to those

the project have been completed and the project

used by Peterson [3], are under development.

is on the right track. The literature review, focused

These global and local measurements will be then

on measurement techniques used for the charac-

correlated with the thermal mid-wave imaging.

terization of the liquid film in a condensing and reevaporating environment, has been completed and

Provisional test matrix

methods to be used were identified and tested in

The main parameters to be varied during the test

scoping tests. The review of the ASTEC code mod-

campaign are the thermodynamic boundary condi-

ule for the treatment of condensation in contain-

tions (plate temperature profile, gas mixture com-

ment will be performed in 2012. The design of the

position, pressure) to vary the condensation rate

experimental module SCARAB is in progress and

and the plate surface properties (roughness, wet-

will be completed in 2012. The construction of the

tability) to vary the dynamics of the falling film.

SCARAB module, including the assembly of rele-

Among all the foreseen surface treatments, the use

vant instrumentation, will be completed in 2012.

of real containment paint is planned to ensure an

The experimental series on liquid film dynamics in

accurate reproduction of condensation/re-evapora-

a condensing and re-evaporating environment, for

tion processes encountered in a real containment.

nearly atmosphere pressure are planned for 2012.

National Cooperation

Acknowledgements

The project is carried out in collaboration with ETH

The authors gratefully acknowledge Dr. Ahmed

Zurich as a PhD program under the supervision of

Bentaib from IRSN for reviewing the work report-

Prof. H.-M. Prasser. In addition, the research inves-

ed in this report.

tigating the condensation/evaporation, liquid film transport phenomena in a nuclear power plant containment have synergies with the ESFP (Exper-

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The LINX project is performed with the participa-

[2] M. Andreani, D. Paladino and T. George, Sim-

tion of IRSN in France. Moreover, the research in-

ulation of basic gas mixing tests with conden-

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011

227


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228

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011


Code Assessment Program for MELCOR1.8.6 Author and Co-author(s)

Jon Birchley, Leticia Fernandez-Moguel and Bernd Jaeckel

Institution

Paul Scherrer Institut

Address

5232 Villigen PSI

Tel., E-mail, Internet address +41 (0)56 310 27 24, jonathan.birchley@psi.ch, http://www.psi.ch/ Duration of Project

March 3, 2009 to February 21, 2012 (3 years)

ABSTRACT

Zusammenfassung

The MELCOR code developed at Sandia Na-

Das MELCOR-Programm, entwickelt von den

tional Laboratories (SNL) for the USNRC is used

Sandia National Laboratory für die USNRC, ist in

in Switzerland for analysis of severe accident

der Schweiz als das bevorzugte Programm für

transients in light water reactors. One area of

die Analyse von schweren Unfällen vom einlei-

concern is that of air ingress, which can lead

tenden Ereignis bis zur Freisetzung von Spaltpro-

to accelerated fuel degradation and enhanced

dukten in die Umgebung anerkannt. Ein Gebiet

release of fission products, especially the highly

von internationalem Interesse ist das Thema des

radiotoxic ruthenium. Existing oxidation mod-

Lufteinbruchs, welcher zu einer beschleunig-

els do not fully represent all the relevant phys-

ten Kernzerstörung und einer erhöhten Freiset-

ical processes, and cannot be guaranteed to

zung von Spaltprodukten führen kann, speziell

be conservative. A new model has been devel-

von stark radiotoxischem Ruthenium. Verifizie-

oped at PSI which captures the essential fea-

rungen von Programm-Modellen zur Oxidation

tures of initial parabolic (protective) kinetics,

von Zirkaloy haben gezeigt, dass der momen-

the transition to linear (breakaway) kinetics.

tane Stand der Programme nicht alle relevan-

The model has undergone developmental as-

ten physikalischen Prozesse zur Zufriedenheit

sessment against data from separate effects

beschreibt und deshalb die Konservativität der

experiments carried out at KIT. Implementa-

Ergebnisse nicht unter allen Umständen garan-

tion into the SCDAP and MELCOR codes has

tiert werden kann. Am PSI wurde deshalb ein

been performed, and assessment against in-

Modell entwickelt, welches die Oxidation von

dependent separate-effects and integral data

Zirkaloy-4 an Luft beschreibt, basierend auf Ex-

is in progress. In parallel, PSI are participating

perimenten des Karlsruhe Institute of Technolo-

in the OECD Sandia Fuel Project (SFP), in which

gy. Dieses Modell befindet sich in der abschlies-

a series of experiments is being performed by

senden Verifizierungsphase. Zusätzlich zu die-

SNL using prototypic materials and full-scale

sen Experimenten ist das PSI auch eingebun-

fuel assemblies arranged in a simulated dried-

den in das OECD Sandia Fuel Project (SFP), wel-

out storage pond. The project is providing high

ches in einer Serie von Experimenten Daten lie-

quality data with which to assess the capabil-

fert über das Verhalten von proto­typischen Ma-

ity of models to simulate the air oxidation and

terialien in einem trocken gefallenen Lagerbe-

its potential to trigger a self-propagating fire in

cken für abgebrannte Brenn­elemente. Dieses

an uncovered spent fuel pond. The PSI model,

Versuchsprogramm wird von SNL durchgeführt.

when implemented into MELCOR, will be as-

Es wird qualitativ und quantitativ hervorragen-

sessed against the SFP data.

de Daten liefern für die Verifizierung des am PSI entwickelten Oxidationsmodells. Nach der Implementierung des Modells in MELCOR können diese Versuchsdaten zur Verifizierung herangezogen werden.

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011

229


Project Goals

Work Carried Out and Results Obtained

The safety impacts of air ingress on nuclear fuel elements at high temperature have been studied

This section is divided into two parts. The first

for many years, in accident situations involving

presents a status of modelling activities during

failure of the reactor pressure vessel (RPV) lower

the first year of the present PSI-ENSI collabora-

head, shutdown conditions with the upper head

tion [11], which concentrate mostly on its imple-

removed [1] and with, or in spent fuel ponds after

mentation in MELCOR and SCDAP/Sim, the lat-

accidental loss of coolant [2]. The presence of air

ter to enable validation against PARAMETER-SF4,

can lead to accelerated oxidation of the Zircaloy

an air ingress experiment. The second part pres-

cladding compared with that in steam, owing to

ents an overview of the SFP project, the experi-

the faster kinetics, while the 85â&#x20AC;&#x2030;% higher heat of

ments planned therein and the sought-for results.

reaction drives this process further. Air ingress is

An indication is given of further work that could

typically associated with poor heat transfer; the

be carried out, including a possible generalisa-

combined effect of these factors can give rise to an

tion of the model to advanced cladding materi-

increased rate of core degradation. Furthermore,

als such as ZirloTM and M5TM, that feature in cur-

the exposure of uranium dioxide to air at high tem-

rent new reactors.

peratures can lead to increased release of some fission products [3]. The situation is kept under continual review, with experimental and modelling

Part 1: Air oxidation modelling

studies performed, notably within the European Union Framework SARNET project [4], and the In-

Review of state of knowledge

ternational Source Term Programme (ISTP) [5], in

Experimental Activities

which PSI takes part.

The last formal reviews of activities in the experi-

The MELCOR code is the major tool in use in Swit-

mental area was presented at ERMSAR2008 [12],

zerland for analysis of severe accidents in light

and TOPSAFE2008 [13]. The status of studies con-

water reactors, from initiating events through to

tinuing since then has been regularly reported in

potential release of radionuclide fission products

the present series of annual progress statements.

to the environment. Version 1.8.6 [6] is now es-

During the last year further separate effects exper-

tablished as the current production version while

iments have been performed at KIT [14], concen-

MELCOR 2.1 is still undergoing assessment. Use

trating on nitriding of homogenised alpha-Zr(O).

of MELCOR is backed-up by SCDAP-based codes

The latest air ingress bundle transient experiment,

[7], [8], for more detailed treatment of thermal

QUENCH-16, was performed in July 2011[15]. It

hydraulics and core degradation. The air ingress

comprised a comparatively minor degree of pre-

model is being implemented in both MELCOR and SCDAP/Sim. The present three-year project running from 2009 to 2012 comprises two complementary activities being pursued in tandem. The first of these is a continuation of the previous PSI-ENSI collaboration [9]. The model is being implemented in MELCOR to enable simulation of integral experiments and plant or spent fuel transients. In the second activity PSI is participating in the OECD Sandia Fuel Project (SFP) [10], which will provide a prototypic dataset under large scale fuel pond loss of coolant conditions for validation of MELCOR code and air oxidation models. The intended result is an improved tool for plant and fuel pond simulation to support PSA investigations and source term studies.

230

Figure 1: Sample results of QUENCH-16, indicating the main phases of the experiment, the thermal response during air ingress and the oxidation excursion during reflood.

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011


Figure 2: Thermal response in upper elevations of bundle during PARAMETER-SF4 air ingress phase. Change in slope indicates onset of local oxygen starvation.

oxidation in steam, followed by a low flow rate of air leading to an extended period of oxygen starvation, in order to examine the interaction between nitrogen with the pre-oxidised bundle. The experiment conduct and results are ilustrated in figure 1. QUENCH-16 thus complemented the earlier experiments CODEX-AIT [16], QUENCH-10 [17] and PARAMETER-SF4 [18]. Collectively these experiments examine the effect of air covering the whole spectrum from very low to high levels of preoxidation. A clearly exhibited feature of QUENCH-16 is nitriding of the cladding, particularly in the upper eleva-

Figure 3: Thermal response in ­lower elevations of bundle during PARAMETER-SF4 air ­ingress phase. Change in slope indicates onset of local oxygen starvation.

tions which were most strongly affected by the oxygen starvation. The oxygen starvation and nitriding lasted about 850 s and may have been the driving force for the strong oxidation excursion during reflood, which did not occur in QUENCH-10 where the starvation period was very short. Pretest analytical support to QUENCH-16 was provided by PSI, using SCDAP/Sim and MELCOR, EDF using MAAP-4 and GRS using ATHLET-CD. Preliminary post-test analyses have been performed [19].

Current status of model development Validation of the PSI model has continued. A full Figure 4: Oxygen consumption ­during PARAMETER-SF4 air ingress phase. Base case, S1 and S2 used the PSI model and kinetic ­parameters; S3 and S4 used the Benjamin ­correlation (MELCOR default parameters) in conjunction with the PSI model.

implementation in a developmental version of SCDAP/Sim has been successfully completed by Innovative Software Services (ISS). The new code version has been used for further post-test analyses of PARAMETER-SF4 [20, 21] successfully reproducing the air ingress thermal transient (figures 2, 3) and oxygen consumption (figure 4). The same version is also being used for the analysis of QUENCH-16, currently in progress. In parallel with the above work, the model has been implemented into a special version of MELCOR 1.8.6 by the Russian Academy of Science (RAS). The model is identical to the one success-

Figure 5: Verification of PSI ­model implementation in MELCOR 1.8.6: Sample problem comparison for hydrogen production ­during steam oxidation.

fuly implemented in SCDAP. A trial version was provided to PSI for verfication of the implementation. Verification of the model as applied to oxidation in steam has been successfuly carried out, as shown in figure 5. However, the features needed to simulate the heater rods in QUENCH and PARAMETER are not included in this version and so the model cannot yet be fully validated within the MELCOR code. Efforts to rectify this deficiency are in progress. An initiative is being planned within the European Framework SARNET-2 Programme to per-

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011

231


form a benchmark exercise using the air ingress

Figure 6: Reaction in different atmospheres at 1200 °C: from top (i) bare Zry in nitrogen, (ii) pre-oxiddised Zry in nitrogen, (iii) oxygen-stabilised -Zry, (iv) bare Zry in oxygen, (v) pre-oxidised Zry in air, (vi) bare Zry in air.

experiments QUENCH-10 and -16. The aims of the exercise are to compare the various air oxidation models that have been developed and implemented by PSI, GRS and IRSN, and to assess the improved capabilities compared with previously existing models.

Potential model extensions It was mentioned previously that results of separate-effects tests performed at FZK and IRSN also show a dependence on cladding type of oxidation in steam, oxygen and air. There is therefore a case Figure 7: Calculated and measured cladding temperatures at the 3150 mm elevation. The ignition suggests a breakaway process.

for extending the model to other zirconium-based cladding alloys. QUENCH-16 shows clearly the role of nitrogen, not only as a catalyst for the oxidation, but also

Figure 6: Reaction in different atmospheres at 1200 °C: from top (i) bare Zry in nitrogen, (ii) pre-oxidised Zry in nitrogen, (iii) oxygen-stabilised α-Zry, (iv) bare Zry in oxygen, (v) pre-oxidised Zry in air, (vi) bare Zry in air.

as an active ingredient . This observation, together with findings from separate effects tests [14] show that formation of zirconium nitride (ZrN) occurs in the absence of oxygen and is particularly strong if the cladding has been preoxidised. The extent of nitriding is illustrated in figure 6. The Zrnitrogen reaction is exothermic, although not as much as the oxidation. ZrN appears to be susceptible to breakaway, and also reacts exothermically

Figure 8: Calculated and measured oxygen partial pressure at the assembly outlet, showing sudden increase in consumption.

with steam during reflood. There is a case for extending the model to include this reaction. However, the kinetics of this reaction and competition with the oxidation are unclear; the task would be challenging.

Part 2: OECD SFP Project The OECD SFP project comprises two large scale experiments on full length, commercial 17 × 17 pressurized water reactor (PWR) fuel assembly mock-ups to provide data for the severe accident Figure 9: Calculated and measured downward propagation of flame front in fuel bundle; the change in slope in the experiment is attributed to disruption of geomtery.

codes. There are also complementatry tests on properties of cladding materials. The first full scale experiment was performed in March 2011, on a single fuel assembly allowed to heat up under simulated decay heat in a naturally convecting flow of dry air. The heating took place very slowly over a period of about 12 hours, until a maximum temperature of about 1150 K when oxidation began to occur near the top of the bundle. Locally the temperatures increased more rapidly and almost all of the oxygen was consumed. The change in temperature slope and rapid in-

232

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011


crease in oxygen consumption suggests a possi-

the Cooperative Severe Accidents Research Pro-

ble breakaway oxidation process. The flame front

gramme Agreement (CSARP) between ENSI and

slowly propagated downward, reaching the bot-

USNRC, and close contact is kept with the MEL-

tom of the bundle after about a further 6 hours.

COR developers at Sandia National Laboratories

There was insufficient oxygen to consume all the

(SNL) regarding code maintenance, development

metallic cladding during this downward propaga-

and use. PSI obtains the SCDAPSIM code, main-

tion, and burning continued for about 4 days at a

tenance and user support via a licence agree-

low air flow rate.

ment with ISS, Idaho Falls, USA. SCDAPSIM is a

Figure 7 shows the measured and calculated tem-

derivative of SCDAP/RELAP5 formerly supported

perature histories in the upper part of the bundle,

by the USNRC. Access to data from the OECD

showing excellent agreement for the initial heat

SFP project is obtained under the terms of the

up and ignition. Figure 8 compares the consump-

project.

tion of oxygen, via the outlet partial pressure; the measured residual oxygen is believed to be due

Assessment 2011 and Perspectives for 2012

to bypass of the air through cooler locations. The

Progress has continued, with implementation into

downward flame propagation rates is shown in

special versions of MELCOR and SCDAP/Sim, and

figure 9, again showing good agreement until a

assessment using data from air ingress experi-

departure at about 15 hours, believed to be due

ments. Detailed assessment and refining of the

to the effect of disruption of the flow paths due

model continues into 2012.

to the heater rod degradation.

A benchmark is planned within the European Framework SARNET-2 Programme using the air in-

National Cooperation

gress experiments QUENCH-10 and -16. The aims of the exercise are to compare the various recently developed air oxidation models, and to assess the

This project does not involve cooperation with oth-

improved capabilities compared with previously

er Swiss projects.

existing models. The second large scale test in the SFP project will

International Cooperation

examine radial progression of a flame across adjacent bundles. It will examine also the impact of rod pressurisation and the consequent cladding

Cooperation with organisations within European

deformation on the flame propagation analysis

countries and Canada generally was performed

of the SFP experiments will continue. The new

under the auspices of SARNET [4] which finished

model, when fully assessed in MELCOR 1.8.6 will

at the end of September 2008. The 7th Framework

be implemented in a mainstream version of MEL-

follow-on project, SARNET2 started early in 2009

COR 2.

and continues for another 4 years. There is a close

Possible further developments are inclusion of the

technical link between work packages WP5 (core

formation of ZrN and its reaction with steam.

behaviour and cooling) and WP8 (source term), via the potential impact of oxygen on ruthenium volatility. The ongoing QUENCH programme is sup-

Publications

ported also by the German Nuclear industry to address oxidation issues arising from the switch to

❚ J . Birchley and L. Fernandez-Moguel, Simulation

improved cladding alloys.

of Air Oxidation during a Reactor Accident Se-

Access to data from the MOZART programme of

quence: Part 1 – Phenomenology and Model de-

separate-effects tests at IRSN Cadarache, France,

velopment, Ann. Nucl. Energy, 40, 163–170, Jan-

is obtained through PSI membership of the In-

uary 2012.

ternational Source Term Programme which pro-

❚ L . Fernandez-Moguel and J. Birchley, Simulation

vides access to results of those IRSN experiments

of Air Oxidation during a Reactor Accident Se-

which are not encompassed within SARNET2.

quence: Part 2 – Analysis of PARAMETER-SF4

The MELCOR code and early access to the re-

Air Ingress Experiment using RELAP/SCDAPSIM,

sults of USNRC programmes are obtained under

Ann. Nucl. Energy, 40, 141–152, January 2012.

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011

233


❚ L. Fernandez-Moguel, Analytical support to air

Acknowledgements

ingress experiment QUENCH-16, 17th International QUENCH Workshop, Germany, Karlsruhe

The authors gratefully acknowledge M. Stein-

Institute of Technology, November, 2011.

brueck from KIT, Germany, and C. Duriez from

❚ J. Birchley, Air oxidation of Zircaloy: Phenomenol-

IRSN, Cadarache, France, for providing valuable

ogy and modelling, 17th International QUENCH

information on their experimental and modelling

Workshop, Karlsruhe Institute of Technology,

programmes on air ingress, and for giving permis-

Germany, November, 2011.

sion for their illustrations to be used in this report.

❚ B. Jaeckel, Spent Fuel Pool Behaviour under Se-

Thanks are due to staff from IBRAE for invaluable

vere Accident Conditions, CSARP Meeting,

technical input and to USNRC for the most help-

Bethesda, Maryland, USA, September 2011.

ful initiative concerning model implementation.

❚ B. Jaeckel, Post Test Calculation for SFP Phase

1 Cell 2 Experiment, TM-42-11-21, December 2011.

Nomenclature

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Atomergia Kutatotintezet

ANL

Argonne National Laboratories

CSARP

Cooperative Severe Accident Research ­Programme

EdF

Electricité de France

ERMSAR

E uropean Review Meeting on Severe ­Accident Research

EU

European Union

GRS

esellschaft für Anlagen und G ­Reaktorsicherheit

IRSN

I nstitut de Radioprotection et de Sûreté ­Nucléaire

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ISS

Innovative Software Services

ISTC

International Science and Technology Centre

ISTP

International Source Term Programme

KIT

Karlsruhe Institute of Technology (formerly FZK)

PSI

Paul Scherrer Institute

PWR

Pressurised Water Reactor

RAS

Russian Academy of Science

SARNET

Severe Accident Research Network

als – Version 1.8.6, USNRC NUREG/CR 6119

SNL

Sandia National Laboratories

Rev. 3, SAND2005-5713, Sandia National

USNRC

United States Nuclear Regulatory ­Commission

VVER

Vodo-Vodyanoi Energetichesky Reactor (Russian PWR)

cident Research NETwork) Network of Excellence, in the EU 6th Framework programme «Nuclear Fission: Safety of Existing Nuclear Installations», contract number FI6OCT-2004-509065, 2004. [5] B. Clément and R. Zeyen, The Phebus Fission Product and Source Term International Programmes, Proc. Int. Conf. on Nuclear Energy in New Europe 2005, Bled, Slovenia, 5–8 September, 2005. [6] R. O. Gauntt et al., MELCOR Code Manu-

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234

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ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011


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OECD NEA Projekt SFP, ENSI-PSI MELCOR As-

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[12] M. Steinbrueck, M. Grosse, L. Sepold, J. Stu­

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ckert, J. Birchley, T.J. Haste, A.V. Goryachev,

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Z. Hózer, N. Vér, A.E. Kisselev, M.S. Veshc-

air ingress experiment QUENCH-16, 17th In-

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Karlsruhe Institute of Technology, 22–24 No-

Quench Behaviour of Zircaloy-4 and E110

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SAR-2008), Nesseber, Bulgaria, 23–25 Sep-

dent Sequence: Part 1 – Phenomenology and

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Model development, Ann. Nucl. Energy, 40,

Cladding Alloys, The

3rd

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163–170, January 2012.

J. Stuckert, Comparison of the Severe Ac-

[21] L. Fernandez-Moguel and J. Birchley, Simula-

cident Behaviour of Advanced Nuclear Fuel

tion of Air Oxidation during a Reactor Acci-

Rod Cladding Materials, Proc. TOPSAFE, Du-

dent Sequence: Part 2 – Analysis of PARAME-

brovnik, Croatia, 30 Sept.–3 Oct. 2008, Eu-

TER-SF4 Air Ingress Experiment using RELAP/

ropean Nuclear Society, ISBN 978-92-95064-

SCDAPSIM, Ann. Nucl. Energy, 40, 141–152,

06-5, 2008.

January 2012.

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011

235


ARTIST II Aerosol Trapping in the Steam Generator

Author und Co-author(s) T. Lind, D. Suckow, A. Dehbi, S. Güntay, S. Danner, S. Deshpande Institution

Paul Scherrer Institut

Address

5232 Villigen PSI, Switzerland

Tel., E-mail, Internet address +41 (0)56 310 21 11, terttaliisa.lind@psi.ch, www.psi.ch Duration of project

September 1, 2008 to August 31, 2011

ABSTRACT

tut (PSI) established an international cost share

A steam generator tube rupture (SGTR) in a

project called Aerosol Trapping In a Steam

pressurized water reactor (PWR) has a poten-

Generator (ARTIST), with a continuation proj-

tial of causing release of radioactivity into the

ect ARTIST II. In ARTIST II, experimental and

environment due to the possibility of the ra-

analytical work were carried out to comple-

dionuclides by-passing the containment. The

ment the work carried out in ARTIST. The main

release may take place as droplets of primary

topics of ARTIST II were:

coolant containing dissolved iodine during de-

❚ determination of aerosol retention in the

sign basis accident phase, or as aerosols (par-

break vicinity where most of the retention

ticles and gas phase compounds) containing fission products if the accident develops into a

takes place ❚ determination of the aerosol retention in

severe accident.

the flooded steam generator secondary side,

For severe accidents, generally, no credit is

and improvement of the existing models for

taken for the retention of aerosols inside the

pool scrubbing to be applicable to flooded

steam generator, and consequently, the re-

bundle conditions

lease fraction of the activity associated with

❚ determination of the droplet retention in the

SGTR may be overestimated. In addition, un-

steam generator dryer and the effect of the

der design basis accident conditions in the dry

droplet size on retention.

steam generator secondary side with no recir-

In addition, several topics were investigated

culation, no data exist for droplet retention.

as PhD work: i) determination of particle ag-

Therefore, no retention of radioactivity in the

glomerate break-up upon impaction, ii) parti-

steam generator secondary side may be ac-

cle transport in turbulence, both analytical and

counted for under these conditions.

experimental approaches, and iii) determina-

Based on the need for aerosol and droplet re-

tion of flow hydrodynamics in tube bundles.

tention data during a Steam Generator Tube

In this report, we present the main conclusions

Rupture (SGTR) accident, Paul Scherrer Insti-

from the ARTIST II project.

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011

237


Project goals

ect ARTIST II was initiated to address issues raised in the ARTIST project, and investigate certain phe-

Despite improvements in steam generator (SG)

nomena not addressed in ARTIST. ARTIST Project

design, manufacturing and modes of operation,

showed that significant aerosol retention takes

SG tube rupture (SGTR) events occasionally occur

place inside the steam generator. ARTIST II proj-

during PWR operation, which underlines the need

ect concentrates on topics that needed more at-

to pay particular attention to SGTR sequences. A

tention based on the results of the ARTIST project,

particular safety challenge arises from an SGTR in

as well as on analytical work for application of the

combination with other failures, e.g., a stuck-open

experimental data to the assessment of the source

safety valve, in which case the released radioactiv-

term from the SGTR incidents.

ity by-passes the containment and the release to

The most important topics in the ARTIST II proj-

the environment may be significant. The scenario

ect were:

may develop into a severe accident in which case

❚ determination of aerosol retention in the break

a core melt may occur and the radioactive fission

vicinity; both analytical and experimental work

products can be transported to the environment.

as well as model development for calculation of

Sequences of this kind are referred to as contain-

the retention

ment bypass and, despite their low probability,

❚ determination of the aerosol retention in the

represent a significant or even dominant contribu-

flooded steam generator secondary side; exper-

tion to the overall public risk.

imental and analytical work as well as improve-

The release of radioactivity during SGTR may take

ment of the existing pool scrubbing models to

place as droplets of primary coolant containing dis-

be applicable to flooded steam generator sec-

solved iodine during design basis accident (DBA)

ondary side conditions

phase, or as aerosols (particles and gas phase com-

❚ determination of the droplet retention in the

pounds) containing fission products if the accident

steam generator dryer and the effect of the

develops into a severe accident. For severe acci-

droplet size on retention under design basis ac-

dents, generally, no credit is taken for the reten-

cident conditions.

tion of aerosols inside the steam generator. However, ARTIST experiments showed that considerable retention of aerosols takes place under SGTR conditions. Consequently, the release fraction of

Work carried out and results obtained

the activity associated with SGTR will be overestiunder design basis accident conditions in the dry

Aerosol retention in the dry steam ­generator

steam generator secondary side with no recircula-

The aerosol retention is the net effect of particle

tion, no data exist for droplet retention. Therefore,

deposition and release. Particle deposition by iner-

no retention of radioactivity in the steam genera-

tial impaction and turbulent deposition can be cal-

tor secondary side may be accounted for under

culated if the flow field is known. However, in the

these conditions.

presence of the high flow velocity and the com-

Based on the need for aerosol and droplet reten-

plex steam generator secondary side structures,

tion data during an SGTR, Paul Scherrer Institut

the flow field cannot be accurately simulated using

(PSI) has built a model steam generator called ART-

present tools. In addition, due to high flow veloci-

IST (Aerosol Trapping In a Steam Generator), which

ties, particle bounce from the tube surfaces and re-

allows the gathering of data both at the separate

suspension of the deposit layers play a significant

effect and integral levels, as well as simulation of

role. Therefore, experimental determination of the

selected accident management procedures [i]. The

aerosol retention is necessary.

ARTIST facility is a scaled-down model of the FRA-

Aerosol retention inside the steam generator can

MATOME 33/19 type SG in operation at the Swiss

be described by a decontamination factor DF

power Plant Beznau (KKB).

which is defined as the aerosol particle mass flux

mated if no retention is accounted for. In addition,

An international collaboration project ARTIST was

at the steam generator inlet MFaerosol,inlet divided

carried out in 2002–2007 to perform SGTR-relat-

by the mass flux at the steam generator outlet

ed tests in the ARTIST facility. A continuation proj-

MFaerosol,outlet:

238

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011


3

Projekt XY

MFaerosol ,inlet

MFaerosol ,outlet

=

C aerosol ,inlet

C aerosol ,outlet

×

Q gas ,inlet

Q gas ,outlet

(1)

Here Caerosol,inlet is the aerosol mass concentration at the steam generator inlet and Caerosol,outlet the aerosol mass concentration at the SG outlet, Qgas,inlet and Qgas,outlet are the gas flow rates at the

Stk =

DF, filter DF, OPC

Cc ρ p d p2U g 9µD j

DF [inlet / outlet]

DF =

SG inlet and outlet, respectively. Aerosol deposition in the steam generator under dry conditions was found to be significant. Aerosol

10:00

11:00

12:00

13:00

14:00

15:00

16:00

time [hh:mm]

retention took place both inside the steam generator tube and in the bundle after the aerosol particles were released from the broken tube in the

Dry bundle Dry bundle, different break geometries

high velocity jet. Aerosol retention inside a steam generator tube tube or straight tube), particle concentration and on the particle type (liquid or solid). It was highly

DF, filter DF, OPC

DF

was found to depend on the tube geometry (U-

DF [inlet / outlet]

dynamic, with periods of high retention and lower retention. As analytical investigations have shown [ii] that at the test conditions, in the 9 m long straight tube, all the particles would be deposited on the tube walls by turbulent deposition, it can be concluded that particle bounce and resus-

0.01

0.1

1

Stk

10

pension play a significant role in determining the aerosol retention inside the tube. This is shown in Fig. 1 for a U-tube where DF increases in the be- Here Cc is the slip correction factor, p particle den10:00 12:00 13:00 sity,14:00 diameter, U16:00 dp particle 15:00 ginning of the test due11:00 to deposit formation inside g gas velocity, μ gas visthe tube, and then decreases rapidly duetime to the re- cosity and Dj the jet diameter. [hh:mm] lease, or resuspension, of the deposit. Even after

Resuspension and bounce were significant in the

the presumed deposit release, significant aerosol

tubes closest to the tube break, seen as total-

retention takes place as the DF stays well above

ly particle-free areas on the tube surfaces facing

one for the whole test.

the break, Fig. 3. In these areas, particle velocities

Highest aerosol retention potential was measured

were too high for deposition, and after hitting the

in the bundle area in the vicinity of the tube break

tubes, particles bounced off and were carried with

where a high velocity jet is released from the break

the flow further into the bundle where they were

to the bundle carrying aerosol particles with it.

again available for deposition.

The retention was found to depend on the par-

The effect of the breach shape on the aerosol re-

ticle size, gas flow rate through the break, i.e.,

tention within the break stage of a dry SG was in-

break size and primary side pressure, as well as the

vestigated in a separate experimental campaign

break geometry, Fig. 2. Inertial forces were main-

[iv]. A set of 5 experiments under different condi-

ly responsible for the retention, as can be seen in

tions were conducted with a «fish-mouth» breach

Fig. 2, where an increasing DF with particle Stokes

XY and were compared to a previousProjekt campaign in

number is shown. Particle Stokes number is de-

which a guillotine breach was used. Based on

fined as [iii]:

these results, a general observation can be made:

Figure 1 (above): Decontamination factor for aerosols inside a steam ­generator U-tube. Figure 2 (below): Decontamination factor for aerosols in the steam ­generator bundle in the ­vicinity of the tube break.

3

retention efficiencies measured are over 75 % for SiO2 particles and gas injection Reynolds number

Stk =

Cc ρ p d p2U g 9µD j

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011

of around 105. When compared to the previous (2)

guillotine test results, it seems that retention efficiency is not heavily sensitive to the breach shape.

239


Figure 3: A photograph of the break and the tubes ­showing thick deposits, 4 and particle-free areas in the XY closest tubes facing Projekt the break.

ficiency. Further development of the model will be carried out in the ARTIST-extension project.

Aerosol retention in the flooded steam ­generator The presence of water in the secondary of a failed steam generator during a postulated severe accident SGTR sequence is one of the most influencing factors on the capability of the secondary side to retain particles carried by the incoming gas. As experimentally demonstrated [vi], water drastically enhances the decontamination efficiency. This is a result of the substantial differences between phys-

Figure 4: Guillotine (left) and ­Fish-mouth (right) ­breach deposition ­patterns in the break stage.

However, noticeable differences were observed

ics underneath dry and wet scenarios in the steam

in the mass size distributions and in-bundle mass

generator (SG).

pattern to the previous guillotine test, Fig. 4.

In ARTIST II experiments, the decontamination fac-

Modeling aerosol retention in the secondary side

tor in the flooded bundle was found to increase

of a SG requires understanding of both gas aero-

with both the gas flow rate through the break

dynamics and aerosol governing mechanisms

and the particle size. The decontamination factor

through the tube bundle. In the ARTIST II project,

was relatively independent of time and fed aerosol

a simplified, semi-empirical model ARI3SG (Her-

mass in the low flow rate tests. Particle inertial ef-

ranz et López, 2012) based on the «filter con-

fects clearly had a large influence on the retention

cept» was developed: a particle laden gas flows

in the flooded bundle as can be seen from Figure

through a bundle of obstacles, where it is submit-

5, where decontamination factor increases with

ted to forces that tend to clean it up by removing

increasing particle Stokes number Stk. It must be

particles onto obstacle surfaces. The three major

noted that in Fig. 5, the break submergence is larg-

elements of the model are: i) deposition phenom-

er in the tests with the agglomerate particles than

ena, ii) resuspension, and iii) hydrodynamics. A

in the tests with the spherical particles.

thorough description of the equations and struc-

According to the experimental results, following

ture of ARI3SG has been reported elsewhere [v].

summary of the aerosol retention in flooded bun-

The model has been validated against data avail-

dle can be made:

able and fit out with an uncertainty analysis that

1. Increasing particle inertia, i.e., particle size and

allows estimating the uncertainty of collection ef-

velocity, increases retention. Inertial mecha-

240

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011


nisms determine the particle retention close to the break where major retention takes place. 2. Even with a very low submergence significant aerosol retention takes place. With high flow DF

rate and large spherical particles, aerosol transport efficiency through the flooded bundle is very low underlining the importance of the jet

Flooded bundle, agglomerates

â&#x20AC;&#x201C; bundle interactions close to the tube break

Flooded bundle, spherical

on the aerosol retention in the flooded bundle. 3. Droplets are entrained from the water surface with high gas flow rates. They carry aerosol par-

SQRT(Stk)

ticles with them and once the droplets evaporate, aerosol particles are released to the gas flow. However, compared to particle retention

extend a previous developed tool to accommo-

in the water due to inertial effects close to the

date the specific features of the SGTR scenario:

tube break, the effect of droplet entrainment on

SPARC90 [viii]. So far the major progress has been

particle transport is small. However, further work

achieved in the adaptation of the particle trap-

would be recommended to determine this effect

ping as a consequence of water droplets entrained

when the aerosol loading in the water is high

within the gas jet at the inlet point. Decontamina-

at the later stages of the accident progression

tion by droplet entrainment is strongly dependent

when cumulative released aerosol mass is high.

on droplet features such as the number of drop-

4. Based on these tests as well as earlier data [vii],

lets entrained, their diameter and the relative ve-

the increasing submergence of the break in-

locity. The equations embedded within SPARC90

creases the particle retention in the water, and

have been reviewed and, when necessary, updat-

the effect is much stronger in the flooded bun-

ed with alternative equations better fitted to the

dle than in bare pools. This is presumably due to

conditions expected in the SGTR scenario. Present-

the jet â&#x20AC;&#x201C; bundle interactions, creating very com-

ly this work is still in progress and will be continued

plex two-phase flows. This indicates that mod-

in the ARTIST-extension project.

els developed for bare pools should be adapted ed bundle even in the regions far away from the

Droplet retention in the steam generator dryer, DBA accident conditions

tube break.

Rupture of one or more steam generator tubes re-

for calculation of aerosol retention in the flood-

When the steam generator secondary side was

sults in leakage of primary coolant to the second-

filled with water up to the dryer section inlet

ary side, and consequently, pressure increase in the

(Phase VIII, flooded separator), aerosol retention

secondary side of the steam generator. The pres-

was even higher than in the flooded bundle. The

sure increase may be sufficient to cause a pres-

effect of different gas flow rates and particle siz-

sure relief valve to open thereby providing a di-

es was investigated. The decontamination fac-

rect pathway for the radioactive primary coolant

tor in the flooded separator was found to be very

to the environment. The radioactivity release re-

high in all the tests. No significant difference in DF

sulting from such incidents depends strongly on

was measured with different flow rates or differ-

the conditions in the primary and secondary side

ent particle sizes. The high aerosol retention in the

of the steam generator. For most of the condi-

flooded separator was mainly due to the large wa-

tions, radioactivity release can be calculated based

ter submersion of the break, combined with the

on existing data [ix], however, under non-recircu-

complex flow pattern inside the flooded separator.

lating conditions in the dry secondary side, no ex-

Modeling of aerosol retention by pool scrubbing

perimental data are available to assess the reten-

in a wet SG faces two challenging conditions: gas

tion of radioactivity in the steam generator. Under

injection under the jet regime and the presence of

these conditions, release takes place mainly in the

tube surfaces. The approach adopted to extend

form of droplets formed when the primary coolant

the current capabilities of estimating pool scrub-

is released to the secondary side as a flashing jet.

bing DFs (Decontamination Factors) has been to

The retention of droplets in the upper structures

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011

241

Figure 5: The decontamination factor DF in the tests in the flooded bundle.


8

Projekt XY

Figure 6: Test facility for droplet size measurements. M1 is the dryer inlet measurement location and M2 the outlet ­measurement location.

of the steam generator has not been determined for realistic steam generator geometries. Due to the lack of data for these conditions, source term assessments assume no retention of radioactivity

M2

in the steam generator secondary side under dry nonrecirculating conditions. To fill this data need for the source term assessment, ARTIST project investigated droplet retention in the upper structures of the steam generator. The results showed significant retention of droplets that was dependent on the carrier gas flow rate and droplet size. Due to high retention of droplets in the separator, in ARTIST project it was not possible to determine the retention in the dryer section. Therefore, in ARTIST II, tests were car-

M1

ried out to determine the droplet retention in the steam dryer. For this, a simplified inlet geometry was designed for the 1:1 replica of a steam dryer used in FRAMATOME 33/19 type SG in operation at the Swiss power Plant Beznau (KKB), Figure 6. Droplet size and mass flow rates were determined using shadowgraphy and phase Doppler anemometry (PDA) at the entrance and exit section of the dryer unit. Droplet retention in the dryer was determined based on these measurements. The measurements showed significant retention of droplets in the dryer section of the steam generator, Figure 7. The retention depends on the carrier gas flow rate and the droplet size. Based on there tests, a full set of data now exists to deter-

DEHS spray

mine droplet retention in the steam dryer to be 7 Projekt XY

used in the source term assessment, as long as droplet size of the coolant from the flashing jet can be evaluated.

Carrier Gas In Figure 7: Droplet retention as a function of Stokes number for all carrier gas flow rates.

Open issues The EU-SGTR, ARTIST and ARTIST II projects have provided us with broad understanding of the aerosol transport phenomena during SGTR incidents. We now know that a considerable fraction of the aerosols is deposited in the steam generator, and Gas flow rate (kg/h)

that the release to the environment is significantly smaller than previously estimated. However, there are still issues that are not entirely resolved, and in addition, new phenomena have been observed that need to be taken into account regarding aerosol transport. Some of the open issues still remain: â?&#x161; Application of the data to source term analy-

242

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011


sis. Only limited resources have been available

tled: «Large eddy simulation of particle dynamics

to use the ARTIST data in the source term analy-

inside a differentially heated cavity» was complet-

sis of SGTR scenarios. More efforts will be ded-

ed 2011 with Professors M.O. Deville (EPFL) and L.

icated to this work in the future in the ARTIST-

Kleiser (ETHZ) as supervisors, and iii) during the last

extension project.

project year, a new PhD work was started at ETH

❚ I mprovement of the pool scrubbing models

in Zürich with Prof. H.-M. Prasser as a supervisor;

based on the ARTIST and ARTIST II data. Exist-

the subject of the work is: «Bubble hydrodynam-

ing pool scrubbing models calculate decontam-

ics in tube bundles».

ination factors that are much lower than the measured ones, especially with high break flow rates. The flow – bundle interactions are not tak-

International Cooperation

en into account. ❚ M odeling aerosol retention in the break vicinity.

PSI is the coordinator of the project as well as

Simple models are not able to capture differenc-

the operating agent for conduction of the ART-

es due to different particle materials, morphol-

IST II tests. The following international organiza-

ogy and break geometry.

tions are partners in the ARTIST II program: CIE-

❚ P article break-up during SGTR and other poten-

MAT (Spain), CSN (Spain), JNES (Japan), NRG (The

tially high velocity/high turbulence accident sce-

Netherlands), US NRC (USA), SNL (USA), Fortum

narios [x]. ARTIST tests showed that agglomer-

(Finland), STUK (Finland), University of Eastern Fin-

ate particles de-agglomerate in the high velocity,

land (Finland) and VTT (Finland). These organiza-

high turbulence jets at the break. An on-going

tions co-fund the ARTIST II project as well as pro-

PhD work investigates particle de-agglomera-

vide technical contributions in form of model de-

tion and will provide us with more profound un-

velopment, simulations, and experimental work.

derstanding of the governing phenomena.

In 2011, four international PhD students were

❚ P article bounce upon impaction. Upon impact

at high velocities, particles bounced off from the

working in support of ARTIST II project at universities in Spain (2) and Finland (2).

surfaces both inside the tube and in the break vicinity. The effect of particle and surface characteristics (material, roughness) and the impaction angle on the bounce at the conditions cor-

Assessment 2011 and Perspectives for 2012

responding to SGTR has not been investigated. Since particle bounce may occur at relatively low

ARTIST II project has ended 31.12.2011. All the

flow velocities, particle bounce cannot be ex-

planned experiments were carried out in the

cluded from other accident scenarios.

ARTIST facility and related separate effect fa-

❚ R esuspension and the effect of vibration on par-

ticle release from the surfaces.

cilities. The test reports were released to the partners in due time. A synthesis report of ARTIST and ARTIST II was issued 31.03.2012. The main part

National Cooperation

of the experimental work in 2011 was determination of decontamination factors for droplets in the steam generator dryer. This work was successfully

ARTIST II is an international collaboration research

completed by the end of 2011.

program. Swiss nuclear power plants Beznau and

Based on ARTIST II project, source term assess-

Gösgen, as well as ENSI are partners in the pro-

ment for SGTR sequences can now be carried

gram by co-funding the project.

out more accurately than earlier using ART-

In support of the ARTIST II project, collaboration

IST experimental data. In addition, retention of

with Swiss Universities is carried out in the form

droplets (DBA non-recirculating conditions) and

of three PhD theses: i) during the second project

aerosols (BDBA) in the steam generator can now

year, a PhD work titled «Numerical investigation

be evaluated under different accident scenarios.

of particle-laden thermally driven turbulent flows

The application of the ARTIST data for mod-

in enclosure» was completed at EPFL with Prof.

els to be incorporated in the system codes is

M.O. Deville as the supervisor, ii) a PhD work ti-

still on-going.

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011

243


ARTIST will continue as an international col-

A. Dehbi, S. Güntay, J.K. Jokiniemi, Experimen-

laboration information sharing project for

tal work on particle motion inside a differential-

three years, 2012–2014. The aim of this continua-

ly heated cavity. 2011 European Aerosol Con-

tion project, called ARTIST-extension, is:

ference, September 4–9, 2011, Manchester, UK.

❚ to apply the data provided by the ARTIST pro-

gram for plant analysis and improved source term evaluation, and to reach a consensus about

References

the treatment of SGTR source term analysis ❚ to carry out analytical work for better under-

[i] S. Güntay, D. Suckow, A. Dehbi, R. Kapulla,

standing of the governing phenomena and for

ARTIST: introduction and first results. Nucl.

interpretation of the experimental data ❚ to further develop models for implementation

in system codes.

Eng. Design, 231, pp. 109–120, 2004. [ii] P. Longmire, 2007, Computational fluid dynamics (CFD) simulations of aerosol in a Ushaped steam generator tube. PhD Thesis, Tex-

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vere accident SGTR sequences: Influence of

A novel method to study agglomerate break-

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up and bounce during impaction. Accepted to

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Aerosol Sci. Technol.

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❚ T. Lind, A. Dehbi, S. Güntay, Aerosol retention

tention during SGTR meltdown sequences: ex-

in the flooded steam generator bundle during

perimental insights into the effect of size and

SGTR. Nucl. Eng. Des. 241 (2011), 357–365.

shape of the breach. To be presented at the

❚ R. Puragliesi, A. Dehbi, E. Leriche, A. Soldati,

ICAPP 2012 meeting, Chicago, June 24–28,

M.O. Deville. DNS of buoyancy-driven flows and

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of Heat and Fluid Flow, Volume 32, 2011, Pages 915–931.

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Code for Calculating Fission Product Capture

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during SGTR. ERMSAR 2012, Cologne, Germa-

1991.

ny, March 21–23, 2012.

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20–23, 2011.

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Break-up of agglomerated TiO2 particles due to

Break-up mechanisms of TiO2 aerosol agglom-

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erates in PWR steam generator tube rupture

September 4–9, 2011, Manchester, UK.

conditions. Nucl. Eng. Des. 240 (2010), 2046-

❚ J. Kalilainen, T. Lind, A. Auvinen, P. Rantanen,

244

2053.

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011


MSWI Melt-Structure-Water Interactions During Postulated Severe Accidents in LWRs Author and Co-author(s): W.M. Ma, P. Kudinov, L.X. Li, W. Villanueva, R.C. Hansson, A. Karbojian, S. Yakush, L. Manickam, S. Thakre, A. Konovalenko Institution

Royal Institute of Technology (KTH)

Address

Roslagstullsbacken 21, 10691 Stockholm, Sweden

Tel, E-mail, Internet address 46-8-5537 8821, ma@safety.sci.kth.se, www.safety.sci.kth.se Duration of the Project

January 1, 2011 to December 31, 2011

ABSTRACT

The results of the coupled thermo-mechan-

The MSWI project at KTH is to create new

ical creep analysis for the lower head with

data to reduce the uncertainties in quanti-

an instrumentation guide tube (IGT) close to

fication of corium coolability and steam ex-

its bottom center revealed that the dominant

plosion energetics during a postulated severe

vessel failure mode is IGT melt-through for

accident of a boiling water reactor (BWR) us-

a melt pool depth of 1.9 m and it happens

ing cavity-flooding as a SAM measure. To-

1 hour before the global vessel failure. The

ward the objective, the research activities of

conservative-mechanistic approach to predict

the project are divided into four topical ar-

the mass fraction of agglomerated debris has

eas: INCOSAM (in-vessel coolability with po-

been further developed and used for develop-

tential SAM measures), DEFOR (characteriza-

ment of an agglomeration mode map at dif-

tion of debris beds formed in fuel coolant in-

ferent plant accident conditions. POMECO-

teractions), POMECO (coolability assessment

HT experimental data suggest that given the

of particulate beds with prototypical charac-

effective particle diameters of particulate

teristics), and SERA (steam explosion risk as-

beds packed with multi-sized irregular parti-

sessment).

cles, the dryout heat fluxes of the top-flood-

During 2011 substantial advances and in-

ing beds can be predicted by the Reed model,

sights were achieved for (i) the instrumenta-

and enhanced significantly by downcomers.

tion guide tube failure of a BWR under ther-

The steam explosion experiments using the

mo-mechanical attacks; (ii) the prediction of

melt of WO3-CaO at superheat 100 °C show

debris agglomeration; (iii) the coolability of

an apparent difference in debris size distri-

particulate beds packed with multi-sized ir-

bution between the eutectic and non-eutec-

regular particles under top/bottom-flooding

tic compositions: the eutectic WO3-CaO pro-

condition; and (iv) the effect of melt proper-

duced more fine fragments (38–150μm) than

ties on debris morphology in steam explosion.

the non-eutectic one.

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011

245


Project goals

Work carried out and results obtained

The central aim of the MSWI (Melt-StructureWater Interaction) project at Royal Institute of

1. Progress in INCOSAM Activity

Technology (KTH) is to create new knowledge

The objective of the INCOSAM study is to quan-

on melt-structure-water-interaction phenomena

tify the vessel failure modes, timing, and the melt

(e.g. data, insights, models, codes and meth-

discharge characteristics, with consideration of se-

odology) which enables reducing uncertain-

vere accident management (SAM) measures such

ty in quantification of severe accident risks in

as Control Rod Guide Tubes (CRGT) cooling and

a light water reactor (LWR). Supported by the

external cooling of the vessel.

APRI group (including SSM and Swedish utili-

One-way coupling between PECM model for melt

ties), ENSI, Nordic Nuclear Safety Research (NKS)

pool heat transfer and ANSYS thermo-structur-

program and European Union (SARNET2 proj-

al mechanics was employed to analyze the vessel

ect), the MSWI research’s driving force and im-

creep for different melt pool configurations with

mediate objectives are to build a sound founda-

corresponding depths of 0.7 m, 1.1 m, 1.5 m, and

tion that helps bring to the resolution two long-

1.9 m [1] in the lower head. The results revealed

standing severe accident issues in nuclear power

two different modes of vessel failure: a «balloon-

plants, namely steam explosion and corium (de-

ing» of the vessel bottom for the 0.7 m and 1.1 m

bris) coolability in in-vessel and ex-vessel scenar-

cases, and a «localized creep» concentrated with-

ios of severe accidents. During the period 2009–

in the vicinity of the top surface of the melt pool

2011, the project activities comprise the follow-

for the deep pool (1.5 m and 1.9 m cases).

ing topical areas.

The coupled thermo-mechanical creep analysis approach was extended to investigate the Instru-

❚ INCOSAM (IN-vessel COolability and Severe Ac-

cident Management)

mentation Guide Tube (IGT) failure in case of severe core melt accident in a Nordic BWR (see [2] for

❚ DEFOR (DEbris in- and ex-vessel FORmation)

more details). Two succeeding calculations were

❚ P OMECO (POrous MEdia in- and ex-vessel

performed, a thermo-mechanical creep analysis

COolability ❚ SERA (Steam Explosion Risk Assessment)

for lower-head of the vessel wall and subsequently for an IGT section (see Figure 1). We have considered the maximum melt pool depth of 1.9 m and

246

The focus is to identify the limiting mechanisms in

one location of the IGT that is closest to the center

corium risk and to reduce uncertainties in quan-

of the lower plenum. Details of the computational

tification of (i) in-vessel corium coolability which

treatment and results can be seen in [2]. In the first

provides the limiting boundary conditions (reac-

calculation, we have found a localized creep mode

tor vessel failure mode and timing, corium melt

of global vessel wall failure where creep strains are

ejection characteristics – composition, total mass

concentrated in the vicinity of the uppermost re-

and release rate) for steam explosion and debris

gion of the melt pool. Results of global vessel de-

coolability in ex-vessel scenarios, (ii) character-

formation and timing of failure from this calcula-

ization of debris beds formed in fuel-coolant in-

tion as well as local transient thermal load from

teractions, (iii) coolability assessment of the de-

PECM calculations are then used for the next anal-

bris beds with prototypical characteristics, and

ysis of the IGT section.

(iv) micro interactions of steam explosion which

There are two attributing factors that can affect the

provide limiting mechanisms for steam explosion

displacement of the flow limiter area: (i) thermal

energetics.

expansion due to local thermal load, and (ii) ap-

Substantial progress has been achieved in each

plied displacement (normal to the right curved-sur-

topic during 2011. Due to space constraint, the

face boundary) as consideration of the global dis-

present report just summarized some selected ac-

placement of the vessel lower head. Figure 2 shows

tivities and the corresponding results. More de-

that the displacement of the IGT housing point-

tailed description of project achievements can be

ing in a horizontal cross section of the flow limit-

found in the publications [1–16] supported by the

er is parallel to the applied displacement, which in-

MSWI project.

dicates that the global displacement of the lower

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011


Figure 1: (a) Mesh of the IGT ­section with 11553 ­tetrahedral elements and 18435 nodes, and (b) geometry with the location of the flow limiter.

(a)

(b)

head dominates over thermal expansion in the flow

from a melt pool to the vessel wall has been exam-

limiter area. In Figure 2b the change in distances

ined [3]. The integral effect of the local heat trans-

between the points with respect to time. The max-

fer enhancement due to corium melt low Prandtl

imum distance between the edge of the flow lim-

number is found to be significant, and the vessel

iter and the IGT casing is given at 0.25 mm. Thus,

wall temperature is considerably increased. How-

clamping is defined as Di (t)

-0.5 mm, for any

ever, we also found that this effect occurs later

pair i at any time t > 0 but before the nozzle welds

than the rapid acceleration of vessel creep in con-

fail. Analysis of results presented in Figure 2b sug-

sidered case of 0.7 m deep melt pool. Thus global

gests that at given melt pool depth of 1.9 m and a

vessel failure is not sensitive to the local heat trans-

location of the IGT close to the bottom center, the

fer enhancement caused by fluid low Pr.

IGT is not clamped in its housing during the entire time until global vessel wall failure takes place. This

2. Progress in DEFOR Activity

result suggests that in the considered case of 1.9 m

A conservative-mechanistic approach to predict

melt pool, the dominant vessel failure mode is IGT

the debris agglomeration is proposed, based on

failure and it happens at least 1 hour before the

simulations of the VAPEX FCI code and validated

global vessel failure. Other melt pool depths and/or

by the DEFOR-A experimental data (see Figure 3).

other locations of the IGT might result otherwise,

It is assumed that mass fraction of agglomerated

but are not covered here and will be the subject of

debris is proportional to the mass fraction of com-

further inquiry. In another piece of work the effect

pletely liquid droplets and thin-crust particles («liq-

of low fluid Prandtl number (Pr) on heat transfer

uid» or «glue» particles).

(a)

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011

Figure 2: (a) Displacement of points along the flow limiter area and four pairs of points for which the distances between points are measured with respect to time; (b) The change in distances Di(t) = Di(t) – Di(t0) for each pair i and time t where Di(t0) is the distance between the points in pair i at time t = 0. The vertical lines correspond to the estimated time of nozzle welds creep acceleration, nozzle welds melting, and global vessel wall creep acceleration.

(b)

247


2. Progress in DEFOR Activity

The following enveloping assessment  mthe mliq  0α.5is used in: 4for liq ,coefficient

 mbased A conservative-mechanistic approach to predict the debris agglomeration is proposed, liq    on , m0liq.5 0.5  mliq1 ,mliqmliq simulations of the VAPEX FCI code and validated by the DEFOR-A experimental  data mliq(see   14Figure , mliqhow  0.sensitive 5 liq assess We also consider formula(3)mto is predicted mass fraction 3).

debris in experimental scale problem and in plant scale analysis to variatio

Fraction of Agglomerates (-)

Fraction of Agglomerates (-)

Fraction of Agglomerates (-)

Fraction of Agglomerates (-)

We also consider formula (3)fraction to assessofhow sensitive is predicted mass fraction of a It is assumed that mass fraction of agglomerated debris is proportional to theof mass assessment α. debris in experimental scale problem and in plant scale analysis to variations in completely liquid droplets and thin-crust particles (“liquid” or “glue” assessment particles).of α. 25 4  mliq , mliq  0.4 equal to 13 m.Thus mliq the   height of the melt jet maggl    mliq (1) 1liqm,liq m , liq m0liq.4 0.4 (1) m 25 4the free fall decreases depth of the pool  mliq   when  1 ,  0.4 m m 1.1 liq liq 1.1  is increasing; 1.0 1.0 0.9 0.9 where maggl is mass fraction of agglomerated de- ❚ the1.1prototypic geometry of the vessel lower1.1head 1.0 1.0 0.8 3 0.9 0.8 0.7 bris, mliq is mass fraction of liquid particles (with is taken into account in assessment of the melt 0.9 0.7 Projekt XY 0.8 0.6 0.8 0.6 relative crust thickness less than 0.1), =(mliq) is pool depth (1.75 m) according to the total mass 0.7 0.5 0.7 0.5 DEFOR A7 A7+sat+Formula(2) 0.6 0.4 DEFOR A9 0.6 0.4 A7+sat+Formula(3) coefficient of agglomeration, which is a function of the pool (180 tons). A9+sat+Formula(2) 0.5 ----------------------0.3 0.5 0.3 DEFOR A7 A9+sat+Formula(3) A7+sub+Formula(2) A7+sat+Formula(2) ----------------------0.4 0.2 DEFOR A9 0.4 0.2 A7+sat+Formula(3) A7+sub+Formula(3) A9+sub+Formula(2) of mass fraction of the liquid particles. The influence of melt superheat on the fraction of liquid particles (with where maggl is mass fraction of agglomerated debris, mliq is mass fraction A9+sat+Formula(2) ----------------------0.3 0.1 0.3 A9+sub+Formula(3) 0.1 A9+sat+Formula(3) A7+sub+Formula(2) ----------------------0.2 3 0.2 A7+sub+Formula(3) of agglomeration, which is 1.0 ainfunction relative crust thickness less than 0.1), α=α(m liq) is coefficient The following enveloping assessment for the coefof agglomerated debris reactor accident condi-0.8A9+sub+Formula(2) 0.9 1.0 1.1 1.2 0.7 0.8 0.9 1.1 1.2 1.3 1.4 1.50.1 A9+sub+Formula(3) 0.1 Projekt XY of mass fraction officient the liquid particles. Water depth ( Water depth (m)  is used in: tions was considered. Apparently, the influence of 0.8 0.9 1.0 1.1 1.2 1.3 0.7 0.8 0.9 1.0 1.1 1.2 1.3 1.4 1.5 a) b) Water depth (m) depth (m) The following enveloping assessment for the coefficient α is used in:melt superheatFig. on3:Water pre-deposition of the deValidation againststate experimental data: a) DEFOR-A7; b) DE a) b) The approach was employed to develop an agglomeration mode map for accide bris and eventually on the fraction of agglomerFig.liquid 3: Validation against experimental data: a) DEFOR-A7; b) DEFOR agglomerated of particles (with where maggl is mass fraction of4  mliq , mliq debris,  0.5 mliq is mass fraction Nordic BWR [4]. Main parameters for the calculations are presented in Table 1. In ates is not as big as in the DEFOR-A experimental   mless (2) ) is coefficient of agglomeration, which is a function relative crust thickness than 0.1), α=α(m (2) The approach was employed to develop an mode map for accident co liq  following assumptions in the modeling: agglomeration liq Nordic BWR [4]. Main parameters for the calculations are presented in Table 1. In add of mass fraction of the liquid particles. 1 mliq , mliq  0.5 conditions. The main reason is that in the plant ac-used in the modeling  The size in distribution of the DEFOR-A debris was following assumptions the modeling: the influence of epistemic uncertainty in the modeling of melt droplet frag conditions the of solidification length The following enveloping forhow the coefficient is used in: We also consider formulaassessment (3) to assess sensitive isα predicted mass fraction of agglomerated cident The distribution ofratio the DEFOR-A debris used in the ord  size According to the realistic geometry of awas Nordic BWR themodeling distance in from oflength epistemic uncertainty in the modeling of melt droplet We also consider formula assessscale how sento the jet breakup is considerably smaller than debris in experimental scale problem and(3)intoplant analysis to influence variations into enveloping reactor vessel the floor of reactor cavity was kept equal to 13fragmenta m. Thus  According to free the realistic geometry of the a Nordic from the b 4  mliq , mliq  0.5 melt jet fall decreases when depth BWR of the the pooldistance is increasing; assessment of α. sitive for the DEFOR-A test conditions. Therefore, vessel to thegeometry floor of reactor kept equal to 13 m. the   mass fraction of agglomerated thatreactor  misliqpredicted  The prototypic of (2) the cavity vesselwas lower head is taken intoThus account 1 ,  0 . 5 m m melt jet free fall decreases when the depth of the pool is increasing; liq liq the melt pool depth (1.75 m) according to the total mass of the pool (180 debris in experimental scale problem and in plant the effect of increase in the solidification length is 25 4  mliq , mliq  0.4  The prototypic geometry of the vessel lower head is taken into account in as The influence ofdepth melt in superheat on (3) the fraction ofless agglomerated debris in reacto   to variations in enveloping assess- much  manalysis scale more visible DEFOR-A tests, im- of the pool the melt pool (1.75 m) according to and the total mass (180 tons) liq We also consider formula (3) to assess sensitive is predicted mass fraction of agglomerated 1 mliq ,how m tions was considered. Apparently, the influence of melt superheat on pre-depo liq  0.4  The influence of melt superheat on the fraction of agglomerated debris in reactor acc ment of . portant foreventually the plant. debris the fraction of agglomerates is not as big as in the debris in experimental scale problem and in plant scale analysis to and variations inonenveloping tions mental was considered. Apparently, the influence ofthe melt superheat on pre-deposition conditions. The main reason is that in plant accident conditions the ra 1.1 assessment1.1of α. Taylor correlation Saito correlation were debris and eventually on and the fraction of agglomerates is connot big for as the in the DEFO length to jet breakup length is considerably smaller thanasthat DEFOR1.0 1.0 mental conditions. main reason isinthat the plant accident the visible ratio ofi sidered asthe a The lower bound and an bound, re-conditions Therefore, effect of increase theinupper solidification length is much more 25 4  mliq , mliq  0.4 0.9 lengthand to less jet breakup length is plant. considerably smaller than that for the DEFOR-A tes 0.9 important for the spectively. Taylor correlation that non-di(3) Therefore, 0.8  mliq   (3) the effect of increase in the suggests solidification length is much more visible in DEF 0.8 Taylor correlation and Saito correlation were considered as a lower bound and mliq  0.4 0.7 and less important for the plant. 0.7  1 mliq , mensional breakup length depends on the respectively.jet Taylor correlation suggests that only non-dimensional jet breakup length 0.6 0.6 Taylorthe correlation and Saito correlation were considered as acorrelation lower bound andinto anac u while Saito takes ratio of the densities: L D  5.3   , while Saito ratio of the densities: 1.1 m w 0.5 1.1 respectively. Taylor correlation suggests that non-dimensional jet breakup length depe DEFOR A7 0.5 A7+sat+Formula(2) , where is jet b ofA9the jet densities: at takes the entrance L DSaito  of 2.1the Fr jet  m  wtakes 0.4an ag1.0 DEFOR while correlation intoLaccoun the ratio of the 0.4 The approach was employed to develop1.0 correlation into the L Daccount to 5.3the mcoolant:  w ,velocity A7+sat+Formula(3) A9+sat+Formula(2) 0.9 ----------------------0.3 0.9 0.3 the diameter of the jet at the entrance to the coolant,  the density of the melt A9+sat+Formula(3) m at entrance the entrance thecoolant: coolant: L D  2.1 Fr  m  w , , where L is jet break A7+sub+Formula(2) glomeration mode map for accident conditions ofof theatjetthe to to the 0.8 ----------------------0.2 0.8 0.2 A7+sub+Formula(3) A9+sub+Formula(2) diameter at the entrance to the coolant, m the of density of the melt, w th where Lof isthejetjetbreakup length, D the diameter a Nordic BWR [4]. Main parameters for the0.7 calcula-the 0.1 0.7 A9+sub+Formula(3) 0.1

 

 

0.6 0.7 0.5

presented in 0.8tions 0.9are 1.0 1.1 1.2

DEFOR A7 A7+sat+Formula(2) Water depth (m) A7+sat+Formula(3) ----------------------A7+sub+Formula(2) A7+sub+Formula(3)

Fraction of Agglomerates (-) of Agglomerates (-) Fraction

Fraction of Agglomerates (-) of Agglomerates (-) Fraction

   

0.6

Table we use 0.9 1.3 1. 1.4In addition, 1.5 0.50.8

the 1.0

jet 1.1 at the 1.2 1.1

entrance the coolant, m the den1.3 1.4 to 1.5 1.6

Fraction of Agglomerates (-)

Fraction of Agglomerates (-)

Fraction of Agglomerates (-)

(m)  the density of the coolant, Fr sity ofWater thedepth melt, following assumptions in the modeling: 0.4 DEFOR A9 1.0 w 0.4 A9+sat+Formula(2) a) b) 0.3 0.9 2 0.3 ❚ t he size distribution of the DEFOR-A debris was A9+sat+Formula(3) = u /gD the Froude number, and u the jet veloc0.2 Fig. 3: Validation against experimental data: a)----------------------DEFOR-A7; b) DEFOR-A9. 0.8 0.2 A9+sub+Formula(2) used in the modeling in order to reduce ity at the entrance to the coolant. Taylor correla0.1 the in- A9+sub+Formula(3) 0.1 0.7 The approach was employed to develop an agglomeration mode map for accident conditions of a length of the fluence of epistemic uncertainty in the modeling tion0.6 provides constant dimensionless 0.9 1.0 1.1 1.2 1.4 1.5 1.6 0.8 0.9 1.0 1.1 1.2 1.4 1.5 Nordic BWR0.7 [4]. Main parameters for the1.3calculations are 0.8 presented in 0.5 Table 1.DEFOR In1.3addition, we use A7 Water depth (m) the plant accident conditions: L/ of melt Water droplet jet breakup for depth fragmentation; (m) A7+sat+Formula(2) following assumptions in the modeling: 0.4 A7+sat+Formula(3) a) the realistic geometry of a Nordic D~14. b) ❚ a ccording to correlation predicts jet breakup length ----------------------0.3 Saito A7+sub+Formula(2)  The sizeFig. distribution of the DEFOR-A debris was used in the modeling in order to reduce 3: Validation against experimental data: a) DEFOR-A7; b) DEFOR-A9. 0.2 BWR the distance from the bottom of the reac- L/D~54, 45 A7+sub+Formula(3) and 32 for the jets reaching the botthe influence of epistemic uncertainty in the modeling of melt droplet fragmentation; 0.1 The approach was to employed tothe develop anreactor agglomeration mode accident conditions ofthe a respectively. The tor vessel to floor of cavity was kept tomfor of 7, 9 andthe 12 m deep of pools According the realistic geometry of a Nordic BWR the map distance from bottom Nordic BWR [4]. Main parameters for the calculations are presented in Table 1. In 0.9 addition, we 0.7 0.8 1.0 1.1 1.2 1.3 1.4 1.5 reactor vessel to the floor of reactor cavity was kept equal to 13 m. Thus the height of use the Water depth (m) followingmelt assumptions the modeling: jet free fallindecreases when the depth of the pool is increasing; Fig. 3: distribution prototypic geometry of DEFOR-A the vessel debris lower head is taken into accountininorder assessment of  Figure The size of the was used in the modeling to 3a reduce Validationthe against melt pool of depth (1.75 m) accordingintothe themodeling total mass of thedroplet pool (180 tons). influence epistemic uncertainty of melt fragmentation; 1.1 1.1 ­experimental data: According to the realisticon geometry of a of Nordic BWR the debris distance from the bottom of the The a)influence of melt superheat the fraction agglomerated 1.0 in reactor accident condi1.0 DEFOR-A7; reactor vessel to the floor of reactor cavity was kept equal to 13 m. Thus the height of the the tionsb)was considered.0.9Apparently, the influence of melt superheat on0.9pre-deposition state of DEFOR-A9. melt jet free fall decreases when the depth of the pool is increasing; 0.8 in the DEFOR-A experidebris and eventually 0.8 on the fraction of agglomerates is not as big as  conditions. The prototypic of the vessel lower is taken into in of assessment of 0.7 account mental The0.7geometry main reason is that in the planthead accident conditions the ratio solidification pool depth m) accordingsmaller to the total of the pool (180 tons). 0.6 length tothe jetmelt breakup length(1.75 is considerably thanmass that for the0.6 DEFOR-A test conditions.

erates (-)

DEFOR A7 0.5 0.5 Therefore, the of effect increase in length is muchdebris more visible in DEFOR-A tests, The influence meltof0.4 superheat onthe thesolidification fraction of agglomerated in reactor accident condiA7+sat+Formula(2) 0.4 A7+sat+Formula(3) DEFOR A9 and less for the plant. tions wasimportant considered. Apparently, the influence of melt superheat on pre-deposition state of the ----------------------A9+sat+Formula(2) 0.3 0.3 A7+sub+Formula(2) A9+sat+Formula(3) debris and eventually on the fraction of agglomerates is not as big as in the DEFOR-A experiA7+sub+Formula(3) were considered as a lower bound ----------------------0.2 Taylor correlation and0.2Saito correlation and an upper bound, A9+sub+Formula(2) mental conditions. is that in the plant accidentjet conditions the ratio of solidification 0.1main reason 0.1 respectively. TaylorThe correlation suggests that non-dimensional breakup length depends only on A9+sub+Formula(3) length to jet breakup length is considerably smaller than that for the DEFOR-A test conditions. , while Saito correlation takes into account the velocity the ratio of the densities:0.7 L D 0.8  5.3 0.9 1.0 1.1 1.2 1.3 1.4 1.5  0.9 1.1 1.2 1.3 1.4 1.5 1.6 w Therefore, the effect of increase in the msolidification length is much more0.8visible in 1.0 DEFOR-A tests, Water depth (m) Water depth (m) , where L is jet breakup length, D of the jet at the entrance to the coolant: L D  2.1 Fr   and less important for the plant. m w Fig. 3b Fig. 3a the diameter of the jet at the entrance to the coolant,  the density the melt, w the density of Taylor correlation and Saito correlation were considered bound and an upper bound, m as a lower of respectively. Taylor correlation suggests that non-dimensional jet breakup length depends only on 1.1 13 1.0 account the velocity the ratio of the 248 densities: L D  5.3  m  w , while Saito correlation takes intoENSI Erfahrungsund Forschungsbericht 2011

12

0.9

No agglomeration

0.7

)

of the jet at the entrance to the coolant: L D  2.1 Fr  m  w , where L is jet breakup length, D 0.8 11


Fra

0.2 0.1 0.8

A9+sat+Formula(3) ----------------------A9+sub+Formula(2) A9+sub+Formula(3)

0.9

1.0

1.1

1.2

1.3

1.4

1.5

1.6

Water depth (m)

Fig. 3b difference between jet lengths calculated accord-

12

12 m pool. On the other hand, the distance be-

the plant accident conditions is about 1.5–2.0 m (Figure 4). It becomes obvious that epistemic uncertainty in jet breakup length is dominating. The main implication of the present results is that melt superheat has less significant contribution to the uncertainty in the debris agglomeration than jet breakup length. Liquid droplets, once formed, so-

Water pool depth (m)

tween the leading edge of the jet and the depth at which agglomeration becomes negligible, for

No agglomeration

11 10

Cake

9 8

Maggl= 5%

7

Maggl= 20%

6

Maggl= 10% Cake

100

150

200

the leading edge of the melt jet and the top of

Pool parameters

the debris bed. Results of the plant accident anal-

Diameter, m

ysis obtained with Saito correlation are summa-

Depth, m

rized in the form of the agglomeration mode map

Initial pressure, bar

in Figure 4.

Water temperature, K

melt release, when the molten corium is released over a long time (hours). The DECOSIM code was employed to address formation of a debris bed from gradually release corium particles in an initially subcooled water pool [5]. Clarification of the overall effect of pool subcooling on particle

300

350

400

Fig. 4

expected if there is more than 2 meters between

cident scenarios to be considered is the gradual

250

Jet diameter (mm)

lidify quite fast. No significant agglomeration is

For the Nordic BWR design, one of the severe ac-

Figure 4: Agglomeration mode map.

13

ing to these correlations is about 6 m in case of

Table 1: Plant accident conditions.

Value 9 7–12 1 373

Melt parameters Composition

Eutectic corium

Total mass, t

180

Initial temperature, K

3000–3200

Initial met superheat, K

200–400

Jet diameter, mm

50–300

Jet release height, m

1–6

spreading efficiency is the primary focus of the work. Debris bed formation in DECOSIM simulations is governed by two mechanisms, name-

the Reed model using the Sauter mean diam-

ly, by particle avalanching and by lateral spread-

eter of the spheres [6]. For a bed packed with

ing of particles by the convective flows. While in

through-hole spheres or cylindrical particles, the

a saturated pool the latter mechanism plays the

effective particle diameter fitting to the friction

pre-dominant role (at least for particle sizes below

law is comparable with the product of Sauter

5 mm), both mechanisms can contribute to parti-

mean diameter and shape factor of the particles

cle spreading in a subcooled water pool.

in each bed [7]. The experiment performed on the POMECO-HT

3. Progress in POMECO Activity

facility revealed that under the top-flooding con-

The objective of the POMECO study is to assess the

dition the dryout heat flux of a particulate bed

coolability of a debris bed formed in fuel coolant

packed with multi-sized particles could be predict-

interactions (FCI) during a postulated severe acci-

ed by the Reed model, given the effective par-

dent of LWRs, where the debris particles have the

ticle diameter from the POMECO-FL experiment

features of being multi-sized and irregular.

[7–10]. The effect of natural circulation on coola-

Two test facilities, dubbed POMECO-FL and PO-

bility was investigated by adding a downcomer

MECO-HT, were employed to determine the fric-

which connects the bottom of the bed to the wa-

tion laws and the dryout heat fluxes of particulate

ter pool atop. Two downcomers with the diame-

beds packed with multi-sized and irregular par-

ter of 8 mm and 12 mm internal diameter were

ticles, respectively. For a particulate bed packed

employed in the POMECO-HT facility separately.

with multi-diameter spheres, the POMECO-FL

Compared with the pure top-flooding case, the

data show that the frictional pressure drop of

dryout heat fluxes were enhanced significantly

two-phase flow in the bed can be predicted by

by the downcomers [9]. The effect of debris ag-

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011

249


(5.a) cylindrical

(6.a) cylindrical bed Figure 5: Configurations of an ­ex-vessel debris bed. Figure 6: Temperature profiles of the various debris beds as shown in Fig. 5.

2

(5.b) heap-like

(5.c) stratified

(6.b) heap-like bed

(6.c) stratified bed

glomeration and cake formation on debris coola-

was assumed to be 256 000 kg, and assumed to

bility was studied by embedding a cake-simulant

be well fragmented in the water pool.

in a particulate bed [10]. The cake-simulant was

Based on the existing knowledge on debris beds,

formed by a fine-particle (<0.5 mm) layer sur-

the effective particle diameter and the porosity of

rounded from the top and the bottom by an aluminum foil. The thickness of the cake was 30 mm

the ex-vessel debris beds were 2 assumed as 1 mm and 0.45, respectively. If the pressure in the con-

with the cross-sectional area of 160 × 160 mm2.

tainment is 1 bar and the water in the cavity is as-

The dryout heat flux was significantly decreased

sumed to be saturated, the dryout power density

for the case with the cake-simulant [10].

of top-flooding such bed is 910 kW/m3 predicated

The MEWA code was employed to calculate the

by the MEWA code. Since the decay heat is with-

experiments performed on the POMECO-HT facili-

in the range of 0.5~1 % the thermal power of the

ty, with the objective to interpret the experimental

reactor, which is 375~750 kW/m3 in term of the

data and validate the code. The dryout heat fluxes

debris bed volume, the debris bed is coolable by

measured in the POMECO-HT tests were predict2 ed by the code with differences within an accept-

only top-flooding (i.e., the debris particles evenly

able range (< 5 %), for the bed with a downcomer

a bed with one-dimensional counter-current flow

and the bed with a simulant cake as well as top-

in it). The coolability margin is getting smaller for

flooding beds [11].

the higher decay case.

The MEWA code was then applied to coolability

What if other configurations of the debris beds are

assessment for ex-vessel debris beds related to se-

formed to allow multi-dimensional flow? A few of

vere accident scenarios of a boiling water reactor

representative beds are as shown in Figure 5. Fig-

[11]. The characteristics of a prototypical debris

ure 5a represents a scenario where the debris does

bed, such as multidimensionality and higher po-

not occupy the entire floor of the cavity, leading

rosity were emphasized in the study. The analysis

to an annular gap between the bed and the cav-

is performed for an ex-vessel debris bed formed in

ity wall. In this case, the dryout power density is

the reactor cavity flooded with water. The rector

956 kW/m3, which is about 9 % higher than that

has the thermal power of 3900 MW and the cav-

of the top-flooding bed, due to water supply from

ity diameter of 12 meters (cf. Figure 5). The mass

the annular to the bottom of the bed. The gain in

of the corium melt ejected to the reactor cavity

coolability appears marginal since the large diame-

250

spread over the entire floor of the cavity, to form

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011


ter of the bed prevents the side coolant from flow-

performed for 1D debris bed coolability [12]. Cali-

ing into the center of the bed. For the bed with a

brated «classical» model has been proposed based

heap-like shape (cone) as shown in Figure 5b, the

on the optimization with regards to available ex-

dryout power density is 535 kW/m3. Surprisingly,

perimental data. Comprehensive sensitivity analy-

instead of increase in dryout power density, it de-

sis suggests that up to 70 % of the uncertainty in

creases by 41 %, compared with the value of the

the debris bed coolability is due to the uncertainty

top-flooding bed (910 kW/m3). This is because the

in the particle size distribution.

heap-like bed has the height of around three times the top-flooding bed, given the same mass of the

4. Progress in SERA Activity

debris. The special geometry results in a high void

The SERA study was focused on physical mecha-

zone near the tip of the cone, where dryout oc-

nisms and material effects on triggerability and en-

curs first. Notably, due to the high rate of steam

ergetics of single droplet steam explosion.

flow through the tip, the dryout zone and its temperature do not vary rapidly with increasing power load. In other words, the steam flow plays a role

Figure 7: Debris size distribution of eutectic and non-eutectic WO3-CaO melt droplets, with a 100 °C superheat, which underwent a steam explosion.

in coolability. An axially stratified debris bed with a fine-particle layer settle atop a larger-size particle layer is considered (see Figure 5c). The coolability of such bed is determined by the top layer in topflooding scheme, since the capillary force across the interface of the two layers prevents coolant from reaching the lower layer. Such a barrier, however, can be alleviated if coolant is supplied from the bottom through the annular gap as shown in Figure 5c where it is assumed that a 200-mm-thick layer with 0.5-mm-diameter particles sits atop a 474-mm-thick layer with 1-mm-diameter particles. The porosity is 0.45 for both layers. The dryout power density is calculated to be 356 kW/m3,

The MISTEE experiment [13] using WO3-CaO mix-

which is 63 % higher than the values (218 kW/m3)

ture as corium simulant provided data on the pro-

of the top-flooding bed packed with the 0.5-mm-

cesses in which the eutectic and non-eutectic com-

diameter particles. The dryout positions for the

positions affect steam explosion energetics of a sin-

three beds can be seen in Figure 6. The co-current

gle droplet. At lower superheat (100 °C) a notice-

two-phase flow in the multi-dimensional beds rais-

able differences in preconditioning and conversion

es the vulnerable location of dryout upward.

ratio between the eutectic and non-eutectic melts

Extensive sensitivity-uncertainty analysis has been

were observed. Such observations can be rational-

Figure 8: Morphology of the ­fragmented debris.

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011 3

251


ized by considering the phase change of a non-eu-

of the MSWI project was accomplished in 2011,

tectic melt droplet. If the droplet superheat is high

and significant progress was made and important

enough the material will be kept in liquid phase

findings were obtained during the period 2009–

during the interaction for both melt compositions.

2011 (also see the Annual Reports [17–18] for the

In the case of low superheat, the melt tempera-

years 2009 and 2010).

ture may fall between the liquidus and solidus line

In summary, substantial progress has been

for the non-eutectic one, and bring the melt into

achieved in the project to help quantify severe ac-

a mushy state. Once in this regime, the droplet is

cident risks in light water reactors (LWRs). The IN-

resilient to deformation and fragmentation. Corre-

COSAM study developed the capability of cou-

spondingly, the non-eutectic WO3-CaO melt drop-

pled thermo-mechanical creep analysis for the

let results in a mild steam explosion energetics.

lower head of a BWR with penetrations (instru-

The solidification difference between the eutectic

mentation guide tubes), so as to quantify the ves-

and non-eutectic compositions can be further ex-

sel modes timing, and melt discharge (jet size, melt

plored from the morphology of the debris particles

mass and melt compositions and superheat). The

collected in the MISTEE experiment, obtained by

DEFOR study gained the size distribution and mor-

means of sieving and physical and chemical analy-

phology of debris particles formed from melt cool-

sis of Scanning Electron Microscopy (SEM). The de-

ant interactions, influenced by water subcooling.

bris size distribution is presented in Figure 7. Gen-

The DEFOR study also obtained the dependency

erally speaking, eutectic WO3-CaO melt produced

of mass fraction of agglomerated debris on water

mostly fine fragments (38–150 μm), while the

pool depth, which was used to develop and vali-

non-eutectic produced mostly larger ones (300–

date a conservative-mechanistic approach to pre-

1700 μm); thus, indicating different fragmenta-

dict the debris agglomeration by using the VA-

tion rates between the materials. The morphology

PEX FCI code. The DECOSIM code is further devel-

of debris may help understand the solidification

oped and applied for investigation of feedbacks

characteristics of droplets, as shown in Figure 8.

and self-organization processes in the debris bed

With the purpose to understand the precondition-

formation and coolability, and self-spreading of

ing of the single droplet steam explosion and its

the bed in a gradual melt release mode. The PO-

influential factors, a study [14] is performed to

MECO study provided an approach to determine

simulate the deformation of droplets by using the

friction laws and dryout heat fluxes of particulate

commercial CFD code ANSYS FLUENT through the

beds packed with multi-sized and irregular parti-

Volume of Fluid (VOF) method. The preliminary re-

cles. The MISTEE experiment in the SERA study by

sults of separate-effect calculations demonstrate

using corium simulant (WO3-CaO) provides data

the importance of droplet velocity and melt prop-

on the processes that the eutectic and non-eutec-

erties to the pre-conditioning of a droplet.

tic binary mixture affects the steam explosion energetics, and it reveals noticeable differences only

International Cooperation

at lower superheat. As we enter 2012, the goal of the MSWI project at KTH remains to help resolve the issues of ex-

The activities in the MSWI Project at Royal Institute

vessel debris coolability and steam explosion, and

of Technology (KTH) are jointly supported by APRI

the topics with high uncertainties will be chosen

(consortium of the Swedish Nuclear Authority SSM

as the research focus. These include (i) initial and

and Swedish nuclear power companies), ENSI, Eu-

boundary conditions of the corium melt for ex-ves-

ropean Union (SARNET2 Project) and NKS (Nordic

sel phase; (ii) further validation of simulation tools

Nuclear Safety Research).

for debris formation; (iii) effect of debris bed inhomogeneity and multidimensionality on coolabili-

Assessment 2011 and Perspectives for 2012

ty; (iv) material (corium/simulant) effects on steam explosion; and (v) development and maturing of methodologies/tools for steam explosion risk assessment. The compass for the MSWI research is

The three-year research task entitled «Towards

still excellence, manifested in basic understanding

risk-informed severe accident issues resolution»

of risk-important phenomena. However, the de-

252

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011


terministic safety analysis alone could not resolve

[4] P. Kudinov and M. Davydov, Prediction of mass

the issues of ex-vessel coolability and steam ex-

fraction of agglomerated debris in a LWR se-

plosion, since it does not systematically consider

vere accident, Proc. of NURETH-14, Toronto,

the influence of severe accident scenarios. To ac-

Ontario, Canada, September 25–29, 2011.

count for all possible accident scenarios, probabi-

[5] S. Yakush and P. Kudinov, Effects of water

listic safety analysis has to be brought into the pic-

pool subcooling on the debris bed spreading

ture together with the ongoing emphasis on de-

by coolant flow, Proc. of 2011 Internation-

terministic principles (the key physics of phenom-

al Congress on Advances in Nuclear Power

ena). Thus, development of an efficient approach

Plants (ICAPP 2011), Nice, France, May 2–5,

to combine deterministic/probabilistic safety anal-

2011.

ysis is the key to resolve the severe accident issues.

[6] L.X. Li and W.M. Ma, Experimental charac-

The Risk Oriented Accident Analysis Methodology

terization of effective particle diameter of a

(ROAAM) is the best framework we can get for this

packed bed with multi-diameter spheres, Nu-

purpose, including the treatments of aleatory (ac-

clear Engineering and Design, vol. 241, pp.

cident scenario) and epistemic (physical phenom-

1736–1745, 2011.

enon) uncertainties. Accordingly, the next phase

[7] L.X. Li and W.M. Ma, An experimental study

(2012–2016) of the MSWI project will be focused

on the effective particle diameter of a packed

to development of «Risk-oriented framework for

bed with non-spherical particles, Transport in

safety analysis of severe accident issues in Nordic

Porous Media, vol. 89, pp. 35–48, 2011.

BWRs». The research activities in the new phase

[8] L.X. Li and W.M. Ma, Experimental investiga-

are divided into four sub-tasks, tightly intercon-

tions on friction laws and dryout heat flux of

nected with each other: (1) risk evaluation and

particulate bed packed with multi-size spheres

synthesis (RES); (2) melt ejection mode (MEM); (3)

or irregular particles, Proc. of ICONE19, Chi-

debris coolability map (DECO); and (4) steam ex-

ba, Japan, May 16–19, 2011.

plosion impact map (SEIM). Guidelines for experi-

[9] L.X. Li, S. Thakre and W.M. Ma, An experi-

mental and analytical activities in the MEM, DECO

mental study on two-phase flow and coola-

and SEIM sub-tasks as well as integration of de-

bility of particulate beds packed with multi-

veloped methods and produced data in ROAAM

size particles, Proc. of NURETH-14, Toronto,

frameworks will be provided in RES (risk evalua-

Canada, September 25–29, 2011.

tion and synthesis).

[10] L.X. Li, A. Karbojian, P. Kudinov and W.M. Ma, An experimental study on dryout heat flux of

Publications

particulate beds packed with irregular particles, Proc. of ICAPP2011, Nice, France, May 2–5, 2011.

[1] W. Villanueva, C.T. Tran and P. Kudinov, As-

[11] W.M. Ma, Prediction of dryout heat flux of

sessment with coupled thermo-mechanical

volumetrically heated particulate beds packed

creep analysis of combined CRGT and exter-

with multi-size particles, Proc. NURETH-14,

nal vessel cooling efficiency for a BWR, Proc. NURETH-14, Toronto, Canada, Sept. 25–29, 2011. [2] W. Villanueva, C.T. Tran and P. Kudinov, A Computational study on instrumentation

Toronto, Canada, September 25–29, 2011. [12] S. Yakush, P. Kudinov and N.T. Lubchenko, Sensitivity and uncertainty analysis of debris bed coolability, Proc. of NURETH-14, Toronto, Ontario, Canada, September 25–29, 2011.

guide tube failure during a severe accident in

[13] R.C. Hansson, L.T. Manickam and T.N. Dinh,

boiling water reactors, Proc. of NURETH-14,

The effect of binary oxide materials on a sin-

Toronto, Ontario, Canada, September 25–29,

gle droplet vapor explosion triggering, Proc.

2011.

NURETH-14, Toronto, Canada, September

[3] C.T. Tran and P. Kudinov, Local heat trans-

25–29, 2011.

fer from the corium melt pool to the boil-

[14] S. Thakre, L.X. Li and W.M. Ma, A numerical

ing water reactor pressure vessel wall, Proc.

analysis on the hydrodynamics of heavy mol-

of NURETH-14, Toronto, Canada, September

ten droplets in a water pool, Proceedings of

25–29, 2011.

ICAPP 2011, Nice, France, May 2–5, 2011.

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011

253


[15] Proceding of the 32th Review Meeting for

[17] W.M. Ma, P. Kudinov, A. Karbojian, C.T. Tran,

Project «Melt-Structure-Water Interactions in

R.C. Hansson, L.X. Li, F. Cadinu, Melt-struc-

a Severe Accident» (MSWI-32), KTH, Stock-

ture-water interactions during postulated se-

holm, Sweden, June 15, 2011, 118 p.

vere accidents in LWRs, ENSI Research and Ex-

[16] Proceeding of the

33rd

Review Meeting for

perience Report, 2009.

Project «Melt-Structure-Water Interactions in

[18] W.M. Ma, P. Kudinov, A. Karbojian, R.C. Hans-

a Severe Accident» (MSWI-33), KTH, Stock-

son, L.X. Li, W. Villanueva, F. Cadinu, L. Man-

holm, Sweden, December 15, 2011, 138 p.

ickam, Melt-structure-water interactions during postulated severe accidents in LWRs, ENSI Research and Experience Report, 2010.

254

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011


Zusammenarbeit in der ­generischen Strahlenschutzforschung Autor und Koautoren S. Mayer, M. Boschung, G. Butterweck, J. Eikenberg, I. Heese, H. Hödlmoser, M. Jäggi, Ch. Schuler Beauftragte Institution

Paul Scherrer Institut, Sektion Messwesen

Adresse

5232 Villigen PSI

Telefon, E-Mail, Internetadresse +41 (0)56 310 2338, Sabine.Mayer@psi.ch, www.psi.ch Dauer des Projekts

1. Januar 2010 bis 31. Dezember 2012

ZUSAMMENFASSUNG

ter Prototyp einer gammaspektrometrischen

Im Berichtsjahr wurden im Rahmen des Pro-

Messstation mit einem Natrium-Iodid-Detek-

jekts «Zusammenarbeit in der generischen

tor wurde im Messfeld PSI-OASE in Betrieb ge-

Strahlenschutzforschung» verschiedene Pro-

nommen.

jekte bearbeitet, die Weiterentwicklungen auf

Experten der Sektion Messwesen wirkten wei-

dem Gebiet der Dosimetrie, Strahlenmesstech-

terhin aktiv in verschiedenen internationalen

nik und Radioanalytik darstellen:

Arbeitsgruppen der Technischen Kommission

Thema der Doktorarbeit an der Sektion Mess-

85 der Internationalen Standardorganisation

wesen ist die Entwicklung eines Modells zur

ISO sowie in EURADOS («European Radiation

atmosphärischen Ausbreitung von Radionuk-

Dosimetry Group») mit. Dabei wurde an we-

liden, welches Topographie und Gebäude des

sentlichen Revisionen der Normenwerke, an

PSI berücksichtigen sowie turbulente Strömun-

der Erschaffung neuer Normen sowie an der

gen mit hoher Auflösung berechnen soll. Nach

Erstellung von internationalen Berichten ge-

grundlegendem Wechsel zu besser geeigne-

arbeitet.

ten Rechencodes und dem Einsatz vereinfach-

Die Radioanalytik nahm im Berichtsjahr wiede-

ter Modelle der PSI-Topographie konnten sig-

rum an verschiedenen nationalen und interna-

nifikante Fortschritte in der Simulation erzielt

tionalen Ringvergleichen teil (BfS-Berlin, PRO-

werden.

CORAD-Paris, IAEA-Wien, IRA-Lausanne), wo-

Zum Vergleich mit den im Rahmen der Disser-

bei alle Messresultate innerhalb der Toleranz-

tation erstellten Modellrechnungen sind Mes-

intervalle lagen.

sungen der Aktivitätskonzentration von durch

In der Radioanalytik wurde ein neues LS-Spek-

das PSI kontinuierlich abgegebenen gasför-

trometer mit TDCR-Elektronik kalibriert, mit

migen Positronenstrahlern geplant. Ein ers-

dem auch Absolutmessungen möglich sind.

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011

255


Projektziele

Durchgeführte Arbeiten und erreichte Ergebnisse

Gemäss den Vereinbarungen zur Zusammenarbeit den für 2011 folgende Projektziele mit dem ENSI

(11/1) Durchführung einer Doktorarbeit auf dem Gebiet der radioaktiven Ausbreitung

vereinbart:

Im Rahmen der Doktorarbeit wird ein hochauf-

in der generischen Strahlenschutzforschung wur-

gelöstes Modell zur atmosphärischen Ausbrei-

(11/1) Durchführung einer Doktorarbeit auf dem Gebiet der radioaktiven Ausbreitung

tung von Radionukliden entwickelt. Zunächst sollte ein geeignetes Simulationsprogramm gefunden werden, daher wurden im Jahr 2010 verschiede-

(11/2) Fachbegleitung der Doktorarbeit (Begleitung)

ne Computermodelle verglichen. Anfang 2011 fiel die Wahl auf das Modell EULAG, welches nun für die Doktorarbeit verwendet wird. EULAG kann

(11/3) Fachbegleitung der ­D oktorarbeit (Aufbereitung Daten im geografischen Informationssystem, Konstruktion und Tests Messstationen, Wartung und Datenaufbereitung Messstationen)

geophysikalische Strömungen mit hoher Auflösung unter Berücksichtigung komplexer Geometrien berechnen, ausserdem sind thermodynamische Prozesse bereits standardmässig implementiert. Mitte des Jahres wurde die Arbeit im 2. PhDInterview dem PhD-Kommitee vorgestellt und von

(11/4) Bestimmung von Aerosolverlusten in komplexen Leitungssystemen

diesem positiv bewertet. Zu Beginn wurde mit einem seriellen EULAG-Code gerechnet, der auf jedem Standard-PC verwendet

(11/5) Mitarbeit bei der internationalen Normung in Strahlenmesstechnik

werden kann. Dieser Code ist geeignet für einfache Tests, stösst aber bei aufwendigeren Simulationen aufgrund der hohen Rechenzeit an seine

(11/6) Teilnahme der Radioanalytik an internationalen Vergleichsmessungen (Gammaund Alpha-Spektrometrie, Tritium, Strontium, usw.)

Grenzen. Es erfolgte daher ein Umstieg auf den parallelen EULAG-Code, der auf Hochleistungsrechnern verwendet werden kann. Nach Beseitigung der technischen Hindernisse sind EULAG-Simulationen nun auf den Supercomputern CSCS

(11/7) Kalibrierung des neuen LS-Spektrometers Hidex 300 SL mit der Triple/DoubleKoinzidenz-Messtechnik

und DKRZ möglich. In der zweiten Hälfte des Jahres wurde der Wechsel auf eine aktualisierte EULAG-Version vorgenommen. Neben grundsätzlichen Verbesserungen

(11/8) Aufarbeitung und Dokumentation der Studien in n-Dosimetrie mit neuer Auswertetechnik für CR-39-Detektoren

im Programmcode können die Daten nun während des Laufs im Dateiformat NetCDF herausgeschrieben werden. Im Gegensatz hierzu musste bei Verwendung der alten Version ein weiterer

(11/9) Mitarbeit in EURADOS-Programmen mit direktem Bezug zu aktuellen Fragestellungen in der Schweiz

serieller Analyselauf durchgeführt werden, der bei grossen Datenmengen zeitintensiv war und ab einer gewissen Datengrösse unmöglich wird. Insofern war der Wechsel trotz des zusätzlichen Zeit-

(11/10) Ad-hoc-Probleme des ENSI nach Absprache mit dem Projektleiter

aufwandes sinnvoll. Der neue Code wurde dahingehend ergänzt, dass statistische Variablen, die für eine Analyse der Simulationsergebnisse notwendig sind, berechnet werden können. Zu den wichtigsten Variablen zählen neben der turbulenten kinetischen Energie der turbulente Wärmefluss und der turbulente Impulsfluss. Gegen Ende des Jahres wurde ein vereinfachter Aufbau des PSI erstellt (Fig. 1 links), mit dem Simu-

256

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011


Figur 1: Dargestellt sind eine vereinfachte Geometrie des PSI mit Gebäude und Aare (links) sowie ein Ausschnitt des PSI, der für weitere Simulationen verwendet wird (rechts).

lationen für unterschiedliche Schichtungsstabilitä10

ten durchgeführt werden. Ebenfalls simuliert wird

Radon-Zerfallsprodukte

die Ausbreitung von masselosen Teilchen, welche dem Wind zunächst als passiver Tracer übergesche Auswertung der Ergebnisse, bevor in einem weiteren Schritt die reale PSI-Topographie (Fig. 1 rechts) eingelesen wird. Die Ergebnisse der Analy-

Zählrate [IPS]

ben werden. Es erfolgt eine statistisch-physikali-

Annihilation

1

se dienen somit als Grundlage für weitere Simu-

40

K

0.1

0.01

Positronenstrahler

lationen, da mit erhöhter Komplexität mögliche

Radon-Zerfallsprodukte

Fehlerquellen schwieriger zu analysieren sind. Mit

0

2012 zu rechnen.

1000

1500

2000

der drei gezeigten Spektren lässt sich das im Bo40K

identi-

fizieren. Dessen Photonen-Emission bei 1460 keV

90

6

85

Datum [UTC]

Figur 3: Zeitlicher Verlauf des modifizierten MMGC-Verhältnisses und der Ortsdosisleistung im Messfeld PSI-OASE.

257

SDI-Ortsdosisleistung [nSv/h]

95

7 21. Sep 00:00

ler auf das Mess­ergebnis. Als gemeinsamer Faktor

8

20. Sep 18:00

gen den Einfluss verschiedener Photonen-Strah-

100

20. Sep 12:00

wurde im Messfeld PSI-OASE in Betrieb genommen. Die in Figur 2 dargestellten Spektren zei-

105

20. Sep 06:00

einem 3 × 3-Zoll-Natrium-Iodid-(NaI/Tl)Detektor

110

9

20. Sep 00:00

ner gammaspektrometrischen Messstation mit

115

10

19. Sep 18:00

sitronenstrahlern geplant. Ein erster Prototyp ei-

120

RadonZerfallsprodukte

11

19. Sep 12:00

PSI kontinuierlich abgegebenen gasförmigen Po-

12

125

MMGC ODL

Positronenstrahler

13

19. Sep 06:00

gen der Aktivitätskonzentration von durch das

14

19. Sep 00:00

tion erstellten Modellrechnungen sind Messun-

Figur 2: Photonen-Spektren der Prototyp-Messstation bei verschiedenen Wetterbedingungen.

modifiziertes MMGC-Verhältnis

Zum Vergleich mit den im Rahmen der Disserta-

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011

500

Energie [keV]

(11/3) Fachbegleitung der Doktor­arbeit (Aufbereitung Daten im geografischen ­Informationssystem, Konstruktion und Tests Messstationen, Wartung und ­Datenaufbereitung Messstationen)

den befindliche natürliche Radionuklid

Untergrund

0.001

den ersten Resultaten der Auswertung ist Anfang


me über die Produkte zwischen Energie und Zählrate der Kanäle des Spektrums ein Mass für die

Volumengrössenverteilung

3

L1 L3 P1 S1 S3

2

Ortsdosisleistung. Figur 3 zeigt den zeitlichen Ver-

L2 L4 P2 S2 S4

lauf der so berechneten Ortsdosisleistung, wobei der Kalibrierfaktor zwischen Ortsdosisleistung und SDI durch einen Vergleich mit der am gleichen Standort betriebenen NADAM-Sonde abgeleitet wurde. Im betrachteten Zeitintervall sind verschie-

1

dene Erhöhungen der Ortsdosisleistungen erkennbar. Eine weitere Kenngrösse, das MMGC (Man Made Gross Counts)-Verhältnis, bildet den Quoti-

0 0.1

1

10

100

1000

10000

Aerodynamischer Äquivalentdurchmesser [μm]

enten der Zählraten niederenergetischer Photonen (Energie kleiner 550 keV) und höherenergetischer Photonen (Energie grösser 550 keV). Das MMGC-

4

Verhältnis bleibt für eine Erhöhung der Ortsdosisleistung durch Radonzerfallsprodukte konstant, während es für einen Anstieg durch 511 keV-Photonen der Annihilationsstrahlung ebenfalls zu-

120

nimmt (Fig. 3). So kann eine Erhöhung der Orts-

Penetration [%]

100

dosisleistung klar der jeweiligen Quelle zugeordnet werden.

80

(11/4) Bestimmung von Aerosolverlusten in komplexen Leitungssystemen

60 40

Die Penetration von Aerosolpartikeln durch den Testaufbau des neuen Probenahmesystems des

20

Hochkamins PSI-Ost wurde durch zwei auf die

0 S1

L1

SP1

LP1

S2

L2

S3

L3

S4

L4

Prüfaerosol

Prüfung von Probenahmesystemen in Kernanlagen spezialisierte Firmen geprüft. Hierbei wurden polydisperse Prüfaerosole im Durchmesserbereich

5

zwischen 0.3 µm und 3000 µm (Fig. 4) verwendet. Figur 4: Grössenverteilungen der verwendeten Prüfaerosole.

Figur 5: Gemessene Penetrationen der verwendeten Prüfaerosole.

Eine Analyse der Messergebnisse zeigt eine gute Übereinstimmung zwischen den beiden Prüfern wird dazu verwendet, durch Temperaturschwan-

(Fig. 5). Sowohl für kleine Partikel (Prüfaerosole L1,

kungen verursachte Änderungen der Energieka-

S1) als auch für grosse Partikel (Prüfaerosole L3,

librierung zu kompensieren. Durch Niederschlä-

S3, L4, S4) wurden Penetrationen von der Probe-

ge werden in der Atmosphäre stets vorhandene

nahmesonde zum Filter des Aerosolmonitors grös-

Radon-Zerfallsprodukte ausgewaschen und auf

ser 80 % gemessen. Lediglich die Prüfaerosole im

dem Boden (und auch auf der Messstation) de-

Durchmesserbereich von 3 µm bis 30 µm weisen

poniert. Die Photonen-Emissionen der verschie-

geringere Penetrationen auf.

denen Radonzerfallsprodukte liegen über das ge-

Durch eine Modellrechung der Abscheidung mit

samte Spektrum verteilt vor (blaue Kurve in Fig. 2).

Hilfe des Programms DEPO2001 (AT&T Universi-

Die von der zentralen Fortluft PSI-West emittierten

ty, USA) kann eine Penetrationskurve (Fig. 6) des

gasförmigen Positronenstrahler können im Spekt-

Probenahmesystems vorhergesagt werden. Durch

rum durch die Annihilationsstrahlung bei 511 keV

Faltung dieser Penetrationskurve mit der Grössen-

identifiziert werden.

verteilung des Prüfaerosols kann weitergehend

Für eine automatische Auswertung der Spektren

ein Modellwert für die Penetration des jeweiligen

werden zwei Kenngrössen definiert, welche ähn-

Prüfaerosols berechnet werden (Fig. 7). Die mo-

lich seit langem für die Auswertung von aerora-

dellierte Penetration stimmt weitgehend mit den

diometrischen Spektren verwendet werden. Der

Messwerten für die Prüfaerosole L1, S1, L2 und

Spectrum Dose Index (SDI) bestimmt aus der Sum-

S2 überein.

258

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011


Eine Kalibrierung von Durchflussmessern auf unterschiedliche Referenzbedingungen lässt eine

1

Überschätzung der Penetration um sieben Pro-

0.9 0.8

ten. Die mittlere Abweichung zu den Modellwer-

0.7

ten beträgt 8 %.

0.6

Penetration

zent durch die Messungen beider Prüfer erwar-

Die Penetration der durch das PSI zur Verfügung gestellten Prüfaerosole LP1 und SP1 liegt deutlich

0.5 0.4

unter den erwarteten Werten. Dies legt die Hypo-

0.3

these einer zusätzlichen Abscheidung durch elek-

0.2

trostatische Kräfte nahe, auch weil keiner der bei-

0.1

den Prüfer, bedingt durch die verwendete Prüfme-

0 0.1

thode, Massnahmen zur Neutralisation der Aero-

1

10

100

1000

10000

Aerodynamischer Äquivalentdurchmesser [μm]

solpartikel anwendete. Das in DEPO2001 verwendete Modell geht von

6

«klebrigen» Partikeln aus. Eine Resuspension einmal abgelagerter Partikel wird nicht berücksichtigt. Die Messergebnisse für die Prüfaerosole mit

100%

grossen Partikeldurchmessern (L3, S3, L4 und S4), für welche durch das Modell eine verschwinden-

80%

(11/5) Mitarbeit bei der internationalen Normung in Strahlenmesstechnik

Penetration

de Penetration vorhergesagt wird, zeigen deutlich den Resuspensionseffekt auf.

der ISO-Arbeitsgruppe 14 «Air Monitoring and

40%

0%

Control» des ISO TC85/SC2 die Raumluftüber-

S1

wachung am Arbeitsplatz sowie die Raum- und Herstellung von Radionukliden zur Positronen-

60%

20%

Als «Preliminary work items» (PWI) wurde in

Fortluftüberwachung von Beschleunigern zur

Modell Messwert

L1

LP1

SP1

L2

S2

L3

L4

S4

7 Figur 6: Mit dem Modell DEPO2001 berechnete Penetrationskurve.

Emissionstomographie (PET) in die Agenda der Arbeitsgruppe aufgenommen. Die Haltung zum letztgenannten Normungsprojekt wird eng mit

len «Evaluation of surface contamination: Part 1:

dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) abgespro-

­Beta-emitters (maximum beta energy greater than

chen.

0,15 MeV) and alpha-emitters», «Evaluation of

Der Entwurf der Neufassung von ANSI N13.56 so-

surface contamination: Part 2: «Tritium surface

wie Elemente aus der Norm ISO 2889 bilden die

contamination» und «Evaluation of surface con-

Grundlage der neu zu erstellenden ISO-Normen.

tamination – Part 3: Isomeric transition and elec-

Für beide Normentwürfe hat das PSI in Zusam-

tron capture emitters, low energy beta-emitters

menarbeit mit der Universität Hannover (Deutsch-

(Emax < 0,15 MeV)» zusammengesetzten Stan-

land) Beispiele zur Unsicherheitsabschätzung ge-

dards ISO 7503 ist unter der Führung des ISO-Se-

mäss Norm ISO 11929 erstellt, welche als infor-

kretariats einem Revisionsplan unterworfen wor-

mativer Anhang den Normen beigefügt werden.

den. Mit Einverständnis des ISO-Sekretariats sollen

Es ist geplant, dass die beiden Normentwürfe Ende

die drei Teile unter den neuen Titeln Part 1: «Practi-

Dezember dem ISO-Sekretariat zur Verfügung ge-

cal Surface Contamination Monitoring», Part 2:

stellt werden. Anfang 2012 werden beide New

«Indirect evaluation of surface contamination»

Work Item Proposals (NWIP) zur internationalen

und Part 3: «Calibration of instruments for sur-

Abstimmung gestellt.

face contamination evaluation» gemeinsam edi-

Die innerhalb der Arbeitsgruppe 17 des ISO TC85/

tiert und den entsprechenden Länderabstimmun-

SC2 stattfindende Revision des aus den drei Tei-

gen unterworfen werden.

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011

S3

Prüfaerosol

259

Figur 7: Vergleich ­zwischen modellierten und ­gemessenen Penetrationen der Prüfaerosole.


Tabelle 1 (oben): Aktiniden in Stuhlasche: PSI-Resultate und Vergleich mit den Labor-Mittelwerten (L.M.). Die Aktivitäten beziehen sich auf die gesamte Probe von 2.5 g (Messunsicherheiten 2). Tabelle 2 (unten): Aktiniden in Stuhlasche: Referenzwerte und Vergleich PSI/ Referenzwerte. Die Aktivitäten beziehen sich auf die gesamte Probe von 2.5 g (Messunsicherheiten 2).

Probe

234U [mBq]

PSI / L.M.

238U [mBq]

PSI / L.M.

238Pu [mBq]

PSI / L.M.

A

17 + 2

0.98

15 + 2

1.02

150 + 15

0.99

B

19 + 2

1.08

15 + 2

1.00

<1

Probe

238Pu [mBq]

PSI / Referenzwert

A

158 + 7

0.94

B

<1

241Am

[mBq]

241Am

[mBq]

(11/6) Teilnahme der Radioanalytik an ­internationalen Vergleichsmessungen (Gamma- und Alpha-Spektrometrie, ­Tritium, Strontium, usw.)

244Cm [mBq]

0.91

18 + 3

<1

PSI / L.M.

<1

53 + 6

PSI / Referenzwert

244Cm [mBq]

0.95

19 + 1

<1 56 + 2

PSI / L.M.

0.99

PSI / Referenzwert

<1

Wasser 2011, IAEA, Wien (234U, Gamma-Strahler und sanne (40K,

90Sr

137Cs, 90Sr)

0.95

238U, 226Ra),

(4)

in Milchpulver, IRA, Lau-

sowie (5)

14C

und Uran

in Urin 2011, Bundesamt für Strahlenschutz, Ber-

Im Jahr 2011 nahm die Radioanalytik an folgenden

lin. Bei den Vergleichsmessungen 1 – 4 waren alle

Vergleichsmessungen teil: (1) BFS-Reaktorwasser,

Messwerte innerhalb der Messunsicherheiten

Bundesamt für Strahlenschutz, Berlin (-Strahler,

identisch zu den Labormittel- und Referenzwer-

PSI Code Nr. 45). (2) Aktiniden in Stuhl 2011, PRO-

ten. Die Resultate von Vergleichsmessung 5 sind

CORAD (CEA), Frankreich (-Strahler, Pu, Am, U).

noch ausstehend.

Die Resultate sind den Tabellen 1 und 2 zu entFigur 8: In der Beta- und Alphagrafik ist in Schwarz, resp. Blau der Probenpeak und in Rot der Untergrund einer Hotlabor-Schlammprobe dargestellt. Im 3D-Plot wird die Alpha-BetaSeparation grafisch durch den PLI angedeutet.

einstimmung mit den Mittelwerten der Teilneh-

(11/7) Kalibrierung des neuen ­LS-Spektrometers Hidex 300 SL mit der Triple/Double-Koinzidenz-Messtechnik

mer und den Referenzwerten vom Veranstalter des

Mit dem im Dezember 2010 installierten LS-Spekt-

Ringversuches (Tab. 1 und Tab. 2).

rometer Hidex 300 SL wurde für die Nuklide 241Pu

Des Weiteren wurde noch an folgenden Ringver-

(-Emitter), 238Pu, 239,240Pu und 242Pu (-Emitter) in

gleichen teilgenommen: (3) Uran und Radium in

radioaktiven Schlammproben die /-Separation

nehmen. Der Ringvergleich ergab innerhalb der Messunsicherheiten eine zufriedenstellende Über-

260

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011


getestet. Die /-Separation beim Hidex 300 SL

IRPA2012 in Glasgow präsentiert werden. Dazu

basiert auf Folgendem: Sowohl der - als auch

wurde ein Abstract im Herbst 2011 eingereicht.

der -Puls bestehen je aus einem Anstieg, der

Im Weiteren wurde an der Vergleichsmessung für

nur 1-10 ns dauert. Der Zerfall der beiden Pul-

Neutronen-Personendosimeter der PTB teilgenom-

se ist jedoch eindeutig unterschiedlich; der -Puls

men und die Ergebnisse in der AN-96-11-72 [1]

weist eine längere Verweilzeit als der -Puls auf.

zusammengefasst.

Beim Hidex 300 SL wird das Verhältnis von Zerfall und Anstieg der Pulse berechnet und als Pulslängenindex (PLI) dargestellt. Wird ein PLI gesetzt,

Nationale Zusammenarbeit

dann werden alle Punkte oberhalb der PLI-Linie als -Pulse betrachtet und die Werte darunter als

Ein reger wissenschaftlicher Austausch findet mit

-Pulse. Mit der z-Achsenfunktion kann man den

dem Institut de Radiophysique (IRA) statt, der ein-

2D-Plot in der «Höhe» verstellen und somit kann

mal jährlich mit dem PSI-IRA-Kolloquium abgerun-

im Bild die Basis bis zu der Spitze des Peaks be-

det wird, in dem eine Reihe der wissenschaftlichen

trachtet werden (siehe «Z-Axis Maximum» in Figur

Projekte vorgestellt wird. Das diesjährige Kolloqui-

8). Liegen die - und -Peaks nahe beieinander, so

um wurde jedoch aus zeitlichen Gründen auf das

besteht unter Verwendung der Gain-Funktion eine

Frühjahr 2012 verschoben.

weitere Möglichkeit, die Peaks optisch deutlicher auseinanderzuhalten. Somit kann die Einstellung des PLI-Wertes optimiert werden (Fig. 8).

Internationale Zusammenarbeit

Bei der TDCR-Technik (tripple to double coincidence ratio) werden statt der üblichen zwei drei

Die Sektion Messwesen ist in mehreren Arbeits-

Photomultiplier für die Szintillationsmessung ver-

gruppen von EURADOS («European Radiation Do-

wendet. Gemessen werden die Trippel-Koinzidenz­

simetry Group») vertreten, die die Zusammenar-

ereignisse aller drei Photomultiplier im Vergleich

beit auf dem Gebiet der Dosimetrie ionisierender

zu den Doppel-Koinzidenzereignissen von jeweils

Strahlung im europäischen Raum fördert. Anfang

zwei Photomultipliern (also insgesamt 3 Doppel-

des Jahres veranstaltet EURADOS immer die Jah-

koinzidenzereignisse). Die TDCR- Technik hat nun

resversammlung, diesmal in Prag, bei der alle Ar-

den Vorteil, dass leichte Quencheffekte nicht mit

beitsgruppen zusammenkommen. Während des

einer separaten Quenchkurve korrigiert werden

Jahres tagen die einzelnen Arbeitsgruppen an un-

müssen. Da sich Quencheffekte bereits bei den

terschiedlichen Orten.

Double- und noch stärker bei den Tripple-Ereignissen bemerkbar machen, wird als Funktion des Quenching der TDCR-Wert geringer und damit die Zählausbeute kleiner. Solange die Zähleffizi-

Bewertung 2011 und Ausblick 2012

enz 20 % übersteigt, besteht ein linearer Zusammenhang zwischen dem TDCR-Wert und der Zähl­

Die Projektziele 2011 wurden gemäss den Verein-

effizienz.

barungen zur Zusammenarbeit in der generischen Strahlenschutzforschung aus der Sicht des PSI er-

(11/8) Aufarbeitung und Dokumentation der Studien in n-Dosimetrie mit neuer ­Auswertetechnik für CR-39-Detektoren

reicht. Für das Jahr 2012 sind die Weiterführung

Im Rahmen dieses Teilprojektes wurde ein Indus-

ten und teils neue geplant, die gemeinsam mit

triepraktikant des NE-Masterkurses der ETHZ be-

dem ENSI definiert werden.

der Doktorarbeit und deren Fachbegleitung, teils Weiterführungen von bereits bestehenden Projek-

treut, der CR-39-Detektor-Materialien von drei verschiedenen Herstellern (Thermo Electron, TASL und Chiyoda Technol Corporation) miteinander

Publikationen

verglich. Die Studie konzentrierte sich einerseits auf Untergrunddetektoren und andererseits auf

❚ M . Jaeggi, S. Roellin, J. Alvarado-Cortez and

Detektoren, die vorgängig mit 3 mSv bestrahlt

Eikenberg, J. Determination of

wurden. Die Ergebnisse der Studie sollen bei der

lear waste slurries: a comparative study using

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011

241Pu

in nuc-

261


LSC and ICP-MS. Appl. Radiation Isotopes (in

Referenzen

press). On-line available: doi:10.10.16/j.apradiso.2011.10.005, 2011. ❚ N. Thiollière, L. Zanini, J.-Ch. David, J. Eikenberg,

A. Guertin, Yu. Konobeyev, S. Lemaire and S. Pa-

[1] M. Boschung, Vergleichsmessung an Neutronen-Personendosimetern bei der PTB im Jahr 2011, PSI AN-96-11-72, 2011.

nebianco, Gas production in the MEGAPIE spallation target. Nucl. Science & Engineering 169, 178-187, 2011.

262

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011


Zusammenarbeit in der praktischen Strahlenschutzforschung Autor und Koautoren S. Mayer, M. Boschung, G. Butterweck, J. Eikenberg, I. Heese, H. Hödlmoser, M. Jäggi, Ch. Schuler Beauftragte Institution

Paul Scherrer Institut, Sektion Messwesen

Adresse

CH-5232 Villigen PSI

Telefon, E-Mail, Internetadresse +41 (0)56 310 2338, Sabine.Mayer@psi.ch, www.psi.ch Dauer des Projekts

1. Januar 2010 bis 31. Dezember 2012

ZUSAMMENFASSUNG

die Felder der

Im Berichtsjahr wurden im Rahmen des Pro-

le ohne und mit D2O-Moderator ausgemes-

jekts «Zusammenarbeit in der praktischen

sen und modelliert. Zudem konnte der Photo-

Strahlenschutzforschung» verschiedene Pro-

nenanteil der genannten Quellen abgeschätzt

jekte bearbeitet, die Weiterentwicklungen auf

werden, und es wurde der Einfluss des ISO-

dem Gebiet der Dosimetrie, Strahlenmesstech-

Wasserphantoms, welches zur Kalibrierung

nik und Radioanalytik darstellen:

von Dosimetern verwendet werden muss, auf

Die im Zeitraum zwischen 19. und 23.9.2011

die Streustrahlung im Raum über Simulation

durchgeführte Aeroradiometrie-Messübung

und Messung untersucht.

2011 wurde wiederum von einem Experten

In der Radioanalytik wurden drei Methoden

der Sektion Messwesen begleitet. Die erzielten

entwickelt und erfolgreich getestet:

Resultate werden in einem wissenschaftlichen

❚ Mikrowellenaufschluss von Beton,

Bericht zusammengefasst.

❚ Schnellmethode für Aktiniden in Abwasser,

Die Charakterisierung der n-Bestrahlungseinrichtungen der PSI-Kalibrierstelle machte im 2011 sehr wesentliche Fortschritte. So wurden

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011

241Am-Be-

und der

252Cf-Quel-

und ❚ Bestimmung von Pb- und Ra-Radionukliden

in Mineralwasser.

263


Projektziele

(11/8) Ad-Hoc-Probleme des ENSI nach Absprache mit dem Projektleiter

Gemäss den Vereinbarungen zur Zusammenarbeit in der praktischen Strahlenschutzforschung wurvereinbart:

Durchgeführte Arbeiten und erreichte Ergebnisse

(11/1) Begleitung der Aeroradiometrieübungen mit Berichterstattung

(11/1) Begleitung der Aeroradiometrieübungen mit Berichterstattung

den für 2011 folgende Projektziele mit dem ENSI

Die Ergebnisse der Aeroradiometrie-Übung 2010

(11/2) Charakterisierung der n-Bestrahlungseinrichtungen (Messung und Simulation)

wurden als PSI-Bericht 11-02 veröffentlicht. Das Programm der im Zeitraum zwischen 19. und 23.9.2011 durchgeführten AeroradiometrieMessübung 2011 enthielt Messungen in den Rou-

(11/3) Weiterentwicklung und Optimierung eingeführter Messmethoden in KKW

tine-Messgebieten KKM und KKG, im Reuss-Delta und vor allem im Kanton Tessin (Fig. 1). Gemeinsam mit Einsatzkräften des Kantons Tessin

(11/4) Entwicklung von Mikrowellenaufschlüssen mit aktiven Betonproben sowie Bestimmung des Nuklidvektors von Hotlabor-Schlammproben

wurde eine Einsatzübung mit einem simulierten Transport­unfall durchgeführt. Figur 2 zeigt das für die Einsatzübung gestellte Unfallszenario. Teile der Übung wurden durch Gäste der Dänischen Emergency Management Agency begleitet.

(11/5) Optimierung einer radiochemischen Schnellmethode für die simultane Bestimmung von U, Pu, Am und Cm in Abwasserproben (11/6) Einführung einer Analysemethode zur Bestimmung von Pb-210/Po-210 und Ra226/Ra-228 in Trink- und Mineralwässern

Diese Agentur betreibt die dänischen Aeroradiometrie-Systeme, so dass ein willkommener Erfahrungsaustausch möglich war.

(11/2) Charakterisierung der ­n-Bestrahlungseinrichtungen Messungen und Modellfunktionen Zur Eichung und Kalibrierung von Neutronenmessgeräten oder -dosimetern stehen in der Eichstelle

(11/7) Charakterisierung des PSI-Ganzkörperzählers mittels Messung und Simulation

eine Bestrahlungsbank mit einer einer

252Cf-Quelle

241Am-Be-

und

samt D2O-Moderator zur Verfü-

Figur 1: Messaufgaben der AeroradiometrieMessübung 2011.

264

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011


gute Übereinstimmung mit den Messwerten. Alle Messergebnisse, detaillierte Simulationsergebnisse sowie genaue Beschreibungen der Messverfahren, Modellfunktionen und der Simulation wurden in den Technischen Mitteilungen TM-96-11-02 [1] und TM-96-11-15 [2] zusammengestellt.

Bestimmung des Photonenanteils im ­Neutronenfeld Im Rahmen der Charakterisierung der Neutronenfelder wurden auch Messungen zum PhotoFigur 2: Gestelltes Unfallszenario für die Einsatzübung im Tessin.

nenanteil der Neutronenquellen durchgeführt. Die Quantifizierung des Photonenanteils an der von der

252Cf-

und

241Am-Be-Quelle

stammen-

den Umgebungs-Äquivalentdosisleistung ist notgung. Die Neuvermessung und Simulation der n-

wendig, um z.B. die Neutronenempfindlichkeit ei-

Bestrahlungsanlagen stellen ein langfristiges Pro-

nes Photonenmessgerätes abschätzen zu können.

jekt dar, zu dem bereits 2010 Vorarbeiten durch-

Die Messung der von einer Neutronenquelle stam-

geführt wurden. 2011 wurden umfangreiche

menden Photonen ist experimentell relativ schwie-

Messungen aller Quellen mit dem im Dezember

rig. Dazu werden Photonenmessgeräte mit einer

Figur 4 (unten): Erweiterte Unsicherheit (k=2) der Dosisleistung als Funktion der Messposition für die drei Strahlenqualitäten.

2010 bei der PTB neu kalibrierten Sekundärnormal (LB6411) abgeschlossen. Mithilfe der Messergebnisse wurden Modellfunktionen zur Beschreibung der Dosisleistung (dH*(10)/dt und dHp(10)/dt) als Funktion der Distanz zur den verschiedenen Quellen definiert, die in der Routinekalibrierung zur Bestimmung der Messpositionen verwendet werden. Ausserdem wurde für die hergeleiteten Modelle eine Unsicherheitsbestimmung durchgeführt, die die Angabe der erweiterten Unsicherheit (k=2) der Dosisleistung in einer Kalibrierung als Funktion der Distanz von den Quellen erlaubt. Figur 3 zeigt sowohl die gemessenen Umgebungs-Äquivalentdosisleistungen als auch die Modellfunktionen samt 95 %-Konfidenzintervallen für die drei Quellen. Die relativen Unsicherheiten sind in Figur 4 zusammengestellt.

Monte-Carlo-Simulationen Zur genaueren Charakterisierung der Neutronenfelder wurde ein aufwendiges geometrisches Modell des Bestrahlungsraums in der MCNPX-Simulationsumgebung erstellt. Die Simulationen erlauben die Bestimmung des Streuanteils an der gemessenen Neutronendosisleistung sowie die Rückführung der Streustrahlung auf verschiedene Streuobjekte im Bestrahlungsraum. Ausserdem liefern die Rechnungen Spektren für alle Bestrahlungssituationen. Die simulierten Gesamtdosisleistungen für die drei Strahlenqualitäten, die ebenfalls in Figur 3 dargestellt sind, zeigen eine sehr

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011

Figur 3 (oben): UmgebungsÄquivalentdosisleistung als Funktion der Distanz von den drei Neutronenquellen der Eichstelle. Gezeigt werden Mess- und Simulationsergebnisse sowie abgeleitete Modellfunktionen und 95 %-Konfidenzintervalle.

265


Einfluss des ISO-Quaderphantoms auf das ­Neutronenfeld Das Monte-Carlo-Modell der Bestrahlungsanlagen wurde dazu benutzt, den Einfluss des ISO-Wasserphantoms auf das Neutronenfeld der

252Cf-Quel-

le zu simulieren. Dabei wurden der Dosisaufbau nahe der Oberfläche des Phantoms durch rückgestreute Neutronen, die Homogenität des Dosisverlaufs entlang der Oberfläche und die Modifikation des Neutronenspektrums in Anwesenheit des Phantoms untersucht, jeweils unter Berücksichtigung des Einflusses des vom Bestrahlungsraum zurückgestreuten Neutronenanteils. In einem Meter Entfernung von der Quelle beträgt der Dosis­ aufbau an der Phantomoberfläche im Bestrahlungsraum 10 % verglichen mit 16 % bei einer Simulation ohne den Einfluss der Rückstreuung des Raumes – siehe Figur 6. Die 10 % Dosisaufbau konnten in einer Messung mit MGP DMC 2000 GN-Aktivdosimetern experimentell annähernd reproduziert werden. Die Messungen und Simulationsergebnisse sind in der TM-96-11-24 [4] zusammengefasst.

(11/3) Weiterentwicklung und Optimierung eingeführter Messmethoden in KKW Figur 5 (oben): Bestimmung des Photonenanteils der 252Cf- und 241Am-BeQuellen der Eichstelle durch verschiedene Photonendetektoren. Figur 6 (unten): Dosisaufbau durch r­ückgestreute Neutronen in Anwesenheit des ISO-Wasserphantoms.

Arbeiten zu diesem Teilprojekt betrafen im Berichtsjahr die

137Cs-Bestrahlungsanlage

im KKM

idealerweise verschwindend kleinen Neutronen-

und Personenausgangsmonitore im KKG.

empfindlichkeit verwendet, die aber in der Praxis

Seit 1999 wird die Erstkalibrierung der

nie gleich Null ist. Da die Photonendosisleistung

strahlungsanlage für die Überprüfung von D- und

von den Quellen nur ca. 3–5 % der Neutronen-

DL-Messinstrumenten im KKM auf Wunsch des

dosisleistung beträgt, kann in dem starken Neu-

Betreibers konsequent alle drei Jahre durch die ak-

tronenfeld durch die nicht verschwindende Neu-

kreditierte Kalibrierstelle des PSI überprüft. Diese

tronenempfindlichkeit der Photonenmessgeräte

Überprüfung mit PTB-kalibrierten Ionisationskam-

ein Falschsignal in der Grössenordnung des Pho-

mern zeigte die gewohnten Toleranzen relativ zu

tonensignals hervorgerufen werden, was gemein-

den PSI-Sollwerten. Parallel zu dieser Überprüfung

sam mit der Energieabhängigkeit der Messgerä-

sind jeweils anlagenspezifische Probleme zu lösen,

te zu grossen Unsicherheiten führt. Daher wurde

wie etwa der Übergang von schwachen zu stärke-

die Messung mit insgesamt sieben verschiedenen

ren Quellen. Dieser Übergang wird notwendig, so-

Photonenmessgeräten durchgeführt. Die Ergeb-

bald eine bestimmte, einer der Bestrahlungsquel-

nisse sind in der Figur 5 zusammengefasst und

len der Anlage zugeordnete Photonendosisleis-

wurden in der TM-96-11-19 [3] dokumentiert. Zu-

tung infolge des radioaktiven Zerfalls nicht mehr

sätzlich zu den dort beschriebenen Experimenten

zur Verfügung steht.

wurde in der Zwischenzeit noch eine Messung in

Im KKG wird die durch die Aufsichtsbehörde ge-

Zusammenarbeit mit der österreichischen Seibers-

forderte Thorax-Triagemessung nicht in dem durch

dorf Labor GmbH mit einem Tissue Equivalent Pro-

die DoV geforderten Intervall durchgeführt, son-

portional Counter (TEPC) durchgeführt. Insgesamt

dern für jeden KKG-Mitarbeiter beim Verlassen der

wurde für die 252Cf-Quelle ein mittlerer Photonen-

Zone beim Durchgang durch den End-Personen-

anteil von 3.7 % und für die solcher von 5 % bestimmt.

266

241Am-Be-Quelle

ein

137Cs-Be-

monitor. Die entsprechenden betastrahlungsempfindlichen Personenmonitore sind deshalb im Be-

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011


reich des Thorax mit speziellen Grossflächen-De-

1800

tektoren für Photonenstrahlung ausgerüstet. Wese Triagemessung war die PSI-Kalibrierstelle bei der Kalibrierung des Monitors mit dem Blockphantom IGOR vor allem mit Problemen seitens der implementierten Software konfrontiert.

(11/4) Entwicklung von Mikrowellenaufschlüssen mit aktiven Betonproben sowie Bestimmung des Nuklidvektors von Hot­ labor-Schlammproben

1600

Aktivitätskonzentration [Bq/g]

gen der werkseitig fehlenden Einrichtung für die-

TriCarb 1 TriCarb 2 Hidex 300 SL Hidex 300 SL direkt

1400 1200 1000 800 600 400 200 0

Mikrowellenaufschlüsse mit aktiven Betonproben

HL-1

HL-2

HL-3

HL-4

HL-5

HL-6

HL-7

diochemie sollten sieben verschiedene neutronenaktivierte Betonproben mit der Mikrowelle aufge241Am,

siehe Jäggi et al. 2011. Das Ziel war es, eine Ver-

und 232Th bestimmt wer-

gleichsmessung zwischen dem TriCarb und dem

den. Unter Zugabe von 30 ml conc. HNO3, 12 ml

neu erworbenen LSC-Messgerät, Hidex 300 SL,

conc. HF und 6 ml conc. H2O2 konnten 0.6 g Be-

zu machen.

ton aufgeschlossen werden. Um die HF zu kom-

Die Grafik in Figur 7 zeigt sehr schön, dass die kor-

plexieren, wurden in einem zweiten Mikrowellen-

rigierten Daten von TriCarb und Hidex (Korrektur

gang 60 ml H3BO3 (5 %) zugegeben, was sich zu-

von

241Pu-Verunreinigungen

vor für eine inaktive Betonprobe als optimal zeig-

tels

241Pu-Quench)

te. Beim Normal- und Marmorbeton (5 von 7 Pro-

241Pu-Ausbeute

ben) waren die Rückstände < 0.1 %, was als To-

der TDCR (Tripple to Double Coincidence Ratio),

talaufschluss bezeichnet werden kann. Zwei der

welcher der Ausbeute meist gleichgesetzt wird,

Proben bestehen aus Barytkies, welcher sich nur

liegt hier bei 56 %. Die türkisfarbenen Säulen zei-

zum Teil mit der Mikrowelle aufschliessen liess.

gen, dass auch in einem Notfall mit dem Hidex-

Ein Zusatzversuch mit einer Na-Karbonat-Fusion

Gerät direkt mit den Rohdaten die Grössenord-

führte ebenfalls nicht zu einem Totalaufschluss,

nung der Aktivitätskonzentration, unter Berück-

weswegen diese Proben nicht weiter verfolgt wer-

sichtigung des Startgewichts der Probe, abge-

den konnten. Die aufgeschlossenen Proben wur-

schätzt werden kann. Im Falle der zehn Hotlabor-

den abfiltriert und mit demin. H2O gespült. Dar-

Schlammproben beträgt die Unsicherheit 9 % bis

aus entstand ca. 170 ml Lösungsmenge. Die Ak-

30 %.

tinidentrennung folgte nach der Arbeitsvorschrift

Ebenso wurden die 14C- und 3H-Aktivitätskonzen-

AARA51 (Arbeitsanweisung: Bestimmung von Ak-

trationen aus dem organischen Material bestimmt

tiniden in RHB-Schlammproben), also Pu über BIO-

(Schlamm bei 40 °C getrocknet). Diese Arbeiten

RAD AG-1-X2-Säule, U und Th über die UTEVA-

haben gezeigt, dass alle Methoden, welche an den

Säule und Am über die TRU-Säule. Die Mikrowel-

RHB-Schlammproben erarbeitet wurden, auch bei

lenmethode erspart den offenen Aufschluss mit

den zehn Hotlabor-Schlammproben funktionier-

HF in der Kapelle bei Normal- und Marmorbeton

ten. Somit ist nun das RHB-Nuklidinventar erstellt

und der Aufschluss kann in einem halben Tag ge-

und das Projekt abgeschlossen.

schlossen und die Aktivität der Aktiniden 239,240Pu, 234U, 238U, 230Th

und derjenigen mit-

sehr gut übereinstimmen. Die

bei TriCarb liegt bei ca. 34 % und

macht werden.

Bestimmung des Nuklidvektors von HotlaborSchlammproben

Bestimmung der Aktiniden aus Boden mit dem Resin DGA als Vorkonzentrationsschritt In Zusammenarbeit mit der Firma Triskem Inter-

In diesem Jahr wurden die 241Pu-Aktivitätskonzen-

national, Frankreich, welche unter anderem Säu-

trationen am geglühten Schlamm (bei 500 °C) ge-

len für die radiochemische Trennung von Nukli-

messen. Dazu wurden die Elektrolyseplättchen der

den vertreibt, wurde eine neue Methode zur Ak-

Plutoniumfraktion verwendet, weiteres Vorgehen

tinidentrennung in Bodenproben erarbeitet. Nach

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011

HL-8

HL-9

HL-10

Proben

In einer Zusammenarbeit mit dem Labor für Ra-

267

Figur 7: Vergleich der  241PuAktivitätskonzentrationen gemessen mit dem TriCarb (violett und weinrot) und dem Hidex 300 SL (gelb: korrigiert mit 241Pu-Quench und 241Pu-Verunreinigungen; türkis: ohne Korrektur).


90Sr

[Bq/g] (separate 90Sr-Methode)

Probe

HNO3 gelöst und filtriert und mit 10 ml 8M HNO3

Ausbeute [%]

gespült. In eine 1-cm-Ø-Bio-Rad-Säule wurde 1 g

Zwilag-Mischprobe 1999

5.97 (5.82)

83.63 (–)

Sr-spec-Harz eingewogen und mit 5 ml 8M HNO3

Beznau 2011

1.23 (1.32)

66.01 (88.04)

konditioniert. Die Säule wurde danach mit den

Ukraine 2011

2.47 (2.19)

81.60 (90.86)

30 ml Filtratlösung beladen und mit 20 ml 8M

BAG Diesse 2011

3.62 2.48

47 47

BAG Fahrni 2011

3.79 3.50

76 74

olsulfonsäure gelöst, mit 18 ml Ultima Gold LLT

BAG Allmendhubel 2011

9.53 8.69

46 50

zeigt deutlich, dass mit 30 g Boden die Aktiniden

Tabelle 1: Vergleich der Aktivitätskonzentrationen und 85Sr-Ausbeuten, erzielt mit der praktizierten und der neuen Methode zur Sr-Bestimmung.

HNO3 gespült. Strontium wurde danach mit 10 ml 0.05M HNO3 eluiert, eingedampft, mit 2 ml Tolugemischt und die Proben gemessen. Tabelle 1 239,240Pu, 238Pu

stimmt werden können, was bisher bei Bodenproben nicht möglich war. dem Auslaugen einer Bodenprobe mit 100 ml 6M

niden, welche sehr stark auf der DGA adsorbieren

(11/5) Optimierung einer radiochemischen Schnellmethode für die simultane Bestimmung von U, Pu, Am und Cm in ­Abwasserproben

(siehe Figur 8). Die Anwendung dieser Methode

Drei Typen von Experimenten wurden nach der

HCl wurde nach dem Filtrationsschritt die Lösung über 0.6 g offenes DGA-Harz laufen gelassen. Dieser Schritt bewirkt eine Vorkonzentration der Akti-

resultierte in Ausbeuten von > 80 % für 243Am

242Pu

bei

Batch-Adsorption der Aktiniden an das für die

gab es in

Aktinidenelemente sehr selektive Adsorptions-

der Tracerausbeute weiterhin grosse Schwankun-

harz ACTINIDE RESIN™ (Fa. Triskem Europe) und

gen, und weitere Schritte zur Optimierung werden

anschliessender Filtration der wässerigen Phase

noch getestet.

durchgeführt:

sieben verschiedenen Böden. Für

getestet, ob

1. Transfer des Filters mit dem Filterrückstand in

90Sr-Be-

ein LSC-Vial, in dem 18 ml der Szintillations-

stimmung möglich wäre. Die 6M-HCl-Lösung wur-

flüssigkeit Ultima Gold™ vorgelegt wurden.

de nach der DGA aufgefangen und eingedampft.

Konsekutive Spülung des Randes der Filtrati-

Der Rückstand musste mit 5 ml conc. HNO3 (65 %)

onsapparatur mit 2 ml Wasser, um das noch

gelöst und nochmals vorsichtig eingedampft wer-

am Rand haftende Extraktionsharz quantitativ

den. Danach wurde der Rückstand in 20 ml 8M

in das LSC-Vial zu transferieren. Vor der Mes-

Es wurde zusätzlich mit

85Sr-Tracer

aus der gleichen Probe auch noch eine Figur 8: Trennungsgang von Plutonium und Americium aus Bodenproben mit dem neuen DGAVorkonzentrationsschritt, blau markiert.

und 241Am gleichzeitig mit 90Sr be-

sung wurde die Probe dann über Nacht stehen gelassen, damit sich das Filtermaterial (Cellulose) und die stationäre Phase vollständig auf-

Aktinidentrennung von Bodenproben

lösen konnten. Nach Homogenisierung des LS-Cocktails dann Messung im /-TriCarb-

-Lösung 6 M HCl oder -Lösung verdünnen – 3-4M HCl. -Pu und Am auf erster DGA vorkonzentrieren

Bodenproben sammeln im Feld und trocknen

-Thorium-Auffänger -Säule verwerfen

Bodenproben sieben und mahlen

Veraschung der organischen Stoffe durch kochen und bei 400°C im Ofen (15h)

Auslaugen durch kochen

Abtrennung unlöslicher Bestandteile durch Abnutschen

Spektrometer mit zuvor aufgenommener /-U/TEVA und DGA mit 8M HNO3 konditionieren . -Lösung laufen lassen und spülen mit 8M HNO3 und Säulen trennen

-6M HCl – oxidierendes Milieu -H2O2 (30%) – Oxidationsmittel, bringt Pu in die 4wertige Form

-U spülen mit 0.1M HNO3 Eluat ansäuern mit conc. HNO3 (8M HNO3) und H2O2 zugeben

Diese Versuche ergaben durchwegs quantitative Ausbeuten, allerdings ergaben sich für trübe, gefärbt Abwasserproben Quencheffekte, die

Pu und Am eluieren mit 0.03 M Oxalat in 0.25 M HCl -Tracerzugabe 243Am und 242Pu -HNO3 (65%)

Spill-Over-Kurve für optimierte /-Separation.

-0.1 M HCl -Am -0.03M NaNO2

neben einer Energieverschiebung der -Peaks mitunter auch eine signifikante Reduktion der Peakefficiency bis zu 50 % ausmachten. Für die meisten Abwasserproben konnten aber nahezu

-BIO-RAD mit 8M HNO3 konditionieren und 8M HNO3 Lösung über BIO-Rad laufen lassen. -Säule mit 8M HNO3 und mit 10M HCl (Th) spülen. -Pu IV – Pu III reduzieren und mit 20ml 9M HCl – 0.1M HI eluieren.

-Lanthanidenabtrennung über TEVA-Säule via NH4SCN; -2 M HCl

-Am

-Elektrolyse und AlphaSpektrometrie von Am und Pu

quantitative Ausbeuten erreicht werden (d.h. das Produkt aus chemischer Adsorptions-Ausbeute und Zählausbeute lag bei 8 von 10 Proben bei über 90 %. 2. Ablösung des Harzes von der inerten Trägersubstanz mit einem organischen Lösungsmittel

268

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011


(Isopropanol), Mischung mit der LS-Szintillator-

Schlussfolgerung: Methode 1 bringt mit dem ge-

flüssigkeit Ultima Gold™ und anschliessender

ringsten Aufwand die besten Ergebnisse. Bei zu

LS-Messung. Diese Methode erschien zunächst

starken Quencheffekten (Kontrolle über Quench-

die beste Schnellmethode zu sein, aber bei Ab-

Parametermessung) liefert die Methode jedoch

wässern mit hohem Schwebstoffanteil verstopf-

keine quantitativen Ergebnisse. In solchen Fällen

ten die Poren des Extraktionsharzes, und eine

ist es besser, Aliquote der Abwasserproben wie

quantitative Ablösung des ­Extraktionsharzes

bisher einzudampfen und direkt im hochauflösen-

von der Trägersubstanz (Amberlite) war nicht

den Alpha-Spektrometer zu vermessen. Allerdings

mehr möglich. Für Abwasserproben mit hohem

sollte zur besseren Quantifizierung dieser klassi-

Schwebstoffanteil wurden daher häufig nur

schen Methode die Zähleffizienz der Messpräpa-

Ausbeuten von 30 % erzielt.

rate als Funktion des Proben-Flächengewichtes be-

3. Ablösung des Harzes von der inerten Träger-

stimmt werden.

substanz mit einem organischen Lösungsmittel

(HNO3/H2O2), danach Auflösung des minerali-

(11/6) Einführung einer Analysemethode zur Bestimmung von Pb-210/Po-210 und Ra-226/Ra-228 in Trink- und Mineral­ wässern

sierten Rückstandes mit 2 ml HCl, Mischung mit

Seit einigen Jahren wird ein radiumselektives Fil-

LS-Cocktail, Homogenisierung und Messung.

termaterial der Firma 3M Empore, das sogenannte

Diese Versuche brachten quantitative Ausbeu-

Rad Disk, vertrieben. Die vom Hersteller empfohle-

ten für Abwässer mit geringem Schwebstoffan-

nen Anwendungen wurden in verschiedenen La-

teil. Durch die Zerstörung des Harzes und voll-

bors zur Radium-Bestimmung in Mineralwässern

ständiger Aufoxidation waren nun auch keine

getestet. Es wurde damit begonnen, mit dem Hi-

Quenchkorrekturen mehr notwendig. Wie bei

dex 300 SL Spektren sowohl mit einem

(Isopropanol) und anschliessendem kompletten Eindampfen der organischen Phase und Zerstörung des Harzes mit starken Oxidationsmitteln

210Pb-Tracer

226Ra-

als

aufzunehmen und die

Methode 2 liess sich auch hier das Harz nicht

auch mit einem

quantitativ vom Filter eluieren, wenn sich auf-

Messparameter zu optimieren. Um bei der Bestim-

10 grund eines Schwebstoffanteils die Pro- mung von 228Ra-Interferenzen im -Fenster mit Zusammenarbeit in hohen der praktischen Strahlenschutzforschung 210Pb zu vermeiden, ist es notwendig, Blei vor der be schlecht filtrieren liess.

Beta

30 30

120 120

25 25

100 100

20 20

80 80

15 15

60 60

10 10

40 40

55 00

20 20

11

10 10

100 100

1000 1000

Beta

30 30

0 0

10 10

100 100

1000 1000

10000 10000

Figur 10: Messung 1.5 Tage nach Elution mit Folgeprodukten (-Fenster mit 214Pb, -Fenster mit 222Rn, 218Po, 214Po).

Alpha

140 140 120 120

25 25

100 100

20 20

80 80

15 15

60 60

10 10

40 40

55 00

Figur 9: Messung 1 Stunde nach Elution, 226Ra im -Fenster.

Alpha

140 140

20 20

11

10 10

100 100

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011

1000 1000

0 0

10 10

100 100

1000 1000

10000 10000

269


Elution von Radium abzutrennen. Der Versuchsab-

gen und teils neue Projekte geplant, die gemein-

lauf ist einfach: die Wasserprobe wird durch Zuga-

sam mit dem ENSI definiert werden.

be von HNO3 konz. auf 2M angesäuert und durch das Filter gesaugt. Die Elution von Blei erfolgt mit einer 0.2M Diammonium-Hydrogen-Citrat-Lösung,

Publikationen

anschliessend werden die Ra-Isotope mit 0.25M alkalischer EDTA-Lösung eluiert. Das 20-ml-Szintilla-

❚ H. Hoedlmoser, Ch. Schuler, G. Butterweck,

tionsfläschchen wird mit OptiPhase Hisafe3 aufge-

S. Mayer, Characteristics of the Neutron Irradia-

füllt. Die Messung erfolgt bis 2 Stunden nach der

tion Facilities of the PSI Calibration Laboratory,

Elution, danach wird das Ergebnis durch Folgenuk-

accepted for publication in AIP Proceedings of

lide (siehe Figur 9 und 10) beeinflusst.

the 11th International Conference on Applications of Nuclear Techniques (Crete ‘11).

(11/7) Charakterisierung des PSI-Ganzkörperzählers mittels Messung und Simulation

❚ B. Bucher, G. Butterweck, L. Rybach, G. Schwarz

Bei diesem in Zusammenarbeit mit dem IRA ge-

im Rahmen der Übung ARM10, PSI-Bericht Nr.

führten Studien-Projekt geht es darum, die Effi-

11-02, ISSN 1019-0643, Juni 2011.

zienz des Ganzkörperzählers des PSI mit Mon-

und S. Mayer, Aeroradiometrische Messungen

❚ M. Jaeggi, S. Roellin, J. Alvarado-Cortez and

te-Carlo(MC)-Simulationen zu berechnen. Im Be-

J. Eikenberg, Determination of

richtsjahr 2010 wurde das von der IRA erstellte,

lear waste slurries: a comparative study using

virtuelle Modell des Messsystems durch Vergleich

LSC and ICP-MS. Appl. Radiation Isotopes (in

mit Messungen einfacher Geometrien im Ganz-

press). Online available: doi:10.10.16/j.apradi-

körperzähler verifiziert. Die Messungen mit einfa-

so.2011.10.005, 2011.

241Pu

in nuc-

chen Geometrien wurden daraufhin auf komple-

❚ N . Thiollière, L. Zanini, J.-Ch. David, J. Eikenberg,

xere Geometrien ausgeweitet, welche dann wie-

A. Guertin, Yu. Konobeyev, S. Lemaire and S. Pa-

derum vom IRA im Berichtsjahr 2011 in Simulati-

nebianco, Gas production in the MEGAPIE spal-

onsinputs «übersetzt» wurden. Diese Inputs wur-

lation target. Nucl. Science & Engineering 169,

den dann teils am IRA und teils vom PSI am Super-

178-187, 2011.

computer CSCS gerechnet. Im Weiteren war eine gemeinsame Publikation über die Ergebnisse der Studie geplant, die nun leider durch unvorherseh-

Referenzen

bare Ereignisse in das Berichtsjahr 2012 verschoben wurde.

[1] H. Hoedlmoser, Ch. Schuler, G. Butterweck, N. Chetelat, S. Mayer, Characterization of the

Nationale Zusammenarbeit

241Am-Be

neutron source of the PSI calibration

laboratory, PSI TM-96-11-02, 2011. [2] H. Hoedlmoser, Ch. Schuler, G. Butterweck,

Auf nationaler Ebene fand eine intensive Kollabo-

A. Karcher, S. Mayer, Characterization of the

ration in mehreren Teilprojekten mit dem Institut

252Cf

de Radiophysique (IRA) statt.

and 252Cf(D2O) neutron source of the PSI

calibration laboratory, PSI TM-96-11-15, 2011. [3] H. Hoedlmoser, M. Boschung, K. Meier, S. May-

Bewertung 2011 und Ausblick 2012

er, Photon contribution of the 252Cf and 241AmBe neutron sources of the PSI Calibration Laboratory, PSI TM-96-11-19, 2011. [4] H. Hoedlmoser, O.S. Hetland, S. Mayer, Influ-

Die Projektziele 2011 wurden gemäss den Verein-

ence of the ISO water slab phantom on the

barungen zur Zusammenarbeit in der praktischen

neutron field of a calibration source, PSI TM-

Strahlenschutzforschung aus der Sicht des PSI er-

96-11-24, 2011.

reicht. Für das Jahr 2012 sind teils Weiterführun-

270

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011


RC Experiment Rock Mass Characterization Author und Co-author(s) R. Thoeny, F. Amann, E.A. Button, S. Loew Institution

ETH ZĂźrich

Address

Sonneggstrasse 5, 8092 ZĂźrich

Tel., E-mail, Internet address

+41 (0)44 632 23 12, reto.thoeny@erdw.ethz.ch

Duration of project

4 years

ABSTRACT

hole BRC-1 are extremely heterogeneous. In

The main objective of the RC experiment is

addition, the behaviour changes from the syn-

the characterization of mechanical rock mass

to the post-excavation stage. The data sug-

properties of Opalinus Clay relevant for the

gests that displacement vectors are mainly in-

scale of a repository drift. Of particular interest

fluenced by the rock mass structure, the exca-

are the mechanical characteristics of pre-exist-

vation-induced stress redistribution and even-

ing discontinuities such as faults or fault zones

tually by swelling processes.

and their influence on stress redistribution in

Continuous monitoring of 3-dimensional de-

the near-field of the excavation. In 2008, a 5Â m

formations derived from borehole BRC-2 in the

high horse shoe shaped profile was sequential-

north-eastern sidewall of the RC section, al-

ly excavated between GM 94.5 and GM 121.5

lowed the characterization of temporal and

of Gallery 08. This tunnel section was used

spatial deformation behaviour during and af-

to characterize the spatial and temporal evo-

ter tunnel construction. Deflectometer data

lution of the displacement field in the Opali-

showed significant reversible and irreversible

nus Clay during and after tunnel construction.

variations in vertical and horizontal deflection

Complementing the in-situ experiment, a lab-

during the syn-excavation stage, which are

oratory investigation program was conducted

clearly associated with the occurrence of tec-

to improve our understanding of the failure

tonic fault zones and the stress redistribution

process of intact Opalinus Clay. The synthesis

as a consequence of tunnelling.

of geological, laboratory and monitoring data

Contour line plots derived from geodetic mon-

contributes to a better understanding of the

itoring data revealed extremely heterogeneous

short- and long-term excavation-induced rock

displacement characteristics which is consis-

mechanical processes in a transversal isotropic

tent with differential displacement maps ob-

and heterogeneous clay shale.

tained from high resolution laser scanning. The

Monitoring of 3-dimensional displacements

integration of the structural data together with

below the invert of Gallery 08 at GM 93.5 dur-

the measured displacement field suggests that

ing and after excavation of the RC section re-

the observed deformation behaviour is the re-

vealed new results about the short- and long-

sult of stress rotations close to the advancing

term excavation-induced deformations. It was

face, the presence or absence of pre-existing

shown that magnitudes and orientations of

discontinuities in the surrounding rock mass as

displacement vectors along the vertical bore-

well as their orientation and frequency.

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011

271


Project goals

limited to 11 months. Magnet-Extensometer and Chain-Deflectometer measurements were termi-

The primary objective of the RC experiment is to

nated in May 2011 and cover a time span of 38

characterize the mechanical rock mass properties

and 31 months, respectively. This time span is of

of Opalinus Clay relevant for the scale of a re-

particular interest for the performance of high-

pository drift. Of particular interest are the me-

level nuclear waste emplacement drifts that will

chanical characteristics of pre-existing discontinu-

be backfilled about two years after their construc-

ities such as faults or fault zones and their influ-

tion and emplacing of the waste canisters. In the

ence on the stress redistribution in the near-field

context of the long-term heaving project, Swissto-

of the excavation. In 2008, a 5 m high horse shoe

po additionally performed high resolution leveling

shaped tunnel section located between GM 94.5

measurements during and after the construction

and GM 121.5 of Gallery 08 was used to charac-

of Gallery 08. Three measuring campaigns were

terize the rock mass behaviour of Opalinus Clay

conducted between April and June 2008 (Kistler

during and after tunnel construction (Thoeny et

2008) and one was performed in January 2009.

al. 2010). Complementing the in-situ experiment, to improve our understanding of the failure pro-

Rock mass response below the tunnel invert

cess of intact Opalinus Clay under different load-

Monitoring of 3-dimensional displacements below

ing conditions (Amann et al. 2009 & 2010). The

the tunnel invert of Gallery 08 during and after ex-

synthesis of geological, laboratory and monitor-

cavation of the RC section, revealed new results

ing data contributes to a better understanding of

associated with short- and long-term deformation

the short- and long-term excavation-induced rock

behaviour. The cumulative displacement vectors

mechanical processes in a transversal isotropic and

projected in the direction of the tunnel axis from

heterogeneous clay shale, thus improving our abil-

TRIVEC measurements in borehole BRC-1, located

ity to properly characterize this material for future

at GM 93.5 of Gallery 08, are presented in Figure

project requirements.

2. It can be seen that orientations and magnitudes

a laboratory investigation program was conducted

of displacement vectors along the borehole axis

Work carried out and results obtained

are extremely heterogeneous and that the behaviour changes from the syn- to the post-excavation stage. Within the syn-excavation stage I (see Figure 2), most of the measuring points revealed dis-

Figure 1: Plan view of the RC experiment足 showing instrumentation and relevant boundary 足conditions.

A set of continuous and periodically measured

placement vectors normal to bedding and heaving

long-term monitoring data from BRC-1 and BRC-2

rates up to 0.19 mm/day. This is in contrast to the

was analyzed to quantify long-term deformations

relatively flat-laying displacement vectors of the

in the near-field of the RC section (Figure 1). Large

uppermost and the central measuring point. Dur-

deformations at the borehole top of BRC-1 did

ing the syn-excavation stage II ongoing deforma-

not allow for further TRIVEC measurements after

tions were limited to these two measuring points

the last measuring campaign in February 2009.

with vertical displacements of 0.52 mm and 0.28

Therefore the monitoring period for the TRIVEC is

mm, respectively. These findings suggest a discrete

272

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011


block displacement related to localized deformations between 3 and 4 m depth. Repeat measurements conducted 199 days (post-excavation stage I) and 270 days (post-excavation stage II) after completion of the RC section indicate considerable heaving within the uppermost 4 m. The magnitude of the integrated vertical displacement for this borehole section was 4.9 and 5.3 mm, respectively, with displacement vectors oriented normal to bedding. In February 2009, the integrated vertical displacements along the borehole was 7.3 mm, which is consistent with geodetic measured heaving magnitudes of 7.2 mm and 6.3 mm recorded in January 2009 at GM 79.5 and GM 111.1, respectively (personal communication M. Kistler, Swisstopo). The results clearly show that excavation-induced deformations exceed a depth of 7 m. Both, the magnitude and orientation of the displacement vectors are related to rock mass structure and the excavation progress. In the long-term, significant deformations are limited to the uppermost 4 meters and contribute substantially (up to 90 %) to the total invert heaving. The findings obtained in this study suggest two different deformation processes below the tunnel invert: 1) deformations associated with the stress redistribution as a consequence of tunnelling, and 2) swelling of clay minerals. The latter process is supported by swelling laboratory tests conducted by Vögtli and Bossart (1999). Their results showed significant anisotropic swelling behaviour with higher swelling pressures (up to 2 MPa) and swelling heaves normal to bedding. The anticipated swelling behaviour in the post-excavation stage is also supported by the observed time-depended cracking of the invert slab

case of vertical deflections. The horizontal com-

in older galleries in the Mont Terri underground

ponent of deflection typically shows much higher

rock laboratory. The data also suggest that the

values than the vertical component, and is perma-

depth range were long-term deformations occur

nent. The most significant horizontal deflections

is to a certain extent influenced by the initial de-

occurred close to the start niche and in the tunnel

formation characteristics associated with the ex-

section where the main fault intersects the gallery.

cavation process.

Vertical deflections showed generally smaller values and were partially reversible for some of the

Rock mass response in the side wall of the RC section

measuring points. This reversible behaviour was

Deflectometer data from borehole BRC-2, located

the main fault, which suggests reactivation of in-

in the NE sidewall of the RC section, are plotted in

ternal shear planes. This is consistent with corre-

Figure 3 as cumulative horizontal and vertical de-

sponding changes in interval length obtained from

flections. Negative values correspond to deforma-

the Magnet-Extensometer (Amann et al. 2010).

tions towards the tunnel in case of horizontal de-

Figure 3 shows that largest variations in horizon-

flections and downward directed deformations in

tal and vertical deflection were measured during

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011

most dominant for the measuring points within

273

Figure 2: Longitudinal components of displacement vectors during the syn- and post-excavation stage derived from TRIVEC measurements in ­borehole BRC-1.


Figure 3: Time series of each 足measuring point of the Chain-Deflectometer presented as 足cumulative a) horizontal 足deflections and b) vertical 足deflections. c) Optical televiewer image of the borehole BRC-2 with the identified geological structures and the positions of the measuring points of the Chain-Deflectometer.

the syn-excavation stage between the 21st of April

and GM 115 is clearly associated with the inter-

and the 2nd of June 2008. This is explained by the

section of the main fault with Gallery 08. The sig-

advancing tunnel face and the resulting kinematic

nificant increase of settlements at the crown prior

freedom, especially in horizontal direction. In the

to and behind of the main fault, provides evidence

long-term, small variations in deflection were lim-

of stress concentrations in the adjacent rock mass.

ited to weaker fault zones and last until the end

Reactivation of the main fault as consequence of

of the measuring period. For measuring points lo-

stress redistribution is demonstrated by the highly

cated in less fractured rock mass, cumulative hor-

deformed zero line at the fault zone boundaries. In

izontal and vertical deflections revealed constant

tunnel sections close to the face, settlements were

values after completion of Gallery 08 at the end

mainly limited to the crown and did not affect the

of December 2008. The linear decrease in verti-

upper side wall prisms. This suggest that the dis-

cal deflection for the measuring point at GM 110

placement field within approximately one tunnel

(Figure 3 b) is not consistent with the data derived

diameter behind the face is the result of stress ro-

from the Magnet-Extensometer. Since this strong

tations close to the advancing face and the con-

deflection is also not compensated by the adjacent

strained kinematic freedom associated with the

measuring points, it might be a measuring error.

tunnel face. The result gained from all these deformation mon-

Spatial and temporal analysis of tunnel wall displacements

itoring systems will be used to derive a 3-dimen-

Figure 4 shows two different representations of

geomechanical processes in the rock mass sur-

unwrapped contour line plots of cumulative set-

rounding a deposition gallery. Continuous dis-

tlements monitored at the crown and at the side-

placement monitoring during and after construc-

walls during a face position at GM 124. Positive

tion of the RC section provides essential data to

values correspond to heaving and negative values

investigate the spatial and temporal evolution of

show settlements. Evaluation of the entire RC sec-

the displacement field in a transversal isotropic

tion revealed that the general deformation behav-

and heterogeneous clay shale. In general, the data

iour indicate settlements at the roof and the up-

revealed extremely heterogeneous displacement

per sidewall prisms, and heaving of prisms close

characteristics, which are consistent with differen-

to the tunnel invert. Deviations of this behaviour

tial displacement maps obtained from high reso-

were observed close to the tunnel face and in tun-

lution laser scanning. The integration of the struc-

nel sections containing faults or fault zones. In Fig-

tural data together with the measured displace-

ure 4 the displacement pattern between GM 110

ment field suggests that the observed deforma-

274

sional understanding of the short- and long-term

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011


tion behaviour is the result of stress rotations close

carbonate content has no influence on the BTS.

to the advancing face, the presence or absence of

Carbonate in Opalinus Clay can entirely be relat-

pre-existing discontinuities in the surrounding rock

ed to shell fragments or bioclasts (Klinkenberg et

mass as well as their orientation and frequency.

al. 2009). However, recent carbonate analyses of specimens

Carbonate content versus strength

used for unconfined compressive strength tests

Amann et al. (2010) showed on a series of Bra-

(Amann et al. 2011a) revealed that the UCS of

zillian Tensile Strength tests (BTS) that the tensile

specimens with Sw = 1.0 tend to decrease with in-

strength of Opalinus Clay specimens tends to in-

creasing carbonate content (Figure 5). These find-

crease substantially with decreasing water con-

ings are consistent with the findings of Klinken-

tent. The relationship between the mass fraction

berg et al. (2009). They postulated that in Opali-

of carbonate and BTS was studied using specimens

nus Clay specimens with higher content of isolated

with a saturation of Sw = 1.0 to eliminate strength

coarse bioclasts and (thus carbonate content) mi-

alterations due to the state. It was shown that the

cro-fractures can interact and coalesce more easily and the rupture stress is smaller compared to specimens with less shell fragments. Therefore the variability in UCS of saturated specimens can be related to differences in the total content of heterogeneities, which control to a certain extent the probability of interaction and coalescence of micro-cracks.

National Cooperation ENSI provides major funding of the RC experiment and cooperates with ETH in the coordination of this research activity. Swisstopo is the second costsharing partner of the RC experiment and carried Figure 5: Relationship between unconfined compressive (UCS) strength on mass content of carbonate. All 足specimens revealed a saturation degree of 1.0.

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011

out geological mapping of the RC section and core logging of BRC-1, BRC-2, BRC-3 and BRC-4. In the context of the long-term heaving project, Swissto-

275

Figure 4: Unwrapped contour line plots of cumulative settlements given in meter a) underlain by the geological map and b) color-coded. The contour line plots show the influence of the main fault crossing the RC section and the impact of stress rotations on the displacement field around the tunnel face. Positive values correspond to heaving and negative 足values show settlements.


po additionally carried out 4 high resolution geodetic measurement campaigns in the Gallery 08.

❚ F. Amann, R. Thoeny, P.K. Kaiser, E.A. Button

(2011c), Insight into the brittle failure behaviour of clay shales in unconfined and confined com-

International Cooperation

pression, paper presented at the 45th US Rock Mechanics/Geomechanics Symposium 2011, San Francisco, CA, American Rock Mechanics

The institutions cooperating with the Chair of En-

Association, ARMA 11-536.

gineering Geology at ETH and ENSI are the follow-

❚ C . Nussbaum, P. Bossart, F. Amann, C. Aubourg

ing: 1) Bundesanstalt für Geowissenschaften und

(2011), Analysis of tectonic structures and ex-

Rohstoffe (BGR), Germany; 2) Chevron ETC, USA.

cavation induced fractures in the Opalinus Clay, Mont Terri underground rock laboratory (Swit-

Assessment 2011 and Perspectives for 2012

zerland). Swiss J Geosci (2011) 104: 187–210.

References

During 2011 borehole-based monitoring data were analyzed and revealed a series of relevant

[1] R. Thoeny, F. Amann, E.A. Button (2010),

new findings regarding short- and long-term de-

Ground conditions and the relationship to

formation processes in the near-field of the RC sec-

ground behaviour – a new mine-by project in

tion. These findings are consistent with the tem-

Opalinus Clay at Mont Terri rock laboratory,

poral and spatial displacement behaviour at the

paper presented at European Rock Mechan-

tunnel walls derived from geodetic measurements

ics Symposium 2010, Lausanne, Switzerland,

and laser scans. The next phase of the project will

Rock Mechanics and Environmental Engineer-

be spent for further interpretation and compila-

ing, edited by Zhao, Labious, Dudt and Math-

tion of field data as well as for HM-coupled nu-

ier, Taylor & Francis Group, London, ISBN 978-

merical analysis of identified geomechanical pro-

0-415-58654-2.

cesses. The mechanical model will be based on

[2] F. Amann, E.A. Button, R. Thoeny, S. Loew

back-calculated properties, which are consistent

(2009), RC Experiment, Rock Mass Character-

with the measured stress-strain behaviour of Opa-

ization, ENSI Research and Experience Report

linus Clay under compressive loading conditions. In addition, unconfined compressive strength test

2009, p. 171–179. [3] F. Amann, R. Thoeny, E.A. Button, S. Loew

on intact Opalinus Clay samples with predefined

(2010), RC Experiment, Rock Mass Character-

saturation will be done to investigate the influence

ization, ENSI Research and Experience Report

of saturation degree on the elastic properties, brit-

2010, p. 197–202.

tle failure behaviour and rupture strength in a sys-

[4] M. Kistler (2008), Geodetic survey in RC sec-

tematic manner. The results of these tests may as-

tion, Technical Note, TN 2008-66, Swisstopo,

sist the interpretation of the short-term behaviour

Switzerland.

of Opalinus Clay.

[5] B. Vögtli and P. Bossart (1999), Swelling Experiments (DT). Mont Terri Rock Laboratory, Re-

Publications

sults of the hydrogeological, geochemical and geotechnical experiments performed in 1996 and 1997, Geol. Rep. Swiss natl. hydrol. Geol.

❚ F. Amann, E.A. Button, K.F. Evans, V.S. Gischig,

Surv. 23.

M. Blümel (2011a), Experimental study of the

[6] M. Klinkenberg, S. Kaufhold, R. Dohrmann,

brittle behaviour of clay shale in rapid uncon-

S. Siegesmund (2009), Influence of carbon-

fined compression. Rock Mech Rock Eng.

ate microfabric on the failure strength of clay-

❚ F. Amann, P.K. Kaiser, E.A. Button (2011b), Ex-

stones. Engineering Geology, 107: 42–54.

perimental study of brittle behaviour of clay shale in rapid triaxial compression. Rock Mech Rock Eng.

276

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011


Climate Modelling of the Weichselian Glacial Period Author and Co-Author(s)

D. Hofer, C.C. Raible

Institution

Klima- und Umweltphysik, Universität Bern

Address

Sidlerstrasse 5, 3012 Bern

Tel., E-Mail, Internet address +41 (0)31 631 44 50, dhofer@climate.unibe.ch, www.climate.unibe.ch Duration of project

July 1, 2010 to May 31, 2012

ABSTRACT

in the North Atlantic region. These changes in

The project was launched in 2010 to assess the

the atmospheric dynamics generate a band

impact of different glacial boundary conditions

of increased precipitation in the mid-latitudes

on the atmospheric dynamics and the precipi-

across the Atlantic to southern Europe in win-

tation pattern in the European region. Chang-

ter, while the precipitation pattern in summer

es in the precipitation pattern during glacial

is only marginally affected. The impact of the

periods are important as they steer the growth

radiative forcing differences between the two

of glaciers and thus, the potential of deep ero-

glacial states and of the prescribed time-vary-

sion, which has to be considered in the plan-

ing lower boundary conditions are of second

ning of deep geological repositories for radio-

order importance compared to the one of the

active waste.

Laurentide ice sheet. They affect the atmo-

Using a global climate model a set of sensitiv-

spheric dynamics and precipitation in a simi-

ity simulations with different glacial bound-

lar but less pronounced manner as the topo-

ary conditions has been conducted consider-

graphic changes, i.e., in simulations with low-

ing two states of the Weichselian glacial pe-

er temperatures in the northern part of the

riod, namely the maximum glaciation around

North Atlantic â&#x20AC;&#x201C; due to radiative forcing or sea

21 ka ago and an earlier state around 65 ka

surface temperatures â&#x20AC;&#x201C;, the storm track is dis-

ago. By comparing the simulations the sensi-

placed southwards and the precipitation is to

tivity to changes in the ice sheet distribution,

some extent increased in the band across the

in the radiative forcing, and in the prescribed

Atlantic to Southern Europe.

time-varying lower boundary conditions are in-

Even though Switzerland is located just at the

vestigated.

edge of the area, where the topographical-

The strongest differences in precipitation and

ly induced changes in mean precipitation are

atmospheric circulation are found for simula-

statistically significant, the results give a hint

tions with different heights of the Laurentide

how accumulation rates could change also

ice sheet. A large altitude of this ice sheet leads

over Switzerland.

to a southward displacement of the storm track

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011

277


Project goals

2 simulations), and Middle Weichselian (65 ka ago, MW; 5 simulations). In all cases the time-slice ex-

Deep geological repositories for radioactive waste

periments represent equilibrium states. The seven

need to be save for up to one million years. For

glacial simulations allow to investigate the sensi-

such a long perspective glacial periods and the

tivity to the SST and sea ice distribution, to the ex-

potential influence of deep erosion due to glaciers

ternal forcing (orbital and greenhouse gases), and

have to be considered for the repository sites. The

to the ice sheet distribution.

aim of this project is to investigate the impact of

The influence of the ocean surface forcing is ana-

different glacial boundary conditions on the at-

lyzed using the two LGM simulations (called LGM1

mospheric dynamics and the precipitation pattern,

and LGM2) as they differ only in this aspect. To in-

and to identify the influence of the changes on the

vestigate the impact of the radiative forcing the

glaciers in Switzerland.

LGM simulations are compared to a MW simulation with the same ice sheet topography as in LGM

Work carried out and results obtained

(MWLGM). Finally, four different ice sheet topographies are applied in the other MW simulations. The two simulations of the recent past are used only as reference states for the changes found in

Figure 1: LGM ice sheet extent (all colored areas) and thickness (contours, interval 1 km), and additional land areas in MW (black) and LGM (black and gray). The different colors indicate the regions of the strongest reduction of the ice sheet height in the MW simulations compared with the LGM one (see also text): red and orange for MWEU, green for MWUS, and green and orange for MWNS. The coastlines and ice sheets for LGM are based on ICE-5G [3]. The shift of the coastlines (shown as the boundary of 50 % land fraction) corresponds to a sea-level change of 80 m (MW) and 120 m (LGM).

Experimental setup

the glacial simulations (PD = present-day, PI = pre-

The project is based on simulations with a global

industrial).

atmosphere general circulation model (Communi-

For the four time periods, the values for the Earth's

ty Climate System Model version 4, [1]) with pre-

orbital parameters are calculated according to [2]

scribed sea surface temperatures (SST) and sea ice

and the concentrations of the greenhouse gases

extent. The model is run in a 0.9 ° × 1.25 ° horizon-

are estimated from ice core measurements. The

tal resolution and the prescribed lower boundary

topography and the coastlines for the glacial sim-

conditions are taken from simulations with a ful-

ulations are based on the ICE-5G reconstruction

ly-coupled but lower resolved atmosphere-ocean

of [3] for LGM, which corresponds to a sea lev-

general circulation model.

el change of 120 m. However, for the MW simu-

To investigate the sensitivity of the glacial climate

lations (except MWLGM) the total ice mass is re-

to changes in the boundary conditions a set of

duced – by lowering the height of the ice sheets –

nine time-slice experiments is conducted consid-

to the equivalent of a 80 m sea level change. The

ering four different periods: present-day (1990

reduction is applied either evenly (MWLIN), mostly

AD; 1 simulation), preindustrial (1850 AD; 1 sim-

to the Fennoscandian ice sheet (MWEU), only to

ulation), Last Glacial Maximum (21 ka ago, LGM;

the Laurentide ice sheet (MWUS), or to the Lau-

278

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011


rentide ice sheet and additionally the ice sheet of

coast of Europe and North America, in a band at

the Nordic Sea is removed (MWNS). An overview

35°N across most of the Atlantic and in some re-

of the ice sheet topography and the different areas

gions at the edges of the major ice sheets. As for

of the reduction is presented in Fig. 1.

SAT the large-scale precipitation anomaly pattern

Other boundary conditions (e.g., aerosols and veg-

is consistent with the multi-model mean of [5].

etation) are generally kept at the preindustrial val-

For the precipitation the uncertainties in the re-

ues in the glacial simulations.

construction are large so that only at one location in the Pyrenees the anomaly is significantly differ-

Evaluation of the LGM climate state

ent from the present. Due to the large uncertain-

Before focusing on the results of the sensitivity ex-

ties the simulated precipitation anomalies are con-

periments, the model's ability to generate a rea-

sistent with the reconstruction at most locations.

sonable glacial climate state is investigated. To do

To summarize the large-scale feature of the simu-

so we compare the surface air temperature (SAT)

lated SAT and precipitation anomaly patterns for

and the precipitation in the LGM simulations with

LGM are consistent with other simulations. In Eu-

other LGM simulations and with climate recon-

rope the results are also mostly within the large

structions [4].

confidence intervals of reconstructed continental

The global mean SAT in LGM1 and LGM2 is re-

temperature and precipitation anomalies except

duced by 4.45 °C and 5.55 °C with respect to PI, re-

for summer SATs. No evidences are found that one

spectively. This is consistent with other models that

of the two LGM simulations lead to a much better

show a cooling in the range of 3.6 °C to 5.7 °C [5].

agreement with the reconstruction.

The simulated cooling is more pronounced in the mid- and high-latitudes, while the temperatures in

Impact on temperature and precipitation

the tropical regions are less affected (Fig. 2). For the European sector the simulated cooling in

a) Sensitivity to the ocean surface and the ­radiative forcing

both simulations is mostly within the 90 % confi-

The climate state in the three simulations that have

dence interval of the reconstruction for the annual

the LGM ice sheet height implemented (LGM1,

mean and also for January temperature. For July,

LGM2 and MWLGM) are compared for the North

however, the temperature changes are generally

Atlantic region to assess the influence of differenc-

overestimated in the simulations.

es either in the ocean surface forcing or in the ra-

Similar to the SAT, the global mean precipitation

diative forcing.

is reduced in the LGM (in the order of 10–15 %).

The annual mean SAT difference patterns between

Apart from a general drying, several regions with

LGM1/LGM2 and PI agree on the major character-

positive anomalies occur, namely at the western

istics of the changes. The strongest differences be-

Figure 2: Annual mean surface air temperature differences between LGM2 and PI. Only values that are statistically significant at the 5 % level based on the two-sided Student's t test are colored.

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011

279


Figure 3: Winter (DJF) and ­summer (JJA) precipitation ­anomalies with respect to PI for LGM2 (a and b), LGM1 (c and d), MWLGM (e and f), MWLIN (g and h), and MWUS (i and j). Only values that are statistically significant at the 5 % level based on the two-sided Student's t test are colored.

tween LGM1 and LGM2 are found for the North

As for the temperature the large-scale annual

Atlantic region especially in winter (December–

mean precipitation anomaly patterns of the LGM

January–February, DJF), which is due to the pre-

simulations with respect to PI agree well. In the

scribed ocean surface that differs the most in this

North Atlantic region the anomaly patterns for

area. In LGM2 the winter sea ice extends as far

DJF and summer (June–July–August, JJA) share

south as 40°N and the Nordic Seas are widely cov-

the main characteristics, namely generally drier

ered by ice leading to a strong regional decrease

conditions except for a band of increased precip-

of SATs compared to PI. In contrast, the less exten-

itation between 30° to 40°N reaching from the

sive southward sea ice extent in LGM1 leads to a

eastern coast of North America to the Mediterra-

much less pronounced cooling, so that the two

nean in winter and for some tropical region and

LGM simulations differ by up to 30 °C over the

parts of the Fennoscandian ice sheet in summer

ocean especially in the Nordic Seas. As a further

(Fig. 3a–d). At most locations in the mid- and high-

consequence the cooling in Europe downstream

latitudes the anomalies are larger in winter than

of the strong anomaly is less pronounced in LGM1.

in summer and the differences between LGM1 and LGM2 are more pronounced in winter. Compared to LGM2 the DJF precipitation in LGM1 is increased in the northern North Atlantic, in the Nordic Seas, and in parts of the Mediterranean, while a decrease is found at the lee side of the Fennoscandian ice sheet. The impact of the radiative forcing changes between the LGM and MW leads to similar differences as for the ocean surface. The global mean SAT in MWLGM is 0.8 °C higher than in LGM2, but slightly lower than in LGM1, and the annual mean SAT pattern is close to the ones in the LGM simulations. As the northeastern part of the Atlantic and the Nordic Seas are only partially covered by sea ice in winter, the strongest anomalies with respect to LGM2 are located in this region. Generally, the anomaly pattern is similar to the one for LGM1, but with reduced amplitude especially around Newfoundland. Apart from the North Atlantic the changes correspond to the forcing, i.e. the southern hemisphere is slightly cooler in MWLGM due to a strong reduction of solar insolation that overcompensates the increased GHGs forcing. For JJA, the SATs are globally higher in MWLGM in agreement with the higher insolation and the increased GHG concentrations.  The global mean precipitation in MWLGM is of similar strength as in LGM1 and the spatial distributions of the anomalies with respect to PI resembles the ones of the LGM simulations for the annual mean as well as for DJF and JJA (Fig. 3e and f). The winter precipitation difference pattern LGM2MWLGM is similar to the pattern LGM2-LGM1, but with reduced amplitudes especially in the surrounding of Newfoundland. In contrast, for summer precipitation the pattern of LGM2-MWLGM differs from the one of LGM2-LGM1 showing a re-

280

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011


duced precipitation over the tropical Atlantic and

height at 76 % of the LGM value), they are strong-

a northward shift of the significant mid- and high-

ly reduced in MWLIN (height at 67 %) especially in

latitude changes in precipitation.

the eastern part and do no longer form a continu-

Overall, the different ocean surface forcings for

ous band. In MWUS and MWNS (height at 46 %)

LGM1 and LGM2 do not fundamentally alter the

the positive precipitation anomalies are limited to

large-scale precipitation anomaly patterns com-

the western part between 40°W to 70°W except

pared to PI, even though the impact on winter

for a few small patches around Spain in MWUS.

SATs is strong. The main difference between the

The discrepancy between MWUS and MWNS

simulations is a modulation of the amplitude in

around Spain is attributed to internal variability,

several regions, e.g. in the Nordic Seas. The effect

as the difference between the two simulations is

of the changed radiative forcing in MWLGM glob-

not significant in this region. Additionally, in other

ally affects SATs and also the precipitation in the

areas precipitation anomalies consistently change

tropics, but it is not possible to directly address its

with the height of the Laurentide ice sheet. A low-

impact on the precipitation in the North Atlantic

er altitude of the Laurentide ice sheet corresponds

region as the major differences seen in this region

to a precipitation increase over the eastern part

can be at least partly related to changes in the

of its slope, in the Labrador Sea and in the North

ocean surface.

Atlantic at 20°N. The impact of the Fennoscandian ice sheet is less pronounced and mainly affects

b) Sensitivity to ice sheet height

the precipitation at its southeastern slope of the

The impacts of the topography, i.e., the height of

ice sheet. There, the precipitation is significantly

the ice sheets, on the atmospheric dynamics and

increased in the simulations with a lowered alti-

the precipitation pattern are investigated using the

tude of the Fennoscandian ice sheet compared to

four MW sensitivity simulations (MWLIN, MWEU,

MWLGM while no significant changes are found

MWUS and MWNS). The comparison of these re-

for MWUS and MWNS.

sults to the sensitivity to ocean surface or radiative

For summer precipitation the differences between

forcing changes enables us to categorize the pro-

the four simulations are much smaller and not sig-

cesses with respect to their relevance in being re-

nificant for most regions (Fig. 3h and j). The few

sponsible for precipitation changes over Europe.

significant changes point to a similar but much

As the mean altitude in the MW simulations is re-

weaker impact of the Laurentide ice sheet as in the

duced compared to the LGM topography (due to

winter with increased precipitation in the high-lat-

the lowering of the ice sheets), the global mean

itudes and a band of reduced precipitation across

SATs in the four simulations are slightly higher than

the Atlantic compared to MWLGM, but overall

in MWLGM. Generally, the strongest SAT differ-

the anomaly patterns are similar for all MW sim-

ences between the simulations are found in re-

ulations.

gions where the altitudes are changed. Over the

Analyzing the MW simulations indicates a strong

ocean, the only significant difference between

impact of the topography on the winter precipi-

the MW simulations is a warming (compared to

tation pattern. For most of the anomalies in the

MWLGM) in winter between 40° and 50°N across

North Atlantic region the height of the Lauren-

the North Atlantic that is most pronounced in

tide ice sheet is identified as the dominant factor.

MWUS and MWNS reaching up to 8 °C.

Together with the changed winter SATs over the

The global mean precipitation is not affected by

North Atlantic – even though the lower boundary

the topography changes and does not significant-

forcing is the same – the results suggest a change

ly differ in the MW simulations. Regarding win-

of the atmospheric dynamics.

ter precipitation, however, a strong impact of the height of the ice sheets is evident (Fig. 3g and i).

Importance of the atmospheric dynamics

The band of positive precipitation anomalies in the

To investigate the impact of the boundary condi-

mid-latitudes that occurs in all three LGM topog-

tions on the synoptic scale variability in our simu-

raphy simulations is reduced and the reduction

lations two different methods are considered: an

is stronger the more the Laurentide ice sheet is

Eulerian measure, which is defined as the band-

lowered. While the significant anomalies are only

pass filtered (2.5–6 days) standard deviation of the

slightly diluted in MWEU (Laurentide ice sheet

500 hPa geopotential height [6] and a Lagrang-

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011

281


ian method, where the storminess is estimated

ern part and an increase in the south (Fig. 4b–f).

based on the trajectories of low-pressure systems

For the Eulerian measure the anomalies form a

at 1000 hPa geopotential height [7]. Both meth-

dipole-like pattern with a minimum around the

ods are applied to 6-hourly data. For the Lagrang-

southern tip of Greenland and a maximum west

ian approach only low-pressure systems are con-

of Spain while the cyclone track density indicate a

sidered that have a life-time of at least one day and

similar pattern, but shifted to the north. General-

whose mean gradients around the minimum (radi-

ly, the anomalies are strongest when using the full

us of 1000 km) exceed 100 gpm per 1000 km dur-

LGM ice sheet height and decrease with a lower

ing the life cycle. Additionally, cyclones in regions

Laurentide ice sheet.

where the terrain height is above 1000 m are ex-

Some differences between the LGM1, LGM2 and

cluded due to potential extrapolation errors in the

MWLGM simulations are notable suggesting an

1000 hPa geopotential height field.

influence of the ocean surface forcing. In LGM2

For PI the Eulerian measure exhibits a maximum

– and to a lesser degree in MWLGM – the am-

over Newfoundland extending eastwards to the

plitudes of the anomalies over the North Atlantic

ocean and the cyclone track density is high in the

are increased compared to LGM1. Such a behav-

region from the northwestern North Atlantic to

iour is expected as a consequence of the stronger

the south of Greenland, around Iceland and in the

SAT reduction in the northern part which increas-

Nordic Seas (Fig. 4a). In the glacial simulations the

es the meridional temperature gradient at the sur-

anomalies for both measures indicate a southward

face leading to enhanced lower-level baroclinicity.

shift with a decrease in the north and northwest-

In the case of a lower Laurentide ice sheet the

Figure 4: Synoptic activity in winter (DJF) using two different measures, namely cyclone track density (colors, only ­values where the altitude is below 1000 m) and band-pass filtered (2.5 to 6 days) standard deviation of the 500 hPa geopotential height (contours). The mean value for PI are shown in a) while in b)–f) the anomalies of different glacial simulations with respect to PI are presented. The contour interval is every 10 gpm, negative contours are dashed and the zero contour line is omitted.

282

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011


anomalies are not only weaker, but also changed

aspects we collaborate with a PhD student of the

in their structure (Fig. 4e and f). The dipole like

Climate and Environmental Physics at the Univer-

pattern of the bandpass filtered standard devi-

sity of Bern.

ation of the 500 hPa geopotential height is reduced in MWLIN and MWEU and nearly vanishes in MWUS and MWNS. For the latter the remaining

International Cooperation

anomalies over the Atlantic are located more to the north. Similarly, the positive anomalies of the

The code for the climate model and the input data

cyclone track density are shifted to the north and

for several simulations have been made available

reduced to patches in the western Atlantic at 35°N

by the National Center for Atmospheric Research

and the region around the Iceland-Scotland ridge

(NCAR) in Boulder, US. To prepare the simulations,

(again more so in MWNS and MWUS than in MW-

we collaborated with the paleo-working group of

LIN and MWEU). In contrast, a clear impact of the

the same institution. Our project is also connect-

Fennoscandian ice sheet is only evident in the very

ed to the EU project Past4Future, where the Cli-

eastern (30–60°E) mid-latitudes where the anom-

mate and Environmental Physics of the University

alies mostly vanish for MWEU.

of Bern takes part.

The atmospheric dynamics in summer is also changed but not as strong as in winter. Both measures for the storminess indicate a tendency towards increased synoptic activity in the south and

Assessment 2011 and Perspectives for 2012

a decrease in the northwest which are stronger in the simulations with a high Laurentide ice sheet.

The aim of the one-year project was to assess the impact of different glacial climate conditions on

Meaning for glaciers in Switzerland

the mean precipitation patterns and the under-

The results presented suggest a strong influence

lying processes related to precipitation changes.

of the height of the Laurentide ice sheet on win-

Overall this aim has been fulfilled in the last year.

ter precipitation. A high Laurentide ice sheet, as it

Going beyond the proposed two simulations, we

was present in the LGM, forces a persistent change

were able to show that the height of the Lauren-

of the atmospheric dynamics, which leads to sig-

tide ice sheet significantly affects the atmospher-

nificantly increased precipitation in southern and

ic circulation by changing the mid-latitude storm

eastern Europe compared to PI. As winter precipi-

track and thus the precipitation pattern over the

tation is an important factor for the accumulation

Atlantic and Southern Europe mainly in winter.

rate of glaciers, such a change has to be consid-

Clearly, changes in precipitation have an effect on

ered when evaluating the potential for deep ero-

the accumulation rate over ice sheet and there-

sion. For Switzerland the assessment is more dif-

fore on the potential of deep erosion. Thus, the

ficult as it is located just at the edge of the area

study shows that there is the necessity to take

where the changes are statistically significant.

into account changes of the atmospheric dynam-

Nevertheless, the changes in mean precipitation

ics induced by height changes of the upstream lo-

give a hint how accumulation rates could change

cated ice sheet when investigating deep erosion

also over Switzerland, as the results are obtained

of European glaciers and ice sheet. Our simula-

with only one model, i.e., a shift of such a precip-

tions show that Switzerland is only partly affect-

itation anomaly simulated by this study by a few

ed, but given the model uncertainties the simulat-

degrees to the north is certainly within the model-

ed mean changes could also affect the entire Eu-

to-model uncertainty (given our experience in cli-

ropean Alps. The scientific results obtained dur-

mate modelling).

ing the last year and detailed description of the methods are summarized in a first peer-reviewed

National Cooperation

publication, submitted to the journal «Climate of the Past». As stated before, we performed additional simu-

The project does not involve cooperation with oth-

lations to obtain a more complete picture of the

er Swiss projects. However, for various technical

sensitivity, which may be important for precipita-

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011

283


tion changes during glacial times. This unique set

[2] A. L. Berger, Long-term variations of daily in-

of simulations will be thus used to perform more

solation and quarternary climatic changes, J.

detailed analysis on weather types and extremes

Atmos. Sci., Vol. 35, pp. 2362–2367, 1978.

with a more regional focus planned during the

[3] W. R. Peltier, Global glacial isostasy and the

6-month extension of the project in 2012. In par-

surface of the ice-age earth: The ice-5G (VM2)

allel, we plan to build on this set a regionalization

model and grace, Annu. Rev. Earth Pl. Sc., Vol.

which might enable us to couple an ice sheet mod-

32, pp. 111–149, 2004.

el to our model output. First steps toward such

[4] H. B. Wu, J. L. Guiot, S. Brewer and Z. T. Guo,

a new project are already planned together with

Climatic changes in Eurasia and Africa at the

ENSI early 2012.

last glacial maximum and mid-Holocene: reconstruction from pollen data using inverse

Publications

vegetation modelling, Climate Dynamics, Vol. 29, pp. 211–229, 2007. [5] P. Braconnot et al., Results of PMIP2 coupled

❚ D. Hofer, C. C. Raible, A. Dehnert, and J. Kuhle-

simulations of the Mid-Holocene and Last Gla-

mann, The impact of different glacial boundary

cial Maximum – Part 1: experiments and large-

conditions on atmospheric dynamics and precipi-

scale features, Climate of the Past, Vol. 3, pp.

tation in the North Atlantic region, Climate of the Past, submitted.

261–277, 2007. [6] M. L. Blackmon, Climatological Spectral Study of 500 Mb Geopotential Height of Northern

References

Hemisphere, Journal of the Atmospheric Sciences, Vol. 33, pp. 1607–1623, 1976. [7] R. Blender, K. Fraedrich and F. Lunkeit, Identi-

[1] P. R. Gent et al., The Community Climate Sys-

fication of cyclone-track regimes in the North

tem Model version 4, J. Climate, Vol. 24(19),

Atlantic, Quarterly Journal of the Royal Me-

pp. 4973–4991. 2011.

teorological Society, Vol. 123, pp. 727–741, 1997.

284

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011


Anhang B: Vertretungen des ENSI in internationalen Gremien Organisation/Gremium

Untergruppe

Fachgebiet

IAEA Radiation Safety Standards Committee (RASSC)

Strahlenschutz

Transport Safety Standards Committee (TRANSSC)

Transport und Entsorgung

Waste Safety Standards Committee (WASSC)

Transport und Entsorgung

Nuclear Safety Standards Committee (NUSSC)

Reaktorsicherheit

Nuclear Power and Engineering Section (NPES)

Technical Working Group of Life Management (TWG LM NPP)

Reaktorsicherheit

Technical Working Group on Nuclear Power Plant Control and Instrumentation (TWG NPPCI)

Reaktorsicherheit

Technical Working Group on Managing Human Resources (TWG MHR)

Mensch-OrganisationSicherheitskultur

Incident Reporting System (IRS)

Allgemein

International Nuclear Event Scale (INES)

Allgemein

Power Reactor Information System (PRIS)

Allgemein

International Nuclear Information System (INIS)

Allgemein

Spent Fuel Performance Assessment and Research

Entsorgung

International Generic Ageing Lessons Learned (IGALL)

Reaktorsicherheit

OECD NEA NEA Steering Committee for Nuclear Energy Committee on Nuclear Regulatory Activities (CNRA)

Committee on Radiation Protection and Public Health (CRPPH)

Radioactive Waste Management Committee (RWMC)

Allgemein Hauptkomitee

Allgemein

Working Group on Inspection Practices (WGIP)

Reaktorsicherheit

Working Group on Public Communication of Nuclear Regulatory Organisations (WGPC)

Allgemein

Working Group on Operating Experience (WGOE)

Reaktorsicherheit

Hauptkomitee

Strahlenschutz

Information System on Occupational Exposure (ISOE)

Strahlenschutz

Working Party on Nuclear Emergency Matters (WPNEM)

Strahlenschutz

Hauptkomitee

Transport und Entsorgung

Forum on Stakeholder Confidence (FSC)

Transport und Entsorgung

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011

285


Organisation/Gremium

Untergruppe

Fachgebiet

Integration Group for the Safety Case of Radioactive Waste Repositories (IGSC) – Approaches and Methods for Integrating Geologic Information in the Safety Case (IGSC/AMIGO)

Committee on the Safety of Nuclear Installations (CSNI)

– Working Group on Measurement and Physical Understanding of Groundwater Flow through Argillaceous Media (CLAY CLUB)

Transport und Entsorgung

Hauptkomitee

Reaktorsicherheit

Working Group on Fuel Safety (WGFS)

Reaktorsicherheit

Working Group on Analysis and Management of Accidents (WGAMA) – Best Estimate plus Uncertainty

Reaktorsicherheit

Working Group on Integrity of Components and Structures (WGIAGE) – IAGE Subgroup Integrity of Metal Components and Structures – IAGE Subgroup Seismic Behaviour Reaktorsicherheit

Working Group on Risk Assessment (WGRISK)

Reaktorsicherheit

Working Group on Human and Organisational Factors (WGHOF)

Mensch-OrganisationSicherheitskultur

International Common-Cause Data Exchange Project (ICDE)

Reaktorsicherheit

Piping Failure Data Exchange Project (OPDE)

Reaktorsicherheit

Stress Corrosion Cracking and Cable Ageing Project (SCAP)

Reaktorsicherheit

Exchange of Operating Experience Concerning Computer-based Systems Important to Safety (COMPSIS)

Reaktorsicherheit

Fire Incident Record Exchange (FIRE)

Reaktorsicherheit

Cabri Water Loop Project

Halden Reactor Project

Studsvik Cladding Integrity Project (SCIP)

Steering Committee

Reaktorsicherheit

Technical Advisory Group

Reaktorsicherheit

Halden Board of Management (HBM)

Allgemein

Halden Programme Group (HPG), MTO

Mensch-OrganisationSicherheitskultur

Halden Programme Group (HPG), Fuels & Materials

Reaktorsicherheit

Schweizerisches Halden-Komitee

Allgemein

Management Board

Reaktorsicherheit

Project Review Group

Reaktorsicherheit

OECD – NEA Data Bank

Allgemein

OECD – NEA Working Party on Nuclear Criticality Safety (WPNCS)

Reaktorsicherheit

Generation IV International Forum

286

– IAGE Subgroup Concrete Structure Ageing

Risk and Safety Working Group

Allgemein

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011


Organisation/Gremium

Untergruppe

Fachgebiet

Convention on Nuclear Safety (CNS)

Ständige Kontaktgruppe (National Contact Point)

Allgemein

Joint Convention on the Safety of Spent Fuel Management and on the Safety of Radioactive Waste Management

Ständige Kontaktgruppe (National Contact Point)

Transport und Entsorgung

Oslo-Paris Commission for the Protection of the Marine Environment of the North-East Atlantic (OSPAR)

Radioactive Substances Committee

Strahlenschutz

Deutsch-Schweizerische Kommission für die Sicherheit kerntechnischer Einrichtungen (DSK)

Hauptsitzung

Allgemein

AG1: Anlagensicherheit

Reaktorsicherheit

AG 2: Notfallschutz

Notfallschutz

AG 3: Strahlenschutz

Strahlenschutz

AG 4: Entsorgung

Transport und Entsorgung

Internationale Übereinkommen

Commission franco-suisse de sûreté nucléaire et de radioprotection (CFS)

Allgemein

CFS groupe d’experts «Crise nucléaire»

Strahlenschutz

Nuklearinformationsabkommen Schweiz–Österreich

Allgemein

Bilaterale Kommission Italien– Schweiz

Allgemein

Internationale Behördenorganisationen Western European Nuclear Regulators Association (WENRA)

European Nuclear Safety Regulators Group (ENSREG)

Main WENRA Committee

Allgemein

Working Group on Waste and Decommissioning (WGWD)

Transport und Entsorgung

Reactor Harmonization Working Group (RHWG)

Reaktorsicherheit

Hauptkomitee

Allgemein

European Nuclear Security Regulators Association (ENSRA)

Sicherung

Heads of European Radiological Protection Competent Authorities (HERCA)

Hauptkommitee

Strahlenschutz

Association of European Competent Authorities

European Association of Regulators for the Transport of Radioactive Material

Transport und Entsorgung

Network of Regulators of Countries with Small Nuclear Programs (NERS)

Allgemein

European Network on Operational Experience Feedback (EU Clearinghouse)

Reaktorsicherheit

European Nuclear Energy Forum (ENEF)

Allgemein

Arbeitsgruppen in ausländischen Behörden Autorité de sûreté nucléaire (ASN)

Groupe permanent d’experts pour les transports

Transport und Entsorgung

Autorité de sûreté nucléaire (ASN)

Groupe permanent d’experts pour les réacteurs

Reaktorsicherheit

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011

287


Organisation/Gremium

Untergruppe

Fachgebiet

STUK Reactor Safety Commission

Reaktorsicherheit

Entsorgungskommission (ESK, Deutschland)

Transport und Entsorgung

Hochschulgremien KTH Stockholm

Melt Structure Water Interaction

Reaktorsicherheit

Umweltüberwachung (AKU)

Strahlenschutz

Ausbildung (AKA)

Strahlenschutz

Praktischer Strahlenschutz (AKP)

Strahlenschutz

Notfallschutz (AKN)

Strahlenschutz

Entsorgung (AKE)

Transport und Entsorgung

Beförderung (AKB)

Transport und Entsorgung

Rechtsfragen (AKR)

Strahlenschutz

Fachverbände Deutsch-Schweizerischer Fachverband für Strahlenschutz e.V.

Association Romande de Radioprotection ARRAD

Strahlenschutz

European Platform on Training and Education in Radiation Protection (EUTERP)

Strahlenschutz

Normenorganisationen International Electrotechnical Commission (IEC)

288

Nuclear Instrumentation

Reaktorsicherheit

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011


Anhang C: Publikationen und Vorträge 2011 Publikationen: Autoren ENSI

Publikation

W. Barten

W. Barten, A. Jasiulevicius, O. Zerkak, R. Macian-Juan: Analysis of the UMSICHT water hammer benchmark experiment 329 using TRACE and RELAP5. Multiphase Science and Technology 23 (1): 1-27 (2011).

B. Bucher

B. Bucher: Aeroradiometrie in der Schweiz. Strahlenschutzpraxis, Heft 3/2011, ISSN 0947-434 X, S. 10–12.

B. Bucher, G. Schwarz

B. Bucher, G. Butterweck, L. Rybach, G. Schwarz, S. Mayer: Aeroradiometrische Messungen im Rahmen der Übung ARM10. PSI Bericht Nr. 11-02, ISSN 1019-0643, Paul Scherrer Institut, Villigen, Schweiz (2011).

B. Bucher, G. Schwarz

B. Bucher, G. Butterweck, L. Rybach, G. Schwarz: Aeroradiometrische Messungen, in: Umweltradioaktivität und Strahlendosen in der Schweiz 2010. Bundesamt für Gesundheit, Abteilung Strahlenschutz (2011), S. 47–50.

A. Dehnert

A. Dehnert, O. Kracht, F. Preusser, N. Akçar, H. A. Kemna, P.W. Kubik, C. Schlüchter (2011): Cosmogenic isotope burial dating of fluvial sediments from the Lower Rhine Embayment, Germany. Quaternary Geochronology 6, S. 313-325. DOI: 313-32510.1016/j.quageo.2011.03.005.

A. Dehnert

H. Furrer, F. Anselmetti, A. Dehnert, R. Drescher-Schneider, H.R. Graf, H. Horstmeyer, C. Jacquat, H.A. Kemna, S. Lowick, F. Preusser, W. Schoch (2011): Eiszeiten und Klimawandel im Wehntal der vergangenen 200 000 Jahre. Begleitpublikation zur 2010 erweiterten naturhistorischen Ausstellung im Mammutmuseum Niederweningen. Stiftung Mammutmuseum Niederweningen. 26 S. ISBN: 978-3-033-03000-8.

A. Gorzel

F. Nagase, Z. Hózer, J. Voglewede, C. Bernaudat, J. Brachet, T. Fuketa, A. Gorzel, C. Grandjean, G. Hache, G. Khvostov, S. Linhart, M. Petit, J. Rey, B. Sebbari, M. Stepnievski, V. Vrtílková, J. Zhang: LOCA Criteria Basis and Test Methodology, CSNI Technical Opinion Papers No. 13, NEA/CSNI/R(2011)7.

B. Graupner

B. J. Graupner, D. Li, S. Bauer (2011): The coupled simulator ECLIPSE–OpenGeoSys for the simulation of CO2 storage in saline formations, Energy Procedia, Volume 4, 2011, Pages 3794–3800.

B. Graupner

D. Li, B. J. Graupner, S. Bauer (2011): A method for calculating the liquid density for the CO2–H2O–NaCl system under CO2 storage condition, Energy Procedia, Volume 4, 2011, Pages 3817–3824.

J. Hansmann

J. Hansmann, S. Loew, K.F. Evans (2011): Reversible rock-slope deformations caused by cyclic water-table fluctuations in mountain slopes of the Central Alps, Switzerland. Hydrogeology Journal, DOI: 10.1007/s10040-011-0801-7.

J. Hansmann

T. Strozzi, R. Delaloye, D. Poffet, J. Hansmann, S. Loew (2011): Surface subsidence and uplift above a headrace tunnel in metamorphic basement rocks of the Swiss Alps as detected by satellite SAR interferometry. Remote Sensing of Environment 115, Issue 6, S. 1353–1360.

J. Hansmann

J. Hansmann (2011): r.in.swisstopo – A new module for the GRASS GIS application for importing digital elevation model data of Switzerland in swisstopo format, OSGeo Journal, Volume 8, pages 5–7, ISSN 1994-1897.

J. Kuhlemann

S. Smyczak, M.M. Joachimski, A. Bräuning, T. Hetzler, J. Kuhlemann: Comparison of whole wood and cellulose carbon and oxygen isotope series from Pinus nigra ssp. laricio (Corsica/France). Dendrochronologia 29, 219–226.

A.-K. Leuz, H. Wanner

K.J. Powell, P. Brown, R.H. Byrne, T. Gadja, G. Hefter, A.-K. Leuz, S. Sjöberg, H. Wanner (2011): Chemical Speciation of Environmentally Significant Metals with Inorganic Ligands – Part 3: The Cd2+ – OH-, Cl-, CO32-, SO42- and PO43- Systems (IUPAC Technical Report). Pure and Applied Chemistry 83, 1163-1214.

T. Krietsch, W. Barten

T. Krietsch, W. Barten: Deterministische und probabilistische Sicherheitsanalysen auf Basis des schweizerischen Regelwerks, Teil 1: Deterministik. Kursband zum Vertiefungskurs des Nuklearforums Schweiz, Kommission für Ausbildungsfragen, vom 02./03.11.2011, Olten: Sicherheitsanalysen in Kernanlagen – Entwicklung und Verankerung im Alltagsbetrieb.

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011

289


290

Autoren ENSI

Publikation

R. Mailänder

R. Mailänder: Forschungsprogramm Regulatorische Sicherheitsforschung. In: Bundesamt für Energie: Energieforschung 2010, Überblicksberichte der Programmleiter, S. 185–192 (2011). Abrufbar unter: http://www.bfe.admin.ch/themen/00519/00524/ index.html?lang=de&dossier_id=01155.

M. Rahn

B. Heberer, M. Rahn, J. Behrmann: Source-to-sink relationships along the SouthCentral Chilean margin: evidence from detrital apatite fission-track analysis. Basin Research DOI: 10.1111/j.1365-2117.2011.00504.x.

M. Rahn

M.K. Rahn, F.G. Stumm: Alter und Herkunft vulkanischer Apatite in der Molasse des Baselbieter und Aargauer Tafeljuras (NW-Schweiz). Mitteilungen der Naturforschenden Gesellschaften beider Basel 13, S. 129–142.

K. Samec

K. Samec, R.Ž. Milenkovic, L. Blumenfeld, S. Dementjevs, C. Kharoua, Y. Kadi: Measurement and analysis of turbulent liquid metal flow in a high-power spallation neutron source–EURISOL. Nuclear Instruments and Methods in Physics Research Section A: Accelerators, Spectrometers, Detectors and Associated Equipment 638/1, S. 1–10. Abrufbar unter: http://dx.doi.org/10.1016/j.nima.2011.01.120.

C. Schneeberger

J. E. Moore, C. Schneeberger: Numerical Simulation of Missile Impact on Reinforced Concrete Targets in the Context of the IRIS_2010 Benchmark Projekt, 21st International Conference on Structural Mechanics in Reactor Technology (SMiRT21). New Delhi, Indien, 6.–11.11.2011.

G. Schoen, P. Zinniker

G. Schoen, P. Zinniker: Deterministische und probabilistische Sicherheitsanalysen auf Basis des schweizerischen Regelwerks, Teil 2: Probabilistik. Kursband zum Vertiefungskurs des Nuklearforums Schweiz, Kommission für Ausbildungsfragen, vom 02./03.11.2011, Olten: Sicherheitsanalysen in Kernanlagen – Entwicklung und Verankerung im Alltagsbetrieb.

T. Szczesiak

J. E. Moore, Y. Mondet, T. Szczesiak (2011): Response of Systems and Components to NPP Host Structure’s Non-Linear Behavior, , 21st International Conference on Structural Mechanics in Reactor Technology SMiRT21. New Delhi, Indien, 6.–11.11.2011.

T. van Stiphout

van T. Stiphout, D. Schorlemmer and S. Wiemer, The Effect of Uncertainties on Estimates of Background Seismicity Rate, Bulletin of the Seismological Society of America 101/2, 482-494; DOI:10.1785/01200901432009.

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011


Vorträge: Autoren ENSI

Vortrag

R. Ahlfänger, J. Hammer, G. Piller

R. Ahlfänger, J. Hammer, G. Piller: Katastrophe in Japan – Radiologische Situation. 46. Sitzung der IGS. Basel, Interessengemeinschaft Strahlenschutz der Region Basel, 24.03.2011.

R. Ahlfänger

R. Ahlfänger: Gefährdung und Vorsorge im Zusammenhang mit fahrlässiger oder mutwilliger Kontamination. Seminar 2011 Neue Entwicklungen im Strahlenschutz und ihre Anwendung in der Praxis. München, TÜV SÜD Akademie, 30.06.–01.07.2011.

W. Barten:

W. Barten: Deterministische Sicherheitsanalysen, Teil 3: Forschungsbegleitung an Beispielen – a) STARS, b) PASSPORT, c) LINX. Fachseminar mit dem Lehrstuhl für Nukleartechnik (NTech) der Technischen Universität München (TUM), Garching, 30.–31.08.2011.

B. Bucher

B. Bucher: MADUK-ANPA: Das Messnetz in der Umgebung der Schweizer KKW. KSR, Brugg, 24.6.2011.

U. Bumann

U. Bumann: Reactions in Switzerland on the Nuclear Accidents of Fukushima, OECD/ NEA/16th Meeting of the WGIAGE Seismic Sub-Group. Paris, 04.–05.04.2011.

A. Dehnert

A. Dehnert, H.A. Kemna, F.S. Anselmetti, R. Drescher-Schneider, H.R. Graf, S. Lowick, F. Preusser, A. Züger, H. Furrer: Erosion and filling of a glacially overdeepened trough in the northern Alpine Foreland of Switzerland during the last 300’000 years. 19th Meeting of Swiss Sedimentologists, Fribourg, 26.02.2011.

A. Dehnert

A. Dehnert, H.A. Kemna, F.S. Anselmetti, R. Drescher-Schneider, H.R. Graf, S. Lowick, F. Preusser, A. Züger, H. Furrer: Quartäre Erosion und Auffüllung des glazial übertieften Wehntals. 8. Technisches Forum Sicherheit, ENSI, Brugg, 04.03.2011.

A. Dehnert

A. Dehnert, H.A. Kemna, F.S. Anselmetti, R. Drescher-Schneider, H.R. Graf, S.E. Lowick, F. Preusser, A. Züger, H. Furrer: Drillhole Niederweningen, Switzerland. Swiss ICDP Meeting 2011, ETH Zürich, 11.03.2011.

A. Dehnert

A. Dehnert, H.A. Kemna, F.S. Anselmetti, R. Drescher-Schneider, H.R. Graf, S. Lowick, F. Preusser, A. Züger, H. Furrer: Eiszeiten und Klimawandel im Wehntal. Jahresversammlung des Förderverein Mammutmuseum Niederweningen, 07.05.2011.

A. Dehnert

H. Furrer, A. Dehnert, P. Nagy: Mammoth, peat and lignite – Quaternary deposits between Niederweningen and Gossau (Kanton Zürich).1-Tagesexkursion zur XVIII Hauptversammlung der International Union for Quaternary Research, Bern, 21.–27.07.2011.

A. Dehnert

F. Preusser, D. Gaar, A. Dehnert: Quaternary highlights of NE Switzerland. 2-Tagesexkursion zur XVIII Hauptversammlung der International Union for Quaternary Research, Bern, 21.–27.07.2011.

H.R. Fierz

H.R. Fierz: Switzerland: Inspection Related Activities Responding to the Fukushima Event. 42th Meeting of the NEA/CNRA Working Group on Inspection Practices (WGIP), Paris, 11.–14.10.2011.

A. Gorzel

A. Gorzel: Status CABRI International Programme, 20. Treffen der Expertengruppe «Sicherheitsaspekte beim Brennstoff», ENSI, Brugg, 19. 05. 2011.

A. Gorzel

A. Gorzel: Arbeitsgremium KTA 3101.3, Stand nach der 20. Sitzung, 20. Treffen der Expertengruppe «Sicherheitsaspekte beim Brennstoff», ENSI, Brugg, 19. 05. 2011.

B. Graupner

B. J. Graupner, C. Koch (2011): Das Lausitzer Revier im Spannungsfeld zwischen der Regeneration des Wasserhaushaltes und der bergbaulichen Beeinflussung der Wasserqualität, Niedersächsisches Grundwasserkolloquium, Braunschweig, 23.–24.02.2011.

B. Graupner

B. J. Graupner, D. Li, K. Benisch, A. B. Mitiku, C. Beyer, S. Bauer (2011): The coupled multiphase flow and reactive transport simulator OGS-Eclipse and its application to CO2 storage in saline aquifers, ModelCare 2011, Leipzig, 18.–22.09.2011.

H. Hänggi

H. Hänggi: Radioactive Waste Disposal in Switzerland – Actual program and future challenges. Office of Nuclear Regulatory Research, U.S.NRC, Washington, 10.03.2011.

H. Hänggi

H. Hänggi: Nuclear Regulation in Switzerland – Legal framework, future challenges, web-based information. GNSSN Workshop on National Nuclear Regulatory Portals, BMU, Bonn, 05.07.2011.

J. Hansmann

T. Strozzi, U. Wegmüller, R. Delaloye, A. Kos, J. Hansmann, S. Loew, H. Raetzo: Satellite SAR interferometry for the measurement of surface subsidence above deep tunnels in metamorphic basement rocks of the Alps. ESA Fringe 2011 Worhshop, Frascati (Rom), Italien, 19.–23.09.2011.

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011

291


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Autoren ENSI

Vortrag

M. Herfort

M. Herfort: Aufsicht über die Anlieferung und die oberirdischen Empfangsanlagen eines geologischen Tiefenlagers. Ausbildungsmodul für Regionalkonferenzen, Würenlingen, 05.05.2011.

M. Herfort

M. Herfort: Über «Mythen und Sagen» der geologischen Tiefenlagerung. Ausbildungsmodul für Regionalkonferenzen, St. Ursanne, 05.05.2011.

M. Herfort

M. Herfort: Zur Sicherheit eines geologischen Tiefenlagers. Gründungsversammlung Regionalkonferenz Zürich-Nordost, Trüllikon, 10.09.2011.

M. Herfort

M. Herfort: Erdbebengefährdung in der CH – Kann ein Tiefenlager erdbebensicher gebaut werden? Aufbauforum der Regionalkonferenz Zürich-Nordost, Trüllikon 30.03.2011.

M. Hugi

M. Hugi: Entsorgung (hoch-)radioaktiver Abfälle in der Schweiz, Vierte Niedersächsische Energietage − net2011, Goslar, 28.–29.03.2011.

M. Hugi

M. Hugi: Country Group Vice-Chair‘s Observations from 3rd Joint Convention Review Meeting (2009), Joint Convention on the Safety of Spent Fuel Management and on the Safety of Radioactive Waste Management (Joint Convention) Organisational Meeting of the Contracting Parties, IAEA Vienna (Austria), 10.–11.05.2011.

M. Hugi

M. Hugi: Die Rolle der Sicherheitsbehörden im Sachplan geologische Tiefenlager, Nagra-Informationsreise, Oskarshamn (Schweden) und Gorleben (Deutschland), 30.06.– 02.07.2011.

M. Hugi

M. Hugi: Entsorgung radioaktiver Abfälle in der Schweiz; Zweites Wiener NuklearSymposium «Entsorgung radioaktiver Abfälle», Wien (A), 15.09.2011.

C. Humbel Haag

C. Humbel Haag: Safety Culture – Internationale Entwicklung – Was bedeutet Safety Culture. GRS-Behördenseminar zum Thema Integriertes Managementsystem. Köln (Deutschland), 20.–21. 09. 2011.

C. Humbel Haag

C. Humbel Haag: ENSI approach to Oversight of Safety Culture. IAEA/NEA Workshop zum Thema «Oversight and Influencing of Leadership & Management for Safety, including Safety Culture – Regulatory Approaches & Methods» Chester (England), 24.–28. 09. 2011.

S.G. Jahn

S.G. Jahn: Strahlenschutzkultur in Kernanlagen – Was lernen wir aus Vorkommnissen?, KSR-Seminar, Bern, 04.02.2011.

S.G. Jahn

S.G. Jahn: Harmonisation of the Recognition of Radiation Protection Professionals for Nuclear Facilities, Workshop 2011 of the European Training and Education in Radiation Protection (EUTERP), Ayia Napa (Zypern), 28.–30.03.2011.

S.G. Jahn

S.G. Jahn: Schweizer Strahlenschutzrecht – Unterschiede zur deutschen StSchV, Fachkundekurs für Strahlenschutzbeauftragte in Kernkraftwerken des Fortbildungszentrum für Technik und Umwelt, Karlsruher Institut für Technologie, 14.04.2011.

S.G. Jahn

S.G. Jahn: Trends on Occupational Exposure and Lessons Learned 2011 in Switzerland, Management Board Meeting of the Information System on Occupational Exposure, Paris, 09.11.2011.

H. Kröhnert, A. Gorzel

H. Kröhnert, A. Gorzel: «Safety and Licensing Aspects of Mixed Cores in Switzerland», IAEA Technical Meeting on Fuel Design and Licencing of Mixed Cores for Water Cooled Reactors, Wien, 12.–14.12.2011.

T. Krietsch

T. Krietsch: Deterministische Sicherheitsanalysen Teil 1: Gesetzliche Grundlagen, Anwendungen und Entwicklungen bei der Aufsicht in der Schweiz, Fachseminar mit dem Lehrstuhl für Nukleartechnik NTECH der TU München, Garching, 30.–31.08.2011.

K. Macku, J. Dus, H. Kröhnert, A. Gorzel

K. Macku, J. Dus, H. Kröhnert, A. Gorzel: ENSI/ASN/IRSN Meeting, «Fuel and Core», ENSI, Brugg, 28.–29.11.2011.

H. Mattli

H. Mattli: Sicherungsmassnahmen in Kernanlagen und biometrische Zutrittskontrollsysteme; Fachgespräch mit Kader der Justizvollzugsanstalt Lenzburg, 13.01.2011.

H. Mattli

H. Mattli: Physical Protection in Nuclear installations. Duties and Authority security guards in Swiss NPP. Bilateral Meeting Swedish Radiation Safety Authority, Swedish Police and ENSI in Brugg: 15.–17.06.2011.

H. Mattli

H. Mattli: Sicherung von Kernanlagen & Kernmaterial, Referat bei Stab Kommandant Heer, 20.05.2011.

H. Mattli

H. Mattli: Integrale Sicherheit beim ENSI in Bezug auf Kernanlagen, Referat bei swissgrid, 23.02.2011.

H. Mattli

H. Mattli: Sicherung von Kernanlagen & Kernmaterial, Inspektionen in Kernanlagen, Erfahrungsaustausch mit Bundesamt für Zivilluftfahrt BAZL, Sektion Sicherheit Infrastruktur, Schutzmassnahmen: Bern, 08.07.2011.

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011


Autoren ENSI

Vortrag

M. Rahn

M. Rahn: Erdbebengefährdung in der Schweiz: Anforderungen an ein geologisches Tiefenlager. Weiterbildungsseminar der Schweizerischen Gesellschaft für Kernfachleute, Bern, 10.05.2011.

M. Rahn

M. Rahn: Erosionsraten und Endlagerfreilegung. Jahrestagung der Schweizerischen Fachgruppe für Ingenieurgeologie, Bern, 17.06.2011.

M. Rahn

A. Von der Handt, M. Rahn: Apatite composition of Southern Germany volcanoes: Clues to origin and magmatic evolution. Goldschmidt-Konferenz, Prag, 14.–19.08.2011, Mineralogical Magazine 75, 2102.

M. Rahn

H. Wang, M. Rahn, J. Zhou, X. Tao: Tectonothermal evolution of the Triassic flysch in the Songpan-Garzê orogen, Eastern Tibetan plateau. Goldschmidt-Konferenz, Prag, 14.–19.08. 2011, Mineralogical Magazine 75, 2117.

M. Rahn

C. von Hagke, C. Cederbom, O. Oncken, M. Rahn, D. Stöckli: A multiple thermochronometer approach reveals post 12Ma tectonic activity in the foreland basin of the Northern Alps. AGU Fall Meeting, 05.–09.12.2011, San Francisco, Abstract Nr. V23A-2552.

M. Rahn, J. Kuhlemann,

N. Akcar, S. Ivy-Ochs, V. Alfimov, H.R. Graf, P. Kubik, M. Rahn, J. Kuhlemann, C. Schlüchter: The challenge of dating Swiss Deckenschotter with cosmogenic 10Be and 26Al: Hauptversammlung der International Union for Quaternary Research, Bern, 21.–27.07.2011.

M. Rahn, J. Kuhlemann

M. Rahn, J. Kuhlemann: The impact of Quaternary sciences on the disposal of radioactive waste in Switzerland: Plenarvortrag an der Hauptversammlung der International Union for Quaternary Research, Bern, 21.–27.07.2011.

C. Schneeberger

C. Schneeberger: New Swiss Codes for Existing Structures, PEGASOS Refinement Project, OECD/NEA/16th Meeting of the WGIAGE Concrete Sub-Group. Paris, 06.–07.04.2011.

C. Schneeberger

C. Schneeberger: Swiss Codes for Existing Structures, IMPACT II, 5th Technical Advisory Group Meeting. Espoo, Finland, 08.–09.06.2011.

C. Schneeberger

C. Schneeberger: The big political Earthquake in Switzerland after Fukushima events, IMPACT II, 5th Technical Advisory Group Meeting. Espoo, Finland, 08.–09.06.2011.

C. Schneeberger

M. Borgerhoff, C. Schneeberger, F. Stangenberg, R. Zinn: Comparative analysis of test results by Finite Element analysis of 2D model with plate/shell elements, IMPACT II, 8th Workshop on Numerical Studies and Computational Methods. Espoo, Finland, 07.12.2011.

C. Schneeberger

M. Borgerhoff, C. Schneeberger, F. Stangenberg, R. Zinn: Proposal for 1st combinend bending and punching test of reinforced concrete plate with closed stirrups, IMPACT II, 6th Technical Advisory Group Meeting. Espoo, Finland, 08.–09.12.2011.

C. Schneeberger

M. Borgerhoff, C. Schneeberger, F. Stangenberg, R. Zinn: Numerical Simulation of Impact Tests of Reinforced Concrete Slabs with predominant flexural Deformation Behaviour, 21st International Conference on Structural Mechanics in Reactor Technology (SMiRT21). New Delhi, Indien, 06.–11.11.2011.

C. Schneeberger

M. Borgerhoff, C. Schneeberger, F. Stangenberg, R. Zinn: Numerical Simulation of Impact Tests of Reinforced Concrete Slabs with Dominating Punching, 21st International Conference on Structural Mechanics in Reactor Technology (SMiRT21). New Delhi, Indien, 06.–11.11.2011.

G. M. Schoen, R. Hausherr

G. M. Schoen, R. Hausherr: Stand und Anwendung der Stufe-2-PSA in der Schweiz. Facharbeitskreis PSA. Mannheim, 25.05.2011.

G. Schwarz

G. Schwarz: Expectations from and preparation for the IRRS mission to Switzerland, IAEA Workshop on Lessons Learned from IRRS Missions, Washington D.C., 26.–28.10.2011.

G. Schwarz

G. Schwarz,: Aktuelle Entwicklungen der Kernenergie in der Schweiz, Gesellschaft Ingenieure der Industrie des sia, Brugg, 15.12.2011.

M. Sentís

M. Sentís, Modeling Work for the FORGE Benchmark WP1.2. Solothurn, General Assembly, 29.11.–01.12.2011.

Th. Sigrist

Th. Sigrist: NPP Muehleberg INES 0 deviations «Failures of the reactor recirculation pumps». 9th Meeting oft he Working Group on Operational Experience (WGOE), Helsinki, 13./17.06.2011.

Th. Sigrist

Th. Sigrist: Swiss Activities Responding to the Fukushima Event. International Operating Experience Feedback Workshop, Helsinki, 14.–16.06.2011.

M. Straub

M. Straub: Regulatory competence, Operational experience feedback – important events in Switzerland, Long-term operation of Swiss NPPs, New nuclear power plant projects in Switzerland. 13th Meeting of the Network of Regulators of Countries with Small Nuclear Programmes (NERS), Kapstadt, 14.–15.02.2011.

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011

293


294

Autoren ENSI

Vortrag

T. van Stiphout

F. Meynen and T. van Stiphout: Fukushima: the quake and the lessons learned, Seminar Universität Fribourg, Fribourg, 29.11.2011.

T. Wintterle

T. Wintterle: Deterministische Sicherheitsanalysen, Teil 2: Entwicklungen in der Sektion Deterministische Analysen (TRACE Input Decks). Fachseminar mit dem Lehrstuhl für Nukleartechnik NTECH der Technischen Universität München (TUM), Garching, 30.–31.08.2011.

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011


Anhang D: Richtlinien des ENSI/ Directives de l'ENSI/ Guidelines of ENSI Fett gedruckte Richtlinien sind in Kraft resp. übersetzt worden. Bold printed titles are valid and have been translated. (English is not an official language of the Swiss Confederation. English translation is provided for information purposes only and has no legal force.) Die Sicherungsrichtlinien sind nicht aufgeführt. The security guidelines are not listed.

G-Richtlinien (Generelle Richtlinien)

(Stand Dezember 2011)

Nr.

Definitiver Titel/Arbeitstitel

Datum der gültigen Ausgabe/issue date (Datum früherer Ausgaben/issue date of former versions)

G01

Sicherheitstechnische Klassierung für bestehende Kernkraftwerke

2011/1

Safety classification for existing nuclear power plants G02

Spezifische Auslegungsgrundsätze für Kernkraftwerke mit LeichtwasserReaktoren Specific design principles for nuclear power plants with light-water reactors

G03

Spezifische Auslegungsgrundsätze für geologische Tiefenlager und Anforderungen an den Sicherheitsnachweis

2009/4

Specific design principles for deep geological repositories and requirements for the safety case G04

Auslegung und Betrieb von Lagern für radioaktive Abfälle und abgebrannte Brennelemente

2010/9

Design and operation of storage facilities for radioactive waste and spent fuel assemblies G05

Transport- und Lagerbehälter für die Zwischenlagerung

2008/4

Transport and storage casks for interim storage G06

Anforderungen an die Baudokumentation Requirements for construction documentation

G07

Organisation von Kernanlagen

2008/4

Organisation des installations nucléaires Organisation of nuclear Installations G08

Anforderungen an die systematischen Sicherheitsbewertungen Requirements for the systematic safety assessments

G09

Betriebsdokumentation Operational documentation

G11

Sicherheitstechnisch klassierte Behälter und Rohrleitungen: Planung, Herstellung und Montage

2010/5 (2009/2)

Vessels and piping classified as important to safety: Engineering, manufacture and installation G12

Festlegungen von baulichen und organisatorischen Strahlenschutz-Massnahmen für den überwachten Bereich von Kernanlagen Determinations for structural and organisational radiation protection measures for controlled areas of nuclear installations

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011

295


Nr.

Definitiver Titel/Arbeitstitel

Datum der gültigen Ausgabe/issue date

G13

Strahlenschutzmessmittel in Kernanlagen: Konzepte, Anforderungen und Prüfungen

2008/2

Instruments de mesure en radioprotection: Concepts, exigences et contrôles Radiation protection measuring devices in nuclear installations: Concepts, requirements and testing G14

Berechnung der Strahlenexposition in der Umgebung aufgrund von Emissionen radioaktiver Stoffe aus Kernanlagen

2009/12 (2008/2)

Calcul de l’exposition aux radiations ionisantes dans l’environnement due à l’emission de substances radioactives par les installations nucléaires Calculation of radiation exposure in the vicinity due to emission of radioactive substances from nuclear installations G15

Strahlenschutzziele für Kernanlagen

2010/11

Objectifs de radioprotection applicables aux installations nucléaires Radiation protection objectives for nuclear installations G16

Sicherheitstechnisch klassierte Leittechnik: Auslegung und Anwendung Instrumentation and control classified as important to safety: Design and application

G17

Stilllegung von Kernanlagen Decommissioning of nuclear installations

G18

Auslegung und Qualifikation elektrischer Ausrüstungen Design and qualification of electrical equipment

A-Richtlinien (Richtlinien für Anlagebegutachtung) Nr.

Definitiver Titel/Arbeitstitel

Datum der gültigen Ausgabe/issue date

A01

Anforderungen an die deterministische Störfallanalyse für Kernanlagen: Umfang, Methodik und Randbedingungen der technischen Störfallanalyse

2009/7

Requirements for deterministic accident analysis for nuclear installations: Scope, methodology and boundary conditions of the technical accident analysis A02

Gesuchsunterlagen für den Bau von Kernkraftwerken Application documents for the construction of nuclear power plants

A03

Anforderungen an die Periodische Sicherheitsüberprüfung von Kernkraftwerken Requirements for the periodic safety review for nuclear power plants

A04

Gesuchsunterlagen für freigabepflichtige Änderungen an Kernanlagen Application documents for modifications to nuclear installations requiring a permit

A05

Probabilistische Sicherheitsanalyse (PSA): Umfang und Qualität

2009/9 (2008/7)

2009/1

Probabilistic Safety Analysis (PSA): Quality and Scope A06

Probabilistische Sicherheitsanalyse (PSA): Anwendungen

2008/5

Probabilistic Safety Analysis (PSA): Applications A07

Methodik und Randbedingungen für die Störfallanalyse von Kernanlagen mit geringem Gefährdungspotential Methodology and boundary conditions for accident analysis in nuclear installations with low hazard potential

296

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011


Nr.

Definitiver Titel/Arbeitstitel

Datum der gültigen Ausgabe/issue date

A08

Quelltermanalyse: Umfang, Methodik und Randbedingungen

2010/2

Analysis of source terms: Extent, methodology and boundary conditions A15

Gesuchsunterlagen für Betriebsbewilligungen

B-Richtlinien (Richtlinien für Betriebsüberwachung) Nr.

Definitiver Titel/Arbeitstitel

Datum der gültigen Ausgabe/issue date

B01

Alterungsüberwachung

2011/7

Ageing management B02

Periodische Berichterstattung der Kernanlagen Periodical reporting for nuclear installations

B03

Meldungen der Kernanlagen Reports for nuclear installations

B04

Freimessung von Materialien und Bereichen aus kontrollierten Zonen

2011/8 (2008/12, 2008/9) (2010/2 (2008/12, 2008/9) 2009/8

Mesurage de libération de matériaux et de secteurs de zones contrôlées Clearance measurement of materials and areas from controlled zones B05

Anforderungen an die Konditionierung radioaktiver Abfälle

2007/2

Requirements for the conditioning of radioactive waste B06

Sicherheitstechnisch klassierte Behälter und Rohrleitungen: Instandhaltung

2010/5 (2009/4)

Vessels and piping classified as important to safety: Maintenance B07

Sicherheitstechnisch klassierte Behälter und Rohrleitungen: Qualifizierung der zerstörungsfreien Prüfungen

2008/9

Vessels and piping classified as important to safety: Qualification of non-destructive testing B08

Sicherheitstechnisch klassierte Behälter und Rohrleitungen: Zerstörungsfreie Wiederholungsprüfungen Vessels and piping classified as important to safety: Non-destructive in-service inspections

B09

Ermittlung und Aufzeichnung der Dosis strahlenexponierter Personen

2011/7

Collecting and reporting of doses of persons exposed to radiation B10

Ausbildung, Wiederholungsschulung und Weiterbildung von Personal

2010/10

Initial training, recurrent training and continuing education of personnel B11

Notfallübungen

2007/11

Exercices d'urgence Emergency excercises B12

Notfallschutz in Kernanlagen

2009/4

Protection en cas d’urgence dans les installations nucléaires Emergency preparedness in nuclear installations B13

Ausbildung und Fortbildung des Strahlenschutzpersonals

2010/11

Formation et perfectionnement du personnel de radioprotection Training and continuing education of the radiation protection personnel B14

Instandhaltung sicherheitstechnisch klassierter elektrischer und leittechnischer Ausrüstungen

2010/12

Maintenance of electrical and instrumentation and control equipment classified as important to safety

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011

297


R-Richtlinien (von der früheren Hauptabteilung für die Sicherheit der Kernanlagen HSK verabschiedet) Nr.

Arbeitstitel/definitiver Titel

Datum der gültigen Ausgabe/issue date

R-4

Aufsichtsverfahren beim Bau von Kernkraftwerken, Projektierung von Bauwerken

1990/12

Supervisory procedures for the construction of nuclear power plants, project engineering of structures R-6

Sicherheitstechnische Klassierung, Klassengrenzen und Bauvorschriften für Ausrüstungen in Kernkraftwerken mit Leichtwasserreaktoren

1985/5

Safety classification, class limits and procedures for construction of equipment in nuclear power plants with light-water reactors R-7

Richtlinien für den überwachten Bereich der Kernanlagen und des Paul Scherrer Institutes

1995/6

Guideline for the radiological monitored area of the nuclear installations and the Paul Scherrer Institute R-8

Sicherheit der Bauwerke für Kernanlagen, Prüfverfahren des Bundes für die Bauausführung

1976/5

Structural safety for nuclear power plants, Swiss Federal supervising procedures for construction work R-16

Seismische Anlageninstrumentierung

1980/2

Seismic plant instrumentation R-30

Aufsichtsverfahren beim Bau und Betrieb von Kernanlagen

1992/7

Supervisory procedures for construction and operation of nuclear installations R-31

Aufsichtsverfahren beim Bau und dem Nachrüsten von Kernkraftwerken, 1E klassierte elektrische Ausrüstungen

2003/10

Supervisory procedures for construction and backfitting of nuclear power plants, 1E classified electrical equipments R-35

Aufsichtsverfahren bei Bau und Änderungen von Kernkraftwerken, Systemtechnik

1996/5

Supervisory procedures for construction and modification of nuclear power plants, systems engineering R-39

Erfassung der Strahlenquellen und Werkstoffprüfer im Kernanlagenareal

1990/1

Collecting data of radiation sources and material testers in nuclear installations R-40

Gefilterte Druckentlastung für den Sicherheitsbehälter von Leichtwasserreaktoren, Anforderungen für die Auslegung

1993/3

Filtered containment venting of light-water reactors, design requirements R-46

Anforderungen für die Anwendung von sicherheitsrelevanter rechnerbasierter Leittechnik in Kernkraftwerken

2005/4

Requirements for the application of computer-based instrumentation and control important to safety in nuclear power plants R-48

Periodische Sicherheitsüberprüfung von Kernkraftwerken

2001/11

Periodic safety review of nuclear power plants R-49

Sicherheitstechnische Anforderungen an die Sicherung von Kernanlagen

2003/12

Requirements important to safety for security of nuclear installations R-50

Sicherheitstechnische Anforderungen an den Brandschutz in Kernanlagen

2003/3

Requirements important to safety for fire protection in nuclear installations R-60

Überprüfung der Brennelementherstellung

2003/3

Inspection of fuel element production

298

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011


Nr.

Arbeitstitel/definitiver Titel

Datum der gültigen Ausgabe/issue date

R-61

Aufsicht beim Einsatz von Brennelementen und Steuerstäben in Leichtwasserreaktoren

2004/6

Supervisory procedures when using nuclear fuel and control-rods in lightwater reactors R-101

Auslegungskriterien für Sicherheitssysteme von Kernkraftwerken mit Leichtwasser-Reaktoren

1987/5

Design criteria for safety systems of nuclear power plants with light-water reactors R-102

Auslegungskritierien für den Schutz von sicherheitsrelevanten Ausrüstungen in Kernkraftwerken gegen die Folgen von Flugzeugabsturz

1986/12

Design criteria for the protection of safety equipment in nuclear power stations against the consequences of airplane crash R-103

Anlageninterne Massnahmen gegen die Folgen schwerer Unfälle

1989/11

On-site measures against the consequences of severe accidents

ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011

299


Herausgeber Eidgenössisches Nuklearsicherheitsinspektorat ENSI CH-5200 Brugg Telefon 0041 (0)56 460 84 00 Telefax 0041 (0)56 460 84 99 info@ensi.ch www.ensi.ch Zusätzlich zu diesem Aufsichtsbericht… …informiert das ENSI in weiteren jährlichen Berichten (Aufsichtsbericht, Strahlenschutzbericht) aus seinem Arbeitsund Aufsichtsgebiet. ENSI-AN-7871 ISSN 1664-3178 © ENSI, Juni 2012


ENSI-AN-7871 ISSN 1664-3178

ENSI, CH-5200 Brugg, Industriestrasse 19, Telefon +41 (0)56 460 84 00, Fax +41 (0)56 460 84 99, www.ensi.ch


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