Skip to main content

Geschäfts- und Nachhaltigkeitsbericht 2018

Page 1

Geschäfts- und Nachhaltigkeitsbericht 2018


2

Rückblick und Ausblick 6

Wichtige Ereignisse 8

Berner Gesamtenergiespezialist 14

Für modernes Leben und Arbeiten 32

Für die Umwelt 34

Für die Bernerinnen und Berner 37

Für die Mitarbeitenden 40

Für Bern 44

Jahresbericht Ökofonds 48

Corporate Governance 60

Finanzbericht Stammhaus 66

Daten und Fakten 76

Impressum

1


Daniel Schafer, CEO

Franz Stampfli, Verwaltungsratspräsident


RÜCKBLICK UND AUSBLICK

«Wir müssen in Bedürfnissen denken.» Im Gespräch mit Franz Stampfli, Verwaltungsratspräsident, und Daniel Schafer, CEO

Energie Wasser Bern hat 2018 das 175-JahreJubiläum der Berner Gasversorgung gefeiert. Kein wirklich runder Geburtstag ... Daniel Schafer (DS): Das stimmt. Aber der Zeitpunkt für einen Blick zurück wie auch nach vorne hat perfekt gepasst. Denn bei der Gasversorgung beginnt zum dritten Mal ein neues Zeitalter. Die erste Epoche fing vor 175 Jahren an, als im Marzili die erste Gasfabrik der Schweiz ihren Betrieb aufnahm. Sie lieferte Stadtgas für die öffentliche Beleuchtung, um «Gesindel von Schand­taten abzuhalten», wie es damals hiess. 1972 stellten unsere Vorgänger von Stadtgas auf Erdgas um und läuteten damit die zweite Epoche der Gasversorgung ein. Uns kommt nun die Auf­ gabe zu, wieder eine Zeitenwende voranzutreiben und den Anteil der erneuerbaren Gase wie Biogas rasch zu steigern. Franz Stampfli (FS): Einen Wendepunkt haben wir nicht nur beim Gas erreicht, sondern generell bei der Energieversorgung. Die Bedürfnisse unserer Kundinnen und Kunden wandeln sich. Statt bloss mit Strom, Gas und Wärme beliefert zu werden, erwarten sie gebündelte Energielösungen. Dieser Trend wird sich noch ver­stär­ ken, wenn die vollständige Strommarktöffnung Tatsache ist, die der Bundesrat 2018 wieder aufs Tapet gebracht hat. Dadurch werden die bisherigen Geschäftsmodelle endgültig unter Druck kommen. Wir bereiten uns darauf vor, indem wir uns vom Versorger zum Dienstleister wandeln – genauer gesagt zum Gesamtenergiespezialisten.

«Wir sehen die Digitalisierung nicht als Selbstzweck, sondern als Mittel zum Zweck.» Franz Stampfli, Verwaltungsratspräsident

Was ändert sich dadurch für die Kundinnen und Kunden? FS: Sie erhalten Angebote, die noch besser auf ihre Anforderungen abgestimmt sind. Dazu müssen wir in Bedürfnissen statt wie bisher in Sparten denken. Unsere verschiedenen Kundengruppen haben ganz unterschied­liche

3


RÜCKBLICK UND AUSBLICK

zu massgeschneiderten Produkten und Dienstleistungen

«Unsere Mitarbeitenden sollen das passende Umfeld erhalten, um eigene Ideen zu entwickeln.»

zusammenstellen und als Sorglos-Paket umsetzen.

Daniel Schafer, CEO

Erwartungen an uns. Diesen wollen wir gerecht werden, indem wir für jede Kundengruppe die passenden Ange­bote

DS: Ein gelungenes Beispiel ist unser modulares Angebot für Zusammenschlüsse zum Eigenverbrauch (ZEV), die gemeinsam den Strom einer Fotovoltaikanlage nutzen. Solche ZEV bringen allen Beteiligten Vorteile, sind aber auch mit administrativen Aufgaben verbunden, die Energie Wasser Bern den Hauseigentümern und Verwaltungen abnehmen kann. Wir installieren zum Beispiel die Messeinrichtungen, visualisieren den individuellen Stromverbrauch, erstellen die Abrechnungen und wickeln das Inkasso ab. Die ZEV können den selbst produzierten Strom auf Wunsch sogar in einem Stausee speichern, bis sie ihn benötigen. Das abgerundete Paket zeigt: Wir entwickeln Produkte und Dienstleistungen heute anders als noch vor ein paar Jahren, gehen stärker von den Kundenbedürfnissen aus. Wie unterstützen Sie solche Innovations­prozesse? DS: Die Innovationskraft eines Unternehmens hängt primär von der richtigen Einstellung ab. Diese fördern wir mit regelmässigen Impulsreferaten, damit die Mitarbeitenden über den Tellerrand schauen und querdenken. Eine wichtige Botschaft lautet dabei, dass Innovationsprojekte scheitern dürfen. Das liegt in der Natur der Sache. Unsere Mitarbeitenden sollen das passende Umfeld erhalten, um eigene Ideen zu entwickeln und zu schärfen. Dazu haben wir 2018 verschiedene Massnahmen umgesetzt wie etwa die «Inno Box». Sie bietet jedem Ideengeber die notwendigen Ressourcen, um den ersten Schritt im Innovationsprozess voranzutreiben: Arbeitszeit, finanzielle Mittel und passende Arbeitsräume. Stolz bin ich auch darauf, dass sich die jungen Mitarbeitenden unter 30 mit dem Gefäss «Young Generation» eine Stimme gegeben haben. Wer sonst

kann die Lösungen von morgen kreieren, wenn nicht die

Digital Natives? Unsere Innovationen müssen schliess­ lich immer die digitale Transformation unterstützen.

Wie gelingt das? FS: Es braucht ein gemeinsames Verständnis für die Digitalisierung. Wir sehen sie nicht als Selbstzweck, sondern als Mittel zum Zweck, um die Erwartungen unserer Kun­ dinnen und Kunden besser zu erfüllen, Mehrwerte für sie zu schaffen, effizienter zu arbeiten und als Resultat von all dem Wettbewerbsvorteile zu erzielen. Die digitale Transformation verstehen wir als kontinuierlichen Prozess ohne exakte Planung, der sich als roter Faden durch den Arbeitsalltag und unsere verschiedenen Projekte zieht und die Wertschöpfung steigert. DS: Unser Motto «Vou digitau» bringt das gut auf den Punkt. Wir wollen digitale Elemente einerseits nutzen, um durch Up- und Cross-Selling oder sogar durch ganz neue Geschäftsmodelle Mehrerlöse zu erzielen. Anderer­ seits ermöglicht uns die Digitalisierung der Kundenbe­ treuung, des Arbeitsumfelds und der internen Prozesse Effizienz­gewinne. Drei Beispiele dafür: Erstens haben wir mit der ewb-App ein einfaches Angebot geschaffen, um Störungen elektronisch zu melden und Informationen rund um die Stadt Bern abzurufen. Zweitens ersetzen bei uns Smartphones die fixen Telefongeräte. Das erleichtert mobiles Arbeiten, die interne Vernetzung und die Nutzung unserer neuen Mitarbeitenden-App, über die unsere ge­ samte Belegschaft auf Informationen zugreifen und sich austauschen kann. Drittens führen wir gemeinsam mit PostFinance einen Pilottest für die automatisierte Strom­ verrechnung bei Zusammenschlüssen zum Eigenverbrauch durch. Dabei werden intelligente Stromzähler mit der Blockchain verknüpft und die automatisch erfassten Verbrauchsund Produktionsdaten für die Abrechnung verwendet.

4


FS: Solche Partnerschaften beschleunigen die Digitalisierung. Deshalb beteiligt sich Energie Wasser Bern gemeinsam mit anderen Infrastrukturunternehmen und Organisationen der öffentlichen Hand an der Initiative «Smart Capital Region». Sie zielt darauf ab, den Ansatz der Smart City auf die gesamte Hauptstadtregion mit ihren Städten, Agglo­ merationen und ländlichen Räumen zu übertragen. So ent­steht ein intelligent verknüpftes Gesamtsystem, in dem unter anderem Energie dezentral produziert, lokal gespeichert und effizient genutzt wird. DS: Der Smart-City-Ansatz ist ein wichtiger Treiber unserer digitalen Transformation. Alle unsere Mass­nahmen dafür unterstützen die Digitalstrategie 2021 der Stadt Bern und tragen dazu bei, dass Bern zu einer Smart City wird – einer vernetzten Stadt mit hoher Lebensqualität, die nach­haltig mit ihren Ressourcen umgeht und wo die Digitalisierung Nutzen für ihre Bewohnerinnen und Bewohner stiftet. Stichwort Nachhaltigkeit: Wie weit ist Energie Wasser Bern auf dem Weg zur Energiewende, den das Stadtberner Stimmvolk vorgezeichnet hat? FS: Wir sind auf gutem Kurs. Das Ziel, unsere Produktions­ kapazitäten für Strom aus erneuerbaren Energien bis 2020 um 120 Gigawattstunden (GWh) bzw. bis 2030 um 240 GWh zu erhöhen, haben wir bereits erreicht. Wir streben weiterhin an, die Beteiligung am Kernkraftwerk Gösgen zu veräussern, das Gas-und-Dampf-Kombikraft­ werk (GuD) der Energiezentrale Forsthaus bei Lebens­ende durch Geothermie zu ersetzen und die Wasserkraftkapa­ zität trotz dem Ablauf von Konzessionen mindestens zu erhalten. Die Beteiligungen an ausländischen Produktions­ anlagen werden, wo möglich und sinnvoll, konsolidiert. Bis auf Weiteres stellen wir jedoch keine finanziellen Mit­ tel mehr für Neuinvestitionen im Ausland zur Verfügung. DS: Dass wir bei der Energiewende zu den führenden Playern gehören, zeigen die Resultate 2018 eines schweizweiten Benchmarkings. Die Vergleichsstudie des Bundesamts für Energie hat untersucht, wie weit die rund 100 teilneh­

5

menden Energieversorger mit ihren Aktivitäten und Pro­ dukten Energieeffizienz und erneuerbare Energien fördern. Wir belegen im Bereich Strom den ausgezeichneten 2. Rang und haben uns damit gegenüber 2016 markant verbessert. Im erstmals bewerteten Bereich Wärme/Gas haben wir auf Anhieb Platz 4 erreicht. 2018 durften wir uns überdies noch über zwei weitere Auszeichnungen freuen: Das Forschungsunternehmen EuPD Research hat uns den Energie­wende Award in der Kategorie Mobilität verliehen. Und bei der Mitarbeitendenumfrage des Statistikportals Statista und des Bewertungsportals kununu.ch wurden wir als bester Arbeitgeber der Energiebranche ausgezeichnet. Solche Resultate zeigen, dass wir als Ge­samtenergie­spezialist für modernes Leben und Arbeiten auf dem richtigen Weg sind und die Voraussetzungen für eine nachhaltige Wertschöpfung erfüllen.


WICHTIGE EREIGNISSE

Das Jahr 2018 im Überblick App mit Störungsmelder Dank der neuen ewb-App können Kunden Störungen nun per Smartphone melden. ewb.EIGENVERBRAUCH Energie Wasser Bern lanciert ein neues Angebot, das Zusammenschlüsse zum Eigenverbrauch erleichtert. Neue Provider Salt und Sunrise bieten neu auch auf dem Berner Glasfasernetz ihre Dienstleistungen an.

2018 Januar

März

Mai

Februar

Strom wird billiger Für die Stadtbernerinnen und Stadtberner sinken die Stromtarife um durchschnittlich ein Prozent.

April

Juni

Premiere zum Jubiläum Energie Wasser Bern schenkt der Stadt «Ernie», den ersten öffentlichen, ans Erdgasnetz an­ geschlossenen Grill der Schweiz.

Auf «Ernie» folgt «Wernie» Im Brünnenpark weiht Energie Wasser Bern den zweiten öffentlichen Gasgrill, «Wernie», ein.

6


Höhenflüge mit Energie Wasser Bern Der Energieversorger unterstützt den renommierten Gordon Bennett Cup in Bern als Hauptsponsor.

Besetzung Gaswerkareal Mitglieder des Kollektivs «Anstadt» besetzen das Gelände zwischen Gaskessel und dem Sportplatz Schönau. Ultraschnell laden Mit GOFAST und peyer bern nimmt Energie Wasser Bern die erste UltraSchnel­lladestation in Betrieb.

Juli

September

November

August

Zytglogge im Rampenlicht Nach den Sanierungsarbeiten am Turm erneuert Energie Wasser Bern die Beleuchtung der Berner Sehenswürdigkeit.

Oktober

2019 Dezember

Vollständige Liberalisierung Der Bundesrat schlägt in seiner Vernehmlassungsvorlage vor, den Strommarkt vollständig zu öffnen.

Preiswertes Internet Energie Wasser Bern senkt die Preise der ewb.INTERNET-Produkte und vereinfacht die Auswahl an Abos. Auf dem Prüfstand Energie Wasser Bern nimmt am ersten «Energy Blockchain Hack» der Schweiz teil.

7


BERNER GESAMTENERGIESPEZIALIST

Kundenzentriertes Angebotsportfolio Als Gesamtenergiespezialist betreibt Energie Wasser Bern eine «Drehscheibe» mit Gesamtlösungen rund um Energie. In ihrem Zentrum stehen die Kundinnen und Kunden – ob Grosskunden, KMU, Hauseigentümer oder Mieter – mit ihren spezifischen Bedürfnissen rund um modernes Leben und Arbeiten. Ihnen bietet das Unternehmen umfassendes Know-how zum Aufbau und Betrieb vernetzter Systeme rund um Strom, Wär­ me, Gebäudetechnik, Mobilität, Telekommunikation, Wasserversorgung und Kehrichtverwertung an. Daraus werden massgeschneiderte und intelligente Lösungs­ pakete für die Kundinnen und Kunden entwickelt. Im Berichtsjahr hat Energie Wasser Bern das beste­ hen­de Angebot geordnet, strukturiert und gezielt angepasst. Das Produktportfolio des klassischen Ener­ gieversorgers mit Strom, Gas, Wasser, Infrastruktur und Lieferung bleibt bestehen. Zusammen mit den vier neuen Produktlinien «Eigenversorgung», «Wär­ me», «Wohnen & Arbeiten» sowie «Mobilität» deckt das Unternehmen die heute wesentlichen Bedürfnis­ felder seiner Kundinnen und Kunden ab. Weitere

8

ergänzende Produktlinien für ausgewählte Kunden­ gruppen wie KMU, Immobilien und die Stadt runden das neue Angebotsportfolio ab. Daneben bietet Energie Wasser Bern auch weiterhin individuelle Energielösungen an. Die Kundenzentrierung ist der Ausgangspunkt des mo­dernen Angebotsportfolios: Die Kundinnen und Kunden formulieren ein Bedürfnis und erhalten pas­sende, auf ihre Anforderungen ausgerichtete Produktempfehlungen. Basierend auf dieser kunden­ zentrierten Produktentwicklung können wiederum Abläufe optimiert, Ressourcen effizienter eingesetzt und Angebote weiterentwickelt oder sogar neu ent­ worfen werden. Erste Angebote des neuen Portfolios werden im Frühjahr 2019 lanciert. Aus einer breiten Palette von standardisierten Produkten und Dienst­ leistungen können dann individuelle Lösungspakete kombiniert werden. Damit baut Energie Wasser Bern seine Positionierung als Gesamtenergiespezialist, der sämtliche Energiebedürfnisse abdecken kann, weiter aus.


Gesamtenergiespezialist

Engagement an 365 Tagen x 24 Stunden im Jahr für modernes Leben und Arbeiten rund um Bern

Energie

Telekommunikation Aufbau und Betrieb vernetzter Energielösungen und Opti­ mierung Gesamtsystem

Gebäudetechnik

Gesamtlösung für Kunden Wasserversorgung

Intelligente Energiedienstleis­ tungen für Kundenbedürfnisse mit passender Technologie Mobilität

Kehrichtverwertung

Umsetzung Projekte für Kundinnen und Kunden

Angebotsportfolio

Hauptproduktlinien

EVU = Energieversorgungsunternehmen

9

Ergänzende Produktlinien


Transformation vom Energieversorger zum Energiedienstleister Energie Wasser Bern transformiert sich in vielen Bereichen gleichzeitig, um als moderner Gesamtenergiespezialist erfolgreich wirtschaften zu können.

Entwicklung

Seiten*

Neben dem Energieverkauf wird der Ertrag aus Projekten auf Dienst­leistungsbasis immer wichtiger.

14, 16, 19, 22, 24, 26, 30, 31

Produkte passend für Kundengruppen

Die Produktlinien werden nahe an den Kunden­ bedürfnissen weiterentwickelt und ergänzt. Es gibt massgeschneiderte Angebote für spezifische Kundengruppen.

14, 16, 19, 20, 22, 24, 26, 33, 34, 36, 37

Kunden­ orientierte Mitarbeitende

Planer, Projektmanager und Spezialisten arbeiten bereichs- und medienübergreifend an den besten Lösungen für die Kundinnen und Kunden.

14, 16, 19, 20, 22, 24, 26, 34, 37, 38

Praktisches Know-how und Partner

Energie Wasser Bern entwickelt sich stetig weiter, ist Teil eines Innovationsnetzwerkes und bezieht kompetente Geschäftspartner mit ein.

18, 19, 20, 22, 25, 26, 28, 30, 36, 37

Vernetzte Infrastruktur

Energie Wasser Bern optimiert das Gesamtsystem und verbindet die verschiedenen Netze und Produktionsanlagen zu medienübergreifenden Gesamtlösungen.

14, 16, 17, 19, 20, 24, 25, 26, 30, 31

Umweltschutz wird nicht eindimensional durch die Steigerung der Energieeffizienz umgesetzt, sondern von Anfang an als Teil des Systems geplant und realisiert.

14, 16, 24, 25, 26, 28, 30, 31, 32, 35, 42, 45

Bereich

Verbreiterte Finanzbasis

Integrierter Umweltschutz

* Die angegebenen Seitenzahlen verweisen beispielhaft auf entsprechende Beiträge in diesem Geschäfts- und Nachhaltigkeitsbericht.


BERNER GESAMTENERGIESPEZIALIST

Als Gesamtenergiespezialist entwickelt Energie Wasser Bern sein Angebotsportfolio konsequent mit den Kundenbedürfnissen weiter. Was die neuen Produkte und Dienstleistungen von den bisherigen unterscheidet und wie sich dies betriebsintern auswirkt.

«Neue Produkte entwickeln wir gemeinsam mit Kunden.» Daniel Neuhaus, Leiter Marketing & Verkauf

Was ist eigentlich ein Gesamtenergiespezialist? Daniel Neuhaus: Der Begriff beinhaltet einerseits das Wort Gesamtenergie, d.h. alle Formen von Energie. Das umfasst also neben Strom auch Wärme und Kälte, und dies sowohl im Sinne der Produktion als auch der Verteilung zu den Kundinnen und Kunden. Der Ausdruck Spezialist wiederum wider­ spiegelt die Erwartung, unseren Kundinnen und Kunden mit zuverlässigen, wirtschaftlichen sowie umweltfreundlichen Angeboten und individualisierten Lösungen einen Mehrwert zu bieten. Verbindet man dann die beiden Begriffe, ent­steht der Anspruch, alles aus einer Hand anzubieten, sodass die Kundinnen und Kunden nur einen Ansprechpartner benötigen. Was zeichnet einen guten Gesamtenergiespezialisten aus Ihrer Sicht aus? Ein guter Gesamtenergiespezialist hört den Kundinnen und Kunden genau zu, damit er ihre Ziele kennt und ihre Anfor­derungen versteht. Für diese Kundenbedürfnisse findet er Lösungen, die sowohl ökonomisch als auch ökologisch Sinn machen. Und er muss in der Lage sein, diese Lösungen um­zusetzen – also zum Beispiel ein Energiesystem zu realisie­ ren, zu betreiben und gegebenen­falls auch zu finanzieren. Ihre künftigen Produkte sollen massgeschneidert, gleichzeitig aber standardisiert sein. Wie passt das zusammen? Es ist wichtig, zu verstehen, dass ein Produkt immer standardi­ siert ist, auch wenn es verschiedene Ausprägungen aufweist. So unterscheiden sich beispielsweise unsere Internetangebote

12


in der Bandbreite, das Grundangebot ist aber immer dasselbe. Neu analysieren wir, welche Bedürfnisse die verschiedenen Kundengruppen haben. Pro Gruppe bündeln wir dann mehrere standardisierte Produkte und kombinieren diese modulartig zu einem massgeschneiderten Angebot, das die Anforderungen am besten erfüllt. Wir schaffen also einen Überblick und stellen einfach und verständlich dar, welche Angebote optimal zusam­ menpassen. So haben zum Beispiel Hausbesitzer das Be­ dürfnis, mit einer Fotovoltaikanlage selber Solarstrom zu pro­duzie­ren und diesen innerhalb des Gebäudes oder eines Zusammen­schlusses zum Eigenverbrauch zu konsumieren sowie abzurechnen. Obwohl die Lösung immer individuell, also massgeschneidert, ist, kommen dabei auch standardisierte Produkte zum Einsatz. Bei den neuen Angeboten handelt es sich oft um Dienstleistungen, die auch Unternehmen ausserhalb der Energiebranche erbringen können – und wollen. Was hat Energie Wasser Bern diesen Mitbewerbern voraus? Den wichtigsten Unterschied macht unsere Kompetenz als Ge­samtenergiedienstleister und Betreiber der Versorgungsinfrastruktur. Als Querverbundunternehmen vereinen wir ein sehr breites und fundiertes Know-how, das durch seine Bündelung einen grossen Mehrwert für unsere Kundinnen und Kunden bietet. Unsere zweite grosse Stärke ist die Kundennähe – gerade zu den Berner Unternehmen. Dank langjähriger Partnerschaften kennen wir ihre Bedürfnisse und Prozesse. Drittens punkten wir mit der Langfristigkeit. Wenn wir für eine Energielösung einen 20-Jahr-Vertrag abschliessen, hat der Kunde die Gewissheit, dass Energie Wasser Bern während der gesamten Dauer für ihn da ist. Wie beurteilen Sie die Gefahr, als Gesamtenergiespezialist zu viele Bedürfnisse abdecken zu wollen und sich dann zu verzetteln? Ich erachte diese Gefahr als gering, denn wir entwickeln neue Angebote aus dem Kerngeschäft heraus und nur dort, wo wir einen echten Mehrwert für unsere Kundinnen und Kunden

13

erbringen können. Auch entwickeln wir neue Produkte von Anfang an zusammen mit Kundinnen und Kunden. Das erlaubt uns, zu priorisieren und schnell zu reagieren, sollten wir keinen Mehrwert und somit auch nicht die geforderte Profitabilität generieren können. Mit den neuen Produkten muss Energie Wasser Bern auch die Prozesse im Hintergrund synchronisieren. Wie packen Sie das an? Indem wir das Kundenerlebnis in den Mittelpunkt stellen. Wir visualisieren die Kundenerlebniskette und definieren, wie diese im Idealfall aussehen soll. Beispielsweise über welche Kanäle sich die Kundinnen und Kunden informieren können, wie sie Offerten einholen, wie die Bestellung und die Inbetriebnahme erfolgen und wie sie Hilfe bekommen, wenn ein Problem auftritt. Für all diese Schritte werden die notwendigen Prozesse über­ prüft und wenn nötig angepasst, Schnittstellen bereinigt und Standards zum Kundenerlebnis festgelegt – wie beispiels­weise maximale Reaktionszeiten oder wie Offerten oder Bestellbestätigungen aussehen. Wenn die Anforderungen, Funktionen und Rollen definiert sind, legen wir fest, wer sie übernimmt. Welches sind die nächsten Schritte auf Ihrem Weg zum Gesamtenergiespezialisten? Wir planen keine Revolution, sondern eine Evolution. Unsere Hauptaufgabe als Gesamtenergiespezialist besteht darin, neue Bedürfnisse frühzeitig zu erkennen, entsprechende An­ gebote richtig zu bündeln, zu ergänzen und weiterzuent­ wickeln und auf diese Weise für ein gutes Kundenerlebnis zu sorgen. Wichtig ist ausserdem, unsere Fähigkeiten als Gesamt­ energiespezialist sichtbarer zu machen. Das gelingt uns, in­ dem wir Erfolgsgeschichten von Kundinnen und Kunden erzählen und aufzeigen, welchen Beitrag Energie Wasser Bern dazu geleistet hat.


FÜR MODERNES LEBEN UND ARBEITEN

Zusammenschlüsse zum Eigenverbrauch erleichtern Bis 2050 soll die Solarenergie rund einen Fünftel des Schweizer Stroms liefern. So sieht es die Energiestrategie 2050 vor. Um deutlich mehr Hauseigentümerinnen und -eigentümer zum Bau einer eigenen Fotovoltaikanlage zu motivieren, ermöglicht ihnen das 2018 in Kraft getretene neue Energiegesetz den «Zusammenschluss zum Eigen­ verbrauch (ZEV)». Damit trägt der Gesetzgeber dem Umstand Rechnung, dass eine Fotovoltaikanlage oft dann am meisten Solarstrom liefert, wenn dieser im Haushalt nur wenig gebraucht wird. Durch einen ZEV kann der Liegenschaftsbesitzer den So­ larstrom vom eigenen Dach auch seinen Mieterinnen und Mietern anbieten. Auf diese Weise wird mehr des selbst produzierten Stroms direkt dann verbraucht, wenn er entsteht. Je höher der Eigenverbrauch liegt und je weniger Strom folglich aus dem Netz bezogen werden muss, desto mehr rentiert sich eine Solaranlage auch finanziell. Denn beim eigenen Solarstrom fallen weder Kosten für die Nutzung des Stromnetzes noch Bundesabgaben an. Der Hauseigentümer übernimmt so die Rolle eines MikroEnergieversorgers: Alle Teilnehmenden des ZEV erhalten ihre Stromrechnung von ihm, statt wie bisher von Energie Wasser Bern.

Auch für Mieter lukrativ Von einem ZEV profitieren alle Beteiligten. Der Hausei­ gentümer einerseits erzielt eine höhere Rendite und kann die Fotovoltaikanlage deshalb schneller amortisieren. Die Mieterinnen und Mieter andererseits beziehen den Solar­ strom zu einem günstigen Preis. Nicht zuletzt leisten alle Teilnehmenden des ZEV einen Beitrag zur Energiewende, weil sie auf erneuerbare Energien setzen und das Strom­ netz entlasten. Wie beim bisherigen Strombezug von Energie Wasser Bern bezahlen die Teilnehmenden eines ZEV weiterhin genau die von ihnen konsumierte Menge Strom. Dazu ermittelt der Eigentümer der Fotovoltaikanlage, wie viel Solarstrom und wie viel Strom aus dem Netz jede Partei verbraucht hat. Anschliessend erstellt er die individuellen Rechnungen und macht das Inkasso – alles in allem ein grosser administrativer Aufwand.

14

Unterstützung nach Bedarf Um den Hauseigentümern solche Aufgaben abzu­ nehmen und das Bilden eines ZEV zu erleichtern, hat Energie Wasser Bern 2018 das modulare Angebot ewb.EIGENVERBRAUCH lanciert. Die Liegenschafts­ besitzer wählen selbst, wie sie sich unterstützen lassen: zum Beispiel bei der Installation der Messein­ richtungen, der Visualisierung des individuellen Stromverbrauchs oder durch eine einfache OnlineErstellung der Einzelabrechnungen. Bei Bedarf optimiert Energie Wasser Bern den Eigenverbrauch zusätzlich durch die automatische Steuerung von grossen Verbrauchern wie Boilern oder Wärmepum­ pen. Und wer bei Planung, Bau oder Finanzierung der eigenen Fotovoltaikanlage sowie bei der Grün­ dung des ZEV Unterstützung benötigt, erhält diese ebenfalls beim Berner Gesamtenergiespezialisten. ewb.ch/eigenverbrauch


«Für uns lag es nahe, mit Energie Wasser Bern zu­sammenzuarbeiten. Denn das Unternehmen ist nicht bloss ein Dienstleister, sondern gehört als städti­­scher Energiever­sorger auch ein wenig uns allen.» Martin Tschirren ist Miteigentümer eines Mehrfamilienhauses mit eigener Fotovoltaikanlage im Berner Weissensteinquartier. Die Eigen­­tümer­gemein­schaft entschied sich 2018 für einen Zusammenschluss zum Eigenverbrauch. Das neue Angebot ewb.EIGENVERBRAUCH von Energie Wasser Bern hat es ihr leicht gemacht, zu einem Mikro-Energie­­versorger zu werden.

15


Solarstrom im Stausee speichern 1 Speicherung im Speichersee Stromlieferung

Eigenverbrauch

Lieferung aus dem Speichersee

3

4

kWh 12’345

2

Stromrücklieferung Überschussenergie

Auch bei Zusammenschlüssen zum Eigenverbrauch wird nicht immer der gesamte Solarstrom verbraucht, wenn er produziert wird. Um mit der Fotovoltaikanlage einen möglichst hohen Selbst­ versorgungsgrad zu erreichen, ist folglich ein Speicher nötig. Doch Batteriespeicher sind nach wie vor teuer und brauchen viel Platz. Zudem erfordert ihre Produktion viel graue Energie und knappe Ressourcen wie Lithium oder Kobalt. Als günstige Alternative zum Batteriespeicher hat Energie Wasser Bern im Berichtsjahr deshalb für ’ Stadtberner Selbstversorger das ergänzende Angebot ewb.HYDROSPEICHER lanciert. Es er­möglicht, 15 Kilowattstunden selbst produzierten Strom so lange in einem Stausee zu speichern 1, bis er im eigenen Haus gebraucht wird. Wenn der virtuelle Speicher voll ist, vergütet Energie Wasser Bern die überschüssige, ins Netz eingespeiste Energie 2. Für den Strombezug ab dem Hydrospeicher 3 fallen ausschliesslich Netznutzungskosten, aber keine Energiekosten an. Ist der Hydrospeicher leer und beziehen die Selbstversorger Strom aus dem Netz 4, bezahlen sie dafür die normalen Strompreise. ewb.ch/hydrospeicher

16


FÜR MODERNES LEBEN UND ARBEITEN

Test-Rollout für intelligente Stromzähler Immer mehr Strom wird nicht mehr zentral in grossen Kraftwer­ ken erzeugt, sondern dezentral in kleinen Produktions­anlagen. Deshalb wird es für Stromversorger immer anspruchsvoller, Stromproduktion und -bedarf aufeinander abzustimmen. Mo­ derne Kommunikationstechnologien helfen ihnen dabei: Sie ermöglichen die Vernetzung und intelligente Steuerung von Stromproduktion, -verbrauch und -speicherung. Ein wichtiger Baustein dieses vernetzten Energiesystems sind intelligente Stromzähler mit Fernauslesung – sogenannte Smart Meter. Sie speichern viertelstündlich die Zählerstände der Kundinnen und Kunden und übermitteln sie täglich an den Energieversorger. Für die Umsetzung der Energiestrategie 2050 verpflichtet der Bund die Netzbetreiber deshalb, bis 2027 80 Prozent der konventionellen Zähler durch Smart Meter zu ersetzen.

Ein Zähler pro Gebäude wird dabei direkt an das Glasfaser­netz angeschlossen und dient nun als Konzen­trator. Die übrigen Smart Meter in den Gebäuden sind über die Stromleitungen mit dem Konzentrator verbunden, der ihre ge­speicherten Zählerstände verschlüsselt an das Datenverarbeitungssystem übermittelt. So sind die Daten zu keiner Zeit für Dritte zugänglich. Um Manipulationen auszuschliessen, führte Energie Wasser Bern im Rahmen des Test-Rollouts zusätzliche Sicherheitsaudits durch. Sämtliche Erkenntnisse aus der Testphase fliessen nun in den eigentlichen Rollout ein. Dieser beginnt 2019 und dauert bei rund 80’000 Zählern in Bern voraussichtlich bis 2025.

Den Stromverbrauch im Blick Die Smart Meter unterstützen aber nicht nur die Ziele der Energiestrategie 2050 und des Energierichtplans der Stadt Bern. Sie bieten auch der Bevölkerung Vorteile. Zum einen muss künftig kein Ableser mehr ins Haus kommen, um den Zählerstand zu erfassen. Zum anderen können die Kundinnen und Kunden im Online-Portal von Energie Wasser Bern jeder­ zeit ihre Verbrauchsdaten einsehen. Durch die Viertelstunden­ werte wird für sie wesentlich besser ersichtlich, wie sie ihren Stromverbrauch optimieren können und ob entsprechende Sparmassnahmen den gewünschten Effekt bringen.

Wertvolle Erfahrungen sammeln Energie Wasser Bern hat frühzeitig mit den Vorbereitungen für den flächendeckenden Rollout im Stadtgebiet begonnen. Dadurch soll es gelingen, diese anspruchsvolle Aufgabe tech­ nisch, logistisch und wirtschaftlich effizient zu bewältigen. Um wertvolle Erfahrungen bezüglich Logistik und Montage der Smart Meter zu sammeln, startete der städtische Energie­ Smart Meter Glasfasernetz versorger 2018 einen Test-Rollout: Im Weissenbühlquartier ewb.ch/smart-meter installieren Fachleute in zwei Etappen insgesamt 4’500 der Konzentrator intelligenten Stromzähler.

Trafostation

Smart Meter Server

Abrechnungssystem

Stromnetz Visualisierung beim

Konzentrator

Smart Meter

Smart Meter

Abrechnungssystem

Smart Meter Server

Meter

Abrechnungssystem Konzentrator

Stromnetz Visualisierung beim

17

Konzentrator

Konzentrator

Smart Meter

Smart Meter

art ter

Smart Meter

Smart Meter

Smart Meter

Konzentrator

Smart Meter

Kunden Im Rahmen eines TestRoll­outs installiert Energie Wasser Bern im Weissenbühlquartier 4’500 Smart Meter. Glasfasernetz

Trafostation

Kunden

Smart Glasfasernetz

Smart Meter Server

Smart Meter

Visualisierung beim

Kunden

Smart Meter


Blockchain-Hackathon in Bern Um die Chancen und Möglichkeiten der Block­chainTech­nologie für die Energiebranche weiter zu ergründen, führte Swisspower zusammen mit Energie Wasser Bern und weiteren Partnern im Dezember 2018 den ersten «Energy Blockchain Hack» der Schweiz durch. Der 48-stün­dige Hackathon hatte zum Ziel, praxisorientierte Blockchain-Lösungen zu entwickeln – nicht bloss Papierkonzepte, sondern funktionierende Prototypen. Gleich­zeitig erhielten die beteiligten Swisspower-Stadt­­werke die Mög­ lichkeit, mit Blockchain-Entwicklerteams aus aller Welt in Kontakt zu kommen und die Basis für eine künftige Zusammenarbeit zu legen.

18

42 Blockchain-Spezialistinnen und -Spezialisten aus zwölf Ländern reisten für den Hackathon nach Bern. In Teams widmeten sie sich den drei gestell­ ten Aufgaben, wovon eine durch die Swiss­powerStadt­werke formuliert worden war. Sie wollten eine Lösung sehen, die es Zusammenschlüssen zum Eigenverbrauch ermöglicht, den selbst erzeugten Solarstrom untereinander zu handeln. Das Resultat über­zeugte: In kurzer Zeit entstanden innovative Ansätze, welche die Energieversorger nun weiterver­folgen können.


FÜR MODERNES LEBEN UND ARBEITEN

«B4U» – eine erste konkrete Blockchain-Lösung B4U

Zähler

Blockchain

Konto

Dezentralisierung, Dekarbonisierung und Digitalisierung heissen die aktuellen Megatrends der Energiebranche. Die Blockchain-Technologie kann für Energieversorger ein wichtiges Instrument werden, um diese Herausforderungen zu meistern. Denn mit ihr lassen sich Prozesse und Abläufe neuartig automatisieren und selbst kleinste Mengen Energie verlässlich handeln. Blockchain-Anwendungen unterstüt­ zen damit die Entwicklung eines nachhaltigen vernetzten Energiesystems.

Automatisierte Verrechnung Spezielle Prozesse wie die Abrechnung von Stromproduktion und -verbrauch oder Teilprozesse davon können Energieversorger über die Blockchain zukünftig besonders effizient und sicher abwickeln. Das beweisen Energie Wasser Bern und PostFinance mit ihrem Projekt «Blockchain for Utility (B4U)». Gemeinsam haben die beiden Unternehmen über die Blockchain ein intelligentes Abrechnungssystem für Zusammenschlüsse zum Eigenverbrauch (ZEV) entwi­ ckelt. Dank dieser Lösung sollen Hauseigentümer und Liegenschaftsverwaltungen, die einen ZEV betreiben, ihre administrativen Aufgaben zukünftig einfacher und mit hoher Transparenz erledigen können.

19

Dazu erfasst das System durch intelligente Stromzähler, wer wie viel Energie von der Fotovoltaikanlage oder aus dem Netz konsumiert, und schreibt diese Werte über sogenannte «Smart Contracts» auf die Blockchain. Basie­ rend auf diesen Daten werden anschliessend die entsprechenden Prozesse ausgelöst sowie die finanziellen Transaktionen abgewickelt. Alle Abläufe und Vorgänge – von der Messung bis hin zur Verrechnung – werden auf der B4U-Plattform festgehalten und nutzerspezifisch dargestellt. Die Daten auf der genutzten Blockchain-Technologie sind nahezu unveränderbar und bieten dadurch ein sehr hohes Sicherheitslevel.

In der Praxis getestet Im August 2018 startete der Pilottest von B4U. Die Abrechnungslösung kam erstmals in Liegenschaften im Berner Rossfeld und in Huttwil unter realen Bedingungen zum Einsatz. Damit gehört dieser Praxistest zu den wenigen Blockchain-Energielösungen in der Schweiz, die bereits aktiv von Kundinnen und Kunden genutzt wurden. Der Marktpilot lieferte Energie Wasser Bern und PostFinance wertvolle Erkenntnisse für die Weiterentwicklung des Angebots sowie des Systems. Letzteres wird voraussichtlich im Sommer 2019 in einer überarbeiteten Version implementiert.


FÜR MODERNES LEBEN UND ARBEITEN

Strategie für die Digitalisierung Energie Wasser Bern versteht die Digitalisierung als eine Voraussetzung, um sich innovativ und kunden­ orientiert weiterzuentwickeln. Mit seiner Digitalisie­ rungsstrategie will der Berner Gesamtenergiespezialist für Kunden und Mitarbeitende Mehrwerte schaffen, die zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit beitragen. Ihre Umsetzung ist ein fortlaufender Prozess, der vom Unternehmen Flexibilität verlangt, um sich den immer wieder ändernden Gegebenheiten anzupassen. Dabei fokussiert sich Energie Wasser Bern auf drei Kern­elemente: Produkte und Services, Prozesse sowie Kommunikation. Erstens will der Energieversorger die Möglichkeiten der Digitalisierung nutzen, um die bestehenden Produkte zu optimieren und das An­ gebotsportfolio durch smarte Services zu erweitern. Zweitens sollen Prozesse und Systeme zwecks höhe­ rer Effizienz vereinfacht und automatisiert werden. Drittens verstärkt das Unternehmen die Kommunika­ tion der Mehrwerte, die durch die Digitalisierung entstehen. Dazu nutzt es alle für die Kundinnen und Kunden relevanten Kanäle – also immer mehr digitale.

Initiative für smarte Schlüsselprojekte Gemeinsam mit anderen Infrastrukturunternehmen und Organisationen der öffentlichen Hand beteiligt sich Energie Wasser Bern an der «Smart Capital Region». Diese Initiative hat zum Ziel, Schlüsselprojekte für smarte Technologien umzusetzen und damit Markter­ fahrungen zu sammeln. Bei den Projekten geht es im Besonderen darum, integrale Quartiere statt Einzel­ bauten zu realisieren, die Eigenstromproduktion als Quartieraufgabe zu fördern, durch die Vernetzung den Smart-City-Ansatz voranzubringen, die Elektro-

Konkrete Ziele bis 2022 Energie Wasser Bern hat ein Zielbild zur Digitalisie­ rung erstellt. Darin ist beschrieben, welche Digitali­ sierungsmassnahmen aus den drei Kernelementen umgesetzt werden sollen. Zum Beispiel werden die Kundinnen und Kunden mit zielgruppenspezifischen Kampagnen individuell angesprochen. Die Mitarbei­ tenden sind in einem digitalen Umfeld tätig, das vom mobilen Endgerät bis zur Collaboration-Plattform reicht. Und Projekte realisiert der Berner Gesamt­ energiespezialist agil mit kurzer «Time to Market». Abgestimmt auf städtische Digitalstrategie Die digitale Transformation von Energie Wasser Bern unterstützt auch die Digitalstrategie 2021 der Stadt Bern, die der Gemeinderat Anfang 2018 verabschiedet hat. Dieser will mittels geeigneter Digitalisierungs­ massnahmen die Vernetzung von Menschen und Infra­ strukturen sowie die Partizipation und Integration in Bern fördern. Eines der Handlungsfelder widmet sich speziell der Interaktion zwischen der Stadt und Partnern wie Energie Wasser Bern, etwa für digital unterstützte Dienstleistungen.

mobi­lität einzubeziehen sowie auf energieoptimierte Gebäude und Smarthome-Anwendungen zu setzen. Zu den ersten Schwerpunkten der Initiative gehören Planung, Projektierung und Bau von Plusenergie­ quartieren. Um die passenden Rahmenbedingungen zu schaffen, zählt auch der Dialog zwischen Wirt­ schaft und Politik zu den Aufgaben der Initiative. Durch diese Aktivitäten soll die Hauptstadtregion Modell­charakter für andere Regionen in der Schweiz erhalten.

20


21


FÜR MODERNES LEBEN UND ARBEITEN

Langfristige Partnerschaften mit Salt und Sunrise 2017 und 2018 hat Energie Wasser Bern mit Sunrise und Salt Vereinbarungen für die Nutzung des Berner Glasfaser­ netzes abgeschlossen. Die beiden nationalen Telekomunternehmen haben sich im Rahmen dieser Partnerschaft langfristige, nicht entziehbare Nutzungsrechte (IRU) gesichert. Sie erhalten dadurch für viele Jahre die Möglichkeit, den Berner Haushalten und Unternehmen ihre Dienstleistungen über die leistungsfähige Glasfaserinfrastruktur anzubieten. Im Gegenzug leisten sie Vorabinvestitionen ins Glasfasernetz von Energie Wasser Bern und unterstüt­ zen so dessen Refinanzierung.

Noch mehr Auswahl Sunrise gehört zu den Glasfaserpartnern der ersten Stun­ de und hat die Partnerschaft mit Energie Wasser Bern durch die neue Vereinbarung vertieft. Mit Salt nutzt ein weiterer wichtiger nationaler Provider das Berner Glas­ fasernetz, sodass die Kundinnen und Kunden zwischen

noch mehr Anbietern, Produkten und Dienstleistungen wählen können. Der Mobilfunkanbieter Salt ist über das Glasfasernetz auch in den Festnetzbereich eingestiegen und bietet Produkte für Internet, Fernsehen und Festnetz­ telefonie an. Energie Wasser Bern ist für Serviceprovider und Telekom­ unternehmen deshalb ein attraktiver Partner, weil sich das Unternehmen auf reine Glasfaserlösungen fokussiert – vom Einspeisepunkt des Anbieters bis zu den Steckdosen der Kundinnen und Kunden. Das bedeutet einen signifikanten Vorteil gegenüber den Kupfer- und Kabelnetzbetreibern, die die Feinverteilung nach wie vor über herkömmliche Leitungen vornehmen. Das Berner Glasfasernetz steht da­ bei diskriminierungsfrei allen Providern zur Verfügung. Die Kundinnen und Kunden profitieren ihrerseits von einer grossen Auswahl und fairen Preisen. ewb.ch/service-provider

Bremgarten Ittigen Wohlen

Neufeld Frauenkappelen

Bethlehem

1

Ostermundigen

Bern

2

3

4

Bümpliz Muri

Liebefeld Wabern

Köniz

Niederwangen

Ausbau des Glasfasernetzes

erschlossen 2019 geplant 2020 geplant 2021 geplant 2022-2023 geplant

Bis Ende 2018 wurden insgesamt 74’087 Netznutzungseinheiten in der Stadt Bern mit Glasfaser erschlossen – 4’753 alleine im vergangenen Jahr. ewb.ch/erschliessung

22


Preiswertes Internet

Bewährte Kooperation Die beiden Partnerschaften mit Salt und Sunrise wurden über die Swiss Fibre Net AG ausgehandelt, ein Gemein­ schaftsunternehmen lokaler Energieversorger. Diese verbinden ihre Glasfasernetze zum grossflächigen «Swiss Fibre Net» und bieten darüber Transportdienste für national tätige Serviceprovider und Mobilfunkunterneh­ men an. Sie erhalten dadurch Zugang zu rund 500’000 Haushalten. Damit ist die Swiss Fibre Net AG eine der führenden Breitbandanbieterinnen in der Schweiz und fördert den Wettbewerb im Telekommarkt. Die erzielten Vereinbarungen mit Salt und Sunrise zeigen, wie gut sich die Kooperation der lokalen Energieversorger fürs Glasfasernetz bewährt. swissfibrenet.ch

Neben den zwölf Service Providern bietet auch Energie Wasser Bern ein Internetprodukt unter eigener Marke an. Entge­ gen dem Trend hat das Unter­ nehmen per 1. Dezember 2018 die Preise von ewb.INTERNET gesenkt: Die Abos «Hurti» und «Bouzgredi» kosten seither pro Monat 10 Fran­ken weniger, das Produkt «Vougas» mit der grössten Bandbreite sogar 15 Franken weniger. Von den tieferen Abopreisen profitieren sowohl neue als auch die bestehenden Kundinnen und Kunden von ewb.INTERNET. Gleichzeitig hat der Energieversorger sein Internetangebot entsprechend der Nachfrage ver­einfacht: Die Produkte «Gsch­wing» und «Tifig» werden nicht mehr angeboten. Die bestehenden Kunden dieser Abos wurden automatisch in das Angebot mit der nächst­ höheren Bandbreite migriert. Durch die Preissenkung gehört Energie Wasser Bern nicht nur zu den schnellsten, sondern auch zu den günstigsten Providern auf dem Berner Glasfasernetz.

Service Provider auf dem Berner Glasfasernetz Nebst Energie Wasser Bern bieten insgesamt zwölf Service Provider ihre Dienstleistungen auf dem Berner Glasfasernetz an.

1a-speed.ch 1tv.ch ewwwb.ch init7.ch iway.ch/bern mhs.ch mocon.ch quickline.ch salt.ch sunrise.ch thenet.ch/ewb-privat vtx.ch yplay.ch

ewwwb.ch

23


Grosses Interesse an Fernwärme Der Energierichtplan der Stadt Bern sieht vor, dass Energie Wasser Bern zusätzliche Quartiere mit Fern­ wärme erschliesst. Den Anfang macht ein neues Fernwärmenetz im Westen von Bern. 2018 hat Energie Wasser Bern die operative Planung dafür vorange­ trieben. Das Gebiet wird seine Wärme einerseits von der Energiezentrale Forsthaus beziehen und anderer­ seits von Heizzentralen in den Quartieren, etwa von einem neuen Holzheizwerk im Südwesten der Stadt.

schlossen werden können, haben hierfür von Energie Wasser Bern ein individuelles Angebot erhalten. Zusätzlich führte der städtische Energieversorger gemeinsam mit dem Amt für Umweltschutz (AFU) Infoveranstaltungen durch. Mit Erfolg: Das Interesse der Hauseigentümerinnen und -eigentümer am Heizen mit Fernwärme ist hoch. Die Zahl der bereits unterzeichneten Wärmelieferverträge liegt deutlich über den Erwartungen. ewb.ch/fernwaerme

Alle Liegenschaftsbesitzerinnen und -besitzer, deren Gebäude als Erstes ans neue Fernwärmenetz ange­

Energiezentrale Forsthaus Forsthaus

Bümpliz Nord

Länggasse

Muesmatt Stadtbach

Bethlehem

Westside

Lorraine

Länggasse-Felsenau

Stöckacker

Holligen Monbijou Mattenhof-Weissenbühl

Weissenstein

Bümpliz

Bümpliz Süd

Niederwangen

Ausbau des Fernwärmenetzes

Energiezentrale Forsthaus bestehendes Fernwärmenetz in Planung

24

Sandrain

Altenberg


Baubewilligung für Geospeicher Um den Wirkungsgrad der Energiezentrale Forsthaus weiter zu erhöhen, plant Energie Wasser Bern einen Geospeicher. Er soll die in den Sommermonaten ungenutzte Wärme in 200 bis 500 Meter tiefen Sandsteinschichten speichern. Als Energie­ träger dient dabei heisses Wasser, das die Gesteine im Untergrund aufwärmt. In den Wintermonaten lässt sich die eingespeicherte Wärme wieder entziehen und ins Fernwärme­netz abgeben. Dadurch fällt die Ökobilanz der Berner Fernwärme noch besser aus. 2018 hat der Kanton Bern die Baubewilligung für das Projekt erteilt. Dieses soll wegen seines Pioniercharakters zu einem wesentlichen Teil durch Fördergelder finanziert werden. Dazu hat Energie Wasser Bern Förderbeiträge im Rahmen des euro­ päischen Forschungsprogramms «HEAT­STORE» von Geothermica für Pilot- und Demonstrationsprojekte sowie im Rahmen des neuen CO2-Gesetzes beantragt. Diese Fördergelder sind eine Bedingung dafür, dass Energie Wasser Bern das Projekt weiterführt.

Hilfreiche Übergangslösungen Zu diesem Erfolg hat die enge Zusammenarbeit von Energie Wasser Bern mit der städtischen Energieberatung beigetragen, die die Bernerinnen und Berner auch in Heizungsfragen berät. Zudem bietet der Öko­ fonds ein Förderprogramm für Übergangslösungen an (siehe Seite 47). Es richtet sich an Hauseigentümerinnen und -eigentümer, deren Heizung das Lebensende erreicht hat. Ihnen zeigt die Energieberatung der Stadt Bern Optionen für ein Provisorium auf, das bis zum Anschluss ans Fernwärmenetz die benötigte Wärme liefert. Der Ökofonds unterstützt die Liegen­ schaftsbesitzerinnen und -besitzer bei der Finanzierung einer Übergangslösung von bis zu fünf Jahren. Schon heute wird dieses Angebot rege genutzt. energieberatungstadtbern.ch

Als nächster Schritt ist eine Testbohrung zur Erkundung des Untergrunds geplant. Sie liefert wichtige Erkenntnisse, um die technische Machbarkeit des Geospeichers zu beurteilen. Im anschliessenden reduzierten Testbetrieb werden während zweier Jahre die geothermischen Eigenschaften des Unter­ grunds noch genauer untersucht. Auf Basis eines detaillierten Berichts entscheidet Energie Wasser Bern dann, ob der Geo­ speicher tatsächlich realisiert wird – es wäre der erste seiner Grösse in der Schweiz.

Bohrplatz

EZF 0m

Quartär

Wärmeversorgungskarte überarbeitet Bereits 2020 will Energie Wasser Bern erste Gebäude im Westen von Bern mit Fernwärme beliefern. Schritt­ weise folgen dann weitere Stadtteile. Damit die Berner Liegenschaftsbesitzerinnen und -besitzer überprüfen können, ob auch ihr Gebäude in einem künftigen Fernwärmegebiet liegt oder ob sie auf eine andere öko­lo­gische Heizlösung setzen sollten, haben Energie Wasser Bern und das AFU die Wärmeversorgungs­ karte 2018 überarbeitet. Sie schlägt den Eigentümern vor, welcher Energieträger sich für die jeweilige Lie­ genschaft am besten eignet. ewb.ch/waermeversorgungskarte

–160 m

Mergel/Ton

–500 m ca. 100 m

25

Sandstein

Hauptbohrung

Geospeicher

Nebenbohrung

Heisses Wasser

Beobachtungsbohrung


FÜR MODERNES LEBEN UND ARBEITEN

Neuer Fokus auf die Ladeinfrastruktur Als Gesamtenergiespezialist passt Energie Wasser Bern die Angebote laufend den Kundenbedürfnissen an – auch bei der Mobilität. Daher fokussiert sich das Unternehmen bei der Elektromobilität künftig auf die Ladeinfrastruktur. Denn wäh­ rend der Bedarf an Ladestationen und weiteren Lösungen für Elektroautos aufgrund des wachsenden Angebots an Modellen rasch zunimmt, ist die Nachfrage nach den Zweirad-Mietangeboten von Energie Wasser Bern gesunken. Der Markt hat sich etabliert und es gibt inzwischen günstige Elektrovelos zu kaufen. Deshalb hat das Unternehmen das Produkt ewb.E-BIKE Ende 2018 eingestellt und lässt die bestehenden Kundenverträge auslaufen.

Ultraschnell laden Im Gegenzug hat der städtische Energieversorger sein Netz von öffentlich zugänglichen Ladestationen für Elektroautos weiter ausgebaut. Es umfasst mittlerweile über 30 Ladepunkte an mehr als zehn Standorten. 2018 wurden einerseits je zwei neue Ladepunkte im Metro Parking, im expo Parking und im Park + Ride Neufeld installiert. Andererseits hat Energie Wasser Bern erste Schnellladestationen realisiert. Bei diesen spielt der

Standort eine besonders wichtige Rolle. Da schnelles Laden in erster Linie auf längeren Fahrten notwendig ist, sollten die Lade­ stationen in der Nähe von Autobahnausfahrten stehen. Gleich­ zeitig ermöglichen die Schnellladestationen auch Anwohnern ohne eigenen Parkplatz, ein Elektroauto zu fahren und dieses gelegentlich zu laden. Deshalb setzt Energie Wasser Bern bei der Standortwahl vor allem auf Kooperationen: Im Berichtsjahr nahm das Unternehmen in Zusammenarbeit mit Standortpartnern Schnellladestationen an der Wölflistrasse, an der Ostermundigenstrasse und an der Wangenstrasse in Betrieb. Letztere ermöglicht sogar ultraschnelles Laden mit einer Leistung von bis zu 100 Kilowatt Gleichstrom oder 60 Kilowatt Wechselstrom. Damit können die Fahrzeuge je nach Modell in weniger als zehn Minuten für eine Reichweite von bis zu 80 Kilometern aufgeladen werden. Die Ultra-Schnellladestation befindet sich auf dem Areal der Umzugs- und Transportfirma peyer bern. Mit diesem Unternehmen pflegt Energie Wasser Bern seit Langem eine gute Kundenbeziehung. Ein Teil seiner Fahrzeugflotte fährt ebenfalls elektrisch, sodass die Schnellla­ destation am eigenen Standort eine Win-win-Situation bedeutet.

Aus Kehricht wird Treibstoff Weil die immer grösseren Batteriekapazitäten von Elektroautos mehr Ladeleistung verlangen, realisiert Energie Wasser Bern schon im Frühling 2019 eine weitere ultraschnelle Ladestation bei der Energiezentrale Forsthaus. Dort wird Berner Kehricht zu Strom verwertet, der sich unter anderem für die Elektromobilität nutzen lässt. Die Schnellladestationen von Energie Wasser Bern verfügen über sämtliche gängigen Anschlüsse, lassen sich also mit schnellladefähigen Elektroautos jedes Herstellers nutzen. Wie alle vom Energieversorger betriebenen Ladestationen sind sie an das nationale Zugangssystem MOVE angeschlossen. Es ermöglicht den bequemen Zugang zu den Ladepunkten so­ wie eine einfache Abrechnung. Fahrerinnen und Fahrer ohne Mitgliedschaft können die Ladevorgänge aber auch via Smart­ phone starten und mit der Kreditkarte bezahlen. ewb.ch/elektromobilitaet move.ch

26


11 3 12

7

2 10

5 6

8 9

1

Standorte der öffentlichen Ladestationen von Energie Wasser Bern:

Ladestation Ladestation schnell Ladestation ultraschnell

1 Wangenstrasse 102 (2 Ladepunkte) 2 Murtenstrasse 10 (4 Ladepunkte) 3 Neubrückstrasse 166 (2 Ladepunkte) 4 Zentrum Paul Klee (2 Ladepunkte) 5 Effingerstrasse 20 (1 Ladepunkt) 6 Sulgeneckstrasse 18 (2 Ladepunkte) 7 Bahnhofparking (8 Ladepunkte) 8 Metro Parking (2 Ladepunkte) 9 Kochergasse 1 (2 Ladepunkte) 10 ewb Technisches Zentrum Holligen, Stöckackerstrasse 33 (1 Ladepunkt) 11 Wölflistrasse 5 (2 Ladepunkte) 12 Bolligenstrasse 61 (2 Ladepunkte) 13 Ostermundigenstrasse 93 (4 Ladepunkte, 2 davon schnell)

ewb.ch/ladestationen

27

13 4


FÜR MODERNES LEBEN UND ARBEITEN

Salt fährt mit Erdgas/Biogas Die ökologischen und wirtschaftlichen Vorteile von Erdgas/Biogas als Treib­ stoff haben das Telekommunikationsunternehmen Salt überzeugt: Im April 2018 nahm es in der AraBern von Vertretern der Auto- und der Gasbranche 44 mit Erdgas/Biogas betriebene SEAT Leon entgegen. Mit den neuen Fahrzeugen verringert Salt den CO2-Ausstoss gegenüber den Vorgänger­ modellen um rund 25 Prozent und die Stickoxidemissionen um 80 Prozent. In der Schweiz mischt die Gasindustrie dem Treibstoff Erdgas immer min­ destens zehn Prozent Biogas bei. In den letzten Jahren betrug der Biogas­ Anteil sogar rund 20 Prozent für eine noch bessere Klimabilanz.

Tiefere Treibstoffkosten Ausserdem profitieren gerade Unternehmen mit einem grossen Fuhrpark wie Salt davon, dass Erdgas/Biogas rund einen Drittel weniger kostet als Benzin. Denn bei Firmenfahrzeugen, die oft viele Kilometer im Jahr zurück­ legen, fällt dieser Kostenvorteil besonders ins Gewicht. Für eine hohe Reichweite sorgt die Bi-Fuel-Technologie, bei der jedes Erdgas/BiogasAuto zusätzlich über einen Benzintank verfügt. Zusammen mit den Erdgas/Biogas-Autos überreichte die Gasindustrie Salt ein Biogas-Zertifikat. Damit lassen sich die CO2-Emissionen kompensieren, welche die 44 Fahrzeuge auf den ersten 1’000 Kilometern verursachen. Das Biogas dafür entsteht in der AraBern. ewb.ch/erdgasfahren

Energiewende Award 2018 für Energie Wasser Bern Das deutsche Markt- und Wirtschaftsforschungsunternehmen EuPD Research hat 1’700 Energieversorger in Deutschland, Österreich und der Schweiz bezüglich ihres Angebotsportfolios rund um die Energiewende untersucht. Mithilfe eines Qualitätsmodells wurden die Produkte und Dienstleistungen in verschiedenen Kategorien bewertet. Die besten Energieversorger jedes Landes erhielten einen Energiewende Award 2018. Energie Wasser Bern gewann die Aus­ zeichnung in der Kategorie Mobilität. Damit würdigt EuPD Research das Engagement des Stadtberner Energieversorgers für die Elektro­ mobilität sowie für Biogas als Treibstoff.

28


Genügend Wasser trotz langer Trockenheit 2018 geht als besonders trockenes Jahr in die Geschichtsbücher ein. Auch im Versorgungsgebiet der Wasserverbund Region Bern (WVRB) AG machte sich die aussergewöhnliche Trockenheit bemerkbar: Die Emme und insbeson­ dere ihre Nebenflüsse führten praktisch kein Wasser mehr. Die Grundwas­ serstände im Emmental blieben dennoch auf einem ausreichenden Niveau. Jene im Aaretal erreichten im Herbst allerdings einen Tiefststand, der in den drei Jahren zuvor nur einmal unterschritten worden war. Auf die Versorgungssicherheit im Verteilnetz von Energie Wasser Bern hatten die vergleichsweise tiefen Wasserstände jedoch keine Auswirkungen. Die ergiebigen Grundwasserströme lieferten jederzeit genügend Wasser. Dank der vor wenigen Jahren realisierten zusätzlichen Grundwasserfassungen im Gebiet Uetendorf/Uttigen unterhält die WVRB AG auf beiden Seiten der Aare voneinander unabhängige Fassungsgebiete. Sie verfügt dadurch über Reserven für Perioden langer Trockenheit.

Höherer Wasserkonsum Der warme, lang anhaltende Sommer wirkte sich auf die 2018 insgesamt von Energie Wasser Bern abgegebene Wassermenge aus. Sie lag höher als 2017. An den wärmsten Tagen mit Spitzenverbrauch wurde allerdings weniger Wasser konsumiert als im Vorjahr. Denn die Hitzeperiode fiel diesmal in die Sommerferien, sodass viele Leute verreist waren. Zudem profitierten die WVRB AG und ihre Aktionäre vom niederschlagsreichen Winter und von den grossen Schneemengen. Ohne dieses Wasser wäre die Versorgungssituation im Sommer prekärer ausgefallen. Die Trockenheit 2018 hat einmal mehr gezeigt, wie wertvoll bei der Wasserversorgung Verbünde wie die WVRB AG sind – gerade in Hinblick auf den Klimawandel.

Zusammen mit der WVRB AG versorgte Energie Wasser Bern 2018 über 200’000 Menschen mit 14’052’000 Kubikmetern einwandfreiem Trinkwasser. Täglich fliessen 30 bis 90 Millionen Liter Wasser aus dem Aaretal durch das Pumpwerk Schönau in das Verteilnetz von Energie Wasser Bern.


FÜR MODERNES LEBEN UND ARBEITEN

Energiezentrale Forsthaus weiter optimieren Ende 2018 hat Energie Wasser Bern eine Analyse zur Gesamtenergieoptimierung der Energiezentrale Forsthaus abgeschlossen. Sie liefert eine ganzheitliche Über­ sicht darüber, welche weiteren Verbesserungsmassnahmen sowohl technisch möglich als auch wirtschaftlich sinnvoll sind. Zu den untersuchten Optimierungen gehören etwa Leistungserhöhungen, Steigerungen des Wirkungsgrads, die Nutzung weiterer Quellen von Abwärme sowie die Reduktion des eigenen Stromund Wärmebedarfs der Energiezentrale. Die detaillierten Resultate der Analyse liegen 2019 vor. Eine Optimierung hat Energie Wasser Bern aber bereits beschlossen: Die Leistung des Holzheiz­ kraftwerks (HHKW) wird um weitere zehn Prozent erhöht. Damit erreicht das HHKW das Leistungsmaximum für die bestehenden Anlagen. Der dafür erfor­ derliche Umbau am Heizkessel lohnt sich wirtschaftlich und wird ohnehin fällig, da einzelne Bereiche im Kessel starke Korrosion aufweisen. Die Anpassungen erfolgen 2019 im Rahmen der ordentlichen Revision.

Dampf effizienter nutzen Einen höheren Nutzungsgrad des Dampfs aus dem HHKW bewirkt die neue Ent­ nahme-Gegendruck-Dampfturbine, die im Herbst 2018 in Betrieb ging. Sie redu­ ziert den Druck des Dampfs, der für die Fernwärmeproduktion genutzt wird, und produziert dabei Strom. Dank der zusätzlichen Turbine verwertet Energie Wasser Bern den im HHKW produzierten Dampf also noch effizienter. Die Arbeiten für die neue Anlage verliefen ohne nennenswerte Probleme: Von Juni bis September 2018 wurde die Turbine montiert. Bei der nachfolgenden mehr­ wöchigen Inbetriebnahme führten der Lieferant und Energie Wasser Bern diverse Tests durch und fuhren die Leistung schrittweise hoch, bevor sich der Generator schliesslich mit dem Stromnetz synchronisieren liess.

Abwärmeprojekt verschoben Eine weitere Optimierung betrifft die Rauchgase der Kehrichtverwertungsanlage (KVA) und des HHKW. Deren Abwärme lässt sich zurückgewinnen. 2018 hat Energie Wasser Bern hierfür verschiedene Varianten geprüft: Bei der sogenann­ ten Vollkondensation wird der grösste Teil der Abwärme genutzt. Die gegen­ über anderen Varianten höheren Investitionen machen sich wiederum durch die grössere Wärmeproduktion bezahlt. Allerdings besteht nicht während des ganzen Jahres Bedarf an Wärme. Die Rückge­ winnung macht daher nur Sinn, wenn der geplante Geospeicher (siehe Seite 25) realisiert wird und sich die Wärme damit speichern lässt. Deshalb hat Energie Wasser Bern beschlossen, die wei­teren Arbeiten am Abwärmeprojekt um einige Jahre zu verschieben und gegebenenfalls die Umsetzung des Geospeichers abzuwarten.

30


Dampf aus überschüssigem Strom Wenn im Schweizer Stromnetz zu viel Energie vorhan­ den ist, braucht es flexible Produktionsanlagen, welche die Einspeisung ins Netz rasch reduzieren können. Für die sogenannte negative Regelenergie werden die Betreiber solcher Anlagen von der nationalen Netz­ gesellschaft Swissgrid entschädigt. Demnächst erbringt auch Energie Wasser Bern solche Systemdienstleis­ tungen. In der Energiezentrale Forsthaus realisiert das Unternehmen einen Elektroden-Dampfkessel, der ähnlich wie ein Tauchsieder funktioniert: Mit dem über­ schüssigen Strom erhitzt dieser kurzfristig Wasser zu Dampf für die Fernwärmeversorgung und reduziert

dadurch vorübergehend die Stromlieferung ins Netz. Durch die Entschädigung von Swissgrid verbessert sich die Wirtschaftlichkeit der Energiezentrale Forst­ haus. Ein zusätzlicher Vorteil der neuen Anlage: Sie lässt sich als Notkessel nutzen und erhöht dadurch die Versorgungssicherheit – ins­besondere während der Revision, wenn nur ein Dampf­­erzeuger in Betrieb ist. Im Berichtsjahr hat Energie Wasser Bern die Aus­ schreibung für den Elektroden-Dampfkessel durch­ geführt. 2019 wird er installiert und in Betrieb genommen.

Die Energiezentrale Forsthaus in Zahlen

129’712 62’483 406’480 267’900 263’100

Tonnen verwerteter Kehricht Tonnen verwertetes Holz Megawattstunden verwertetes Erdgas/Biogas Megawattstunden abgegebene Wärme* Megawattstunden produzierter Strom (netto) * inklusive Dampf

75 %

soll der Anteil der erneuerbaren Energie an der Berner Fernwärme mindes­ tens betragen. Das hat die Geschäftsleitung von Energie Wasser Bern beschlossen. Der Energierichtplan der Stadt Bern fordert einen Anteil von mindestens 70 Prozent. Energie Wasser Bern strebt freiwillig einen höheren Wert an, um Fernwärme als Energieträger für energetisch optimierte Neubauten attraktiv zu machen. Folglich nutzt das Unter­nehmen für die Fernwärmeproduktion tendenziell weniger Erdgas und stattdessen mehr Kehricht oder Holz. 2018 bestand die Fernwärme aus der Energiezentrale Forsthaus sogar aus rund 80 Prozent erneuerbarer Energie.

31


FÜR DIE UMWELT

Auf Kurs bei den Erneuerbaren Ende 2010 beschloss das Berner Stimmvolk den Atom­ ausstieg bis 2039. Um den politischen Auftrag zu erfüllen, wurden unter anderem Mengen- und Investitionsziele für den Zubau von erneuerbaren Energien definiert. Im Berichtsjahr analysierte Energie Wasser Bern sein Auslandengagement in Bezug auf die bisherige Mengen­ entwicklung und die getätigten Investitionen seit 2010. Der daraus resultierende Bericht kommt zum Schluss, dass die Zielgrössen von 120 Gigawattstunden bis 2020 bzw. 240 Gigawattstunden bis 2030 bereits heute aufge­ baut sind und mit weniger finanziellen Mitteln erreicht wurden, als 2010 dafür vorgesehen waren.

Aus der Region für die Region 2018 unternahm Energie Wasser Bern Bemühungen, um auch die Produktion und den Absatz von lokal pro­du­ zierter erneuerbarer Energie weiter zu fördern. Mit ewb.EIGENVERBRAUCH und ewb.HYDROSPEICHER lancierte das Unternehmen gleich zwei neue Angebote, die den Betrieb von Fotovoltaikanlagen und den Eigenverbrauch des selbst produzierten Solarstroms optimie­ren (siehe Seiten 14 und 16). Gleichzeitig bietet Energie Wasser Bern den Betreibern von Solaranlagen nach wie vor attraktive Vergütungssätze für die Stromrücklieferung. Zudem hat das Unternehmen den Anteil an Solarstrom im Standardprodukt ewb.NATUR.Strom per 1. Januar 2019 weiter von fünf auf sechs Prozent erhöht – dies bei insgesamt sinkenden Stromtarifen für Privatkunden (siehe Grafik Seite 33).

Solar Learning Bei der Förderung erneuerbarer Energie übernimmt Energie Wasser Bern auch global Verantwortung: Mit der Initiative Solar Learning unterstützt das Unterneh­ men die Nutzung von Sonnenenergie in wirtschaftlich benachteiligten Regionen Afrikas. Solarstrom bietet dort nicht nur eine günstige und sinnvolle Alternative zu gängigen fossilen Brennstoffen wie Petrol, Öl oder Diesel, sondern auch eine wesentliche Verbesserung der Lebensbedingungen der Bevölkerung.

Im Bereich der Wärmeversorgung hat Energie Wasser Bern im Berichtsjahr einerseits den Ausbau des Fernwär­ menetzes im Westen von Bern vorangetrieben (siehe Seite 24). Andererseits wurde der Biogas-Anteil im Standardprodukt von fünf auf neu zehn Prozent und im Alternativprodukt von bisher 20 auf neu 30 Prozent erhöht. Das steigert bei bestehenden Heizsystemen nicht nur den Anteil erneuerbarer Energie, sondern reduziert gleichzeitig ihren CO2-Ausstoss. Ein weiterer wichtiger Beitrag an die Umsetzung des Energiericht­ plans der Stadt Bern.

Unter den Klassenbesten Dass Energie Wasser Bern bezüglich Energiewende auf Kurs ist, belegen auch die Resultate des EVU-Benchmarks 2017/2018 des Bundesamts für Energie (BFE). Die Ver­ gleichsstudie hat untersucht, inwiefern die knapp 100 teil­ nehmenden Energieversorgungsunternehmen (EVU) mit ihren Aktivitäten, Produkten und Dienstleistungen die Energieeffizienz und die erneuerbaren Energien fördern. Energie Wasser Bern belegt beim Strom den ausgezeich­ neten zweiten Rang und hat sich gegenüber der Erhebung 2015/2016 nochmals markant verbessert. Im erstmals bewerteten Bereich Wärme/Gas erreichte das Unternehmen auf Anhieb Platz vier. Dieses Ergebnis bestärkt das Unter­ nehmen, den vor Jahren eingeschlagenen Weg in eine nachhaltige Energiezukunft konsequent weiterzuverfolgen.

Damit sich die Solarenergie in Afrika langfristig etab­ lieren kann, braucht es Fachleute vor Ort, die für die Installation und die Wartung von Fotovoltaikanlagen sorgen. Hier setzt die Initiative Solar Learning an: In Zusammenarbeit mit der Schweizer Non-ProfitOrganisation «Solafrica» werden junge Solartechniker und -technikerinnen geschult. Sie bilden das Funda­ ment für den Aufbau einer nachhaltigen Energieversorgung in dieser Region. solafrica.ch

32


Stromtarif 2019

Netznutzungstarif

+/–0.00 Rp./kWh

Tarif

(Preis für Stromtransport vom Kraftwerk ins Haus)

Systemdienstleistungen (SDL)

0.24 Rp./kWh

–0.08 Rp./kWh

Energiepreis

Tarif

–0.20 Rp./kWh

(Preis für gelieferte elektrische Energie)

Abgaben an das Gemeinwesen

1.40–2.65 Rp./kWh

+/–0.00 Rp./kWh

Bundesabgaben

2.30 Rp./kWh

+/–0.00 Rp./kWh

Trotz dem energiewirtschaftlich anspruchsvollen Umfeld ist es Energie Wasser Bern gelungen, den Stromtarif für Privatkunden per 1. Januar 2019 zu senken. Ausschlaggebend sind tiefere Tarife für die Systemdienstleistungen der nationalen Netzgesellschaft Swissgrid und sinkende Energieliefertarife aufgrund tieferer Produktionskosten der eigenen Anlagen.

strompreis.elcom.admin.ch

Berner Strommix 1.91% 58.93%

1.96% 51.99%

1.69%

0.96%

42.81%

42.73%

55.49%

56.31%

2012

2013

4.4%

3.1%

3.2%

2.5%

35.0%

34.7%

31.1%

25.5%

60.6%

62.2%

65.7%

72%

2014

2015

2016

2017

46.05% 39.16%

2010

2011

Erneuerbare Energien 1 1 2

Nicht erneuerbare Energien 2

Abfälle

Wasserkraft, Sonnenenergie, Windenergie, Biomasse, Geothermie, geförderter Strom und übrige erneuerbare Energien Kernenergie, fossile Energieträger, Erdöl, Erdgas, Kohle

Energie Wasser Bern baut sein Angebotsportfolio für erneuerbare Energien fortlaufend aus. Entsprechend sind auch die Kundinnen und Kunden gefordert, sich vermehrt für ökologische Produkte zu entscheiden. In der Tat beziehen immer mehr Bernerinnen und Berner Strom aus nachhaltiger Produktion, wie der Strommix zeigt.

ewb.ch/stromkennzeichnung

33


FÜR DIE BERNERINNEN UND BERNER

Ausbau der digitalen Services Um mit den Kundinnen und Kunden zu kommunizie­ ren, nutzt Energie Wasser Bern immer mehr digitale Kanäle. Im Berichtsjahr hat das Unternehmen seine entsprechenden Plattformen einem Update unter­ zogen und das Angebot weiter ausgebaut. Die Rückmeldungen aus einer Kundenbefragung des Forschungsinstituts gfs.bern aus dem Jahr 2017 gaben hierzu wertvolle Inputs.

Update für ewb.INTERNET So wurde ewwwb.ch per Ende März 2018 komplett überarbeitet und präsentiert sich nun in einem neuen Look. Einerseits hat Energie Wasser Bern den Aufbau der Produktwebsite neu strukturiert und die Benut­ zerfreundlichkeit verbessert. Besucherinnen und Besuchern der Homepage wird aufgezeigt, dass sie mit ewb.INTERNET weit mehr können als «nur» surfen – nämlich auch fernsehen und telefonieren.

Verbesserungen auf hohem Niveau 2018 gab Energie Wasser Bern erneut eine Kunden­ zufriedenheitsumfrage in Auftrag: gfs.bern führte von Mitte April bis Mitte Mai mit 1’172 Privat- und 209 Geschäftskunden Online-Interviews durch. Das For­ schungsinstitut kommt in seiner Studie zum Schluss, dass Energie Wasser Bern die Zufriedenheit seiner Kundinnen und Kunden «auf hohem Niveau sogar noch leicht steigern konnte». Ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis sowie eine schnelle und kompetente Behandlung von Rekla­ma­tionen ste­ hen für die befragten Kunden im Zentrum. Auch eine verständliche Abrechnung, trans­parente Kommunikati­ on und das Verständnis für ihre Bedürfnisse sind ihnen wichtig. Hohe Zufriedenheit äusserten die Kundinnen und Kunden unter anderem in Bezug auf einzelne

Andererseits ist ewwwb.ch nun interaktiv. Das bedeutet, die Kundinnen und Kunden können das Angebot selber verändern und nach ihren Wünschen anpas­ sen. Unentschlossene User können den «Bärater» zu Hilfe nehmen, um das perfekte Abo für sich zu finden. Ausserdem bietet die neue Website Hilfe und Support für fast alle Themen rund ums Internet. ewwwb.ch

Produkte und die Servicequalität. Der Kundendienst wird als freundlich, hilfsbereit, kompetent und per­ sönlich wahrgenommen. Am stärksten wird Energie Wasser Bern mit Eigen­ schaften wie Zuverlässigkeit, Vertrauenswürdigkeit und Kompetenz, aber auch mit Sicherheit, Nähe oder Serviceorientierung in Verbindung gebracht. Die wichtigsten Informationskanäle bleiben die Website und das Kundenmagazin, gefolgt von Kundenportal und Newsletter. Um mit dem Unternehmen in Kon­ takt zu treten, sind Telefon, E-Mail und Kundenportale die bevorzugten Kommunikationsmittel.

34


FÜR DIE BERNERINNEN UND BERNER

Da tanzt der Öko-Bär Auf dem Online-Kundenportal von Energie Wasser Bern können Bernerinnen und Berner im geschützten Bereich ihre Angelegenheiten rund um Energie schnell und einfach per Mausklick abwickeln – auch ausserhalb der Bürozeiten. Dieses Angebot an Online-Services wird laufend erweitert. Seit Mai 2018 veranschaulicht der «Öko-Bär-Index» das ökologische Profil der registrierten Kunden: Auf einer Skala von eins bis zehn werden ihre Einstellungen und ihre Produktewahl hinsichtlich der Nachhaltigkeit bewertet. Der so berechnete Index wirkt sich direkt auf den Gemütszustand des Öko-Bären aus: Je nach Bewertung verändert er seine Laune von aggressiv auf Stufe eins über traurig, neutral und happy bis hin zu euphorisch auf Stufe zehn. Um die Stimmung des Öko-Bären zu heben, zeigt Energie Wasser Bern den Usern ökologisch sinnvolle Optimierungsmassnah­ men zugunsten ihres ökologischen Fussabdrucks auf. kundenportal.ewb.ch

ÖKO-BÄR-INDEX

1

2

3

4

5

6

7

8

9

10

GRRR!!

Oje ...

Hmmm ...

Durch­ schnittlich

Na ja

Optimier­ bar

Senkrecht­ starter

Haarscharf dran!

Endspurt!

Da tanzt der Bär!

35


FÜR DIE BERNERINNEN UND BERNER

Neue ewb-App Energie Wasser Bern will bei der Entwicklung der Stadt Bern zur Smart City eine aktive Rolle übernehmen (siehe Seite 20). Mit diesem Ziel hat das Unternehmen im Be­ richtsjahr eine eigene App entwickelt: Die ewb-App bietet allen Bernerinnen und Bernern eine benutzerfreundliche und zeitgemässe Möglichkeit, um defekte Strassenlam­ pen, schmutzige Brunnen oder falsch tickende Uhren zu melden. Denn sie sind meist die Ersten, die davon Kennt­ nis nehmen. Dank der Einbindung der Kundinnen und Kunden kann Energie Wasser Bern allfällige Störungen noch schneller beheben. Gleichzeitig haben die User Zugriff auf nützliche Informationen und Zusatzfunktionen: Über die neue App haben sie Zugang zum Kundenportal und können zum Beispiel auch den ÖV-Fahrplan, den Abfallkalender oder verschiedene Webcams in der Stadt konsultieren.

App herunterladen:

Erlebnis Energie Zeitgleich mit der Inbetriebnahme der Energiezentrale Forsthaus eröffnete Energie Wasser Bern im Frühling 2013 auch das Besucherzentrum ewb: Auf 360 Quadratmetern gestaltete das Unternehmen eine interaktive Wissensplattform rund um die Energieversorgung der Stadt Bern. Um mit der schnelllebigen Energie­ branche Schritt zu halten, brauchte das Besucherzen­ trum ewb nach fünf Jahren ebenfalls ein umfassendes Update: Das Konzept der Ausstellung und ihre Inhalte wurden im Berichtsjahr komplett überarbeitet und aktualisiert.

Zukünftig wird das Besucherzentrum ewb fester Bestandteil der Führungen durch die Pionieranlage. Diese beginnen mit einer Einleitung an einem interaktiven Modell von Bern, an dem veranschaulicht wird, wie der Energieversorger die Stadt am Laufen hält und wie die Energiewende zu schaffen ist. Dauer und Inhalt des anschliessenden Rundgangs richten sich nach den jeweiligen Besuchern und deren Fokus. Im Mai 2019 wird die Ausstellung nach einer halbjäh­ rigen Umbauphase unter dem Namen «Erlebnis Energie» mit einem gebührenden Fest eingeweiht. ewb.ch/fuehrungen

36


FÜR DIE MITARBEITENDEN

Träger der Innovationskultur alle Mitarbeitenden wurden mit einem Abonnement ausge­ stattet. Damit bietet das Unternehmen seiner Belegschaft die Möglichkeit, digital und zeitnah miteinander zu kommunizieren sowie mobil zu arbeiten.

Die Innovationskraft eines Unternehmens hängt primär von der richtigen Einstellung seiner Mitarbeitenden ab. Sie sind es, die die Unternehmenskultur tragen. Deshalb schafft Energie Wasser Bern optimale Bedingungen für Innovation und Digitali­sierung. Denn die Digitalisierung ist auch hier ein Mittel zum Zweck, um eine der wichtigsten Ressourcen von Energie Wasser Bern noch besser zu nutzen: die Ideen und das Enga­ gement der eigenen Belegschaft.

Denn seit Herbst 2018 steht allen Mitarbeitenden zusätzlich eine neue Mitarbeitenden-App für die interne Kommunikation zur Verfügung. Damit sind sie immer «up to date», erfahren zeitgleich und direkt die aktuellsten Informationen und Ent­ wicklungen aus dem Unternehmen. Was bisher auf Papier ausgehängt wurde, wird nun «gepostet». Die App sorgt für eine bessere Vernetzung der rund 630 Kolleginnen und Kollegen über alle Abteilungen und Standorte hinweg und verschafft ihnen jederzeit und überall Zugriff auf Dokumente sowie hilfreiche Anwendungen.

«Vou digitau» Entsprechend dem Motto «Vou digitau» machte Energie Wasser Bern im Berichtsjahr einen weiteren Schritt in Richtung Digitalisierung. Im April beschloss die Geschäftsleitung, die gesamte Telefonie von analog auf digital umzustellen. Wer noch über kein persönliches Handy verfügte, erhielt ein Smartphone, und

37


FÜR DIE MITARBEITENDEN

Nährboden für Innovation Die Smartphones sind nur der sichtbare Teil des Kulturwandels. Schliesslich geht es um weit mehr als nur um moderne Technik. Es geht um Vernetzung, um die Art, wie gearbeitet wird, wie Informationen ausgetauscht und Daten verarbeitet werden, und um Visionen, die das Unternehmen weiterbringen. Die Mitarbeitenden von Energie Wasser Bern sollen ein ideales Umfeld erhalten, um eigene Ideen zu entwickeln und zu schärfen. Dazu hat das Unternehmen 2018 verschiedene Massnahmen umgesetzt. Die «Inno Box» beispielsweise bietet einfallsreichen Mitarbei­ tenden die notwendigen Ressourcen, um den ersten Schritt im Innovationsprozess voranzutreiben: Arbeitszeit, finanzielle Mittel, Coaching und passende Arbeitsräume. Ein Innovations­ team unterstützt die Ideengeber bei der Ausarbeitung und Umsetzung ihrer Ideen bis hin zur Marktreife. Um solche Visionen in den Köpfen der Mitarbeitenden anzustossen, veranstaltet das Innovationsmanagement immer wieder sogenannte «365˚-Events» mit Impulsreferaten, die dazu animieren, über den Tellerrand zu schauen. Diese Massnahmen tragen bereits Früchte: Im Berichtsjahr wurden insgesamt 22 Ideen bearbeitet. Elf davon wurden verworfen, zwei bereits erfolgreich realisiert und neun sind aktuell in Arbeit.

Familienfreundliche Anstellungsbedingungen Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist ein Anliegen, das Energie Wasser Bern schon lange fördert. Gemein­ sam mit den Sozialpartnern hat das Unter­nehmen den Gesamtarbeitsvertrag (GAV) im Berichtsjahr entspre­ chend weiterentwickelt.

Elan der Generation «U30» Neuen Schwung bringt auch die «Young Generation» ins Unternehmen. Mit dem gleichnamigen Gefäss haben sich die unter 30-jährigen Mitarbeitenden eine Stimme gegeben. Mitte Februar 2018 fand ihr erstes Treffen statt. Gemeinsam definierten sie Themen, die sie aktuell beschäftigen, wie zum Beispiel die Arbeitsbedingungen, die Geschäftskultur, der Informations­ fluss oder neue Geschäftsfelder. Getreu ihrem Motto «engagiert, wendig & belebend» will die «Young Generation» die erfolgreiche Zukunft von Energie Wasser Bern mitgestalten. Ihr Ziel ist es, eigene Konzepte zu entwickeln und zur Diskussion zu stellen. In kleinen Arbeitsgruppen sammelt sie Ideen und Inputs, um mögliche Lösungsvorschläge zu erarbeiten und diese danach der Geschäftsleitung zu unter­ breiten. Was aussichtsreich erscheint, wird umgesetzt und getestet, wie beispielsweise der «Umzugswizard», ein OnlineAssistent, der die Kundinnen und Kunden durch das Formular der Umzugsmeldung leitet. So sind es gerade die verschiedenen Perspektiven und die interdisziplinäre Zusammenarbeit, die die Innovationskultur bei Energie Wasser Bern fruchtbar machen und die Chancen der Digitalisierung nutzen.

Urlaub zu beziehen sowie vorübergehend das Arbeits­ pensum zu reduzieren. Diese Anpassungen ermöglichen es den Mitarbeitenden, ihre familiäre Verantwortung in schwierigen Situationen besser wahrnehmen zu können. Der bisherige Vaterschaftsurlaub von zwei Wochen lag bereits weit über dem gesetzlichen Minimum. Mit der Ausweitung auf 15 Tage haben Unternehmen und Sozial­ partner ein weiteres Zeichen gesetzt und die Position von Energie Wasser Bern als familienfreundlicher Arbeit­ geber weiter gestärkt.

Seit dem 1. Januar 2019 haben die Mitarbeitenden von Energie Wasser Bern Anrecht auf bis zu 15 bezahlte Arbeitstage für die Pflege ihrer Kinder oder von nahen Angehörigen. Ist eine längere Betreuungszeit notwen­ dig, haben sie zusätzlich die Möglichkeit, unbezahlten

38


Beliebter Arbeitgeber Das Marktforschungsunternehmen Statista und die Bewertungsplattform kununu.ch haben mehr als 20’000 Arbeitnehmende von 250 Unternehmen aus 21 Branchen befragt, um die besten Arbeitgeber der Schweiz im Jahr 2018 zu ermitteln. Die Aus­ wertung zeichnet Unternehmen aus, die ihren Mitarbeitenden ein möglichst opti­males Arbeitsumfeld, Wertschätzung und Vertrauen bieten und so zu deren Zufrieden­heit beitragen – einem entscheidenden Faktor für den Erfolg einer Firma. Energie Wasser Bern belegt in der Gesamtwertung den 16. Rang. Ein starkes Resultat für einen lokalen Energieversorger. Das Unternehmen mit rund 630 Mitarbeitenden wurde von seinen aktuellen wie auch ehemaligen Angestellten so gut bewertet, dass es inner­ halb der Branche sogar Platz eins erzielte.

39


FÜR BERN

Mehr als ein Energieversorger Als erste Schweizer Stadt nahm Bern 1843 eine Gasfabrik in Betrieb und führte die öffentliche Gasbeleuchtung ein – der Beginn einer 175-jährigen Geschichte von Licht, Wärme, Strom und Mobilität. Dabei ging es um Technik, um Infrastruktur, um Pioniergeist – den damals kaum jemand in Bern verortet hätte –, aber auch um die Rolle der Energieversorgung bei der städtischen Entwicklung. Die Historie zeigt, dass Energie Wasser Bern und seine Vorläufer die Lebensumstände der Bernerinnen und Berner zu jeder Zeit geprägt haben und weiter prägen. Auch heute endet das Engagement von Energie Wasser Bern nicht mit der Erfüllung des Versorgungsauftrags. Das Unternehmen hat sich im abgelaufenen Jahr vielfältig für das Gemeinwesen engagiert.

Premiere zum Jubiläum Das 175-Jahre-Jubiläum der Berner Gasversorgung feierte Energie Wasser Bern mit verschiedenen Aktivitäten. Zum Auftakt ge­ staltete das Unternehmen einen öffentlichen Rundgang zur Produktion und Nutzung von Berner Stadtgas. Auf verschiedenen Posten beleuchteten Schilder die Vergangenheit, zeigten historische Bilder der Produktionsstandorte und vermittelten spannende Details der Stadtgasproduktion. Mit der dazugehörigen App wurde der Rundgang zur virtuell animierten Zeitreise für die ganze Familie. Dort, wo die erste Gasfabrik der Schweiz am 25. April 1843 ihren Betrieb aufnahm, wurde auf den Tag genau 175 Jahre später ein weiteres Novum eingeweiht: Auf dem Dalmazi­ mätteli installierte Energie Wasser Bern einen öffentlichen Gasgrill namens «Ernie» – ein Geschenk an die Stadt.

Damit ihm das Feuer niemals ausgeht, ist «Ernie» direkt an das städtische Gasnetz angeschlossen und wird mit 100 Prozent CO2-neutralem Biogas betrieben – eine Schweizer Premiere! Der Gasgrill erfreut sich grosser Beliebtheit und wird von den Bernerinnen und Bernern rege benutzt. Deshalb hat Energie Wasser Bern noch im Juni 2018 im Brünnenpark einen Art­ genossen mit dem Namen «Wernie» aufgestellt.

Abheben mit Energie Wasser Bern Eine Premiere war auch die erste Austragung des renom­ mierten Gordon Bennett Cup in Bern. Zur Feier des Jubilä­ ums und aufgrund der historischen Verbindung zwischen der Ballonfahrt und der Gasversorgung unterstützte Energie Wasser Bern den Luftsportwettbewerb als Sponsor. Denn das Unternehmen liess bereits ab den 1930er-Jahren Gasballone beim Gaswerkareal steigen, die ihr Traggas von der hiesigen Gasfabrik bezogen. Spannend war auch, welche Parallelen sich zwischen dem Sponsor und der Gasballon-Weltmeisterschaft offenbarten. Im «Bärnerbär» unterhielten sich CEO Daniel Schafer und Werner Beyeler, Sicherheitschef des Anlasses, über das Ballonfahren und stellten fest: Es braucht immer eine gute Bodenmannschaft, damit die in der Luft ihre Arbeit tun können. Genau so versteht sich auch Energie Wasser Bern – als Bodenteam, das den Menschen und Unternehmen in der Stadt und Region das Leben angenehmer und das Wirt­ schaften einfacher macht. Und sie abheben lässt, wenn sie es wollen.

Bern gibt Vollgas 175 Jahre Berner Gasversorgung

40


Anlässlich des Gordon Bennett Cup liess Energie Wasser Bern auch den eigenen Heissluftballon steigen.

41


Der Zytglogge im Rampenlicht Nach den umfassenden Sanierungsarbeiten am Zytglogge hat Energie Wasser Bern auch die Beleuchtung der Berner Sehenswürdigkeit erneuert: Die alte Flutlichtanlage wurde 2018 durch moderne Projektoren ersetzt. Dadurch erstrahlen das revidierte astronomische Zifferblatt, das restaurierte Figurenspiel, aber auch die retuschierte Malerei auf der Westfassade in neuem Licht. Denn mit insgesamt elf Projektoren wird der ehemalige Wehr- und Gefängnisturm neuerdings rundherum erhellt – bis anhin blieb die Westseite nachts im Dunkeln. Dank der modernen Techno­ logie sinkt der jährliche Stromverbrauch der Beleuchtungsanlage dennoch um rund 70 Prozent. Wie beim Münster, beim Rathaus oder bei der Heiliggeistkirche kommen auch beim Zytglogge speziell angefertigte Lichtmasken zum Einsatz. Diese ermöglichen Helligkeitsunterschiede und heben einzelne Elemente der Fassade hervor. Damit werden beispielsweise Chronos, der Gott der Zeit, oder der Hahn, der Narr, der Löwe und die Bären der Automatengruppe speziell akzentuiert. Die exakte Ausrichtung der neuen Leuchten verhindert zudem unerwünschtes Streulicht und minimiert die sogenannte Lichtverschmutzung.

42


43


44


JAHRESBERICHT ÖKOFONDS

Jahresbericht des Fonds für erneuerbare Energien Zweck und Finanzierung des Ökofonds Der städtische Leistungsauftrag an Energie Wasser Bern umfasst auch die aktive Förderung der Produktion und des Vertriebs von erneuerbaren Energien sowie die finanzielle Unterstützung von Projekten zur Steigerung der Energieeffizienz (ewr, Art. 6). Zu diesem Zweck wurde 2002 der Ökofonds eingerichtet. Finanziert wird der Fonds für erneuerbare Energien durch einen zweckgebundenen Rück­ behalt von mindestens zehn Prozent des jährlich durch Energie Wasser Bern an die Stadt auszuschüttenden Gewinns. Mit den zur Verfügung stehenden finanziellen Mitteln werden Projekte gefördert, welche durch ihre Wirkung mithelfen, die Lebensbedingungen für Mensch und Tier positiv zu beeinflussen. Die 2016 revidierte Eignerstrategie verlangt, dass die Fördergelder für Kundinnen und Kunden in der Stadt Bern wie auch für Anlagen im Besitze von Energie Wasser Bern einzusetzen sind. ewb.ch/oekofonds

Die Fondskommission Die eingereichten Projekte werden durch die Mitglieder der Ökofonds­ kommission beurteilt. Gemäss der gültigen Verordnung setzt sich diese aus zwei externen Fachpersonen sowie drei Mitarbeitenden von Energie Wasser Bern zusammen. Der Kommission gehören per 31. Dezember 2018 folgende Personen an: Funktion Name Präsident

Urs Frieden, Kommunikationsberater und ehemaliger Berner Stadtratspräsident

Mitglieder

Adrian Stiefel, Leiter Amt für Umweltschutz der Stadt Bern

Daniel Neuhaus, Leiter Marketing & Verkauf und Mitglied der Geschäftsleitung von Energie Wasser Bern

Martin Moser, Leiter Finanzen & Services und Mitglied der Geschäftsleitung von Energie Wasser Bern

Martin Bretscher, Energie Wasser Bern

Sekretariat Noëlle Frey, Fachspezialistin und Bereichsassistentin von Energie Wasser Bern

45


JAHRESBERICHT ÖKOFONDS

Jahresrechnung Mit den zur Verfügung stehenden Mitteln konnte die Ökofondskommis­ sion bis heute den Bau von rund 1’700 Anlagen finanziell unterstützen. Die mit Geldern aus dem Ökofonds geförderten Projekte reduzierten den CO2-Ausstoss um rund 40’000 Tonnen pro Jahr. Über die zu erwar­ tende Lebensdauer der Anlagen werden somit rund 540’000 Tonnen weniger CO2 in die Umwelt ausgestossen.

Jahresrechnung

CHF

Einlagen aus den Jahresabschlüssen 2002 bis 2016

48’964’182

Einlage aus Geschäftsabschluss 2017

2’500’000

Total Einlagen

51’464’182

Bewilligte Projektbeiträge bis 31.12.2017

43’348’159

Bewilligte Projektbeiträge 2018

3’751’500

Total Projektbeiträge bis 31.12.2018

47’099’659

Bewilligte Projektbeiträge für das Jahr 2019 und folgende

4’214’185

Bewilligte Projektkredite

CHF

Förderung erneuerbare Energie

23’650’559

Förderung Energieeffizienz

22’558’771

Förderung Erdgas/Biogas als Treibstoff

2’882’339

Kommunikationsmassnahmen und -kampagnen

46

2’222’175


Umsetzung Energieund Klimastrategie Gemäss dem städtischen Energierichtplan soll die Wärmeversorgung in der Stadt Bern bis 2035 zu 70 Prozent auf erneuerbaren Energieträgern basieren. Der Richtplan schreibt behördenverbindlich vor, welche Energieträger in welchen Gebieten der Stadt eingesetzt werden sollen. In Zusammen­ arbeit mit Energie Wasser Bern und dem Amt für Umweltschutz hat der Ökofonds unterschiedliche Aktivitäten initiiert, die mit­helfen sollen, die Ziele der Energie- und Klimastrategie umzusetzen:

Energieberatung Stadt Bern energieberatungstadtbern.ch

Gebäudesanierungsprogramm «bern-saniert» bernsaniertplus.ch

Förderprogramme Heizungsersatz Das Förderprogramm zeigt Hauseigentümern Über­ gangslösungen für die Zeit zwischen der Sanierung ihrer Wärmeerzeugungsanlage und der Anschlussmöglichkeit an einen Wärmeverbund auf und unterstützt sie bei der Finanzierung des Provisoriums.

Sonnenkollektoren Das Förderprogramm für Sonnenkollektoren zur Warmwasseraufbereitung unterstützt Anlagen mit bis zu 60 Quadratmetern Absorberfläche im Versorgungsgebiet von Energie Wasser Bern mit Förderbeiträgen.

Fotovoltaikanlagen Bauherren von aufgebauten oder integrierten PV-Anlagen erhalten in Ergänzung zur Einmal­ vergütung für kleine PV-Anlagen (KLEIV) einen einmaligen Beitrag.

Mehrwert Biogas und Fernwärme Der Ökofonds unterstützt die Umstellung einer Öl- oder Erdgasheizung auf Fernwärme oder den Bezug von Biogas bei Neuinstallationen mit einem einmaligen Beitrag. Zudem werden auch Anschlüsse an andere Nahwärmeverbundanlagen in der Stadt Bern gefördert, die einen Anteil an erneuerbarer Energie von mindestens 70 Prozent aufweisen.

Eigenverbrauchsgemeinschaften Besitzer von PV-Anlagen haben heute die Möglich­ keit, einen Zusammenschluss zum Eigenverbrauch zu gründen. Dadurch lässt sich ein Maximum des selbst produzierten Solarstroms direkt vor Ort von verschiedenen Bezugsobjekten (z. B. Wohnungen) nutzen. Hydrospeicher Das Angebot ewb.HYDROSPEICHER ermöglicht, überschüssigen, selbst produzierten Strom in einem Pumpspeicherwerk zu speichern, bis dieser gebraucht wird.

Ladeinfrastruktur Elektromobilität In Ergänzung zu den öffentlichen Ladestationen sollen auch private Ladestationen gefördert werden. Es sind dies Ladepunkte bei Privatper­ sonen oder bei Unternehmen, die für die exklusive Nutzung durch eine «geschlossene Nutzergruppe» installiert werden.

Die Mitglieder der Ökofondskommission sind überzeugt, dass der Fokus auf das Erreichen der Ziele der Energie- und Klimastrategie richtig ist und dass sich die angestrebte Wirkung einstellen wird.

47


CORPORATE GOVERNANCE

Verantwortungsbewusst und transparent Soweit sich aus der Rechtsform des Unternehmens nichts anderes ergibt oder keine gesetzlichen Bestimmungen entgegen­stehen, orientiert sich Energie Wasser Bern an den allgemein anerkannten Corporate-Governance-Grundsätzen des Ver­bands der Schweizer Unternehmen economiesuisse (Swiss Code of Best Practice for Corporate Governance). Dadurch wird eine einheitliche und vergleichbare Berichter­ stattung sichergestellt. Das Reglement Energie Wasser Bern vom 15. März 2001 (ewb-Reglement) verpflichtet das Unter­ nehmen zur Offenlegung von Vergütungen an die Mitglieder des Verwaltungsrats und der Geschäftsleitung. Massgebend für diese Angaben an den Gemeinderat und den Stadtrat der Stadt Bern sind die Bestimmungen von Artikel 663bbis und 663c des Obligationenrechts (OR). Diese gesetzlichen Vorgaben im Bereich der Corporate Governance richten sich primär an schweizerische börsenkotierte Unternehmen, sogenannte Publikumsgesellschaften. Der Verwaltungsrat regelt seine Führungs- und Organisations­ grundsätze in einer Organisationsverordnung (OrgV ewb), die sich in den wesentlichen Punkten an den für den Verwaltungsrat einer Aktiengesellschaft massgebenden gesetzlichen Bestimmungen orientiert (insbesondere Art. 716a OR, unüber­ tragbare Aufgaben). Dadurch ergibt sich eine klare Zuweisung der Zuständigkeiten. Die OrgV ewb wurde 2017 einer Totalrevision unterzogen. Ergänzt wird die OrgV ewb durch die Geschäftsordnung für die Geschäftsleitung (GO GL), welche die Arbeitsweise und die Zuständigkeiten für die operative Unterneh­mensführung (Geschäftsleitung und CEO) definiert.

Rechtsform von Energie Wasser Bern Energie Wasser Bern ist eine selbstständige, autonome öffentlich-rechtliche Anstalt im Eigentum der Stadt Bern und an den im ewb-Reglement definierten Leistungsauf­trag gebunden. Das Unternehmen ist rechtsfähig und im Han­ delsregister eingetragen. Der Hauptsitz befindet sich an der Monbijoustrasse 11 in Bern. Energie Wasser Bern ist mehr­ heitlich in der Schweiz operativ tätig.

Unternehmensstruktur Die Führungsstruktur von Energie Wasser Bern ist in neben­ stehendem Organigramm abgebildet. Ausserdem verfügt das Energieversorgungsunternehmen über Beteiligungen an mehreren weiteren Unternehmen (siehe Seiten 19 und 31 im Online-Finanzbericht). ewb.ch/finanzbericht-2018

Kapitalstruktur Das Energie Wasser Bern von der Stadt Bern zur Verfügung gestellte Dotationskapital beträgt 80 Mio. Franken. Die Verände­ rungen des Eigenkapitals von 2018 und 2017 sind auf Seite 65 ersichtlich. Kapitalveränderungen aus dem Geschäftsjahr 2016 finden sich im Geschäftsbericht 2017 auf Seite 83. Marktgebiet und Kundensegmente In der Stadt Bern betreibt Energie Wasser Bern die Energieund Wasserversorgung sowie die thermische Kehricht­ verwertung für rund 70’000 Haushalte, 8’000 KMU sowie 100 Grosskunden. Daneben erschliesst das Unternehmen in Kooperation mit Swisscom die Stadt Bern flächendeckend mit einem Glasfasernetz. Überdies bietet Energie Wasser Bern den Kundinnen und Kunden verschiedene Produkte und Dienstleistungen an, welche das Kerngeschäft ergänzen, namentlich im Bereich der Energieberatung, der Gesamt­ energiedienstleistungen, der Mobilität und der Telekommu­ nikation. In weiteren rund 30 Gemeinden der Region Bern versorgt das Unternehmen Kundinnen und Kunden ebenfalls direkt oder indirekt mit Produkten und Dienstleistungen. Seit Januar 2009 können Grosskunden, die mehr als 100’000 Kilowattstunden Strom pro Jahr verbrauchen, ihren Stromlieferanten frei wählen. Energie Wasser Bern hat sich den Herausforderungen der ersten Phase der Strommarktlibera­ lisierung gestellt und auch ausserhalb des Versorgungsgebietes neue Kundinnen und Kunden von seinem Angebot überzeugen können. Der Hauptfokus des Unternehmens liegt dabei auf einer hohen Qualität bei Beratung, Service und Angeboten mit ökologischem Mehrwert.

48


Organigramm Stand 31. Dezember 2018

Verwaltungsrat Präsident Franz Stampfli Vizepräsident Michel Kunz Compliance Officer Alain Probst

Interner Revisor Peter Soltermann

CEO / C Daniel Schafer Stv. Marcel Ottenkamp

Unternehmens­ steuerung / C

Energie­wirtschaft / E

Finanzen & Services / F

Marketing & Verkauf / M

Netze / N

Daniel Schafer GL Stv. Marcel Ottenkamp

Marcel Ottenkamp GL Stv. Roland Hediger

Martin Moser GL

Daniel Neuhaus GL Stv. Hanspeter Blum

Hans-Peter Wyss GL Stv. Kaspar Bieler

Generalsekretariat & Rechtsdienst / CG

Energie­handel / EH

Controlling & Risk Management / FC

Digitalisierung / MD

Netzbetrieb / NB

Urs Möri Stv. Alain Probst

Martin Schaub Stv. Andreas Bieri

Charles Mauron Stv. Stephan Mücher

Lukas Biere

Viktor Obrist Stv. Peter Walther

Standortentwicklung Holligen / CH

Energie­ management / EM

Corporate Finance / FF

Gesamtenergiedienstleistungen / ME

Netz­management / NM

Matthias Reinhard

Martin Schaub Stv. Urs Spring

Tobias Haefeli Stv. Raffaele Chiacchia

Fabian Baerlocher Stv. Christoph Deutschle

Kaspar Bieler Stv. Roland Weber

Informatik / CI

Energie­produktion / EP

Rechnungswesen / FR

Kundendienst / MK

Netze Unterhalt & Montage / NU

Daniel Lörtscher Stv. Alexi Calonder

Roland Hediger Stv. Thomas Bücherer

Beat Caprez Stv. Urs Leuenberger

Karin Nölly Stv. Sandra Marti

Roger Waldmeier Stv. Daniel Zürcher

Unternehmens­ kommunikation  / CK

SCM & Immobilien / FS

Marketing-Kommunikation / MM

Claudia Kohlschütter Stv. Raphaël Wyss

Esther Niffenegger Stv. Anita Haller

Raphael Bühler Stv. Bruno Spring

Human Resources / CP

Product Management & Innovation / MP

Daniel Wehrle Stv. Michel Zahnd

Patrick Hafner Stv. Ivo Kaeser

Unternehmens­ entwicklung / CU

Verkauf & Support / MV

Simone Winter Stv. Peter Brechtold

Hanspeter Blum Stv. Beat Ducret

49


Von links: Barbara Rigassi, Susanne Blank, Reto Nause, Franz Stampfli, Michel Kunz, Flavia Wasserfallen, Adrian Altenburger

Verwaltungsrat Der Verwaltungsrat von Energie Wasser Bern setzt sich aus sieben Mitgliedern zusammen, wovon mindestens eines dem Gemeinderat der Stadt Bern angehören muss. Ein Sitz im Verwaltungsrat steht den Arbeitnehmenden zu. Mindestens zwei Mitglieder des Verwaltungs­ rats müssen in der Stadt Bern wohnen. Der bisherige Vizepräsident des Verwaltungsrats, Dieter Többen, hat per Ende Juni 2018 seine Demission eingereicht. Anlässlich seiner Sitzung vom 1. Mai 2018 hat der Verwaltungsrat Michel Kunz per 1. Juli zum neuen Vizepräsidenten bestimmt. Der Berner Stadtrat hat an seiner Sitzung vom 20. September 2018 Adrian Altenburger als Nachfolger von Dieter Többen in den Verwaltungsrat gewählt. Nachfolgende Aufstellung gibt Aufschluss über die Zusammensetzung des Verwaltungsrats von Energie Wasser Bern am 31. Dezember 2018. Es werden die einzelnen Mitglieder, deren Na­ tionalität und Geburtsjahr sowie ihre Ausbildung, ihre Funktion und das Jahr der erstmaligen Wahl in den Verwaltungsrat aufgeführt. Weitere Mandate und Interessenbindungen in be­ deutenden Unternehmen, Organisationen und Stiftungen sowie dauernde Leitungs- und Berater­ funktionen für wichtige Interessengruppen wie auch amtliche Funktionen und politische Mandate werden nach dem Prinzip der Selbstdeklaration ausgewiesen. 50


CORPORATE GOVERNANCE

Mitglieder des Verwaltungsrats Franz Stampfli 1954, CH/I Ittigen Lic. rer. pol., Universität Bern, Präsident des Verwaltungsrats seit 1. März 2011.

Michel Kunz 1959, CH Schüpfen

Verwaltungsrats- und andere Mandate: Bigla Office AG, Biglen, Präsident des Ver­ waltungsrats; Guggisberg Dachtechnik AG, Köniz, Präsident des Verwaltungsrats; tm concept AG, Aarau, Mitglied des Verwaltungsrats; Verband openaxs, Freiburg, Präsident, und r&b engineering, Brugg, Mitglied des Verwaltungsrats. Verwaltungsrats- und andere Mandate: BSI Business Systems Integration AG, Baden, Mitglied des Verwaltungsrats, und wls AG, Schüpfen, Präsident des Verwaltungsrats.

Dipl. El.-Ing. ETH, Mitglied der Geschäftsleitung SBB-Infrastruktur, Mitglied des Verwaltungsrats seit 1. Oktober 2014 und Vizepräsident des Verwaltungsrats seit 1. Juli 2018.

Adrian Altenburger 1963, CH Weinfelden Prof. dipl. HLK-Ing. HTL / MAS Arch. ETH, Instituts- und Studiengangsleiter Gebäudetechnik und Energie an der Hochschule Luzern – Technik & Architektur, Horw, Mitglied des Verwal-

Verwaltungsrats- und andere Mandate: Belimo Holding AG, Hinwil, Mitglied des Ver­ waltungsrats; Jobst Willers Engineering AG, Rheinfelden, Mitglied des Verwaltungs­ rats; BS2 AG, Schlieren, Mitglied des Verwaltungsrats; Pasquale Baurealisation AG, Zürich, Mitglied des Verwaltungsrats; A2CE Consulting:Engineering, St. Niklausen, Inhaber Einzelfirma; Schweizerischer Ingenieur- und Architektenverein (SIA), Zürich, Vizepräsident und Mitglied Vorstand, und Schweizerische Normenvereinigung (SNV), Winterthur, Vizepräsident und Mitglied Vorstand.

tungsrats seit 20. September 2018.

Susanne Blank 1972, CH Bern Lic. rer. pol., Volkswirtschaft und Politologie, Chefredaktorin der Zeitschrift «die Volkswirtschaft», Mitglied des Verwaltungsrats seit 1. Januar 2013.

Reto Nause 1971, CH Bern Lic. phil. I, Historiker und Polito­loge, Gemeinderat Stadt Bern, Mitglied des Verwaltungsrats seit 12. März 2009.

Barbara Rigassi 1960, CH Muri bei Bern Dr. oec. HSG, Managing Partner, BHP – Brugger und Partner AG, Mitglied des

Verwaltungsrats- und andere Mandate: Kraftwerke Oberhasli AG, Innertkirchen, Mit­ glied des Verwaltungsrats; Kommission Wirtschaft der Regionalkonferenz Bern Mittel­ land, Bern, Mitglied; Bernische Ortspolizeivereinigung (BOV), Bern, Mitglied des Vor­ stands; Einbürgerungskommission, Bern, Präsident; Energiekommission, Bern, Vorsitz; Konferenz der Städtischen Sicherheitsdirektorinnen und -direktoren (KSSD), Bern, Mit­ glied des Vorstands; Feuerwehr- und Zivilschutzkommission, Bern, Präsident; Stiftung Gurten – Park im Grünen, Bern, Mitglied des Stiftungsrats; Rudolf Seelhofer-Stiftung, Worb, Mitglied des Stiftungsrats; Bern Tourismus, Bern, Mitglied des Vorstands; Kon­ taktgremium Sicherheit Kanton-Gemeinden (KGSKG), Bern, Mitglied; Energiepolitische Kommission Städteverband, Bern, Präsident; Konferenz Kantonaler Energiedirektorinnen und -direktoren, Bern, Mitglied des Vorstands; Tierparkkommission, Bern, Präsident; Verein CasaSegura, Bern, Präsident, und CVP Stadt Bern, Bern, Mitglied des Vorstands. Verwaltungsrats- und andere Mandate: Schweizerische Mobiliar Genossenschaft und Schweizerische Mobiliar Holding, Bern, Mitglied des Verwaltungsrats; Stiftung atupri, Bern, Vizepräsidentin des Stiftungsrats; compenswiss, Genf, Mitglied des Verwaltungs­ rats, und Spitalrat Psychiatrische Universitätsklinik Zürich, Zürich, Vizepräsidentin.

Verwaltungsrats seit 17. Oktober 2013.

Flavia Wasserfallen 1979, CH Bern Lic. rer. soc., Politologie und Volks-

Verwaltungsrats- und andere Mandate: Verein Bioabi, Bern, Präsidentin; KV Bern, Bern, Mitglied des Vorstands; Pro Velo Bern, Bern, Mitglied des Vorstands, und Kommission für Rechtsfragen (RK), Mitglied.

wirtschaft, Nationalrätin, Mitglied des Verwaltungsrats seit 31. August 2017. 51


CORPORATE GOVERNANCE

Wahl und Amtszeit Die Mitglieder des Verwaltungsrats werden durch den Berner Stadtrat für eine Amtsdauer von vier Jahren gewählt, wobei diese mit der Legislatur des Gemeinderats der Stadt Bern über­ einstimmt. Der Stadtrat bestimmt auch die Präsidentin oder den Präsidenten. Im Übrigen konstituiert sich der Verwaltungsrat selbst. Gemäss Artikel 15a ewb-Reglement darf ein Mitglied dem Verwaltungsrat während höchstens dreier Amtsdauern angehören. Bei der Neuwahl während einer laufenden Amts­ dauer wird diese an die Maximaldauer angerechnet. Überdies sieht Artikel 15b ewb-Reglement eine Altersbeschränkung vor: Ein Mitglied kann dem Verwaltungsrat demnach längs­ tens bis zum vollendeten 70. Altersjahr angehören. Interne Organisation Gemäss Artikel 17 Absatz 1 ewb-Reglement verfügt der Verwal­ tungsrat im Rahmen des Leistungsauftrags über sämtliche Befugnisse, die nicht durch das ewb-Reglement oder durch ihn selbst an andere Stellen übertragen worden sind. Er fällt die strategischen Entscheide, überprüft die getroffenen Anordnun­ gen und überwacht ihren Vollzug sowie die Einhaltung und Erfüllung des Leistungsauftrags und sorgt für ein zweckmäs­ siges Controlling (Art. 17 Abs. 2 ewb-Reglement). Der Verwaltungsrat kann zur Vorbereitung seiner Geschäfte Ausschüsse einsetzen. Die Zusammensetzung und das Pflichtenheft dieser Ausschüsse richten sich nach Anhang 1 der OrgV ewb. Per 31. Dezember 2018 besteht ein Ausschuss zur Vorberei­ tung von finanziell bedeutsamen oder politisch relevanten Geschäften. Im Berichtsjahr hielt der Verwaltungsrat sechs ordentliche Sit­ zungen und eine ausserordentliche Sitzung ab. Zusätzlich führte der Verwaltungsrat eine Klausur sowie zwei ganztägige Strategieworkshops durch. Der Verwaltungsratsausschuss tagte an drei ordentlichen Sitzungen. Gemäss den Bestimmungen der OrgV ewb beruft der Verwal­ tungsratspräsident die Mitglieder des Verwaltungsrats nach Bedarf, mindestens aber viermal pro Jahr, zu den Sitzungen ein. Er erstellt auch die Traktandenliste. Die übrigen Mitglieder des Verwaltungsrats oder der CEO können die Aufnahme eines Trak­ tandums beantragen. Gestützt auf Artikel 16 ewb-Reglement, können überdies die externe Revisionsstelle, der Gemeinderat der Stadt Bern oder zwei Mitglieder des Verwaltungsrats schriftlich und unter Angabe der Gründe die unverzügliche Einberufung einer Sitzung verlangen. Der CEO nimmt an den Sitzungen des Verwaltungsrats mit beratender Stimme und Antragsrecht teil.

Kompetenzregelung Der Verwaltungsrat wählt die fünf Mitglieder der Geschäftsleitung und bestimmt deren Vorsitzende oder Vorsitzenden (Art. 20 ewb-Reglement in Verbindung mit der OrgV ewb). Die Geschäftsleitung leitet das Unternehmen nach den Be­ stimmungen des ewb-Reglements und den Vorgaben des Ver­ waltungsrats in allen technischen, betrieblichen und administra­ tiven Belangen (Art. 21 ewb-Reglement). Sie ist verantwortlich für die Geschäftsführung im Rahmen der ihr durch das ewb-Re­ glement und durch den Verwaltungsrat gemäss OrgV ewb zugewiesenen Zuständigkeiten. Sie kann ihre Kompetenzen an einzelne Mitglieder oder an Mitarbeitende delegieren (Art. 22 ewb-Reglement). Die Geschäftsleitung setzt die durch den Verwaltungsrat gesetzten Ziele um. Informations- und Kontrollinstrumente gegenüber der Geschäftsleitung Der Verwaltungsrat überprüft seine Anordnungen und über­ wacht ihren Vollzug sowie die Einhaltung und Erfüllung des Leistungsauftrags. Zudem kontrolliert er, ob die Geschäftslei­ tung ihre Aufgaben rechtmässig und in Übereinstimmung mit der OrgV ewb erfüllt. Er sorgt mittels entsprechender Vor­ gaben für ein zweckmässiges internes Kontrollsystem, für den ver­antwortungsvollen Umgang mit Risiken und für das Control­ ling. Zudem überwacht er die Umsetzung der ComplianceMassnahmen, welche die Einhaltung von Gesetzen, internen Regelungen und ethischen Grundsätzen zum Ziel haben. Ein besonderes Gewicht kommt in diesem Zusammenhang dem Verhaltens­kodex von Energie Wasser Bern zu, der die Verhal­ tensregeln für den Umgang der Mitarbeitenden untereinander sowie mit Kunden, Geschäftspartnern und Aufsichtsbehörden festlegt. Die Compliance-Stelle führt zweimal jährlich Einführungsveran­staltungen für neu eingetretene Mitarbeitende durch. Dadurch wird sichergestellt, dass die Mitarbeitenden in Bezug auf die Compliance-Belange sensibilisiert sind und diese in ihrer täglichen Arbeit beachten. Der Verwaltungsrat verfügt unter anderem über folgende Inst­ rumente zur Überwachung der Geschäftsführung: l Quartalsreporting l Budget- und Mittelfristplanung l Jahresrechnung l Interne Revision, Revisionsplan l Risk Management und Risk Reports

52


Zudem informiert der CEO den Verwaltungsratspräsidenten mindestens einmal pro Monat über den allgemeinen Geschäfts­ gang, über die finanzielle Entwicklung sowie über besondere Geschäfte und Entscheide, welche die Geschäftsleitung oder er getroffen haben. Ebenfalls benachrichtigt der CEO den Ver­ waltungsratspräsidenten umgehend über Vorkommnisse von erheblicher Bedeutung für Energie Wasser Bern oder die Stadt Bern, von öffentlichem Interesse oder von grosser Trag­ weite für einzelne Personen. Ferner informiert der CEO den Verwaltungsrat an dessen Sitzungen über den Geschäftsgang. Vergütungen, Beteiligungen und Darlehen Die Abgeltung der Mitglieder des Verwaltungsrats einschliess­ lich allfälliger Spesenentschädigungen wird vom Gemeinderat der Stadt Bern geregelt (Art. 25 Abs. 3 ewb-Reglement). Die folgenden Angaben richten sich nach den Vorgaben von Artikel 663bbis OR. In den genannten Beträgen nicht enthalten sind die Spesenentschädigungen. Insgesamt entrichtete Energie Wasser Bern an die Mitglieder des Verwaltungsrats Vergütungen im Gesamtbetrag von 135’100 Franken aus, wovon an: Franz Stampfli, Präsident 1 Dieter Többen, Vizepräsident 1 (bis 30.06.2018) Michel Kunz, Mitglied bzw. Vizepräsident (ab 01.07.2018) Adrian Altenburger, Mitglied (ab 20.09.2018) Susanne Blank, Mitglied Reto Nause, Vertreter des Gemeinderats 1 * Barbara Rigassi, Mitglied Flavia Wasserfallen, Mitglied, Vertretung der Arbeitnehmenden

Der Gesamtbetrag der durch Energie Wasser Bern ausgerich­ teten Vergütungen für die Geschäftsleitung betrug im Berichts­ jahr 1’072’678 Franken (Vorjahr: 1’031’946 Franken). Nicht miteinbezogen sind Spesenentschädigungen, Sozialzulagen sowie allfällige weitere von Gesetzes wegen bestehende Ansprüche. Den höchsten auf ein Mitglied der Geschäftsleitung entfallenden Betrag (inkl. Treueprämie) von 276’503 Franken (Vorjahr: 270’946 Franken) bezog Daniel Schafer, CEO. Im Berichtsjahr wurden keine direkten oder indirekten Vergütungen an frühere Mitglieder des Verwaltungsrats und der Geschäfts­ leitung ausbezahlt, die in einem Zusammenhang mit der früheren Tätigkeit als Organ der Gesellschaft stehen oder nicht markt­ üblich sind. Darlehen und Kredite wurden keine gewährt. Ein Beirat wurde nicht eingesetzt. Angaben zu den Beteiligungen sind auf den Seiten 19 und 31 im Online-Finanzbericht zu finden. ewb.ch/finanzbericht-2018

CHF 54’350 CHF 7’800 CHF 16’775 CHF 3’575 CHF 13’150 CHF 14’250 CHF 11’600 CHF 13’600

Mitglied des Verwaltungsratsausschusses *  Auszahlung an Stadtkasse gemäss Artikel 91 Absatz 3 der Gemeindeordnung der Stadt Bern vom 3. Dezember 1998. 1

Best Board Practice® Label 2013 wurde der Verwaltungsrat von Energie Wasser Bern als schweizweit erstes Gremium eines Energieversorgungsunternehmens mit dem Best Board Practice® Label der Schweizerischen Vereinigung für Qualitätsund Managementsysteme (SQS) ausgezeichnet. Mit dieser geschützten Garantiemarke hat der Verwaltungsrat erfolgreich dargelegt, dass das Gremium seine Aufgaben unabhängig, professionell und ganzheitlich wahr­ nimmt. Die Auszeichnung unterstreicht zudem die effiziente und effektive Struktur der Führung und Steuerung von Energie Wasser Bern. Nach der Rezertifizierung im August 2016 wurden 2017 sowie im Berichtsjahr erfolgreich Aufrechterhaltungsassessments absolviert.

53


Von links: Martin Moser, Daniel Neuhaus, Marcel Ottenkamp, Daniel Schafer, Hans-Peter Wyss

Geschäftsleitung Die Geschäftsleitung besteht aus dem CEO und den Leitenden der Bereiche. An seiner ausser­ ordentlichen Sitzung vom 29. Januar 2018 hat der Verwaltungsrat Martin Moser, bisheriger Leiter des Bereichs Netze, die Leitung des Bereichs Finanzen & Services übertragen. Gleichzeitig hat der Verwaltungsrat Hans-Peter Wyss zum neuen Leiter Netze ernannt. Der Nachfolger von Martin Moser in dessen bisheriger Funktion trat seine Stelle Anfang Juni 2018 an. Nachfolgende Aufstellung berücksichtigt die Zusammensetzung der Geschäftsleitung am 31. De­ zember 2018. Es werden die einzelnen Mitglieder, deren Nationalität und Geburtsjahr so­wie ihre Ausbildung, Funktion und das Jahr der Berufung in die Geschäftsleitung aufgeführt. Weitere Mandate und Interessenbindungen in bedeutenden Unternehmen, Organisationen und Stif­ tungen sowie dauernde Leitungs- und Beraterfunktionen für wichtige Interessengruppen wie auch amtliche Funktionen und politische Mandate werden nach dem Prinzip der Selbstdeklaration ausgewiesen.

54


CORPORATE GOVERNANCE

Mitglieder der Geschäftsleitung Daniel Schafer 1967, CH Ing. él. dipl. EPFL, CEO seit 2008.

Marcel Ottenkamp 1970, CH Dipl. Maschineningenieur EPFL, Executive MBA in Management of Technology, Mitglied der Geschäftsleitung seit 2009 und Leiter Energiewirtschaft seit November 2015.

Martin Moser 1972, CH Betriebsökonom FH, Executive Master of Service Marketing and Management, Mitglied der Geschäftsleitung seit 2015 und Leiter Finanzen & Services seit März 2018.

Daniel Neuhaus 1967, CH Lic. rer. pol., Executive MBA in Change & Innovation Management, Mitglied der Geschäftsleitung und

Verwaltungsrats- und andere Mandate: Kraftwerk Sanetsch AG, Gsteig b. Gstaad, Prä­ sident des Verwaltungsrats; pvenergie AG, Niederönz, Präsident des Verwaltungsrats; Geo-Energie Suisse AG, Zürich, Präsident des Verwaltungsrats; Geo-Energie Jura SA, Haute-Sorne, Präsident des Verwaltungsrats; InnoWaste AG, Bern, Präsident des Verwaltungsrats; Swisspower AG, Zürich, Vizepräsident des Verwaltungsrats; Gasverbund Mittelland AG, Arlesheim, Mitglied des Verwaltungsrats; Kernkraftwerk Gösgen-Däniken AG, Däniken, Mitglied des Verwaltungsrats; Regionalwerke AG Baden, Baden, Mitglied des Verwaltungsrats; Unigaz SA, Givisiez, Mitglied des Ver­waltungsrats, und Swiss­ gas AG, Zürich, Mitglied des Verwaltungsrats. Verwaltungsrats- und andere Mandate: energiecheck bern ag, Bern, Präsident des Verwaltungsrats; ewb Natur Energie AG, Bern, Präsident des Verwaltungsrats; Energia Naturale Italia SRL, Mailand, Mitglied des Vorstands; HelveticWind, Bern, Präsident der Partnerversammlung; Kraftwerk Sanetsch AG, Gsteig b. Gstaad, Mitglied des Verwaltungsrats; Swisspower Renewables AG, Zürich, Mitglied des Verwaltungsrats; Maggia Kraftwerke AG, Locarno, Mitglied des Verwaltungsrats; Blenio Kraftwerke AG, Locarno, Mitglied des Verwaltungsrats; Kernkraftwerk Gösgen-Däniken AG, Däniken, Mitglied des Verwaltungsrats und Präsident der Betriebskommission; AVAG AG für Abfallverwertung, Thun, Mitglied des Verwaltungsrats; Kraftwerke Oberhasli AG, Innertkirchen, Mitglied des Verwaltungsrats; Kraftwerk Aegina AG, Obergoms, Mitglied des Verwaltungsrats, und Eurelectric Generation & Environment Committee, Brüssel, Mitglied. Verwaltungsrats- und andere Mandate: energiecheck bern ag, Bern, Mitglied des Verwaltungsrats; Wasserverbund Region Bern AG, Bern, Mitglied des Verwaltungs­ rats; ewb Natur Energie AG, Bern, Vizepräsident des Verwaltungsrats; Bären Elektro AG, Bern, Mitglied des Verwaltungsrats; Bären Haustechnik AG, Köniz, Vizepräsident des Verwaltungsrats; RESAG Recycling- und Sortierwerk AG, Bern, Mitglied des Verwal­ tungsrats; Lignocalor AG, Bern, Mitglied des Verwaltungsrats, und Schweizerischer Verein des Gas- und Wasserfaches (SVGW), Zürich, Mitglied des Vorstands.

Verwaltungsrats- und andere Mandate: MOVE Mobility AG, Granges-Paccot, Mitglied des Verwaltungsrats; Guggisberg Dachtechnik AG, Köniz, Mitglied des Verwaltungsrats; Bären Elektro AG, Bern, Mitglied des Verwaltungsrats, und Bären Haustechnik AG, Köniz, Mitglied des Verwaltungsrats.

Leiter Marketing & Verkauf seit Januar 2017.

Hans-Peter Wyss 1960, CH Ingenieur FH, Executive MBA in General Management, Mitglied der Geschäftsleitung und Leiter Netze seit Juni 2018.

Verwaltungsrats- und andere Mandate: Nationalstrassen Nordwestschweiz (NSNW), Sissach, Mitglied des Verwaltungsrats; Verband Schweizer Abwasser- und Gewässer­ schutzfachleute (VSA), Glattbrugg, Mitglied des Vorstands, und InfraWatt-Verein für die Energienutzung aus Abwasser, Abfall, Abwärme und Trink­wasser, Schaff­ hausen, Mitglied des Vorstands und Vizepräsident.

55


56


CORPORATE GOVERNANCE

Mitwirkungsrechte der Stadt Bern als Eigentümerin Gemäss Artikel 25 ewb-Reglement wird Energie Wasser Bern durch den Gemeinderat der Stadt Bern beaufsichtigt. Dieser genehmigt unter anderem die Jahresbudgets sowie die Jahres­ rechnungen und entscheidet auf Antrag des Verwaltungsrats über die Gewinnverwendung. Die Mitwirkungsrechte der Gemeindebehörden richten sich im Übrigen nach Artikel 25 ff. ewbReglement. Mit seiner aktuellen, am 9. November 2016 verab­ schiedeten Eignerstrategie gibt der Gemeinderat die grundsätzlichen strategischen Stossrichtungen und den Rahmen für Energie Wasser Bern aus Sicht der Stadt Bern (in ihrer Rolle als Unterneh­ menseignerin) vor. Die aktuelle Eignerstrategie widerspiegelt insbesondere die Schlüsselrolle des städtischen Energieversorgers bei der Umsetzung des Energierichtplans und der daraus abgeleite­ ten Energie- und Klimastrategie der Stadt Bern. Überdies unterstützt Energie Wasser Bern die Stadt Bern auch massgeblich auf ihrem Weg zur Smart City. Für die Steuerung und Überwachung der Umset­ zung seiner Eignerstrategie durch Energie Wasser Bern stützt sich der Gemeinderat auf ein Kenn­ zahlensystem ab. Im Zentrum steht dabei die Ein­ haltung der Zielvorgabe, bis spätestens 2039 aus der Kernenergie auszusteigen. Diese Vorgabe wurde als Folge der Annahme des Gegenvor­ schlags zur Initiative «EnergieWendeBern» am 28. November 2010 durch die Stimmberechtigten

57

der Stadt Bern ins ewb-Reglement aufgenommen. Der Verwaltungsrat berichtet dem Gemeinderat im Rahmen des Kennzahlensystems zweimal pro Jahr schriftlich insbesondere über den Zielerrei­ chungsgrad in Bezug auf die Versorgung bzw. die Versorgungssicherheit, die Werterhaltung, die verschiedenen Dimensionen der Nachhaltig­ keit sowie über die Kooperationen. Zweimal jährlich tauscht sich der Verwaltungsrat mit dem Gemeinderat auf der Grundlage einer gemeinsam festgelegten Tagesordnung über aktuelle Themen aus. Im Rahmen dieses Austauschs orientiert der Verwaltungsrat die Eigentümerin namentlich auch über den aktuellen Stand des Risk Management.

Revisionsstelle Der Gemeinderat der Stadt Bern setzt gemäss Artikel 23 ewb-Reglement als Revisionsstelle eine fachlich ausgewiesene Treuhandgesellschaft ein. Dieses Mandat hat derzeit die Pricewater­ houseCoopers AG (PwC), Bern, inne. Die Revisionsstelle berichtet dem Verwaltungsrat und dem Gemeinderat umgehend über das Er­ gebnis ihrer Prüfung und empfiehlt die Abnahme, mit oder ohne Einschränkung, oder die Rückwei­ sung der Jahresrechnung. Stellt die Revisionsstelle bei ihrer Prüfung gravierende Mängel fest, meldet sie dies den zuständigen Gremien.


CORPORATE GOVERNANCE

Informations- und Kommunikationspolitik Energie Wasser Bern hat den Anspruch, transparent, aktuell und verständlich zu kommunizieren. Das Unternehmen informiert die Stadt Bern als Eigentümerin sowie seine weiteren Anspruchsgruppen wie Kunden, Geschäftspartner, Mitarbei­ tende, die Öffentlichkeit, die Medien und die Vertreter der Politik umfassend und regelmässig über seine Tätigkeiten. Der jährlich erscheinende Geschäfts- und Nachhaltigkeitsbericht, der Online-Finanzbericht sowie der alle zwei Jahre er­ scheinende ergänzende Nachhaltigkeitsbericht gemäss GRI-Standards beinhalten Informationen über den gesamten Betrieb und finanzielle Informationen über die Tochtergesellschaften des Unternehmens (siehe konsolidierte Jahresrechnung Seite 26 ff. im Online-Finanzbericht). ewb.ch/finanzbericht-2018 ewb.ch/gri Zu wichtigen aktuellen Ereignissen veröffentlicht Energie Wasser Bern Medien­ mitteilungen, informiert, wo erforderlich, direkt an Medienkonferenzen und beantwortet entsprechende Medienanfragen. Zielgruppenspezifische externe Kommunikationsinstrumente sind neben persönlichen Kontakten und Kun­denmailings insbesondere Baustelleninformationsblätter, Informationsveran­ staltungen und Mitteilungen im «Anzeiger Region Bern». Weitere externe Kommunikationsinstrumente sind die laufend aktualisierte Website ewb.ch, der sechsmal jährlich versendete E-Newsletter, das dreimal jährlich erscheinende Kundenmagazin «DiREKT», Rechnungsbeilagen, Kundenveranstaltungen und Kampagnen. ewb.ch ewb.ch/direkt ewb.ch/medien Daneben ist das Unternehmen auf den grössten Social-Media-Plattformen wie Facebook, Instagram, LinkedIn, Twitter, Xing und YouTube vertreten, betreibt die ewb-App sowie das Besucherzentrum ewb, eine interaktive Wissensplattform. Kundinnen und Kunden wie auch andere Interessengruppen können sich aber auch direkt an den Kundendienst von Energie Wasser Bern wenden oder eine E-Mail an info@ewb.ch senden. Sämtliche Anfragen werden in der Regel innerhalb von 48 Stunden beantwortet. ewb.ch/besucherzentrum Intern kommuniziert das Unternehmen an Mitarbeitendenanlässen sowie mittels Mitarbeitenden-App, Intranet und der dritteljährlich publizierten Mitarbeiter­ zeitschrift «DiALOG». Am alljährlichen Stadtratsanlass haben die Parlamentarie­ rinnen und Parlamentarier der Stadt Bern zusätzlich die Gelegenheit, sich mit den Mitgliedern der Geschäftsleitung und des Verwaltungsrats über energiepoli­ tische Themen auszutauschen. Die Wirkung aller internen und externen Kom­ munikationsinstrumente wird regelmässig überprüft.

58


Personalvertretung Die Personalvertretung vertritt die kollektiven Interessen der Mitarbeitenden von Energie Wasser Bern gegenüber dem Unternehmen und trifft sich regelmässig mit dem Personalmanagement sowie mit der Geschäftsleitung. Ge­ mäss Gesamtarbeitsvertrag (GAV) können die Mitglieder bei allen unter das Mitwirkungsreglement fallenden Themen oder Fragen zur Betriebsorganisation Stellung nehmen und mitwirken. Die Personalvertretung umfasst sieben Mitglieder, die von den Mitarbeitenden von Energie Wasser Bern für eine Amts­ periode von vier Jahren gewählt werden. Eine Wiederwahl ist möglich. Angestrebt wird eine möglichst gute Durchmi­ schung in Bezug auf Alter, Dienstalter, Betriebsstandorte, Funktionsstufen und Berufe. Weibliche Kandidaturen für einen Sitz in der Personalvertretung sind besonders er­ wünscht. Wahlberechtigt und wählbar ist die Gesamtheit

der dem GAV von Energie Wasser Bern unterstellten Mitarbeitenden. Die Personalvertretung konstituiert sich selbst. Die Aufgaben und Rechte der Personalvertretung sind im GAV festgelegt. Die Bereiche haben folgende Vertretungsansprüche: drei Sitze für den Bereich Netze und je einen Sitz für die übrigen Bereiche (einschliesslich des Bereichs Unternehmenssteuerung). Im Rahmen der im Berichtsjahr durchgeführten Gesamterneue­ rungswahlen wurden Stefania Truocchio als Vertreterin des Bereichs Marketing & Verkauf und Olga Uehlinger als Vertreterin des Bereichs Unternehmenssteuerung neu gewählt und sind seit dem 1. Januar 2019 im Amt. Bestätigt wurden Manfred Hohner, Kolinda Kropf und Alfred Wirth als Vertreter bzw. Vertreterin des Bereichs Netze, Marcel Zbinden als Ver­ treter des Bereichs Energiewirtschaft sowie René Valletti als Vertreter des Bereichs Finanzen & Services.

Von links: Alfred Wirth, Kolinda Kropf, Stefan Humbel (Vizepräsident), Marcel Zbinden (Präsident), Manfred Hohner, Pascale Schneeberger, René Valletti

59


FINANZBERICHT STAMMHAUS

Finanzieller Lagebericht Stammhaus 2018 Die nachfolgenden Zahlen und Kommentare beziehen sich auf die Jahresrechnung des Stammhauses (Einzelabschluss Energie Wasser Bern).

Das Finanzjahr im Überblick Energie Wasser Bern schliesst das Geschäftsjahr 2018 mit einem Betriebsertrag von 424.7 Mio. CHF ab. Der 2018 erwirtschaftete Jahresgewinn entspricht mit 25.0 Mio. CHF demjenigen der korrigierten Vorjahres­ rechnung (siehe Online-Finanzbericht). Das diesjährige Ergebnis enthält einen wesentlichen Sondereffekt: Der Stilllegungs- und Entsorgungsfonds wirkte im Jahr 2018 stark negativ auf das Jahresergebnis, während derselbe Effekt im Vorjahr noch zu einer deutlichen Ergebnisverbesserung geführt hatte. Im Unterschied zum Vorjahr sind im Jahresabschluss 2018 nur wenige Bewertungskorrekturen enthalten. Die grösste Position liegt in einer Wertberichtigung auf der Beteiligung BERNEXPO Holding AG. Zudem wirkte im Vorjahr ein Kapitalrückfluss aus einem Energielie­ fervertrag um 4.8 Mio. CHF ergebnisverbessernd. Stattdessen konnte im Jahr 2018 aus der Marktprämie Grosswasserkraft ein Beitrag von 2.2 Mio. CHF verbucht werden. Bereinigt um die verschiedenen Sonder­ einflüsse, liegt der Jahresabschluss 2018 im Vergleich zum Vorjahr um rund 2.0 Mio. CHF höher.

Umfeld und Ausblick Die Verschlechterung der Kapitalmärkte im 4. Quartal 2018 hat das ansonsten erfreuliche Jahresergebnis von Energie Wasser Bern auf der Zielgeraden negativ beeinflusst. Die vom Stilllegungs- und Entsorgungs­ fonds des Kernkraftwerks Gösgen erwartete Rendite wurde deutlich unterschritten, was zu zusätzlichen und direkt erfolgswirksamen Kosten in der Höhe von 11.7 Mio. CHF geführt hat. Einen positiven Einfluss auf die vergangene wie auch die zukünftige Geschäftsentwicklung hat hingegen die weitere Erholung der Strompreise. Tendenziell erschwerend und kostentreibend gestaltet sich hingegen der Energiehandel am europäischen Strommarkt. Dies insbesondere auch aufgrund der fehlenden Aussicht auf eine Einigung auf ein bilaterales Stromabkommen mit der EU. ewb.ch/finanzbericht-2018

60


Gewinnentwicklung 2014 bis 2018 Jahresergebnis (2017 restated)

2014 2015 2016 2017

CH o. Mi

Mi

35

30

Mi 25

20

F

F o.

CH o.

o. Mi

o. Mi 15

CH

F

F CH

F CH

CH o. 10

5M

Mi

io.

CH

CH

F

F

F

2018

Free Cashflow Free Cashflow (2017 restated)

2014 2015 2016

Die grössten Veränderungen 2016 und 2017 beruhen auf einer gegenläufigen Entwicklung beim Stilllegungs- und Entsorgungs­ fonds des Kernkraftwerks Gösgen (KKG), der neu seit dem 01.01.2016 zum Marktwert bewertet wird. Der Free Cashflow liegt im Jahr 2018 etwas tiefer als im Vorjahr, dies hauptsächlich infolge gestiegener Investitionen.

2017

F

Mi

o.

CH

F

F

CH

o.

75

70

Mi

o.

CH

F

F

CH

Mi

Mi

o.

CH

o.

60

65

F

F CH

Mi

Mi

o.

CH

o.

50

55

F

F CH

o.

Mi

45

40

Mi

o.

CH

F

F

CH

Mi

Mi

o.

CH

o.

30

35

F

F CH 25

Mi

o.

CH

o.

20

Mi

F

F

CH

o.

CH

Mi

Mi

15

5M

io.

CH

F

2018

10

Der Free Cashflow zeigt die nach Abzug der Investitionen zum Abbau der langfristigen Verbindlichkeiten zur Verfügung stehenden Mittel.

Investitionen in Sachanlagen Eigenleistungen

2014

Fremdleistungen

2015

(Basiswerte gemäss Geldflussrechnung)

2016 2017

Mi

o.

CH

F

F

F

CH

o.

75

70

Mi

o.

CH

F

F

CH

o.

Mi

65

60

Mi

o.

CH

F

F

CH

o.

Mi

55

50

Mi

o.

CH

F

F

CH

o.

Mi

45

40

Mi

o.

CH

F

F

CH

o.

Mi

35

30

Mi

o.

CH

F

F

CH

o.

Mi

25

20

Mi

o.

CH

F

F

CH

Mi

15

Mi

o.

CH 10

5M

io.

CH

F

2018

61

Die Investitionen in Sachanlagen wurden im Jahr 2018 insbesondere im strategischen Bereich der Energielösungen und Dienstleis­ tungen forciert. Zusätzlich wurden auch die Investitionen im Strom­ netz erhöht (Ersatz Unterwerke).


FINANZBERICHT STAMMHAUS FINANZBERICHT STAMMHAUS ENERGIE WASSER BERN

Abschluss Abschluss Erfolgsrechnung TCHF

2018

Nettoerlös aus Lieferungen und Leistungen Aktivierte Eigenleistungen Andere betriebliche Erträge Betriebsertrag

Energieaufwand und Wassereinkauf

%

2017 restated

407’055

391’066

13’750

13’260

3’934

9’499

%

424’739

100.0

413’825

100.0

–210’034

49.4

–171’609

41.5

Materialaufwand

–4’347

1.0

–5’432

1.3

Personalaufwand

–72’977

17.2

–83’565

20.2

Andere betriebliche Aufwendungen

–37’612

8.9

–39’527

9.5

–324’970

76.5

–300’133

72.5

Betriebsergebnis vor Abschreibungen, Zinsen und Steuern (EBITDA)

99’769

23.5

113’692

27.5

Abschreibungen und Wertberichtigungen

–60’495

14.3

–63’552*

15.4

Betriebsergebnis (EBIT)

39’274

9.2

50’140*

12.1

Betriebsaufwand

Finanzergebnis Veränderung Spezialfinanzierungen Jahresergebnis vor Steuern

–13’495

–24’516

–602

–268

25’177

Steuern

5.9

–218

Jahresergebnis nach Steuern

24’959

25’356*

6.1

–228 5.9

25’128*

6.1

* Restated (Details siehe Anhang ewb.ch/finanzbericht-18 «Restatement – Fehler in früheren Jahresrechnungen»)

4 62


Bilanz TCHF Umlaufvermögen

31.12.2018

%

31.12.2017 restated

%

176’695

9.8

151’473

8.5

Flüssige Mittel und kurzfristig gehaltene Aktiven mit Börsenkurs

13’373

23’570

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

63’135

67’779

Übrige kurzfristige Forderungen

70’677

30’724

2’064

2’644

27’446

26’756

Vorräte und nicht fakturierte Dienstleistungen Aktive Rechnungsabgrenzung

Anlagevermögen Sachanlagen

1’631’889

90.2

1’636’606

1’312’465

1’317’635*

Finanzanlagen

270’818

280’666

Immaterielle Anlagen

48’606

38’305*

Total Aktiven

Kurzfristiges Fremdkapital Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen Kurzfristige verzinsliche Verbindlichkeiten

1’808’584

100.0

1’788’079*

100.0

247’523

13.7

84’293

4.7

31’768

27’012

150’059

75

12’617

22’061

Kurzfristige Rückstellungen

24’557

23’362

Passive Rechnungsabgrenzung

28’522

11’783

Langfristiges Fremdkapital

1’003’883

Übrige kurzfristige Verbindlichkeiten

Langfristige verzinsliche Verbindlichkeiten

55.5

1’146’567

815’000

965’000

Übrige langfristige Verbindlichkeiten

50’986

42’927

Langfristige Rückstellungen

137’897

138’640

Total Fremdkapital

Eigenkapital

64.1

1’251’406

69.2

1’230’860

68.8

557’178

30.8

557’219

31.2

Dotationskapital

80’000

80’000

Gewinnreserven

452’219

452’091*

Jahresergebnis

24’959

25’128*

Total Passiven

91.5

1’808’584

100.0

1’788’079*

* Restated (Details siehe Anhang ewb.ch/finanzbericht-18 «Restatement – Fehler in früheren Jahresrechnungen»)

5 63

100.0


FINANZBERICHT STAMMHAUS

Geldflussrechnung TCHF

2018

Jahresergebnis

24’959

Veränderung Spezialfinanzierungen

602

Abschreibungen Sachanlagen / immaterielle Anlagen

60’495

Wertberichtigungen Finanzanlagen Veränderung von fondsunwirksamen Rückstellungen Nicht liquiditätswirksamer Erfolg

2017 restated 25’128* 268 63’552*

1’279

9’530

–149

10’800

–14’676

1’070

Gewinn aus Verkauf von Anlagevermögen

–280

–647

Veränderung der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

5’601

1’417

579

–605

4’132

10’303

Veränderung der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

15’378

11’024

Veränderung der übrigen kurzfristigen Verbindlichkeiten und passiven Rechnungsabgrenzungen

13’998

–1’201

Veränderung der Vorräte und nicht fakturierten Dienstleistungen Veränderung der übrigen Forderungen und aktiven Rechnungsabgrenzungen

Geldfluss aus Betriebstätigkeit (operativer Cashflow)

111’918

130’639*

Auszahlungen für Investitionen (Kauf) von Sachanlagen

–46’946

–34’053

–13’750

–13’260

Eigenleistungen für Investitionen Einzahlungen aus Devestitionen (Verkauf) von Sachanlagen Auszahlungen für Investitionen (Kauf) von immateriellen Anlagen Auszahlungen für Investitionen (Kauf) von Beteiligungen Einzahlungen aus Devestitionen (Verkauf) von Beteiligungen Auszahlungen für Investitionen (Kauf) von Finanzanlagen Einzahlungen aus Devestitionen (Verkauf) von Finanzanlagen Geldfluss aus Investitionstätigkeit

Free Cashflow

Gewinnausschüttung Speisung Fonds für erneuerbare Energien aus Gewinn

992

761

–5’536

–3’885

–500

–1’703

140

-

–2’254

–6’579

9’547

2’134

–58’307

–56’585

53’611

74’054

–22’500

–22’500

–2’500

–2’500

-

–25’773

–25’000

–50’773

28’611

23’281

Veränderung Finanzverbindlichkeiten Geldfluss aus Finanzierungstätigkeit

Veränderung des Fonds

Fonds am Anfang der Periode Fonds am Ende der Periode

39’433

16’152

68’044

39’433

* Restated (Details siehe Anhang ewb.ch/finanzbericht-18 «Restatement – Fehler in früheren Jahresrechnungen») Energie Wasser Bern definiert den Fonds wie folgt: Flüssige Mittel

13’373

23’570

Kontokorrent Stadt

54’671

15’863

68’044

39’433

Total Fonds

6

64


Veränderung des Eigenkapitals TCHF Bestand am 01.01.2017 Restatement

Dotationskapital

Gewinnreserven restated

Total Eigenkapital restated

80’000

537’147

617’147

-

–60’055*

–60’055*

80’000

477’092*

557’092*

Jahresergebnis

-

25’128*

25’128*

Zuweisung

-

Entnahme

-

-

-

Verwendung (Ökofonds)

-

–2’500

–2’500

Bestand am 01.01.2017

Ausschüttung an Stadt Bern

-

-

-

–22’500

–22’500

80’000

477’219

557’219

Jahresergebnis

-

24’959

24’959

Zuweisung

-

-

-

Entnahme

-

-

-

Bestand am 31.12.2017

Verwendung (Ökofonds)

-

–2’500

–2’500

Ausschüttung an Stadt Bern

-

–22’500

–22’500

80’000

477’178

557’178

Bestand am 31.12.2018

* Restated (Details siehe Anhang ewb.ch/finanzbericht-18 «Restatement – Fehler in früheren Jahresrechnungen»)

7

65


DATEN UND FAKTEN

Elektrizität Stromproduktion und -beschaffung

Wasserkraftwerk Felsenau

Nettoproduktion (ins Netz eingespeiste Energie)

Installierte Leistung (Beteiligungen: Anteil Energie Wasser Bern)

2018 MWh

2017 MWh

MW

69’706

31’541

11.5

Wasserkraftwerk Engehalde

1’507

1’027

0.5

Wasserkraftwerk Matte

6’815

7’500

1.1

Energiezentrale Forsthaus Holzheizkraftwerk

20’410

19’700

in GuD inbegriffen

Kehrichtverwertungsanlage

76’011

72’900

16

163’392

146’200

73

7’201

8’477

3.1 2

Gas-und-Dampf-Kombikraftwerk (GuD) Blockheizkraftwerke fossil

1’185

1’172

Total Produktion werkeigene Anlagen

Solarkraftwerke

346’228

288’517

Kraftwerke Oberhasli AG (Wasserkraft)

362’104

358’161

228

Kraftwerke Maggia AG (Wasserkraft)

44’558

70’513

30

Kraftwerke Blenio AG (Wasserkraft)

37’700

33’152

20

Kraftwerk Sanetsch AG (Wasserkraft)

18’632

15’629

9

Kernkraftwerk Gösgen-Däniken AG

619’111

611’499

75.8

Solarkraftwerke 1

2’067

2’405

k. A.

1’084’171

1’091’359

Total Produktion Beteiligungen

Beteiligung Aventron im In- und Ausland Siehe Geschäftsberichte Aventron unter aventron.com

Drittbezüge Kleinproduktionsanlage auf Stadtgebiet Kleinwasserkraftwerke Solarkraftwerke Blockheizkraftwerke fossil Handelskäufe und Bilanzausgleich Total Drittbezüge

Total Stromproduktion und -beschaffung

davon naturemade-star-zertifizierter Ökostrom 1

68

53

3’900

3’342

4’700

5’235

353’975

378’458

362’643

387’088

1’793’041

1’770’925

78’484

43’081

D ie Werte des aktuellen Berichtsjahres sind jeweils provisorisch und können erst im Folgejahr definitiv ausgewiesen werden.

66


Energieabsatz

2018

Aufgewendete Pumpenenergie Handelsverkäufe

2017

MWh

MWh

100’161

120’431

457’806

421’852

Abgabe erneuerbare Energie an KEV 2 in der Schweiz

58’300

58’591

Verluste im Netz Bern

26’639

27’278

1’150’135

1’139’015

1’793’041

1’765’437

2018

2017

Hochspannung 132 kV

91.9

91.9

Mittelspannung 11 kV

7.6

8.8

Niederspannung 400/230 V

5.1

5.5

Hochspannung 132 kV

28.3

28.3

Mittelspannung 11 kV

331

334

757.8

773.2

7

7

Energieabgabe an Kunden Total abgegebene Energie 2 Kostendeckende

Einspeisevergütung

Stromnetze Verteilnetz: Freileitungen (in km)

Verteilnetz: Kabelleitungen (in km)

Niederspannung 400/230 V

Anzahl Unterwerke Anzahl Trafostationen Anzahl Trafos Trafoleistung in MVA Anzahl Netzanschlüsse (Kabel) Anzahl Netzanschlüsse (Freileitung)

637

632

1’051

1’039

576

575

14’740

14’109

35

39

583.7

560

3

3

20’160

18’920

5’980

6’171

102’440

102’251

6’323

3’297

Öffentliche Beleuchtung Kabelleitungen (in km) Freileitungen (in km) Anzahl Strassenleuchten Energieverbrauch der öffentlichen Beleuchtung (in MWh) 1

Messung und Installationskontrolle Im Verteilnetz installierte Zähler davon Smart Meter Übrige im Netz installierte Apparate Aktive Verrechnungsstromkreise Bearbeitete Installationsanzeigen (Strom) 1

13’627

14’063

100’459

100’348

1’820

1’708

N ur Stadt Bern

67


DATEN UND FAKTEN

Wärme Gas

2018

2017

1’582’600

1’603’729

Gasbezug (in MWh) Gasverbund Mittelland (GVM) ARA Region Bern

52’000

53’077

1’634’600

1’656’806

Stadt Bern (exkl. Energiezentrale Forsthaus)

829’340

879’400

Energiezentrale Forsthaus

406’480

355’100

219’350

233’500

Total

Gasabsatz (in MWh) geografisch

Direkt belieferte

Gemeinden 1

143’200

152’700

1’598’370

1’620’700

45’440

53’500

39’290

44’700

Wiederverkäufergemeinden 2 Total davon Biogas

Erdgasabsatz (in MWh) nach Verwendungszweck Treibstoff Haushalt (Kochgas)

2’800

2’723

Heizungen und Gewerbe

558’300

614’000

Grosskunden, Blockheizkraftwerke

448’200

453’500

50.8

50.9

127. 4

127.2

Gasleitungsnetz Stadt Bern und Region (in km) Hochdruckleitungen, 1–5 bar Mitteldruckleitungen, 0.1–1 bar Niederdruckleitungen, 0.022–0.1 bar

168.9

168.6

Total

347.1

346.7

Netzanschlussleitungen (in km)

126.4

125.8

Anzahl Netzanschlüsse

9’114

9’071

Im Verteilnetz installierte Gaszähler

12’740

12’799

Übrige im Netz installierte Apparate

8’649

8’614

804

937

Messung und Installationskontrolle

Durchgeführte Abnahmekontrollen Erdgas (inkl. Druckprüfungen) 1

Bremgarten, Ittigen, Kirchlindach, Köniz, Münchenbuchsee, Ostermundigen, Zollikofen Muri, Urtenen-Schönbühl, Wohlen

2  Moosseedorf,

68


Fernwärme Wärmeabsatz gesamt (in MWh) 3 Absatz Fernwärme ab Energiezentrale Forsthaus (in MWh)

2018

2017

255’081

262’627

246’000

252’700

184’500

201’000

61’500

51’700

8.2

9.4

3’085

3’491

Vorlaufleitungen (in km)

49.6

48.7

Rücklaufleitungen (in km)

49.1

48.4

Anzahl Netzanschlüsse

855

615

Produktion aus erneuerbaren Energieträgern und Abwärme (in MWh) Produktion aus nicht erneuerbaren Energieträgern (in MWh) Netzverluste (in %) Heizgradtage

Fernwärmeleitungsnetz Stadt Bern

3 Inkl.

Wärme Blockheizkraftwerk Viktoria

69


DATEN UND FAKTEN

Contracting/Wasser Contracting

2018

2017

74

74

Energieabgabe Anzahl Anlagen Nutzenergieabgabe Wärme (in MWh)

93’925

97’054

Nutzenergieabgabe Kälte (in MWh)

19’843

14’833

Stromerzeugung (in MWh)

2’808

272

2018

2017

14’052

13’516

Wasser Wasserverbrauch Stadt Bern in 1’000 m3 Jahresverbrauch Tagesverbrauch im Maximum

51

52

im Mittel

38

37

im Minimum

27

24

369.1

369.3

Wasserleitungsnetz Stadt Bern Versorgungsleitungen (in km) Netzanschlussleitungen (in km) Anzahl Netzanschlüsse Anzahl Hydranten Anzahl öffentliche Brunnen

211.7

211.5

14’538

14’528

3’495

3’494

217

217

16’162

15’970

419

519

Messung und Installationskontrolle Im Verteilnetz installierte Zähler Durchgeführte Abnahmekontrollen Wasser

70


Kehrichtverwertung/Mobilität/ Telekommunikation Kehrichtverwertung

2018

2017

35’009

34’929

32’741

30’640

2’631

5’068

15’933

16’114

Kehrichtanlieferung (in t) Abfallentsorgung der Stadt Bern Direktanlieferer Stadt Bern Partneranlagen Regionsgemeinden Direktanlieferer Region

46’010

47’289

132’324

134’041

1’686

1’915

129’712

136’710

0

411

2018

2017

Anzahl geförderte Erdgasfahrzeuge

105

127

Anzahl belieferte Erdgastankstellen 1

11

11

Erdgasabsatz Tankstellen (in MWh)

27’050

26’200

Biogasabsatz Tankstellen (in MWh)

12’240

18’500

Total davon Sonderabfälle

Kehrichtverwertung (in t) Kehrichtverwertungsanlage (KVA) Bern Externe KVA

New Business: Mobilität Erdgas/Biogas als Treibstoff

Elektromobilität Anzahl ewb-Ladestationen Abgesetzter Strom an Ladestationen (nur Ökostrom) (in kWh) 1

22

9

39’760

27’000

Eigene Tankstellen im Versorgungsgebiet (8 St.) und von Energie Wasser Bern gewartete Tankstellen (3 St.)

New Business: Telekommunikation Berner Glasfasernetz

2018

2017

996

979

74’087

69’334

(FTTH*) 2

Verbaute Glasfaserkabel (in km) Total durch Energie Wasser Bern und Swisscom erschlossene Nutzungseinheiten 2 Bezieht

sich auf erbrachte Leistungen von Energie Wasser Bern. * Fibre to the Home

71


DATEN UND FAKTEN

Umwelt und Energie Energie- und Emissionsbilanz lokale Produktion

Einheit

2018

2017

Kommentar

Energiezentrale Forsthaus Input Kehricht

MWh

471’837

483’200

Input Holz

MWh

209’075

220’800

Input Erdgas

MWh

406’480

355’100

Input Wasser (Grundwasser, Netzwasser)

m3

136’173

142’033

Produzierte Wärme

MWh

267’900

278’900

104’900

124’700

259’214

238’800

76’009

72’900

davon aus KVA (CO2-neutral) Produzierter Strom

MWh

davon aus KVA (CO2-neutral)

Für Spitzenlastkessel, Abhitzekessel und Gasturbine

Ins Wärmenetz eingespeist

Ins Stromnetz eingespeist

CO2-Emissionen aus Erdgas

t

82’515

72’085

Gas- und Dampfturbine, Spitzenlastkessel

CO2-Emissionen aus Kehricht

t

75’022

76’829

Kehricht gilt als 50 % erneuerbar und 50 % nicht erneuerbar

CO2-Faktor der produzierten Wärme

kg/MWh

54

65

Berechnung gemäss Ökobilanzdaten im Baubereich, KBOB 2009/1:2016

CO2-Faktor des produzierten Stroms

kg/MWh

305

297

Berechnung gemäss Ökobilanzdaten im Baubereich, KBOB 2009/1:2016

Erneuerbarkeit Wärme

%

75

80

Erneuerbarkeit Strom

%

37

39

Schlacke aus KVA zur Entsorgung

t

25’727

27’387

Verhältnis Schlacke zu Kehricht

%

19.8

20

Hydroxidschlamm aus KVA zur Entsorgung

t

930

1’266

NOX-Emissionen

t

124

119

Staubemissionen

t

1

1

Contracting- und Nahwärmeanlagen

Stand 2018: 74 Contractinganlagen sowie Nahwärmeverbund Viktoria

Gesamter Energieinput

MWh

114’333

120’828

Produzierte Wärme

MWh

103’006

106’981

Produzierte Kälte

MWh

19’843

14’833

Produzierter Strom

MWh

6’545

4’687

Total CO2-Emissionen

t

17’614

19’242

72

Energieträger sind Holz, Gas, Fernwärme, Heizöl und Strom


Energie- und Emissionsbilanz eigener Betrieb

Einheit

2018

2017

Liegenschaften

Eigene Liegenschaften an den Standorten Monbijou und Holligen 1

Total Energiebezugsfläche (EBF)

m2

27’967

27’967

Total Wärmebedarf

MWh

1’183.2

1’371.9

Fernwärme

MWh

430.9

612.1

Heizöl

MWh

120

364.1

Abwärme und Umweltwärme

MWh

407.8

242.9

Strom für Wärmepumpe

MWh

224.5

152.8

Anteil Erneuerbarkeit der Wärmeversorgung

%

Spezifischer Wärmebedarf bezogen auf EBF

kWh/m2

Total Strombedarf davon Ökostrom

Kommentar

MWh %

Verbrauch Gerätebenzin

MWh

Wasserverbrauch (Trinkwasser ab Netz)

m3

CO2-Emissionen Liegenschaften (inkl. Geräte) Hauskehricht

80

68

45.3

49.5

2’058

1’947

100

100

35

45

4’923

4’826

t

73

152.5

t

45.8

58

163

167

67

73

Fernwärme ist zu durchschnittlich 25 % nicht erneuerbar bzw. fossil

Ohne Heizgradtagkorrektur

Betrieb mobiler Kleingeräte

2018: Reduktion durch Betrieb Wärmepumpe statt Ölheizung in Holligen

Mobilität Anzahl Fahrzeuge gesamte Flotte davon Personenwagen Anteil Gasfahrzeuge

%

45

47

Anteil Elektrofahrzeuge

%

7

7

Total gefahrene Strecke alle Fahrzeuge

km

1’480’036

1’325’028

Energieverbrauch Mobilität

MWh

1’593.7

1’493.4

Biogas

MWh

582.5

545.1

Diesel

MWh

901.4

808.5

Benzin

MWh

103.3

132.8

Strom

MWh

6.5

7

CO2-Emissionen Mobilität

t

265.4

248.8

CO2 pro km

g/km

179.4

187.8

1

Mischflotte aus Nutzfahrzeugen und Personenwagen

Mischflotte aus Nutzfahrzeugen und Personenwagen

Entspricht dem Geltungsbereich der Kantonalen Zielvereinbarung im Rahmen der Umsetzung des Grossverbraucherartikels.

73


DATEN UND FAKTEN

Mitarbeitende Indikatoren sozialverantwortlicher Personalpolitik

Einheit

2018

2017

Vollzeitäquivalente

582.9

582.5

Personen

622

624

davon Teilzeitmitarbeitende

Personen

134

129

davon Mitarbeitende mit befristeter Anstellung

Personen

2

1

Personalbestand Anzahl Mitarbeitende Anzahl Mitarbeitende total

Anzahl Neuanstellungen

Personen

49

50

Fluktuationsrate (ohne Pensionierungen)

%

3.8

3.6

Total Fluktuationsrate (inkl. Pensionierungen)

%

6.6

7.8

Geschäftsleitung und höheres Management

Personen

26

27

Mittleres Management

Personen

44

44

Anzahl Lernende

Personalvielfalt

Personen

19

18

Frauenanteil mit Managementfunktion

%

10

8.7

Frauenanteil insgesamt

%

18.8

18.4

Mitarbeitende unter 30 Jahren

%

11

11.5

Mitarbeitende zwischen 30 und 50 Jahren

%

50.8

48.8

Mitarbeitende über 50 Jahren

%

38.2

39.7

Mio. CHF

70.5

81.4 1

in Stunden pro Jahr

13.8

11.5

in % der gesamten Personalkosten

1.2

0.9

Personalausgaben (Löhne und Sozialleistungen)

Aus- und Weiterbildung Durchschnittliche Weiterbildungszeit pro Mitarbeiter/-in Aus- und Weiterbildungsausgaben

Arbeitsschutz Total Ausfalltage durch Berufsunfälle

Tage

392

336

Total Ausfalltage durch Nichtberufsunfälle

Tage

1’041.5

699

1

Davon Zahlung von 10.7 Mio. CHF in die Pensionskasse aufgrund Wechsel vom Leistungs- zum Beitragsprimat.

74


75


IMPRESSUM

Impressum Herausgeber Energie Wasser Bern Monbijoustrasse 11, Postfach 3001 Bern Telefon 031 321 31 11 info@ewb.ch ewb.ch Redaktion Raphaël Wyss, Energie Wasser Bern, Bern Text Kinetics Kommunikation, Zürich Sustainserv GmbH, Zürich/Boston Raphaël Wyss, Energie Wasser Bern, Bern Gestaltung Polyconsult AG, Bern Fotos Andrea Campiche, Urtenen-Schönbühl Terence du Fresne, Ittigen Leopold Fuchs, Wien Daniel Hutter, Energie Wasser Bern, Bern Alexandra Jäggi, Energie Wasser Bern, Bern Adrian Moser, Bern Lithografie Marti Media AG, Hinterkappelen Druck Stämpfli AG, Bern

76


Energie Wasser Bern, Art. Nr. 6861-a, April 2019 Energie Wasser Bern Monbijoustrasse 11 Postfach, 3001 Bern

ewb.ch info@ewb.ch Tel. 031 321 31 11


Turn static files into dynamic content formats.

Create a flipbook
Geschäfts- und Nachhaltigkeitsbericht 2018 by Energie Wasser Bern - Issuu